— Gegeep. AArecer Anzrigenpreis: Ein Millimeter Höhr 8 Pig., do Pfg., Zisifergebühr 50 Pig. Annahmeschluß: Kabevormwalder Zeitung M. in wigens 8 Uhr. Druc u. Verlag: Friedr. seim Krabebbriwälder=Zeilung Tageblatt für Radevormwald und die Wupperortschaften Radeoormwalder Generalanzeiger Das Heimat= und Anzeigenblatt Radevormwalds Verbreitungsgebiet außer Radevormwald: Bergerhof, Kräwinklerbrücke, Krebsöge, Wilhelmstal, Dahlhausen, Dahlerau, Vogelsmühle, Remlingrade und Beyenburg zugleich Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonnund Feiertage. Bezugspreis monatlich.70 voraus, bei der Post bestellt 1,81 Mr. Fernsprecher Nr. 26. Nr. 190. Dienstag, den 17. August 1937. 61. Jahrgang. Neue Luftkämpfe über Schanghat Bisher 1200 Opfer der Kämpfe.— Das Geschäftsleben gelähmt. Schanghai, 16. Aug. Monkagfrüh begannen die Luftkämpfe über Schanghai von neuem. Von den auf der Whangpoo liegenden japanischen Kriegsschiffen schallt Flak- und Mc-Feuer herüber. Kurz vor 8 Uhr vormittags überflog ein Geschwader von 13 japanischen Flugzeugen die Stadt, die anscheinend von Operationen in Inner-China zurückkehrien. Iin ganzen belaufen sich die Verluste der Kämpfe in Schanghai jetzk auf über 1200. Davon entfallen nach einer Bekanntmachung der französischen Polizeibehörde 1050 Tote auf die Bombenexplosion innerhalb der französischen Konzession. Das Schanghaier Geschäftsviertel lliegt wie ausgestorben da Alle ausländischen Banken sind geschlossen, da die Straßenzüge um den„Bund“ von den Firmen geräumt worden sind. Nach chinesischer Darstellung sind bei den Luftkämpfen, die am Sonntag über Nanking, Hangtschau und Nantschau stattgefunden haben, 16 japanische Flugzeuge abgeschossen worden. Die Chinesen geben ihre Verluste mit sechs Flugzeugen zu. Das bisher in der Uferstraße„Bund“ gelegene englische Generalkonsulät ist in das Hamilton=Hochhaus verlegt worden. *** Am Montagvormittag fand ein japanischer Luftangriff auf den Lufthafen Lunghua statt. Acht abgeworfene Bomben verfehlten ihr Ziel. Die Flughallen waren im übrigen schon im Laufe der letzten Woche geräumt worden. Extrablätter verbreiten in Tokio eine Meldung der Agentur Domei, nach der die japanischen Luftstreitkräfte die chinesischen Flugplätze Hangschau, Nanking und Schanghai angegriffen haben. Die Flugplätze wurden bombardiert und die Hallen mit Flugzeugen schwer beschädigt. Nach dem Eintreffen neuer Kampflieger beherrscht die japanische Luftwaffe den Kampfabschnitt Schanghai völlig. Die Verluste der Chinesen werden mit über 70 Flugzeugen angegeben, die bei den Luftkämpfen abgeschossen bzw. bei der Bombardierung der Flugplätze vernichtet worden sind. Domei meldet ergänzend, daß weitere japanische Truppen in Schanghai gelandet worden sind, die mit Erfolg alle chinesischen Angriffe zurückweisen konnten. Wie von chinesischer Seite in Nanking angegeben wird, sollen von Formosa acht japanische Bombenflugzeuge aufgestiegen sein, um Hangschau anzugreifen. Ihr Angriff wurde von einem chinesischen Jagdgeschwader abgewehrt und drei japanische Bomber abgeschossen. Bei dem Versuch, den Flugplatz Kwangteh zu bombardieren, sollen fünf japanische Flugzeuge abgeschossen worden sein. Abtransport der Engländer London, 16. Aug. Am Sonntag wurde im britischen Außenamt eine Konferenz abgehalten, an der der ständige Unterstaatssekretär im britischen Außenamt Sir Robert Vansittart Marine= und Militärsachverständige, sowie technische Berater teilnahmen. Die Konferenz, die sich mit der Lage in Schanghai befaßte, beschloß. alle britischen Staatsangehörigen aus Schanghai herauszuschaffen.“ Dem britischen Generalkonsul in Schanghai wurde sofort Anweisung gegeben, Vorbereitungen für den Abtransport der in der Stadt befindlichen britischen Staatsangehörigen zu treffen, deren Zahl mit 11 631 angegeben wird. Wie aus Schanghai gemeldet wird, sind dort an Bord der„Duncan“ 120 britische Seesoldaten und Matrosen von den britischen Kreuzern„Cumberland“ und Suffolk“ eingetroffen. England, Frankreich und USA in ständiger Fühlung. Die gesamte Londoner Morgenpresse kennt nur ein Thema: die Ereignisse im Fernen Osten und insbesondere die Bombenabwürfe auf Schanghai, bei denen insgesamt mehr als 2000 Menschen ihr Leben lassen mußten. Gleichzeitig berichten die Blätter ausführlich über die am Sonntag unter Vorsitz des Staatssekretärs Vansittart im englischen Außenamt abgehaltene Sitzung, auf der der sofortige Abtransport aller britischen Staatsangehörigen aus Schanghai, ein scharfer Protest des britischen Botschafters bei der Nanking=Regierung gegen die Bombenabwürfe und die sofortige Entsendung weiterer pritischer Truppenverstärkungen beschlossen wurden. Der diplomatische Korrespondent der Times hebt in Zusammenhang mit dieser Konferenz im Foreign Office hervor, daß seit Mitte vergangener Woche verschiedene MitKlieder des britischen Kabinetts, die sich augenblicklich in Urlaub befinden, zur Unterrichtung über die Lage im Fernen Osten in dauernder Verbindung mit dem Foreign Offiee gestanden hätten. Bei den neuen Maßnahmen nglands handele es sich um solche der Verteidisung, wie sie auch von anderen Regierungen jetzt ergrifken werden müßten. Aus diesem Grunde seien England, ersische ie escesche e übereingekommen, in ständiger Beratung zu bleiben, um ihre jeweiligen Schritte stets in Einklang zu bringen. In ihrem Leitartikel erklärt die Times u.., noch sei der Krieg nicht erklärt worden. Bevor dieser Schritt getan sei, könne man noch Hoffnung hegen, daß es zu einer Beilegung kommen werde. Keine der beiden Seiten könne irgendetwas durch einen Krieg gewinnen. Auch die Amerikaner räumen Schanghal Washington, 16. Aug. Wie aus Schanghai gemeldet wird, haben die 4000 dort lebenden Amerikanei mit der Räumung der Stadt begonnen. Der Räumungsbefehl wurde von Admiral Yarnell, dem Oberbefehlshaber der Ostasienflotte, und von dem Konsul der Vereinigten Staaten, Gauß, gegeben. Durch Boten, die den Befehl von Haus zu Haus trugen, wurden die Amerikaner aufgefordert, nur das Allernotwendigste mitzunehmen. Die erste Flüchtlingsgruppe ist bereits auf dem Dampfer„Taft“ eingeschifft, die zweite wird Dienstag mit dem Dampfer„Präsident Mac Kinley“ Schanghai verlas# sen. Den aufwärts des Yangtsekiangs lebenden Amerikanern wurde die Weisung gegeben, sich aus Sicherheitsgrün. den möglichst weit in das Inner# des Landes zu begeben und auf keinen Fall nach Schan##, kommen. Die Stärke der amerikanischen Truppen ist nach der Landung von Soldaten des Kreuzers„Augusta“ auf 1150 Mann gebracht worden. Präsident Roosevelt, der sich über den Stand der Dinge in China ständig auf dem Laufenden halten läßt, hat jetzt die Frage zu entscheiden, ob das Neutralitätsgesetz auf den bisher nicht erklärten Krieg zwischen China und Japan zur Anwendung gebracht werden soll. Vier Deutsche in Schanghai verwundet. Schanghai. 16. Aug. Im Verlauf der Ereignisse in Schanghai wurden von den Mitgliedern der deutschen Kolonie vier verwundet. Bei der Bombenexplosion auf der Nanking=Road erlitt Jakoby von der Union=Brauerei. einen doppelten Beinbruch, Ahrens von der Zeitung „Ostasiatischer Lloyd“ Fleischverletzungen an den Armen und im Gesicht. Der Seemann Kock erlitt in der erweiterten Niederlassung einen Bauchschuß durch eine verirrte Kugel, Dr. Georg Schaeffer ebenfalls eine leichte Verletzung. Jakoby, Ahrens und Kock befinden sich in Pflege deutscher Aerzte im Paulun=Krankenhaus. Schaeffer wohnt bei Bekannten. Tote und Vermißte sind nicht zu verzeichnen. Verschärfung des Konfliktes Beschleunigte Rückbeförderung der japanischen Zivilbevölkerung aus China. Tokio, 16. Aug. Die Nachrichtenagentur Domei meldet am Montagfrüh gesteigerte Gegenmaßnahmen der japanischen Luftwaffe. Angriffe auf die schinesischen Flugplätze in Schanghai und Nanking seien splanmäßig und mit durchschlagender Wirkung ausgeführt worden. Die allgemeine Verschärfung des japanischchinesischen Konfliktes wird gekennzeichnet durch eine Anweisung des japanischen Auswärtigen Amtes an den Bokschaftsrat Hidaka, die Botschaft in Ranking aufzugeben. Die japanische Zivilbevölkerung von Schangtung und Tsingtau soll beschleunigt nach Japan zurückbefördert werden. Damit scheinen die Gebiete angedeutet zu sein, in denen möglicherweise Kampfhandlungen zu erwarten sind. Die Chinesen bombardieren Schanghai Schanghai, 16. Aug. Montag vormittag warfen wieder sieben chinesische Flugzeuge auf die Internationale Niederlassung in Schanghai Bomben ab, wodurch zwei Mitglieder des japanischen Generalkonsulats im Büro des Konsulats sowie zwei Europäer, die sich in der Internationalen Niederlassung auf der Straße befanden, teils getötet, teils schwer verletzt wurden. Auch die chinesischen Truppenangriffe auf die Internationale Niederlassung haben sich erneuert. Nach einer Mitteilung des chinesischen Hauptquartiers besetzten chinesische Truppen am Montag den Park des Hongkiu=Viertels in der Internationalen Niederlassung. Der Park liegt in unmittelbarer Nähe der japanischen Kaserne, die durch Flieger mit Bomben belegt wurde. Das Büro des japanischen Marineattaches wurde ebenfalls mit Bomben beworfen. Ferner teilt das chinesische Hauptquartier mit, daß ein japanischer Zerstörer auf dem Huangpu=Fluß durch Fliegerbomben versenkt, ein anderer beschädigt worden sei. Eine Bestätigung dieser Mitteilung liegt jedoch nicht vor. entsendet Verstärkung Manila, 16. Aug. Eine Kompanie Seesoldaten der amerikanischen Marinestation wurde zur Verstärkung der amerikanischen Truppen der internationalen Niederlassung nach Schanghai beordert. Die Kompanie wird Dienstag mit dem Dampfer Präsident Hoover von Manila abfahren. Der Dampfer wird auf dem Rückwege etwa 1000 amerikanische Frauen und Kinder von Schanghai nach den Philippinen in Sicherheit bringen. Chinesisches Schnellboot in die Luft gesprengt Schanghai, 16. Aug. Das Flaggschiff Idzuma des japanischen Geschwaders vor Schanghai ist anscheinend ein besonders beliebtes Ziel der chinesischen Angriffe. Nachdem alle Luftangriffe bisher erfolglos geblieben waren, wurde Montag auch ein Angriff durch ein Schnellboot versucht. Es gelang dem Boot jedoch nicht, in die Nähe des japanischen Kriegsschiffes zu kommen. Durch das Abwehrfeuer der Idzuma wurde das Boot mit seiner Torpedoladung in die Luft gesprengt. Ueberschwemmungskatastrophe in Indien London, 16. Aug. Eine Meldung aus Lucknow(Indien) besagt, daß ein Teil der vereinigten Provinzen zurzeit von gewaltigen Ueberschwemmungen heimgesucht wird.— Hunderte von Döfern seien von der Hochflut völlig zerstört worden. Die Zahl der Todesopfer sei groß. Die indische Regierung und der Kongreß hätten Unterstützungsmaßnahmen eingeleitet. Ehrung einer Hunderljährigen Berlin, 16. Aug. Der Führer und Reichskanzler hat dem Fräulein Luise Lautz in Wiesbaden aus Anlaß der Vollendung des 100. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben zugehen lassen. Unter falscher Flagge Salamanca klärt das Geheimnis der Piratenstreiche im Mittelmeer— Sowjetrussische Flieger in nationalspanischer Tarnung— Auch sowjetrussische =Boot-Strolche in Tätigkeit Salama ca, 16. Aug. Wie gefangene sowjetrussische Flieger und Angehörige einer sowjetrussischen Tankformation ausgesagt haben, sind in Murcia und Cartagena schon vor einiger Zeit besondere Flugstaffeln aufgestellt worden, die über Flugzeuge mit Kennzeichen der nationalspanischen Luftwaffe verfügen. Die Angehörigen dieser Sowjetstaffeln seien ganz besonders ausgesucht und gesiebt und auch besonders vereidigt und verrflichtet worden. Führer der beiden Staffeln sei ein sowjetrussischer Oberst, der unter dem Namen Petrow auftrete. Die Aufgabe der Staffeln bestehe darin, unter nationalspanischen Erkennungszeichen Schiffe fremder Mächte anzugreifen, dadurch Zwischenfälle hervorzurufen und die nationalspanische militärische Führung zu belasten. Oberst Petrow besitze in Cartagena ein besonderes Büro und arbeite eng zusammen mit einem sowjetrussischen Kapitän zur See, dem in erster Linie aus Sowjetrußland stammende=Boote und rotspanische Torprdoboote zur Verfügung stehen und der ebenfalls die Aufgabe habe, durch Angriffe auf fremde Schiffe Zwischenfälle hervorzurufen, Auch hier sei die Absichl, die Schuld für die Iwischensälle dann der nctionalspanischen Regie. rung zuzuschieben. Angehörige der Besatzung eines rotspanischen=Bootes, die ebenfalls aus Sowjetrußland stammten, hätten bei einem Zusammensein erzählt, daß sie mehrfach Schiffe fremder Mächte angegriffen hätten, daß ihnen aber bisher der Erfolg versagt geblieben sei, weil die Ausbildung der Besatzungen der-Boote völlig ungenügend sei. In nationalspanischen Kreisen werden diese Aussagen als ein neuer Beweis für die schon kürzlich gemachten Feststellungen betrachtet, daß es Sowjetrußland daraufankomme, die nationalspanische Regierung unter allen Umstäden bei der englischen und französischen Regierung in Mißkredit zu bringen sodaß eine Anerkennung als kriegführende Macht, wie sie im Nichteinmischungsausschuß vorgeschlagen worden ist, nicht mehr in Frage komme. Es komme Sowjetrußland darauf an, daß die Hervorrufung von Zwischenfällen und die Zuschiebung der Schuld an die nationalspanische Seite Mißstimmung und Verärgerung in London schaffe. Sowjetrußland wolle damit beweisen, daß seine Stellungnahme richtig gewesen und daß es unmöglich sei, Franco als kriegführende Macht anzuerkennen. Piratenmethoden Man scheint sich jetzt in Moskau entschlossen zu haben, zu nochskruppelloseren Mitteln als bisher zu greifen, um endlich einmal ganz Europa in jene allgemeine Verwirrung stürzen zu können, die der Bolschewismus zur Erreichung seiner dunklen Ziele brauchen würde. Man hat zwei Staffeln sowjetrussischer Flieger als nationalane, Tleder getarmt, läßt durch ie Hondegasziche angelen und hofft, damit die Regierung Franco endlich in einen richen Mißkredit bringen zu können, daß sie vor aller Welt als Verbrecher und als Verletzer des internationalen Rechtes dasteht. Bald genug ist man allerdings diesem unerhörten bolschewistischen Piratentreiben, das noch durch eine ähnliche Tarnung sowjetrussischer=Boote ergänzt wird, auf die Spur gekommen. Der Anschlag auf den leuropäischen Frieden, der zweifellos geplant war, ist noch einmal mißglückt. Was wird man nun in den maßgebenden Kabinetten zur Aufdeckung dieser Piratenmethoden sagen? Wird man sich entschließen, diesem Spuk ein für allemal ein Ende zu bereiten oder wird man wieder durch Phrasen, durch Unentschlossenheit und durch Langmut den Bolschewisten die Möglichkeit zur weiteren Anwendung dieser unerhörten Methoden geben? Entweder bedeutet also die Aufdeckung des Piralengeheimnisses im Mittelmeer das Ende oder den Anfang einer neuen Reihe bolschewistischer Anschläge gegen den europätschen Frieden. Leider ist man schon so weit gekommen, daß Lich kein Mensch mehr getraut. eine Antwort auf diese Fragen zu geben, so klar und eindeutig diese auch sein könnte und mützte. Blutige Zusammenstöße in Brasilien Zwölf Tote, zahlreiche Verletzte. Nio de Janeiro, 16. Aug. Am Sonntagabend kam es in Campos im Staate Ri de Janeiro bei einer Veranstaltung der Integralisten(Anhänger der brasilianischnationalistischen Bewegung) zwischen den Teilnehmern und der Polizei zu blutigen Zusammenstößen. Die Polizei ging gegen die Integralisten mit Maschinengewehren vor. Als Opfer werden 12 Tote und zahlreiche Verletzte, in erster Linie Frauen gemeldet. Zur Wiederherstellung der Ruhe wurde Militär nach Campos in Bewegung gesetzt. Die Ursache der Zusammenstöße soll in einer vorangegangenen Auseinandersetzung zwischen den Integralisten und den Kommunisten zu suchen sein. Nach einer Darstellußg der Polizei erfolgten die Zusammenstöße, als der Redner trotz Einspruches der Polizei heftige Angriffe gegen die Demokratie und den Parlamentarismus richtete. Entgegen der Behauptung verlautet aus integralistischer Quelle, daß die Kommunisten die Zusammenstöße provoziert haben. Unter den Toten befinden sich fünf Integralisten. Militär und Polizei befinden sich in Alarmbereitschaft. „Nordmeer“ in Newyork eingetroffen Berlin, 16. Aug. Montag mittag um 12,37 Uhr kraf das viermotorige Schwimmerflugzeug der Deutschen Lufthansa Ha 139„Nordmeer“ in Newyork ein. Das Flugzeug mit der Besatzung Flugkapitän Blankenburg, Flugkapitän Graf Schack, Oberflugmaschinist Gruschwitz und Funker Küppers wurde am Sonntag um 20,09 Uhr von dem schwimmenden Flugstützpunkt„Schwabenland“ bei horta(Azoren) abgeschossen. Es hat demnach die Strecke Horta Newyork(rund 3850 km) in 16 Stunden 28 Minulen zurückgelegt. In der Nacht mußten Gewitterfronten durchflogen werden. Gegen Morgen traf die „Nordmeer“ auf Gegenwind von 40 km Geschwindigkeit. Mit diesem Flug wurde die diesjährige Reihe der Erkundungsflüge über den Nordatlantik von der Deutschen Lufthansa eingeleitet, nachdem im vergangenen Jahr, wie erinnerlich, acht Flüge planmäßig durchgeführt wurden. Die weiteren Flüge werden demnächst stattfinden, sobald die beiden schwimmenden Flugstützpunkte Schwabenland und Friesenland ihre endgültigen Standorte erreicht haben. Das Motorrschiff Schwabenland wird im Hasen von Newyork liegen, während die neu in den Dienst gestellte Friesenland nach Horta kommt. Unwetter über Mariazell Gebirgsbäche zerstörten Straßen und Brücken. Wien, 16. Aug. Die Serie der großen Unwetterkatastrophen in Oesterreich scheint nicht ab: reißen zu wollen. Am Sonntag wurde das Gebiet des bekannten Wallfahrtsortes Mariazell in der Steiermark von einem schweren Unwetter heimgesucht. Die austretenden Gebirgsbäche richteten weithin an Feldern und Fluren schweren Schaden an oder zerstörten auch Straßen, Brücken und Telegraphenleitungen. Bis Montag war jede Verbindung mit dem betroffenen Gebiet unterbrochen, zumal auch die wichtigsten Zufahrtsstraßen durch Steinlawinen verlegt waren. Auch im Gebiet Oberhollabrunn in Niederösterreich richtete das Unwetter schweren Schaden an. Blutige Zusammenstöße auf Mauritius Vier Tote, sieben Verletzte London, 16 Aug. Auf der britischen Insel Mauritius ist es zu schweren Zusammenstößen zwischen Streikenden und Polizei gekommen. Als mehrere hundert Eingeborene versuchten, eine Zuckerfabrik zu stürmen, sah sich die Polizei genötigt, das Feuer zu eröffnen.— Vier Angreifer wurden getötet, sieben schwer verletzt. Die Lage hat sich auf der Insel daraufhin weiter verschärft. Dreiviertel sämtlicher Zuckenplantagen der Insel werden jetzt bestreikt, und man befürchtet weitere Unruhen. Wie auch bei den letzten Zwischenfällen auf den britischen Inseln Trinidad und Barbados, sind die Streikenden von kommunistischer Propaganda verhetzt. Besprechungen des Führers zur Durchführung des Reichsparteitages. Nürnberg, 16. Aug. Der Führer der sich zurzeit in Nürnberg aufhält, hatte am Samstag mit einer Reihe führender Männer der Partei, unter anderem mit dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, und den Reichsleitern Dr. Goebbels, Rosenberg, Dr. Frank, Borman, Bouhler, Amann und Dr. Dietrich Besprechungen über die Durchführung des Reichsparteitages 1937. Am Sonntag besichtigte der Führer das Reichsparteitagsgelände. Am Montag empfing der Führer Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg und Reichsaußenminister Freiherr von Neurath. Ritter von Epp Jubilar 50jähriges Militärjubiläum München, 16. Aug. Dem Reichsstatthalter von Bayern, General Ritter von Epp der heute sein 50 jähriges Militärjubiläum feiert, wurden zahlreiche Ehrungen dargebracht. Um 8 Uhr morgens zog vor der Reichsstatthalterei in der Prinzregentenstraße ein Doppelposten der Wehrmacht auf, der von dem Inf.=Reg. 61 der Traditionstruppe des bayerischen Ins.=Leibregiments gestellt wurde. Das Stabsmusikkorps des Luftkreiskommandos 5 brachte dem Jubilar ein Ständchen dar dem der Reichsstatthalter in Generaluniform vom Balkon des Hauses aus zuhörte. In der Reichsstatthalterei waren inzwischen die Mitarbeiter des Reichsstatthalters unter der Führung von Staatssekretär Generalmajor Hofmann sowie seine Mitarbeiter vom Kolonialpolitischen Amt, von der Landesjägermeisterei und von der Landesplanungsbehörde zur Beglückwünschung erschienen. Kaum zu zählen sind die Glückwunschtelegramme, die von den Soldaten und Verbänden des alten Heeres, so vom früheren Leibregiment, vom ehemaligen Bund Freikorps Epp vom Reichskriegerbund Kyffhäuser, vom Soldatenbund, vom Reichskolonialbund, Kolonialkriegerbund sowie von anderen Vereinigungen eingelaufen sind. Auch der Reichskriegsminister von Blomberg hat ein Glückwunschtelegramm gesandt. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, sandte an General Ritter von Epp ein Telegramm, in dem es heißt:„Lieber Parteigenosse Reichsstatthalter von Epp! An dem Tage, da Sie auf einen 50jährigen Einsatz für Deutschland zurückblicken können, gedenke ich Ihrer und beglückwünsche Sie herzlichst. Heil Hitler! Ihr Rudolf Glückwunsch des Führers München, 16. Aug. Dem Reichsstatthalter General Ritter von Epp ist zu seinem 50jährigen Militärjubiläum das nachstehende Telegramm des Führers zugegangen: „Am heutigen Tage, an dem. Sie vor 50 Jahren in die Armee eintraten gedenke ich in Anerkennung und Dankbarkeit der großen Verdienste, die Sie sich in Krieg und Frieden um Deutschland erworben haben. Ich spreche Ihnen zu diesem Erinnerungstage meine herzlichsten Glückwünsche aus und verbinde damit meine besten Grüße. (gez.) Adolf Hitler. Oldenburg=Januschau gestorben im Alter von 82 Jahren Riesenburg(Westpreußen), 16. Aug. Kammerherr Elard von Oldenburg in Januschau ist in der Nacht zum Montag im Alter von 82 Jahren in einer Klinik in Marienwerder gestorben. Mit dem„Alten Januschauer“ ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Vorkriegsdeutschland dahingegangen. 40 Jahre lang stand er als Abgeordneter des preußischen Landtages, des Reichstages und als Mitglied des alten preußischen Herrenhauses, als Präsident der Landwirtschaftskammer in Westpreußen und Vorsitzender des Landbundes Westpreußen auf der politischen Bühne. Besonders bekannt wurde sein Ausspruch:„Daß ein Leutnant mit zehn Mann ausreichen würde, um den varlamentarischen Sput zu beseitigen". Auch nach dem Weltkrieg gehörte er noch dem Reichstag an. 1932 zog er sich aus dem politischen Leben zurück. Die Förderung der Frühehe Das Gesetz verkündet Berlin 16. Aug. Das von Staatssekretär Reinhardt angekündigte erste Gesetz zur Förderung der Frühehe bei den Beamten ist, wie das Nachrichtenbüro deutscher Zeitungsverleger meldet, jetzt als 30. Aenderung des Besoldungsgesetzes verkündet worden. Der Diätenordnung für die außerplanmäßigen Beamten wird darnach mit Wirkung ab 1. April 1937 folgende Bestimmung hinzugefüg:: Bis auf weiteres erhalten die verheirateten außerplanmäßigen Beamten im ersten und zweiten Diätendienstjahr die Diäten der dritten Dienstaltersstufe, vom Beginn des dritten Diätendienstjahres an Diäten in Höhe der Grundgehälter der ersten Dienstaltersstufe der planmäßigen Beamten ihrer Eingangsgruppe. In dieser Dienstaltersstufe verbleiben Versorgungsanwärter vier Jahre, Zivilanwarter fünf Jahre. Nach Ablauf dieser Zeit rücken sie im Grundgehalt in gleicher Weise weiter auf, wie wenn sie als planmäßige Beamte eingestellt worden wären. Nach dem Kommentar, den Staatssekretär Reinhardt dieser Neuregelung gegeben hat, bedeutet das für Beamte, die im ersten oder zweiten Jahr nach der Inspektorprüfung heiraten, eine Verbesserung ihrer Bezüge gegenüber Unverheirateten um 53,59 Mark monatlich. Bei Assessoren beträgt die Verbesserung im ersten und zweiten Jahr 85,06 Mark monatlich und bei Anwörtern für den einfachen mittleren Dienst 36,99 Mark monatlich Nach Meldungen aus Asuncion, der Hauptstadt Paraguaps, ist nach dem unblutig verlaufenen Umsturz der bisherige Präsident Oberst Franco nach dem Rücktritt der Regierung von der Wehrmacht aufgefordert worden, eine Offiziersiunta zu bilden. " Kunse Notisen Der Führer und Reichskanzler hat den Ministerialrat im Reichsfinanzministerium Dr. Theodor Wucher zum Ministerialdirektor ernannt. Ministerialdirektor Dr. Wucher leitet im Reichsfinanzministerium die Abteilung 2(Zölle und Verbrauchssteuern). Der Reichs= und preußische Minister des Innern Dr. Frick unternahm in Begleitung des Staatssekretärs Stuckart,des Ministerialdirektors Suren und der Ministerialräte Schattenfroh, Dr. Loschelder und Dr. Dankwerth eine Besichtigung von Einrichtungen der staatlichen und vor allem der gemeindlichen Verwaltung in Württemberg und Baden. Um dem Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei eine stärkere Einwirkung auf den Straßenverkehr zu ermöglichen, sollen in Zukunft die den Verkehr regelnden Vorschriften vom Reichsinnenminister erlassen werden. Im Rahmen der 700 Jahrfeier Berlins war der Montag der Tag der Jugend. In sämtlichen Schulen der Stadt fanden würdige Feiern statt. Daebi wurde den Schülern und Schülerinnen als Geschenk der Stadt Berlin ein Heft „700 Jahre Berlin" überreicht, das eine anschauliche Darstellung der geschichtlichen Entwicklung der Reichshauptstadt gibt. Bei einem Aufmarsch der HI in Bremen sprachen der Reichsjugendführer und der japanische Jugendführer Fhutaara zur deutschen Jugend. In seiner Schlußansprache äußerte sich Baldur von Schirach über die Notwendigkeit der nationalen Jugendorganisationen, sich untereinander kennen zu lernen. Der Präsident der Republik von Paraguay, Raphael Franco, ist zurückgetreten. Der Oberstkommandierende des Heeres, Oberst Parades, hat seine Nachfolgeschaft angetreten.— Ein sowjetrussisches Flugzeug, das einen Flug von Moskau über den Nordpol nach Kalifornien durchführen wollte, ist dort nicht angekommen und gilt als verschollen. Der ehemalige Konsul von Columbien, Emilio CuervoMarquez, hat sich in seiner Pariser Wohnung zusammen mit seiner Frau gasvergiftet. Er hatte vorher dem jetzigen Generalkonsul von Columbien sämtliche noch in seinem Besitz befindlichen amtlichen Papiere zugesandt. Hierlshagen Feierliche Einweihung der ersten Siedlung im Sprottebruch Hierlshagen(Kreis Sprottau), 16. Aug. Auf einer freien von einem Tannenwald gekrönten Anhöhe in unmittelbarer Nähe des vom Reichsarbeitsdienst in zähem Ringen dem Boden abgerungenen neuen Kulturlande haben sich die Formationen, Ehrengäste und mit KdF=Zügen aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Sprottebruches gekommene 20 000 Volksgenossen eingefunden, um dem Festakt der Weihe von Hierlshagen beizuwohnen, mit dem der erste Abschnitt der Urbarmachung des Sprottebruches abgeschlossen wird Nach Eröffnung der Kundgebung nahm zunächst der Landesbauernführer Freiherr von Reibnitz das Wort, um im Namen des durch Krankheit verhinderten Reichsministers und Reichsbauernführers Darre den Paten des neu einzuweihenden Dorfes Hierlshagen, Reichsarbeitsführer Hierl, und alle übrigen Gäste und Volksgenossen zu begrüßen. Nachdem dem Reichsarbeitsführer Hierl die erste Erntekrone aus dem Sprottebruch überreicht worden war, dankte der Reichsarbeitsführer dem Gauleiter und Oberpräsidenten für die ihm durch die Verleihung des Namens„Hierlshagen“ an das neue Dorf zuteil gewordene Ehrung. An den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wurde folgendes Telegramm gesandt: Aus dem jüngsten deutschen Bauerndorfe Hierlshagen senden wir unserem Führer inmitten von 40 neuen Bauernhöfen und 6800 Morgen neu kultiviertem Land herzliche Grüße. Gauleiter Wagner Reichsarbeitsführer Hierl. Das Wehrsteuergesetz Erleichterungen bei der Durchführung Berlin 16. Aug. Der Reichsfinanzminister hat für die Durchführung der Wehrsteuer einen Runderlaß herausgegeben, der weittragende Bedeutung hat. Lekanntlich ist es nach dem Gesetz über die Wehrsteuer gleichgültig, aus welchem Grunde der betreffende männliche deutsche Staatsangehörige nicht zur Ableistung der zweijährigen Dienstpflicht einberufen wird. Er wird zur Wehrsteuer herangezogen, wenn er nach dem 31. Dezember 1913 geboren ist. Es sind also auch solche Männer grundsätzlich wehrsteuerpflichtig, die schon vor Einführung der allgemeinen Wehrpflicht(16..1935) freiwillig aktiven Wehrdienst geleistet haben. Aus Billigkeitsgründen verfügt der Erlaß des Reichsfinanzministers, daß solche Männer nicht wehrsteuerpflichtig sind, wenn sie mindestens neun Monate aktiven Wehrdienst geleistet haben. Eine weitere Erleichterung ist geschaffen worden für diejenigen Leute, die an sich tauglich sind, aber von der Wehrmacht nicht für den zmeijährigen Dienst, sondern nur zu kurzfristiger Ausbildung eingezogen sind. Auch diese Leute waren an sich grundsätzlich wehrsteuerpflichtig. Wenn nun diese Männer im Anschluß an die kurzfristige Ausbildung ein Jahr lang als Reserve=Offiziersanwarter aktiv dienen dann sind sie auf Grund des neuen Erlasses nach Ablauf dieses Dienstjahres wehrsteuerfrei. Diamanten-Diebstahl durch Unachtsamkeit der Besitzerin. Ein Diamantendiebstahl wurde im Zug Stuttgart—Kempten im Bahnhof Kempten ausgeführt. Eine Reisende ließ während des Aufenthaltes des Zuges ihre Handtasche im Wagenteil liegen, während sie sich kurze Zeit entfernte. Die Tasche, die Diamanten im Werte von 3400 RM enthielt, wurde gestohlen. Vom Täter fehlt noch jede Spur. den Lechtaler Alpen hat schon wieder ein Menscheniehe gefordert. Der 18jährige Heinrich Ruez aus Landeck ist# dem Versuch, die Spitze zu besteigen, tödlich abgestürzt. Fur 8in umm RM. Holz vernichtet. Ein Großfeuer brach i den Holzlagern der süditalienischen Forstwirtschaftsgesellscha in Petilla Policastro bei Catancaro aus und verursachte ge waltigen Schaden, der bisher bereits auf über sechs Millione Lire(rund 800000 RM.) geschätzt wird. 2 Euro Vier Vorl kamp über geric desv teilte 25„ hin 2 hei hohe E Sch11 ausle Vette gabe Kenn 2z. 2 Unter verur tet w D bereit volle när i terno p den D aus, wenig tärbel an B Der E gen a Scl B arbeit vor Reichveröf 2 meßli durch St für de von C dochd der E Führe * 2 O1 obmän Nation bis 21 Selz der S wird 1 teilneh HauptDie listische Selz Glau rung. schafts überha Gesa gebe Ueberb außen 3. 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Die Verurteilten haben im Jahre 1935 Staatsgeheimnisse, die die Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit betrafen, verraten. Erich John war infolge leichtsinnigen Lebenswandels in Schulden geraten und ließ sich von seinem, bereits mit dem ausländischen Nachrichtendienst, in Verbindung stehenden Vetter Hermann John überreden, sich Barmittel durch Preisgabe seiner bei einem Ausbildungslehrgang erlangten Kenntnisse über die Grenzsicherung zu verschaffen. ist heute morgen der vom Volksgerichtshof am 22. Mai 1937 wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust 43jährige Wilhelm Firl aus Dresden hingerichler Wörden. Der Verurteilte, der bereits im Jahre 1930 wegen Vorbereitung zum Hochverrat bestraft worden ist, hatte sich drei volle Jahre hindurch als leitender kommunistischer Funktionär im Dienste der Komintern betätigt und es hierbei unternommen, eine illegale Organisation ins Leben zu rufen. Großfeuer in Marseille Ueber zehn Millionen Franken Schaden Paris, 16. Aug. In Marseille brach am Sonntag in den Dockanlagen des Seehafens von La Joliette ein Brand aus, der sich zu einem Großfeuer entwickelte. Nicht weniger als 10000 Doppelzentner Getreide, das den Militärbehörden gehörte, wurden, neben großen Lagerbeständen an Baumwolle, Leder und Kaffee, ein Raub der Flammen. Der Sachschaden beläuft sich nach den bisherigen Schätzungen auf über 10 Millionen Franken. die Ernte vor Vrandgefahr! Berlin, 16. Aug. Anläßlich einer Aktion der Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung der deutschen Ernte vol Brandgefahr hat der Chef der deutschen Polizei und Reichsführer SS Himmler nachstehendes Geleitwort veröffentlicht: ### deutschen Volkswirtschaft entsteht jährlich unermeßlicher Schaden durch Erntebrände, die zum großen Teil durch Fahrlässigkeit und Brandstiftung verursacht werden. Schon die Erhaltung der vernichteten Werte als solche für das Volksvermögen ist jeder Bemühung zur Verhütung gon Fintebränden werk. Weit mehr erforderlich werden je# vemühungen mit Rücksicht auf die Sicherstellung der Ernährung unseres Volkes— eine Aufgabe, die der Führer im Rahmen des Vierjahresplanes gestellt hat. H. Himmler. Hauptamtsleiter Selzner auf Vogelsang Der Weg zur nationalsozialistischen Arbeitsführung Ordensburg Vogelsang, 16. Aug. Die Kreisobmännertagung der Deutschen Arbeitsfront, die, wie die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz meldet, vom 15. bis 21. August unter Leitung von Hauptamtsleiter Pg. Selzner auf der Ordensburg Vogelsang mit dem Ziele der Schulung und allgemeinen Ausrichtung durchgeführt wird und an der 800 Kreisobmänner aus dem ganzen Reiche teilnehmen, wurde vom Kommandanten der Ordensburg, Hauptamtsleiter Pg. Manderbach, eröffnet. „Die Grundlage zur Verwirklichung einer nationalsoziaAstischen Sozial= und Wirtschaftsführung, so führte Pg. Selzner aus, sei vor allem ein unerkchütterlicher Glaube, dazu ein hohes Maß von Wissen und Erfahrung. Die dynamische Kraft der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung werde sich immer mehr durchsetzen, wobei überhaupt die Partei als treibender Motor dem Gesamtleben der Nation immer neue Impulse gebe. Nachdem der Redner dann einen kurzen interessanten Ueberblick über den Lebenskampf des deutschen Volkes nach außen gegeben hatte, kam er auf den Leistungskampf— wie 3. B. den Wettkampf der Betriebe— zu sprechen. Sein Ziel sei es, alle Kräfte zu mobilisieren ud so durch seine alljährliche Wiederholung die ständige Leistungssteigerung herbeizuführen, mit dem festen Willen der DAF, die Widerstandskraft des deutschen Volkes immer mehr zu stärken. Der Mord in Wollendorf 8½ Jahre Gefängnis für den jugendlichen Täter. die furchtbare MorsLimn Samstag fand in Koblenz der am 28. Mai d. 3. der 38 Jahre d Nachvie, ensliche Mörser, sum 9 gagre ftel. Der u. 81 Johren, aus Wollendorf wurde vom Jugendgericht zu Gühlen Gefängnis verurteilt. # dem fraglichen Abend war Steinebächer von der Alben heimgekommen und hörte in einem Zimmer seiner elterlichen Wohnung seinen Vater und Bruder mit dem sahlte ger's Strecker sprechen, der eine Rechnung beder eing u; Strecker gegangeg war und sein älterer Bruder eilte Bemerlung fallen ließ, daß Strecker viel Geld bei sich gehabt habe, ging Steinebächer, nachdem er eine PiBas zu sich gesteckt hatte, aus dem Haus und eilte dem Gas,###nach in der Absicht, ihn zu berauben. An einer Frur legte er sich auf die Lauer. Bald darauf kam der vorbei. Steinebächer ließ ihn bis auf drei Meter herankommen und gab dann einen Schuß auf den Erbhofguern ab. Als dieser mit erhobenem Stock auf das GeZüsch zueilte, schoß Steinebächer blindlings drauf los, bis us Magazin leer war. Auf Umwegen kehrte dann der Wollendorf zurück und gewahrte dort eine große Menschenansammlung. Kaltblütig unterhielt er sich mit den Leuten über den Mord, kaufte sich in einer Wirtchaft noch Zigaretten und ging dann nach Hause. Volle brachte es der jugendliche Mörder fertig, die Polizei hinters Lichts zu führen. Am Morgen nach der Tat las er seinen Eltern die Schilderung der Morttat sogar aus der Zeitung vor. Mit abstoßender Sachlichkeit schilderte der Mörder vor dem Jugendgericht den Hergang der Tat. Wie ein unbeteiligter Beobachter erzählte er die Einzelheiten des Verbrechens. Strafrechtlich wußte er genau Bescheid und versuchte es so darzustellen, als ob er nur geschossen habe, weil er keinen Knüppel fand. um den Bauern zu betäuben.— Interessant ist, daß Steinebächer schon früher versucht hat, auf verbrecherischem Wege in den Besitz von Geld zu kommen, um einem jungen Mädchen, mit dem er sich verloben. wollte, ein teures Kleid zu kaufen. Da ein Einbruch in das Geschäft seiner Tante mißlang, verübte er, um seinen Wunsch zur Erfüllung zu bringen, den Mord an dem Erbhofbauern Strecker. Der Staatsanwalt hatte eine Gesamtstrafe von neun Jahren Gefängnis beantragt. Das Gericht hob in der Urteilsbegründung die abstoßende Kaltblütigkeit des Mörders und das Fehlen jeder Reue hervor. Nur seine Jugendlichkeit habe ihn vor einem Todesurteil bewahrt. Gunte Chronike. Bitburg.(100 Zentner Aehren gesammelt.) Das von der Kreisamtsleitung im Kreise Bitburg veranlaßte Aehrenlesen der Schulkinder hat einen großen Erfolg gehabt. Bisher wurden über 100 Zentner Aehren gesammelt, die der NSV zur Verfügung gestellt wurden. Zu gleicher Zeit wurde von den Schulkindern auch eine Sammlung von Bohnen durchgeführt. Das Ergebnis waren 25 Zenener Bohnen, die sofort sachgemäß zur späteren Verwendung verarbeitet worden sind. Hermeskeil.(800 Festmeter Holz verbrannt.) Am Bahnhof Hoxel brach auf einem Holzlagerplatz Feuer aus, das sich schnell ausdehnte. Bei der großen Hitze die Bekämpfung des Brandes sehr schwierig, da man an den Brandherd herangehen konnte. Der Feuermeh: Morbach und Arbeitsmännern des Lagers Morbach gel### es schließlich, eine weitere Ausdehnung zu verhindern0 Festmeter Holz wurden vernichtet. Einige Feuermeh## ner erlitten leichte Rauchvergiftungen. Köln.(Diebes= und Hehlerbande vor Gericht.) Sieben junge Männer, zumeist erst anfangs der Zwanziger, hatten sich mit drei Frauenspersonen zu einer Diebes= und Hehlerbande zusammengeschlossen, die in den Monaten Januar und. Februar 1937 Köln und die nähere Umgebung unsicher machte. Vor allem hatten sie es auf Kraftwagen und deren Beraubung abgesehen. Die Polizei wurde von dritter Seite auf die Behausung des Haupthehlers, in der die Diebesbeute vor dem Verkauf untergebracht wurde, aufmerksam gemacht und konnte bald alle zehn hinter Schloß und Riegel bringen. Nun hatten sich neun Mitglieder der Bande— einer wurde schon früher abgeurteilt— vor der 6. Großen Strafkammer zu verantworten. Nach der Anklage stahlen die Verbrecher Kraftwagen, erbrachten parkende Fahrzeuge, raubten sie aus und verkauften die erbeuteten Sachen. So stahlen die Verbrecher Mitte Februar den Kraftwagen eines Juweliers, wobei ihnen Schmucksachen im Werte von über 10000 RM in die Hände fielen. Den Wagen ließen sie auf der Straße stehen. Das Urteil der Strafkammer lautete gegen einen stark rückfälligen Angeklagten auf zwei Jahre Zuchthaus, gegen zwei auf je ein Jahr neun Monate Gefängnis, gegen den vierten Angeklagten auf ein Jahr drei Monate; einer erhielt fünf Monate, zwei je zwei Monate Gefängnis, zwei wurden antragsgemäß mangels Beweises freigesprochen. Der Haftbefehl wurde bei drei Angeklagten aufgehoben, die Untersuchungshaft allen angerechnet. In der Begründung führte der Vorsitzende u. a. aus, daß die Kraftwagen besonderen Schutzes bedürften, weshalb gegen Autoräuber und =diebe empfindliche, abschreckend wirkende Strafen ausgesprochen werden müßten. Köln.(Vom Eisenbahnzug überfahren.) Auf der Reichsbahnstrecke Köln=Düsseldorf wurde am Sonntagmorgen in der Nähe der Blockstelle Köln=Flittard eine unbekannte männliche Leiche gefunden. Der Körper war furchtbar zugerichtet. Kopf und Beine waren vom Rumpf getrennt. Brandunglück durch Blitzschlag.) Bei einem Gewitter schlug ein Blitz in die Scheune des Landwirts Karl Paul in Becherbach und setzte das Gebäude sofort in Flammen. Die Eheleute Paul, die gerade im Stall waren, wurden zu Boden geworfen. Die Frau war längere Zeit bewußtlos In wenigen Minuten brannten die großen Heu= und Getreidevorräte lichterloh, ein mit Getreide beladener Wagen, der noch in der Scheune stand wurde ebenfalls vernichtet. Scheune und Stall sind zerstört worden. Bei der Rettung des Viehes aus dem brennenden Stall trat ein Stück Großvieh auf den heruntergefallenen Draht der Hochspannung und stürzte tot zu Boden. Da das Wohnhaus abseits steht, konnte es noch vor dem Uebergreifen des Feuers bewahrt werden. Die ganze Ernte des Landwirts wurde vernichtet. Bad Kreuznach.(Ein 72jähriger muß ins Gefängnis.) Im November 1932 hatte der jetzt 72jährige Landwirt Wilhelm Bubach aus Planig bei einem Unfall einen Beinhruch erlitten. Fünf volle Jahre lang führte er einen Schabenersatzprozeß mit allen Schikanen. Er verden Heilungsprozeß und geht heute noch auf Krücken, obwoyl durch Sachverstandigen=Gutachten festgesteut wurde, daß dies vollkommen überflüssig ist. Wegen Prozeßbetrugs wurde er im Vorjahre zu acht Monaten Gesängnis verurteilt. In diesem Prozeß hatte er zehn des Meineides beschuldigt, sodaß er sich jetzt erneut vor Gericht zu verantworten hatte. Die Verhandlung ergab daß seine Anschuldigungen völlig haltlos waren. Der alte Querverur sir nun erneut zu acht Monaten Gefängnis Trier.(Banknoten in Schuhen und Strümpfen versteckt.) Auf dem Zollbahnhof Igel wurde am Freitag ein Ausländer, der in Trier einen Zug nach Luxemburg bestiegen hatte, angehalten und nach dem Besitz deutscher Banknoten befragt. Da man seiner Auskunft, Geldmittel bei sich zu haben, keinen Glauben schenkte, wurden seine Kleider einer genauen Durchsuchung unb Sesun. Schuhen ##fen einen größeren Betrag in deutschem PaPiergeld. Er wurde festgenommen und dem Amtsgericht in Ausunserer“BBergstadt Radevormwald, den 17. August 1937. Die Mütterberatungen in dieser Woche finden statt am Mittwo, dem 18. ds. Mts., von—4 Uhr in der Schule Hahnenberg und am Freitag, dem 20. August ds. Mts., von—3 Uhr im Raum des Deutschen Frauenwerks, Grabenstraße 7, und von 3,30—4,30 Uhr in Dahlhausen bei Lingel. Zum„Fest der deutschen Traube und des Weines"! Wie in den beiden Vorjahren wird auch in diesem Jahre eine Gemeinschaftswerbung für den deutschen Wein und zwar am 25. und 26. September geplant. In Radevormwald sind die Vorbereitungen zu diesem Fest, das die Beteiligung weitester Volkskreise sehen soll, schon begonnen worden. Die Stadtverwaltung hat den Patenstadt=Organisationsausschuß, dem die Organisationsarbeit übertragen ist, berufen. Die festliche Ausgestaltung der beiden Tage ist der NS6„Kraft durch Freude“ übertragen. Als Patenstadt wurde die Moselortschaft Clüsserath bestimmt. Radevormwald und die Kindererholung der NSV. Fast Woche für Woche verlassen erholungsbedürftige Rader Kinder auf Veranlassung der NSV. ihre Heimat, um in den schönsten deutschen Gegenden vier Wochen bester Echolung zu verbringen. Die NSV schafft nicht nur für sie den Ferienplatz, sondern auch eine große schöne Reise durch deutsches Land. Diese Reise ist in den meisten Fällen die erste, die die Kleinen unternehmnen und wie sie auf sie einwirkt, das erzählen immer und immer wieder die Reisebegleiter, die einem solchen Transport zur Betreuung der Kleinen zugeteilt sind. Am Zielort angelangt, warten Frauen und Männer, die sich bereit erklärt haben, den Kleinen nun für vier Wochen Vater und Mutter zu sein und die stolz darauf sind, ein deutsches Kind aus einem anderen Gau einmal recht herausfüttern zu können. Schön ist das Werk der Kinderlandverschickung der NSV, schön ist auch der Dank der Kleinen, der in dem frohen Leuchten der Augen, in dem Aufblühen der Kinder zu uns spricht. So eine Freude bringt das kleine Opfer eines Ferienplatzes, das man nicht versteht, warum in Radevormwald nicht mehr Freiplätze für erholungsbedürftige Kinder zur Verfügung gestellt werden. Mehr Kinder gehen ja von Rade aus auf Ferienplätze der NSV, als in Rade ausgenommen werden. Deshalb prüfe jeder einmal, ob er an dem großen Werk nicht mitmachen kann und melde schnell einen Freiplatz für die Kinderlandverschickung bei der Geschäftsstelle der NSV, Schlageterheim, an. Die Sachsen danken. Die Volksgenossen aus Sachsen, die mit dem ersten KdF=Ferientransport zur Bergstadt kamen, waren sehr erfreut, hier in Rade schöne Tage verbringen zu können. Das beweisen die zahlreichen Dankschreiben und Kartengrüße, die jetzt aus Leipzig und Mittweide an der Geschäftsstelle des Ortsamtes einlaufen. Immer wieder bedanken sich unsere ehemaligen Gäste für die freundliche Aufnahme, die liebevolle Betreuung, und gern erinnern sie sich an die landschaftliche Schönheit unserer Heimat. Sie wollen in Sachsen tatkräftig für das schöne Bergische Land und besonders für die Bergstadt werben, damit die Bande zwischen dem Bergischen und dem Sachsenland immer fester werden. Hitler=Jugend. Heute abend treten sämtliche Kameradschaftsführer punrt 8 Uhr zwecks einer wichtigen Besprechung auf der Dienststelle an. Es ist Pflicht eines jeden Führers pünktlich zu erscheinen. Der Gefolgschafts=Geldverwalter. Larken, Spiel und Sport. Reichsbund für Leibesübungen. Am Freitag, dem 20. August, ab 18 Uhr findet auf dem Sportplatz im Adolf=Hitler=Park die Leistungsprüfung für das Reichssportabzeichen statt. Bewerber müssen ihr Leistungsbuch mitbringen. Prvvinzielles. Wasserstands-Nachrichten vom 16. August Kehl 2,70 Meter gegenüber dem Vortage+0,02 Meter; Wanpheim,.08—.05; Mainz.77—.02: Trier 0,12 7 0,00, Kvolenz 1,89—0,03; Köln 1,59—0,02; Duisburg 0,15 unter Pegel; Ruhrort 0,12+0,02; Wesel 0,14 unter Pegel; Emmerich 1,08—0,02. Lüttringhausen, 16. Aug. Wegen des andauernden Regens konnten gestern die Heimatspiele nicht durchgesührt werden. Hoffentlich ist der nächsten Aufführung am kommenden Sonntag schönes Wetter beschieden. Voerde, 16. Aug. Eine männliche Leiche wurde aus der Hasper Talsperre gezogen. Es handelt sich um eine ältere Person aus Hagen. Nach dem Befund liegt Selbstmord vor. Köln, 16. Aug. Am Sonntagmittag trafen in Köln sieben englische Bürgermeister, und zwar der Oberbürgermeister und stellvertretende Bürgermeister von Stoke=on=Tent, der Bürgermeister und stellvertretende Bürgermeister von Stafford und die Bürgermeister von Salford, Eccles und Chester, zur Besichtigung in Köln ein. Mayen, 16. Aug. Seit dem 8. August wird die 17= jährige Maria Neumann aus Plaidt vermißt. Das junge Mädchen war an diesem Tag zum Volksfest nach Weißenthurm gefahren und dort auch noch in den Abendstunden gesehen worden. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Druck und Verlag: Friedrich Keim, Radevormwald. Hauptschriftleiter: Friedrich Keim, Radevormwald Für Anzeigen: Emil Ringsdorff, Radevormwald Zur-Zeit(PreislisteNr. 3 gültig. 0. A. VII. 1088 Gottesdienst unter dem Bajonett Aug. In Valencia wurde am Sonnerstenmal seit Ausbruch des Bürgerkrieges eine Messe gelesen, an der der„Justizminister" der Valenciabonzen persönlich teilnahm. Ein Milizsoldat in Uniform war ais meßdiener dem die Messe abhaltenden Mönch zugeteilt. Im Eingangstor standen vier Milizsoldaten mit ihren Gewehren und aufgepflanzten Bajonetten, während ein Marmorkreuz, ein rotes Tuch und zwei Leuchter den schnell hergerichteten Altar für dieses neue.hauspiel abgaben. Ein kleines Häuflein Gläubiger hatte sich ängstlich in dem von Milizsoldaten gegen etwaige Uebergriffe von der Straße her geschützten Raum eingefunden. Am Schluß der Messe sprach der„Justizminister“ der Bolschewisten in Valenci, die für die über 20000 zerstörten Kapellen und Kirchen, für die Ermordung von 40 Prozent aller spanischen Priester sowie Vernichtung von 300000 Menschen um ihres Glaubens willens verantwortlich sind, die Hoffnung republikanischen Spanien in allen Kirchen und Kathedralen dem Gottesdienst bald zu neuem Leben“ verholfen würde. Von einem unbekannten Kriegsschiff beschossen London, 16. Aug. Wie Reuter aus Malta berichtet, setzte der britische Tanker„British Commodore“ die 38köpfige Besatzung des in Panama stationierten Tankers"George Mc. Knight" an Land. Die Meldung besagt weiter, daß der „George Mc. Knight“ in der Nacht zum Sonntag von einem unbekannten Krieasschiff 12 Meilen nördlich von Kap Bon(Tunesien) in Brand geschossen wurde. Deutscher Dampfer bringt Hilfe Er rettet englische Schiffbrüchige in der Nordsee London, 16. Aug. Der deutsche Da- Oldenburg rettete am Sonntag unweit der englischen Küste in der Nähe des Feuerschiffes von Nord=Hider in der Nordsee die neunkopfige Besatzung der britischen Jacht Mary. Die Jacht war am Samstag von Southwold aus zu einer Wochenendfahrt an die holländische und belgische Kuste ausgefahren, mußte aber infolge eines Lecks am Sonntag nachmittag in der Nähe des Feuerschiffes von Nord=Hinder Anker werfen. Als von der Jacht Leuchtraketen abgefeuert wurden, rief das Feuerschiff drei Dampfer zu Hilfe, von denen die Oldenburg die Schiffbrüchigen an Bord nahm. Der Kapitän der Mary versicherte einem englischen Pressevertreter nach der Landung der Schiffbrüchigen in Dover, daß sie mit größter Liebenswürdigkeit und Aufmerksamkeit an Bord der Oldenburg ausgenommen worden seien, und daß deren Kapitän alles getan habe, um ihnen das Leben an Bord annenehm zu machen. Veier und Ppont Irland Sieger im Preis der Nationen Die deutschen Reiter auf dem zweiten Platz UsA stellt den besten Einzelreiter Das internationale Reitturnier in Aachen erreichte am Montag mit dem deutschen Preis der Nationen seinen glanzvollen Höhepunkt. Bei anfänglich prachtvollem, später wolkigem, jedoch trockenem Wetter war der herrliche Turnierplatz des Aachen=Laurensburger Rennvereins bis auf den letzten Platz besetzt, als die Reitermannschaften von acht Ländern in die Kampfbahn einritten, um den Kampf um den Ehrenpreis des Fuhrers aufzunehmen, den der Kolner Goldschmiedemeister Professor Berthold geschaffen hat. In dem von den Rumänen begonnenen Springen lag Irland nach dem ersten Umlauf mit 11,5 Fehlern an der Spitze, während Deutschland hinter Belgien und Amerika gemeinsam mit Rumänien auf dem vierten Platz (20 Fehler) folgte. Wohl gelang es unseren Reiteroffizieren, im zweiten Umlauf aufzukommen, doch waren die glänzend aufgelegten Iren nicht zu schlagen. Deutschland mußte mit 32 Fehlern hinter Irland(24 Fehlern) mit dem zweiten Rang zufrieden sein, eine ausgezeichnete Leistung unserer Offiziere, da die an dritter Stelle folgenden Amerikaner in Lt. Wing auf Dakota den besten Einzelreiter stellten. 1. JC Nürnberg wieder geschlagen Nach seiner Niederlage in Bielefeld konnte der 1. FC Nürnberg auch in Dortmund zu keinem Erfolg kommen. Die Borussiaelf errang vor 8000 Zuschauern einen schönen:2 (:)=Sieg und bewies, daß sie unter der Leitung Swatoschs viel gelernt hat. Lenz schoß vor der Pause das einzige Tor, nach dem Wechsel verschafften Eiberger und Übelein 2 den Gästen eine:=Führung. Mitte der zweiten Spielzeit gelang dann dem Dortmunder Rechtsaußen Dunney der Ausgleich und derselbe Spieler erzielte auch, nach Vorbereitung von Lenz, das Siegtor. Weltbild(). Berlin feiert Geburtstag. Berliner Rathaus im Festschmuck. Ein 15 Jahre alter Weltrekord verbessert Bei einem internationalen Sportfest in Graudenz gelang es der polnischen Sprinterin Stella Walasiewicz den seit 15 Jahren von der Tschechin Meizlik gehaltenen Weltrekord über 50 m von 6,4 Sekunden um eine Zehntel Sekunde zu verbessern. Zwar hatte im Vorjahre schon die amerikanische Olympiasiegerin Helen Stephens mit 5,9 Sekunden für diese Strecke eine weit bessere Zeit gelaufen, die jedoch als Rekord keine Anerkennung gefunden hat. Hostin stieß Weltrekord In ausgezeichneter Form stellte sich Frankreichs Olympiadostin be, einer Schwersostin kam im Olymsieger von 1932 und 1936 Louis athletik=Veranstaltung in Nizza vor. Hostin kam im Olympischen Dreitampf auf eine Gesamtleistung von 377,5 Kilo und stellte zudem im beidarmigen Reißen mit 123 Kilo einen neuen Weltrekord auf. Die frühere Höchstleistung hielt er selbst mit 122 Kilo. Sie stört kein Regen... O Es regnet, regnet, regnet ohne Unterlaß schon tagelang. Ein richtiger Landregen, der die Gäste des kleinen Ostseebades zur Verzweiflung bringt. Am Strand ist es überhaupt nicht auszuhalten, im Wald kann man auch nicht den ganzen Tag umherlaufen, und die Zeitschriften der einzigen Konditorei sind längst schon fast auswendig gelernt: ist es da ein Wunder, daß die Stimmung immer trüber wird und manch einer sich bereits nach der Abfahrt der Züge erkundigt? Nur in einer der großen Villen am Meer herrscht lautes Lachen und Fröhlichsein. Die Gäste dieses Hauses Zeichnung: RSV.=Archiv. Hind Männer vorsichtiger? O Es ist wieder einmal an der Zeit, für Frauen eine Lanze zu brechen! Wirklich! Es ist höchste Zeit. Die Männer werden sonst noch zu übermütig. Da werfen sie den Frauen immer und bei jeder Gelegenheit vor, daß sie im höchsten Grade„schußlig“ sind. Immer, wenn irgendeine Kleinigkeit passiert ist— oft auch, wenn sie noch gar nicht geschehen ist, sondern nur so aussah, dann sagen die Männer:„Siehst du, da haben wir's! Das kann auch nur euch Frauen passieren!" Frauen pflegen in solchen Fällen meist nur zu lächeln. Sie haben es längst aufgegeben, die Männer belehren zu wollen. Es hat ja doch keinen Zweck, sagen sie. Aber das stimmt nun auch wieder nicht. Männer sind nicht unbelehrbar! Rein, wirklich nicht! Aber mit der Vorsicht? Das ist nun auch wieder so eine Sache. Hand auf's Herz— in unserem Falle, Hand auf die Hosentasche! — wie ist es eigentlich mit der Vorsicht bei uns Männern bestellt? Schauen wir uns einmal um. Greifen wir aus der millionenfachen„Herrlichkeit" einmal drei heraus. Drei Zeitgenossen, die bis gestern noch kein Mensch kannte, die heute zu einer unrühmlichen Berühmtheit wurden. Da ist Nummero eins: Leidenschaftlicher Pfeifenraucher. Eines Tages steckt er— man möchte es nicht glauben, seine brennende Pfeife in die hintere Hosentasche. Na, ich möchte ja nicht wissen, ob da nur der Anzug verbrannt ist! Hoffentlich etwas mehr, denn sonst... siehe oben! Dann Nummero zwei: Des Abends hängt er schön säuberlich vor dem Schlafengehen seine Weste über die Lehne des Stuhles. Einen Augenblick geht er dann noch hinaus. Wie er wieder ins Zimmer zurückkommt, brennt die Weste lichterloh. Er hat nämlich nicht, wie er behauptete, die Weste schön sorgsam aufgehängt, sondern so mit dem Wuppdich hingefeuert. Dabei hat das Feuerzeug— bzw. der dazu bestimmte Hebel— das als Aufforderung gehalten und setzte sich pflichtschuldigst in Brand. Kein Mensch kann so etwas einem Feuerzeug übelnehmen. Nun noch der dritte: In Ermangelung eines Aschenbechers nahm er ein Stück Papier, um darauf die Asche abzustreifen. Den Rest drückte er ebenfalls darauf aus. Das=Ganze warf er dann in den Papierkorb. Das war im Büro. Als eine Stunde später die Reinemachefrauen kamen, stand der Papierkorb gerade in den schönsten Flammen. Kommentar eigentlich überflüssig! Aber, sei's drum, wir wollen doch noch etwas dazu sagen. Wenn eine Frau das Bügeleisen vergißt auszuschalten, dann meckert der Mann, und das mit Recht. Wenn durch herausfallende Glut der halbe Fußboden verbrennt, dann macht er Krach. Und das auch mit Recht! Wie ist es aber, wenn sich der Mann den Hosenboden verbrennt, wenn er die Weste zur Fackel macht und beinahe das Büro in Flammen setzt, und die Frau lächelt dazu nur nachsichtig, dann tobt er auch. Aber dann auch mit Recht? Das ist fraglich! Gewinnauszug 5. Klasse 49. Preußisch-Süddeutsche(275. Preuß.) Klassen-Lotterie Vrtiche gesager gesogene Nunner sind zwei gleich hohe Gerinne .allen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 8. Ziehungstag* 16. August 1937 lassen sich vom Wettergott ihre gute Laune nicht verderben. Sie halten sich an das alte Sprichwort:„Auf Regen folgt Sonnenschein!“ Und bis es so weit ist, wird ihnen die Zeit nicht lang. Trotz des Regens geht es mit dicken Mänteln und festen Stiefeln jeden Tag hinaus in den Wald. Kehren die Frauen dann durchfroren und sturmgerüttelt heim, wartet ein lustig flackerndes Kaminfeuer in dem schönen, großen Wohnzimmer mit den bequemen Möbeln auf sie. Langeweile? Die kennt man auch an Regentagen nicht in diesem Hause. Es wird gesungen und fröhlicher Mummenschanz getrieben; man lernt Bastelarbeiten oder versucht sich an neuen Strickkünsten, andere lesen nach Herzenslust und wieder andere vergnügen sich mit Rätselraten. Ja, gelegentlich wird sogar am Abend nach den Klängen des Rundfunks ein Tänzchen gedreht. Für gutes und reichliches Essen ist gleichfalls bestens gesorgt; warum sollte man es also trotz des Regens nicht aushalten?! Mag es draußen regnen und stürmen, mögen die anderen Kurgäste mit mürrischen Gesichtern wie gebadete Katzen umhergehen: für die Gäste des Müttererholungsheimes der NSV. scheint auch bei Regen die Sonne, die nun einmal zu einem wirklichen Kurerfolg gehört. I. Altgelt. einflüssen ab. Man kann feststellen, daß Jahre mit hohen Niederschlagsmengen während des Wachstums der Pflanzen, besonders im Mai und Juni, sowie lauwarme Nächte und nicht zu heiße Tage im August und September stets gute Trachtjahre waren. Die Erfahrung lehrt, daß innerhalb von zehn Jahren mit drei guten, vier mittleren und drei Fehlernten zu rechnen ist. Vor allem vermeide man eine Ueberfüllung der Trachtplätze. Für ein Bienenvolk sind drei bis vier Morgen Heidefläche als ergiebige Trachtquelle notwendig. Hohen Trachtwert besitzt im August die nur auf kalkarmen Sandböden wachsende Seradella(Ornithopus sativus). Diese ausgezeichnete Grünfutter= und Gründüngungspflanze wird häufig mit Getreide vermengt ausgesät und kommt erst nach der Getreideernte zur vollen Entfaltung. Die kleinen weißrötlichen Blüten bereiten unseren Bienen bis Ende September einen reichgedeckten Tisch. 240850 75407 146731 344579 53105 135122 156729 281965 339649 4 Gewinne zu 10000 RM. 264658 890722 2 Gewinne zu 5000 RM. 263311 8 Gewinne zu 3000 RM. 78283 123772 298451 349313 12 Gewinne zu 2000 RM. 25721 31147 41394 97505 162998 58 Gewinne zu 1000 RM. 739 40329 53661 60662 66427 77563 82638 87186 94543 99165 119470 134304 136961 156081 172202 176488 209828 246022 267094 312508 333705 363810 366957 369806 371343 372997 92 Gewinne zu 500 RM. 4336 12363 17998 34267 35136 b7340 63299 116360 117356 121047 127558 128124 130939 136277 137698 141870 145706 148664 150705 153903 156350 163143 164069 165395 187693 194064 201574 224124 044216 292035 296474 317202 320333 328186 329175 331556 333652 340561 365779 396387 398501 206 Gewinne zu 300 RM 4046 5386 6166 10128 13660 34434 35955 89154 42270 45914 47442 48027 49706 52508 53719 53852 54839 56558 60785 69705 70939 78334 78865 80380 85332 85422 86053 86796 93075 101617 106797 109925 110901 122685 124519 127598 129004 134945 134956 136945 142127 145860 148281 150618 150718 155470 155516 171338 174936 179054 196074 202428 207618 208880 215860 219556 221567 227121 227665 228720 229151 231385 233795 234931 235961 236077 236162 238900 241883 249374 252843 256341 259459 262075 268115 268972 274863 278204 280248 281519 286226 287355 315671 319466 326874 328600 331480 332100 332850 338791 344445 348771 349504 352474 360461 364070 368033 369330 374856 374862 378489 393266 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 4 Gewinne zu 5000 RM. 2 Gewinne zu 3000 RM. 10 Gewinne zu 2000 RM. 48 Gewinne zu 1000 RM. 36650 170710 365993 42400 73819 134737 304469 398402 1 1443 68036 69755 97911 98031 12323 197150 206358 227416 231334 236623 241882 248778 271163 279022 296522 300678 311675 315494 320139 329364 340176 360216 378999 78 Gewinne zu 500 RM. 5984 6765 9031 76978 79723 83565 91052 92227 97965 112744 121989 139374 144345 152368 152447 155378 159727 171451 206995 208628 232056 252511 259027 273468 276995 285783 289551 313252 314815 332194 333450 337033 345170 363984 364049 366091 372009 389699 392788 12210 12875 19974 25129 83226 38097 49787 5466s 56607 57631 62638 62746 65704 67447 73105 84501 84535 85004 90724 100616 102347 126610 131702 131808 132191 134258 135253 142994 144644 147873 154759 155096 155315 156197 171876 171913 177152 177682 179251 181216 183902 185566 188702 188825 195175 195730 207023 210466 212765 227833 231069 232081 238018 239587 245152 249728 251677 276558 296625 301448 304329 304557 324063 324398 331710 332352 332451 333218 336248 339398 342680 346194 371549 372188 377722 378457 878555 395362 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 500000, 2 zu je 200000, 2 zu je 100000, 2 zu je 50000, 8 zu je 80000, 16 zu je 20000, 64 zu je 10000, 150 zu je 5000, 300 zu je 8000, 698 zu je 2000, 2178 zu je 1000, 3602 zu je 500, 7294 zu je 300, 172680 zu je 150 Mark. MITTWOCH 22 UHR Reichsausstellung Schaffendes Volk Düsseldert Eintritt: bis 16 Uhr.80 nach 16 Uhr.00 Armäbigee Röckfehrkarten GROSSFEUERWERK Inserieren bringt Gewinn. In der ungarischen Pußta sollten sie eigentlich setzhaft werden. erst fünshundert Jahre her, daß die Zigeuner das Land der ungarischen Pußta ihre Heimat nennen können. Gerade im August d. J. werden sie den Tag Gäsist gu. dem vor einem halben Jahrtausend Sigismund, es Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und König von Ungarn ihnen die Erlaubnis gab, sich in dem Land an der Donau niederzulassen, dort Grund und Boden zu erwerben und dauernd ihren Gewerben nachzugehen. Er hatte den Wunsch. diese Nomaden endlich seßhaft zu machen und hoffte, sie würden sich zu einem „friedlichen Leben" bequemen, wenn er ihnen das gewährte, was er in dem weiten, dünn besiedelten Land leicht geben konnie, das Heimatrecht. Wenn auch die Zigeuner diese Kaiserwünsche nur zum geringsten Teil erfullt haben und zumeist bis heute Nomaden geblieben sind, so wollen sie doch das Jubliäum dieses KöniglichUngarischen Erlasses feierlich begehen, und an alle Zigenner in der ganzen Welt ist der Ruf ergangen, im August 1957 zu einem Welt=Zigeunerkongreß in die ungarische Heimat zu kommen. Wo die Zigeuner eigentlich herstammen, weiß man übrigens bis heute noch nicht ganz genau. Zigenner gibt es wie in Europa in Asien und Afrika, aber überall unterscheiden sie sih durch ihre Rassenmerkmale, ihre Sprache und ihre Gebräuche wesentlich von den Wirtsvölkern. Selbst wenn sie Jahrhunderte lang bei einem Volk gewohnt haben, bzw. immer in dessen Wohngebiet umhergezogen sind und sich auch des öfteren mit ihm vermischt haben, ist ihre Eigenart deutlich erhalten. Fest halten sie auch, obwohl die meisten von ihnen in Europa sich zum Christentum bekennen, an manchen heidnischen Sitten, die sie mit christlichen Riten vermengt haben, und manche Lebenseinstellung und=auffassung gemahnt noch deutlich an das einstige Heidentum, dessen Wesenszüge heute verlorengegangen sind.— Am ehesten ähneln die Zigeuner in ihrem Aeußeren, wie vor allem auch in ihrer Sprache manchen Hinduvölkern im Norden Indiens, die die gleiche braune Hautfarbe, das gleiche schwarze Haar und namenteigenartige Form der Augen haben. Die Wissenschaft vermutet deshalb, daß die Zigeuner einst aus Indien gekommen sind; die Sprache der europäischen Zigeuner hat etwa zehn Mundarten, die sämtlich den Sprachen der Sansi und der Tschangar im Nordwesten Indiens verwandt sind. Auch die Richtung ihres Wanderweges scheint auf Indien als Ausgangsland zu deuten. Lange Zeit haben sich in Kleinasien aufgehalten und sind durch Aegypten zeschwärmt. Als sie im neunten Jahrhundert auf dem Balkan erscheinen, wurden sie deshalb auch vielfach als „Aegypter" bezeichnet. Von dort aus zogen sie dann durch ganz Europa. Dabei dachte aber merkwürdigerweise niemand an eine Art neuer Völkerwanderung, die diesmal vom Südosten des Erdteils kam, sondern die Zigeuner zalten damals als Pilger, die, von religiösem Eifer gerieben, die Lande durchwanderten. Diese Meinung des Lolkes wurde sogar von höchsten Stellen bekräftigt, denn die Päpste haben mehrfach die Zigeuner ihres besonderen Schutzes versichert. An sich war der Bürger und Bauer des Mittelalters stets sehr mißtrauisch gegen alle„Fahrenn Selbst die Bänkelsänger, Gaukler und Schauspieler, die von Ort zu Ort zogen, um ihre Kunst darzubieten, die iber zweifellos Angehörige des eigenen Volkes oder benachbarter Nationen waren, galten als„unehrliche Leute“. ähnlich dem Henker. Obwohl dem schwarzhaarigen fremden Volke gegenüber ein Mißtrauen noch eher am Platz gewesen wäre, wurden die Zigeuner aber lange Zeit von den Magistraten der Städte und auch von den Dörflern unterstützt, eben weil die„frommen Pilger“ doch unter höherem Schutz standen. Das merkwürdigste aber war, daß sich Adlige, Ritter, ja Fürstlichkeiten von einzelnen wandernden Zigeunerstämmen zum„König“ oder„Herzog“ wählen ließen. Die Zigeuner wählen auch heute noch ihre„Stammeshäuptlinge“, denen sie die höchsten Titel, nicht selten den eines Königs geben; erst vor kurzem wurde in Warschau eine solche Konigswahl und=krönung in einem großen Stadion mit größtem Theaterpomp gefeiert. Im Mittelalter aber erhielten diese einheimischen Könige der braunen Fremdlinge sogar ihre Bestätigung und Bestallung durh die Landesfürsten. Da blieben die Zigeuner selbstverständlich im Land und bildeten bald einen schwer bewaffneten Haufen von Kriegern, die als Gefolgschaft zu„ihrem König“ standen. So wurden die Zigeuner zur Landplage, und die Staatsgewalten versuchten, sie auszuweisen, aber das glückte nun nicht mehr so leicht. Manchmal kamen den Zigeunern auch eigenartige Zufälle zu Hilfe: So hatte in einem süddeutschen Fürstentum ein Zigeuner namens Lehmann dem Landesherrn das Leben gerettet. Zum Dank bewilligte der Fürst allen Familienangehörigen seines Retters für ewige Zeiten den unsenihalt in seinem Ländchen, während die übrigen Zigeuner nicht geduldet wurden. Nun hießen aber alle Zigenner, die in diesem Fürstentum sich aufhielten,„Leh“. Mangels polizeilicher Meldeämter war schwer das gentell zu beweisen. Jedenfalls war wahrscheinlich ganz Europa dem Kaiser Sigismund dankbar, als er dem fahrenden Volk in Ungarn eine Heimat zu schaffen und die Zigeuner dort anzusiedeln suchte. Daß aber nun zu dem JubiläumsKongreß die Angehörigen dieses Volkes aus der ganzen Welt zusammengerufen werden müssen, zeigt doch, daß dem wirklich kaiserlichen Geschenk kein voller Erfolg beschieden war. Medizinische Kuriositäten aus Mittelalter und„Neuzelt“. Eine Hauptrolle in der Gesundheitspflege und Krankenbehandlung des Mittelalters kam dem Wasser zu. In den Badestuben, die den Treffpunkt für alle Welt abgaben, und eine Art Geselligkeitszentrum darstellten, wurden hauptsächlich Schwitzbäder genommen. Auch Badeküren erfreuten sich großer Beliebtheit. Die Saison in den Shermen fiel in den Frühling. Gewöhnlich dauerte eine „ul nul neun Tage; den größten Teil dieser Zeit brachte man im Wasser zu. Allgemein war während des Mittelalters auch der Aderlaß. In den Klöstern beispielsweise wurde er jährlich vier= bis sechsmal vorgenommen. Die heilige Hildegard von Bingen, eine berühmte Aerztin jener Zeit, empfiehlt den Aderlaß vom zwölften Jahr an: man müsse ihn bis zum achtzigsten Jahr fortsetzen, fügt sie hinzu, bei Frauen jedoch bis zum hundertsten, nachher nicht mehr. Der Aderlaß war immerhin noch ein ziemlich harmloses medizinisches Hilfsmittel, geradezu grotesk muten jedoch die Berichte von manchen Kuren an, wie sie in jener Zeit gebraucht wurden, und die für außerordentlich robuste Nerven unserer Vorfahren sprechen. Als der Herzog Leopold V von Oesterreich an einem kalten Wintertag zum Turnier in die Schranken ritt, glitt das Pferd auf dem hartgefrorenen Boden aus. Der Reiter kam so unglücklich zu Fall, daß er sich den Unterschenkel brach und die Knochensplitter eine Spanne lang aus der Haut ragten. Da sich die Anzeichen eines schlimmen Brandes bemerkbar machten, und niemand zur Stelle war, der das beschädigte Glied nach allen Regeln der ärztlichen Kunst hätte amputieren können, rief der Patient einen seiner Diener herbei. Darauf setzte der Herzog selbst die Axt auf sein Schienbein, worauf der Diener mit einem schweren Hammer dreimal darauf schlagen mußte und also „Operation“ vollzog. Der Kranke starb natürlich vier Tage später an dieser Gewaltkur. Ein Graf Dedo von Tochlitz, der den Kaiser Heinrich VI. auf seinem Zug nach Italien begleiten sollte, befürchtete wegen seines Schmerbauches Schlimmes von der langen Reise. Um seinen Körper instand zu setzen und den Strapazen des Römerfeldzuges gewachsen zu sein, ließ er sich von einem Arzt kurzerhand den Leib aufschneiden, um auf diese Weise das überflüssige Fett zu entfernen. Auch dieser Patient überstand die Operation nicht. Nicht weniger drastisch ist die Kur, mit der sich Herzog Albrecht von Oesterreich von einem heftigen Unwohlsein befreien wollte. Nach einem festlichen Bankett befiel den Herzog plötzlich solche Uebelkeit, daß seine Umgebung befürchtete, er sei von einem politischen Widersacher vergistet worden. Das Konzilium der Aerzte versuchte zunächst seine Kunst mit„Latwergen“ und sonstigen Mittelchen, ohne daß es dem Patienten leichter geworden wäre. Schließlich wußte man sich keinen anderen Rat mehr und hing den Herzog bei den Füßen auf, um das Gift zu veranlassen, den Magen zu raumen und aus Augen, Ohren, Mund und Nase herauszurinnen. Der Effekt dieser Pferdekur war, daß der Herzog ein Auge einbüßte und lebenslang eine fahle Gesichtsfarbe beibehielt. Noch König Sigismund ließ sich im Jahre 1408 dieselbe Kur verordnen.„Es war ein grober swab“, meldet der Geschichtsschreiber des Königs,„es war aber ein guter Arzt. So mancher deutscher Kaiser ist das Opfer dieser rückständigen Heilkunde geworden. Otto II., der während seines Aufenthaltes in Italien häufig an Verdauungsstörungen litt, ließ sich von seinem Arzt eine Dosis von 17½ Gramm Aloe verschreiben, die prompt seinen Tod herbeiführte. Auch Otto IV übernahm sich in der Dosis eines Abführmittels und starb kurz darauf. Diese primitive„Therapie“ blieb jedoch keineswegs auf das Mittelalter beschränkt. Im 17. Jahrhundert wurde eine sog. „Mumienlatwerge“ zur Bebandlung von Pestkranken viel verwandt. Die zeitgenössische Beschreibung der Bereitung dieses seltsamen Mittels lautet:„Man soll den todten Cörper eines rohen, gantzen, frischen und unmangelhaften vierundzwanzigjährigen Menschen, so entweder am Galgen erstickt oder mit Rade justiciert oder durch den Spieß gejagt worden, bei hellem Wetter, es sei Tag oder Nacht, erwehlen, in Stücke zerschneiden, mit pulverisierter Mumia und ein wenig Aloe bestreuen, nachmals einige Tage in einem gebrannten Wein einweichen, auffhengen, wiederum ein wenig einbeitzen, endlich die Stück, in der Luft aufgehänkt, lassen trucken werden, biß es die Gestal eines geräucherten Fleisches bekommt und allen Gestan verliert, und zeugt letztlichen die„anze rothe Tinktur durch einen gebrannten Wein oder Wacholdergeist nach Art der Kunst heraus.“ Hochzeitstage im Freiballon Seltsame Reisen, von der Liebe diktiert. Unsere Urgroßeltern verbrachten ihre Hochzeitsreiser — falls sie eine solche überhaupt unternahmen— in de: schaukelnden, holpernden Postkutsche. Die Krinoline de sungfraulichen Ahne hing dann hinten am Wagenschlag um in der Enge des Wagens nicht zu stören. Die Reis ging in beschaulicher Ruhe vor sich— man hatte ja si viel Zeit! Anders heute. Die jungen Hochzeitspaare begnügen sich oft nicht einmal mehr damit, ihre Reise mit der Bahn zu machen, es muß— wenn möglich— ein Auto oder ein Flugzeug sein. Aber auch das ist vielen nicht mehr originell genug. Die Neuvermählten haben schon die seltsanisten Hochzeitsreisen unternommen. Als der französische Astronom Flammarion mit seiner jungen Frau vom Traualtar kam, bestiegen sie die Gondel und ließen sich im Ballon dreizehn Stunden lang hoch über dem Wolkenmeer durch die Lüfte treiben.„Es ist unmöglich, die Freude zu beschreiben,“ erzählte die Hochzeiterin nachher,„die ich spürte, als ich zwischen den Wolken mit dem zusammen schwebte, dem ich wenige Stunden vorher versprochen hatte, ihm durchs Leben zu folgen.“ Aehnlich schildert die Gattin eines Schweizer Astronomen ihre Hochzeitsreise, die sie in einem Ballon unternahm.„Mein Entzücken war unbeschreiblich, so neben meinem Gatten zu sitzen, ganz einsam in Höhen, während der Nacht von einem Baldachin von Sternen bedeckt. Das versetzte mich in einen Rausch; und als am Morgen die Sonne aufging und die majestätische Alpenwelt bestrahlte, war es ein unvergeßliches Schauspiel.“ „ Allerdings sind nicht alle Hochzeitsreisen in der Lust gruttlich verlaufen. Auch der als Ballonflieger bekannte Hauptmann Carbonnet gedachte, nach der Trauung die Alpen zu überqueren. Aber wenige Stunden nach dem Aufstieg wurde die Gondel von einem plötzlich aufkommenden Föhn gegen einen Felsen geschleudert. Der Hauptmann, der gerade ein losgerissenes Tau befestigen wollte, erlitt den Tod. Die junge Frau fand man einige Tage später verhungert und erfroren im Tal. Mehr Glück bei einer solchen Hochzeitsreise hatte der amerikanische Sportsmann Robertson. Als der Ballon einige Meter hoch gestiegen war, verlor seine junge Frau die Fassung und sprang in der Erregung aus der Gonde in den Tennessee=Fluß. Robertson blieb kaltblutig in der Gondel und versuchte nur, den Ballon zum Landen zu bringen. Das Glück war ihm günstig, der Wind drehte sich, und in einer Schleife brachte er den Ballon am Ufer des Flusses, einige hundert Meter unterhalb der Stelle, an der seine Frau ins Wasser gestürzt war, zu Boden. Als er gerade die Gondel verlassen hatte, hörte er die Stimme seiner Frau, die ihm pudelnaß, aber glücklich über ihre Rettung entgegenkam. Der englische Major Powell=Cotton trat mit seiner jungen Frau nach der Trauung eine Reise durch das dunkelste Afrika an. Viele Monate verbrachten die beiden unter Zwergvölkern und Kannibalen, die noch nie eine welße Frau gesehen hatten. Der Häuptling eines Kannibalenstammes machte den Briten und seine Frau zu Gefangenen. Der Weiße verstand es aber im Laufe der Zeit, bei den Wilden durch allerlei Taschenspielerei Eindruck zu machen. Als Anerkennung dafür schenkte ihm der Häuptling zwei gute Reitpferde, die das junge Paat prompt zur Flucht benutzte. Eine nicht minder abenteuerliche Hochzeitsreise unternahm der französische Forschungsreisende Graf de Lesdin mit seiner jungen Gattin. Sie reisten von Peking aus durch Tibet nach Indien. Viele Wochen hindurch sahen sie kein menschliches Wesen, hatten aber die Genugtnung, die nur wenigen Europäern bekannien Quellen des Jangtsekiang zu erreichen. Einmal verloren sie beim Ueberqueren eines großen Flusses all ihre Vorräte und waren dadurch gezwungen, wochenlang nur von dem zu leben, was ihnen die Jagd einbrachte oder der Wald an eßbaren Früchten bot. Der amerikanische Milliönär Fleischmann und seine junge Frau machten ihre Hochzeitsreise ins Polargebiet, wo sie glückliche Monate auf der Jagd nach Robben, Eisbären und Renntieren verbrachten. Fleischmann hatte ein großes norwegisches Schiff, die„Laura", gepachtet, und auch diese Flitterwochen blieben völlig ungestört von zudringlichen Mitmenschen. Eine Hochzeitsreise, die an Gefahren ihresgleichen suchte, unternahm Kapitän Andrews mit seiner jungen Frau. Der kühne Seemann, der schon oft in einem kleinen, offenen Boot den Atlantischen Ozean überquert hatte, schlug seiner Braut eine solche Fahrt auch als Hochzeitsreise vor. Zu diesem Zweck wurde ein zwölf Fuß langes und zwei Fuß breites Boot erbaut, das nur eine winzige Kabine besaß und den ominösen Namen „Das dunkle Geheimnis“ führte. In diesem Boot traten sie die Reise von Atlantic Ciry aei; sie wollten an der östlichen Küste der Vereinigten Staaten entlangfahren, den Golfstrom benutzen, die Azoren passieren und dann den Atlantischen Ozean kreuzen. In bester Stimmung verließen sie den Hafen. Aber seit jener Stunde hat man nie wieder etwas von dem waghalsigen Ehepaar und seinem„Dunklen Geheimnis“ gehört. Die seltsamste Hochzeitsreise hat aber wohl Mister Jarbot aus Chicago gemacht. Er wettete mit seinen Bekannten um 15000 Dollar, er wolle eine Hochzeitsreise unternehmen, die keinen Cent koste. Gleich nach der Trauung verwandelten sich der junge Ehemann und seine Frau in Landstreicher. Die beiden verbargen sich zunäch in einem von Chicago abfahrenden Güterzug, wurden aber schon an der nächsten Station entdeckt und an die Luft befördert. Trotzdem setzte das Paar dieses Verfahren fort, und zwar mit dem Erfolg, daß es unter Benutzung verschiedener Güterzüge zehn Städte besuchen konnte, ohne einen Cent auszugeben. In der Hauptstadt von Colorado traten beide als Hilfsgepäckträger in den Dienst eines Hotels gegen geringe Entschädigung, freie Kost und Unterkunft. Nach einiger Zeit traten sie dann die Rückreise wieder als„Schwarzfahrer" an. Unterwegs aber entdeckte ein Bahnbeamter, daß einer der angeblichen Landstreicher eine Frau war. Daraufhin nahm die Polizei die beiden fest und steckte sie ins Gefängnis. Nach zweitägiger Haft jedoch wurden sie nach Chicago abgeschoben, wo sie lachend ihre 15 000 Dollar einkassierten. Fässer als Erdölquellen Aus einem Betrug wurde Wirklichkeit. Als vor vielen Jahren in Texas die ersten Oelprospektoren ihre glückliche Hand bewiesen hatten, folgten ihnen die Spekulanten und die Hochstapler auf dem Fuße. Man kaufte den Farmern für Millionenbeträge die Länder ab, die vorher vielleicht 1000 Dollar im Jahr eingebracht hatten. Man schwamm in Texas in Geld. Das war der richtige Boden für die Spekulanten, die aus den emporschießenden Grundstückspreisen ihre großen Geschäfte machen wollten. Sie kamen elegant mit prachtvollen Autos und großen Diamanten mit Rubinen als Einfassung an den Fingern nach Texas, um jenen Neureichen ihre phanrastischen Pläne zu unterbreiten. Unter ihnen waren auch die Gebrüder Packnitz, die nur durch einen Zufall zur Zeit nicht in irgendeine dunkle Affäre verwickelt waren. Sie waren Spezialisten auf dem Gebiete der Hochstapelei, vor allem der Illusionsgeschäfte. Nach einem besonderen System hatten sie es verstanden, auf rein brieflichem Wege eine gar nicht existierende Orangensarm in Europa elfmal gegen bar zu verkaufen. Aber Orangen überleben sich. Als man in Amerika über Erdöl sprach, entschlossen sie sich, auf Erdöl umzusteigen. Ein paar Wochen später tauchten sie als Fachleute auf. Kauften Land, bohrten, stießen scheinbar immer wieder auf Erdöl und verkauften ihr Land mit Riefengewinnen weiter. Aber ihren größten Coup bereiteten sie sehr sorgsam vor. Sie kauften Land in der Nähe der Grundstücke einer der größten amerikanischen Oelgesellschaften auf. Sie hatten ein recht einfaches Mittel ausgedacht, um Interessenten und Käufer für ihre Aktien zu finden. Mit einem eleganten Auto holten sie die Geldleute ab und brachten sie auf das Grundstück, wo ein paar große Schuppen errichtet worden waren. Darauf arbeiteten einige scheinbar tief in den Boden hinabreichende Bohmiaschinen, die in regelmäßigen Stößen das schönste Erdol aus der Tiefe brachten. Wer konnte ahnen, daß jenes Erdöl— faßweise gekauft— bei Nacht und Nebel autransportiert und in einer Grube eingelagert worden war, um von dort aus mit jenen Pump= und Bohrgeräten zum Tageslicht emporgehoben zu werden. Um das Geschäft rentabel zu gestalten, ließen die Brüder das hochgepumpte Oel auf einem kleinen Umweg wieder in die unterirdischen Fässer zurückfließen. Als einige Aktienkäufer mißtrauisch geworden waren und die Polizei benachrichtigten, waren die Gebrüder Packnitz längst verschwunden. Sie zogen sich nach Palm Beach zurück, um sich dort von den Strapazen ihrer Geschäfte zu erholen. Eines Morgens glaubten die Brüder, der Schlag rühre sie, als sie in einer Zeitungsmeldung aus Texas lasen, daß„auf dem Grundstück, das sie nach ihren schwindelhaften Geschäften verlassen hatten, tatsächlich eine Erdölquelle angebohrt worden sei, die 20 000 Gallonen Oel pro Tag in die Höhe emportrieb“. Schadenfroh bemerkte die Zeitungsmeldung, daß die Arbeiter und Angestellten, die von ihren gaunerhaften Chefs verlassen worden seien, von den Gerichten die Oelquellen als Entschädigung für die nicht bezahlten Löhne zugesprochen erbielten. Die Brüder Packnitz versuchten einen letzten Streich, indem sie durch ein Gerichtsverfahren das Oelgebiet zufückerhalten wollten. So lockten sie selbst die Behörden auf ihre Spur. Sie wurden zu fünf Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Neun Zehntel unseres Glückes beruhen allein auf der Gesundheit. Schopenhauer. Weine dich aus im Schmerz, dann greif entschlossen Irbeit: Was die Träne nicht löst, löst, dich erchlickend. #####schweiß. Allerlei Neuigkeiten 300 000 Mark=Los gezogen. In der Fünften Klasse der 49./275. Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie fiel ein Gewinn von 300 000 RM. aus die Nummer 283985. Die Nummer wird in Achtellosen in der einen Abteilung im Rheinland und in der anderen Abteilung in Sachsen gespielt. Ehepaar vom Blitz getroffen. Ueber die westlichen Vororte der Reichshauptstadt ging in den späten Abendstunden ein schweres Gewitter nieder, dem in der Blütenstadt Werder ein Ehepaar zum Opfer siel. Das Ehepaar wurde auf dem Heimweg von einem Blitz getroffen und zu Boden geschleudert. Die Ehefrau war sofort tot, während ihr Mann, der sich rechts untergehalt hatte. rechtsseitig gelähmt wurde. Zahllose Bergunfälle. Nach einer Meldung der Rettungsstelle Partenkirchen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins(Deutsche Bergwacht) ist an der Südwestkante des Oberreintalturmes im Wettersteingebiet der 18 Jahre alte Wenzeslaus Blep aus München tödlich verunglückt. An den Ruchenköpfen ist der 17jährige Lorenz Lengauer aus München abgestürzt. Er ist schwer verletzt. Von der Passeier Spitze in den südlichen Lechtaler Alpen ist der 60jährige- Werkmeister Josef Wagner aus Berlin infolge Ausgleitens am brüchigen Fels abgestürzt. Er wurde tödlich verletzt. Dies ist innerhalb einer Woche das dritte Todesopfer der Passeier Spitze. Mehrere hohe Beamte des Kaiserlich Japanischen Innenministeriums, die sich zum Studium des deutschen Polizeiund der Einrichtungen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei schon längere Zeit in Deutschland aufhalten, befuchten mit japanischen Teilnehmern am Internationalen Arbeitskongreß in Genf das unter Leitung von Reichseiter Alfrgd), Vosenberg stehende Außenpolitische Schulungs. Verheerende Feuersbrunst bei Potsdam Großfeuer auf Gut Marquardt vernichtet 80 Meter Stallungen. Von einer verheerenden Feuersbrunst wurde das in der Nähe von Potsdam gelegene, allen Berlinern als Ausflugsziel bekannte Gut Marquardt heimgesucht. Nachts gegen 22 Uhr bemerkten Gutsarbeiter Feuer in einem Strohstapel im Stall, und ehe die Wehr des Ortes eingreisen konnte, hatten die Flammen bereits den Dachstuhl des Jungvieh= und Schweinestalles ergriffen und dehnten sich mit Windeseile über das gesamte Gebäude aus. Nun unter Aufbietung der vereinigten Kräfte von Gutspersonal und der Wehren konnte alles Vieh im letzten Augenblick gerettet werden. Da sich Wassermangel bemerkbar machte, mußte aus dem etwa 400 Meter entfernt gelegenen Schlämitz=See Löschwasser entnommen werden. Bei den Löscharbeiten kamen mehrere Personen schwer zu Schaden. Insgesamt wurden an massiven Stallungen und Speichergebäuden etwa 80 Meter vollkommen vernichtet. Ferner fielen dem Feuer mehrere hundert Zentner Stroh und Futtermittel zum Opfer. Die Ursache des Brandes steht noch nicht fest. Turnen und Sport Neuer Ausländersieg in Aachen. Der zweite Tag des Aachener Reitturniers brachte zwei schwere Jagdspringen für Berufsreiter und Amateure, die beide von deutschen Pferden in holländischem Besitz gewonnen wurden. Im Preis von Laurensberg siegte Oberleutnant Greter(Holland) mit dem in Deutschland gezogenen Pferd Carina, während das Berufsreiter=Jagdspringen von dem gleichfalls einem holländischen Turnierstall angehörenden deutschen Pferd Lottka unter dem deutschen Reiter Dietrich gewonnen wurde. Tons Grenn Roman von A. v. Jazenkosen. Copyright by Karl Köhler& Co., Berlin=Zehlendorf. (Nachdruc verboten. „Ich habe geglaubt, das gnädige Fräulein hätten selbst ge#wünscht.“ #ci. Da mag Assunta nichts mehr sagen. „Also, Adolf“, winkt ihm Muckermann erlöst zu,„zeig, ob du das kannst! Lass' die Pfropfen springen! So, da wird gleich eine Stimmung werden! Haben Sie schon Sekt getrunken, junger Mam!“ „Na“!.“ „Alsa;: da kosten Siel Prosit! Ihr Wohl, meine Gechige! Assunta nippt ein wenig; aber sie ist nicht versöhnt, es bleibt ihr unangenehm, vor allem Toni gegenüber. Früher hätte man gewißz nichts dabei gefunden. Aber heute ist man von all diesen Singen so weit weg in seiner Einsamkeit! . Toni aber bemerkt nichts von Assuntas Kümmernissen, er stürzt, oas Prosit erwidernd, sein Glas hinunter. Sein Gesicht Woil! „Krühl Türken!“ Muckermann schenkt sofort nach.„Das können Sie alle Tage i haben, jluniger Mann, wenn Sie wollen. Aber Sie wollen ja nicht. Ein anderer würde einen Meter hoch vor Glück und Freude sprin###igen, wenn der Muckermann nur ein Wort an ihn richtete... # No ja, trinken Sie aus! Sie sehen, es geht über!“ ?! And Toni stürzt das zweite Glas hinunter, es schmeckt ihm der prickelnde Sekt. 26117 So ist's recht! Also... da sind Sie ja gar nicht so fad!“ !Assuttta berührt mit den Fingerspitzen warnend seinen Arm. lacht nur dazu. *. 1¼Waren Sie schon einmal in einem Theater?“ ##tt#, 7,Ba, bei den Schlesinger in der Sennerin von der Gindelalm. Recht schön ham's’spielt!“ sagt der Toni anerkennend. Muckermann heht zweifelnd die Schultern. Und dann redet eer wieder und schenkt ein... schenkt immer wieder ein und redet. “„Sie haben alte Eltern, wie Sie vorhin angedeutet haben. Sie könnten ihnen einen sorgenlosen Lebensabend schaffen, eine hübsche Wohnung in der Stadt mieten. Der Toni schüttelt den Kopf.„Der Vatter mag net in die Stadt und sanet.“ Muckermanns Fuß klopft hörbar und ungeduldig den Boden. „Das gewöhnt sich alles!“ Und dann erzählt er hastig und überstürzt von seinen Gastspielreisen mit den großen Künstlern, wie sie in Amerika große Triumphe gefeiert und überhaupt in der ganzen Welt... und schenkt dabei immer wieder ein. Die zweite Flasche ist schon leer. Toni sitzt ein wenig vorgeneigt, sein dunkles Gesicht ist tiefer als sonst getönt. In seinen braunen Augen ist ein schimmernder Glanz. Assunta sieht es und erhebt sich vom Tisch. Sie will dem Zechen ein Ende machen. Es ist bereits dreiiertel elf, wie sie mit einem Blick auf die Uhr seststellt. Sie wird der Kathrin sagen, daß sie einen starken, schwarzen Kaffee kochen soll. Sie ist sehr ungehalten über Muckermann. So etwas macht man nicht. Ist auch dem Toni nicht viel anzumerken, so steht doch noch eine Flasche ungeleert da... Sie geht also hinunter in die Küche. Sowie sie aus dem Zimmer ist, hält Muckermann Toni seine Hand hin. „Schlagen Sie ein, junger Freund, und unterschreiben Sie jetzt den Revers. Können Sie lesen? Nein, nicht? Warten Sie, ich lese vor. Sie verpflichten sich also mir auf drei Jahre, verstanden? Ich besorge Ihre Ausbildung und sorge auch dafür, daß Sie dann ein Engagement bekommen! Sehen Sie, das ist alles. Sie brauchen nun nicht gleich heute oder morgen in die Stadt zu kommen. Machen Sie erst Ihre Heumahd fertig. Sehen Sie, da steht: gültig vom Juli dieses Jahres an. Also haben Sie Zeit. Mähen Sie nur Ihr Gras ab oder was Sie sonst noch wollen. Dann reden wir weiter. Aber jetzt unterschreiben Sie!“ Er drängt ihm die Feder in die Hand.„Daher, bitte schön! Also...“ Da malt der Toni langsam auf der Unterlage einer Zeitung, die Muckermann ihm hinschiebt, seinen Namen. „Toni Brennhuber“, lacht Muckermann auf. „Toni, no, das werden wir ein wenig ändern müssen! Prosit, Antonio! Prosit!“ Und sie stoßen an und trinken aus, schenken ein und trinken aus. „Jetzt muß i aber wirklich heim“, lacht Toni verlegen, als Assunta wieder eintritt.„Jetzt is Zeit, damit i Ihnen keine Ungelegenheiten mach! Herrgott, der war süffig! Also... i dank schön für die Bewirtung.'sungen hab i Ihnen heut net viel, aber der Herr da hat mich net lassen. Wo is denn mein Hut? Mein Hut mit dem Gamsbart!“ Assunta klopft das Herz.„Der Adolf wird Sie begleiten, Toni.“ Da lacht der hell auf, und in diesem Lachen ist der Glockenklang seiner Stimme so gewaltig, daß es Muckermann nur so emporschnellt von seinem Stuhl. M „Ah, den Adolf brauch i net. Na, der kann scho da bleiben. I sind allein heim! So bin i net. gell?“ Und er reicht Assunta die Hand hin.„'hüt Gott! And noch a mal: Dank schön! ’hüt Gott, Herr!“ Dann ist der Toni draußen. „Das hätten Sie nicht dürfen!“ sagt Assunta.„Ich bin bös auf Sie!“ Muckermann hat einen roten Kopf.„Das bin ich schon gewohnt von Ihnen. Aber seien Sie einmal lieb zu mir, Assuntachen. Anders war dem Kerl nicht beizukommen. Lernen Sie mich die Leute behandeln!“ Da geht Assunta schweigend aus dem Salon. * Das ungewöhnliche Erlebnis ist vor der großen Arbeit, die Toni am nächsten Tag wieder ganz erfüllt, langsam verlöscht, in eine Dämmerung seines Bewußtseins zurückgesunken. Schon mit der frühen Morgensonne, die hinter dem Haus aufsteigt, ist er aufgestanden und mäht nun den Hang hinunter, bis zur Straße und bis hinüber zum Wald. Anter dem Schwung seiner blitzenden Sense fallen die taubeschwerten Halme in ein buntes Blumenbett. Er hat niemand, der ihm hilft. And so muß er seine Kraft verdoppeln, er nimmt sich nicht einmal Zeit, sein buntes Taschentuch aus der ledernen Hose zu ziehen, um die verlenden Tropfen von der Stirn zu wischen, die nun einfach in die weißen Sternblumen fallen. Neben ihm auf den Aftfahnen der Fichten, die die Wiese säumen, singt und schwingt ein Vogel. Unwillkürlich horcht er auf. " Tui... tui... tui, jauchzt es in den Morgen, dann folgt ein Triller, so muhelos, wie wenn die Spirale einer Feder, von leisem Druck befreit, in die Höhe schnellt. Am seinen schönen Mund kommt ein glückliches Lächeln. Singen! Aber es vergeht so schnell wieder, wie es gekommen ist, und in die Stirn kerbt sich eine Falte. Man hat ihm das verleidet. Es ärgert ihn, daß er in der seligen Klarheit dieses Arbeitstages an den Sonntag denken muß. Dunkel erinnert er sich, daß er mehr getrunken hat, als gut war, und daß er seinen Namen auf ein Blatt geschrieben hat, von dem er gar nicht weiß, was darauf gestanden. Unwillig wischt er die Gedanken wieder fort. Es ist ja gleich, sie sollen ihn gern haben! Und während er wieder die Sense schwingt, denkt er an Assunta. Ob sie ihn wieder erwartet hat? Aber auch der Gedanke verfliegt so schnell, wie er gekommen ist, die Arbeit gibt wenig Raum für Dinge, die ihr fern sind. Gortsetzung solgt.) URRERER-AECHTSSCHUTZ DURCH VERLAG OSEAR MEISTER, WERDAUISA (8. Fortsetzung.) „Nichts als Lügen!“ begehrte Manhattle auf, doch eine drohende Geste Hartfields hieß ihn schweigen. „Eines Tages lief bei Ihrer Firma eine Geldforderung von beträchtlicher Höhe ein. Diese Forderung wurde von der Firma Cardane Limited erhoben und reichte nahe an den Betrag, mit dem Mister Shuffling an der Foolrop Corporation beteiligt war. Sie beschwichtigten Mister Shufflings Bedenken mit dem Hinweis, daß die Summe keine nennenswerte Belastung darstelle. Schließlich schlugen Sie vor, die Angelegenheit durch einen Wechsel in Ordnung zu bringen, damit das Kapital ohne Ueberstürzung flüssig gemacht werden könnte.“ Hartfield hatte neuerdings Veranlassung, den Wütenden zu besänftigen. „Veister Shuffling stellte ohne Bedenken den Wechsel aus und zeichnete mit seinem Namen, worauf er das Papier an Sie weitergab, damit auch Sie Ihre Querschrift leisteten.“ Manhattle wandt sich vor Schmerz und Wut. „Von dieser ganzen Wechselgeschichte wußte ich nichts!“ chrie er.„Die Gläubigerfirma, von der Sie sprachen— ich vernahm den Namen Cardane erst aus den Gerichtsakten.“ „Nur, kannte sich Shuffling nicht mehr zurückhalten. „Wit folch schurkischen Lügen haben Sie mir vor Gericht umgedreht. Ich kann nur wiederholen, was ich schon damals unter meinem Eid aussagte: Sie waren es, der mich veranlaßte, jenen unseligen Wechsel auszustellen.— Wenn ich mein Geld hätte haben wollen, ich brauchte doch nur den Vertrag mit Ihnen zu kündigen und meinen Anteil herauszunehmen. se „Aber natürlich!“ höhnte Manhattle.„Das wäre der einfachste Weg gewesen. Warum, zum Teufel, haben Sie ein Verbrechen vorgezogen?“ Shuffling war nahe daran, seinem Feind an die Kehle zu springen. Doch Hartfields Zuruf genügte, ihn zur Vernunft zu bringen. „Wir wollen zu Ende kommen!“ fuhr die Stimme des Unsichtbaren fort.„Sie hielten es für zweckmäßig, Mister Manhattle, zu der Zeit, als der Wechsel fällig wurde, eine Geschäftsreise zu unternehmen. Auf diese Weise war Shuffling mit der ganzen Verantwortung belastet, und Sie konnten später vor Gericht den ahnungslosen Unbeteiligten spielen. Immerhin war Ihr Prokurist vorsichtig genug, Sie vor Ihrer Abreise um eine schriftliche Vollmacht zu bitten, die Sie ihm wohl oder übel ausstellen mußten.— Nun, Shuffling ging brav in die Falle, er löste den Wechsel ein. Wie hätte er auf den Gedanken kommen sollen, daß Sie nach Ihrer Rückkehr alles leugneten? Wie hätte er ahnen sollen, daß war sollen, mit der Sie gegen ihn Anklage erhoben? Manhattle konnte es kaum erwarten, bis der Lautsprecher verstummte.„Nun gut!“ schrie er heiser.„Diese Bollmacht von meiner Hand wäre doch der beste Beweis für meine Schuld gewesen. Warum hat sie Mister Shuffling nicht dem Staatsanwalt vorgelegt?“ Shuffling knickte zusammen.„Sie ist mir aus meinem Schreibpult gestohlen worden!“ rief er verzweifelt. Manhattle lachte höhnisch auf.„Ja, richtig! Dieses Märchen wollten Sie auch dem Staatsanwalt aufbinden!“ „Dieses Dokument ist sogar zweimal gestohlen worden!" Als der Unsichtbare diese Worte gesprochen hatte, begann der Gefangene zu zittern.„Wieso— zweimal gestohlen?“ murmelte er tonlos. „Da müssen Sie Mister Hartfield fragen!“ klang es aus dem Trichter. Hartfield zierte sich und spielte den Verlegenen.„Ja, hm, wissen Sie, Mister Manhattle, Sie werden lachen, aber— ich habe eine Schwäche für alte Schreibtische, besonders für Renaissanceschreibtische. Nicht wahr, irgendeine Liebhaberei muß man ja schließlich betreiben? Ah, diese alten, kunstvollen Möbelstücke, man wird melancholisch, wenn man sich in ihren Anblick versenkt. Aus den verborgenen Federwerken, den kunstreichen Geheimfächern atmet die Zeit der Este und Borgia mit ihren verschwiegenen Abenteuern und ihrer romantischen Grausamkeit.“ „Interessiert mich verdammt wenig!“ knirschte Manhattle verstört. „Oh, sagen Sie das nicht! Ich hörte nämlich, daß Sie einen solchen Schreibtisch in Besitz haben. Da war es um mich geschehen! Ich mußte mir das Ding ansehen. In der Tat, ein unvergleichlich wertvolles Stück! Der Mechanismus des Geheimfaches ist so sorgfältig gearbeitet, daß selbst ich als Kenner kaum dahintergekommen bin.“ Manhattles Gesicht verriet Anzeichen von Tobsucht. „Ein niederträchtiger Einbrecher sind Sie!“ „Aber ich bitte Sie!“ erschrak Hartfield.„Lediglich das Interesse des Liebhabers——! Daß ich dabei die Vollmacht entdeckte, die Sie aus Mister Shufflings Schreibtisch entwendet und wieder zu sich genommen hatten, ist nichts anderes als ein Zufall.— Uebrigens, ich begreife nicht, warum Sie dieses gefährliche Dokument nicht vernichteten?“ Shuffling glaubte seinen Augen nicht trauen zu dürfen, als ihm der andere jetzt tatsächlich die Urkunde überreichte, die er damals so verzweifelt gesucht hatte. Manhattle hätte einsehen müssen, daß sein Spiel verloren war, aber noch gab er es nicht auf. „Wir wollen annehmen, daß dieses Dokument keine Falschung ist, aber ich möchte nur wissen, was für einen Vorteil mir die Handlungen, die Sie mir unterschieben, hätten bringen sollen. Das Geld, verdammt, erhielt doch jene Firma und nicht ich!“ Hartfield lächelte mit aufreizender Freundlichkeit. „Lewis Cardane war nichts weniger als Ihr Werkzeug, die Firma hatte in Wirklichkeit gar keine Forderung an Sie. Cardane war finanziell vollkommen in Ihrer Hand und hatte den Auftrag, das empfangene Geld an ein bestimmtes Konto der Bank von Toulouse zu überweisen. Er war ferner von Ihnen bestochen, bei der Vernehmung zu erklären, daß ihm weder von einer Forderung noch von einem Wechsel etwas bekannt sei!“ (Fortsetzung folgt.)