ig gaic 90 Neusser Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Festtage. Preis vierteljährlich in Aeuß .50 Ulk., durch die Dost bezogen 1.65 Ur., mit Austr. Unterhaltungsblatt in Neuß(.80 Uk., durch die Dost bezogen 1.#5 Uk. Druck und Verlag: R. Roack, Aeuß. Celephon Uo. 57. Nro. 76. Zum Abonnement auf die Neußer Zeitung (amtliches Kreisblatt) laden wir hierdurch ergebenst ein mit dem höflichen Ersuchen an Gönner und Freunde unserer Zei ung, dieselbe in Freundes= und Bekanntenkreisen weiter empfehlen zu wollen. Probenummern in jeder gewünschten Anzahl stehen jederzeit zur Verfügung. Neu hinzutretende Abonnenten erhalten den Anfang des neubegonnenen Romans „Freigesprochen“ auf Verlangen unentgeltlich nachgeliefert. Außerdem steht der diesjährige Wandkalender kostenlos zu ihrer Verfügung. Die Neußer Zeitung kostet für Neuß mit dem 8seitigen illustrierten Sonntagsblatt und der wöchentlichen Beilage„Bunte Blätter“ frei ins Haus geliefert pro Monat nur 60 Pfg., durch die Post bezogen pro Monat 65 Pfg. Verlag der Neußer Zeitung. Politische Nachrichten. Deutschland. Tanger, 3. April. Die Begrüßungsansprache, die der Vertreter des Sultans Abd=el=Malek am 31. März an den deutschen Kaiser richtete, lautete folgendermaßen:„Ich begrüße Ew. Majestät wärmstens in meinem Namen und dem des Sultans. Ich bin beauftragt worden, der vollen Freude Ausdruck zu geben, die der Sultan über Ihren Besuch empfindet, und diese Frerude wird von dem Machsen und der ganzen Bevölkerung Marokkos geteilt.“ Kaiser Wilhelm ersuchte in seiner Erwiderung Abd-el=Malek, dem Sultan für die Entsendung der außerordentlichen Gesandtschaft, sowie für die großartigen Vorbereitungen, die für seinen Empfang getroffen worden seien, seinen Dank auszusprechen. Er habe ein großes Interesse an dem Wohlergehen und dem Gedeihen des marokkanischen Reiches. Er besuche den Sultan als unabhängigen Herrscher und hoffe, daß unter der Herrschaft des Sultans das freie Marokko der friedlichen Konkurrenz aller Nationen ohne Monopole und Ausschließung eröffnet werden würde. Auf der deutschen Gesandtschaft verlas Abd=elMalek ein Schreiben des Sultans, in dem gesagt wird, der Sultan bleibe eingedenk der Freundschaft, die immer zwischen seinen Vorfahren und Deutsch land bestanden hätte; er sei von dem Wunsche be seelt, diese freundschaftlichen Beziehungen in jeder Weise zu erweitern und zu bekräftigen. Kaiser Wilhelm dankte in seiner Erwiderung für 7) Freigesprochen. (Fortsetzung.) Amtliches 8 Kreisblatt Dienstag, 4. April.(Isidor.) den Ausdruck der aufrichtigen Freundschaft, die die Botschaft enthalte; er teile die Gefühle des Sultans und stimme den Worten Abd=el=Maleks über die göttliche Allmacht und Weisheit, die die Schicksale der Völker lenke, zu. Er hege aufrichtige Wünsche für die Entwicklung und die Wohlfahrt des marokkanischen Reiches, ebenso sehr zum Besten seiner Untertanen, wie dem der anderen europäischen Nationen, die dort Handel treiben, und zwar,„wie er hoffe, auf dem Boden völliger Gleichberechtigung. — Die Nachricht, daß der Kaiser für die Armen Tangers 3000 Franken gespendet hat, wurde von der Bevölkerung mit großer Freude ausgenommen. Berlin, 2. April. Nach einer Meldung des Generals v. Trotha vom 1. April, trieben am 26. März die Hottentotten 60 Ochsen der Halbbatterie Stuhlmann aus Kransplatz, nördlich Gibeon, ab. Hierbei fielen von der Viehwache 2 Reiter und 2 Buren. Die von der 10. Kompagnie ausgenommene Verfolgung blieb ergebnislos, da Regengüsse die Spuren verwischt hatten. Eine halbe Etappenkompagnie griff am 26. März von Gr.=Heusis, etwa 50 Kilometer südwestlich Windhuk, aus eine unter Andreas den Kuiseb abwärts gezogene Hererobande an. Nach fünfstündigem Gefecht gab der Feind seine Stellung auf. Diesseits sind gefallen, bezw. werden vermißt 1 Offizier. Vom Feinde fielen etwa 20 Mann. Zur Verfolgung des Gegners uno zum Aufsuchen der Vermißten wurde eine starke Patrouille unter Graf v. Königsmarck entsandt. Die halbe Etappenkompagnie marschierte nach Windhuk, um ihre Verpflegung zu erganzen. Die nunmehr in Windhuk eingetroffene 4. Etap penkompagnie wird der Patrouille Königsmarck umgehend folgen, um Andreas weiter zu verfolgen. —„Echo de Paris" berichtet aus Mailand: Die Zusammenkunft zwischen KaiserWilhelm und König Viktor Emanuel findet am 5. April in Neapel statt. Es heißt, diese Zusammenkunft werde, vom diplomatischen Standpunkte aus betrachtet, eine große Bedeutung haben. — Der Dampfer„Numancia“ mit dem Gouverneur von den Baleareninseln an Bord, der beauftragt ist, den spanischen König zu vertreten, ist, laut einer Meldung aus Port Mahon, vom 3. d. Mts., aus Palna kommend, in Mahon eingetroffen. Die Zeilungen Spaniens ersuchen die Bevölkerung, durch viin Empfang dem deutschen Kaiser zu beweisen, welch große Sympathie zwischen Spanien und Deutschland besteht. — Die in der Presse verbreiteten Nachrichten von einem Unfall der Deutschen Kaiserin sind gänzlich unbegründet. Die Kaiserin ist vollkommen wohl.— Es war gemeldet worden, daß die Kaiserin bei einem Ausflug ausgeglitten sei und eine unbedeutende Verletzung an der Hand erlitten habe. — Der Reichshaushaltsentwurf für 1905 hat nach den Beschlüssen des Reichstags in der zweiten Lesung eine gegenüber den Regierungsvorschlägen wesentlich abgeänderte Fassung erhalten. Demnach wird der Etat in Einnahmen und Ausgaben auf 2180,2 Mill. statt auf 2241,6 Mill festgestellt. Auf den ordentlichen Etat entfallen an fortdauernden Ausgaben 1762,2 Millionen, an einmaligen 223.7 Mill. Mk., während die Einnahmen der Summe beider Posten mit 1985,9 Mill. Mark entsprechen. Der außerordentliche Etat beläuft sich in Einnahmen und Ausgaben auf 194,2 Mill. M. oder 102,1 Mill. Mk. weniger, als im Entwurf der verbündeten Regierungen vorgesehen waren. Der Reichstag hat eine Anzahl von Einnahmeerhöhungen vorgenommen. So sind die Zölle um 24 Mill. Mk., die Einnahmen der Post= und Telegraphenverwaltung um 10 Mill. Mk., die aus dem Anteil des Reichs an der Reichsbank um 2819000 Mk. erhöht worden. Auch sind die Ausgaben an verschiedenen Stellen vermindert worden, wodurch etwa 8½ Mill. Mk. gespart werden. Schließlich ist die einige 40 Mill. Mk. betragende Ausgabe für Artillerie= und Waffenwesen, die von den Regierungen aus dem ordentlichen in den außerordentlichen Etat eingestellt war, wieder in den ersteren übertragen worden. Der Etatsentwurf hat dadurch insofern ein ganz anderes Aussehen erhalten, als sowohl die Zuschußanleihe, wie der Zuschuß der außerordentlichen Etats in Höhe von je 51 Mill. Mk. beseitigt worden sind. Die Wirkung ist die, daß die Einzelstaaten, denen schon im Entwurf der Regierungen eine die Ueberweisungen übersteigende Matrikularumlage von rund 24 Mill. Mk. übertragen war jetzt weitere ungedeckte Umlagen von 53,3 Mill. Mark tragen sollen. Spanien. Aus Malaga wird telegraphiert: Zweitausend hungrige Feldarbeiter aus den benachbarten Orten ziehen gegen Malaga. Der Gouverneur sandte ihnen berittene Gendarmerie entgegen, doch gelangten 600 in die Stadt, wo sie unterstützt wurden. Der Notstand in Andalusien ist allgemein und furchtbar, da die Dürre anhält. Brodwagen und Eßwarenläden werden vielfach überfallen. Auch aus Kastilien und Aragon laufen lebhaft Klagen über die Ernteverluste infolge anhaltender Trockenheit ein. Afrika. Johannesburg, 2. April. Lord Milner verabschiedete sich heute endgültig und trat über Laurenzo Marques die Rückreise nach England an.— Zweitausend in der Randfontein=Mine bei Krügersdorp beschäftigte Chinesen legten die Arbeit nieder. Sie waren über die Arbeitslöhne unzufrieden und lehnten es ab, mehr als 12 Zoll Gestein täglich#### ren. Es kam zu Ruhestörungen und zu einem Zusammenstoß mit der Polizei, wobei mehrere Polizeisoldaten und viele Chinesen verletzt wurden. 53 Kulis wurden festgenommen. Japan. Tokio, 1. April. Prinz und Prinzessin Arisugawa mit Gefolge haben heute die Reise nach Deutschland angetreten, um der Hochzeit des deutschen Kronprinzen beizuwohnen. Die Presse drückt die Hoffnung aus, daß der Besuch das gegenseitige Gefühl des Vertrauens und der Achtung der beiden Länder stärken werde. Auf seinen Ast gestützt, schwang sich Hartffeld mit einem gewandten Sprung aus dem Wasser auf das Eis und schritt dann stromaufwärts, um eine weiter vom Ufer entlegene und weniger nach außen reißende offene Wasserstelle zusuchen. Der warme Wind hatte das dichte Gewölk zerrissen. Grauschwarze, silbergeränderte Wolkensetzen jagten an der Mondscheibe vorüber, und auf der vom Regen gewaschenen, rauhzackigen Eisdecke des Stromes funkelten Tausende von Krystallen. Ein altes, nahe am Ufer stehendes, hölzernes Kreuz fesselte die Aufmerksamkeit des langsam dahinschreitenden Mannes. Vom rechten Arme des Seilands fehlte in der Mitte ein Stück, und der Kopf des an den Stamm gelehnten lebensgroßen Marienbildes war bis an den Hals klaffend gespalten. Das Bild stand bereits bis an die Brust unter Wasser. Hartfeld sann nach. Dieses Kreuz hatte er schon einmal gesehen; aber wann und unter welchen Umständen? Plötzlich fiel es ihm ein: An einem sonnigen Frühlingstage war er als kleiner Knabe mit der Mutter hierher gekommen. Er suchte Blumen und kleine Muscheln im Gebüsch, und die Mutter kniete auf dem Bette am Fuße des Kreuzes. Lebhaft trat nun der längst vergessene Moment vor seinen Geist, und die Erinnerung an denselben ergriff ihn heftig. Ein seltsames Walten des Gchicksals! An diesem Orte betete die Mutter, als er, ein harmloses Kind, die in üppiger Fülle prangende Wildnis für ein Märchenreich hielt, und nach vielen Jahren irrte das damalige Kind als ein Geächteter, Verzweifelter in diesem Märchenreiche umher. An demselben Orte, an dem die Mutter betete, suchte jenes Kind den Tod! Gerade da fand es den gesuchten Spalt im Eise, aus dem die Fluten verlockend hervorsprudelten. Ahnte die Mutter damals das finstere, entsetzliche Verhängnis ihres Kindes? Hatte sie vielleicht jenes unbestimmte, rätselhafte Vorempfinden einer wehen und fernen Gefahr, das feinfühlende, sensitive Naturen zu weilen beschleicht und mit Bangigkeit erfüllt? Der Unglückliche starrte hinüber zu der von den Fluten umschäumten Stelle. Er sah die Mutter wie damals auf dem Brette knieen— die dunkelgekleidete Gestalt mit den braunen Flechten und den unvergeßlichen Zügen... sah sich selbst als Knaben im Gebüsch stehen... duftiges Grün, Sonnenglanz und Kinderglück. Welcher Gegensatz zwischen damals und heute!„Du bist ja unschuldig— an dem dir zur Last gelegten Verbrechen so unschuldig, wie damals als Kind!“ rief es in ihm:„Warum willst du sterben?"— Finster betrachtete er den Eisspalt, und die aus demselben sprudelnden Wogen plauderten: Es gibt nur einen Ausweg, die Kalamität etwas zu mildern, daß du verschwindest ... Ich verachte dich!... Für dich gibts keine Rettung mehr! Bete nicht... Deine zuversichtliche Hoffnung, dein heißes Flehen in der dunklen Gefängniszelle— was hats genützt? Hieb auf Hieb der Schicksalsgeißel fiel auf dich, nun ist deine Kraft dahin. Kein gerechter, liebender Vater weiß um dich— kann deinElend nicht wissen und wollen! Du bist das Spielzeug einer düsteren, unergründlichen Macht... komm,— in einer Minute ist die Tragödie zu Ende... Komm, komm... Hartfeld hatte sich an dem Eisspalt soeben auf ein Knie niedergelassen, da horchte er plötzlich auf: über die Schütten herüber ertönten von allen Türmen der Stadt die Glocken zur Christmette. Und was das Grab der Eltern und die durch das alte Kreuz geweckten Kindheitserinnerungen nicht vermocht hatten, das bewirkten die ihm wohlbekannten Glockenklänge. Sie riefen ihm in's Gedächtnis zurück, daß heute Christnacht war, und daß seine beiden Lieblinge vergeblich auf das Christkind warteten. Während seines langen Umherirrens hatte er der Kleinen nicht gedacht; nun traten sie mit Lebendigkeit vor sein geistiges Auge. In diesem Augenblicke lagen sie im rosigen Schlummer in ihrem Bettchen zu Hause, während ihr Vater an seinem selbstgesuchten Grabe kniete! „Deine Kinder, deine armen Kinder!" rief es in ihm;„du raubst ihnen den Vater, den Ernährer... du bist ein Feigling! Nein, nein... du mußt leben, mußt für sie sorgen, über sie wachen... du darfst nicht sterben!“ Anzeigen im lokalen Verkehr 12 Ofg., sonst (5 Ofg., diergespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Reklamen 50 Ofg., diez gespaltene Oetitzeile oder deren Raum. die Redaktion verantwortl. R. Roack, Expedition: Neuß, Aenstraße 80. Der russisch=japanische Krieg. Russische Nachrichten vom Kriegsschauplatz besagen, daß die Japaner große Rührigkeit an der mongolischen Grenze bekunden. Chinesische Kreise befürchten immer mehr einen neuen Aufstand gegen die Europäer in China.: Die Propaganda dazu geht vom Innern Chinas aus. Träger dieser Bewegung unter der Bevölkerung der Mandschurei sind die geheimen Gesellschaften„Hunngenmum“ und„Tsaili.“ Tokio, 2. April. Amtlich wird aus dem Hauptquartier der japanischen Armee in der Mandschurei telegraphiert: Unsere Vorposten rückten gegen Hailung vor und stießen am 28. März morgens bei Schantschengtsu, 30 Meilen südwestlich von Hailung, auf 300 Mann russische Kavallerie. Schantschengtsu haben die Russen 2000 Mann Reiterei zurückgelassen und sind in Stärke von etwa 4000 Mann auf Hailung zurückgegangen. Zwischen Schantschengtsu und Jingtscheng, einem Orte 35 Meilen nordwärts von Hiengtscheng, be finden sich an verschiedenen Punkten große Ge treidevorräte. Die Lage in der Gegend von Tschangtschun und Kirin ist unverändert. Petersburg, 2. April. Von einer allgemeinen Mobilmachung ist nach der„Petersb. Wjed.“ Abstand genommen worden. Es sollen nur aktive Truppenteile zur Ausfüllung der im Felde stehenden Armeen benutzt werden. Die Truppen im Kaukasus und in Turkestan blieben unberührt. Wie das Slowo meldet, gehen die Ergänzungsmann schaften in einzelnen Kommandos nach Ostasien ab. Die zweite Garde=Infanteriedivision werde, wie es jetzt heiße, nicht ausrücken. Dasselbe Blatt erfährt, General Sarubajew erhalte das Kommando einer mandschurischen Armee. London, 1. April. Die hiesige japanische Gesandtschaft veröffentlicht folgende Depesche aus Tokio von heute: Gestern ist hier die Meldung eingegangen, daß ein Eingeborener, der aus der Richtung von Hailung, 87 Meilen südwestlich von Kirn kam, berichtete, Russen und Chunchusen unter Oberst Madritow hätten sich aus der Nachbarschaft von Hailung nordwärts zurückgezogen. Der Feind versammelte sich jetzt um Kirin. (Weitere Meldungen unter„Depeschen."“) Die Unruhen in Warschau, 3. April. Gestern Abend gegen 7 Uhr spielten sich blutige Vorgänge int hiesigen jü. dischen Stadtviertel ab, anläßlich des Begräbnisses eines jüdischen Sozialisten. Der organisierte jüdische Bund veranlaßte dabei eine Manifestation. Mehrere 1000 Juden mit roten Fahnen zogen durch die Straßen. Es erschien eine Patrouille von 12 Infanteristen und Kavalleristen. Nach mehreren auf sie abgeschossenen Revolverschüssen, die fehl gingen, schoß das Militär mehrere Salven ab. 4 Juden blieben tot, 9 derselben, darunter 2 Mädchen, wurden schwer verletzt. Von Nah * Glehn, 1. An- Behufs Errichtung eines Elektrizitätswer' nden hierorts Ermittlungen Er erhob sich und spähte nach Rettung aus. In der Ferne vernahm er dumpfen Donner und gleichzeitig verspürte er ein leichtes Erzittern unter seinen Füßen. Der Eisstoß! Instinktiv fühlte er die nahe, furchtbare Gefahr, die den sicheren Tod mit sich brachte, ihn befiel nun bei dem Gedanken an seine Kinder die Angst derVerzweiflung. Ein Ufer zu beschreiten war längst nicht mehr möglich. Der Lech mußte seine Fesseln gebrochen haben, denn in der letzten halben Stunde war das Wasser rapid gestiegen. Vom Marienbilde am Kreuze ragte nur mehr der gespaltene Kopf aus den Fluten heraus, und wie ein festgeankertes Floß von unabsehbarer Länge und mächtiger Breite lag die Eisplatte des Stromes auf den schäumenden und rauschenden Wogen. Es gab nur eine Möglichkeit sich zu retten: die Donaubrücke; diese war sicher nicht menschenleer. Hartfeld schätzte deren Entfernung auf etwa eine Stunde. Raschen Schrittes ging er über die rauhen, gleich Felsen übereinandergeschichteten Eisschollen stromabwärts. Noch tönten die Glocken über die Schütten herüber. Und die empörten Geister der Tiefe schienen das mitternächtige Geläute als Signal zum vereinten Kampf gegen die unwürdigen Fesseln gewählt zu haben. Der Eilende hatte erst eine kurze Strecke zurückgelegt, da machte das Eis plötzlich einen jähen Ruck und donnerähnlich krachte es in der Mitte des Stromes. Hartfeld wandte sich rasch dem linken Ufer zu, um im Augenblicke der Gefahr einen Baumstamm zu erhaschen. Leider waren die zunächst gelegenen rettenden Zweige mehrere Schritte vom Ufer entlegen und nur schwimmend zu erreichen, während auf dem rechten Ufer mehrere Bäume ganz nahe beim Eise zu stehen schienen. Diesen eilte Hartfeld zu. Bis in die Mitte des Stromes war er gelangt, da fühlte er sich plötzlich gehoben und im gleichen Augenblick stürzte er mit einem dumpfen Schreckenslaut von der sich aufrichtenden Eisplatte rücklings in einen wildaufgeregten schäumenden Gischt. Es war ein kurzes, aber furchtbares Ringen, das der seine höchste Kraft entfaltende Strom mit seinem mächtigen, unüberwindlich scheinenden Gegner hrte. Der Donner des in der Mitte berstenden Eises eröffnete den elementaren Kampf. Die Wogen hatten in die empfindlichste Seite des Feindes eine Bresche geschlagen, und sie benützten die gefährliche Blöße desselben zum unaufhaltsamen, vernichtenden Sturm. Titanenkräfte entstiegen der Tiefe und chleuderten Eisquader und Blöcke von ungehenter Schwere an die Ufer; sie hoben und schoben die in der Mitte des Stromes befindlichen gewaltigen Panzerhälften hoch aufund untereinander, und niederstürzend schlugen die wuchtigen Platten, sich gegenseitig zermalmend, Fläche gegen Fläche. Grollend und klirrend kämpften die Trümmer noch einige Sekunden mit den rasenden Fluten. Da und dort stemmte sich noch eine riesige, auf dem Grunde des Stromes fußende und wie eine krystallene Klippe aus dem Wasser ragende Scholle gegen das heranstürmende Element. Wütend fielen die Wogen diese letzten, hartnäckigen Kräfte des Feindes an; hohe, schäumende Wasserberge türmten sich an ihnen auf und die nachfolgenden Fluten warfen die in eiliger Flucht daherkommenden Eisblöcke mit Wucht an ihr ehernes Gerippe. Und nun kehrten zu Hilfe eilend, die in die Schütten gedrängten Wassermassen in den plötzlich gefallenen Strom zurück. Mit gestürzten Bäumen und Strauchwerk beladen, fielen diese Wasser, die an die Ufer geschleuderten kleineren Schollen mit sich reißend, de mzersprengten ohnmächtigen Feinde in die Seiten, und in wilder, hastiger Flucht jagten die Trümmer desselben die Donau hinab. Im Siegesgefühl brausend und tobend, trug der freigewordene majestätische Strom seine hochgehenden, lehmfarbenen Wogen in die Ferne. Die Christnachtglocken waren verstummt. Hoch über dem Strome trieb ein kleines, graues Wölkchen einsam dahin. Lange segelte es, vom Mondlicht umflutet, höher und höher. Mit einem Mal aber wurde es von einem Wirbel erfaßt und ins Ungewisse verweht, bis eine vorüberziehende, tiefer liegende Wolkenschicht die zerflatternden Streifen desselben vollständig verhüllte.— folgt.) * statt. Die Zentrale des für mehrere nicht beieinander gelegne Orte gedachten Elektrizitätswerkes soll in Holzheim angelegt werden, es sollen an dem Werke die Gemeinden Glehn, Büttgen, Kaarst, Holzheim und Grefrath beteiligt werden. An der Rentabilität des Neubaues ist kaum zu zweifeln, wie die Erfolge in kleinen Gemeinden in der Nähe Krefelds, wir denken an Osterath, Anrath u. s. w. zur Genüge beweisen. * Düsseldorf, 2. April. Beim Fensterputzen stürzte in einem Hause an der Hohenzollernstraße ein Dienstmädchen aus dem zweiten Stockwerke auf die Straße. Die Verletzungen waren derart, daß die Verunglückte gestern Vormittag gestorben ist. * Süchteln, 3. April. Die Eröffnung der Provinzial=Heil= und Pflege=Anstalt„Johannistal" konnte nicht, wie vorgesehen, am 1. April stattfinden, da bis dahin die betreffenden Neubauten nicht schlüsselfertig waren. In den nächsten Monaten dürfte indes mit der teilweisen Belegung der Anstalt begonnen werden. * Köln, 4. April. In der Sitzung des Preußischen Herrenhauses vom 1. April d. J. hat sich Minister v. Budde auch mit der geplanten elektrischen Schnellbahn Köln=Düsseldorf befaßt und sie in günstigem Sinne besprochen. Das läßt hoffen, daß die Ausführung bei der Staatsregierung keine Hindernisse finden wird. * Köln, 2. April. Ein 22jähriges Dienstmädchen siel in einem Hause an der Ferdinandstraße aus dem Fenster der zweiten Etage und zog sich so schwere Verletzungen zu, daß es bald darauf starb. * Köln, 2. April. Eine zahlreich besuchte Malerund Anstreichergehülfenversammlung beschloß gestern, nachdem der Gesellenausschuß erklärt, daß die Maler= und Anstreicherinnung es abgelohnt habe, den von den Gehülfen ausgearbeiteten Lohntarif zu unterschreiben, die Arbeit niederzulegen. * Köln, 3. April. Die Schneidergehülfen beschlossen in einer gestrigen Versammlung mit 699 gegen 12 Stimmen sofort in den Ausstand einzutreten. Ein Anerbieten, das Gewerbegericht als Einigungsamt anzunehmen, wurde angenommen. * Elberfeld, 3. April. Der Ausstand der Anstreichergehülfen ist nach achttägiger Dauer beendigt worden. Zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern ist eine Einigung zustande gekommen. * Bochum, 2. April. Auf der Zeche Recklinghausen II stürzte der Schlepper Nowack 60 Meter tief in den Schacht. Als schrecklich verstümmelte Leiche wurde Nowack zutage gefördert.— Auf der Zeche„Ewald“ geriet ein Bergmann unter herabstürzende Gesteinsmassen. Er war sofort tot.— Auf der Zeche Engelsburg ist ein Flözbrand entstanden; mit den Abdämmungsarbeiten zur Erstickung des Feuers hat man begonnen. * Oberhausen, 3. April. Gestern Nachmittag entstand in der Eckstraße(Grenze OberhausenDümpten) wegen einer geringfügigen Ursache ein Streit zwischen einen Arbeiter und dessen Nachbar. Der Arbeiter zog einen Revolver und tötete den Nachbar auf der Stelle. * Trier, 3. April. In der vergangenen Nacht wurde in der Weberbachstraße ein 17 Jahre alter Tagelöhner von dem gleichalterigen Tagelöhner Kulle nach kurzem Wortwechsel durch einen Messerstich getötet. Der Täter ist verhaftet. * N e u m a r k( O b e r p f a l z), 3. A p r i l. I n L e u t e n bach zerstörte heute früh 4 Uhr bei orkanartigem Sturm ein Brand 8 Häuser und 9 Scheunen.“ Viel Vieh ist verbrannt. Die meisten der vom Brande Betroffenen haben nur das nackte Leben gerettet. Es liegt Brandstiftung vor. * Braunschweig, 3. April. Im Oberharz herrscht seit gestern starker Schneefallll und Sturm. * Liegnitz, 2. April. Heute Vormittag fuhr eine Lokomotive auf einen in der Einfahrt begriffenen Güterzug der drei Wagen Auswanderer beförderte. Ein Schaffner ist tot, vier Personen sind schwer, etwa dreißig leicht verletzt. Entgleist sind zwei Lokomotiven, drei Personen= und fünf Güterwagen. Sämtliche Wagen sind stark beschädigt. Infolge Ausströmens und Inbrandgeratens des Leuchtgases geriet ein Spirituswagen in Brand und entzündete die Trümmer sowie ein Stellwerk, das ausbrannte. Iselle, 2. April. Heute Mittag fand die feierliche Eröffnung des Simplon=Tunnels statt. Um 8½ Uhr vormittags fuhr der festlich geschmückte Sonderzug mit den italienischen Festteilnehmern von Domo d'Ossola ab. Der schweizerische Festzug kam von Brieg her. Etwa 12 Uhr trafen die beiden Züge aufeinander. Ingenieur Brandau und der Bischof von Nowora einerseits sowie Ingenieur Sulzer und der Bischof von Sitten andererseits überschritten zuerst die Tunnelmitte und umarmten einander. Unter den Klängen der italienischen und der schweizerischen Nationalhymnen beglückwünschten sich die Italiener und die Schweizer. Nachdem sodann der Bischof von Sitten eine Ansprache gehalten und den Segen gesprochen hatte, fuhren die schweizerischen Gäste nach Iselle, während die italienischen Gäste sich nach Brig begaben, wo ein Festmahl stattfand. * Kopenhagen, 2. April. Nach einer Mitteilung von den Farör-Inseln ist in den dortigen Gewässern am 21. März ein Fischerboot gekentert, wobei sieben Personen ertranken. Lokales. Neuß, 4. April. X Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 6 Grad über Null, niedtigste in vergangener Nacht 1 Grad unter Null, heute Morgen 9. Uhr 3 Grad über Null. Barometer seit gestern 2 Millimeter gestiegen. Blauer Himmel, matter Sonnenschein. Wind südlich. —“ Der Jahresbericht des Kgl. Gymnasiums, der soeben zur Ausgabe gelangt, besagt zur Chronik der Anstalt: Das neue Schuljahr begann am Donnerstag, den 21. April, morgens 8 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienste in der Münsterkirche. Auch in diesem Jahre fand ein erheblicher Lehrerwechsel statt. Beim Beginn des neuen Schuljahres ging Oberlehrer Heinrichsmeyer an das Progymnasium von St. Wendel als Ersatz für den uns von dort überwiesenen Oberlehrer Dr. Labujewski. Dann trat Oberlehrer Dr. Jardon vom Kaiserin Augusta=Gymnasium in Koblenz an die Stelle des nach Düren versetzten Professors Deutschmann und Oberlehrer Dr. Wiese vom Gymnasium in Sigmaringen an die Stelle des zum Kreisschulinspektor ernannten Oberlehrers Schmitz; dessen bisheriger Vertreter Probekandidat Brües aber wurde dem Kaiserin Augusta=Gymna sium in Koblenz überwiesen. Da auch Oberlehrer Jobs im Juni seine feste Anstellung als Kreisschulinspektor in Kempen erhielt, wurde die dadurch erledigte Oberlehrerstelle dem nach Vollendung seines Probejahres wieder an unsere Anstalt berufenen Herrn Brües übertragen, während Kandidat Kremer, der bisherige Vertreter des Oberlehrers Jobs, en das Realgymnasium in Neunkirchen versetzt irde. Außer Kremer verließen auch noch Prof: Braubach, Oberlehrer Herff und Oberlehrer r. Fischer mit Schluß des Sommerhalbjahrrs unsere Anstalt.: Professor Braubach ist an das Königliche Gymnasium in Bonn und Oberlehrer Herff an das Gymnasium in Neuwied übergegangen, Oberlehrer Dr. ist einem ehrenvollen Rufe als Direktor an das Progymnasium in St. Wendel gefolgt. Die durch das Ausscheiden der drei Herren im Lehrerkollegium entstandenen Lücken wurden durch Ueberweisung der Herren Oberlehrer Dr. Schäfer vom Marzellen=Gymnasium in Köln, Professor Mertens vom Gymnasium in Neuwied und Probekandidat Dr. Wißdorf vom Aposteln=Gymnasium in Köln wieder ausgefüllt. Leider stehen uns zu Ostern noch neue Verluste bevor, denn abgesehen davon, daß Dr. Wißdorf uns nach halbjährigem Wirken zu Ostern wieder verläßt, um eine Oberlehrerstelle in Köln=Ehrenfeld zu übernehmen, verlieren wir auch den Oberlehrer Dr. Felten, der an das Gymnasium in Siegburg versetzt ist und den Oberlehrer Bender, der durch seine Berufung als Kreisschulinspektor von Mayen einen lang gehegten Wunsch erfüllt sieht. Alle diese Herren, die zum Teil, wie Professor Braubach und Dr. Felten, eine lange Reihe von Jahren an der Anstalt tätig waren, begleiten mit dem wärmsten Danke für ihr unermüdliches, pflichttreues und erfolgreiches Wirken unsere aufrichtigsten Wünsche in ihre neue Stellung. Infolge Ministerial=Erlasses vom 6. Juni 1904 wurde die an der Anstalt bestehende Hülfslehrerstelle vom 1. April ds. Is. ab in eine Oberlehrerstelle umgewandelt und dem wissenschaftlichen Hülfslehrer Dr. Bourauel übertragen. Oberlehrer Hemmerling, der auch in diesem ganzen Schuljahre wegen andauernder Krankheit durch den Seminarkandidaten Becker vertreten werden mußte, ist seinem Antrage gemäß vom 1. Mai 1905 ab in den Ruhestand versetzt worden. Mit Aufbietung aller seiner Kräfte und mit bewunderungswürdiger Energie hat er, so lange es sein schweres Leiden erlaubte, treu und gewissenhaft seines Amtes gewaltet. Möge es ihm vergönnt sein, sich des wohlverdienten Ruhestandes noch recht lange zu erfreuen. Als Ersatz für Oberlehrer Hemmerling ist uns vom 1. April ab der Kandidat Lieser vom Gymnasium in Andernach und als Ersatz für Dr. Fischer der zum Oberlehrer ernannte Kandidat Lauf vom Gymnasium in Emmerich überwiesen worden. Abgesehen vom Oberlehrer Hemmerling war der Gesundheitszustand des Lehrerkollegiums im allgemeinen befriedigend, denn außer dem Assistenten Wirtz, de. 8, dem Direktor, der 3, Dr. Schäfer, der 4 und Müller, der 2 Tage den Unterricht aussetzen mußte, wurden nur noch 3 Herren wegen Krankheit je 1 Tag vertreten. Der Gesundheitszustand der Schüler war auch in diesem Jahre wenig günstig; denn während mehrere Schüler wegen Influenza, Masern, Scharlach, Diphtheritis, Hals=, Ohren=, Magenleiden, Gehirnerschütterung, Sehnenzerreißung u. s. w. tage= und wochenlang vom Unterrichte fern gehalten wurden, fehlten 3 Schüler wegen Lungen= und 1 wegen Rippenfellentzündung, 1 wegen allgemeiner Körperschwäche und 2 wegen Gelenkrheumatismus und seinen Folgen mehrere Monate. Leider ist 1 von diesen, der Untersekundaner Ludwig Klein, am 12. März seinen Leiden erlegen. Die ganze Anstalt nahm herzlichen Anteil an der großen Trauer der Eltern und gab dem braven und fleißigen Schüler das letzte Geleite. Am 13. Mai machten die 46 Erstkommunikanten, welche am Tage vorher zur ersten hl. Kommunion gegangen waren, in Begleitung des Religionslehrers Dr. Schwamborn und des Herrn Rolf einen Ausflug nach Rath bei Düsseldorf. Im Juli machten sämtliche Klassen unter Leitung ihrer Herren Lehrer Schulspaziergänge nach geschichtlich merkwürdigen und landschaftlich schönen Punkten in die nähere und entferntere Umgebung. Am 1., 7., 8., 9., 11., 12., 13. Juli, sowie am 2. Auguft mußte der Unterricht von 12 Uhr ab wegen der großen Hitze ausfallen. Zum Herbsttermine hatten sich 3 Oberprimaner für die Reifeprüfung gemeldet. Die mündliche Prüfung fand unter dem Vorsitze des zum stellvertretenden Kommissarius ernannten Direktors am 24. September statt. Die Schüler wurden nach eingehender Prüfung für reif erklärt. Am 28. September empfingen 88 Schüler durch Se. Eminenz den Herrn Kardinal und Erzbischof Dr. Fischer das heilige Sakrament der Firmung. Am 6. Dezember starb hierselbst im Herz=Jesu=Kloster der Königliche Gymnasial= Direktor a. D. Dr. Tücking im 78. Lebensjahre. Er war der erste Leiter unserer Anstalt seitdem sie Königlich geworden und hat sich in 25jähriger rastloser Tätigkeit nicht nur um diese durch Begründung ihres guten Rufes, sondern auch um die Stadt selbst durch Beschreibung der Geschichte von Neuß große Verdienste erworben. Noch am 6. Dezember 1902 hatte der zeitige Direktor dem körperlich und geistig rüstigen Manne zu seinem 50jährigen Doktorjubiläum an der Spitze einer Deputation des Lehrerkollegiums unter Ueberreichung eines neuen Doktordiploms der Universität Halle insbesondere den Wunsch ausgesprochen, der Jubilar möge sich noch recht lange der wohlverdienten Muße erfreuen. Dieser Wunsch sollte leider nicht in Erfüllung gehen. Der 6. Dezember, der überhaupt eine auffallende Rolle im Lebensgange des Verblichenen spielt, sollte 2 Jahre später auch sein Todestag sein. Sämtliche Lehrer und Schüler gaben dem edlen Toten pflichtschuldig das letzte Geleite, das Lehrerkollegium widmete ihm folgenden Nachruf: Am 6. ds. Mts. gegen Mitternacht verschied der Königliche Gymnasialdirektor a. D. Dr. Karl Tücking, Ritter hoher Orden, im 78. Lebensjahre. Der Verstorbene ist erst vor 6 Jahren in den Ruhestand getreten, nachdem er 25 Jahre an der Spitze unserer Anstalt gestanden, die ihm seit der Neugründung ihre innere und äußere Ausgestaltung verdankt. Mit hoher Begabung und reichem Wissen verband er eine ideale Lebensund Berufsauffassung. Sein Ruf als Gelehrter und Geschichtsforscher ist weit verbreitet. Durch strenge Pflichterfüllung, freudige Hingabe an sein Amt, unermüdliches Wirken und Schaffen war er Lehrern und Schülern ein leuchtendes Vorbild. Neben trefflichen Geistesgaben zierten ihn ein kindlich frommer Sinn, anspruchslose Einfachheit, echt westfälische Biederkeit und eine seltene Lauterkeit des Charakters. Den Lehrern ein milder Vorgesetzter und erfahrener Berater, den Schülern ein bgeisterter Lehrer und wohlwollender Vater und Freund, so wird er im Andenken der Schule und zahlricher dankbarer Schüler fortleben. Direktor und Lehrer des Kgl. Gymnasiums. Am 16. Dezember wurde dem technischen Lehrer Rolf in Anerkennung seines 25jährigen verdienstvollen Wirkens für den katholischen Kirchengesang von Sr. Heiligkeit Papst Pius X. das Ehrenkreuz pro Ecclesia etPontifice verliehen. An den Geburtsund Sterbetagen weiland Kaiser Wilhelms I. und Kaiser Friedrichs III. wurden die Schüler vor Beginn des Unterrichts auf die Bedeutung des Tages aufmerksam gemacht. Am Geburtstage Sr. Majestät Kaiser Wilhelms II. fand morgens 7½ Uhr ein feierlicher Gymnasialgottesdienst in der Münsterkirche und um 11½ Uhr eine Schulfeier in der Aula statt, die sich eines zahlreichen Besuches von staatlichen und städtischen Behörden sowie von Angehörigen unserer Schüler und Gönnern der Anstalt zu erfreuen hatte. Die Feier wurde eingeleitet durch das Gedicht„Sextaners Gruß zum Kaisersfeste.“ Dann wurde das Festspiel„Des Prinzen Heinrich von Prerußen Reise um die Welt" von Kipper vom Sängerchor des Gymnasiums und von den Schülern der Unterprima aufgeführt. Darauf hielt Oberlehrer Dr. Schwamborn die Festrede, die von dem Gedanken ausging, daß es bei einer solchen nationalen Feier Pflicht des Lehrers sei, in den Herzen der Schüler diejenigen Kräfte wachzurufen, welche patriotisches Denken und Fühlen fördern. Eine solche Kraft sei nach dem Urtcile des Kaisers auf dem deutschen Sängertage zu Frankfurt a. M. das deutsche Volkslied, dessen Entstehen, Inhalt und Bedeutung für vaterländische Gesinnung der Redner eingehend würdigte. In das ausgebrachte Hoch stimmte die Versammlung begeistert ein. Am 16. und 17. März wurde die mündliche Reifeprüfung unter dem Vorsitze des vom Königlichen Provinzial=Schulkollegium zum Königlichen Kommissar ernannten Direktors abgehalten. Von 35 Prüflingen erhielten 34 das Zeugnis der Reife, 13 unter Befreieung von der mündlichen Prüfung. Die fierliche Entlassung findet beim Schulschlusse am 4. April durch den Direktor statt. Die Frequenz der einzelnen Klassen war am 1. Februar 1905: A. Gymnasium: 0]!, 0l2 35, UIt 19, UI2 20, OII1 24, OI72 21, UIN1 33, UII- 29, OIll 44, UIII 48, IV 47,V 48, VI 51, Summa 419. B. Vorschule: I 23, II 8, III 9, Summa 40. Ueber die Religons= und Heimatsverhältnisse der Schüler wird berichtet: Am 1. Februar 1905 hatte das Gymnasium 390 katholische, 23 evangelische, 6 jüdische, 255 einheimische, 164 auswärtige Schüler. Die Vorschule: 34 katholische, 6 evangelische, 39 einheimische und 1 ausländischen Schüler. Des Zeugnis der wissenschaftlichen Befähigung für den einjährigen Militärdienst haben zu Ostern 1904 erhalten 40 Schüler, zu Michaelis 1. Davon sind Ostern 9, Michaelis 1 zu einem anderen Lebensberufe übergegangen. Aus dem Gymnasial- und Stiftungsfonds zu Köln bezogen 6 Schüler des hiesigen Gymnasiums Stipendien im Gesamtbetrage von 1824 Mark. Die ganze oder teilweise Befreiung bedürftiger und würdiger Schüler von der Zahlung des Schulgeldes wurde 10 pCt. gewährt. Die Zinsen der Stiftung Eschweiler wurden zur Unterstützung bürftiger Schüler verwendet. Der Schluß des Schuljahres erfolgt in unserer Anstalt am Dienstag, den 4. April. Nach einem feierlichen Gottesdienste in der Münsterkirche findet die Entlassung der Abiturienten und die Verkündigung der Versetzungen in der Aula statt. Hieran schließt sich die Verteilung der Zeugnisse in den einzelnen Klassen. Das neue Schuljahr beginnt am Mittwoch, den 26. April 1905, morgens 8 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienste. C) Bürgerverein! Für jeden, nicht voreingenommenen Teilnehmer wurde die letzte im Restaurant Floh abgehaltene Bezirks=Versammlung des Neußer Bürger=Vereins zu einem ästethischen Genuß. Der zahlreich, u. a. von 5 Stadtverordneten besuchten Versammlung präsidierte in geschickter Weise Herr Bezirksvorsteher A. Schmitz. Derselbe eröffnete sie mit einer berzlichen Begrüßung der Erschienenen, wonach Herr Sanitätsrat Dr. Rheins, durch den Vortrag einer eigenen, gewaltig empfindungsvollen Dichtung zum 90. Geburtstage des Altreichskanzlers Fürsten Bismarck, die Versammlung zu einer feierlich weihevollen Verehrung dieses gewaltigsten Geistesfürsten des vorigen Jahrhunderts, des Schmiedes der deutschen Einheit, entfachte. Die folgende Aussprache über mancherlei hierorts zu Tage getretene Mißstände, wirkte wahrhaft herzerquickend, ebenso durch die ruhige Aut u. Weise, womit die einzelnen Gegenstände unterbereitet wurden, wie auch durch die eingehende, sachkundige und aufklärende Beantwortung der einzelnen Fragen durch die Herren Stadtverordneten. Besonders erwähnenswert ist ein Beschluß, der nach eingehendem Vortrag des Herrn Gottfr. Schmitz erfolgte, wonach Ermittelungen angestellt werden sollen, wie viele hülfsbedürftige Veteranen der großen Kriege 64, 66, 70/71 hier noch leben, welche, weil noch arbeitsfähig, keine staatliche Unterstützung genießen. Für diese soll dann die Gewährung eines städtischen Ehrensoldes beantragt werden. Es werden die eventl. darauf reflektierenden Veteranen gebeten, sich bei den mit der Erhebung betrauten BürgerVereinsmitgliedern: Herrn Franz Aloys Jossen, „im Römer", oder Herr Rud. Thomas, KrefelderStraße, baldigst zu melden, um einen Antrag und Beschluß in der Sache schnellstens herbeiführen zu können. Die Zeit war schon ziemlich vorgeschritten, als der Vorsitzende die so anregend verlaufene Versammlung schließen konnte. O Die Monatsversammlung des Neußer Turnvereins am vergangenen Samstag war zahlreich besucht. Es wurde beschlossen, die Frühjahrsturnfahrt am Sonntag, den 7. Mai ins Vinxt= und Ahrtal zu unternehmen. Die Teilnehmer, die sich schon in erheblicher Anzahl anmeldeten, fahren voraussichtlich Samstag Abends von hier ab und übernachten in Niederbreisig, von hier wird Sonntag morgens in aller Frühe der Marsch angetreten, der wahrscheinlich in Altenahr endigen wird. Für billige Fahrt und Unterkunft in Niederbreisig wird gesorgt werden. Mundvorräte sind mitzunehmen und dürfte sich bei einigermaßen günstigem Wetter daraus eine echte und rechte Turnfahrt entwickeln. — Als Platz für das Sommerturnen wurde das von der Stadtverordnetenversammlung bestimmte Terrain am Wasserwerk in Aussicht genommen und der Wunsch ausgedrückt, möglichst bald mit dem Turnen daselbst zu beginnen.— Ueber den Gauturntag in Düsseldorf und den Gauvorturnertag in Krefeld wurde eingehend berichtet.— Der Kassenwart der Baufondsverwaltung konnte die erfreuliche Mitteilung machen, daß an den Fastnachtstagen eine erhebliche Summe für den Baufonds gesammelt worden sei. Er sprach allen Sammlern und Sammlerinnen herzlichen Dank aus und stellte in Aussicht, daß sich der Bau der Halle sehr bald werde ausführen lassen.— Gemeinschaftliche Lieder und Klaviervorträge schlossen die sehr anregend verlaufene Versammlung. * D e r A l l g e m e i n e K o n s u m= V e r e i n N e u ß h i e l t am Sonntag im Stadtgarten=Restaurant eine gut besuchte Versammlung ab, in der derVorsitzende des Vereins, Derr Lange, in längerer Auseinandersetzung sich über Zweck u. Institutionen der großen Einkaufsgenossenschaft in Hamburg ausließ, an die sich der hiesige Allgemeine Konsumverein angeschlossen habe. Der Umschlag dieser Genossenschaft betrug nach des Redners Ausführungen 1901: 22 Millionen Mark, 1903: 26½ Millionen und 1904: 35½ Millionen Mark. Redner betonte, daß der Umsatz der Engländer bei einer gleichen Genossenschaft sich weit höher stelle. Die Zentralgenossenschaft in Hamburg teilt sich als Einkaufsgenossenschaft in 6 Bezirke, davon sei der 6. derjenige von Rheinland und Westfalen, mit dem Sitze in Düsseldorf. Der genannte Bezirk komme auf einen Umsatz von jährlich 6—700000 Mark. Die Genossenschaft gehe aber nicht allein auf den Einkauf aus, sondern habe sich auch bereits der selbständigen Produktion zugewandt und habe aus diesem Grunde bereits eine Seifen-Fabrik in Aken(Elbe) gegründet, sie bezwecke vollständige Ausschaltung des Kleinkrämerstandes. Der deutsche Arbeiter kaufe jährlich für 290—300 Mark von der Genossenschaft, der Engländer dagegen für 570 Mark. Der deutsche Arbeiter müsse sich in dieser Hinsicht dem Engländer anzupassen bestrebt sein; die Genossenschafter müßten mehr zusammenhalten. Redner setzt des weiteren auseinander, daß der Arbeiter, der beim Krämer kauft, dessen und seiner Familie Unterhalt mitbezahlen müsse, während bei Konsumvereinen nur so viel Leute angestellt seien, wie eben notwendig gebraucht würden. Zum Schlusse entwirft er ein Bild von der Zusammensetzung der Genossenschaft und legt dar, welche Arbeit der Vorstand und Aufsichtsrat habe. Er erwähnt, daß im Jahre 1899 in Deutschland 60 Konsumvereine bestanden, die selbständig produzierten, hauptsächlich geschehe dies auf dem Gebiete des Bäcker= und Metzgergewerbes und der Kleiderfabrikation. Den Ausführungen des Herrn Lange schloß sich eine eingehende Diskussion an, an der die Herren Schmitz und Zimmermann sich besonders beteiligten. Ersterer bezeichnete die landwirtschaftlichen Vereine als mustergültige Vorbilder für die Arbeitervereine, letzterer erging sich auf politischem Gebiete und wies besonders darauf hin, daß in den Konsumvereinen kein Unterschied der Konfession und Lebensstellung der Mitglieder sein dürfe, nur so würden dieselben Großes vollbringen können. = Die ersten Schlachtungen im neueröffneten Schlachthofe nahmen am gestrigen Tage Herr Metzgermeister Heinrich Hilgers, Metzgermeister Peter Dorrenbach, Metzgermeister AdamLorenz und Metzgermeister Andreas Bosten vor. ) Neutzer Bomssaue= Anstalt. Besuchsziffer für den Monat März 1905: Summa 4081. Im Monat März 1964 badeten 4518 Personen, mithin 437 Personen mehr im Jahre 1904. Gefunden wurde an der Bade=Anstalt ein blaues KinderMäntelchen, welches an der Kasse abgeholt werden kann. ) Polizeiverordnung. Nach einer neuerdings vom Herrn Oberpräsidenten erlassenen Polizeiverordnung werden die Radfahrkarten nicht mehr bloß auf die Dauer eines Kalenderjahres ausgestellt, es genügt vielmehr, wenn der Radfahrer im Besitze einer in seinem Wohnorte ausgestellten Radfahrkarte ist. ) Streit. In einer Wirtschaft gerieten mehrere Gäste in Streit. Eine Frau, die Frieden stiften wollte, erhielt dabei einen Faustschlag in's Gesicht, daß ihr das Blut an Nase und Mund hervorquoll. — Auf der Crefelderstraße gerieten 2 Familien miteinander in Streit, der schließlich in Tätlichkeiten ausartete. Die beteiligten Frauen schlugen aufeinander los, bis ein Polizeibeamter den Frieden stiftete. )( Ein Radaubruder, der in der Hafenstraße die nächtliche Ruhe störte, wurde dort von einem Polizeibeamten protokolliert. Anstatt sich zu beruhigen, setzte er den Skandal fort und mußte schließlich in's Speckkämmerchen gebracht werden. ) Diebstahl. Einem Bewohner der Furtherstraße wurden aus dem dem Kleiderschranke die Kleider gestohlen. Der Verräter schlief nicht. Die gestohlenen Kleider fanden sich bei einem Nachbar vor, wohin der Dieb die gestohlenen Sachen gebracht hatte.— Vor etwa 2 Jah. wurde einem hiesigen Kaufmanne in seiner Wohnung die goldene Taschenuhr gestohlen. Die Uhr fand sich jetzt in einem Düsseldorfer Pfandhause vor. ) Verhaftet wurde ein hiesiger Schlossergeselle wegen Sittlichkeitsverbrechens. Telegraphische Depeschen. Neumark i. d. Oberpfalz, 3. April. Das Großfeuer in Leutenbach zerstörte noch weitere Gebäude, so daß jetzt insgesamt 21 Gebäude, nämlich 11 Wohngebäude und 10 Scheunen, verbrannt sind. Das Feuer ist gelöscht. * Liegnitz. 3. April. Nach Meldungen mehrer Blätter kam bei dem gestrigen Eisenbahnunglück außer dem Schaffner Hauke auch ein 6 Jahre altes Mädchen ums Leben. Die Leiche wurde unter den Trümmern gefunden. Ein 16jähriges Mädchen wird noch vermißt. Eine Frau ist ihren Verletzungen erlegen. Die Aufräumungsarbeiten dauern fort. Petersburg, 3. April. Russische Blätter berichten, daß 50 japanische Kriegsgefangene, die in dem Dorfe Medwied im Gouvernement Nowgorod interniert waren, Selbstmord begingen. Einige schlitzten sich den Bauch auf, und andere nahmen Arsenik. Die russische Regierung hat eine strenge Untersuchung dieses außerordentlichen Vorfalles angeordnet.„„ Tokio,, 3. April. Ein Teil der bei Kaivuan stehenden japanischen Streitmacht vertrieb die Russen von Mhenhuachih und besetzte dieses Dorf und die nördlich davon gelegnen Höhen. Am 31. März war die Lage an den anderen Teilen des Kriegsschauplatzes unverändert. Handels=Nachrichten. Amtliche Fruchtpreise zu Neus am 4. Weizen per 100 Kilo 1. Qual. „ 2.„„ Noggen per 100 Klo 1. Qual. „ 2.„„„„ Hafer per 100 Kilo Kartoffeln per 50 Kilo Heu per 50 Kilo Luzernerheu vor 50 Kllo Maschinenstroh per 500 Kilo Flegeldrusch per 500 Kilo Butter per Kilo Eier(100 Stück) Am heutigen Getreidemarkte bliehen Preise Fruchtgattungen unverändert. Nenß, 4 April Raps per 100 Kilo 1. Qual. „ 2.„ Aveel per 100 Kilo Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ttr. (ohne Faß) Rüböl per 100 Kilo faßweise(ohne Faß) Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3# höh. als Rüböl Rübluchen per 1000 Kilo waggonweise „ in kleineren Partten Kleien per 50 Kilo — RübA und Kuchen unveränderl. April. 14 60 14 10 14 20 3,30—4,00 3.80—44,80 KK. 5,20 „ 22.— „ 2 4.— „ 2.50 „ 7.— sämtlicher 56 80 Köln, 3. April Rüböl in Pertien von 5000 Kll. 5000 B., Mai 49,50 B., 49.00 G. Köln, 3. April Fruchtmarkt. Hafer# 1460 Heu 7,50—9.00, Maschinenstroh(Roggen) 4 40 stroh(Flegelbrusch) 4,90—5,00, Krummstroh 4,00 die 100 Kil.„ 18 Duisburg, 3. April Fruchtmarkt. Weizen, inländischer 18.00—18.25, Donau 00,00—00 00, Schwarzmeer 17,80—18,25, Asow 17,80—18,25, amerik. 18,05—19,00. Roggen, inländischer 15,00—15,25, Donau 00,00— 00,00, Schwarzmeer 15,50—16,50, Asow 15,50—16,50. inländ. 13,70—14,25, Donau 0600—0000, russ. 13,78—15.30. Furtergerste russ. 12.25—12,.50, amerik. 46/0-00 90. Mais, amerik. 11,75—13 09, Donau 90.00 — 2 Cineuantino 15,00—10,00, russ. Buchweizen 17,68—13.90. Weizenmehl Nr. 000 2300— 23,5s, Nr. 69 22,25—22.75. Roggenmehl Nr. 0 19.25 29.20, Nr. 0/1 18.50—19.00. Vollmehl 13,60—12.25, Grand 16,50—19,75, Kleie 16,75—11,00 M incl. Sack. Eser, 2. Aoril. Setreidemarkt. Weizen, inländ. 17.75—18.25, fremder 18,50—19,00. Roggen inländ, 14.75 —15.25, freinder 15,75—16.75. Hafer, inländ, 00.00, fremder 14,00—16.00. Buchweizen 16,75—17,50. 12 10—13.80. Mais 12,20—17,80. Weizenvorschuß 19,75—29,50, Weizenliese 16.28—1975 um Alles Frachtgrundlage Esen dier Eil ohne Sack, bei Abnahme von, Seoxgeligdunge mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird Rezdeburg, 1. Arrl. Kartoffel=Spiritus. Karteffa=Spiritus prompt und Auri##9.80, Mai 70.29, Juni 70.68 für 109 Liter reiner Alkohol vom Speicher untr fnoier Vorhaltung der Oern....20 Magbeburg, 3. Avril. Kornzucker 88% 14,20—14,30, 6% 11,29—11,45, stetig. Die Notierungen in Raffi naden sind gestrichen, weil der Markt still. Rohzucker zur Durchs. bordf., Harnbure April 29 40 29 25 G. 90.00 bz., Mai 2980 B. 29.79 U., 29,77½ . Juni Juli 2825 B., 2980 S. 64 00 bz., Aug. 30.05 30,00 G. 30.05 bz., Okt. 23,90 B., 25,75 G., 00,08 bz., Jan.=März 23.45 B., 23.35 G., 00,00 bz., stetig. Berlin, 3. April. Fruchtwarkt., Bogzen.# Juli 174,25, Sept. 172.50. Roggen Mai 143,50, 145,.25, Sept. 142,.59. Hafer Mai 136.50, Juli Ekai 116,75, Juli 115.50, Rüböl Mai 48,90, Okt. 48.40, Wotzonmebl 20.75—2300. Roggenmehl 16 69—17,80, Mai 00,00 Erwägt man, daß die Weizenausfuhr Rußlands heute namhaft kleiner angegeben wird und sonst kein oruades Element neu aufgetaucht ist, so muß die große Un lust der Käufer als einigermaten auffällig bezeichnet werden. Nur durch merkliche Herabsetzung der Forderungen ist der Lieferungshandel in Weisen zu maßiger Ausdehnung gelangt. Auch Rogzen mußte billiger erlassen werden Sogar Haser zeigt eine weitere kleine Abschwächung im Preise. Greifderes Geireide blieb vernachlässigt Rüdöl war bei geringem Umsatz ziemHamburg,“ April Weizen ruhig, Mecklenburger und Oltholsleiner 173—175. Roggen guthig, Secklege burger und Altmärker 145—147, russ. cis 9 Pud 114,00 Gerste fest, südruss. eif April 90¼. Hafer ruhig, Holsteiner und Mecklenb. 143—149 Mais ruhig, runder antorikan. 97½, La Plata cif Mai 97½. Röbolruhig, 48. Spiritus ruhig, April 24¼/ G., April Mai 241/ G, Mai=Juni 241/ G. Kaffee stetig, Umsatz 2090 Kallen in greifbarer Ware Vatraleum sietig, 5.80. Salpeter fest, vorr. 10,70, April 10.55, Mai 10..—. Hamburg, 3. April, Kaffes ruhig. Mai 30, Sept 36¾ De. 3 71. März 37¼ G. 15 Em Bremen, 3. Avril. Schmalz vorr Tuvs und Firline 36¾, Doppeleimer 37½ Stetia Speck stetig. Amsterdam, 3 April. Rüböl, vorr,„Fl. 23½3,„Mai 23. Sept.=Tez. 225/8. Leinöl vorr. 16½. April 16¼, Mai 16⅝, Juni=Aug. 17¼. Sept. Dez. 177/8. Jan.=Mai 18 ¼ Antwerpen. 3 Acil Getreide. Weizen amerikan. Winter= 15.50—18,50, La Plata= 1600—18,00, russischer 17.25—18 00. Donau= 16,50—18,50, Roggen russischer 14.00—14,87, Hafer 12.75—15,00, Gerste Futter=12,50— 13.60, kaliforn 15,50—15 75. Mais Odessa= 16,75—17.00, La Plata 13,50—14.12, Cinquantino= 00,00—00,00 geni. amerik. 11 75—1212 Frcs. Autwerpen, 3 Avri! Petroleum, Type weiß, vorr. Frs. 18 bB., April 18 B., Mai 18¼ B., Sept. 19 B. Kutwerpen, 3. April. Somalz, amerikanische Morke Wilcox, vorr. Frcs. 87½, April 86½. Juli 87 3/4, Sept. 881 Antwerpen, 3. Arril. Kaffee ruhig, April 44½, Mai 44¾ Juli 45¼, Sept. 45½.„—— Mai Paris, 3. Aoril. Weizen matt, April 23,75, Mai 24.95, Mai=Aug. 23.95, Sept.=Dez. 21,60. Rogger ruhig, April 15,49. Sept.=Dez. 14.75. Mehl matt, April 30.05, Mai 30.35, Mai=Aug. 30,80, Sept.=Pez. 29,00, Rüböl ruhig, April 50.50, Mai 49.50, Aug. 49,50, Sept.=Dez. 49.25. Sviritus stetig, April 48,00, Mei 48,80, Mai=Aug. 47,75, Sept.=Dez. 42.50. Zucker stetig, roher 88% 37,50—37.75, weißer April 41.50, Mai=Aug. 42,12½ Juli, Aug, 822½, OktJan. 35,12½. Leinöl matt, April 42.50, Sept.=Dez Hull, 3. April. Baumwollöl o. F. raff. 14 S 3 D., roher 13 S. 4½ D. Leinöl o. F. 14 S 4½ D, Mai Aug. 15 S. 3 D. Sept. Dez. 15 S. 7½ D. Chicago, 3. Adril. Getreidemarkt. Weizen April 000, Mai 114, Juli 87 7/8. Sept. 83⅛, Dez. 00 April 48 1/, Mai 47¼, Juli 47¼. Sept. 47⅛8, Dez. 00. Hafer Mai 29¾ Juli 29½ Roggen Mai 78½. Juli 78 Leinsaat Mai 1.24, Juli 1,24 ew=York. 3. Avril. Getreidemarkt. Pori un Mieat Loor 1. Juli WDia Soot. Wple Drr. 277 Hafer April 00, Mai 00. Mais April 00, Mai 53⅛, Juli 53. Sept 00, Dez. 00. Mehl(spring whea cleer) 3.80, Getreidefracht n. Livervool 1¼. Roggen vorr. 00. Viehmärkte. Krefeld, 3. April. Auf dem heutigen Schweinemarkte stellten sich die Preise für fette Schweine wie folgt: 1. Qual. 63 J, 2. Qual. 61 J. Köln. 3. Avril. Schlachtviehmarkt. Auftrieb: 561 Ochsen, a. Vollfleischige, ausgemästete Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren A 74—00, b. Junge fleischige, nicht ausgemästete, ältere ausgemästete A 69—72, c. Mäßig genährte junge, ältere 64—67, d. Gering genährte jeden Alters 4 57—61; 477 Kühe, darunter 00 Weidekühe, J 00—90, a. ausgemästete Kalben höchsten Schlachtwertes v. Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachwertes bis zu 7 Jahren+ 65—68, c. Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Kalben K 62—64, d. Mäßig genährte Kühe und Kalben KK 54—55; 62 Bullen, a. Vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren K4 67—00, v. Vollfleischige süngere K 64—65, c. Mäßig genährte jüngere und ältere 4461—63, d. Gering genährte jungere und ältere Ml 55—58, alles die 50 Kil. Schlachtgewicht. Durchweg ziemlich lebhaft und ausverkauft. 2634 Schweine, a. M. 64, vorgezeichnete 65, b. 62—63, c. 54—60 die 50 Kil. Lebendgewicht mit 20—22 1/0 Tara. Gute Ware flott, leichte langsam geräumt. 443 Kälber, a. Feinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber 4 76, Doppellender bis 88, b. Mittlere Mast= und gute Saugkälber 70—73, c. Geringe Saugkälber und ältere gering genährte Kälber(Fresser) 55—65. Kälder lebhaft. 121 Schafe, a.##. 78, b. 72—75, c. 00. Schafe geHäute. Stier= 73—75, Kuh= und Rinder= 84—86, rothaarige Ochsen= von 45 Kil. aufwärts 94—96, desgl. von 40—44½ Kil. aufwärts 84—86, schwere flache und Berliner Ochsen 85—87, desgl. leichte 00—00 felle mit Kopf 105—109, ohne 116—118 J, das Kil.— Frisches Fett 46—55 J das Kil. Wolle. Antwerven. 3 Avril. Wolle behauptet. Deutscher La Plata=Kammzug(Vertrag B.) Mai Frs. 5,05, Juli 5,07½ Amtliche Wechselzinssätze der Notenbanken vom 3. April Amsterdam 2½. Belgische Plätze 3. Deutsche Plätze 3. Kopenhagen 4. Lissabon 4. London 2½. Italie Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg 5½. Schweiz. Plätze 3½. Wien 3½. Wasserstands=Nachrichten. Mainz, 3 April. Rheinh. 8 Uhr morg. 2,24, gef. 0,01 m Koblenz, 3. April. Rheinh. 6 Uhr morg. 3.77, gf. 0 06 m Trier, 3. April. Moselh. 18 Uhr vorm. 1,52, gef. 0.13 m Köln, 3. April. Rheinh. 7 Uhr morg. 4,26, gef 003 m Düfeldorf. 3. April Rheinh. 8 Uhr morg. 4.02, gef 6 08 m W#e#l, 3. April Rveint. 12 Uhr nitstags 3.65, gef. 018 m Briefkasten. Ein Abonnent(mit Berliner Tagebl. Nr. 168.) Die Verwendung des betr. Artikels steht uns nicht zu. Besten Dank für Ihr gesch. Interesse. K Millionen Stück Voering's Eulen=Seife sind bis Ende 1904 zum Versand gelangt. Keine andere Toilette-Seife hat einen solchen Ersolg aufzuweisen! Dieser Verbrauch ist der beste Peweis für die Güte und die vorzügliche Wirkung des Fabrikats. Man weise minderwertige Nachahmungen zurück und verlange nur Doering's Eulen=Seise, welche zum Preise von 40 Pfg. per Stück überall zu haben ist.(2428 am Mittwoch, den 19. April 1905, vormittags 10½ Uhr, im Kreishause.: Tages=Ordnung: 1. Mitteilung, 2. Neuwahl der Vertrauensmänner zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen für 1906, 3. Wahl eines Kreissachverständigen und dessen Stell vertreter in die Hengstkörkommission, 4. Wahl zweier Mitglieder zur Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz. Es scheiden aus: 1. Herr. Gutsbesitzer Melchers zu Gnadenthal. 2. Herr Gutsbesitzer Zaun zu Delrath. Verzeichnis derjenigen Kreistagsmitglieder aus dem Wahlbezirke Neuß, die zur Wahl von 2 Mitgliedern zur Landwirtsschaftskammer für die Rheinprovinz berechtigt sind. I. Aus dem Wahlverbande der größeren Grundbesitzer. 1. Heusgen Franz Reiner, Gutsbesitzer, Büttgen, 2. Hilden Wilhelm,,„Hohr„ 3. Hoffmann Johann, Gutsbesitzer und Ehrenbürgermeister, Löveling. 4. Kratz Hermann,„ Nettesheim, 5. Liessen Carl, Gutspächter, Dormagen, 6. Melchers Theodor, Gutsbesitzer, Gaadenthal, 7. Müller Vermann.„ Elvekum, 8. Reinartz Cornelias,„ Derikum, 9. Velder Josef,„ Vanikum, 10. Wahlers Jakob.„ Sinsteden, 11. Weidenfeld Hans Georg, Rittergutsbesitzer, Birkhof; II. Aus dem Wahlverbande der Landgemeinden. 12. Aldenhoven Hubert, Landwirt Zong, 13. Becker Simon, Gutsbesitzer, Norf, 14. Huthmacher Hermann, Gutsbesitzer, Niederlörick, 15. Johnen Wilhelm, Gutsbesitzer u. Pferdezüchter, Kaarst, 16. Meese Gustav, Landwirt, Grimlinghausen, 17. Reinarz Heinrich, Kaufmann, Heerdt, 18. Schmitz Johann, Gutsbesitzer, Holzbüttgen, 19. Steins Josef, Landwirt, Delhoven, 20. Vossen Josef, Ziegeleibesitzer, Niederkassel, 21. Weyers Johann, Landwirt, Glehn, 22. Zaun Wilhelm, Gutsbesitzer, Delrath, III. Aus dem Wahlverbande der Städte.(Stadt Neuß.) 23. Gielen Franz, Bürgermeister, Neuß, 24. Geyr Wilhelm, Gutsbesitzer, Neuß, 25. Kallen Peter Wilhelm, Kaufmann, Neuß, 26. Lonnes Robert, Kaufmann,, Neuß, 27. Wehrhan Franz, Kaufmann, Neuß, 5. Prüfung, Feststellung und Entlastung der Rechnung der Kreiskommunalkasse für 1903, 6. Desgleichen der Kreisdarlehnkasse für 1903, 7. Errichtung eines Kreiskaufmannsgerichts und Beschlußfassung über das Statut, 8. Antrag der Stadtgemeinde Neuß auf Verlegung der Kreis=Nahrungsmitteluntersuchungsanstalt von Düsseldorf nach Neuß, 9. Zeichnung eines Anteilscheines der Gemeinnützigen Gesellschaft für Milchausschank in Rheinland und Westfalen. „Der Kreisausschuß hat beschlossen, dem Kreistage anheimzustellen, die Zeichnung eines Anteilscheines zum Mindestbetrage von 500 Mark aus dem Bestande der Kreiskommunalkasse zu beschließen, unter der Bedingung, daß die Gesellschaft in der StadtNeuß ein Milch=Ausschank=Häuschenerrichtet.“ 10. Feststelung des Kreishaushaltserat für 1905, 11. Anspruch der Provinz auf die Pflegekostenbeiträge der Geisteskranken pp. und deren Angehörigen. Aufgestellt, Neuß, den 1. April 1905. Der Landrat: Frhr. v. d. Leyen. Hierdurch bringe ich zur Kenntnis der Beteiligten, daß die Könialiche Reaierung in Düsseldorf mir die Urkunde über die Eirichtung der neuen Pfarre Ober=Diedercassel nebst Situationsplan und Vorverhandlungen übersandt hat, um die Pfarreingesessenen zur Vorbringung von etwaigen Einwendungen gegen die geplante Aenderung oder von Entschädigungsanich bemerf, daß die Grenzen der neuen Pfarre gegen die der seitherigen Kapellengemeinde Ober=Niedercassel unverändert bleiben sollen, werden diejenigen, welche gegen zu erheben oder Ansprüche auf Entschädigungen wegen Verlustes besonderer Rechte und Vorteile geltend zu machen haben, hierdurch aufgefordert, diese Einwendungen und Ansprüche binnen 14 Tagen vom Tage dieser Bekanntmachung an, bei mir anzumelden. Neuß, den 30. März 1905. Der Landrat: Frhr. v. d. Leyen. Auf den Antrag des Herrn Landrats als Vorsitzender des Kreisausschusses wird die Gasse zwischen dem Grundstück des Kreiskommunalverbandes und der Cronenberg'schen Besitzung Das Vorhaben der Einziehung dieses Weges ordnungs. mäßig bekannt gemacht worden ist, 2. die fragliche Gasse tatsächlich als öffentlicher Weg dient, 3. die gegen die Einziehung fristgerecht eingelegten Einsprüche nicht auf Verletzung von Privatrechten geder Einziehung Bedenken im öffentlichen Interesse nicht entgegenstehen, dieselbe vielmehr aus sanitäts= und sicherheitspolizeilichen Gründen erferderlich erscheint unter Verwerfung der dieserhalb erhobenen Einsprüche auf Grund des§ 57 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. Au gust 1883 hiermit als öffentlicher Weg eingezogen. Neuß, den 28. März 1905. Die Wegepolizeibehörde. Der Bürgermeister: Gielen. Vom Abbruch der großen Ausstellungs= bauten sind verkäuflich: ca. 1000 ebm. gesundes Bauca. 5000 gm. Dachschalung, ca. 3000 gm. 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