Neusser Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Festtage. Preis vierteljährlich in Neuß (.50 Ulk., durch die Dost bezogen 1.65 Ulk., mit Austr. Unterhaltungsblatt in Neuß 7.80 Ulk., durch die Oost bezogen 1.#95 Mk. Druck und Verlag: R. Noack, Aeuß. Celephon Uo. 57. Amtliches Kreisblatt Anzeigen im lokalen Verkehr 12 Ofg., sonst (5 Ofg., die rgespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Reklamen 50 Ofg., dieegespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Für die Redaktion verantwortl. R. Noack, Expedition: Ueuß, Neustraße 7. Nro. 128. 1. Blatt. Mittwoch, 7. Juni.(Robert.) 1905. 30. Jahrg. Fürst Bülow. n Berlin, 6. Juni. Der Kaiser hat den Reichskanzler Grafen von Bulow in den Fürstenstand erhoben. Diese Meldung trägt der Telegraph heate durch die Lande. Wir haben diese Auszeichnung lediglich als ein Zeichen der allerhöchsten Gnade Sr. Majestät unseres Kaisers aufzufassen, der, wie man ja weiß, seit langer Zeit schon dem leitenden Staatsmann die verschiedensten Beweise allerhöchsten Wohlwollens gegeben und ihn mit einer Reihe anderer Auszeichnungen bedacht hat. Fürst Bülow genießt bereits seit dem Oktober 1897, wo er das Auswärtige Amt übernahm, das allerhöchste Vertrauen und hat es auch als Reichskanzler meisterhaft verstanden, sich darin zu behaupten. Ja wir erblicken gerade darin das Bemerkenswerteste seiner ganzen Kanzlerschaft. Denn Fürst Bismarck, der so warm von Wilhelm I. denz Enfel empfohlen und von diesem die überströmendsten Ausdrücke der Anerkennung erhalten hatte, vermochte dies doch noch nicht zwei Jahre, Graf Caprivi vier Jahre, Fürst Hohenlohe, wenn man bis zur Ueberlassung der Auswärtigen Angelegenheiten an den damaligen Freiherrn von Bülow rechnet, drei, während der jetzige Reichskanzler es als Leiter der Auswärtigen Politik bereits auf acht Jahre gebracht hat. So gut wie er, hat keiner seiner Vorgänger sich in die mancherlei Rollen gefunden, die ihm zugewiesen wurden. Möge es dem nunmehr in den erblichen Fürstenstand Erhobenen vergönnt sein, seinem dereinstigen Vorgänger, dem eisernen Kanzler, als dessen Schüler er gilt, in Bezug auf Taten und Verdienst gleichzukommen, wie er hinsichtlich seiner Lausbahn ichkeit mit ihm aufweist. Die Hochzeitsfeier des Kronprinzen. Berlin, 6. Juni. Bei prächtigem warmem Wetter wurde heute Nachmittag die Vermählung des Kronprinzen mit der Herzogin Cäcilie mit einer Reihe von Festlichkeiten vollzogen. Die Schloßgarde=Kompagnie, das Gardedukorps und die Leibgarde der Kaiserin bildeten Spalier und stellten die Galawachen in den Festräumen des Schlosses. Gegen 4 Uhr nachmittags setzte die Kaiserin der Herzogin=Braut die königliche Prinzessinnenkrone im Chinesischen Kabinett aufs Haupt. Inzwischen versammelten sich in der Schloßkapelle die geladenen Personen. Die Hofstaaten begaben sich ins Königszimmer und in die Rote Kammer: die Mitglieder der königlichen Familie und die allerhöchsten Gäste versammelten sich in der boisierten Galerie „im Kurfürstenzimmer fanden sich ein: das Brautpaar, die Majestäten, der Großherzog von Mecklenburg=Schwerin, die Großherzogin=Mutter und die Geschwister des Brautpaares. Hier wurde die standesamtliche Eheschließung durch den Hausminister v. Wedel vorgenommen, worauf der Kaiser den Befehl zum Beginn der kirchlichen Feier erteilte Brautzug bewegte sich durch den Rittersaal, die Bildergalerie und den Weißen Saal nach der Kapelle. Zwei Herolde führten den Zug. Es folgten Oberhofmarschall v. Eulenburg, alle anwesenden Kammerjunker und Kammerherren und dann die vom Kaiser der Braut zur Aufwartung beigegebenen Kavaliere. Sodann folgte das Brautpaar Der Kronprinz trug die Uniform des ersten Garde=Regiments mit dem blauen mecklenburgischen Ordensband, die Braut zierliche Krone, Myrte und Schleier. In der Hand trug sie einen Strauß weißer Nelken. Die Schleppe der Braut wurde von Hofdamen getragen. Nach den Hofchargen folgte der Kaiser in der Uniform des ersten Garde=Regiments mit den Abzeichen eines Generalfeldmarschalls mit der Großherzogin-Mutter von Schwerin. Hinter dem Kaiser schritten der Hausminister von Wedel, die Generaladjutanten, Generale, Admirale ala suite, Flügeladjutanten, der Geheime Kabinettsrat, der Hofstaat und der Ehrendienst der Großherzogin-Mutter. Sodann kam die Kaiserin, geführt vom Großherzog von Schwerin. Es folgte der Hofstaat, die Adjutanten und der Ehrendienst des Großherzogs. Hinter der Großherzogin von Schwerin, zu deren Rechten Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich=Este, zur Linken der Kronprinz von Schweden Norwegen schritt, folgten die übrigen anwesenden Fürstlichkeiten. Beim Eintritt des Zuges in die Schloßkapelle sang der Domchor das Doppelquartett:„Denn er hat seinen Engeln befohlen“ aus Mendelssohn „Elias.“ Hofprediger D. Dryander und die Hofgeistlichkeit empfingen das Brautpaar und geleiteten es zum Altar. Der Kronprinz trat zur Rechten seiner Braut, die allerhöchsten und höchsten Herrschaften traten im Halbkreis um das Brautpaar, so daß rechts zunächst neben dem Altar der Kaiser, die Großherzogin=Mutter und Erzherzog Franz Ferdinand standen, während die Kaiserin links vom Altar stand, neben ihr der Großherzog von Mecklenburg=Schwerin, der Kronprinz von Griechenland u. s. w. Die Gemeinde sang den Choral: „Lobe den Herrn“ begleitet von einem Bläserchor. Oberhofprediger D Dryander hielt die Traurede über den vom Kaiser gewählten Text:„Wo Du hingehst, will ich auch hingehen, wo Du bleibst, da bleibe ich auch, Dein Volk ist mein Volk, Dein Gott ist mein Gott.“ Dann vollzog er die Trauung. Laut und bestimmt klang das„ja“ des Kronprinzen, leise, jedoch nicht minder fest das der Braut. In dem Augenblick, wo das hohe Brautpaar die Ringe wechselte, wurden von der im Lustgarten aufgestellten Leib-Batterie des ersten Garde=Feldartillerie=Regiments dreimal zwölf Kanonenschüsse abgfeuert. Das Gebet:„Vater unser“ und der Segen folgten. Dann sang der Domchor das schöne Beckersche:„Wo Du hingehst, will ich auch hingehen.“ Der Gesang der Gemeinde:„Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang,“ schloß die Feier. Nun begaben sich die Majestäten und die höchsten Herrschaften in gleich feierlichem Zuge nach dem Ausbau der Bildergalerie, um daselbst dem hohen Brautpaar ihre Glückwünsche abzustatten. Unterdessen nahmen die Hofstaaten im Weißen Saale die bei der Defiliercour übliche Aufstellung. Die Majestäten nahmen mit dem Brautpaar unter dem Baldachin Platz. Die Kaiserin, die Braut und die Prinzessinnen nahmen auf Sesseln Platz, ebenso der Kaiser. Der Kronprinz blieb stehen. In ununterbrochener Folge zogen die Gäste am Brautpaar und den Majestäten vorüber, zuerst die Botschafterinnen und die Damen des diplomatischen Korps, dann der Fürst=Reichskanzler, die Botschafter, die fremdländischen Herren; hierauf die inländischen Herren. Es folgte eine fast unendliche Reihe der übrigen Gäste. Nunmehr zogen die Fürstlichkeiten in feierlichem Zuge nach dem Rittersaale zum Souper. Der Kaiser brachte bei der Tafel die Gesundheit des hohen Paares in längerer, überaus herzlicher Ansprache aus, die auf alleAnwesenden einen tiefen Eindruck machte. Die Gäste, im ganzen 1700, speisten in den Räumen des Kaiserschlosses. Den Schluß der Hochzeitsfeier bildete der Fackeltanz im Weißen Saale. Die Majestäten und das Brautpaar standen unter dem Thronhimmel; links davon die fürstlichen Damen, rechts die Fürsten und Prinzen. Gegenüber dem Thron hatten die diplomatischen Korps, der hohe Adel und die Exzellenzen Aufstellung genommen. Zuerst machte das neu vermählte Paar einen Umgang im Saal unter Vorantritt des Oberhofmarschalls Eulenburg. Die Kronprinzessin wurde von dem Kronprinzen an der Hand geführt. Alles im Kreise verneigte sich. Nunmehr forderte die Kronprinzessin den Kaiser zum Tanze, der Kronprinz die Kaiserin und so erfolgte der zweite Umgang. Beim dritten Umgang schritt die Braut mit dem Großherzog von Mecklenburg und der Bräutigam mit der Großherzogin Anastasia. Bei dem vierten Umgang gingen rechts von der Braut der Kronprinz von Griechenland, der Erzherzog Franz Ferdinand, links der Kronprinz von Schweden und Norwegen und Großfürst Michael, während der Bräutigam die Großherzogin von Mecklenburg=Schwerin und die Großherzogin Marie führte. Nach beendetem Fackeltanz traten die fackeltragenden Pagen dem Zuge der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften bis zum Eingang der für die hohen Neuvermählten eingerichteten Gemächer vor. Die königliche Prinzessinnenkrone wurde dem Hausschatz wieder überliefert und die Oberhofmeisterin, Freifrau von Thiele Winkler nahm die Verteilung des Strumpfbandes vor. Hierauf entließ der Kaiser den Hof. Politische Nachrichten. Deutschland. — Die Spannung zwischen Deutschland- und Frankreich soll, wie das„Berl. Tageblatt“ sich aus Paris melden läßt, in den letzten Tagen sich sehr verschärft haben und eine kritische Wendung zu nehmen drohen. Die Stimmung fand ihren Ausdruck auch in dem Ausbleiben einer kaiserlichen Depesche für den Präsidenten der Republik aus Anlaß des Attentates, während der Kaiser dem König von Spanien telegraphierte. Es sollen jedoch Anzeichen vorliegen, daß die Krisis, die teilweise einen persönlichen Charakter habe, in kürzester Zeit eine gütliche Lösung finden wird.— Man muß dem „Berl. Tagebl.“ die Verantwortung für diese Meldung überlassen. — Das Fernbleiben des Großfürsten Wladimir von den Berliner Hochzeitsfestlichkeiten ist, wie der „Ostpreuß. Ztg.“ von wohlinformierter Seite mitgeteilt wird, auf besonderen Wunsch des Berliner Hofes erfolgt. Es gingen an verschiedenen amt lichen Stellen so zahlreiche Drohbriefe, in denen ein Attentat auf seine Person angekündigt wurde, ein, daß man sich zu einer Aeußerung nach Petersburg entschloß und um Entsendung eines anderen Vertreters der Zarenfamilie bat, da man das Leben des Großfürsten Wladimir für ernstlich bedroht hielt. Der Zar entsprach dieser Bitte und verfügte, daß Großfürst Michael den russischen Hof zu ver treten hat. Berlin, 6. Juni. An die Hauptausschüsse, die Herren Präsidialmitglieder, die Mitglieder des Gesamtvorstandes, sowie Freunde des Deutschen Flottenvereins richtet der Präsident, Fürst zu Salm=Horstmar folgende erfreuliche Mitteilung: „Das Präsidium hat in Uebereinstimmung mit der auf der Stuttgarter Hauptversammlung zu Tage getretenen Auffassung in Gemäßheit des Schlußsatzes von§ 11 der Satzung die Herren Generale Keim und Menges wiedergewählt. Die Genannten haben die Wahl angenommen, welchen Entschluß ich und alle Freunde unserer Sache mit aufrichtiger Freude begrüßen.“ — Die Gesamtzahl der preußischen Städte beträgt zur Zeit 1281 mit insgesamt 15 291 918 Einwohnern, das macht 44,4 v. Hundert— also erheblich mehr als zwei Fünftel— der Gesamtbevölkerung des Staates nach der letzten Volkszählung. Die Städte mit über 3000 bis 5000 und über 2000 bis 3000 Einwohnern, welche je etwas mehr als ein Fünftel der Gesamtzahl ausmachen, sind am zahlreichsten; es folgen die Gruppen von über 1000 bis 2000 Einwohnern mit annähernd einem Fünftel und die von über 5000 bis 10000 Einwohnern mit fast einem Sechstel. Insgesamt umfassen diese vier Gruppen über drei Viertel aller Städte Preußens. Städte mit über 10000 Einwohnern sind im ganzen 250— 19,5, mit über 100 000 Einwohnern 24—= 1,9 vom Hundert aller vorhanden. Der bedeutendste Anteil an der städtischen Einwohner=Gesamtzahl, nämlich mehr als ein Sechstel davon, entfällt auf die Gruppe der drei Städte mit über 300 000 Einwohnern: Berlin, Breslau und Köln. Danach kommt die von über 5000 bis 10000 Einwohnern mit nic ganz einem Zehntel. Zusammen enthalten die Großstädte, also die Städte mit mehr als 100000 Einwohnern, zwei Fünftel der ganzen städtischen Bevölkerung und über ein Sechstel der Gesamtbevölkerung des Staates. In allen Provinzen mit alleiniger Ausnahme von Posen, wo die Städte der untersten Gruppe überwiegen, sind wie im Gesamtstaate die Städte mit über 2000 bis 5000 Einwohnern am stärksten, und zwar in den Provinzen Ost= und Westpreußen mit über der Hälfte, in Hohenzollern sogar ausschließlich, vertreten. Kiel, 6. Juni. Nach der Vernichtung der Baltischen Flotte Rußlands wird das deutsche ostasiatische Kreuzergeschwader, wie die„Kieler Nachrich= ten“ aus autentischer Quelle erfahren, für den laufnden Monat dauernden Aufentbhalt in Tsingtau nehmen. Frankreich. Paris, 6. Juni. In politischen Kreisen verlautet, wenn Delcassé in dem morgen stattfindenden Ministerrate seine Demission gebe, werde Rouvier vorläufig das Portefeuille des Aeußern übernehmen. Rouvier beabsichtige, die Verhandlungen bezügl. Marokkos direkt zu führen, bevor die Nachfolge Delcassés einer politischen Persönlichkeit angeboten werde. Der russisch=japanische Krieg. Der japanische Admiral Uriu soll den Auftrag haben das süd=chinesische Meer nach russischen Kreuzern zu durchsuchen. Nötig scheint das in der Tat zu sein, denn es wird gemeldet, daß russische Hilfskreuzer, die zum Gefecht zu schlecht waren, nordöstlich von Hongkong fremde Handelsdampfer durchsuchten. Hongkong, 5. Juni. Der heute hier eingekommene amerikanische Frachtdampfer Zafiro von Manila hat am Morgen ungefähr 80 Seemeilen südöstlich von Hongkong einen russischen Hülfskreuzer, zwei Fahrzeuge, die er für Torpedoboote hielt, und einen Kreuzer mit drei Schornsteinen in Begleitung eines schwer beladenen Frachtdampfers südwestlich steuernd gesehen. Schanghai, 5. Juni. Die japanischen Kriegsschiffe, die bei der Insel Gützlaff angekommen sind, sind das Flaggschiff des Admirals Urin, der Panzerkreuzer Tokiwa, die geschützten Kreuzer Naniwa und Taketschio und die Torpedobootszerstörer Murasame und Sadzenami. Es werden noch mehr Kreuzer hier erwartet. Uriu ist von Tsuschima außen um Formosa herum gefahren, um nach den noch fehlenden russischen Schiffen zu suchen. Eine Granate war hinten durch das Flaggschiff gegangen, ohne zu explodieren. Petersburg, 6. Juni. Im Warschauer Militärbezirk ist eine Pferdemusterung zu Kriegszwecken angeordnet worden. Die Unruhen in Rußland. Petersburg, 6. Juni. In Staraja=Derewnja bei Petersburg hatten sich an 200 Arbeiter, einfaches Volk und Studenten, mit roten Fahnen, die die Aufschrift:„Nieder mit dem Krieg" trugen, versammelt und demonstrierten, bis Kosaken erschienen und die Menge mit Knuten auseinander trieb. Etwa 100 Verhaftungen wurden vorgenommen. Petersburg, 6. Juni. Eine eigenartigeVersammlung von Journalisten fand gestern hier statt. Dieselben hatten sich ein Boot gechartert und mit demselben während 6 Stunden auf der Newa gekreuzt. Auf diese Weise wurden## sie von der Polizei nicht gestört. Die Teilnehmer nahmen einen Beschluß an, der zugunsten einer sofortigen Einberufung einer konstitutionellen Versammlung sich aussprach. Sie beschloß, ebenfalls an dieser Kundgebung teilzunehmen, welche vor dem Senatspalaste organisiert werden soll. Die Resolution begrüßt am Schlusse den Ausbruch der russischen Revolution. Moskau, 5. Juni. Die allgemeine, auf den 6. Juni fegesetzte Konferenz der Mitglieder der Semstwos und der Bürgermeister ist verboten worden. Von Nah und Fern. I. Orken, 6. Juni. Der Theaterverein„Fidelia". Orken, veranstaltete am Sonntag, den 4. Juni in Verbindung mit seinem 15jährigen Stiftungsfeste einen großen Theaterpreiswettstreit, an welchem sich 7 Vereine beteiligten. Zur Aufführung gelangten: 1 Trauerspiel und 6 Lustspiele. Das Trauerspiel„Die Heimkehr,“ führte der Verein„Pleciosa“, Neuß, auf und errang den ersten Ehrenpreis, außerdem einen Herrenund einen Damenpreis. Der Verein„Aveingold“, hierselbst, führte unter großem Beifall den Militärschwank„Der entartete Kanarienvogel“ auf und errang den zweiten Ehrenpreis. Die Preise bestehen aus: 1. Preis Schillers Werke, nebst einer Medaille. 2. Preis Lessings Werke, nebst einer Medaille.(Eingesandt.) * M.= G l a d b a c h, 5. J u n i. Z u d e n E r r u n g e n schaften der Neuzeit auf dem Gebiete unserer städtischen Verwaltung gehörte eine Einrichtung, die jetzt mit rauher Hand wieder beseitigt worden ist. An maßgebender Stelle fand man es nämlich etwas prosaisch, daß einer der bedeutsamsten Akte im Leben zweier Liebenden vor einem Beamten abgeschlossen wurde, der auch nicht das geringste Abzeichen seiner bedeutungsvollen Stellung aufzuweisen hatte. Man dachte da wohl an die Feierlichkeit, mit der in den größeren Städten Frankreichs die Eheschließungen begleitet sind. Nachdem dort das zu verbindende Paar in zwei bordierten roten Plüschsesseln Platz genommen, öffnen sich nach einigen Minuten stiller Erwartung die Flügeltüren des Trauungssaales, auf der Schwelle erscheint ein prächtig herausgeputzter Zeremonienmeister, stößt die Hellebarde auf den glänzend gebohnten Boden und ruft in den Saal hinein: „Lofficier de l’etat civil,“ dann tritt er verneigend zur Seite, und gravitätisch naht im festlichen Gewande, über die Brust ein breites Band der Trikolore gezogen, der Mann,„der streng und ernst nach alter Sitte, mit langsam abgemessenem Schritte, hervortritt", bereit den gemeinsamen Willen zweier Personen entgegenzunehmen, von denen eine dabei häufig einen guten Teil ihrer bisherigen Selbständigkeit einbüßt. Aehnlich sollte es auch in M.=Gladbach sein, die Nüchternheit des Alltäglichen wurde aus dem Trauungssaale verwiesen. Man ließ also dem Standesbeamten eine Uniform bauen, beginnend mit Schnallenschuhen, schwarzen Wadenstrümpfen, sanitenen Kniehosen, dunkler Weste, dunkelblauem Leibrock, endend mit einem mächtigen Dreimaster und einem zierlichen Degen. Das machte denn doch einen anderen Eindruck, als der seitherige simple schwarze Gehrock. Es war immer ein erhebender Moment, wenn ein Pärchen die Dienstleistung des Standesbeamten in Anspruch nahm, dann verschwand der bürgerlich gekleidete einfache Mann schnell im Nebenzimmer, in dem die prächtige Uniform so handlich aufgehängt war, wie das Geschirr eines Gaules, der jede Minute zu erwarten hat, eingespannt zu werden. Es währte nicht lange, und das in dem uniformierten Beamten verkörperte Gesetz konnte die Erfüllung eines heißen Wunsches vornehmen. Jetzt hat die Herrlichkeit ein Ende. Die Mär von dem uniformierten Standesbeamten gelangte zu den Ohren des Ministers des Innern, und der hat nun dahin entschieden, daß der Standesbeamte in M.=Gladbach bei den Trauungen wieder den einfachen schwarzen Rock zu tragen habe. Die nun ihrem Zwecke entfremdete Uniform wird wohl aufbewahrt werden als wertvoller Beitrag für eine demnächst zu errichtende permanente KostümAusstellung. * Rheydt, 4. Juni. Vorgestern verschied hier eine Schülerin, die kurz vorher Seil gesprungen hatte. Sie trank kurz nachher kaltes Wasser, worauf der Tod sofort eintrat. * Gerresheim, 6. Juni. Beim Baden in der Düssel ertrank gestern Abend der Kaufmann Peschges. * E r k r a t h, 5. J u n i. B e i d e m G e w i t t e r v o n gestern Abend schlug der Blitz in die Weberei von Deweerth. Das dadurch entstandene Feuer konnte bald gelöscht werden. Der Betrieb ist nicht gestört. * Köln, 5. Juni. Der Rhein forderte am gestrigen Sonntage fünf Opfer. Ein auf dem Rheindampfer„Neptun" beschäftigter Kellner fiel in der Nähe desKaiserdenkmals in den Fluß. Bei Weißenturm ertrank beim Baden ein 21jähriger Schneidergeselle. Desgleichen in Niedermendig ein 125 jähriger Knabe, während bei St. Goar ein Schiffer dn Tod in deen Wellen fand. * K ö l n, 5. J u n i. G e s t e r n A b e n d g e g e n 1 0 ½ Uhr entstand vor einem Tanzlokale in der Sebastianstraße in Niehl unter mehreren Personen eine Streitigkeit, die sich bis in die Hillesheimerstraße fortpflanzte. Im Verlaufe des Streites wurde der 19jährige Dachdecker Johann Lierenfeld durch einen Messerstich in das Herz schwer verletzt und starb bereits nach einer Stunde im dortigen Krankenhause. Ein Tagelöhner aus Niehl wurde durch drei Revolverschüsse schwer verletzt und ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Die Täter, junge Burschen aus Flittard a. Rh., konnten bis jetzt noch nicht ermittelt werden. * Köln, 6. Juni. In der Ausstellungshalle der Handwerks=Ausstellung herrscht ein reges Leben. Die Landkreise haben ihr vielgestaltiges Material herbeigeschafft, um es in aller Eile zu ordnen. Neben ihnen brauchen die Arbeiten der Meisterkurse nur noch in den einzelnen Kojen verteilt werden. Die Handwerksmeister der Stadt Köln schleppen mit Eifer ihre zahllosen Erzeugnisse zur Stelle, und Maschinen aller Art nehmen die ganze hintere Längsseite des Hintergebäudes in Anspruch. Die Eröffnung der Ausstellung findet bekanntlich am Donnerstag, den 8. d. Mts., statt.— Durch ein Automobil getötet wurde gestern auf dem Großen Griechenmarkt ein fünfjähriger Knabe. Eine Motordroschke fuhr dem Kinde über die Brust. Die Verletzungen waren so schwere, daß der Knabe noch auf dem Transport zum Bürgerhospital verstarb. Aachen, 5. Juni. Eine 80jährige Lumpensammlerin Namens Putsch suchte am Uffeterweg auf einer dort gelegenen Müllabfuhrstelle nach Lumpen. Zur Vernichtung der Abfälle waren diese teilweise in Brand gesteckt worden und hatten glühende Asche hinterlassen, an der die Kleider der Frau Feuer fingen. Die Frau mußte elend verbrennen und wurde als gänzlich verkohlte Leiche aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. * Meiderich, 6. Juni. Infolge einer Explosion einer Blasform auf dem Hochofenwerk der Akt.= Gesellschaft für Hüttenbetrieb in Meiderich verunglückten gestern Abend 7½ Uhr vier Arbeiter, von denen zwei sofort tot waren.. Die beiden anderen wurden ins Krankenhaus transportiert, von ihnen ist inzwischen einer gestorben, während bei dem andern die Hoffnung besteht, ihn am Leben zu erhalten. Barmen, 5. Juni. Heute entbrannte zwischen zwei italienischen Erdarbeitern aus geringfügiger Ursache ein erbitterter Kampf. Im Verlaufe dessen zog der kleinere ein Messer und bohrte es seinem Gegner mit solcher Wucht in die Brust, daß derselbe niedersank und kurze Zeit darauf verschied. Der Mörder wurde verhaftet. Solingen, 6. Jun. In einer Versammlung der Messerschleifer wurde gestern Abend die Verhängung des Streiks über die Firma Hammesfahr beschlossen. Remscheid, 5. Juni. Der hiesige Aerzteverein hat beschlossen, vom 1. Juli ab für seine Mitglieder die Sonntagsruhe einzuführen. Es werden keine Sprechstunden abgehalten, und nur dringende Fälle behandelt. Die hiesigen Avotheker haben die Sonntagsruhe schon seit 1. April und zwar ist hier die Sache in der Weise geordnet, daß von den 5 Apotheken 3 mit Eintritt des Ladenschlusses für die übrigen Geschäfte(1 Uhr) schließen, die anderen 2 aber bis abends 9 Uhr im Turnus offen halten. Dringende Fälle werden natürlich auch hier durch die Neuordnung nicht berührt. * Gießen, 5. Juni. Die Ermordung des Pfarrers Thöbes in Heldenbergen bildete heute den Gegenstand der Verhandlung vor dem hiesigen Schwurgericht. Kurz vor 8½ Uhr vormittags werden die Angeklagten auf die Anklagebank geführt. Der Hauptangeklagte, der 27jähr. Schlächtergeselle Oskar Hudde, ist längere Zeit gleich einem Schinderhannes der Schrecken der Landbewohner Hessens und vieler Nachbarbezirke gewesen. In der Nacht vom 11. zum 12. November 1904 brach Hudde im Dorfe Heldenbergen im katholischen Pfarrhause ein. Nachdem er alle Behälter erbrochen und kein Geld gefunden hatte, holte er sich aus der Küche ein großes Messer und begab sich mit diesem in das Schlafzimmer, in dem der 60jährige Pfarrer Thöbes schlief. Hier erbrach er das Pult, in dem einige hundert Mark bares Geld lagen. Der Pfarrer erwachte durch das Geräusch und stieß einen Schrei aus. Hudde stürzte sich darauf auf den Pfarrer und brachte ihm eine so große Anzahl tödlicher Stiche bei, berg ertrank die 18jährige Tochter des Schreinermeisters Wilh. Wolf aus Bickefeld. Kleid und Hut des Mädchens, das in den letzten Tagen Spuren von Schwermut zeigte, fand man am Ufer. Hamm, 5. Juni. Auf bisher unaufgeklärte Weise geriet gestern Abend der Schachtturm des noch nicht ausgebauten Schachtes„Robert“ in Brand. Der Turm brannte total nieder; die in dem Turm aufgestellten wertvollen Maschinen stürzten in die Tiefe. Die unten arbeitenden Bergleute konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Von den zur Hülfe herbeigeeilten Leuten wurden zwei Personen beim Zusammenbruch des Turmes schwer verletzt. Münster, 5. Juni. Der Stationsvorsteher von Borghorst wurde gestern im Dienst von einem Zuge erfaßt und fand den Tod. Berlin, 4. Juni. Bei Nienburg wurde heute durch den Personenzug 14 von Bremen nach Hannover infolge verabsäumter Schrankenschließung das Fuhrwerk des Maurermeisters Redderath aus Neustadt überfahren. Dabei wurden getötet der Maurermeister Redderath, schwer verletzt der Kutscher Hachmeister und der Knabe Ernst Heinrich, leicht verletzt die Kinder Hildegard und Elise Heinrich. Der diensthabende Schrankenwärter gab zu, durch grobe Fahrlässigkeit das Unglück verschuldet zu haben. * F r i e d r i c h s t h a l b. S a a r b r ü c k e n, 3. J u n i. I n dem nahen Helenen=Schachte stürzte gestern ein Bergmann aus Tholey mit dem Förderschachte in die Tiefe; er war sofort tot. * Wien, 6. Juni. Der Goldarbeitergehülfe Zoehrer besuchte seine geisteskranke Frau in der Irrenanstalt und gab ihr Blausäure zu trinken. Dann vergiftete er sich selbst. Beide sind tot. * Cetinje, 6. Juni. Heute Nacht wurden in Skutari etwa 10 Erdstöße verspürt, wovon 3 stark und von Getöse begleitet waren. Morgendämmerung eintritt, sind unvergleichlich schön und erfreuen sich bei den Vereinsmitgliedern einer großen Beliebtheit. Es wurde dann zur Kenntnis gebracht, daß sich die Mitglieder von jetzt ab Sonntags morgens zwischen 11—12 Uhr und Donnerstags morgens von 7—8 Uhr in der Badeanstalt zusammenfinden. Der Verein giebt an seine Mitglieder Karten für das Schwimmbassin à 25 Pfg. per Stück aus, eine wesentliche Preisermäßigung gegen den sonst festgesetzten Preis und wird den Mitgliedern anempfohlen, regen Gebrauch von dieser Vergünstigung zu machen. Der Verein betrachtet das Schwimmen als eine vorzügliche Ergänzung des Turnens. Nach etlichen Mitteilungen über das Kreisfest in Köln, trat die Fidelitas in ihre Rechte. Gesang, humo 5. Juni. Fruchtmarkt. Weiz inländischer 1825—18,35, Donau 1800—19,00, Schwarzmeer 18.00—19,00, Asow 18,00—19,00, amerik. 18,25—19,50. Roggen, inländischer 15,75—16,00, Donau 00,00— 00,00, Schwarzmeer 16,00—17,00, Asow 16,00—17,00. Hafer, inländ. 13.75—14,25, Donau 00,00—00,00, russ. Futtergerste russ. 13,50—13,75, amerik. 00,00—00, 00. Mais, amerik. 12,50—13,00, Donau 00,00 —00,00, Cinquantino 16,00—17,00, russ. 00,00—00,00. Buchweizen 17,50—18,50. Weizenmehl Nr. 000 22.75— 23,50, Nr. 00 22,00—22,50. Roggenmehl Nr. 0 20,50— 21,25, Nr. 0/1 19,75—20.25. Bollmehl 11,75—12,00, Grand 10,25—10,50, Kleie 9,80—10,25 d incl. Sack. Alles die 100 Kil. Getreidemarkt. Weizen, inländ. 17,75—18,50, fremder 18,25—19,09. Roggen inländ. 15.75 —16,50, fremder 16,25—17,90. Hafer, inländ. 00,00, fremder 14,75—16,25. Buchweizen 17,25—18,00. Futter25—13,75. Mais 13,00—18,00. Weizenvorschuß ristische Vorträge und gemeinschaftliche Lieder hiel=I gerste 13,2 ten die Mitglieder noch lange in echt turnerischer 23,00—23,50, Roggenvorschuß 20,50—21,25, WeizenFröhlichkeit zusammen. Gut Heil! Naie 9.0 ga gr= ann.„ Lokales. Neuß, 7. X Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 19 Grad über Null, niedrigste in vergangener Nacht 10 Grad über Null, heute Morgen 8 Uhr, 11 Grad über Null. Barometer seit gestern unverändert. Wind westlich. Trübe, regnerisch. *; Bürgermeister a. d. Wenders 1. Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Neuß Herr Karl Wenders, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, ist am Montag Abend gegen 10 Uhr nach einer schweren Operation im Karmelitessenkloster zu Düsseldorf verstorben. Der Dahingegangene stand vom Februar 1882 bis 12. Juni 1890 an der Spitze des städtischen Gemeinwesens, dessen Förderung ihm jederzeit am Herzen lag. Eine Reihe von Jahren hindurch vertrat der nunmehr Verstorbene den Stadt= und Landkreis Düsseldorf im Land= und Reichstage; bis zu seinem Tode war er Mitglied des Kreistages von Neuß und in einer Aus dem Gerichtssaal. * Düsseldorf, 6. Juni. Strafkammer. Als in der Nacht zum 17. April der Maurerpolier Joh. B. aus Neuß in Gemeinschaft mit einem gewissen D. eine Wirtschaft in der Nähe des Königsplatzes betrat, wurden beide infolge ihres betrunkenen Zustandes von dem Wirte des Lokals verwiesen. Das nahmen die Burschen gewaltig übel; als es ihnen nicht gelang, die Wirtschaftsfenster mit den Fäusten zu zertrümmern, holten sie Steine herbei und nun gings prächtig. B. hatte dann schließlich noch mit dem gezückten Messer vor dem Wirt gestanden und ihn mit Erstechen bedroht. Er wurde heute zu drei Monaten Gefängnis verurteilt; gegen seinen Komplicen D. konnte nicht verhandelt werden, da derselbe flüchtig ist.— Der Schlosser Gottfried M. sowie der Werkmeister Johann B. aus Grevenbroich hatten sich wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Es handelte sich um ein Vorkommnis in der Fabrik von Klinglhoefer in Grevenbroich, wo eines Tages eine Reparatur an einer Maschine vorgenommen wurde, ohne die Maschine zum Stillstand zu bringen. Ein Lehrling wurde von dem Riemen erfaßt, zu Boden geschleudert und so schwer verletzt, daß er alsbald starb. Bezüglich des Angeklagten B. konnte eein genauer Schuldbeweis nicht geführt werden, weshalb seine Freisprechung erfolgte. M. erhielt 1 Monat Gefängnis. Vermischtes. Naiv!„Gaulois" teilt mit, der Direktor eines amerikanischen Blattes habe sich an den deutschen Kaiser gewawndt mit dem unverschämten Verschlage, er möge für sein Blatt einen Artikel in der Länge von einer Spalte über den russisch=japanischen Krieg schreiben und wurde ihm hierfür ein Honorar von 20000 Mark geboten. Es wurde dem Direktor im Auftrage des Kaisers aber mit—10,25 f Alles Frachtgrundlage Essen die 100 Kil. ohne Sack, bei Abnahme von Doppelladungen mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Berlin, 6. Juni. Fruchtmarkt. Weizen Juli 176,00, 171,75, Dez. 173.75. Roggen Juli 153.00, Sept. 145.75. Dez. 146 75. Hafer Juli 140.50, Sept. 139,50. Mais Juli 122.25, Sept. 119.00. Rüböl Okt. 49.50, Dez. 5000 Weizenmehl 21,25—5.00. Roggenmehl 18,30—19,70 In den auswärtigen Berichten kommt eine flaue Stimmung deutlich zum Ausdruck und hat hier trotz andauernder Trockenheit die Haltung merklich ermatten lassen. Kauflust für Getreide war sehr schwach verreien und blieb so vorsichtig, daß auch die um eine Kleinigkeit herabgesetzten Forderungen den Lieferungshandel in Weizen, Roggen und Hafer nicht zu beleben vermochten. Ebensoweng hat greifbares Getreide an Beachtung gewonnen. Rüböl war still, im Werte aber gut behauptet. Hamburg, 6. Juni. Weizen ruhig, Mecklenburger und Ostholsteiner 178—189. Roggen ruhig, Mecklenburger und Altmärker 153—158, russ. cif 9 Pud 116,50. Gerste ruhig, südruss. eif 104. Hafer fest, Holsteiner und Mecklenb. 154—156 Mais fest, runder cmerik. 102, La Plata cif 103¼. Rüböl ruhig, 49. Sviritus flau, Juni 20 G., Juni=Juli 20 G., Juli= Aug. 20 G. Kaffee ruhig, Umsatz 2000 Ballen in greifbarer Ware. Petroleum stetig, 5,80. Salpeter stetig, vorr. 10,65, Juni 10,57½, Febr.=März 9.80. Hamburg, 6. Juni. Kaffee ruhig, Sept. 36¼, Dez. 36 ¾, März 37¼, Mai 37 ¾/4 G. 6. uni. Schmalz vorr. Tups und Firkins 37½, Doppeleimer 38, fest. Sveck stetig. Antwerpen, 6. Juni. Getreide. Weizen amerikan. Winter= 18,50—18,50, La Plata= 15,00—18.00, russischer 17,25—18,25, Donau= 16,75—18,50, Roggen russischer 15,25—15,(5, Hafer 13,25—15,25, Gerste Futter=13.75— 13,75, kaliforn. ausverkauft, Mais Odessa= 00,00—00,00, La Plata 14,25—14,37, Cinquantino=00,00—00,00, gem. amerik. 12,50—12,75 Frcs. Antwerpen, 6 Juni. Petroleum, Type weiß, vorr. Frs. 17½ bB., Juni 17½9., Juli 17¾/4 B., Sept. 18½ B. Ruhig. Autwerpen, 6. Juni. Schmalz, amerikanische Marke Wilcox, vorr. Frcs. 89, Juni 88, Juli 88 3/, Sept. 88¾ Paris, 6. Juni. Weizen fest, Juni 24,55, Juli 24,55, Juli=Aug. 24,00, Sept.=Dez. 22.00. Roggen ruhig,„Juni 16.00, Sept.=Dez. 15,40.— Reihe von Ehrenämtern tätig. Die Stadt Neuß geteilt, daß er weder Zeit noch Lust habe, sich mit Jn 31.90, usi 31,85, Juli=Aug. 31,75, Sept.=Dez. wird dem Dahingegangenen ein dankbares An= solchen Sachen zu befassen. 95“76,6„#15Hl runig, Juni 49.75, Juli 50.25, Juli= gedenken bewahren, Friede seiner Aschel Sept=2i. 61.60,„Sntritzus raßie, Jumi Zum Volksfeste, das die Stadt Neuß anluß lich der Hochzeitsfeier Sr. Kaiserlichen und Königl. Hoheit des Kronprinzen arrangiert hatte, hatte sich gestern Abend— kurz gesagt, ganz Neuß im Stadtgarten zusammengefunden. Eine unabsehbare und unzählbare Menschenmenge bewegte sich durch die im prächtigsten Blätterschmuck stehenden Anlagen; der freie Platz vor dem Restaurant war so dicht besetzt, daß schon kurz nach der Eröffnung der Feier, kein Platz mehr zu erhalten war. Wie wir bereits gestern unter Aufführung des Programms mitteilten konzertierten zwei Musikkapellen, die MännerGesangvereine„Cäcilia" und„Eintracht" trugen abwechselnd Lieder vor und ernteten damit reichen Beifall. Geradezu feenhaft gestaltete sich der Stadtgarten, als mit Eintritt der Dunkelheit Tausende über denselben verteilte Leuchtkörper angezündet wurden und alles in einen mystischen, sanften Lichtschimmer hüllten, aus dem von Zeit zu Zeit grelleuchtend bengalische Flammen aufloderten. Einen unvergleichlich schönen Anblick bot der Teich, in dessen ruhigen Fluten sich der magische Lichterglanz wiederspiegelte, indes die in ihrer Nachtruhe gestörten Schwäne in langsamem Zuge im Halbdunkel darüber hinzogen und mit Lampions geschmückte Boote gespenstig darüber hinschaukelten. In diesen Zauber klangen die bunten Weisen der Musikkapellen und der Nachtwind trug den frohen Liederhauch über den Park hinüber zur Stadt... Die gestrige Feier wird allen Teilnehmern zweifellos in schönster Erinnerung bleiben. * Der Kultusminister hat es den Lehrern zur Telegraphische Depeschen. 6. Juni. Um 12 Uhr überreichte Fürstbischof Kardinal Kopp der Herzogin=Braut in Gegewart des Kaisers und des Reichskanzler Fürsten Bülow ein Geschenk des Papstes. ### 9. J u n i. I m h e u t i g e n M i n i s t e r r a t g a b der Minister des Auswärtigen, Delcassé, unter Hinweis auf die Meinungsverschiedenheiten, die sich zwischen iym und seinen Kollegen in betreff der auswärtigen Politik ergeben haben, seine Demission. Ministerpräsident Rouvier gab namens, der Regierung seinem Bedauern und gleichzeitig der Ansur vie von Delcassé geleisteten Dienste Ausdruck. Rouvier hat interimistisch die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten übemommen. London, 6. Juni. Die„Times“ meldet aus Washington: Der deutsche Botschafter hatte am K# on, Unterredungen mit dem russischen Botschafter und dem japanischen Gesandten. Wie es scheint, ist eine zwischen mehreren Stellen vereinbarte Friedensaktion im Gange. Manila, 8. Juni. Admiral Enquist, welcher Berhaltungsmaßregeln von Veterburg erwartet, hat 55,50, Juli 54 75, Juli=Aug. 53.50, Sept.=Dez. 45,25. Zucker ruhig, roher 88% 30,50—31,00, weißer stetig, Juni 34,75, Juli=Aug. 35,25, Okt.=Jan. 32,00, Jan.= April 32,37½. Leinöl matt, Juni 45,50, Sept.=Dez. 47,75. Chicago, 6. Juni. Getreidemarkt. Weizen Juni 00, Juli 88 1/8, Sept. 82¼, Okr. 09, Dez. 82. Mais Juni 00, Juli 51½. Sept. 503/, Dez. 47⅞. Mai 47. Hafer Juli 31 5/8, Sept. 28 7/8. Roggen Juli 66, Sept. 62. Leinsaat Juni 00, Sept. 60. New=York, 6. Juni. Getreidemarkt. Weizen Juni 00, Juli 92¾, Sept. 86 3/, Okt.—, Dez. 86⅛. Hafer Juni 00, Juli 00. Mais Juni 00, Juli 56¼, Sept. ev, Okt. 60, Dez. 00. Mehl(spring wheat clear) 3.60, Getreidefracht n. Liverpool 1. Roggen vorr. 00. Biehmärkte. Juni. Zucht= und Milchviehmarkt.(Amtlicher Bericht.) Aufgetrieben waren 455 Stück Rindvieh, darunter waren 12 Stiere und 443 tragende und frischmilchende Kühe und Rinder Preise: Kühe 1. Qual von 480—590 MA, verschiedene höher, 2. Qual. 400—480, 310—400, tragende Rinder 270—360, Stiere 250—339 M. Racen: Oldenburgische, Ostfriesische, Holsteinische und Rheinländische. Handel: Das Geschäft verlief langsam und blieb etwas Ueberstand. Nächster Markt Feiertagshalber am Dienstag, den 20. Juni er. 5. Iu.„ Schlachtviehmarkt. Auftried: 908 Ochsen, angelangen, die hier befndlichen rusischen Schiffe auszubessern. fleischige, nicht ausgemästete, ältere ausgemästete Hodeida,(Arabien), 6. Juni. Die Aufständischen nahmen vor zwei Wochen Kattaba und Ibb und schließen jetzt Taiz ein. Vor Hodeida werden Verstärkungen dorthin gesandt. M4 72—73, d. daß er bald verstarb. Diese Mordtat verursachte####icht gemacht, auf die Rflege einer guten und begreiflicherweise eine ungeheure Aufregung. Nach s##set#ichen Handschrift bei den Schülern schlusses bemerkt Hudde: hinzuwirken. Weit über die Grenzen der Schule Verlesung des Anklagebeschlusses bemerkt Hudde: Er sei am 21. Juli 1878 zu Schalke geboren und katholischer Konfession. Sein Vater war Reviersteiger auf der Zeche Hibernia in Gelsenkirchen. Er gebe zu, die Einbruchsdiebstähle, auch den Einbruchsdiebstahl in Heldenbergen begangen zu haben, er habe aber den Pfarrer Thöbes nicht ermordet, dies habe ein Handwerksbursche, der mit Vornamen Willi heiße, getan. Diesen habe er auf der Landstraße kennen gelernt und sei mit ihm gemeinsam in das Pfarrhaus in Heldenbergen eingebrochen. Ronsdorf, 5. Juni. Gestern Morgen brach in dem Bezirk Westen ein Waldbrand aus der bei der hinaus hat eine unordentliche Handschrift schon oft im privaten und amtlichen Verkehr derartigen Anstoß erregt, daß sie allein dem Fortkommen hindernd im Wege stand. Es soll deshalb fortan allgemein sowohl in die gewöhnlichen Zeugnisse bis in die Operprima hin als auch in die Reifezeugnisse ein Urteil über die Handschrift des Schülers ausgenommen werden. Arbeiten, die schon der Einlieferung durch Flüchtigkeit oder Unordentlichkeit der Schrift auffallen, sind zurückzuweisen. Bezirksausschuß.(Sitzung von 6. Juni.) Auf der Friedrichsstraße in Neuß wünschte Karl Handels=Nachrichten Fruchtpreise zu Neuß am großen Trockenheit großen Umfang annahm, sodaß Dor Stadtaust####### Ihankwirtschaftskonzession. ungefähr 150 Morgen Eichenwald von sechs= bis achtjährigem Bestand vernichtet wurden. * Witten, 6. Juni. Hier ertrank beim Baden in der Ruhr der 50jährige Invalide und Flaschenbierhändler Jakobi aus Bommern. Seine Leiche wurde bereits gelandet. Lüdinghausen, 5. Juni. Das gestrige schwere Gewitter hat das Sägewerk Herm. Nierhoff durch zwei aufeinander folgende Blitzschläge in Brand gesetzt und vollständig eingeäschert. Der Schaden ist bedeutend. Die Holzvorräte und umliegenden Schuppen sind gerettet. * D o r t m u n d, 5. J u n i. E i n S c h l o s s e r, d e r m i t der Bahn nach Dortmund reisen wollte, ist wie die „Dortm. Ztg.“ berichtet, auf schreckliche Art ums Leben gekommen. In. Herne verkangsamte der Zug seine Fahrt, um den Schnellzug Köln=Berlin vorbeizulassen; dabei verließ der Schlosser den Zug verbotswidrig und auf der entgegengesetzten Seite und geriet so unter den Schnellzug, der ihn zer— In Eving wurde heute Mittag der zweijährige Knabe des Bergmanns Wilh. Hangebrauck von einem Straßenbahnwagen überfahren Der Stadtausschuß hat das Gesuch abgelehnt, zu welchem Ergebnis auch der Bezirksausschuß mit Rücksicht auf die zahlreichen in der genannten Straße bereits bestehenden Wirtschaften kam = Neußer Turnverein, gegr. 1848. Die am Samstag im Vereinslokale Hotel Pelzer stattgehabte Monatsversammlung erfreute sich eines ehr guten Besuches. Die Mitglieder der Männerwerden Pfingsten eine 3½tägige Turnfahrt durch das herrliche, sagenumwobene Rheintal von Coblenz u. r Boppard, Si. Goa., Caur, BacheAssmannshausen nach Rüdesheim (Niederwald) unternehmen. Abfahrt erfolgt Samstag, Mittag 2“ Uhr, Rückfahrt Dienstag, Mittag mit Salon=Dampfer ab Rüdesheim bis Baup uu####r geiter per Bahn, Ankunft in Uhr. Die passiven Mitglieder, welche Seheten sich bis Turnjahrt muzumachen, werden gebeten, sich bis morgen, Donnerstag, beim MitLiedr, Herrn. Legnh. Engels, Büchel 10, zwecks Bestellung von Quartiere, anzumelden. Der VerJuli eine Nachtturnfahrt und zwar diesmal von westlichen Seite aus. Diese Nachtturnfahrten im Hochsommer, wenn zwischen 2 und 3 Uhr die Weizen per 100 Kilo 1. Qual. m* 2„ Roggen per 100 Kilo 1. Qual. „ 2.„ Hafer per 100 Kilo Kartoffeln per 50 Kilo Heu per 50 Kilo Luzernerheu per 50 Kilo Maschinenstroh per 500 Kllo Flegeldrusch per 500 Kilo Butter per Kilo Eier(100 Stück) 7. Juni. 4• 18 20 17 70 16— 15 50 15— 3,.96—4.00 8.60—4,60 M 5,— " 22,— „ 24.— Verschsogchingen gernn üchen 4 S 49 50 60 Rüböl per 100 Kilo in Partien von 168 Ctr. Rüböl per 100 Klo saßweise(ohne Faß) per 50 Klo...:: Rüböl und Kuchen unverändert. #####to, 5. Juni. Kartoffeln 44 7.50. Strob 3.90— 420. Heu 9.50.(Alles per 100 Kilo.) Rindfleisch 1/24— imelbutter 5000 B. Ok. 5050 B. 50.00 G ven 8ad Kll. Fruchtmarkt. Keine Zufuhr. S ,8um. Ichutter 230—2/49, Kochbutter 2.10— 3 eisgoster 173—200, Kisteneter 72—73, E. Mäßig genährte junge, ältere 66—68, Gering genährte jeden Alters K 60—62: 580 Kühe. darunter 00 Weidekühe, J 00—00, a. Vollfleischige ausgemästete Kalben höchsten Schlachtwertes+44 70—00, v. Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 444 67—68, c. Aeltere ausgemastete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Kalben 44 62—64, d. Mäßig genährte Kühe und Kalben K 58—60, 94 Buue.., a. Vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren K 68—00, v. Vollfleischige jüngere M 65—66, c. Mäßig genährte jüngere und E., a. Gering genährte jüngere und ältere M 58—60, alles die 50 Kil. Schlachtgewicht. Gute jungere Ochsen sowie Kühe ziemlich lebhaft, schwere Ochsen und Bullen langsam. In Ochsen Ueberstand. 3034 Schweine, a. J 66, vorgezeichnete 67, b. 62—69, c. 5.—98 die 50 Kil. Lebendgewicht mit 20—22% Tara. Ruhig, Sauen sehr vernachlässigt, voraussichtlich aber geräumt. 533 Kälber, a. Feinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber J 85, Doppellender bis 97, b. Mittlere Mast= und gute Saugkälber 78—82, c. Geringe Saug#### und ältere gering genährte Kälber(Fresser) „72 Schafe, a. Mastlämmer und jüngere Masthammel (Zickwolle) 444 78—80, b. ältere Masthammel 60—74, c. mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) 00—00 die 50 Kil. Schlachtgewicht. Gechäft in Kälbern flott, in Schafen still und langsam geräumt. (Preise für Mai.) Stier= 77, Kuh= und ###re 87—90, rothaarige Ochsen- von 45 Kil. aufwärts 93, desgl von 40—44½ Kil. aufwärts 90, schwere flache und Berliner Ochsen 84, leichte 00—00 J, KalbSete#g. Sop 13 hne 133 I das Kl.— Frisches In der Woche vom 31. Mai bis 5. Juni wurden an frischem geschlachtetem Fleisch aus Holland eingeführt: 346 Vierte! Großvieh, 231 Kälber und 21 Schweine. „„#d rb,-. Juni. Wolle stramm, aber ruhig. Ausfuhr=Garne träge. Amtliche Wechselziussätze der Notenbanken vom 6. Juni. Amsterdam 2½. Belgische Plätze 3. Deutsche Plätze 8. Kopenhagen 4. Lissabon 4. London 2½. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 5½. Schweiz. Plätze 3⅛. Wien 3½. Gott dem Allmächtigen hat es in Seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute Abend gegen 10 Uhr meinen heissgeliebten Gatten, unseren teuren Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, den wohlachtbaren Herrn Carl Wenders Oberleutnant d. L. a. D. Inhaber des eisernen Kreuzes Bürgermeister a. D. der Stadt Nenss Mitglied des Kirchenvorstandes und des Kreistages langjähriges Mitglied des Reichsund Landtages in die Ewigkeit abzuberufen. Er starb wohlvorbereitet durch den andächtigen Empfang der hl. Sakramente der römisch-katholischen Kirche, nach längerem mit grosser Geduld ertragenem Leiden, im Alter von 64 Jahren. Um ein stilles Gebet für den teuren Verstorbenen bitten Im Namen der tiefbetrübten Hinterbliebenen Jeannette Wenders geb. Dreher. Anna Thywissen geb. Wenders. Cornelius Thywissen und 4 Enkelkinder. Neuss, Gerresheim, Ohligs, den 5. Juni 1905. Gestern starb der frühere Bürgermeister der Stadt Neuss Herr Carl Wenders. Der Verstorbene hat vom 8. Februar 1882 bis zum 12. Juni 1890 mit musterhafter Pflichttreue und Hingebung die Verwaltung unserer Stadt geleitet. Sein biederer Sinn und seine grosse Herzensgüte haben dem für die Entwickelung unserer Stadt so hoch verdienten Manne ein dauerndes ehrenvolles Andenken in der gesamten Bürgerschaft gesichert. Namens der städtischen Verwaltung und des Stadtverordneten-Kollegiums. Der Bürgermeister: Gielen. Im Sinne des Verstorbenen wird gebeten, von Kranzspenden abzusehen und seiner im Gebete zu gedenken. Die Beerdigung findet statt Donnerstag den 8. Juni, nachmittags 5 Uhr. Die feierlichen Exequien werden Freitag den 9. Juni, morgens 9 Uhr, in der Münsterkirche gehalten.(4200 Am 5. Juui verschied zu Düsseldorf nach schwerem Leiden der Königliche Oberleutnant d. L. a. D. Herr Carl Wenders, Ritter des Eisernen Kreuzes. Dem in Krieg und Frieden bewährten Kameraden wird das Offizierkorps in ehrendem Andenken behalten. Im Namen des Offizierkorps des Landwehrbezirks Neuss, von Langsdorff, Oberstleutnant z. D. und BezirksKommandeur. Bekanntmachung. Nach einer Mitteilung des Herrn Regierungs=Präsidenten wird auch in diesem Jahre für Frauen und Mädchen ein Lehrgang für Bienenzucht unter Leitung des Lehrers Kiel in Utfort bei Mörs in der Zei vom 10.—19. August dss. Is stattfinden. Den Teilnehmerinnen wird von dem Herrn Regierungs. Präsidenten eine Beihülfe zu den Reise= und Zehrungskosten gewährt werden. Die Anmeldung zur Teil nahme an dem Kursus hat bis zum 20. Juni 1905 auf dem Verwaltungsbureau im Rat hause zu erfolgen. Neuß, den 5. Juni 1905. Der Bürgermeister: Gielen. Das Jahrgedächtnis für die Eheleute Heinr. Beckers und deren Sohn Franz, findet„Donnerstag, morgens 9 Uhr, in der Münsterkirche statt, wozu freundlichst einladet 41991 Die Familie. Danksagung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres unvergesslichen Vaters, sowie für die schönen Kranzspenden sagen wir hiermit Allen, besonders den Dienstkollegen und sonstigen Bahnbeamten unseren tiefgefühlten Dank. Frau Wwe. Math. Kremers und Kioder. Bekanntmachung. Die Rentenempfänger werden darauf aufmerksam gemacht, daß die amtliche Beglaubigung der Rentenquittungen am ersten jeden Monats für die Folge auf dem Polizeiamte und auf dem Standesamte erfolgen wird und zwar während den Büreaustunden des Vormittags von 8½ bis 12 Uhr. Die Quittungsformulare sind vorher auszufüllen und auch unterschriftlich zu vollziehen, falls der Rentenempfänger selbst die Quittung vorlegt. Sollte der Rentenempfänger nicht selbst die Quittung auf dem Bürgermeisteramte vorlegen können, so hat er dieses spätestens 5 Tage vor Monatsschluß dem Polizeiamte mitzuteilen, damit durch den Poliseirevierbeamten die Unterchrift eingeholt werden kann und die beglaubigte Quittung alsdam am ersten des Monats auf dem Polizeiamte zum Ab holen bereit liegt. liegt im Interesse der Rentenempfänger, diese Anordnung genau zu befolgen, da andernfalls eine rasche Abferigung bei der großen Zahl der Empfänger nicht möglich ist. Neuß, den 12. Januar 1905. Der Bürgermeister: Gielen. Im unteren Kreis Solingen, 3 Min. vom Bahnhof, ist ein Ackergütchen, bestehend aus Wohnhaus, Scheune, Stallung u. 8 Morgen Land, geeignet zum Gemüsebau, zu verkaufen.(4193 Frau Friedrich Strohn Wwe., in Immigrath. Tierleichen werden prompt abgeholt und vernichtet, nutzbare Groß=Vieh=Häute werden bezahlt. Kunstdünger Fabrik Rühleheide Ant viersen 92, zu Viersen. Kähleheide. Gutes altes Luzerner=Heu, mehrere Tausend Pfund, zu verkaufen. J(4194 Stommeln Kleiner Krenzhof Ca. 3 Morgen Gras zu verkaufen.(4202 sentral=Geflügelzucht= Anstalt Müller. Ausschreibung der Lieferung von 40 320 com Kleinschlag und 12 460 chm Rheinkies. Die Verdingungsunterlagen können bei unserer Haus verwaltung, Domhof 28 hier selbst, eingesehen oder von derselben gegen porto= und bestellgeldfreie Einsendung von 50 Pfg. in bar(nicht in Brief marken) bezogen werden. Die Angebote sind versiegel und mit der Ausschrift„An gebot auf Lieferung von Gleis bettungsmaterialien“ versehen bis zum 14. Juni 1905, vor mittags 10½ Uhr, dem Zeit punkte der Eröffnung portound bestellgeldfrei an uns einzureichen. Ende der Zuschlagsfrist 30. Juni 1905, nachmittags 6 Uhr. Cöln, den 29. Mai 1905 Königl. Eisenbahn=Direktion. Aelteres selbständiges Mädchen, ür Küche und Hausarbeit ges. Keine Wäsche).(4201 frau Wwe. Math. Reidhöser, Bahnhofstraße 17. Schreiner=Gesellen gesucht. H. Hutz sen., Glockhammer 27. Bekanntmachung. Am Samstag, den 10. Juni 1905, vormittags 10 Uhr, sollen bei der Zollabsertigungsstelle im Zollhafen hierselbst 2 Schreibtische, 2 Sofas, gegen Barzahlung meistbietend versteigert werden. Königliches Hauptsteueramt. Großer Gras=Verkauf. Am Mittwoch, den 14. Juni er., nachmittags 2 Uhr, läßt die Stadtgemeinde Wevelinghoven bei der Gastwirtin Witwe Schnorrenberg hierselbst 159 Nummern sehr gut bestandenen Grasaufwuchs, à 1 Morgen, stehend auf den Gemeindewiesen zwischen Wevelinghoven, Orken und Noithausen, öffentlich an den Meistbietenden auf Kredit gegen Bürgschaft verkaufen. Wevelinghoven, den 31. Mai 1905.(4181 Der Bürgermeister: Schmitz. Grasverkauf zu Neuß. Pfingstdienstag nachm. 5 Uhr gleich nach dem Kleeverkau für Herren Gebr. Schellens auf'm Markte, läßt Herr Jakob Kauhausen, Viehhändler zu Neuß: 15 Morgen Gras, 1 Schnitt, stehend au dessen eingezäumter Biehweide ander Düsseldorferstraße dem Petroleumlager gegenüber, in Nummern öffentlich gegen Bürgschaft freiwillig verkaufen.(4191 Neuß, Rheinstraße 30, Karl Deuecke Auet Weg mit dem Schund in Reisetaschen! Zu ebenso billigen Preisen erhalten Sie heute ein neues Fabrikat aus Kunstleder. Dasselbe nimmt keine Flecken an, ist schön, stark und dauerhaft. Reisetaschen(aus Kunstleder), neue schmale engl. Form Mk. 1.45, 1.90, 2.45 bis 7 Mk. Dto. aus allerbestem schwerstem Rindleder Mk. 4.50, 5.50, 6.50 bis Mk. 14.—. Dto. eckige Kofferform von Mk. 5.50 an bis Mk. 35.—. Handkoffer von 1.45 Mk. an in Segeltuch bis Mk. 15.—. 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Um diesen höchsten Zweck in praktischer Weise zu erreichen, dann aber auch um die gute Verwendung und Sicherstellung der Darlehen besser beurteilen zu können, wurde festgesetzt, daß die Vereine grundsätzlich einen kleinen, möglichst eng abgegrenzten Bezirk umfassen sollen, am besten den Bezirk eines Pfarrdorfes, in welchem Kirche und Schule den Mittelpunkt bilden, und wo fortwährend Veranlassung zu näherer Berührung der Mitglieder untereinander gegeben ist. Die Raiffeisen=Vereine fanden anfangs langsam, dann aber infolge der eintretenden günstigen Ergebnisse und der wachsenden Einsicht in die Vortrefflichkeit ihrer Absichten raschere Verbreitung. Heutzutage ist man allseitig bemüht, diese Darlehnskassen=Vereine einzuführen; denn sie haben sich überall gut bewährt, wo sie bestehen. Sie gewähren dem kleinen Manne den so wünschenswerten Schutz vor wucherischer Ausbeutung, sie sind für den größern Landwirt eine Stätte, da er seiner Wirtschaft in sicherer Weise und ohne jede Weitläufigkeiten oder Unkosten Vorteile verschaffen kann. Sie pflegen den Geist der Gemeinschaft und des einheitlichen Handelns im Dorfe und dienen in höchst erfreulicher Weise zum guten Einvernehmen der Dorfinsassen untereinander. Die Darlehnskassen sind vor allem eine bequeme Sparkasse im Orte. Man kann ja auch bei andern Sparkassen Geld anlegen, aber da muß man einen Weg machen, muß Geld ausgeben und Arbeitszeit versäumen. Ist die Sparkasse am Orte, so reizt dieser Umstand, daß man auch kleinere Beträge einlegt. Die Leute werden so zum Sparen angeleitet und von mancherlei unnützen Ausgaben abgehalten. Die Darlehnskassen bieten die größte Sicherheit der Anlage und haben den Vorteil, daß man das angelegte Geld stets wieder holen kann, wenn man es braucht. Hier kann der Landmann, welcher Vieh kaufen oder bauen oder Heiratsgut geben muß, hier kann der Dienstbote, wenn er sich verheiraten will, jederzeit sein Geld wieder haben. Die Darlehnskassen sind für die Mitglieder sozusagen die Börse und ein sicherer Zufluchtsort vor dem schädlichen Wucherer und Halsabschneider Hier leiht man offen Geld, giebt wenig Zinsen und zahlt das Geliehene ab, sobald man die Mittel dazu hat. Kommt man plötzlich in Geldverlegenheit, braucht man Ersatz für gefallenes Vieh oder Maschinen oder Saatgut, so hat man nicht nötig, sich dem Wucherer anzuvertrauen, sondern man vertraut sich der Darlehnskasse an. Auch zu billiger Beschaffung von Futter und Düngemitteln haben sich die Darlehnskassen vorzüglich bewährt, namentlich in futterarmen Jahren Die Darlehnskassen besitzen, ferner Maschinen und andere Dinge, welche sie zu billigen Preisen abgeben. Es ist vorgekommen, daß derartige Kassen den Zentner Stroh eine Mark wohlfeiler lieferten, als solcher im Einzelkaufe von Privatpersonen zu Mittwoch, 7. Juni.(Robert.) 27) Schloß Neuenhof. (Fortsetzung.) „Ich sagte dir bereits, ich habe es nicht mehr!“ „Dieb!“ stieß sie bebend hervor Da stellte er sich in drohender Haltung vor sie hin. „Wer giebt dir überhaupt das Recht, eine Summe auf die Seite zu schaffen, auf die ich so gut Anspruch habe wie du?“ schrie er erbost. „So gieb mir doch wenigstens das Nötigste, was ich brauche, um mich satt zu essen,“ jammerte die geängstigte Frau, die sich dem Mangel preisgegeben sah. Von der Gage hatte sie wahrscheinlich schon wieder nichts mehr übrig und sie fühlte sich so trostlos und elend, krank und matt. „Du hast ja reiche Verwandte, wende dich doch an sie, wenn du etwas brauchst.“ Diesen Rat gab er ihr jedesmal, wenn sie Geld forderte, aber Elisabeth konnte es nicht über sich gewinnen, all ihre Not, all ihren Jammer andern zu klagen. „In der Voraussicht, daß die reichen Verwandten uns ausgiebig unterstützen werden, habe ich dich doch geheiratet,“ sagte Mattern einmal.„Und dann dachte ich auch, du würdest dich für die Bühne ausbilden lassen, um mitverdienen zu können. Aber an deinem bodenlosen Eigensinn scheiterten ja alle Pläne. Du wolltest eben nicht. Du möchtest am liebsten den ganzen Tag in einem goldenen Stühlchen sitzen wie eine Prinzessin und warten, bis dir die gebratenen Tauben in den Mund fliegen. Du hättest einen Millionär heiraten sollen, nicht einen Schauspieler! Herrgott, wenn einem das Weib untertags halb zu Tode ärgert, dann soll man am Abend den feurigen Liebhaber spielen können! Ja, woher soll ich denn die richtige Stimmung nehmen? Wenn der Direktor mit meinen Leistungen unzufrieden ist, bist nur du— du ganz allein daran schuld.“ erstehen war, und das gelieferte Stroh erwies sich als durchaus gut. Ja, man kann sagen, daß die Darlehnskassen das Vermögen der Dörfer erhalten. Sie vermitteln nämlich auch Güterkäufe so, daß die Verkäufer mehr erhalten und die Käufer dennoch billiger kaufen, weil der Profit wegfällt, den sonst die Güterschlächter machen. Mit alledem heben sie den Wohlstand der Landbewohner. Am meisten sind diese Kassen oder, was dasselbe bedeutet, die Raiffeisen=Vereine bisher im Westen und Süden Deutschlands verbreitet. Man kann nur wünschen, daß sie auch im Norden und Osten unseres Vaterlandes größere Verbreitung finden mögen. Lokales. Neuß, 7. Juni. )( Neußer Volksbade=Anstalt. Besuchsziffer für den Monat Mai 1905: Schwimmbäder: Erwachsene 1285, Kinder: 1026, Volksbad 1939, Gymnasium u. Convict Wannenbäder: I. Klasse II.* III.„ 4250. 854. 19, 711, 706, 1436. 578, Brausebäder: Freibäder=Volksschule: Knaben(Schwimmbad) 1443, Mädchen(Brausebad) 315, Summa 8876. Im Monat Mai 1904 badeten 7591 Personen, mithin 1285 Personen in diesem Jahre mehr. —“ Adressierung der Feldpostsendungen nach Deutsch=Südwestafrika. Nach den Wahrnehmungen der beteiligten Postanstalten werden die Postsendungen an die mobilen Truppen in Deutsch=Südwestafrika vielfach mit unrichtiger oder ungenauer Aufschrift versehen. Dies hat zur Folge, daß die Feldpostsendungen häufig mit erheblicher Verzögerung in die Hände der Empfänger gelangen, weil wegen der mangelhaften Aufschriften die Empfänger beim Postamt in Windhuk erst durch das zeitraubende Nachschlagen in den Listen der Schutztruppen=Angehörigen ermittelt werden müssen. Solche Verzögerungen machen sich bei der ohnehin langen Beförderungszeit besonders fühlbar. Das Publikum wird daher erneut darauf aufmerksam gemacht, daß bei den Feldpostsendungen auf eine unaufgehaltene Beförderung nur dann gerechnet werden kann, wenn die Sendungen mit genauer und richtiger Aufschrift, wozu die Angaben des Truppenteils und der Kompagnie, Batterie u. s. w. gehört, versehen werden. Die alleinige Angabe „Schutztruppe Südwestafrika“, genügt keinesfalls. * Porto für Pakete bis zu 1 Kilogr. Gewicht. Die Handelskammer zu Berlin richtet an den Staatssekretär des Reichspostamtes eine Eingabe, in welcher ausgeführt wird, daß es zur Zeit an einem einfachen und billigen Versandtmittel für kleinere Warenmengen im Gewichte von 251 bis 1000 Gramm fehle. Die Beförderung als Brief sei nur bis zu 250 Gramm zugelassen, die Aufgabe als Paket aber belaste kleine Sendungen durch das hohe Paketporto von 50 Pfg. auf Entfernungen von über 10 Meilen zu sehr. zwischen Brief und Paket bestehende Lücke werde als störend empfunden, und es empfehle sich die Einführung eines sogenannten Warenbriefes, zunächst im Inlandverkehr unter folgenden Beförderungsbedingungen: 1. Zugelassen sind verschlossene Umhüllungen in Form von festen Briefumschlägen, Papierdüten, Kartons, Rollen, verschnürte Pakete in Papierverpackung, sämtlich mit aufgeklebter oder unmittelbar aufgeschriebener Adresse. 2. Jedes Stück muß die Aufschrift „Warenbrief“ in großer Schrift über der Adresse tragen. 3. Die Gewichtsgrenze beträgt 1 Klgr. 4. Die Sendungen werden nur frankiert angenommen. 5. Das Porto beträgt für den Stadtverkehr 15 Pfg., im übrigen 30 Pfg. 6. Die Auflieferung erfolgt in derselben Weise wie bei Warenproben und Drucksachen, die Beförderung und Bestellung wie die der Postpakete. Die Zustellungsgebühr beträgt 5 Pfg. für jedes Stück. 7. Die Postverwaltung übernimmt keine größere Haftpflicht als bei Briefen. —“ Zurückbehaltungsrecht an Lohnforderungen. Eine Konferenz der Vorsitzenden von niederrheinischen Gewerbegerichten, die kürzlich in Solingen tagte, befaßte sich u. a. mit der Frage der Zulässigkeit des Zurückbehaltungsrechtes an unpfändbaren Lohnforderungen. Während bisher die Gewerbegerichte im allgemeinen auf dem Standpunkte standen, daß die Zurückbehaltung von Lohnforderungen zwecks Schadensersatzes für verdorbene Waren ebenso wie die Aufrechnung unzulässig sei, ist inzwischen eine Entscheidung des Reichsgerichts ergangen, wonach das Zurückbehaltungsrecht zulässig ist und der Fabrikant danach Lohnforderungen so lange zurückbehalten kann, bis er wegen des Schadensersatzes ein Urteil erwirkt hat. Die Gewerbegerichte werden sich für die Folge diesem neuen Standpunkte in ihrer Rechtsprechung anschließen. * Der Genuß eiskalter Getränke und namentlich kalter Mineralwasser zieht erfahrungsgemäß leicht ernste Verdauungsstörungen von längerer Dauer nach sich. Es sei also davor gewarnt. Getränke in eiskaltem Zustande zu genießen und bemerkt, daß die Inhaber der Mineralwasser=Schankstellen angewiesen sind, das Getränk nur in einem der Trinkwasser=Temperatur entsprechenden Wärmegrade abzugeben. * Ueber den Wagenmangel haben wir bereits berichtet, der infolge des japanischen Kriegs auf den russischen Eisenbahnen herrscht und sich für den Getreideverkehr zu einer wirklichen Kalamität gesteigert hat. Neueren Mitteilungen der Gisenbahnvereinszeitung entnehmen wir, daß Mitte April immer noch 130000 Wagenladungen Getreide der Verfrachtung auf den Stationen harrten. Es soll soweit gekommen sein, daß Müller in Westrußland Getreide, namentlich Roggen, aus Deutschland bezogen. Einige Besserung erhofft man von der Wiederaufnahme der Schiffahrt auf der Wolga, welche die Bahnen und Stationen in der Nähe dieses Flusses und die Kornkammer Rußlands, das Land der schwarzen Erde, einigermaßen entlasten soll. Doch besteht keine Hoffnung, alle Vorräte vor Beginn der neuen Ernte fortzuschaffen, und man befürchtet Anzeigen im lokalen Verkehr 12 Ofg., sonst Pfg., diergespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Reklamen 50 Ofg., die4 gespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Für die Redaktion verantwortl. R. Roack, Expedition: Ueuß, Nenstraße 7. 1905. 80. Jahrg. bei dem großen Andrang sogar Stockungen für den Verkehr auf der Wolga selbst. Aber nicht allein für das Getreide, auch für die Erzeugnisse der Industrie fehlt es im Süden Rußlands in bedenklicher Weise an Wagen. Daß nicht mehr genügend Personenwagen vorhanden sind, wo alles verfügbare Material auf die sibirische Eisenbahn geleitet ist, ist begreiflich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß es notwendig ist, Tausende von Menschen und deren Waffen 2c., auf Entfernungen von 7000 Kilom. und mehr(Moskau=Irkutsk 5108 Werst, Irkutsk=Mandschuria 1174 Werst, Mandschurig Charbin=Wladiwostok 1606 Werst1— Werst= 1,067 Kilom.) zu befördern. Es zeigt sich hier ein verhängnisvoller Nachteil der größeren Spurweite der russischen Eisenbahnen; die übrigen Eisenbahnverwaltungen und die Wagenleihanstalten, an welch' letztere sich man jetzt wenden will, können nicht aushelfen. Vermischtes. * Ein französisches Schiff mit 200 Passagieren verschollen. Wie aus Halifax gemeldet wird, soll der französische Schooner „Cousin Rennis“ mit 200 Personen an Bord vor drei Wochen auf den Bänken von Neufundland untergegangen sein. Das Schiff befand sich auf der Reise von Frankreich nach St. Pierre. Als es eine Woche überfällig war, sandte die französische Regierung von St. Pierre aus den Kreuzer „Troude“ auf die Suche. Der Kreuzer suchte die ganzen Bänke von Neufundland ab und machte sodann die Meldung, daß er keine Spur von dem verschollenen Schiff gefunden habe. Man nimmt an, daß„Cousin Rennis“ mit einem der an den Bänken von Neufundland in der augenblicklichen Jahreszeit häufigen Eisberge zusammenstieß. Das Schiff hatte 160 Fischer an Bord, die in St. Pierre andere Fischer ablösen sollten. * Die Einwirkung des Höhenklimas auf das Blut. Die Frage nach der Einwirkung des Höhenklimas auf das Blut hat nicht nur theoretische, sondern auch eine sehr große praktische Bedeutung, denn die Verwendung des Hochgebirges als klimatischem Heilfaktor hängt im wesentlichen davon ab, ob tatsächlich daselbst eine Neubildung des Blutes stattfindet, oder ob diese Wirkung nur eine eingebildete ist. So viele Versuche darüber angestellt wurden, so strittig ist immerhin noch die Frage. Einige Forscher wollen die angebliche Zunahme der Blutkörperchen auf eine Täuschung der Zählkammer zurückführen, andere fanden eine gewisse Parallele zwischen der Zunahme der roten Blutkörperchen und dem Ansteigen der Höhe über dem Meeresspiegel und führen dies auf entsprechende Verminderung des Blutdrucks zurück. Neuerdings suchte Prof. Bürker in Tübingen die Frage zu klären, indem er den Eisenstoffwechsel von Tieren untersuchte, welche von Tübingen nach der 1804 Meter hoch gelegenen Schalzalp gebracht worden waren. Dieser Forscher ging davon aus, daß, wenn das Blut sich vermehrt habe, auch das Eisen, der unveränderliche Bestandteil der roten Blutkörperchen, zugenommen haben müsse. Tatsächlich fand sich bei einem Kaninchen am 3. Tag nach seiner Ankunft 64 Prozent mehr Eisen in der Leber als bei dem Kontrolltier. Mit der Zeit verloren die Tiere allerdings immer Damit schlug er krachend die Tür hinter sich zu. Elisabeth sank schluchzend auf den nächsten Stuhl. „Womit hab ich nur all das Elend verdient?“ jammerte sie.„O Gott, lieber Gott, laß mich doch sterben! Ich kann das Leben nicht mehr ertragen! Es ist zu viel— zu viel!“— Daß ihr Mann auch noch Schulden hatte, ahnte sie wohl, doch wagte sie nie danach zu fragen, aus Furcht, etwas hören zu müssen, was über ihre Kräfte ging. Dem Vater schrieb sie nie von ihrer Not. Wozu auch? Er konnte ihr doch nicht helfen, warum sollte sie den alten Mann noch mehr belasten? Er hatte genug zu tragen an dem eigenen schweren Schicksal. Wie unbeschreiblich sich Elisabeth oft nach der stillen Zeit ihrer Mädchenjahre zurücksehnte! Wie an ein verlorenes Paradies dachte sie manchmal an die kleine, bescheidene Wohnung, wo sie mit dem Vater und der alten Haushälterin gelebt. Waren auch zuweilen die Mittel knapp gewesen, satt zu essen hatten sie doch immer, und mancher Leckerbissen, den die treue Alte sich von ihrem eigenen Gelde gekauft, wurde Elisabeth zugesteckt. Eine namenlose Sehnsucht befiel das junge Weib bei all den Erinnerungen, Sehnsucht nach einem Menschen, an dessen Brust sie das müde Haupt legen und sich ausweinen konnte. Sie war ja immer so allein. Sie sah ihr trauliches Mädchenstübchen vor sich mit dem alten, wackeligen Tisch, und dem, mit buntgeblümtem Kattun überzogenen Sofa, darüber in altertümlichem Rahmen die Photographie der Eltern, an der einen Wand das weißverhangene Bett, an der anderen eine kleine Kommode, die alle die teuren Schätze barg: den Strauß Kornblumen, welchen Karl von Wolfegg auf einer Landpartie für sie gepflückt, die kleinen Bouquets aus der seligen Tanzstundenzeit, niedliche, gemalte Fächer, kleine Gelegenheitsgeschenke und all die hundert Kleinigkeiten, an die sich so viel süße Erinnerungen knüpften. An einem solchen Abend ließ er gewöhnlich die Arbeit ruhen, und dann saßen sie plaudernd beisammen und tranken dünnen Punsch. Viel gab es ja nicht zum Feste, denn man hatte nicht viel zu verschenken, aber traulich und friedlich war es gewesen, wenn auf dem weißgedeckten Tischchen die duftende Tanne mit den bunten Wachslichtern stand, und ihren harzigen Geruch im kleinen Zimmer verbreitete. Wie schön war das alles, und nun? — Vorbei,— vorbei. In diesem Jahre hatte Elisabeth keine Tanne geschmückt. Ihr Gatte war nicht zu Hause und für sich allein konnte sie sich nicht freuen. War schon im Winter ihr Los kein beneidenswertes gewesen, so wurde es im Sommer noch weit schlimmer, denn der Verdienst wurde da kleiner und infolge dessen die Laune ihres Gatten noch verdrießlicher. Nun wollte es wieder Winter werden. Draußen regnete es in Strömen. Der Himmel zeigte eine schmutzig=graue Farbe. Elisabeth mußte mit dem Gatten wieder weiter ziehen. Draußen vor der Stadt hatte sie ein paar kleine möblierte Zimmer gemietet, ganz oben unter dem Dach. Ludwig Mattern schalt über die Zumutung, in solch elender Bude hausen zu sollen, aber schließlich bequemte er sich doch dazu; denn die Wohnung war billig, und er benutzte sie ja eigentlich nur zum Schlafen. Elisabeth war ernstlich krank geworden. Sie lag im Bette und fieberte stark. Eine mitleidige Nachbarin kam zuweilen, um nach ihr zu sehen, kochte ihr Tee auf der Spiritusmaschine und sorgte für Ordnung in dem kleinen Stübchen. „Soll ich nicht doch lieber den Doktor holen?“ fragte sie und streichelte die Hände der jungen Frau. „Nein, nein, keinen Doktor," wehrte Elisabeth ängstlich. Sie überlegte, daß das noch mehr Kosten verursachen würde. „Ist mein Mann nicht da?“ fragte sie nach einer Weile, aus dem Halbschlummer auffahrend, der sie umfangen hatte. „Noch nicht, liebe Frau Mattern, aber regen Sie sich nicht auf, er wird gewiß bald kommen," tröstetedie gutmütige Wärterin sanft. Elisabeth drängte gewaltsam die Tränen zurück. Sie wußte, daß er trotz ihrer Krankheit jede Nacht mit seinen Freunden verbrachte. Wenn er je einmal an das Bett trat, um sich kurz nach ihrem Befinden zu erkundigen, dann zuckte er nur ungeduldig die Achseln, wenn die blasse Frau ungeduldig den Kopf schüttelte. „Wie lange soll denn die Geschichte eigentlich noch dauern?" war dann seine stereotype Rede. „Für Doktor und Apotheker haben wir kein Geld. das weißt du, also richte dich danach.“ Als Elisabeth sich gar nicht mehr anders zu helfen wußte, schrieb sie doch nach Neuenhof und bat Nina, sie möchte ihr mit einem kleinen Darlehen aushelfen. Sie wußte es ja, sie würde es nie mehr zurückzahlen können, aber um ein Almosen zu bitten, vermochte sie nicht. Die gütigen Verwandten sandten ihr dreihundert Mark, und Nina schrieb in ihrer liebenswürdigen Weise, wenn sie mehr brauchen sollte, möge sie getrost und ohne Scheu sich wieder an sie wenden. diesen Tagen geschah es zum ersten Mal wieder, daß Ludwig Mattern freundlich mit seiner Frau sprach. Sie war schwach genug gewesen, ihm zu erzählen, wie gern Gräfin Nina ihrer Bitte nachgekommen sei. Sie bereute freilich ihre dem Gatten gezeigte Offenherzigkeit, aber es war zu spät. Als Ludwig Mattern eines Tages heimkam und eine Flasche Wein auf dem Tisch stehen sah, da sagte er ganz böse:„Du könntest mit dem Gelde auch sparsamer umgehen. Zum Fenster braucht man es nicht hinauszuwerfen, selbst wenn man es geschenkt bekommt.“ Ueber diese lieblosen Worte weinte Elisabeth die ganze Nacht. Wie viele Flaschen leerte er im Kreise der Frueunde, wie vergendete er das Geld! Sein Hang zum Leichtsinn war es doch allein, der die fortdauernde Notlage verursachte, da seine Bezahlung niemals eine schlechte war. (Fortsetzung folgt.) mehr an Eisen. Beim Blut stieg ebenfalls der Eisengehalt zunächst, sank aber alsdann, um dann wieder in die Höhe zu gehen. Prof Bürger glaubt die Ursache der Blutneubildung in der radioaktiven Strahlung zu finden. Das Bierdelirium. Es ist eine durch die Erfahrung feststehende Tatsache, daß mäßiger Genuß von gutem Wein und Bier keine Nachwirkungen im Gehirn zurückläßt, daß dagegen diese nie fehlen nach der gleich großen Aufnahme junger und schlecht gereinigter Branntweine. Die Fuselöle sind es, welche auch bei der Entstehung der schweren geistigen Störungen nach übertriebenem Alkoholgenuß die Hauptrolle spielen. Es sind dies das Delirium tremens und der halluzinatorische Wahnsinn der Trinker, welch letztere Krankheit durchs Gehörstäuschungen und Verfolgungswahn bei im übrigen klar gebliebenem Bewußtsein gekennzeichnet ist. Man hat bisher angenommen, daß diese Krankheiten nur durch Fuselschnaps hervorgerufen werden, während Bier und Wein, selbst wenn die in diesen genossenen absoluten Mengen Alkohol gleich den in Schnaps genossenen sind, sie nicht hervorrufen würden. Das Irrtümliche dieser Meinung konnte Professor Gudden in München nachweisen. Nach seinen Erfahrungen ist auch übermäßiger Biergenuß imstande, alkoholische Geistesstörungen zu erzeugen, wenn er nur einige Male in der Woche mit geringem Schnapsgenuß verbunden ist. Die Mengen Bier, welche von den Kranken vertilgt wurden, waren allerdings als geradezu wahnsinnige zu bezeichnen. Trank doch der eine der Kranken bis 30 Liter Bier täglich. Die Kranken litten an Verfolgungswahnsinn und Eifersuchtswahn, sie hörten Stimmen und glaubten sich verfolgt. Charakteristisch für dieses Bierdelirium ist die lange Dauer der Krankheit, welche sich bis zu zwei Jahren hinzieht. Professor Gudden glaubt den Umstand, daß man Alkoholdelirien selten beobachtet, darauf zurückführen zu müssen, daß die meisten übermäßigen Biertrinker diese Krankheit überhaupt nicht erleben, sondern früher an Herz= und Nierenkrankheiten zugrunde gehen. * Von Brüssel nach Berlin in sieben Stunden. Der Korrespondent des„Gaulois“ in Brüssel macht seinem Blatte die überraschende Mitteilung, daß sich eine Gesellschaft mit einem Kapital von 250 Millionen Mark gebildet habe, um eine direkte Linie mit elektrischem Betriebe von Brüssel nach Berlin zu bauen, auf der es möglich sein sollte, in sieben Stunden von Brüssel nach Berlin zu gelangen. Um solche Geschwindigkeiten zu erreichen, müßte der Schienenweg in grader Linie gelegt werden. * Eine schädliche Wirkung der Sonnenstrahlen, namentlich mit Rücksicht auf gewisse Krankheiten, will Dr. Elandt Fermi nachgewiesen haben. Bisher war ein solcher Zusammenhang nur hinsichtlich des sogenannten Sonnenstichs und des Hitzschlags bekannt, also auch im wesentlichen auf die Monate des Hochsommers beschränkt. Die von Fermi behaupteten Einflüsse sollen aber gerade in den ersten fünf Monaten des Jahres bemerkbar werden und vom Juni bis gegen Ende September überhaupt nicht zu beobachten sein. Danach wäre in dieser Hinsicht die weniger warme Sonne der Winter= und Frühlingsmonate am schädlichsten. Worin soll nun aber die Bösartigkeit der doch gerade in hygienischer Hinsicht so sehr gepriesenen Sonnenstrahlen bestehen? Sie veranlassen nach der Behauptung von Fermi zunächst am häufigsten Kopfschmerzen, dann Trockenheit der Nasenschleimhaut, Schnupfen, Nasenverstopfung, Katarrh, Mattigkeit in den Beinen, leichte Bindehautentzündungen des Auges, Appetitlosigkeit, Sprödigkeit der Lippen, Fieber, verschiedene Formen der Influenza, Hartleibigkeit, unruhigen Schlaf, Schulter= und Hüftschmerzen und Nasenbluten. Manche Menschen haben angeblich ein gewisses Gefühl für diese Gefahr, indem sie einen Widerwillen gegen den Aufenthalt in der Sonne zeigen. Der Schweißausbruch, wie er sich bei ruhigem Verweilen im Sonnenschein zuweilen sogar im Winter und Frühling einstellt, schwächt die schädlichen Wirkungen der Strahlen nicht ab. Dr. Fermi hat aber auch besondere Versuche angestellt, um Beweise für seine Anschauung zu erbringen. Dabei hat er nun gefunden, daß etwa die Hälfte der Versuchspersonen sich in der Sonne ganz behaglich fühlten. Jedoch ist er zu dem Schluß gelangt, daß die Schwere der Krankheitserscheinungen nicht immer davon abhängig ist, ob der betreffende Mensch sich in der Sonne wohlgefühlt hat oder nicht. Eine Verschiedenheit der Wirkung der Sonnenstrahlen nach den Tagesstunden ist nicht festgestellt worden. Die ganzen Ausführungen von Dr. Fermi werden den meisten Leuten recht unwahrscheinlich vorkommen. Zum mindesten wird es kaum angehen, den Sonnenstrahlen während jener Monate, in denen sie doch nur eine geringere Kraft besitzen, eine direkt schädliche Wirkung zuzuschreiben. Eine solche kann doch vielmehr nur mittelbar dadurch eintreten, daß infolge des Sonnenscheins die Gegensätze zwischen der Wärme der Strahlen und der Kälte der Luft, insbesondere die starken Temperaturwechsel beim Uebergang vom Sonnenschein in den Schatten, ferner die Verhältnisse der Feuchtigkeit und der Verdunstung, auch wohl die Einflüsse des Windes weit stärker fühlbar werden. Aus diesen Erwägungen heraus kann man allerdings zu der Vermutung kommen, daß der Aufenthalt in der Sonne während der kalten und kühlen Jahreszeit einen gesundheitsschädlichen Einfluß auf den Menschen hervorrufen und ihm Erkältungen sowie andere Störungen des Befindens einzutragen vermag. Wer Lust dazu verspürt, mag ja dann mit Dr. Fermi noch weiter gehen und in Betracht ziehen, daß gewöhnliche Erkältungen oft schlimmeren Erkrankungen gleichsam die Tür öffnen. Fermi hält es für eine Tatsache, daß sich das Auftreten von Schnupfen, Influenza und auch von Genickstarre sehr oft während oder nach schönen Tagen im Winter und Frühling, die den Städter ins Freie locken, in beträchtlicher Zunahme zeigen. Im großen und ganzen kann man aus diesen Ausführungen wohl nur eine Lehre ziehen, die darauf hinauskommt, daß man sich in acht nehmen soll, starke Temperaturgegensätze in der freien Natur aufzusuchen. * Ein spanischer Goliath. Aus Madrid wird uns geschrieben: Der aragonesische Riese Fermen Arudi ist in ganz Spanien berühmt und hat sich auf allen Jahrmärkten des Landes produziert, bis er, obwohl erst 32 Jahre alt, als wohlhabender Mann in den Ruhestand getreten ist und sich nach seinem Geburtsort, dem aragonesischen Städtchen Sallent, zurückgezogen hat, wo er von seinen Renten lebt. Arudi ist 2,35 Meter hoch und unter seinem horizontal ausgestreckten Arm können hochgewachsene Männer mit einem Zylinderhut auf dem Kopf hindurchpassieren, ohne daß die Hüte den Arm des Riesen berühren. Das Merkwürdigste an ihm ist aber seine ungeheure Muskelkraft, eine Eigenschaft, die bekanntlich fast nie bei abnorm entwickelten Menschen angetroffen wird. Diese Riesenkraft ist ihm vor einigen Tagen, als er sich in den Pyrenäen auf einer Bärenjagd befand, zustatten gekommen. Er hatte mit seiner Flinte, die ihm voriges Jahr die Königin-Mutter geschenkt, zwei stattliche Bären erlegt und war auf dem Heimweg begriffen, als ihm ein dritter mächtiger Bär in den Weg trat. Das Raubtier kam aufrecht mit ausgestreckten Tatzen auf ihn zu. Die Flinte Arudis war nicht geladen, und da er sie nicht beschädigen wollte, sah er davon ab, sich mit Kolbenstößen zu verteidigen, sondern legte das Gewehr auf den Boden nieder, ging entschlossen auf seinen Feind los, umfaßte ihn mit seinen sehnigen Armen und ließ sich mit ihm in einen Ringkampf ein. Bald hatte der Riese den Bären zu Boden geworfen, und indem er mit mächtiger Faust dem Tier die Gurgel zuschnürrte, stieß er ihm sein Jagdmesser bis ans Hest in die Brust. In übermütiger Laune lud er den Bären, der 280 Pfund wog, auf seine Schultern und trug ihn nach dem 7 Kilometer entfernten Sallent. 100 Personen ertrunken infolge einer starken Anschwellung der Flut des Rio Grande in Texas. Unter dem Zufluß mächtiger Regengüsse hat der Strom seinen Lauf geändert und sich einen neuen 80 englische Meilen langen Kanal gebahnt, wodurch er die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko zerstört hat. Mehrere Städte(sind durch die Fluten zerstört. Der Ernteschaden beträgt gegen 800 000 Dollars. SS Freunde unserer bitten wir um Weiterempfehlung in Bekanntenkreisen, ev. um gefl. Einsendung von Adressen, an die wir Probenummern zum Zwecke der lung des Abonnements versenden können. Gras=Verkauf zu Neuß. Samstag, den 10. Juni er., nachmittags 3 Uhr, läßt Frau Wwe. Dr. Clemens Sels zu Neuß im Wirtslokale von Herrn Heinr. Esser am Obertor nachfolgende Grasparzellen öffentlich auf Kredit gegen Bürgschaft verkaufen, nämlich: 3 Morgen 50 Ruten 20 Fuß am Hammfeldsbrückchen, 5 Morgen 155 Ruten 40 Fuß am Hammfeldsweg neben Erben Peter Sels und Wwe. Dr. Sels, anstoßend an die Besitzung von Erben Leuchtenberg in 3 Parzellen, 5 Morgen 104 Ruten 50 Fuß daselbst, neben Vorigem und Erben Leuchtenberg, in 3 Parzellen. Herr Herm. Weyers zu Neußerwiese zeigt die Parzellen auf Verlangen näher an.(3973 Großes Aufsehen erregt eine Samenmischung, die seit einiger Zeit dem Handel übergeben worden ist, japanischer Balkonschmuck von lühenden Kletter= und Schlingpflanzen, japanische Blitzmischung, die nach wenigen Tagen aufgeht und Fenster, Balkon, Lauben, kahle Wände schnell mit anmutigem Grün und Blumen bekleidet, zauberhaft rasch wachsende alles über und über mit anmutigem Grün schmückende Kletterpflanzen etc., die ein farbenprächtig blumiges Kleid schnell über alles Unansehnliche am Haus und im Garten werfen, süßen Wohlgeruch über die Umgebung ausbreiten. Die Blitzmischung enthält: japanischen Hopfen, Cardiospermum, Tropaeolum, Cyclanthera, Lathyrus, Ipomoea, Cucurbita, Eccremocarpus, Phaseolus. Alte Blumentöpfe, Kästen, Kübel, freies Land, auch schlechter Boden ist verwendbar: nach drei Tagen gehen die Samen auf, man hat später nichts weiter zu tun, als die Zweige hoch zu binden und dann rankt es und blüht es den ganzen Sommer hindurch bis tief in den Herbst hinein. Den Vertrieb haben die Gärtnereien Peterseims in Erfurt übernommen. Der Preis stellt sich auf eine Mark für das ganze Sortiment und zwei Mark für das Doppelsortiment. Man wende sich direkt an die genannten Gärtnereien. Unnötige Sorgen bereiten mancher Hausfrau die gegenwärtigen hohen Butterpreise, denn es giebt bereits seit Jahren ein Speisefett, das die Vorzüge der Kuhbutter mit größter Billigkeit vereint; dabei weder Kunstspeisefett noch Margarine, sondern ein reines Naturprodukt ist. Wir meinen das von der Firma H. Schlinck& Co., Mannheim hergestellte„Palmin“, das in der Tat zum Kochen.# Braten und Backen als ein vollwertiger Ersatz für Naturbutter angesehen werden muß. Memminger, Königl. Notar. FEST-ALBUM der Kronprinzlichen Hochzeit. In unserem Verlag erscheint anlässlich der Hochzeit unseres Kronprinzlichen Pares ein Festalbum, das die grossartigen und erhabenen Momente der Feier wiedergibt und daher eine Erinnerung und ein Gedenkblatt fürs ganze Leben bilden wird. Das Album wird den Festzug, den bekanntlich die 120 berittenen Berliner Schlächter eröffnen, in naturgetreuen, nach den eigens am Hochzeitstage gemachten photographischen Aufnahmen von Künstlerhand hergestellten Bilderserien wiedergeben und alle grossen Augenblicke der Feier in künstlerischen Bildern in sich vereinigen; die Bildergruppen werden durch Texte erläutert und die Tenore der bedeutendsten Festreden auf Lithographietafeln wiedergegeben.— Das Album wird ein gediegenes Prachtstück, eine Zierde für jeden Tisch und eine freundliche Gedenktafel in jeder Familie.(4135 Wir liefern das Werk in 3 Grössen und Ausführungen. No. 1 Folio-Format, Prachtausgabe 15.— Mk., No. 2 QuartFormat, Volksausgabe 10.— Mk., No. 3 Oktav-Format, kleine Ausgabe 6 Mk.— 1 Serie Postkarten, nach den OriginalAlbum-Bildern hergestellt, 10 Stück 2.— Mk. I„LLNGX Bei Bestellung bis spätestens den 12. Hchtung. Jum liefern wir zu Vorzugspreisen O Folio zu 12.— Mk., Quart zu 8.— Mk., Oktav zu 4,50 Mk., Postkarten 1.50 Mk. Bestellungen ist Betrag oder ein Drittel Anzahlung beizufügen. Auf Wunsch wöchentliche Ratenzahlungen. Wiederverkäufer, Reise- u. Platzvertreter gesucht! Christliches Schriften-Verlagshaus zu Hamburg. BAD KöNIGSBORN Eisenbahnstationen Unna B M. und Unna-Königsborn rechtsrhein. Saison vom 15. Mai bis 1. Oktober. Kohlensäurchaltige Thermalbäder, Solbäder, Soldampfbäder, Mutterlaugenbäder und Inhalation. Ausgedehnte Gradierwerke, schöner Kurpark mit Lawn-Tennis-Plätzen usw. Kurorchester, Theater, Réunions. Kurhaus und zahlreiche andere Hôtels und Pensionen— Pensions- und Bäderpreise mässig. Auskunft und Prospekte unentgeltlich durch die Badeverwaltung Unna-Königsborn 1. Westfalen. Im Anschluss an obige Annonce machen wir bekannt, dass wir den Betrieb des Kurhauses nebst Dependenzen, sowie die KurgartenRestauration„„ Herrn H. Straub, vormaligem Besitzer des Deutschen Hauses in Detmeld und davor des Belgischen Hofes in Essen(jetzt Hôtel Retze), übertragen haben. Herr Straub bietet jede Gewähr für freundliche und aufmerksame Bedienung der Gäste, sowie für vorzügliche Speisen und Oetränke bei reellen Preisen. Aktiengesellschaft Königsborn. Die Badeverwaltung. Wie schützt man sich vor Magenleiden?! Solchen Leiden, mit denen die Menschen der Jetztzeit vielfach behaftet sind, erfolgreich vorzubeugen und energisch entgegenzutreten, empfiehlt sich der rechtzeitige Gebrauch des Dr. Engel’schen Nectar. Denn ein kräftiger Magen und eine gute Verdauung bilden die Fundamente eines gesunden Körpers. Wer also seine Gesundheit bis in sein spätestens Lebensalter erhalten will, gebrauche den durch seine ausgezeichneten Erfolge rühmlichst bekannten Dr. Engel’schen Nectar. Dieser Nectar, aus erprobten und vorzüglich befundenen Kräutersäften mit gutem Wein bereitet, übt infolge seiner eigenartigen und sorgfältigen Zusammensetzung auf das Verdauungssystem äusserst wohltätige Wirkungen aus ähnlich einem guten Magenlikör, beziehungsweise Magenwein, und hat absolut keine schädlichen Folgen. Gesunde und Kranke können Nectar also unbeschadet ihrer Gesundheit geniessen. Nectar wirkt bei vernünftigem Gebrauche förderlich auf die Verdauung und anregend auf die Säftebildung. Deshalb empfiehlt sich der Genuß des Dr. Engel’schen Nectar für alle, welche sich einen guten Magen erhalten wollen. Nectar ist ein vorzügliches Vorbeuge=Mittel gegen Magenkatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung. Ebenso läßt Nectar gewöhnlich weder Stuhlverstopfung noch Beklemmung noch Kolikschmerzen noch Herzklopsen aufkommen, erhält vielmehr guten Schlaf und regen Appetit und verhütet also Schlaflosigkeit Gemütsverstörung, Kopfschmerzen und newvöse Abspannung. In weiten Kreisen des Volkes durch seine Wirkungen geschätzt, erhält Nestar Frohsinn und Lebenslust. Rectar ist zu haben in Flaschen zu Mk. 1.25 und 1.75 in den Apothekenvon Neuß, Düsseldorf, Beuratd, Kaiserswerth, Gerresheim, Büderich, Ratingen, Mettmann, Hilden, Willich, Glehn, Wevelinghovea, Grevenbroich, Dormagen, Odenkirchen, Jüchen, Rheydt, M.=Gladbach, Wülfrath, Krefeld u. s. w. sowie in allen größeren und kleineren Orten der Rheinprovinz und ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet auf Verlangen die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, im Engros=Verkauf Nectar gegen Nachnahme oder Voreinsendung des entfallenden Betrages zu Originalvreisen nach allen Orten Deutschlands porto= und kistefrei. = Vor Nachahmungen wird gewarnt!— Man verlange ausdrücklich Dr. Engel’schen Nectar. Wohne jetzt Canalstraße Nr. 5. Heinrich Kaiser, Hypotheken= und Immobilien=Geschäft. Teleson Nr. 300.(4058 Luftkurort Hoch=Barmen, Pension Büchsenschütz, Barmen=Tölleturm, 300 Mtr. hoch, rings von Tannenwaldungen umgeben, 1 Min. von d. elektr. Zahnradbahn und Ausgangspunkt ins berg. Land und dessen Sehenswürdigkeiten, z. B. Müngstener Brücke, Schloß Burg und div. Talsperren 2c. rc.[3400 Civile Preise. Erststellige Hypotheken in beliebiger Höhe von Privaten und Kassen besorgt unter koulanten Bedingungen.(4059 Heinr. Kaiser, Neuß a. Rhein, Canalstraße 5. Telefon Nr. 306. Kapitalien, von der Landesbank besorgt prompt(3427 H. 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Nähe der Bahn (4127 Ein kräftiger Lehrling gesucht, für Schlosserei und Dreherei.[4153 Kapitelstraße 17. Tücht. Heizer, welcher 6 Jahre bei der Dresch= maschine tätig war, sucht per 1. Juli Stelle als Maschinist. Wer sagt d. Exped.(4124 Fortwährend werden an die Expedition Gesuche um Auskunft 2c., Briefe zur Weiterbeförderung an Inserenten 2c. ohne daß man es meistens für nöthig hält, das zur Frankirung dienende Porto beizulegen. Man kann doch der Expedition nicht zumuthen, daß sie, die solche Arbeit ohnehin unenteltlich verrichtet, auch noch das sorto trägt. Wir machen deshalb wiederholt darauf aufmerksam, daß auf solche Aufragen von uns nur dann geantwortet wird und Briefe an Inserenten nur dann weiter befördert werden, wenn das zur Frankirung nöthige Porto beigefügt ist. der Neußer Stg.