Glscheint wochenl. 1s mat (täglich 2 mal als Mittagund Abend=Ausgabe). Abonnementspreis vierteljährlich 2 Mr. 10 Pfg., monatlich 70 Pfg. Fernsprecher: Redaktion Nr. 193. Pnt Inserate losten die 7ge# fpaltene Peritzeile oder deren Raun 15 Pig. Auswärtige Anzeigen 20 Pig.— Reklamen die Petitzeile 46 . Tteisbialt zur den Kreis kiuhror(zuglrich Mdtidericher Zeitung“). Expedt, Vernsprecher: Amtliust. Arrisblalt für drn Arris Kührort(zugleich„Meibericher Tritung“). Expeontion u. Geschäftsstelle Nr. 29. Feueral=Anzeiger für die Kreise Ruhrort und Moers(Auflage über 9030). ertschalegg, S. Sehis. anzeiger für den Verwaltungsbezirk Homberg am Rhein. J.d Sremduw 2 SenM. Reder, Ruhrort. Verbunden mit der Gratisbeilage:„Illustrirtes Sonntagsblatt“. Täglich zweimal erscheinende Zeitung. e. Ferecheute aeien erarhtl. kresiter Iseus easatr Perninn dunt dion Lun cartc hpzntehete. Jus Lesnun 2. Aaustat v eirchau u chen süie Juserate., die Amonenchpecditonen Audalf Mosse u Adia, Hassensteitn& Vogler A. O. in Lola. 9. 2. Dande& Co. m Feaurfart&a. Mainr. Für die Aufnahme von Anzeigen in einer bestimmten Tagesausgabe(Mittag= oder Abend=Ausgabe) übernehmen wir keine Gewähr. 29 7. Zur Lage in Deutsch=Südwestafrika. Nach den letzten Meldungen aus unserer südwestafrikanischen Kolonie sind die deutschen Truppen der Hauptmacht des Bandenführers Morenga dicht auf den Fersen, nachdem sie einige Stellungen der Hottentotten unter schweren Kämpfen genommen hatten. Bekanntlich waren die Operationen gegen Morenga eine Zeitlang ganz eingestellt worden, weil nicht soviel Etappentruppen verfügbar waren, um die überaus lange Linie einem so beweglichen Feinde gegenüber, wie die Hottentotten sind, genügend zu sichern. Die Sprengung der Morengaschen Bande, welche letztere erhebliche Verluste erlitten hat, ist ein bedeutender Erfolg unserer Afrikatruppen, wodurch die Pazifizierung des Schußgebiets um ein gutes Stück weiter gediehen ist. Leider hat der Kampf aber auch auf deutscher Seite eine ziemlich große Anzahl Menschenleben gesordert und selbst unter den günftigsten Voraussetzungen muß man damit technen, daß uns dieser Kleinkrieg noch manch schmerzliches Opfer kosten wird. Ist doch von deutscher Seite zugegeben worden, welche Meister die Hottentotten im Kleinkrieg sind, mit welcher Umsicht man ihnen gegenüber alle Vorbereitungen treffen muß, um nicht von vornherein schwerer Verluste sicher zu sein. Die an die deutschen Truppen in dem südwestafrikanischen Felozuge gestellten Anforderungen sind sehr hohe. Auf ungebahnten Pfaden, in zerklüfteten Bergen geht es vorwärts bei glühender Hitze und bei den Verpflegungsschwierigkeiten ist es in den wasserlosen Distrikten kaum möglich, immer für das nötige Quantum Wasser zu sorgen, um den Durst zu stillen. Und doch tun unsere Söhne in vollem Maße ihre Schuldigkeit, ihre Leistungen an Bravour und im Ertragen von Entbehrungen sind ganz bedeutende. Das volle Vertrauen der Mannschaften in die bewährten Führer trägt am meisten dazu bei, den Mut zu stählen und unter den schwierigsten Verhältnissen die Siegeszuversicht aufrechtzuerhalten. Wahrsich, Deutschland ist seinen Söhnen, die unter Afrikas glühender Sonne für des Vaterlandes Ehre ihr Leben aufs Spiel setzen, großen Dank schuldig! Die von englischer Seite immer wieder verbreiteten Meldungen über erhebliche Schlappen, die angeblich unsere Truppen erlitten haben, geben zu denken. Es scheint fast, als könnte man die Zeit gar nicht abwarten, um in die Lage zu vommen, eine deutsche Niederlage zu verzeichnen! Wußte die britische Presse vor einiger Zeit den Fall Warmbads und die Vernichtung der dortigen deutschen Garnison zu melden, so tischt sie jetzt ihren Lesern die Nachricht von einer entscheidenden Niederlage des Hauptmanns Siebert auf. Doch glücklicherweise ist das gerade Gegenteil der Fall, denn der genannte heldenmütige deutsche Führer hat eine sehr wichtige Stellung Morengas eingenommen und setzt jetzt die weitere Verfolgung dieses Hottenkottenhäuptlings fort, um ihm definitiv den Ga mochen. Die Enzlünder mögen sich also beruhigen, von einer Katastrophe in unseree Schutzgebiet sind wir noch weit entfernt: wäre nicht zu ungünstigster Leit ein großer Teil der deutschen Streitkräfte durch den Ausbruch des Typhus lahmgelegt worden, die Operationen hätten vielleicht einen schnelleren Verlauf genommen. So bedauerlich die Opfer an Gut und Blut sind, die wir hingeben mußten, mit einem halben Ersolg können wir uns nun erst recht nicht zufrieden geben, ganz und nachhaltig soll unser Sieg sein, der uns den Besitz der südwestofrikanischen Kolonie für alle Zeiten sichern soll: Landtags=Verhandlungen. Herrenhaus. Berlin, 27. Juni. Das Haus ist mäßig besetzt. Für den erkrankten Grafen Reichenbach=Goschütz wird Dr. v Burgsdorff zum Schriftführer gewählt. Eine Petition des hessischen Städtetages unc Aufhebung des Kommunalsteuer=Privilegs der Beamten, Geistlichen und Lehrer wird zur Erwägung überwiesen. Gleichzeitig wird die Staatsregierung ersucht, eine Statistik über die Einbuße an Steuereinnahmen vorzulegen, die durch die auf dem Gebiele der Kommunalbesteuerung der Beamten, ausschließlich der Militärpersonen, geltende Gesetz* Der Deserteur. Roman von O. Elster. (20. Fortsetzung.) Fünfzehntes Kapitel. „ 3u spät. Als Harald zurückkehrte, bemerkte er auf den Straßen der Stadt eine gewisse Unruhe und Bewegung. Gruppen von Bürzern, Männern und Frauen standen in erregtem Gespräch zusammen, verstummten jedoch, wenn der junge Offizier an ihnen vorüberging. Manche sahen ihn auch mit feinsseligem Blick nach, andere schlichen sich scheu und verlegen sast zur Seite. Es war, als sei die ganze Bevölkerung von bösem Gewissen geplagt. Was Harald aber am meisten in Erstaunen sette, war die Besetzung der beiden Stadttore durch einen militärischen Posten von einem Unteroffizier und drei Jägern. „Was soll dieser Posten bedeuten!“ fragte er den Unte: offizier, als er das„Deutsche Tor“ passierte. gebung den Kommunalverbänden innerhalb der Monarchie in iypischen Fällen engzieht. Die Petition von Krester und Genossen zu Herne im Ramen des Verband=s der Haus= und Grundbesitzer=Vereine im Wahikreise Bochum um gesetzliche Regelung der Straßenreinigungspflicht wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Eine Petition der Rheinisch=Westfälischen Gefängnisgesellschaft zu Düsseldorf verlangt gesetzliche Regelung der Fürsorge=Einrichtungen für Wanderarme für das ganze Staatsgebiet. Die Kommission beantragt folgende Resolution: Die Staatsregierung zu ersuchen, dem Landtage der Monarchie einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welche die Fürsorge für arbeitsuchende, mittellose Wanderer durch Errichtung von Arbeitsstätten in Verbindung mit Arbeitsnachweisen geregelt wird, der aber nur für diejenigen Provinzen in Kraft zu treten hat, deren Vertretungen mit zwei Drittel Majorität dies beschließen. Graf Botho zu Eulenburg beantragt, die Worte „mit zwei Drittel Majorität“ zu streichen. Hier komme ein Mißtrauen gegen unsere Provinzialbehörden zum Ausdruck, das sie nicht verdienten. Die Resolution mit dem Antrag Eulenburg wird angenommen Eine Petition der Polizeiverwaltung in Gollnow um Abönderung des Fürsorge=Erziehungsgesetzes zum Zwecke der Tragung der Kosten für die vorläufige Unterbringung von Zöglingen durch die Polizeibehörde des letzten Aufenthaltsortes wird als Material überwiesen. Präsident Fürst Knyphausen schlägt vor, für morgen auf die Tagesordnung die drei Berggesetze zu setzen und die Sitzung um 1 Uhr zu bezinnen. Er hoffe, daß der Schluß der Session am Samstag 4 Uhr nachmittags werde eintreten können. Graf Botho zu Eulenburg bittet, morgen die Sitzung schon um 12 Uhr zu beginnen. Fürst Hatzfeld stimmt dem Grasen Eulenburg zu und nöchte, wenn irgend möglich, die Beratung der Berggesetze an einem Tage zu Ende führen.(Sehr richtig! und Zuruse: 11 Ubr.) Das Haus beschließt 11 Uhr.— Schluß nach 3½ Uhr. Politische Nachrichten. Deutschtack: * Berlin, 27. Jnui. r An hervorragender Stelle bringt der„Petit Parisien" die Mitteilung, daß Kaiser Wilhelm beim Empfang eines Botschafters mit folgenden Worten sich über die Grundlosigkeit aller Kriegsbefürchtungen geäußert habe:„Mit bedeutenden Opfern, die das deutsche im patriotischen Geiste darbringt, unterhalten wir ein mächtiges Heer, das jederzeit zum Schlagen bereit ist. Nichtsdestoweniger ist die Aufgabe, die wir uns gestellt haben, in ihrem innersten Wesen eine defensive. Entsprechend dem friedliebenden Geiste unseres Volkes wird Deutschland in Europa niemals die Initiative zu einer Angriffshandlung ergreifen, außer wenn es durch höhere Gewalt dazu gezwungen in solcher Fall scheint aber bei dem hohen Grade der Zivilisation der Völler, die uns umgeben, mehr und mehe unwahrscheinlich zu werden.“ — Die Kaiserin begibt sich heute abend von Wildpark nach Plön, von wo sie morgen nachmittag in Kiel an Bord der Jacht„Hohenzollern“ einzutreffen gedenkt. — Für die Plenarberatung der Bergnovellen im Herrenhause beantragte v. Burgsdorff eine Resolution, die die Regierung auffordert, die rechtswidrige Auflösung des Arbeitsvertrages zu bestrafen und die Arbeitswilligen besser zu schützen. Graf Roon will die öffentliche Wahl zum Arbeiterausschuß, Irhr. v. Durant überläßt den Wahlmodus freier Vereinrarung, r Im preußischen Abgeordnetenhause haben die Abg. Dr. Friedberg(natl.) und Frhr. v. Zedlitz(fIf) mit Unterstützung der nationalliberalen und freikonservativen Fraktion folgende Interpellation eingebracht:„In die königliche Staatsregierung in der Lage und bereit, über den Stand der Verhandlungen betr. die einheitliche Reform der Personen= und Gepäcktarife auf den deutschen Staatsbahnen Auskunft zu erteilen?" Diese InterPocadtar uicd en d. Jel aust i. dontadung sich une den; Herr v. Budde wird sie beantworten. Deutsch=evangelische Kirchenko# ferenz zu Eisenach beschäftigte sich im weiteren Verlauf ihrer Beratungen mit der religiösen Gemeinschaftsbewegung. Sie erkannte die religiösen Kräfte in der wegung an, stellte aber auch die Gefahren fest, die der verstärtte Ausbreitungstrieb und die mit modernen Mittein arbeitende Organisationstätigkeit dieser Bewegung für die Landeskirchen haben, bedauerte weiter die mannigfachen Abweichungen von der kirchlichen Lehre und forderte von den einzelnen Kirchen eine versöhnliche und weitherzige Stellungnahme zu der Bewegung. Darauf wurde die Konferenz geschlossen. Frankreich. * Paris, 27. Juni. Die Deputiertenkammer hat die vom Senat bereits genehmigte Vorlage angenommen, nach der die Arbeits dauer in Bergwerken nach und nach herabgesetzt werden soll. Darauf wurde die Beratung der Vorlage betr. Trennung von Staat und Kirche fortgesetzt. Schweiz. * Bern, 27. Juni. Der Nationalrat hat das Gesetz über die Errichtung einer mit dem Notenmonopol ausgestatteten Nationalbank mit 114 gegen 7 Stimmen angenommen. Oesterreich=Ungarn. * Gmunden. 27. Juni. Der Großherzog von Mecklenburg=Schwerin ist gestern im Automobil hier angekommen. Heute ist, von München kommend, der König von Dänemark hier eingetroffen. * Budapest, 27 Juni. Wie verlautet, sollen demnächst die Führer sämtlicher Parteien, Franz Kossuth, Banffy, Graf Andrassy, Graf Stefan Tisza u. a. zu einer Audienz keim Könige berufen werden und event,. zu einer Konferenz zusammentreten, um über die Lösung der Krise zu beraten. Afrika. * Tanger 27. Juni.(Agence Havas.) Hadjahmed el Torres, der hiefige Vertreter des Sultans, ist denachrichtigt worden, daß das Generalgouvernement von Algerien das Verbok Truppen und Munition, die für Udida bestimmt sind, über französtsche Häfen zu transportieren, aufgeboben hat. Amerika. * Indianapolis, 26. Juni. Die deutschen Tur ner haben auf dem nordamerikanischen Bundesturnfeste in Indianapolis bedeutende Erfolge errungen. Sie erhielten beim Wetturnen acht Preise, darunter fünf erste. Außer den acht deutschen Turnern, die auf dem hier abgehiltenen Bundesturnfest Preise für allgemeines Turnen erwarden, erhielten noch Adolf Schiermer und Heinrich Berger den ersten und zweiten Preis im Stabhochsprung, Theodor Brandenburger den zweiten Preis im Tauklettern und Hermann Kuhn den zweiten Preis im Hochsprung. Der Berliner Gutsch erhielt nur darum keinen Preis, weil der Turnerbund an Turnlehrer keine Preise verteilt. Ausstands=, Preß= und Versammlungsdelikte und auf die aus Anlaß der Angelegenheit der militärischen Auskunftszettel ergriffenen Disziplinarmaßregeln erstrecken sok. uuac heaP ans bes deuischen Hotschafters Fürsten Radolin beim Ministerpräsidenten Nouvier fand heute nachmittag um 4 Uhr statt; die Unterredung dauerte etwas über eine Stunde. In hiesigen deutschen diplomatischen Kreisen wird versichert, daß Deutschland in seiner Antwortnote trotz der in der französischen Rote enthaltenen Ausführungen auf seinem Standpunkt behorrt und den Zusammentritt einer Konferenz als das geeignetste Mittel ansieht, die marokkanische Fraze auf diplomatischem Wege zu erdnen. In der deutsche.: Rote werde darauf hingewiesen, daß die kaiserliche Regierung nicht glaube vor der Konferenz eine Verständigung über die Fragen herbeiführen zu können, die Gegenstand der Beratongen der Konferenz sein sollen. Die deutsche Rezirrung sei nach wie vor der Ansicht, daß es zur Aenderung dis gegenwärtigen Standes der Dinge in Marokko des Einvernehmens aller Signatarmächte der Madrider Konvention bedürse. Der allgemeine Ton der Note sei in freundschaftlichem Geiste, in Geiste der Verständigung und der Loyalität gehalten, der er Frankreich leicht zu machen scheine, die Zugeständnisse in der Form, auf die Deutschlans Wert zu legen scheine, zu machen und der es, Frankreich unmöglich mache, seine Zustimmung zu der Konferenz zu verweigern, da Frankreichs Aufgabe, an der algerischen Grenze für Ordnung und Sicherheit zu sorgen, anerkannt und erleichtert werden solle Madrid, 27. Juni.„Heraldo“ wendet sich in einem Artikel an den gesunden Menschenverstand der Franzoses, sie die internationale Konferenz annehDer Minisier des Innern erklärte auf Befragen, die Konferenz des Ministerprösidenten Montero Kios mit dem deutschen Botschafter von Radowitz habe die marottanische Frage betroffen, er müsse sich aber absolutes Stillschweigen auferlegen wregen der belitaten Lage, die, sich aus den Verhandlungen zwischen zwei befreundeten Mächten ergede. Erhebung der Herero. * Berlin, 27. Juni. An Typhus sind gestorben: Die Reiter Hermann Kamlah und Hermann Golisch. marokkanische Angelegenheit. Paris, 27. Juni.(Agence Havas.) Man ist hier ohne genaue Nachrichten über den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen zwischen Deutschland uns Fankreich, aber die Auffassung in den französischen diplomatischen Kreisen ist besser, als man gestern abend zu glauden schien. Die versöhnliche Haltung Frankreichs ist in Berlin hinreichend gewürdigt worden, um den Verhandlungen, difortgesetzt werden, eine günstige Wendung zu In dem heuts abgehaltenen Ministerrate teilte Ministerpräsident Rouvier mit, er werde heute nachmittag eine Besprechung mit dem deutschen Botschafter haben, der ihm die Antwort Deutschlands auf difranzösische Note zustellen werde. Der Ministerrat beschloß dann, heute im Senat eine Amnestievorlage einzubringen, die sich auf die vom Staatsgerichtshofe Verurteilten, ferner auf Te#eamoe inaische * S t o c k h o l m, 2 7. J u n i. D i e b e i d e n K a m m e r n d e s chpedischen Reichstages huben beut SanderAusschüsse zu se 11 Mitgliedern zur Vorheratung des Verhandlungsvorschlages der Regierung gewählt. In der Ersten Kammer führte G. A. Berg über die Aufhebung der Union aus, der schwedische Reichstog könne Norwegen nicht eher als souveränen Staat anerkennen, als bis die berechtigten Forderungen Schwedens erfüllt seien. Lithander von der Rechten erklärte, Schwedens Sicherheit und nationale Ehre verlangten, daß dem revolutionären Vorgehen Norwegens der energischste Widerstand entgegengesetzt werde. Der König stellte durch den Reichsmarschall den Blttern ein Schreiben zu, worin er für alle neuen Beweise der Treue und Liebe, die er von Tausenden empfangen habe, seinen Dank ausspricht. Er habe in den letzten Tagen aus Anlaß der Vermählung seines Entels diele Beweise der Teilnahme erhalten, die ihm zur aufrichtigen Freude gereicht hätten und für die er herzlich danke „Stockholms Tidningen“ schreibt:„Daß unsere Flotte abfahrtsbereit gehalten und mit den notwendigen Mannschaften versehen wird, ist ganz und gar nicht gleichbedeutend mit einer Mobilmachung. Als unser Küstengeschwader jetzt seine Besatzung abmustern sollte, hielt wan es nicht für ratsam, neue ungeüdte Mannschaften an Bord zu nehmen, sondern beschloß, die alte Mannschaft solange zurückzubehalten, bis die neuen Jahrgänge auf anderen Fahrzeugen genügend eingeübt seien. In Anbetrachi des Umstandes, daß Norwegen gegenwärtig das Bündnis mit uns gedrochen haf und sich gegen seinen früheren Bundesgenossen rüstet, ist es notwendig, uns nicht ohne Verteidigung zu halten, sondern zu sorgen, daß unsere Verteidigung auch eine wirkliche Verteioigung ist. Auf etwas anderes gehen wir nicht aus.“—„Rya Dagligt Allehanda“ erfährt, daß der König dem Ersuchen des norwegischen Storthings, daß ein Prinz Bernadotte den Thron Norwegens besteige, grundsätzlich entgegenstehe, und daß es nicht in seiner Absicht liege, diesem Plane zuzustimmen. Nur in dem Falle, daß der schwedische Reichstag den Wunsch aussprechen sollte, daß ein schwe„Ich habe der zulassen, Herr O „ausgenommen di: mandos.“ „Und der Grund di. „Ich weiß ihn nicht, sefehl, niemanden tnant“, entgegnet: der Der Stadt herausUnteroffizier. Herren Offiziere und militärischen KomGesangenrahme eine Hareld eilte weiter. Einum Hauviller handette. DeDied oder Mörder, würd: si.: gekümmert haben. „Rasch meinen Tschako!“ „Ich muß sofort zum Herrn „Herr Hauptmann haber. sollten sofort nach Rückehr na vermute aber. erdrechers handelt. Ahnrng sagte ihm. einen gemeinen Carnison=Komm daß er Verbreche nmando nich „Bielde dem Herrn Heuptmann. schiebbaren Angelegengent den Frrn müsse Herrach kine ich sofort!“ Tomit eilte Laral) nach dem Reeim: bich bei den Kommardeur melden. rief er seinen Burscheu entgegen. Oberstleutnant." befohlen, Herr Oberieutnant uch der Kaserne kommen.“ daß ich in einer unaufOberstleutnant sprechen i und ließ Auf dem Bureau herrschte eine rege Tätigkeit. Ordonnanzen kamen und gingen. Mehrere Schreiber arbeiteten sleibig, indem sie Befehle und Berichte abschrieben. Der erste Schreiber flüsterte Harald zu:„Wissen Herr Oberleutnant schon, daß der Hallunie, welcher unsere Soldaten zur Desertion verleitete, entdeckt ist?“ Harald erblaßte leicht.„Wer ist es?“ „Dieser Monsieur Haubiller— der reiche Kerl auf der Aue Francaise... Harald konnte nicht weiter fragen. Eine Ordonnanz medete ihm, daß der Herr Oberstleutnank ihn erwarte. Er trat in das Privatbureau des Kommandeurs. Dieser stand mit ernstem Gesicht, die Hand auf ein Aktenstück gestützt, am Schreibtisch, Adjutant von Fuchs saß an einem Nebentisch und schrieb eifrig. „Sie haben mir etwas Wichtiges mitzuteilen, Oberleutrant,“ fragte der Kommandeur. „Zu Befehl. Herr Oberstleutnant.= Ich erhielt huu sen Brief des Deserteurs Reiners und halte es für Pflicht, den Brief Herrn Oderstleutnant zu übergeben, wohl zur Ermittelung des Verführers dienen kann.“ Der Kommandeur nahm den Brief, der sich im Kuvert vsand, lss ihn und besah ihn dann von allen Seiten. Sein Gesicht zeigte keine Bewegung, ein finsterer, undurchdringlicher Ernft ruhte auf ihm. Tann sah er Harald fest und scharf an: Der Poszstempel der Ausgabe besagt, daß der Brief kereits heute morzen hier ongekommen ist und mit der erster Post ausgetragen wurde. Wenn haben Sie den Brief erhalten?“ „Ich fand den Brief heute mittag vor, als it vom Dienst nach Haus kam“, entgegnete Hauald und seine Stimme zitterte leicht. Der Adjutant hob den Kopf und blickte nach dem Chronoweter der über dem Schreibtisch des Obersleutnauts hing. Verselbe zeigte die sechste Nachmittagsstunde. Harald gmertte den Blick des Adjutanten und errstete Er glaudte den Gedankengang des Adiutanten in dessen spöttischem Löcheln zu lesen und eine zornige Erbitterung stieg in ihm emrer Herr rite diemeine da er „Der Brief ist von äußerster Wichtigkeit“, fuhr der Oberstleutnant ernst fort.„Weshalb kommen Sie erst jetz: mit ihm zu mir?“ „Ich wußte zuerst nibt, wie ich diese Angelezenheit behandeln sollte... ich mußte erst zu einem Gntschluß kommen.... es war doch ein Privatbrief....“ „In einer solchen Angelegenheit gibt es keine Privatbriese, Herr Oberleutnant. Sie hatten die Pflicht, mir sofort von diesem Briefe Mitteilung zu machen. Freilich— Sie haben auch dem Kriminalkommissar Bonnert gegenüber große Zurückhaltung gezeigt...“ „Herr Oberstleutnan. „Ich muß sehr bitten, mich nicht zu unterbrechen, Herr Oberleutnant“, sogte der Kommandeur streng.„Sie befinden sich hier nicht dem Kriminalkommissar gegenüber, sondern Ihrem Vorgesetzten, der denn wohl das Recht hat, Ihre Handlungsweise einer Prüfung zu unterziehen. Ich finde diese Ihre Handlungsweise etwas eigentümlich, mein Herr Oberleutnant, wenn sie auch eine Erklärung in den Gefühlen finden mag, welche Sie mit der Familie Hauviller verknüpfen. Aber Sie hätten sich sagen müssen, daß hier keine Zeit zu verlieren war. Ihr Jögern konnte dem Verdächtigen zu Hülfe toumen, daß er die Mgdlichkeit der Flucht fand. Ich will Ihnen zeigen, wie Sie zu handeln hatten. Ein einfacher Unteroffizier hat Sie beschämt. Der Unteroffizier Marten von Ihrer Kompanie erhielt einen ähnlichen Brief, wie Sie — nur kam er von dem Mädchen Jeanne Gaspard. Unteroffizier Marten übergab mir sofort den Brief, der es uns ermöglichte, den Schuldigen zu entlarven und zu verhaften. Sehen Sie Ihren Fehler ein, Herr Oberleutnant?“ „Ja, Herr Oberstleutnant... aber ich bitte, die Umstände in Betracht zu ziehen....“ „Ich will es tun und Sie deshalb nur mit dieser ernsten Rüge bestrafen... halle was gibt es da“ Im Vorzimmer wurden Stimmen laut. Der Adjutant sprang auf, ehe er jedoch die Tür öffnen konnte, wurde diese aufgerissen und der Kriminallommissar Bonnert trat rasch „Um Verzeihung, Herr Oberstleutnant“, sagte er atemos,„daß ich so formlos eintrete. Aber eine wichtige Nachricht— der Schurte ist uns entwischt, er ist entflohen.. „Wie?— Entflohen?— Wie war das möglich? Er wollte doch erst morgen früh abreisen, wie er Unteroffizier Marten gesagt hat?“ „Allerdings. aber er muß von irgendeiner Seite gewarnt sein. Sie wissen Herr Oberstleutnant, daß die Formalitäten des Haftbefehls einige Zeit in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit muß ihm die Warnung zugekommen sein und er hat den Augenblick gut ausgenutzt.“ „Aber ich ließ doch die Tore besetzen?" „Er muß durch den Wallgraben oder durch die Hintertür eines Hauses entkommen sein. Kurz, als ich hinkam, um ihn zu verhaften, wor er verschwunden.“ Mit ernstem Ausdruck des Gesichts wandte sich der Kommandeur an Harald: „Sie sehen, Herr Oberleutnant, was aus Ihrem Zögern entstanden ist.“ Jetzt erst bemerkte der Kommissar Harald. Ein Lächtln duschte über sein Gesicht. „Ah. Herr Oberleutnant von Heineck!— Vielleicht kann der Herr üder die verhängnisvolle Warnung Auskunft geben. Wenigstens war der Herr Oberleutsant heute nachmittag mit Mademoiselle Henriette Hauviller zusammen im Wadde von La bonne fontaine...“ Zorniges Erstaunen malte sich auf dem Gesicht des Kommandeurs. „Woher wissen Sie!“ fragte Harald hastig und errötend. „Nun, verehrter Herr Oberleutnant“, entgegnete der Kriminaltommissar lächelnd.„ich erlaubte mir schon früher Ihnen zu sagen, daß ich die Familie Hauviller durch meine Agenten scharf beodachten lassen würde. So hat mir auch einer meiner Agenten gemeldet, daß Mademoiselle Hauviller heute nachmittag mit Ihnen im Walde zusammengetroffen s Fortsetzung folgt.)„9 9 1331 discher Prinz den norwegischen Thron besteige, werde der König die Frage aufs neue in Erwägung ziehen. Telegramme. * Stockholm, 28. Juni. Die Zweite Kamme: Aberwies den Regierungsentwurf betreffend die Vorverhandlungen mit dem norwegischen Storthing einem Ausschuss: Im Lause der Debatte erklärte der Justizminister auf per schiedene Bemerkungen und Anfragen hin, man sei darin einig, Norwegen nicht mit Machtmitteln zur Union zu zwin gen. Was die von Schweden zu stellenden Bedingungen angehe, so dürften nicht unmögliche Schwierigkeiten gemacht wer den, anderseits müßten aber die rechtmäßigen Interessen Schwedens gewahrt werden. Der Minister wies sodann den Vorwurf zurück, der Regierungsentwurf sei eine Schwäch gewesen; gerade das Gegenteil sei der Fall. Wenn die Regierung ihre Kaltblürigkeit verloren und auf die vielen Stimmen des Unwillens und der Erbitterung gehört hätte. würde sie auf einen gefährlichen Weg geraten sein. Verschiedene Redner forderten militärische Rüstungen, um jedermann klar zu machen, daß es Schweden ernst mit seiner Forderung sei. Staatsminister Ramstedi führte aus, nach dem Storthingsbeschluß am 7. Juni habe es nur zwei Wege für Schweden gegeben, entweder zu Machtmitteln zu greifen oder bei der Unionsauflösung mitzuwirken. Der Wunsch, zu Machtmitteln zu greifen, werde kaum von jemandem gehegt.„Der rechtmäßigste Zorn darf uns nicht zum Kriege veranlassen. Was würden wir dabei gewinnen? Die Vereinigung in der einen oder anderen Form mit einem besiegten Norwegen kann keinen Vorteil für Schweden mit sich bringen, sondern im Gegenteil die größte Gefahr. Unsere Ehre fordert, daß wir die Angelegenheit mit Ruhe prüfen. Wenn nicht weitergehende Mittel angewendet werden sollen, gibt es nichts Würdigeres für Schweden, als freiwillig an der Unionsauflösung mitzuwirken und danach zu trachten, künftig den Frieden auf der Halbinsel aufrechtzuerhalten. Der Minister wies so dann in bestimmter Weise die Behauptung zurück, daß der Standpunkt der Regierung von dynastischen Interessen beein flußt sei. Das Svenska=Telegrambyran meldet: Am 23. Juni richtete der Minister des Auswärtigen an die schwedischen Gesandten im Auslande ein Rundschreiben, worin: ihnen mitteilt, daß der König dem außerordentlichen Reichs tage einen Vorschlag betr. das Unionsverhältnis habe zu gehen lassen, sowie daß der König, bis Schweden die Ein willigung zur Aufhebung der Reichsakte gegeben habe, an seinem Beschlusse festhält, die durch den Siorthingsbeschluß dom 7. Juni in Norwegen eingesetzte ungesetzliche Regierung nicht anzuerkennn. r. Stockholm, 28. Juni. Großes Aufsehen erregt einministerielle Order, welche die Uebungen der schwedischen Ostseeflotte nach der Westtüste verlegt. Die wehrpflichtige Mannschaft, deren Dienstzeit jetzt abgelaufen ist, bleibt bekanntlich bis auf weiteres in Dienst. Diese Maß nahme ist zweifellos nur angeordnet worden, um den Unter handlungen mit Norwegen größeren Nachdruck zu gelen. Feind die Offenside zegen unsere Kavallerie=Vorposten lich der Eisenbahn. Der Feind, der Verstärkungen an Innterie und Kavallerie erhielt, vertrieb unsere Vorposten nach orden zu. In der Gegend von Haihingschön wurde am 24. uni einer unserer Kavallerie=Vorposten im Tale des Tfinkheusses von den Japanern vertrieben. Wir sandten Jägermmandos zur Verstärkung, doch gerieten sie bei Santsiatay das feindliche Artilleriefeuer. Japanische Infanterte ist in n koreanischen Bergen gesehen worden. Am 22. uni griff der Feind die Sotnien unserer Vorhut an, die sich ich Kampf zurückzogen. Petersburg, 27. Juni. Nach einer Meldung der„Esburger Telegraphen=Agentur“ aus Godsiadan wur:e 25. Juni bemerkt, daß sich bedeuten de japanische treitkräfte gegen die linke russische Flank: onzentrierten. In Korea gingen die Japaner an 22. Juni zum Vormarsch gegen Kosakensotnien über, die sit ämpfend in nördlicher Richtung zurückzogen. Die japanisch: ut steht in der Linie Tschatschudeg—Pugotin. Moskan, 27. Juni. Die morgen beginnende Einbeufung der Reservisten ist, um eine Anhäufung und Unordnungen vorzubeugen, auf 20 Tage ausgedehnt worden. äglich werden gegen 1500 Mann einberufen und unverzüg ch zu ihren Truppenteilen befördert. In Kiew und Romny ist die Mobilmachung setatg Unruhen in Rußland. r Warschau, 27. Juni. Gestern abend gegen 7 Uhr surde von streikenden Arbeitern gegen eine Kompanie Soldaten eine Bombe geschleudert. 51 Soldaten erlitten schwere Verletzungen, 8 wurden getötet. In der Vorstadt Nalewski verhafteten Detektivbeamte einen Mann in dem Moment, als er eine Bombe auf eine durchreitende Kosaken patrouille werfen wollte. * Lodz, 27. Juni. Gerüchtweise verlautet, daß in der Vorstadt Widzew das Hauptmonopolgebäude lotal zertrümmert worden sei, wobei vom Militär 200 Zivilpersonen getötet sein sollen. Augenblicklich ist es unmöglich, dieses Gerücht auf seine Richtigkeit zu kontrollieren, da sämtliche, nach öffentlichen Gebäuden führenden Wege polizeilich gesperrt sind.— Als ein Personenzug der Lodzer Bahn der letzten Station vor Lodz, Widzew, sich näherte, befahl der betrunkene Offizier einer Koeer s esand er But). Gaiten uur zenden#utstand eine schreckliche Panik. Nach mehreren en warfen sich alle Insassen des Zuges auf den Boden des Abteils. Nur eine Frau wurde schwer verletzt, während die übrigen Passagiere mit dem Schrecken davonkamen. r Bobruisk(Gouvernement Minsk), 27. Juni. Hier hielten etwa 1000 jüdische Bewohner mit Erlaubnis des Polizeichefs eine Gedächtnisfeier für die Opfer der antisemitischen Exzesse in Schitomir ab. Auf dem Rückweg kam ihnen eine Abteilung Kosaken entgegen, die auf das Kommando des führenden Polizeipristaws„Haut die Juden“ mit ihren Knuten, nach rechts und links schlagend, die Menge hineinsprengten, wobei Kinder, junge Mädchen un gebrechliche Greise von den Hufen der Pferde und den Knuten übel zugerichtet wurden. Die Zahl der Opfer ist sehr groß Odessa, 27. Juni. Im Vorort Peresyp versammelten sich gestern 2000 Arbeiter, um über das Eintreten in den Ausstand zu beraten. AlsMilitär anrückte, wurde es aus der Menge mit Steinen beworfen. Die Truppen fen erten sofort; zwei Personen wurden erschossen und eine verwundet. Heute herrscht in Odessa allgemeiner Aus stand. Die Arbeiter ziehen in großen Haufen durch die Straßen. An vielen Stellen spannen sie die Pferde de Pferdebahnwagen aus und verhindern den Verkehr. All. Läden sind geschlossen. Telegramme. r Berlin, 28. Juni. Infolge der Unruhen im russisch=polnischen Grenzbezirk sind von den preußischen Behörden Maßnahmen zur Bewachung der Grenze vorgesehen. Zur Besprechung über diese Vorgänge hat sich gestern der Grenzkommissar Polizeirat Mädler nach Myslowitz begeben, wo eine Beratung der Landräte und anderer behördlicher Personen stattfindet. Die Zahl der von Ruß land nach Oberschlesien herüberkommenden Personen nimm täglich zu. r Warschau, 28. Juni. Aus Lodz wird hierher telegraphisch gemeldet, das Militär argwöhnte, daß in einem Hause der Franziskanerstraße eine Anarchistensitzung statt fand. Die Soldaten umzingelten das Haus und feuerten in die Fenster hinein. Dabei wurden einige von den Einwohnern, die große Panik ergriff, verwundet. Alle Läden, in denen alkoholische Getränke verkauft werden, sind wegen des Kriegs zustandes geschlossen. Bei Zgierg wurde gestern im Wald eine Sozialistensitzung entdeckt, an der etwa 290 Personen teilnahmen. Kosaken umzingelten die Versammlung, feuerten mehrere Salven ab, verwundeten 20 und arrctierten 180 Personen. Die Verhafteten wurden zu Fuß nach dem vier Meilen entfernten Gesängnis von Lentschitz abgeführt. In Lodz sind jetzt 15 000 Mann konsigniert. Der Hauptstab ist in einem Mädchen=Gymnasium untergebracht. Gestern verließen 2000 Israeliten die Stadt. Der russisch=japanische Krieg. Petersburg, 27. Juni. Wie die„Petersdurger Tel graphen=Agentur“ erfährt, hat der mesige amerikanische Bo# schafter am 25. d. M. dem Minister des Aeußern Grafen Lamsdorff den Vorschlag mitgeteilt, den 1. August neuen Stils als Termin für die Zusammenkunft der B dollmächtigten Rußlands und Japaus in Washingto wählen. Noch an demselden Tag= antwortete Graf Lams dorff, daß Rußland mit den Vorschlag einverstanden sei. „Petersburg, 27. Juni. General Lenemitsch telegta#en auter dem 26. Juni: Am 25. Juni ergriff der Offizieller Mißerfolg des TurbinenTorpedobootes. „Bei der am 15. Juni vor Pillau stattgefundenen offiiellen kontraktlichen dreistündigen forcierten Probefahrt des Turdinen=Torpedobootes„S 125“ wurde durch die Abnahme Kommission konstatiert, daß dieses mit Original=Parsons Turbinen versehene Torpedoboot eine Geschwindigkeit von 26,6 Knoten durchschnittlich erreicht hat. Mit Koldenmaschinen ausgestattete Torpedoboote derselben Serie haben auf den kon trattlichen dreistündigen Fahrten im Mittel 28,8 Knoten gelaufen. Der Grund für die Minderleistung des Turbinenbootes von über zwei Knoten liegt hauptsächlich in dem fast doppelten Kohlenkonsum er Original=Parsons=Turbine.“ Das heißt also amtlich mit dürren Worten, daß das Turbinenboot trotz doppeltem Kohlenverbrauch seine kontrakt liche Geschwindigkeit nicht geholt hat, geschweige denn die ande rer Torpedovoote derselben Serie mit Kolvenmaschinen. Schon das genügt, aber all die vielen anderen Mängel, wie mangelhafte Umsteuerung und dergl., werden sich auch ld amtlich bestätigen, ganz so, wie die sachlichen Gegner der ampfturbine längst vorausgesagt haben. Gerade in letzter Zeit mehren sich fortwäyrend die war senden und verurteilenden Stimmen hervorragender Fachleute gegen die Dampfturbine und so werden auch die sich haufenden Mißerfolge vollauf bestätigt. Daran können die Empfehlungen von Privatleuten, die für Maschinenbau durchaus nicht sachverständig sind, nichts ändern, im Gegenteil, solche Reklameschreiberei macht erst recht stutzig. Wo bleiben denn die ausposaunten großartigen Vorteile und kolossalen Erfolge? Sie sputen wohl nur in nebelhafter grauer Theorie und basieren selbst da offenbar auf Berech nungsfehlern.— videant consules———!“ Inzwischen ist am 22. Juni bei einer weiteren Probefahrt wiederum der ganse Turbinenapparat niedergebrochen. Zunächst brach auf offener See die Backbord=Turbine nieder, und eine halbe Stunde darauf ebenfalls die Steuerbord=Turbine. Das Boot mußte von einem Schleppdampfer in Schlepp genommen werden, um wieder in den Pillauer Hasen zu gelangen, wo es dann mit Leinen an Land vertaut wurde. Die Unzulänglichkeit und Unzuverlässigkeit dieses primitiven Turbinenapparates, welcher infolge seiner geringen Oekonomie den ganzen Schiffsmotor auf die Stufe der alten Niederdruckmaschine zurückbringt, sollte nunmehr zur Genüge konstatiert sein. Die Reparaturen werden jetzt wieder Monate in Anspruch nehmen und dann dürfte wohl das Leben der Schifsmannschaft durch Proben mit dem primitiven Apparat aufs neue in Gefahr gesetzt werden, bis—— wieder erneute Havarien eintreten. aufgestapelt war. Hierdurch lam es, daß ein ganzer Stoß dieser schweren Bretter aus einer Höhe von 2½ bis 3 Metern mit dröhnendem Gepolter herunterstürzte und das siebenjäh rige Töchterchen der in demselben Hause wohnenden E B. unter sich dearub. Der auf das jämmerliche Hülsegeschre der Kinder hinzugeeilte Vater befreite nach mühe voller Arbeit sein schwer verletztes Kind und ließ es von der beigerufenen Mannschaften der Unfallstation zum Mariahilf hospital bringen, wo sofort eine Operation vorgenommen werden mußte. Auch mehrere der andern Kinder erlitten Verletzungen; jedoch sind diese leichterer Natur. r Aachen, 27. Juni.[Festgenommen.] Die hiefige Kriminalpolizei verhaftete auf dem Bahnhof Herbes thal einen 28 Jahre alten Mann aus Remagen, der ein 16 jähriges Mädchen, mit dem er gegen den Willen seiner Eltern ein Verhältnis unterhielt, nach Belgien entführen wollte Das Mädchen wurde angehalten und von den Eltern zurück gehell. * Nassan(Lahn), 26. Juni.[Verschiedenes. Schwere Gewitter gingen gestern und heute nieder Der wolkenbruchartige Regen richtete an der unteren Lah### schweren Schaden an. In Niedertiefenbach wurde auf dem Felde ein 15jähriges Mädchen vom Blitz erschlagen, ihr Vater detäubt; auch in Eppenrod wurde eine ganze Familie durch einen Blitzstrahl betäubt.— Der praktische Arzt Dr. Feibe: in Holzappel, der vor 9 Wochen mit 7 anderen Personen von einem tollen Hunde gebissen wurde und nach mehrwöchiger Behandlung im Berliner Institut für Infektionskrankheiten urückgekehrt war, ist plötzlich an einem Anfalle von Toll utgestorben. rankfurt a. M., 27. Juni.[Einen Selbstmord unter eigentümlichen Umständen beging in Unterliederbach der Klavierstimmer Franke in einer dortigen Wirtschaft. Er ließ sich vom Wirt ein Glas Bier geben, schüttete in dieses ein weißes Pulver, angeblich Zucker und trank dann das Glamit einem Zuge aus. Nachdem er sich hierauf an das Klavier gesetzt und den Trauermarsch von Chopin gespielt hatte, per ließ er das Lokal. Kurze Zeit darauf erschien seine Fraui dem Lokal und teilte mit, daß ihr Mann schwer krank; Hause liege. Nachdem man ihr mitgeteilt hatte, was sich zugetragen hatte, eilte sie zu einem Arzi, der eine schwere Mo: siumvergiftung feststellte. Trotz aller angewandten Mitt der Mann gestorben. Wie es heißt, sollen den Franke Natrungssorgen in den Tod getrieben haben. * Mannheim, 26. Juni.[Selbstmord.] D. Jahre alte ledige Tagelohner Erkett von hier sprang i ergangener Nacht in selbstmörderischer Absicht, weil ihm sein hn heimbegleitende Geliebte wegen seiner Trunkenheit Vor ürfe machte, von der Friedrichsbrücke aus in den Neckar ertrank. Seine Leiche konnte noch nicht gefunden werden Provinz u. Nachbargebiete. Krefeld 27. Juni.[Gewittet.] Heute nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr ging über unsere Stadt ein Gewitter mit starken elektrischen Entladungen nieder. In einen an der Endstation auf dem Ostwall stehenden Wagen der Kleinbahn Krefeld—Düsseldorf schlug der Blitz in. Holzteile des Wagens gerieten in Brand. Die In sassen kamen glücklicherweise mit dem Schrecken davon. Die Berufsfeuerwehr war sofort zur Stelle. Düsseldorf, 27. Juni.[Der Rheinische Pro inziallandtag] wird schon in den ersten Tagen de Februar zusammentreten. Die frühe Einverufung hat ihre Ursache in dem Umstand, daß von der Staatsregierung wich ige Vorlagen(Kanal) unterbreitet werden. Düsseldorf, 27. Juni.[Pensionierung.] Der seit 28 Jahren unter orei Oberbürgern eistern als Erster Begeordneter im Dienste der StadtDüsseldorf stehende Herr Lud wig Feistel wurde in der heutigen Stadtverordnetenversamm ung auf seinen Antrag wegen seines unbefriedigenden Ge sundheitszustandes in den Ruhestand versetzt. Als AusdruDankes für die seltene Pflichttreue und ungewöhnlich: Arbeitskraft des Scheidenden wurde ihm das volle Gehalt a Pension einstimmig zuerkannt. * Düsseldorf, 27. Juni.[Auf unerwartete Weisel ist ein Bewohner der Friedrichstadt wieder zu gestohlenem Eigentum gekommen. Im Herbst vorigen Jahres war ihm eine Kassette, welche verschiedene Sparkassenbüch:: und Schmucksachen enthielt, entwendet worden. Beim Rei nigen der Düssel fanden Arbeiter diese Kassette, die zwar ufgebrochen war, aber noch die Sparkassenbücher enthielt Die Büchlein wurden dem Eigentümer, der bereits die Un gültigkeitserklärung beantragt hatte, zugestellt. Mülheim(Rhein), 27. Juni.[Nette Eltern. Gestern wurde eine gerichtlich beschlagnahmte Kindesleiche ob duziert. Der Verdacht, daß der Tod infolge Mißhandlunge eingetreten ist, bestätigte sich, worauf das in Hohenberg wod nende Elternpaar in Haft genommen wurde. * Köln, 27. Juni.[Schenkungen.] Zum A denken an ihren verstorbenen Sohn Alfred hat Frau Em Oelbermann zugunsten der hiesigen evangelischen Gemeind abermals Schenkungen in Höhe von 297,000 Mark gemacht * Köln, 27. Juni.[In den Todgehetzt.] Auf eine traurige Weise hat, dem„Stadtanzeiger“ zufolge, ein 9jähriger Knabe aus Ehrenfeld seinen Tod gefunden. Der Kleine hatte von seinem Vater Geld erhalten, um ihm Schnaps zu holen. In der Schnapsflasche befand sich no Wasser und als der Kleine an einem anderen Knaben vor ül erkam, begoß er diesen. Der letztere war hierüber emport und verfolgte nun den Neunjährigen, der die Flucht ergriff. Ein anderer Knabe schloß sich der Verfolgung an und di beiden jagten nun hinter dem armen Jungen so lange her, dis dieser erschöpft an einer Mauer zusammenbrach. Da ließen sie von ihm ab und liefen davon. Ein Vorübergehender fan den bewußtlosen Knaben am Boden liegend; er war tot. Ein Arzt stellte fest, daß der Kleine sich bei dem Hetzen und Laufen dermaßen überangestrengt hatte, daß der Tod infolge von Herzlähmung eingetreten war. r. Frechen, 27. Juni.[Ein hestiges Gewit ter] mit wolkenLruchartigem Regen ging gestern nachmitta über unseren Ort nieder. Das Wasser drang vielfach in di Häuser ein. An einem Hause stürzte der Kamin und ein Hin terhaus ein, in welchem sich die Küche defand. Die Feuer wehr mußte zur Hülfeleistung requiviert werden. Allendorf, 26. Juni.[Auf beiden Augen er blindete] plötzlich, als er im Felde arbeitete, der Schuh machermeister Heinrich Stoeder. Er wurde in die Augenklin nach Göttingen geschafft. Doch vermochte die ärztliche Kun nicht, dem Aermsten das Augenlicht wiederzugeben. r. Nerpen, 27. Juni.[Kaltgestellt.] Der Grichtsvollzieher Arnoldt bei dem hiesigen Amtsgerichte wure suspendiert. Bei einer vorgenommenen Revision sollen b# deutende Unregelmäßigkeiten festgestellt worden sein. Aachen, 27. Juni.[Ein trauriger Unglück fall] ereignete sich gestern nachmittag unter dem Torwe eines Hauses der Eilfschornsteinstraße. Mehrere Kinder ten dort an einem Hausen Holz. der vermutlich nicht richti, * Meiderich, 27. Juni. Vor mehreren Tagen das es in Ober=Meiderich an der Lösorterstraße gedrannt, doch ist die Feuerwehr nicht alarmiert worden, die Hauseinwodner haben mit Hülse der Nachbarn energische Löschardeit verrichtet. An dem einstöckigen Häuschen ist das Dach fast ganz niedergebrannt und kein geringer Brandschaden verursacht worden. 0) Bruckhausen, 27. Juni. Die Unsitte, sich hinten auf den Aufstieg eines Fahrrades zu stellen, hat gestern abens schon wieder einen Unglücksfall verursacht. Ein Knade von etwa 10 Jahren tat es auf der Grünstraße; er stürzie ab und erlitt Verletzungen am Hals, außerdem kam er mit seinen Zehen— er hatte nackte Füße— zwischen Kette und Rad. Erst mit Hülfe von einigen Erwachsenen gelang es, ihr zu befreien. Die Verletzungen waren derart, daß er ins Krankenhaus gebracht woden mußte. — Hamborn, 26. Juni. Gestohlen wurden: dem Bergmann Johann de Zeunig aus Bruckhausen 1 Fahr Marke Jendrosch, dem Bergmann Joseph Dierzak, Heinrichstraße 6 in Bruthausen, aus einem Kleiderschrank: 80 Maik in vier 20=Markstücken. Der Died ist in diesem Falle ein angeblicher Fabrikarbeiter Edmund Schimansty, geb. 1872, 1,80 Meter groß, mit dlondem Haar und blondem Schnurrbart, länglichem Gesicht, blauen Augen, kräftiger Gestalt, polnischer Sprache, auffallend stark behaarten Händen. Der angebliche Schimansky war einen Tag bei Dierzak im Log.s und hat sich dann entfernt. Er trägt schwarz und weißgestreifte Joppe und schwarze Hose. - Hamborn, 26. Juni. Polizeibericht. Festgenommen wurde ein Mann wegen unberechtigten Schießens aus einem Revolver in unmitteldarer Nähe von Gebäuden, einer wegen Berübens von grodem Unfug und einer, der sich gestern nachmittag im Wäldchen an der Kaiserstraße an einem Schulkind vergangen hatte.— In der Woche vom 18. dis 24. Juni kam an ansteckenden Krankheiten nur zur Anmeldung 1 Diphtherie. Hamborn, 26. Juni. Am Montag findet auf dem Marktplatze hierselbst Schweinemarkt statt. Aus dem Kreise Moene Oestrum, 26. Juni. Als der Polizeisergeant Weder in letzter Nacht die Personalien verschiedener Ruhestörer feststellen wollte, erhielt er einen Revolverschuß in die rechte Halsseite. Der Täter, ein Holländer, konnte noch in der Nacht festgenommen werden. Die Verletzung ist nicht lebensgefährlich, da die Kugel bereits entfernt werden konnte. Lokales. Aus dem Kreise Ruhrort. * Ruhrort, 28. Juni. Diebe unterzogen vor einige Nächten den Keller eines hiesigen Hotels einer Besichtigung Dem Hofhunde gelang es nach vieler Mühe, den Wirt wach zu bellen. Dem aber schien es doch nicht ratsam, in den Keller hinunterzugehen; er hielt lieber von einem Fenster der ersten Etage aus Umschau und sah denn auch nacheinander drei männliche Gestalten dem Keller entsteigen und verschwinden Ein Polizeibeamter, der kurz darauf erschien, nahm die Verfolgung auf, fand aber niemand mehr. Dann kletterten Wirt und Hund unter dem Schutz des Beamten in den Keller. Die Diebe waren, wie sich nun zeigte, durch eine schlecht verschlossene Luke ein und aus gestiegen, hatten Kisten und Kasten durcheinandergeworfen, aber nichts gestohlen; es war ihnen jedenfalls bei dem wütenden Hundegebell doch auf die Dauer nicht recht geheuer gewesen. D Ruhrort, 28. Juni. Als der Brückenwärter der Emscherbrücke im dritten Bezirk heute morgen seine Bude betrat, bot sich ihm ein Bild der Verwüstung dar. Sämtlichvorhandenen Möbelstücke lagen zertrümmert umher. Man war, indem man nach Zerstörung eines Fensters den Riegel einer Blende entfernt hatte, durch die entstandene Oeffnung eingestiegen. Bares Geld war nicht vorhanden, da der Wärter die Tageseinnahme mitgenommen hatte. Wahrscheinlich aus Wut hierüber wurde alles demoliert. Die Beute der Eindringlinge, von denen jede Spur fehlt, bestand lediglich aus einigen Kleidungsstücken, doch ist durch die Zerstörung der Sachen immerhin ein erheblicher Schaden verursacht worden. Ruhrort, 28. Juni. Ein als gemeingefährlich beannter Gelegenheitsarbeiter wurde gestern nacht hier festgenommen. Am liebsten spielt der Mensch den Zuhälter und nur der Hunger kann ihn dann und wann zu einer Arbeit veranlassen. Vor kurzem war nun die Dame seines Herzens aus Brauweiler zurückgekehrt und sie wollte er in jener Nacht besuchen. Da er sie aber erst am Nachmittage mit Fußtritten und Faustschlägen überreichlich bedacht hatte, dankte sie höflichst. Da radaute er denn so arg vor dem Hause herum, daß sich die Polizei seiner annahm und ihm Freiquartier anwies. Tags darauf konnte sie ihn, da„sie“ inzwischen Strafantrag gestellt hatte, gleich dem Amtsgericht zufühgen. Ruhrort, 28. Juni. Genasführt wurde ein Gelsenkirchener Fuhrmann von einer dortigen Familie. Er sollte ihre fast noch neue Wohnungseinrichtung nach Ruhrort fahren, wohin sie zöge, und in ihrer neuen Wohnung, Nr. Soundso, abladen. Der Fuhrmann packte ein, fuhr von Gelenkirchen nach Ruhrort, fand hier auch das bezeichnete Haus. ber keine leere Wohnung darin und auch niemand, der von den„neuen Mietern“ etwas gewußt hätte. Der Fuhrmana wartete bis gestern, dann wandte er sein Roß und trat die Rückfahrt nach Gelsenkirchen an. Was sich hinter der sonderboren Geschichte verbirgt, ist noch nicht aufgeklärt. *; Ruhrort, 28. Juni. Nach einem geraubten Kinde wurden gestern die Wagen einer Zigeunerbande durchsucht, die durch den dritten Bezirk zog. Von Duisburg aus war gemeldet worden, daß die Zigeuner von dort ein Kind mitgenommen haben sollten. Die Polizei fand jedoch Während des gestrigen Ge Beeckerwerth ein neu erbauter Wie es heißt, hatte der Blitz * Ruhrort, 28. Juni. witters stürzte im Ringziegelofen ein. eingeschlagen. * Ruhrort, 28. Juni. Festgenommen wurde ein auswärtiger Kaufmann wegen Diebstahls; angezeigt ein Portemonnaiediebstahl. V Meiderich, 27. Juni. Unter dem Vorsitz des stellvertretenden Präses des Presbyteriums, Herrn Pastor Lic. Hesse, fand gestern abend im evangelischen Gemeindehause eine Sitzung der Repräsentation der evangelischen Gemeinde statt. Wie wir vor kurzem schon mitteilten, ist die Glockenangelegenheit auf gütlichem Wege nicht zu erledigen infolgedessen wurde beschlossen, die von der Firma Schilling in #ida nicht vertragsmäßig gelieferten Glocken samt Glocken stuhl wieder aus dem Turme zuentfernen und dem Lieferanten zur Verfügung auf Lager zu stellen. Man will jetzt Glocken aus Gußstahl beschaffen und deshalb ist man, wie schon berichtet, mit der Gußstahlfabrik in Bochum in Verhandlung getreten, die bis zur Erledigung der Angelegenheit mit obiger Firma(voraussichtlich kommt es zu einem Prozeß) leih= und probeweise für eine Geläute sorgen wird. Eine wichtige Besprechung veranlaßte auch der projektierte Kir chenbau für Ober=Meiderich. Da das in Aussicht genommene Gelände an der Karlstraße voraussichtlich zu an deren Zwecken benutzt werden soll und wegen seiner Lage im Bodensenkungsgebiet die Verwaltung der Zeche„Westende" verhandelt hatte, um den Kirchbau dort zu verhindern, wurde die Genehmigung dazu erteilt, wegen des Erwerdes von anderen geeigneten Gelände mit Grundbesitzern in Verhandlungen ein zutreten. Als solches wurde der große freie Platz des Eisen bahnfiskus an der Grabenstraße in Vorschlag gebracht; es soll versucht werden, ihn anzukaufen, in welchem Falle man von der Bebauung des Grundstückes an der Karlstraße Abstand nehmen würde. Die schon in der vorigen Sitzung zurückgestellte S wegen Erweiterung des evangelischen Krankenhauses wurde nochmals vertagt, da erst eine andere Frage erledigt werden soll, die die Anstellung eines Oder= und Assistenzarztes ur Freigebung des Krankenhauses für alle diesigen Aerzte betrifft. „!“ Meiderich, 27. Juni. Heute morgen war der Bischof zur Firmung in dem festlich geschmückten Unter Meiderich und nachmittags geleitete ihn ein Radfahrer Reiter= und Wagenzug am Zuschlag vorbei, wo Ehreupforten errichtet waren, bis zum Oberhausener Bahnhof, von wo diRückfahrt nach Münster erfolgte. Aus dem Gerichtssaale. W. Duisburg, 27. Juni. Schwurgericht. Die lezte Schwurgerichtsverhandlung der dritten Session dieses Jahres fand heute gegen die unverehelichte Auguste Schulz aus Hamborn wegen Kindesmords statt. Die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführte Verhandlung dete mit der Verurteilung der Angeklagten, welcher Rechtsanwalt Leutz als Verteidiger zur Seite stand, unter Annahme mildernder Umstände zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis.— Die am 19. d. M. vertagte Verhandlung gegen Markandella wegen Totschlags wird erst in der nächsten Session, im Ottober, zur Erledigung gelangen können, da der Mörder Sennalino aus dem Zuchthause in Italien nicht mehr als Zeuge herbeigeschafft werden konnte.— Die in dieser Sese sion verhängten Strafen betragen insgesamt 7½ Jahre Zuchthaus und 27 Jahre 7 Monate Gefängnis sowie 1 Woche Die Strafkammer verhandelte eine Blutta:, welche in der Streikzeit der Bergleute in Oberhausen viel von sich reden machte. Die Verhandlung richtete sich gegen den Bergmann Koszielny wegen fahrlässiger Tötung. Der Angetlagte befand sich am 22. Jan. dieses Jahres in seiner Wohnung, so ergab die Verhandiung, und wurde von dem Reisenden Hartjes darauf aufmerksam gemacht, daß unten auf der Straße verschiedene Leute umherliefen. Der Italiener Miniato war in angetrunkenem Zustande bei Hartjes an der Haustür gewesen und wollte sich offenbar wegen des Weges Auskunft holen. Harties hatte ihn wieder hinausgebracht und die Zugangstüre zum Hause verschlossen. Nachdem Hartses aus der Wohnung des Angeklagten, woselbst vom Fenster aus ein Mann berbachtet wurde, der sich entfernte, wieder in seine Wohnung gegangen war, hatte er zwei Schüsse vernommen, die der Angeklagte als Schreckschüsse aus dem Fenster gefeuert haben will, weil er glaubte, daß der Italiener ihn als Ardeitswilligen zur Red: stellen wollte. Hartjes bemerkte dann, daß der Italiener, der von Hartjes aus dem Hause gebracht worden war, still dalag, und er ging mit dem Angeklagten und Verwandten von diesen, die mit Stöcken usw. bewaffnet waren, hinunter. Die Leute haben sich aber, wie sie angeben, nicht an den Daliegenden herangetraut, weil er sich verstellen und schießen könnte. Der Angeklagte hatte aus seinem mit 6 Schuß geladenen Revolver 2mal aus dem Fensier gefeuert. Miniato war na dem Gutachten des Medizinalrates Dr. Marx eine Kugel hinter dem linken Ohr in den Kopf und das Genick gedrungen, wo sie im zerstörtem Rückenmart gefunden wurde. Der Staatsanwalt beantragte trotz der bisherigen Unbescholtenheit des Augeklagten für solche Fahrlässigkeit 6 Monate Gefängnis; das Gericht ließ es nach der Verteidigung durch Rechtsanwalt Hartdegen bei 3 Monaten Gefängnis bewenden. r. Bochum, 27. Juni. Eingefürchteter Einbrecher, der Sohn früher wohlhabender Eltern, Heinrich Beckmann, war längere Zeit der Schrecken der Bewohner der Gegend von Witten und Hattingen. Beckmann wohnte in einer gut eingerichteten Höhle im Diaicht des Waldes. 24 Jahre seines Lebens hat der unverbesserliche Died im Zuchthause zugebracht. Am 20. August 1904 wurde er entlassen und schon Mitte September befand er sich wieder in Untersuchungshaft. Am 13. August v. J. wurde B. wegen schweren Sittlichkeitsverbrechens zu 7 Jahren Zuchthaus verilt. In der Räuberhöhle fand man eine ganze Anzahl aus Einbruchsdiebstählen herrührender Gegenstände vor, wegen welcher sich jetzt B. zu verontworten hatte. Er erhiel: eine Gesamtzuchthausstrafe von 14 Jahren, 10 Jahren Ehrverlußt und Stellung unter Polizeiaufsicht. Berlin, 27. Juni. Reichstagsabgeordneter Kunert= Halle hat gegen das Urteil des Landgerichts Halle sofort Berufung anmelden lassen. * S ermischtes. — Bremen, 27. Juni. Dem verstorbenen Oberbaudirektor Franzius soll an der Stätte seines langjährigen und erfolgreichen Wirkens ein Denkmal errichtet werden. Bis jetzt sind im ganzen 55000 M. gezeichnet worden. Auch der Zentralverein für Hebung der deutschen Fluß= und Kanalschiffahrt, dessen Ehrenmitglied Franzius war, fordert zu Beiträgen für das Denkmal auf. — Flensburg, 27. Juni. 150 Teilnehmer an der Sonderfahrt des Deutschen Flottenvereins wohnten den Veranstaltungen der Kieter Woche bei und begleiteten heute die Wettfahrt nach Eckernförde. Morgen erfolgt die Weiterfahrt von hier nach Sylt und Helgoland. — Plauen i. V., 27. Juni. Heute kam hier auf der Bahnhofstraße ein elektrischer Straßenbahnwagen infolge Versagens der Bremse ins Rollen; er sauste die steile traße abwärts und fuhr:nein Haus hinein. Dabet wurde, wie der„Vogtl. Anzeiger“ meldet, eine Person getötet; 14 wurden verletzt. Belgrad, 27. Juni. In seinem Heimaisderfe Glogowatz verschied heute der bedeutendste Dorfgeschichten Verfasser Serdiens, Janko Wesselinowitsch.— Heftiger Gewitterregen verursachte gestern abend in der Umgegend Belgrads bedeutenden Flurschaden. — London, 27. Juni. Der Schoner„Aryan“ aus Baltimore hat nach San Francisco den Kapitän und 10 Mann von dem deutschen Schoner„Agnes“ gebracht, der von Shields lange überföllig war. Die Mannschaft hatte drei Boote ausgesetzt, von denen zwei noch vermißt werden. — Chicago, 27. Juni. Hier wurde ein Deutscher namens Georg Bartholomäus verhaftet; er soll ein Bauunternehmer aus Kassel sein und Fälschungen in Höhe von 100000 M. begangen haben. Trähl= Kachrichten. r. Paris, 28. Juni. Aus Tanger wird gemeldetz Die Lage in Udjida hat sich wesentlich gebessert. Die Sultanstruppen erhielten die aus Fez erwartete Munition. Somit hat der Prätendent nichts von Frankreich zu erwarter das wie zuvor, im Einvernehmen m Grenze schützen will Sultanstruppen### Theater, Kunst und Wissenschaft. Tüfseldorf, 27. Juni.[Festspiele des Goethedereins zu Düsseldorf.] Der Andrang zu den Vorstellungen ist insbesondert wegen der Aufnahme des Götz in den Spielpian in diesem Jahre besonrers stark und diejenigen, die sich noch seine Platze gesicher: haben, werden gat tun, dieses alsbald nachzuholen. Die Vorbereitungen für die am Samstag beginnenden Aufführungen sind in vollem. Gange und zahlzeichen mitwirkenden Künstler fino in Duffeloorf eingetrofsen. Das für die Mitglieder und Freunde des Vereins aus Anlaß der Festspiele regelmäßig veranstaltete Fest wird in diesem Jahre gan, besondere An jebung ausüben, da es mit barsde en Snrir dem feklich geschmicten Damoser„Prinz=heinriche der Mat heimer Dampfschiffahrtsgesellschaft nach Venrath fahren, wo in dem herrlichen Schloßpark ein glänzendes Gartenfest und ein Festmahl im Schlosse veranstaltet wird. Die Rückfahrt erfolgt mit dem Dampfer am späten Abend. Sowohl an den A stellungen wie an dieser Festfahrt wird auch der Vorsitzende des Vereins, der Finanzminister Freiherr von Rheinhaben, teilnahmen. Tport=Nachrichten. Eckernförde, 27. Juni. Bei der heutigen Wettfahrt von Kiel nach Eckernförde ging der„Meteor“ mit dem Kaiser an Bord durch das Ziel um 2 Uhr 28 Min.: die„Hamburg“ war drei Minuten vorher angekommen. Es herrschte ein schweres Gewitter. Die„Hohenzollern“ ist mittags hier eingetroffen. Arbeiterbewegung. Köln, 27. Juni. Heute wurden hier zwischen den Vertreiern des Verbandes rheinisch=westfälischer Brauereien und den Vertretern der organisierten Arbeiter Verhandlungen über die Beilegung des Kampfes geführt. Die Verhandlungen dauerten von Mittag bis spät abends, führten aber noch nicht zu einer endgültigen Entscheidung. Es war aber heute eine bedeutende Annäherung zwischen den beiden Parteien zu verzeichnen, und es besteht die begründete Hoffnung, daß der Bierboykott in den nächsten zwei Tagen aufgehoben wird. Industrie, Handel u. Verkehr. * Die Firma Haasenstein& Vogler A.=G. ersucht uns um Aufnahme folgender Zeilen:„Wir haben bei krüheren Gelegenheiten schon darauf aufmerksam gemacht, daß Scherl nicht die Majorität unserer Aktien besitzt, sondern daß über ¾ unserer Aktien in einer Hand vereinigt sind, die gar nicht daran denkt, dieselben an einen Konkurrenten unserer Firma zu veräußern. Ebenso ist es auch nicht richtig, daß ir im vergangenen Jahre 10,5 Prozent verteilt haben und in diesem Jahre 12 Prozent Dividende zu verteilen gedenken; vielmehr sind im vergangenen Johre 25 Prozent verteilt und für das Jahr 1904 5 Prozent Dividende zur Verteilung vorgeschlagen worden.“ lülheim=R., 27. Juni. Rheinische Bank. Die am 29. v. Mts. abgehaltene außerordentliche Hauptversammlung hat bekanntlich u. a. beschlossen, das Grundkapital von 10 Mark auf 21 Mill. Mark durch Ausgabe von 2500 Stück auf den Inhaber und 8500 auf Namen lautende Aktien zu 1000 Mark, die am Reingewinn vom 1. Juli 1905 ab teilnehmen, zu erhöhen. Von den neuen Aktien sind die 2500 auf den Inhaber lautende Stücke an eine unter Führung der Dr. sdner Bank stehende Gruppe zum Kurse von 108 Prozent unter Auferlegung der Verpflichtung, die Kosten für die Stemjung dieser Aktien zu tragen, mit der Maßgabe begeben worden, sie den alten Aktionären zu einem Kurse von nicht über 112½ Prozent zum Bezuge anzubieten. Demgemäß fordern die Dresdner Bank und der A. Schaaffhausensche Bankverein nunmehr die Besitzer der alten Aktien auf, das ihnen zustehende Bezugsrecht in der Zeit dom 1. bis 15. Juli gellend zu machen. Auf je 4000 Mark alte Aktien kann eine neue Aktie zu 1000 Mark bezogen werden. Der Bezugspreis ist auf 111½ Proz., mithin 1115 Mark für jede neue Aktie, festgesetzt und zuzüglich 4 Prozent Stückzinsen vom 1. Juli bis zum Bezugstag und zuzüglich Schlußscheinstempel zugleich mit der Einreichung der alten Aktien bar zu bezahlen. * Köln, 27. Juni. Heute fand, wie die„Köln. Zig.“ meldet, eine Sitzung des Aufsichtsrates der Essener Kreditanstalt statt, in der sehr befriedigend über den Gang des ersten Halbjahrs 1905 berichtet wurde. Es wurde mitgeteilt, infolge wachsender Ausdehnung der Kundschaft solle einer auf den 28. Juli einzuberufenden Hauptversammlung vorgeschlagen werden, das 40 Millionen Mark betragende Aktienkapital um nominell 8 Millionen, mit Dividendenberechtigung vom 1. Januar 1906 ab, zu erhöhen. Die neuen Aktien sollen den Aktionären zum Kurse von 150 Prozent angeboten werden, mit der Maßgabe, daß auf je nominell 6000 Mark alte Aktien eine neue Aktie von nominell 1200 Mark entfällt; auf die neuen Aktien soll die Einzahlung in verschiedenen Raten erfolgen. * Nürnberg, 27. Juni. Nach dem in der heutigen Aufsichtsratssitzung der Kontinentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen vorgelegten Rechnungsabschluß wurde im abgelaufenen Geschäftsjahre aus Zinsen und Gewinn aus Unternehmungen eir Ueberschuß von 2719237 Mark(im Vorjahre 2 437628 Mark) erzielt. Die Kreditoren haben gegen das Vorjahr eine Verminderung um 8710 203 Mark erfahren; im Vorjahre betrugen sie rund 27000 000 Mark. Das Gewinn= und VerlustKonto schließt mit einem Gewinn von 5213 Mark ab(im Vorjahre mit 687006 Mark Verlust), so daß der VerlustSaldo von 1 866 342 Mark auf 1 861 128 Mark vermindert ist. Die Generalversammlung findet am 20. Juli er. statt. Vergnügungs=Anzeiger. * Luisburg, 28. Juni. Den vielen Freunden der De genaßriche Stunden. Herrn Deuerlein ist es unte großen ist bekannte Marine# Kapelle aus Cuxhaven zu gewinnen, die unter der persönlichen Leitung des Kaiserlichen Musikdirektors Herrn Fritz Stolle konzertieren wird. Das Programm enthält neben verschiedenen Soli nur hervorragende Stücke, unter denen besonders Andante a. d. Sinfonie Nr. 5. Cemoll, von Beethoven, die große Fantasie a. d. Oper„Der Prophet“ von Meyerdeer, das Vorspiel zum Bühnenweibfestspiel„Parsifal“ von Wagner sowie„Deutsches Land in Sang und Klang“, Potpourri von Franke, hervorzuheben sind. Marktberichte. [1 Dinslaken, 27. Juni. Amtlicher Marktbericht. Zum Zuchtviehmarkt am 26. d. Mts. waren insgesamt 1108 Stück Rindvieh, 4 Kälber und 4 Fohlen aufgetrieben. Die Preise stellten sich wie folgt: A. Kühe: 1. Qualität 510—600 Mark, 2. Qualität 420—510 Mark, 3. Qualität 280—420 Mark. B. Stiere: 210—350 MarkGeschäft in guten Kühen flott, in anderer Ware langsam geräumt. Der Schweinemarkt am heutigen Tage war mit 305 Stück beschickt. Bei flottem Handel wurden folgende Preise erzielt: Faselschweine 2,00—2,50 Mark pro Alterswoche, Saugschweine 3.00—3.50 Mark pro Alterswoche, fette Schweine 48—50 Mark pro Zentner Lebendgewicht. Der nächste Zuchtviehmarkt findet am 10., der Schweinemarkt am 11. Juli ds. J8. satt. Schiffahrts=Angelegenheiten. Ruhrort, 28. Juni. Schiffsbewegung im Ruhrorter Hafen am 27. Juni. Angemeldet 65 Schiffe leer, 2 Schisse beladen mit 2315 k Eisenerz, 1 Schiff beladen mit 253 k Roheisen, 1 Schiff beladen mit 247 i Getreide, 6 Schiffe beladen nit 410 t andern Gütern. Abgemeldet 16 Schiffeleer, 60 Schifse beladen mit 18069 k Steinkohlen, 4 Schiffe beladen mit 1887t Eisen u. Eisenwaren, 1 Schiff beladen mit 100! andern Gütern. Insgesamt 156 Schiffe. 1 Floß. Dortmund, 27. Juni. In der gestrigen Sitzung der Hafenkommission ist das Projekt der Erweiterung des Stadthafens von der Goethe= bis zur Schäferstraße genehmigt worden. Das Prosekt wird der nächsten Stadtder. ordnetensitzung zugehen. Emmerich, 26. Juni. Die gestern abend mit der Eisenbahn hier eingetroffene technische Schiffahrtskome mission, bestehend aus dem Geh. Oberdaurat Roeder und eh. Oberregierungsrat Peters aus Berlin ferner dem Stromdaudirektor Geheimrat Müller und Rheinschiffahrtsispektor Gebeimrat Mütze aus Koblenz, sowie dem Baurat Lücken aus Düsseldorf, dem Baurat Morant aus Köln, dem Baurat Eichentopf und dem Bauinspektor Leckva aus Wesel hat heute mit dem Regierungsdampfer„Preußen“ eine Befahrung des Rheins bis zur Landesgrenze vorgenommen und ist darauf nach Koblenz gefahren. Städtische Schwimm= u. Bade=Anstalt. Am 27. Juni: Wasserwärme Luftwarme: Barometer: mittags1 2Uhr 21 Cmittags 12 Uhr 24 ClmittagslAbe 708 abends 9„ 21°cabends 8„ 18°Cabends 8„ 767 Am 28. Juni: morgens 7 Uhr 21°Cmorgens 7 Ulhr 19·Cmorgens7 Ubr 766 Mhein=Wallerstände am 28. Juni 1905, 8 Uhr ulorgens. den, denn Brechdurchfall und andere Verdauungskrankheiten raffen im Sommer Hunderttausende von mit der Flasche genährten Säuglingen hinweg. Wenn eine Mutter nicht gensgend Milch hat, dann nehme sie das bewährte Lactagol. Broschüre über„Natürliche Säuglingsernährung“ gratis von Vasogenfabrik Pearson& Co., Hamburg 239. Der heutigen Nummer der„Meidericher Zeie tung" liegt eine Beilage des„Bazar Köster“ in Meie derich, Unter den Ulmen und Tunnelstraßen=Ecke, bei. K. Van Schchenger., Nufffert, Fernspr, 190. Neumarkt 2 Herren-Waschanzüge, loppen, Lüsterjoppen, Knaben-Waschanzüge, Blusen, Hosen. Beste Qualitäten! Für jede Figur passend! Billigste Preise! Weine Spezial-Offerte in ** ist unerreicht und für jeden von grösstem Interesse. Die Besichtigung der Decken ist ohne Kaufzwang Ccgern gestattet. CCGL0Ge Sämtliche Bälnen u. Kinder Köhlökhel sowie Sommer-Klei und werden weiterhin zu ganz bedeutend ermässigten Preisen verkauft. Kart Lankiibitg Anna Dunkelberg geb. Kuipscheer Vermählte. Duisburg, 28. Juni 1905. Die gluckliche Geburt eines kräftigen Mtdechens zeigen hocherfreut an Gerhard Bochhel u. Frau Kilhselmins geh Bacher. Aronttorte S. ef. Heuttets!) I. Lastar Peade=caitete esgegen u. 4: Nelt 2. agenpferde, insgesamt 1477 winne. Ziehung bereits den 18. Juli. Lose à 1 M. 11 Lose 10 M. Kölner Handwerkslose à 1 M. Porto u. Liste 30 Pfg.) versendet Th. Beyer, Ruhrort. Deriauf in Freitag den 30. d. Mis., bu ie nir un en. b Wöllenweber wegen r an seinem Hause in Hochheide, Ottostraße 72, auf Kredit gegen Bürgschaft versteigern: 2 fette Schweine, 8 Hühner, 1 Hahn, 4 Kaninchen nebst Stall, Gartengeräkte, 2 Wagen mit Gewichten, Lachtauben mit Käfig, Vogelkäsig, 1 Bettstelle, 1 große Kleiderkiste, 1 kupferner Kessel, Kleiderschrank, Sofa, Nähmaschine, Wanduhr, Olen und sonstige Haus= und Kächengeräte. Das Haus nebst Hofraum, groß 67 Ruten, ist durch den Unterzeichneten edenfalls zu kaufen. Der Verkauf ist freiwillig. Die Sachen sind am Verkaufstage zu besichtigen. Homberg, Karl Dornseilfer. Mobilar=Verkauf. Herr Georg Etermann in Gerdt läßt am Freitag den 30. Juni 1905, nachmittags 4 Uhr anfangend, im Hause Hochseldstraße Nr. 118 in Homberg: das sämtliche zur Boßschen Vormundschaftssache gehörige Hausmobilar versteigern. Homberg. W. Platen, Auktionator. Süriel, Bamenkragen, Schleifen und Knofen, Schärpen, Handschane, riesige Auswahl, zu sehr billigen Preisen. Geschw. Ppiet, Fabrikstr. 40. Morgen erhalten wir einen Transport hochtragender u. Frischmeltenber Geuger Homberg a. Nh., den 28. Juni 1905. Gebr. Täglich frisch: Echtes schlesisches Landbrot. Bäckerei v. d. Laden, Ruhrort, Ludwigstraße. Eine noch nicht lange im Gebrauch befindliche Registrier=Kasse mit Addition und Couponabgabe der Nat. Caß=Register Comp. Anschaffungspreis Mk. 1100, wird, da über, weit unter Preis ab. gegeben Zu erfragen bei G. Röthlinger, Ruhrort, Fabrikstr. 30. Ein zu ah. Fohrnas) (Halbrenner) billig zu verkaufen. Meiderich, Moltkestr. 31, I. Etg. Nichrrre odmtliche ungen per sofort gesucht Herm. Tummes, Ruhrort, Sahmigttche Ein Bäckergeselle u. Lehrling sofort oder in 14 Tagen gesucht. P. Köhnen, Hochheide, Kirchstr. 129. Suche sofort einen ordentlichen jungen Mann, welcher mit Pserden umgehen kann, als Tausinecht bei hohem Lohn. Jean Schalek, Schweinemetzgerei Ruhrort=Laar Ein Sinabräcksihia, welches gut waschen kann, wird sofort gesucht. Ruhrort, Friedrichsplatz 5, III Et. Ein erdentliches Radchen gesucht. Rudrort, Hafenstr. 76. Ruhrorter Turnverein(1860). Deutsche Turnerschaft VIII 8 Kreie Ruhrgau. Sonntag den 2. Juli. nachmittags 4 Uhr beginnend, im Ger mania=Saal und Garten: Sommerfest verbunden mit Auszeichnung verschiedener bewährter Mitglieder. Festeinteilung: Aufmarsch mit Freiübungen.— Geräteturnen mit einmaligem WechselFestrede und Auszeichnung der betr. Genossen. Kürturnen.— Keulenübungen.— Turnspiele. Abends 8 Uhr beginnend: Festball. Während desselben: Elektr. Keulenschwingen, Pyramiden=Gruppen. Die Musik wird von der Imhorstschen Kapelle ausgeführt. Einführungen sind gestattet und erwünscht. Rasino meiderich. Mittwoch den 28. Juni 1905, abends 8 Uhr: „ der Duisburger Städt. Kapelle. Eintritt für Nichtabonnenten 50 Pfg. Die Liste zum Einzeichnen liegt an der Kasse auf. Die Abonnementskarten bittet man an der Kasse vorzeigen zu wollen. (Gtege Se ausgeführt vom ganzen Musikkorps der Kaiserlichen 4. MatrosenArtillerie=Abteilung aus Cuxhaven unter persönlicher Leitung des Königlichen Musikdir. Herrn Fr. Stolle. Entree 40 Pfg. Aum. Bei ungünstiger.Witterung findet das Konzert im Saale statt. Morgens und mittags: frische Brötchen, frische Anupper, Frische Hornihra. Chr. Doetson, Ruhrort, Elisenstr. 28. Telephon 498. Ein zuverlässiges, besseres Karchen zu zwei Kindern per bald bei hohem Lohn gesucht. Frau Franz Ruhrort, Fabrikstr. 21 a. Wegen Krankheit des jetzigen suche sofort ein tüchtiges Madihen, welches selbständig arbeiten kann, gegen hohen Lohn. Frau Hendricks, Ruhrort, Landwehrstr. 68, oben. Ein braves, kräftiges Mädchen für vormittags gesucht. Ruhrort, Vittoriastr. 4, part. Ein ordentliches, properes Dienstmadchen zum 1. August gesucht. Frau Carl Stock, Homberg. Ordentliche Leute erhalten # Kost und Logis. Ruhrort, Ludwigstr. 20, 1. Möch. Zium. mit Pension zu vermieten. Ruhrort, Oberdammstr. 40. Ordentliche Leute erhalten Kost und Logis.— Daselbst auch Schlafstellen. Meiderich. Kampstraße### 133. Ein Posten eleganter Ein Posten Seline-Bieusen sowie la. Satin-Biousen eintfollene Mousseline- Bious owie elehante weisse Rattist-Bien eisse Knaben-Waschblousen s Eholm bunger Sechen and amp 800 Damen-Blousen eingetroflen, die wir aut unserer letzten Einkaufsreise weit unter Preis erworben haben. Die Blousen sind teilweise in unseren Schaufenstern wie auch in unseren Verkaufsräumen ausgelegt und bitten wir um gefl. Besichtigung. Serie! Ein Posten Kattun-Blousen hell und dunkeitarbig, zum Aussuchen Sorie II Ein Posten Crettone- u. Zephyr-Zie durchaus solide, in allen Weiten. Serie II! Ein Posten Chemise-Blousen ganz teine Qualist, aparte Mister Pl Pig. S mer von Tuisburg und Umgegend haben zum größten Teil oft andere Sorgen, gar mancher Familienvarer möchte gern eine Har Sssc so er seinen Bedars an Wohnungs=Einrichtungen und Bekleidung nd die Seinen auf Kredit decken kann. Nun, jedes Kind kennt mein seit vielen Jahren bestehendes Kreditgeschäft. BrOSSPald 2 * gegen kleine vierzehntägige oder monatliche Ratenzahlungen Waren und Möbel auf Teilzahlung erhält. Man braucht nicht um Kredit zu bitten, sondern alle ehrlich denkenden Menschen, wenn sich dieselben genau legitimieren, können Kredit erhalten. Ein jeder Käuser hat selbst darauf zu echten, daß er nur mit einem soliden Geschäft in Verbindung tritt, welches durch jahrelanges Besteisen den Beweis streng reeller Hand habung erbracht hat. Es wende sich daher ein## HOUMAID jeder bei vorkommend. Bedarf vertrauensvoll an 8s000 Wald. Ich offeriere: Abteilung für RAöber Möbel für 1 Zimmer Anzahlung 5 Mk. Möbel für 2 Ziumer Anzahlung 10 Mi. Möbel für 3 Zimmer ### Anzahlung 18 Mi. Mödel für 4 Zimmer Anzahlung 2# Mk. # S p i e g e l, R e g u l a t e u r e. Abteilung für 1 Anzug 18 Mt. Anzahlung 3 Mk. 1 Anzug 32 Mk. Anzahlung 5 Mk. 1 Anzug 38 Mk. Anzahlung 6 Mi. 1 Anzug 50 Mi Anzahlung 8 Mt. Barschen w.d Lini###mäge Bbietung ter Lamengarderobe 1 Dam.=Jackeit 10 Mk. Anzahlung 3 Mk. 1 Dam=Jackett 15 Mk. Anzahrung 4 Mk.] 1 Dam=Jackett 20 Mk. Anzahlung 6 Mi. 1 Dam.=Jackett 25 Mt. Anzahlung 6 Mk. Dause-Arngen und Ceren Ganze Ausstattungen. Kinderwagen. Sportwagen. Größte Auswahl: Kleiderstoffe, Baumwollwaren, Gardinen, Teppiche, Herde, Uhren. Größtes Unternehmen dieser Art Rheinlands. ese Ststuaße 2 S. Se..SE Tewand Duisburg Beekstraße 2. Letelung Kanko! Vorzügliche Weine sind meine allgemem beliebten 1901 er Lorcherweiß. à 60 Pf. p. Ltr., 1903er Rotweine zu gleichem Preise. An Unbek. gegen Nachn. C. Th. Bauer, WeinTautsbes., Lorch i. Rheingan. Was 1 nicht gefällt, nehme tetonr. — Gasherd— mit Backofen, wenig gebraucht, billig abzugeben. Em. Gerson, Ruhrort, Markt 18. Zwei= und Einspänner, schwarz, preiswert zu verkaufen. Sattler Wieselspütz. Ruhrort, Landwehrstraße Auovorkauf Sie werden über die billigen Ausverkaufspreise stannen! Wir verkaufen nur gediegene Waren und sind die bisherigen Verkaufspreise ca. 10—25 PFSZeidt ermähigt. N.& C. Bellja Baustr.=Ecke Meiderich Lösorterstr.=Ecke. Grosses Kauthaus für Manufaktur- und Bettwaren, Kontektion. Namenputz, Kurz- und Weisswaren. Schuhwaren, Möbel. Ausverkauf. Rrahltung a mit 10% Rabatt. Einen grosseu Posten zurückgeseizter Kattune zur Hälfte des Wertes. P.Kheilessen, Hantert-Becch. BOOAR Sosostsdeslade speine in Wohnhaus m mehreren Baustellen in Homberg ist sofort zu verkaufen. Offerten unter O 2087 an die Expd. d. Zig. Ehn ardentlicher Backergeselle lestachkt. Frie Küpper. Ruhrort, Cormontestraße ist. Veranurmachung. Die Kassenverwaltung der Allgemeinen Ortskrankenkasse drr Stadt Meiderich befindet sich vom 1. Juli an im Hause Friedrichstraße 23. Der Vorstand der Algen. Ortskrankenkasse: Heinrich Spies, Vorsitzender. Satiler und Polsterer gesucht. Rodermann. Behrort. Markt 3. Für den Aggeteil pesandurng 9 Kuner und beie pamingete Uägper. Hannast. Besleno 1334 Erscheint wöchentl. 12 mal (täglich 2 mal als Mittagund Abend=Ausgabe). Abonnementspreis vierteljährlich 2 Mr. 10 monatlich 70 Pfg. PONART Inserate kosten die 7 gespaltene Peritzeile oder deren Raum Auswärtige Anzeigen 20 Pfg.— Reklamen die Petttzeile 40 Wfg. Fernsprecher: Redaktion Nr. 193. Amtliches Kreisblatt für den Preis Ruhrort(zugleich„Meidericher Zeitung"). Fernsprecher: Expedition u. Geschäftsstelle Nr. 39. General=Anzeiger für die Kreise Ruhrort und Moers(Auflage über 9000). Chefredakteur: E. Beitlich. Verantwortlicher Redakteur: M. Feder, Ruhrort. Druck und Verlag Joh. Brendow& Sohn. Ruhrort. Anzeiger für den Verwaltungsbezirk Homberg am Rhein. Verbunden mit der Gratisbeilage:„Illustrirtes Conntagsblatt“. Täglich zweimal erscheinende Zeitung. Bestellungen nehmen an: Alle Postanstalten, die Landbriefträger und Zeitungsboten, sowie unsere Expeditionen in Ruhrort=Laar bei Leonhard van den Berg, in Ruhrort=Beeck bei Wirt Karl Schüle(früher Al Hamborn bei Kaspar Schaub, in Bruckhausen bei Heinr. Hammel, Kaiserstr. 82, in Meiderich bei Albert Tersteegen, Unter d. Ulmen, Peter Schmitz, Kurzestraße 31 u. Johs. Graffmann a. d. Realschule, in Sterkrade bei Theod Pelzer, in Dinslaken bei W. Zimmermann, in Homberg, Essenberg u. Hochheide bei Emil Hadtstein, in Moers bei August Schroeder, Alter Markt, in Orsoy bei H. Münster. Haupt=Expedition: Ruhrort, Karlsplatz. Annahmestellen für Inserate, die Annoncen=Expeditionen Rudolf Mosse in Köln, Haasenstein& Vogler A.=G. in Köln, G. L. Daube& Co. in Fraukfurt a. Main. Für die Aufnahme von Anzeigen in einer bestimmten Tagesausgabe(Mittag= oder Abend=Ausgabe) übernehmen wir keine Gewähr.— Nr. 298. Mittwoch, den 28. Juni 1905. 32. Jahrgang. Abend=Ausgabe. Politische Nachrichten. Deutschland. * Berlin, 27. Inni. Wie verlautet, wird der Kaiser an dem am nächsten Freitog im Ratskeller zu Lübeck stattfindenden Regattafrühstück teilnehmen. — Bei der Einweihung der deutschen Kolonialschule in Witzenhausen wurde an den Kaiser on der Kolonialschule ein Huldigungstelegramm abgesandt. Darauf hat der Monarch an den Vorsitzenden der deutschen olonialgesellschaft, Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg=Schwerin, bas folgende Antworttelegramm geschickt: „Sehr erfreut über das freundliche Gedenken der zur Einweihung des Neubaues der deutschen Kolonialschule vereinigten Festversammlung, bitte ich Ew. Hoheit, allen Teilnehmern meinen wärmsten Dank mit meinen besten Wunschen für eine segensreiche Tätigkeit der für unsere Kolonien bedeutungsvollen Unterrichtsstätte zu überbringen. Wilhelm I. R. 2.— Die geplante Aufhebung des bisher innerhalb der preußisch=hessischen Eisenbahngemeinschaft gewährten Freigepäcks und der Zuschlag für Schnellgüge sind diejenigen Teile der Personen=Tarif=Reform, gegen die sich die stärksten Angriffe der Presse richten. Diese Maßnahmen dürfen aber, meint die„N. P. C.“, nicht ausschließlich unter dem preußisch=hessischen Gesichtswinkel beurteilt werden. Vielmehr fällt für ihre Beurteilung entscheidend ins Gewicht, daß die Einführung von Freigepäck nach norddeutschem Muster und der gänzliche Verzicht auf Schnellzugszuschläge von den süddeutschen Staaten nicht zu enlongen war. Wollie man daher nicht auf die einheitliche Gestaltung der Personen= und Gepäcktarife und damit zugleich auf die Betriebsmittelgemeinschaft verzichten, so mußte man sich weil oder übel mit dem Verzicht auf Freigepäck und der Beibebaltung von Schnellzugszuschlägen abfinden und sich betreffs der letzteren mit einer beträchtlichen Herabsetzung der zurzeit im süddeutschen Verkehr hierfür bestehenden Sätze begnügen. ** Um den mannigfachen Klagen über Mangeldua stigkeit der Kontrolle der Nahrungs= und Genußmittel auf den Grund zu gehen, hat die Staatsregierung Verhandlungen eingeleitet, die auch die Frage der Einrichtung einer Reichszentralbehörde, von der der gesamte Nahrungsmittelverkehr zu überwachen wäre, umfassen sollen. Im besonderen sind eingehende Erhebungen über die augenblicliche Organisation der Nahrungsmittelkontrolle in den einzelnen Bezirken Preußens angeordnet, aber noch nicht abgeschlossen. Wenn sich auch zurzeit noch nicht übersehen läßt, zu welchen praktischen Ergebnissen diese Erhebungen führen werden, so ist doch jedenfalls sicher, daß die Staatsregierung der einheitlichen Gestaltung und der Verstärkung der Nahrungsmitteltontrolle ihre volle Aufmerksamkeit zuwendet und sie mit tunlichster Beschleunigung zu fördern sucht. Oesterreich=Ungarn. * Wien, 27. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm heute das Budgetprovisorium in allen Lesungen an. Die österreichische Quotendeputation hielt heute ihre konstituierende Sitzung ab. Im Ausschuß zur Beratung des Verhältnisseszwischen den beiden Reichshälft. nnis der Ministerpräsident entschieden den Vorwurf zurück, daß er den Beratungen des Ausschusses ausweichen wollte ind auf Befehl der Krone gehandelt oder einen Verfassungsbruch kegangen habe. Er erklärte, die Regierung gehe unter eigener boller Verantwortung vor, indem sie die Pflicht der diesseitigen Reichshälfte erfülle. Sie werde ihren Standpunkt eingehend darlegen, sobald greifbare Vorschläge vorlägen. Der Ausschuß beschloß die Einsetzung eines neungliedrigen Subkomites mit dem Auftrage, kontrete Vorschläge in der Quotenfroge auszuarbeiten. Belgien. * Brüssel; 27. Juni. In der Abgeordnetenkammer erwiderte der Kriegsminister auf die Anfrage, ob für den Kriegsfall Maßnahmen zum Schutz der Neutralität Belgiens getroffen seien, daß die Regierung die Landesverteidigung dauernd intakt erhalte. Frankreich. 9 Paris, 27. Juni. Im Senat brachte der Justiz= minister Chaumis die heute vom Ministerrate beschlossene Amnestievorlage ein; sie wurde der Amnestie=Kommission überwiesen. Diese Kommission beriet heute über den ihr zugewiesenen Entwurf betreffend den Erlaß von Strafen weren Konkursvergehen und beschloß, den Entwurf mit dem die Streitvergehen betreffenden Teil der heute eingebrachten Amnestievorlage zu vereinigen. Großbritannien. * London, 27. Juni. Unterhaus. Auf eine Anfrage, ob Vorstellungen erhoben worden seien wegen der Angelegenheit des von den Russen zum Sinken gebrachten Dampfers„Ikhona“ und ob dem russischen Kreuzer„Terek“ ähnliche Instruktionen gegeben worden seien wie dem„Dnjepr“, erwidert der Unterstaatssekretär des Auswärtigen, Garl Perch, der britische Botschafter in Petersburg habe Anweisung erhalten, die Angelegenheit in derselben Weise zur Kenntnis der russischen Regierung zu bringen wie in sem Falle des von dem Kreuzer„Dnjepr“ versenkten Dampfers „St. Kilda“. Sodann beginnt das Haus die Spezialberctung der Gesetzesvorlage betreffend die Einwanderung von Fremden. Orient. * Belgrad, 27. Juni. Entgegen einer im Auslande verbreiteten Meldung über die Entsendung von Kommissionen zur Vornahme von Geschützproben im Auslande wird von amtlicher Seite erklärt, daß die Regierung in dieser Ange genheit bei ihrer früher getroffenen Entscheidung beharre, der Frage der Geschützprobe zurzeit keine endgültige Lösung zu geben. * Konstantinopel. 27. Juni. Am Sonntag wurde bei Pendag im Bezirk Kratovvo eine 20 Mann, starte f:: dische Bande vernichtet, wobei die türkischen Truppen einen Verlust von 2 Toten und 12 Verwundeten hatten. Der Einbruch mohammedanischer Banden aus Serbien wird gemeldet. Asten. * Simla, 27. Juni. Es verlautet, der Vizekönig Lord Curzen habe der Reichsregierung mitgeteilt, wenn in den über die militärische Befehlsgewalt in Indien erlassenen Anordnungen nicht bedeutende Aenderungen vorgenommen würden, werde er von seinem Amte zurücktreten. Der russisch=japanische Krieg. o. Die Stimmung im russ. Heere nach der letzten Seeschlacht schilderte dem Korrespondenten des „Daily Telegraph“ ein Kosakenoffizier, der von japanischen Verposten gefangen genommen war und den er zu interviewen Gelegenheit hatte. Der russische Offizier sprach davon, wie General Lenewitsch ständig bemüht ist, den Geist seiner Truppen anzufeuern. Auf die Ankunft der Baltischen Flot“hatten alle große Hoffnungen gesetzt. Noch gegen Ende des vorigen Monats hatte Lenewitsch eine Rede gehalten, in der er sagte:„Falls die Baltische Flotte ankommt, werden wir die Se= und Landkräfte der Japaner vernichten.“ Am 4. Zuni aber wurde folgende Nachricht im Heere verbreitet:„Die Baltische Flotte hat im Japanischen Meere ein unglückliches Ende gefunden. Der größere Teil der Offiziere und Mannschaften wurde getötet oder ist ertrunken, der Rest gefangen genommen.“ Darauf herrschte tiefe Trauer im ganzen Heere. Alle ohne Ausnahme waren bedrückt und beklagten das Unglück des russischen Volkes. Nach wenigen Stunden schien es, als ob der Mut des Heeres ganz gebrochen wäre. Die Nachrcht wirkte auf einige Truppen so stark, daß sie weder essen noch schlafen konnten. Die Priester hielten Trauergottesdienste ab und beteten lange und inbrünstig zu Got:. Klagen und Jammer wurden im Heere laut, viele Offiziere und Mannschaften hatten nahe Verwandte und Freunde verlrren. Am 6. Juni erließ General Lenewitsch den sogenannten„Trostbefehl“. Er sagte:„Die Vernichtung der Baltischen Flotte im Japanischen Meer ist ein beklagenswertes Verhänznis, aber die Offiziere und Mannschaften des Heeres dürfen nicht verzweifeln. Jetzt ist die Zeit für eine große Schlacht da, alle müssen zum Sterben entschlossen sein und gegen den Gedanken einer Uebergabe kämpfen. Unser Ziel muß der Erfolg sein, so werden wir unsere dahingeschiedenen Marin=offiziere und=Mannschaften rächen.“„Aber unser Kampfesmut ist dahin, wir hatten das Gefühl, als ob wir wie ein Wegweiser in der Wildnis, vom Feinde umgeben, daständen,“ schloß der Kosakenoffizier. General Lenewitsch hat den strengen Befehl erlassen, daß alle Unteroffiziere und Mannschaften bei strenger Strafe keine alkoholischen Getränke zu sich nehmen dürfen. * o. Wie ein japanischer Kreuzer sank. Nachdem die Verluste der japanischen Flotte jetzt offiziell bekannt gegeben sind, werden nun auch genauere Schilderungen von dem Untergange der verlorenen Schiffe veröffentlicht. So geben die„Japan Times“ folgende eindrucksvolle Darstellung ron dem Sinken des japanischen Kreuzers„Takasago“, der in der Nacht des 12. Dezember auf eine Mine stieß und unterging:„In dem Augenblick des Unglücks herrschte ein furchtbarer Schneesturm und eine steife Brise ließ das Meer hochgehen. Die Mine schlug eine Bresche von 6 Fuß Durchmesser in der Mitte der Wasserlinie auf der Backbordseite, so daß dis Wasser mit ungeheurer Gewalt in den Schiffsraum drang. Das Schiff hatte Schlagseite nach Backbord, eine Viertelstunde später waren mit Ausnahme des Lichtes auf der Drücke alle elektrischen Lampen verlöscht. 42 Minuten nach Mitternacht stiegen Raketen auf, die das Unglück meldeten: dos Schiff stand mit dem Geschwader auch durch drahtlose Telegraphie in Verbindung. Die Mannschaft konnte nur noch das Sinken des Schiffes erwarten. Die 500 Mann hattes sich auf dem Oberdeck versammelt, Kapitän Ishibashi redete zu ihnen von der Brücke herab und sagte, jeder an Bord solle sich mit einem Rettungsgürtel versehen.„Niemand darf das Schiff verlassen, ehe es sinkt. Wir wollen vereint das Schicksal des Schiffes teilen.“ Nach dieser Rede herrschte feierliches Stillschweigen, dann sang die Mannschaft um 1 Uhr nachts die Nationalhymne und schließlich ertönten auf Veranlassung des Kapitäns brausende„Banzais“ für den Mitado, das Reich und die Marine. Hierauf sang die Besatzung noch ein Lied; nachher erhielten die tapferen Matrosen die Erlaubnis, zu rauchen. Da sich das Schiff weiter überneigte, postierten sich der Kapitän und die anderen auf den Brücken, in den Masten und im Nezwerk und sahen dem Untergang des Schiffes entgegen. Die Wellen schlugen höher, der Schnee fiel dichter. Um 1 Uhr 10 Minuten legte sich das Schiff plötzlich noch weiter über. Schon tauchten seine Masten in die Wellen, da erhob es sich noch einmal gleichsam krampflaft bebend und ging dann auf den Grund. Drei vom Schiff herabgelassene Boote waren zum Glück mit der vorschriftsmäßigen Besatzung flott. Sie taten ihr Aeußerstes, Offiziere und Mannschaften zu retten, aber die Boote schwebten selbst wiederholt in großer Gefahr. Einige Minuten sröter bemerkte man einen Scheinwerfer in südöstlicher Richtung; das Kriegsschiff„Otawa“ kam zur Hülfe. Es hielt 300 Meter von dem Schauplatz des Unglücks, erleuchtete ihr mit allen Scheinwerfern und ließ drei Boote herab, um die Ueberlebenden aufzunehmen, aber nur 133 Personen, darunter Kapitän Ishibashi, konnten gerettet werden; über 360 Mann hatten ihren Tod in den Wellen gefunden.“ —* Gehalt von Handlungsgehülfen während einer Krankheit. Vielfach besteht die Ansicht, aus der Fassung und Entstehungsgeschichte des Abs. 1 des§ 63 des Handelsgesetzbuches sei der Wille des Gesetzgebers dahin zu erkennen, daß Vereinbarungen, die dem genannten Absatz zuwiderlaufen, rechtsgültig seien. Danach würde eine Vereinbarung rechtsgültig sein, wonach ein Handlungsgehülfe während einer Krantheil kein Gehalt erhalten soll. Das Kaufmannsgericht in Braunschweig hat erklärt, diese Ansicht nicht zu billigen. Der Entstehungsgeschichte des§ 63 H.=G.=B. kann ein für die Erforschung des gesetzgeberischen Willens ausschlaggebende Bedeutung nicht beigemessen werden. Es wird allgemein anerkannt, daß die sogenannten„Gesetzesmaterialien“, zum Beispiel Gesetzentwürfe, Denkschriften für solche, Kommissionsprotokolle und Sitzungsberichte des Reichstages, bei der Auslegung einer zweifelhaften Gesetzesstelle nur mit großer Vorsicht benußt werden dürfen. Sind im Plenum des Reichstages ausführliche Verhandlungen über einen bestimmien Punkt gepflogen, sind von den Rednern der ausschlaggebenden Parteien im Namen ihrer politischen Freunde über den Sinn, die Gründe und den Zweck einer Gesetzesbestimmung unwidersprochene Erklärungen abgegeben und haben sich die Vertreter der Regierung zustimmend geäußert, so wird man freilich bei der Auslegung einer nicht ganz klaren Wortfassung nicht zweifeln Liegen aber Anhaltspunkte dafür, was die eigentlichen gesetzgebenden Fattoren(Reichstag und Bundesrat) bei der en bloc=Annahme eines Gesetzes über dessen Einzelbestimmungen gedacht haben, gar nicht vor, so ist es unzulässig, auf die nur vorbereitenden Kommissionsberhandlungen und die bei ihnen gefallenen Aeußerungen einzelner Abgeordneten irgendwelchen Wert zu legen. Man muß alsdann die„Gesetzesmaterialien“ völlig unbeachtet lassen und den Willen des Gesetzes aus diesem selbst herauslesen. Die Wortfassung des§ 63 an sich gibt, nachdem„Gewerbegericht“, zu Zweifeln keinen Aniatz Doch würde ein unlösbarer innerer Widerspruch zwischen Absatz 1 und 2 vorliegen, wenn man den zwingenden Chorakter des ersteren verneinte. Die Bezüge des Handlungsgehülfen aus einer Kranken= oder Unfallversicherung sind fast ausnahmslos geringer als dessen Gehalt. Nach Abs. 2 ist es nur schlechthin unzulässig, daß ein Prinzivol— feibsh- mit ausdrüclichem Einverständnis seines Handlungsgehülfen— vom Gehalte das Kranken= bezw. Unfallgeld ganz oder teilweise kürze, Enthält aber Abs. 1 kein zwingendes Recht, so ist es zulässig, daß der Chef mit Zustimmung des Angestellten den Gehaltsanspruch für die Dauer unverschuldeter Krankheit gänzlich beseitigte. Nach Abs. 1 könnte also das, was der Abs. 2 unter allen Umständen verhindern will, ohne weiteres erreicht werden! Der wirtschaftlich schwächere, abhängige Handlungsgehülfe dürfte von dem Geschäftsherrn dazu gedrängt werden, das größere Uebel, den gänzlichen Gehaltsverlust zu dulden, während ihm der kleinere, oft kaum empfundene Nachteil der Gehaltskürzung um die Kassenbezüge nicht aufgezwungen werden kann. Kann§ 63 ausgelegt werden, ohne daß man mit einem dem Willen des Gesetzgebers unzweifelhaft fern liegenden, unlösbaren Widerspruche zwischen den beiden Absätzen rechnet? Nur dahin, daß auch Abs. 1 zwingendes Recht enthält. Wollte man das nicht anerkennen, so müßte man zu dem Schlusse kommen, Abs. 1 stelle es jedermann frei, sich über die Vorschrift des Abs. 2 hinwegzusetzen. Ein solches Ergebnis würde mit der unzweifelhaften Fassung des Abs. 2 völlig unvereinbar sein. u. Nachbargebiete. Essen, 27. Juni.[Die Erschließung des Nuhrtales] wird allmählich in die Wege geleitet. Montag nachmittng fand auf der Burg Blankenstein eine Versammlung der Gemeindevertreier des Ruhrtales statt, die Stellung nahm zu dem Bahnprojekt Langendreer=Stiepel=Blankenstein. Die Versammlung stellte den Antrag auf endgültige Genehmigung * Wie man hygienisch reist. Von Dr. med. F. Bernhart. (Nachdruck verboten.) Mehr und mehr ist die alljährliche Erholungsreise zu einem wahren Bedürfnis weitester Kreise geworden. Was in früheren Jahrzehnten nur als ein unerschwinglicher Luxus der obersten Zehntausend galt, das dürfen heute, dank dem weitverzweigten Eisenbahnnetz, das alle Ku ziehl und eine Fülle reizvoller Gegenden und lieblicher Plätze dem allgemeinen Verkehr erschlossen hat, auch die weniger vom Schicksal Begünstigten genießen. Ja. gerade für den, der sich im Kampf um die Existenz abmüht, ist eine regelmäßige Ausspannung doppelt notwendig in unserem Zeitalter der ungehemmaten Konkurrenz, die jeden, dessen Kräfte zu sinken beginnen, unbarmherzig aus der Reihe drückt. Gibt es doch so manchen Beruf, der das Gefühl der Freiheit, des Menschseins unter Menschen, erst dann in uns wieder aufkommen läßt, wenn wir einmal dem Bannkreis der Altagsumgebung entflohen sind. Um so wichtiger muß es parum aber auch sein, die oft so karg bemessene Zeit der Erholung richtig auszunutzen. Die Erholungsreise soll uns Körper und Geist kräftigen. Sie soll uns Gelegenheik bieten, den Körper ausgiebiger zu pflegen, als dies während der Berufsausübung möglich ist. Durch stramme Fußwanderungen, durch fleißiges Baden, durch Ausübung von Sport aller Art wollen wir unseren Stossivechsel erhöhen, die im Lebensprozeß verbrauchten Schlacken aus unserem Körperbestand ausscheiden und, unterstützt von reichlicher, zweckentsprechender Nahrung, neue Kräfte unserem Organismus zuführen. Das ist aber noch nicht alles; auch unsere Nerven müssen gerflegi und richtig behandelt werden, sollen sie nach der Heimkehr ihre anstrengende Arbeit wieder voll leisten können. Wir wollen ausspannen, d. d. wir wollen von den gewohnten Eindrücken, von den Interessen des Berufslebens möglichst loskommen. Die tagtöglich angestrengten Zentren unseres Nervensystems wollen einmal Ruhe haben und dafür sollen andere Sinnes= uns Nervengebiete in Tätigkeit treten. Ein solcher Wechsel ist notwendig; absolute Ruhe, Langeweile taugt für den au geistige Arbeit Gewöhnten am allerwenigsten. So ist denn die Wahl des Reiseziels eine recht wichtige Frage. Aber es int ganz unmöglich, dafir bestimmte Regela aufzustellen. Wer das ganze Jahr über ein ruhiges, gleichmäßiges Leben führt, ohne sich gerade übermäßig anzustrengen, wer gar fernab vom Strome des Großstadtlebens auf einsamer Scholle haust, dem tut es sicherlich recht gut, zur Abwechselung einmal die rauschenden Vergnügungen des modernen Badelebens oder die künstlerischen und gesellschaftlichen Vorzüge der Großstadt zu genießen. Wer wirklich der Erholung bedürftig ist, wird nach den Neunions und Gartenfesten des Modebades ebensowenig Verlangen tragen, wie es ihn lockt, die Abende im Theater oder Konzertsaal zu verbringen oder tagtäglich Museen, Galerien und Kirchen zu besuchen. Ihn wird es immer wieder zur Natur zurückziehen. In der einfachsten Sommerfrische, im idyllischen Mühltal, im Hochgebirge oder an der See, wie es Geschmack und Geldbeutel zuläßt, überall kann man sich an der Schönbei: der Natur erheben und in ihrem Genusse Geist und Körper erquicken. Die Stimmung muß freilich solcher Absicht günstig sein und das ist nicht immer leicht möglich. Immerhin tut der gute Wille, allen Berufsärger hinter sich zu lassen, schon vieles. Man muß aber auch selber alles vermeiden, was Anlaß bieten könnte, die Laune zu verderben. Man reise nicht in zu großer Gesellschaft. Viel Köpse, viel Sinne. Man ist im Alltagsleben genötigt, so viele Konzessionen zu machen, daß es wohl tut, auch einmal dem eigenen Kopfe zu folgen; man schließe sich also nur an vertraute, sympathische Personen an. Man strenge sich auch nicht von vornherein übermößig an. Ist das Reiseziel weit entfernt, dann ma st man besser unterwegs einmal Station, als die Sache zu forcieren und mißlaunisch und nervös anzukommen. Viel Reisegepäck erhöht nicht allein die Kosten, es ist auch eine stete Quelle der Arbeit und des Aergers. Je weniger man mit sich führt, je leichter das Gepäck zu transportieren ist, um so unabhängiger sind wir auch, um so leichter ist es. einen uns nicht zusagenden Ort schleunigst wieder zu verlassen. Die Reiseausrüstung soll aber nicht nur praktisch sein, sie muß auch Schädigungen der Gesundheit vorbeugen können. Wir müssen auf alle möglichen Unregelmäßigkeiten der Witterung gefaßt sein, also zwischen leichterer und dichterer Kleidung wechseln können und mit lieberziehern, Plaid, Reisemänteln usw. gehörig ausgestattet sein. Die Unterkleidurg sell derart sein, daß sie Feuchtigkeit rasch aufsangt; weiter muß sie für Luft gut durchgängig sein, damit das aufgenommine Wasser wieder schnell verdunsten kann. Erfüllt die Kleidung diese Forderungen nicht, dann wird sie durch Schweiß, Regen usw. dauernd feucht, wir fühlen uns unbehaglich und sind Erkällungen leichter ausgesetzt. Am zweckmäßigsten sind Unterkleider aus leichter Wolle oder sogenannter Reformbaumwolle. Von Wichtigkeit ist auch die Art der Foßbekleidung; ein schlecht sitzender oder sonst ungeigneter Stiefel kann uns die ganze Freude an einem Spaziergang vergällen. Die Sohle des Stiefels soll aus festem, dickem Leder gearbeitet sein, damit sie etwas auszuhaltea vermag. Die Form des Stiefels muß sich dem Fuße anpassen, also jedenfalls sich nach vorn nicht übermäßig zuspitzen, sondern allen Zehen Raum bieten, nicht allein nebeneinander zu existieren, sondern auch sich noch ein wenig bewegen zu können. Das Stiefelleder muß weich und nachgiebig sein, sonst wird es bei häufiger Durchnässung so hart, daß es einen unangenehmen Druck auf den Fuß ausübt. Ist unsere Reiseausrüstung zweckmäßig zusammengestellt, haben wir ein Ziel gefunden, das unseren Anforderungen entspricht, so bleibt noch die Hauptsache, die Ferienzeit richtig auszunutzen. Auch das ist nicht immer leicht und will, wie jedes andere Ding, gelernt sein. Zu warnen ist vor allen vor den lang ausgedehnten Schmausereien, die nicht nur so viele kostbare Zeit wegnehmen, sondern auch den nicht ganz sattelfesten Magen ernstlich schädigen können. Jedenfalls soll man sich nicht zu weit von seinen Gewohnheiten entferne: und lieber das eine ode: andere Gericht vorbeigehen lassen. als die regelmäßige Verdauung gefährden und den Körper so erschlaffen, daß man für den Rest des Tages nichts mehr leisten kann. Viel marschieren, viel sich im Freien aufhalten, das muß die Losung sein. Wieviel man sich zumutet, wie weit man geht, wie hoch man steigt, das richtet sich nach der Konstitution des einzelneg. Allgemeine Regeln lassen sich 91 nicht aufstellen. Was hier gesagt wird, das gilt zunächst für den Gesunden, der Erholung Bedürftigen: der Leidende und der Rekonvaleszent müssen sich nach den Anordnungen ihres Arztes richten. Es ist immer zweckmäßig, früh aufzustehen. Die Leistungsfähigkeit des ausgeruhten Körpers, die Aufnahmefähigkeit des Geistes sind in der Frühe am größten. Auch die Sonne strahlt noch nicht mit voller Kraft; man kann ohne vorzeitige Ermattung tüchtig ausschreiten. Gleichmäßiges, nicht zu rasches Gehen, namentlich beim Steigen, ist vom hygienischen Standpunkt am meisten zu empfehlen. Nicht allein, toß man auf diese Weise ohne Ueberanstrengung vorwäris korumt, auch die Atmung geht sehr regelmäßig und ausgiebig vonstatten, die Blutzirkulation wird gefördert, die Hautatmung erfolgt, ohne daß es zur Bildung von flüssigem Schweiß kommt. kurz, alle Funktionen werden in günstigstem Sinne beeinflußt. Man soll nicht den Ehrgeiz kaben, Forcetoures zu machen. Wer nicht gewohnt ist, sehr diel zu gehen, der hat im allgemeinen genug geleistet, wenn er mit kurzen Ruhepausen 4 bis 5 Stunden marschiert ist und dann sein Mittagsmahl einnimmt. Nach der Mahlzeit eine kurte Siesta, dann die womöglich etwas bequemere und kürzere Heimkehr. — Besondere Beachtung auf dem Marsche verlangt die Stillung des Durstes. Es ist eine alte Erfahrung, daß ein sehr talter Trunk bei erhitztem Körper und beschleunigter Atmung leicht zu Entzündungen der Luftröhre oder der Lungen führen kann. Daß der heftige Kältereiz auf das Blutgefäßsystem des Atmungsapparates solchen Einzluß ausüben kann, läßt sich auch mit unseren modernen Anschauungen sehr gut in Eintlang bringen. Also man warte erst, bis man ein wenig zur Rube gekommen, ehe man den ersten Durst stillt. Es bleibt überhaupt eine mißliche Sache, auf dem Marsche Wasser unbekannter Herkunft zu trinken. Es mag noch so tlar ausseben, es kann aus einem verseuchten Boden stammen und Frantheitserreger mit sich führen, oder es hat einen hohen Kalk= oder Eisengehalt und belästigt dann den Magen. Man führt darum seine Erfrischungsmittel besser mit sich; kalter Kaffee oder Tee sind dazu vorzüglich geignet, auch Fruch:oder Limonadebonbons tun gute Dienste. Im Notfall kann man dem Wasser etwas Kognak zusetzen, es wird dann erfahrungsgemäß besser vertragen.— Sehr wichtig ist eine sorgföltige Hautpflege. Eingetrockneter Schweiß Staub usw. bilden rasch eine Kruste auf der Körperoberfläche, welche die Huutatmung und die Wärmeregulierung erschwert. Wo es mäglich ist, da soll ein kühles Bad den Tag angenehm besckließen; zum mindesten nehme man aber mehrmals in der Woche eine kalte Abwaschung des ganzen Körpers vor. Wer auf seiner Reise hygienischen Grundsätzen folgt, der braucht teine große Reiseapothele mit sich zu führen. Gesundheitsgemäßes Leben ist das beste Schutzmittel vor Erkrankung Immerhin ist es zweckmäßig, einige Medikamente und sonstize Hülfsmittel bei sich zu haben. Wir möchten da folgendes empfehlen: Ein guter Zink= oder Salizylpuder, um das Wundlaufen zu verhüten, etwas Lanolin oder Vorsalde zur Tehandlung wunder Körperstellen oder kleiner Verletzungen, dann, um bei Unfällen Hülfe leißen zu können, Watte, aseptische Verbandgaze, einige Mallbinden und einen elastischen Surt(zweckmaßig elastische Hosenträger) zur ersten Blutstillung. Von Medikamenten wäre noch zu empfehlen Opium, am besten in der modernen Tablettenform und zur Bekämpfung ven Schwachezuständen etwas Baldriantinktur. Mehr braucht die Reiseapothele nicht zu enthalten. Der beste Schut kllibt immer die geregelte Lebensführung, das Maßhalten im Genusse sowohl als auch in der Anstrengung, und die ausgiebige Er jählt, wer wird den Wer nur die zurückgelegten Kilometer er nur die Güte der Gasthofe zu beurtilen vermag, Kur wem es gegeben ist, sich an inheit der Natur zu erheben und zu erguicken, nur##3 3 5 wahren Genuß von seiner Ferienreise daben. 1 300. des Baues einer vollspurigen Bahn Langendreer=Blankenstein für Personen= und Güterverkehr und genehmigte einen vorg legten Entwurf. In einer Denkschrift an den Minister wir: auf die schweren Schäden der Zechenstillegung für die vom Ve lehr fast völlig abgeschlossenen Ruhrgemeinden und auf die mangelhafte Ausbeutung der Kohlenlager im Oelbachtale und in der Gemarkung Stiepel, der Tonfelder in der Gegen Langendreer=Uemmingen hingewiesen und dargelegt, daß dem Bahnbau ein bedeutender Aufschwung des wirtschaftlichen Verkehrs in der Ruhrgegend folgen werde. Es wurde ein Au schuß gewählt, der rasch die Vorarbeiten erledigen und dem Minister schon in der nächsten Woche Bericht erstatten soll. Leiter ist noch der Bau einer Nebenbahn Herne=Stiepel geplant. Dümpten, 28. Juni.[Beim gestrigen Gewi: ter) fohr ein Blitzstrahl in die 3. kath. Schule, ohne indes zu zünden. Lehrer und Schüler waren zeitweise betäuot Kinder der Oberklasse waren wie tot zu Boden geworfen worden. Die übrigen ergriff nach dem ersten Schrecken ein: große Panik. Alles stürzte dem Ausgange zu, wobei einige Kinder zu Boden fielen, die bei dem wüsten Gedränge sich nich wieder erheben konnten. Draußen schrien die Kinder, liefn nach House und verbreiteten das Gerücht, es seien zahlreich Kinder vom Blitze erschlagen worden. Begreiflicherweis stürmten Eltern und Geschwister zur Schule, wo sie sich indessen überzeugen konnten, daß sich keinerlei Unfall ereignet hatte, sondern daß alle mit dem Schrecken davongekommen waren Düsseldorf, 27. Juni.[Beim Hantieren mit ziner Jagdflinte] wurde in der elterlichen Wohnung der 16jährige Sohn des hiesigen Sanitätsrats Dr. Fleischhauer unglücklicherweise von einem Schuß in den Kopf getroffen. Der junge Mann, der sich für die höhere Forstkorriere vorbereitete, war sofort eine Leiche. Barmen, 27. Juni.[Selbst gestellt.] Verschwunden war von hier der städtische Steuererheber Hermann Gr. Er hatte sich wegen eines Vertrauensbruchs heimlich entsernt und war in der Umgegend umhergeiert. Gestern hat er sich der Polizei freiwillig gestellt. Gr. war seit acht Jahren un Dienste der Stadt angestellt und muß jetzt für seinen Leichtsinn büßen. Er ist verheiratet und Vater von vier unmün digen Kindern. * Gelsenkirchen, 28. Juni.[Ein Grubenunglück; wird von Zeche„Holland“, Schacht I und II ge meldet. Nach einer Privatmeldung wurden durch eine Explosion schlagender Wetter 6 Bergleute getötet. Die Verwaltung der Zeche teilt jedoch mit, daß ein Mann tot und einer schwer verletzt geborgen sei und vier Mann sich noch in der Grube befänden. Hagen, 27. Juni.[Berunglückt.] Der zehajährige Sohn des Buchdruckers Gudowsky wurde im Haustur der elterlichen Wohnung mit zerschmettertem Kopf aufgefunden und starb einige Stunden nachher. Wie angenommen wird, ist der Junge beim Gleiten über das Treppengeländer zu Tode gekommen. Hagen, 26. Juni.[Zu den Drahtdiebstählen.] Seit einigen Wochen wurden in der Umgegend, namentlich in Herdecke, Wetter, Volmarstein und Hohenlimburg die Kupserdrähte der Telephon= und Telegraphenleitungen gestohlen. Trotzdem nun kürzlich in Herdecke der Althändler Zecher, sowie die Arbeiter Stoffer und Aschhoff bei Ausübung ihres unsauberen Handwerks abgefaßt worden waren, wurden die Diebstähle noch immer fortgesetzt. Heute nachmittag kamen nun 8 Personen zu dem hiesigen Schrotthändler Haller und boten ihm einen Sack Kupferdraht zum Kauf an. Dieser sah an den noch vorhandenen Verkoppelungen, um welche Art von Draht es sich handelte. Er ging scheinbar auf den Kauf ein, benachrichtigte aber sofort die Kriminalpolizei, die die drei Diebe festnahm. Es sind anscheinend österreichische Erdarbeiter, deren Namen noch nicht festgestellt werden konnten. * Bochum, 28. Juni.[Auf der Zeche Karolinenglück) stürzte ein Bergmann in den Schacht und konnte nur als stark verstümmelte Leiche zutage gefördert werden. Dortmund, 27. Juni.[Und Roß und Reiter sahman niemals wieder!] Der Knecht eines hieen Fuhrunternehmers, der von seinem Prinzipal beauftragt war, Fuhren auszufuhren, ließ den Wagen in Castrop stehen und ging mit dem Pferde auf und davon. Er wird jedenfalls versuchen, das Pferd zu veräußern. Letzteres ist ein schwarzer Wallach, 1,75 Meter hoch, 8 bis 9 Jahre alt, hat weiße Blesse und einen Wert von 800 Mark. u. Dortmund, 27. Juni.[Das Steigen de: Bodenpreise am Dortmund=Emskanal.] Die Preise für den Grund und Boden in den vom DortmundEmskanal berührten Gemeinden des Industriebezirks und des an diesen grenzenden Gedietes sind in letzter Zeit ganz bedeutend gestiegen; wenigstens fordern die Grundeigentümer ganz abnorme Preise, sofern sie sich überhaupt zu einem Verkaufe von Grundstücken verstehen. Die Hauptveranlassung zu dieser Preissteigerung haben die Grundankäufe gegeben, welche am Kanal zwecks Errichtung gewerblicher Anlagen oder Lagerplätze usw. neuerdings in großer Zahl stattgefunden haben Diese Grundankäufe haben nämlich bei den dortigen Grundbesttzern, die irrige Meinung hervorgerufen, daß die Zahl der gewerblichen Anlagen und damit die Nachfrage nach Grundflächen für solche schon in wenigen Jahren ganz gewaltig steigen würden. Diese Erwartung ist, wie gesagt, eine durchaus irrige, denn wenn der Kanal auch zweifellos zur wirtschaftlichen Hebung der von ihm berührten Gemeinden viel beitragen wird, so dürfte es doch wohl gute Weile haben, bis der Kanal auf seinen beiden Ufern mit gewerblichen Anlagen dicht bedeckt sein wird. Dergleichen Anlagen werden eben nur nach reiflicher Ueberlegung und Prüfung der dabei in Betracht kommenden Verhältnisse errichtet, wobei namentlich auch die Bodenpreise in Frage kommen. Die Gewerbetreibenden werden durch übermäßig hohe Preissorderungen der Grundeigentümer und Grundspekulanten von der Errichtung gewerb. licher Anlagen nur abgehalten, ein Umstand, den die letzteren wohl berücksichtigen mögen. Am ungesundesten soll die Preis steigerung für Grund und Boden an der Kanalstrecke zwischen Dattela und Olfen, wo der Boden für die Landwirtschaft keineswegs besonders ertragreich ist, sein. Gerade für diese Gegend wäre die Anlage von industriellen Werken von hervorragendem Vorteil Hörde, 27. Juni.[Mit der kommissarischen Leitung unseres Kreises] ist seit gestern der Regierungs=Assessor Dr. Busch aus Berlin betraut worden. Lüdenscheid, 27. Juni.[Ueberfahren.] Auf dem Schützenplatze wurden zwei kleine Mädchen von einem Fuh: werk, dessen Pferd scheu unter die Menge rannte, überfahren und verletzt, das eine lebensgefährlich. Lüttringhausen, 27. Juni.[Bereitelter Fluchtversuch.] Heute vormittag entsprangen zwei bei dem hiesigen Gefangenen=Arbeitskommando beschäftigte Zuchthausgesangene in der Richtung nach Clausen. Sie wurden jedoch von dem dort stationierten Aufseher bemerkt, der, laut„Lennep Kreisbl.“ darauf den einen der beiden durch zwei Schüsse zu Boden streckte. Der Schwerverletzte, dem eine Kugel hinten durch die Schulter und vorn wieder herausgedrungen war, wurde ins Krankenhaus nach Elberfeld geschafft. Der zweit: Entsprungene wurde bald nachher wieder ergriffen. Kleve, 27. Juni.[Dreihundertjahrfeier. Wie wir bereits früher berichtet haben, soll zu der im Jahr: 1909 in Aussicht genommenen Feier der dreigundertjährigen Zugehörigkeit des Herzogtums Kleve zu Brandenburg=Preußen in der Stadt Kleve ein aus einem Hohenzollernbrunnen besehendes Denkmal errichtet werden. Als Standort für den Brunnen ist der kleine Markt bestimmt. Wegen der Angenügenden Raumderhältnisse muß das im Jahre 1881 auf dem kleinen Markt errichtete Lohengrin=Denkmal weichen, wie dieses damals das im Jahre 1859 zur Erinnerung an die 250 Jahre vorher erfolgte Einverleidung des Herzogtums Kleve in das Kurfürstentum Brandenburg errichtete Standbild des Kurfürsten Johann Sigismund verdrängt hat. r. Mülheim(Rhein), 27. Juni.[Robe Gesellen.] Drei angetrunkene Burschen machten sich gestern das sonder bare Vergnügen, sich den vorbetfahrenden Automobilen in den Weg zu stellen. Bei einem derselben stieg einer der Angetrunkenen auf das Fahrzeug, wurde über von dem Chauffeur heruntergestoßen. Bei einem zweiten gelang dem Betrunkenen der Aufstieg. Er bemächtigte sich des Steuers und bewirkte, aß das Auto gegen einen Straßenbahnwagen fuhr. Das 3 9 0 990 omobil schlug um und wurde schwer deschädtgt. Don Bur chen gelang es, in einem bereit uogenden Nachen über den Rhein zu entkommen. Zwei derselben sind jedoch erkannt. Köln, 27. Juni.[Zwei Bauerufüngern) in gestern ein biederer Süddeutscher in die Hände gefallen. Um hiesigen Hauptbahnhofe traf ihn der eine und überreden ihe mit nach Mülheim zur Kirmes zu fahren. Auf dem Wege dorthin gesellte sich so zufällig der Komplice des ersieren zu nen, der dann auch mit nach Mulheim zing. Unterwegs lam dann das Gerede auf Kartenkunststücke. Letzterer, der wieder zufällig ein Kartenspiel bei sich trug, zeigte auf dem freien Felde an der Mülheimer Schiffbrücke einige dieset Kunststücke. Er zeigte ihnen dann auch das Kümmelblättchenspiel. das er erst mit seinem Komplicen vornahm. Der Süddeutsche hatte Spaß daran und merkte bald, daß das doch sehr einfach die ausgesuchte Karte wieder herauszufinden. Er setzte sei, sofort zwanzig Mark auf eine Karte. Aber da hatte er die Rechnung ohne die Spitzbuben gemacht; denn jetzt machte der Bauernfänger mit den drei Karten erst den richtigen verhängnisvollen Schmiß und verloren waren die 20 Mark. Jezi noch einmal, um das Verlorene wieder zu bekommen. Aber auch dieses war fort, zuletzt sogar noch Uhr und Kette. Zum Trdst versprach ihm der eine Gauner eine Stelle in Daisburg und gab ihm auch 1.20 Mark Reisegeld. Er verabschiedet sich von den beiden und diese gingen nach Köln zum Hauptbahnhof. Hier wollte sich der andere ebenfalls drücken und schützte vor, nach Ehrenfeld fahren zu müssen, um sich Reisegeld zu holen. Jetzt ging dem Süddeutschen ein Licht auf, wem ei in die Hande gefallen war; er übergab den Gauner der Polizei. * Vonn, 26. Juni.[Einen merkwürdigen Ult) vollführten gestern abend zwei junge Leute, anscheinend Studenten, die sich einen Kutscher und einen Dienstmann z. einem drolligen Aufzug auf dem Kaiserplatz engagierten. Die Seiden übermütigen Junglinge hatten sich, wie der„GeneralAnzeiger“ berichtet, in die Pferdedecken des Kutschers gehüllt und schritten mit dem Rosselenker und dem Dienstmann der nochfolgenden Droschke im Gänsemarsch, und zwar etwa im Tempo des Chopinschen Trauermarsches, voran. Natürlich wurde auch in verschiedenen Gasthäusern eingekehrt, woseldst der Dienstmann jedesmal mit einem„Ganzen" nachkommen mußte. Wahrschemlich geschah dies so lange,„bis daß er steis wie ein Besenstiel“ in der Droschke Aufnahme finden mußte. Daß die beiden Ulkmacher in ihren Pferdedecken angesichts der sommerlichen Temperatur nicht gerade froren, lief sich an ihren schweißtriefenden Gesichtern wahrnehmen. Rousdorf, 27. Juni.[Gewitter.] Gestern nachmittag ging hier ein schweres von starkem Hagelschlag begleitetes Gewitter nieder, das an den Fluren schweren Schaden angerichtet hat. 27. Juni.[Blitzschlag.] Im nahen Waldrach tötete ein Blitzschlag eine unter einem Baumstamm stehende junge Frau, betäubte eine andere Person und schleu derte eine Anzahl Kinder weg, ohne daß sie Schaden erlitten. Trier, 27. Juni.[Widerraf.] Gegenüber den vor einer Korrespondenz aus angeblich sicherer Quelle verbreiteten Meldungen über einen Besuch des Kaisers in Lieser usw. is: „Trierische Landeszeitung" nach Erkundigungen an zuver. lässigster Stelle in der Lage, folgendes zu erklären: Die Nach richt, daß der Kaiser im Laufe des Sommers nach Schloß Lieser kommen werde, ist unwahr. Von einer Anwartschaft des Freiherrn v. Schorlemer auf das Oberpräsidium der Rheinprovinz ist bis jetzt noch nichts bekannt. Mainz, 27. Juni.[Einen trefflichen Schutz mann] hatte die Stadt Mainz vor einigen Monaten in der Person des Militäranwärters Philipp Jakob Erbes angestellt Nach mancherlei undern Heldentaten verhaftete er letzthin, wie das„Mainzer Journal“ berichtet, schlankweg einen Gläubiger, als dieser Geld von ihm forderte. Das schlug dem Faß den Boden aus. Die Stadtverordneten beschlossen, ihn sofort zu entlassen und ihm die vierzehntägige Kündigungsfrist aus zube zahlen. * Straßburg, 26. Juni.[Mit dem Bau eines Soldatenheims] soll, wie die„N. Nachr.“ hören, in der allernächsten Zeit in der Mörschhauserstraße begonnen werden. In einem größeren Lokal mit Garten soll den Mannschaften nach ihrem schweren Dienst, besonders an Sonn= und Feiertagen, Gelegenheit zu Unterhaltungsspielen, Lektüre usw. bei guten und preiswerten Erfrischungen geboten werden. Durch Auflegung unentgeltlichen Schreibmate. rials in einem besonderen Zimmer soll der Soldat zur fleitigen Korrespondenz mit seinen Angehörigen angeregt werden. Am Mittwoch veranstalten sämtliche Musikkorps der Garnison ein Monstrekonzert zugunsten des Soldatenheims. Straßburg, 27. Juni.[Der Deutsche Aerztetag] nahm an seinem zweiten Sitzungstage(allerdings gegen eine starke Minderheit) zur Frage der Akademien für praktisch: Medizin folgenden Antrag an:„Der 33. Deutsche Aerztetag sieht in der Errichtung der Akademien keine nennenswerte Unterstützung des aus eigener Kraft der Aerzte bisher in genügender Weise gehandhabten Fortbildungswesens der prat tischen Aerzte, keine besonders günstige Gelegenheit der Aus. bildung junger Mediziner zu praktischen Aerzten, wohl aber eine fur den Zusammenhang des ganzen ärztlichen Standes und für das bestebende bewährte Unwersitätswesen gefährlich: Einrichtung. Das bisher bekannt gewordene Programm der Kölner und der geplanten Düsseldorfer Akademie, sowie die geheimnisvollen und sich vielfach widersprechenden sonstig:: Verlautbarungen über weitere Pläne veranlassen den Aerztetag, vor Weiterführung und Neugründung weiterer Akademien zu warnen.“ In seinem Bericht über die wirtschaftliche Abteilung des Aerztevereins-Bundes, deren Mitglieder auf 17•21? gestiegen sind, beklagt Hartmann(Leipzig), daß immer noch 5000 Mitglieder des Aerztevereins=Bundes der wirtschaftlichen Abteilung fern stehen. Welch umfangreiche Tätigkeit sie entfaltet, gehe schon daraus hervor, daß der Generalsekretär im letzten Jahre nicht weniger als 23221 Eingänge und 29 750 Ausgänge erledigt habe. Durch die Stellenvermittelung der Abteilung seien im letzten Jahre 1657 Stellen besetzt worden. Von den Kämpfen, die in dem letzten Jahre zum Austrag gekommen, hätten 4 mit der Niederlage und 111 mit dem Siege geendet; es schweben im Augenblick noch Streitig keiten in Gera, Mükheim a. Rhein und Wohlau, von dinen r ebenfalls siegreichen Ausgang hoffe. Tüppigheim(Elsaß), 27. Juni.[Blitzschlag.] Bei dem heftigen Gewitter, das nachmittags niederging schlug ganz in der Nähe des Dorfes der Blitz in das Fuhrwerk des Ackerers Guchi, auf dem außer diesem selbst seine Frau und der 13jährige Knabe Guth saßen. Guchi und der Knabe wurden getötet, die Frau blieb unverietzt. Lokales. Aus dem Kreise Ruhrort. * Ruhrort, 28. Juni. Auf eine 25jährig: Tätigkeit im Dienste der Hütte„Phönix“ konnte gestern der Meister Herr Nikolaus Missing zurückblicken Seir. Vater, der Odermeister Herr Nitol. Missing sen., feierte vor zwei Jahren das 50jährige Dienstjubiläum bei der vorgenannten Hütte. — Ruhrort, 27. Juni. In der Generalversammlunz der Unterstützungskasse für Witwen und Waisen evang. Lehrer der Kreise Ruhrort, Oberhausen und Duisburg wurde Herr Rektor Vorell=Meiderich an Stelle des verstordenen Herrn Rektors Hehner=Duisburg zum Schriftführer gewählt. * Ruhrort, 28. Juni. Ein Vortrag für Schne ider wird heute im Saale des Hotel„Kaiserdof" über ein reues patentiertes Präzisions=Zuschneideverfahren gehalten werden. )-( Ruhrort, 28. Juni. Eine längere BerkehrsKtörung, unter der desonders die Straßenbahn zu leide: hatte, gab es heute mittag zwischen Ruhrort und Duisburg. An der Krimbrücke hatte sich ein mit einer großen Eisenkonstruktion beladener Wagen einer Duisburger Muschinenfadrik fes.gefahren. Er hatte mit seiner Ladung zum Nordhafen fehren wollen, konnte aber wegen seiner Lange nicht um die Eck. und versperrte dadurch die ganze Straße. D Ruhrort, 28. Juni. Auf der Stdstraße im dritten Bezirk ist jetzt die Dampfstraßenwalze in Tätigkeit. um den Besalt zu befestigen. Die Verhandlungen mit den Anliegern, um die Straße der ganzen Länge nach erbreiter: zu können.„scheinen gescheitert zu sein, sonßt würde man jetzt nicht die Straße an jener Stelle, wo sie nur die Hölfte der Jenstigen Bwite aubweißt, renoviert haben. Bei dem stetiz iitung einzelner sehr zu detelle is die Straße sogar so schmal, F###rwert nicht aneinander vorbeifahren können. Ruhrort, 28. Juni. Auf der Emscherbrücke ekten sich gestern abend zwei Männer freundschaftlich die Hand, wurden ober schon nach wenigen Worten immer unfreundlicher und es druerte nicht lange, bis sich beide auf der Brücke in den Wasserpfügen herumwälzten und sich gegenseitig verhauten. Endlich gelang es einigen von den zahllosen Zuschauern die Streitbähne zu trennen. * Ruhrort, 28. Juni. Im Interesse des reisenden Pudlikums erscheint es dem Verkehrsminister erwünscht, während der wärmeren Jahreszeit neben anderen alkoholfreien Getränken besonders den Milchverk auf durch die Bahnhofswirtschaften zu fördern. Im Anschluß an einen früheren Erlaß veranlaßt der Minister daher die kgl. Eisenbahndirektionen, dafür zu sorgen, daß die Bahnhofswirte stets preiswerte Milch in guter Beschaffenheit vorrätig halten und dierauf durch ein Plakat an den festen und fahrbaren Büfetts aufmerksam machen. m Ruhrort, 28. Juni. Der Eisenbahnminister hat angeordnet, daß eine erneute Untersuchung der Persenenwagen auf den Zugbildungsstationen, den Reserve stationen und in den Zügen während der Monate Juli und August vorgenommen wird. Die Untersuchung hat sich wieder um auf den baulichen Zustand der Wagen und ihrer beson deren Einrichtungen zu erstrecken. Insbesondere ist festzustellen, ob die innere und äußere Reinigung mit der erfor derlichen Sorgfalt vorgenommen wird, ob das Trink= und Waschwasser ron guter Beschaffenheit ist und der Jahreszeit entsprechend genügend oft erneuert wird und ob die Wagen vor der Abfahrt der Züge gut gelüftet und abgekühlt werden, gegebenenfalls durch Bespritzen der Wagendächer. * Ruhrort, 28. Juni. Das Bürgerliche Brauhaus in Pilsen(Pilsener Urquell) hat, wie die Allgemeine Brauer= und Hopfen=Zeitung mitteilt, seine Beitragsleistung zum tschechischen Schulverein in diesem Jahre von vier auf acht Heller vom Hektoliter erhöht, wodurch bei einem Umsatze von über 600000 Hektoliter jährlich mindestens 50000 Kronen dem tschechischen Schulverein zugeführt werden. In Deutschland dürfte diese verschärfte Parteinahme für tschechisches Wesen hoffentlich nach Gebühr gewürdigt werden Es wird gut sein, wenn die Deutschen sich daran erinnern, daß die Tschechen die größten Feinde ihrer Nation sind und daß jede Unterstützung des tschechischen Schulvereins zur Unterdrückung des Deutschtums in Böhmen und Oesterreich verwendet wird. — Meiderich, 28. Juni. Trotz der auffällig angebrach ten Vorschrift„Schritt fahren“ jagen noch immer, namentlich auswärtige Fuhrwerke, mit der größten Schnelligkeit durch die Eisenbahrunterführungen, so daß bei lebhaftem Verkehr die Passanten noch immer nicht vor Unfällen geschützt sind. Provinzialversammlung des Evangel. EB. Moers, 27. Juni. Dritter Tag. Dieser Tag war eingehenden und wichtigen Beratungen in der Abgeordneten=Versammlung gewidmet, die einen regen und förderlichen Verlauf für die mannigfaltigen Bundesaufgaben nahm. Einstimmig wurde folgende Kundgebung zum sogenannten Toleranzantrag beschlossen, in welchem es heißt, daß die rheinische Provinzial=Versammlung des Evangelischen Bundes bei ihrer Tagung zu Moers mit Genugtnung davon Kenntnis genommen hat, daß durch den Schluß des Reichstags, die Bemühungen des Zentrums, dem„Entwurf zu einem Reichsgesetz betreffend die Freiheit der Religionsübung“, der mit dem irreführenden Namen Toleranzantrag bezeichnet wird, die Zustimmung des Reichstags zu verschaffen, ein unerwartetes und erfreuliches Ende gefunden haben. Die Versammlung hofft, daß bei Wiederholung des Antrages dieser endgültig im deutschen Reichstag zurückgewiesen werde. Ein einfaches Festmahl vereinigte die leitenden Persönlichkeiten, Abgeordneten mit zahlreichen Teilnehmern aus der freundlichen Feststadt, das bei prächtigen Reden stimmungsvoll verlief und zu einem frohen Ausklang der arbeitsreichen und förderlichen Tagung sich gestaltete. Der„Hunnenbrief“=Prozeß Kunert. SII. Halle a. d. S., 26. Juni. Unter großem Andrange des Publikums fand heute vor der ersten Strafkammer des hiesigen Landgerichts der schon erwähnte Prozeß gegen den Reichstagsabgeordneten Fritz Kunert statt. Auf Befragen erklärt der Angeklagte Reichstagsabgeordnete Kunert er habe in der zur Anklage stehenden Rede in Wörmlitz tatsächlich von dem Chinafeldzuge gesprochen, bestreite jedoch die Richtigkeit der polizeilichen Angaben. Seiner Erinnerung nach habe er ganz allgemein von den Soldaten der Invasionsarmee gesprochen und gesagt:„Soldaten der Invasionsarmee, zu der auch unsere Soldaten gehörten, haben in dem verwüsteten Lande geplündert; auch sind Frauen überfallen und andere Vergehen und Verbrechen verübt worden!" — Vors.: Woher hatten Sie Kenntnis von diesen Dingen? — Angekl.: Es ist mir sehr schwer, mich heute, nach drei Jahren, noch genau darüber auszulassen. Es war mir abe: bekannt, daß sich authentisches Material über vorgekommene Gewalttaten und Plünderungen in den Akten des Kriegsministeriums befand, daß kriegsgerichtliche Verurteilungen deswegen stattgefunden haben und daß Berichte über solch: Greueltaten, mit dem vollen Namen ihres Verfassers unterzeichnet, in allen deutschen Zeitungen, auch in konservativen, veröffentlicht worden waren. Dazu kamen bestimmte historische Vorgange, die mich zu der Annahme drängen mußten, daß auch in diesem Kriege wieder allerlei Scheußlichkeiten vorgekommen seien. Schließlich hatte ich ein halbes Dutzeno Reichstagssitzungen mitgemacht, in denen ausführlich über die Vorgänge in Ostasien debattiert worden war, und ebenso hatte ich die verschiedenen China=Prozesse verfolgt, in denen die Taten der Chinakrieger einer Beweisaufnahme unterzogen worden waren. Es wird dann eine Auskunft des preuß. Kriegsministeriums verlesen, aus der hervorgeht, daß das deutsche Expeditionskorps 19 602 Mann stark war. Davon waren 15 515 Mann aus Preußen und der Rest aus Bayern, Sachsen und Märttemberg. Der erste Zeuge, Gemeindevorsteher Reipert=Maltsch, der zur Zeit der Kunertschen Wahlagitation Polizeikommissar in Halle war, bekundet, daß er die Rede nicht stenographisch ausgenommen habe, daß ihm aber der inkriminierte Satz derart aufgefallen sei, daß er ihn sofort im Wortlaut notiert habe. Die Unterlagen sind ihm jedoch nich mehr zur Hand.— Auch Polizei=Wachtmeister Kahl bleidt dabei, daß der Satz gelautet habe:„Unsere Soldaten haben das Land verwüstet, geplündert usw.— Angekl. Kunerl: Nach den Notizen dieses Zeugen soll ich mich auch mit Kiautschou beschäftigt und gesagt haben: Deutschland wollte die Insel Kiautschon haben, Ketteler hat das nicht verstanden und deshalb ist er ermordet worden. Halten Sie aufrecht, Herr Zeuge, daß ich speziell von der„Insel" Kiautschou g“sprochen habe?— Zeuge Kahl: Jawohl.— Angekl.: Das Gericht wird mir hoffentlich glauben, daß ich als Reichstagsabgeordneter nicht solchen Unsinn gesprochen hade. Soviel Behauptungen, soviel Unrichtigkeiten der Zeugen. Es wurden nunmehr die beiden Vorsitzenden der damsigen Versammlung, der Wirt des Lokals und mehrere Zuhorer vernommen, die übereinstimmend bekunden, daß der Angeklagte von der Invasionsarmee im allgemeinen gesprochen bade. Eine Beleidigung der deutschen Soldaten sei nicht erfolgt. Damit war die Beweisaufnahme deendet. Rechtsanwalt Heinemann=Berlin: Ich habe noch mehrere Zeugen geladen und verschiedene Anträge zu stellen. Vorher aber möchte ich bestreiten, daß überhaupt ein rechtsgültiger Strafantrag vorliegt. Entweder hat der Angeklagte gesagt:„Unsere Soldaten“ oder er hat allgemein von der Juvasionsarmee“ gesprochen. Selbst wenn man den ersteren Satz als richtig-unterstellt, so ist der Kriegsminister dennoch rach§ 96 nicht berechtigt, Strafantrag gegen den Angellagten zu stellen. Denn nach§ 96 liegi eine Beleidigung von Untergebenen nur vor, wenn sie in Ausüdung ihres Beruss oder in dezug auf den Beruf erfolgt. Beides liegt bei den angeblichen Beleidigungen des Angeklagten Kunert nicht vor. Die Behauptung, daß Plünderungen vorgekommen usw., betrifft das sittliche Verhalten der Soldaten, aber nicht ihrer Beruf. Weder sind die bei solchen Handlungen in Ansübung ihres Berufs gewesen, noch war es ihr Beruf, diese Dinge zu Die vorliegenden Reichsgerichtsentscheidungen besagen ausdrücklich, daß der Vorwurf eines unsittlichen Verhaltens von Untergebenen dem Vorgesetzten noch nicht zur Stellung eines Strafantrages berechtigt. Ich bitte also auf Einstellung des Verfahrens zu erbunen. Im Anschluß an diese Aussihrungen deantragt der Berteidiger das persönliche Ersa:inen des Anführers des deutschostasiatischen Expeditionskorp##, Gezeral von Lessel, des früheren preußischen Kriegsministers von Goßler, des früderen chinesischen Gesandten von Brandt, des Kriegsderichterstatters Hauptmern a. D. Panhauer, des Cheis der amerikaniichen Mission Smich=London und verschiedener ausländischer Kriegskorresponhenten, sowie einer Anzahl ehemaliger Mitglieder des ostabatischen Sxpeditionstorps. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Kloß: Es sei keine Frage, daß die von dem Angeklagten geladenen Zeugen noch vernommen werden mußten, wohnend das Gericht über die Frage ob auch die Exsedorensführer, die Kriegstorrespondenten zu laden seien, am Schlusse der Verhandlung definden könne. Was jedoch den Strafantrag anlange, so sei es keine Frage, daß dieser von dem preußischen Kriegsminister zu Recht gestellt sei. Zweifellos har dele ein Soldat, solange er in Femdesland sei, immer in Lutubung seines Berufes, denn er sei Soldat, solange er onter der Fahne stehe. Daher bitte er den Untrag auf Einstellung des Verfahrens abzulehnen. R.=A. Heinemann dittet, die ausländischen Zeugen (deren Zahl en. 40 beträgt und unter denen sich auch der Chef des gesamten chinesischen Zollwesens, Sir Robert Hart, befindet) kommissarisch zu vernehmen. Nach längerer Beratung deschloß das Gericht, in der Verhandlung fortzufahren und die von dem Angeklagten geladenen Zeugen ebenfalls zu verbechmen. In der Beweisaufnahme dekundet zunächst Reserdist HugWenzel: Ich din seinerzeit in Schanghai ausgeladen worden. Wir wurden in einen Tempel untergedracht, wo große Götzen standen. Da die Kompanie nicht genügend Platz hatte, so wurden die Götzen einfach auf den ersten Hof hinausgeworfen und zertrümmert. Das Holz wurde zu Brennzwecen verwendet. Auf dem zweiten Hof standen große Regale mit Büchern. Auch diese Bücher, die Heiligenbücher zu sein schienen, wurden einfach verbrannt, um die Regale für unsere Monturen frei zu bekommen. Weiter habe ich gesehen, wie ein chinesischer Händler seiner Waren beraubt und mit Füßen getreten wurde. Franzosen, Russen und Deutsche schlugen wiederholt gemeinsam die Fenster der chinesischen Häuser ein und raubten wertvolle Porzellansachen.— Vors.: Wissen Sie genau, daß sich auch Deutsche an diesen Plünderungen beteiligten?— Zeuge: Jawohl.— Angekl.: Ist nicht auch Vieh geraubt worden? „.Zeuse; Jawohl, es war von den Chinesen hinter großen Aliggbundein versteckt worden, doch fanden wir es nach kurzer Zeit.— Angekl.: Hat man auch Silber und Schmucksachen genommen?— Zeuge: Ja, ganze Kästen voll. Ebenso wurde der Kopfschmuck der Frauen und Teeservices mit Vorliede geviele Mannschaften lagen denn damals in Schanghai?— Zeuge: Vom deutschen Expeditionskorps ein Bataillon.— Der Beisitzer: An den Plünderungen waren doch immer nur einzelne beteiligt?— Zeuge: Ja. Das Gericht beschloß, bei der Verhandlung der gegen Frauen begangenen Verbrecheh den Ausschluß der Oeffentlichkeit. Nach Wiedereröffnung der Sitzung wurde als ein weiterer Zeuge der Reservist Sternberg aus Berlin verdaß zahllose Plünderungen von eien.— S erito Uhren und Bargeld vorzetiommen aber von den Vorgängen selbst haben Sie nichts gesehen?— Zeuge: Nein habe ein systematisches Stockprügeln der Chinesen bemerkt, an dem sich auch die deutschen Soldaten beteiligt hätten. Die Strafen seien sehr häufig und sehr schwer gewesen. Der folgende Zeuge, Reservist Ilau aus Rixdorf, erklärt bei der Eidesabnahme, er sei Atheist. Er hat ebenfalls gesehen, wie Götzen die Köpfe abgeschlagen und die Heiligtümer beschmutzt wurden Reservist Grube=Elderfeld bekundet, daß man bei Felddienstübungen rücksichtslos über chinesische Gräder und Baumwollpflanzungen dahingestürmt sei. Oft seien die Leichen, die von den Chinesen hoch verehrt wurden, bloßgelegt und verstümmelt worden. Ebenso sagt der Zeuge, daß der eigene Proviant des deutschen Korps geplündert wurde, weil die Soldaten anfangs nicht genügend zu essen erhalten hätten. Die übrigen Zeugen sagen Aehnliches aus; ein Zeuge, Reservist Rudolph, ist wegen Sittlichkeitsverdrechens, in China verübt, mit Zuchthaus und Ehrverlust bestraft. Er weiß außer der Wiedergabe seiner Vergehen nichts von Belang zu bekunden. Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit erhielt Staatsanwaltschaftsrat Kloß das Wort zu seinem Plaidoyer: Der Angeklagte habe zweifellos den Satz gebraucht: Unsere Soldaten haben geplundert usw. und diese seine Aeußerung sei unbedingt beleidigend für unsere Truppen. Es sollte eben damals ein ungeheuerlicher Vorwurf erhoben werden und zu diesem Zwecke wurden ja auch die berüchtigten„Hunnenbriefe“ veröffentlicht. Man wollte die Allgemeinheit unseres deutschen Korps in Ostasien beleidigen. Ein Vorwurf in dieser Allgemeinheit ist aber nicht zu beweisen, seibst wenn hier noch weiere 20 oder 100 Fälle ähnlicher Art bewiesen werden sollten. wie sie von ehemaligen Angehörigen des Korps bekundet werden. Denn immer nur werden Einzelfälle bewiesen werden, während die Intaktheit des Korps an sich bestehen bleibt. Wohin würden wir auch kommen, wenn wir jede einzelne Behauptung der hier gehörten Zeugen eingehender nachprüfen wollten. Ich erinnere nur an die ausgeschossene Bronzekugel, von der hier ein Zeuge darauf losgeschwatzt hat.(Unruhe auf der Zeugenbank.) Wahrscheinlich ist kein wahres Wort daran. Darum sind auch alle weiteren Beweisanträge des Angeklagten als unwesentlich abzulehnen. Wir wissen ja auch, daß Ausschreitungen mmer streng bestraft worden sind. Nun sogt der Angeklagte, diese weitere Beweisaufnahme solle das Strafmaß beeinflussen. Dazu genügen aber die Sachen, die hier vorgekommen sind, die aber doch nichts anderes bewiesen haben, als was wir bisher als Begleiterscheinunges ines Krieges schon immer gesehen haben. Ebensogut aber wissen wir auch, daß ein guter Geist in unseren Truppen herrscht und daß die Allgemeinheit unserer Goldaten weit entfernt von Sachen gewesen sind, wie wir sie heute hier gehört haen. Der Angeklagte wollte unser Vatere land und unsere Armee beschimpfen und e# hat als Zeugen Leute benußt, die sich geradezu abgemüht haben, die einzelnen Fälle so darzustellen, daß sie geeignet sind, die denksche Armee zu beschimpfen.(Unruhe auf der Zeugendank.) Er beantrage drei Monate Gesängnis und Publikationsbefugnis. Rechtanw. Herzfeld=Hece: Er bestreite, daß der Angeklagte die inkrimmnierten Worte gebraucht habe. Es sei selbstverständlich und gerichtsnotorisch, daß die oftasiatischen Invasionstruppen schwere Plünderungen, Gewaltiaten usw. verübt haben. Dies habe Kunert feststellen wollen. Daß auch die deutsche Soldatesla daran teilgenommen habe, verstehe sich am Rande. Er hätte also gar nicht nötig gehabt, dies noch besonders hervorzuheben. Mit dem Worte„Geschwätz" schaffe man die heutigen, die deutschen Truppen besonders belastenden Zeugenaussagen nicht auß der Welt. Rechtsanw. Heinemann=Berlin wiederholt zunäch seine Anträge auf Ladung weiterer 44 Zeugen und plädiert darauf abermals auf Einstellung des Verfahrens, bezw. Freisprechung des Angeklagten. Man hab= selbst Kinder nicht geschont und daneben seien auch die schamlosesten Zerstörungen wissenschaftlicher Einrichtungen vorgenommen worden, so daß ein ameritanischer Gelehrter geschrieben habe, seit der Vernichtung von Alexandrien durch die Araver im Jahre 625 habe nicht wieder eine solche Zerstörungswut geberrscht wie in Beiins(Benegung.) Der Angeklagte Kunert wiederholte in seiner unn solgenden Verteidigungsrede, daß ihm erne Beleidigung der deutschen Truppen vollkommen sern gelegen habe. Er bringt dann die kriegsgerichtlichen Urteile zur Verlejung, die seinerzeit gegen deutsche sind und die zum Teil auf 15jährige Fällen auch auf Todesstrafe lauteten. ihn im Verein mit den Berichten der korrespondenten usw. zu der Ansicht bri mit seiner Behauptung recht hatte. Es des Gerichts. Um 5 Uhr abends verlü Landgerichtsrat Erler, daß das Gericht Expedition ergangen uchrhausstrafen, in dre Alle diese Dinge hatten verschtebruen Prtegeringen müssen, daß er folgte die Beratung indete der Vorsitend sämtliche Anträge der Ie Mpislen. Und dabei perechnet, deren Namen in derselden zweifellos erne leitende Rolle find nur die regelmäßigen Kundinnen gere in den Büchern zu finden sind. Als Beispiel, wieviel erreucht wird, führte dieser Herr an, daß er einer einzigen Tame der Gesellschaft innerhalb eines Monats 300 Zigarren 1000 Zioxretten lieferte. Jn den Damenklubs sind die Rauchzimmer immer bis auf den letzten Platz besetzt, selbst wenn alle anderen Räume leer sind. des Arbeiterbewegung. Köln, 28. Juni. Zum bevorstehenden Ende Vierboykotts wird uns gemeldet: Bekanntlich handelt es sich hauptsächlich um Wiedereinstellung der ausgesperrten Breuereiarbeiter Die Brauereivertreter erboten sich gestern abend, bis zum Schluß der diesjährigen Malzkampagne(Spätherbst) die neu einzustellenden Arbeiter nur aus den Reihen der Ausgesperrien zu entnehmen. Die Fünferkommission will in einer Versammlung zu Düsseldorf heute abend entscheiden. ob das Angebot angenommen wird. nachdem die Versammlung sämtlicher Gewerkschaftskartelle von Rheinland=Westfalen hierüber entschieden hat. Es ist begründete Hoffnung ung getan vorhanden, daß das Angebot von den Arbeitern angenommen und der Bierboxkott heute aufgehoben wird. Solingen, 27. Juni. In Velbert sind bekanntlich seit einiger Zeit die Former und Gießereiarbeiter ausständig bezw. ausgesperrt worden. Der Metallardeiterverband will nun bemerkt haben, daß hier in verschiedenen Betrieben Velberter „Streikarbeit“ hergestellt wird und hat beschlossen, von den hiefigen Fabrikanten die Unterlassung der Herstellung von Belbeiter Streilarbeit zu fordern. Falls die Forderung abgelehnt wird,„soll auf der ganzen Linie die Arbeit niedergelegt werden“. In Frage kommen etwa 150 Gießereiarbeiter. 8 Strafburg, 27. Juni. Die Ausstands=Bewegung gewinnt an Umfang. Gestern haben die Gipser d. Arbeit niedergelegt; heute früh Verteidigung abgelehnt habe. Gleichzeitig mache er den Angeklagten aber darauf aufmerksam, daß das Gericht nur aus § 185(einfache Beleidigung) erkennen werde. Darauf erging folgendes Urteil: Das Gericht hat zunächst den Strafantrag des preußischen Kriegsminister durchaus zu Recht bestehen. erachtet. Es hat dann als erwiesen angenommen, daß der Angeklagte in jener Volksversammlung die Aeuße hat:„Unsere Soloaten haben die Plünberungen usw. derübt" also jene Aeußerung, die die beiden Polizeibeamten gehört und sofort notiert haben. Damit ist nicht gesagt, daß die anderen Zeugen wissentlich etwas Unrichtiges bekundet haben. Es liegt nun in der inkriminierten Aeußerung unbedingt eine Beleidigung, eine Herabsetzung der deutschen Armee. Es mag ja zum Teil vorgekommen sein, daß hier und da die von den Zeu geu behaupteten Ausschreitungen vergekommen sind. Aber solche Sachen kommen doch in allen Kriegen vor und sie dürsen deshalb nicht verallgemeinert werden. Trotzdem ist das Gericht zu der Ansicht gelangt, daß nur eine Beleidigung ( 185 vorligt. Es handelte sich für den Angeklagten um und die Bauhülfsarbeiter in den nüchsten Tagen ebenfalls in eine allgemeine Kritik von Vorkommnissen, nicht von bestimm, den Ausstand treten werden. #ur. k, Benlen fauben enas mihr Amsäze staft, Ueltende und Mittelbanken erfuhren eine Aufwärtsbewegung von ½ bis ¾4 Prozent. Im Montanaktienmarkte standen Hüttenaktien um Bruchteile über dem gestrigen Schlußstande. von Bergwerksaktien Harpener ½ Prozent niedriger, 210.75. Zu Teginn der zweiten Börsenstunde wies der Verlehr nach keineKichtung hin irgendeine nennenswerte Aenderung auf. Höber waren nur Russen von 1902, 88.60, sonstige Fonds underändert. Im übrigen verharrte die Börse London und Paris siches Geld über Ultimo 414 Ur- ent 9. urg-R 0 h In. 28 Juni 1935. Tur K Andus hnsierten bms 160.45)—. b#gache Hlulm 81 15 Ist in 20.45“ kans 81.40 En 85.10 65.1 b#cheläshri 81.40—. Imstelte 216.—/216 Fma chies 2½% 2½ Bachmstebe 1 7% 101.25 101.25 % 8990 1½% 101.20 101.25 #% 89.90 M0 %%bes Iniec Fhnde 1 18.3 108.80 ½% Bl. J. Jeimpl. m. 100 75/100.7 % Hafbeür. ui. R9 101. 20 101. 20 128.50129. bag Ait ins Srtll 165.50,165 8 * Bremerhaven, 26. Juni. Der Bremer„Bulkan“ in Begesack gibt bekannt, daß, falls binnen drei Tagen mit den Kesselschmieden von Tecklenborg und Seebeck keine Einigung erzielt werde, am 29. d. M. alle Verbandl angehörigenentlassen werden würden. Kopenhagen, 27. Juni. Die dänischen Texti ten Personen. Den Beweis der Wahrheit hat der Angeklagte nicht geführt, bezw. er war unerheblich, weil, auch wenn sich Schändungen und Plünderungen in dem behaupteten Umfange zugetragen haben sollten, immerhin die Absicht der Beleidigung bestehen bleibt. Der Angelagte war deshalb nach§ 185 g1/aeseiter gister.7. Jm. Die dänischen Textihuhna. bestasen, und zwar mit Rückscht auf seine Vorstrafen, unter: g g er gmen beschlosen, den algemeinen Ansstand am 44 Io—“ b=zsche bnst Dateste Len. Dreoter bast hur Sahug Snser Areitaustet hram Bel-And Jm Bein kr ## Anf 15 Schaaft. R.# es. Iltamsheres Tahrh 237.50237.90 188.50188.70 154.40 154 90 138.10188.166 50 166.90 154.—154 25 —.—190 denen sich auch eine solche wegen Eigentumsvergehen befindet, mit 3 Monaten Gefängnis und Publitation des Urteils in dem„Reichs=Anzeiger“, dem„Militär=Wochenblatt“, dem Vorwärts“ und dem„Halleschen Volksblatt“. 1. Juni zu beginnen. Vermischtes — Berlin 27. Juni. Aus Eifersucht ..“ Eckernförde, 27. Juni. Bei der heutigen Wettfahrt des Kaiserlichen Jachtklubs von Kiel nach Eckernförde erhielten in: Schonerkreuzer Klasse A: Hamburg den 1. Preis; Schonerkreuzer Klasse B: Clara den Prinz Heinrich=Pokal; Schonerkreuzer Klasse 1: Susanne den 1. Rennjachten Klasse A: Orion den 1. Preis; Kreuzermit jachten Klasse B: Navahoe den 1. Preis und den Herausfor haund uach dause und deut sch uch einen Statl mit sed), sesten Tsaste Ke. g, ost=241; 2ea den 1. Pradi, Ktreuger, Nr4 Feust a 4##tert trabag begi## Nahust Wasich f.1. Enk R LE Boch Geis 5t Heaberin Sgn. Lenssbist Schalte Berian Loim! LI6 Geramuns isstris Aust Boggaihe ## latat 114.75 144.90 216.50 135 50 237.— 91.— 158.— 114.75 145.50 216 50 135.— 238.25 92.— 151.— 94.50700.— 57.75 57— 56— 56.25 54.—54 130.4180.50 =50.50250 61 legte sich nach einem Streit mit seinerlsechten Klasse 20: Carola den 1. Preis, Olga den 2. Preis überaus eisersüchtigen Frau zu Bett. In ihrer Wut begoß(in dieser Klasse ist Protest eingelegt, der heute wahrscheinlih iin die Frau mit einer Menge Karhol derartig, daß er über nicht mehr entschieden werden wird); Kreuzerjachten Klasse 8: den ganzen Korpec Brandwunden erlitt und nach dem Kran= Tai Peng den 1. Preis, Djouhera den 2. Preis und Gerda kenhause gebracht werden mußte. Dort ist er gestern nacht den 3. Preis; Rennjachten Klasse 4: Thyra den 1. Preis. Leiche ist von der Sygn, den 2. Preis: Rennsachten Klasse 4b: Paradoz dei lit. Staatsanwaltschaft beschlagnahnt worden..5, Preisz Kreuzertachten Klasse 4a: Loti II den 1. Preis,—.— Moräcen — Varel, 27. Juni. In der hiesigen Kirche wurde Merkur den 2. Preis; Kreuzerjachten Klasse 4b: Alba den Tendenz: lest. 327.— 423.50 87.20 208.50 206.50 293.25 520.25 327 50 124 50 87.9 209.— 207 498 90 520.25 er Ouinderder " 6— #### G##ge K. Nbre 8.- R Sstus buuse Isser daut bich ##rtegend auf den Transport von den Seehüfen theinaupe sellschaften organisierten Partikulierschiffern, für welche vom Kohlenverkehr nach dem Obeerhein ebenfalls nicht mehr abfällt. Dieser Umstand übt einen döchst nachteiligen Einfluß aus auf das früher so lebhafte Treiben auf gang rranng der Kähne, aber weniger * Ruhrort, 28. Juni. Schifferbörse zn Ruhrort.(Amtliche Festsetzung der Frachtsätze und Schlepplöhne.) Die Sätze verstehen sich, soweit nicht anderweitig angegeben, in Mark für die Tonne(1000 Kg.) Sas#o: Frachtlsötz: auch Mainz=Gustaoiburg 020 2.ch Hauur burg. Mart, nach Karlsrube 1.18 Ml., num Lundeaburg 1,18 Mark, noch Straßburg i. E. 1.61 Ml. Talfragten für Kodlerladungen. H# # 2 Gr Schrmst Eg Säsms 1##.4 ##### I 11h Aauums fürer Fr. 4 Sich in&a 8 Ilher kaga Sibblur flag I5 1 a a h Limptun ier a h Ebt und Ueir Bauser baga Uni&a Sbuste a R. Grähes Steist. 4 Eh Rim a H1 ####m Anthrun: ###n Aaat Snblent 1 Jest bi LlE. ach imid Im Klinkeitn. Verwätz, Spian Bietelela amfant Gimt. ent imithetetr Aatluste Uer damsat 1 S5.92. 13075131.— 211.25219.60 223.—225.25 168.25168.75 Mark, höchster Satz 1.30 Mark. Am 27. Joni poselerten auf Dhrer Fehrt rheinaufwürte feigende Schifle L.4 Aun eur er. Endeng 426.—427. 93.25 93.25 265.50267.— 349.—351.— 154.75154 50 264.90264.25 87.80 87.— 108.25108.— 85.— 85.— —.— 120.—120.— 91.50 92.50 278.—279.75 129.25130.— 180.--179.— 297.25298.50 142—144.— 108.75108 75 122.—125.— 202.75/203.40 212.25212— 123.—128.40 164.—165.25 270 60 270.75 66 25/67.— ein sehr gut erhaltenes Wanobild aus dem 15. Jahrhundert freigelegt, das Maria mit dem Jesusknaben vor einer Strahlengloriole darstellt. Kottbus, 26. Juni. Wieder einer! Seit einigen Tagen ist der Vorsitzende der hiesigen Filiale des sozialdemokratischen Textilarbeiter=Verbandes, Höpfner, flüchtig. Er verwaltete hier gleichzeitig die Expedition des sozialParteiorgans. Es fehlen in seiner Kasse etwa 1000 Mark, von denen er behauptet, sie verloren zu haben Diese Behauptung findet keinen Glauben, da er in letzter Zeit SH. Karlsruhe, 27. Juni.(XIII. Bundestag des Bundes deutscher Gastwirte.) Es wurde beschlossen, sich der Petition des Deutschen Gastwirteverbandes betr. die Ruhepausen der Gastwirtsgehülfen anzuschließen und beim Bundesrat um ein Verbot der FabrikSootgen eret... 1 Jahren zu interpellieren. Zum Viervoyion wunde folgende Resoktion angenommen:„Die Jahvesversammlung das Aund=s dautscher Gatmirte fur Preis; Kreuzersachten I. Preis, Glückauf III den 2. Preis und Ette III den 3. * Eckernförde, 28. Juni. Der Kaiser ging gester: abend an Land und nahm an dem Herrenabend des Kaiseilichen Jachtklubs im Marie=Luisenbade in Borby teil. „Meteor",„Iduna“ und„Hamburg“, sowie andere Jachten starteten heute morgen um 8 Uhr zum HandicapEckernförde=Kiel. Die„Hohenzollern“ vor 8 Uhr nach Kiel in See. 9 Petersburg, 28. Juni. In Stadt und Kreis Petersburg beginnt heute bekanntlich die Einberufung der pplott wunde folgende Resoktion angenommen:„Die Jed.eserdisten, die 3 Mochen deanspruchen wicd. Die Gereresummtung des wundro brurscher wastwirte spricht ihr samtzuhl der in der Residenz und im Fabrikrayon EinberufeBedauern über die durch den solange andauernden Boykott ge=#nen wird auf 80,000 Mann angegeben. schaffene Lage der rheinischen Wirte aus. Ohne sich sachlich in P*M. 50 „An der Nachbörse wurden andert Bochumer Gumstal! 250.50. Dostmunder Unien 87.75. Laurahütte 264.50. Konso—. Gelser kirchen 226.90. Harpener 210.90, Tlihern icher Lloyd 121.75. Uyunmit Trast Akt 181.60. Marütberichte. Fruchtpreise zu Neuß am 28 Juni. Weizen pr. 100 sbie 1., 8ut, Mr. 18.20, 2. Qual. Bir. 17.70, 8. Qual. Mr. 00,00, Roggen à 100 Lilo 1. Qual. 16,20 Mk. 9000 Mie“:uas an.. 100 Kllo 1. Qual. 00,00 Mr., 2. Qual. 00,00 Mk., Hafer à 100 Kilo 4 9000 Mi. Apzel 190 Alo 1. Qudl. uoho Mt., 2 Qual.) 00.00 Mk., Aveel à 10) Kilo 00,00 Mk., Kartosseln 4 50 Kilo Mk. 8.00—4,00, Heu 2 50 Kilo Mk. 2,80—3,80, 4.20, Maschinenstroy 4 500 allo Mit. 22,00, Flegeldrusch à 500 Kilo Mt. 24,00, Butter Kilo Mt. 2,50, Eter(100 Stück) Mk. 8,00. Müböl Lient tevreden. Laomere Waieche, Gegen-bere Aobnunn, tfuheinen s Geboaders, Boins ##. Mdorgereine, Herote, HobenChriesise, Smie Gerhers, v. Kosrorden Rebsshe, Lormengen Chrioins., Nose Cassllia, Bell Chriemhilde, De. Marte, de Kryger Dagerend, Pluyt nn Uie ind P lerem, Hesse. Rhetschhrt I, Jacobe Gruten ummnchligg, Gichee Prese, Proselle: Armend, v d. Wiele Weirer. u. L.eer Schm Pand I. Seimsonen Nerone, D6. Jannetfe Dopre Des rocht, Schlpps: un Preeuet, u. Pessem Altdn, de dung Koin mn. 145 dr Amtete, doom ibes dcharsen, v. Ortes Sn u Gbecbee ssem v. d. Broset Sauimn u. Aus ce 11., on Sestins. L. Proseien, Soiet K. Schreeme 29. Ariene Rapaste Noun, Korg Veandesing. c. sch. Thesdore, Presye Heians dere, Hlessenes Wtensrhn Pormaoite, Atesgere Eien Rbossen, dn Loein Nloset. Zons Amntel, Themassen Ousse Prirg, 184dieen Johens wviheim, Afescher uben Auer 1, fdenbe O. A. P. O. 2. Staet Geruerd Oephen, L.uosssen d dtack, Vermanten Schasse, de Proer Gara, Alent Ons Vertangen Huietsert Ameneet, Blessling Jessene Pole Vereintgung 16. Zimmermsnn Renhebuus, Geeilen 922 Sichetem Elessers ee Piater Weisen Getresce Dielerz Pete esinige Mate Wehen Pot Weiten Leinsamen Eleener: Gerste Elessers Zinber: Schurieler: erchre Klesner: Magnsstser Tecee Weisen Getreide Weinen Rhe1 Klesser: Weines Elossers Poreienm Benale Perbhen Leinasmz= Adeles Roggen Elosserz Stichent Phoschet bnranen Sesasen Gronhhoss Peherden Zuhosrusst Aeaiumgen Rauercem Autuerpen Roterdem Antuerpen Hemberg Rostardem Astnaren Seiieren Aatsspen Oeicbung binum ebenchein Hochlets Honess elenchein Sisanhein Rahrun Wers Rahron Menshein Ruhres Grschans Fon Hieurc Mascheln Küle Sbneenre Mannheim Kain Deisburg Peiron Rchren Oeiiturg 8ldn Obrnsten Wteeet Rchres Sanmerten Oeisbung ManshanVerdingen Grs. Wee Rubrust Secan Alle Mt. 2.50, Eier(100 Stück) Mr. 8.00. Rübdl per 599##40 in Partien von 100 Zir,(ohne Faß) Mi. 49.60, Rüböl per 100 Kilo saßweise(ohne Faß) Mr. 51,00, gereinigtes Oel per 100 Kilo 8 Mk. höher als Müböl“ Rübluchen per 1000 Kilo waggonweise Mi. 108,00, do. Laieren, Partien Ml. 112.00, Weizenvorschuß Kleien per 50 seilo Vergnügungs=Anzeiger. * Meiderich, 28. Juni. Im Kasino ist heute das 5.### ennementt=Konzert dr Dusbuger Allt. Meteorologische Beobachtungen des Uhrenhauses Hleinr. Mr. 00,00 IX. Seie der cheinischen wirr aus. Ohne sich sachlich in die Kampfe einmischen zu wollen, erklärt sich der Bund solidertsch mit den rheinischen Kollegen, die schuldlos Opfer dieses wirtschaftlichen Kampfes geworden sind. Der Bund hält es für moralische und materielle Pflicht der rheinischen Brauereien, die durch die Kämpfe zwischen Brauerei=Arbeitund=nehmern unschuldigerweise schwer geschädigten Kollegen für ihre furchtbaren wirtschaftlichen Nachteile zu entschädigen und fordert die Bundesmitglieder auf, dieser AufA en gei Pese c zu geben.“ Ein Antrag des Frankfurter Gastwirtevereins betr. eine allgemeine Regelung der Trinkgelderfrage wurde dem Vorstande Erwägung überwiesen, der sich mit dem Hotelbesitzerverband in Verbindung setzen soll. Als Norm will der Antragei Beträgen bis zu 10 Mark ur Br Landtags=Verhandlungen. Hervenhaus. (Telegramm.) Auf dr Tachos Verliu, 28. Juni. ericht öhm die 3. agns setht zunächt der Kommisions. bericht über die Bergarbeiter novelle. Dazu liegen mehrere Anträge vor. Buch=Karmgow beantragt, auch schon vor dem 1. Januar 1892 gebildete Ausschüsse gelten zu lassen. Graf Roon will die geheime Wahl zu den Ausschüssen durch die öffentliche ersetzen. Frhr. Magt assen asean. de Bug dur Sehzeinen dder Gsentüichen In der Generaldiskussion erklärt zunächst Graf Tiele=Winkler: Wir sehen in der Vorlage eine Stärkung der Sozialdemokratie und wollen nicht, Se— i gestalb khnen pi. G. Vorlage gh. steller etwa aufstellen: bei Berragen bis zu 10 Mark 15 Prozent, von 10—15 Mark 10 Prozent und von mehr als 50 Mark 8 Prozent. Die jeweilige Summe soll dann auf die lage eine Stärkung#Satzlechung aufpeschlagen werden. Der heutige Zustand hasß zu: Stitlung n müsse schenfalls beseitigt werden. Es gebe Hotels, wo sich der e 4.52 Peime Wayt Proutel dun uen Aagsellen uch aunas bgalken uste Vi Burg ur de. 36 uonr vie Frage da Anschlus1:3 an die Mittel=seiuen Lohn fir der Sinsd Vertlage bidet gepisematen Schiffahrts=Angelegen heiten. egust admn a dur. Augz, Peale aun Siak in dn. B g. e die Bunth g. eung zl. eric=Augelegenbeiten. per gruchtangu Vetreidemarte blieben Preise sämtlicher vinzgetungen zuderindert. Kuntigz Rüböl und Kuchen underändert. 50.— B. Hu. Fögo m. 6!(in Bosten von 5000 Rg) 15m B- Ott. 5050 v., 50,.— G. Fruchtmarkt. Hafer 9.Sche.,„ Hez. 7.20 bis 9.30, Maschinenstroh(Roggen) 5.10, Nichtstroh(Flegeldrusch) 5,70, Krummstroh 4.50. Hamburg, 27. Juni. Rüböl ruhig, 49. Amsterdam, 27. Juni. Leinöl—. Juli 197 Juli=Aug,—, Sept.=Dez. 20¾, Jan.=Mai 21 fl. g083is, 27. Juni. Rüböl ruhig. Juni 50.50, Juli 50,50, Sept.=Dez. a#. Pb 7“ Jrui. Leinöl vor. 16. 94, Juli=Aug 2b. 10½. vor. Nde. 10/4, rohel Juli=Aug 152 64. Sept.=Dez. 19. 1½g. 3 Resee m. F. rohes Sitermann=Bcd Ord sprach gegen den Artag. Die Mitel= durch fer unzeltgemste p gerug dut diesen Schadea)(1 uinvrort, 2. Juni. Die aotaste Belschsftigzung dr Pachaertaitgzung tride Parteihelik genan pie der Bund der die Aoschaffung des Nasleng deudeipefüihet. Daggen i oir Potzengn den Sertäten heinaufmüt in den Aeten Perst- Prae= set erungd, Sr dauntage Lathalb: Dr Mast ist vielicg us dete Zauegfeuitgh und dr. Vrstu sdg Burzggust 6a Ee biue: bis udt buachur b. XIII. Rundestag artennt dte brxchtioten Bestebungen der gepister Kaitateurn, Par Mmtiti pegen den Terroridnus ür vrmnmmerung des an den Fratzteamart grlaugenden der Sammisten meiaete euern muß ich, daß der Minister in Vrfiadaren pariktaleren Kahnraund, da dieser größtenteils per Kommisnon mernre, die Angelegenheit könne bei einer ub-(auf weiten Touren und mit langsichtigen Löschfristen am Oberlehnung an das Reich kommen. Das könnte der Minister doch#rhein verteilt liegt. Soweit der Kahnraum aber in der stets verhindern! Wir wollen die Arutarziiz: fahrt zwischen den Seehäfen pod der Rehr beschäfti.##1. Bunvesrag errennt bie berechngten Bestrebungen der Mittelstandsbewegung an und überläßt es seinen einzelnen ###idern, sich hr eventl. anzuschließen. Sie lehnen es aber entschieden ab, im Bunde offiztell der Mittelstandsbewegung Dieser Antrag Gtttermann wurde mit großer Vrestet gangn. Der nächte Bundestag fiadet in wollen oie Autorität der theißt er ehen....u der Nuhr beschafngt ist, Sthanr V ehg rien. Dater büt ih, die Vorlage aizu Ida die seren Geitge maneld Lestisg Bs sanhietungnudender Reioer Fratzt I. Sonbeg, m. Jmi. Deß bes Rauden unter staheng, Peliut ,g ate Schrnbesten Pehen i. uit ehoen Nr. 1. er ceuen eir Sauden vichr inr uud Bot: i nm mn un hins anden un Ghaden an. gueg, aihen Bse. D. Aagtaun edn ur ash ur Kaun. Der Khiunr Hradarnich Vertche aie eue iu. eeshinen Greugnan in EnganssLonizsethrgen an. erternp se dher er stehen da mit einer L####ran; darchweg ohne Zaudern wieder leer nach RotterErgis uung von fgcen(rgeinadwärts ist in langsamer Zunahme Sutrg, der, Danen dn wrachaen Gesalstasft in Sglanssprunist, Wie wagen gr a“, eier zu enen Kon= uch bisot Pragste u. Buanug, ersiez tegt Meise guch in amerita in einer ganz erschrecklichei uo das gaud aner in dem Augenblick, nach foscu drantreich wird ziemlich viel verladen, selbst Gesse um sich gest, st schon Mags lein Scheians mehe. uneren Helia i geger duheren Boktik zutinnt in dr sSchelsenreparet Mite 3u1 ver Die. Sache picd imnmer und immer pieder zur Sprache ge. Pse I., Paltk. Eime Schwierigteiten dereten, dahalb nehnen Frechtihre nach dieser Sd eserit kod. Dte Faesiz eiber dus ust cdersewuntg nie ale de bestgeneiaten gr dad Gesch en, wan der Reichstaunser ud duch in Gr]üs tuach don Oderthende uicht erite ut erige, Mauih Baleg, de Betkarschen Frasiauerage sts gens wridher denthzo, utz dod Pagrcht iunr Ventealosteisgn schete Gher u u eit uer: St ur und dei grr einen internationalen Kongreß in London a5 bleidr.(verupter, nirorigen Stange, da kleine dis mittelgroße Schiffe. bieser Gelegenheit sprach Mrs. Leight=Hunt=Wallag. Minister Möller: Wir haben in der Vorlage lediglich Auswest agggu siuden, fortwährend in gewchater Schärfe gegen diese Unste. Sie grücgegristen auf die anerkannten Uecbelsände, die bereit den nach Eps den Sechäfen uud escimäße e e ue ie, Strgs mit zur Arzaht intersanter Sta, Nrn deci Streis der neunzier Jahr Aideten. Die veu, Mitearhan 2ec u Pra oiteg uid dien Ricdher un. nunen ider die Zunahme des Nauchens unter den Frauen aufgestellien Focderungen konnten wir überhaupt nicht prüfen, kapid zunehmenden Anteil Sinen Trchaigegn, Staigeist, Sie eimuerte durean, Die des wil und der Lrchanliche Veratn in Siche bich. Für die eiachstn uach un Ha u iun Ttonterbeitr ven dunt Stiage vummn vegann, vaß her und da eine Dame ganz ver, Vortkge sich allgemein voltische Erwägungen ausschlaggebend eder= und Mitteltchein vieo veraa, uchz saiche Priher: Zeit speziell delgische Schiffe. Während terc vollindischer Pa axsmachten, kud de segnuu uu einen leinen Bruchteil vertreten. Da darunter durdus in dleich, Karter Anzahl stohlen eine Zigarette in ihrem Band= gewesen Seugungen ausfostaggeoend comat Wer de geise dersechen deir rauchte und sch nichtsrwesen, WDir volen die Konzentuntionsbemnrgung de 2a, den aben schuell ans eihaer Vigereite wpes.s“: Dann wor, Plal nicht hudern, denn se st wbig, Wir baben aber den sche, Sesin K uns dur audh ailt ae ced imnn Vrhichen u. schan uit ir Aakarng eur artcerdtung sehen gblichen, senden de Damen hoiken auch„.Zsenern, Ppister Graxn uicht wlasen hm. Doran st ihnr 9e Zioarten zu rauchen und zwar in schr maitgeg augerangen,(unruhigung des Verakaus nicht berauketen. Wir besctligen um Mestend vor Garkun iur zu. ehr weligehendem Maße. bier nur anerkannte Uebelstände. Sie wollen sich daher nicht nur aus allgemeinen Gründen, sondern auch aus den in der Sache selbst liegenden mit der Vorlage befreunden.(Betfall.) uim Mektend von Se. ud in segz weligenendem Maße. Im Westend von Vondon führen eine Mange Tabakläden besondere Marlen für Damen, die auch zuerst nur etwa die Glöße einer Zigarette hatten, die aber in der letzten Zeit ganz Der ader graden Herean und die sch in nichts mehr Zigarre unterscheiden. Herr Louis Coen in Piccadilly, einer der königlichen Hoflieferanten und Zigarrenhändler Londons, der kürzlich über diese Frage interviewt wurde, erklärte, daß er eine Menge von Zigarven verkaufe, die besenders für Damen angefertigt seien. Am besten gingen noch kuner die kleineren Sorten, die aus Havanna=Tabak gemacht enssend Damen Audad brckaust werden. Sie bsc. eis cehiche ühe unter befinden sich viele Damen der böchsten Gesellschaft, die Industrie, Handel u. Verkehr. () Ruhrort, 28. Juni. Ruhrort ist zum FernLxschvert e## uglassen mit Hachenburg(Bester45:„Die weduhr für ein gewöhnliches Gespräch von 3 Minuten Dauer beträgt 1 Mark. Werlin, 28. Juni.(Telegr.) Von der Börfe. Die freundlichen Anregungen von den westlichen Börsen ginan esten un den Standpuct ans, das die mareh tien. Radurch bieckt üch der Gesamtverkehr in engen GrenMit Rücksicht auf diese starke Zunahme des im Rheintransportverkehr hat die Föderation der belPinisterium den Pa Aincht en das belgische ein Jelatsche a gerichtet, zu Ruhrort oder Dulsburg sch bei dleiag. Konsulat zu erichten. Es handel selsehüichien Vordingen der Belger, wie oersagt, saotz and##ch#n den Versehr mit kleinen bis mittelgroßen Fahrzeugen nach dem Nieder= und Mittelrhein und zusie sich mit den Holländern teilen, während in. Freichr nach den Oberrheln, sewohl vm den Sarggg,lud. der Nuhr ans, abgrsehen von den deutschen#heinreevereien, auch die deutschen Partikulierschiffer mit ikren durchweg großen Kähnen tonangebend sind und bleiden. Im Verkehr von der Ruhr aus rheinaufwärts wird den und Rheinschiffern diese dominierende Stehryg frilich seit dem Zusammenschluß der Kohlenreedeuten sedr deschnitten, infolgedessen verlegen sie sich jetzt vorWbachole Bomprahunr ver deande dr ionr 8. Man vermeide falsche Ernährung der Kinder. Diese schädigt die Gesundheit dauernd, man gebe den Kindern nur Rademann's Kindermehl. Büchse Mk. 1.—. Uet erhältlich, wo nicht, direkt von der Fabrik Frankfurt a. M Abänderung des Baufluchtlinieuplanes der Sommerstraße. traße ir. Sttclen der straße bis zur Straße Unter den Ulmen zurch Leschluß der Stadtverordueten=Versammlung vom 16. Juni d. Is. adgeändert worden. Der abgeänderte Pian liegt gemäß§ 7 des Baufluchtliniengesetzes vom 2. Juli 1875 während einer Ausschlußfrist von 4 Wochen, vom 28. Kummt vien.... 2 Juli d. Ja, aus dem Stadtdauami, Verwaltungsgebäude Marktplatz Nr. 7, Obergeschoß. Zimmer Nr. 15, zur jedermanns Einsicht offen. Einwendungen gegen den abgeänderLasiglostrig u zum Ablauf der obendegeichneten entweder schriftlich bei mir oder mündlich zu Protokoll auf dem Stadtbauamt angebracht werden; später gnhericschien. Meiderich, den 26. Juni 1905. Der Bürgermeister: Pütz. Offenlegung der Baufluchtlinienpläne der Bismarck= und Michelsstraße. Die durch den Beschluß der Stadtverordneten=Versammlung vom 16. dieses Monats genehmigten Baufluchtlinienpläne der Bismarck= und Wichelsstraße liegen gemäß§ 7 des Baufluchtliniengesetzes vom 2. Juli 1875 wähChsschch rih von 4 Boha, vom 28. Juni dis enschließlich den 26. Juli ds. Is., auf dem Stadtbauamt, Verwaltungsgebäude Marktplatz Nr. 7, Obergeschoß, Zimmer Nr. 15, zu jedermanns Einsicht offen. Einwendungen gegen diese Pläne können während dieser Zeit entweder schriftlich bei mir oder mündlich zu Protokos auf dem Stadtbauamt angebracht werden; später ergehende Einwendungen bleiben kraft gesetzlicher Bestimmung unberüssichtigt. Meiderich, den 26. Juni 1905. Der Bürgermeister: P#tz. Betr. Einziehung eines Wegeteiles in Hiesfeld. Hiesfeld hat die Bergerstraße an ihrem Einlauf in die Dickerstraße hierselbst begradigt. Hierdurch### der alte Wegeteil Flur 1 Nr. 419/53 überflüssig geworden und soll derselbe deshalb eingezogen werden. Dieses Vorhaben wird in Gemäßheit des§ 57 des Zuständigkeitsgesetzes mit der Aufforderung bekannt gegeben, eiwaige Einsprüche hiergegen zur Vermeidung des Ausschlusses einnen 4 Wochen nach dem Erscheinen dieser Bekanntmachung im Amtsblatt bei der unterzeichneten Behörde schriftlich sch tend zu machen. Hiesfeld, den 28. Juni 1905. Die Begereilgebesehe Der k. Bürgermeister: Hausmann. 1337 Saatenstand um die Mitte des Monats Juni 1905 im Kreise Muhrort. amen Artike! findet man in reichster Auswahl bei loh. Brendow, Ausstattungs-Geschäft, Ruhrort, an der er. Kirche. Lelterwagen von 60 Pig. an bis zum stärksten. Lastwagen, Ziegenbockwagen, Puppenwagen, Puppenspo twagen, Puppenbettchen, Kinderbettchen, Kinderschlafkörbe, Korb, Gestell und Gardinenstange. Karke Arbeit, von 7 Mark bis 30 Mark. Markt-, Wasch- und Mangelkö. be, Kartoffelund Kohlenkörbe empfiehlt He. Pitsch Korbmacher. Ruhrort, Harmoniestr. 19, am Markt. Beständig große Ausstellung von Kinderwagen u. Kindersportwagen.— Reparaturen schnell und gut. Brandmalerei und Kerbschnit-Gegenstände, Brenn-Apparate Kerbschnittmesser — Kataloge gratis.— Aug. Märtin Ruhrort, Ludwigstrasse 18. Burgunder IERoflost dlie u. Buhett, ist als Tlech- u. als StA# ungewein, für Krenhe, spez. ZuckerMagenkranke und Rekonvalesz. g schätrenzwert. Originalweine## best. Weinbergen v. Ahrweller u. Walperz heim offer. im Preisev 90 Pf. en p. fl od. p. Lit im Fass.— Preististen frei. Peter Mexrath Wwe. a. Weingutsbesitzer, Ahrweilor 11. P#chtise Vortrster esnon Anrein ist jeder Teint mit Hantnureinigkeiten u. Hautausschlägen wie Mitesser, Finnen, Blütchen, Hantröte, Gesichtspickel 2c. Alles dies beseitigt SteckenpferdTeerschwefel=Seife v. Bergmann& Co., Radebenl mit Schuymarke: Sieckenpferd. 1 St. 60 Pf. bei: Gust. Löcher, Gust. Reichenbach in Ruhrort, Fritz Ulmer in Marx= loh, H. Lausberg, Germ.=Drog. C. Weber in Hamborn, KronenDrogerie in Melderich, Apotheker Westhoff in Dinslaken, FloraDrogerie in Dinslaken, Peter Bongartz, Herm. Kottschlag in Beeck, in Laar: C. Leichtfuß. an Kinderwagen* Svortwagen, Puppenwagen, Bado u. Reisekorde bezieht man direkt v.d. Alt., größt. sachs. Kinderwagenfahr enorm billig. Sage v. Ratalogverlang ob Bareinkauf mit 10% Radatt od bequeme Teilzahlung Dir lieder. Autus Kreiter, Stimne Penaten-Greme Gesetzlich geschützt.— Aerztlich empfohlen. Verhindert sicher jedes Wundwerden der Hant, Durch laufen, Schweißfüße. Dautaus schläge 2c. In der Kinderstube uneutbehrlich, Preis 1 Dose Pfg. Erhältl. in Meiderich in der Central=Drogerie, in Beeck Hermann Kottschlag. Falken=Drogeric. Vorteilhafte Gelegenheit! Die ans dem Konkurs Gebr. Bauer, Kölnerstrasse 16, abernommenen Möbel, Teppiche, Dekorationen und alle anderen Waren werden, um die Lager zu räümen, zu jedem annehmbaren Preise verkauft. Es handelt sich durchweg um beste gediegene Arbeiten eigener Fabrikation, Die Fabrikation ist nicht unterbrochen und werden Neuanfertigungen und Ergänzungen in gewohnter Weise ausgeführt. Waschlnaschilten Kampmann’sche, Frauenlob mit Pendel, und Schmidt’sche mit Deppelboden *.„ Nas ennten in verschiedenen Qualitäten empfiehlt Sohann-Konnes, Runtert. Mein hier sehr gelegenes, fast neues einstöckiges Wohnhaus mit großem Garten ist wegen anderweitigen Unternehmens billig zu verkaufen. Johann Muysers, Camp bei Moers. 1998 S Bernsteinfußbodenlacke — hochglänzend, in jeder Farbe= Sehr haltbare, harttrocknende la. Fußbodenfarben. Möbel-Politur, Fussbodenwachs, 1a gekocites Zeinol, Terpentinol, Siccaliv, Tacke, Finsel. Bronzen eic. kauft man sehr vorteilhaft bei Peter Bongarts Beeck, Kaiserstraße 341. Drogerie„Zum Denkmal.“ Das Polster= und Gustav Heß, Ruhrort, Fabristr. 4, empfiehlt moderne Polster=Möbel, Dekorationen, Gardinen, Teppiche. Prompteste Bedienung. ges Mäßige Preise Durch Gelegenheitskauf in Tascheu verkaufe, solange der Vorrat reicht, Taschen=Sofa(eigene Anfertigung) zu Mk. 65.—. ia Hingerr Zechenstorke besonders hart und scharfkantig liefert preiswert per Bahn C. Weyand, Duisburg. Die Hartenberg, herrschaftliches Haus, mit schönem Garten und Weinberg, zu Leubsdorf bei Linz a. Nh., romantisch in den Weinbergen gelegen, soll verpachtet, ev. verkauft werden. Näheres bei Herm. Tenter, Ruhrort=Beeck. Ein Segeldeet mit vollständigem Inventar verkaufen. Näheres Herm. Kleinpoppen sr., Ruhr Friedr.=Wilhelmstr. 35. Ein sast neues mit Theke billig zu verkaufen. Eine gebrauchte Lossen=Baderinrichtung billig zu verkaufen. 2 suchen Arbeit zum Grasschneiden Ruhrort=Laar, Arndtstr. 25. — und Umänderung von Betten in einem Tage sorgfältigst u. auf Wunsch in Gegenwart der Kundschaft Prerbatid Valsburg, Becken! Ni. 24. Betttedern-Reinigungs-Fabrik. Besichtigung erbeten. Phesee-Brenherel. Emil Thomas Nachf. Färberei und chem. Wasch=Anstalt, Duisburg, Ruhrorterstrasse 84. Läden in Ruhrort, Beeck, Bruckhausen, Marxloh, Meiderichusw. Ein neues Haus, enthaliend 14 Zimmer, mit Garten und nebenauliegender Baustelle in Friemersheim, ist unter zünstigen Bedingungen zu kausen oder zu pachten. Nüheres durch Jakob Levy, Moers. E.## Fienwerk s sucht für die Instandhaltung der Dampf maschinen des Walzwerkes fü Tag= und Nachtschicht je einen Muschineumeistir. Mosse, Meg. Licht. Josalateur und sashe gesucht Wittgustein& Horn, Ruhror. Junger Keliner cht für Mitte Jnli oder 1. AuStellung in einem Hotel, Holländer verkehren. Off. un K 2032 an die Exped. d. 8 Kornmacher sofort gesucht. Offerten u Df. C. 4613 an Rudolf Mosse, Düfseldorf. Tüchtiges, evangelisches mit nur guten Zeugnissen gesuch Frau Eduard Malsch. Ruhrort, Landwehrstr. 40. Mädchen Zri geibte Schraduschinisinnen Eintritt am 1. Juli. 2098 an die Expd. d. F. Neumanns geschlossene Elite=Arene. Größtes und komfortabel eingerichtetes Unternehmen dieser anche, nur Künstler und Künstlerinnen ersten Ranges.— Plätze 2000 Personen. Heute, Mittwoch, 29 Juni abends 8 Uhr: o##e Vorstellung.— Morgen, Donnerbtag: 2 große Vorsteligen: nachm. 4 Uhr: Familien= u. Kinder=Vorstellung, abends Uhr:— Hauptvorstellung.— Jede Vorstellung neues ogramm sowie Auftreten von Mißz Magietd mit ihrem Riesenren Bismarck. Freitag u. folgende Tage: Jeden Abend Vorstell. Geiese: Hostasrant Germasis bastug Frach.-T#-Fut t Bier- und * separater Weinsalon. Vernchme Bedienung. Ieiececheebes Geroisteiner Sprude, * SchahWarke. Caselwalier I. Runges. Gerztlicherislts empfohlen als vorzügliches Mittel gegen Halsübel,(agen-, Blasen- und Iierenleiden. Alleinvertrieb u. Lager: H. Ceneurlère, Dulsburg. Fernspr. Nr. 1063. Groshandig. in Drogen- u. Kolonialwaren-Spezialitäten Ueder Oferten=Anzeigen herrscht noch vielfach Unklarhett. Wer eine Chiffre=Anzeige aufgibt. will seinen Namen nicht neunen, Er deauftragt die Expedition, Briese, die eingehen ihm zuzusenden. Den Namen des Auftraggeders darf sie nicht mitteilen. Weiter ha: die Exgeicen mit den Lhftreeingeiger bis zu tun. Wenn unn jemand keine Antwort auf eine Offerte erhält, die er unter der angegebenen piffre an die Expedition gesandt so liegt das nicht an der Expedition, sondern an dem Aufgeber der Anzeige. Original=Feugnisse werden den Offerten am besten nicht beigelegt, sondern Abschriften der Jeugnisse. Einkorn. Pierdczacht-Voromn. Samstag den 8. Juli: Verat. verbunden mit Verlosung und Versteigerung von Zuchtfohlen auf den Wiesen bei Tendick am Neutor in Moers. 2 Uhr: Prämiierung. 5 Uhr: Versteigerung der Rhein. Zuchtohlen, nachdem Vorführung der prämiierten Pferde. 6 Uhr: Abendessen. 8 Uhr: Geschlossener Einführungen sind gestattet. Konzert der Uerdinger Städt. Kapelle. Suche zu Ansang Juli ein Madenen für Küche und Hausarbeit. Näheres in der Exped. dieser Zeitung. Mobi. Zimmet mit Pension zu vermieten. Ruhrort, Oberdammstr. 49. Eine schöne, abgeschl. II. Etage, bestehend aus 6 Zimmern, Küche und 5 Mansarden, Königstr.=Ecke 9, auf den 1. Oktober er. oder früher zu vermieten. Näheres Lehrer Schweers, Ruhrort, kath. Schule. Schwedlers Alolter i. Kunstn zanse Egene Auferligung hunetreller Arbeiten, prämliort mit den böchsten Numicheungen Purh ssetderfetn. Ruhrort, Hafenstr. 19. erteilt Jeianas Fonpes, Bnhret. Kostümnäherin, Harmoniestr. 38. I. Erste Etage von 6—7 Zimmern per Aug.Sept. zu mieten gesucht. Offerten mit Preisangabe unter I 2031 an die Expd. d. Zig. erbeten. Eine Parterrewohnung on 4 Zimmern und Speicherzimmer oder ein kleines Haus auf den 1. Oktober zu mieten gesucht. Offerten mit Preisangabe unter L 9033 an die Expd. d. Zig. Ein Geschäftslskal, passend für jedes Geschäft, auch für Rasier=Geschäft geeignet, u. mehrere Wohnungen per 1. September zu vermieten. Ruhrort, Landwehrstr. 22. Schöne Mansarde an einen besseren jungen Mann mit Frühstück zu vermieten. R.=Laar, Kaiserstr. 4. I. 1. Stage, 8 Zimmer und Mansardenzimmer, per 1. Oktober oder früher in Beeck am Markt zu vermieten. Gerhard Böllert, N.=Beeck, Weststraße 28. 1. Etage, 6 Räume, mit allen Bequemlichkeiten zum 1. Oktober zu vermieten. Zu erfr. in der Expd. d. Zig. imil Hadtstein, Homberg. 1 Wohnung von 6—8 Räumen, auch geteilt, an ordentl. Familie per 1. Juli zu vermieten. Näheres Herm. Haßhoff. Homberg, Mittelstr. 1. Eine abgeschlossene Etage von 4 Räumen und 1 MansardenZimmer mit Wasserleitung per sofort an stille Familie zu ver mieten. Homberg, Essenbergerstr. 30 Gin nöt. Zinuer mit Frühstück zu vermieten. Essenberg, Hombergersr. 6s. Wer braucht Geld?? a.Schuldsch, Möbel Police Hypoth Kant., d. schreibe sof. an K. Schünemann, Berlin Sw. 48. von 3000 M. auswärts gegen Sicherheit jederzeit zu haben. Off. u und Pankaeld u. 5698 an die Exp. Onnigeis E. Hadtstein, Homberg Geschschaft Drei gebildete, heitere junge Damen, die für Natur und größere Fußtouren schwärmen, suchen gleichgesinnte Gesellschaft. Offerten beltebe man unter „Naturschönheit", postl Ruhrort einzusenden. Aufrichtig! Anständiger u. solider Mann, 29 Jahre, kath. u. vermög., sucht zwecks baldiger Heirat die Bekanntschaft einer Geschäftsdame von angenehmem Aeußern. Ernstgemeinte Adr. nebst Bild an die Exped. dies. Ztg. unt. E 2027. Ein neugeberenes Kind(Mädchen) kann ohne gegenseitige Vergütung an Kindes Statt angenomm. werd. Homberg, Esseubergerstr. 20 35 den Anzeigen= und Reilaue teil verantwortlich: B. Sügper. Autsont.