Erscheint wöchentl. 9 Mal Wortag, Mittwoch und Samstag ein Abendblatt) Abonnementspreis vierteljährlich 1 Mr. 80 Pfg., monatl.60 Pfg., durch die Post mit Besiellgeld 2 Mr. Inserate kosten die 7gespaltene Petitzeile oder deren Raum 15 Pfg. Auswärtige Anzeigen 20 Pfg.— Reelamen die Petitzeile 40 Pfg. Amtliches Kreisblatt für den Preis Ruhrort(zugleich„Meidericher Zeitung“). General=Anzeiger für die Kreise Ruhrort und Moers(Auflage über 8500). Anzeiger für den Verlbaltungsbezirk Homberg am Rhein. Druck und Verlag Füir die Redaetion verantwortlug: Anzeiger für den Verwaltungsbezirk Homberg am sihein. Joh. Brendow& Sohn. E. Beitlich, Rukrort. Verbunden mit der Gratisbeilage:„Illustrirtes Conntagsblatt“.. Ruhrort. Bestellungen nehmen an: alle Postanstalten, die Landbriefträger und Zeitungsdoten, sowie unsere Expeditionen in Beeck bei Wirth Albert Brombach, in Hamborn bei Herm. Thum, in Meiderich bei H. W. Uhlenbrock Unter den Ulmen, Buchdinder Wennemar Schweer am„Casino u. Johs. Graffmann a. d. Realschule, in Sterkrade bei W. Scharrer, in Dinslaken bei W. Zimmermann, in Homberg, Essenberg u. Hochheide bei Emil Hadtstein, in Moers bei J. M. Lechner, in Orsov bei H. Münster. Haupt=Expedition: Ruhrort, Carlsplatz. Annahmestellen für Inserate: die Annoncen=Expeditionen Rudolf Mosse in Köln, Haasenstein& Vogler A.=G. in Köln, G. L. Daube& Co. in Frankfurt a. Main. K 153, Perntprch Bnichot Nr 30. Mittwoch, den 29. Juni 1898. 24. Jahrzang. Ausgabe. Abonnemenis=Eintädung. Die „Ruhrorter zugleich „Meidericher Zeitung“. Amtliches Kreisblatt für den Kreis Nuhrort hat durch vermehrtes Erscheinen einen weiteren Fortschritt gemacht, welcher aber immer noch nicht die Grenze ihrer Leistungsfäbigkeit bilden soll. Sie erscheint am Montag, Mittwoch und Samstag außer der täglichen noch in einer Abend=Ausgabe, ohne daß der ohnedies niedrig bemessene Abonnementspreis von 60 Pfg. pro Monat(durch die Post bezogen pro Quartal Mk. 2) erhöht wird. Die wechselnden politischen Ereignisse, namentlich die Ministerkrisen des Auslandes und der spanisch=amerikanische Krieg bedingen das Verlangen nach einem gut unterrichteten, seine Leser immer mit dem Neuesten bekannt machenden Blatt, und da ist es gerade die„Ruhrorter Zeitung“, welche unter Außerachtlassung des Kostenpunktes allen gerechtfertigten Ansprüchen nachzukommen sucht. Sie vernachlässigt dabei aber auch nicht die lokalen und provinziellen Vorkommnisse, das industrielle und Schifffahrtsgebiet: Handels= und Gewerbetreibende seien besonders auf die Handels= und Marktberichte aufmerksam gemacht. Ein ausgiebiger Depeschendieust unterstützt und ergänzt das von der „Ruhrorter Zeitung“ vielseitig Gebotene. Die Haltung unseres Blattes ist vor allen Dingen deutsch und patriotisch, fern allen religiösen Hetzereien, abhold jedem Klassen= und Religionsvorurtheil. Erst im letzten Wahlkampf konnten unsere Leser dies erkennen. Das Feuilleton erfährt eine ganz besondere Berücksichtigung. Nach Ablauf! des jetzigen wird ein neuer spannender Roman „Gesühnte Schuld“. von Alexander Römer zum Abdruck gelangen, ein Roman, der ebenso spannend wie einwandsfrei geschrieben ist. Das„Illustrirte Unterhaltungsblatt“ wird allwöchentlich, unentgeltlich beigelegt. Wer die„Ruhrorter Zeitung“ noch nicht kennen sollte, der versuche es mit einer Probe=Abonnement! Redaction und Expedition. * Maßregeln zur Bewältigung des Herbstverkehrs hat der Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen mittelst Erlasses vom 23. Imni angeordnet, welche nicht nur die mit der Bewältigung bes Verkehrs betrauten Organe der Eisenbahnen, sondern auch alle an dem Eisenbahnverkehr interessirten Zioeige des deutschen Erwerbslebens berühren. Bei der großen Bediutung, weiche soaach diesem Erlasse innewohnt, glauben wir denselben trotz seires Umfanges in Wortlaut mittheilen zu müssen. Der Erlaß enthält u. A.: Die Entwickelung des gesammten Verkehrs in diesem Jahre läßt schon jetzt erkennen, daß der außerordentliche Verkehrsaufschwung der beiden letzten Jahre nicht nur anhält, sondern sich noch weiter steigert, und die Verkehrsgestaltung läßt für den Herbst eine Höhe erwarten, die an die Eisenbahnperwaltung gewaltige Aufgaben stellen wird. Ich mache die Königlichen Eisenbahndirectionen schon jetzt darauf aufmerksam und vertraue ihrer Fürsorge, daß sie frühzeitig alle Vorkehrungen so vorbereiten und treffen, daß mit Beginn des hohen Verkehrs die Eiserbahnen nach jeder Richtung hin so gerüstet sind, daß sie— soweit es der außerordentlichen Verkehrsbewegung gegenüber überhaupt nur erreichbar ist— ihrer Herr zu werden vermögen. Eine erhebliche Hilfe wird die Ausgestaltung der Eisenbahnanlagen, soweit sie bis zum Herbst fertig gestellt werden kann, sowie die Betriebsmittelbeschaffung, die bis an die Grenze des Erreichbaren geht, gewähren. Alle diese Mittel werden aber der Gewalt der Verhältnisse gegenüber nur dann Stand zu halten vermögen, wenn von der gesammten Verwalkung unausgesetzt alle Fürsorge bis zu den kleinsten Hülfsmitteln aufgeboten wird und alle Theile der Verwaltung andauernd nach bestem Vermögen an der Bewältigung der schwierigen Aufgaben mmitarbeiten. Durch meinen Erlaß vom heutigen Tage habe ich bereits durch organisatorische Mahregeln die weitreichendste Aufsicht sicher gestellt. Vermöge dieser haben die Königlichen Eisenbahndirectionen ein Hülfsmittel, das Interesse und Verständniß aller betheiligten Beamten und Arbeiter an der Lösung der der Eisenbahneaste ete eun hene enigese iten erprobten Diensteifer Aller wird, wenn die Bedeutung der Sache vollkommen erkannt ist, die Eisenbahn auch die ihr bevorstehende Aufgabe lösen, selbst wenn sie in allen ihren Einrichtungen nicht vorherzusehenden Anforderungen gegenüper sich nicht hat vollkommen ausrüsten können. Im Einzelnen mache ich auf folgende Punkte noch besonders aufmerksam und ordne gleichzeitig auf Grund der im verflossenen Jahre gemachten Beobachtungen hierbei an: 1. Alle Vorbereitungen zur Durchführung des verstärkten Güterzugfahrplans, namentlich auch die Locomotiv= und Personal=Dispositionen, sind so rechtzeitig zu treffen, daß die Durchführung aller jeweilig nöthigen Bedarfszüge nicht auf Hindernisse stößt. 2. Von der zweiten Hälfte des Monats September ab muß die Verwendung von O.Wagen und, soweit es sich um die gewöhnliche Unterhaltung handelt, auch von X=Wagen für Bauzwecke als ausgeschlossen angesehen werden. 3. Das vermehrte Ladegewicht der Güterwagen wird bisher zu einem großen Theile nicht ausgenutzt. Es wird eine bedeutende Ersparniß an Wagen zu erreichen sein, wenn bei der Ueberweisung derselben mehr auf das zu verladende Gewicht Rücksicht genommen wird. Es ist daher, wie dies für die Rübenverladungen schon vorgesehen ist, darauf hinzuwirken, daß die Verfrachter von Massensendungen, beispielsweise auch von Düngemitteln, Kalt, Cement, Zucker, Mehl, Zink, Blei, Eisen u. s. w., bei der Wagenbestellung das Gewicht jeder geschlossenen, für einen Empfänger bestimmten Sendung angeben, damit die Ueberweisung der Wagen nach Maßgabe des Gesammtladegewichts erfolgen kann. Insbesondere werden bei Sendungen nach den Wasserumschlagsplätzen solche Angaben möglich sein, weil die Zufuhr dorthin meist in größeren geschlossenen Transporten an einen Empfänger(Schifer oder Spediteur) stattfindet. 4. Durch die bahnamtliche Verwiegung der Wagenladungen auf den Stationswaagen wird vielfach der Wagenumlauf verzögert. Die in einigen Bezirken, insbesondere mit Zuckerfabriken vereinbarte Verwiegung der ankommenden und zur Absendung gelangenden Sendungen auf den Fabrikwaagen wird möglichst auszudehnen sein. Zur Sicherung des Eisenbahninteresses werden dabei vereinzelte Nachwiegungen ausreichen. 5. Die Zuführung und Abholung von Reparaturwagen nach und von den Werkstätten soll mehrmals an einem Tage und nach bestimmtem Fahrplan erfolgen. Die Werkstätten haben den Stationen täglich vor 12 Uhr Mittags eine Nachweisung über die Wagen zuzustellen, die in den nächsten 24 Stunden dem Betriebe übergeben werden sollen. 6. Erhebliche Störungen in der Ausnutzung der Wagen sind auf die Unzulänglichkeit von Privatanschlußanlagen zurückzuführen, sei es, daß diese zur Aufnuhme des hohen Verkehrs nicht ausreichen, oder daß sie eine ungehinderte Betriebsführung nicht gestatten. Es wird darauf Bedacht zu nehmen sein, daß diese Anlagen hinter den Bedürfnissen des Anschlußverkehrs nicht in einem das Allgemeininteresse schädigenden Umfange zurückbleiben. Zu einer wesentlichen Verbesserung der Verhältnisse wird es ferner beitragen, wenn seitens der Anschlußinhaber auf eine dem Bedürfniß entsprechende Herrichtung von Lagerräumen(für Rohmaterialen und Fabrikate) mehr als bisher Bedacht genommen wird. 7. Für Eilgut und Gepäck ist von den Königlichen Eisenbahndirectionen eine verhältnißmäßig große Zahl bedeckter Güterwagen als Stationswagen bezeichnet. Gs ist zu untersuchen, inwieweit diese Wagen etwa über das BeLürfniß hinaus zurückgehalten werden. Insbesondere ist zu prüfen, ob solche Wagen nicht wenigstens zettwelig, wie eiwa in den Monaten Februar, März, April und November, auch etwa October, für den allgemeinen Verkehr freigegeben werden können. Die Zahl der für solche Zwecke vorbehaltenen Wagen in jedem Bezirke, sowie der Umsang, in welchem eine Einschränkung nach vorstehenden Gesichtspunkten möglich ist, bleibt bis zum 20. August d. J. zu berichten. 8. Der Wagenumlauf wird nicht selten dadurch ungünstig beeinflußt, daß der Abfertigungsdienst nicht überall der Ladezeit angepaßt ist, so daß die am Schlusse des allgemeinen Abfertigungsdienstes fertiggestellten Frachten in Folge Nichtfertigstellung der Begleitpapiere bis zum nächsten Tage zurückbleiben. Die Vorstände der Verkehrsinspectionen haben nach dieser Richtung schleunigst die in ihren Bezirken vorliegenden Verhältnisse an Ort und Stelle zu prüfen und dort, wo sich dieser Mißzstand bemerkbar macht, für sofortige Abhülfe zu sorgen. 9. Die Kalkwagen, an denen zu der Zeit des I####n allgemeinen Verkehrs ein geringer Bedarf ist, sind für den übrigen Verkehr nutzbar zu machen. 10. Die Venutzung aller verfügbaren, geeigneten Arbeitswagen zu Rüben= und Schnitzel=, Kohlen= und dergl. Transporten ist bereits wiederholt empfohlen worden. 11. Zur Beschleunigung des Wagenumlaufs ist auf eine häufigere Bedienung der Anschlüsse. nöthigenfalls unter Heranziehung der Cüterzugmaschinen, während des Aufenthalts der Güterzüge Bedacht zu nehmen. Bei Wagenmangel wird die Bedienung täglich mindestens zwei Mal und bei Werken mit Nachtschicht mindestens ein Mal und zwar immer im Anschluß an Sür De danstentante us dund dusch diden datienanshshanct eier streben sein. 12. Es bleibt zu prüfen, ob zur leichten Durchführung des Meldewesens eine den Stationen bekannt zu gebende Reihenfolge der telegraphischen Wagen=, Bedarfs= und Bestandsmeldungen von Vortheil ist und geeigneten Falls das Weitere zu veranlassen. 13. Die Königliche Eisenbahndirection in Essen a. Ruhr wolle, da der Plan C. für die Ablassung der Güterzüge an Sonntagen bei großem Wagenmangel sich für die Zuführungsgebiete der Ruhr nach dem Berichte vom 21. November v. J. als unzulänglich erwoiesen hat, alsbald wegen einer ausreichenden Gestaltung des Güterfahrplans an den Sonntagen das Nöthige veranlassen. 14. Die Königliche Eisenbahndirection in Essen a. Ruhr wolle angeben, wieviel Kohlen= und Cokeswagen in den Monaten October und November v. J. inden Rheinhäfen Ruhrort, Duisburg und Hochfeld(getrennt) dadurch aufgehalten worden sind, daß zur Aufnahme der Ladung Schiffsraum nicht verfügbar war, wie lange dieser Aufenthalt gedauert hat und welche Maßregeln zur Vermeidung dieser Verzögerung gekroffen oder geeignet sind. 15. Für die großen Kohlenreviere ist die jeweilige Kenntniß der Gestaltung des Kohlenverkehrs in der nächstfolgenden Zeit unerläßlich. Ueberraschungen in Bezug auf die Entwickelung des Kohlenverkehrs müssen, insoweit diese hat vorausgesehen oder an zuverlässiger Seite in Erfahrung gebracht werden können, vermieden werden. Es ist daher, insbesondere auch zu Zeiten, in denen auf eine starke Wendung des Verkehrs nicht gerechnet zu werden pflegt, eine fortdauernde Information über die zukünftige Entwickelung zu beschaffen und solche unter den Königlichen Eisenbahndirectionen in Magdeburg, Essen a. Ruhr und Kattowitz dauernd, etwa in Fristen von zwei Wochen, auszutauschen. Die nach diesen Weisungen erforderlichen Maßnahmen sind sofort in die Wege zu leiten. Ueber die bei der Wagengestellung im kommenden Herbst hervortreienden Erscheinungen, insbesondere über Verkehrsentwickelung, über Umfang und Ursachen eines Wagenmangels, sowie über die zur Begegnung desselben getroffenen Maßnahmen ist, wie in früheren Jahren seitens der Königlichen Eisenbahndirectionen in Essen a. Ruhr, Kattowitz und Magdeburg bei Gelegenheit des durch den Erlaß vom 11. December 1895 angeordneten regelmäßigen Berichts, bis zum 10. bezw. 20. Januar k. J. seitens der übrigen Königlichen Eisenbahndirectionen bis zum 1. Januar k. J. zu berichten. Zu diesem Zwecke ist das erforderliche Material rechtzeitig zu sammeln, und sind fortdauernd Beobachtungen über die Entwickelung der Verhältnisse anzustellen, insbesondere sind auch die wirthschaftlichen Wirkungen von verzögerter oder etwa ganz unterbliebener Wagengestellung mit thunlichster Genauigkeit festzustellen. Neben der Gesammtsteigerung des Verkehrsumfanges bei einzelnen wichtigeren Wagenladungsartikeln sind auch plötzliche Verkehrsanschwellungen und stärkere Zusammenschiebungen thunlichst ziffernmäßig darzustellen auch deren Ursachen anzugeben. Ein zweiter vom Minister der öffentlichen Arbeiten zur Befriedigung des Wagenbedürfnisses im Herbst ergangener Erlaß, welchen wir heute Abend veröffentlichen, betrifft die Beaussichtigung der Wagenausnutzung und den Wagenumlauf durch die Eisenbahn=Inspectionen und=Directionen. Fölitische Nachrichten. Deutschland. Der Kaiser und Prinz Adalbert mit mehreren Kiel gemeldet wird, an der heute früh 8 Uhr vom gatta Kiel=Eckernförde an Bord des„Meteor“ Theil, Prinzesin Heinrich an Bord der„Idumna“. Die auslaufenden Rennyachten, ebenso die Dampfpacht * Berlin, 28. Juni. Gästen nahmen, wie aus Start gegangenen Segel die Kaiserin und die „Hohenzollern“ folgte den „Lensahn“ mit dem Erbgroßherzog von Oldenburg an Bord, sowie der Aviso „Grille“, auf dem sich der commandirende Admiral v. Knorr befand. Es weht ein auffrischender Südwestwind. Zu dem Aufenthalte des Kaisers in Oeynhausen zur Zeit des Kaisermanövers wird gemeldet, daß der Kaiser am b. September d. J. Mittags dort eintreffen wird. Am Bahnhofe findet ein offieieller Empfang statt. Ein von der Bürgerschaft geplanter Fackelzug, verbunden mit Gesangsorationen, mußte aus Mangel an Zeit abgelehnt werden. — Bekanntlich unterzog der Reichskanzler Fürst Hohenlohe bei Gelegenheit seines kürzlichen Aufenthalts in Paris auch das Terrain der zukünftigen Ausstellung einer Besichtigung. Ueberall in der französischen schen ei er iei eaie ehischiche e behe — Der neugewählte Reichstag wird voraussichtlich erst in der zweiten Hälfte des November einberufen werden. Man macht sich in parlamentarischen Kreisen auf eine verhältnißmäßig nicht allzu lange Session gefaßt. — Der Cultusminister hat in einem an die Oberpräsidenten gerichteten Erlaß über die Festsetzung des Ruhegehalis der VolksschulS Helendes Gsll. Roman von Fedor von Zobeltitz. (2X. Fortsetzung.) Duller war eine stille und bescheidene Gelehrtennatur, in gewissem Sinne! aber auch ein Phantaft. Mit einer großen Fülle positiven Wissens vereinigte er einen ausgesprochenen Hang zu schwärmender Träumerei. Er sah die Welt bereits von einem der schrecklichsten Uebel befreit, das die Menschheit heimsucht, und sah sein Sanatorium von Hunderten von Unglücklichen bevölkert. Aber niemals saher sich selbst als den Beglücker der Leidenden und den Linderer des Elends; er trat mit seiner Person völlig in den Hiatergrund. In der von ihm vorbereiteten Artikelserie lehnte er dem zu Folge auch den Ruhm, der erste Entdecker des Heilmitels zu sein, kurzerhand ab. Der Zufall oder vielmehr die Vorsehung, die über der Menschheit wacht, habe ihn den wohlthätigen Giftstoff finden lassen, während seine eigene Thätigkeit sich nur darauf beschränkt habe, die zur Bekämpfung der Krankheit wirksamste Auflösung und Mischung des Giftes zu studiren. Den neapolitanischen Wunderdoctor erwähnte der Professor in seinen Artikeln absichtlich nicht, um seinem rein wissenschaftlich gehaltenen Referat nicht eine unnöthige romantische Beimischung zu geben und das größere Publikum zu dem Glauben zu verleiten, es handle sich um eine Art Geheimmittel. Er pflegte die Dämmerstunde gewöhnlich zu einem Spaziergange zu benutzen, der ihn durch die sogenannten Glacis, hübsche Anlagen auf den ehemaligen Festungswällen, und zurück durch den belebtesten Theil der Stadt wieder nach Hause führte. Auf dem Rückwege machte er hie und da einen kurzen Besuch, sprach gelegentlich bei Ballhorn vor, versäumte aber nie, in dem großen Bräu an der Ecke des Marktes seine abendlichen zwei Maß Bier zu trinken. Es sehlte ihm etwas, wenn er zufällig verhindert war, Gambrinus dies Opfer zu bringen. Heute machte er indessen in der Reihenfolge seiner Wege eine Ausnahme! von der Regel. Er ging nicht zunächst nach den Glacis, sondern direct zu dem Juwelier Ballhorn. Er war neugierig auf das„altflorentinische Prachtstückchen“, das der Antiquitätenhändler ihm angekündigt hatte. Im Laden Ballhorn's brannten bereits die Gasslammen, als der Professor eintrat. Der Juwelier saß am Ladentische und untersuchte mittelst einer Lupe die colorirten Initialen in dem vor ihm liegenden dickleibigen Missale. „Der Herr Professor!“ rief er erfreut, als er Duller's ansichtig wurde, schob sich die Brille zurück und eilte, mit der ihm eigenthümlichen Bewegung die Schöße seines grauen Rockes aufraffend, hinter dem Tische hervor, um den verehrten Gönner zu begrüßen.„Meine Gratulation, werthester Herr Professor, und alles Gute Ihrem glücklichen Brautpaar! Gottes Segen und die Liebe der Menschen—“ „Und was man sonst noch Alles zu wünschen pflegt,“ siel Duller ein, seinen Schirm in eine Ecke stellend und die Regentropfen von seinen Aermeln schüttelnd, draußen leicht.„Ja, mein guter Ballhorn, das hat lange Verlobung und ist dabei doch noch plötzlich genug gekommen! daß nun die Scherwenzelei auf Redouten und Bällen ein Ende man möchte so'n Töchterchen so lange wie möglich im und bleibt's einem sitzen, schimpft man auch wieder! Der Mensch kommt aus der Unzufriedenheit nicht heraus. Na. Ballhorn, wie gehrs! Kein Anfall, kein Anzeichen dafür, eitel Gesundheit und Freude?“ „Eitel Gesundheit und Freude, lieber Herr Professor,“ wiederholte der Kuwelier, einen alten Lederstuhl mit schön geschnitzten Lehnen für den berühmten Gast herbeischleppend;„wenigstens bei mir—— Röschen ist dagegen nicht ganz auf dem Posten; ich fürchte, das Kind ist ein wenig hysterisch.“ „Ah bah— Unsinn,“ sagte Duller lachend:„Röschen mit ihren frischen Backen und ihren lachenden Augen! Herzkrank wird sie sein, aber nicht organisch: das giebt sich wieder, wenn sich erst der Rechte gefunden hat, oder ist er vielleicht schon da, wer weiß! Na, nun aber heraus mit Eueren Heimlichkeiten, Ballhorn: Das muß ja ein Wunderdung sein, von dem Sie mir da schrieben!“ „Ist es auch, Herr Professor, ist es auch,“ erwiderte der Juwelier kichernd und schloß seinen Geheimschrank auf.„Bin neugierig, was Sie für Augen machen werden!“ Er nahm aus dem Schranke eine der beiden am Vormittage gekauften Phiolen, die er sauber in Seidenpapier gehüllt hatte, und legte si: auf den Ladentisch. Nur eine der Phiolen, absichtlich und mit Berechnung. Der Professor sollte sie als Unikum betrachten und auch als solches bezahlen, wenn er das Fläschchen kaufte. Gelang es späterhin den eifrigen Bemühungen des ehrenwerthen Herrn Christian Ballhorn, noch eine zweite Phiole von gleicher Arbeit aufzutreiben, dann hatte Duller ob dieser erstaunlichen Seltenheit noch tiefer in den Geldbeutel zu greisen. „Also!“ Ballhorn wickelte das Fläschchen, das er inzwischen vorsichtig geputzt und gereinigt hatte, aus seiner Umhüllung und reichte es Duller.„Nun bleiben Sie Ihrer Sinne Meister, Herr Professor““ setzte er schmunzelnd hinzu. Er beobachtete Duller scharf, denn von dieser Beobachtung sollte seine Preisforderung abhängen... Der Professor zeigte sofort ein lebhaft interessirtes Gesicht. „Entzückend.“ sagte er, die kli'ne Phiole von allen Seiten betrachtend,„geradezu entzückend! Wie wunderbar fein sind die Arabesken des Filigranmanteis gearheitet:.Bitte, geben Sie mir einmal die Lupe herüber, Ballhorn! Danke sehr! Ah, nun kann man auch die einzelnen Figuren genau erkennen! Das sind Putten, die eine Rosenguirlande tragen! Das ist ein Meisterwerk ersten Ranges, Ballhorn! Schon möglich, daß das Dingelchen in der Werkstatt Benvenuto Cellinis gefertigt worden ist! Es ist erwiesen, daß der große Bildner häufig mit derartigen künstlerischen Aufträgen von hochstehenden Persönlichkeiten beehrt wurde, die er dann unter seiner Aussicht von seinen Lieblingsschülern ausführen ließ. Das Filigran ist unter dem Vergrößerungsglase gearbeitet worden. Das Fläschchen selbst ist Gold, nicht wahr?“ „Reines Gold, ich habe die Probe gemacht! Aber nun sehen Sie sich einmal den Verschluß an! Eisen! So wahr ich lebe, Eisen!“ Duller schüttelte erstaunt den Kopf.„Wahrhaftig, das ist Eisen,“ gab er Für nahm wieder die Luve vor und denn es rieselte gedauert mit der Na, ich bin froh, hat! Weiß der Hause behalten, zu.„In der That sehr merkwürhzig“.. Er nahn, wieder die Lupe, vor un führte die Phiole dicht vor das Auge.„Sind das nicht Buchstaben!“ fragte „Drei Buchstaben, ganz richtig, auf dem Querband der Verschlußkavsel der „Ich er. m. ganz, richtig, auf dem Querband der Verschlußkapsel! v. Gp; c.! Jedenfalls die Anfangsbuchstaben eines Ramens:“ „Gott bewahre“— Der Professor war so eifrig mit der Antiquität beschäftigt, daß er den Eintritt Stelters gänzlich überhörte. glaube eher, daß die drei Buchstaben 7.—. Er schwieg einen Augenblick und schlug dann mit der flachen Hand auf die Tischplatte. Ueber sein lebhaft geröthetes Gesicht klog ein Ausdruck glücklichen Triumphes. „Ich glaube, ich hab's, Ballhorn!“ rief er lächelnd.„Wissen Gie, was diese drei Buchstaben aller Wahrscheinlichkeit nach für eine Bedeutung haben? D. C. C— de Cruce Chrial,„vom Kreuze Christ“! Das heißt: der eiserne Bersch ist angeblich aus einem Nagel vom Kreuze Jesu Christi gefertigt worden! siehen Sie nun, Ste kluger Herr 71: Ballhorn machte in diefem Augendliche kein allzu geistvolles Gesicht. Auf diese Erklärung wärz er allerdungs nie gekommen. „Vom Kreuze Christi,“ wiederholte er.„Das ist freilich eine Auslegung, die sich hören läßt.“ Verschluß an! Ver„Nener Anscht nach de eunig wahzrichenlichenutgung dr Tuchtaben: fuhr der Professor zu Ballhorn fort, von Neuem nach der Phiolegreifend.„Der Mann, der sich von einem zweifellos berühmten Meister dies Kunstwerk fertigen ließ, kann kein Leliebiger armer Teufel gewesen sein. Wenn er die Schlußköpfe also aus Eisen statt aus Gold, wie das ganze Fläschchen, gearbeitet wünschte, so mus das seinen besonderen Grund gehabt haben. Die Phiole ist eine Reliquie und jedenfalls mit geweihtem Wasser, vielleicht aus dem Jordan, gefüllt gewesen. Ist sie jetzt leer 9. Der Juwelier wußte es nicht. Es war ihm noch nicht gelungen, sie zu öffnen, so viel Mühe er sich auch damtt gegeben hatte. Duller begriff das nicht. Irgendwo an dem Verschluß mußte doch eine Feder angebracht sein, die einem leichten Fingerdrucke nachgab! Er besichtigte das Fläschchen wieder und wieder, drückte hie und da an den Arabesken, an den Buchstaben, oben, unten, an den Seiten, aber die Kapsel sprang nicht auf. „Ich habe daheim eine stark vergrößernde Linse,“ sagte er endlich,„und werde das Ding noch einmal in Muße genauer besichtigen. Ich nehme es natürlich, wenn— wenn Sie, notabene, nicht zu theuer sind, bester Ballhorn. Wo haben Sie es denn aufgetrieben?“ „Ich habe es aus Prag geschickt bekommen,“ log der Händler mit harmlosestem Gesicht,„von einem meiner Agenten— vorläufig zur Ansicht.. Es ist allerdings nicht billig—.. „Nun?“— Duller schaute gespannt auf. „Der Besitzer verlangt dreihundert Mark,“ fuhr Ballhorn gelassen fort, ##. Der Besitzer verlangt dreihundert Mark,“ fuhr Ballhorn gelassen fort, „aber ich denke, ich werde noch etwas abhandeln können. Der Mann ist vermuthlich in Verlegenheit— Du lieber Gott, als Kaufmann muß man die Conjuncturen ausnützen!“ Der Professor fuhr mit gespreizten Fingern durch sein Haar.„Dreihundert Mark! Gütige Götter! Sie— Ballhorn—“ er sah sich nach Stelter um, der anscheinend in tiefster Arbeit hinter seinem Pulte saß, und neigte dann den Kopf näher zu dem Juwelier herüber—„meine Frau braucht von der Sache jedenfalls nichts zu wissen! Das ist nicht nöthig. Wozu auch... Also fixen Preis, Ballhorn?“ „Kann ich nicht angeben, lieber Herr Professor, ehe ich ihn selbst nicht weiß! Aber wir werden uns einigen— wir sind ja immer zusammengekoumen! Ich berechne mir die denkbar niedrigste Provision— Sie wissen, wie viel mir daran liegt, Sie als Kunden und Gönner zu behalten!“ Duller schwankte ein wenig. Wenn seine Gattin von dem Handel erfuhr, gab es wieder einige unruhige Stunden. Aber die Phiole war herrlich, und innerlich gestand sich der Professor, daß dreihundert Mark für dies Kunstwerk keine allzu unverschämte Forderung war. „Ich nehme das Fläschchen jedenfalls einmal mit,“ sagte er, zum es zu Hause genauer zu untersuchen. Es müßte doch mit dem Kuckuck zugehen, wenn wir nicht herausbekämen, wie es sich öffnen läßt! Packen Sie es mir ein Bißchen ein, lieber Ballhorn!“ Der Juwelier rief Stelter, und Stelter sprang eilfertig herbei, um die Phiole zunächst wieder in Seidenpapier zu packen und dann in ein kleines Stui zu legen. Währenddessen sprach Duller noch einige Worte mit Ballhorn über dessen Gesundheit. „Also, Sie haben noch von dem Medicamente?“ fragte er. „Noch genug,“ entgegnete Ballhorn.„Da sehen Sie!“ Er deutete auf das Tischchen im Hintergrunde des Ladens, an dem er zu arbeiten pflegte und auf dem ein kleines Fläschchen mit hellbraunem Inhalt Kand; die Etikette enthielt die Aufschrift;„Herrn Ch. Ballhorn. Nach, VorDarunter waren drei Kreuge als Giftzeicher Sphald —0 (Forts. folgt.) die In denjenigen Fällen, in welchen bei Ausvom 3. März 1897 das Grundgehalt einer Mindestsatz bemessen ist, darf der Werth des gemäß der Vorschrift in§ 20 No. 3 a. a. o. nur n, auch wenn derselbe nach§ 8 des RuhegehaltsSrage zur Crirterin. 1.s höher festgesegzt ist. In einem Einzelsalle, ist e Frrage zur Erorterung gestellt, ob dieser Anrechnungswerth auch für die Festjetzung des Ruhegehaltsberechtigten Grundgehaltes maßgebend sei, oder ob hierbei der volle Werth berücksichtigt werden musse. Wenn auch diese Frage endgültig nur in den durch§ 5 des Pensionsgesetzes vom 6. Juli 1885 vorge sehenen ordentlichen Rechtswege entschieden werden kann, halte ich es im Ei vernehmen mit dem Herrn Finanzminister doch für wünschenswerth für die gemäß§§ 14, 15 a. a. o. und§ 17 Absatz 3 des Ruhegehaltskassengesetzes den Schulaussichtsbehörden und Ober Präsidenten obliegenden Entscheidung, welche Pension einem in den Ruhestand tretenden Lehrer zusteht, eine einheitliche Grundlage zu geben. Zu diesem Zwecke weise ich darauf hin, daß die Vorschrift des§ 120 No. 8 des Lehrerbesoldungsgesetzes genau der Regierungsvorlage entspricht. In der Begründung der Letzteren ist ausgeführt, daß durch die vorgeschlagene Beschränkung Vorsorge getroffen sei, daß das Brennmaterial gegenüber dem für den Lehrer verbleibenden Baargehalte nicht zu hoch bemessen werde. Damit ist in zweiselsfreier Weise zum Ausdrucke gelangt, daß die einschränkende Vorschrift nur für die Bestimmung des Activitätseinkommens, nicht aber für die Zeit Bedeutung habe, in welcher der Lehrer nicht mehr ein Naturaleinkommen, sondern eine ausschließlich in Geld zahlbare Pension bezieht und an das frühere amtliche Tomicil nicht mehr gebunden ist. Es sollte durch diese besondere Vorschrift das Ziel erreicht werden, daß an den Orten, an denen die Besoldung der Lehrer nur in geringer Höhe festgesetzt werden konnte, eine erhebliche Ungleichmäßigkeit ihrer thatsächlichen Dienstbezüge in Folge der Verschiedenheit des Werthes der Feuerung an den einzelnen amtlichen Wohnorten ausgeschlossen Anwendung der Vorschrift in der Weise, daß ein hoher Werth dem vorbezeichneten Diensteinkommen von 840 Mark und 650 Pensionirung hinzutrete, würde im Widerspruche mit dieser Absicht die aus Stellen dieser Art in den Ruhestand tretenden Lehrer in ungerechtfertigter Weise beusrungen. ageuchfenigenr Bese — In der gestrigen Nachmittagssitzung, der als Commissar des Reichskanzlers auch der Unterstaatssceretär im Reichsamte des Innern Rothe, beiwohnte, nahm Birgtd für das Auswanderungswesen in zweiter Lesung die Geschäftsordnung an, nachdem Prinz Arenberg und Director Kraetke das Referat beziehungsweise Correserat erstattet hatten. Darauf wurde ein Concessionsgesuch berathen, über das Dr. Jannasch referirte und Dr. Hammacher Krankenzimmer. Der Erbgroßherzog ist ebenfalls erkrankt und zwar an Rheumatismus. Frankreich. Paris, 28. Juni. Das Ministerium hat sich endgültig in folgender Zusammensetzung constituirt: Brisson Vorsitz und Inneres, Deleusse Aeußeres, Peytral Finanzen, Sarrien Justiz. Bourgeois Unterricht, Cavaignac Krieg, Lockroy Marine, Trouillot Colonien, Marué= jouls Handel, Viger Landwirthschaft, Senator Tillaye öffentliche Arbeiten, Vallé Secretär des Innern, Mougeot Posten und Telegraphen. — Präsident Faure unterzeichnete hente Nachmittag 5 Uhr das Decret betreffend die Ernennung der Mitglieder des Cabinets. Das Cabinet wird Steuerreformen, Bildung von Altersversorgungslassen, Gesetze zur Unterstützung der Solidarität der Arbeiter, die sofortige Budgetberathung und die Debatte über Finanzreformen verlangen.— Dem„Eelair“ zu Folge wird Brisson am Donnerstag in der Kammer eine megierungserklärung verlesen. Diese wird die Nothwendigkeit von Finanz= reformen und besonders die Erhebung einer Getränkesteuer betonen und eine erergtsche und besonnene auswärtige Politik versprechen. Eine sehr scharfe mdten—Fezierungserklärung wird gegen die Dreyfus=Agitation gerichtet sein. Prisson wird eine etwaige Interpellation sofort annehmen.— Das Cabinet wird vorläufig mit Zurückhaltung beurtheilt. Einzelne Blätter nennen Ministerium ohne radicale Politik.„Libre Parole" behaup darauf bestanden, daß Brisson, der ein Freund Dreysus' sei, keinesfalls das den kann ich nicht schicken, sonst kommt er mir betrunker. meinte sie:„Nein, nach Hause.“ " Düsseldorf, 26. Juni. Die Ernennung der Professoren Geheimräthe Slaby, Intze und Launhardt zu Mitgliedern des Herrenhauses beschäftigte auch den gestern Abend hier tagenden Vorstand des Vereins deutscher Eisenhüttenleute, der beschloß, an die durch jene Berufung Ausgezeichneten nachfolgendes Telegramm zu richten: Der hier zu einer Sitzung versammelte Vorstand des Vereins deutscher Eisenhüttenleute sendet Ihnen aus Anlaß Ihrer Berufung in das Herrenhaus die herzlichsten und aufrichtigsten Glückwünsche. Er ist dabei erfüllt gegen Se. Majestät den Kaiser und König Wilhelm II., durch diese Berufung seiner hohen Achtung vor den exacten Wissenschaften und ihrer Bedeutung für die Entwicklung unseres gesammten Volkslebens hat Ausdruck geben wollen. Der Vorstand ist gewiß, daß Sie, der Sie als Vertreter dieser Wissenschaften zugleich auf die Fühlung mit der Praxis des wirklichen Lebens stets hohen Werth gelegt haben, auch in der Körperschaft des Herrenns Fahinet wird straße wollze geßtern Abend ein fünf Jahre alter Junge in den Kasten eines in es ein radicales Bewegung befindlichen Möbelwagens klettern. Der arme Kleine kam dabei Cavaignac habe! Fall, und zwar so unglücklich, daß ihm ein Rad über den Kopf bis zur Unkenntlichkeit zerquetschte. Den Lenker des Gefährts trifft keine Schuld. von dem schweren Unfall betroffenen Familie verloren vor JahresWeise ein Kind.— Von dem Gerüst des rechten Brückenbogens in in Obereassel wohnhaster Maurer in die Liese. Der Unglück, ealen Partei denten. echechecer ee ee ch besucht. Die Versammlung beschloß u. A., Verbandsfest im Juli nächsten Jahres in Barmen abwunrde, Eine Raskion nich. Lobachter der Sssentlichen Zustände bei mnserm westlichen IArtitlerie= Verbandes) Der der Feuerung! Ministertrise den ungushg“; diuwegtäuschen, daß jede neue französische Verbandes, welcher heute Vormittag, Mark bei der lschen Parteien in arellerem Lichte bersenigen sittlichen Kräste und politi, gehalten wurde, war recht zahlreich be nonchr oie aus eines gemäßiatrenubilanischen Siaalswesens bod. Der kaalser haltegn Aruilterte Verbandsset eines gemußigerepuolkanischen Staalswesens bilden. danke geht bei den Franzosen zurück, Linie im Vormarsch begriffen. Die erspart, der, nachdem er seine Ministerliste schon so gut wie fertig Stunde den Auftrag der Neubildung des Ministeriums in die Hände correferirte. Nach eingehender Berathung und nachdem von den Regierungscommissarien über verschiedene Punkte Ausschluß gegeben worden war, faßte der Beirath in der Angelegenheit Beschluß. Nachdem hiermit die Tagesordnung erledigt worden war, wurde von dem Vorsitzenden die erste Tagung des Beicaths geschlossen. — Bei der heutigen amtlichen Feststellung der Stichwahlergebnisse ½.8##Un durch den Wahlcommissar, Stadtrath Salberg, gab dieser hinwährs####. Wahlkreises, wo bekanntlich die Socialdemokraten gegen eine Mehrheit von nur 15 Stimmen unterlegen sind, eine Erklärung zu Protocoll, die nicht ohne Einfluß auf die Bemühungen der Socialdemokraten sein wird, den Freisinnigen den Sieg doch noch streitig zu machen. Der Wahlcommissar hat nämlich zu Protocoll gegeben, daß von den 268 als ungültig erklärten Stimmzetteln 12 für Fischer abgegebene Stimmen als gültig zu erklären sein dürften. Damit geht die Mehrheit für Kreitling von 15 Stimmen auf drei Stimmen zurück. Festgestellt jedoch ist ferner angeblich, daß vier Minderjährige und ein Mann, der Armenunterstützung erhält, gewählt haben. Wem diese fünf unberechtigten Stimmen zugefallen sind, läßt sich nun zwar nicht ermitteln, zweifellos wird sich aber die Wahlprüfungs Commission des Reichstags noch mit dieser Wahl zu beschäftigen haben. Die„Freis. Zig.“ stellte gestern Abend die Behauptung auf, die Wahlcommissare hätten bei Ermittelung des Wahlresultats nicht das Recht, über die Gültigkeit oder Ungültigkeit der einzelnen Stimmzettel zu entscheiden, sie dürften nur die Wahlergebnisse addiren. Diese Behauptung wurde heute früh vom„Vorwärts“ angefochten, und wie man sieht, hat der Wahlcommissar auch die Gültigkeit oder Ungültigkeit der einzelnen Zettel geprüft. Dieser Umstand giebt der antisemitischen„Staatsb.= m Abg. Richter folgendermaßen zu apostrophiren:„Warum legt sich Eugen Richter für eine Fälschung der heutigen Proklamirung der Wahlen plötzlich so in's Zeug? Offenbar ist ihm bekannt, daß thatsächlich Richard Fischer, nicht Kreitling gewählt ist, daß aber das umgekehrte Resultat dadurch erzielt sein soll, daß eine Menge auf Fischer lautender Stimmen einfach für ungültig erklärt sind.“ Wir können diese Behauptung natürlich erst recht nicht controliren, nehmen aber davon Notiz, weil die ganze Angelegenheit zweifellos noch den Gegenstand eingehender Erörterungen bilden wird. — Die„Germania“ schreibt, es liege die Combination nahe, daß das Centrum den Abg. Graf Ballestrem als ersten Reichstagspräsidenten präsentiren werde: Alterspräsident ist der alte Centrumsmann Dieden.— Der in Sotingen gewählte liberale Abg. Sabin hat sich bezüglich des Anschlusses an eine der Fractionen seine Entschließungen vorbehalten. #.Lür Arbeiter=Statistik beschloß eine um Ale gaßgebenden spanischen unterbrochene, achtstündige Ruhezeit für Müllergesellen in Wassermühlen bezw. Gesellen beschäftigt sind und Schichtwechse“ der Kölner Rad=Reunverein am 3. Juli auf der Nennbahn des Sporplatzes radical=socialistischen Faktors in die Ministercombination. Herr Peytral getraute sich nicht, ein lebensfähiges Cabinet gegen die Opposition der linksextremen Parteien de zu bringen; durch die Berücksichtigung dieser Letzteren aber stieß er wieder die gemäßigten Republikaner vor den Kopf, so daß alle aufgewandte Mühe und Arbeit pro nibilo war. Der ganze Jammer des modernen Parlamentarismus verkörpert sich in diesen französischen Cabinetsein Ministerium zu den vornehmsten Requisiten jedes Staatswesens gehört, so mußte natürlich auch für das Cabinet Meline tant dien que mal ein Nachfolger herbeigesc werden, aber die Thatsache, daß die neue Deputirtenkammer gene, zuverlässige Mehrheit verfügt, auf welche die Regierung sich stützen bleibt auch, trotzdem im letzten Augenblicke Herr Brisson in die Bresche sp bestehen und drückt jedem Ministerium der Zukunft den hippokratischen Zu ationale Constellation, wie bisher, so auch jetzt noch für längere Zeit dem Ueberhandnehmen der socialrevolu bei unsern westlichen Nachbarn kräftig entgegenwirkte. Rußland. Ga s#ns 28. Juni. Bei Besprechung der bevorstehenden Bildung des Brissen an dere m.. 1 de St. Petersbourg“ hervor, mit der uch####er Spitze igane in keiner Weise die Rede sein von einer Versöhnung sch gegenüberstehenden Ansichten; das Princip der Vereinigung der Republikaner erscheine somit als endgültig aufgegeben. 9=Jakama, 2. Juni Dieg, ste den kaiserlichen Polast herusen und tagattwurden gestern #sranstaltet, wird sich dem interessanten letzten Rennen in würdiger Weise an1 Wenmumgen Ziube mue hreren Amateursahren, zu denen schon jetzt zahlreiche mennungen eingelaufen sind, weist das Programm dies Mal ein großes intergarge mit Panstr welches in drei Läusen über 500, 2000, 1000 m. 9#s rit Funkcwerthung zum Austrag gelangen wird. Es sind zu demselben Verhandlungen mit den bedeutendsten Fliegern des Continents angeknüpft, wie erbeigeschafft JJacquelin, Büchner, Morin, Arend, Vourillon, Protin, Broca, dem Portugiesen keine homo=]Pessoa, ferner Parlby, Vetheyen, sowie mit unserem Altmeister August Lehr, welcher soeben von seiner Amerika=Tournte zurückgekehrt ist. Voraussichtlich findet üverdies ein March auf Tandem statt, zu welchem die bekannten Kölner Amateurfahrer Dols und Kittsteiner das vom letzten Rennen her in bester osfardert Baben.(Pdln); Bocguillon(Pars) herausWer scne te eier Kcesce beeihe rde auch sofort mit dem Abbruch bege erhalten bleiben. Aus * Ruhrort, 29. Juni. Lokales. ind des Kriegsministers wiederholt Artikel— im Theil„Eingesandt“, worin uns Dinge nachgesagt werden, die man wohl in gleicher Vollkommenheit aus dem Munde zungengewandter Fischweider vernehmen kann, bisher aber schwerlich aus den Federn solcher Herren geflossen sind, welche auch den Kampf als ehrenhaft und offenes Gewerbe betrachten. Wir hatten Anfangs die Absicht, sowohl die giftstrotzenden Angriffe wie auch den höchst„muthvoll“ mit verdecktem Visier aus dem Sosenrg Liez pschettuche des Marineminiters Saigo gud des Kriegzminsters wiederholt Arikel.— im Theil„e Rutsurn sino nicht angenommen worden; diese beiden Minister durften daher werden, die man wohl in gleicher, ihren Posten behalten.—— gemandter Lischweiher vernehmen 7a * Der spanisch=amerikanische Krieg. Wien, 28. Juni. In hiesigen politischen Kreisen geht das Gerüch habe die Absicht, um seine Neutralität zu beweisen, den Suez=C die Spanier und die Straße von Gibraltar für die Amerikaner zu Kemnstnis geben Verein. Staaten 28. Juni. Nach Meldungen aus Madrid verleugnet die spanische Regierung die von ihr thatsächlich bereits eingeleiteten Friedensverhandlungen nur deshalb, um keinen Sturm im Lande hervorzurufen. Alle maßgebenden spanischen Persönlichkeiten sind für den Criede, London, die Tamilie des Jnamischen.... dmirals Diederichs, ob er ihm gehaßt“,#ug, wuse Elavorate tungen naturlich m oie uduiche Geschäftsmache autmartet boden.— Seutegene Augustin übergeben wolle, ablehnend be= aus, welche sich die kleine Centrumspresse an jedem Quartalschlusse gestattet, in tanden Serneraesachte er ur a. eidug aus Manila: In der vorigen Woches den Vxandeuf„Fort mit der überalen Vreise, welchem ein„fort muit der Sut 1### Eusrgeechte zwischen den verschanzten Spantern und den Aufstanoischen die Spanier behaupten, hätten sie die Aufständischen an einzelnen „mi Punkten zurückgeschlagen. Die Lage ist in Wirklichkeit unverändert. Freiwillige verweigerten den Gehorsam und erklärten, nicht aus die Schanzen zu gehen, so lange die Truppen in der Stadt flanirten. Es geht das Gerücht, die Spanier hätten die Vorstadt Malute niedergebrannt, um das Vorgelände zur besseren angriff, der Stadt freizulegen. Sobald amerikanische Truppen angelangt weitere Erleichterungen, wo mehrere Gesellen beschäftigt sind, und Schichtwechsel soll eine Anfra Kattäindet. Zezüglich der Arbeuszeit im Gastwirkhsgewerbe beschloß die Com die Fami mission die Vernehmung von Gastwirthen, Kellnern und Kellnerinnen, insgesanmt ger 6. Betzeligen.„ cuua, uudge — Die heutige Jahres=Versammlung der Abtheilung der Rohzuck fabriken des Vereins der deutschen Zuckerindustrie sprach sich einstimmig dahin aus, daß die Abschaffung der Ausfuhrprämien nur dann annehmbar sei. wenn in allen europäischen und außereuropäischen Ländern die directen und indirecten Prämien in Wegfall kommen. Ferner wurde beschlossen, die Abschaffung des Theezolles und der Besteuerung des fabrikmäßig hergestellten Vertheidig Ssisse, ie den urbrauch, f.rs, unr Grgunung aer Cur vrichun uanr Suchutmn im 2pothelen anzustrebu und eine Marschterst. preise einzurichten. 28. Juni. Der des d Peeiontichteiten sind für den Frieden. der Führer der philippinischen Insurgenten Aquinaldo zutschen=Admirals Diedexichs, ob er ihm ht, England Hinterhalt kämpfenden Gegner gebührendermaßen zu ignoriren, geben aber der anal für Entrüstung unserer Freunde über das gegnerische Gebahren nach und wollen auch kaner zu diesen Anrempelungen einige Zeilen widmen. Da wird zunächst geschrieben, wir unterließen es nicht, zu hetzen, zu verdächtigen, zu beleidigen, wir hätten„um die socialdemokratischen Stimmen geworben, in einer Weise, die jeder Beschreibung spottet",„Hetze:,„Lügen" und„Beleidigen“ wird uns in einem Athem vorgeworfen. In einem zweiten Artikel heißt es, daß wir„schlau“ vor dem 16. Juni geschwiegen hätten, weil wir um unsere katholischen Abonnenten besorgt gewesen waren und erst, als uns„von denen um Möller das auf(?!) die Kehle gesetzt wurde, den Möller geliebt und den Molz hätten. Diese Elaborate klingen natürlich in die äbliche Geschäftsmack „esteusrung des,. fabrikmäßig, bergestellten Vertyridigenz##r Stadt freizulegen. Sobald amerilanische Truppen angelangt! Frauch, sowie eine Beschrantung des Verkaufes von sun, werden sich die Spanier hinter die Umwallung und in die Citadelle zurückanzustreven und eine Berichterstattung über die Melasse= ziehen; man glaubt, der Widerstand werde jedoch nur ein platonischer sein. Die gemeine Zustimmung fand es, daß nun das Zuckercartell Preise für Lebensmittel sind ungeheuer hoch. ec trages zwischen dem Rohzrckersundicat sund dem Paffinerie, Madrid 98 Juni(Dam Uarnehmen nach mich Brandruf„Fort mit der liberalen Persse“, Welchem ein„forl unl der Ruhlsorter Zeitung aus jedem katholischen Haus“ angehängt ist.— Wir könnten die Fischweiber=Kraftausdrücke wie„Verhetzung, Lüge, Beleidigen“ ruhig auf sich beruhen lassen, da sie uns doch nicht treffen, finden es aber recht komisch, daß von einer Seite, welche schon seit Beginn der Wahlen in einemfort hetzte und geiferte, unsern Candidaten in der gehässigsten Weise solche Verleumdungen laut werden. Während von ihr Alles gesch assen zu fanatisiren, den Gegner zu verleumden und die wlgen In 8 sind folgende: In Klasse 5a„Swanhild“.(Besitzer Z.2 2- Stschs. Pn. 31#meine Zustimmung fand es, daß nun das Zuckercartell durch Abschluß eines Vertrages zwischen dem Rohzuckersyndicat und dem Raffineriesondicat gefördert ist. Kiel, 27. Juni. Die 9 deutschen Regatia=Vereins sind folgende: Bichel=Hamburg) 1. Preis. In Klasse 5b„Beowulf“(Besitzer Hansen=Hamburg) 1. und Herausforderungspreis, letzter Vertheidiger„Triumph“(Besitzer KrügerBerlin).„Triumph“ errang den 2. Preis,„Reiher“(Besitzer Staatsanwalt Mendelsohn=Potsdam) 3. Preis. In der Klasse 6„Vasantasena"(Besitzer von Hacht=Hamburg) 1. Preis,„Lunula“(Besitzer Arons=Berlin) 2. Preis,„Triumph“ (Besitzer Krüger=Berlin) 3. Preis. In Klasse 7„Schneewittchen"(Besitzer Kaiser u. Kirsten in Hamburg) 1. Preis,„Dickchen"(Besitzer Karchow=Berlin) 2. Preis Heesch=Kiel) 3. Preis. Abends fand ein estessen wschen Regattavereins in der Seebadeanstalt statt. und„Nickelmann“.(Besitzer der Mitglieder des Norddeut## Eckernförde, 28. Jumi. Zur heutigen Wettfahrt des kaiserlichen Dachtelubs, an der 60—70 Fahrzeuge theilnahmen, traf der Kaiser auf um 2 Uhr 46 Min. und die Kaiserin auf der„Iduna" um 1 Uhr 25 Min. in Eckernforde ein. Es herrscht trübes, stürmisches Wetter. Im Halen liegen anläßlich der Weifahr viele Tampfpachten. Die Stadt hat ge slaggt. Das Kaiserpaar kehrt morgen nach Kiel zurück. Danzig, 28. Juni. Die Vorstandssitzung der Deutschen Colonial= gesellschaft nahm einen Antrag an, für die deutsche Congo=Benus=TfadseeExpedition 25.000 M. zu bewilligen und den Reichskanzler zu ersuchen, Maßnahmen zur Wahrnehmung der deutschen Colonial=Interessen in Centralafrika zu ergreifen. Die Hauptversammlung des Vorstandes findet in Breslau, die nächste Hauptversammlung in Berlin statt. Es wurde ferner beschlossen, beim i bessanzeira(cleunige weitere Ersorschung der Koch'schen Malariatheorie Posen, 27. Juni. Ueber das große Volksfest, das Herr Landesöconomierath Kennemann am 12. Juni in Jarotschin für seine deutschen Landsleute veranstaltete, hat der Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Dentschthums in den Ostmarken, Herr Major von Tiedemann=Seeheim, der das Hoch auf den Recken im Sachsenwalde ausbrachte, dem Fürsten Bismarck eingehend brieflich berichtet. Die Antwort, die darauf eingelaufen ist, dürfte nicht allein den Mitgliedern des Ostmarkenvereins, sondern alle den wackeren deutschen Männern im Osten, die am 16. und 24. Juni im Wahlkampfe treulich ihre Pflicht erfüllt haben, als die herrlichste Belohnung erscheinen. Sie lautet: Geram, Kochmaklgehgren, daus. ich gudzn, Priedrichsruh, den 22. Juni. Euerer Hochwohlgevoren danre ich vervindlichst für Ihre liebenswürdigen Zeilen vom 14. d. Mis.; ich bitte Sie, dem Verein für die bisherigen guten Ergebnisse der Reichstagswahlen in Westpreußen und Posen meinen herzlichen Glückwunsch auszusprechen. v. Bismarck. Oesterreich=Ungarn. Wien, 28. Juni. Die„Neue Freie Presse“ meldet aus Eger: Die Offieiere des bayerischen Infanterieregiments Nr. 7 trafen heute Bat,Peig leiegeg, diesigen Insanterieregiments hier ein. Auf dem lameradschaftlicher Empfang statt, dem eine Besichtigung der sige Officiercorps giebt Abends zu Ehren der deutschen eine Reunion.— Durch Verordnung des Gesammt= Madrid, 28. Juni. Dem Vernehmen nach wird Admiral Camara heute die Fahrt durch den Suezcanal antreten; er hat die erforderliche Quantität Kohlen an Bord.— Die Regierung glaubt nicht, daß ein amerikanisches GeHall getrasen trotzdem hat sie Maßnahmen für diesen #.WPashington, 28. Juni. Admiral Sigsbee, Cowmandant des„Saint *, berichtet, er sei am 22. Juni in der Nähe von San Juan von einem nicht geschützten spanischen Kreuzer und dem„Terror“ angegriffen. Der„Terror“ wurde drei Mal getroffen und ein Officier, sowie zwei Leute der Mannschaft getödtet und mehrere verwundet. Der„Terror“ wurde zurückgezogen und unter geschleppt.—# 2. Preis dem Schutze der G.schütze des Forts nach San Juan geschleppt.— Durch De= Blatt ist, über dessen Lopf hinwegkei Abends fand ein Festessen gret des Präsidenten wurde die Blockade Cuvas auf vie Sudruste zwischen Baco= und Richtung verfüg., siehat esdaher der Seebadeanstalt statt. Pfrances und Cabucruz ausgedehnt; auch für San Juan und Vortorico wurdelbei Anhängern gegnerischer Varteien Durch De= Blatt ist schweigen ist aber nicht auf die Berücksichtigung einiger Centrumsleute zurückzuführen, welche Abonnenten unseres Blattes sind, sondern rührte daher, daß wir uns nicht schon beim Wahlbeginn auf einen Boden stellen wollten, auf welchem wir gezwungen ware: gehässigsten und die Grenzen journalistischen Anes überschreitenden Angriffen gegenüber Front zu machen.„Von denen um Möller“ hat uns Niemand das Messer an die Kehle gesetzt und hätten vielleicht doch Vorstellungen unserer Parteifreunde uns zum Vorgehen veranlaßt, soginge es die vom Centrum nicht das Mindeste an, denn ihnen sind wir weder unterthan noch verpflichtet Rechenschaft zu geben. Diesen Herren sei bemerkt, daß die Ruhrorter Zeitungein freies, selbstständiges über dessen Kopf hinweg kein Mensch über In Swmtng, nurgeseyns, uuch für San Juun und Portolas wurde! der Blockadezustand erklärt. Berlin, 28. Juni. Heute ist der Ausfall sämmtlicher Stichwahlen und damit die defiritive Zusammensetzung des neuen Reichstages bekannt, vorbehaltlich der unausbleiblichen Berichtigungen hinsichtlich der Parteistellung einzelner Abgeordneter. Wir wiederholen den Bestand der sch über Inhalt bei Anhängern gegnerischer Parteien zu entschuldigen. Wie die, so um„Wahrheit, Freiheit und Recht" zu kämpfen vorgeben, selbst mit der Wahrheit umsprangen, ist bekannt. Vergebens erklärte Herr Möller wiederholt, er sei für Erhaltung des Wahlrechts, für Ausbau der Arbeiter=Versicherungsfür eine den einzelnen Gewerben angemessene Sonntagsruhe— in der Centrumspresse und in Centrumsflugblättern kehrte immer die Lüge wieder er sei Gegner dieser Sachen! Und wer hat in einer jeder Beschreibung spottenden Weise um die Stimmen der Socialdemokraten geworben? Wir erinnern nur an die Versprechungen des Herrn Molz, alle ihm vorgelegten Socialdemokraten Nationalliber ale Freisinnige Volkspartei Reichspartei Polen Freisinnige Vereinigung Reusemiten Welfen Elsässer Süddeutsche Volkspartei Wilde Bund der Landwirthe Bayerische Bauernbündler Dänen Gewonnen haben sonach bei den Wahlen: Centrum, Socialdemokratie, Freisinnige, Volkspartei und Welsen; alle übrigen Parteien haben mehr oder Verdächtigungen Boden gewannen, traten auch blanker Klinge auf den Kampfplatz. Esgeschahdies aus aus eigenem Willen, nicht unter Beihülfe und Commando von Hintermännern, wie dies anderwärts Sitte und Brauch. Das mögen sich die Streiter„für Wahrheit, Freiheit und Recht“ gesagt sein lassen! Die übliche Geschäftsmacherei, das Muthaeheul„Fort mit der„Rubravter „Fort mit der„Ruhrorter kennen derlei Manöver lassen! Die übliche Geschäftsmacherei, das Wuthgeheul Zeitung" läßt uns kühl bis an's Herz hinan. Wir genügend, die auf: die schöne Melodie„Kauft, kauft, nur hier die beste Waare“ abgestimmt sind. Unsere Leser und namentlich diejenigen unserer katholischen Leser, welche nicht dem Centrumsgefolge langehören, eigene Meinung sich bewahrt und noch immer nicht glauben, daß jeder Katholik unbedingt nur ein Centrumsblatt lesen darf, werden ebenfalls wissen, was sie davon zu halten haben. Sie waren nie im Zweifel darüber, daß sie ein liberales Blatt vor sich hatten, aber auch nie im Zweifel darüber, daß sie es mit einem anständigen Blatte zu thun hatten, welches, auch im Kampfe den Gegner achtete. Auch darüber waren unsere Leser nie im weniger verloren. Eine ganz genaue Rechnung läßt sich, namentlich bei der Classi=##derate Sache eingetreten, sind und auch fernerhin eintreten werden. Den steirung,der Wülden, in diesem Augenblick noch nicht vornehmen. So viel aber ledergergandten Herren für„Wahrheit Freiheit und Pecht“ sei 28 6. E Stadt folgte Ofsteiere ein ministeriums verfügun zirke Limanom Brandlegung Pest, 28. Diner und vom heut gen getr wa und und der Juni. tigen Tage sind für 33 Bezirke Galiziens Ausnahmetrossen.— Das Standrecht ist über die politischen BeNeusandec für die Verbrechen des Mordes, Raubes, der öffentlichen Gewaltthötigkeit verhängt. eichstags sind lagt. heute durch königliche Verordnung bis zum 5. September verte Italien. Rom, 28. Juni. Der„Messagero" bestätigt die gestern Abend mitgetheilte Man glaubt, die officielle Liste werde heute Abend veröffentEs fehlen nur noch die Beitrittserklärungen von Fortis se von Rom abwesend sind.— Der Senat genehmigte der Getreidezölle gemäß dem Beschluß der Kammer vom ergiebt sich, daß die rechte Seite eine kleine Einbuße zu Gunsten der linken Seite erfahren hat und daß der Gewinn des Centrums und der Deutschhannoveraner, durch die Verluste der Polen und der Elsässer nahezu ausgeglichen wird. Im neuen Reichstage bleibt es also im Großen und Ganzen sowie es gewesen ist. Das Centrum kann nach wie vor einerseits mit den beiden conservativen Parteien, andererseits mit den Freisinnigen und Socialdemokraten eine Mehrheit bilden. Eine conservativ=nationalliberale Mehrheit ist leider ausgeschlossen. Ttovinizielle Fiachrichten. 29. Juni. Der„D=Zug“, auf welchen gestern ein Attentat versucht wurde, ist nach einem Aufenthalt von nur etwa 5 Minuten weitergefahren, die Zreifel, daß wir bei jeder Reichstags= und Landtagswahl entschieden für die sliverale Sache eingetreten sind und auch fernerhin eintreten werden. Den erren für„Wühlhen, Frechell und Recht“ sei es aber dringend renhafter Weise urd affen m': B.nahe gelegt, in ehr zutr. tenz ein der ehrenhufter Weise und ossen mit Namen hervorreten; ein weiteres Verstecken im Eingesandten=Theil würde nur zu leicht den Verdacht einer künstlichen Mache aufkommen lassen. Zudem müssen lehnen, Gegner als achtungswerth wir es welche abl aus dem Dunkel des anzusehen, terhaltes wenig muthihre Pfeile versenden. Visier herunter und ehrlich ins Auge geschaut, Herr ——„Anonymus“! — ∆ Ruhrort, 29. Juni. Auf der Fabrikstraße ist vor einigen Tagen eine Serie Briefmarken gefunden worden. Der Besitzer kann sich auf dem Polizeiamt meiden.— ucger kam sich auf den Polze aber dafür desto wuthvolt: Also Visier herunter und Ministerlist licht werden können. und Carcano, da didie Wiedereinführun 25. Juni. Chiasso, 28. Ju Unruhen gemeldet. und verbrannte mehrere M. 28 Ruhestörer wurden verhaftet. In C der Provinz Avellino wird der Ausbruch schwerer ualdo stürmte die wüthende Menge das Steueramt hhäuser. Militär stellte die Ordnung wieder her. Ruhestörer wurden verhaftet. Die Provinz Ferrara, wo die Weizenernte begonnen hat, wird von Cavalleriecolonnen durchzogen. Luxemburg. Luxemburg, 28. Juni. Der Zustand des Großherzogs ist hoffnungslos. Der Staatsminister Eyschen verläßt nicht mehr das mumnen am Ort der That.,„Die Untersuchung ist lebhaft im Gange. Essen, 25. Juni.[Naiv, naiver, am Naivsten!! Auch hier sind mehrere Wahlcuriosa zu verzeichnen. Drängt sich da ein Schreinerlehrling in einem Wahllokal des Südens mit Ellenbogenhülfe energisch durch die Menge bis an den Wahltisch und redet ohne Umstände den Wahlvorsteher an:„Eine schöne Empfehlung vom Meister und hier wäre der Wahlzettel.“ Etwas mußte er nun doch schon vom geheimen Wahlrecht gehört haben, denn mit gedämpfter Stimme setzte er hinzu:„Für Stötzel“. Es wurde dem Wahlvorsteher schwer, dem Längling begreiflich zu machen, daß sein Meister selber kommen müsse.— In einem andern Wahllokal wollte eine Frau für ihren Mann abstimmen; als wiederum der Wahlvorsteher ihr erklärte, ihr Mann müsse selber kommen, das Gelände auf die Dauer anlsger ide Scnen. uch lbmte 3e dengalg nicht weiter unbenutzt liegen bleiben. —.* Meiderich, 28. Juni. Die Friedrichstraße ist jetzt auf der ganzen Strecke zwischen Ritter= und Bahnhofstraße(Chaussee) gepflastert. Die verlängerte Friedrichstraße, die demnächst nach Ober=Meiderich weiter geführt wird, soll auch mit Pflasterung versehen werden. Zwischen 2 Frauen kam es gestern Nachmittag auf der ferei, angeblich weil eine derselben die Wohnung rückständige Hausmiethe bezahlt zu haben. Daß von Laar, 28. Juni. 3 Feldstraße zu einer Rau räumen wollte, ohne die beiden Seiten derbe Schimpfworte waren, ist erklärlich. sielen und auch genug Neugierige vorhanden b Beeck, 29. Juni. Auf das heute(Peter und Paul) im Restaurant„Zum Eiskeller“ stattfindende Concert sei auch an dieser Stelle aufmerksam gemacht. Die umfangreichen Gartenanlagen dortselbst befinden sich in musterhaftem Zustande, ebenso ist für Kinderbelustigung gesorgt, so daß wir den Besuch der Veranstaltung empsechlen kömnen. Vermischtes. — Aquila, 28. Juni. In der letzten Nacht merkte man im ganzen Thale von Antrodoco bis Cittaducale ein starkes Erdbeben, durch welches mehrere Gebäude beschädigt wurden. Die schwersten Schäden sind in Santarusina entstanden, wo beim Einsturz eines Hauses fünf Personen getödtet und sieben verwundet wurden. In Capovello erlitten sieben Personen Verletzungen. Die Häuser der Ortschaft sind unbewohnbar geworden. — Perugia, 28. Juni. Kurz nach Mitternacht erfolgte ein heftiges Erdbeben, wodurch in Rieti Häuser schwer beschädigt wurden. Die Bevölkerung floh erschreckt in's Freie. Mehrere Personen erlitten Verletzungen. — Nieti. 28. Juni. Das Erdbeben der letzten Nacht war ein zweimaliges; der zweite Erdstoß, gegen 1 Uhr Morgens, dauerte neun Secunden und richtete an Gebäuden schweren Schaden an, besonders wurde die Carabinierkaserne unbewohnbar. Ein Carabinier wurde leicht verletzt. Die gesammte Bevölkerung ist in's Freie geflüchtet. In Castelfranco wurde ein achtjähriges Mädchen getödtet, eine andere jugendliche Person schwer verletzt. Der Erdstoß wurde auch in Velletri bei Rom verspürt. Kleine Chronik. Bei einem Streite zwischen Backsteinmachern in Erbenheim wurde ein polnischer Arbeiter erstochen.— Bei Rheinfelden sind bei der Heimfahrt des Genievereins Basel in Folge Umkippens eines Kahnes drei Pontonniers ertrunken.— Die 200. Hinrichtung hat in Gleiwitz der Scharfrichter Reindel aus Magdeburg vollzogen und zwar an dem Bergmann Czida, der im vorigen Jahre einen andern Bergmann erschossen hatte. Neueste Draht=Nachrichten. 9 Köln, 29. Juni. Gestern sand im Gürzenich= Saale eine sehr zahlreich besuchte Versammlung aller Stände statt, welche den Ausführungen von Schenckendorff's über deutsche Nationalfeste begeistert zustimmteDer Vereinigung der Bürger Kölns zur Förderung der Nationalfeste sind bereits sehr viele Personen, unter ihnen 120 Vorsitzende von Vereinen beigetreten, andere Vereinsbildungen in der Rheinprovinz sind in Vordere tung. * Berlin, 29. Juni. Wie die Morgenblätter melden, wird sich demnächst zu Gunsten der Verwundeten und Kranken im spanisch amerikanischen Kriege das Centralcomité der deutschen Vereine vom Rothen Kreuz mit einem Aufruf an die Oeffentlichkeit wenden. Die aufgebrachten Mittel sollen beiden Parteien zu gleichen Theilen zu Gute kommen. * Bern, 29. Juni. Die Bundesversammlung nahm das vom Bundesrath vorgeschlagene Gesetz an, wonach der Cavallerie berittene Schützencompagnien mit Maschinengewehren beigegeben werden sollen.— Der Nationalrath und Ständerath genehmigte den Antrag des Bundesrathes, dem Canton Graubünden für die Herstellung eines Schmalspurbahnnetzes eine Subvention von 8000000 Francs zu bewilligen. * Rom, 29. Juni. Sämmtliche Blätter bestätigen die gestern von der „Italie“ bekannt gegebene Ministerliste. Da Careano erst heute Nacht und Fortis erst morgen Vormittag hier eintrifft, wird die amtliche Kundgebung der Ministerliste erst morgen erscheinen können. Das Ministerium für Post und Telegraphie ist noch unbesetzt. * Rom, 29. Juni. Die auswärts verbreiteten Gerüchte von ernsten Unruhen in den Provinzen Avellino und Terrana sind unbegründet. In Gesualo in der Provinz Avellino hat eine bedeutungslose Kundgebung statt gefunden, welche auf lokale Ursache zurückzuführen ist. * Budapest, 29. Juni. In den Komitaten Oedenburg und Eisenburg ging ein heftiger Wolkenbruch mit Hagelschlag nieder. In Steinamanger sind sämmtliche Fensterschetben zertrümmert, in zahlreichen Gemeinden wurden die Saaten vernichtet. Auch im Beszprimer Komitat wüthete das Unwetter. Auf der Eisenbahnlinie Budapest=Fünfkirchen wurden 21 Wagen eines Personenzuges vom Sturm aus dem Geleise geworfen; der Zugführer wurde schwer verletzt und mehrere Wagen stark beschädigt. * Budapest, 29. Juni. Abends 10 Uhr ging ein fürchterlicher Wolkendruch mit Hagelschlag nieder. Die Hagelkörner, die eine beträchtliche Größe haben, liegen centimeterhoch in den Straßen; zahlreiche Fenster und Laternen sind eingeschlagen. * Lemberg, 29. Juni. Der Statthalter empfing in Neusandee zahlreiche Deputationen von Landgemeinde=Vorstehern und Bauern des Bezirks forderte sie auf, energisch die Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten, warnte vor Agitatoren, wilche lügenhafte Gerüchte verbreiten und stellte für den Fall, daß die Unruhen fortdauern, schärfste Maßregeln in Aussicht. Später begab sich der Statthalter nach Altsandee. In den Bezirken Bochnia und Streuzow herrscht vollständige Ruhe. * Belgrad, 28. Juni. Der König ist in Nisch eingetrosfen. In Erwiderung der Begrüßung durch den Bürgermeister verurtheilte der König streng die entfesselten Parteileidenschaften und sagte, die erste Aufgabe sei die Hebung des Nationalwohlstandes, eine gründliche Sanirung der Finanzen und die weitere Vervollkommnung der Wehrkraft Deshalb habe König Milan das Obercommando der Armee übernommen. Das Hauptziel Serdiens sei eine zielbewußte und stabile Thätigkeit zur Festigung der inneren Lage. Die Zeit sei nicht dazu angethan, sich durch unbestimmte und abenteuerliche Politik leiten zu lassen. Serdien müsse ein stabiles und verläßliches Element des Friedens und der Ordnung auf der Balkanhalbinsel bilden. * Madrid, 29. Juni. General Augustis hat unter dem 20. d. M. der Regierung folgende Depesche übersandt: Die Lage in Manila ist noch ebenso ernst wie früher. Ich halte mich in der Blockhauslinie, aber auch der Feind trifft vermehrte Maßnahmen und besetzt die Provinzen, die sich ihm ergeben. Regengüsse, welche unsere Ver, theidigungsgräben überfluthen, erschweren die Vertheidigung. Die erhöhte Zahl der Kranken unter meinen Truppen macht die Lage noch schlimmer, da auch die Desertionen unter den Eingeborenen beständig zunehmen. Unter der Angabe, daß er über 30000 Eingeborene mit Schußwassen und 100000 mit blanken Wafsen ausgerüstete Eingeborene verfüge, hat mich der Führer der Aufständischen Aguinaldo aufgefordert zu capituliren, aber ich habe seinen Vorschlag zurückgewiesen, ohne ihn anzuhören, denn ich din entschlossen, meinem Souverän die Treue zu halten und die Ehre unserer Fahne zu wahren bis zum Aeußersten. Ich habe über 1000 Kranke und 200 Verwundete. Außerdem befinden sich in dem mit Mauern umgebenen Theile der Stadt viele Bewohner aus ländlichen Bezirken, welche vor den Gräuelthaten der Aufständischen geflüchtet sind. Diese Leute bilden für uns eine Verlegenheit und für den Fall eines Bombardements eine große Sorge. Ich hege indessen bezüglich eines Vombardements für jetzt keine ernstlichen Befürchtungen. Madrid, 29. Juni. Ein Telegramm des Geueralgouverneurs der den größten Theil der Philippinen bildenden Inseln Bisayas und Mindango meldet die völlige Unterwersung und Niederlage der Aufständischen. Der Anführer Artce, der Stellvertreter Aguinaldo's sei gesallen. In der Depesche des Gouverneurs heißt es weiter, daß in den ganzen großen ihm unterstellten Landstrichen Ruhe herrsche. Die Hauptanführer von Mindanao seien beim spanischen Gouverneur erschienen, mit der Erklärung, sie wüßten, daß es Krieg mit den Vereinigten Staaten gebe und wären bereit, Mann für Mann zur Vertheidigung der Souveränität Spaniens an der Seite der Spanier zu kämpfen. Madrid, 29. Juni. Depeschen aus Manila vom 22. d. M. besagen: Boten, welche ausgeschickt waren, um eine 1000 Mann starke Abtheilung des Generals Monet aufzusuchen, sind unverrichteter Sache zurückgekehrt. Die Familie des Generals Augustin befindet sich noch immer in der Gewalt der Aufständischen. General Penar ergab sich mit ungefähr 1000 Mann, weil seine Soldaten fast alle Eingeborene sind, die zum Feinde übergingen. Nur wenigen Soldaten ist es gelungen, zu entkommen. Zahlreiche Spanier, darunter auch die Gouverneure von Babanka und Bulapan haben sich nach Cavite geflüchtet. Ueber 25000 Aufständische schließen Manila ein. Alle Verbindungen Manilas nach Außen hin sind abgeschnitten. Die Ankunft des spanischen Geschwaders wir ängstlich erwartet, weil die Lage unhaltbar ist. Kleine Schiffe der Aufständischen durchkreuzen die Bai, um die spanischen Gefangenen nach Cavite zu bringen. * Washington, 29. Juni. General Shaft er telegraphirte gestern Abend 9 Uhr von Siboney aus, er komme gut vorwärts, er habe eine vorgeschobene Position, drei Meilen von Santiago, besetzt, welche der Feind Tags zuvor aufgegeben hätte. * New=York, 28. Juni. Wie eine Depesche aus dem Lager von Sabamilla vom 27. Juni meldet, fanden Aufklärungspatrouillen der Aufständischen eine Leitung, wodurch Santiago mit Wasser versorgt wird. Da dieselbe unbewacht war, benachrichtigten sie hiervon General Wheeler, der sofort Pioniere entsandte, welche die Leitung ohne Widerstand zerstörten, sodaß Santiago jetzt auf Cisternenwasser angewiesen ist.— In Juragua wird von den Amerikanern ein ständiges Lazareth eingerichtet. Von Tanga sind 9000 Mann nach Key West abgegangen, um nach Santiago befördert zu werdenAndere Truppen werden noch folgen, sodaß die Armee Shafter's auf 30000 Mann gebracht wird. * Beking, 28. Juni. Ein kaiserliches Edikt ist gestern veröffentlicht worden, das den Direktor der HankauEisenbahn, Skeng, ernstlich tadelt wegen Verzögerung betreffs des Baues der Linie. Man nimmt an, Sheng werde in Folge dieses Ediktes gezwungen sein, in die Bedingung zu willigen, daß der französische Gesandte als Schiedsrichter fungtre, eine Bedingung, der sich das Tsungliyamen bisher energisch widersetzt hat. * Bokohama, 29. Juni. Das neue Cabinet ist wie folgt gebildet: Okuma Vorsitz und Auswärtiges, Itapaki Innerrs, Mashioa Finanzen, Ohige sandel Krieges und der Marine ist keine Veränderung eingetreten. schifffahrts=Angelegenbeiten. Ruhrort, 29. Juni.(Schiffsbewegung im Ruhrorter Hafen vom 28. Juni.) Angemeldet: 64 Schiffe leer, 5 Schiffe beladen mit 3957: Eisenerz, 2 Schiffe beladen mit 290; Getreide, 2 Schiffe beladen mit 518e andern Gütern. Abgemeldet: 8 Schiffe leer, 72 Schiffe beladen mit 16618; Steinkohlen, 4 Schiffe beladen mit 1060e Eisen= und Eisenwaaren, 2 Schiffe beladen mit 1106 anderen Gütern. Insgesammt 154 Schiffe, gut mm a. J. Am 27. Juni 1898 nach 2 Uhr passirten auf ihrer Fahrt rhein28. Juni vor 2 Uhr: ma Vorsitz und Auswärtiges, Itapaki Inneres, Mashioa Finanzen, gasti Gitetsu Justiz, Hayashi Yugo Post, Oishi Masaun] del. Ozaki Yukio Unterricht. In der Besetzung der Ministerien des Bernard Nooit gedacht (Raachbland Fidelite Herman Elisabeth Gertrude Christina Margaretha Maria Slikkerveer 2 Democritos Rachonng Hendrika Maria Elisabeth Memento Semper idem Madonna Hoffnungsstern Gabriel Helena Tot weerziens Ceres Eintracht Considentia Mathilde Victoria SiegePetri 2“ broders Riinbeurtvaart 16 Maria Risico Rosa Misstica Industrie, Handel und Verkehr. Berlin, 28. Juni. Der Börse fehlte es an Anregungen, daher kam es, daß sich der Verkehr äußerst schleppend in nahezu allen Verkehrsgebieten gestaltete und während der ganzen ersten Börsenstunde die Course kaum eine nennenswerthe Aenderung erfuhren. In zweiter Börsenstunde war der Bankenmarkt anziehend, Kohlenwerthe gebessert, Amerikaner ruhig. Fonds unverändert. Die Börse war im weiteren Verlause sehr zurückhaltend. Nachbörse schwach. Privathiscont 3“, Procezt, * Vom englischen Metallmarkt. Middlesbrough 25. Juni.(Nachdruck verboten.) Der in der Vorwoche am diesigen Platze bemerkbar gewesene flaue Ton, bildete auch in den letzten acht Tagen das Merkmal unseres Roheisenmarktes. Die Erzeuger messen indeß der gegenwärtigen Stille keine Bedeutung bei, einerseits, weil dieselbe um diese Jahreszeit nichts Außergewöhnliches an sich hat, und andererseits, weil sie noch für Wochen mit der Erledigung alter Abschlüsse zu thun haben. Die gesunde Gesammtlage der Dinge geht daraus hervor, daß die Ablieferungen und die Production einander die Waage halten, und somit dürften wohl auch Diejenigen nicht Recht erhalten, die der augenblicklichen Baissebewegung eine beträchtliche Weiterentwickelung prophezeien. Daß letztere Ansicht in den Kreisen der Haussespeculanten indeß einzudringen beginnt, bewiesen die von diesen in den letzten Tagen vorgenommenen Realistrungen. Nr. 3 Cleveland Roheisen entwickelte abermals Preisschwäche, und erzielte nur im günstigsten Falle 40 ad. per Tonne. Ostküste Hämatits erfuhren weder in ihren Notirungen noch ihrer allgemeinen Lage irgend welche Veränderung, da sie nach wie vor von der fallenden Tendenz des Warrantmarktes wenig oder garnicht beeinflußt werden. Rubioerz konnte zu 14 ad, per Tonne erstanden werden, da der Frachtsatz von Bilbao nach hier auf 5ed. herabging. Auf Fertigeisen und Stahl liefen wiederum keine nennenswerthen Bestellungen ein, was jedoch von den, auf Monate hinaus reichlich mit Arbeit versehenen Fabricanten kaum empfunden wird. Die Vorräthe in den hiesigen Connal'schen Lagerhär fern belaufen sich auf 91,800 Tonn. gegen 92.011 Tonn. in der Vorwoche und die Gesammtvorräthe von Hämatits auf 587,146 Tonnen gegen 587/882 Tonnen.— Manchester. Der Verkehr an der hiesigen Metalldörse ließ an Umsang viel zu wünschen übrig, ohne daß jedoch dadurch ein Druck auf die Roheisenpreise ausgeübt wurde. Hier und da verkauften wohl an Aufträgen knappe Händler unter den Marktsätzen; aber Producenten bestanden auf durchaus festen Preisen. Hämatits entwickeln nach wie vor größte Preisstetigkeit, und das Gleiche gilt von Fertigeisen.— Birmingham. Die Stimmung auf unserem Markte war eine ruhige, aber feste. Die Fabrikanten bereiten sich auf die Folgen des am 1. Juli in Kraft tretenden Arbeiterversicherungsgesetzes vor und beabsichtigen nach d.esem Zeitpunkt eine allgemeine Preiserhöhung durchzuführen. Roheisen blieb knapp, sodaß die Consumenten selbst zur Deckung des unmittelbaren Bedarfs nicht enügend Waare erlangen konnten. In Baueisen kamen umfangreiche Abschlüsse Jzu Stande. Bestes Stabeisen erzielte 7 Lstrl. 10 ah und Bessemer Knüppel 4 Lstrl. 15 ah bis 5 Lstrl. Im schwarzen Plattengeschäft ist noch immer kein Aufschwung zu verzeichnen, und einfache stellen sich unverändert auf 6 Lstrl. 5 ah bis 6 Lstrl. 7eh 64.— London. Die vorwöchentliche Abwärtsbewegung der Kupfernotirungen an der hiesigen Meialldörse entwickelte sich in den letzten acht Tagen noch weiter, und der Artikel notirt nun 49 Lstrl. 2 ah 6 a bis 49 Lstrl. 6 ah 3 d per Kasse; und 49 Lstrl. 11 2d S d bis 49 Lstrl. 12 ah 6 d per 3 Monat. Zinn stieg noch weiter auf 69 Lstrl. 10 ah bis 69 Lstrl. 12 ah 6 d per Kasse, und 69 Lstrl. 17 cb 6 4 bis 70 Lstrl. per 3 Monat.— Glasgow. Der Ton unseres speculativen Warrantsmarktes war ein recht ungewisser, was sich in der Preistendenz der verschiedenen Reheisensorten wiederspiegelt. Während da z. B. schottisches Roheisen auf 45 ch 9 d per Kasse, und 45 ah 11½ d per I Monat zurückgedrängt wurde, blieben Cleveland Eisen und Eumberland Rotterdam 5 Maria Anna Themis D. S. Stella D. S. Madonna Amalia Bertha Catharina Gutenfels Riinbeurtvaart 7 Dora Mathilde Fiducia batros Ruhrort 24 Hazewindus Remie van de Bisver Hulsman Vermeulen Weustenfeld Smit Brehm Wellens Biltzes Selbach Jansen Peters van de Waarden van der Pluism 140 —— Beckmans Bauwers Bal König Zimmermann Urmetzer Kok Gerritsen Teweij. Schwippert Romin Brouwer d Leeuwo. Weenen van de Noort Maas Böhringer Poppelier Kunstdünger Stückgut Mais Eisenerz Antwerpen Rotterdam Emmerich Rees Alsum Ruhrort Mais Eisenschlacken Eisenabfall Stückgut Hafer Weizen Eisenerz G5t Luik Antwerpen Rotterdam Domsdorf de Koning Schmitz Erlenbach Kirsch Urmetzer Bossers Ermes Ullrich A. Petr.=Gesells. 8 Walter Gerste Weizen Eisenerz Roheisen Stückgut Weizen Mais Baumwollkernmehl Straßensteine Roggen Eier Stückgut Mais Stückgut div. Getreide Harz Salpeter Stückgut Rogg. u. Weiz. div. Getreide Petroleum Ansterdam anbion Antwerpen Riga Danzig Rotterdam asiam Antwerpen Rotterdam Rheinhausen Hochfeld Luisburg gndun Neuß Köln Anderach Frankfurt Maunhtn Wasserstands=Nachrichten. Waldshut, 29. Juni. Rheinhöhe 7 Uhr Morgens 4,02 m.— 6.20 m. Süd=West=Wind, Nebel,+ 9° R. Kehl, 29. Juni. Rheinhöhe 7 Uhr Morgens 4/42 m+ 0.14 m. Süd=West=Wind, heiter,+ 9“ K. Mannbeim, 29. Juni. Rheinhöhe 7 Uhr Morgens 5,48 m.+ 0.12 u. Süd=West=Wind, hell,+ 11 R. Caub, 29. Juni. Rheinhöhe 7 Uhr Morgens 3/84. Süd=Wind, Nebelig,+ 14: B. Köln, 29. Juni. Rheinhöhe 7 Uhr Morgens 3,48 m+ 0,01 m. Nord=West=Wind, bewölkt,+ 12 K. Ruhrort, 29. Juni. Rheinhöhe 9 Uhr Morgens 2,99 m.+ 0/01 m. seit gestern Morgen 9 Uhr+ 14° C. Städtische Schwimm= und Bade=Anstalt. Am 28. Juni: Wasserwärme der Ruhr. Luftwärme: Barometer: Mittags 12 Uhr 14½° K. Mittags 12 Uhr 18“ R. Mittags 12 Uhr 769. Abends S„ 14½ R. Abends 8„ 15 R. Abends 8„ 709. Am 29. Juni: Morgens 3 Uhr 14° R. Morgens 8 Uhr 11“ R.] Morgens 8 Uhr 770. VEEPT Motten= pulver, Campher, Naphtalin,— Naphtalincampher, Moschus 0 eupscht PTrogerte zm rochen Krug G. Reichenbach, peb rer.„ Fe Landwehrstraße 17. 5— esihoster der erer Kaiserstraße 6 6. sucht junger Kaufmann in Ruhrort per 1. Juli. Off. u. H. M. 128 an die Expedition dfr. Ztg. Den Inserenten zur Nachricht, daß heute Abend einganzes Blatt zur Ausgabe gelangt. Somor zusvUrzisch Harmonie-Str. 39/41 RUHRORT Harmonie-Str. 39/41. Mein gesammtes Waarenlager bestehend aus Damen- u. Herren-Confection, Kleiderstoffen, Cattuns, Weisswauren, Leinen, Bertwaaren und veruigen betten gelangl von Preitag den I. Juni u„„ Zu His gekummt Bilngel. Preisen E Wunn— ar ODT BEUBEERSPT 879 Ein Posten Ein Posten Hemdentuche Kleidercattune per Mir. 10 pfe. 15, 18, 20 Pfg. per Meter 28, 25, 18, 14 p0 Posten per Mtr. 32, 30, 28, 25 22 P. Ein Posten 1 pt per Mtr. 40, 35, 28, 25 p Ein Posten Bettsiamosen per Meter 81, 28, 24, 19### Ein Posten Kinderschürzen per Stück 50, 35, 24 18 p. 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Da hiernach der Commercienrath Theodor Möller zu Brackwede die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhalten hat, so ist derselbe zum Reichstags=Abgeordneten für den 6. Wahlkreis des Regierungsbezirks Düsseldorf— Mülheim a. d. Ruhr=Ruhrort=Duisburg— gewählt worden. Mülheim a. d. Ruhr, den 28. Juni 1896. I.=Nr. 3791. Der Wahlcommissar: Conze, Antasicher Kontrath. Donnerstag den 30. Juni cr. Nachmittags 2 Uhr werde ich beim Wirth Terbrüggen in Bruckhausen 1 compl. Bett, 1 Rohrsessel, Mantelstöcke u. s. w. öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung zwangsweise versteigern. -Thomas, Gerichtsvollzieher in Ruhrort. Donnerstag den 30. dfs. Mis. Nachmittags 5 Uhr anfangend, werde ich in Neumühl beim Wirth Barlen eine große Partie Herren= und Damenstiefel öffentlich meistbietend zwangsweise gegen, Sgarzohtung versteigern. Gerichtsvollzieher in Ruhrort. Fräulein von Auswäts aucht Stellung zur Stütze der Hausfran. 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Dabei fällt denn manch böses Wort auf Seiten Derer, denen manch' theures Haupt fehlt, und unaufhörlich lassen sie ihren Zorn sich ergießen über die Treulosen, welche die Erwartungen nicht erfüllt und die Hoffnungen nicht verwirklicht haben. Wie es immer bei Beginn einer neuen Legislatur=Periode geht, wenn eine größere Anzahl neuer Männer in das Parlament einzieht, so ist man sich über die Stärke der einzelnen Parteien nicht völlig einig, und manche Gewählten werden von mehreren Seiten in Anspruch genommen. Erst wenn nach der ersten Session eine Klärung über die politischen Anschauungen der Neugewählten eingetreten ist, wird erkannt werden können, weß' politischen Geistes Kinder die neuen Männer sind. Besondere Aufmerksamkeit hat man den Berliner Wahlen entgegengebracht. Die deutsche Reichshauptstadt war im verflossenen Reichstage durch ein Mitglied der freisinnigen Volkspartei und durch fünf Socialdemokraten vertreten, und die Aussichten, daß es anders werden würde, waren nur sehr gering, besonders da sich die rechts stehenden Parteien in diesem Falle nur sehr ungerne dem Ruse „gegen die Socialdemokratie!“ fügten. Aber sie haben schließlich doch allen Parteihader bei Seite gesetzt und den Freisinnigen in drei Bezirken zum Siege verholfen. Wie ungemein unsicher aber der Ausfall des Wahlkampfes war, dafür zeugen die Resultate der Stichwahlen; im zweiten Berliner Wahlkreise ist der freisinnige Candidat mit nur 3 Stimmen gewählt worden und im fünften Wahlkreise mit 58 Stimmen Majorität. Diese Thatsache ist um so hervorstechender, als in beiden Wahlkreisen weit über 20.000 Stimmen abgegeben wurden. Bei dieser Gelegenheit wollen wir darauf hinweisen, daß allein in Berlin 42000 Wähler der Stichwahl ferngeblieben waren, trotzdem anzunehmen ist, daß auf Seiten beider Parteien die gewaltigsten Anstrengungen gemacht worden sind, die Wähler heranzuziehen. Daraus geht zur Evidenz hervor, daß die politische Gleichgültigkeit groß ist, und man darf leider annehmen, daß sie noch immer weiter an Umfang gewinnen wird. Hält man, soweit dies bis jegt möglich ist, Heerschau über die Gewählten, so kommt man zu dem Schluß, daß Alles hübsch beim Alten bleiben wird. Wenn auch eine kleine Verschiebung in dem Stärkeverhältniß der Parteien eintritt, so ist dieselbe doch zu unwesentlich, als daß sie von weitgehendem Einfluß sein könnte. Das Centrum, welches an Mitgliederzahl noch etwas zugenommen hat, wird auch künftig wieder bei allen Beschlüssen ausschlaggebend sein, da eine unbedingte Majorität für die Regierung nicht vorhanden ist. Schon jetzt wird die Frage in der Presse lebhaft erörtert, welche Compensationen das Centrum verlangen werde, wenn es künftig die Regierung wirksam unterstützt, aber diese Frage erscheint vorläufig müßig, umsomehr als die Regierung bisher in der Hauptsache den Forderungen des Centrums noch immer widerstanden hat. Viel haben die neugewählten Mitglieder des Reichstages ihren Wählern versprochen; hoffentlich entsprechen nun auch die Thaten den Worten! : Miategein zur Veniligng des Hersvoeriche. Ter schon in heutiger Morgenausgabe erwähnte zweite auf die Befriedigung des Wagenbedürfnisses im Herbst gerichtete Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten betrifft die Beaufsichtigung der Wagenausnutzung und des Wagenumlaufs durch die Eisenbahninspectionen und Eisenbahndirectionen. Mit dem Erlaß wird die Herbeiführung eines übereinstimmenden Ver ahrens und die Erzielung einer nach jeder Richtung hin durchgreifenden Wahrnehmung der Beaufsichtigung angestrebt. In der Aussichtsinstanz liegt die Fürsorge und Verantwortlichkeit für die Ausnützung und den rascheren Umlauf der Güterwagen in erster Reihe den Vorständen der Verkehrsinspectionen ob. Ihrer Aufgabe können diese Vorstände, wie der Minister der öffentlichen Arbeiten ausführt, nur dann gerecht werden, wenn sie durch häusige Revisionen auf den Bahnhöfen und Anschlußbahnen sich über das gesammte Beförderungswesen unterrichtet halten. Was dabei insbesondere zu beachten ist, zählt der Erlaß auf. Sodann heißt es in ihm u. A.Treien nach der gewonnenen genauen örtlichen Kenntniß des Beförderungsdienstes Mängel zu Tage, die nur im Benehmen mit den Vorständen anderer Inspectionen, namentlich von Betriebsinspectionen, beseitigt werden können, so hab n die Vorstände der Verkehrsinspectionen unverzüglich, und zwar thunlichst mü ldlich die nöthige Verständigung herbeizuführen. Ueber die Zuständigkeit der Inspectionen hinausgehende Anregungen sind, soweit erforderlich, gemeinsam mit den betheiligten anderen Inspectionsvorständen der Eisenbahndirection zu unterbreiten. Als Maßnahmen dieser Art werden je nuch den örtlichen Verhältnissen und Bedürfnissen namentlich in Frage kommen: Die Ausdehnung des Abferligungs= und Kassendienstes und des Ladeverkehrs in Zeiten des Verkehrsandranges, die Voraussendung ven Begleitpapieren, Vorausavisirung durch zweckentsprechende Vereinbarung mit den Frachtinteressenten, serner Fahrplanänderungen, insbesondere zweckmäßigere Regelung des Verkehrs mit den Nebenbahnen und der Bedienung von Anschlüssen, Anregungen für die Tisposition der Wagenbureaus 2c. zur Vermeidung von Gegenläufen u. dergl., die Abkürzung der Lade zeiten für Anschlüsse und Lagerplätze, die Einlegung von Bedarfszügen 2c. Ich vertraue, daß die Vorstände der Verkehrsinspectionen sich den vorstehend bezeichneten, wichtigen Aufgaben mit Eiser und Geschick unterziehen, insbesondere die örtlichen Revisionen oft und gründlich zu jeder Tages= und Nachtzeit vornehmen und namentlich in Zeiten des größeren Wagenbedarfs, sei es auf den Strecken des eigenen Bezir's, sei es in anderen Bezirken für den bestmöglichen Umlauf der Wagen Sorge tragen werden. Die Vorstände der übrigen Inspectionen haben innerhalb ihrer ebse 2 u. ier Aigel unheschahet, der ihnen in erster Linie obliegenden Sorge für die Betriebes, den Wagenumlauf dadurch zu fördern, daß sie auf eine sicht und zweckentsprechende Einrichtung des Rangirdjenstes, aus ein Linie obliegenden Sorge für die Sicherheit des dos sie auf eine scharfe, Auseine ausreichende Ladegeleise und Güterböden, Zugbetriebe, insbesondere auch auf die urchführung der Fern= und Turchgangsgüterzüge, auf die genügende snutzung, sowie rasche Beförderung der Arbeitswagen und der sicht und zweckentsprechende Einrschtung planmäßige Bedienung der Anschlüsse, Werkstätten, auf Vermeidung von Störungen prompte Du im Schulzusigtegeperde oder in deren Namen übertragen worden ist. Uebertragungsverfügung ein bestimmter Taa nicht angegeben, so entscheidend, an welchem der Lehrer die Verwaltung der Stelle Bauzwecken überwiesenen Betriebswagen, auf die Zulänglichkeit und Benutzbarteit der Laderampen, Ladestraßen, Ladegleise, Desinfectionsanlagen und der sonntigen für den Wagenverkehr in Betracht kommenden Betriebsanlagen ihr Augenmerk richten und namentlich in den Zeiten des starken Wagenbedarfs die gestörte Durchführung des Betriebes und die Anspannung aller Kräfte an Ort und Stelle überwachen. Den Eisenbahndirectionen werden folgende Aufgaben gestellt: Von den Eisenbahndirectionen sind nicht blos von Zeit zu Zeit Revisionen der bezeichneten Art auf den für den Wagenverkehr wichtigen Stationen vorzunehmen, sondern es ist auch die Geschäftserledigung bei dem Wagenbüreau sorgfältigst zu überwachen. Der zuständige Decernent hat täglich von den Wagendispositionen Kenntniß zu nehmen. Auffällige Erscheinungen bei den Meldungen und Anforderungen sind den Verkehrsinspectionen zur Verfolgung mitzutheilen, nöthigenfalls unmittelbar aufzuklären. Jährlich mindestens einmal haben die zuständigen Decernenten(für den Güterzugfahrplan und für die administrativen Wagenangelegenheiten) gemeinsam sich bei jeder Verkehrsinspection des Bezirks darüber zu unterrichten, daß die Aussicht über die Wagenausnutzung und den Wagenumlauf in zweckentsprechender und erfolgreicher Weise ausgeübt wird. Für die prompteste Behandlung der Wagenmeldungen und Wagenvertheilungen ist mit allem Nachdruck zu sorgen. Die in letzter Zeit vorgenommenen wesentlichen Vermehrungen und Verbesserungen der Telegraphenleitungen werden zur beschleunigten Erledigung dieser Geschäfte mit beitragen. Ferner ist im Zusatze zu§ 2 III der Bureauordnung für die Eisenbahndirectionen bereits nachgelassen, daß alle Telegramme über Wagenmeldungen unmittelbar an die das Wagenbureau bildenden Beamten gelangen und in derselben Weise auch erledigt werden können. Danach sind, worauf ich besonders aufmerksam mache, insbesondere auch die Telegramme über die Wagenvertheilung unmittelbar vom Wagenbureau aus zu befördern. Mit den Geschäften der Wagenvertheilung, also den eigentlichen Dispositionsgeschäften, dürfen nur solche Beamte betraut werden, welche eine genaue Kenntniß der Betriebs= und Verlehrsverhältnisse innerhalb des Tispostionsbezirks besitzen. Am Vortheilhastesten werden tüchtige Güterexpedienten oder Stationsassistenten des Abfertigungsdienstes, die auch im Betriebsdienst erfahren sind, hierzu heranzuziehen sein. Politische Nachrichten. Deutschland. Berlin, 29. Juni. Zur Revision der Unfall= und Invaliditäts=Versicherungsgesetze verlautet officiös:„Der Staatssecretär des Innern, Graf v. Posadowsky, ist auf Grund der umfassenden Erhebungen, die er in der Frage einer Revision der Unfall= und Invaliditäts=Versicherungsgesetze angestellt hat, zu der Ueberzeugung gelangt, daß eine gleichzeitige Umgestaltung beider Gesetze auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen müßte, und daß deshalb zunächst nur eines derselben einer Revision zu unterziehen sei. Er hat sich dafür entschieden, zunächst die Revision der Alters= und InvaliditätsVersicherung in die Wege zu leiten, weil die mit diesem Gesetz verbundenen Uebelstände als die größeren erscheinen und dringender eine Abhülfe erheischen als die Mißstände der Unfallversicherungsgesetze. Dabei leitet den Grafen v. Posadowsko zugleich der Gedanke, daß es später möglich sein würde, an die umgestaltete Alters= und Invaliditätsversicherung die umzugestaltende Unfallversicherung anzugliedern. Die gewerblichen Berufsgenossenschaften haben zwar im Allgemeinen sich bewährt und erfüllen die ihnen obliegenden Aufgaben gut. Sie arbeiten aber fast ohne Ausnahme mit einem sehr kostspieligen Apparat, der den minder Leistungsfähigen unter ihnen schwer drückende Lasten auferlegt. Jedenfalls kann jetzt bereits als sicher betrachtet werden, daß die Umgestaltung der Unfallversicherungsgesetze auf unbestimmte Zeit zurückgestellt ist, und daß der neue Reichstag zunächst ausschließlich mit der Revision des Invaliditäts= und Altersversicherungsgesetzes sich zu beschäftigen haben wird. — Anläßlich eines Specialfalles hat der Cultusminister eine Verfügung erlassen, welche sich mit der Berechnung der Dienstzeit der Lehrer und Lehrerinnen an den öffentlichen Volksschulen beschäftigt. Als Tag des Eintritts in den öffentlichen Schuldienst gilt darnach der Tag, von welchem ab die Verwaltung der Lehranstalt dem betreffenden Lehrer durch die ulaufsichtsbehörde oder i- deren Namen übertragen worden ist. Ist in der ist der Tag Stelle thatsächlich übernommen bezw. sich zum Antritte bei dem Orts= oder Kreis=Schulinspector gemeldet hat. Die Zahlung des Diensteinkommens von einem bestimmten Tage ab kann nur dann für die Berechnung der Dienstzeit entscheidend sein, wenn über den Tag des Eintritts Zweifel bestehen, die in anderer Weise nicht aufgeklärt werden können. Einen ebenso schönen als bedeutungsvollen Erfolg hat der Reichscommissar für die Pariser Weltausstellung, Geh. Regierungsrath Dr. Richter, bei einer gestrigen Besprechung über die Weltausstellung zu verzeichnen gehabt. Gestern hat hier unter Zuziehung von zwei vortragenden Räthen aus dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten eine Besprechung mit dem Vorsitzenden der Norddeutschen Wagenbau=Vereinigung Herrn van der Zypen=Köln und dem zweiten Vorsitzenden der Vereinigung, Herrn Grund=Breslau, stattgefunden, in welcher vereinbart wurde, daß die der Vereinigung angehörenden norddeutschen Wagenbauanstalten sich in corpore an der Pariser Weltausstellung betheiligen und ausstellen werden: einen Speisewagen, einen Salonwagen, einen Aussichtswagen, einen KrankenSalon=Wagen, einen D=Wagen 1. Klasse, einen Schlafwagen neuesten preußischen Lyps. einen Brief=Postwagen und eventuell noch zwei Wagen 2. und 3. Klasse. Auf dem Ausstellungsplatze werden hierfür 170 m Geleise zur Verfügung gestellt werden und im Ganzen für diesen Zweck 1700 Cm verwendet werden können. Die nächste Besprechung soll im October in Paris stattfinden. — Es ist erfreulich, wie die Bestrebungen für die Verbreitung der Volksund Jugendspiele, deren 3. deutscher Congreß am 2. und 3. Juli zu Bonn bevorsteht, eine immer weitere Anerkennung der maßgebenden Kreise finden. So schreibt die Medicinalabtheil ng des Kriegsministeriums an den Vorsitzenden des Centralausschusses, Abg. v. Schenckendorff in Görlitz unter dem 16. d. M.:„Euer Hochwihlgeboren beehre ich mich für die gütige Uebersendung des Jahrbuches für Volks= und Gesundheitsspiele meinen ganz erzebensten Dank auszusprechen. Ich möchte hierbei nicht verfehlen noch hinzuzufügen, daß ich meinerseits Ihren auf die Verbreitung der Volks= und Gesundheitsspiele gerichteten Bestrebungen ein um so lebhafteres Interesse entgegenbringe, als auch ich von der Ueberzeugung durchdrungen din, daß in diesen Spielen ein werthvolles Mittel für die Kräftigung unserer Jugend und damit auch für die Heranbildung eines brauchbaren und gesunden Ersatzes für unser deutsches Heer zu erblicken ist. In besonderer Hochachtung habe ich die Ehre zu sein Euer Hochwoblgeboren ganz ergebenster v. Coler, Generalstabsarzt der Armee und Ehef des Sanitätscorps.“ — Sollte das spanische Geschwader, das jetzt in Port Said angekommen ist, seinen Weg nach Manila fortsetzen, der noch etwa 6400 Seemeilen beträgt, so wird es die dortige amerikanische Flotte durch die beiden Monitors„Monterey“ und„Monadnock“ erheblich verstärkt vorfinden. Da die spanische Flotte die Rolle des Angreifers übernehmen muß, so wird die hohe Kampftüchtigkeit der sehr schwer armirten Monitors in ruhigem Wasser voll zur Geltung kommen. Der„Monterey“ wird jetzt schon vor Manila eingetroffen sein, und der„Monadnock“, der zum Theil von dem Kohlendampfer„Nero“ geschleppt werden soll, wird bereits von San Francisco aus die 6900 Seemeilen lange Reise angetreten haben. Das amerikanische Geschwader vor Manila besteht dann aus den geschützten Kreuzern„Olympia“,„Boston“, „Baltimore“,„Raleigh“, und„Charleston“, den Monitors„Monterey“ und „Monadnock“, den kleinen Kreuzern„Concord“ und„Petrel“ und zwei kleinen Tendern. Ein Troß von 3 Kohlendampfern, 2 Transportdampfern 1 Vorrathsschiff und 1 Truppenschiff steht außerdem noch dem Admiral Dewey zur Verfügung. Diesem Geschwader gegenüber werden die mit ungeübten Mannschaften besetzten Schiffe des Admirals Camara einen recht schweren Stand haben. Auch bleibt zu berücksichtigen, daß nach der Lahmlegung des spanischen Geschwaders im Hasen von Santiago de Cuba Amerika seine Drohung, seine schnellen Schiffe nach der europäischen Seite des Oceans zu senden, jederzeit wahr machen kann, was vielleicht die Rückehr der spanischen Manilaexpedition bewirken wird. iie Schleswig, 28. Juni. Der zum Oberconsistorialrath ernannte bisherige Oberpräsidialrath Hagemann in Schleswig tritt seine neue Stellung als vortragender Rath im evangelischen Oberkirchenrath am 1. Juli an. Großbritannien. London, 28. Juni. Unterhaus. Drage fragt an, ob der russische Finanzminister Odessaer Kaufleute benachrichtigt habe, daß Port Arthur als russisch betrachtet werde, und ob dies bedeute, das russische Waaren aus den Häfen des Europäischen Rußland in Port Arthur frei von den Zöllen seien, denen britische Waaren unterworfen seien. Redner fragt, ob die englische Regierung der russischen darüber Vorsteilung gemacht habe. Der Unterstaatssecretär des Auswärtigen Curzon erwidert: Ich habe von keiner solchen Mittheilung gehört, auf die in der ersten Frage hingewiesen ist, und kann daher nicht sagen, was sie bedeutet. Port Arthur ist nie ein Vertragshafen oder Handelshafen gewesen. Macdonald meldete, daß die Leuchtthurmbeamten in Lioatieschau entlassen und durch Russen ersetzt seien. Der Leuchtthurm befinde sich auf dem an Rußland verpachteten Gebiet. Der chinesische Leuchtthurmdienst sei ein Zweig des chinesischen Zollwesens. Walton fragt, ob die Regierung auf der Erschließung der iniernen Schifffahrt auf allen chinesischen Flüssen bestehen wird, sn daß englische Waaren in britischen Schiffen nicht nur den Vertragshäfen, sondern allen Flußhafenstationen im ganzen innern China zugeführt werden können und damit das ursprüngliche Abkommen ausgeführt wird. Curzon erwidert, die britische Regierung werde darauf bestehen, daß die fraglichen Reglements in befriedigender Weise revidirt werden. London, 28. Juni. Die„Evening News“ meldet aus Manila vom 24. Juni: Der Generalgouverneur erließ eine Proklamation, worin er sagte, daß die Deutschen sicherlich die A: erikaner davon abhalten werden, die Stadt zu bombardiren und zu nehmen. Eine spanische Flotte sei unterwegs. Die Deutschen würden ihr helfen, die Amerikaner aus dem Hafen zu treiben.(?) Der Correspondent führt aus, daß die Spanier sich hauptsächlich darum nicht ergeben, weil sie auf das deutsche Geschwader Hoffnungen setzen, sie erwarten sogar, daß Prinz Heinrich mit den Kriegsschiffen„Gesion“ und„Deutschland“ kommt. Provinzielle Nachrichten. Duisburg, 29. Juni.[Ein beklagenswerther Unglücksfall) ereignete sich, wie die„Rh= u. Rztg. schreibt, gestern Abend auf der Werthauserstraße. Oberhalb der„Bockhalle“ fuhren um diese Zeit ein Wagen der electrischen Straßenbahn und ein Karren aneinander vorüber Hinter dem Letzteren sprang ein dreijähriger Junge hervor, welcher die Geleise der Straßenbahn als Spielplatz ausersehen hatte; das Kind gerieth direet unter den Straßenbahnwagen, Seschr se Nach Aussage der Zeugen Nutm weichen a ab derwangngen muche. Michael des Tagelöhners Jakob Dedy, Sedanstraße. triffi den Wagenlenker nicht die geringste Schuld. Mülheim a. d. Ruhr, 27. Juni.(Zu den Pferderennen], die am Sonntag, den 3. Juli, auf den Kleinkemm'schen Weiden bei Saarn stattfinden, sind Nennungen recht zahlreich eingelaufen. Vorgesehen sind: 1. Vereinstrabreiten, 2. Hürdenrennen, 3. Union=Club=Steeple=Chase, 4. Vereins=Flachrennen, 5 Flachrennen, 3. Ruhrthal=Steeple=Chase. Alstaden, 27. Juni.[Rohheit.] Heute gegen 4 Uhr un de hier an der alten Zechenbahn wieder einmal eine Affaire ausgefochten, wober Schuß=, Stichund Hiebwassen die Hauptrolle spielten. In dem dort vor dem Schmitz'schen Grundstück gelegenen Straßengraben lagerten mehrere junge Leute, die einem Preisturnfeste beigewohnt hatten. Eine vom Balle zurückkeh ende Gesellschaft wurde ohne jegliche Veranlassung angerempelt und mißhandelt. Während es fast Allen gelang, sich durch die Flucht zu retten, hielt man den jungen Bergmann Wilhelm Iland fest und ließ an demselben die Wuth aus. Außer einem Schuß in die Brust wurde der Mann noch durch Stiche und Schläge am Kopfe verletzt, sodaß Iland zusammenbrach und nach seiner nahen Wohnung gebracht werden mußte. Einige der Thäten sind erkannt worden; der Hauptthäter soll bereits verhaftet sein. Lünen, 27. Juni.[Das junge Mädchen,] welches sich vor einigen Tagen hier in der Lippe ertränkt hat, heißt Hedwig Clashaus und stammt von Dortmund. Bis heute ist die Leiche nicht gelandet worden. Frechen, 27. Juni.(Verschüttet.] Gestern spielte das einjährige Töchterchen des Maurers Rausch in einem nahe gelegenen Hohlwege, als sich plötzlich eine Erdmasse löste und das Kind, sowie einen Knaben vergrub. Auf das Hülfegeschrei der übrigen Kinder eilten Arbeiter herbei, um die Verschütteten zu befreien. Das Mädchen konnte nur als Leiche herausgeschafft werden, während der Knabe mit wenigen Quetschungen davonkam. Düsseldorf, 28. Juni.[Hoffnungsvolle Jugend.] Der Sohn einer hiesigen achtbaren Familie, der bereits im vergangenen Jahre, kurz vor seinem Examen zum einjährig=freiwilligen Dienst, aus reiner Abenteuerlust mit einem Genossen eine Excursion in die weite Welt machte, wobei die Beiden wegen Zechprellerei mit der Polizei vertraut wurden, ist vor Kurzem wieder mit demselben Genossen vor hier mit einer bedeutenden Summe seiner Mutter durchgegangen. Jetzt kommt von der französischen Polizei die Nachricht, daß man ihn in der Nähe von Paris bei Gelegenheit eines schweren Diebstahls verhaftet hat. Auf seinen Complicen, den er als Graf Saly bezeichnete, der aber jedenfalls der erwähnte Genosse aus hiesiger Stadt, ebenfalls Sohn achtbarer Eltern ist, fahndet die französische Polizei noch. Barmen, 27. Juni.[Durch überreichlichen Genuß! des gegen Gicht oft angewandten Mittels lignor solchicl compozitus hat sich hier ein 25 jähriger Gemüsehändler vergiftet. Der Leichtfinnige nahm, obwohl ihm die Gefährlichkeit des Mittels auseinandergesetzt wurde, eine beträchtliche Menge der Flüssigkeit, weil er meinte, sein Körper könne dies vertragen. Einige Stunden nachher stellten sich aber Vergiftungserscheinungen ein, und er stard trot angewandter Gegenmittel. Osterath. 27. Juni.[Ueberfahren.] In der vergangenen Nacht ist, wie die„N. B.=Ztg.“ meldet, im hiesigen Bahnhof ein Mann von einem Güterzuge überfahren und getödtet worden. Der Mann hatte vorher in einer unweit vom Bahnhof gelegenen Weichenstellerbude Nachtunterkommen zu erhalten gesucht, was ihm nicht gelang. Er erzählte dabei, daß er Heizer bei der Bahn sei und heute früh 5 Uhr in Neuß Dienst habe. Vermuthlach hat er, da ein Personenzug nicht mehr abging, versucht, auf den fahrenden Güterzug zu springen und ist dabei verunglückt. Sokales Aus dem Kreise Ruhrort. * Ruhrort, 28. Juni. Amtlich festgestelltes Wahlresultat Duisburg=Mülheim=Ruhrort. Die heute Vormittag durch den von der königlichen Regierung zum Wahlcommissar für den Wahlkreis DuisburgMülheim=Ruhrort ernannten Herrn Landrath Dr. Conze vollzogene amtliche Feststellung der Reichstagsstichwahl vom 24. Juni d. Is. hat Folgendes ergeben: Es wurden im Reichstagswahlkreise Duisburg=Mülheim=Ruhrort abgegeben: Gültige Stimmen insgesammt 57540. Davon erhielten Herr Commereienrath Theodor Möller 29476, Sattlermeister Peter Molz 27831. Ungültige Stimmen 233. Herr Theodor Möller=Brackwede ist also mit einer Mehrheit von 1645 Stimmen zum Reichstagsabgeordneten des Wahlkreises Duisburg=Mülheim=Ruhrort gewählt. k. Ruhrort, 29. Juni. Wie allerorts so rüftet sich auch hier der„Allgemeine Ruhrorter Turnverein(Mitglied der deutschen Turrerschaft), um Theil zu nehmen an dem am 2., 3. und 4. Juli in Duisburg stattfindenden Gauturnfest des Ruhrgaues, Eine stattliche Zahl von Turnern wird obigen Verein vertreten und hoffentlich wird dem Einzelnen als Lohn für seine lange Uebung und Mühe auf dem Turnplatz ein Eichenkranz. Nach dem uns vorliegenden Festprogramm verspricht das Gauturnfest ebenso großartig wie abwechselungsreich zu werden. Die Hauptpunkte des Programms mögen hier hereanig Kanen aicd eue Mlsetuns hack lse Kesin beschete turnens. Von 11—1 Uhr: Großes Concert. ½.1 Uhr: Fest=Essen im Saale der Schützenburg. Nachmittags ½ 3 Uhr: Aufstellung des Festzuges. Begrüßung, danach Festzug. 4 Uhr: Ankunft auf dem Sportplatze; daselbst Aufmarsch, Massen Eisenstabübungen, Mustexriegenturnen, Wettspiele für Schleuder=, Futund Faustball, Aufmarsch und Freiübungen der Damenriege der„Turnervereinigung.“ Abends 8 Uhr: Vertheilung der Kränze an die Sieger. Nachdem: Großer Turnerball. Montag den 4. Juli: Vormittags Symphonieconcert, Nachmittags 4 Uhr Schauturnen, Abends Fest=Ball. Bei schlechtem Wetter findet das Musterriegenturnen in den Turnhallen des Realgymnasiums, der Mittelschule und des Burgackers statt. * R u h r o r t, 2 9. J u n i. D a ß v i e l e L e u t e d e r e l e c t r i s c h e n S t r a ß e n b a h n g e g e n über noch immer sehr sorglos sich benehmen, konnte man gestern Morgen in der Königstraße sehen. Zwei Frauen standen, in interessantestem Gespräch begriffen, witten zwischen den Schienen einen herankommenden Motorwagen trotz allen Schellens erst im letzten Augenblick bemerkend. Beim Beiseitespringen stolperte eine der Frauen; sie wäre zweifellos unter den Wagen gerathen, wenn nicht ein Vorübergehender hinzugesprungen und sie zur Seite gerissen hätte. Darum nochmals: Vorsicht! Ruhrort, 29. Juni. Ein betrunkenes Individuum, welches gestern in schamloser Weise in der Altstadt sich umhertrieb, wurde festgenommen. Ruhrort, 29. Juni. Den Besuchern, der städtischen Badeanstalt ist durch Aufschüttung des längs der Ruhr vorbeiführenden Futzweges mit grobem Kies gerade keine Annehmlichkeit geboten worden. Es wird sich empfehlen, den Kies mit Sand zu bedecken und feststampfen zu lassen, 4— 8 Ruhrort, 28. Juni. Im Regierungsbezirk Düsseldorf kamen in der Zeit vom 12. Juni bis 18. Juni folgende ansteckende Krankheiten zur Anmeldung: Darmtyphus 14(1), Genickstarre 1, Masern 190(3), Scharlach 29(4), Diphtherie 63(8), Kindbettfieber 4(—). Hiervon entfallen auf den Kreis Ruhrort: Darmtyphus1(—), Masern 69(—), Scharlach—(1), Diphterie 1(—), Kindbettfieber 1(—), auf den Kreis Moers keine. Die eingeklammerten Zahlen bedeuten die Todesfälle. 4..#ucetteniagen mrdem Eichnr un Ar * Meiderich, 28. Juni. Die Bahnhofsanlagen werden wieder um ein neues Gebäude vermehrt, das am Bahnhofsplatz errichtet wird und als Magazin Meiderich, 29. Juni. Dem Vernehmen nach werden in diesem Jahre die bwöchigen Herbstferien der hiesigen Volksschulen ganz mit den großen Ferien der höheren Schulen zusammenfallen. H Laar, 27. Juni. Im Saale der Flora beging gestern der evanJabresfest, woran die biesige Bür„„„ * ae W7 heng riggige Beig um Auchlthgg um mit dem gemeinschaftlichen Gesang unter Posaunenbegleitung:„Lobe den Herrn.“ Alsdann folgte eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende Begrüßungsansprache des Präses des Vereins, Herrn Pastor Haberland, welcher einen Rückblick auf das Entstehen des Vereins gab und die Zwecke desselben schilderte. Der Herr Festredner verband mit seinen schönen Ausführungen die Bitte, dieser guten, theuren Sache immer treu bleiben zu wollen und stets tapfer zusammen zu halten gegen alle Feinde. Bei dem gemeinschaftlichen Kaffeetrinken wurde die Gesellschaft durch Declamationen und Vorträge des Beecker Zithervereis und des Posaunenchores auf's Beste unterhalten, sodaß die Stunden zur## schnell verflossen. Mit einem schönen Schlußgesang endete gegen ½8 Uhr geliche Jänglingsverein, sein 1. Jahresfelt, waran die Biechegohse gerschaft lebhaft betheiligt war. Nachdem Herr Pastor Ufer aus Oberhausen im Vormittagsgottesdienste schon auf die Bedeutung des Festtages hingewiesen hatte, begann die ebenso schöne als würdige Feier am Nachmnittage um 3 Uhr 8S4. das Fest, worauf jeder Theilnehmer noch lange mit Genugthuung zurückblicken wird. b Stockum Beeck, 28. Juni. Ein ebenso schönes als gesundes Vergnügen bereitete der evangelische Bürger= und Arbeiterverein seinen Mitgliedern und deren Famitien durch einen Ausflug nach Kettwig. Bei herrlichstem Wetter erfolgte ams Sonntag Mittag um 1 Uhr der Aufbruch; der Gesangverein„Quartett“ hatte es sich nicht nehmen lassen, die Gesellschaft, 80 Parsonen, zu begleiten und durch Vortrag eimger Lieder die Stunden angenehmn zu verkürzen. Nachdem in der Flora dei Herrn Wirth Kluth der Raffee gemeinschaftlich eingenommen worden war, wurden unter Führung ortskundiger Personen einige Abstecher partieenweise in die umliegenden Wälder und Berge ausgeführt, von welchen man eine wunderschöne Fernsicht auf die umltegenden Städte und Ortschaften genoß. Leider schwand die Zeit zu schnell dahin; um 8 Uhr Abends wurde die Heimfahrt angetreten und wird allen Theilnehmern diese Reise noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. 1 Sceck, 27. Juni. Am 29. d. M. findet hierselbst ein Schweinemarkt statt, worauf wir Interessenten an dieser Stelle aufmerksam machen. ½ Hamborn, 28. Juni. Der heute hier abgehaltene Wochenmarkt war wiederum sehr gut beschickt, edenfalls waren zahlreiche Marktdesucher anwesend." 2—* X Hamborn, 28. Juni. ein mit Kleemähen beschäftigter Arbeiter verletzte sich durch einen Sensenschnitt derart an den Füßen, daß er ärztliche Hulse in Anspruch nehmen mußte. ½ Hamborn, 29. Juni. Der hiesige Veteranen=Verein wird am 10. Juli d. J. im Vereinslokale bei Reinartz sein Fahnenweihfest feiern. ½ Marxlob, 28. Juni. Gestern Vormittag hatte ein von Bruckhausen kommender Radfahrer das Unglück, mit seinem Rade zu stürzen und in den an der Provincialstraße laufenden mit Wasser gefüllten Graben zu gerathen. Der Hineingefallene konnte demselden pudelnaß entsteigen und so seinen Weg weiter fortsetzen. 4 Buschhausen, 27. Juni. Das hiesige landwirthschaftliche Casino wird wie in den Vorjahren auch in diesem Jahre ein Erntefest veranstalten, dehufs einer Besprechung hierüber wird am 29. Juni im Vereinslokale eine Sitzung abgehalten werden. Die Commission besteht aus dem jetzigen Vorsitzenden Herrn Schulte=Ostrop, ferner den Herren Schöter, Klaffke, Bruckmann, Krumpen, Baumeister Hagemann und Müllenbrück. 4 Schmachtendorf, 27. Juni. Wie wir hören, soll der schon längst gehegte Wunsch, eine eigene Postagentur zu besitzen, doch in Erfüllung gehen. Jeder Einwohner hiesigen Ortes würde dies mit Freuden begrüßen. Dinslaken, 28. Juni. Das in bester Weise vordereitete Jubelfest des Gesang Vereins„Eintracht" hierselbst ist vorüber und die Mitglieder können mit dem Verlauf desselben zufrieden sein. Sonntag=Vormittag 6 Uhr kündete Böllerschießen den Beginn des Festes an und um 11 Uhr marschirten die Vereine„Eintracht" und„Cäcilia" unter Vorantritt der Capelle des InfanterieRegiments Nr. 57 vom Vereinslokal zum Festzelt. Hier wurde dem festgedenden Verein zunächst das von den Damen der Mitglieder gestiftete Fahnenband überEine junge Dame heftete nach kurzer, in Versen gehaltenen Ansprache das chre. e den S# Eine begeisterte Rede des Präsidenten und ein donreicht. Band an die Vereins irndes Hoch dankte ven Spenderinnen. Das, folger Infanterie=Capelle gelangte in gediegener Weise zur Ausführung. Nachmittags 4 Uhr bewegte sich nach Begrüßung der erschienenen fremden Vereine ein stattlicher Festzug durch die schön geschmückten Straßen hiesiger Stadt. Bei Beginn des Nachneertes begrüßte Herr Präsident Schumacher nochmals die fremden Veraus. Vereine ihr Können und Streben zeigten, brachte Herr Bürgermeister Berg in kernigen Worten den Kaisertoast aus, in welchen alle Anwesenden begeistert einstimmten. Ein fröhlicher Ball bildete den Schluß des Hauptfesttages. Am gestrigen Tage fanden sich wieder viele fröhtiche Gäste zum Morgenconcert ein, welches bald alle Anwesenden in fröhlichste Stimmung versetzte. Am Nachmittag vereinigten sich die Damen zu einem gemüthlichen Kaffeekränzchen. Das anschließende Concert bot in musikalischer Hinsicht noch manchen Genuß, indem der Verein Eintracht und die angeführte Capelle noch Lieder bezw. Musikstücke in exacter Weise zum Vortrag brachten. Ein Vall vereinigte dann nochmals Jung und Akt um der fröhlichen Tanzkunst zu huldigen und mancher frohe Sangesbruder wird das Festzelt erst mit Morgengrauen verlassen haben. Das in jeder Hinsicht gediegene Fest verlief ohne jeden Mißton und wird dasselbe voraussichtlich nicht wenig zum weiteren Blühen, Wachsen und Gedeihen des Männer=Gesang=Vereins„Eintracht" beitragen. = Dinslaken, 27. Juni. In vergangener Nacht wurde in hiesiger Stadt ein ruhig seines Weges gehender Herr von 4 Personen überfallen und durch Stockschläge mißhandelt. Der thatkräftigen Hülfe eines Freundes ist es zu verdanken, daß der Ueberfallene keine schweren Verletzungen davontrug. = Dinslaken, 27. Juni. Am gestrigen Tage mußte ein Raufbold verhaftet werden, weil er sich in einem Streite dem dienstthuenden Polizeibeamten widersetzte und dessen Uniform beschädigte. Aus dem Kreise Moers. Vergheim, 27. Juni. Der Reiterverein Ziethen hielt gestern sein diesjähriges Wettrennen auf der Wiese des Herrn B. Peschmann hierselbst ab. Pünktlich versammelten sich die Reiter im Vereinslokale bei Herrn W. Bendmann in Trompet, wo bei Concert Empfang der Gäste stattfand. Beim Dressurreiten erhielten Gerh. Pliß=Kohlenhuck den 1., Heinr. Lötters=Kohlenhuck den 2., Gerh. Bremer=Saalhoff den 3. und Reinartz=Rheinberg den 4. Preis. In dem nachfolgenden Trabreiten, für Pferde jeden Schlages, erhielt den 1. Preis Gerh. Vongardts=Asterlagen, den 2. Joh. Roland=Styrum und den 3. Ludw. KochOberhausen. Hierauf folgte ein Flachrennen, für Pferde jeden Schlages. Als erster Sieger ging durch's Ziel Carl Becker=Oberhausen; das gleich nachfolgende Pferd des Reitbahnbesitzers Spillner aus Duisburg scheute kurz vor dem Ziele, vor einem Hunde, so daß der Reiter die letzte Stange fehlte, daher demselben der Reitregel gemäß kein Preis zuerkannt werden konnte. Es erhielt daher Fritz Wortmann=Oberhausen den 2. und Diedr. Barsfeld=Hiesfeld den 3. Preis. Jetzt folgte ein Vereinstrabreiten für Pferde jeden Schlages; hier erhielt Gerh Bongarbts=Asterlagen den 1., Joh Fütel=Bergheim den 2., Balth. Stevens=Bliersheim den 3., Gerh. Terhardt=Essenberg den 4. und Diedr. Bendmann=Trompet den 5. Preis. Im Vereinsflachrennen erhielten Joh. Roland Styrum den 1., Diedr. Barsfeld=Hiesfeld den 2., Gerh. Bongardts=Asterlagen den 3. Preis. Im Vereinstrabreiten für Pferde kalten Schlages gingen als Sieger hervor Joh. Roland=Styrum mit dem 1., Balth. Stevens=Bliersheim mit dem 2. und Herm. Maus=Hochstraß mit dem 3. Preise. Den Schluß bildete ein Hürdenrennen; es mußten 6 Doppel= und 6 einfache Hürden genommen werden, und erhielten Fritz Wortmann=Oberhausen den 1., Joh. Roland=Styrum den 2. und Diedr. Barsfeld=Hiesfeld den 3. Preis. In diesem Rennen stürzte der Sohn des vorerwähnten Herrn Spillner aus Duisburg und wurde so unglücklich gegen einen Pfahl der Umzeunung geschleudert, daß er einen schweren Schenkelbruch erlitt. Außer diesem stürzte noch ein Reiter, wobei Pferd und Reiter nur leichte Quetschungen davongetragen haben.— Die Vertheilung der Preise erfolgte in dem neben der Wiese erbauten großen Zelte. Nachdem nun Herr Burgermeister Lauer den Kaisertoast ausgebracht hatte, verlas Herr Rechnungsrath Janssen den preisrichterlichen Beschluß und endete mit einem Toast auf die Sieger und Reiter. Als hierauf nun die Vertheilung und Auszahlung der Preise erfolgte, begann der Reiterball, welcher die Festtheilnehmer in gemüthlicher und freudiger Stimmung beisammen hielt. Aus dem Gerichtssaale. Coblenz, 25. Juni. Das Urtheil in einer interessanten Weinfälschungsangelegenheit wurde am Donnerstag in der Sitzung der Strafkammer gefällt. Bereits am 16. d. M. hatte die Strafkammer gegen den Kaufmann Martin Baumann in Mainz, früher in Kreuznach wohnend, und Vernhard Dubois, früher ebenfalls zu Kreuznach wohnend, verhandelt, welche angeklagt waren, gemeinschaftlich in Kreuznach Weißwein durch Zusatz von Glycerin gefälscht zu haben. Die Verhandlung gewährte einen Einblick in die Geheimnisse gewisser unterirdischer Geschäfte. Kleine Frankenweine wurden angekauft und Rosinen dazu, und durch Zusatz der Rosinenbrühe wurde aus 600 1 Naturwein ein Stucksaß von 1200 l gemacht. Auch Glycerin wurde zur Fabrikation verwendet. Unter den Zeugen befand sich eine Anzahl, welche theils Rosinen, theils Rosinenwein von den Angeklagten bezogen haben. Von acht bei den Angeklagten entnommenen Proben wurden sechs als gesälscht besunden. Dubois, dem nichts nachgewiesen werden konnte, wurde freigesprochen, Baumann dagegen zu 3 Monaten Gefängniß und 150 Mark Geldbuße verurtheilt. St. Johann, 27. Juni. Das Landgericht in Saarbrücken verhandelte heute als Berufungsinstanz des Beleidigungsprocesses Stöcker=Stumm wegen der bekannten, im April 1896 in Neunkirchen gehaltenen Rede Stumm's. Vom Amtsgericht Neunkirchen war Stumm freigesprochen worden, wegen Wahrung berechtigter Interessen. Nach der heutigen eingehenden Verhandlung, wobei Stöcker zugegen war und Manches in einem anderen Lichte erschien, vertag das Gericht den Urtheilsspruch auf acht Tage.— Gleichzeitig wurde der B leidigungsproceß Stöcker=Schwuchow in zweiter Instanz verhandelt, da Beide gegen das erste Urtheil, das gegen Schwuchow auf 200 Mark, und auch für Stöcker nicht ganz günstig lautete, Berufung eingelegt. Auch hier erfolgte die Vertagung des Urtheils auf nächsten Montag. Posen, 27. Juni. Die hiesige Strafkammer verurtheilte heute den verantwortlichen Redacteur des polnischen Wochenblattes„Praca,“ Anion Lipinski, wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen, nämlich der Ansiedelungscommission und des Staatsministerialerlasses vom 12. April 1898, zu einer Zusatzstrafe von einem Monat Gefängniß. Bayreuth, 28. Juni. Vom Schwurgericht wurde heute Katharina Wunderlich, 21 Jahre alt, Landwirthin in Korversdorf, die ihren 25jährigen Ehemann mit Beilschlägen im Schlafe überfiel, bewußtlos machte und in einer Jauchengrube ertränkte, um das Anwesen allein zu erhalten, wegen Todtschlags zu 14 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Vermischtes. — Berlin, 26. Juni. Für den Großen Preis von Deutschland der am 14., 18. und 21. August auf der Kurfürstendamm=Radrenn bahn(am Bahnhof Charlottenburg) zum Austrag kommt, sind jetzt die Propositionen bekannt gegeben. Der Große Preis repräsentirt einen Werth von 16 500 Mark, von denen der Sieger 8000 Mark, der Zweite 3000 Mark, der Dritte 1000 Mark und der Vierte 500 Mark erhält, während die übrige Summe auf Entschädigungs und Trostfahren der Nichtplacirten im Großen Preise, auf einen Großen Tandemprais 2c. entfällt. Auch für Mitglieder des nutschen Radfahrer=Bundes ist ein großer Herrensahrer=Preis in Höhe von 1000 Mark vorgesehen, von denen der Sieger allein einen Ehrenpreis von 500 Mark erhält. Die Gesammtsumme der Preise für das dreitägige Meeting, hrigen Berliner radsportlichen Veranstaltungen ihren Höhe= Mittwoch Abend gegen 11 Uhr sprachen im Hotel u. bezissert sich auf 23000 Mark. burg am Spandauerberg zwei junge Leute vor. Juni. Der„Börsencourier“ nimmt mit Vorbehalt Notiz Fechtner und die 16jährige Margarethe Gleve, u Am Donnerstag Morgen sielen in dem Zu sie in welchem die diesjäh. punkt erreichen dürsten, — Berlin, 28. Juni. Der„Börsencourier“ nimmt mit Vorbehalt Notiz von einem Gerücht, wonach mit Sarah Bernhardt wegen eines Gastspiels am hiesigen Königlichen Schauspielhause verhandelt werde. ie Hamburg, 28. Juni. Der neuerwählte Präsident der Vereinigten Staaten in Brasilien, Excellenz Dr. Manvel Ferraz de Campos Salles, dessen Regierungs Periode am 15. November dieses Jahres beginnt, wird auf seiner Rundreise durch die Staaten Eurepas auch nach Deutschland kommen und hier in Hamburg voraussichtlich am Donnerstag, 30. Juni, eintresfen. Der Präsident wird einem ihm zu Ehren vom Senat und von der Handelskammer gegebenen Festessen beiwohnen und dann nach Berlin weiterreisen. dc. Hamburg, 27. Juni. Das Besinden des Rittmeisters, Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg(Garde=Kürassier), der gestern bei dem Orradian JJagdrennen nach Rehmen aller Hindernisse beim zwetten Tridünensprung zu Falle kam und dabei einen Hufschlag des von ihm gerittenen Pserdes„Chantry Post“ erhielt, ist befriedigend. Der Herzog kann voraussichtlich in 4 bis 5 Tagen als geheilt abreisen; er liegt z. Z. im Hause des Barons Heinrich von Ohlendorfs. Der Huf traf die Portien rings um das eine Auge, das dick geschwollen ist; die Wange mußte genäht werden. Ein großes Gluck ist es, daß der Schlag nicht die Schläse getrosfen hat. — Hamburg. 25 Juni. Ein Aufsehen erregendesstrafrechtliches Verfahren ist gegen die in der Paulstraße domicilirte„Hypotheken= und Gewerde=Bank“ eingeleitet worden. Der Thatbestand ist folgender: Vor etwa 8 Jahren wurde hier von einem Färder ein Verein für Mieths= und Zinsverbilligung" gegründet. Der Färder wurde damals wegen betrügerischer Manipulationen verurtheilt. Nach Verdüßung seiner Strafe im Jahre 1892 wandelte er den Verein dann in die oben erwähnte Bank um. Als Director fungirte ein Productenhändler“, sein„Beistand“ war der Director einer hiesigen Beisitzer“ standen diesen ein Gärtner und ein früherer Gerichtsdiäktar zur Seite. Die Buchführung befand sich in den Händen eines früheren Gerichtssecretärs. Alle, außer dem Director der verkrachten Bank, hatten vom Bankwesen und von Bankgeschäften keine Ahnung. Die„Bank“ soll ein Bankvermögen überhaupt nicht besitzen; sie hat eine Anzahl von Agenten angestellt, die in Ost= und Westpreußen herumreisten und den Leuten Hypotheken=Darlehen anboten. Von den Geldbedürftigen hatten sie sich Provisionen in Höhe von 10—50 Mark vorher zahlen lassen unter dem Vorgeben, sie seien Vertreter einer der besten Hypothekenbanken Hamburgs. Die Bank soll aber nie in der Lage gewesen sein, Hypothekposten oder Baargelder anzuschaffen. Das Burean ist polizeilich geschlossen, die Bücher, Schriften, Briefe u. s. w. sind beschlagnahmt worden. de Hamburg, 23. Juni. In der letzten Nacht versuchten die strikenden Bäckergesellen in verschiedenen Theilen der Stadt, die Brodträger davon abzuhalten, Brod aus denjenigen Bäckereien zu entnehmen, über die der Boycott verhängt worden ist. In mehreren Fällen sind die Brodträger mißhandelt worden, theilweise mußten Schutzmannschaften zur Aufrechterhaltung der Ordnung requtrirt werden. de. Neuhaus a. Elde, 28. Juni. Ein unliebsamer Auftritt, der großes Aufsehen erregt, hat sich hier bei Gelegenheit der Stichwahl während der Feier des hiesigen Schützenfestes ereignet. Im Schützenzelte saßen an einem Tische der erst kürzlich hierher versetzte Amtsrichter Dernte und der Rittergutsbesitzer von der Decken=Bellin. Beide unterhielten sich lebhaft über die Wahl. Sie geriethen hierbei in einen immer lebhafter werdenden Wortwechsel, in dessen Verlauf v. d. Decken der Ausdruck Schw.....nd entschlüpfte. Amtsrichter Dernte entgegnete hierauf:„Dafür haben Sie eine Maulschelle verdient." Jetzt sprang v. d. Decken erregt auf und versetzte dem Amtsrichter eine Ohrfeige. Amtsrichter Dernte erwiderte dieselbe alsbald so kräftig, daß v. d. Decken zur Erde stel. Am nächsten Tage überbrachte der Bruder des Rittergutsbesitzers d. Decken=Preten, dem Amtsrichter eine Dernte hat die Forderung Staatsanwaltschaft Anzeige Vorfall erstattet. ke. Schwerin, 25. Juni. Folgendes Curiosum wird aus Kröpelin berichtet: Der Dachdeckermeister Hiebsch glaubte vor einigen Tagen unter der Stallwand auf seinem Hofe ein Rattennest entdeckt zu haben; er löste das Fundament, fand darunter aber nicht das vermeintliche Rattennest, sondern ein Mardernest mit zwei Jungen. Zufällig hatte die Hauskatze Jung geworfen; Herr Hiebsch legte die jungen Marder in das Katennest, wo freundliche Aufnahme fanden. Die Katzenmutter behandelt die Marder wie ihre eigenen Jungen, nährt sie und es steht nun abzuwarten, ob die augenblickliche Liede und Fürsorge von Bestand bleiben wird und wie sich die heranwachsenden Marder spater erhalten werden. Die alten Marder suchen ihre Jungen, sie sind wiederholt auf dem Hofe gesehen worden. Ein Einfangen derselben ließ sich aber bis jetzt nicht ermöglichen. — Wiesbaden, 28. Juni. Im Kurhause eröffnete der Vorsitzende Geh. Medic.=Rath Aub=München heute die erste Hauptversammlung des XXVI. deutschen Aerztetages, woran etwa 300 Aerzte Theil nahmen. Die Hauptpunkte, die in der Versammlung erörtert werden sollen, sind: 1. freie Aerztewahl; 2. staatliche Organisation der ärztlichen Standesvertretung, wozu der Cultusminister seinen Vertreter, Geheimrath Kirchner, entsandt hatte; 3. Zulassung der Frauen zum ärztlichen Studium. — Straßburg, 28. Juni. Heute Nacht 2 Uhr wurde an der 19 jährigen Leonie Laubacher auf dem Wege zwischen Straßburg und Kronenburg ein Lustmord verübl. Das Mädchen wurde heute früh 5 ½ Uhr auf freiem Felde zwischen der Oderhausverger= und Mittelhausbergerstraße todt mit durchschnittener Kehle und aufgeschlitztem Unterleib in unterwühltem Erdboden vergraben aufgesunden. Von dem Thäter fehlt jede Spur. -le. Aussig, 24. Juni. In der Nachvarortschaft Packau hantirte der beim Mühlenbesitzer Kreisl als Bäckergehülfe bedienstete 22 jährige Reichel im Hausflur mit einer kleinen scharf geladenen doppelläufigen Pistole. Als die 12jährige Tochter des Dienstherrn vorüberging, hielt Reichel dem Mädchen die geladene Waffe entgegen und ries ihm Scherzworte zu. Plötzlich krachte ein Schuß und die Kleine sank mit lautem Aufschrei todt zu Boden. Die Schrotkörner waren dem bedauernswerthen Mädchen in's Herz gedrungen. Als der Vater des Kindes herbeikam, ergriff Reichel die Flucht, drückte aber, bevor er die Straße erreichte, den zweiten Lauf der Pistole gegen sich ab und stürzte, ebenfalls durch das Herz getroffen, todt zu Boden. Mergentheim, 26. Juni. Auf der Durchfahrt des Krieger=Vereins Amrichshausen zu dem heutigen Kriegerfest in Altkrautheim fiel in Oberginsbach ein Wagen der Gesellschaft um, wobei ein Mann getödtet wurde. — do Thorn(Westpreußen) 25. Juni. Im Hause des Bürger meisters Kühnbaum zu Podgorz bei Thorn ist ein Sprengstück einer Granate explodirt. Die Treppen wurden demolirt; dem gerade anwesenden Amtsdiener wurde die linke Hand abgerissen. Man vermuthet einen Racheact. ee- Landsberg(Ostpreußen), 27. Juni. Vatermord. In der Ortschaft Klein=Peisten hat der 17 jährige Arbeiter Neumann seinen Stiefvater, den 50 jährigen Instmann Heske, in Folge langjähriger Familienzwistigkeiten mit einer Heugabel erschlagen. Der jugendliche Vatermörder kam in Haft. Seine Mutter, die der Mitthäterschaft verdächtig ist, hat sich vorläufig der Verhaftung durch die Flucht entzogen. — Wien, 27. Juni. Bei Siemens und Halske wurde ein Hauptbeamter, zans Ulrich, der bekannte Vorsitzende der hiesigen Radfahrvereine, wegen Untervon 30 000 Gulden verhaftet. in Raub in einem Eisenbahnwagen zweiter Klasse, dem eine Dame aus Hohenstein auf der Fahrt von Thorn nach Insterburg zum Opfer gefallen sein wollte, wurde vor einigen Monaten gemeldet. Jetzt erhält die Angelegenheit einen eigenthümlichen Commentar. Die angeblich beraubte Dame war gegen Diebstahl und Beraubung versichert. Sie beanspruchte die Auszahlung der Versicherungssumme, die Versicherungsgesellschaft verweigert jedoch die Auszahlung unter der Vehauptung, der Raub habe gar nicht stattgefunden. Die Staatsanwaltschaft hat unter der Annahme, daß die Dame den Raub fingirt hat, Anklage wegen Betrugsversuchs gegen sie erhoben. — Hoch klingt das Lied vom braven Mann. Der heldenmüthigste Retter bei der furchtbaren Catastrophe, die sich im Londoner Stadttheil Blackwall beim Stapellauf des Panzerkreuzers„Albion“ ereignete, ist der Werstarbeiter William Angers, der nicht weniger als acht Menschenleben den Fluthen der Themse entriß und dann selbst bewußtlos hinweggetragen werden mußte. Der tapfere Bursche, der am Mittwoch wieder gesund und munter, obwohl noch ein wenig steif, aus dem Hospital entlassen worden ist, schildert die Vorgänge, die sich unmittelbar nach dem Zusammenbrechen der alten, morschen Holzbrücke ereigneten, in ergreifender Weise. Angers hatte seinen Platz auf dem japanischen Kriegsschiffe über der Brücke und wollte die immer mehr auf die Brücke drüngenden Menschen durch warnende Zurufe auf die Gefahr aufmerksam machen, unterließ es jedoch aus Furcht, ausgelacht zu werden. Wie gebannt heftete Angers seine Augen auf die gerade unter ihm stehenden Zuschauer, die zum größten Theil aus Frauen und Kindern bestanden. Da kam plötzlich die große Woge dahergeschwemmt und riß das elende Holzwerk wie ein Kartenhaus zusammen. In der nächsten Sekunde sprang Angers von seinem luftigen Sitze herab und das Erste, was er erfaßte, war eine schreiende Frau mit einem Baby im Arm. Ein anderes weibliches Wesen, ebenfalls mit einem kleinen Kinde, klammerte sich an ihn und seine Last und nur mit unsäglicher Anstrengung gelang es dem Braven, die vier Menschenleben sicher an das Ufer zu bringen. Er begab sich dann noch vier Mal mitten unten den in wilder Angst mit dem Tode ringenden Menschenknäuel und rettete jedes Mal ein Leben. Das letzte Mal erreichte er nur wie durch ein Wunder den festen Boden und brach auch sofort neben dem Geretteten erschöpft zusammen. Der kühne Lebensretter erklärte am andern Tage, daß er den Anblick, den die ertrinkenden Kinder gewährten, nie würde vergessen können. In gerechter Entrüstung betheuerte Angers aber immer von Neuem, daß die Polizei sehr viel Schuld habe, da die Brücke unbedmgt hätte abgesperrt werden müssen. Von all' den Polizisten, die er von seinem hohen Sitzplatz aus beobachten konnte, hätte nicht einer den Versuch gemacht, die Leute von dem Betreten des morschen Bretterhauses zurückzuhalten. Er werde sich auch nicht scheuen, dies bei der gerichtlichen Untersuchung zu beschwören. Von einem italienischen Grünenthal wird berichtet Ein gewisser Salvatore Grimaldi schickte aus Catania an seine in Neapel wohnende Gattin Teresa ein Postpacket, das er auf der Begleitadresse als eine „Schachtel mit Süßigkeiten“ deklarirte. Auf der Zollstation in Neapel wurde das Packet jedoch geöffnet, und man sand, daß es anstatt der Süßigkeiten ein Paar Schuhe enthielt, in welchen 103 gesälschte Hundertlirescheme lagen. Die Scheine sind so vorzüglich nachgeahmt, daß sie von vier erfahrenen Bankiers für echt erklärt wurden. Die Fülschung warbe erst von dem Kassirer der Banka d'Italia constatirt. Grimaldi und seine(vattin wurden verhaftet. 04 hegt shl, vrd aus Berlin herichtet: Am Westenderhof in CharlottenDer 22jährige Schriftsetzer und verlangten ein Zimmer. 1g Morgen sielen in dem Zimmer gegen 6½ Uhr kurz hintereinauder zwei Schusse. Wirthin und Dienstmädchen öffneten und sahen das Paar einer großen Blutlache liegen. Beide waren befinnungslos und konnten erst nach längerer Zeit von der sofort requirirten Polizei mit großer Mühe vernommen werden. Fechtner ist nicht schwer verletzt, da die Revolverkugel an einer Rippe abgeprallt war. Eine gefährliche Verwundung hat dagegen das Mädchen davongetragen und an seinem Aufkommen wird um so mehr gezweiselt, da es sich auch noch mit verdünnter Salzsäure vergiftet hat. — Das Ende der Republik Gersau. Gerade vor hundert Jahren, am Johannistage 1798, ist die damals kleinste mitteleuropäische Republik, der Freistaat Gersau am Vierwaldstätter See, aus dem europäischen Staatenkörper verschwunden. Nur die wenigsten der Besucher des Vierwaldstätter Sees wissen davon, daß das herrlich am Fuße des Rigi liegende Gersau durch 400 Jahre ein Freistaat war und vor 100 Jahren, wie später, wo ein neuer kurzer Selbstständigkeitsversuch gemacht wurde, von dem damaligen Canton Vierwaldstätten „aufannectirt“ wurde. 1815 für kurze Zeit zu einiger Selbstständigkeit gelangt, wurde Gersan im Wiener Frieden ebenso vergessen, wie das Fürstenthum Liechtenstein im Prager Friedensvertrage von 1866. Berühmt war ehedem(bis 1840) die Gersauer„Gaunerkilb“, ein dreitägiges Fest aller Heimathlosen und Landstreicher aus Nah und Fern. — Ein alter Cubakämpfer. Dieser Tage wurde auf den Straßen von Madrid die Aufmerksamkeit der Spaziergänger durch einen alten Herra erregt, der auf der Brust einen Zettel folgenden Inhalts trug:„Commandant, Capitän a. D., zehn Jahre im cubanischen Busch. Man schuldet mir zehn Gehaltsraten, ich habe vier kranke Kinder, eins ist schwerkrank, und wir besitzen weder Arzeneien, noch Nahrungsmittel." Der Zettel trug die Unterschrift: Hauptmann Juan Verdich Escalera. Es braucht nicht hinzugefügt zu werden, daß fast alle Passanten ihren Obolus in den Hut des Bettlers warfen, dem spanischen Staate aber machte diese traurige Scene wahrhaftig keine Ehre. Kleine Chronik. Bei dem in Erbenheim stattgefundenen Gauturnfest entstand unter einigen jungen Burschen Streit, bei dem einer von ihnen erstochen wurde. Der Thäter ist verhaftet.— In Saarbrücken sprang aus dem zweiten Stock des Amtsgerichts ein Angeklagter. Er brach beide Beine.— In 2 drich hat Fräulein Adeline Rittershaus, Tochter umseres Wupperthaler pichters Emil Ritter=haus, die dort Germanistik studierte, ihr Doctorexamen magna cum lande bestanden.— Ein internationales weibliches Schachturnier wird im September in Petersburg stattfinden. Es sind die besten sachspielerinnen von Westeuropa und Amerika zur Betheiligung daran aufgedert worden.— In Breslau ist der frühere Landtagsabgeordnete. Consistorialrath und Stiftspfarrer Anton Conrad zu Scheibe gestorben.— Auf dem Bahnhofe Nordstemmen wurde der Hülfsweichensteller Bette aus Rössing in demselben Augenblicke, als er an einer Biegung nach dem fälligen Zuge ausschauen wollte, von dem bereits heranbrausenden Zuge erfaßt und derfahren. Er wurde vollständig zermalmt.— Der Vatermörder Fanser von Feuerbach(Württemberg) wird Donnerstag früh 6 Uhr hingerichtet werden. grr □+h sch Ueder eine esrirugvote wad amd Vrrim berich Neueste Draht=Nachrichten * Wien, 29. Jum. Das Amtsblatt veröffentlicht den bereits gemeldeten Erlaß des Gesammtministerams, wonach in allen Bezirken Westgaliziens und drei Bezirke Ostgaliziens Ausnahmebestimmungen getrossen werden. Dieselben beziehen sich auf zeitweilige Aufhebung der Bestimmungen des Staats“ grundgesetzes über die persönliche Freiheit, das Hausrecht, das Partei= und Versammlungsrecht sowie das Recht der freien Meinungsäußerung. Die Ausnahmebestimmungen treten sofort in Kraft. * Paris, 29. Juni. Aus London wird gemeldet, das deutsche Geschwader vor Manila übertreffe an Tonnengehalt die dort ankommende amerikanische Flotte bedeutend. Die Zahl der Deutschen in Manila, durch welche die Anwesenheit der fünf deutschen Kriegsschiffe begründet werde, betrage etwa 40. Die Deutschen enthalten sich aller Feindseligkeiten, sind aber den Amerikanern nicht freundlich gesinnt. Das bereits gemeldete Ersuchen des deutschen Flottencommandeurs Diederichs an den Aufständischenführer Aguinaldo, die gefangen gehaltene Familie des spanischen Gouverneurs Augustin freizugeben, ist in officieller Form erfolgt. * L o n d o n, 2 9. J u n i. E i n e m D a i l y= T e l e g r a m m a u s H o n g k o n g z u F o l g e wurde von deutscher Seite mit allem Nachdruck erklärt, die Nachrichten aus Manila über eine bevorstehende Intervention Deutschlands seien unmöglich richtig; der deutsche Admiral habe niemals solche Hoffnungen erweckt oder auch Versprechungen gegeben. * Madrid, 29. Juni. Die amerikanische Armee ist an der eubanischen Küfte versammelt und hat ein verschanztes Lager errichtet, wo sie Verstärkungen abwartet.— Aus Manila wird gemeldet, auf Ersuchen des Generals Augustin werden die Admirale der vor Manila ankernden fremden Geschwader wahrscheinlich zu einer Besprechung zusammenkommen, um über den Stand der Dinge in und vor Manila zu berathen. * Madrid, 29. Juni. Der Marineminister erklärt, er glaube, das Geschwader Camaras passitr gegenwärtig den Suezeanal. * Himmels=Erscheinungen konne hat ihren höchsten Stand, dev sie 1 sich sen im Juli. Die Sonne gu chren hochnen Siand, ven sie für uns am 21. Juni einnahm, verlassen und wendet sich wieder nach Süden. Von Tag zu Tag mimmt die Höhe, bis zu der sie am Himmel aufsteigt, ab, zuerst noch langsam, dann allmählich immer schneller. Noch 61 Grad beträgt ihre Höhe am Mittage des 1. Juli, nur 55 Grad am Mittage des 31. Juli. Auch der Bogen, den das Tagesgestirn über unserm Horizonte beschreibt, nimmt immer mehr ab— die Tage werden immer kürzer. Am 1. Juli geht die Sonne gegen drei Viertel vier Uhr Morgens auf und erst nach ein Viertel neun Uhr Abends unter; der Tag dauert also 16½ Stunden. Am 31. erhebt sich das Tagesgestirn erst nach ein Viertel fünf über unserm Horizont und sinkt schon gegen drei Viertel acht Uhr wieder unter ihn hinab— der Tag dauert nur noch 15“ Stunden. Der Mond zeigt uns am 3. Juli sein volles Antlitz. Am 10. steht unser Trabant im letzten Viertel, am 18. ist Neumond und am 24. erstes Viertel. Sowehl beim Vollmond, wie beim Neumonde steht der Mond so nahe den Schnittpunkten seiner Bahn mit der Ekliptik, daß die drei Körper, Sonne, Erde, Mond, nahezu in einer Linie stehen. In Folge dessen tritt auch jedes Mal eine Finsterniß ein: am 3. Juli eine partielle Mondfinsterniß, die bei uns sichtbar ist, und am 18. Juli eine bei uns unsichtbare, ringförmige Sonnenfinsterniß. Bei der Mondfinsterniß bleibt nur ein kleines Stuck der Mondscheibe außerhalb des Erdschattens— 93 Hundertstel des Mond=Durchmessers werden verfinstert Die Verfinsterung beginnt um 7 Uhr 48 Minuten Nachmittags— erste Berührung mit dem Halbschatten. Etwa eine Stunde darauf tritt der Kernschatten an die Mondscheibe heran. Um 10 Uhr 17 Minuten erreicht die Verfinsterung ihren rößten Umfang, und um 11 Uhr 49 Minuten verläßt der Kernschatten die kondscheibe wieder. Eine Stunde darauf findet die letzte Berührung mit dem Halbschatten statt. Bei uns geht der Mond um 8 Uhr 22 Minuten, also noch vor dem Antritt des Kernschattens auf.— Die Sonnenfinsterniß am 18. Juli beginnt Nachmittags gegen 6 Uhr mitteleuropäischer Zeit westlich von den Freundschafts=Insern. Die centrale europäischer Zeit östlich von Neu=S später westlich von Süd=Chille. Von den Planeten finden wir den der Sonne am nächsten steyenven, Merkur, im Bilde der Zwillinge am Abendhimmel. Er geht dann durch das Bilo des id entfernt sich immer mehr von der Sonne, ohne ale Finsterniß beginnt gegen 7½ Uhr mittelu=Seeland, und erreicht ihr Ende zwei Stunden Krebses in den Löwen über und enserut s#ch imer mehr von der Sonne, oh aber seinen größten Abstand von ihr noch in diesem Monate zu erreichen. er geht gegen ein Halb nenn Uhr Abends unter. Am 27. Juli geht der Planet sehr nahe bei dem hellsten Sterne im Löwen, Regulus, vorüber.— Venus ist heller Abendstern im Löwen. Sie geht am Anfang des Monats, bald nach 10 Uhr, gegen Ende des Monats eine Stunde früher unter und nähert sich uns, ihr scheinbarer Durchmesser nimmt von 13 auf 16 Bogensekunden zu.— Mars im Bilde des Widders und später des Stieres nähert sich uns ebenfalls. Er geht am 1. Juli gegen 1 Uhr Morgens, am 31. Juli etwa eine Stunde früher auf.— Jupiter in der Jungfrau schmückt noch den Abendhimmel. Er geht zuerst gegen ein Halb zwölf Uhr, am Ende des Monats gegen ein Halb zehn Uhr unter.— Saturn und Uranus stehen im Bilde des Skorpions. Saturn geht am 1. Juli kurz vor 2 Uhr Morgens, am 31. März vor Mittemnacht unter, Uranus geht ihm eine halbe Stunde vorher.— Neptun kommt an den Morgenhimmel, er geht am 1. Juli gegen drei Viertel drei Uhr Morgens, am Ende des Monats zwei Stunden früher auf. Von den Firsternen finden wir den großen Bären hoch am Himmel gegen Westen. Darunter steht der große Löwe mit dem Regulus. Im Südwesten strahlt der Arktur im Bootes und tief am Horizonte Spika in der Jungfrau. Im Süden, ebenfalls tief am Himmel, finden wir den hellen Antares im Skorvion. Ueber diesem Sternbilde dehnt sich der Opsiuchus und noch höher der Herkules aus. Im Südosten haben wir Wega in der Leyer, darnnter Atair im Adler. Im Westen steht Deneb im Schwan, mit den beiden vorigen ein nahezu gleichschenkliges Dreieck bildend. Im Nordosten finden wir die Cassiopeja, im Norden die funkelnde Capella im Fuhrmann. Im Nordwesten endlich verschwinden die Zwillingssterne Castor und Pollux gerade am Horizonte. Eingesandt. (Für Form und Inhalt dieser Einsendungen lehnt die Redaction jede andere als die preßgesetzliche Verantwortung ab.) Ruhrort, 27. Juni. Der humoristische Verein„Edelweiß“ welcher im Bahnhofs=Hotel Wiesner hierselbst tagt, betheiligte sich gestern an dem in Hochheide stattgefundenen Couplet=Wettstreit. Obgleich der Verein noch nicht lange besteht und gestern zum ersten Male an einem Wettstreit Theil nahm, gelang es ihm doch preisgekrönt zurückzukehren. Ein Mitglied desselben errang näimlich bei starker Concurrenz den 7. Preis im Coupletsingen. Wir wünschen dem Verein, welcher in kürzester Zeit sich an verschiedenen Wettstreiten betheiligen wird, auch für die Folge gutes Gedeihen und wollen nicht unerwähnt lassen, daß am Dienstag den 28. d. M. Abend 9 Uhr eine Versammlung des Vereins „Edelweiß“ im Bahnhofs=Hotel stattfindet, wozu alle Freunde und Gönner der Pflege des Humors eingeladen sind. ( Homberg, 27. Juni. Im Publikum mehren sich die Stimmen, die der Ansicht über eine bessere Bewachung der Radfahrenden Ausdruck geben. Namentlich die Strecke zwischen hier und Mörs ist auch hinsichtlich der Rücksichtslosigkeit mancher Radler wenig vortheihaft bekannt. Erwähnen wollen wir nur, daß in dunklen Abendstunden Räder ohne Laterne zu Dutzenden beobachtet werden können. Hier in Homberg sind die Radfahrer durchgehends rücksichtsvoll, abgesehen von überall zu verzeichnenden Ausnahmen, die leider dem breiten Publikum den Maßstab für die Beurtheilung des Radfahrerwesens überhauvt abgeben. So wurde vor einigen Tagen ein Knabe von einem— angeblich auswärtigen—„Renner" umgerannt, wobei der Junge sich mehrmals überschlug und eine Armverrenkung sowie ein zerschundenes Gesicht davorttrug. Gestern wurde wieder ein Knabe zu Boden geworfen, dem das Antlitz oberhalb der Nase verunziert wurde, indem ein Pedal dem Umgeworfenen zu nahe kam. Fast wäre das Auge verloren gewesen. Solche Vorkommnisse dürfen nicht ungerügt bleiben. Schifffahrts=Angelegenheiten. rort. 29 heinschifffahrtsverkehr. Die Kohlen“ rheinaufwarts##e in Feig.##mapter erfolgender Jäfugern iiens vieder regelmäßiger von Statten. Die Kipper verschiedener Kohlengroßdurchweg stark beschäftigt, an den übrigen ist dagegen weniger zu ** ing nach den Häsen oberhalb Mannheim wird fortgesetzt viel Werth gelegt, da heute ein sehr günstiger ist; das Fahrwasser auf beträgt z. Zt. noch zwischen 2—2.15 Mtr. m. nach den holländischen Häfen heben, wogegen nach Belgien noch verhältnißmäßig viel Kohlen verfrachtet XRuhrort, 29. Juni. Rheinschifffahrtsverkehr. Die Kohlen“ verschiffung cheinaufwarts aeht in Folge prompter erfolgender Zufuhren seitder Zechen n.#e firmen sin. thun. Auf eine startere Kohlenvers und in erster Linie nach Straßburg der Wasserstand im Oberrhein noch der Stromstrecke Maxau=Straßburg Die Kohlenverladung nach den holländischen uen vermag sich noch nicht zu heben, wogegen nach Belgien noch verhältnitzmäßig viel Kohlen verfrachtet werden. An den Speditionsplatzen herrscht ein durchweg roger Betrieb; zum Versandt kommt hauptsächlich Eisenbahnmaterial und sonstige Eisenwaaren, Schlackenmehl 2c. Die Güterzufuhren auf dem Wasserwege bestehen vorwiegend aus Eisenerz, Schlacken, Holz und Stück. Die Getreidezufuhr ist seit einiger Zeit etwas reichlicher.— Auf dem hiesigen Schiffsfrachtenmarkt macht sich ein besonderer Bedarf für Laderaum für die Bergfahrt sowohl wie auch für Verfrachtungen nach Holland und Belgien nicht bemerkbar. Die großen Kohlenstrmen reichen für ihre Kohlentransporte rheinauswärts mit ihrem eigenen Schiffsmaterial ziemlich aus, da solches bei dem heutigen Wasserstande nicht nur bis zum letzten Centimenter Raumgehalt ausgenutzt, sondern auch in flotter Fahrt gehalten werden kann. Wenn nichtsdestowenigen die Schiffsmiethon und Frachten sich fest zeigen und in den letzten Tagen solche auch noch etwas gestiegen sind, so liegt dies in dem Umstande begründet, daß von Rotterdam seit einiger Zeit viel Schiffsraum angezogen wird und die Mehrzahl der leer werdenden Fahrzeuge bezw. Kähne ieer dorthin fährt. Immerhin bleibt aber noch genügend Schiffsraum sowohl für den Berg= wie Thalverkehr hier vorhanden. Die Schifssmiethe für eiserne Kähne schwankt hier heute bei Kohlenladung nach den Häfen Mainz=Mannheim und den zwischenwegs liegenden Löschplätzen zwischen Mk. 1,75—1,90; nach den Mainhäfen Hoechst=Frankfurt wird zwischen Mk. 1,90—2,00 pro Karre= 34 Ctr. dei freiem Schleppen bezahlt. Die Schiffsfrachten nach den holländisch=belgischen Häfen zeigen sich heute auch etwas anziehender Richtung; für Kohlenreisen von 100—150 Karren wird pro Karre durchschnittlich bezahlt nach Vordrecht=Rotterdam fl. 1.20—1,30, Schiedam und Gouda fl. 1,30—1,40, Haarlem und Leiden fl. 1.60—1,70, Amsterdam fl. 1,70—1,20, Antwerpen fl. 1.45—1,55, Brüssel fl. 1.85.— Der Verkehr ab Rotterdam hat sich in letzterer Zeit zu einer größeren Lebhaftigkeit entwickelt; es wird von dort aus nicht nur viel Eisenerz, Schweselkies, Holz und Stückgut nach dem Rhein verfrachtet, sondern auch die Getreideverladung nach den oberrheinischen und Mainhäfen hat zugenommen, sodaß das Rotterdamer Verfrachtungsgeschäft nach dem Rhein als ein verhältnitzmäßig reges bezeichnet werden darf. Nach den uns von Vordrecht=Rotterdam vorliegenden Specialberichten wird dort die Schiffsmiethe bezahlt für Kähne und Eisenerzladung nach den Ruhrhäfen mit 85—90 cs pro Last und bei Ladungen nach den Häfen Mainz Mannheim=Frankfurt mit fl. 1.80—2.10. Die Schlepplöhne notiren auch etwas höher, bezahlt wird heute im Bergverkehre ab hier und für den Gtr. in eisernen Kähnen nach St. Goar 2%—8 Pf. Mainz 4 Pf. und Mannheim 4½ Pf.; in Dordrecht Rotterdam schwankt der Schlepplohn in eisernen Kähnen nach den Kuhrhäfen zwischen 45—55 es. pro Last. Die Echrmubenschleppboote werfen sich jetzt mit Vorliebe auf dos g“ ab dings wieder gestiegen sind. eisernen Kähnen nach den Ruhrhäfen zwischen 45—55 es. pro Last. Die Schraubenschleppboc=—5— sih f# in Oblllebe au, vas Schleppgeschäft ab vordrecht=Rotterdam nach den Ruhrhäsen und ist dieser Umstand auch die wesentlichste Veranlassung, daß die Schlepplöhne von hier bergwärts neuerIndustrie, Handel und Verkehr. Brannschweig, 28. Juni. Aus Dessau wird hierher gemeldet, die anhaktische Regierung lehne den Eintritt in das neue Kalisyndikat ab.— Ein Syndikat, bestehend aus Berliner und rheinisch=westfälischen Lin=neienß het der braun. 8 Heltiner und themnisch=westalischr Regierung für das staatliche Kalna eine Betheiligung von 20 pEt. des Rein sun Fidiells, dol der braunager 300000 M., sofort zahlbar, Remgewinnes, mindestens aber für das erste Jahr 25 000 Mark, steigend vom fünften Jahre ab auf 200000 Mark jährlich. Breslan, 28. Juni. Un einer Ueberhandnahme der Waarenhäuser und Bazare entgegenzutreten, empfahl der oberschlesische Städtetag den Communen, eine progressive Umsatzsteuer von 1½ bis 4 pCt. einzuführen. Detailgeschäfte mit mehr als 40000 Mk. Jahresumsatz sollen in gleicher Weise behandelt werden. Von den französtschen und belgischen Metallmärkten. Paris, 27. Juni. (Nachdruck verbeten.) Im Allgemeinen blieb die Lage des französischen Eisenmarktes die gleiche wie während der vorigen Berichtswoche. Täglich laufen recht umsangreiche Ordres ein, und ist der Andrang von Beschäftigung ein ganz gewaltiger. Die Ausführung der vom In= und Auslande gegebenen Bestellungen nimmt das ganze Jahr in Anspruch, ja einzelne Werke haben so viele Aufträ daß dieselben erst im nächsten Jahre effectuirt werden können. Weit Etablissements wandten sich wiederum zum Bezug des Roheisens nach Luxemburg und können dieselben nunmehr für die prompte Erledigung der schon früher Ordres Sorge, tragen. Bov#“ Von auen in Verracht kommenden ments ist besonders vir Haute Marns am Meisten mit Arbeit überhäuft. .ements führten Nachtschichten ein, um nicht gezwungen zu sein, neue abweisen zu müssen. Man kann sagen, alle Werke der Branche, kleine eingelaufenen Departemeuts in be Die Etablisse Anfträge.——.——.— wie große, haben vollauf zu thun und können mit Ruhe dem Winter entgegensehen. Die Preise sind recht fest und bemerkt man allenthalben eine Tendenz nach oben. Bald werden auch die Werke der anderen Gegenden denen der Haute Marne folgen und auch, wie Letztere es diese Woche thaten, ihre Preise um 25 cts. erhöhen. Belgien. Auf den belgischen Märkten hält die starte Beschäftigung, bei festen Preisen, mit einer Tendenz nach oben an. Zahlreiche Ordres wurden für den Export gegeben, besonders auf Eisenbahnschienen. Auch die Walzwerke haben im Vergleich zur selden Periode des Vorjahres ein bedeutendes Mehr zu verzeichnen. Was die anderen Metalle wie Kupfer, se fiud Preisd und Nachfrage dieselben wie Blei, Zink und in der vorigen Berich * Wochenrund Diejenigen, die es so sehr verdroß, Weizen unlängst zu sehen, das dem Landwirth, der solchen zu verkar einen schönen Gewinn gewährte, dürften mit dem der inzwischen eingetreten ist, jedenfalls zufrieden se schreibt man, daß neuer amerikanischer Weizen dasellst Quarter, oder zu ungefähr der Hälfte dessen gehandelt noch im Mai galt. Wir wissen ja, daß die Hausse=E Theil die Veranlassung der steigenden Bewegung kieferte, und daß (Dachdrudk vorboten.) ein Preisniveau erreichen aufen hatte, endlich einmal Es wird jetzt in Frankreich allgemein zugegeben, daß die vorhandenen Weizenvorräthe, zuzüglich der für Juli und August in Aussicht stehenden Zufuhr vollständig für den Bedarf bis zu Beginn des neuen Wirtyschaftsjahres genügen werden. In Lyons fand in Folge zebhasten Angebotes ausländischer Waare, und des schönen Standes der Lanzöfischen Felder ein Preisfall um 55 Pf. pro Quintal statt. Der Ton im Weizengeschäft „ ben Fe ssch*... a* franzosischen Hasen ist ein ungewisser. In Marseille vorigen Woche 575414 Quintal empfangen und die dortige 540 Seinin: R.# wurden in der pfangen und die dortigen Vorräthe betragen nun 251###00 Cmtal. garis meivet einen Preisfall um 65 Pf. pro Quintal. Auch der Verbrauch von Mehl ist daselbst im Abnehmen begriffen. Was die Ernte in Spanien anbetrifft, so steht vorläufig so viel fest, daß sie qualitativ wie quantitatin in Andalusien und Valeneia sehr befriedigend ausstel, und in Katalonien Alles auf ein bedeutendes Erträgniß deutet. Die Klagen über das verheerende Auftreten von Rost haben sich während der Berichtswoche in Ungarn stark vermehrt und die Bleldungen aus Wien lauten nicht günstiger als die aus Pest vorliegenden. Trotz Alledem wies die Tendenz auf den österreich= ungarischen Getreidemärkten in der abgelaufenen Woche wiederum ausgesprochene Schwäche auf. Der Stand der Felder in Rumänien und Bulgarien ist nach wie vor ein sehr schöner. # das namentlich für Ackerstäche dieses Mal gerin Sonanh. letzteres Land, wo indeß die mit Weizen bebaute ger als in normalen Jahren ist. Die Ausfuhr aus den Tonasen bleibt eine beschränkte, was zu beweisen scheint, daß die Vorräthe nun nahezu erschöpft sind, denn andernfalls würden die Exporteure jedenfalls aus dem derzeitigen Preisstande Nutzen ziehen, zumal sie durchweg zu der Ansicht neigen, daß die Notirungen im neuen Wirthschaftsjahre eine bedeutende Abschwächung erfahren würden. Die Berichte aus Rusland lauten äußerst ungleichmäßig. Andauernde Niederschläge im mittleren Rußland und große Dürre in den Wolga=Districten haben die Ernteaussichten daselbst schwer geschädigt. Dagegen aber bleiben dieselben in den Regionen von Asow und Odessa vorzügliche. Nach der ungemein starken Ausfuhr der jüngsten Zeit erscheint der gegenwärtige russische Export äußerst geringfügig, was aber auch jedenfalls damit zusammenhängt, daß einmal die Preise weit unlohnendere sind, und außerdem die Vorräthe nahezu erschöpft sind. Schließlich aber hat auch die französische Nachfrage inzwischen nahezu aufgehört. Die Getreideausfuhr aus Indien dauert in bedeutendem Maßstabe fort, und erreichten in der Zeit vom 1. April bis 18. Juni 6,374.200 bl. unerwartete Läger zum Vorschein brachte, die schließlich der Ruin der kühnen Spieler wurden. Im Augenblick scheint es jedoch, als wollten sich nun die Baissiers zur Adwechselung zu den Herren des Marktes machen, und setzten sie zu diesem Zweche unter Anderem so lächerlich hohe Schätzungen der kommenden Weizen amerikanischen Ernte, wie 775 Millionen Bushel in Umlauf. Es ist ihnen auch bereits gelungen, den Weltmarkt bezüglich der zu erwartenden Erträgnisse äußerst sangutnisch zu stimmen, und so därften die Landwirthe, sobald ste daran gehen, ihr neues Getreide zu verkaufen, für dasselbe nicht mahr, wenn nicht sogar viel wenigen als zur Zeit der vorigen Ernte erzielen. Es ist noch nicht gar so lange her, wo eine noch so gute Welternte in einem Augenblick, wie dem gegenwärtigen, in dem nahezu ihr zehnter Theil denöthigt wird, um die erschöpften Reserveläger wieden zu füllen, die Preise nimmermehr auf einen unlohnenden Standpunkt hätte herabdrücken können. deutzutage aber muß geradezu Hungersnoth drohen, um den Erfolgen des Baissespecukanten Einhalt zu thun und ihn abzuhalten, die Notirungen auf ein Nivean zu drängen, auf dem von einem Verdienst für den Landwirth keine Rede sein kann. In den Vereinigten Staaten wurden während der letzten acht Tage wieder einmal weniger günstige Ernteberichte in Umlauf gesetzt. So schreibt z B. der St. Louis Modern Miller in seiner jüngsten Nummer, daß sich e Aussichten für Weizen sehr bedeutend verschlechtert hätten. Thatsächliche Beädigung durch übermäßigen Regen wird aus Texas, Oklahoma, Tennessee, Arnsas, Kansas und Missouri gemeldet. In letzterem Staate, sowie in Illinois soll auch Rost verheerend aufgetreten sein. Aus allen Theilen dieser beiden Staaten, sowie aus mehreren Otstrieten von Indiana schreibt man, der Ausdrusch des bereits geernteten Weizens höchst enttäusch Refultate lieferte. In Folge des so Getreides vorläufig noch nicht der Rede werth. ungünstiger Schilderungen fand in New=York wie in Chicago soeben eine Befestigung der Preise statt. In England regnet es nun seit geraumer Zeit ist ununterbrochen und wenn daher auch aus einigen Landestheilen Klagen vorliegen, so g'aubt man doch, daß die T#sichten im Allgemeinen keine wesentliche Verschlechterung erfahren hätten. Die Preise auf den englischen Märkten sind seit dem letzten Berichte weiter herabgegangen, was zum Theil auf die Abwesenheit der continentalen Nachfrage zurückzufuhre. ist. Aus Belgien und Holland meldet man, daß trotz der ungemein wechselnden Witterung der Stand der Felder im großen Ganzen ein sehr schöner sei. In Sympathie mit den übrigen Getreidemärkten entwickelte Antwerpen indeß Schm# Lamdubrihschaftticher Pest, 27. Juni. Nach dem amtlichen Saatenstandsbericht vom 20. d. Mts. hat die veränderliche und theilweise ungünstige Witterung der letzten Zeit mehreren Gegenden bedeutend geschadet, dagegen in den Gegenden, wo das Letter günftiger blieb, ist auch 3.4 Millionen gegen unverändert; Gerste 13,0 Millionen 12.2 Millionen, unverändert; abgemähtes Futter durch Regen geschädigt, Gartenfrüchte günstig, Leinen und Flachs günstig, Hopfen allgemein befriedigend, Zuckerrübe allenthalben befriedigend. Marktberichte. Essen, 29. Juni. Viehmarkt. Austrieb: Bullen, 1130 Ech hmarkt. Auftrieb: 904 Großvieh, 117 Banden gesp., Bullen, 11.— Schweine, 934 Külber, 118 Schafe. Handel ziemlich lebhaft. Preise: Großvieh la. 59—64 Mk., IIa. 55—67 Mk., IIIa. 40—01 Dc., Bautzen resp. Bullen 45—55 Ml., Schweine 52—58 Mk., Schafe 55—60 Mk. pro 50 hg Schlachtgewicht, Kälber 30—40 Mk. pro 50 kg Lebendgewicht. Wesel, 27. Juni. Biehmerkt. Zum heutigen Biehmarkto waren## Stück Rindvieh aufgetrieben, wovon die fetten 60—62 Mk.pro 50 Kilo Schlach#gewicht kosteten. Milchvieh wurde mit 330—350 Mk. bezahlt. Der Auftrieb an Schweinen betrug 610 Stück, wovon die fetten 56—58 Mk. kosteten. Fasekschweine(12—20 Wochen alt), wurden mit 30—36 Mk. bezahl, Saugschweinkosteten die Woche 2,50—8 Mk. Sämmtliche Zutrift wurde sii Nächster Biehmarkt: Montag den 11. Juli. schneu verkauft. Beiefkasten der Redaction. Nach Bruchausen. Wahlgedichte sind uns in solcher Menge zugegangen, daß wir von ihrer Veröffentlichung absehen müssen. Wir danken dahen für Ihre Mühe! Wetter=Aussichten auf Grund der Berichte der deutschon Geewarte. 30. Juni: Veränderlich, mäßige Wärme, strichweise Gewitter. Jeihafte Winde. Kaufen Sie nur Dr. Ih eiligste und bequen,. Waschmittel nst wäche.“ Namen„Dr. Thompson“ und die Schutzmarke S Seitenpar. Baschmittel der Welt, urd achten dabei zena in Packeton von 19 Psp. 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Auflassungen, Testamente und sonstige Acte der freiwilligen Gerichtsbarkeit werden nur an Freitagen Vormittags von 9—12 Uhr entgegen= resp. ausgenommen. Ruhrort, den 24. Juni 1898. Königliches Amtsgericht. M Kn Eingetr. Schutzm. Achten Sie auf das Kind!! Friedrichsplatz 1. Buchtkars Nauds Magazmt Gebrannt. Kaffee, Pfund von 55 Pfg. an, großbohnig., schmeckender hellgebr. Haushalts=Kassee, Pfd. 70 80. 90 reinPfa. schmienenber, hragerr. Hans halts=Kagtt, Pfr.t6, 80, u. 1.00 Mk., craftiger Verlkaffee. Chines. Thee, Pfund 1.30 Mk. Cakes, Bisquits, Pfund von 30 Pfg. an. Echter Malzkassee, Pfund 15 Pfg. Prima weißer Zucker, Pfund 25 Pfg. Pianinos und Harmoniums (Fabrikate ersten Ranges, Planines v. 450—1500 M, Harmeniums v. 125—3000 M. Gerantie 0 Jahre. Günstige Zahlangsbedingungen. Musikinstrumente in grosser Auswahl. E. Kirsten, Duisburg. 35 Charlottenstrasse 35. Veinsten rischen 4 vorzüglich im Geschmack, angstehlt Trogerie zum rochen Kreug GustavReichenbach Ruhrort, Landwehrstr. 17. 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Vormittags 8 Uhr der Wirthschaft von Hermann Rühl zu Mollen für die Bewohner der Gemeinde Möllen.„ 9 115—. Donnerstag den 30. ds. Mis. Vormittage w' nyr in der Wirthschaft von Heinrich Reeh zu Görsicker für die Bewohner der Gemeinde Görsicker.„.4668# Sshpinbe Donnerstag den 30. dS. Mis. Vormittage 10“, nyr in der Wirthschaft von Heinrich Lemm zu Mehrum für die Bewohner der Gemeinde Medrum.„„Bgg Marminags 91, S#r#. Donnerstag den 30. d9. Mls. Worminage II“, nhr der Wirthschaft von Jacob Vorgardts zu Löhnen für die Bewohner der Gemeinde Löhnen. Donnerstag den 30. ds. Mis. Nachmittags 2½, Uhr in der Wirthschaft von Johann Hellmich zu Voerde für die Bewohner der Gemeinde Voerde und Stockum. Donnerstag den 30. ds. Mts. Nachmittags 4 Uhr in der Schule zu Holthausen für die Bewohner der Ortschaft Holthausen. Freitag den 1. Juli de. Is. Nachmittags 2 Uhr in der Wirthschaft von Gaspar Schänzer zu Friedrichsfeld für die Bewohner der Ortschaften Friedrichsfeld, Ober= und Unter Emmelvn Der Heg /1. Juli ds. Jo. Nachmittags 4 Uhr in der Wirthschaft von Wilhelm Awater zu Spellen für die Bewohner der Ortschaften Spellen, Ork, Geest und Mehr Die Nachschau findet in allen Fällen eine Woche später zur selben Stunde und in den gleichen Lokalen statt. Die Eltern oder Pflegeeltern bezw. Vormünder werden hiermit aufgefordert, ihre impfpflichtigen Kinder bezw. Pfleglinge zu dem festgesetzten Termine, zu welchem noch besondere schriftliche Vorladung ergehen wird, zur Impfung und an dem bestimmten Tage zur Nachschau zu gestellen, widrigenfalls Bestrafung auf Grund des§ 14 des Reichsimpfgesetzes vom 8. April 1874 erfolgen wird. Die ergehenden Vorladungen sind zu den Terminen mitzubringen. Voerde, den 23. Juni 1898. Die Polizeiverwaltung. Der c. Bürgermeister: WLeber. Schmits& Den's Bussrunm-Brergurikt — Käuflich in allen Geschäften. 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