— — Die tägliche Ausgade des„Rheinischen Merkur“ mit den Gratisbeilagen„Im Familienkreise“,„Sonntagsruhe" und„Praktischer Ratgeber für Land= und hostet, durch unsere Boten bezogen oder auf der Post abgeholt monatlich 60 Pfg., vierteljährlich 1 Mark 80 Pfg., durch den Briefträger ins Haus gebracht, vierteljährlich 2 Mark 22 Pfg. Telephon=Anschluß Nr. A 960. Kölnische Landeszeitung. Wöchentlich die drei Gratisbeilagen: „Im Familienkreise“,„Sonntagsruhe“ und „Praktischer Ratgeber für Land- u. Hauswirtschaft“ Inserate kosten: Familienanzeigen die Zeile 15 Pfg., Arbeitegesuche di Zeile 10 Pfg. Geschäftsinserate, Verkäufe 2c. aus den Kreisen Röln(Stadt u. Land), Bergheim, Euskirchen und Mülheim die Zeile 20 Pfg. Inserate aus anderen Bezirhen die Zeile 25 Pfg. Reklamen 50 Pfg. die viergespalt Zeile. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: Rektor J. Rix: für den Inseratenteil: C. Bopp; beide in Köln. Rotationsdruck u. Verlag von H. Theissing, Köln. — Die Geschäftsstelle befindet sich in Köln, Unter Käster 8.— Nr. 297 (Freitag) Köln, den 24. Dezember 1915 (Adam und Eva) 38 Jahrgang Huderbberung des Farrmannsweiterkopfer! Unseramtlicher Tagesbericht. (WTB) Großes Hauptquartier, W. Oez. (Amtlich.) Weslicher Kriegsschauplatz. In heißem Ringen nahmen gestern die tapferen Regimenter der 82. Landwehr=Brigade die Kuppe des Hartmannsweilerkopfes zurück. Der Feind erlitt außerordentlich schwere, blutige Verluße und ließ 28 Offiziere, 1530 Maun als Gesangene in unseren Händen. Mit der Ausräumung einiger Grabenstücke am Nordhang, in denen die Franzosen noch sitzen, sind wir beschäftigt. Die Angabe im französischen Tagesbericht von gestern abend, es seien bei den Kömpfen um den Kopf am 21. Dezember 1930 Deutsche gesangen ommen worden, ist um mindestens die Hälfte übertriebn. Unsere Gesamtverluste einschließlich aller Toten, Verwundeten und Vermißten betragen, soweit es sich bisher übersehen läßt, etwa 1100 Mann. Oestlicher und Balkan=Kriegsschauplatz. Keine Greignisse von Bedeutung. Oberste Heeresleitung. Oecheresichüicher Verich. (W2B) Wien, 23. Dez. Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die allgemeine Lage ist unverändert. In Judicarien kam es auch gestern zu heftigen Geschützkämpfen. An der küstenländischen Front wurde auf Podgora ein Angriff eines ital. Bataillons zurückgeschlagen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Tepca wurde eine noch in den Felsen des nördlichen Tara=Ufers verborgen gebliebene kleinere montenegrinische Abteilung nach kurzem Kampf gefangengenommen. Sonst nichts Neues. v. Höfer. Türkischer Kriegsbericht. (WTB) Konstantinopel, 23. Dez. Das Hauptquartier teilt mit: An der Irakfront ist die Lage unverändert.— An der Kaukasusfront versuchten im Abschnitt von Milo russische Abteilungen an uns heranzukommen; ihre Vorhut wurde nach zweistündigem Kampfe verjagt. An den anderen Teilen der Front dauern die Patrouillenkämpfe an.— An der Dardauellenfront versuchten fünf Torpedoboote und ein Kreuzer des Feindes, sich Saros zu nähern, mußten sich aber, nachdem eines un erer Geschosse den Kreuzer getroffen hatte, wieder entfernen. Bei Seddil Bahr richtete der Feind am 22. Dez. anhaltendes Artilleriefeuer gegen unseren rechten Flügel. Unsere Artillerie zerstörte mehrere Schützengräben und Bombenlager des Feindes und brachte durch drei Treffer feindliche Haubitz=Batterien zum Schweigen. Unter der noch nicht ausgezählten Beute von Ari Burnu wurden auch mehrere Minen=. werfer, Pontons und Decauville=Wagen gefunden. Ein seindliches Flugzeug, das am 22. Dez. Birseba überflog, wurde von uns heruntergeschossen; einer der Insassen wurde gefangen genommen, der andere war tot. Griechenland und der Vierverband. Bittere Worte des griechischen Ministerpräsidenten. (TU) Rotterdam, 24. Dez. Der Korrespondent des Daily Chroniele, Donchoe, hatte eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Skulndis, in der dieser seine Beschwerde gegen die Enteute in ungemein bitteren Worten vorbrachte. Skuludis erklärte: Wenn Griechenland jetzt nicht von ganzem Herzen an Ihrer Seite kämpft, ist dies dem zuzuschreiben, daß Ihre Staatsleute und Diplomaten — ich spreche im allgemeinen über den Vierverband — ihre Pflicht gegenüber verschiedenen Ländern und gegenüber Griechenland an erster Stelle nichterfüllten. Als die Expedition gegen die Dardauellen bekannt wurde, warnten wir vor den Schwierigkeiten und Gefahren und betonten nachdrücklich, daß die Expedition nach den Plänen der Entente wahrscheinlich nicht gelingen werde. In der letzten Zeit behandelte man uns wie ein besiegtes Volk. Man reizte uns beinahe zu Feindseligkeiten gegen den Vierverband. Was Saloniki betrifft, gingen wir bis zur äußersten Grenze der Freundschaft, die mit der Neutralität zu vereinbaren ist. Vor kurzem kam einer der Ententegesandten zu mir und erklärte mir in unverschämter Weise, daß die Regierung und der König ihr Versprechen gebrochen hätten. Dies war unwahr. Ich empfand diese Worte als Beleidigung, sagte ihm dies und schleuderte ihm seinen schriftlichen Protest zurück. Meine Entrüstung ging soweit, daß ich mich offiziell an Grey und Briand wandte und ihnen in undiplomatischen Worten meine Meinung über den Protest mitteilte. Jetzt stehen wir vor der schrecklichen Frage: Wie sollen wir verhindern, daß unser Land von Blut überströmt wird? Eine Partei ist schon da, die andere wird bald folgen. Die Deutschen und Oesterreicher können jeden Augenublick in unser Land einrücken. Streng genommen sind sie dazu auch vollkommen berechtigt, weil auch der Entente Einlaß gewährt wurde; sie können ihren Bundesgenossen, die Bulgaren, mitbringen; was können wir tun? Ich sehe jetzt kommen, daß Griechenland durch einen grausamen, erbarmungslosen Krieg verheert wird, weil die Entente große diplomatische und militärische Fehler machte. Skuludis sagte noch, er beabsichtige als Premierminister infolge der Wahlen zurückzutreten. Wenn die Kammer zusammentrete, würde er seine Entlassung als Ministerpräsident einreichen. Gunaris werde wahrscheinlich ein neues Kabinett bilden. Griechischer Ministerrat. (W2B) Bern, 23. Dez. Der Sonderberichterstatter des Corriere della Sera drahtet aus Athen: In dem gestern nachmittag abgehaltenen beinahe fünfstündigen Ministerrat wurde die durch die Wahlen neugeschaffene Lage des Ministeriums und die Ereignisse in Mazedonien besprochen. Wegen der starken Mehrheit Gunaris erschien eine Neubildung des Kabinetts natürlich. Gunaris selbst aber erkennt an, daß dies für den Augenblick nicht angebracht sei. Der König, der gestern Gunaris empfing, stimmt mit diesem überein, daß keine Aenderung imgegenwärtigen Kabinett eintreten darf. Man glaubte, daß der Ministerrat dahingehende Beschlüsse gefaßt habe. Hinsichtlich der äußeren Politik werde unter Berücksichtigung der bis jetzt eingegangenen Nachrichten bezüglich der Absichten der Mittelmächte, die Alliierten auf griechischem Gebiete zu verfolgen, verschiedene Möglichkeiten geprüft. Ein Beschluß wurde noch nicht gefaßt. Bereitelte Vierverbandslandungen in Kawalla. Sofia, 23. Dez. Von dem Privatkorrespondenten des WTB. Es heißt, daß die Alliierten ihre von den Dardauellen vertriebenen Truppen bei Kawalla zu landen versucht hätten. Der Kommandant von Kawalla habe jedoch die Landung mit dem Hinweis darauf, daß er keine derartige Weisung besitze, nicht gestattet. Griechenlands Bedingung für den Einlaß der Ententetruppen=Verfolger. (WTB) Athen, 23. Dez.(Havas.) Die Zeitungen versichern, daß die Regierung das Eindringen der Gegner des Vierverbandes in das griechische Gebiet nur dulden werde, wenn vorher eine Erklärung abgegeben werde, wonach sich daraus keine Gefahr für die Neutralität und die Unverletzlichkeit Griechenlands ergeben werde. Die Lage an der Front ist ruhig. Die englischen Verluste an den dardauellen. (TU) London, 24. Dez. Der englische Unterminister für den Krieg teilte dem Parlament mit, daß der Gesamtverlust an den Dardanellen bis zum 11. Dez. einschließlich der Flottendivision betragen: 1609 Offiziere und 28 670 Mann getötet, 2969 Offiziere und 72222 Mann verwundet, 377 Offiziere und 12 114 Mann vermißt. Der Minister fügte hinzu, daß in der Zeit vom 25. April bis 11. Dez. 96682 Soldaten in die Hospitäler verbracht worden sind; es bestehe jedoch Grund zur Annahme, daß sich die Anzahl der Kranken verminder:. Der neue Kriegsrat unserer Gegner. (TU) Wien, 24. Dez. Die Wiener Allgemeine Zeitung erfährt, daß unter dem Eindruck der Niederlage an den Dardanellen sofort ein Kriegsrat der Verbündeten abgehalten worden sei, wobei es zu einem Zusammenstoß zwischen den Vertretern Englands und Italiens kam. Von englischer Seite wurde erklärt, daß das Dardanellen-Unternehmen freiwillig eingestellt wurde. Der italienische Vertreter stellte sich jedoch auf den gegenteiligen Standpunkt und verlangte die Fortsetzung des Unternehmens, da ein Freiwerden der türkischen Armeeine große Gefahr für Lybien bedeute. Gleichzeitig teilte er mit, daß Lybien für die Italiener so gut wie verloren sei, da es von den Aufständischen bis zu einem schmalen Küstenstreifen vollständig erobert wurde. Unter diesen Umständen müßte Italien darauf bestehen, daß die türkische Armee gebunden bleibe. (TU) Amsterdam, 23. Dez. Obwohl über die jüngsten Beratungen des gemeinsamen Pariser Kriegsrats das größte Stillschweigen beobachtet wird, erfährt man doch durch parlamentarische Indiskretionen, daß der Kriegsrat im allgemeinen die folgenden Beschlüsse gefaßt haben soll: 1) Die Ententetruppen in Saloniki sind auf 500 000 Mann zu bringen, wie dies der General Sarrail, der dortige Oberbefehlshaber, forderte; 2) Gallipoli wird allmählich geräumt werden; es befinden sich noch etwa 100 000 Mann dort; 3) eine Landung der Verbündeten in Kleinasien; 4) an der Westfront soll bis zum Frühjahr strikteste Defensive beobachtet werden: 5) Italien verpflichtet sich, 50000 Mann zur Verteidigung Aegyptens zur Verfügung zu stellen. Kriegsweihnachten. Remssen! Ein zweites Kriegsweihnachten erlebt das deutsche Volk. Wieder läuten die Weihnachtsglocken nicht„Frieden auf Erden“ ein und„den Menschen ein Wohlgefallen". Wie Widersinn klingen scheinbar inmitten des völkermordenden Grausens der schrecklichsten aller Kriege die Verheißungsworte, womit einst die himmlischen Heerscharen den Hirten auf dem Felde die Botschaft von der Freude verkündet haben, die allem Volke widerfahren ist. Es könnte fast scheinen, als gelte die Weihnachtskunde von der Freude und dem Frieden ohnegleichen nun nicht mehr, sondern nur das Kampfeswort Jesu Christi— und unser Heiland war auch Kämpfer und Held auf Erden wie kein andrer— behalte noch Wahrheit:„Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Das Schwert herrscht heute. Unter dem Zeichen des blutgetränkten Schwertes, unter dem Donner der Geschütze steht die sonst so wunderbar stille, heilige Nacht, die vom Christkinde in der Krippe im Stalle zu Bethlehem erzählt, vom holden Knaben in himmlischer Ruh, aus dessen Munde die Liebe lacht, in dessen Geburt uns die rettende Stunde geschlagen hat. Verloren scheint die rettende Stunde: Weihnacht ist ringsum Wehnacht. Die fröhliche, selige gnadenbringende Zeit, von der das Weihnachtslied singt, ist die Zeit von Blut und Eisen, von Streit und Leid, von Not und Tod, wie nie zuvor, seit der Heiland auf Erden erschienen ist. Und dennoch kündet auch diesmal Weihnacht die rettende Stunde, so unweihnachtlich dazu auch die Welt des wütenden Krieges stimmen mag. Tiefer und inniger als je zuvor wird heute das Bedürfnis nach der rettenden Stunde der Christnacht empfunden, draußen wie daheim; heißer als sonst glüht hüben und drüben die Sehnsucht, die heilige Christfeier zu begehen, sich dem Zauber des Christbaumes hinzugeben und so sich aus der Nacht des Grauens und der Welt des Unfriedens schier ohne Ende zu retten in das Reich des Lichtes und der Liebe. Hienieden werden Schwert und Kreuz wohl immer zusammengehören. Aber, so verheißt ein christliches Wort: durch das Kreuz zum Licht! Die heilige Stunde der Geburt Christi bleibt die rettende shc! Stunde, jetzt und immerdar. Rettung kommt stets durch den Sieg und den Segen der Liebe, die von jenseits, von oben herstammt. Ein Strom dieses sieghaften Segens flutet in dieser Kriegs= und Kriegerweihnacht von der Heimat hinaus zu unsern feldgrauen und blauen Jungen und aus deren Herzen zurück zum heimischen Herd. Kriegsweihnachten trennt zwar, die sonst in Friedenszeit unter dem leuchtenden Tannenbaum in trauter Fröhlichkeit und Friedseligkeit beisammenweilen. Kriegsweihnachten bedeutet zwar der Trennungen schwerste, bangste und bitterste. Aber die die Liebe unlöslich bindet, können nur äußerlich voneinander getrennt bleiben. Trennung läßt das Verbundensein von Herz zu Herzen nur noch stärker empfinden. Seele wandert zur Seele aus der deutschen Heimat hinüber in die Reihe derer, die in Feindesland und auf der Küstenwacht stehen, von den Vogesen bis zur Nordsee, vom Belt bis zum Balkan. Derselbe Weihnachtshimmel umfaßt alle in der gleichen Liebe. In der Liebe, die nie reger als geräde in der Weihnachtszeit wird, wissen sich unsre Helden auf der Walstatt völlig eins mit denen daheim, die mit ihrem Wünschen und Fühlen, ihrem Denken und Beten mit draußen stehen, um das Heil der Ihren flehend. Wie unermeßlich und unerschöpflich groß ist der Dank, der unsern Kriegern für ihre Treue, ihre Tapferkeit und ihren Todesmut von den Volksgenossen zu Hause gezollt wird! Aus dieser Dankesfülle, die die Weihnachtsliebe zu voller Glut und Stärke entfacht, fließt in der Christnacht, die das Gemüt der Liebe so weit öffnet, eine beglückende, beseligende Kraft hinüber in das Bewußtsein unsrer Krieger im Felde und auf den Kriegsschiffen und verstärkt so die zauberhafte Wirkung, die seit Jahrhunderten von der stillen, heiligen Nacht ausgeganzen ist. Im Gefühl der helfenden, heilenden, tröstenden, betenden Teilnahme, die aus dem Herzen der Heimat zu ihnen kommt, wird es in den Herzen unsrer Helden licht und klar, froh und fröhlich, und es ergießt sich über sie die innerlich stille Friedensstimmung der heiligen Nacht, die ausklingt in dem Weihnachtswort: Ehre sei Gott in der Höhe! Gesegnete Weihnachten! Der Tantenfritz. Roman von Aloys Buschmann. 19)(Nachdruck verboten.) Es war an einem wunderschönen Sommerabend, der weich und lockend in lauterem Sonnengolde zum Genusse lud, als der junge Husarenoffizier in seinem behaglichen Heim diese Zeilen las. Ein leichtes Lächeln glitt über seine Züge. Er erhob sich von seinem Divan und trat zum Spiegel, der ihm sein Bild in seiner ganzen Schönheit zeigte. Ja, des Königs Rock stand ihm gut. Er war ein chneidiger Leutnant. Und dennoch reizten ihn die Schnüre und Epauletten nicht, dennoch rief in seinem Inneren eine Stimme, die ihn auf andere Pfade führte, als die, welche sein Fuß jetzt beizaten. Mit einem leuchtenden Aufblick sah er zum Bilde seines Lehrers empor. Er trat zu seiner Bibliotbek und fuhr liebkosend mit seinen Fingern über die Werke, die den Geist seines Lehrers bekundeten. Leise sprachen seine Lippen: „Du dunkler, ernster Mann, wie beneide ich dich um deinen Geist, wie beneide ich dich um deinen Rock, unter dem ein so großes Herz schlägt.“ Ein tiefer Schatten wölbte sich um seine Stirne und sprach von der Herzensstimme, die so laut und groß ihn zu auderem Wirken rief. Während der junge Offizier im inneren Kampfe dastane, waren Tante Minchen und Liuchen völlig aufgeidst vor Verwunderung über den Umschwung, den Mummelchens Benehmen aufwies. Die sonst so Lebbeise, to vit Flatterhafte war plötzlich ernst und still gewrrden. Ganze Tage brachte sie im Krüppelheim zu und schenkie alle ihre Liebe und Fürsorge den armen Kranker. In der Musik deverzugte sie nun die ernsteren Mozive. Ver####e die aiten Kirchenmelodien schienen es ihr ungreat zu haben. Einmal meinte Tante Stachen: „Mir scheint es nun oft, als ob sich unser Haus in eine Kirche verwandelt hätte. Trifft mein Ohr eine Melodie, ist es ein Kirchenhymnus.“ Tante Minchen meinte darauf: „Ich glaube, Schwester Dinoka übt über unser Mummelchen eine geistige Gewalt aus, die uns unser Mädchen noch nehmen wird.“ Sie aber, der diese Worte galten, lebte gleich dem Tantenfritz in einem schweren, seelischen Kampfe. Vor threr Seele stand groß und glänzend das Bild von Tantenfritz. Ihr, seines, weibliches Gefühl sagte ihr instinktiv, daß seine Wege nicht die seien, die ihn zum Glück führten. Daß er seinen Weg finden möchte, dafür wollte sie ihr junges Leben in die Schanze schlagen. Ihren Gott hatte sie sich zum Vertrauten gemacht und zu ihm quoll es empor, wenn ihre junge, reine Seele die Bitte emporsandte: „Und willst du das Opfer meiner Selbst, ich will es dir gern und freudig bringen. Aber führe seine Wege zum Heile. Ich will gern verkannt und ungeachtet meine Kräfte den Aermsten der Armen widmen. wenn nur sein Herz im innern Frieden durch seine Tage wandelt." Der liebe Gott nahm in Liebe ihre Bitte auf und segnete sie und ihn, um den ihre Lippen bat.—— Rittmeister von Knebel war übelster Laune. Bei der Besichtigung hatte der Oberst im Zuge des Leutnant von Storck etwas bemerkt, über das er einen heitigen Tadel ausgoß. Der Rittmeister steckte den Tadel wütend ein, um ihn gleich darauf dem Leutnant wieder auszuschenken. „Wenn Sie des Königs Rock tragen wollen, Herr Leumant, tragen Sie ihn auch so, daß er uns Ehre macht. Alle Augenblicke kann ich Ihretwegen eine Ruge einstecken. Ich sage Ihnen, Sie ändern sch oder es wird mit Ihnen eine Aenderung vergenommen.“ So sprach im Zorn der Rittmeister auf seinen Leutnant ein. Der gnititerte mit einen Herr Rittmeister," während seine Gedanken weit, weit fort waren. Unter den Worten seines Vorgesetzten war ein Gedanke in ihm aufgetaucht, der ihn so ergriff, daß er es kaum merkte, wie sein Vorgesetzter ihm einen Wink gab, daß die Unterredung beendet sei. Ein höherer Vorgesetzter sprach dann kurze Zeit darauf mit dem ihm befreunderen Generalmajor von Roeber und gab dem Bedauern darüber Ausdruck, daß Leutnant von Storck oft so sehr zerstreut im Dienste sei. Der Generalmajor schüttelte mißmutig mit dem Kopfe und seufzte: „Ja, ja, mein Freund, das ist eine dumme und böse Geschichte mit dem Jungen, woran ich eigentlich am meisten schuldig bin. Ich hätte den Bengel ohne Rücksicht auf meine Schwestern zu mir nehmen sollen, um selbst seine Erziehung zu leiten. So ist er bis zu der Stunde, als er des Königs Rock anzog, in weidlichen Händen gewesen, was immer ein Fehler ist, da der weiblichen Erziehung die Strenge abgeht.“ „Du magst recht haben,“ entgegnete der andere, „aber ich meine, in dem Jungen rollt auch das Blut seiner Vorfahren. An Dir selbst hat er doch ein Muster. Ebenso an deinem Vater und Großvater. Da ist es doch fast ein Wunder, wenn dein Nesse nicht direkt zum Offizier prädestiniert wäre." Generalmajor von Roeber lächelte trübe und entgegnete: „Mein Schwager, der Vater von Fritz, war nichts weniger, als ein Soldat. Ihm galt die Gelehrsamkeit alles. Dazu heiratete er nun noch die schwächste und nachgiebigste meiner Schwestern. Da ist das alte Blut derer von Roeber zu stark in meinem Nessen gemischt worden.“ Der Freund entgegnet:: „Nun, dann muß es dei. enisse doch als potnt D###ster der: 4unJuul 5. i! Kräften liegt, um das auszuwetzen, wal, die Erziehung an ihm gesündigt hat.“ „Du siehst die Sache falsch an,“ sagte der Generalmajor.„Wäre mein Neffe ein Springinsfeld, würde man sich beklagen können über Inkorrektheiten im Dienst, die durch leichtsinniges Leben hervorgerufen wären, könnte ich ihm einen Tadel machen. So aber ist es nur sein Hang zur Wissen chaft, der ihn für den Dienst weniger tauglich macht. Seine Gedanken flattern umher und ketten sich an das, was er gelesen hat. Darüber vergißt er zu leicht die ihn umgebende Wirklichkeit.“ „Aber Meusch, dann laß den Armen doch seinen Neigungen leben, zumal ihm ja Mittel und Wege zum Leben in Ueberfülle zu Gebote stehen. Ist ihm das Offiziersleben ein Zwang, wird er niemals glücklich werden. Das ist zu schade für den sonst so prächtig angelegten Jungen.“ „Ich trage mich ja selbst schon mit dem Gedanken." gestand der Generalmajor leise,„aber du ahnst es ja nicht, wie schwer es mir wird, mich an den Gedanken zu gewöhnen Fritz ist der letzte Nachkomme aus dem Blute von Roeber. Auf ihm ruht die letzte Hoffnung des aussterbenden Geschlechtes. Da kannst du dir denken, wie gern ich ihn als Offizier durchs Leben gehen fähe.“ „Ich fühle das mit dir, mein Lieber. Aber, wo es sich um das Glück eines Menschen handelt, soll man ihn nicht in Bahnen zwängen, die ihm nicht zusagen. Weiß der Himmel, ob nicht mal ein Sproß von ihm das alte Soldatenblut zu hohen Ehren bringt.“ „Ein sehr fadenscheiniger Trost,“ entgegnete der Generalmajor.„Aber ich werde die Sache im Auge behalten und mir mal den Jungen zitieren.“ Vertsetzung Der beetries. Der Fall„Argo“. Berlin, 23. Dez. Schwedische Blätter bringen die Nachricht, daß am 21. d. M. der schwedische Dampfer„Argo“, mit Bannware von Kopenbagen nach Raumo unterwegs, unwett UtlängenLeuchtturm innerhalb schwedischer Hoheitsgewässer aufgebracht und nach einem deutschen Hafen geführt worden sei. Von zuständiger deutscher Stelle wird dieser Vorfall zugegeben und als bedauerlicher Mißgriff erklärt. Allerdings trette den Argo eine gute Portion Schuld. In der Nacht vor seiner Aufbringung sei der schwedische Dampfer von zwei deutschen Torpedobooten außerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer aufgefordert worden, zu stoppen, damit er aus Bannware untersucht würde. Er stoppte zunächst, drehte dann aber mit Hartruder und äußerster Kraft auf das 20 Meter quer ab von ihm liegende deutsche Torpedoboot zu, um es zu rammen. Nur durch ein sosortiges Gegenmanöver gelang es diesem, den Rammstoß so abzuschwächen, daß keine ernstlichere Schädigung eintrat. Während dieses Manövers gelang es dem Dampfer, in die nahen schwedischen Gewässer zu entkommen. Der deutsche Kommandant hat darauf in Achtung der schwedischen Hoheitsgewässer von der Verfolgung abgelassen, obgleich der Dampfer mit unbedingter Bannware für Rußland, nämlich Geschoßdrehbänken, voll beladen war. Es sei noch hinzugefügt, daß, wie festgestellt worden ist, der Kapitän, der Steuermann und der Lotse des Dampfers betrunken waren. Ein japanischer Dampfer verseust. (WTB) Malta, 22. Dez. Meldung der Agence Hapas. Der japanische Dampfer„Saca Marn“ ist sam 21. Dezember im östlichen Mittelmeer durch ein feindliches Unterseeboot versenkt worden. Die Hafenbehörde von Alexandria wurde durch Funkspruch benachrichtigt und sandte Hilfe. (WTB) Amsterdam, 23. Dez. Einer Reutermeldung zusolee heißt der versenkte japanische Dampfer„Yaa: Maru“. Er saßt 12 500 Tonnen, wurde 1914 ge! t und gehörte der Nivon Jusen Kaishar. Ein dänischer Dampfer aufgebracht. WTB) Kopenhagen, 23. Dez. Nationaltidende rieldet, der dänische Dampfer Heini sei auf er Reise von einem schwedischen Hafen nach Raumo mit Eisenerz von einem deutschen Torpedoboot ausgebracht worden. Der Heini hielt sich zunächst der Küste so nahe als möglich, wurde aber später von Stürmen gezwungen in See zu gehen. Bei Sandhammer wurde er von einem deutschen Torpedoboot aufgebracht, das den Dampfer für eine gute Prise erklärte und nach Stettin überführte. Die dänische Reederei hat Einspruch erhoben, doch scheint es, daß der Heini in internationales Gebiet gekommen ist. Ein Transportdampfer gefunken. (WXB) Frankfurt a. M., 23. Dez. Die Frankfurster Zeitung meldet aus Amsterdam: Ein großes Transportschiff ist zwei Seemeilen südlich von [Sunderland auf eine Mine gelaufen und gesunken. Ein französischer Dampfer gestrandet. (WTB) Tortosa, 23. Dez.(Havas.) Ein französischer Dampfer, der vor einem Unterseeboot, welches ihn zu torpedieren versuchte, flüchtete, strandete an der Mündung des Ebro. Man hofft, die aus Zucker bestehende Ladung zu retten. Auszeichnung der Generüle v. Linsingen und Stolzmann. (TU) Wien, 24. Dez. Nach dem erfokgreichen Abschluß der Kämpfe am Styr hat Kaiser Franz Joseph dem General v. Linsingen das Großskreuz des Stefanordens und dem Generalstabschef General v. Stolzmann das Kommandeurkreuz des Leopoldordens mit der Kriegsdekoration verliehen. Eine neue italienische Anleihe. (TI) Haag, 24. Dez. Holländische Bankkreise ersahren aus London, daß die italienische Regierung im Monat Januar die Ausgabe einer neuen Kriegszuleihe in Oöhe von 7—800 Millionen Lire beabsichtigt. Die engkische Niederlage auf Britischer Respekt vor den österreichischen Mörsern. (TU) Graz, 23 Dez. Der militärische Mitarbeiter der Grazer Tagcopost schreibt: Der Sieg der Türken bei Anaforta und Ari Burnu hat eine neue Basis für den Feldzug eröffnet. Bei den heftigen Kämpfen baden die österreichisch=ungarischen 30,5 ZentimeterMörser wieder sehr Großes geleistet. Sie haben die starken Befestigungen des Feindes in Trümmer g: legt. Der moralische und militärische Efsekt dieser Skoda=Geschütze war so gewaltig, daß der Feind den Rückzug antrat, bevor die türkischen Sturmkolonnen zum Basonettangrisf gelangten. Zusammenbruch des Dardaucllenunternehmens und der daran geknüpften Hoffnungen. (WTB) Mailand, 23. Dez. Der Avanti erklärt, der Abzug der englischen Truppen von der SuvlaBucht sei eine der sensationellsten Begebenheiten des Weltkrieges. Der Abzug sei zu erwarten gewesen, nachdem deutsche und bulgarische Verstärkungen auf Gallipoli ankommen konnten. Wären die englischen Truppen nicht freiwillig abgerück, so hätte man sie mit Gewalt ins Meer geworfen. Nun sei nur noch Seddil Bahr von den Engländern besetzt. Allein, diefer Besitz sei mehr politischer, als militärischer Natur, da Seddil Bahr keine geeignete militärische Basis bilde. So breche denn ein großes Unternehmen, welches zum größten historischen Ereignis hätte führen iollen, und zur Einnahme Konstantinopels, zusammen. Für die Entente breche jedoch auch noch die Hoffnung auf die Möglichkeit, Rußland durch das Schwarze Meer mit Munition zu versehen, zusammen. Willkürherrschaft der Engländer und Franzulose in Südmazedonien. (TI1) Athen, 24. Dez. Der aus Salonik zurückgekehrte Oberst Pallis hatte wiederholte Besprechungen mit dem König und dem Chef des Generalstabs. Wie versichert wird, ist zwischen Pallis, der sich wieder nach Salonik begibt, und den Stäben der Ententearmee in Calonik eine Uebereinstimmung bisher nicht erzielt worden. Im südlichen Mazedonien beginnt sich eine starke Gährung gegen die Entente bemerkbar zu machen. Die Engländer und Franzosen verfügten die Räumung von bisher 20 größeren Ortschaften aus strategischen Rücksichten zwischen dem Langaza=See und dem Galiksfluß. Die Räumung mußte innerhalb 48 Stunden erfolgen. Die griechische Bevölkerung versuchte dagegen Stellung zu nehmen und erbat den Schutz der Athener Regierung. Die Ententevertreter erklärten jedoch, daß sie bei Weigerung der Bevölkerung, ihre Wohnsitze zu verlassen, Gewaltmittef euwenden würden. Rumänien läßt sich von Rußland nicht erweichen (TU) Bukarest, 23. Dez. Dem Besuche des früheren russischen Botschafters in Wien, Schebeko, wird eine gewisse politische Bedeutung beigelegt. Angeblich hat Schebeko für Serbien Rumäniens Hülfe verlangt und diesbezügliche positive Anträge unterbreitet. Die Regierung soll erklärt haben, unter allen Umständen neutral bleiben zu wollen. Schebeko wurde von dem Ministerpräsidenten Bratiann und darauf vom König in Andienz empfingen. Er reiste heute nach St. Petersburg zurück. König Ferdinand der Zar=Befreier Mazedoniens. (TU) Sofia, 23. Dez. Nach sechstägiger Reise durch die eroberten Provinzen Mazedoniens ist König Ferdinand heute morgen wieder in Sofia eingetroffen. Während der Reise hatte der König eine längere Konserenz mit dem Generalissimus Jekow und dem Generalstabschef im Hauptquartier des bulgarischen Oberkommandos. Von seiner Fahrt durch Mazedonien ist der König außerordentlich befriedigt. Ueberall ist König Ferdinand, der vom Kronprinzen und dem Prinzen Kyrill begleitet war, als ZarBefreier begeistert begrüßt worden. Den stärksten Eindruck auf den König hat die Besichtigung des Schlachtfeldes von Prizren gemacht. Obwohl die Leichen der gefallenen serbischen Soldaten bereits beerdigt sind, bietet das Schlachtfeld noch ein anschauliches Bild des ungeheueren Zusammenbruches der serbischen Armee. Kleine Kriegschronik. Die Angabe über eine Beschießung von Warna durch die Russen— Warna soll nach Reuter nur noch ein Schutthaufen sein— ist nach halbamtlicher Petersburger Meldung nur ein Gefecht zwischen zwei russischen und einem bulgarischen Torpedoboot gewesen, bei dem die Russen sich vor dem Feuer der bulgarischen Strandbatterien zurückgezogen haben.— Der Manchester Guardian bringt über die Flucht der Engländer und Australier von Galltpolt Einzelheiten. Der Abzug habe ununterbrochen zehn Tage gedauert und man habe volle 20.000 Gräber zurückgelassen. Der Zustand der Truppen sei namentlich durch gewaltiges Hochwasser beeinträchtigt worden.—„Corriere delle Sera“ meldet aus Bari: Bulgarische und albanestsche Banden beunruhigen fortwährend die Ueberreste des serbischen Heeres. In Bart wird von Flüchtlingen versichert, daß die Skupschtina einige Monate in Bort oder Brindisi tagen werde.— Der gewesene deutsche Militärattaché in Washington, Hauptmann v. Papen, der sich am 21. auf dem holländischen Dampfer Noordam einschiffte, erklärte, wie Renter meldet, er reise ohne Bitterkeit ab im Vertrauen, daß die Zeit Licht bringen werde. Vom Kampf und Untergang Gerbiens. Die Bilder vom letzten Kampf und vom Rückzug der serbischen Armee, die jetzt allmählich von den zurückkehrenden Kriegskorrespondenten der europäischen Presse überantwortet werden, zeigen uns immer neue erschütternde Einzelheiten der großen Tragödie. Man kann behaupten, daß seit dem napoleonischen Rückzug von 1812 Europa keinen solchen militärischen Zusammenbruch gesehen hat. Einen der besten, weil zusammenhäugendsten Berichte hat der Berichterstatter der Chicago Daily News, der nach Italien zurückgekehrt ist, seinem Blatt geliesert. Von diesem Bericht gibt die Daily Mail einen Auszug, den wir im folgenden in den Hauptzügen wiedergeben. Herr Browne, der Berichterstatter der Chicago Daily News, hat sieben Wochen im Innery Serbiens, Montenegros und Albaniens zugebracht und die serbische Armee überallhin begleitet. Er schreibt: Die Serben sochten verzweifelt um jeden Fuß Bodens ihres Vaterlandes. Diese ruhmreiche Seite von Serbiens Geschichte ist mit dem Blut von zweihunderttausend Mann geschrieben. Montenegro ist heute noch nicht erobert, obgleich die deutsche Invasion des Landes in riesenmäßigem Maße begonnen hat. Die Montenegriner in ihrem schwarzen Fes, noch voll Trauer über die Niederlage von Kossowo, bekämpfen ihre Feinde jetzt ebenso hartnäckig, wie sie einst die Türken bekämpften. Die Serben vertrauen darauf, daß Italien imstande sein werde, Wallona zu verteidigen, denn Italien ist schon lange auf die dortige Gefahr aufmerksam geworden und hat seine Maßregeln getroffen. Der letzte Widerstand der serbischen Armee fand bei Prisren statt, wo mehr als hundert Geschütze, meistens französische, in einem ungeheuren Halbkreis aufgestellt und auf die Bulgaren gerichtet waren. Nach fünf Tagen blutiger Kämpfe vernagelten die Serben, nachdem sie ihre letzte Granate abgefeuert hatten, die Kanonen, und flohen in Unordnung auf dem engen Pfade, den der Drin=Fluß in die albanischen Berge schneidet. Mehr als 80000 Serben haben bei Prisren gekämpft, von ihnen ist ungefähr die Hälfte gefangengenommen worden. In den Mauern der schneebedeckten, unwegsamen und unbewohnten albanischen Berge gibt es noch große Banden von Serben, die einen Guerillakrieg ausfechten, aber diese Art Kriegführung wird kaum wirksam sein gegen die planmäßigen, in Ordnung und mit wunderbarer Raschheit vor sich gehenden Fortschritte der deutsch=bulgarischen Armee. Drei Rückzugsstraßen waren für das geschlagene Heer nach Prisren offen: die Hauptstraße ging über Lumkulus bei der Vereinigung des Schwarzen u. Weißen Drin, ein anderer Weg über Djakova und Ipek nach Montenegro hinein, und der letzte Weg führt von Prisren. südwärts nach Albanien; das ist die alte Römerstraße über Dibra und Elbassan nach Durazzo. Alle diese drei Straßen waren für Wagen völlig unbenutzbar, und jede war kaum mehr als ein Maultierpfad über hohe, abschüssige und schneebedeckte Berge. Der letzte Befehl des serbischen Generalstabs lautete, man solle sich auf allen drei Straßen zurückziehen. Aber die Austrodeutschen und insbesondere die Bulgaren rückten so rasch vor, daß die Serben ihren Rückzug nicht decken konnten, denn, indem die Oesterreicher plötzlich in Montenegro eindrangen, besetzten sie Djakova und schlossen die Ipek=Pässe so rasch, daß kaum 3000 Serben sich auf ihnen zurückziehen konnten. Die Einnahme von Dibra durch die mit Gebirgsgeschützen bewaffneten Bulgaren schloß auch den Dibra=Weg, und so blieb nur der Lumkulus=Paß für den Rückzug des Heeres uns der Flüchtigen, etwa 70000 Mann. Im DrinPaß können auf eine Länge von 20 Meilen nicht drei Mann nebeneinander hergehen, und so zog sich das Heer wie eine ungeheure Schlangelin zwei Reihen geordnet, zurück. Der Lumkulus=Paß ist wie ein Trichter, der Drin=Fluß, der nach der Ebeue von Prisren hinabströmt, stürzt sich da hindurch wie durch eine enge Schlucht. Fünf Tage nach der Niederlage von Prisrend waren glücklich 35000 Serben in den Paß hineingekommen, dann stellte sich die bulgerische Artillerie wohlgeordnet vor dem Eingang des Passes auf. Wer hineinzukommen versuchte, wurde getötet. Fünf Stunden lang richtete die Artillerie ein schreckliches Blutbad unter den widerstandslosen Serben an. Dann legten die übrigen die Waffen nieder, und die Bulgaren brachten etwa 46000 Gefangene nach Prisrend ein. Für die aber, die entkommen waren, begann nun am Lumkulus=Paß ein Leben schlimmer als das M W Weihnacht. Von Antonie Lehmkühler, Koln Weihnacht ist's! Selige Weihnacht. Die Glocken läuten es in alle Welt hinein. In Dorf und Stadt, über Berg und Tal, von Fels zum Meer dringt die frohe Kunde: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt, auf dessen Schultern die Herrschaft ruht: und sein Name wird sein: Wunderbarer, Ratgeber, Gott, starker Held, Vater der Zukunft, Friedensfürst!" Und wie einst die Engel auf Bethlehems Fluren ihr„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind,“ sangen, so tönt auch heute in lichtdurchflutetem Dome, in Kirchen und Kapellen das jubelnde„Gloria in excelis Deo!“ „Ja,„Ehre sei Gott in der Höhe!“ Doch:„Friede den Menschen auf Erden?!" ! Friede?! Da die weite Welt widerhaltt von Kriegsgeton und Kampfgeschrei? Da der Donner der Kanonen, das Prasseln der Geschosse, das Sausen der Kugeln, das Zischen der Feuerflammen sich vereinigen zu einer gewaltigen. welterschütternden Sinfonic? Da Volk gegen Volk steht im blutigen Ringen? Da Haß und Neid und Falschheit, Hinterlist und Habsucht und Rachsucht sich verbrüdern und die Fackel der Zwietracht, der Feindschaft in friedliebende Lande zu schleudern? Da das Blut von Tausenden tapferer Helden gen Himmel um Rache schreit? Friede den Menschen auf Erden?! Friede?! Wer vermag das zu fassen! “ Und dennoch: Weihnacht ist's! Selige Weihnacht! Und der Friedenskönig ist gekommen zu allen, die guten Willens sind. Als ein holdes Kindlein bringt er Grade und Segen, Wonne und Seligkeit, Trost und Heil, Licht und Rettung, Freude und Frieden. Im hohen Dom ist Ehristmette. In##haren strömt das Volk herbei. Bald sind die weiten Hallen mit Andächtigen gefüllt. Das Chor erstrahlt in unzählbaren Lichtern. Ueber dem Hochaltare funkelt ein Stern in wunderbarem Glanze. Hohe geistliche Würdenträger, Alumnen, die der Zeit entgegensehnen, da auch sie„Gesalbte des Herrn“ siyd, erheben ihre Stimme zu einem Wechselgesang. Ann mischt sich feierlicher Glockenklang in den Gesang. Da naht im festlichen Zuge der Bischof. Gold scin mernde Gewänder schmücken ihn und die Priester. Das Pontisitalamt beginnt. Ipas große Meister in frommgläubigem Sinne für die Nachwelt schufen: es wird Loben! Tonwellen durchfluten die hohen Hallen. Bald flehendbittend„Kyrie eleison" bald jubelnd=frohlockend „Gloria in excelsis Deo!“ Machtvolle Männerstimmen, kindlich frische Knabenstimmen vereinigen sich zum Lobe Gottes. Weihevolles Orgelsviel umrankt der Stimme Getön. Das„Credo“, das„Sanctus“ ist verhallt. Nun wird's still im weiten Raume, kirchenstill. Nur eine(locke läßt ihre Stimme erklingen. Ein feierlicher Angenblick naht und zwingt alle auf die Kniee— Christkindlein kommt vom Himmelszelt hernieder auf den Altar! In heiliger Wandlung hat sich das Wunder vollzogen! Wonnescheuer durchrieseln die Andächtigen. In ihre Seele senkt sich füßer milder Gottesfriede!— Das heilige Opfer naht sich seinem Ende. Ein inbrünstig„Agnus Dei— dona nobis pacem“ und das „Ite missa est" beschließt die weihevolle Feier. Doch viele nahen sich dem Tische des Herrn, um sich aufs innigste mit dem zu vereinigen, der da ist der Heiland der Welt. Ihr Herz: ein Krivolein, in dem der Gottmensch ruht, der Friedensfürst! Im traulichen Stübchen steht ein bescheidenes Christbäumchen. Treue Mutterliebe hat es für die Kleinen geschmückt, in deren leuchtenden Kinderangen sich die Lichtlein widerspiegeln. Auch manche Gabe hat Christkind den Braven gebracht. Doch die schönste Gabe für Mutter und Kinder ist: daß der Vater wieder in ihrer Mitte weilt. Wohl war er auf seines Kaisers Ruf freudig in den Kampf gezogen, obschon das Herz zuckte in bitterem Abschiedsweh. Tapfer hat er im Feindesland gestritten! Manche Kugel sanste an ihm vorbei. Aber gleich so vielen seiner heldenmütigen Kameraden trug auch er eines Tages das Heldenmal blutroter Wunden! Wie sehr er gelitten, welch' qualvolle Schmerzeu er ertragen, davon hat er nicht erzählt! Aber das Eiserne Kreuz, das seine Brust schmückt, spricht eine beredte Sprache von Tapferkeit und Heldeumut! Nun ist er daheim, bei seinen Lieben, um ganz zu genesen. Dann wird er wieder hinausstürmen, zu Kampf und— Sieg! Doch jetzt gibt er sich ganz dem wohligen Zauber hin, der ihn umfängt in seliger Weihnachtsstille. Glückstrahlend hängt sein Auge an Weib und Kindern und freudig bewegten Herzeus singen alle: „O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit.“ Den großen Saal im Lazarett haben Schwestern zur Wihnachtsfeier geschmückt. Eine hohe Tanne haucht berauschenden Waldesduft. Lichter und glänzende Sachen zieren ihre Aeste. Auf langen Tischen sind Gaben für die Verwundeten ausgebreitet. Nächstenliebe hat so gern und treubig gegeben, so baß bie Dielen, die fern der Heimat das Fest der Liebe feiern, reichlich bedacht werden. Nun nahen sie im langen Zuge: Freund und— Feind. Doch nein— hier sind nur Menschen untereinander, und alle Feindschaft weicht der hehren Stunde. Horch! Die sanften Klänge eines Harmoniums schweben durch den Raum. Und wie Engelsgesang ertönt nun aus frommer Schwestern Munde: „Gloria in excelsis Deo! Et in terra pax hominibus, bonge voluntatis.“ „Ehre sei Gott in der Höhe! Und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind.“ Sind es Reuetränen, die sich ins Auge eines Ausländers drängen? Gedenkt er der Zeit, da er noch ein Kind Gottes war? Da noch Friede in seiner unruhvollen Seele herrschte? Wird für ihn nicht diese Weihnacht eine„selige" sein? O. er hat ja die Stimme des Weltenheilandes vernommen, der gekommen ist,„um zu suchen, was verloren war; um den Verwundeten Balsam, den Kranken Trost, den Armen die frohe Botschaft vom Reiche Gottes zu bringen!“ Selige, friedevolle Weihnacht! Fern im Feindesland hat blutige Schlacht getobt. Jetzt ist der Lärm der Waffen verhallt. Für kurze Zeit herrscht hüben und drüben Ruhe. Die Soldaten seiern Weihnacht! Sie alle sind beschert morden. „Kein deutscher Krieger ohne Weihnachtsgabe!“ so hieß es ja schon seit Wochen in Dorf und Stadt, bei allen, die mit gebefreudigem Herzen spenden konnten. Da waren große und kleine Kisten und Pakete, gefüllt mit allem, was ein Soldatenherz erfreuen kann. Warme Wollsachen; Aersel und Nüsse und Printenmänner und Spekulatiusfränchen: Tabak und Würste, Schokoladen, und was es sonst noch an Gutem und Schönen gibt— es hatte seinen Weg zu ten wackeren Kriegern gefunden. Mußten sie ja— fern der Heimat, fern ihren Lieben, auch zur Weihnacht auf Wacht stehen, fest und treu! Mauch Tannenbäumchen, mit Lichtern geschmückt, erzählt von heimatlichen Wäldern und Fluren. Hier hat ein Krieger etwas besonders von„Muttern" erhalten. Dort liest einer gerührten Herzens das Weihnachtsbriefchen seines Kindes. Ein dritter hält im Geiste Zwiesprache mit seiner Liebsten, deren Bild er verstohlen an seine Lippen drückt. Rührung beschleicht manchen, da er der Seinen in der Heimat gedenkt, und manche Träne rollt über das bärtige Antlitz. Doch— was ist das? Klingt es nicht heimatlichtraut? „Stille Nacht, heilige Nacht“ hat ein Soldat augestimmt. Und alle fallen ein und singen, auf fremder Erde, das ewig schöne deutsche Weihnachtslied. unter den bulgariichen oranaten. Kapoleon. zug von Moskau muß ähnlich gewesen sein wie die Flucht der Serben. Die ersten Truppenteile bestan. den hauptsächlich aus Lenten mit infizierten Wunden und mit blasenbedeckten Füßen. Halblot rer Erschöpfung kamen sie 13 Tage, nachdem sie Prisrend verlassen hatten, in Skutari an, nachdem sie wie durch eine Hölle gegangen waren. Ich glaube, nur die un erschütterlichen serbischen Soldaten konnten das aushalten. Als sie Prisrend verließen, bekamen sie nur für drei Tage Brot, und als das zu Ende war, lebten sie von dem, was sie am Wege sanden. Wenn ein Pferd vor Erschönfung umsiel, wurde es sofort von den Soldaten abgehäutet, und dieseaßen Klumpen rohen Pferdefleisches, die sie mit den Bajonctten lostrennten. Ich sah viele Soldaten dieses rohe Pferdefleisch mit augenscheinlichem Appetit essen. Einen Soldaten bemerkte ich, wie er sich eine Suppe von Eselsbeinen machte. Auf der ganzen Strecke sah man nur hin und wieder eine zerstreute albanische Hütte mit einem einzigen Raume. Schutz gegen das kalte Wetter gab es nicht. Die Soldaten mußten durch neue Ströme waten, die so tief waren, daß ihnen das Wasser bis an die Achselhöhlen ging. Inzwischen waren die Austro=Deutschen schon von drei Stellen in Montenegro eingedrungen, sie waren in doppelter Ueberzahl gegen die Verteidiger, waren ausgerüstet mit einer großen Zahl leichter Berggeschütze, und hatten augenscheinlich unbegrenzte Vorräte von Munition und Nahrung. In Cettinje sah ich den König Nikolaus von Montenegro. Er sagte mir, die königliche Familie würde wegen der Unruhe des Volkes in Cettinje bleiben, Prinz Mirko sei allerdings im Begriff, nach Italien abzureisen. Die allgemeine Ansicht der Serben ist, daß ihr alter König lieber auf dem Schlachtfeld sterben wird als ins Exil zu gehen.(Inzwischen ist bereits glaubwürdig berichtet, daß König Peter nach Italien flüchten will.) Der Kronprinz von Serbien kam in Skutari an, nachdem er zehn Tage geritten war, mit keinem andern Gepäck als mit seiner Zahnbürste, Seise, Handtuch und Kamm. Alles andere hatte er in den Händen des Feindes gelassen. Er kam mit einem Offizier und einem Gemeinen vom Leibgarde=Regiment, alle audern hatten sich unterwegs verloren. Die Königin von Montenegro sandte ihnen zunächst Diener mit frischer Nahrung, Tüchern und frischen Kleidern nach Skutari, ebenso auch drei Pfund Zucker. Sie entschuldigte sich, daß sie nicht mehr senden könne, sie hätten keinen Zucker mehr im Palaste. Der alte Woiwode Putnik, der serbische Oberstkommandierende, der körperlich ganz erschöpft war, ist von seinen Soldaten einen großen Teil des Weges getragen worden.“ Deutsches Reich. Das Leiden des Kaisers, eine Zellgewebsentzündung, ist durchaus nicht etwe bedenklicher Natur. Sie hindert den Kaiser nicht, Vorträge des Reichskanzlers entgegenzunehmen und er hat auch abends Gäste, darunter Minister, bei sich. Er ist auch nicht bettlägerig, sondern bewegt sich frei im Schlosse. Luremburg. Nammerwehlen. WTB) Luxemburg, 23. Dez. Das Ergebnis der heutigen Kammerwahlen stellt sich wie folgt: Rechtspartei 25 Sitze. Die Partei gewinnt sieben und verliert zwei Sitze. Blockparteien(Liberale, Sozialisten und Unabhängige) 27 Sitze, was einen Verlust von sieben Sitzen und einen Gewinn von zwei Sitzen bedeutet. Die Mehrheit der Blockparteien ist von 12 auf 2 Stimmen gesunken. Kirchliches. Missionswerk vom hl. Rosenkrauze. En den beiden Weihnachtsfeiertagen und an dem darauf folgenden Tage findet im hiesigen Dominikanerkloster, Lindenstraße 47, eine Missionsausstellung statt. Die gestifteten Kirchengeräte und angefertigten Paramente sind für die vor zwei Jahren von den Dominikanern in China gegründete Rosenkranz=Mission bestimmt. Ein Besuch der Ausstellung dürfte sich wohl verlohnen und ist die Besichtigung jedermann gern gestattet. Der Eintritt ist frei. Köln, 22. Dez. Papst Benedikt XV. hat der Witwe Dahmen auf Hofgut Weißhaus(Köln=Sülz), dem Lehrer Michael Merzbach(Köln, St. Jakob) und dem Lehrer Wilh. Eschweiler(Köln, St. Aposteln) das Kreuz pro Ecclesia et Pontifice in Gold verliehen. Der einzige Bruder des verstorbenen Papstes Pins' X., der Posthalter Angelo Garto, in einem kleinen Orte bei Mantua, ist schwer erkrankt. Die in K Sc Und die seligen Worte und Weisen wecken in ihrer Seele füßen Weihnachtsfrieden! Ein sterbender Krieger auf blutiger Wahlstatt. Wie lang ist's her, daß ihm die seindliche Waffe jene tötliche Wunde schlug, an der er nun verbluten muß? Sind's Stunden? Tage? Ach, man hat ihn nicht gefunden! Und nun liegt er hier— mit dem Tode ringend— allein. Fieberfrost schüttelt seine Glieder. Heiß brennen die Lippen. Die Augen glühen. Das Herz pocht in unruhigen Schlägen. Ist nicht heute Weihnacht? Ach, seine Kameraden, die werden in trausichem Beisammensein sich von der deutschen Heimat, von Weib und Kind, von Vater und Mutter erzählen. Er hat keine Eltern mehr! Schon viele Jahre sind's, daß der Tod sie von hinnen nahm. Verwaist— allein, so steht er im Leben, und muß nun, so jung— sterben. Kommt denn keine Hilfe? Soll er den Weg zur Ewigkeit gehen ohne Trost? ohne Beistand? Die Fehler seines Lebens wachen in seinem Herzen auf. Und innige Rene erfüllt seine Scele... Ein Lied geht ihm durch den Sinn, ein Weihnachtslied, voll Trost und Zuversich „O selige Nacht! In himmlicher Prachk Erscheint auf der Weide Ein Bote der Freude Den Hirten, die nächtlich die Herde bewacht. „Wie tröstlich er spricht O. fürchtet euch nicht! Ihr waret verloren, Heut' ist euch geboren Der Heiland, der allen das Leben verspricht.“ Ist's Wirklichkeit— naht sich nicht dort eine De stalt. Für den Sterbenden„ein Bote der Freude?“ Ein Feldgeistlicher ist's, den der Weibnachtsenge hierhergeführt hat. „Wie seliges Leuchten geht es über das(besicht des jungen Kriegers, da er den Nahenden erkennt. Nun kann er sich mit seinem Gott versöhnen. Nun wird ihm die größte, die hehrste Weihnachts gabe zuteil: Christkindlein will selber in sein Her' kommen!——— Still und friedlich liegt nun der Soldat. Er trägt den Himmel in seinem Herzen. Wie Harfenklang und Engelssang umrauscht es ihn. tit seligem Lächeln schließt er die Augen... Wohl ihm! Er hat Frieden gesunden! Ewig seligen Weihnachtsfrieden. — — Rom wohnenden Schwestern und die Nichte Pius X. begaben sich an das Sterbebett ihres Bruders, dem der Bischof Origo von Manina im Auftrage des Papistes Benedikt XV. persönlich den apostoltschen Segen überbrachte. Geldenes Priesterjubiläum des Bischofs von Trier. * Trier, 23. Dez. Heute begeht in aller Stille unser hochwürdigster Herr Bischof Dr. Korum sein goldenes Priesterjubiläum. In dem Pontifikalamte, das er am 27. aus diesem Anlasse feiern wird, wird er von Sr. Eminenz dem Herrn Kardinal und Erzbischof Dr. v. Hart mann mit dem Pallium bekleidet werden und am Abend desselben Tages wird im Katholischen Bürgerverein eine Männerversammlung stattfinden, die dem Bischof die Verehrung und Liebe seiner Diozesanen bekunden soll. Mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit wird die ganze Feier auf den dringenden Wunsch Sr. Bischöflichen Gnaden einen bescheidenen Charakter tragen und sich auf den engsten gottesdienstlichen Rahmen beschränken. dem König des Friedens. Stille Nacht! Vom azurnen Himmel Zur schlummernden ErdeStrahlen und funkeln die ewigen Sterne Ein Meer von Licht; Miriaden sanfter, nächtlicher Connen. Im Herzen der Hirten auf Bethlehems Zturen Geheimnisregend Himmlische, nie geahnte Wonnen. — Still lagert die Herde. Da— plötzlich sich füllet Der Aether mit Licht! In den Lüften schweben Himmlische Lieder; Unsagbarer Glanz sich ergießer Vom Himmel, macht beben Die Hirten in Furcht und Entzücken— Fast will sich die Seele der Erde entrücken.— Und siehe! Anmutig und hehr Ein strahlender Bote der göttlichen Liebe Bringt himmlische Mär: „Christ ist geboren! Im armen Stalle ihr sollet ihn finden, Strahlend im Glanze der Gottheit als Kind. Christ ist geboren!“ — Dann Lichtumflossene, himmttsche Chöre. Musik der Sphären dem Ew'gen zur Ehre— Und ein Leuchten und Klingen, Ein Jubeln und Singen: „Ehre sei Gott in der Höhel". Weihnacht Sich jähret wieder im Bölkerriugen. Da schweiget der Schlachtlärm, Mild glänzen die Sterne: Und ferne, ferne, Vom Waldrand herüber ein Glöcklein erklingt. Da knien vor der Krivvc der heiligen Nacht. Dem Waldaltare, Die deutschen Krieger um Mitternacht. Da tönet ein Chor Frommgläub'ger Gesänge Machtvoll zum König der Welten empor: „Christ ist geboren!" Ehre sei Gott in der Höhe!“ Weihnacht Schenket der Himmel der schweigenden Erde— Liebe löset den Ingrimm, den Haß. Und daß das Christkind Gnaden uns spende, Breitet es segnend die göttlichen Hände: Daß uns und allen, Allen, die guten Willens auf Erden, Briede! Friede! Friede! soll werden! Agnes Breuer. Losessoesseoseseeeeeeseesssssessegesese KA: Dus Eserne Krem abeten! ###d:.. ans auserm Beserkreise:..: Sanitätsunteroff. Georg Dohmen, Res.=Fußart.=Reg. 8 aus Blatzheim. Unteroff. Math. Ruland, Res.=Inf.=Reg. 271, Ersatzres. Reiner Ruland, Landw.=Reg. 65, Gebrüder aus Gymnich. Unteroff. Engelb. Selbst, 1. Garde=Reg. zu Fut, aus Hermülheim. Unteroff. Jos. Gölbel aus Sötenich. Unteroff. Conr. Maus, Res.=Inf.=Reg. 25, unter gleichzeitiger Beförderung zum Vizefeldwebel, aus Erp. Unteroff. Chr. Uerlich, Landw.=Inf.=Reg. 28, Masch.= Gewehrkompagnie, aus Stommeln. Unteroff. Reiner Greß, Inf.=Reg. 29, aus Bottendroich, dessen Bruder Wilh. Greß. Obergefr. Joh. Dümbgen, Fußart.=Reg. 7, aus Erp. Obergefr. Jos. Karth, Res.=Fußart.=Reg. 8, aus Liblar. Gefr. Karl Schüller aus Köln. Gefr. Christ. Schwamborn, Ins.=Reg. 65, aus Sack bei Immekeppel. Gefr. Franz Reichert, Inf.=Reg. 181, aus Köln=Nippes. Gefr. Joh. Meul, Res.=Inf.=Reg. 238, aus Bottenbröich. Gefr. Joh. Renscher, Res.=Inf.=Reg. 130, Hufar Gerh. Renscher, Rhein. Hus.=Reg. 9, Gebrüder aus Kerpen. Oberfunkentelegraphist Katterbach, 1. T. Halbflocte S. M. 52, aus Pingsdorf. Res. Paul Euler, Res.=Inf.=Reg. 240, aus Langel bei Porz. Res. Wilh. Wesseling, Inf.=Reg. 237, aus Badorf. Wehrm. Wilh. Nießen, Landw.=Inf.=Reg. 65, aus Heimersheim. Wehrm. Kour. Sester, Inf.=Reg. 29, aus Gymnich. Telegraphist Jos. Sturm, Armee=Tel.=Abt. 4, aus Köln. Musketier Prosper Lülsdorff aus Köln. Pionier Math. Esch, 8. Pionier=Bat., aus Sindol“ Jos. Könn aus Kall=Heisterbach. Ansore Loser bitten wir, uns Name und Dienstguad ihrer An: gebörigen, die mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet werden Veröffentlichung an dieser Stelle mitzuteilen. Kölner Nachrichten. Win, dem 24. Dezember. (9) Kölner Märkte. Auf dem gestrigen letzten Schweinemarkt vor Weihnachten sah es recht traurig aus. Es waren nur 241 Tiere aufgetrieben, die bei Eröffnung des Marktes bereits alle in festen Händen waren. Das war für unsere Metzger um so unangenehmer, als von der Stadt auch keine gefrorenen Schw. zur Verfügung standen. Einige Metzger konnten ihr Geschäft direkt schließen, da sie keine Ware zu verkaufen hatten. Man hofft, daß die Stadt in letzter Stunde noch mit Schw. aufwartet. Glücklicherweise ist dafür gesorgt, daß viele unserer Mitbürger zu Weihnachten wenigstens einen„Has im Pott“ haben. Nachmittags standen mehrere hundert Hausfrauen in Reih und Glied vor der Hauptmarkthalle, um einen Weihnachtsbraten einzukaufen. Schutzleute zielten die Ordnung aufrecht. Auf der Straße sah man unzählige Frauen mit einem gefrorenen städtischen Hasen heimkehren. Dem Kälbermarkt waren 584 Tiere zugetrieben, die bei anziehenden Preisen abgesetzt wurden. Schlecht beschickt war der Schafmarkt. Eingeführt waren annähernd 700 Viertel „Großvieh, 500 Kälber und über 700 Schafe. Sowohl dieses, wie das Fleisch hiesiger Schlachtungen zog im Preise nicht unerheblich an, weil große Mengen Fleisch von der Stadtverwaltung, dem Proviantamt und Korservenfabriken verlangt wurden. ren durch das schlechte Wetter ungünstig beeinflußt. Die in der Nacht vom Vorgebirge eingetroffenen sünf Waggons Feld= und Gartenerzeugnisse waren schwach beladen. Die Hauptmarkthalle wies beträchtliche Lücken auf, aber auch die Gemüse= und Obsthändler der Vororte waren in geringer Zahl erschienen, da sie ihren Bedarf schon vorher gedeckt hatten. So wickelte sich das Geschäft besonders in Gemüse, für das heute neue Höchstpreise in Betracht kamen, langsam ab. Reger ging es bei den Obst= und Südfrüchte=Geschästen zu, wo noch größere Mengen Brüsseler Trauben, Apfelsinen, Datteln. Feigen und Spalierobst abgesetzt wurden.„Auf ver Galerie hatten sich heute wieder die Händler mit Gänsen, Hühnern, Enken usw. eingefunden, die zu hohen Preisen verkauft wurden. Butter und Eier waren nicht zum Verkauf gestellt. In den Ständen zu ebener Erde dagegen konnte man eine Herabsetzung der Preise für Eier feststellen. Es wurden 20—26 Pfg. für das Stück verlangt. Die Flußfische unterlagen heute auch zum ersten Male den festgesetzten Höchstpr. Beamte der Marktverwaltung hielten strenge darüber Wacht, daß die vorgeschriebenen Preise auch eingehalten wurden. Auch waren Beamte damit tätig, die Fische zu messen, da sie eine bestimmte Länge haben müssen. Lebhaft ging es an den städtischen Verkaufsstellen in der Hauptmarkthalle zu. Die Nachfrage nach Hasen und Kaninchen war heute noch sehr rege, aber es war alles ausverkauft: heute waren selbst keine Heringe mehr zu haben. Dagegen konnte man Kakao, ½ Pfd. zu 1,10 M., Plockwurst, das Pfd. zu 2.30 M., ferner Nudeln billig haben, außer den üblichen städtischen Lebensmitteln. Verschärfung des Branntweinverbotes. Die Verordnung des Herrn Regierungs=Präsidenten vom 3. Sept. 1915, betr. den Ausschank und Verkauf von Trinkbranntwein und Spiritus, ist durch einen Nachtrag dahin erweitert worden, daß für einzelne Ortspolizeibezirke oder Teile derselben mit Rücksicht auf besondere örtliche Verhältnisse eine Verschärfung der bisherigen Bestimmungen vom 20. Dez. 1915 ab angeordnet werden kann. Einschränkung des Feldpostpäckchen=Verkehrs. Mit Rücksicht auf den Neujahrsbriefverkehr können Privatbriefsendungen im Gewicht von über 50 Gramm(Feldpostpäckchen) nach dem Feldheere in der Zeit vom 29. Dezember bis einschließlich 2. Januar nicht angenommen werden. Keine Neujahrsglückwünsche ins Feld. Zur glatten Abwickelung des wichtigen Nachrichtenverkehrs nach dem Felde während der Neujahrszeit ist es unbedingt erforderlich, daß der Austausch von Neujahrsglückwünschen zwischen Heimat und Heer mit der Feldpost unterbleibt. Das Publikum wird daher dringend gebeten, zum bevorstehenden Jahreswechsel von der Versendung solcher Glückwünsche an Angehörige, gute Freunde und Bekannte im Felde Abstand zu nehmen. Beschlagnahme von Bastsasern. Eine Bekanntmachung vom 23. Dez. 1915, die am 27. Dez. 1915 in Kraft tritt, betrifst die Beschlagnahme, Verwendung und Veräußerung von Bastfasern(Jute, Flachs, Ramie, europäischer Hanf und überseeischer Hauf) und von Erzeugnissen aus Bastfasern. Nach dieser Bekanntmachung sind alle Bastfasern in rohem, ganz oder teilweise gebleichtem, kremiertem oder gefärbtem Zustande beschlagnahmt. Auch die fadenartigen Halb= und Fertigerzeugnisse aus Bastfasern, wie Garne, Zwirne, Seilsäden, sind beschlagnahmt. Jedoch ist ihre Veräußerung und Lieferung trotz der Beschlagnahme unbeschränkt erlaubt, sodaß die Beschlagnahme nur eine weitere Verarbeitung dieser Garne, Zwirne oder Seilfäden verhindern soll. Ermäßigung der Benzol=Höchstpreise. Nachdem die Spirituszentrale mit Wirkung vom 22. Okt. 1915 ab den Preis für vergällten Spiritus von 58,0 M. auf 48,0 M. für das Hektoliter herabgesetzt hat, erfahren gemäß Bekanntmachung über die Verwendung von Benzol und Solventnaphta sowie über die Höchstpreise für diese Stofse vom 10. Aug. 1915 auch die Höchstpreise für Benzol=Spiritus eine entsprechende Ermäßigung. Es beträgt jetzt der Höchstpreis(letzter Hand) für Benzol=Spiritus(Mischung 70 B:30 Sp.) M. 16,60, Benzol=Spiritus(Mischung 25 B: 75 Sp.) M. 60,50 für 100 Kilogramm. Der Verkauf kondensierter Milch in ausgelöstem Zustande hat sich in den städtischen Milchverkaufsstellen gut eingeführt. Die abgesetzte Milchmenge, die anfangs 400 Liter täglich betrug, hat sich im Laufe weniger Tage weit mehr als verdoppelt. Von den privaten Milchhändlern ist der Verkauf derartiger aufgelöster kondensierter Milch wieder eingestellt worden. Erkrankung beurlaubter Soldaten. Das stellvertretende Generalkommando macht darauf aufmerksam, daß Militärpersonen, die während der Beurlaubung erkranken, bei ihren Angehörigen nicht behandelt werden dürfen, sondern unverzüglich einem Militärlazarett zugeführt werden müssen. Falls ein auf Urlaub Erkrankter nicht transportfähig sein sollte, so ist das nächste Militärlazarett zu benachrichtigen. Groß=Köln hatte am Montag hohen Besuch: Der „Kölsche Boor in Eisen“ am Gürzenich hatte sich für den Abend bei ihm angesagt, um eine Wohltätigkeitsvorstellung zugunsten der städtischen Weihnachtsbescherung der Waisen gesallener Krieger zu veranstalten. Diese Vorstellung bedeutete nach jeder Richtung hin einen vollen Erfolg. Das reiche Programm dessen, was in Groß=Köln geboten wurde, ließ jeden, auch den verwöhntesten Geschmack voll auf seine Kosten kommen. Als Gäste halsen die Herren Julius vom Scheidt und Tillmann Liszewsky dem Kölschen Boor, seinen Abend in Groß=Köln zu verschönen. Besonders dankbar waren die Zuhörer dafür, daß sie nur ganz neue, noch nicht gehörte Lieder zu hören bekamen und gleich in denkbar vollendetster Weise. Nachdem der laute, immer wiederholte Beifall sich gelegt hatte, ergriff Geheimrat Max v. Guilleaume zu einer kurzen Ansprache das Wort, um den edeln Zweck der Veranstaltung zu erläutern. Als dritter Gast erfreute dann der volkstümliche Kölner Liederdichter und Humorist Willy Ostermann die Gäste mit dem entzückenden Vortrag von ausgewählten Dichtungen. Das klingende Ergebnis des Abend entspricht der Güte des Gebotenen; über 1200 Mk. konnte der Kölsche Voor aus Groß=Köln für die Waisenkinder mitnehmen. Die Verteilung der Gedenkblätter der Kölner Volksspende geschieht vom 27. Dez. ab. Die Aushändigung erfolgt durch die Kassierer und Kassiererinnen der Kölner Volksspende. Eine Verteilung vor Weihnachten war leider nicht durchzuführen, da die Rücksichtnahme auf die Kassierer und Kassiererinnen, denen die beiden letzten Tage vor Weihnachten tunlichst freigehalten werden sollen, dies ausschloß. Die Wohltätigkeitsaufführung der Unterprimaner am städt. Gymnasium in der Kreuzgasse von Freitag. den 12. Dez. in der Bürgergesellschaft ergab den stattlichen Reingewinn von 826 M., der der Kölner Kriegsspende überwiesen wurde. Der ansehnliche Betrag macht den Schülern, die schon im April 415 M. dem Roten Kreuz übergeben konnten, alle Ehre. Betrügerischer Wohltätigkeitskonzert=Kartenverkauf. Es steht fest, daß nach dem 27.=November d. J. Eintrittskarten für ein Konzert angeboten und auch verkauft wurden, welches am 27. Dezember in der Bürgergesellschaft für erblindete Krieger stattfinden sollte. Der Verkauf geschah in betrügerischer Absicht. Alle diejenigen Personen, denen solche Karten angeboten wurden, werden ersucht, ihre Adresse dem 2. Kriminalbezirk, Altenbergerstr. 5 mitzuteilen. Ein Generaldirektor der stadtkölnischen Museen. Für die neugeschaffene Stelle des Generaldirektors der städtischen Museen in Köln wurde, wie das„Kölner Tageblatt“ meldet, der bekannte Kunsthistoriker und Kritiker Pros. Dr. Georg Viermann ernannt. Er ist 1880 in Köln geboren und bekleidet zurzeit in Tarmstadt die Stellung eines Beirates für Eine Wethaachts=Verkanssausstellung Kölner Maler ist vor einigen Tagen im Stollwerckhause(Am Hof 8), zwischen Wallrasplatz und HeinzelmännchenBrunnen eröffnet worden und von 8—1 und von 3—8 Uhr bei freiem Eintritt für jedermann zugänglich. Eine Menge reizender Bilder und Bildchen, meist zu ganz billigen Preisen, ist hier ausgestellt. Die Ausstellung erfreut sich regen Besuchs und wird über Neujahr bestehen bleiben. Herr Generalkonsul Stollwerck hat das Lokal(das bisherige Ladenlokal der Firma Oettgen, die jetzt gegenüber in größeren, prächtigen Räumen ihr Papiergeschäft betreibt) den Kölner Malern frei zur Verfügung gestellt, Frau Kommerzienrat Liebmann lettet mit einem Komitee wohltätiger, kunstsinniger Damen den Verkauf. (Sonntags und Feiertags von 11—2 Uhr.) Weihnachtsruhe in den Wassen=Fabriken. Eine erfreuliche Weihnachts=Ueberraschung wurde den in den Staatswerkstätten mit der Herstellung von Wasfen, Gechützen und Munition beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen zuteil, die zugleich die bisher erzielten Leistungen auf diesem Gebiete erkennen läßt. Während nämlich im vorigen Jahre an den Weihnachts= und Neujabro=Festtagen in diesen Werkstätten zur Deckung des überaus großen Heeresbedarfs gearbeitet werden mußte, ist es, wie wir hören, der Heeresverwaltung in diesem Jahre möglich gewesen, die Staatswerkstätten während der Feiertage still zulegen und die Arbeit ruhen zu lassen. Ein gefährlicher Handtäschchenräuber. In der leuten Zeit ist es mehrsach vorgekommen, daß Damen in der Gegend der Kunibertskirche zur Abendzeit die Handtasche entrissen wurde. In allen Fällen kommt ein junger Mann von 17—18 Jahren als Täter in Frage. Da es bis heute nicht gelungen ist. dieses gefährlichen Menschen habhaft zu werden, ersucht der 2. Kriminalbezirk Altenbergerstraße 5, alle Liefenigen Personen, die zur Ermittelung des Täters Anhaltspunkte geben können, ihre Adresse mitteilen zu wollen. Gelandete Leiche. Am 16. 6. 1915 wurde in KölnRiehl eine weibliche Leiche gelandet. Beschreibune: blau= und weißgestreifte Bluse, blauer Rock, grauleinenes Korsett, weißer Spitzenunterrock, dunkelgrüne lange Strümpfe, niedrige, schwarze Lackschuhe, graue Trikothandschuhe. (—) Tageschronik. Glück beim Unglück hatte gestern auf dem Deutschen Ring ein junger Mann aus der Schillingstr. Derselbe lief dort direkt gegen einen Straßenbahnwagen, kam zu Fall und geriet vor den Räumer. Dank der großen Geistesgegenwart des Wagenführers, der durch sofortiges Bremsen den Wagen gleich zum Stehen brachte, kam der junge Mann mit Hautabschürfungen davon.— Diebstähle. In der Aquinostr. wurde einem Hausburschen eines Geschäfts ein Transportdreirad mit einem daran befestigten Paket mit mehreren Paar Schuhen gestohlen. — Im Gereonshof sowie in der Hermann Beckerstr. entwendeten Diebe je einen Handwagen.— Auf dem Perlengraben wurde gestern ein Handwagen mit Obst gestohlen.— In der Hohestr. wurde an einem Goldwarengeschäft ein Schautasten erbrochen und für mehrere Hundert Mark Goldsachen gestohlen. Von den Einbrechern fehlt jede Spur.— Auf dem Alten Markt erschien ein junger Mann in einem Schuhgeschäft, probierte ein paar neue Schuhe sich an und ließ sich dann noch andere Schuhe vorlegen. Plötzlich verschwand der Bursche mit einem Paar Schuhe. Er wurde jedoch von Passanten eingeholt und der Polizei übergeben.— Alter schützt vor Torheit nicht! Ein etwa 70jähriger Landwirt aus der Gegend von Bonn lernte gestern nachmittag am Rhein zwei Frauenspersonen kennen, womit er einige Wirtschaften besuchte. Nachdem die Holden den Alten betrunken gemacht, stahlen sie ihm das Portemonnate mit etwa 130 Mk. Inhalt und entkamen unerkannt. — Straßenraub. Am Kunibertskloster wurde vorgestern Abend einer Verkäuferin von einem Burschen, der plötzlich von rückwärts auf die Verkäuferin zusprang, das Handtäschchen mit Geld, Schlüsseln usw. mit Gewalt entrissen. Der Straßenräuber entkam leider unerkannt.— Fledderei. In der Nacht zum Mittwoch schlief in einer Türnische auf dem Mauritiuswall ein Händler im betrunkenen Zustande ein. Als der Mann nach einiger Zeit aus seinem Rausch erwachte, hatte man ihm sein Portemonnaie mit 70 Mark, sowie seine Uhr mit Kette gestohlen. Der Fledderer entkam unerkannt. Spielplan der Vereinigten Stadttheater (vom 26. Dez. 1915 bis 2. Jan. 1916.) Opernhaus. Sonntag 7 Uhr Carmen.— Montag 7 Uhr Faust und Margarete.— Dienstag 6 Uhr Hänsel und Gretel.— Mittwoch 7 Uhr Figaros Hochzeit.— Donnerstag 7½ Uhr Der Freischütz.— Freitag 7 Uhr Der Bogelhändler.— Samstag 7 Uhr Lohengrin.— Sonntag 7 Uhr Die Fledermaus. Mit Konzerteinlage. Schauspielhaus. Sonntag 3 Uhr Schneewitt chen und die sieben Zwerge.— 8 Uhr Otbello.— Dienstag 8 Uhr Heimgefunge.— Mittwoch 8 Uhr Johannisfeuer.— Donnerstag 8 Uhr Belinde.— Freitag 7 Uhr Was ihr wollt.— Samstag 3 Uhr Schneewittchen und die sieben Zwerge.— 8 Uhr Die selige Exzellenz.— Sonntag 3 Uhr Schneewittchen und die sieben Zwerge.— 7½ Uhr Die versunkene Glocke. Ausblick auf einen großen, mit zogenen Rasen. Die großartigen Heizungsanlagen sind, wie alle anderen Einrichtungen, durchaus der Neuzeit entsprechend und für Brikettheizung eingerichtet. Sehr hübsch, einfach aber würdig ist die Kavelle hergerichtet. An der Decke befindet sich ein großes„Auge Gottes“, und der Altar wird auf einer Art Bühne hergerichtet. Recht stimmungsvoll und ernst sind im Souterrain die Räume für die Aufbahrung der Leichen gehalten, mit einem nebenan gelegenen Sezierzimmer. Hervorragend schön ist die außerordentlich große Küche gebaut. Der riesige Herd steht in der Mitte derselben. Der Fußboden ist mit roten und weißen Plättchen belegt, die Wände mit weißen Plättchen versehen. Die großartigen Badeeinrichtungen und Klosettanlagen sind besonders hervorzuheben. Die Wirtschaftsräume und ausgedehnte Waschküche sind so von der Anstalt getrennt, daß sie mit derselben vollständig außer Verbindung stehen. Ein Aufzug führt bis zum Speicher, wo Riesendimensionen vorhanden sind, die eventuell noch zu Sälen ausgebaut werden können. Für ansteckende Krankheiten ist eine ganze Abteilung mit Isolierzellen neuzeitlich eingerichtet. * Münster, 23. Dez. Auf das Ergebenheitstelet gramm, das die Hauptversammlung der der Landwirtsckastskammer angeschlossenen Vereine an den Kaiser richtete, ist folgende Antwort eingegangen:„Für die erhebenden Worte, mit denen mich die Landwirtschaftskammer namens der Landi wirte der roten Erde begrüßt hat, danke ich herzlichst Ich habe nie daran gezweifelt, die treuen Westfalen in erster Linie zu finden, wo es sich um zähes Durchhalten und eiserne Pflichtersüllung für das teure Vaterland handelt. Wilhelm R.“ Diehmärkte. Koin 23 Dez. Kleiner Viehmarn.(Ghericht der Notierungskommission. Die Preise für Kälber und Schweine verstehen sich für die 50 Kilo Lebendgewicht, die für Schafe dagegen für die 50 Kilo Schlachtgewicht. Auftrieb: 584 Kölder und 100 Fresser. a) Doppellender seinster 00.00—00,00, d. Feinste Mastkälber: 92,00—9 1,00 c. Mittlere Mastund feinste Sangkälber: 8.10—9.1,00 d. Geringere Mast= und gute Saugkälber: 62.00—77,00, e. Geringere Saugkälber 00.00 bis 00.00. k. Fresser 56—65. Bautzen 00.00 bis 00.10 Dik. 20 Schafe. 241 Schweine. a) Ueber 30 Kilogramm dis 100 Kile gramm Lebendgewicht a) 000—105 Schlachtgew. 000.00 bie 000,00 M. die 50 Kg., d) Ueber 100—120 Kg. Lebendg. b) 115,5 bis 0: M., Schlachtgew. 000,00 bi 100. M. c) Ueber 19 Kg. Leyendgrwich:: e) 126.00 bis 0 ,00 M., Schlachtgew. 000.00 bis 100.00 M. 6) Ueber 61 bis 80 Kg Lebendgewicht d) 40,0—0 0, Schlochtgewich: 00,000—00..0 M. o Unter##g. Lebendgewicht e) Lebendgew. 09,00—00.00. Schlachine.n. 000,00 bis 000.00 M. 1) Seuer f) Lebendgew. 100. 00, Schlachtgemicht 00.00—000 M. z) Geichnittene Eber g) Lebendgew. 00.00 bis 000.00. Schlam Mars. Ronig=Venanf: Enen vorzüglichen Brotaufetrich erhalten Die duren Aufkochen von 2 Pfund Streuzucker und 1 Päekchen Salue-Honig-Aroma mit ½, Liter Waaser. Salue-HonigAroma iet In Orog.- u. Kolonialw.-Handig. für 10 Pfg käuflich. We nicht erhältlich, sendet gegen Voreinsendung von 1 Mark die Coriolan-G. m. b. M. Berlin-Schmargendorf rehn Plekcher Salus-Honig Proma portof: SS für Bahwaßrenicht. uuf Grund der Bundesratsverordnung üder die Regelung 5' Fisch= und Wildpreise vom 28. Oktover 1915 und der da: ergangenen Bekanntmachung des Reichskanzleis über die Festsetzur von Preisen für Ssttzwassersische vom 5 12. 1915 sowie auf Grus des Gesetzes betreffend Höchstpreise vom 4. Lingust 1914 in d. Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1914 in Verbindur mit den Bekanntmachungen vom 91. Januar 1915 und vom Sertember 1915 wird nach Anhörung der Preis=Prüfungsstell für den Stadtkreis Cöln folgendes benimmt. S 1. Bei der Abgabe von Süßwassersischen im Kleinhandet an der Verbraucher dürfen folgende Preise für 1 Pfund nicht überschritte. werden: 90 bei Karpfen 1.300 " Schleien 1.50„ " H e c h t e n,„ 1. 2 5„ " Bleien oder Brachten von 1 kgn. darüber 1.00„ „„„ unter 1 kr 0.75„ " Pötzen u. Rotaugen vom 0.5kan darüber 0.75„ „„„ unter 05 kg 0.65„ Bei toten Fischen ermäßigen sich diese Preise um 20 vor Hundert. 9. Nach§ 6 des Gesetzes betr. Höchnpretfe wird mit Gefängnis di zu 1 Jahre oder mit Geldstrase bis zu 10000 Mk. bestraft: 1. wer die nach§ 1 festgesetzten Höchstvreise überschreitet: 2. wer einen anderen zum Abschluß eines Vertrages aufforder durch den die Höchstpreise überschritten werden oder sich z einem solchen Vertrage erbietet. Neben der Strafe kann angeordnet werden, daß die Verurtei lung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekannt zu machen in auch kann neben Gesängnisstrafe auf Verlust der, dürgerliche Ehrenrechte erkannt werden. 9. Diese Verordnung tritt am Tage der Verkündigung in Kraft. Cöln, den 21. Dezember 1915. Der Oberbsingermeister, Wastrat.— Korservenfabriken verlangt wurden. zeit in Tarmuadt die Stellung eines Bei Die Zufuhren zum ventigen Hauptmarkt wa Kunstpflege im Groiherzoglichen Kabinett. (r) Porz, 22. Dez. Gestern Abend sind dem Landwirten Peter David in Ensen mehrere Fruchtbarmen vollständig niedergebrannt. Man vermutet Brandstiftung. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. (r) Porz, 23. Dez. Ein schwerer Einbruchsdiebstahl wurde vergangene Nacht bei einem hiesigen Uhren= und Goldwarenhändler verübt. Wie mehrere in die Eingangstüre zum Laden gebohrte Löcher bestätigen, haben die Diebe versucht, diese Tür zu öffnen. Da ihnen dieses aber anscheinend mißlang, trennten sie gewaltsam die vor dem Schaufenster angebrachte Eisenplatte, drückten die Fensterscheibe ein und nahmen den größten Teil der im Schaufenster ausgestellten Gegenstände mit. Der Wert der gestohlenen Sachen beläuft sich auf mehrere Tausend Mark. (r) Urbach, 22. Dez. Gestern Abend kam hier eine Frau auf der Straße infolge Glatteis zu Fall. Sie erlitt einen Armbruch und außerdem derart erhebliche innere Verletzungen, daß sie in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. (r) Eil, 22. Dez. Von der hiesigen Polizei wurde ein Mann aufgegriffen, welcher zwischen Eil und Urbach bei Frostwetter mit geöffnetem Regenschirm im Chausseegraben saß und dabei einen Strohhut trug. Auf dem Polizeibüro in Porz stellte sich heraus, daß man es mit einem 26jährigen geisteskranken Manne aus dem Siegkreise zu tun hatte, der ein Sparkassenbuch über einen namhaften Betrag sowie eine größere Summe Bargeld bei sich trug, somit sich anscheinend mit seinem ganzen Vermögen auf Reisen begeben hatte. (f=k) Hermülheim, 23. Dez. Das hiesige neue Krankenhaus ist im Rohbau vollendet, und man ist bereits mit der inneren Ausstattung beschäftigt. Die Anstalt ist wunderbar schön gelegen, von drei Seiten mit parkartigen Gartenanlagen umgeben. Eine große Auffahrt führt ins Krankenhaus. Nach der Südseite hin befindet sich eine ausgedehnte schöne Terrasse— die allenthalben mit Blumenbänken versehen wird— mit einem Blick auf die Theresienhöhe, nach dem weiten Horizont, auf die Kirche, die Burg und an der anderen Seite auf die Stadt Köln. Die zahlreichen Krankenzimmer, in verschiedenen Größen ausgebaut, sind für 1, 2, 3, 4 und mehr Betten eingerichtet. Sämtliche Räume sind luftig gelegen und Städrischer Verkauf von In ihren Kleinverkaufsstellen bringt die Stadt zum Verkauf: Kakao ½ Pfund zu 1,10 Mk. Abgabe erfolgt nur gegen Vorzeigung des Cölner Brotduches und nur an diejenigen Personen, die mit einem Einkommen bis zu 3000 Mark zur Staatseinkommensteuer veranlagt sind. Plockwurst ausgewogen das Pfd. zu 2.50 Ml. Abgabe erfolgt nur gegen Vorzeigung des Cölner Brotbuches und nur an diejenigen Personen, die mit einem Einkommen bis zu 5000 Mark zur Staatseinkommensteuer veranlagt sind. Eier, 1. Qualität, das Stück zu 23 Pfg. gegen Vorzeigung des Cölner Brotbuches. Cöln, den 23. Dezember 1915. Der Oberdürgermeister J. V.: Adenouer. Städtischre Tr Jahannes Schulze i. Greis liefert Stoffe u. Reste bulnig f. Damen- u. Herren-Kleid. Nust. fr. 1 Pak. Reste 20-40.Ap. Nachn. Zurücksahme u. Umt. in 30 Tag. Wiederverk. ges. Gut.Verdienst. erstfl., 48, 58, 75,85 usw. langj. Garant. Gutnäh gedr., 15.Kan. Günst. ### Händl. Lager Friesenstr. 50, a. Gr. Köln, Eing. Uhrengesch. Mittl. Rassepferd richtet. Sämtliche Räume sind lustig gelegen und pmiswert zu quadratisch bezw. rechtwinklich angelegt. Eine gerau= abin Thiedoldsgasse 55, mioe Liegehalle ist nach Güden zu gelegen, mit einem, Am Freitag, den 24. ds. Mts. erhalten nur diejenigen Personen 1= Pfund Butter in den städtischen Fettverkaufsstellen, die in dieser Woche nicht mehr als ½ Pfund Butter entnommen haben. Cöln, den 23. Dezember 1915. Der Oberbürgermeiner: I. V.: Adenauer. Versammlungskalender der kath. Jänalingsnereine. St. Stanislaus=Congregation. Erster Weihnachtstag: Morgens 4 Uhr Christmesse in Minoriten. Kommunion des Eucharistz= schen Apostolates.— Das Nähere über die Weihnachtsfeier wird noch bekannt gegeben. Metallbetten Holzrahmenmatr., Kinderbett. bill. an Private. Kat. frei. Elsenmöbelfabrik, Suhl Mädchen für Küche und etwas Hausarbeit: für kl. Haush. in Köln=Lindenthal gesucht. Putz= u. Waschfrau vorhanden. Off. u. A B38 a. d. Exp Auf dem Alege von Couradsheim nach Dirmerzheim ein schwarzes Portemonnaie mit Inhalt verloren. Abzugeben bei Mörs, Conradsheim Nr. 16. Verantrmachung über die Bereitung von Kuchen. Vom 16. Dezember 1915. Kia R17 Raianate Franr-Kendiuschete. Der Bundesrat hat auf Grund des§s des Gesetzes üder die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4 August 1914(Reichsgesepdl. S. 387) folgende Verordnung erlassen: § 1. In gewerdlichen Betrieben, insbesondere in Bäckereien. Konditoreien. Reks=, Zwieback= und Kuchenfabriken aller Art, in Gast=, Schank= und Speisewirtschaften, Stadtküchen u. Erfrischungsräumen, sowie in Vereinsräumen dürfen zur Bereitung 1. von Ruchenteig keine Eier oder Eierkonserven und auf 500 Gramm Mehl oder mehlartige Stoffe nicht mehr als 100 Gramm Fett und 100 Gramm Zucker, 2. von Tortenmasse auf 50 Gramm Mehl oder mehlartige Stoffe nicht mehr als 150 Gramm Eier oder Eierkonserven, 150 Gramm Fett und 150 Gramm Zucker, 3. von Rohmasse für Makronen auf 500 Gramm Mandeln nicht mehr als 150 Gramm Zucker und von Makronen auf 500 Gramm Rohmasse nicht mehr als 500 Gramm=Zucker, verwendet werden. Die Verwendung von Packpulver als Triebmittel ist gestattet, die Verwendung von Hefe ist verboten. In den im Abs. 1 genannten Betrieben und Räumen dürfen nicht bereitet werden: Backwaren in siedendem Feit, Backwaren unter Verwendung von Mohl., Baumkuchen, Ereme unter Verwendung von Eiweiß, Fett, Milch, oder Sahne jeder Art. Fettstreußel. Teige und Massen, die außerhalb der genannten Betriebe und Räume hergestellt sind, dürfen in diesen Betrieben und Räumen nicht ausgebacken werden. Am airr.„* Im Sinne dieser Verordnung getten alle Balkwalen, zu beten Bereitung mehr als 10 Gewichtsteile Zucker auf 90 Gewichtsteile Mehl oder mehlartige Stoffe verwendet werden, als Kuchen oder Torten. " als Rett im Sinne dieser Verordnung gelten Butter und Butterschmalz, Margarine, Kunstspeisesett sowie tierische und pflanzliche Fette und Oele aller Art. A Wn.„* Die Beamten der Polizei und die von der Polizei deauftragten Sachverständigen sind befugt, in die Geschäftsräume der dieser Verordnung unterliegenden Personen jederzeit einzutreten, daselbst Besichtigungen vorzunehmen, Geschäftsaufzeichnungen einzusehen und nach ihrer Auswahl Proben zur Untersuchung gegen Empfangsbestätigung zu entnehmen. Die Untern=hmer und die von ihnen bestellten Betriebsleiter und Aufsichtsversonen sind verpflichtet, den Beamten der Polizei und den Sachverständigen Auskunft über das Verfahren sei Herstellung der Erzeugnisse, und über die zur Vetardeitung gelangenden Stosfe, insbesondere auch über deren Meuge und Herkunft zu erteilen.* Lsace: g § 4. Die Saawerständigen sind, vordehaltlich dor dienstlichen Berichterstattung und der Anzeige von Gesetzwidrigkeiten, verpflichtet. über die Einrichtungen und Geschäftsverhältnisse, welche durch die Aufsicht zu ihrer Kenntnis kommen, Verschwiegenheit zu beobachten und sich der Mitteilung und Verwertung der Geschäfts= und Betriebsgeheimnisse zu enthalten. Sie sind hierauf zu vereidigen. 5 5. Die Unternehmer haben einen Abdruck dieser Verordnung in ihren Verkaust= und Betriebsräumen auszuhängen. „„„„„* Die Vorschriften dieser Verordnung finden auch aus Verbrauchervereinigungen Anwendung. § 7. Die Landeszentralbehörden erlassen die Bestimmungen zur Ausführung dieser Verordnung. Sie können weitergehende Anordnungen zur Beschränkung der Fett=, Eier= und Zuckerverwendung treffen. Der Reichskanzler kann Ausnahmen von den Vorschriften dieser Verordnung zulassen. 8 Mit Geldstrafe dis zu eintausendfünfhundert Mark oder mit Gefängnis bis zu drei Monaten wird bestraft: 1. wer den Vorschriften des§ 1 oder des§ 3 Abs. 2 zuwiderhandelt: 2. wer der Vorschrift des§ 4 zuwider Verschwiegenheit nicht beopachtet oder der Mitteilung oder Verwertung von Geschäfts= oder Betriebsgeheimnissen sich nicht enthält: s. wer den im§ 5 vorgeschriebenen Aushang unterläßt; 4. wer den auf Grund des§ 7 Abs. 1 erlassenen Bestimmungen zuwiderhandest. In dem Falle der Nr. 2 tritt die Verfohzung nur auf Antrag des Unternehmers ein. ei"„** Die zuständige Behorde kann Betriede schließen, deren Unternehmer oder Leiter sich in Befolgung der Pflichten unzuverlässig zeigen, die ihnen durch diese Verordnung oder die dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen auferlegt sind. Gegen die Versügung ist Beschwerde zulässig. Ueber die Beschwerde entscheidet die höbere Verwaltungsbehörde endgültig. Die Beschwerde bewirkt keinen Aufschub. s 10. Die Vorschriften dieser Verordnung finden keine Anwendung auf Kels=, Zwieback=, Honig=, Pfeffer= und Lebkuchenfabriken. soweit sie zu Keks=, Zwieback=, Honig=, Pfeffer= oder Lebkuchen Getreide oder Mehl verarbeiten, das ihnen von der Reichsgetreidestelle, von den Peeresverwaltungen oder der Marineverwaltung geliefert ist. Sie gelten serner nicht für Zwieback, der für Rechnung der Heeresverwaltungen, der Narineverwaltung oder der Vereinslazarette der freiwilligen Krankenpflege hergestellt wird. S 11. Die Vorschriften der Verordnung über die Berettung von Backware in der Fassung vom 31. März 1915(Reichsgesetzbl. S. 204) sowie die Vorschrikten in§§ 47 bis 49 der Verordnung über den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl aus dem Erntejahr 1915 vom 28. Juni 1915 Gieichsgesetzbl. S. 363) bieiden underührt. S 12 Diese Verordnung tritt mit dem 18. Dezemder 1915 in Kraft. Der Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens. Berlin, den 16. Dezember 1915. Der Stellvertreter des Reichskanzlers Delbrück. Vorstehende Verordnung dringe ich hiermit zur allgemeinen Kenntnis. Cöln, den 20. Dezember 1915. Der Oberbürgermeister. J. V.: Adenauer. Mütterberatung täglich von 19-12 Uhr, Stadthaus, Zimmer 113. Eheliche und uneheliche Mütter erhalten unentgeltlich Rat u. Auskunft üiber Unterkunft vor und nach der Entbindung. Wöchnerinnen-Unterstützung,: Kriegsunterstützung, Säuglingsfürsorge, Krippen, Horte, sowie über alle einschlägigen Fragen. F Konmcamm der Burgermeisterei Barth zu Hermülheim Postscheck=Konto Cöln 1714— Mündelsicher— verzinst Spareinlagen in jeder Höhe mit 4% bei 6 monatlicher Kündigung 8%%„* 9 7.10„ D„„ 3½%„ täglicher — Tägliche Verziusung.— Hiermit wird zur Kenntnis der Sparer gebracht, daß die Einlagen bei der Sparkasse auch in Kriegszeiten am sichersten angelegt sind, und der Verlust für den Einleger hier ausgeschlossen ist. Die Spareinlagen sind Privateigentum und daher unangreifbar. Für die Spareinlagen haftet die Burgermeisterei Dürth mit ihrem ganzen Vermögen und der ganzen Steuerkraft. Versicherung gegen unbesugte Abhebung kostenfrei. Der Vorstand der Sparkasse der Bürgermeisterei Hürth zu Hermülheim. ERLOTTDEENTCODILD CTEDEGTE: SCCMEDE E Kölner Männerchorf St. Regis-Komilee Dirigent: Musikdirektor Jos. Werth. besorgt die Beschaffung der zur Sonntag, den 28. Dezember 19i5(2. Moihnachtstag), abends 7 Uhr kunden(kei Utrhemitteltu nnentim grossen Saale der Lesenesellschaft(Langgasse) Wohltätigkeits-Konzert (Stuhlreihen) unter dem Protektorat der Frau Oberbürgermeister Wallraf unter goß. Mitwirkung von Fräulein Constance Lacueille (Lehrerin am hiesigen Konservaterium, Sopran) und Fräulein Maria Schneider von hier(Klavier, Piano) Chöre von: Kaufhaus Meyer& Co. Köln, Severinstrasse 83—85 Am zweiten Weihnachtstage geschlossen. Becker, v. Beethoven, Schubert, Reiter, Silcher, Hummel, Kreutzer etc. Am Flügel: Herr Franz Michalek, Lehrer am Konservatorium. Der Reinertrag wird der von Ihrer Kaiserl. u. Königl. Hoheit der Frau Kronprinzessin des Deutschen Reiches und von Preussen ins Leben gerufenen „Sccllienmie (Unterstützung von Wöchnerinnen der im Felde befindlichen Krieger) überwiesen. Konzertflügel: Grotian-Steinweg, aus der Niederlage des Hoflieferanten A. Sauerwald, Hohenzollernring 20. Karten zu M. 3.—. M. 2.—, M. 1.— sind zu haben in den Musikalienhandlungen von P. J. Tonger, am Hol, Könemann, Rudolfplatz, bei dem Hausmeister der Lese und abends an der Kasse, fession und Nationalität. Ebenso bejorgt es kostentos die Ordnung nicht gesetzlich geschlosiener(sog. wilder Ehen. Anmeldungen schriftlich oder mündlich, sowie persönliche Auskunft täglich in Koln: Sekt. bei Domvikar H. Müssener. Unter Goldschmied 9 von 7—8 abends; Sekt. II hei H. Temmen, Zuckerberg 5.7(Sprechst.8—10, 12—3), Sekt. III d. P.Heitzer, Geverinstr. 35(Sprechstund. 12—2); außerdem für Polen bei: J. Mazurowski. Machabäerstr 71(Sprechst. Mont., Donnerstags u. Samstags 12—2)= in Ehrenfeld bei J. Schäfer, Barthelstraße 86; in Nippes bei: Zander, Baudriplatz 13; in Kalk:bei J. Krupp, Kapellenstr. 7a (Sprechstunden 12 bis 2) in Mülheim am Rhein bei P. Rohs, Franzstr. 8a. Haut-, Geschlechts-, Unterleibsleiden, Nervenschwäche. Spez.-Arzt Dr. Kleyn 8 Mohrenstrasse 8. Spezialarzt für Kionke's Kurbau fürinnere u. Aussere Krankheiten, auch alte Leiden. Blutreinigungskuren, schmerzl. e. Berufestörung. Gicht-, Nerven-, Ischlasleiden usw. Heispraxis F.Klenke 8##“ am weidenlach. Geöffnet ven 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends. Geraphisches Liedeswert. Am Dienstag, den 28. Dezember 1915 findet im großen Saale der Bürgergesellschaft(Eingang Appellhosplatz), nachmittags 4 Uhr, die Haigres Tersummrung in Verdindung mit einer Aufführung durch Kinder statt, zu welcher alle Mitglieder und Gönner eingeladen werden. Um einer Ueberfullung vorzubengen, ist der Zutritt nur gegen vorher geloste Karten à 31) Psg. gestattet. Diese Karten sind in der Maria=Hilf=Anstalt(Rolandstr. 61) und im Marienheim (Gereonswall) zu haben. Weiter werden Karten zu lösen sein bei den Herren: Kaplan Jansen, Mauritius= steinweg 65. Kaplan Roelen, Mittelstraße 10. „ Schagen, Jabachstraße 6. Kaplan Herions, C.=Ehrenfeld, Klarastraße 17. Kaplan Müller, Cöln=Rippes, Christinastraße 70. Teranurmachung. In der am 20. d. Mts. in dieser Zeitung veröffentlichten Backverordnung für den Stadtbezirk Cöln vom 19. Dezember 1915 muß es im 1 Absotz des§ 2 beißen wie folgt:„Schwarzbrot muß aus geschrrtetemn Roggen mit einem Zusat von 10 Gewichtsteilen Kartoffelslocken, Rattoffeiwalzmehl oder Kartoffelstärkemehl auf 90 Gewichtsteile Roggenschrot oder salts gequetschte oder geriedene Kartosseln verwendet werden, mit einem Zusatz von 30 Gewichtsteilen gequetschter oder geriedener Kartoffeln auf 90 Gewichtsteile Roggenschrot hergestellt werden.“ Balance= und Mehrschal. Schälwendepflüge als Schäl= und Saatpflüge zu gebrauchen. Pferderechen, Handrechen und Heuwender Kartoffel=Erntemaschinen Neu Jdeal Kartoffel=Sortier=Maschinen Stahlfeder=Cultivatoren mit Grubberscharen Verbessert. Ackeregge, als Saat= und Tiesegge zu gebrauchen 2= u. Steilige Glatt= und Sambridgewalzen Patent=Jauchepumpen, Jauchefässer, Jauchekarren Karren, Wagen und Näder jeder Art liefert billigst unter Garantie der Erfinder des Balancepfluges Die Lokal=Abteilung Cöln. Missionshaus und deutsches Noviziat. Begabte Knaben, welche sich zum Ordensstande berufen glauben. um sich in den Missionen, in Europa, oder auf ausdrücklichen Wunsch in Deutschland der Erziehung und dem Unterricht der Jugend zu widmen, mögen sich vertrauensvoll wenden an Bruder Manritins Biehl. Noviziat und Juvenat der Schulbrüder, Bettingen=Dippach(Luxemburg). K Die St. Petrus Claver=Sodalität, ein Verein für die afrikanischen Missionen ladet alle Missionsfreunde herzlich ein zum Besuche ihres kleinen Crita=Mafeums Cöln, Maria=Ablaßplatz 10 a. Dr. Rau Geschlechts. Hauf-, Harnkrankbeiten Ehrlich 606, Biutuntersuchung Köln, Stephanstraße 6 (nahe Hohe Pforte) Spr.10—1.5- 8. Sonnt. 9—1. * 400 Wachstuche, Linoleum Ledertuch, Gummieinlag. in allen Maßen. 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