Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Festtage. Preis vierteljährlich in Neuß 1.50 Uk., durch die Dost bezogen 1.65 Ulk., mit (llustr. Unterhaltungsblatt in Neuß(.80 Uk. durch die Dost bezogen 1.95 Ulk. Druck und Verlag: R. Noack, Neuß. Celephon No. 57. Amtliches Kreisblatt Anzeigen im lokalen Verkehr 12 Ofg., sonst Ofg., die rgespaltene Detitzeile oder deren Raum. Reklamen 50 Ofg., dieegespaltene Oetitzeile oder deren Raum. die Redaktion verantwortl. R. Uoack, Expedition: Ueuß, Nenstraße 1. Nro. 16 Freitag, 20. Januar.(Fabian, Sebastian.) 1905 80. J Militär= und Civilanwärter im Staatsdienste. Die Bestrebungen, daß den Militäranwartern bei deren definitiver Anstellung im Zivildienst ein Drittel ihrer Militärdienstzeit sowohl im Staats= wie im Kommunaldienst angerechnet werde, haben wenig Aussicht auf Erfolg. Der Wunsch erscheint der preußischen Finanzverwaltung unannehmbar, weil dadurch eine weitgehende Disparität in die Besoldungsverhältnisse zweier Gruppen ein und derselben Beamtenkategorie, einerseits der Zivilanwärter, gebracht würde, indem die letzteren sogleich bei ihrer endgültigen Anstellung ein erheblich höheres Gehalt beziehen würden, als die ihnen nach der Art der Beschäftigung völlig gleichstehenden Zivilanwärter. Auch stößt der Wunsch auf schwere Bedenken wegen seiner finanziellen Tragweite. Nach im Finanzministerium angestellten vorläufigen Berechnungen würde sich danach allein im Bereiche der allgemeinen Verwaltung und der Verwaltung der direkten Steuern eine jährliche Mehrausgabe von rund 600000 Mk., einschließlich der übrigen Staatsverwaltungen aber ein jährlicher Mehrbedarf von rund 10 Millionen Mark ergeben. Hierbei ist allerdings von der Anrechnung eines Zeitraumes von 6 Jahren auf das Besoldungsdienstalter ausgegangen. Legt man dem oben mitgeteilten Wunsche entsprechend einen Zeitraum von 4 Jahren zu Grunde, so ist die jährliche Mehrausgabe immer noch auf 7 bis 8 Millionen Mark zu schätzen, wobei das sich aus der Pensionierung und Reliktenversorgung ergebende Mehr noch gar nicht mit einberechnet ist. Eine derartige dauernde Mehrbelastung der Staatskasse glaubt der Finanzminister umsoweniger verantworten zu können, als die von ihm in Aussicht gestellte Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses der nterbeamten, eine Maßregel, die gerade auch der großen Mehrzahl der früheren Militäranwärter zugute kommt, der Staatskasse eine nach Millionen: sich beziffernde neue Last auferlegt. Eine Berücksichtigung des Wunsches würde schließlich die Militäranwärtern bevorzugen. Bei der Beurteilung der Anstellungs= und Gehaltsverhältnisse beider Beamtengruppen muß man sich immer vergegenwärtigen, daß der Militäranwärter durch die zwölfjährige Militärdienstzeit ohne Aufwendung von Kosten die Anstellungsberechtigung erwirkt, die der Zivilanwärter nur unter erheblichen pekuniären Opfern erlangt. Denn dieser wird zur Beschäftigung im Staatsdienst nur angenommen, wenn er den Nachweis einer höheren Schulbildung mindestens durch Beibringung des Reifezeugnisses für Obersekunda führen kann, ferner hat er vor der Annahme bei der Anstellungsbehörde eine mehrjährige unentgeltliche Vorbereitungszeit bei Kreisund Lokalbehörden abzuleisten und auch noch nach erfolgter Einberufung in den Staatsdienst zunächst ein dreijähriges gleichfalls unentgeltliches Supernumerariat zurückzulegen. In der allgemeinen Verwaltung und in der Verwaltung der direkten Steuern hat sich außerdem gegenwärtig die etatsmäßige Anstellung für die Militäranwärter erheblich günstiger gestaltet, wie für die Zivilanwärter. Die Militäranwärter gelangen bereits nach vierjähriger diätarischer Beschäftigung zur Anstellung, während sich bei den Zivilanwärtern diese Zeit auf 6½ Jahre verlängert hat. Wenn die im Etat für 1905 geforderten Stellen bewilligt werden, werden voraussichtlich alle Militäranwärter der beiden Verwaltungen, die überhaupt die Prüfung bestanden haben, sofort zur Anstellung gelangen können. Politische Nachrichten. Potsdam, 19. Jan. Als der Kronprinz heute Vormittag 11 Uhr mit einem Dogcart, das er selbst lenkte, die Charlottenstraße am Bassinplatz passierte, stürzte das Pferd und fiel, der Kronprinz und der Kutscher fielen aus dem Wagen nach vorn heraus, ohne irgendwelchen Schaden zu nehmen. Der Kronprinz erhoo sich sofort, das Geschirr wurde wieder instand gesetzt und heiter bestieg der Kronprinz wieder den Wagen, um sofort die Fahrt fortzusetzen. — Daß die Entschädigungen, die seitens der Träger der Unfallversicherung im Jahre 1903 gezahlt waren, etwa 117 Millionen Mark betragen haben, war schon nach dem vom Reichsversicherungsamte Anfangs 1904 erstatteten Tätigkeitsberichte bekannt. Was die jetzt dem Reichstage zugegangene Nachweisung über die berufsgenossenschaftlichen Rechnungsergebnisse neu ergibt, ist die Uebersicht über die weiteren Ausgaben des Jahres 1903. Sie betrugen bei den Berufsgenossenschaften rund 34 Millionen Mark, bei den übrigen Versicherungsträgern etwa 1 Million Mark. Unter ihnen nehmen die Einlagen in die Reservefonds die bedeutendste Stelle ein. Bekanntlich müssen die Berufsgenossenschaften nach den neuen Unfallversicherungsgesetzen seit dem Jahre 1901 ihre Reservefonds, die nach den alten Gesetzen meist abgeschlossen waren, wieder auffüllen. Welche Kosten dies im Jahre 1903 den Arbeitgebern verursacht hat, ergibt sich daraus, daß die sämtlichen Reservefonds eine Erhöhung von 15,5 Millionen Mark erfahren haben. Bedenkt man, daß die Einlagen in die Reservefonds im Jahre 1902 die Summe von 14,2 Millionen Mark ausmachten und für 1901 nicht viel weniger betrugen, so hat man die finanziellen Folgen vor sich, die die betreffende Aenderung des Reichstages an der Unfallversicherungsnovelle für die deutsche Arbeitgebesschaft mit sich gebracht hat. Ueberhaupt waren Ende 1903 die Reservefonds der Berufsgenossenschaften auf 180 Millionen Mark angehäuft. Hiervon kamen 170½ Millionen Mark auf die gewerblichen und 9½ Millionen auf die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften. Die KnappschaftsBerufsgenossenschaft allein besaß Reserven von 35,5 Millionen Mark. Die nächstbedeutendste Berufsgenossenschaft ist in dieser Beziehung die der Brauerei mit 7,9 Millionen Reserven. Man sieht, zu welch großen Vermögen die einzelnen Berufsgenossenschaften gelangen und wie verantwortlich sich ihre Vermögens= Verwaltung gestaltet. Für 1904 werden ja die Reservefondszuschläge demnächst von den Arbeitgebern eingezogen werden. Während für den Zeitraum von 1901 bis 1903 jedesmal 10 Prozent der vorhandenen Reservefondsbestände zugeschlagen werden mußten. ermäßigt sich der Zuschlag für 1904 bis 1906 auf 9 Prozent. Die gewerblichen Berufsgenossenschaften würden demgemäß trotzdem noch ttwas mehr als für 1903 aufzubringen haben, nämlich 15,3 Millicnen Mark gegenüber 15 Millionen Mark im Jahre 1903. Für den Schluß des Rechnungsjahres 1904 hat demgemäß der Reservefondsbestand sämtlicher Berufsgenossenschaften den Betrag von 200 Mill. Mark bereits überschritten. — Eine besonders freudige Kunde geht uns vom Kriegsschauplatze in Süd=Westafrika zu. General von Trotha meldet: Wilhelm Maharero zeigte seine Unterwerfung an. Der Kapitän Zacharias Zerana, der sich bereits unterworfen hat, sagt aus, daß verschiedene Führer der Aufständischen gestorben seien, teilweise seien sie verdurstet. Das Volk und die Kriegsleute seien zersprengt und versuchten größtenteils aus dem Sandfeld ins Hereroland zurückzukehren. Nur Wilhelm Maharero habe noch den Rest der gut bewaffneten Okahandyaleute zusammengehalten. Amerika. Newyork, 19. Jan. Die Beziehungen zwischen Amerika und Venezuela waren in den ersten Tagen dieses Monats sehr gespannt. Präsident Castro beabsichtigte sogar, dem amerikanischen Vertreter seine Pässe zu schicken. Schließlich sah sich aber Castro zu Anerbietungen bewogen. Der amerika nische Vertreter antwortete mit dem Vorschlage, die Streitfragen einem Schiedsgerichte zu unterbreiten. Er schlug ferner vor, Venezuela solle jährlich fünf Millionen Bolivares statt drei Millionen zahlen und nach Abtragung der Forderungen Englands, Deutschlands und der anderen Mächte mit der Zahlung dieser Summe an die englischen und deutschen Bondholders fortfahren. Der Präsident nahm den: Vorschlag an bis auf das Schiedsgericht, das er nur für amerikanische Forderungen zugestehen wollte. Erst als sehr energisch gedroht wurde, gab er auch in diesem Punkte nach. Der russisch=japanische Krieg. Tokio, 18. Jan. Die Verluste der Russen bei Sanchiaho westlich von Niutschwang am 14. Jan. betrugen 300 Mann. Mischtschenkos Abteilung war 5= bis 6000 Mann stark mit zehn Geschützen. Nachdem sie bei Niutschwang zurückgeschlagen war, zog sie sich nach Norden zurück. Die japanische Ka vallerie hat eine Anzahl erschöpfter Russen am 14. Januar bei Laohoste gefangen genommen. Tokio, 18. Jan. Die Japaner haben gestern den englischen Dampfer„Bawtry“ in der Tschuschimastraße aufgebracht. Der Dampfer, der mit Lebens mitteln und Schiffbaumaterial nach Wladiwostok unterwegs war, ist nach Saseho gebracht worden. Das Prisengericht hat noch keine Entscheidung getroffen. Aden, 18. Jan. Das russische Geschwader unter Petrowosky ist heute in Dschibuti angekommen. London, 19. Jan. Der„Daily Telegraph“ mel det aus Söul vom 17. d. M.: Japan hat den Dampfschiffsverkehr mit Gensan wiederaufgenommen, da von dem russischen Wladiwostok=Geschwader nichts mehr befürchtet wird. Petersburg, 19. Jan. Der Kommandant des Torpedobootszerstörers Retschitelny, Roschtschakowski, erhielt für bewiesene Tapferkeit den Stanislausorden zweiter Klasse mit den Schwertern. Petersburg, 19. Jan. Der Chef des aufgelösten Feldstabes des Statthalters Alexejeff, Schilinski, wurde dem Kriegsminister zur Verfügung gestellt. Inventur-Kleiderstoff-Ausverkauf Schwarzer KTODD Wolle Schwarzer Satin Meter 90 3.1 25 175 S. 1#A.# u. höher reine Wolle Meter 90 M. 1 M., 150 1 M. 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März 1904 entnehmen wir des weiteren: Im Laufe des Etatsjahres wurden im ganzen 250 Bauconcessionen erteilt, darunter 77 Neubauten von Wohnhäusern und 30 Wohnhaus= Um=, Auf= und Anbauten. Die Stadt selbst begann im Herbste 1903 den Neubau des Schlachthofes, die Restaurierung des Obertores wurde in Angriff genommen, die achtklassige Volksschule an der Furtherstraße fertiggestellt. Im September 1903 wurde der Grundstein zu der achtklassigen Volksschule an der Weingartzstraße gelegt. Der Stadtverordnetensaal wurde künstlerisch ausgebaut, in der Mädchenschule zu Weißenberg wurden 2 neue Schulklassen eingerichtet und in dem von den Erben Le Hanne angekauften Hause wurden für Beamte Wohnungen eingerichtet und ein Teil der baufälligen Hintergebäude niedergelegt. An drei Stellen der Stadt wurden Bedürfnisanstalten aufgestellt. Eine Reihe von Bauten teils neuer Straßen, teils Neupflasterungen und Ausbauten älterer, erfolgten im Laufe des Jahres, im Zuge der Drususstraße wurde eine neue, 15 Meter breite Brücke über den Nordkanal gelegt. Im Stadtgarten wurde eine Rosenanlage auf zwei größeren Beeten mit 1000 verschiedenen Rosen ausgeführt, die Gruppe wurde gründlich ausgelichtet und eine größere Anzahl blühender Stauden gepflanzt. Es wurden 30 neue Bänke aufgestellt. In der Promenade wurde die Anlage am Springbrunnen zum Blumenschmuckplatz umgeändert, die Gehölzgruppen wurden durch ca. 3000 verschiedene Bäume und Sträucher ausgebessert und die nötigen Ausholzungsarbeiten vorgenommen. Der Drususplatz erhielt eine Strauchund Rosenpflanzung, der Platz um die Marienkirche wurde als Schmuckanlage fertiggestellt. Auch auf dem Kirchhofe wurde um die neu erbaute Kapelle eine Schmuckanlage hergestellt. Der Schulplatz der neuen Schule an der Furtherstraße wurde mit Bäumen, Sträuchern und Conferen besetzt, wie auch der Schulplatz zu Weißenberg eine Baumpfanzung erhielt. Die Alleepfanzungen der Stadt wurden einer gründlichen Ausbesserung unterworfen, auch die Baumbestände der Provinzialstraßen durften sich einer Ausbesserung erfreuen. Für städtische Neubauten und Straßenfestlegungen waren ausgedehnte Vermessungen von nnöten. An Neubauten von Privaten, die im Etatsjahre zur Ausführung kamen, sind hauptsächlich zu nennen: Der Neubau eines großen Geschäftshauses der Firma Gebr. Heinemann, die Errichtung des Verwaltungsgebäudes der Feuerversicherungs=Gesellschaft Rheinland und Um= und Anbauten verschiedener Firmen. Der Neußer Gemeinnützige Bauverein hatte in der ersten Hälfte des Berichtsjahres einen ruhigen Geschäftsgang zu verzeichnen. Mit den Bauarbeiten von vier Zweifalienhäusern wurde im August begonnen. Die Neußer Arbeiterwohnungs= Genossenschaft nahm zu Anfang des Vorjahres den Bau von 11 Zweifamilienhäusern an der Leostraße in Angriff, die am 1. Oktober 1903 von 22 Familien bezogen werden konnten. Gegen Schluß des Jahres baute die Genossenschaft die Kolpingstraße aus. Es wurden an derselben 23 Zweifamilienhäuser errichtet, die sämtlich vermietet oder verkauft sind. Der Neußer Spar= und Bauverein beschloß Ende Dezember 1903 sein 4. Geschäftsjahr. Am 1. Juli 1903 wurden 9 von demselben am Weißenbergerweg errichteten Häuser bezogen, für das Jahr 1904 wurde die Errichtung von 8 Häuser am Weißenbergerweg beschlossen. Die Zahl der Mitglieder des Vereins betrug am 1. Januar 1903 216, ausgetreten sind 37, eingetreten 38, so daß der Bestand am 1. Januar 1904 sich auf 217 belief. Der Etat balanziert laut Bilanz vom 31. Dezbr. 1903 mit 156020.73 Mark in Einnahme und Ausgabe, der Reingewinn stellt sich auf 1884.36 Mark, das Geschäftsguthaben der Genossen hat sich um 193.92 Mark erhöht, am 1. Januar 1904 beträgt die Gesamt=Haftsumme Mark 47600.00. Die Polizeiverwaltung wies im Rechnungsjahre an Exekutivpersonal auf: 1 Polizei=Inspektor, 1 Polizei=Wachtmeister, 18 Polizei= und 1 KriminalSergeant. Vergehen und Verbrechen kamen in der Bürgermeisterei Neuß vom 1. April 1903 bis 31. März 1904 596 zur Ahndung, die höchste Zahl 34) Wer war es? (Fortsetzung.) Helmers stimmte ihr durch eine sehr ausdrucksvolle Bewegung des Kopfes zu, und es ward nunmehr noch an die Angeklagten die Frage gerichtet, auf welche Weise sie denn glaubten, daß die Vergiftung geschehen sei. Beide stimmten darin überein, der Verstorbene habe das Gift sich selbst beigebracht und die Tat schon von langer Hand vorbereitet.„Er hat mir nur deshalb den Schreibtisch geschenkt, um in dessen Geheimfach das Gift verbergen zu können; es hat sich gewiß von Anfang an darin befunden!“ fügte Carla hinzu. Diese voreilige Aeußerung trug ihr einen mißbilligenden Blick des Rechtsanwalts Köppen ein. Er hatte sich diesen Drücker für seine Verteidigungsrede als sehr wirksam zurückgelegt, während die Mutmaßung im Munde des jungen Mädchens durchaus keinen guten Eindruck hervorbrachte. Das Verhör der Angeklagten ward vorläufig geschlossen, und das der Sachverständigen und Zeugen begann. Das Schneegestöber draußen dauerte unvermindert fort, die vor den Fenstern des Sitzungssaales stehenden Bäume brachen beinahe zusammen unter der auf ihnen liegenden Last, im Innern aber war die Temperatur eine sehr hohe geworden, da man, obgleich es noch nicht weit über die Mittagsstunde hinaus war, doch schon die Gasflammen hatte anzünden müssen. Trotzdem wich und wandte Niemand von den Zuhörern. Je weiter die Verhandlung fortschritt, desto dramatischer gestaltete sie sich, desto mehr Zwischenfälle durfte man erwarten. Wie es zwischen Schauspielern und Zuschauenden, zwischen Vortragenden und deren Zuhörern ein gewisses unerklärbares Etwas gibt, das erwärmend und anfeuernd oder erkältend oder lähmend wirkt, so ist dies auch der Fall in den Gerichtssälen, und bei dieser Gelegenheit empfanden Angeklagte und Verteidiger mit schwer entmutigender Deutlichkeit, daß ihre Sache durch das soeben stattgehabte Verhör derselben weist einfacher Diebstahl mit 138 Bestrafungen auf. Die höchste Zahl an Strafmandaten für Uebertretungen weist Schulversäumnis mit 1356 Mk. auf. Gefangenentransporte wurden 144 ausgeführt. Im Jahre 1903 kamen zur Anmeldung 312 Familien mit 1246 Personen und 3463 einzelstehende Personen. Abgemeldet haben sich 236 Familien mit 913 Personen und 3463 einzelstehende Personen. Meldungen und Umzüge innerhalb der Stadt wurden 4642 entgegengenommen. In 387 Fällen wurde über die hiesige Wohnung von Personen Auskunft erteilt. An Gebühren gingen dafür ein Mk. 96.75. An Unglücksfällen sind zu verzeichnen: Tod durch Ertrinken 1, durch Ueberfahren 5, durch Sturz 2 Fälle und 1 Selbstmord durch Ertrinken. Im gewerblichen Betriebe ereigneten sich 304 Unfälle, von denen 76 eine polizeiliche Untersuchung erforderten. Der Gesundheitszustand der Bevölkerung im Etatsjahr war befriedigend. An ansteckenden Krankheiten kamen zur Anmeldung: Masern 138 Fälle, Diphtherie 119(davon 15 mit tötlichem Verlauf), Scharlach 117(mit 5 Todesfällen), Unterleibtyphus 14(mit 2maligem tötlichem Ausgang) und Kindbettfieber 5 Fälle, von denen 1 mit Tod endigte. Zur Desinfektion von Gegenständen solcher Personen, die mit ansteckenden Krankheiten behaftet waren, ist ein Desinfektionsapparat beschafft; an Gebühren für dessen Benutzung werden nur die baren Auslagen berechnet. (Fortsetzung folgt.) Von Nah und Fern. Düsseldorf, 18. Jan. Das Kriegsgericht verurteilte heute als Berufungsinstanz einen Unteroffizier der Landwehr wegen Achtungsverletzung gegen einen Vorgesetzten bei sofortiger Verhaftung zu drei Monaten Gefängnis. Das Erkenntnis des Standgerichts hatte auf nur vier Wochen gelautet. Da der Unteroffizier kürzlich vom Schöffengericht in Remscheid wegen Betruges zu 15 Mark Geldstrafe verurteilt worden ist, so wurde außerdem gegen ihn auf Degradation erkannt. Düsseldorf, 19. Jan. Dei Kohlen= und Eisenmarkt steht unter dem Einfluß des Streiks. Die bestehenden Kohlenpreise werden durch Syndikat und Kohlenkontor gehalten. Die Eisenwerke suchen den Betrieb durch den Bezug ausländischer Kohlen aufrecht zu erhalten. M.=Gladbach, 18. Jan. In vergangener Nacht brach in einem Hause an der Waldhausenerstraße Feuer aus, und zwar im Erdgeschosse, wo sich ein Hutgeschäft befindet. Es entstand ein erstickender Qualm, welcher das ganze Haus erfüllte und den im Obergeschosse befindlichen sechs Personen die Benutzung der Treppe zur Flucht unmöglich machte. Die bald eingetroffene Feuerwehr rettete die Leute mittels der großen Leiter. M.=Gladbach, 18. Jan. Der in der Hauptpfarre hierselbst von Herrn Oberpfarrer Krichel vor sechs Jahren gegründete Elisabethenverein hat in dieser Zeit an Beiträgen und Gaben im ganzen 30000 Mk. vereinnahmt, welche in rund 19.000 Spenden den Armen zugeflossen sind. Ein schöner Beweis des hier herrschenden Wohltätigkeitsinnes! In den jüngeren Pfarreien besteht der Verein ebenfalls. Rheydt, 18. Jan. Die Stadtverordneten=Versammlung beschloß in geheimer Sitzung auf Anregung der Regierung, das Grundgehalt derjenigen Hauptlehrer, die die Rektorprüfung abgelegt haben und Schulsysteme von sechs und mehr aufsteigenden Klassen leiten, um 100 Mk., also auf 1800 Mk. zu erhöhen. Krefeld, 19. Jan. In der heute Mittag 12 Uhr stattgehabten geheimen Sitzung der Stadtverordneten beschloß das Kollegium die Ausschreibung der ersten Bürgermeisterstelle mit einem Anfangsgehalt von 15000 Mark. Oberbürgermeister Dr. Hammerschmidt, der bekanntlich vor einigen Tagen zum Landeshauptmann von Westfalen gewählt wurde, verläßt am 1. April Krefeld. Kreseld, 19. Jon. Im benachbarten Link fiein dreijähr ges Kind in einen Behälter mit si dendem Wesser und erlitt so schwere Brai dwunden, daß es alsbald starb. Süchteln, 18. Jan. Der berittene Gendarm Roloff von hier wurde aus Anlaß des Streiks ins Kohlenrevier abberufen; derselbe war auch im Jahre 1889 im Ausstandsgebiet tätig.— Bei den hiesigen Kohlenhändlern drängen sich bereits die Geschäfte infolge der durch den Streik gesteigerten Nachfrage so sehr, daß einzelne Händler nur mehr bestimmte Quantitäten an ihre Kunden abgeben können, andere hingegen eine Preissteigerung bis zu 25 Prozent eintreten ließen. Auch die Nachfrage nach Koks bei der hiesigen Gasanstalt übersteigt den vorhandenen Vorrat. Kettwig, 19. Jan. Um seine unruhigen Pferde müde zu machen uno zu beruhigen, fuhr der Landwirt Wilh. Terjung vom Wege ab aufs Feld. Dabei ist der bedauernswerte junge Mann gestolpert und so unglücklich gefallen, daß ihm die Räder über den Kopf gingen und diesen zur Hälfte zermalmten, wobei der Tod sofort eintrat. Kleve, 18. Jan. Das Stadtverordnetenkollegium genehmigte ein von dem Unternehmer Modersohn in Unna ausgearbeitetes Kanalisationsprojekt, das einen Kostenaufwand von 350000 Mark erfordert. Das Tageswasser soll nach dem Projekt unmittelbar in den Spotzkanal und Karmisdohl, das Schmutzwasser nach dem Passieren einer Kläranlage in den Spoykanal geleitet werden. * Köln, 19. Jan. In der vergangenen Nacht gegen 12½ Uhr ist auf dem Güterbahnhof KölnEhrenfeld der im Dienste befindliche Stations assistent Christian beim Ueberschreiten der Geleise von einer vom Rangierberge ablaufenden Abteilung Wagen erfaßt und überfahren worden. Nach Anlegung des Notverbandes wurde der Schwerverletzte mittels Sonderzuges nach dem Hauptbahnhof befördert und von dort aus auf dem bereitgestellten Krankenwagen nach dem Bürgerhospital gebracht. Der Beamte ist an beiden Beinen schwer verletzt. Aachen, 19. Jan. Gestern Abend 9½ Uhr erplodierte in der Sodafabrik in Grevenberg ein Dampfkessel. Zwei an demselben beschäftigte Heizer und ein Hülfsarbeiter wurden getötet. Der Betrieb der Fabrik erleidet keine Unterbrechung. Remagen, 18. Jan. Heute Vormittag wurde ein an der hiesigen Perronhalle beschäftigter Schlossr aus Neuwied=Heddesdorf von dem Schnellzug KölnBasel überfohren und getödtet. * D o r t m u n d, 1 9. J a n. K ü r z l i c h w u r d e i m F e l d e hier die Leiche einer Frau gefuuden. Man nahm an, sie sei an Epilepsie gestorben und begrub sie. Später wurden in den Kleidern Risse gefunden, die auf Messerstiche schließen ließen. Die Leiche wurde ausgegraben und die Obduktion ergab Mord durch Messerstiche in die Brust. Bon dem Täter fehlt jede Spur. * Delmenhorst, 18. Jan. Der Brudermörder Drewes aus Varel erhangte sich im hiesigen Gefängnis, nachdem er wegen Mißhandlung seiner Schwägerin zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden war. * Plettenberg, 17. Jan. Im benachbarten Himmelmert trug sich gestern am Bau der Talsperre, wo umfangreiche Sprengarbeiten stattfinden, ein großes Unglück zu. Bei einer unverhofften Explosion erlitt der Arbeiter Frigges im Gesicht und am ganzen Körper so schwere Verletzungen, daß er soUnter Glockengeläut bewegte sich der Leichenzug durch die Straßen, die reichen Trauerschmuck zeigten. Fackelträger und Militär bildeten Spalier. In der Hofkirche wurde in Anwesenheit des Großherzogs und der nachsten Anverwandten der Verstorbenen eine kurze Trauerfeier abgehalten. fort ins hiesige Kranken mußte und an seinem Au Der Aermste hat bei dem haus überführt werden kommen gezweifelt wird. Inglück auch beide Augen verloren. Ein anderer Arbeiter Danilus, der ebenfalls im Gesicht schwer verletzt wurde und das rechte Auge verlor, wurde in die Augenklinit zu Hagen überführt, damit ihm wenigstens das eine Auge erhalten wird. Es wird vermutet, daß einer der Arbeiter mit seiner Spitzhacke auf ein versehentlich liegen gebliebene Dynamitpatrone gehauen hat und dadurch das Unglück entstanden ist. * S a a r b r ü c k e n, 1 8. J a n. D i e B r e b a c h e r P o s t hat vor einigen Tagen einen Postbeutel mit 2000 Mark Inhalt verloren. Trotz allen Suchens konnte er nicht gefunden werden. Gestern früh meldete sich nun bei der Saarbrücker Polizei ein Arbeiter aus St. Arnual mit dem Postbeutel. Er hat, nach der„Saarbr. Ztg.“ den Beutel mit dem Gelde auf dem Heimwege von der Halbergerbrücke, wo er beschäftigt ist, gefunden. * Metz, 18. Jan. Die Stadterweiterungsarbeiten sollen bis zum 1. Mai an allen denjenigen Stellen beendigt sein, die der Kaiser bei seinem Besuche hier zu berühren pflegt. Man zieht daraus den Schluß, daß in diesem Jahre wieder ein längerer Aufenthalt der Kaiserlichen Familie auf Schloß Urville in Aussicht genommen ist. * Weimar, 19. Jan. Gestern Abend fand die Ueberführung der Leiche der verstorbenen Großherzogin vom Residenzschloß nach der Hofkirche statt. Streik im Ruhrgebiet. * Essen, 18. Jan. Gestern fanden Ausschreitungen gegen Arbeitswillige statt, die auf der Zeche Zentrum größeren Umfang annahmen. Die anwesenden Polizeibeamten wurden mit Steinen beworfen und machten von ihrer Waffe Gebrauch, wobei mehrere Verletzungen vorkamen. Auf Graf Bismark 3 wurden gestern auf zwei Bergleute der Nachmittagsschicht drei Revolverschüsse abgegeben. Einer der Ueberfallenen wurde verletzt, die Täter wurden in der Nacht verhaftet. ** Essen, 19. Jan. In der heutigen Morgenschicht fuhr von einer Gesamt=Belegschaft von 193706 Mann unter Tage 18128 an; von einer GesamtBelegschaft von 45740 über Tage 25442. Es streiken mithin insgesamt 195876 Arbeiter, gegen 175553 in der gestrigen Morgenschicht. * M ü l h e i m a. d. R u h r, 1 8. J a n. E i n e B e r g arbeiterversammlung beschloß, am Donnerstag die Arbeit auf Zeche Sellerbeck wieder aufzunehmen, um die Stillegung der Zeche zu verhüten. Bochum, 18. Jan. Die Lage des Bergarbeiterstreikes im Bochumer Revier hat sich seit gestern kaum verändert. Wenn sich auch die Streikziffer nicht unwesentlich erhöht hat, so kann der Streik doch noch nicht ein allgemeiner genannt werden. Man gewinnt den Eindruck, als wenn man das Ergebnis der in Dortmund tagenden Vermittelungskonferenz abwarten will, bevor man sich über Arbeitsniederlegung schlüssig macht. Die weitaus größte Mehrzahl der Bergarbeiter des Bochumer Reviers befindet sich im Streike, die Haltung der Bergleute ist eine ruhige, Ausschreitungen, ausgenommen solche aus Wattenscheid, wo die Polizei gegen die aufgeregte Menge vorging, werden keine gemeldet. Soligen, 19. Jan. Die hiesige Industrie leidet empfindlich unter Kohlenmangel. Die Gemeinden Solingen und Wald schränkten ihre Straßenbeleuchtung ein. * Gelsenkirchen, 18. Jan. Der Verband zur Bekämpfung des Alkoholismus uno zur Hebung des Volkswohls im rheinisch=westfälischen Kohlenrevier hat an die Regierungen zu Arnsberg, Düsseldorf und Münster Eingaben gerichtet, im Streikrevier 1. die Wirtschaften vollständig oder möglichst frühzeitig zu schließen; 2. jedenVerkauf von Spirituosen über die Straße zu verbieten; 3. jeden Flaschenbierhandel zu untersagen. * H o m b e r g, 1 9. J a n. A u f d e r Z e c h e R h e i n preußen, deren Beteiligungsziffer am Kohlensyndikat zur Zeit 2994493 Tonnen beträgt, ist heute früh die gesamte Belegschaft von etwa 6000 Mann vollständig angefahren. Dortmund, 18. Jan. Die Bergarbeiter zeigen im allgemeinen eine mustergültige Ruhe und Disziplin. Daß die Arbeiter der von den Führern ausgegebenen Parole folgen, geht aus dem Umstande hervor, daß auf denjenigen Zechen, welche vom Generalstreik offiziell ausgeschlossen worden sind, ruhig weiter gearbeitet wird. Die in das Streikgebiet entsandten Ministerialbeamten bieten alles auf, um zwischen den Bergarbeitern und den Zechenvertretern eine Verständigung zu erzielen und den Frieden wieder herzustellen. * S a a r b r ü c k e n, 1 9. J a n. H i e r v e r l a u t e t, d i e industriellen Werke im Kohlen=Ausstandsgebiet an der Ruhr würden Kohlen vom Saargebiet nicht bekommen. Es heißt, das Handelsamt der Königlichen Bergwerks=Direktion Saarbrücken hätte auf Anfragen verschiedener Kohlenhändler die die günstige Konjunktur ausnützen wollten, mitgeteilt, daß es Kohlen nach dem Ausstandsgebiet nicht versende. Neuß, 20. Januar X Vom Wetter. Höchste Temperatur am gestrigen Tage 0 Grad, niedrigste in vergangener Nacht 5 Grad unter Null, heute Morgen 4 Grad unter Null. Barometer seit gestern 2 Millimeter gestiegen. Frostralt. Raureif. Wind östlich. nicht gewonnen habe. Besonders schien der Versuch der Entlastung durch Paul Helmers nachträgliches Geständnis völlig mißglückt zu sein; Niemand schien recht geneigt, daran zu glauben. Die Stimmung ward keine wesentlich andere während der Vernehmung der Zeugen und Sachverständigen. Die Aerzte, welche die Obduktion gemacht, sowie der Chemiker, der die inneren Teile des Toten analysiert, berichteten über den Befund, nach welchem es völlig feststand, daß der Tod durch den Genuß eines reichlichen Quantums Arsenik herbeigeführt worden war. Der Letztere, dem auch die Untersuchung der in der Hausapotheke vorgefundenen Medikamente übertragen worden, bezeugte, daß darunter nichts Schädliches und Bedenkliches gewesen sei. Alle schüttelten aber ungläubig den Kopf zu der Aussage Helmers, von der ihnen durch den Präsidenten Mitteilung gemacht wurde, klang sie doch gar zu unwahrscheinlich. Die Aussagen des Möbelhändlers, von dem Hafner den Schreibtisch für die Schwester gekauft, lautete dagegen etwas günstiger für sie. Er bezeugte, daß der Verstorbene besonderen Wert darauf gelegt, daß sich ein Geheimgefach darin befände, und daß er ihn, da ein solches Stück nicht auf Lager gewesen, eigens habe anfertigen lassen müssen. Die Frage des Verteidigers, womit denn der Käufer dieses Verlangen begründet habe, beantwortete er in sehr charakteristischer Weise mit dem Ausruf: „Ais ob Herr Hafner sich jemals über dergleichen ausgesprochen oder man ihn hätte darnach fragen dürfen! Man mußte zufrieden sein, wenn ihm etwas gefiel und er kaufte. Feilschte er dann doch auch nie um den Preis.“ Auf Verlangs; der Verteidiger waren die vom Untersuchungsrichter belauschten und bereits in der Voruntersuchung vernommenen Mitglieder der damaligen Tafelrunde im Müllerschen Restaurant auch wieder zur Hauptverhandlung geladen, wogegen sie in Uebereinstimmung mit dem Staatsanwalt auf das Zeugnis der alten Frau Helmers verzichtet hatten. Warum sollte man die unglückliche Mutter vor die Schranken zerren, da man nicht erwarten durfte, Dinge voa ihr zu erfahren, die von wesentlichem Einfluß auf den Gang der Verhandlung sein würden?! Hatten die Verteidiger gehofft, unter der Müllerschen Gesellschaft Entlastungszeugen zu finden, so sahen sie sich betrogen. Wohl traten einige unter ihnen, wie der Verlagsbuchhändler Döring, sehr entschieden für die Angeklagten ein, aber es war ja gerade das Verhängnisvolle in diesem Prozeß, daß das, was zu ihren Gunsten gesagt ward, zu ihrem Nachteil gedeutet werden konnte. Auch jetzt fiel durch alle Schilderungen wieder ein so ungünstiges Licht auf Hafner, daß im Zuschauerraum wie auf der Geschworenenbank die Tat der Verzweiflung seitens der Schwester nicht so unglaublich klang und es gar nicht selten war, daß man sich gegenseitig Bemerkungen zuflüsterte wie:„Der Wurm krümmt sich, wenn er getreten wird; man kann es ihr gar nicht verdenken, wenn sie sich endlich zu helfen gesucht hat. Belastend und verhängnisvoll wurden auch die Aussagen der beiden Dienstmädchen, obwohl besonders die Köchin sich Mühe gab, für ihr Fräulein einzutreten. Auch sie schlug dazu den verkehrten Weg ein, indem sie den Verstorbenen in einer Weise malte, daß, wie sie sich gegen Vertraute ausließ, kein Hund, ein Stück Brot von ihm genommen haben würde. Der Erfolg, den sie davon erwartete, schlug in das Gegenteil um; sie hatte sich durch ihr unbefugtes Aufräumen und Reinigen des im Schlafzimmer vorhanden gewesenen Geschirres ohnehin schon verdächtig gemacht, und es war erwogen worden, ob man sie vereidigen solle. Noch weit schwerer aber fiel die Aussage Graupners ins Gewicht. Auch er schilderte das Verhältnis zwischen den Geschwistern als kein gutes und schonte seinen verstorbenen Herrn keineswegs, unterließ aber doch nicht, ihn mit seiner Krankheit zu entschuldigen, hervorzuheben, daß Fräulein Edelberg trotzdem ein sehr gutes, bequemes Leben gehabt und darauf hinzuweisen, daß es einen Menschen wohl aufbringen könne, der, von einer schleichenden Krankheit ergriffen, sehen müsse, wie andere die Verliebten spielten und auf seinen Tod lauerten. Bei diesen Worten fuhr Carla auf und wollte ihn unterbrechen; der Vorsitzende gebot ihr jedoch Schweigen und fragte Graupner, was er von dem Testament wisse. „Nicht viel, aber doch genug, um zu wissen, daß er das Fräulein enterben wollte,“ war die Antwort #„ver das Testament war noch nicht rechtsgülGraupner zuckte die Achseln.„Was verstehe ich davon und was gehts mich an? Der Herr sprach immer davon.“ „Und noch am letzten Abend?“, fragte Rechtsanwalt Schleiden. „Gewiß.“ „Die Angeklagten stellen das in Abrede," be„Wie wollen Sie merkte Rechtsanwalt Köppen. das gehört haben?“ „Ich war im Nebenzimmer," erwiderte Graupner und es war jedem Zuhörer klar, daß er der unbefugten Lauscher gemacht;„ich konnte freilich nicht alles verstehen, aber als Herr Dr. Helmers und das Fräulein fort waren, sprach der Herr mit mir darüber. „Was sagte er?“ „Er schrieb einen Brief, rief mich und sagte: „Trage diesen Brief sogleich zum Justizrat Braun. Morgen soll endlich die Sache in Ordnung gebracht werden; ich habs ihnen heute gesagt, daß es geschehen soll, und werde mein Wort halten!" Ich glaube das Letzte war mehr ein Selbstgespräch, aber ich habs doch gehört.“ Der Präsident führ in seinem Verhör fort, die Verteidiger nahmen Graupner scharf ins Gebet, aver ei ließ sich nicht fangen, und seine Aussagen gestalteten sich immer belastender. Er schilderte wie die aus dem Theater heimkehrende Carla nach dem Zimmer des Bruders gehuscht sei, die Tür geöffnet, hineingeblickt, wieder zugedrückt und dann aus dem Fenster dem unten harrenden Helmers die verhängnjsvollen Worte zugerufen habe.„Es ist Niemand mehr im Hause wach, und er liegt ganz still; es wird alles gut ablaufen.“ (Fortsotzung folgt.) * I Personalien. Es wurden ernannt: Paul Hubert Krämer, Hauskaplan des Pfarrers von St. Maria=Himmeljahrt in Mülheim a. Rh., zum dritten Kaptan on St. Dreifaltigkeit in Düsseldorf; Peter Stauf, Kaplan an St. Dreifaltigkeit in Düsseldorf, zum Pfarrer der neu errichteten Pfarre St. Franziskus daselbst. Königlich Preußische 212. Klassen=Lotierie. Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse, deren Ziehung am 7. und 8. Februar stattfindet, muß mit Vorlegung der Lose 1. Klasse bei Verlust des Anrechts bis zum 3. Februar, abends 8 Uhr, bei den zuständigen Einnehmern planmäßig geschehen. —“ Die neuen Fünfzigpfennigstücke werden wohl in nächster Woche in Verkehr kommen. Wie Staatssekretär Frhr. v. Stengel vorgestern im Reichstage erklärte, konnte die Umprägung der Fünfzigpfennigstücke nicht mehr hinausgeschoben werden, und es wurde daher im Anfang des Jahres mit der Prägung neuer Fünfzigpfennigstücke begonnen. Die neue Münze trägt auf der einen Seite die Bezeichnung ½ Mark; sie wird sich durch einen scharf gezackten Rand merklich von den alten Stücken unterscheiden, wodurch auch eine Verwechselung mit den Zehnpfennigstücken sehr erschwert, wenn nicht ausgeschlossen ist. Die Metallmischung ist ebenfalls eine andere. — Neuer Dampferverkehr. Von deutschen, belgischen und holländischen Interessenten ist die Errichtung eines regelmäßigen Dampferverkehrs zwischen Köln, Düsseldorf, Rotterdam und Ostende in Aussicht genommen. Die Fahrt soll vom 15. Juni bis 15. September stattfinden und durch einen größeren Dampfer ausgeführt werden, der nach Art der modernen Vergnügungsjachten eingerichtet sein wird. So soll dem reisenden Publikum ein Promenadendeck, Rauch= und Damensalon, Speisesaal, Bibliothekraum usw. zur Verfügung stehen. Für die Nacht bieten 200 Betten Unterkunft. Es ist geplant, den Dampfer in der Talfahrt Sonnabend und Mittwoch nachmittags 5 Uhr von Köln abgehen zu lassen. Die Ankunft in Ostende wird dann Sonntags bezw. Donnerstags 1 Uhr mittags erfolgen. In Ostende wird die Rückfahrt Montags und Freitags 11 Uhr vormittags angetreten und Köln Dienstags bezw. Sonnabends gegen Mittag erreicht werden. Ee] Gewerbegericht. Am hiesigen, mit dem 14. Juni 1904 in Tätigkeit getretenen Gewerbegericht, gelangten in der Zeit bis Ende Dezember 1904 101 Klagesachen zur Verhandlung. Es wurde geklagt in 47 Fällen wegen Lohnforderung, in 32 Fällen wegen Entlassung ohne Kündigung, in 3 Fällen wegen Austritts ohne Kündigung und in 11 Fällen wegen Zeugnisausstellung u. s. w. Erledigt wurden 32 Klagesachen durch Vergleich, 22 durch Verzicht bezw. Klagezurücknahme, 1 durch Anerkenntnis, 12 durch Versäumnisurteil und 25 durch andere Endurteile, 8 Sachen wurden in das Jahr 1905 übernommen. In 55 Fällen betrug der Wert des Streitgegenstandes bis 20 Mark, in 26 Fällen 20 bis 50 Mark, in 13 Fällen 50 bis 100 Mark und in 7 Fällen über 100 Mark. □) Meisterkurse und Heizerkurse. Die am 9. Januar wiederum begonnenen Meisterkurse geben Veranlassung, auf die erfreuliche Entwickelung dieser seit wenigen Jahren vom Staate und von der Stadt Köln getroffenen Einrichtung hinzuweisen, welche vorzugsweise geeignet ist, den Handwerkerstand zu fördern und ihm zu neuer Blüte zu verhelfen. Die Erkenntnis von der hohen Bedeutung der Kurse nimmt auch in den beteiligten Kreisen rasch und stetig zu, wie dies die immer zahlreicher einlaufenden Anmeldungen beweisen. So hatten sich z. B. allein für den Schneiderkursus über 40 Personen angemeldet, von denen ausnahmsweise 15 zugelassen wurden. Die Kurse der Schuhmacher, Tischler und Schlosser sind mit der höchstzulässigen Zahl von je 10 Teilnehmern besetzt. Die weiter vorliegenden Anmeldungen mußten für die nächsten Kurse, die am 19. Juni beginnen, zurückgelegt werden. Bei dem starken Andrang empfiehlt es sich, die Anmeldungen für diese baldigst zu bewirken. Ferner wurde am 9. Januar ein weiterer der auf Anregung des Vereins der Industriellen des Regierungsbezirks Köln und des Rheinischen Dampfkessel=UeberwachungsVereins ins Leben gerufenen Heizerkurse, welche von jetzt ab im neuen Gebäude der Maschinenbauschulen am Übierring stattfinden, mit 22 Teilnehmern eröffnet. Auch hier war es nicht möglich, alle Wünsche um Zulassung zu erfüllen, so daß in Aussicht genommen ist, weitere Kurse baldigst folgen zu lassen. Anmeldungen zu diesen, sowie zu den Meisterkursen nimmt der Leiter der selben, Gewerbeschulrat Direktor Romberg, Köln, Salierring 32, entgegen; auch sind durch denselben die verschiedenen Programme der Kurse zu beziehen. Vermischtes. Wagen davon auf Charlottenburg und Berlin zu. Der Entführer soll Offizier eines Berliner Regiments sein. * Eine amerikanische Riesenranone ist soeben zur Verteidigung der Küste bei Newyork aufgestellt worden. Das Geschütz hat ein Gewicht von 126 Tonnen, sein Kaliber ist 406 Millimeter, seine Länge 15 Meter. Der dickste Ring hat einen Durchmesser von 1,52 Meter. Die Kanone wirft ein Geschoß von 1043 Kilogramm 25 Kilometer weit; seine Kosten betragen annähernd eine halbe Million Mark. * Ein Schülerbrief. In dem Nachlasse Emanuel Geibels hat sich, wie die„Pädag. Reform“ mitteilt, folgender Schülerbrief gefunden: „Herrn Dichter Emanuel Geibel, hier, Kuhberg Nr. 15. Lübeck, den 11. Februar 1882. Hochgeehrter Herr Geibel! Wir haben heute Ihr Gedicht „Frühlingshoffnung" zu Ende gelernt. Vor acht Tagen haben 5 nachsitzen müssen, weil sie's nicht konnten, und heute haben 2 was mit dem Stocke bekommen, weil sie's nicht konnten. Daran haben Sie wohl nicht gedacht, als Sie das Gedicht machten? Sie sind doch einer von den kurzen Dichtern, Schiller ist am längsten, der ist aber in der ersten Klasse. Der Lehrer sagt, das Gedicht sei sehr schön, es giebt aber so viele schöne Gedichte, und wir müssen sie alle lernen. Wir möchten Sie darum bitten, machen Sie nicht noch mehr Gedichte! Kriege giebt es auch immer mehr und wir müssen die Schlachten lernen. Geographie ist besser, da kann man immer mal nach der Karte sehen, aber die Gedichte und die Schlachten sind am schlimmsten. Und dann hat jeder Dichter noch eine Biographie mit Geburtsjahr und Todesjahr! Bei Ihnen brauchen wir noch kein Todesjahr zu lernen. Wir wünschen Ihnen ein recht langes Leben! Hochachtungsvoll und im Auftrage Karl Beckmann, * Eine romantische Entführung. Spandau ist nach dem Berl. T. der Schauplatz einer romantischen Entführungsgeschichte gewesen. Einer bildhübschen Sängerin einer Spandauer Singspielhalle wandten drei Herren während der Vorstellung die größte Aufmerksamkeit zu. Plötzlich sprang der eine auf die Bühne und trug sie blitzschnell hinaus in eine bereitstehende Droschke. Ehe man sich vom Staunen erbolte, rasselte der Reichetag. Berlin, 19. Januar. Am Bundesratstische: Staatssekretär Krätke. Das Haus ist mäßig besetzt. Präsident Ballestrem eröffnet die Sitzung 1 Uhr 20 Minuten. Auf Vorschlag des Abg. Schadler wählt das Haus durch Akklamation an Stelle des Abg. Müller=Sagan, in die Reichsschuldenkommission de. Abgeordneten Blell(fr. Volksp.); hierauf wird die Wahl des Abgeordneten Nauck(Reichsp.) für gultig erklärt. 6 Das waus tritt hierauf in die zweite Beratung des Etats der Post= und Telegraphenverwaltung ein. Dazu liegen zwei Resolutionen vor, erstens eine Resolution Hitze(Z.), die beantragt, den gemeinnützigen Arbeitern in bestimmten Morgenstunden die Benutzung der Fernsprecheinrichtungen gegen ermäßigte Vergütung zu bewilligen; zweitens eine Resolution Gröber, die keantragt, 1. die Sonntagsruhe für die Beamten der Reichspost durch Einstellung des Geld= und Nachnahme=, Drua, sachen= und Paketverkehrs an Sonn= und Festtagen, sowie die Verkürzung der Schalterstunden für den Paketverkehr an den Vorabenden dieser Tage in erhöhtem Maße durchzuführen, 2. für die mittleren und unteren Beamten der Reichspost= und Telegraphenverwaltung die wöchentliche Marimalarbeit zu beschränken und 3. in der Statistik der Reichspost= und Telegraphenverwaltung eingehende Mitteilungen über die Verhältnisse der Postbeamten in den Kolonien und über das außerhalb des Beamtenverhältnisses stehende Personal der Reichspost= und Telegraphenverwaltung zu machen. Abg. Eickhoff(fr. Volksp.) beantragt, in Punkt 3 die Worte„in den Kolonien“ durch die Worte„in den Schutzgebieten und im Auslande“ zu ersetzen. Abg. Trimborn(Z.) erklärt, seine Freunde betrachteten es immer als ihre hervorragendste Aufgabe, beim Postetat das sozialistische Moment zur Geltung zu bringen. Durch Verfügung des Staatssekretärs vom 13. August 1904, sei ein Teil der Wünsche des Zentrums berücksichtigt worden. Seine Partei könne den Staatssekretär nur bitten, auf diesem Wege fortzufahren und sich nicht zu scheuen, event. mit Mehrforderungen an den Reichstag heranzutreten. Redner stimmt sodann dem freisinnigen Abänderungsantrag zu und fragt, wie weit die Enquete über die Paketbeförderung der Soldaten in die Heimat gediehen sei. Staatssekretär Krätke führt aus: Trotz eingehenden Studiums hat der Herr Vorredner wegen der Schwierigkeit der Mater## der Dinge nicht immer richtig erfaßt. Die Stuistik. auf die er seine Ausführungen gründet, trifft schon nicht mehr zu, denn seit dem Herbst haben wir schon wieder eine illion Mark für Arbeitererleichterungen ausgegeben.(Bravo!) Wir werd.n auch weiterhin bestrebt sein, die Arbeitsdauer auf den Durchschnitt zu bringen. Abg. Singer Soz.) bemorkt: Man muß zugeben, daß der vorjührige Erlaz über die Dienstzeit, wenn er Nachachtung findet, eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse des Postpecionals bedeutet. Staatssekretär Krätke erklärt: Wir suchen stets zu vervollkommnen. Ich muß aber entschieden dagegen protestieren, wenn der Vorredner Veranlassung genommen hat, anzudeuten, daß die Postamts=Vorsteher nur solche Beamte zu gehobenen Unterbeamten vorschlagen, die schlechte Mittel gebraucht haben, um ihre Stellung zu erringen. Ich muß auch namens der 10000 gehobenen Unterbeamten dagegen protestieren, daß sie Schleicher seien. Ferner protestiere ich dagegen, daß ich versucht habe, mehrere hunderttausend Mark einzuschmuggeln, um zu erreichen, was im vorigen Jahre nicht durchgesetzt worden ist. Abg. Patzig(ntlib.) führt aus: Seit Inkrafttreten der postalischen Reformen habe die Post sich befriedigend entwickelt, aber er vermisse eine amtliche Aufstellung über die finanzielle Fundamentierung des Anlagekapitals durch Anhang zum Etat, wie es bei anderen großen Betriebsanstalten üblich sei. Auch erfahre man nirgends den Bruttoverdienst der Post durch den Zeitungsverschleiß. Staatssekretär Krätke erwidert dem Vorredner, es sei sein Bestreben, die Dienstfreudigkeit jedes einzelnen Beamten zu heben. Sein Wunsch sei, daß ein guter Ton zwischen Vorgesetzten und Untergebenen herrsche. Das Anlagekapital der Reichspost= und Telegraphenverwaltung betrage 652½ Millionen; davon entfallen auf die Post 230 Millionen, auf die Telegraphie 143 Millionen, auf das Fernsprechwesen 279 Millionen.(Hört! hört!) Die Post rentiert sich sehr gut, die Telegraphie verlangt Zuschüsse, die Telephonie beginnt kleine Ueberschüsse zu liefern. Abg. Blell(freis. Volksp.) tritt für die Postanweisungskuverts ein. Diese könnten sogar fünf Pfennige mehr kosten; dagegen solle man das Bestellgeld abschaffen. Das Haus vertagt sich alsdann auf Freitag: Interpellation Auer und Genossen, betreffend den Ausstand im Ruhrrevier. Schluß 6½ Uhr. Abgeordnetenhaus. Berlin, 19. Jan. Am Ministertische: Studt, Rheinbaben, Möller. Die zweite Beratung des Entwurfs eines Ausführungsgesetzes zum Reichsgesetz, betr. die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten vom 30. Juni 1900 wird bei Abschnitt„Kosten" fortgesetzt. Paragraph 25 bestimmt, daß die Kosten, welche durch die Beteiligung eines beamteten Arztes entstehen, der Staatskasse zur Last fallen. Das Gleiche ist der Fall, wenn es sich um die ärztliche Feststellung von Scharlach, Körnerkrankheit und Diphterie handelt. Aba. Koelichen(kons) beantragt, vor dem Worte„Beteiligung“ einzufügen„amtliche" und zwischen den Worten„Diphterie" und handelt einzuschieben:„in einem weiter als 4 Kilometer vom Wohnort des nächsten Arztes entfernten Orte“. Der erste Teil des Antrages solle klarstellen, daß der Staat die Kosten der Zuziehung eines beamteten Arztes nicht tragen solle, wenn dieser zu Privatzwecken herangezogen werde. Nach unerheblicher Debatte wird der erste Teil des Antrages angenommen, der zweite aber abgelehnt. Der von der Regierung vorgeschlagene§ 26 ist von der Kommissiosin erheblich abgeändert worden. Die Abgg. Gamp(freikons.), Wellstein(Z.), und Schmedding(Z.) sprechen sich für die Kommissionsbeschlüsse aus. Kultusminister Studt erklärt, eine Belastung für die Gemeinden bedeute das Gesetz nicht. Nachdem ein Regierungskommissar nochmals betont hat, daß die Anzeigepflicht den Gemeinden keine Kosten mache und für die einzelnen Bekämpfungsmittel bei armen Gemeinden Staat und Kreis je ein Drittel der Kosten trügen, führt Minister Rheinbaben aus, die Behauptung, daß der Staat * die Gemeinde fortgesetzt belaste, sei unrichtig. Aba. Kreth(kons.) erklärt, wenn der Finanzminister nicht die Kosten für die Bekämpfung der Granulose übernehme, müsse seine Partei das Gesetz ablehnen. Finanzminister Rheinbaben erwidert, sechs Siebentel der Kosten der Granulose=Frage trage der Staat, ein Siebentel die Gemeinden. Nach unerheblicher Debatte wird in§ 27 in der vom Abg. Wellstein vorgeschlagenen Fassung angengmmen. I De sodann angenommene§ 29 besagt, die Einleitung des Beschlußverfahrens erfolgt auf den Antrag der Kommunalaussichtsbehörde. Ist Gefahr im Verzuge, so kann die von der Kommunalaufsichtsbehörde geforderte Einrichtung hergestellt werden, bevor das Beschlußverfahren zum Abschluß gebracht war. Die Abgg. v. Heydebrand, Winkler und Ditfurtth(kons.) beantragen einen Paragraphen 29a, der lautet:„Die Vorschriften dieses Abschnittes finden auf Gutsbezirke und Zweckverbände sinngemäße Anwendung.“ Dieser Paragraph wird nach unerheblicher Debatte unter Ablehnung einiger Zusätze angenommen, obgleich der Finanzminister erklärte, daß die Annahme dieser Bestimmung das Gesetz unannehmbar mache. Der Rest des Gesetzes wird dann ohne erhebliche Debatte angenommen. Nächste Sitzung: Samstag 11 Uhr. Tagesordnung: Zweite Lesung der HiberniaVorlage, Antrag Reicolt und v. Riepenhausen, betr. die Sturmflut an der Ostsee. Telegraphische Depeschen. Petersburg, 19. Jan., 4 Uhr 40 Min.“ nachmittag. Während der Ceremonien der Wasserweihe, gleichzeitig mit dem zweiten Salutschuß, durchbohrten die Fenster des Nicolai=Saales des Winterpalastes mehrere Kartätschenkugeln, deren Richtung aus dem Börsengebäude ausgehend angegeben wird. An der Börse waren zum Salut bestimmt, Artilleriegeschütze aufgefahren. Der Vorfall ist bisher unaufgeklärt. Wie verlautet, ist ein Polizist getödtet worden. Petersburg. 19. Jan.(Amtlich.) Während der Newawasserweihe, in Anwesenheit des Kaisers, ereignete sich, als das übliche Salut begann, ein Unfall. Eines der bei der Börse aufgestellten Geschütze, schoß anstatt einer Pulverladung eine Kartätschenladung ab. Die Kugel erreichte den Fußboden beim Jordonquai. An der Fassade des Winterpalais wurden die Scheiben von 4 Fenstern zertrümmert. Einer der Petersburger Stadtpolizei angehörender Polizist wurde verwundet. Budavest. 19. Jan. In Gerlsdorf und Georgenberg sind Wahlunruhen ausgebrochen. Die Oppositionellen griffen die Anhänger der Regierungspartei an. In dem Streite wurde ein Bauer erschlagen und zwei verletzt. Die Teilnehmer an den Ausschreitungen wurden verhaftet. Amtliche Fruchtpreise zu Neuß am 20. Januar. 4• 17 80 17 30 14 60 14 10 14 20 3,00—4,00 3,80—4,80 A 520 " 22,— „ 24.— „ 2.50 „ 13.— sämtlicher Weizen per 100 Kilo 1. Qual. „ 2.„ Roggen per 100 Kilo 1. Qual. „ 2.„ Hafer per 100 Kilo Kartoffeln per 50 Kilo Heu per 50 Kilo Luzernerheu per 50 Kilo Maschinenstroh per 500 Kilo Flegeldrusch per 500 Kilo Butter per Kilo Eier(100 Stück) Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise Fruchtgattungen unverändert. Neuß, 20. Januar. 346 J Raps per 100 Kilo 1. Qual.„„„„ 20 25 2.„„„ 19 25 Aveel per 100 Kilo 19 25 Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. (ohne Faß) 45 75 Rüböl per 100 Kilo faßweise(ohne Faß). 47 25 Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 4 höh. als Rüböl Rübkuchen per 1000 Kilo waggonweise. 107— „ in kleineren Partien 111— Kleien per 50 Kilo„ 5 80 Rüböl und Kuchen unverändert. Köln. 19. Jan. Rüböl in Partien von 5000 Kil. 48,00 B., Mai 47,50 B., 47,00 G. Köln, 19. Jan. Fruchtmarkt. Haser K 14,60. Heu 7,60—9,40, Maschinenstroh(Roggen) 4,10, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,40—0,00, Krummstroh 3,80 die Magdeburg, 19 Jan Kornzucker 88%0 15 75—16,00, 75% 13,10—13,40, fest. Brodraffin. Ia 26,00—0000, Kristallzucker Ia 25 95—00,00, gem. Raffin. 25,70— 25.95, gem. Melis 25,20—25,45 bei Posten aus erster Hand; fest. Rohzucker zur Durchf. bordf. Hamburg Jan. 32,50 B., 32.25 G., 00,00 bz., Febr. 32,60 B., 32.50 G., 00,00 bz., März 32,80 B., 32,75 G., 00,00 bz., Mai 33.05 B., 33.00 G., 32 95—33,00 bz., Aug. 33.20 33.15 G., 33.15—33,20 bz., Okt. Dez. 24,25 B., 24,15 G., 24,20 bz., fest. Berlin, 19 Jan. Fruchtmarkt. Weizen Mai 180,25, Juli 181,25, Sept. 0000. Roggen Mai 146.50, Juli 148.00, Sept. 000,00. Hafer Mai 140,25, Juli 141,25. Mais Mai 116,50, Juli 115,25. Rüböl Mai 44,80, Okt. 45,70. Weizenmehl 21,50—23 75. Roggenmehl 16,90—18,40 Gegenüber der argen Geschäftsunlust hat der andauernde trockene Frost und die ziemlich festen auswärtigen Meldungen hier zu irgend welcher Einwirkung auf die Stimmung für Getreide nicht gelangen können. Der Lieferungshandel in Weizen, Roggen und Hafer ist vollständigem Stocken recht nahe; Preisveränderungen sind kaum wahrnehmbar Greifbares Getreide nird spärlich angeboten, Mehrforderungen sind gleichwohl nicht durchzusetzen. Rüböl war bei schwachem Verkehr preishaltend. Hamburg, 19. Jan. Weizen ruhig, Mecklenburger und Ostholsteiner 175—177. Roggen ruhig, Mecklenburger und Altmärker 146—148, russ. cif 9 Pud 109.00. Gerste fest, südruss. eif 96. Hafer fest, Holsteiner und Mecklenburger 143—146. Mais ruhig, runder amerikan. 96½2, La Plata cif 99½. Rüböl ruhig, 46. Sviritus ruhig, Jan. 26 3/4 G., Jan.=Febr. 26 3/4 G., Febr.=März 26 ¾ G. Kaffee steiig, Umsatz 5000 Ballen in greifbarer Ware. Petroleum stetig, 6.00. Salpeter fest, vorr. 10,70, Jan. 10,72½, Febr.=März 10,75. Hamburg, 19. Jan. Kaffee behauptet, März 41, Mai 411, Sept. 42½. Dez. 43¼ G. Bremen, 19. Jan. Schmalz vorr. und Tups Firkins 35¼, Doppeleimer 36. Ruhia. Speck stetig. Amsterdam, 18. Jan. Rüböl, vorr. Fl. 22, Mai 21 ⅞8, Sept.=Dez. 21⅜8. Leinöl vorr. 15¼, Febr. 15, März Mai 15⅜, Juni=Aug. 16, Sept.=Dez. 16 3/8, Jan.= Mai 16¾. Amsterdam, 19. Jan. Kaffee: Java vorr. 32½, Santos März 241/8, Mai 24¼, Juli 24½, Sept. 24¾, Dez. 25 C. Antwerpen, 19. Jan. Getreide. Weizen amerikan. Winter= 00,00—00,00, La Plata= 16,25—18,75, russischer 16,75—18,25, Donau= 16,00—18,75, Roggen russischer 13,62—14,37, Hafer 13,00—13,75, Gerste Futter=11,75— 12,25, kaliforn. 15,50—15,62, Mais Odessa= 16,00—16,12, La Plata= 12,50—1262, Cinquantino= 17,75—18,25, gem. amerik. 12,12—12,25 Frcs. Antwerpen, 19. Jan. Petroleum, Type weiß, ruhig, vorr. Frs. 18¾ bB., Jan. 18¾ B., Febr. 19 B., MärzApril 19¼ B Autwerpen, 19. Jan. Schmalz, amerikanische Marke Wilcox, vorr. Frcs. 85, Jan. 83½, Jan.=April 84, Mai 84¼. Antwerpen, 19. Jan. Kaffee behauptet, Jan. 50¼, März 50¾, Mai 51¼, Juli 51¾. Paris, 19. Jan. Weizen ruhig, Jan. 23.60, Febr. 23,95, März=April 24,35, März=Juni 24,75. Roggen ruhig, Jan. 16,00, März=Juni 16.75. Mehl ruhig, Jan. 31,10, Febr. 31,35, März=April 31,85, März=Juni 32.05. Rüböl matt, Jan. 44,25, Febr. 4500, März= April 45,25, Mai=Aug. 45.25. Spiritus ruhig, Jan. 49,00, Febr. 48,50, März April 47,75, Mai=Aug. 46,25. Zucker ruhig, roher 88% 40,75—41,00, weißer ruhig, Jan. 44,75, März=Juni 45,75, Mai=Aug. 46,12½, Okt.= Jan. 35.75. Leinöl ruhig, Jan. 38,50, Mai=Aug. 39,00. Havre, 19. Jan. Kaffee ruhig, Jan. 49¼, März 49¾, Mai 50¼, Sept. 51¼. Hull, 19. Jan. Baumwollöl o. F. raff. 12 S. „ roher 11 S. 9 D. Leinöl o. F. 12 S. 1½ D., Febr.=April 12 S. 6 D., Mai=Aug. 13 S. 1½ D. Liverpool, 19. Jan. Baumwolle. Tagesumsatz 12100 B., davon 10000 B. amerik. In amerik. gutes Geschäft bei willigern Preisen. Fully good Oomra 3 21/383. Fine Bengal 3 22/82. Good fair Tinnivelly 3 21/32. Middl amerik. 3.75(letzter Schlußpreis 3,81], Jan.=Febr. 3,73], März=April 3,791, Mai=Juni 3.85), Juli=Aug. 3,89), Sepi.=Okt. 3,66 W.[3,69], Febr.=März 3,70 W. 3,74 W.(3,76), April=Mai 3.77 W. 3,80 W.[3,82), Juni=Juli 3,83 W. 3,85 W.[3,87], Aug.=Sept. 3,87 W. 3,89 W.[3,90], Okt.=Nov. 3.90 W.[3,91). London, 19. Jan. Metallmarkt. Kupfer matt, Chili=Bars, good ordin. brands L. 68.7.6, 3 Monate 68.10.—. Best Selected 72¼. Zinn stetig, Straits 131.10.—. 3 Monate 130.17.6. Blei matt, span. 12.18.9, engl. 13.2.6. Zink Brief, gew. Marke 25.—.—, bessere Marke 25.10.—. Chicago, 19. Jan. Getreidemarkt. Weizen Jan. 600, Mai 114⅝8, Juni 110½. Juli 98, Sept. 91. Mais Jan. 42¼, März 00, Mai 44 3/8, Juli 45¼. Sept. 45⅝. Hafer Mai 30⅞8 Juli 31.=Roggen Jan. 75, Mai 79. Leinsaat Jan. 1,15, Mai 1,21. New=York, 19. Jan. Getreidemarkt. Weizen Jan. 000, März 00, Mai 114 5/8, Juli 192 1/8, Sept. 00. Hafer Jan. 00, Febr. 00. Mais Jan. 00, März 00, Mai 50⅛, Juli 00, Sept. 00. Mehl(spring wheat clear) 3,95 Getreidefracht n. Liverpool 1½. Roggen vorr. 00. Viehmärkte. Neuß, 19. Jan. Zum heutigen Zucht= und Milchviehmarkt waren aufgetrieben 348 Stück Rindvieh, darunter waren 12 Stiere und 336 tragende und frischmilchende Kühe und Rinder. Racen: Oldenburgische, Ostfriesische, Holsteinische und Rheinländische. Handel: Bei ziemlich lebhaftem Geschäfte wurden gute Preise erzielt und wird der Markt voraussichtlich geräumt.— Nächster Markt am Dienstag, den 31. Januar er. Köln, 19. Jan. Schlachtviehmarkt. Zugetrieben: 599 Kälber, a. Feinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber 83—00, Doppellender bis 94, b. 74—78, c. 55—68. 618 Schafe, a. Mastlämmer und jüngere Masthammel M 78—00, d. Aeltere Masthammel 73—75, a. Mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) 55—65 die 50 Kil. Schlachtgewicht. In beiden Gattungen lebhaft und geräumt.„„ 1288 Schweine, a. Vollfleischige der feinern Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1¼ Jahren 58—00, vorgezeichnete 59, d. Fleischige 55—56, c. Gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 48—52 die 50 Kil. Lebendgewicht mit 20—22%/0 Tara. Gute Ware lebhaft, geringere nur langsam geräumt. Eingeführtes frisches geschlachtetes Fleisch aus Holland in der Zeit vom 12 bis zum 19 Jan. betrug 640 Biertel Großvieh, 124 Kälber und 2 Schweine. Amsterdam. 18. Jan. Auftrieb: 160 fette Kälber, 1. Qual. 100 C., 2. 88 C., 3. 76 C. das Kil.; 0 Gras. kälber Fl. 00—00; 44 frische Kälber, Fl. 7—10 das Stück; 490 fette Schweine, hollandische 1. Qual. 41— 43 C., 2. und 3. 39— 40 C., überseeische 1. Qual. 40— 42, 2. und 3. 38—39 C das Kil. London, 19 Jan. Zum heutigen Viehmarkt in Islington waren 110 Stück Hornviev und 320 Schafe; Preise für Hornvieh 2 S. 10 D. bis 3 S. 6 D., Schafe 3 S. 10 D. bis 6 S. für 8 Pfund. Hopfen. Nürnberg. 19. Jan. Markthopfen prima 165—170, sec. 160—164, Gebirgshopfen 170—176, Hallertauer prima 176—186, sec. 167—175, Elsässer prima 170—175, sec. 162—168, Badischer vrima 177—190, sec. 166—175, Würtemberger prima 173—182, sec. 166—172, Spalter Siegel 185—190. Auer und Wolnzacher prima 187— 192 sec. 178—183, Aischgründer prima 166—172, sec. 160—165 K, Zufuhr 150 B. Umsatz 150 B. Ruhig. Antwerven. 19 Jan. Wolle ruhig. Deutscher La Plata=Kammzug(Vertrag B.) Jan. Frs. 5,22½. Mai 5,17½. Amtliche Wechselziussätze der Notenbanken vom 19. Jan Amsterdam 3. Belgische Plätze 3. Deutsche Plätze 4. Kopenhagen 4½. Lissavon 5½ London 3. Italien. Plätze 5. Madrid 4½. Paris 3. Petersburg Schweiz. Plätze 4½. Wien 3½. Wasserstands=Nachrichten. Mainz, 19 Jan. Rheinh. 8 Uhr morg. 0,16, gef. 0.07 m2 Koblenz. 19. Jan. Rheinh. 6 Uhr morg. 1,74, gest. 009 m Trier, 19. Jan. Moselh. 10 Uhr vorm. 0,99, gef. 0.11 m Köln, 19. Jan. Rheinh. 7 Uhr morg. 1,54, gest. 005 m Düsseldorf, 19. Jan. Rheinh. 8 Uhr morg. 1 26, gef. 0.12 m Wesel, 19. Jan. Rheinh. 12 Uhr mittags 0.56, gef. 0,16 m truße 00. * Amtliches Kreisblatt. Bekanntmachung. Jahre 1898 sind wiederholt Fälle zur Kenntnis der Behörden gelangt, in welchen durch den Gebrauch von Lysol Schädigungen und Anglücksfälle vorgekommen sind. außer den auf Verwechselung und unvorsichtiger Aufbewahrung des Lysol beruhenden Vergiftungen sind seit dem genannten Jahre im Königreich Preußen 2 Morde, 11 Selbstmorde und 8 Selbstmordversuche durch Lysol herbeigeführt. Mit Rücksicht hierauf mache ich die Kreiseingesessenen auf die mit dem Gebrauch von Lysol verknüpften Gefahren aufmerksam. Die Hebammen, Desinfektoren und Heilgehülfen kind angewiesen, in jedem Gebrauchsfalle die Beteiligten über die giftigen Eigenschaften des Lysols und der gleichartigen Cresol=Seifenlösung aufzuklären und vor unvorsichtigem Gebrauche oder Aufbewahren zu warnen. Neuß, den 11. Januar 1905. Der Landrat: Frhr. v. d. Leyon. Aufforderung an die Militärpflichtigen zur Anmeldung behufs Aufnahme in die Stammrolle pro 1995. dem Stadtbezirk Neuß wohnhaften, im Jahre 1835 und früher geborenen Militärpflichtigen, sofern sie ihrer aktiven Dienstpflicht noch nicht genügt haben, auch z. Zeit nicht im aktiven Dienste befinden und über ihr Militärverhältnis noch keine endgültige Entscheidung erhalten haben, werden hiermit aufgefordert, sich in der Zeit vom 15. bis einschl. 31. Januar 1905 in den Stunden, morgens von 2—12 und nachmittags von 3—5 aus dem Einwohner= Meldeamt Markt 12(Le Hann'sches Haus) zur Stammrolle anzumelden. Zu dieser Meldung sind nicht nur die hier geborenen und seit längerer Zeit hier wohnhaften jungen Leute verpflichtet, sondern auch alle, welche hier in einem festen Arbeits. verhältnisse stehen, wie Dienstboten, Haus= und Wirtschafts beamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehr burschen, Fabrikarbeiter, sowie die Schüler der hiesigen Lehranstalten, wenn sie auch anderwärts ihr Domizil haben. Deutsche Reichsangehörige, deren Geburtsort im Auslande sich, wenn sie hier wohnen oder sich aufhalten, gleichfalls hier zur Stammrolle anmelden. Auch solche Wehr pflichtige, welche bereits von einem Truppenteile als Frei willige angenommen sind, haben sich behufs Berichtigung der Stammrolle, unter Vorlegung des Annahmescheines zu melden. Diejenigen Militärpflichtigen, welche die erste Meldung zur Stammrolle machen und auswärts geboren sind, haben ihren Geburtsschein, welcher zu diesem Zwecke von den Standesunentgeltlich ausgestellt wird, vorzulegen, die bereits früher gemusterten den ihnen ausgestellten Losungs= bezw. Gestellungsschein. Für diejenigen jungen Leute, welche vorübergehend von hier abwesend, durch Krankheit oder aus einem anderen Grunde behindert sind, die Anmeldung persönlich zu bewirken, ist dieselbe durch die Eltern, Vormünder, Lehr=, Brot= oder Fabrikherren zu besorgen. Unterlassene oder zu spät bewirkte Anmeldungen werden nach§ 25ll der Wehr=Ordnung mit einer Geldbuße bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft. Wer nach erfolgter Anmeldung zur Stammrolle seinen Wohnsitz nach hier verlegt oder innerhalb des Stadtbezirks wechselt, hat auf dem Militärbureau ungesäumt entsprechende Anzeige zu erstatten. Neuß, den 7. Januar 1905. Der Bürgermeister: Gielen. Büchel 3I. Schuhwaren Büchel 31. Zwangsversteigerung. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Tuschenbroich, Dorfstraße 7, belegene, im Grundbuche von Wevelinghoven, Band X, Artikel 374, zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Ehefrau Wirt Wlihelm Laakmann, Katharina geb. Spittmann, ohne Geschäft, in Duisburg eingetragene Grundstück: Flur G Nr. 931/11 a) Wohnhaus mit Hofcaum und Hausgarten, mit 210 Mark jährlichem Nutzungswert, b) Saal mit Kegelbahn und Abortgebäude mit 180 Mark jährlichem Nutzungswert, c) Backhaus, mit 36 Mark jährlichem Nutzungswert, mit einem Flächeninhalt von 4 Ar 70 gm., Gebäudesteuerrolle Nr. 443, Artikel 837 der Grundsteuermutterrolle am 11. Februar 1905, vormittags 10½ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— im Sitzungssaale versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 31. Oktober 1904 in das Grundbuch eingetragen. Grevenbroich, den 11. November 1904. Königliches Amtsgericht. 35 Herren-Boxcalf-Stiefel Herren-Kalbleder-Stiefel Herren-Leder-Pantoffel Herren-Filz-Pantoffel Damen-Boxcalf-Stiefel Schnür und Knopf Damen-Chevraux-Stiefel Schnür und Knopf Damen-Spangen-Schuhe früher 210 250 bis 4— diese Woche nur 100 2 4%bis 3 Damen- gefütterte Pantofel früher 98 diese Woche nur 76 Damen Ia. Leder-Pantoffel früher 185 bis 4# diese Woche nur 170 bis 8“0 warm gefüttert Damen-Stepp-Pantoffel früher 150 bis 335 diese Woche nur 140 bis 3½0 Sämtliche anderen Schuhwaren unerreicht billig. Der Verkauf dieser kollossal billigen Schuhwaren beginnt Dienstag, den 17. Januar und dauert bis Montag, den 23. Januar und versäume niemand, zu diesen konkurrenzlosen Preisen einzukaufen. Auswärtige erhalten bei Einkauf von 10 Mk. an freie Fahrt. Düsseldorfer Stadttheater. Freitag, 20. Jan. Die neugierigen Frauen. Samstag, 21. Jan. Zum ersten Male: Baunermann. Sonntag, 22. Jan. Nachm.: Rotkäppchen.— Abends: Mignon. Goldene Trauringe (Ingenlos b. R. P.) gesetzl. gestempelt, in jedem modernen Façon— über 300 Stück. Gravur gratis und sofort.[8761 Heinrich Busch, Juwelier, Neuss, selbst gegründet 1881. Gesellschaft„Verein Neuß. Samstag, den 21. dss. Mts. abends 8½ Uhr: Ballotage. 436) Der Vorstand. Büchel 31, gegenüber Gebr. Heinemann. Leo Eichwald. Büchel 31, gegenüber Gebr. Heinemann Ein unverh. Müller, 26 J alt, welcher mit Wind= und Dampfmühle vertraut und zuletzt auf größern Mühlen tätig war, sucht, gestützt auf gute eugnisse, per 1. Februar stelle, evtl. auch später.[416 Adressen an B. Segers, Kl. Kalkhof 30, Duisburg. Einige tüchtige Former sofort gesucht.(434 Eisenhütte heerdt F. Hasenkamp& Cie. Sargmagazin Neuss. Heinrich Hahn Erefeverstr. Grösste Auswahl. Billigste Preise. Telephon Nr. 317. Familien=Nachrichten. Geboren: Hrn. Fritz Roeber in Düsseldorf 1 M— Hrn. Max Hertz in Köln 1 M.— Hrn. Julius Lebach in Köln 1 K.— Hril. Landrichter Westphal in Bonn 1 M. Verlobt: Frl. Carla sümmer mit Hrn. Franz Hohenschutz, Düren und Trier.— Frl Martha Eicken mit Hrn. Fritz Diepenhorst, Gevelsberg in Westf. Gestorben: Frl. Maria Eskens, 85 J., Dülken.— Hr. Josef Sturm, 76 J., Eller.— Hr. Eduard Rübhausen, 72 J., Uckerath.— Hr. Dr. med. Eugen Schlüter, 44 J., Köln.— Hr. Johann Peter Vits, 75 J, Ohligs. Eine der bedeutendsten eineingeführten Genossenschaftsregister zu Neuß. Durch Generalversammlungsbeschluß vom 23. November 1904 ist§ 14 Ziffer 1 des Statuts der Weißenberger Bezugs= und Absatzgenossenschaft, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht zu Weißenberg, dahin geändert, daß die Haftsumme für jeden Geschäftsanteil anstatt 100 Mark nunmehr 300 Mark beträgt.[422 Neuß, 10. Dezember 1904. Königl. Amtsgericht 3. Handelsregister zu Neuß. Dem Peter Kallen junior, „[Kaufmann, zu Neuß, ist für Margarine=Fabriken sdoselbst Pr.= P. 8 eingeführten Agentur zu übertragen. Gefl. ausführliche Offerten mit Angabe bisheriger Tätigkeit, der bisherigen Agenturfirm., Wirkungskreis 2c u. EF 22 an die Exped. dsr. Ztg. Lichtmeß erster Pferdeknecht gesucht I. Fleuster, Neuschanzerhof, Glehn. Ein Haus, in welchem lange Jahre Bäckerei mit gutem Erfolg betrieben worden ist, auchnebenbei Handel mit Futterartikel betrieben werden kann, steht zum Verkauf. Off. unt. E G L 50 besorgt die Exped. dsr. Ztg.(392 am Kaufmännischer-Verein. 2 Tücht. Reisende gegen hohe Provision für dauernd gesucht.(425 Off. unt. R S postlag. Neuß. Für ein hiesiges kaufm. Geschäft wird ein junger Mann aus achtbarer Familie als Lehrling gesucht. Schriftl. Off. unt. C B 30 an die Exped. dsr. Ztg.(402 Suche für meine Schwester in einem kleinen herrschaftlichen Haushalt ein älteres Mädchen, welches die bessere Küche perfekt versteht, gegen hohen Lohn und gute Behandlung.(400 Näheres Furtherstraße 39. Kleines rentables FabrikGeschäft für ca. 20,000 Mark bar zu kaufen gesucht. 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Um Erscheinen samtlicher Mitglieder bittet Der Vorstand. . Neuss, den 18. Januar 1905. TurnVerein. Morgen, Samstag Abend 9 Uhr, im Vereinslokal Hotel Pelzer: Haupt=Versammlung. Turnberichte— Rechnungsablage— Vorstandswahlen. Die aktiven und passiven Mitglieder werden um pünktliches und vollzähliges scheinen dringend ersucht. 439] Der Tururat. Ludw. Spangenberg Zahntechniker Büchel 10 Neuss am Markt. Spezialität: Schmerzloses Ausziehen bei normalen Verhältnissen. Plombieren, Zähnereinigen Nervtöten etc. Feinste Anfertigung künstlicher Zähne ——. unter Garantie— zu den billigsten Preisen. Rindfleisch das Pfund nur 45 und 50 Pfg. bei David Basen, Metzger, 426] Rheinstraße 26. Fleisch in der Schlachthalle zu haben. auf der Freibank 429 Stärkeabfälle täglich zu haben bei(437 Neußer Nudel= u. Stärkefabrik Pet. Jos. Schram. 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Frau Heinrich Schiffer, Obererft 168 E.