Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Festtage. Dreis vierteljährlich in Neuß .50 Ulk., durch die Dost bezogen 1.65 Ulk., mit iUlnstr. Unterhaltungsblatt in Neuß 1.80 Mk., durch die Dost bezogen 1##5 Mk. Druck und Verlag: R. Noack, Neuß. Celephon Uo. 57. Amtliches itung Kreisblatt Anzeigen im lokalen Verkehr 12 Ofg., sonst 15 Ofg., die rgespaltene Oetitzeile oder deren Raum. Reklamen 50 Ofg., diegespaltene Oetitzeile oder deren Raum. r die Redaktion verantwortl. R. Roack, Expedition: Ueuß, Nenstraße(. Rro. 48 Dienstag 28. Februar.(Oswald.) Politische Nachrichten. Deutschland. Berlin, 27. Febr. Prinz Friedrich Leopold reiste gestern um 10,35 Uhr abends nach Genua ab, um von dort die Ausreise nach Ostasien anzutreten. Der Kaiser, der Kronprinz und die Prinzessin Friedrich Leopold waren zur Verabschiedung aus dem Bahnhofe. — Die deutsche Sozialpolitik in französischer Beleuchtung. Mit dem Motto fas est et ab hoste doceri schreibt der Univers: Wenn es nach dem chönen Worte Pious wahr ist, daß der dauerhafeste Ruhm einer Nation weniger in dem Siege der hingebung und Gerechtigkeit über menschliches Elend und Leiden begründet ist, so muß man— mag es unserem Patriotismus auch schwer fallen— anerkennen, daß von allen Staaten Europas wohl keiner mehr getan hat, um diesen Ruhm zu verdienen, als das Deutsche Reich... Mag das Beispiel von Deutschland oder sonst woher kommen: wenn man aber die Grundlagen dieser sozialen Gesetzgepung prüft, ihre wohltätigen Wirkungen erkennt, die mit jedem Tage deutlicher hervortreten, hat man dann nicht ein Recht, zu sagen, daß Herrscher und stegierung, die an diesem schöpferischen Werke arb#iten, in ganz besonderer Weise die hohe Aufgabe verstanden haben, die den Häuptern des Volkes in leiten des Fortschrittes und der Demokratie, wie lie unserige, obliegen? Und wenn man Franzose fst, kann man da ohne Betrübnis solche erhabene Ziele mit denjenigen vergleichen, die diesseits der Vogesen von Regierenden befolgt werden, deren einzige noch mehr kurzsichtig als gehässig zu bezeichnende Politik darauf auszugehen scheint, einen auf lange Zeit unauslöschlichen Haß und vielleicht nie wieder gut zu machende Ungerechtigkeiten anzuregen?" Daß übrigens neben Monarch und Regierung in Deutschland noch andere Triebfedern zugunsten der sozialen Gesegebung tätig waren und sind, wird der Univers wohl auch wissen. *— G l e i c h z e i t i g m i t d e r U m g e s t a l t u n g d e s E i n immensteuergesetzes werden Aenderungen des Ergeinzungsgesetzes insoweit vorgenommen werden, als die Bestimmungen des letzteren über den Rechtsmittelgang den im ersteren getroffenen Neuerungen eingepaßt werden. — Die zur Reichskasse gelangte Isteinnahme, abzüglich der Ausfuhrvergütungen usw. und der Verwaltungskosten beträgt für die Zeit vom 1. April 1904 bis Ende Januar 1905 bei den nachbezeichneten Einnahmen: Zölle 404823346 Mk. — 16 168 776 Mk.), Tabaksteuer 9 449 896 (— 295048 Mk.), Zuckersteuer 104 162301 Mk. (+ 18642 197 Mk.), Salzsteuer 41 085 285 Mk. (— 300 399 Mk.), Maischbottichsteuer 5715 177 Mark(+ 3733901 Mk.), Branntweinverbrauchsabgabe und Zuschlag 90 437 827 Mk.(+ 123.857 Mark), Brennsteuer— 805 569 Mk.(+ 1 109 436 Mark), Schaumweinsteuer 3681 732 Mk.(+ 491 526 Mk.), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Bier 24670 540 Mk.(+ 332487 Mk.), Summa 683219 535 Mk.(+ 7669 172.)— Spielkartenstempel 1 313 712 Mk.(+ 68 155 Mk.) Das Geheimnis des Lindenhofes. 25)(Fortsetzung.) Weston war überrascht. Herr Kramer blickte mit einem bedeutungsvollen Lächeln die Anderen an: es schien zu sagen, er verstehe es besser, als sie selbst einander verständen. „Und wirst Du morgen wirklich nach London abreisen, Robert!“ fragte Templeton den Freund. „Ganz entschieden. Wenn mich einmal eine Laune anwandelt, so muß ich ihr folgen. Meine alte Freundin, Fräulein Meggit, ist bereits in Tiefenthal installiert; und da es im Augenblick außer ihr dort nichts zu haben gibt, so fühle ich keine Besorgnis in dieser Hinsicht. In wenigen Tagen werde ich zurück sein und hoffe, dann auch Sie noch hier zu finden, Herr Kramer.“ „Es wird wohl so sein," versetzte dieser;„noch Verschiedenes hält mich zurück. Uebrigens gar zu lange darf ich meinen Besuch nicht mehr ausdehnen.“ Als die Herren sich endlich entfernten, ging Hermann an Julie vorüber, ohne ein Wort an sie zu richten. Es gewährte ihr fast eine Erleichterung, nicht mit ihm reden zu müssen; aber noch größer war die Erleichterung, als sie in der Einsamkeit ihres eigenen Zimmers ihrem gepreßten Herzen in einer Flut bitterer Tränen Luft machen konnte. Julie weilte nun gerade ein Jahr unter Templetons Dache, und die Sehnsucht, einen Besuch bei ihrer Familie abzustatten, ließ sich nicht länger zurückdrängen. Sie hatte bereits den Wunsch geäußert, das Weihnachtsfest in London zu verbringen, ohne bei Fräulein Butler auf Widerstand zu stoßen. Infolge der seltsamen Aufführung der jungen Dame war JuliensStellung so unangenehm geworden, daß sie ernstlich daran dachte, den Lindenhof für immer zu verlassen. Dieser Gedanke bereitete ihr tiefen Schmerz, denn sie war so glücklich unter seinem Dache gewesen, und die Unannehmlichkeiten der letzten Monate waren ine Folge ihrer unabhängigen Stellung. Auch — Noch immer werden aus einzelnen Bezirken Klagen über den Mangel an Kronen erhoben. Zur Befriedigung der Nachfrage nach Kronen finden fortgesetzt Neuprägungen statt. Noch in den Monaten Dezember und Januar sind für rund 7 Millionen Mark geprägt worden. Sobald die im Gange befindliche Ausmünzung von 10 Mill. Mark in Kronen beendet sein wird, wird eine weitere Kronenprägung in die Wege geleitet werden. Man hofft, daß um die Klagen über den Mangel an dieser Münzsorte verstummen werden. Die Einweihung des Berliner Domes. Berlin, 27. Febr. Heute Mittag fand unter großer Feierlichkeit die Einweihung des neuen Domes statt, die nach der Idee des Kaisers ein Festtag der deutschen evangelischen Kirche sein sollte. Eine große Anzahl hervorragender Persönlichkeiten waren geladen, darunter viele deutsche und fremde Fürstlichkeiten, Vertreter auswärtiger evangelischer Kirchen, die Spitzen der inländischen Kirchenbehörden u. s. w. Im Ganzen waren etwa 2000 Personen erschienen. Um 11 Uhr begannen sämtliche Glocken des Domes, sowie aller evangelischen Kirchen Berlins, Charlottenburgs und Schönebergs zu läuten. Das Kaiserpaar erschien am Hauptportal. Die Leibkompagniedes 1. Garde=Regiments erwies die Ehrenbezeugungen. Der Kaiser nahm den Schlüssel entgegen und überreichte ihn dem Oberhofprediger Diyander, der die Tür öffnete. Darauf betraten das Kaiserpaar und die Geladenen in feierlichem Zuge den Dom. Dem Kaiserpaar folgte der Kronprinz und die übrigen Mitglieder des königlichen Hauses. Prinzessin Viktoria Luise ging mit ihren Eltern. Der Zug bewegte sich zur königlichen Empore, wo sich das Kaiserpaar niederließ. Darauf begann der Einweihungsakt. Die Weihrede hielt Oberhofprediger Dryander. Nach Beendigung der Feier setzte wieder das Geläute aller Glocken ein. Das Kaiserpaar verließ den Dom unter den lauten, herzlicher Ovationen der Tausende, die sich im Lustgarten angesammelt hatten. Die Kaiserin fuhr, der Kaiser ging zum Schloß zurück. Rußland. Petersburg, 26. Febr. Die am 28. Juli 1904 unterzeichnete Zusatzkonvention zu dem 1894 zwischen Deutschland und Rußland abgeschlossenen Vertrage über Handel und Seeschiffahrt, ist am 23. Februar durch den Kaiser ratifiziert und die Ratifikation nach Berlin abgesandt worden. Der Austausch der Ratifikation erfolgt am 28. Februar. Die Beratung des Marine=Etats wird fortgesetzt bei den Ausgaben des Ordinariums für die Instandhaltung der Flotte und der Werften. Die von der Regierung vorgeschlagene Resolution:„den Reichskanzler zu ersuchen, für den nächstjährigen Etat eine Erhöhung des Höchstgehaltes der Führer und Steuerleute von Werftdampfern, SchwimmKranen, Schwimm=Docks, sowie der Spritzenmeister in Erwägung zu nehmen, wird angenommen, und eine Reihe von Kapiteln bewilligt, ebenso der Rest der Ordinariums. Ferner werden die Einnahmen und die einmaligen Ausgaben, an denen 3 198 000 Mark abgesetzt sind, sowie die einmaligen Ausgaben des außerordentlichen Etats, an dem 3 188000 Mk. gekürzt sind, bewilligt. Es folgt die zweite Beratung des Etats von Kiautschou, der nach kurzerDebatte genehmigt wird. Dann folgt die Beratung des Etats des Reichsamts des Innern. Zu diesem Antrage liegen 20 Resolutionen vor. Nach 6½ Uhr vertagt das Haus die Weiterberatung auf morgen 1 Uhr. Abgeordnetenhaus. Berlin, 27. Februar. Das Haus setzt die zweite Beratung des KultusEtats bei dem Elementarschulwesen fort. Zunächst wird die am Samstag ausgesetzte Abstimmung vorgenommen. Der Antrag Frhr. von Zedlitz, die Zulage der Seminar=Direktoren und der Seminarlehrer pensionsfähig zu machen, wird der Budgetkommission überwiesen. Der Antrag Ernst=Hackenberg=Kopsch um Verleihung des Titels und Ranges der Oberlehrer an dienstältere Seminarlehrer und um Gestattung des Zutritts zu den akademischen Studien für die Volksschullehrer wird abgelehnt. Die Petition der Präparandenanstalten=Vorsteher werden auf Antrag des Frhrn v. Zedlitz(frk.) der Regierung dahin zur Berücksichtigung überwiesen,, daß an jedem Lehrerseminar ein zweiter Oberlehrer angestellt und die Gehälter der Seminarlehrer angemessen aufgebessert werden. Nach längerer Debatte, die sich hauptsächlich um Fragen des Turnunterrichtes und um die Ostmarken=Zulage drehte, vertagt das Haus um 6 Uhr die Weiterberatung auf Dienstag 11 Uhr. Reichstag. Berlin, 27. Februar. Am Bundesratstische: Die Staatssekretäre von Tirpitz, Posadowsky und Stengel. Das Haus ist sehr schwach besetzt. Präsident Graf Ballestrem eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Minuten. als Gast des Hauses hätte sie hinein verwickelt werden können. Immer wieder machte sie sich Vorwürfe, daß sie vor Herrn Templeton diese häßliche Geschichte geheim hielt. Fräulein Butler stand unter seinem Schutze, und ihr Benehmen bedurfte entschieden seiner Einmischung. Aber es fiel ihr entsetzlich schwer, ihm diesen neuen Kummer zu bereiten, und nach reiflichem Ueberlegen kam sie endlich zu dem Entschlusse, ihren Bruder ins Vertrauen zu ziehen und um seinen Rat zu bitten. Herr Kramer weilte noch immer auf dem Lindenhofe, obschon seine Geschäfte längst erledigt waren. Die Geschichte von Leutnant Butlers seltsamem Verschwinden kam ihr nicht mehr aus dem Sinne; er konnte nicht umhin, den Vorfall mit demTaschenbuche gewissermaßen mit jenem anderen Geheimnisse in Verbindung zu bringen. Das Benehmen der beiden jungen Damen hatte ihm die feste Ueberzeugung beigebracht, daß Fräulein Butler etwas Näheres von dem Eigentümer des Buches wisse, und er beschloß nicht zu ruhen, bis er der Sache auf den Grund gekommen sei. Zwei Tage nach Westons Abreise begegnete er Julien auf ihrem Morgenspaziergange und trat erfreut auf sie zu.„Gerade Sie, mein liebes Fräulein, wünschte ich zu treffen,“ redete er Julie an; „und wenn ich Ihnen sage, daß ich mich schon lange nach einem ruhigen Tage auf dem Lindenhofe in Ihrer alleinigen Gesellschaft sehne, so werden Sie sich vielleicht nicht geschmeichelt, sondern eher geneigt fühlen, über mich alten Mann zu lachen. Aber es ist dennoch die Wahrheit. Ich hatte seit meinem Hiersein noch keine Gelegenheit, das interessante, alte Gebäude in Augenschein zu nehmen, und denke mir nun, sie könnten die passendste Führerin für mich sein. Wollen Sie der Laune eines alten Mannes nachgeben und mir heute Morgen ein paar Stunden ihrer Zeit widmen, wenn Sie nichts Besseres zu tun haben?“ „Sehr gerne,“ versetzte Julie;„obschon ich fürchte, daß Sie mich nicht so mitteilsam finden werden, als Sie vielleicht erwarten. Was haben Sie mit Herrn Templeton angefangen?“ „Iyn wohlbeschaftigt in Tiefenthal zurückgelassen. Der russisch=sapanische Brieg. Shaetun, 26. Febr. Auf der linken Flanke der Russen wird der Kampf fortgesetzt. Die Japaner rücken mit bedeutenden Streitkräften in zwei Kolonnen vor. Eine östliche Abteilung ging in der Richtung auf Madsadan gegen den Paß Singolin vor und umging die bei Tsinchenchen stehende russische Abteilung, die sich auf Sankunio zurückzog. Eine westliche japanische Kolonne eröffnete den Vormarsch auf Nordjantagan und versuchte den Engpaß Zutulin zu umgehen. Trotz des Schnees wurde der Kampf mit großer Erbitterung geführt; es gelang den russischen Truppen abends, die Japaner bei Nordjantagan zurückzuwerfen.— In Sie brauchen ihn vor dem Mittagessen nicht hier zu erwarten. Ich sagte ihm, daß ich heute Morgen eine Privatangelegenheit zu ordnen habe, und so ist es auch. Nun sollen Sie mich führen. Ich möchte mir vor allem die Schlucht noch einmal ansehen, an welcher wir sie neulich fanden. Julie kehrte bereitwillig um und geleitete den alten Herrn an die angegebene Stelle. „Seltsamer Ort, Fräulein Sand," bemerkte er, nachdem er einige Minuten schweigend die schaurige Stelle überblickt hatte,„und, wie ich neulich etwas ungeschickt bemerkte, gerade geeignet, um Jemanden aus dem Wege zu schaffen! Auf mein Wort, Fräulein Sand, ich dachte nicht an Leutnant Butler, als ich in Herrn Templetons Gegenwart diese Bemerkung machte.“ „Sie scheinen mit der traurigen Geschichte bekannt zu sein?" „Ich hörte vor Jahren davon; auch jetzt noch spricht jedermann von jenem rätselhaften Vorfalle. Es sind Viele hier, ich selbst mit einbegraffen, die gerne Herrn Templetons Unschuld beweisen würden — wenn sie könnten.“ „Sie sprechen im Zweifel, Herr Kramer?“ „Ich laufe dadurch Gefahr, mir Ihr Mißfallen zuzuziehen, wie ich deutlich sehe. Sie zweifeln also nicht an Herrn Templetons Unschuld?“ „Ich urteile, wie alle Andern, die ihn näher kennen, ebenfalls urteilen sollten. Nichts in seinem Benehmen deutet auf ein schuldbeladenes Gewissen hin; und ein so schweres Verbrechen, wie man ihm andichtet, müßte unauslöschliche Spuren zurücklassen.“ „Sie haben Recht, vollkommen Recht,“ sagte der kleine Mann, Julien den Arm bietend und sie in das Tal hinab geleitend;„er ist ein edler, hochherziger Mensch. Zum Beweise, daß ich nicht den geringsten Verdacht auf ihn habe, muß ich Ihnen meine feste Ueberzeugung anvertrauen, daß Leutnant Butler noch am Leben ist.“ „Herr Kramer!“ rief Julie zurückfahrend;„wenn Ihnen von dieser Sache etwas bekannt ist, sprechen Sie, handeln Sie für ihn! Bedenken Sie, wie sehr er diese langen Jahre her gelitten haben muß.“ „Ja, der Gedanke daran ist schrecklich, mein lie1905. 30. Jahrg der Front und westlich von Tieling wird der Kampf fortgesetzt. Auf dem äußersten ostlichen Flügel nahmen die Japaner die äußeren russischen Stellungen und bedrohen jetzt auch die Hauptverteidigungsstellunngen. Aus der Heftigkeit des Angriffes glaubt man schließen zu sollen, daß General Nogi mit der Artillerie von Port Arthur die japanischen Streitkräfte befehligte. 40 Verwundete sind in Mukden heute eingetroffen, 400 werden morgen erwartet. Auch andere Zeichen deuten darauf, daß ein größerer Kampf im Gange ist. Den ganzen Tag über herrschte ein furchtbarer Schneesturm. London, 26. Febr. Die„Times“ melden aus Tokio vom 26. Februar: Ministerpräsident Katsura drückte in einer Ansprache an die Gouverneure und Präfekten sein volles Vertrauen aus, daß der Fall von Port Arthur die Macht Rußlands in Ostasien tatsächlich gestürzt habe. Die Lage der Russen sei nunmehr hoffnungslos, aber ihre Absicht sei natürlich, den Kampf im Vertrauen auf den Eintritt einer günstigen Wendung des Geschicks fortzusetzen. Japan dürfe deshalb weder in der Wachsamkeit noch in den Anstrengungen nachlassen, da es noch weit von der Erreichung seines eigentlichen Zieles entfernt sei, welches darin bestehe, einmal den vollen Nachweis zu führen, daß es fähig sei, sich selbst zu schützen und sodann den dauernden Frieden im fernen Osten zu erlangen. Glücklicherweise habe im Laufe der 12 Monate, die der Krieg dauere, das Land die Elastizität seiner Hülfsquellen dartun können, welche für seine Berechtigung, den Kampf unentwegt fortzusetzen, Gewähr leiste. Die Unruhen in Außland. Petersburg, 26. Febr. Um einen geregelten Eisenbahndienst sicherzustellen, ist angeordnet worden, daß die Angestellten auf allen russischen Eisenbahnlinien, mit Ausnahme der im mittleren Asien, anläßlich des Ausstandes wie das Militär unter dem Kriegsgesetz stehend behandelt werden sollen. Petersburg, 27. Febr. Ungefähr 60 Personen sind bei Gelegenheit der Ermordung des Großfürsten Sergius verhaftet worden. In bezug auf den Namen des Mörders oder die Frage, ob derselbe Mitschuldige habe, ist nichts bekannt geworden. Batum, 26. Febr. Durch Gerüchte ist große Aufregung in den armenischen und türkischen Kreisen hervorgerufen worden. In der Moschee verbreitete sich das Gerücht, die Moschee solle in die Luft gesprengt werden. Die Verwaltung tritt den alarmierenden Nachrichten nicht entgegen. Eine armenische Abordnung versicherte dem türkischen und persischen Konsul, daß die Armenier nichts Böses im Schilde führten und daß es zur Beruhigung der Gemüter eines energischen Vorgehens der Verwaltungsbehörde bedürfe gegen die Personen, welche die Mohammedaner erregen, die etwa acht Zehntel der Gesamtbevölkerung bilden. bes Fräulein. Offen gestanden, gerade über dieses Thema wünsche ich mit Ihnen zu verhandeln; den Lindenhof können wir einmal besichtigen. Sie scheinen mir ein vernünftiges und wohlmeinendes Persönchen zu sein und würden eine unschätzbare Verbündete für mich abgeben. Ich habe die richtige Fährte gefunden; Sie sollen mir helfen, derselben zu folgen.“ „Sie können ganz über mich verfügen, Herr Kramer." „Ich erwartete diese Antwort, liebes Fräulein. Dieser Fall erfordert große Verschwiegenheit und gründlichen Scharfsinn. Wenn jener Mann, den man für tot hält, sich freiwillig diese lange Zeit her aus der Heimat verbannt hat, so muß er irgend eine Schuld auf der Seele, irgend eine Anklage zu fürchten haben und dieser aus dem Wege gehen. Wenn er aber wirklich unter diesen Umständen sich in der Welt umhertreibt, was mußte wohl aus ihm werden? Ein Vagabund, ein Ausgestoßener— ein Besitzer unbezahlter Wirtshausrechnungen— ein nächtlicher Besucher ehrlicher Häuser. Juliens Hand sank von seinem Arme, und in plötzlichem Verständnisse erhob sie ihr bleiches Antlitz. „Es ist so,“ fuhr er fort.„Sie sehen, wie die Sache steht. Die Geschichte mit jenem Herrn Schmitt gefiel mir durchaus nicht. Gestern fragte ich die Leute auf dem Postbureau, ob je Briefe unter seiner Adresse durch ihre Hände gingen, und sie sagten mir, dies sei häufig der Fall, Fräulein Butler überbringe sie stets persönlich. Nun traue ich aber dieser jungen Dame durchaus kein ordinäres Liebesspiel zu. Ist dieser Heinrich Schmitt nicht ihr Vater, so ist er dessen Agent; dies wolle ich mit meinem Leben verbürgen. Sie sehen, ich spreche in vollem Vertrauen zu Ihnen und hoffe, daß sie dasselbe erwidern. Durch gemeinschaftliches Handeln kommen wir eher zum Ziele. Irre ich nicht, so zeigen Sie keine Ueberraschung über die Idee, Herr Schmitt könne in den Lindenhof eingedrungen sein?“ (Fortsetzung folgt.) — Hirtenschreiben des hochwürd. Herrn Erzbischofs. (Fortsetzung.) 2. Gott der Herr, der die Welt geschaffen hat, vereinigt in sich, in seinem Wesen alle Vollkommenheiten, die in den Geschöpfen sich zerstreut finden, in unendlichem Maße. Wie die Sonne ein fortdauernder Herd des Lichtes und der Wärme ist und ohne Unterlaß von ihrer Fülle der Erde und den übrigen um sie kreisenden Planeten spendet, ohne selber Einbuße zu erleiden, so ist unser Herr und Gott die immerwährende, nie versigende Urquelle alles Seins, alles Lebens, aller Weisheit, alles Guten. Alles was da ist, alles, was lebt, die unvernünftige und die vernünftige Natur, die ganze Welt des Geistes mit ihrem Ahnen, Erkennen, Denken, ihrem Streben, Wollen, Lieben kommt von ihm, ist ein mehr odedr weniger matter Abstrahl seines Seins, seines Lebens, seines Geistes; er ist das persönliche Urbild jeglicher Vollkommenheit, jeglicher Schönheit, das höchste, schönste, unendlich vollkommene Gut. Gott ist ewig, das heißt, er ist erhaben über die Zeit. Die Zeit ist die Mitgift der vergänglichen Dinge, der Geschöpfe, die in beständigem Fluß sind und sich immerdar verändern; er kennt keine Veränderung, kennt keine. Vergangenheit, keine Zukunft, er ist nicht gewesen und wird nicht sein, er ist, und von diesem ruhigen, in sich gefestestten Standpunkt der Ewigkeit schaut er die Geschöpfe, die er ins Dasein gerufen, und ihre Tätigkeit, wie ein am Ufer des Meeres Stehender die Wogen betrachtet, die kommen und gehen. Gott ist unermeßlich, das heißt, er ist erhaben über den Raum. Der Raum oder die Oertlichkeit ist eine Mitgift der körperlichen Dinge, die an den Raum gebunden sind. Gott, der Herr der Geister, ist ein Geist. Wie die Seele im Körper ist, ohne selber vom Raum gemessen werden zu können, so ist er an allen Orten ganz und ungeteilt, die Körperwelt tragend, im Dasein erhaltend und doch nicht von ihr umschlossen oder umschließbar. Gott ist allwissend, allweise, allmächtig: kraft seiner Erkenntnis durchschaut er sich selbst, sein eigenes göttliches Wesen bis in die tiefsten Tiefen und schaut in sich wie in einem Spiegel die Dinge alle, die er kraft seines Willens ins Dasein gerufen hat, und die er in seiner Weisheit, jedes nach der ihm vom Schöpfer gegebenen Eigenart, zu dem von ihm gesetzten Ziele leitet. Gott ist unendlich heilig und gerecht, der Maßstab und die Richtschnur alles sittlich Guten. Sein heiliger Wille in seinem Wesen gründend, ist das unverbrüchliche Gesetz für die vernünftige Kreatur, die kraft ihrer von Gott gegebenen Freiheit dieses heilige Gesetz treten kann, dann aber unfehlbar der ungöttlichen Strafgerechtigkeit anheimfallt. Gott ist unendlich gütig, barmherzig und langmütig und liebt seine Geschöpfe alle, besonders diejenigen, die ihn erkennen können, die vernünftigen Kreatui n; er hat sie ins Dasein gerufen und hört nicht auf, ihnen Wohltaten zu spenden. Gott ist unendlich wahrhaft und getreu; kraft seines Weer niemals irre führen, kann er niemals habe euch nur an einige Vollkommenheiten Gottes erinnert, geliebte Erzdiözesanen, wie sie euch schon aus dem Katechismus bekannt sind. Alle aufzuzählen, ist unmöglich; denn Gott besitzt Vollkommenheiten ohne Maß und darum even heißr er das„unendliche Gut.“ Aber merket es wohl, alle diese einzelnen Vollkommenheiten, die wir Gott dem Herrn zuerwas, was von seinem Wesen unterschieden wäre, was nicht zu diesem Wesen gediese Vollkommenheiten, nicht in der Weise, wie etwa der Mensch diese oder jene Tugeno besitzt, die er sich angeeignet hat. Nein 5 ge, Ga## zeigem W en, ohne sie wäre er nicht Gott. Gott ist die Gesamtheit aller dieser Volloder vielmehr er ist eine einzige, unendliche Vollkommenheit; ja— noch genauer ausgedrückt— er ist in erhabener Einfachheit die selbs., die wir mit unserem schwaand m. nicht mit einem Male überschauen können und darum uns in verschiedene Teile zerlegen müssen. Gott ist das höchste, vollv. Schrift so schön und tiefsinnig sagt.„Ich bin der ich bin“— so läßt sie Gott den Herrn zu Moses am brennenden Dornbusch reden—„der ist da hat dich gesandt“(Er. 3, 14.) Seht, Geliebte, das ist der liebe Gott, unser Gott und unser Vater im Himmel, s# wie Vernunft und Glaube es uns Erzdiözesanen, wie .## m. e, a. n, und sollten wir nicht von Ehrfurcht auf die Knie fallen und Gott den Herrn anbeten ob seiner Majestät und seiner Herrlichkeit? der liebe Gott noch mehr als #######er Glaube, der sich auf Gortes Wahrhaftigkeit selber gründet, verstattet uns einen Blick in das innere Leben Gottes, wozu der sich selbst über rnand bes Nerschen nicht imstande kenn der letztere klai, daß der unendliche Gott von einem endlichen Geist, und wäre Sse i. asct Licht Serisen, werden kang, dacß 6s also in Gott dem Herrn Geheimnisse geben muß Aber welches Geheimnis der Schoß Gottes birat ## zu enthullen, ist des Menschen Verstand nicht fähig, das hat uns„derjenige erzählt dor im des Vaters ist:(Joh. 1, 18), Jesus Christus, der menschgewordene Sohn Gottes selber, und Vouender unseres Glaubens“ 12, 2.) Jor versteht schon, geliebte Erzdiözesanen, wovon ich rede; ich rede von dem Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Es giebt nur einen Gott, ein göttliches Wesen— das erkennt schon die Vernunft. Aber es giebt dreit göttliche Personen, der Vater, Sohn und Heiliger Geist Die erste Person, der Vater, selber ungezeugt und nicht hervorgegangen, zeugt von Ewigkeit her die zweite Person, seinen ihm gleichwesentlichen Sohn, und von beiden Personen, Vater und Sohn, geht als von einem Ursprung von Ewigkeit her die beiden gleichwesentliche dritte Person, der H. Geist, aus: drei göttliche Personen, aber nur ein Gott. Der Person nach sind sie unterschieden, aber in der Wesenheit sind sie gleich: gleich ewig, gleich mächtig, gleich vollkommen— die heilige Dreieinigkeit. Das ist das hehre Geheimnis, das schon im Alten Bunde angedeutet, das im Neuen Bunde klar geoffenbart ist. Es hängt innig mit dem anderen erhabenen Geheimnis unseres Glaubens zusammen, mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes Denn um uns zu erlösen, hat die zweite Person in der Gottheit, der Sohn, die menschliche Natur angenommen, sie mit der göttlichen Natur in der einen göttlichen Person des Sohnes Gottes verbunden und dadurch den menschlichen Handlungen die er verrichtete, und namentlich seinem Opfertod am heiligen Kreuze einen unendlichen Wert verliehen. Darum gerade hat der menschgewordene Sohn Gottes uns das Geheimnis der heiligen Dreifaltigkeit enthüllt und uns damit zugleich einen Einblick in die Unendlichkeit der Liebe, Güte und Barmherzigkeit unseres Gottes verstattet, wie die bloße Vernunft dazu niemals imstande war. Denn aus Liebe zu uns ist Gottes Sohn Mensch geworden und am Kreuze gestorben.„Darin— schreibt der h. Johannes(1. Joh. 4, 9)— hat sich die Liebe Gottes zu uns gezeigt, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben.“ So ist das Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit das Grund= und Stammgeheimnis unseres heiligen Glaubens. Auf seinen Namen, den Namen des heiligen dreieinigen Gottes, sind wir getauft. Diesen geweihten Namen sprechen wir aus, wenn wir zum Beginn des Gebetes das heilige Kreuzzeichen machen. In diesem Namen vollzieht die Kirche ihre Segnungen und ihre Weihungen. Dieses Geheimnis ist der Hort des Christen im Tode und seine Hoffnung für die Ewigkeit. Wenn wir auf dem Sterbebette liegen, so wird der Priester beten:„Hat er(der Sterbende) auch gesündigt, so hat er doch den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist nicht verleugnet, sondern an sie geglaubt“(Rit. Rom. ordo comm. animae.) Die Seligkeit des Himmels aber, die wir erwarten, besteht in nichts anderem, als in der beseligenden Anschauung des heiligen dreieinigen Gottes. Da habt ihr, geliebte Erzdiözesanen, was der Sohn Gottes,„der im Schoße des Vaters ist, uns von den Geheimnissen Gottes erzählt“ hat. Sollten wir nicht voll Entzücken aufjauchzen und mit dem Psalmisten sprechen: „Wer ist so groß wie unser Gott?... groß bist du und über alles lobwürdig“(Ps. 76, 14; 95, 4)? oder vielmehr demütig unser Angesicht verhüllen, wie Moses in der Wüste, als er die Gotteserscheinung hatte(Ex. 3, 6), und voll heiliger Ehrfurcht mit den Seraphim dem heiligen dreieinen Gott entgegenrufen:„Heilig, heilig, heilig?"(Isai. 6, onr Wohl ist die Lehre von der heiligen Dreifaltigkeit ein Geheimnis, das über die Vernunft erhaben ist. Aber es ist nur über die Vernunft, nicht wider die Vernunft, und daran zu glauben ist höchst vernünftig, weil dieser Glaube sich stützt auf das untrügliche Wort Gottes selbst. Die heiligen Kirchenlehrer, unter ihnen namentlich der große h. gustinus und der englische Lehrer, der h. Thomas von Aquin, haben das Geheimnis gegen Unglauben und Irrglauben machtvoll verteidigt, sind seinen Spuren in der Schöpfung und besonders im menschlichen Geiste forschend nachgegangen, haben die einzelnen Teile und Glieder desselben scharf geschieden und lichtvoll dargelegt. Aber das Geheimnis als solches zu enthüllen, stand nicht in ihrer, steht in keines geschaffenen Geistes Macht. Das ist uns vorbehalten für das Leben nach dem Tode. Denn dann„werden wir ihn schauen, wie er ist“— schreibt der h. Johannes(1. Joh. 3, 2.) Vom„Lichte der Herrlichkeit" durchleuchtet wird unser geistiges Auge das hehre Geheimnis schauen, „wie der ewige Vater, sich selber anschauend und erkennend, den ihm gleichwesentlichen Sohn zeugt, und wie der H. Geist, vom Vater und Sohn zeugt, gehend, als die gleichwesentliche persönliche Liebe beider den Erzeuger und den Erzeugten mit ewigem, unlöslichem Bande unter einander verbindet" (Cat. Rom. p. I. art. 1.) Seht da, geliebte Erzdiözesanen, unsere herrliche ewige Bestimmung; seht, das erwartet uns nach dem Tode! Wahrlich, wenn wir daran denken, dann verstehen wir es, wie der h. Paulus nach seiner Auflösung verlangte „um bei Christo zu sein“(Phil. 1, 23), und es legen sich wie von selbst die Worte des Psalmisten auf die Zunge:„Wie der Hirsch sich sehnt nach den Wasserquellen, also sehnt sich meine Seele nach dem starken, dem lebendigen Gott; wann werde Gotes:(Bö. 4.“ 1. Teinen vor dem Angesichte 4. Ich habe euch im Vorstehenden, geliebte Erzdiözesanen, in aller Kürze wieder daran erinnert, was ihr im christlichen Unterrichte vom lieben Gott gelernt habt, von seinem unendlich vollkommenen Wesen, von seiner heiligen Dreipersönlichnoch besser kennen lernen, so müßt ihr auf das schauen, was er für uns Menschen getan hat und fortdauernd tut, so müßt ihr namentlich erwägen, was der menschgewordene eingeborene Sohn des himmlischen Vaters für uns getan hat und was er fortdauernd tut in der von iym gestifteten Kirche. Das des weiteren auszuführen ist hier nicht der Ort. Allein ich mahne euch, daß ihr Sorge traget, in dieser Kenntnis Gottes euch immer mehr zu vervollkommnen. Heutzutage ruft alles nach Wissen und Wissenschaft Und gewiß sei es fern von mir, die weltliche Wissenschaft zu tadeln oder ihren Wert zu unterschätzen: sie kommt von Gott und führt, wenn sie in der rechten Weise betrieben wird, wieder zu Gott Gewiß wünsche und billige auch ich es, daß unsere Jugend, ihrem Fassungsvermögen entsprechend, auf höheren oder niederen Schulen recht gediegene ennrnisse auf den verschiedenen Gebieten menschlichen Wissens sich aneigne. Ich wünsche und billige oaß namentlich unserem arbeitenden Volke nächst der gründlichen Schulung in alle dem, was zum engeren Berufe gehört, entsprechende Gelegenheit zu weiterer, vielseitiger Ausbildung geboten werde. Ich kann nicht anders als wünschen, daß die Katholiken auf keinem Gebiete menschlichen Wissens und Könnens mit Recht als„rückständig“ bezeichnet werden, wobei ich freilich nicht verschweigen will, daß mit diesem Wort, welches man zu einer Art von Schlagwort zu stempeln beliebt hat, recht viel Mißbrauch getrieben worden ist und getrieben wird. Aber bei alledem bleibt bestehen, und man kann es namentlich in unserer Zeit, die vielach über das Maß hinaus den irdischen, vergänglichen Interessen zugewandt ist, nicht laut genug betonen und nicht oft genug wiederholen: die höchste die edelste und— die notwendigste Wissenschaft ist die Wissenschaft, die von Gott handelt und von den göttlichen Dingen:„Die mindeste Kenntnis in dieser Wissenschaft ist— wie der oben genannte hl omas von Aawin mit den Worten eines heidnischen Weltweisen treffend sagt— erstrebenswerter als die allersicherste Kenntnis geringerer Dinge“ (Sum. th. I. qu. 1. a 5).„Die Weisheit Gottes —.so spricht der Heilige Geist im Buche der Weisheit(8, 16)— hat in ihrem Umgang nichts Bitteres und in ihrer Gesellschaft nichts Widriges, sondern Frohsinn und Freude.“ Denn„das ist— nach den Worten des Herrn im h. Evangelium(Joh. 17, 3) —(schon hienieden) das ewige Leben, daß sie dich erkennen, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast. Jesum Christum.“ Und diese Wissenschaft ist für den Menschen die notwendigste Wissenschaft, denn sie ist die Wissenschaft des Heiles, jene Wissenschaft, die ihn sein Ziel kennen lehrt und zu diesem Ziele führt.„Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden leidet an seiner Seele.“(Matth. 10, 26)? Daher sucht euch, geliebte Erzdiözesanen, vor allem in dieser, in der heiligen Wissenschaft, in der Kenntnis Gottes immer mehr auszubilden. Kommt zu dem Ende gern des Sonntags= und Feiertags in die Predigt, wo das Wort Gottes verkündet wird: „Wer aus Gott ist, höret Gottes Wort.,(Joh. 8, 47). Wohnet fleißig dem christlichen Unterricht an den Sonntag=Nachmittagen bei. Leset in religiösen Büchern und Schriften, leset namentlich immer und immer wieder im Katechismus; er ist nicht blos für die Jugend bestimmt, er ist vielmehr das echte, goldene Volksbuch, in welchem die tiefsten Wahrheiten in schlichtester Form vorgebracht werden, faßbar für den Geist des Kindes und doch auch wieder ein Gegenstand ernsten Nachdenkens für den gebildetsten Verstand. Ihr Eltern werdet gewiß darauf halten, daß eure Kinder in den Schulen etwas Tüchtiges lernen, damit sie mit Ehren durch die Welt kommen. Aber beachtet namentlich, daß sie die Wissenschaft des Heiles erlernen: sehet zu, daß sie in der Schule fleißig sind für den Religionsunterricht, daß sie den Katechismus, die biblische Geschichte, die sonn= und festtäglichen Evangelien, wie Lehrer und Priester eure Kinder dazu anleiten, dem Gedächtnis einprägen; erkundigt euch, ob sie aufmerksam sind im Religionsunterricht, seid darum doppelt aufmerksam in dieser Hinsicht, wenn die Kinder den Vorbereitungsunterricht für erste heilige Kommunion besuchen. Schickt eure Kinder auch, und besonders die aus der Schule entlassenen, in die sonntägliche Christenlehre, und wenn sie nicht mehr zu Hause, sondern in der Fremde weilen, traget Sorge, daß sie auch dort Predigt und Religionsunterricht nicht vernachlässigen. Gerade die heranwachsende Jugend hat die religiöse Unterweisung nötig. Darum hat mit Recht der Religionsunterricht auch in unseren höheren Schulen seine gewiesene Stelle. Darum wird in den verschiedenen Vereinen, die für die heranwachsende Jugend der arbeitenden oder gewerblichen Kreise bestehen— Lehrlingsvereine, jugendliche Arbeiter=, Gesellen=, Dienstboten=, Arbeiterinnen=, kaufmännische Vereine, Kongregationen—, auf die Erweiterung und festere Begründung der Religionskenntnisse Wert gelegt. Darum wird auch in den sogenannten Fortbildungsschulen, wie sie in verschiedenen Städten für die aus der Volksschule entlassene Jugend eingerichtet sind, durchgängig Gelegenheit zur Beteiligung am Religionsunterrichte geboten, und ich kann nur wünschen, daß dieses überall geschehe und daß Eltern, Meister und sonstige Vorgesetzte mit Strenge darauf halten, daß die Zöglinge sich daran beteiligen. Soll das kommende Geschlecht imstande sein, den allerwärts drohenden Stürmen Widerstand zu leisten und mit dazu beizutragen, den Bestand der auf Recht und Sitte ruhenden menschlichen Gesellschaft zu schirmen, so muß es jetzt, in der Zeit der Entwickelunng, namentlich in der Kenntnis und Uebung der Religion gefestigt werden. (Fortsetzung folgt.) Von Nah und Fern. —h Zons, 27. Febr. Gemeinderatswahl. In der am 25. ds. Mts. stattgehabten Gemeinderatssitzung wurden zunächst die neugewählten Herren Kolvenbach, Rodewig, Nußbaum, Worringen und Stelzmann eingeführt. Die notwendig gewordene Nachwahl eines Gemeindeverordneten der 3. Klasse ist auf den 15. März anberaumt. Nach Erledigung von Kommissionswahlen erstattete Herr Bürgermeister Kohl den Verwaltungsbericht für das Jahr 1904 und legte sodann den neuen Etat vor, der in Einnahme und Ausgabe mit 34600 Mark abschließt. Der Gemeinderat setzte denselben nach dem Voranschlage fest und beschloß wie bisher an Kommunalsteuern 133½%. Zuschläge zur Einkommensteuer, 100% Betriebssteuer und 200% Realsteuern zu erheben. Als Beihülfe zu den Anschaffungskosten für Hebammeninstrumente wurde den beiden Bezirkshebammen ein Betrag von je 10 Mark bewilligt. Von den in der sog. Rinderweide stehenden Pappeln sollen am 8. März, vormittags 11 Uhr, im Rathaus zu Zons 12 Stück öffentlich versteigert werden. Interessenten erfahren Näheres durch den Bürgermeister. * Düsseldorf, 27. Jan. Eine in der Zitadellstraße wohnhafte Ehefrau fand am Samstag Vormittag ihre am Anfang diesen Monats geborenen Zwillingskinder, einien Knaben und ein Mädchen, tot im Bette vor. Da der hinzugerufene Arzv es nicht für ausgeschlossen hielt, daß die Kinder erstickt seien, wurde die Ueberführung der Leichen zum Nordfriedhof angeordnet. * Düsseldorf, 27. Febr. Eine am 26. Januar d. Is. zu Paris gegründete Aktiengesellschaft mit einem Aktienkapital von dreieinhalb Millionen Franken, die Kompagnie Immobilière de Düsseldorf, hat von dem Fabrikbesitzer Dr. Walter ein Terrain von rund zwei Millionen Quadratmeter Grundbesitz in unmittelbarer Nähe der Stadt Düsseldorf, zwischen Eller und Gerresheim gelegen, sowie eine dort befindliche Baumaterialienfabrik angekauft. Das Terrain, das zu drei Viertel für Wohnhäuser und zu einem Viertel für industrielle Neuanlagen bestimmt ist, soll sofort erschlossen werden. * Oppum, 26. Febr. Gestern Abend sprang die erst vor einigen Monaten von Krefeld nach hier verzogene kinderlose Familie Kolonialwarenhändler L., Schönwasserstraße, in selbmörderischer Absicht in den Rhein. Während dem Manne sein Vorhaben gelang, besann sich die Frau eines Bessern und sie vermochte sich auch wieder aus dem Wasser zu retten. Schlechter Geschäftsgang und damit zusammenhängende Zahlungsschwierigkeiten scheinen die Veranlassung der beklagenswerten Tat gewesen zu sein. * Elberfeld, 27. Febr. Am Samstag Abend wollte die Frau des Arbeiters Friedrich Luigi aus Langerfeld ihren in Barmen arbeitenden Mann abholen. Auf dem Wege wurde die Frau von einem Herzschlage getroffen und sank tot nieder. Die so jäh Verstorbene hinterläßt ihrem Gatten 4 unmündige Kinder, von denen das älteste 10 Jahre alt ist * Köln, 27. Fedr. Die Stadterweiterung bezw. der Erwerb des Festungsgeländes durch die Stadt war der Gegenstand vorläufiger Besprechungen, die Ende voriger Woche zwischen einem höheren Offizier aus dem Kriegsministerium und einem Geheimrat aus dem Finanzministerium im Rathause stattfanden. Ueber den Inhalt und Verlauf der Verhandlungen ist, der„Köln. Volksztg.“ zufolge, nichts bekannt geworden. * B o c h u m, 2 7. F e b r. D e r f r ü h e r e n S p e n d e f ü r die notleidenden Bergleute hat Stinnes(Mülheim) eine neue hinzugefügt und zwar für die Belegschaften der Deutsch=Luxemburgischen Bergwerksund Hüttenaktiengesellschaft. Die Bergleute der Dannenbaumschächte erhielten 18000 Mark, die der Zeche Prinzregent 8000 Mark. Auf dem Schachte 3 hat die Gewerkschaft Konstantin der Große heute für 8000 Mark Naturalien an die Bergleute verteilen lassen. * Bochum, 27. Febr. Der Gefängnisinspektor Stoeß wurde seinerzeit auf Grund der Aussage einer Gefangenen wegen Verbrechens im Amte zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Mann hatte fortgesetzt seine Unschuld beteuert; er mußte die Strafe abbüßen, wurde aus dem Amte entlassen und fristete nun sein Leben als Schreibegehülfe. Vor einiger Zeit hat die Frau zugegeben, daß sie einen Meineid geleistet habe. Auf Grund dieses Geständnisses konnte die Wiederaufnahme des Verfahrens in der Sache Stoeß eingeleitet werden. Jetzt ist Stoeß freigesprochen worden. Auch hat das Gericht in einem besonderen Beschluß die Verpflichtung der Staatskasse zur Entschädigung ausgesprochen. Caternberg, 25. Febr. Man soll nicht versuchen, ein Zirkuspferd an einen Leichenwagen zu spannen. Diese Erfahrung machte Sonntag Vormittag ein Unternehmer von hier, der die Leichenfuhren besorgt. Ein Tier seines Gespannes war krank geworden, und er beschaffte sich Aushilfe von einem Gelsenkirchener Pferdeverleiher. Dieser gab ein Tier her, das eine glänzende Laufbahn in der Zirkusarena hinter sich hatte. Das Aushilfstier kam an, sollte an den Leichenwagen gespannt werden— da erblickte es auf einmal in der Nähe einen Tanzsaal, an dessen Giebelwand eine Treppe hinaufführt. Diese Treppe sehen, sich der früheren Künstlerlaufbahn erinnern und die 23 Stufen im zierlichen Tänzelschritt ersteigen, war dem gelehrten Gaul das Werk kürzester Frist; aus dem Saalfenster blickte er höhnisch auf seinen ratlosen Herrn herab. Dieser besorgte sich in der Eile eine andere Aushilfe und stellte Aufsicht zu dem Ausreißer, welcher dann später mit Seilen auf schräggestellten Bohlen aus dem Saalfenster hinabgelassen wurde, da man den Abstieg auf der Treppe für das Tier zu gefährlich hielt. Der Ausreißer ist zur Zeit wieder in Gelsenkirchen; sein Besitzer ist sich noch nicht klar darüber, ob er ihn nach dieser Glanzleistung wieder in die Arena zurückkehren lassen soll. * Dortmund, 27. Febr. Zwei Kinder, die vor einer in der Münsterstraße aufgestellten Schiffsschaukel spielten, gerieten in dem Augenblicke auf das Straßenbahngleise, als ein Motorwagen der Straßenbahn herankam. Eines derselben konnte sich noch retten, während das 5 Jahre alte Töchterchen der Eheleute Wachsmann, Nordstraße, unter die Räder geriet und vor den Augen der zahlreichen Straßenpassanten in Stücke gerissen wurde. * S i e g e n, 2 5. F e b r u a r. E i n e g r o ß e Z e r s t ö r u n g hat das während der Nacht andauernde Schneewetter an den Fernsprechleitungen angerichtet. Die Isolatorenständer auf den Dächern waren heute Morgen durch die Last des an den Drähten haften gebliebenen Schnees teilweise umgefallen und die Drähte gerissen. Die Straßen waren kaum zu passieren. Vielfach entstand Kurzschluß. Vom hiesigen Postamte wurden von Dortmund drei Hülfskolonnen zur Wiederherstellung der Leitungen herbeigerufen. Auch in den Wäldern hak der Schneefall erheblichen Schaden angerichtet, eine Menge Bäume haben durch Schneebruch stark gelitten. * Leidenborn(Kr. Prüm), 25. Febr. Den Mut noch nicht verloren hat ein hiesiger 65jähriger Uhrmacher, welcher, nachdem er Witwer von 4 Frauen ist, jetzt wiederum auf dem Standesamte erschien, um zu erklären, er wolle zum fünften Male das Joch der Ehe auf sich nehmen. Da der Tod ihm seine bisherigen vier preußischen Frauen entrissen hat, will er diesmal das Glück mit seiner Braut, einer 42 Jahre alten luxemburgischen Witwe, versuchen Bemerkenswert ist, daß das Brautpärchen sich erst am Abend vorher zum ersten Male gesehen und kennen gelernt hat. * B i n g e n a. R h r., 2 6. F e b r. I n d e r v o r v e r gangenen Nacht verübten in einem hiesigen Hotel ein Herr und eine Dame Selbstmord, indem sie sich erschossen. Beide sind aus Ludwigshafen. Berlin, 27. Febr. Ein Kassenbote der Deutschen Bank, welcher ½ Million Mark in einem Leinwandbeutel bei sich trug, wurde heute von einem hinter ihm herkommenden Individuum hinter einer katholischen Kirche überfallen. Das Individuum warf dem Manne eine handvoll Schnupftabak in die Augen, sodaß derselbe vollständig geblendet war. Der Versuch des Räubers scheiterte daran, daß die Verwaltung der Deutschen Bank den Kassenboten, die größere Beträge fortbringen, stets zwei Leute zur Deckung mitgibt. Die Begleiter packten den Kerl und hielten ihn solange fest, bis er zur Wache transportiert wurde. Die Persönlichkeit des Täters ist bisher nicht bekannt. * München, 27. Febr. Der Raubmörder Allramseder, welcher heute vor einem Jahre den Doppelmord in Ebersberg begangen hatte, ist heute früh hingerichtet worden. Kurz vor der Hinrichtung gestand er das Verbrechen ein. Trient, 25. Febr. Im südöstlichen Alpengebiel bis Udine, sind starke Schneefälle niedergegangen, die Verkehrsstörungen und Lawinenstürze verursacht haben. Bei Sappada in den Venetianer Dolomiten wurden dadurch zwei Menschen getötet. Durch Lawinenstürze sind die Straßen im Cadore= und Agordotal gesperrt, woselbst das Unwetter noch fortdauert. * N e w y o r k, 2 7. F e b r. I n N e w= O r l e a n s r i c h t e t e ein Brand für über 20 Millionen Mark Schaden an. Die Stuyvesant=Docks und die Endstation der Illinois Zentralbahn, im ganzen zwölf Blöcke von Gebäuden und Ladeneinrichtungen und Schuppen sowie zwei Getreideelevatoren, lauter Gebäude, modernster Bauart sind mehr oder weniger vollständig zerstört. Infolgedessen wird die Getreideausfuhr an diesem Punkte unterbrochen.— In Wilcoe(Westvirginien) wurden durch eine Explosion in einer Grube der United States Coal and Coke Company 25 Bergleute getötet; die Leichen von 15 von ihnen sind geborgen. bezw. Stadt en, die Offin Gethause uf der folge de für lheim) Veleg= werksder die der ichte 3 heute e verpektor ea ite Mann mußte llassen hülfe. aß sie dieses VerJetzt s Gehtung ochen. veren zu Vorichenwar e von r gab n der fstier wereinen hinheren n im elehrSalherrn ndere eißer, ellten uurde, Tier noch lanzlassen e vor hiffse auf n der onnte chterunter eichen irung hanee Die heute saften d die zu1 Vom drei ingen den eine * geMut Uhranen chien, das seine hat, einer ichen. erst und rverHotel e sich Deutinem von hinIndiaupf1 geiterte k den stets leiter bis rsönIIIden heute rrichjebiel igen, erurDolodurch und noch * 8 P 3 Lokales. Reuß, 28. Febmuar. X Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 6 Grad über Null, miedrigste in vergangener Nacht 1/ Grad über Null, heute Morgen 2 Grad über Null. Barometer 1 Millimeter gefallen. Wind westlich. * Der„Neußer Bürger=Verein“ hält am nächsten Samstag, wie alljährlich, seine KarnevalsSitzung. Die Vorbereitungen zu dieser Festlichkeit sind in vollem Gange und versprechen die Anmeldungen der Redner und Liederdichter, den Mitgliedern mit ihren Damen einen vergnügten Abend. Auch wird die Sitzung, wie im Annoncenteil zu ersehen ist, punkt 8 Uhr 11 Minuten beginnen und sorge daher jeder dafür, sich pünktlich einen Platz zu verschaffen. Es haben nur Mitglieder und deren Frauen, sowie durch Mitglieder eingeführte Fremde Zutritt. Neue Mitglieder wollen sich bei den Bezirksvorstehern oder Zümer“ melden. * Erhöhung der Fahrpreise nach Düsseldorf. Infolge anderweitiger Linienführung der Eisenbahnstrecke Neuß=Düsseldorf, treten nach einer Mitteilung der Königlichen Eisenbahndirektion Köln vom 1. Mai 1905 ab im Personen= und Gepäckverkehr bei Beförderung über genannte Strecke durchweg Erhöhungen der Fahrpreise um 5 bis 30 Pfg. ein. ( Diebstahl. Einem Arbeiter wurde in seinem Logis die Wäsche und verschiedene andere Sachen gestohlen.— Aus einer Wirtschaft an der Krefelderstraße wurde ein Ideal=Fahrrad gestohlen. Das Rad hat schwarzen Rahmenbau und Felgen, gerade Lenkstange, Handbremse und ist die Glocke an der Querstange befestigt. )( In einem hiesigen herrschaftlichen Hause wurde an der Gasleitung gearbeitet. Ohne hiervon vorher die Hausbewohner zu benachrichtigen, wurde der Hauptkrahnen ausgedreht, so daß die Oefen im Hause unbemerkt erloschen. Als später der Hauptkrahnen wieder geöffnet wurde, strömte das Gas in die Zimmer und einer der Hausbewohner wurde von dem ausströmenden Gas völlig betäubt. Glücklicherweise fanden Familienangehörige den Ohnmächtigen schon bald vor und konnte noch eben größeres Unglück vermieden werden. * J u b i l ä u m. S e i n 2 5 j ä h r i g e s J u b i l ä u m i m Dienste der Firma W. Neidhöfer Wwe. feiert heute der Faktor Peter Löhler. Eine 25jährige Tätigkeit bei ein und derselben Firma stellt dem Jubilar, wie der Firma selbst ein gleich ehrendes Zeugnis aus. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch eine lange Reihe von Jahren in Gesundheit und Rüstigkeit in seiner Tätigkeit verweilen zu können! z. Christlicher Holzarbeiterverband. Sonntag, den 26. Februar, hielten die Mitglieder der hiesigen Zahlstelle ihre Versammlung, welche auch vom Ar beitersekretär Herrn Dedenbach besucht wurde. Der selbe hielt einen interessanten Vortrag über„Tarif gemeinschaften resp.. Tarifverträge." In klarer Weise schilderte er Nutzen und Notwendigkeit der Tarifverträge zur Schaffung und Erhaltung des sozialen Friedens zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, für das gesamte wirtschaftliche Gebiet. Um Lohntarife zur Annahme zu bringen, ist in erster Linie erforderlich, daß die Arbeiter sich organisieren und in ihren Berufsverbänden zusammenschließen, da sie in anderer Form ihren Forderungen wohl kaum Geltung verschaffen werden. (Eingesandt.) ) Im Glockhammer geriet vorvergangene Nacht ein junger Herr in ein dortiges Schaufenster und zog sich eine bedeutende Verletzung an der Hand zu. Am folgenden Morgen zeigte eine große Blutlache noch die Unfallstelle an. ) Radau. Ein Tagelöhner schlug vergangene Nacht in den verschiedenen Straßen Radau. Als ein Polizeibeamter ihn zur Ruhe verwies, wurde er gegen diesen tätlich und machte von einem Schlagringe Gebrauch. Der Radaubruder kam hinter die schwedischen Gardinen. —“ Falsches Geld. Falsche Talerstücke sind zur Zeit nach Meldung dortiger Blätter in Düsseldorf im Umlauf. Die Falsifikate tragen das Bildnis König Wilhelms von Preußen, die Jahreszahl 1866 und das Münzzeichen A. Also Vorsicht! (!) Apollotheater. Der im Apollotheater zu Düsseldorf am nächsten Mittwoch, den 1. März eintretende Programmwechsel wird als besondere Attraktion Merians weltberühmtes Bauern HundeTheater aufweisen, in welchem zum ersten Male „Ein treuloses Weib“, Hunde=Dorfcomödie in drei Bildern von Philax zurAufführung gelangt und vorvoraussichtlich auch hier mit demselben Beifall aufgenommen werden, den es überall gefunden hat. Im Uebrigen machen wir auf die 4 Athletas, 4 Damen mit einem athletischen Akt, die japanischen Equilibristen Yamamoto und Kohoshi, die grotesken Akrobaten Brothers Martiné, den TrapezBalance=Akt von H. A. Alfons, die 5 Langonells, ein Damen=Gesangs= und Tanz=Ensemble, das Camaras=Trio, eine Vereinigung von Hand- und Kopfequilibristen, eine excentrische französische Soubrette Mlle Présina und den Verwandlungstänzer Mar Waldon aufmerksam. Als Humorist wird sich Hermann Mestrum vorstellen, ferner Caesar der gedankenlesende Hund(in Genre des „klugen Hans“), außerdem finden wir noch die Konzertsängerin Gisela Werther im Programm vertreten. Der Kosmograph bringt eine neue interessante Bilderserie. Telegraphische Depeschen. febr. Das„Leipz. Tagebl.“ erfährt gestrig Freunde unserer Zeitung bitten wir um Weiterempfehlung in Bekanntenkreisen, ev. um gefl. Einsendung von Adressen, an die wir Probenummern zum Zwecke der Empfehlung des Abonnements versenden können. Vermischtes. Leipzig, 27. J———„ authentisch, daß nach dem gestrigen Vortrage des Justizrats Körner beim Könige der Hof in der Montignose=Angelegenheit nichts mehr veröffentichen wird. Er verabscheut es, die peinliche Sache nochmals öffentlich zu berühren, und hofft daß die Gemüter sich auch so beruhigen werden. Die Gräin erhält ihre Bezüge vom Hofe weiter. Rom, 27. Febr. Die Obstruktion der Eisenbahnangestellten dauert hier fort, ebenso in Neapel, Mailand, Florenz, Ancona, Reggio(Calabrien) und in einer Reihe kleinerer Städte. Infolge dessen mußte die Abfahrt vieler Züge nach Neapel, Civitavecchia und Frascati eingestellt werden. Die Geleise des hiesigen Bahnhofes sind überfüllt. Die ankommenden Züge müssen an der kleinen Haltestelle Trearchi, zwei Kilometer vor Rom lange anhalten. Die meisten Reisenden ziehen es vor, die Strecke zu Fuß zurückzulegen. Die Wartesäle des Bahnhofes glichen gestern Abend Biwaks. London, 27. Febr. Ein Lloyd=Telegramm aus Kapstadt meldet: Der englische Dampfer„Dee“ auf der Fahrt von Kapstadt nach Angra Pequena begriffen, ist bei der Possessions=Insel gescheitert. Man glaubt, daß alle Mann an Bord umgekommen und Schiff und Ladung verloren sind. Weizen per 100 Kilo 1. Qual. *.* Roggen per 100 Kilo 1. Qual. *.* ∆ 17 80 17 30 14 60 14 10 14 20 3.08—4,00 3.80—480 K 520 " 22.— „ 2 4.— 2.50 80 Hedwig Niemann=Rabe geisteskrank! Die ehemals gefeierte Schauspielerin Frau Hedwig Niemann=Rabe hat wegen völliger Nervenzerrüttung in die Mendelsche Heilanstalt zu—... Mn m Pankow überführt werden müssen. Nach der„Berl. Amtliche Fruchtpreise zu Neuy am 28. Februar. Ztg.“ machten sich seit längerer Zeit bei Frau Nie= 4 3 mann, als Folgen ihres früheren aufreibenden Berufes, nervöse Störungen bemerkbar. Eine längere ärztliche Behandlung in ihrem Heim vermochte in diesem Zustande keine Besserung herbeizuführen. Ihr Befinden verschlimmerte sich im Gegenteil sehr. Auf Anraten des behandelnden Arztes wurde daher die bedauernswerte Künstlerin in eine Heilanstalt übergeführt. * Z w e i m a l g e y a n g t. E i n e f u r c h t b a r e Szene ereignete sich dieser Tage bei der Hinrichtung eines Frauenmörders in Bridgeton, New-Yersey. Als der Mann erhängt werden sollte, riß das Seil, das um seinen Hals lag, und der Mörder fiel zwölf Fuß herab. In Gegenwart von 2000 Zuschauern lag er auf dem Boden und wand sich vor Schmerzen. Das Publikum wurde bei diesem Anblick wütend und verlangte, daß die Hinrichtung unter lassen würde. Der Richter aber wollte, daß der Mörder die Strafe für sein Verbrechen erdulden sollte, und reichte den Männern auf dem Schaffot das Ende des Seils. Nun wollte die Menge den Richter lynchen. Dies wurde durch ein starkes Po lizeiaufgebot verhindert. Der Scharfrichter und seine Gehülfen zogen das Seil durch eine Oeffnung im Galgen und zogen den Körper hoch, bis ein Arzt feststellte, daß der Tod eingetreten war. * Der„Yankee doodle“ ein Schwälmer Tanz? Ueber die Entstehung des„Yankee doodle,“ des ältesten amerikanischen Nationalliedes, ist völlig Sicheres bisher nicht ermittelt worden Der unbedeutende Text interessiert uns bei dieser Frage weit weniger, als die eigenartige Melodie, die am wahrscheinlichsten von einem Militärmarsch hergeleitet wird, den die hessischen Soldtruppen während des amerikanischen Freiheitskrieges zu spielen pflegten. Hier setzt nun eine interessante Vermutung ein, die Johann Lewalter, der ver dienstvolle Sammler der niederhessischen Volkslieder und Herausgeber der Schwälmer Tänze, in einem Aufsatz der Zeitschrift„Hessenland“(1905, Nr. 2) ausspricht und begründet. Das eingehende Studium der berühmten Schwälmer Tänze, die er zum erstenmal gesammelt und veröffentlicht hat führt ihn auf die eigenartige Aehnlichkeit hin, die der„Yankee doodle" nach Form, musikalischem Wesen und Rhythmus mit den echten„Schwäl mern“ aufweist, eine Aehnlichkeit, die so groß ist daß, als im Herbst vergangenen Jahres bei der Kirmes im Schwälmer Dorfe Vasenberg der„Yan kee doodle“ ohne Vorwissen der Schwälmer Bur schen und Mädchen auf Lewalters Veranlassung als Schwälmer Tanz gespielt wurde, diese danach tanzten, wie nach einem der ihnen bekannten„Schwäl mer". Nun ist erwiesen, daß im Jahre 1776 das Haupt=Werbe=Depot für die bessischen Soldtruppen in dem bekannten Schwalmstädtchen Ziegenhain war. Es ist also in hohem Grade wahrscheinlich, daß die aus der Schwalm ausgehobenen Rekruten die ihnen von Kindheit an wohlbekannte und beim Tanz lieb gewordene Melodie eines Schwälmer Tanzes mit hinübergenommen und das ihre Spielleute sie dort mit Trommeln und Pfeifen als Marsch gespielt haben, dessen frische, volkstümliche Weise bald allgemein beliebt wurde und sich zu einem Nationallied entwickelte, für das ein Text leicht gefunden war. Nach dieser Annahme, die zweifellos viel für sich hat, wäre denn also die Melodie des bekanntesten Liedes der Amerikaner hessischen Bauern zu verdanken. schritt kaum verkennen, da winzige Anerbietungen nur mühsam unterkamen. Hafer war im Lieferungshandel etwas bill ger käuflich, doch unbelebt. Greifbares Getreide wird andauernd vernachlässigt. Rüböl ist nicht sonderlich beachtet worden, obwohl Verkäufer etwas gefügiger waren als vorgestern. Hamburg, 27. Febr. Weizen ruhig, Mecklenburger und Ostholsteiner 175—178. Roggen ruhig, Mecklenburger und Altmärker 145—148, russ. cif 9 Pud 109,00. Gerste ruhig, südruss. eif 95½. Hafer fest, Holsteiner und Mecklenburger 146—153. Mais ruhig, runder amerikan. 96¾, La Plata cif 000. Rüböl fest, 49. Sviritus matt, Fedr. 26 G., Febr.=März 26 G., März=April 26 G. Kaffee ruhig, Umsatz 2000 Ballen in greifbarer Ware. Petroleum ruhig, 5.80. Salpeter ruhig, vorr. 10,50, März 10.50, Mai 10,22½. Hamburg, 27. Febr. Kaffee behauptet, März 36½, Mai 37, Sept. 37¾, Dez. 38½ G. Antwerpen, 27. Febr. Getreide. Weizen amerikan. Winter: 00,00—00,00, La Plata= 16,50—18,75, russischer 17,75—18,75, Donau= 16,50—18,87, Roggen russischer 13.75—14,37, Hafer 12,87—14,00, Gerste Futter= 12,12.— 12,50, kaliforn. 15,50—15,75, Mais Odessa= 16,25—16,50, La Plata. 13,12—00,00, Cinquantino= 8,00—8,25, gem. amerik. 11,62—11,75 Frcs. Antwerpen, 27. Febr. Kaffee behauptet, März 45¼, Mai 45¾, Juli 46 ¼, Sept. 46¾. Antwerpen, 27 Febr. Petroleum, Type weiß, vorr. Frs. 18½ bB., Febr. 18½ B., März 18¾ April 19 B. Antwerpen, 27. Febr. Schmalz, amerikanische Marke Wilcox, vorr. Frcs. 86, Febr. 00, März 85¾, Sept. Paris, 27. Febr. Weizen matt, Febr. 22,85, März 23,60, März=Juni 23,35, Mai=Aug. 23.55. Roggen Hafer per 100 Kilo„ Kartoffeln per 50 Kilo Heu per 50 Kilo..... uzernerheu per 50 Kilo Maschinenstroh per 500 Kilo„ Flegeldrusch per 500 Kilo„„ Zutter per Kilo Eier(100 Stück)„ 11.— Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämtlicher Fruchtgattungen unverändert. Eier 1 A niedriger, Neuß, 28. Februar. Raps per 100 Kilo 1. Qual.„„ 20 25 2.„„„" 19 25 Aveel per 100 Kilo" 19 25 Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. (ohne Faß) 49 25 Rüböl per 100 Kilo faßweise(ohne Faß) 50 75 Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 J4 höh. als Rüböl Rübkuchen per 1000 Kilo waggonweise „ in kleineren Partien Kleien per 50 Kilo Rübsl und Kuchen unverändert. Köln, 27 Fedr. Rüböl in Partien von 5000 Kil. 49 50 B., Mai 49,50 B., 48,00 G. Köln, 27. Fehr Fruchtmarkt. Keine Zufuhr. Heu 7,40—9.00, Maschinenstroh(Roggen) 4,20, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,50—0,00, Krummstroh 3,80 die 100 Kil. Duisburg, 27. Fehr. Fruchtmarkt. Weizen, inländischer 18,00—18,25, Donau 18,25—19,25, Schwarzmeer 18,20—19,50, Asow 18,20—19,50, amerik. 18,60—19.60. Roggen, inländischer 14,75—15,20, Donau 00,00— 00,00, Schwarzmeer 15,35—16,20, Asow 15,85—16,20. Hafer, inländ. 13,75—14,20, Donau 00,00—00,00, russ. 13,90—15,20. Futtergerste russ. 12,20—12,50, rumän. 00,00—00,00. Mais, amerik. 11,75—12,25, Donau 00.00 —00,00, Cinquantino 00,00—90,00, russ. 14,25—15,00. Buchweizen 16,00—17,10. Weizenmehl Nr. 000 23,25— 24,00, Nr. 00 22,50—23,00. Roggenmehl Nr. 0 19,25— 20,00, Nr. 0/1 18,.50—19.00. Bollmehl 11,75—12.20, Grand 9,75—10,30, Kleie 10,25—10,75 4 incl. Sack. Alles die 100 Kil. Essen, 27. Febr. Getreidemarkt. Weizen, inländ. 17,50—18,00, fremder 18,50—19,50. Roggen inländ. 14.25 —1475, fremder 15,50—16,50. Hafer, inländ. 00,00, fremder 14,50—16,25, Buchweizen 16,50—17,25. Futtergerste 1250—13,25. Mais 12,00—17,80. Weizenvorschuß 23,50—24,25, Roggenvorschuß 19,75—20,50, Weizenkleie 10,00—10,50# Alles Frachtgrundlage Essen die 100 Kil. ohne Sack, bei Abnahme von Doppelladungen mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Magdeburg, 25. Febr. Kartoffel=Spiritus. 70er Kartoffel=Spiritus prompt und Mär 44 69,40, April 69,80 für 100 Liter reiner Alkohol vom Speicher unter freier Vorhaltung der Gebinde. Magdeburg, 27 Febr Kornzucker 88%00,00—00,00, 75% 00,60—00,00, ruhig. Die Notierungen in Raffinaden sind gestrichen, weil der Markt geschäftslos. Rohzucker zur Durchs. bordf. Hamburg Febr. 31,00 B. 30.70 G., 00,00 bz., März 31,00 B., 30,85 G., 00,00 bz., April 31,15 B., 31,05 G., 00,00 bz., Mai 31,30 B., 31,20 G., 00,00 bz., Aug. 31,35 B., 31,25 G., 00,00 bz., still. Berlin, 27. Febr. Fruchtmarkt. Weizen Mai 170,25, Juli 180,00, Sept. 176,75. Roggen Mai 145,50 Juli 146,00, Sept. 000,00. Hafer Mai 140.25, Juli 139.50. Mais Mai 118,25, Juli 11725. Rüböl Mai 48,30, Okt. 49.50 Wetzenmehl 21,25—2359. Roggenmehl 16 89—18,10, Mai 00,00 M Es liegt nichts vor, was das Angebot von Weizen häue veranlassen können, seine Zurückhaltung aufzugeben. Es gelang daher, die Weizenpreise trotz höchst beschränkten Verkehrs gegen Verschlechterung zu schützen. Roggen ließ hingegen eine geringe Neigung zum RückFamilien=Nachrichten. Geboren: Hrn. Rechtsanwalt Johannes Geller in Neuß 1 K — Hrn. Irtz Adam jr. in Krefeld 1 M— Hrn. Rechtsanwalt Dr. Michels in Duisburg 1 K.— Hrn Landrat von Bemberg in Mülheim Ruhr 1 M Verlobt: Frl. Ina Fühling mit Hrn. Ferdinand Dorandt. Rittergut Horbell bei Köln und Köln — Frl. Eisa Feulgen mit Hrn. Karl Jaeger, Werden a. d. Ruhr. Vermählt Hr. Heinrich Pirngruber mit Frl Maria Schmitz, Düsseldorf und Neuß.— Hr Willy Hoffmann mit Frl Elisabeth Müller, Neuß und Düsseldorf.— Hr Otto Reidt mit Frl. Eise Buck, Köln.— Hr. Carl Fahrbach mit Frl. Adele Worringen, Köln. Gestorben: Fräulein Greichen Nolden, 26 J, Neuß.— Hr. Aurel Scheibler, 82 J., Krefeld — Hr. Gerhard Düffels, 79 J, Düsseldorf.— Frl Katharina Hochgürtel, 56 J., Köln Neue Nähmaschine fü für Mk. 50 zu verkaufen 9941) Breitestraße 119. Bekanntmachung betreffend die Aufnahme der bei dem Militär=ErsatzGeschäfte 1905 vorzulegenden Reklamations=Anträge. Der Termin zur Aufnahme der mündlich vorzubringenden Reklamationen für die bei dem Ersatzgeschäfte 1905 Gestellungspflichtigen wird hiermit auf die vom 20. Februar bis zum 1. März 1905 Die Angehörigen derjenigen Militärpflichtigen, welche mit Rücksicht auf ihre Familien=Verhältnisse oder auf sonstige die Zurückstellung bedingende Umstände zur Vorbringung einer Reklamation genügenden Anlaß zu haben glauben, werden demgemäß hiermit aufgefordert, sich inn halb der vorgenannten Frist von 9—11 Uhr vormittags und von 4—6 Uhr nachmittags auf dem Einwohnermeldeamt(Le Haune Haus Markt Nr. 12) zu melden, wo denselben Tag und Stunde der Aufnahme selbst, falls dieselbe nicht sogleich erfolgen kann, näher angegeben werden wird. Hierbei mache ich darauf aufmerksam, daß nach den gesetzlichen Bestimmungen nur die einzigen Ernährer hülfloser Famnilien, erwerbsunfähiger Eltern, Großeltern oder Geschwister und außerdem nur solche Militärpflichtige reklamiert werden können, welche entweder als die einzige und unentbehrliche Stütze zur Erhaltung eines Besitztums, einer Pachtung oder eines Gewerbes dastehen, oder solche, welche als Inhaver von Fabriken und anderen gewerblichen Anlagen eine Anzahl Arbeiter beschäftigen, sofern ihnen der Betrieb erst innerhalb des dem Militärpflichtjahre vorangegangenen Jahres durch Erbschaft oder Vermächtnis zugefallen und dessen Erhaltung in anderer Weise nicht möglich ist; ferner Militärpflichtige, welche in der Vorbereitung zu einem Lebensberufe oder in der Ausbildung als Künstler, bezw. in der Erlernung eines Gewerbes begriffen sind und durch eine Unterbrechung bedeutenden Nachteile erleiden würden, sowie endlich solche, welche ihren dauernden Aufenthalt im Auslande haben. Der nächstälteste Bruder eines vor dem Feinde gebliebenen, an den erhaltenen Wunden oder während des Krieges an einer Krankheit gestorbenen oder infolge der Verwundung erwerbsunfähig gewordenen Soldaten kann auf Reklamation zurückgestellt werden, sofern darin für die Angehörigen eine wesentliche Erleichterung liegt. Alle Reklamationen, welche nicht auf einen der erwähnten Grürde beruhen, haben keine Aussicht auf Erfolg und müssen von vornherein zurückgewiesen werden. Sämtliche auf die Reklamation bezüglichen Schriftstücke sind in dem Militärbureau abzugeben. Für diejenigen Militärpflichtigen, welche bereits im Vorjahre auf Reklamation zurückgestellt wurden, sind die bezüglichen Anträge, sofern die Verhältnisse noch unverändert fortbestehen, zu erneuern, da die Zurückstellung immer nur für ein Jahr gillt. Neuß, den 13. Februar 1905. Der Bürgermeister: Gielen. ruhig, Febr. 15 50, Mai=Aug. 15,75. Mehl Febr. 29,15, März 29,15, März=Juni 29.50, Mai=Aug. 30.30. Rüböl fest, Febr. 51,00, März 51,00, MaiAug. 51,50, Sept.=Dez. 51.75. Spiritus stetig, Febr. 41,50, März 41,75, Mai Aug. 43,00. Sept.=Dez. 39,75. Zucker ruhig, roher 88% 37,00—37,50, weißer matt, Febr. 41,12½, März Juni 41,62 1, Mai=Aug. 42 25, Okt.= Jan. 34.87½. Leinöl stetig, Febr. 44,00, Sept.=Dez. 45.25. Hull, 27. Febr. Baumwollol o. F. raff. 14 S, roher 13 S. 3 D. Leinöl o. F. 14 S. 6 D., MärzApril 14 S. 7½ D., Mai Aug. 14 S. 9 D. Chicago, 27. Febr. Getreidemarkt. Weizen Febr. 000, März 000, Mai 116¼, Juli 100 5/8, Sept. 92. Mais Febr. 45⅛, März 000, Mai 48½, Juli 48 5/8. Sept. 48¾¼ Hafer Mai 31¼ Juli 31¼. Roggen Febr. 75, Mai 76½. Leinsaat Febr. 1,24, Mai 1,28 New=York, 27. Febr. Getreidemarkt. Weizen Febr. 000, März 00, Mai 116 1/8, Juli 164 1/2. Sept. 95. Hafer Febr. 00, März 00. Mais Fedr. 90, März 00, Mai 53¾, Juli 53¾, Sept. 00. Mehl(spring wheat clear) 4,00 Getreidefracht n. Liverpool 1. Roggen vorr. 00. Biehmärkte. Krefeld, 27. Febr. Auf dem heutigen Schweinemarkte stellten sich die Preise für fette Schweine wie folgt: 1. Qual. 59 J, 2. Qual. 58 Köln, 27. Febr. Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Mehl matt, 444 69—70, C. d. Gering genährte jeden Alters K 59—61; 582 Kühe, darunter 00 Weidekühe## 00—00, u. Vollfleischige ausgemästete Kalben höchsten Schlachtwertes 44 00—00, d. Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachte wertes bis zu 7 Jahren A 63—64, a. Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Kalben d4 57—59, d. Mäßig genährte Kühe und Kalben M4 53—55; 50 Bullen, a. Vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren#44 63—00, v. Vollfleischige jängere 24 60—62, a. Mäßig genährte jüngere und altere 44 57—58, d. Gering genährte jüngere und ältere M 54—56, alles die 50 Kil. Schlachtgewicht. Geschäft ruhig, ältere Ware schleppend und Ueberstand hinterlassend, der sich aber mit Rücksicht auf den bevorstehenden Karneva sbedarf voraussichtlich noch wesentlich verringern dürfte. 2633 Schweine, a. M 63, vorgezeichnete 64, b. 60—61, c. 54—58 die 50 Kil. Lebendgewicht mit 20—22 9/0 Tara. Geschäft in guter Ware lebhaft, leichte langsam geräumt. 272 Kälber, a. Feinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber f 80, Doppellender bis 92, d. Mittlere Mast= und gute Saugkälber 72—76, c. Geringe Saugkälber und ältere gering genährte Kälber(Fresser) 55—65. Geschäft ziemlich lebhaft. Geräumt. Keine Schafe. Häute. Stier= 73—75, Kuh= und Rinder= 85—87, rotyaarige Ochsen- von 45 Kil. aufwärts 94—96, desgl. von 40—44½ Kil. aufwärts 84—86, schwere flache und Berliner Ochsen 82—85, desgl. leichte 00—00 J. Kalbelle mit Kopf 105—109, ohne 114—117 J das Kil.— frisches Fett 37—48 J das Kil. Malle. Antwerven, 27. Febr. Wolle ruhig. Deutscher La Plata=Kammzug(Vertrag B.) März Fro. 4,92½, Mai Wasserstands=Nachrichten. Mainz, 27. Febr. Rheinh. 8 Uhr mong 0,31, gef. 0,01 m Koblenz. 27. Febr. Rheinh. 6 Uhr morg. 1,85 gef 004m Trier, 27. Febr. Moselh. 19 Uhr vorm 0.95, gef. 0 05 m Köln, 27. Febr. Rheinh. 7 Uhr morg. 1,77, gef 002m Düfseldarf. 27. Febr. Rheinh. 8 Uhr morg 1 60, gef. 10 m Wesel. 27 Fehr Rbeind. 12 Uhr mitttag 0,97, gef. 0.16 m F Original Houvens Gasheizöfen sowie Aachener Badeöfen sind über 100000 im Betrieb, der beste Beweis für deren Güte. Gasöfen sind für die Uebergangszeit unentbehrlich und für Räume, welche nur vorübergehend benutzt werden, wie Salons, Sprechzimmer u. s. w. entschieden die billigste Heizung, wofür die Firma Houben Sohn Carl in Aachen, jede Garantie übernimmt. D Thompsons Seifenpulver Maike Schwan. st Sparsamen Hau. unentbel Liobeons tarrka Dry — Supérieures & Ectra Supéri Cusenier PARIS COONAC DE LA COURONNE ERSTE u. GRÖSSTE MARKEoERWELT Filiale:MULHAUSEN Ue. Todes.* Anzeige. Gott dem Allmächtigen vergangene Nacht gegen 2 Schwester und Schwägerin hat es gefallen, Uhr unsere liebe Präulein Gretchen Nolden, Sie star nac s Jähren, n, sich zu nehmen. versehen mit dan bngst an. Leiden, mehrmals röm. kath. 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