1929 Damdgschutesteler eülm Preter Lostscheck=Konto Köln Nr. 250. S. uf Mosel 3131. Zweigstellen in BerlinRedaktion Berlin S W 68. Zimmerstr. Dönhoff 7440. 7441, 7442. Für Anzeige Geschäftsstelle Berlin. Bernhard Arndt G. m b. H. W 8. Mohrenstr. 26. F. Merk. 8396. Für Zeitungsbezug: Vertriebsstell rlin S W 68. Friedrichstr. 48: F Dönhoff221 Vowinckel, Am feld:8 Markt 4. F. 310a. Ehen Umenstr. 18,.323 5 55 eld. D. Schürmann Graf=Adolf=Str. 12. F 2132 berfeld Barmen: Jak Vowinck 1. Essen: Herm Herwe Wornt I, y Bzurcd Frantiun Ran illerplatz.7, F. Hansa 211 □ 95 ger 5 irt: Königstr. 1 Filale Hamburg: Friedr. Sachse. Wolishagen uk [Tere Velersate Kummer Prd F. Elbe 3cm Hannover: Jak Bowinckel Rathenauple F. 29615.— Beid seitiger Gerichtsstand ist ausschließlich das für den Wohnsits des Her 5 Serdger zuständige Amtsgericht 5 Postanstalter Bezugsprets bei den tl..50 RM. ausschließl Bestellgelt bei den Stadt=Agenturen monatl.-RM. Zeilenpreis: Anzeigen.75 RM. Reklame 6— RM Familienanzeigen.45 RM. e Aufnah# Stellengesuche.40 R zeigen an ten T er vo dier Gielen dumm nich Anchcben erden Anzeigenrabatt wird jährlet nur gewährt bei pänktlicher Zahlnu enfolge Ersatzansprüche bei Störn öherer Gewalt oder Ausständen au schlossen. Anfragen und unver „Einsendungen ist Rückporto beizufügen. Samstag, 16. Februar Morgen=Ausgabe Verkaufspreis 20 Pfennig Das Steuerrecht der Kirchen Das staatliche Genehmigungsrecht * Berlin, 15. Februar.(Telegr.) dem Preußischen Staatsrat sind zwei Gesetzentwurfe zur Anderung des Kirchensteuerrechts der evangelischen Landeskirchen sowie der katholischen Kirchengemeinden und Gemeindeverbände zugegangen, die den Zweck haben, das Steuerrecht der Kirchengemeinden, wie es in den bestehenden Gesetzen und Notverordnungen geregelt ist, von der staatlichen Genehmigung abhängig zu machen. Im Artikel 1 des Gesetzes für die evangelischen Kirchengemeinden heißt es, daß das Gesetz über die Erhebung der Kirchen steuern in sämtlichen preußischen Kirchengemeinden sinngemäße Anwendung findet auf Kirchensteuern, die nach Maßgabe der anliegenden Notverordnungen erhoben werden. In Artikel 2 wird bestimmt, daß Verordnungen der Kirchenregierungen über Anderung der Tarifsätze der Einkommensteuer der Genehmigung des für kirchsiche Angelegenheiten zuständigen Ministers und des Finanzministers bedürfen. Artikel 3 bestimmt, daß das Gesetz gleichzeitig mit den anliegenden Kirchengesetzen und Notverordnungen in Kraft tritt. Aus der Begründung des Gesetzes sei folgendes mitgeteilt: Die evangelischen Kirchengemeinden halten die Verhältnisse noch nicht für so geklärt, um eine umfassende Neugestaltung des Kirchensteuerrechts vorzunehmen, wollen vielmehr damit bis zur endgültigen Reglung des Finanzausgleichs warten. Da aber die Reichsgesetzgebung wiederholt in die Grundlagen der Kirchensteuer eingriff, schien auch ihnen eine teilweise Anderung der Kirchensteuergesetzgebung von 1905 und 1906 nicht mehr vermeidbar. Wie die katholischen sind daher auch die evangelischer Kirchenbehörden bereits 1926 und wieder 1927 mit dem Wunsch nach einer Verbreiterung und Verbesserung der kirchlichen Besteurung hervorgetreten. Nachdem dieser Wunsch im Landtag Entgegenkommen gefunden und dieser die Regierung um baldige Vorlegung eines entsprechenden Gesetzentwurfs ersucht hatte, haben die verfassungsmäßig dazu berufenen Stellen der evangelischen Landeskirchen vorangehend eine Anzahl Notverordnungen beschlossen und die staatsgesetzliche Ergänzung beantragt. Zu Artikel 2 heißt es in der Begründung u..: Das evangelische Kirchensteuerwesen leidet unter denselben Mißständen, die das katholische empfindlich beeinträchtigen und die in der Begründung zu dem gleichzeitig dem Landtag vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Anderung des katholischen Kirchensteuerrechts enthalten sind. Da aus diesem Grunde auch die Mittel zur Abhilfe die gleichen sein müssen, st stimmen die Gesetze inhaltlich fast überein. Weiter ist mit der Bestimmung, die Staatsgesetze von 1905 und 1906 schlechthin auf die in den neuen Kirchensteuergesetzen zugelassenen Besteurungsarten für anwendbat zu erklären, die erforderliche Mitwirkung des Staates gesichert Einer Ergänzung bedarf es nur noch durch Einführung der Staatsgenehmigung zu Anderungen der Tarifsätze weil eine solche kirchliche Verordnung tief in den Umfang der Pflichten der einzelnen Steuerpflichtigen eingreifen kann. Der Entwurf eines Gesetzes zur Anderung des Kirchensteuerrechts der katholischen Kirchengemeinden und Gemeindeverbände sieht u. a. folgende Bestimmungen vor: Die katholischen Kirchen gemeinden können neben der Einkommensteuer außer den Realsteuern auch die Reichsvermögenssteuer als Maßstab für die Umlegung der Kirchensteuer benutzen. Die Tarifsätze des Paragraphen 55 des Einkommensteuergesetzes vom 10. August 1925 können für die Benutzung als Maßstab auf Antrag der bischöflichen Behörde durch den zuständigen Minister und den Finanzminister geändert werden. Die Kirchengemeinden können neben Zuschlägen zu staatlichen Steuern ein gleiches oder gestaffeltes Kirchengeld als Kirchensteuer erheben. Aufrechnung der Steuerschulden der Geistlichen und Kirchenbeamten mit Gehaltsforderungen sind zulässig. In der Begründung wird u. a. ausgeführt, daß der Mißstand zu beseitigen war, daß die Einkommensteuer als Grundlage der Kirchensteuer durch die Reichseinkommensteuer erheblich geschmälert worden ist Durch den Wegfall der staatlich veranlagten fingierten Normalsteuersätze, zurch die mehrfache Steigerung der einkommensteuerfreien Grenze und durch die Familienermäßigungen sind zahlreiche Einkommensteuerpflichtige einkommensteuerfrei und daher auch kirchensteuerfrei geworden, und zwar auch sosche, die sehr wohl einen mäßigen Beitrag zu den kirchlichen Lasten entrichten könnten. Dazu kommen die Schwierigkeiten bei der Heranziehung der Lohnsteuerpflichtigen, die dem Lohnabzugsverfahren unterliegen insofern, als die Kirchenbehörden, weil fahrelang die Feststellung der Lohnsteuerbeträge nicht erfolgt ist, nur auf behelfsmäßige Maßstäbe angewiesen waren. Weiter führt die scharfe Progression des Paragraphen 55 des Einkommensteuergesetzes selbst bei mittlern Einkommen schon zu Kirchensteuersätzen, die bei Berück sichtigung des Charakters der Kirchengemeinden als Glaubensgemeinschaften nicht zu rechtfertigen sind. Die Heranziehung der Realsteuern als Verteilungsmaßstab entspricht dem Charakter der Kirchengemeind als örtlich abgegrenzter Gemeinde und trägt der geschichtlichen Entwicklung Rechnung, durch die der Grundbesitz vornehmlich der Träger kirchlicher Lasten geworden ist. Die Möglichkeit der Heranziehung der Realsteuern war auch insofern geboten, als schon bei Erlaß des Kirchensteuergesetzes das verschiedene Maß der Leistungsfähigkeit der einzelnen Bevölkerungsschichten in ihrer Veranlagung zur Einkommensteuer nicht mehr genügend zum Ausdruck kam. Diese Mißstände zwingen die Gesetzgebung, die Kirchenbehörde durch Vermehrung der Zahl der Steuerarten, die zur Kirchensteuer herangezogen werden dürfen, die Kirchengemeinden in die Lage zu versetzen, die für ihre Verhältnisse passende Belastung zu beschließen. Reform der evangelischen Domstiftungen ∆ Berlin, 15. Febr.(Telegr.) Verschiedene Zeitungen bringer Nachrichten über eine angeblich bevorstehende„Entkirchlichung" oder „Verstaatlichung" der Domstiftungen in Brandenburg, Merseburg Naumburg und Zeitz. Hierzu teilt das preußische Kultusministeriun mit, daß die Domstiftungen bereits seit über einem Jahrhundert in den staatlichen Organismus eingegliedert worden sind. Die Notwendigkeit einer erneuten Reform der Domstiftungen wird von keiner Seite bestritten. Es wird bei Prüfung der einschlägigen Fragen davon ausgegangen, daß bei Zusammensetzung der Stiftungskuratorien der evangelische Charakter der Einrichtung gewahrt bleibt. Severing über Reichsschulgesetz und Schulpflicht Unterhaltung mit Vertretern der deutschen Lehrerschaft 4 Berlin, 16. Febr.(Telegr.) Reichsminister des Innern, Severing empfing heute verschiedene Vertreter der deutscher Lehrerschaft zu einer Besprechung über Schulangelegenheiten. Dabei wurden die Fragen der Grundschule, des Reichsschulgesetzes, der Lehrerbildung, der Schulpflicht und der Zuschüsse des Reichs zu Einrichtungen auf dem Gebiet des Schul= und Erziehungswesens besprochen. Bei der Grundschulfrage handelt es sich in der Hauptsache um den Entwunrf eines Entschädigungsgesetzes für private Vorschulen, der setzt noch im Reichsrat liegt und dessen Schicsa unbestimmt ist. Von den Vertreter des Deutschen Lehrervereins wurde auf die BeHeutung hingewiesen, die dieses Gesetz für die Durchführung des Grundschulgesetzes von 1920 habe. Reichsminister Severing deutet die vor handenen Schwierigkeiten an, die vor allem darin bestehen, daß der Reichsfinanzminister auch weiterhin den Standpunkt vertritt, die Länder hätten die Kosten allein zu tragen. Die Lände wiederum, namentlich diejenigen mit einer noch verhältnismäßig hohen Zahl von privaten Vorschulen fordern nach wie vor die Beteiligung des Reichs an den Kosten. Im Hinblick auf das Reichsschulgesetz wunde von den Vertretern der Länder betont, daß die bisherigen Ent würfe die Schulform leider lediglich nach der konfessionellen und weltanschaulichen Seite hätten festlegen wollen. Severing antwortete darauf, daß die Schwierigkeiten des Reichsschulgesetzes eine Folge der unsichern politischen Lage und des fortwährenden Wechsels in der Reichsregierung und im Reichsministerium des Innern seien. Zu einem Reichsschulgesetz, das gegen seine Überzeugung sei, werde er sich nicht drängen lassen. Die Lehrervertreter bedauerten weiler, daß die Reglung der Schulpflicht durch ein Reichsgesetz noch nicht vorangekommen sei. Es gäbe heute noch ein deutsches Land, das die in der Verfassung festgelegte achtjährige Schulpflicht nicht durchgeführt habe. Endlich wurde die Notwendigkeit der Durchführung der Verfassung im Hinblick auf die Lehrerbildung betont. Wenn nach der Entwicklung der Dinge auch ein allgemeines Lehrerbildungsgesetz für Deutschland kaum zu erreichen sei, so könne doch wenigstens gesetzlich festgelegt werden, daß die allgemeine Bildung auf einer neunstufigen höhern Schule durch Abschluß der Hochschulreife gefördert werde. Reichsminister Severing erklärte, daß er hier auf dem Verwaltungswege vielleicht einiges erreichen könne. Der König von England hat von den Arzten die Erlaubnis erhalten, zu mauchen. Er ist auch bereits imstande, wieder ohne fremde Hülfe zu essen. Die Aussprache in paris über Deutschlands Zahlungsbilanz Die deutsche Verschuldung (Telegramm unsers=Redaktionsmitglieds) Paris, 15. Februar. Die Aussprache in der heutigen Vormittagssitzung der Sachverständigen beschäftigte sich mit einzelnen Punkten der deutschen Zahlungsbilanz. Hierbei drehte sich die Erörterung um die Frage, wieweit der deutschen Auslandverschuldung neugeschaffene deutsche Inlandwerte gegenüberstehen, das heißt, wieviel von den rund 13 Milliarden Mar Auslandverschuldung für Neuinvestitionen verwandt worden ist und wieviel als Verluste anzusehen sind. Hierbei teilte Dr. Schacht die im zweiten Unterausschuß des Wirtschaftsuntersuchungsausschusses(Enquete=Kommission) gemachte Feststellung mit, daß von den rund 7,5 Milliarden seit dem Jahre 1925 von der Landwirtschaft übernommenen Schulden nur rund 1,5 Milliarden als Investitionskredite an zusehen seien, während die übrigen 6 Milliarden Mark wirkliche Verschuldung darstellten. Die Sachverständigen der andern Länder nahmen den durchaus richtigen Standpunkt ein, daß die Auslandverschuldung an sich noch keinen Notstand beweise und daß sie nicht tragisch genommen zu werden brauche, wenn sich herausstellen sollte, daß der weitaus größte Teil dieser Schulden zu Steigerungen der Erzeugungskraft der deutschen Wirtschaft dienen wird. Für die wichtige Frage, wie hoch die deutsche Verschuldung sich beläuft und für welche Zwecke die rund 13 Milliarden Mar betragenden deutschen Auslandschulden verwandt worden sind, stehen einwandfreie statistische Zahlen nicht zur Verfügung. Die deutsche Abordnung nimmt hier einen Standpunkt ein, der zwischen dem der Reichskreditgesellschaft und dem des Statistischen Reichsamts liegt. Nach Ausschaltung aller großen bekannten Posten, in erster Linie des deutschen Außenhandels, der Reparationslieferungen und der Barüberweisungen, zeige die dann übrig bleibende„unsichtbare deutsche Ein= und Ausfuhr“ einen geschätzten Fehlbetrag von 400 bis 600 Millionen Mark im Jahr. Ein Teil der Sachverständigen äußerte die Meinung, der für die Reparationsüberweisungen bestehende Transferschutz sei von den freien Gläubigern Deutschlands als eine Erleichterung für die Darlehnsgewährung angesehen worden. Andre hoben demgegenüber hervor, daß die Aussichten auf Lockerung des Transferschutz die freien Gläubiger Deutschlands veranlaßt habe, in ihre Darlehnsbedingungen eine Risikoprämie einzukalkulieren, daß also dem unsichern Transferschutz ein Teil dei Schuld daran beigemessen werden müsse, daß Deutschland für Leihgeld so hohe Zinsen zahlen müsse. Der Standpunkt der deutschen Vertreter in der Frage der Zahlungsbilanz wurde von Bankier Dr. Melchior erläutert. Er stellte fest, daß mehrere Nebenposten der deutschen Zahlungsbilanz, wie der Reise= und Postverkehr sowie Bankkommissionen passiv seien. Ein besonderes Interesse beanspruchen die heutigen Ausführungen der Pariser Ausgabe der Chicago Daily Tribune. Obwohl feststeht, daß die Sachverständigen noch mit keinem Wort über eine etwaige Kommerzialisierung der deutschen Reparationsschuld gesprochen haben, und obwohl auch materiell über den Transferausschuß noch nichts gesagt worden ist, behauptet das zweifellos von der amerikanischen Abordnung gut unterrichtete Blatt, die Sachverständigen würden sich mit der Festsetzung der Dauer der deutschen Zahlungen und mit der Bemessuung der Annuitäten begnügen, die Frage der Kommerzialisierung dagegen auf einen spätern Zeitpunkt verschieben da gegenwärtig an die Unterbringung größerer Posten deutscher Reparationsschuldverschreibungen nicht zu denken sei. Weiter deutet es an, daß es die sehr deprimierende Feststellung der deutschen Vertreter über die Zahlungsbilanz sei, was die internationale Finanzwelt veranlassen könnte, die Frage der Kommerzialisierung deutscher Reparationsbons zu vertagen. Der Matin von heute morgen kennzeichnet die Verhandlungen treffend dahin, daß sie noch immer in der„beschrei benden Periode“ stecken und daß jeder das zu schildern sich bestrebe, was er zu kaufen oder zu verkaufen wünsche. Matin und Echo de Paris erkennen an, daß Melchiors Darlegungen über die deutsche Zahlungsbilanz sehr ausführlich gewesen seien. Der Tempt beschäftigt sich in einem Leitaufsatz mit den Sachverständigenberatungen und wirft der deutschen Presse vor, sie breche die Vertraulichkeit der Berichte und bereite eine große Offensive vor, indem sie behaupte, trotz Parker Gilberts Feststellungen sei es um Deutschlands Wohlstand schlecht bestellt. Diese Manöver— meint der Temps— hätten keinen Erfolg mehr. Er erinnert daran, daß die Reparationsfrage nicht nur eine wirtschaftlich=technische, sondern auch eine politische sei. Innerhalb der Konferenz ist man der Meinung, daß sich die Presse— besonders auch die französische— bei ihrer Berichterstattung zu wenig Beschränkungen auferlege. Der Presseausschuß der Konferenz hat den Pressevertretern mitteilen lassen, daß er sich bei Fortdauer der Indiskretionen genötigt sehen könnte, seine Informationen einzustellen. Der erste Teil der Beratungen beendet (Telegramm unsers=Redaktionsmitglieds) Paris, 15. Februar. In der Nachmittagssitzung wurde die Aussprache über die deutsche Zahlungsbilanz abgeschlossen. Die Sitzung fand bereits um 5 Uhr ihr Ende. Damit ist der erste Teil der Sachverständigenberatungen, die Aussprache über Deutschlands Wirtschaftslage, im wesentlichen beendet. Einige Sonderpunkte, gleichfalls allgemeiner Natur, werden noch in der nächsten Woche zu verhandeln sein. Für Samstag und Sonntag sind keine Sitzungen angesetzt. Die Sachverständigen werden am Montag in die Einzelberatungen eintreten. Frankreichs Enttäuschung über den Lateranvertrag Zwiespältige Gefühle (Telegramm unsers eignen Berichterstatters) O Paris, 15. Februar. Je länger und je gründlicher in den französischen Zeitungen und Zeitschriften der Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Quirinal behandelt wird, desto klarer tut sich der Zwiespalt der französischen Empfindungen gegenüber diesem Ereignis kund. Die am meisten verbreitete Stimmung ist zweifellos, daß Frankreich mit möglichst gutem Anstand nach außen gute Miene zum bösen Spiel machen muß. Es gibt hier sehr viele überzeugte Anhänger der Laienpolitik, die aus nationalen Gründen schwer darüber enttäuscht sind, daß vermutlich jetzt Frankreich als katholische Großmacht hinter Italien zurückstehen werde. Ob sich nun diese Gefühle mit Erbitterung oder mit etwas größerer Ruhe äußern, ob nun je nach der Parteieinstellung die einen von einem Sieg des Faschismus, die andern von einer Unterjochung des italienischen Staatsgedankens unter das Pfaffentum reden, so heg man doch zum Teil eingestandener=, zum Teil uneingestandenermaßen zier eine gewisse Bewunderung für die bei diesem Werk entfaltete Geschicklichkeit. Ein sonst für Mussolini gar nicht begeisterter französischer Politiker hat sich zu mir über dieses Ereignis, soweit Mussolini in Betracht kommt, dahin geäußert, daß es„eir Schachzug von geradezu Bismarckscher Genialität“(sic!) sei. Auf der andern Seite wird dem Papst hier von Persönlich keiten, die in kirchlichen Dingen vorurteilslos sind, zuerkannt, daß der Vertragsabschluß die folgerichtige Fortsetzung einer seit sieben Jahren von Pius XI. verfolgten geradlinigen Politik sei. In die öffentliche Meinungsäußerung hinaus wagen sich derartige Stimmen allerdings nur vereinzelt. In der Hauptsache sind es Leute der nationa (istischen und katholischen Rechten, die so sprechen. Es sind auch Kreise, die Italien um seinen Faschismus beneiden: Nur mit Hilfe einer wirklich autoritären Regierungsgewalt könne man zu derart staatsmännischen Vertragsabschlüssen gelangen. Das amtliche Frankreich äußert sich nach den ersten dem Papst übersandten Glückwünschen bereits etwas kritischer weil man offenbar am Quai'Orsay eine gewisse Prestigeeinbuße auf der„Diplomatenbörse“ befürchtet, als die hier die Kurie betrachtet wird: ein Grund, warum auch durchaus unkirchliche Kreise seinerzeit die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zum Vatikan dringlich gefordert hatten. Der halbamtliche Temps hat dieser Tage von einer überschneidung der staatlichen und kirchlichen Autoritäten gesprochen, die in Italien zu gewissen Mißhelligkeiten führen müsse. Selbstverständlich äußert sich die französische Link mit einer bedeutend schärfern und offenern Kritik. Herriot spricht in der Ere Nouvelle sehr temperamentvoll über den Vertragsabschluß. Er ist mit ganzer Seele auf der Seite der italienischer Emigranten, die nunmehr auch in Paris eine Kundgebung erlassen haben. Frankreich hat mit dem faschistischen Italien praktisch zu rechnen. Seine natürlichen Sympathien gelten aber in diesem wie in vielen andern Fällen den italienischen Gegnern des Faschismus, ohne daß es von Amts wegen wagen könnte, dies zu äußern. Frankreich von Italien gesehen 5 Rom, 15. Febr.(Telegr.) Gegenüber französischen Behauptungen wird von italienischer Seite aufs bestimmteste in Abrede gestellt, daß Italien mit den Lateran=Verträgen außenpolitische Ziele, wie eine Vormachtstellung unter den katholischen Nationen, das Protektorat über die Katholiken im Nahen und Fernen Orient, usw. verfolge. Der Ausgleich wird lediglich als eine Handlung der nationalen Einigung bezeichnet. Man erklärt sogar, daß man gegen die Wahl eines nichtitalienischen Papstes nichts einzuwenden habe. Besonderes Aufsehen hat es erregt, daß Frankreich sich in dieser Opposition gegen die LateranVerträge einig ist. Neue Einzelheiten aus den Verträgen WTB Rom, 15. Febr.(Telegr.) Messaggero veröffentlicht Einzelheiten über den Inhalt der verschiedenen, am Montag unterzeichneten Verträge. Die Kardinäle würden nach den neuen Abmachungen weiter als Prinzen königlichen Geblüts angesehen werden. Sämtliche Kurienkardinäle würden als vatikanische Bürger betrachtet, mit vollen Freiheiten und allem Schutz, die diesen neuen Bürgern zukommen werden. Die vatikanische Staatsangehörigkeit werde noch geregelt; wahrscheinlich werde man die doppelte Staatsangehörigkeit anerkennen. Die Ernennung der Bischöfe erfolge nach vorherigem Einvernehmen mit der Staatsregierung durch den Papst. Die standesamtliche Ehe sei nicht abgeschafft, bestehe vielmehr weiter für Nichtkatholiken, sowie für ungläubige Katholiken. Die vor dem Standesamt abgeschlossenen Ehen fielen bezüglich d Nichtigkeitserklärungen und Dispense nicht unter das kanonische Recht. Das Regalienrecht des Staats, wonach der Staat in Italien während der Vakanz von Benefizien deren Einkünfte einzog, ist aufgehoben. Eine Reihe von Steuern, mit denen der Klerus bisher belastet war, ist auf gehoben. Die Verwaltung der palatinischen Kirchen, d. h. derjenigen Kirchen, die dem königlichen Hause unterstellt warln, tritt der König an den Papst ab. Die einzige Ausnahme bildet das Pantheon in Rom, wo bekanntlich die Könige und Königinnen Italiens beigesetzt werden. Bezüglich dieser Kirche behält sich der König die Ernennung des Kapitels vor. Das Heilige Haus von Lorett mit der gesamten Verwaltung wird der geistlichen Behörde unterstellt. Ferner werde die Autorität der Bischöfe durch die neuen Verträge durch den Staat derart geschützt werden, daß z. B. der Staat solchen Geistlichen, die von ihren Vorgesetzten ihres Amts enthoben worden sind, das Tragen der geistlichen Kleidung verbiete. Es werde jetzt untersucht, welche überflüssigen Diözesen auszuscheiden seien jedoch nehme man dabei Rücksicht auf große, alte Bistümer. Diese Maßnahme würde sich in der Weise abwickeln, daß beim Tode von Bischöfen kleiner Diözesen kein Nachfolger mehr ernannt würde. Das Blatt weist auch darauf hin, daß nach den neuen Verträgen Anschläge gegen den Papst in Italien bestraft würden wie Anschläge gegen die Sicherheit des Staats. Die finanziellen Leistungen an den Papst 6 Rom, 15. Febr.(Telegr.) Nach dem Giornale'Italia zahl der italienische Staat dem Papst weniger als die Hälfte der Summe, die er nach der im Garantiegesetz übernommenen Ver pflichtung zu zahlen hätte. Mit Zinseszins würden die jährlich bewilligten 3 250 000 Goldlire sich heute, nach sechzig Jahren, auf etwa vier Milliarden Papierlire belaufen. Von ihnen erhält der Papst nur eine Milliarde und 580 Millionen Papierlire. Italien hat somit durch den Lateranvertrag etwa zweieinhalb Milliarden Papierlire gewonnen. Ratifizierung der römischen Verträge erst im Juni 5 Rom, 15. Februar.(Telegr.) Man nimmt allgemein an, daß die Ratifizierung der Verträge erst Mitte Juni beendet sein werde, so daß der Besuch des König: im Vatikan und der Gegenbesuch des Papstes im Quirinal erst nach diesem Datum erfolgen kann. Das Giornale 'Italia meldet aus Genf, daß der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, dem Papst einen Besuch machen werde. Gleichzeitig aber schließt man die Möglichkeit aus, daß der Papst sich am Völkerbund beteiligen könne. Bisher ein gegangene Meldungen über die Spaziergänge des Papstes, über die Verwendung der 1¾ Milliarden und andre sollen frei erfunden sein. Der Haushalt der preußischen Bergverwaltung * Berlin, 15. Febr.(Telegr.) Der Hauptausschus des Preußischen Landtags beendete am Freitag die Vorberatung des Haushalts der Bergverwaltung. Handelsminister Dr. Schreiber nahm Stellung zu Anträgen und Einzelfragen. Es ist Vorsorge getroffen, daß die Staatsgesellschaften nicht indirekt durch Verbandsbeiträge an polisischen Aktionen beteiligt werden können. Die Bergschulen unterstehen staatlicher Aufsicht, zu einer Verstaatlichung sind aber keine Mittel vorhanden. Der Minister begrüßte die Anregung besonderer Kurse in der Unfallverhütung und Unfallversicherung für die technischen Beamten, die Grubenkontrolleure und auch die Betriebsräte. Anschließend gab Ministerialdirigent Hatfeld, der Leiter des Grubensicherheitsamts, eine übersicht über wichtige Neuerungen im Grubensicherheitswesen. In der Abstimmung wurde eine Reihe von Anträgen angenommen; sie fordern u. a. Erleichterungen in der Eisenbahntarifstaltung im Interesse des Steinkohlenbergbaus, besonders auch für Aachen und Oberschlesien, Vermeidung des Bezugs ausländischer Kohle Verbot der Prämienzahlung, Verbot der Kontrolle des Arbeitsvorgangs durch Stoppuhren, Bezahlung der bergbaulichen Gewinnprodukte nach Gewicht, Bereitstellung weiterer Mittel zur ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen, Kontrolle der Überarbeitszeit. Ferner wird verlangt, daß die Vorarbeiten für den Bau des Hansakanals möglichst bald abgeschlossen und Mittel für die erste Baurate bereitgestellt werden. Bei Abschluß des Handelsvertrags mit Polen soll die Einfuhr polnischer Kohle auf das erträgliche Maß beschränkt werden. Im Londoner Auswärtigen Amt wurden die Ratifikations urkunden zu dem am 20. März 1928 in London unterzeichneten deutsch=britischen Abkommen über den Rechtsverkeh ausgetauscht. Das Abkommen wird am 15. März 1929 in Kraft treten. Am die mitteldeutsche Verwaltungsreform 9 Erfurt, 15. Febr.(Telegr.) Der Provinzial sächsische Landtag hat sich gestern und heute wieder mit der Frage der Gebiets= und Verwaltungsreform Mitteldeutschlands befaßt und eine neue Entschließung angenommen, die beachtliche Leitsätze für die Lösung der vielumstrittenen„mitteldeutschen Frage“ enthält. In der Entschließung heißt es unter anderm: Die Überwindung, das heißt die Beseitigung der Landesgrenzen ist und bleibt das Ziel der mitteldeutschen Reform. Die Aufhebung der verschiedenen Landeshoheiten allein kann die Beseitigung der schädlichen Verschiedenheiten der Landesrechte und Landesverwaltungen bringen. Die Selbstverwaltung der Provinz Sachsen lehnt es aber ab, daß die Bildung der neuen Provinzen oder Verwaltungsbezirke auf rein theoretischer Grundlage erfolgen; soll. Geopolitische und volkswirtschaftliche Untersuchungen können nach dem Stand der Wissenschaften die„richtige Formel“ für eine Lösung der mitteldeutschen Frage nicht schaffen, vielmehr ist bei der. Provinzgliederung Mitteldeutschlands wie überhaupt bei der Neuabgrenzung von Verwaltungsbezirken auszugehen von dem Grundsatz der Zweckmäßigkeit für die Verwaltung, wobei die Bedürfnisse der Selbstverwaltung besonders zu berücksichtigen sind. Entscheidend ist hierfür die Größe der Verwaltungsbezirke. Wird die verwaltungsmäßig bewährte Größenordnung, wie wir sie in den preußischen Provinzen haben, überschritten, wie dies zum Beispiel der bekannte Leipziger Plan vorsieht, so wird durch die unumgängliche Einschaltung“ von Mittelinstanzen der Verwaltungsaufbau aufs neue erschwert, die Auswirkung der nur bei der Dezentralisation möglichen Selbstverwaltung geschwächt und der Bildung eines neuen Landes im Reichsverband vorgearbeitet; es wird somit die Entstehung neuer innerpolitischer Schranken gefördert. Außer der zweckmäßigen Größenordnung ist auch die günstige Form neuer Verwaltungsbezirke anzustreben(Exklavenbeseitigung usw.). Das geschichtlich Gewordene darf bei der Reform nicht ohne Not zerstört werden. Das wird am besten dadurch geschehen, daß die lalten Landesgrenzen, nach Exklavenauslöschung und von historischen Zufälligkeiten dynastischer Staatsbildung befreit, als Verwaltungsgrenzen erhalten werden. Keinesfalls aber darf die Beseitigung der Landesgrenzen dazu benutzt werden, durch Neubildung von Verwaltungsgebieten bewußt die Stellung der Landschaften und der Städte in ihnen zu verschieben und dadurch der natürlichen geschichtlichen Entwicklung vorzugreifen. Der Provinziallandtag erblickt insbesondere in dem Leipziger Plan lauch eine kulturelle Gefahr. Die eigenartige Entwicklung Mitteldeutschlands hat in der Provinz Sachsen, in Thüringen und in Anhalt wertvolle Kulturzentren geschaffen, deren Erhaltung in dem sentralistischen Großmitteldeutschland der Leipziger Vorschläge im höchsten Maß gefährdet, in kleinern leistungsfähigen Verwaltungsgebieten aber gewährleistet erscheint. Die Entschließung wurde durch eine längere Rede des Landeshauptmanns Dr. Huebner eingeführt, in der er feststellte, die Erwartung, Reich und Länder würden den Gedanken der Reform weitertreiben, habe sich nur in geringem Maß als berechtigt erwiesen. So habe der Provinzialausschuß seinerzeit geglaubt, einen weitern Schritt in der Reform Mitteldeutschlands tun zu müssen. Der Landkreistag an den Städtetag Der Vorstand des Preußischen Landkreistags wird demnächst in einer längern Denkschrift, die, wie man uns versichert, auf gründlicher wissenschaftlicher Bearbeitung beruhen wird, auf die Denkschrift des Preußischen Städtetags Grundfragen der kommunalen Neugliederung" antworten. Er wird dabei auch einige Widersprüche darlegen, die sich zwischen Außerungen des frühern Ministerial= direktors und jetzigen Geschäftsführenden Präsidenten des Städtetags Dr. Mulert aufgetan haben. Einstweilen antwortet der Landkreistag auf die auch nach unserm Dafürhalten etwas sehr polemisch gehaltene und mehr nach einem Parteikompendium für den Wahlkampf aussehende Denkschrift des Städtetags in einer Entschließung, der wir folgendes entnehmen: Die Landkreise sind bereit urd haben das in ihrer Denkschrift über Regionalreform und Kreisverfassung, wie auch schon früher, zum Ausdruck gebracht, in Fällen, die keinen im Gesamtinteresse bessern Ausweg zulassen, Opfer für die Städte zu bringen. In Konsequenz dieser Auffassung haben sie sich daher— ausgehend von der immer wiederholten Forderung nach Schaffung leistungsfähiger Landkreise — von vornherein positiv zum Gedanken der„Regionalreform“ eingestellt, trotzdem knapp ein Jahr vor Beginn der Vorarbeiten von Regierungsseite erklärt wurde, daß die völlige Unmöglichkeit, die Entwicklung in den nächsten Jahren auch nur einigermaßen klar zu übersehen, eine grundlegende Neuabgrenzung der Verwaltungsbezirke in den westlichen Landesteilen nicht zulasse, so daß hieran auch nicht gedacht sei. Auf alle Fälle müssen die Landkreise aber verlangen, daß bei der„Regionalreform“ auch das Interesse der Bevölkerung in den Landkreisen gebührend berücksichtigt wird. Sie haben es daher dankbar begrüßt, daß die preußische Staatsregierung bei Beginn der„Regionalreform“ den Grundsatz gerechter und paritätischer Behandlung der Landkreise gegenüber den Stadtkreisen mit stärkster Betonung in den Vordergrund gestellt hat Um so schmerzlicher bedauern sie es, daß die„Regionalreform" im Laufe der Zeit mehr und mehr den Weg einer rein großstädtisch orientierten Eingemeindungsaktion allergrößten Stils genommen hat, bei der von paritätischer Behandlung der Landkreise und der kreisangehörigen Gemeinden keine Rede mehr sein kann und bei der in den weitaus meisten Fällen der Zwang an Stelle freiwilliger Zustimmung, die die Städte sich nicht haben erwerben können, als Mittel zu ihrer Verwirklichung dienen soll. Die großen Städte glauben in ihrem Eingemeindungsprogramm, das erneut die Einbeziehung weitester rein ländlicher Gebiete verlangt. behaupten zu können, daß die Landwirtschaft bei ihnen bestens versorgt sei. Demgegenüber wird festgestellt, daß es bisher stets Allgemeingut der Überzeugung der Landkreisbevölkerung, ganz besonders der Landwirtschaft selbst gewesen ist, daß Landwirtschaft und ländliche Kommunalverfassung einander bedingen. Kein Wunder also, daß eine der größten land wirtschaftlichen Organisationen die Antwort auf die Behauptungen der Städte nicht lange schuldig geblieben ist. Diese Behauptungen werden auch bei den übrigen Teilen der Landwirtschaft zweifellos die ihnen gebührende Beurteilung finden. Die Verwirklichung ihrer Vorschläge zur Anderung der Kreisverfassung war und ist für die Stellungnahme der Landkreise zur Regionalreform von entscheidender Bedeutung Dabei ist die Stabilisierung— nicht„Betonierung — der Kreisverhältnisse nach wie vor die wichtigste Forderung. Sollten also die Eingemeindungen in dem geplanten gewaltigen Ausmaß sanktionier werden, so müssen die Landkreise um so nachdrücklicher verlangen, daß gleichzeitig auch ihre Forderungen auf verfassungsrechtlichem Gebier verwirklicht werden. Geflissentlich wird von den Großstädten, die trotz ihres jetzigen Generalangriffs auf der ganzen Linie sich für die Zukunft alle Türen offen halten möchten, schon jetzt ausgestreut, daß die gewaltige Eingemeindungsaktion nur der„Versuch einer Zwischenlösung“, auf alle Fälle aber nur eine„vorläufige" Lösung sein könne. Die Landkreise bitten die verantwortlichen Stellen, hiergegen energisch Front zu machen und der lähmenden ewigen Beunruhigung der nichtgroßstädtischen Selbstverwaltung nur durch Dauerlösungen ein Ende zu machen. Wenn die Großstädte sich jetzt um rein interne Fragen der Kreisverfassung Sorge machen und die Festigung der Landkreise und ihrer Verwaltung mit allen Mitteln bekämpfen, weil sie künftige Eingemeindungen erschweren würde, so treffen sie damit den Kern der Sache. Die Ernennung Dr. Bumkes vollzogen WTB Berlin, 15. Febr.(Telegr.) Der Reichspräsident hat den Präsidenten des Reichsgerichts, Professor D. Dr. h. c. Walter Simons, auf dessen Antrag zum 1. April d. J. in den Ruhestand versetzt und auf Vorschlag des Reichsrats den Ministerialdirektor im Reichsjustizministerium Dr. Erwin Bumke zum Reichsgerichtspräsidenten ernannt. Die Novelle zur Hauszinssteuer 4 Berlin, 15. Febr.(Telegr.) Eine Novelle, die die Geltungsdauer der Hauszinssteuer um ein Jahr verlängert soll— bis zum 31. März 1930— ist, nachdem der Staatsrat in seiner gutachtlichen Außerung keine Einwendungen erhoben hat, dem Landtag zugeleitet worden. Damit liegen dem Landtag drei Steuernovellen vor(Gewerbe=, Hauszinssteuer und Grundvermögenssteuer), die er vor den Osterferten verahschieden muß. Samstag, 16. Fabruar 1929 Der Völkerbundrat und die Verhaftung von Alitz (Telegramm unsers eignen Berichterstattees) A. Genf, 15. Februar, Offenbar aus Anlaß der Beschwerde des Deutschen Volksbundes über die Verhaftung von Ulitz gibt heute abend das Völkerbundsekretarjat einen Nachtrag zur Tagesordnung für die Märztagung heraus. Die Beschwerde des Deutschen Volksbunds ist als fünfter Punkt zu den noch unerledigten, aus dem Oktober um Dezember des vergangenen Jahres stammenden Beschwerden über Verstöße der polnischen Regierung gegen die Schulvorschriften des polnisch=deutschen Abkommens von 1922 gesetzt worden. Der Wortlaut der Beschwerde wird, obwohl es sich doch um eine Angelegenheit von weitreichender politischer Bedeutung handelt, vom Völkerbundsekretariat nicht veröffentlicht. Darin kann man, wenn nicht ohne weiteres eine Parteinahme, so doch eine allzu bürokratische Besolgung des Grundsatzes sehen, daß die Beschwerden der Minderheiten nicht dazu dienen sollen, die Mehrheitsstaaten in Verruf zu bringen. Was die Behandlung der Beschwerde im März angeht, so kann der Völkerbundrat, wenn ihm die Beschwerde, woran nicht zu zweifeln ist, von dem in der Vorinstanz prüfenden Dreierausschuß im Laufe der Tagung vorgelegt wird, den geltenden Bestimmungen gemäß„in der Weise vorgehen und die Anordnung treffen, die in dem gegebenen Fall als angebracht und wirksam erscheint". In dem unbeschränkten Spielraum, über den damit der Völkerbundrat verfügt, gehört selbstverständlich auch, daß er, dem Antrag des Deutschen Volksbundes gemäß, die Haftentlassung von Ulitz anordnen und eine geeignete Persönlichkeit mit der Prüfung des in Kattowitz eingeschlagenen Gerichtsverfahrens beauftragen könnte. Die deutsche Minderheit in Polen hält zusammen bin Warschau, 14. Febr.(Telegr.) Die Verständigungsrede des deutschen Abgeordneten Will wird in der hiesigen Presse günstig besprochen, Irrig ist nur die Annahme eines Gegensatzes zwischen Will als Vertreter des Deutschtums aus Kongreßpolen und den Deutschen aus den abgetretenen Gebieten. Die loyale Erfüllung der Staatsbürgerpflichten verweigert kein einziger Vertreter der deutschen Minderheit. Anderseits forderte einen Minder heitenschutz auf internationaler Grundlage auch der Abgeordnete Will. Der Versuch, zwischen die verschiedenen Deutschtumsgruppen einen Keil zu treiben, wird denn auch mißlingen. Rumänische Initiative in der Sicherheitsfrage (Telegramm unsers eignen Berichterstatiers) A. Geuf, 15. Februar. Die rumänische Regierung hat durch ihren Gense Gesandten dem Generalsekretär des Völkerbundes eine Not überreichen lassen, in der sie ihre Bereitwilligkeit aus. spricht, mit allen Staaten gewisse Sicherheitsverträge abzuschließen. Sie bezieht sich dabei auf zwei Vertragsmuster, die, nachdem sie im vergangenen Jahr vom Sicherheitsäusschuß des Völkerbundes ausgearbeitet und vom dritten Ausschuß der Völkerbundversammlung umgeformt worden waren, vom Plenum der letzten Völkerbundversammlung angenommen und den Mitgliedern des Völkerbundes zur Benutzung empfohlen wurden. Das erste Vertragsmuster will die Möglichkeiten zur Kriegsverhütung, über die der Völkerbundrat verfügt, dadurch erweitern und verstärken, daß die Staaten sich im voraus verpflichten, im Falle eines Krieges, ja sogar nach dem Ausbruch der Feindseligkeiten gewisse Verfügungen des Völkerbundrats anzunehmen. Die Anregung zu einem solchen Vertrag war im vergangenen Februar durch den deutschen Vertreter von Simson dem Sicherheitsausschuß vorgetragen worden. In dem Vertrags muster, das die Völkerbundversammlung angenommen hat, ist aber nur ein Teil der ursprünglichen deutschen Vorschlägeberücksichtigt worden, weil einige Staaten die praktische Ausführung gewisser Einzelheiten, z. B. der Festsetzung des militärischen Statusquo und die Ausführung de Ratsverfügungen zu überwachen, als bedenklich bezeichneten. Ebenso fand sich keine Einstimmigkeit in der Völkerbundversammlung dafür, die übriggebliebenen Gedankengänge— im besondern Einstellung der Feindseligkeiten, Räumung des besetzten fremden Gebiets— in die Form eines Protokolls das, etwa in Genf aufgelegt, der Unterzeichnung aller Staaten offenstünde, zu bringen, sondern man begnügte sich damit, die Unterzeichnung der freien Vereinbarung der Staaten untereinander zu überlassen. Wenn die rumänische Regierung nur auf dieses Vertragsmuster zurückkommt, so bedeutet das ein erfreuliche Initiative, die, wenn sie von andern Staaten aufgenommen wird, ohne Zweifel zu einer ansehnlichen Verstärkung des organisierbaren Teils der europäischen Sicherheit führen könnte. Das zweite Vertragsmuster, auf das die rumänische Note sich bezieht, betrifft die zweiseitigen Sicherheitsverträge mit Bestimmungen über schiedsgerichtlich Reglung gewisser Streitigkeiten, Nichtangriff und Hilfeleistung im Angriffsfall. Von den im vergangenen Jahr in Genf aus. gearbeiteten Mustern hat dieser Typ, der für die Verträge Frankreichs mit Polen und dem Kleinen Verband und für die Verträge dieser Staaten untereinander maßgeblich gewesen ist, offenkundig den geringsten Friedenswert. Dieser Vertragstyp dient entweder, wie in den genannten Beispielen, zur stilistischer Verschönerung von Militärbündnissen, oder aber dazu, Nachbarn, die sich mit den gegebenen Gebiets= und Machtverhältnissen eines Staates nicht ohne weiteres abfinden können unt folche Verträge ablehnen müssen, an den Pranger zu stellen Diesen Zweck, gerichtet gegen Rußland und Ungarn, muß man auch hinter diesem neuen Angebot der rumänischen Regierung vermuten. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat die Note der rumänischen Regierung an alle an den Sicherheitsverhandlungen des Völkerbundes beteiligte Staaten— Mitglieder des Völkerbundes, Türkei und Rußland— weitergeleitet. Die Wiener Waffenfunde (Telegramm unsers eignen Berichterstatiers) # Wien, 15. Februar. Die Haussuchung im Hause des sozialdemokratischen Parteisekretariats und der Arbeiterzeitung hat großes Aufsehen hervorgerufen. Es wurden gefunden: ein vollständiges Maschinengewehr,# Maschinengewehrläufe, 14 Maschinengewehrverschlüsse, 240 FlobertRepetierstutzen, 139 Mannlicher=Gewehre, 30 Mannlicher=Karabiner und eine Anzahl von Walther=Pistolen, 10 Verschläge mit 30,000 Schuß Infanteriemunition, drei Kisten mit 11 000 Patronen, 11 vollständig mit Patronen versehene Gurte für Maschinengewehre, 1000 mit Draht durchzogene Ochsenziemer und 15 vollständige Kassetten mit Feldtelephonausrüstung. Waffen und Munition wurden beschlagnahmt, Der Geschäftsführer des aufgelösten Schützenvereinsverbandes wird sich deswegen vor dem Bezirksgericht wegen übertretung des Waffenpatents, wegen Nichtablieferung von Waffen und wegen Überschreitung des statutenmäßigen Wirkungskreises zu verantworten haben, Trotzkis Aufenthalt in Konstantinopel WTB Konstantinopel, 15. Febr.(Telegr.) Reuter. Wie es heißt, soll Trotzki sehr niedergeschlagen sein, der größten Teil des Tages im Bett verbringen und nur sehr wenig schlafen und essen, über seinen künftigen Aufenthaltsort ist noch nichts bekanntgeworden. Es heißt, daß er es vorziehen würde, in Konstantinopel zu bleiben. Selbstmord eines saarländischen Kommunistenführers Saarbrücken, 13. Fehr.(Telegr.) Der Neunkirchner Kommunistenführer Metzer, der ver einigen Wochen unter Mitnahme beträchtlicher Gelder geflüchtet war, hat jetzt in Hirschberg im Riesengebirge Selbstmord begangen. Die französische Kammer lehrte am Freitag, wie uns unser=Berichterstatter meldet, einen sozialistischen Antrag auf all gemeinen Straferlaß mit 320 gegen 255 Stimmen ab nachdem Justizminister Barthou gegen den Antrag die Vertrauensfrage gestellt hatte. Preußische Klassenlotterie * Berlin, 15. Fedr.(Telegr.) In der Vormittagsziehung sielen 5 Gewinne zu 5000 Mark auf Nr. 87180, 244 513, 322 255; 4 Gewinne zu 3000 Mark auf 113114, 302 463; 18 Gewinne zu 2000 Mark auf 29031, 120 451, 125747, 134 307, 135 385, 159 668 183 224, 300 399, 389 810; 44 Gewinne zu 1000 Mark auf 11244, 43 175, 63 127, 80 712, 93 195, 95 362, 122 167, 130 593, 153 616, 464 177, 167 980, 173 146, 178 779, 201 764, 205 833, 291 946, 282 446, 330 632, 349 571, 355 922, 357079, 871 343. In der Nachmittagsziehung fielen vier Gewinne zu 5000 Mark au Nr. 218 884, 310 748; zwölf Gewinne zu 2000 Mark auf 22 349, 23 781, 84 757, 128 103, 152 019, 191 605; 26 Gewinne zu 1000 Mark an 14 187, 41 269, 65 487, 87541, 24 106, 125 598, 170 801, 259 566, 260684, 265.483, 306 788, 344 520, 392 925. Kölnische Zeitung Nr. 925 Die Beratung des Kölner Haushaltplans Vielfache, aber sachliche Kritik ### Köln, 15. Februar. In der heutigen Sitzung der Kölner Stadtverordneten besprachen die Parteien den von der Verwaltung am Vortag begründeten Haushaltplan. Bis auf die Demokraten und Wirtschaftsparteiler sind alle Fraktionen zu Wort gekommen. Eins war allen gemeinsam: der Dank an die gesamte Verwaltung, vom Oberbürgermeister bis zum letzten Gemeindearbeiter, für die im abgelaufenen Jah geleistete Arbeit. Das hinderte aber nicht, daß einzelne vom Rech der Kritit sehr ausgiebigen Gebrauch machten und der Verwaltung scharf aber sachlich manche Wahrheit sagten. Der Zentrumsstandpunkt Den Reigen eröffnete der Vertreter des Zentrums, Amtsgerichtsrat Dr. Stein. In der Beurteilung der augenblicklichen Wirtschaftslage, insbesondere, was die Aussichten auf eine baldige allgemeine Besserunangeht, bekannte er sich als Gegner des Oberbürgermeisters. Dahe fand er es für geboten, von manchen an sich berechtigte: Forderungen abzusehen, da ohne eine Überlastung des Steuerzahlers die erforderlichen Mittel nicht aufzubringen seien. Ob es bei dem Fehlbetrag von 15 Millionen Mark bleibt, wird nach seiner Ansicht erst am Schluß der Beratungen entschieden. Er bezweifelt daß die Schätzung der Steuereingänge wirklich bis an die Grenz des Möglichen gegangen sei, wie es der Oberdürgermeister dargestellt habe. Die von der Verwaltung durchgeführte Umorganisierung findet er an einigen Stellen, besonders bet der Rechtsauskunftstelle, bedenklich un möchte gerade diese Stelle lieber dem Wohlfahrtsamt angegliedert sehen. Er stimmt der Aufnahme von Anleihen für Straßen= und Schulbauten zu da sie durch die Wirtschaftslage geboten sei, findet aber die angekündigten Tarisänderungen mit eben dieser Wirtschaftslage unvereinbar. Das Zentrum werde ihnen nur dann zustimmen, wenn die Mehraufwendungen nicht wesentlich auf die arbeitenden Kreise abgewälzt würden. Nach seiner Ansicht gebietet es die wirtschaftliche Lage, im Erstellen von Bauten eine Ruhepause ei treten zulassen und auf große Pläne, wenigstens für die nächsten Jahre, zu verzichten. Zu solchen Plänen rechnet er auch die Ein gemeindungen. Als Gegnerin von Mammutstädten sei seine Partei nur insoweit für Eingemeindungen, als sie für die Entwicklung Kölns notwendig und mit den Interessen der Einzugemeindenden vereinbar ist. Mit Recht habe der Oberbürgermeister die Ausführungen des Zentrumsabgeordneten Peukert im Landtag bedauert; ein Teil der Landtagsfraktion sei derselben Auffassung. Zur Gessernversorgung führte er aus: wenn auch wirtschaftliche Vorteile für di Allgemeinheit nicht zu verkennen seien, so dürften diese doch nich den Ausschlag geben. Beim Anschluß en die Fernversorgung zebe Köln seine Selbständigkeit auf. Ohne Kenntnis der angekündigten Denkschrift sei eine abschließende Stellungnahme nicht möglich. Der Abschluß der Presse sei unter Berücksichtigung aller Umstände so günstig, wie ihn wohl niemand erwartet habe. Das dürfe jedoch nicht dazu verleiten, nun wegen des Bestehens der Ausstellungsbauten neue Ausgaben durch Heranziehung immer neuer Ausstellungen zu machen. Keine Luxus ausgaben, solange noch Mitbürger in Not sind! Danr besprach der Redner die einzelnen Haushaltpläne vom Standpunkt seiner Vartet 8265. Der Redner der Kommunisten kam über einen Ausflug in das Gebiet der hohen Politik zu der Meinung, der Kölner Haushaltplan sei auch diesmal wieder diktiert von Schwerkapitalisten, Finanzbaronen und Schlotsunkern. Er verweigerte die Überweisung aus Erträgnissen der Werke an die Hauptkasse, forderte Steigerung der Steuerüberweisungen von Reich und Staat, größere Leistungen in der Wohlfahrtspflege, verurteilte das System der Pflichtarbeit, die Kölner Wohnungsbaupolitik, die Höhe der Mieten in Arbeiterwohnungen, die Messe= und Ausstellungspolitik, den Anslchuß ar die Gasfernversorgung und die Höhe der Gehälter für die höhern Beamten in der Stadtverwaltung. Danach stellte er die Ablehnung des Haushaltplans in Aussicht. Stadtverordneter Justizrat Dr. Kaiser sproch für die Liberale Arbeitsgemeinschaft. Er setzte sich mit dem Haushaltplan und den gestrigen wie auch frühern Ausführungen des Oberbürgermeisters sehr eingehend auseinander, wobei er nicht sekten den Oberbürgermeister von heute zu dem von früher, namentlich bei der vorigjährigen Haushaltberatungen, in erhebliche Widersprüche setzte. Als dringlichste Aufgabe erachtete er den Neuaufhau des Krankenhauswesens, für den allerdings auch der jetzt vorgelegte Plan noch keinen Weg zeige. Er forderte deshalb von der Verwaltung Vorlage eines Gesamtplans für die Neugestaltung in finanzieller und technischer Hinsicht, der noch vor Abschluß der Haushaltberatungen vorgelegt werden soll. Der im Augenblick verfügbare Betrag(etwa 1,5 Million) sei zu gering, um die Arbeiten in Angriff nehmen zu können, Daher müßten an andrer Stelle Einsparungen vorgenommen werden. Eine gleichzeitig zu lösende Aufgabe von großer Bedeutung sei der Straßendurchbruch von Osten nach Westen. Dabei würde sicher auch das Schicksal des Bürgerhospitals entschieden, hoffentlich aber nach der Devise: zuerst, was frommt dem Krankenhaus?, dann erst, was frommt der Universität? Die gelegentlichen Außerungen, die Liberale Arbeitsgemeinschaft, besonders die Deutsche Volkspartei, sei universitätsfeindlich, bezeichnete der Redner als unrichtig, vielleicht sogar böswillig, Das Gegenteil sei der Fall. Nach seiner Auffassung müßte aber das bisherige Gelände genügen. Die Frage Umbau ode Neubau sei bisher nicht genügend geklärt. Wenn der Staat für den Umbau der Bonner Universität.5 bis 4 Millionen Mark in seinen Haushalt eingestellt habe, so sei es vielleicht nicht unbescheiden von Köln, wenn es erwarte, in ähnlicher Weise bedacht zu werden. Die Summe von 10 Millionen erachtet der Redner als für den Neubau nu# zur Hälfte ausreichend. Zu den einzelnen Haushaltplänen übergehend, bekannte er sich hein Haushalt der städtischen Bühnen als etwas enttöuscht, weil sich hier nicht nur kein Ansatz zur Minderung, sondern eige weiter Steigerung der Ausgaben erkennen lasse. An einen Neubau für die Musikhochschule sei in absehbarer Zeit nicht zu denken. Die Werbekosten dürften in ihrer Höhe nicht ohne Zustimmung des Finanzausschusses überschritten werden. Weiter kritisierte der Redver die Erhöhung der Gebühren für Straßenreinigung und die Unterhaltung der öffentlichen Anlagen, die Erhöhung des Zuschusses beim Haushalt des Städtebauamts und die von verschiedenen Verwaltungsstellen geplante Neueinstellung von Personal. Beim Verkehrsamt erscheine die Notwendigkeit der neuen Abteilungen(Wirtschaftsabteilung, Presse= und Werbeabteilung) nicht genügend dargetan. Erfreulich sei dagegen die Entwicklung der Sparkasse für die aber ein größere Freiheit in ihrer Personalpolitik unerläßlich sei. Den Zuschuß zum Haushalt des Flughafens fand Dr. Kaiser zu hoch und befürchtete, vielleicht werde der intemationale Flugverkehr allzu sehr in den Vordergrund geschoben. Dringend notwendig sei die Tarifreform bei den städtischen Bahnen, da mehr als die Hälfte aller Fahrgäste zu einem Preis fahren, der unter dem Selbstkostenpreis der Verwaltung liegt. Bei einer Anderung müßte man die Vergünstigung der etwa geplanten Arbeiterwochen karten aber auch andern minderbemittelten Kreiser zugute kommen lassen. Die städtischen Säle und Wirtschaften ergäben diesmal überhaupt keinen Überschuß mehr. Diese Erscheinung könne unmöglich zur Neueinrichtung solcher Stätten anreizen. Die Liegen chaftsverwaltung arbeite zwangsläufig mit starker Unterbilanz. Daher müsse man dahin streben, die ihr aufgebürdeten Ausgaben für alle möglichen Sonderzwecke den Stellen aufzuerlegen, für die sie gemacht werden. Scharfe Kritit übte Dr. Kaiser am Haushelt des Hochbauamts. Er ist der Meinung, daß das Kölner Hochbauamt nicht von einem Mann geleitei werden kann, der gleichzeitig ein verantwortungsvolles Staatsamt in München bekleide und daneben noch eine große Privatpraxis ausübt. Dabei wurde die Tüchtigkeit des Hochbauleiters rückhaltslos anerkannt. Dr. Kaiser warf die Frage auf, wer für den zwischen der Verwaltung und dem EH.P. Haus geschlossenen Vertrag verantwortlich sei, der die Interessen der Stadt mit denen eines Privatunternehmens in wenig glücklicher Weist verquicke und in dieser Form eine sehr schwerwiegende Verletzung de Haushaltrechts der Stadtverordneten darstelle. Der Redner fand es merkwürdig, daß die Zahl der höhern Schüler abe, die der Lehrer aber zunimmt. Dabei seien die Kosten, auch für die Werkschulen und Museen, im Steigen begriffen, Bei den Volksbüchereien überwögen sogar die persönlichen die sachlichen Ausgaben. Im Wohnungsbau seien vor allem Kleinwohnungen erforderlich, Zur Frage der Eingemeindungen verhielten seine Freunde sich im großen und ganzen ablehnend, da in den neuen Großstadtgebilden die Selbstverwaltung auf die Dauer zugrunde gehe. Köln sei heute schon groß genug.„Füllen wir es mit kommunalem Leben!“ Abrundungen des Stadtgebiets seier selbstverständlich immer möglich, aber nie und nimmer seien eine Freunde etwa für eine Angliederung des Landreises an die Stadt Köln zu haben. Für den jetzigen Nothaushaltplan sei keine Steuerscheu die Veranlassung gewesen. Einen Nothaushaltplan mache man, se lange man in Not sei. Die mächtigen Herren in Paris sollten wissen, daß fast alle deutschen Städte, auch das angeblich so reiche Köln, einen Nothaushalt hätte Wer ein andres Bild durch unerträgliche Steuern künstlich hervorzurufen suche, versündige sich nicht nur an Köln, sondern an ganz Deutschland. Der Vertreter der Sozialdemokraten Stadtverordneter Görlinger versprach Unterstützung des Verlangens auf Erweiterung der Selbstverwaltung, der jedoch nichts mehr im Wege stehe als die Autokratie der Oberbürgermeister. Er erhoffte alsbaldige Klärung zwischen Adenauer und dem preußischen Minister des Innern. Das Bestreben auf Exweiterung des Stadtgebiets werde nur Erfolg haben, wenn die berechtigten Interessen der Vororte dabei nicht verkannt würden. Der Redner kritisierte die unwürdigen Zustände an den Handelshochschulen in Köln. Die Zahl der neuen Wohnungen in Köln ertrage den Vergleich auch mit andern Städten, jedoch sei die Methode der Finanzierung des Wohnungsbaus nicht länger mehr haltbar. Er kündigt einen Antrag auf Bereitstellung ausreichender Summen aus lausenden Mitteln an, mittels deren erreicht werden soll, daß die Mieten in den Arbeiterwohnungen nicht bis ins Unerschwingliche steigen. Die Finanzgebarung der Stadt sei für die Stadtverordneten vielfach unkontrollierbar. Keine deutsche Stadt habe aber in den letzten Jahren so hohe Aufwendungen für Handwerk, Industrie und Gewerbe gemacht Die Folgerungen daraus, eine entsprechende Steuererhöhung, hätten diese Wirtschaftskrise aber abgelehnt. Schon 1927 sei eine Erhöhung der Bewerbesteuer nötig gewesen. Aber die Anderung des Gewerbesteuergesetzes habe den Kleingewerbetreibenden sogar noch Verbesserungen gebracht. Die Stadt Köln sei zu entgegenkommend gegen die Gewerbesteuerpflichtigen, namentlich verglichen mit andern Städten. Der Redner verlangt Maßnahmen zur Steigerung der Eingänge aus der Gewerbeund der Wertzuwachssteuer, Der Vertreter der Mieter kritisierte zuerst lebhaft den nach seiner Ansicht vorhandenen Zwiespalt zwischen der Haushaltpolitik der Kölner Verwaltung im Vorjahr und heute. Er ist für schärfere Heranziehung der besitzenden Kreise, besonders des Hausbesitzes. Der Hausbesitz steht nack Auffassung des Redners heute in vieler Hinsicht erheblich besser da, als vor dem Kriege, Unter lebhaftem Widerspruch behauptet er, daß der hausbesitzer heute sogar an der Hauszinssteuer und den vom Wohlfahrtsamt gewährten Mietbeihilfen erhebliche Gewinne mache. Er fordert die Abschaffung der bisherigen Form der Erhebung de: Hauszinssteuer. Eingemeindet soll nach seiner Meinung nur danr werden, wenn es im Interesse beider Teile liegt oder auf freiem Entschle der Beteiligten beruht. Die Wohnungsnot laste auf den kleinen Le am schwersten. Durch die immer mehr zunehmende Verwendun von Hauszinssteuermitteln zur Zinsverbilligung verliere Hauszinssteuer allmählich den Charakter der Hypothekenbeihilfen, Wei die private Bauwirtschaft in vollem Umfang versagt habe müßten wenigstens die Kleinwohnungen von gemeinwirtschaftlichen Unternehmungen auf öffentlich=rechtlicher Grundlage hergestellt werden. Die Zuschüsse zu privaten Bauten erforderten strenge Prüfung. Den Fehlbetrag möchte der Redner am liebsten durch eine Steuer„bodenreformerischer Art“ hereinholen. Damit war die Rednerliste des ersten Beratungstages erschöpft, Morgen werden noch der Vertreter der Wirtschaftspartei und der Demokraten sprechen. Der Oberbürgermeister schlug vor, für die Beratungen im Finanzausschuß statt der vorgesehenen zwei, drei Tage anzusetzen, und zwar den 23., 25. und 26. Februar. Dann könnte voraussichtlich die zweite Lesung des Haushaltplans am 28. Februar, 1. und 2. März vor sich gehen. Das Anhörungsrecht der Wirtschaftsvertretungen Mißhelligkeiten in Düsseldorf # Düsseldorf, 15. Febr.(Telegr.) Auf einer Pressebesprechung machte Oberbürgermeister Dr. Lehr grundsätzliche Ausführungen über das viel umstrittene Anhörungsrecht der öffentlich=rechtlichen Wirtschaftsvertretungen. Ausgangspunkt war das Gutachten der Düsseldorfer Industrie= und Handelskammer zum städtischen Haushalt, worin Möglichkeiten zur Steuerermäßigung aufgezeigt worden waren. Oberbürgermeister Lehr bekannte sich zunächst zum Grundsatz sparsamster Wirtschafts führung um dann etwa auszuführen: Es ist praktisch gar nicht möglich, daß ein solcher Personenkreis in wirklich fruchtbringende Beratungen über Einzelheiten des Haushaltplans eintreten kann, denn in die Lage, die Verhältnisse der gesamten Verwaltung sachverständig zu beurteilen, wird man nicht dadurch versetzt, daß man einmal im Jahr auf Grund eines gesetzlicher Anhörungsrechts den gesamten Haushaltplan vorgelegt bekommt, sondern nur dadurch, daß man im Verlauf des ganzen Jahres als Bürgerschaftsvertreter in den Ausschüssen mitarbeitet. Ich hebe das ausdrucklich hervor, weil ich den Verdacht weit zurückweise, als ob ich die Mitarbeit außerhalb des Rathauses durch die Bürgerschaft ausschalten wollte. Ic verweise lediglich immer wieder auf die Unmöglichkeit, im Wege dee Anhörungsrechte zu praktischen Ergebnissen i Einzelheiten zu kommen, und verweise auf den einzig mög lichen Weg der wahren Mitarbeit und des wahren Verständnisses, auf die Mitarbeit in den Ausschüssen. Ebensowenig, wie es sich die Verwaltung zutraut, auf Grund einer vorgelegten Bilanz eines großindustriellen Werks Vorschläge zur Verbesserung der Erzeugung oder de Verwaltung zu machen, ebensowenig kann das ein Vertreter der Wirtschaft, der lediglich von den Zahlen des Haushaltplans ausgeht und dem jede nähere Kenntnis der Verhältnisse und jede praktische Mitarbeit fremd ist. Jedesmal, wenn ich dem Anhörungsrecht in der jetzt ausgeübten Weise entgegengetreten bin, habe ich zum Eintritt in das Stadtparlament und in die Gemeindeorbeit aufgefordert. Damit muß die Legende zerstört werden, daß die Verwaltung etwa der Wirtschaft oder der Industrie= und Handelskammer im besondern feindlich gesinnt sei. Das Verschwinden der die Arbeitgeber aus den Porlamenten hat für Kommunen den Nachteil, daß die Unkenntnis der Verhältnisse immer größer wird, und daß immer mehr Neigung besteht, die Städte zum Prügelknaben für Auswirkungen zu machen, an denen sie nicht schuld sind. In der Kette: Reich, Länder und Gemeinden stehen die Städte an letzter Stelle; aber an erster Stelle kommt der Bürger mit ihnen in Berührung. Auf sie werden deshalb alle die Widrigkeiten abgewälzt, die aus der Gesamtheit der Verhältnisse entstehen Im weitern gins Oberbürgermeister Dr. Lehr auf einige Einzelheiten des Gutachtens der Düsseldorfer Handelskammer ein, das alle Merkmale des verkehrt aufgefaßten und behandelten Anhörungsrecht: aufweise. * Die Auslaisungen Lehrs weichen zum mindesten iu Ton sehr von dem ab, was Oberbürgermeister Jarres im Sonderwerk der Kölnischen Zeitung„Kommune und Wirtschaft“ über die Zweckmäßigkeit des Anhörungsrechts und Stadtkämmere Hahn(Essen) in den Aufsätzen„Kommune und Finanzausgleich“ Nr. 89 und 90 der Kölnischen Zeitung geschrieben haben. Wir giauben annehmen zu können, daß Oberbürgermeister Lehr das Verschwinden starker Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens aus den Stadtparlamenten auch bedauert. Allerdings wird man bei standigem Wachsen der Großstädte noch mehr mit diesem Verschwinden rechner müssen, da dann erfahrungsgemäß die„Politikmacherei“ in den Stadt parlamenten stärker wird und Leute, die hauptberuflich schließlich noch ein privates Geschäft führen müssen, soviel Zeit nicht haben, Gewiß haben wir früher mit Hilfe des Dreiklassenwahlrechts Kleinstädte gehabt, wo der Fabrikbesitzer am Ort der Herr und Gebieter war und sich die„Mitarbeit der Wirtschaft“ etwas sehr stark ausprägte. Das Wachstum der Großstädte in Verbindung mit dem Fortfall des Klassenwahlsystems und— unsrer Bürgermeistereiverfassung hat leider jetzt das ebenso unerwünschte Gegenteil der Ausschaltung gebracht. Diese Gefahr und die ihr zugrunde liegenden Umstände scheinen uns von Hahn klarer erkannt zu sein als von Lehr, wenn der erstere beispielsweise schreibt: Man kann ohne weiteres zugeben, daß die jetzt bestehende Verteilung von politischen Rechten und Steuerzahlungspflichten auf die Dauer nicht haltbar ist... Verständnisvolles Zusammenarbeiten zwischen Stadt verwaltung und Wirtschaftsvertretung, wie es sich fast überall in den Großstädten des Ruhrgebiets herausgebildet hat, kann über manch Schwierigkeit hinweghelfen... Dieses Anhörungsrecht ist zurzeit der einzige greifbare Punkt, aus dem sich ein stärkerer Einfluß der Wirtschaft auf die finanzielle Gemeindeverwaltung herauskristallisieren kann... ich sehe in ihm nicht nur nicht eine Gefahr, sondern einen otwendigen Ausgleich innerhalb der Interessen der Bürgerschaft einer Gemeinde und damit ein Mittel zur Erhaltung der Selbstverwaltung, zu der alle Bürger stehen müssen, wenn si leben soll. Die Kölnische Zeitung hat dieses Anhörungsrecht, das ja doch schließlich von einer sozialdemokratisch mitbesetzten Preußenregierung und einem entsprechend besetzten Parlament der Nachkriegszeit ge# schaffen wurde, immer als einen Notbehelf bezeichnet, der alles andre als eine ideale Lösung darstellt. Das Anhörungsrecht ist sicherlich in den ersten Jahren von manchen Kammern nicht mit dem nötigen Ernst gehandhabt worden. Mit der Zeit dürfte die vor Lehr geforderte lausende Beobachtung und Vertiefung in das kommunale Leben aber fast allgemein Platz gegriffen haben. Zudem werden die Gutachten nach unsper Kenntnis der Dinge in enger Zusammenarbeit mit den wenigen der Wirtschaft nahestehenden Stadtverordneten ausgearbeitet. Warum leidet die von Hahn gepriesene Zusammenarbeit nun seit Jahr und Tag in Düsseldorf? Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als ob hier persönliche Mißhelligkeiten und Reibereien aus vergangenen Tagen eine Rolle spielten, wobei wir durchaus nicht geneigt sind, die Schuld einseitig zu suchen. Wintersport=Sonderzüge Die Reichsbahndirektion Köln läßt am Senntag wiederum einen Wintersport=Sonderzug nach Hellenthal fahren. Infolge der günstigen Schneelage im Sauerland verkehren am Samstagnachmittag und Sonntag früh die Sonderzüge von Düsselderf über Elberfeld—Barmen—Hagen und von Duisburg nach Winterberg, Willingen und Usseln. Dem Waldbröler Zug werden besondere nach Meinerzhagen durchgehende Wagen angehängt. Die Vereinigung der Freunde ostasiatischer Kunst in Köln hat den Direktor des Guimetmuseums in Paris, Joseph Hackin, zu einem Vortrag über die buddhistische Kunst in Afghanistan nächsten Montag im Kunstverein eingeladen. Im Rahmen der von der Wirtschafts= und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln veranstalteten Sammelvorlesung über Tendenzen der modernen Wirtschaftstheorie und Wirtschaftsverfassung sprich am nächsten Dienstag, 18 bis 19 Uhr, im Hörsaal VI der Universität Privatdozent Dr. Däbritz über den Stand der neueen Kousunkturforschung. Ein neuer Fall von Versicherungsbetrug 4 Berlin, 15. Febr.(Telegr.) Vor dem Erweiterten Schöf fengericht in Meseritz stand dieser Tage ein Fall zur Verhandlung, der lebhaft an die in letzter Zeit bekanntgewordenen Fälle von Selbstverstümmelung in betrügerischer Absicht erinnert. Wegen Vericherungsbetrugs., Brandstiftung an einem versicherten Gegenstand und versuchter Verleitung zur Begünstigung hatte sich der im Eröffnungsbeschluß des Gerichts als Photograph, Artist umnd Dentist bezeichnete auf einen kanadischen Paß mit Namen Alexander Eckow reisende Kaukasier Amur Khan Tebojewit Skajew zu verantworten, der im Sommer vorigen Jahres in Meseritz mit mehrern Schüssen im Leib schwer verletzt aufgefunden worden war. Ex soll bisher nur von den Erträgen angeblicher Unfälle und Überfälle gelebt haben. Die Schüsse waren nach der Bekundung der Arzte mit einer Geschicklichkeit von ihm selbst abgegeben worden, daß sie keinen edlern Teil verletzen konnten. Der Angeklagte erklärte, daß er in einem Dorf zwischen dem Kaspische und dem Schwarzen Meer im Jahre 1896 geboren sei. Er gehöre keinem besondern Volksstamm an, sondern sei Weißrusse, über seine Familienverhältnisse kann er keine Auskunft geben, da er bereits mit 16 Jahren seine Heimat verlassen habe. Kriminalkommissar Waltz, der die Ermittlungen bei dem angeblichen Anschlag geführt und auch die Untersuchung wegen eines Spionageverdachts gegen Eckow geleitet hatte, fand bei einer Wohnungsuntersuchung bei Eckow einen umfangreichen Schriftwechsel mit Versicherungsgesellschaften, der den Verdacht zu bestätigen schien, daß es sich um einen vorgetäuschten überfall handeln müßte, zumal da aus ihm hervorging, daß es sich um sehr hohe Summen, 100 000 und 200.000 Mark, handelte. Durch die Zeugenvernehmung wurde Eckow des Versicherungsbetrugs überführt und zu einem Jahr Gesängnis verurteilt. Großfeuer in Fleusburg WIB Flensburg, 15. Febr.(Telegr.) In dem neuen Seegrenzschlachthaus brach in der vergangenen Nacht Feuer aus, durch das eines der Verladehäuser bis auf die Grundmauem zerstört wurde. Verbraund find etwa 120 bis 180 Stück geschlachtetes Vieh im Wert von 75= bis 100.000 Mark. Es gelang, das lebende Vieh zu retten. Die Feuerwehr, die den Brand mit 13 Schlauchleitungen#ekämpfte, mußte das Eis des Hafens aufhacken, um Wasser zu bekommen. WIB Paris, 15. Febr.(Telegr.) Havas meldet eus Porto: Das Meer hat fünf Leichen von der Besatzung. des untergegangenen deutschen Dampfers Deister angeschwemmt, darunter die des portugiesischen Lotsen. Der zugefrorene Rhein 4 Koblenz, 15. Fehr.(Telegr.) Die Rheinstrombauverwaltung teilt mit: Die Eisversetzung schreitet fort. Auf dem Oberrhein hat sich die von Gernsheim bis Mannheim stehende Eisdede weiter stromaufwärts ausgedehnt. Am Mittelrhein ist der Eisstand von der Loxelei bis Eltville fortgeschritten. Unterhalb sind die Wasserstände stark gefallen. Pegel Kobsenz, heute morgen 6 Uhr, .45, 16 Uhr 0,15 Meter. Das ist der amtlich feststellbare diefest Pegelstand in Koblenz seit 100 Jahren. Am Riederrhein hat sich der Eisstand von der holländischen Grenze bis oberhalb von Wesel fortgesetzt. Pegel Wesel: 12 Uhr 0,02, 16 Uhr 0,32 Meter. Geringe Kältemilderung im Nieder= und Mittelrheingebiet, am Oberrhein noch keine Frostabnahme. Der Eisstand wird sich bei dem jetzt herrschenden kleinen Wasserstand oberhalb der stehenden Eisdecke schneiler ais bisher fortsetzen. 8 #8 Kleve, 15. Fehr.(Telegr.) Der Rhein ist an seiner breitesten Stelle zwischen Kleve und Emmerich von Ufer User zugefroren. Sechs Personen, die etwa 50 Meter vom Ufer au em Fleck auf dem Eise standen, brachen ein; durch sofortige Hilfe konnten sie aber geretter werden. Der erstarrte Rhein bietet vom Klever Ufer aus ein Bild tiefsten Polarwinters und rauher Melancholie, aus dem sich nur die bei Emmerich verankerten Schiffe und die Silhouette der Stadt dunkel herausheben. Die Straßenbahn von Kleve zum Rheinufer wird am Sonntag voraussichtlich einen 20=Minuten=Verkehr einrichten, während sie sonst nur alle Stunden fährt. F. 791s Die Schließung der Berliner Schulen * Berlin, 15. Febr.(Telegr.) Zur Schließung der städtischen Schulen hat der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung angeordnet, daß mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Gesamtlage der Berliner Bevölkerung dem Beschluß des Magistrats Rechnung zu tragen ist. Damit bleibt die Schließung der städtischen Schulen aufrechterhalten.. Diese Anordnung bezieht sich selbstverständlich auch auf die staatlichen Anstalten. Schließung von anhaltischen Schulen und Betrieben WTB Dessau, 15. Febr.(Telegr.) Das Staatsministerium hat beschlossen, daß sämtliche anhaltischen Schulen, die mit Kor seheizt werden, geschlossen werden sollen. Dies sind alle Schulen mit modernen Heizungsanlagen. Auch die Behörden schränten ihren Dienst ein. Diese Maßnahme soll die Lage der Wirtschaft erleichtern. Die Dessauer Waggonfahrik hat den Betrieb geschlossen; die Junkerswerke und die Dessauer Zuckerraffinerte haben Feserschichten eingelegt. * Innsbruck, 15. Fehr.(Telegr.) Hier wurden sämtliche Schulen wegen Ausbleibens der Kohlensendungen aus dem Ruhr= und Saargebiet geschlossen. Heute ist mit 35 Grad der kälteste Tag. Deutschland— England am 24. August in London München, 15. Febr.(Telegr.) Der englische LeichtathletikVerband(AAA.) hat der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik eine Einladung zu einem Staffel= und Mannschaftskampf zugehen lassen. Diese interessante Kampf soll am 24. August 1939 in London attfinden un folgende Wettbewerbe umfassen: Staffeln üb mal hards, 4 mal 440 Yards, 4 mal 889 Pards, 4 mal Reile, 4 sen 6 Aase (Pendelstaffel), serner=Meilen=Mannschafts S e, s 8 werden drei gewertet), Hochsprung, Weits stoßen, Hammerwu#f(je drei Teilnehmer). Der Rückkampf soll im Jahre 1931 sein, Verantwortlich für allgemeinen Teil: Dr. Hans g. d. Winckel; für den p, Handelsteil: Dr. Phil Lemcke; für den Anzeigenteil: F. Herberger; Verleger und Drucker: M. DuMont Schauberg: a e in Köln. Zur Gesundhaltung! Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig in den A Werth. Bür B. uun #0 k. Mälheit Waln riesen-Apothek Köln A513 h. hel A Apot 45 KEn-81 Reiemn, hemne 1 -K 155 Hständ. umoe SPA CASINO BETT wif FEITANGNN das ganze Jahr ofte HOTEL DES BAINS gei bringen bei Husten, Katarrh und Hleiserkeit lie schpell wirken Pertussin- Bonbons In Blechschachtein zu 1 R14 in Apotheken u. Dros ien Kurr ver Erreichung seines 70, Lebensjahrs starb heute früh unser Generaldirekter aul umc Sein Wirken heim Aufbau der deutschen Versicherung gehört der Geschichte deutscher Wirtschaft an. Wir ehren sein Andenken, indem wir sein Werk in seinem Sinne fortführen. Frankfurt a.., den 14. Febraar 1929. Die Aufsichtsräte und Vorstände der Frankfurter Allgemeine Versicherungs-Aktien-Gesellschaft, Frankfurt a. M. Aachen-Leipziger Versicherungs-Aktien-Gesellschaft, Aachen Aachen-Leipzig Lebensversicherungsbank A.., Leipzig Allgemeine Versicherungs-Aktiengesellschaft in Bern, Bern Frankfurter Lebensversicherungs-Aktien-Gesellschaft, Frankfurt a. M. Hammonia, Allgemeine Versicherungs-Aktien-Gesellschaft, Hamburg Helios, Allgemeine Rückversicherungs-Aktiengesellschaft, Frankfurt a. M. Karlsruher Lebensversicherungsbank A.., Karlsruhe Nürnberger Lebensversicherungsbank, Nürnberg Union, Allgemeine Versicherungs-Aktiengesellschaft, Wien Vereinigte Berlinische und Preußische Lebens-Versicherungs-Aktien-Gesellschaft, Berlin Vereinigte Krankenversicherungs-Aktiengesellschaft(vormals Gedevag Kosmos und Selbsthilfe), Berlin. Nach Gottes hl., Willen entschiel. gestern abend 10 Uhr mein lieber, unvergeßlicher Mann, mein guter treukorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwiegersohn, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Fabrikant Oscar Schründer im 61. Lebensjahre Er starb nach kurger Brkrankung unerwartet schnel, versehen mit den Tröstungen unserer hl. Kirche. Em ein andächtiges Gebet für den lieben Verstordenen bitten: Catharina Sehründer geb. Kloppenbarg Karl Schründer Hedwig Schründer geb. Werth und Enkelin. Emsdetten, 14, Bebruar 1929. Das keierliche Levitenamt Findet am Montag, dem 18. Februar, morgens 764 Uhr, in der Pfarrkirche statt; daren anschließend die Beerdigung gegen 8½ Uhr vem Trauerhause aus Von Beileidsbesuchen hitten wir absehen zu wollen. Nach kurzer, schwerer Krankheit wurde uns am Mittwech, den 13. Februar, abends, unser lieber Teilhaber Herr Fabrikant Oscar Schründer im Alter von 62 Jahren durch den Tod entrissen. Ueber drei Jahrzehnte stand der Heimgegangene 2le, Senierchef mit seinem reichen Wissen uns zur Seite als Vorbild treuester Pflichterfüllung. An dem Ausbeu unseres Unternehmens hat der Verstorbene hervorragenden Anteil, Trauernd stehen wir an der Bahre dieses Mannes von edelster Gesinnung, dessen schlichter und effener Charakter sich mit seitener Herzensgüte paarte. Wir beklagen aufs tiefste den Hleimgang des lieben Verstorbenen und werden sein Andenken allzeit hoch in Ehren halten. „Acmsdetten, 14. Pobruar 1929. Arnold Kloppenborg Nacht. Hiende Vormitag wrurde uns der Voraitsends unmneres Aufsichtsrats Herr Generaldirektor a. D. Geheimer Kommerzienrat Andreas Krahe nach kürzer, schwerer Krankheit im 78. Ledenssahr. Gwpeh den Tod genommen. Voll dieier Trauer gedenken wir des Verstorbenen, der von 1901 bis 1923 als Generaldirektor mit seiner ganzen Persönlichkeit ein vorbildlicher und erfolgreicher Führer unserer Gesellschaft gewesen ist und als Vorsitzender des Aufsichtsrats von 1924 bis an sein Lebensende seine großen wirtschaftlichen Erfahrungen und sein unermüdliches Interesse dem Gedeihen unseres Unternehmens gewidmet hat. Sein lauterer Charakter und sein liebenswürdiges Wesen, verbunden mit seinem angeborenen Schartblick, werden bei uns nie vergessen werdenSein Name ist für immer mit der Geschichte der„Union“ verknüpft; an seinem Grabe blicken wir mit Dankbarkeit zurück anf sein fast 28jähriges Wirken als Führer, Freund und Berater unserer Gesellschaft. Weimar, den 14. Februar 1929, Aufsichtsrat und Vorstand der Union, Allgemeine Deutsche Hagel-VersicherungsGesellschaft. Wir erfiülleg biermit die echmerzliche Pficht, Gavon Kenntnis zu geben, daß Herr Kommerzienrat Julius Isenstein Hannover haute mittag nach kurzem Krankenlager in 78, Lebensjahr verschieden ist. Der Entschlafene gehörte dem Grubenvorstand unserer Gewerkschaft seit dem Jahre 1919 an. Er hat seine hohen Geistesgaben und seine großen kaufmännischen Erfabrungen uns jederzeit bereitwilligst zur Verfügung gestellt, wofür wir ihm auch an dieser Stelle herzlichst danken. Seine vorbildliche Liebenswürdigkeit und seine freundschaftliche Wesensart gestalteten die Zusammenarbeit mit ihm besonders angenehm. Dem treuen Freunde und Berater werden wir auch über das Grab hinaus stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Hieringen(Werra), den 14, Februer 1929. Grubenvorstand und Direktion der Gewerkschaft Wintershall. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, dsvon Kenntnis zu geben, daß das Mitglied unseres Aufsichtsrats Herr Paul Dumcke Generaldirektor der Frankfurter Allgemeine Versicherungs-Aktien-Gesellschaft heute verschieden ist. Annähernd 18 Jahre hst der Verstorbene unserm Aufsichtsrat angehört und in dieser langen Zeit seine reichen Kenptnisse und Erfahrungen stets in den Dienst unseres Instituts gestellt. Die dankbare Erinnerung hieran und an seine Persönlichkeit sichern ihm bei uns ein dauerndes und ehrendes Cedenken. Der Aufsichtsrat und die Geschäftsinhaber der Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. Berlin, den 14. Februsr 1929. Nachruf! Am 13. d. M. verschied in Kairo unerwartet Herr Geheimer Regierungsrat Dr. phil., Dr.-Ing. e. h. Franz Oppenheim. Der Verstorbene wer der Mitgründer der krühern Aktiangesellscheft für Anilinfabrikation(Agfa) in Berlin und der Leiter derselben bis zu ihrem Aufgehen in unsere Firma. Seit Begründung der alten Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken im Jahre 1916 gehörte Geheimrat Oppenheim deren Gemeinschaftsrat und seit der Fusion dieser Werke in die heutige I. G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft, deren Mitschöpfer er ist, dem Verwaltungsrat und Aufsichtsrat derselben an. in diesen vielen Jahren hat der Verstorbene seihe überragenden geistigen Fähigkeiten, sein reiches Wissen und seine großen Erfahrungen auf allen einschlägigen Gebieten den Zielen und Bestrebungen unseres Werkes und der gesamten deutschen chemischen Industrie erfolgreichst zur Verfügung gestellt, und manche seiner Anregungen und ldeen sind in der Konstruktion unserer Firma für immer verankert. Seine hervorragenden, edeln Charaktereigenschaften machten den Umgang und das Zusammenarbeiten mit ihm zu einem stets angenehmen und harmonischen. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen treuen, stets hilfsbereiten Freund und Berater, dessen Tod eine noch lange fühlbare Lücke bei uns zurücklassen wird. Wir werden seiner stets in Dankbarkeit und Verchrung gedenken. Frankfurt a.., den 14. Februar 1929. Der Aufsichtsrat, Verwaltungsrat und Vorstand der I. G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft. Heute verschied nach kurzem Krankenlager im 73. Lebensjahr Herr Kommerzienrat ulius Isenstein Hannover Der Verstorbene war jahrzehntelang Mitglied der Grubenvorstände der inzwischen mit unserm Unternehmen verschmolzenen Gewerkschaften Alexandershall, Großherzog Wilhelm-Ernst, Heiligenroda, Kaiseroda und Sachsen-Weimar; in den Grubenvorständen der Gewerkschaften Alexandershall und Heiligenroda führte er zuletzt den Vorsitz. Bei der Vereinigung der Konzerne Alexandershall und Wintershall im Jahre 1919 wurde der Versterbene auch in den Grubenvorstand der Gewerkschaft Wintershall gewählt. Dem Aufsichtsrat unserer Gesellschaft gehörte er seit ihrer Gründung an. Herr Kommerzienrat isenstein hat seine große Arbeitskraft und seine reichen Erfahrungen stets mit besonderer Vorliebe unserm Konzern zur Verfügung gestellt und uns mit Rat und Tat jederzeit bereitwilligst zur Seite gestanden. Mit tiefer Trauer beklagen wir den Verlust dieses ausgezeichneten Mannes, der hervorragende Geistesgaben mit großer persönlicher Liebenswürdigkeit verband. Dem treuen Freund und Berater danken wir herzlichst; sein Andenken wird bei uns fertleben und stets in hohen Ehren gehalten werden. Kassel, den 14. Februar 1929. Aufsichtsrat und Vorstand der Kali-Industrie Aktiengesellschaft. Unterkertigter C. E. ertältg hiet die 15h Pficht, seüine eiee brgeng und Inaktire dem am 7. Februar 1929 zu Schloß S Wolfgang. Oberösterreich, erfolgten Ablehen seines lieben 4. K. Kommerzienrat Erbard August Scheidt in Keamntit msten Der C. C. der Hansea arn- Sie Statt besonderer Anzeige. Die glückliche Geburt unserer Tochter Anne Ursula zeigen wir in dankbarer Freude an. Hians und Magdalene de Bra geh. Ern. Wald(Rhld.), den 13. 2. 1929 z. Zt. Bethesda-Solingen. * 95 d r WC brüder atnig. 900 0 Büren Prot. schmi VI..A. Sundaidt Geh, San.-Rat Ahrenbts 235 65 e Teger 1. (1873—1376) gest ur be. Ramn: en Ic. Sehrmer 1909. Der.-.-Verband des M. R. V. .A: J. Lürges. Badt Goten. Die Geburt einer Tochter zeigen au Oberlandennenehlere! Professor Dr. Hans Goldschmidt und Frau Paula geb. Schwärbel. Köln, Werderstraße 26 z. Zi. Erangelisches Krankenhaus, Köln-Kalk. In Hionnef, wo er im Ruhestand lebte, verschied im hohen Alter von fast achtzig Jahren am 13. d. M. unser früherer Gesellschafter und Geschäftsführer Herr losef Helff Inhaber hoher Orden. Der Verstorbene hat ein Menschenalter seine hohen Geistesgaben in den Dienst unserer Firma gestellt und bis zu seinem Lebensende das höchste Interesse dafür gezeigt. In dem Heimgegangenen verlieren wir einen treuen Freund von aufrechter Gesinnung, dessen Andenken wir in Ehren halten. Köln, den 14. Februar 1929. M. J. Helff Ges. m. beschr. Haftung. Statt besonderer Anzeige. te vormittag 10 Uhr verschied 80 ager, hwäc □# 90 bein I Schwie r. Gro rater. erler. Schrast: 1 Herr Michael Höchgürtel ereitet dun wohlvo der be in Sterbesnkramente der kach. Eire #. Lebens: Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Familie Hochgürtel. Köln-Mülheim, Regentenstr. 29, den 14. Febr. 1929. 950 R5 18. Fcen Pfarhk 26 5 esee Abse 241 Beethoven-Haus Heute morgen wurde uns unser treuer Freund und I. Vorsitzender, Herr Geheimrat Prof. Dr. F. A. Schmidt unerwartet durch den Tod entrissen. Vor 40 Jahren war er einer derjenigen, di en Verein Beethoven-Haus mit begründet durch die Geburtsstätte Beethovens und nichtung entzogen hal 1. An der hen u itwicl die das stolzen ech en-Haus on Eleine. 186 ällt dem Entschlafenen ein e emmen bat zu. Mit seltener, nie er heblich erständnis hat müdender Liel iefem die heute 0 Sammlung daus als ein na m anfüllen, Seisent, al. bis zu seinem Heimgang als Erster Vorsitzender unseres Vereins. Sein Name wird mit dem Beethoven-Haus für immer verbunden bleiben, sein Andenken bei uns nie erlöschen. Bonn, den 14. Februar 1929. Der Vorstand. I..: Pr# Dr. F. Knickenberg, Vorsitzender. 53 Nachruf. Am 7. Februar d. J. entschlief in St. Wolfgang(Oberösterreich) Herr Kommerzienrat Erh. Aug. Scheidt. Seit langen Jahren gehörte er dem Aufsichtsrat unserer Gesellschaft an und hat erst kürzlich infolge seiner schweren Krankheit sein Amt niedergeleg!. Wir haben die Mitarbeit des leider zu früh Verstorbenen stets geschätzt und ihn auch als Mensch mit hervorragenden Charaktereigenschaften verehrt. Sein Andenken werden wir hoch in Ehren halten. Düsseldorf, den 14. Februar 1929. Aufsichtsrat und Vorstand Brauerei Gebr. Dieterich Akt.-Ges., Düsseldorf. Tiefempfundener Dank erfüllt uns für die allseitige herzliche Teilnahme an dem schweren Verlust, der uns durch den allzufrühen Tod unseres lieben Gatten und Vaters getroffen hat. Düsseldorf, im Februar 1929. Josefine Kmoth und Söhne Karl und Otto Hermann. Großes, altangesehenes, rheinisches Fektilunternehmen sucht für sofort gewandten, jüngern Eaperrkerrespondchten ursährigen Anfenth be und sfähigt ist, die ge 3 0 dar 8 0 kenlo geb 5 are. PI. 4 un Großer Konzern sucht für geiime hone.-Vortimhornn Kieinlebens-Versicherungt * Pachhahf Abteilung für Groß-Köln strebsamen, arbeitsfreudig. als General-Agenten erichteten Bün sicht uur Griäe e 20 gung. WVersge Aoge Al * 9 Privatsekretärin einisch-Westfälische Boden-Credit-Bank in Köln * Die Rheinisch-Westfälische Boden-Credit-Bank zu Köin bietet hierdurch gemäß Art. 85 der Du 29. 11. 1925 zum Aufwerfüb -Verordnung vom tu etz vom 16. 7. 1925 mit Zustimmung der Auf sichtsbehörde eine Schlußabfindung in folgender Weise an: I. den Gläubigern der aufzuwertenden Pfandbrief er Ger labfindung werden berücksichtigt: ei. de #) d Gläubiger der aufzuwertenden Pfandbriefe Serie I bis XIII, deren Goldmarkwert ist gleich dem Nennbetrag, läubige r a u f z u w e r t e n d e n P f a n d b r i e f e de 9e oldmarkbetrag ist gleicl GM.23 für PM 104 n Pfandbriefen alter Währu Die Ansprüche au ∆ 0 Serie XIII un relche bereits e XIV. %h in L½oronentigs von 165 Teila hüttung i ten m insen vom 1. Janua nidations-Goldpfandbr 92 mit i1 amt 17,6% ih st., wend erfo Goldmarkt 's in der Weise abgefunden, daß auf die bei der Teilausschüttung gewährten Anteilscheine eitere 7,6% des Goldmarkwertes der Pfandbriefe alter Währt gleich 76% des auf den Anteilscheinen etrages, und zwar bezeichne ∆ 25 es der Pfandbriefe alter Wäh 6% des Goldmar rung, bzw. 60% des auf den Anteilscheinen be zeichneten Nominalbetrages in 4½prozentigen Liquidations-Goldpfandbriefer 1,6% des Goldmarkwertes der Pfandbriefe alter Wähung, bzw. 16% des auf den Anteilscheinen be zeichneten Nominalbetrages in bar ausgeschüttet werden. Es erhalten die Inhaber eines Anteilscheines zu einem Liquidations-Goldpfandbrief, bzw. Goldpfandbrief-Zertifikat von: Gm. 3000.— Gm. 1800.— in Lig. Pfandbriefen und Rm. 480.— in ba Gm. 1000.— Gm. 600.— in Lig. Pfandbriefen und Rm. 160.— in bar Lig. Pfandbriefen Gm. 500.— Gm. 300.in bar und Rm. 8 Lig. Pfandbriefen Gm. 300.— Gm. 180.— und Rm. 48.— in bar Gm. 100.— Gm. 60.— in Lig. Pfandbriefen und Rm. 16.— n bar Gm. 30.— in Lig. Pfandbriefen Gm. 50.— und Rm..— in bi Gm. 30.— Gm. 10.— in Lig. Pfandbriefen .80 in bar und Rm. Lig. Pfandbriefen Gm. 10.— Gm. und Rm..60 in bar Die zur Ausgabe kommenden Liquidations-Goldpfand.—. 500.— 300.— briefe sind in Stücken zu Gm. 1 100.— 50.— ausgefertigt und ab 1. Januar 1929 verzinslich. Sie entsprechen den Vorschriften des Art. 85. Abs. 4 u. 5 der Durchführungs-Verordnung vom 29 11. 1925 zum Aufwertungs-Gesetz und sinc 0 nach Maßgabe der auf die D na eingehenden ordentlichen und Jaußerordentlichen Rückzahlungen im Wege der Aususlosung losung zum Nennbetrage zu tilgen. An der A Die nehmen sämtliche Liquidations-Pfandbriefe teil. lidations-Pfandbriefe im Nennbetrage unter Gm. - und Gm. 10.-(Zertifikate) lauten über Gm. 30.sscheine ausgegeben. In diesem und werden ohne 2 Falle werden die Zinsen erst bei Fälligkeit des Kapitals Teror eszinsen entrichtet.(87 d zuzüg ed weitere Durchführung der Aufwertu nung n Pfandbriefen und verwandten Schuldverschrei bungen vom 28. 7. 1926) Zertifikate, welc men ba nsscheinen darst Goldpfand it 2: st werden licht dure in sol rieffeinheit darstel Pfandk zens tleinst 0 räge werden bei der Abfindung in bar zum N etrage gezahlt die Bank Falle der Annahme des Angebots w rworbenen weiter die aus Barmitteln der Teilungs Goldhypotheken im Betrage von M 1262 967.— bi spätestens 1. April 1930 flüssig machen, und zwar wird sie dieselben, mit Rücksicht darauf, daß diese Hyp theken noch längere Laufzeit haben, selbst zu par. die hierbei geübernehmen. Weiter wird die Ba mittel Masse wonnenen und die sonstigen Bar er im Betrage von 1 Million, bis Ende mindestens 38 Jahres 11 929 zur ersten Auslosung von Liquidations. n. Goldpfandbriefen verwender II. den Gläubigern der aufzuwertenden KommunalSchuldve hreibu abfindung werden berücksie Scherel Bei Senst die Gläubiger der Kommunal-Schuldverschreibur erie 1 deren Goldmarkwert für 100 Papiermark 10,05 Gm., beträgt b) Serie II deren Goldmarkwert für 1000 Papiermark beträgt: deren Goldmarkwert für 1000 Papiermark c) S .11 Gm. beträgt der 10. bis 20%igen Kommunalie G1 d) hreibungen. Gesamtumlauf Papiermark huldv 0000 000.—, Goldwert insgesamt 20.26 Gm. s erhalten: die Inhaber der Kommunal-Schuldverschreibung des oben angegebenen Gold Serie I bis III. 1 es. hiery markwe 10% durch Aushändigung von ab 1. 1. 1929 mit 4½% verzinslichen Liquidations-Pfandbriefen bzw. Ze ifikaten, mit gleichen Verzinsungs- und Tilgun bedingungen, wie oben unter I angegeben(ge Art. 85 Abs. 4 u. 5 der Durchführungsverordnung vom 29: 11. 1925) und 5% in bar. und zwar: A 8 4½ land umwälzende F * d. Ger Kulturländern pate beP ae kapitalkräft. Herrn brik als wart Angeb. un r Z U 49an Seilbaber. Bl. Düren. Pm. 5000.Pm. 3000. Pm. 1000.— Pm. 500.00 Pm. Pm. 100. „ Rm. 15.23„ „ Rm..08„„ „ Rm. Rm. .52 „ Rm..51„„ Dm. 50000 Pm. 20.00 Pm. 10 000. Pm. 5000. die Inhaber einer Kommunal-Schuldverschreibung Serie I von: -(Goldmarkwert 502.50 Gm.) Gm. „ 80— iu Uig=Panchr. u. Rm. 2538 in ber 30 — 00.50 „ 25 — —. — .15 ** 10.05„)„—.— * die Inhaber einer Kommunal-Schuldverschreibung Serie II von: (Goldmarkwert 152.50 Gm.) Gm. 10.— in Lig.-Pfandbr. u. Rm. 12.88 in bar 5„„ .— Rm. 2 —.— „ Rm. 2 —.— 30.50" Rm..29„ —— 15.25") die Inhaber einer Kommunal-Schuldverschreibung Setie IlI,von: Pm. 50000.—(Goldmarkwert 55.50 Gm.) Rmn..33 in bar m..33„ Pm. 20 000.— 8 ) Rm..67„. Pin. 10000.11 .55„) Rm..83„ * Pm. 5000.— 2. die Inhaber der 10- bis 20prozentigen KommunalSchuldverschreibungen für je 1000 000— Papiermark eine Reichsmark in bar. Das Angebot unter I) an die Gläubiger aus Pfandbriefen alter Währung gilt als von allen Gläubigern angenommen, wenn es dreimal im Deutschen Reichs eingerückt worden ist und seit der letzten anzeig rstrichen sind, ohne daf Mon: fückung d dessen Goldmarkansprüche Teil der Gläubige mindestens 45 v. H. der Goldmarkansprüche sämtlicher bei der Verteilung zu berücksichtigender Gläubiger beträgt, schriftlich bei der Aufsichtsbehörde widersprochen Art. 85 Abs. 1 der D..) Die Aufsichtsbehörde hat. er Herr Regierungspräsident in Köln. ist Der Widerspruch ist nur wirksam, wenn ihm eine ler einer Star Bescheinigung eines deutschen er Aufsichts* imtlichen Hinterlegungsstelle. hört über die erfolgte Hinterlegung der Pfandbri uß den Nennbe beigefügt ist. Die Bescheinig ichnung der sowie die Nummer und Seri briefe enthalten. Die Rückgabe er Pfandbriefe dar nicht vor A rist erfo auf de che ise gilt das Angebot unter In entspi Bdle an die Gläubiger aus Kommunal-Schuldverschreibungen als von allen Gläubigern angenommen, wenn es dreimal im Deutschen Reichsanzeiger eingerückt ist ur seit der letzten Einrückung drei Monate verstrichen sind. ohne daß ein Teil der Gläubiger, dessen Gol markansprüche mindestens 15 v. H der Ansprüche sämtlicher Gläubiger betragen, in entsprechender Weis wie vorstehend bei den Pfandbriefen zu I ausgeführt, widersprochen hat. Bezüglich der Hinterlegung gilt für die chreibungen das fü ie Kommunal-Schuldver Pfandbriefe vorstehend Ausgeführte entsprechend. die lie erste. Bekanntmachung geschieht hiermit zweite erfolgt am 23. 2. und die dritte am 25.•2. d. J. im Deutschen Reichsanzeige Soweit Pfandbriefe alter Währung auf Grund unsrer ber 1926 im Deutsche Veröffentlichu vom 30. Dezei wegen Teilat hüttung noch, ni ichsanzeige 1½%ige Liquidations-Goldpfandbriefe und Ant scheine umgetauscht sind, werden die Inhaber auf(462 gefordert, den Umtausch vorzunehmen. Köln, den 15. Februar 1929. Rheinisch-Westfälische Boden-Credit-Bank W. Schmitz Düring. Unsere neuerbaute, modernst eingerichtete Eisengießerei liefert Gußstücke aller Art und bis zu den größten Dimensionen kurzfristig roh und bearbeitet für Werkzeug-, Dampf- und Hüttenwerks. Maschinen, chemische Industrie usw. Iu aperkannt sanberer Ansführung.: Jünkerather Gewerkschaft Jünkerath(Rhld.). Wir lietern prima Schwarzwälde Zueistunhrwreise aus eigner Großbrennerei p. Ltr. 1884361 ca. 50.% 55 inder„ 5 Wein 9 7 2 # C Abmch, Theler unge ronr ie. KAen s Sorte in Edelbranntwein-Handelsgesellschaft b. H. Karlsruhe, Moltkestraße 20. Malmedé& Geissendörfer, Köln Antiqultäten.— U. Sachsenhausen 33. De Ehe wollen mitPeinander eingehen: 1. der konzessionierte„Markscheider: Albert Rudolf Hanning, wohn haft in Houston, Texas, 109 Hawthorne Avenue(Ver. einigte Staaten) 2. die Jise Emilie Auguste Adeline Zöllner, ohne Beruf, wohnhaft in Bonn, Bornheimer Straße 3 a. Bonn, um 15. Febr. 1929. Der Standesbeamte. WNNE Für Kapitalisten und Aufsichtsräte! Ia Fachmann der. Teppichbranche, 40 Jahre alt, Kaufmann und Ingeneur, zepräsent. Erscheinung, nach vieljähriger erfolgreicher leitender Tätigkeit in großer Teppichfabrik, seit 5 Jahren Alleininhaber eines gutbeschäftigten Kleinbetriebes ieser Branche, erfahren in Spinnerei, Färbere Weberei, Appretur u. Atelier, beste Beziehungen zu Rohstoffquellen u. Abnehmerkreisen, mit ererprobtem Verkaufspersonal im In- und Ausland, sucht Verbindung mit Kapital zw. Neugründung auf breitester Basis, zur Herstellung erprobter Konsumartikel. Uebernimmt evtl., Direktion eines aufstrebenden Unternehmens: Zuschriften erbeten u. B. W 3236 an die Expedition d. 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H. bewilligen könnten, ohne sich felbst wetbewerbsunfähig zu machen oder doch mindestens den Kampf. um den Absatz sehr zu erschweren. Jedem nur einigermaßen untertichteten Kenner der Verhältnisse in der Barmer Textlindustrie müssn derarige Feststellungen besonders hart im Ohre küngen. Denn das, was jetzt ein sournalistischer Beobachter als Tatsache von allgemeiner Bedeutung für die deutsche Lexilindustnie hinstell, ist eit Jahren für die Barmer Artikelindustrie der Punkt, um den sich alles dreht. Es ist selbstverständlich, daß nur durch eine hinreichend geschüßzte Kauftraft eine Fesügung des Umsatzes auf dem Binnenmarkt erreicht werden kann. Niemand wird dagegen Einwendungen machen wollen, wenn eine günstige Konsunkturwelle mit der Seigerung der Erzeugung und des Ahsatzes auch das Einkommen des Arbeitnehmers erhöht. Gerade die Barmer Industrie hat aber längst, bevor das Reichsarbeitsministerium die Schlichtungsinstanzen im Jahre 1927 dahin unterrichtete, das ihrige dazu beigetragen, um den Arbeitnehmern die Früchte der günstigen Wirschaftskonfanktur zu sichern, vor einer überschätzung, aber auch vor einer überspannung der Konjunkturlohnpolitik gewarnt. Konjunkturlohnpolitik treiben heißt aber auch, aus einer abgleitenden Konjunktur sofort die Lohnkonsequenzen zu ziehen. Die Tatsache, daß in Deutschland ungekehrt verfahren wurde, und daß ein Konjunkturlohn ohne weiteres einer Konjunkturverbesserung angepaßt, aber in Zeiten des Konsunkturabstiegs nicht gesenkt, sondern„nur“ stabil gehalten wurde, hat in erster Limie dazu beigetragen, daß die Wettbewerbsunfähigkeit der deutschen Textisindustrie für den Barmer Bezirk längst bittere Wahrheit geworden ist. Wenn dementsprechend die Barmer Industrie den als Überbleibsel der letzten langwierigen und gescheiterten Tarifpethandlungen sich zwangs läurfig ergebenden tanflosen Zustand dazu bemutzt hat, um Die Konjunkturlöhne des Jahres 1927 den tatsächlichen Verhältnissen anzupassen, so hat sie damit eben mur das getan, was getan werden mußte,„um sich wetbewerbsfähig zu erhalten oder doch mindestens den Kampf um den Absatz nicht zu erschweren“. Die ansteigenden Belastungen der Barmer Industrie haben den Abstieg ihrer Produktion verschuldet. Der Widersim, daß ein Aufstieg der Lohnempfänger nur gleichbedeutend sein konnte mit einem Abstieg der Lahnzahler, mußte endlich einmal beseitigt werden, wenn nicht überhaupt alle Zukumftsmöglichkeiten verpaßt werden sollen. Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen von Barmen und Elberfeld in der Zeit vom September 1927 bis Ende 1928 beweist deutlich, daß die hohen Selbstkosten der Barmer Artikelindustrie ihre Absatzmöglichkeiten immer mehr erschwerten Während am 15 September 1927 die Textilindustrie von Barmen 435 Arbeitslose hatte, und die übrigen Barmer IIndustrien insgesamt 1580 Arbeitslose zählten war am 15. September 1928 die Zahl für die Barmer Textilindustrie auf 2522 und in der übrigen Barmer Industrie auf 3350 gestiegen. d.., während die Zahl der Arbeitslosen in den nichttertilen Industrien Barmens um 212 vom Hundert anstieg— den Stand 1927 bleich 100 gesetzt—, erreichte sie in der Barmer Artikelindustrie die phantastische Höhe von 579 v. H. die katastrophal selbst dann bleibt, wwenmn sie am 15. Dezember 1928 durch die Einwirkung der normalen Saifonkonfunktur sich auf 443 v. H. gegenüber 210 v. H. in der nichtderüben Industrie Barmens ermäßigte. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß ohnedies die Entwicklung der inKndischen Löhne sich mit dem Ausland ücberhaupt nicht mehr in Vergleich stellen läßt. Eine Arbeiterin in der Barmer Riemendreherei, also einer der wichüigsten Gruppen in der Barmer Textindustrie verdient im Wippertal 55.2 bis 585 Pfg, je Stmde, während Frankreich F Reselbe Arbeit 27 bis 375 Pfg. und Vgelgien 31.2 bis 334 B zahst. Der Lohn des männlichen Riemendrehers im Wuppertal stellt sich se Stmde auf 776 Pfg., während der französsche Riemendreher mun 583 Pig, verdient. Es ist der Barmer Industrie, die immer wieder darauf hingewiesen hat, daß eine millürliche und schematische Auslegung des Lohnbegriffs vines schönen Tags mit der Industrie auch den Arbeitnehmer in eine Sackgasse führen müsse, nicht leicht geworden, zum letzten Mittel der Kohnsenkung zu greisen. Durch den Abstieg auf der Stufenleiter der Lohnstala erhofft sie endlich den Wederaufsieg zu einer neuen und Bünsüigern Konsamkhr. V. Der Lohnstreitin der Solinger Mekallindustrie eer Solingen, 15. Febr.(Telegr.) Die Abstimmung über den von uns, mitgeteilten Schiedsspruch über den Rahmentarif für die Solinger Metallwarenindustrie ist jetzt von den Gewerkschaften durchgeführt worden. Im Deutschen Metallarbeiterverband, war eine Urabstimmung, an der sich aber nur ein kleiner Teil der Mitglieder beteiligte. Eine schwache Mehrheit der Abstimmenden war für Ablehnung des Schiedspruchg. Eine Versammlung des Christlichen Metalarbeiterverbandes stimmte dem Eciedspruch zu. Beide Abstimnungsergebnisse zusammengefaßt ergeben eine kleine Mehrheit für die Annahme des Schiedsspruchs durch die Arbester. Der württembergische Lohnstreit S. Stuttgart, 15. Fehr(Telegr.) In dem Lohnstreit der württembergischen Metallindustrie hat der Reichsarheitsminister die Parteien zu Nachverhandlungen über den am 31. Januar ergangenen Schiedspruch auf den 21. d. M. nach Berlin geladen. Auch in der württembergischen Landwirtschaft ist ein Lohnstreit bis jetzt unentschieden geblieben. Vor dem Tarifschlichtungsausschuß waren emeute Verhandlungen, aber auch diesmal konnte eine Einigung nicht erzielt werden, worauf der Vorsitzende die Verhandlungen auf unbestimmte Zeit vertagte. Da der bisherige Lohntarif am 31. Dezember abgelaufen ist, und eine neue Vereinbarung nicht zustande kam besteht in der würtembergischen Landwirtschaft vorerst kein Lohnabkommen mehr. Die Arbeitnehmerverbände geben nun an die Landarbeiter und Dienstboten Richtlinien über die Entlohnung heraus. Wachsende Rotlage der Landwirtschaft Der Gütermarkt nicht aufnahmefähig Die Berichte der deutschen Landwirtschaftskammern 0 Berlin, 15. Febr.(Telegr.) Die schwierige Lage der Landwirtschaft hat sich im Jamuar weiter verschärft Aus dem Osten und dem Westen wird gemeldet, daß die außerordentliche Notlage aller Betriebsgrößen bedrohliche Formen annehme. Das Angebot auf dem Gütermarkt ist nach wie vor groß. Käufer sind kaum vorhanden. Die Zahl der Zwangsversteigerungen nahm zu. Immer wieder mußten neue Steuerstundungen in Anspruch genommen werden. Unverändert drückend blieben auch die Soziallasten. Auch die Arbeiterverhältnisse, gestalteten sich nach wie vor schwierig. Während in den Städten Millkonen von Arbeitslosen unterstützt werden müssen, stehen auf dem Lande viele Arbeiterwohnunge leer. Das Verhältnis der Preise landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Betriebsmittel blieb unverändert ungünstig für die Landwirtschaft. Die Getreidepreise zogen zwar leicht an, erreichten aber immer noch keinen befriedigenden Stand. Weitere Fortschritte machte die Organisation des Vieh= und Eierabsatzes durch Gründung von Genossenschaften. über das Sinken der Milchpreise wurde verschiedentlich geklagt. Trotzdem nahm infolge der regen Werbetätigkeit das Interesse für den Ausbau der Milchwirtschaft und des Molkereiwesens zu. Ganz allgemein wurden die Bezugs= und Absatzverhältnisse durch den strengen Frost und Schne beeinträchtigt. Die Feldarbeiten rubten infolge des Frostes. Die Saaten liegen meist unter einer Schnedecke. Es Berden Befürchtungen laut, daß einerseits die Saat an freigewehten Stellen durch Frost geschädigt wird und sie anderseits unter zu hohem Schnee zu ersticken oder aus zufaulen droht. Im Gartenbau herrscht starke Beunrchigung wegen der Reglung der Arbeitszeit durch die Gefahr einer Einbeziehung in das Arbeitschutzgesetz. Die Pferdezucht findet bei mangelnder Rentabilität wenig Interesse. Der Futerzustand der Rinder leidet unter Mangel an Raupfuiter Zur Hebung der Schweinezucht wurden verschiedentlich Eberstationen gegründet. Die Geflügelhaltung breitet sich auch in bäuerlichen Kreisen mehr und mehr aus. In der Fischerei ist die Geschäftslage infolge der Witterung ungünstig. Die Eissischerei wird teilweise durch zu starkes Eis behindert. Die landwirtschaftlichen Brennereien, Stärkefabriken und Kartoffltrocktungsanlagen sind der Jahreszeit entsprechend beschäftigt. Die Zuckerfabriken haben ihre Kampagne beendet. Der Holzschlag wird alseitig in großem Umfang vorgenommen. Die Marktlage war jedoch flau. Grubenholz fand kaum Absatz, mittleres Bauholz noch eher. Die Meliorationsarbeiten ruhten infolge des ge frorenen Bodens und mangels an Geld. Die Gründung von Meliorationegenosenschaften machte Forschritte. Die Reichsregierung hat, wie verlautet, an die einzelnen Ressorts Anweisungen erlassen, zur Vorberestung der Haushaltberatung dem Reichstag Tätigkeitsberichte für das Jahr 1928 vorzulegen. Kreditgenossenschaft deutscher Landwirte ∆ Berlin, 15. Februar.(Telegr.) Bei der Kreditgenossenschaft deutcher Landwirte scheinen sich recht unersreuliche Vorgänge abgespielt zu haben, die das Ende der Kreditgenossenschaft herbeiführen und den beteiligten Landwirten nicht unerhebliche Verluste eintragen dürften. Denn noch immer scheint eine ganze Reihe von ihnen an dieser Kreditgenossenschaft beteiligt, obwohl bereits die Kreise mit genauer Kenntnis der Dinge längst eine Verbindung mit dieser Genossenschaft abgelehnt und auch dringend vor einer Anknüpfung von Beziehungen zu ihr gewarnt haben. Noch unlängst hat bekanntlich eine solche Warnung der Zentralverband des deutschen Bank= und Bankiergewerbes hinausgehen lassen, in der er betont, daß die Genosfenschaft ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. Die Kreditgenossenschaft war eine solche mit unbeschräntter Haftpflicht und sollte sich über ganz Deutschland erstrecken. Schon diese Rechtsform und die starke Ausdehnung der Gesellschaft, die eine Kontrolle der Mitglieder gar nicht mehr zuließ, wurde in Sachverständigentreisen völig abgelehn. Die Kreditgenosenschaft machte im vorigen Jahr besonders von sich reden, als sie versuchte in England Geld zu bekommen. Die als sehr aussichtsreich bezeichneten Anleiheverhandlungen haben nie Erfolg gehabt. Sie wurden von einem Dr. Goldberg geführt, der laut B. T. die Kreditgenossenschaft um erhebliche Beträge geschädigt haben soll. Goldberg soll sich jetzt im Ausland aufhalten. Bei der Genossenschaft sollen überhaupt keine Geschäftsführer mehr vorhanden und verschiedene Aufsichtsratsmitglieder ausgeschieden sein. Durch verschiedene andre Geschäfte soll diese Kreditgenossenschaft erhebliche Verlaste erlitten haben, die es unwahrscheinlich lassen, daß sie gedeck werden können. Das würde natürlich für die Mitglieder der Genossenschaft von sehr erheblichen Folgen sein, denn sie haften mit ihrem ganzen Vermögen. Es ist geplant, die Genossenschaft zu liquidieren, um die Landwirte vor weitern Schädigungen zu bewahren. Haß es dahin hat kommen müssen, ist sehr bedauerlich, denn vor dieser Kreditgenossenschaft war genügend gewarnt worden. Ein Landwirtschaftsrat für Schleswig=Holstein co Hamburg, 15. Febr.(Telegr.) Auf Veranlassung einer kleinen Gruppe schleswigholsteinscher Landwirte, die die Verbesserung des Absatzes ihrer Erzeugnisse durch Selbsthilfsemaßnahmen erstreben, hatten sich in Hamburg, die Präsidenten der Landwirtschaftskammern Kiel, Hamburg, Lübec und Eubin, die Vertreter der verschiedenen landwirtschaftlichen Organifationen und Genossenschaften versammelt. Es wurde ein Landwirtschaftsrat für Schleswig=Holstein und die Nachbargebiete gegründet, der keine neue Organisation, sondern lediglich eine Arbeitsgemeinschaft der beteiligten Körper, schaften und Verbände darstellt. Die Leitung der Arbeitsgemeinschaft liegt bei dem Vorsitzenden der Landwirtschaftskammer in Kiel. Sachsen und die Kraftfahrzeugsteuer X Dresden, 15. Febr.(Telegr.) Die sächsische Regierung hat dem Landtag eine umfangreiche Denkschrift über die Benachteiligung Sachsens bei der Verteilung der Kraftfahrzeugsteuer zugehen lassen. Darin wird der Nachweis zu führen versucht, daß Sachsen durch den bisherigen Verteilungsschlüssel bei der Kraftfahrzeugsteuer seit 1924 sehr benachteiligt worden ist. Die Einbuße, die Sachsen vom 1. April 1924 bis zum 0. September 1928 dadurch erlitten habe, betrage rund 22.4 Millionen Mark. Es habe im ganzen 27.9 Millionen Mark erhalten, während es bei gerechterer Verteilung 503 Millionen Mark hätte erhalten sollen. Daher wird Sachsen in Berlin die Anderung des Ver: teilungsschlüssels in der Weise beantragen, daß die Verteilung ausschließlich nach den örtlichen Aufkommen in den einzelnen Ländern vorgenommen werden soll. Sollte dieser Antrag abgelehnt werden, so wird Sachsen fordern, den als Verteilungsgrundlage untauglichen Gebietsumfang aus dem Schlüssel herauszulassen und durch das örtliche Aufkommen zu ersetzen, so daß künftig die Kraftfahrzeugsteuer zu drei Vierteln nach den örtlichen Aufkommen und zu einem Viertel nach der Bevölkerungszahl verteilt werden soll. In der Denkschrift ist besonders darauf hingewiesen, daß das kleine Sachsen mehr Kraftfahrzeugsteuer aufgebracht hat als das fünfmal so große Bayern. Toch einmal der Spionchgesal Lenbourn # Berlin, 14. Februar.(Telegr.) Die Berlingste Tidende in Kopenhagen stellt die Behauptung auf, daß der deutsche Gesandte von Hassel sich nachhaltig für das Gnadengesuch des wegen Spionage verurteilten dänischen Hauptmanns Lembourn interessiere und in dieser Angelegenheit bereits eine Reise nach Berlin gemacht habe, weil ihm daran liege, daß das Verhältnis zwischen Dänemark und Deutschland durch den Fall Lembourn nicht gestört werde. Zunächst ist zu dieser Nachricht zu bemerken, daß die Reise des Herrn von Hassel nicht mit der hier herangezogenen Angelegenheit in Zusammenhang stand. Ferner muß festgestellt werden, daß in Sachen Lembourn kein Gnadengesuch vorliegt, sich also auch niemand für seine Genehmigung einsetzen kann. Was nun die angebliche Gefahr einer Trübung der Beziehungen zwischen Dänemark und Deutschland betrifft, so kann man derartige Befürchtungen als unbegründet bezeichnen, da ja aus dem Urteil des Reichsgerichts klar hervorgeht, daß Lembourn seine dunkle Tätigkeit nicht in dänischen, sondern in französischen Diensten ausgeübt hat. Das Präsidium des Hauptvollzugsausschusses des Rätebundes ratifizierte das am 9. Februar in Moskau unterzeichnete Protokoll über die vorzeitige Inkraftsetzung des KelloggVertrags zwischen dem Rötebund, Polen, Rumänien, Estland und Lettland. Eine Vorms=Huldigung im Haag Der Standpunkt der„Großniederländer“. (Telegramm unsers Berichterstatters) H Haag, 15. Februar. Gestern abend wurde im Haag die angekündigte VormsHuldigung gehalten. Der Professor für Kolonialgeschichte und Völkerkunde an der Utrechter Hochschule, Dr. F. C. Gerretson, kam dabei auf die kürzlich in verschiedenen führenden holländischen Blättern erschienenen Warnungen vor einer Vorms=Huldigung zu sprechen. Er führte dabei in ungewöhnlich scharfer Form den Standpunktderaktivistischen Großniederländischen Partei aus: Man hat uns vorgeworsen, daß unser Auftreten geeignet sei, unsre Beziehungen zu Belgien zu stören. Dagegen müssen wir uns zur Wehr setzen. Die flämische Frage ist längst schon ein Teil des europäischen Fragenbereichs, der sich um das Verhältnis von Staat zur Nationalität dreht. Holland kennt diesen Konflikt nicht, Belgien aber wohl. Das Ziel der flämischen Bewegung ist Flanderns kulturelle Selbständigkeit. Dieses Ziel kann in Belgien auch ohne Grenzverschiebungen durch einen innern Prozeß erreicht werden, und wir in Holland werden uns darüber freuen; falls es auf diesem friedlichen Weg gelingt, dem wir sind mit dem belgischen Staat durch Verträge gebunden, und Verträge sind dazu da, um gehalten zu werden. Leider aber ist eine anormale Lösung der flämischen Frage weder theoretisch noch praktisch unmöglich. über eine Spaltung Belgiens nicht reden zu wollen, wäre Vogelstraußpolitik, besonders da diese Spaltung ja sogar schon im belgischen Parlament sehr ernsthaft besprochen wurde Die Sache läßt sich mit einem Rechtsstreit vergleichen. Es wäre volständig unrichtig, darin diesenige Partei zu tadeln, die ihr Recht sucht. Wenn ein solcher Rechtsstreit für eine der Parteien nachteilige Folgen hat, so muß diese Partei eben die Folgen tragen: Ist die Lösung der Flamenfrage in Belgien auf friedlichem Weg nicht möglich, dann muß eben dersenige büßen, der die Schuld daran trägt, und das ist sicherlich nicht Flandern. Unsre heutige Vorms=Huldigung ist keine Bedrohung Belgiens, sondern eine Warnung wie man sie auch einem Freund geben kann. Noch ist eine friedliche Beilegung der slämischen Frage möglich, und Belgien kann sie nach einem sehr einfache Rezept lösen: es hat nichts anderes zu tun, als im Interesse seines eignen Weiterbestandes seinen flämischen Unteranen gegenüber Gerechtigkeit zu üben, und zwar solange es noch Zeit ist. Klotz nicht geisteskrank O Paris, 14. Febr.(Telegr.) Den von verschiedenen Seiten gemachten Anstrengungen will es nicht gelingen, dem Schekt und Wechselfälscher und ehemaligen Finanzminister Klotz Geisteskrankheit nachzuweisen. Die drei ärztlichen Sachverständigen, die von dem Untersuchungsrichter beauftragt wurden, Klotz aufs neue auf seinen Geisteszustand zu untersuchen, haben ihren Bericht eingereicht. Daraus gehi hervor, daß Klotz für seine Handlungsweise voll verantwort: lich sei. Eine südslawische Freizone in Salonik Einigung zwischen Belgrad und Athen (Telegramm unsers Berichterstatters.) 58 Belgrad, 15. Februar. Die neuerdings zwischen Südslawien und Griechenland begonnenen Verhandlungen über den schon zehn Jahre alten Streit über eine südslawische Freizone im Hafen von Salonik scheinen durch Nachgiebigkeit Belgrads nunmehr einem guten Ende entgegenzugehen. Dem griechischen Gesandten in Belgrad gelang es, eine Einigung herbeizuführen, die die Interessen Griechenlands befriedigt, d. h. im wesentlichen, daß die griechische Souveränität in Salonik nicht gefährdet wird. Weil sie eine solche Gefährdung der Souveränität Griechenlands befürchteten, lehnten weite politische Kreise Griechenlands das Pangalos=Abkommen, worin Südslawien die Freizone zugestanden war, ab. über die Freizone ist jetzt vereinbart, daß Schifse, die in der Sdslawischen Freizone anlegen, dem griechischen Hasenkapitän unterstehen. Der Eisenbahndienst in der Freizone soll nicht den südslawischen Eisenbahnbehörden unterstehen, sondern autonom bleiben. Bei Streiisgkeiten über den Durchgangsvertehr von der fühlawischen Grenze bis zur Freizone soll ein neutraler Schiedsrichter entscheiden. Auch dürfen durch die südslawische Freizone mur südslawische Waren, aber keine aus andern Ländern geleitet werden. Eingeweihte Kreise behaupten, die Abmachung über die Freizone werde schon in kurzer Zeit unterzeichnet werden. Es würden sodann Verhandlungen über einen südslawisch=griechischen Freundschaftsvertrag aufgenommen werden. Mit diesem Entgegenkommen beweist Südslawien, daß es bereit ist, die bisher vernachläsigten außenpolitischen Verhältnisse, die Italien leichte diplomatische Erfolge auf dem Balkan und im Nahen Osten ermöglicht haben, von Grund auf zu regeln. Der erste Schrit dazu war die öffwing der Grenze gegen Bulgarien, die Einsetzung eines bulgarisch=südslawischen Grenzausschusses und die Ankündigung seiner Bereitschaft, mit Bulgarien einen Handelsvertrag abzuschließen. Die außenpolitische Regsamkeit Südslawiens wird sicherlich eine Rückwirtung in Rom haben, obwohl das neue Regime in Belgrad mit Rücksicht auf die Verhältnisse im Imern es gegenwärtig vermeiden wird, irgendwie scharf gegenüber der italienischen Politik aufzutreten. Die Abmachungen Mussolinis mit dem Papst dürften auch Frankreich stärker zur Verteidigung der französischen Interessen im Nahen Osten auf den Plan rufen. Eine selbständige Kirche in Albanien (Telegramm unsers Berichterstatters) 8 Belgrad, 14. Jebmur. Gestern erfolgte in Tirana die Ausrufung einer autokephalen albanischenorthodoxen Kirche; ste war bieher noch von dem Patriarchen in Konstantinopel abhängig. Dies Ereignis ist insofern sehr bemerkenswert und auch hochpolitisch, als daran auch der orthodoxe Belgrader Spnod mitwirkte. Unter den Bischösen der albanischen orthodoxen Kirche ist einer serbischer Herkunft; zwei Albanier wurden gestern in Tirana zu Bischöfen neu geweiht. Nach einer Audienz bei Achmed Zogu wurde einer dieser Bischöse, nämlich Wisarion, zum Metropoliten der albanischen orthodoren Kirche ausgerufen. Die Bildung eines Synods soll in den nächsten Tagen erfolgen. Es ist anzunehmen, daß dieser Vorgang in Athen und Rom nicht unbemerkt bleibt, da die neue autokephale albanische Kirche offensichtlich die Unterstützung der serbischen Kirchenbehörde findet, was sicherlich sowohl in Rom als auch in Athen nicht gern gesehen werden dürfte. Die verworrene Lage in Afghanistan (Telegramm unsers eignen Berichterstatters) es London, 15. Februar. Die letzten Meldungen aus Afghanistan bestätigen, daß Dschellalabad, einer etwa 150 Klometer östlich von Kahul gelegenen Stadt, wo der Thronprätendent Ali Achmed eine Zeitlang sein Hauptquartier hatte, zerstört worden st. An der mdischen Grenze wurde gestern eine Reihe von Schinwaris festgehalten, die mit Gewehren und Maschinengewehren über die Grenze wollten, um diese bei den Blünderungen in Dschellalabad erbeuteten Waffen bei den indischen Stämmen zu verkaufen. In britischen Kreisen mißt man der Zerstörung dieser Stadt und ihrer Befestigungswerke besondere Bedeutung bei, da sie der Mittelpunkt der Stämme im nordöstlichen Afghanistan war. Man befürchtet, daß, nachdem die Stämme einmal mit Plünderungen und Zerstörungen begonnen haben, Chaos und Anarchie sich weiterverbreiten werden. Die Niederlage, die die Truppen Achmed Alis in Dschellalabad erlitten haben, soll außerordentlich schwer gewesen sein. Warum sich die Schinwaris und andre Stämme plötzlich gegen ihn gewandt haben, ist nicht klär. Wahrscheinlich aber hat diese Haltung nichts mit einer etwaigen Unterstützung Aman=Ullahs zu tumn, dessen Aussichten für die Wiedergewinnung des Throns man in hiesigen amtlichen Kreisen als nichtbesonders groß ansieht. Die Stimmung der Inder gegenüber der Lage in Afghanistan ist rassen= und religionsmäßig geteilt. Die Pathanen, deren Stammesangehörige eine Hauptrolle bei den Unruhen in Bombay spielten, begünstigen Aman=Ullah, der ihnen rassenmäßig viel näher steht, als Habib=Ulah. Die indischen Mohammedaner sind sonst im allgemeinen gegen Aman=Ullah, und zwar aus religiösen Gründen. Die Hindus zeigen allgemein große Sympathien für AmanUklah, weil er ein Befürworter religiöser Reformen ist, von denen sie günstige Rückwirkungen auf die hindufeindlichen mohammedanischen Inder erwarten. Nur befürchten die Hindus, bei einem vollständigen Fehlschlag Aman=Ullahs würden die britischen Behörden diese Tatsache als einen Beweis dafür anführen, daß für Verfassungsänderungen, wie das Beispiel Afghanistans zeige, auch Indien noch nicht reif sei „Der vollkommenste Wagen 22 den ich je gefahren habe. so schreibt ein alter erfahrener Automobilist über seinen Mercedes-Benz-Achtzylinder Typ ,Nürburg' Dieses Urteil wird uns von allen Seiten bestätigt. Fahreigenschaften, Zuverlässigkeit und Fahrsicherheit werden als ideal bezeichnet. Mercedes-Benz baut seit dem Jahre 1011 Achtzylindermotoren. Im großen Preis von Deutschland 1020 und anderen internationalen Wettbewerben waren Achtzylinder MercedesBenz-Sportwagen siegreich. Wir verfügen damit über Erfahrungen auch im Achtzylinderbau, wie sie keiner anderen Marke zu Gebote stehen, und unser Typ„Nürburg" ist das Ergebnis dieser unvergleichlichen Erfahrungen. 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Febrnar 1929 Die Spannung in der Mandschurei Selegramm nasers eignen Beeichterstatters ## Moskau, 15. Februar. Der Mordanschlag auf den russischen Generalkonsul in Charbin, Meljnikow, durch einen bei der chinesischen Polizei beamteten Weißgardisten, Monokanow, kennzeichnet den Höhepunkt des seit Monaten heftig geführten Kampfes gewisser chinesischer Gruppen gegen den Räteanteil an der Verwaltung der Ostchinesischen Bahn. Monokanow kam in Uniform in das Generalkonsulat und verlangte Melinikow zu sprechen, den er angeblich verhaften soll. Als Meljnikow das Vorzimmer betrat, fielen zwei Schüsse, die beide fehlgingen. Der Attentäter wurde verhaftet, und der Vorstand der Hauptpolizeiverwaltung sprach sein Bedauern mit dem Hinweis aus, daß Monokanow stark betrunken gewesen sei. Charbin ist bekanntlich der Aufenthaltsort vieler Tausender von Weißgardisten, die dort eine rätefeindliche Atmosphäre verbreiten. Haussuchungen und Verhaftungen von Räteangestellten der Ostchinesischen Bahn waren in den letzten Monaten an der Tagesordnung. Trotzdem nahm die russische Presse eine auffallend zurückhaltende Stellung ein, wenn auch jetzt die Prawda erklärt, daß die Lage völlig unerträglich sei und die Bestrafung der Schuldigen verlangt. Die Iswestija fügt hinzu, daß die chinesische Verwaltung entschiedene Maßnahmen gegen die Weißgardisten unternehmen müsse. Es ist nicht wahrscheinlich, daß sich aus diesem Fall Weiterungen ergeben, denn ein besonderes Interesse an der Ostchinesischen Bahn als Ausdruck jener Ausdehnungsbestrebungen, die für die zaristische fernöstliche Politik maßgebend waren, entfallen für den Rätebund sowohl theoretisch und zwar auf Grund der allgemeinen politischen Lage, als auch praktisch. Die Politisierung der Wissenschaften in Rußland (Telegramm unsers eignen Berichterstatters) ## Moskau, 15. Februar. Wie nicht anders zu erwarten war, ist in einer neuen außerirdentlichen Wahlversammlung der Leningrader Akademie der Wissenschaften jetzt die Wahl der drei marxistischen Belehrten, nämlich des Philosophen Deborin, des Literar historikers Fritsche und des Historikers Lukin gegen nur zwei beziehungsweise drei Stimmen doch erfolgt. Diese drei erhielten bei der ersten geheimen Wahl im Januar nicht die erforderliche Zwei drittelmehrheit, weshalb die Presse eine unglaubliche Hetze gegen jene Akademiker, die teilweise auch ganz offen für die Ablehnung der drei genannten Gelehrten eintraten, entfachte, und sie, wie das in solchen Fällen üblich ist, gegenrevolutionärer Gesinnung beschuldigte. Die Akademie hatte selbst um die Erlaubnis zur Wiederholung der Wahl nachgesucht, die der Rat der Volkskommissare selbstverständlich bewilligte. Trotz dieses Erfolgs der Partei verlangt die Presse auch weiterhin, daß die letzten Reste der akademischen Unabhängikeit zugunsten einer völligen Politisierung der Wahl zum Akademiker beseitigt werden. Schöne Worke in der tschechischen Regierungserklärung WWIB Prag, 14. Februar.(Telegr.) In der hentigen Sitzung des nach fast zweimonatiger Pause wieder zusammengetretenen Abgeordnetenhause: stellte der Minister Udrzal, der, ohne zum Ministerpräsidenter ernannt worden zu sein, nach dem Rücktritt des bisherigen Ministerpräsidenten Schwehla den Vorsitz in der Regierung führt, sich der Form halber mit den Mitgliedern der im übrigen unverändert gebliebenen Regierung vor. In einer Erklärung, die Udrzal abgab, heißt es, daß es die Regierung als ihre erste Pflicht ansehe, dem Wohl aller Staatsbürger ohne jeden Unterschied nationaler, religiöser oder politischer Artzu dienen. Die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse seien gefestigt und entwickelten sich günstig. In der Außenpolitik seien in den letzten! Jahren alle Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für das Land im ganzen gelöst worden. Die Regierung werde wie alle vorangegangenen um die Festigung des allgemeinen Friedens und die Zusammenarbeit mit allen Freunden und allen Nachbarn bemüht sein. Eine durchdachte Unterstützung der Ausfuhr und die Gewinnung ausländischer Absatzmärkte seien für die tschechoslowakische Wirtschaft eine Lebensbedingung. Das große Werk der Bodenreform müsse im Interesse einer rationellen Wirtschaft auf dem beschlagnahmten Boden— besonders der Waldwirtschaft— mit der möglichsten Beschleunigung zu Ende geführt werden. Kölnische Zeitung Beilage zur Morgen=Ausgabe Nr. 92 Versuche zur Industriebelebung im Trierer Bezirk Förderung der Heimarbeit— Die katastrophale Tage der Gerberei= und Steinindustrie Die kraftwirtschaftliche Seite des Moselkanals sich von dem staatlichen Plan vor allem dadurch unterscheidet, daß er Ein neuer plan des RWE. statt 20 Staustufen an der Mosel nur 12 vorsieht. Neu Trier, Mitte Februar. Die wirtschaftliche Lage in den Grenzgebieten, die unter dem Zollabschluß des Saarlandes naturgemäß ganz besonders stark leiden, sind im vergangenen Jahr bedeutend verschärft worden durch die zahlreichen Bergarbeiterentlassungen, die die französische Grubenverwaltung im Saargebie vorgenommen hat und wodurch vor allem Leute des Trierer Bezirks betroffen wurden. Ein Teil der entlassenen Bergleute konnte in das Aachener Kohlenrevier umgesiedelt werden; ein großer Teil weigerte sich aber, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, da sie ihren landwirtschaftlichen Besitz nicht aufgeben wollten, obwohl sie davon nicht leben können. Die Trierer Industrie= und Handelskammer hat daher geprüft, ob nicht ein ergänzender Erwerb durch Heimarbeit gefunden werden könne. Über das Ergebnis dieser Maßnahme gibt die Kammer in ihrem Geschäftsbericht für das verflossene Jahr folgendes bekannt: Ein Erfolg ist zu verzeichnen bezüglich der Besenindustrie, die als Heimarbeit vornehmlich in der Waderner Gegend betrieben wird. Wir haben uns an Organisationen und Firmen im niederrheinischen Industriegebiet gewandt, mit dem Ergebnis, daß zahlreiche Anfragen auf Besenlieferungen einliefen. Ebenso haben wir uns bemüht, durch eindringliche Vorstellungen bei Behörden und Privaten der Schulmöbel= und Perlmutterknopfherstellung im Grenzgebiet Aufträge zuzuführen. Das gleiche gilt von einem alteingesessenen Industriezweig, der mehr an der westlichen Grenze unsers Bezirks beheimatet und auch durch seine Grenzlage in schwere Bedrängnis geraten ist: die Eichenlohgerberei. Dieser einst so blühende Gewerbezweig befindet sich, bedroht durch den Wettbewerb günstiger gelegener norddeutscher Schnellgerbereien, in einer höchst traurigen Lage, vor allem nachdem er seinen wertvollsten Kunden, die deutsche Armee, verloren hat. Dazu kommt der starke Wettbewerb der benachbarten ausländischen Gerbereien, die den heimischen Markt mit billigen Erzeugnissen überschwemmen. Die deutschen Lederzölle müssen leider als gänzlich unzulänglich bezeichnet werden. Das Auslanderzeugnis kommt wohl zu uns, aber unsre Erzeugung dringt nicht auf den Auslandmarkt, da sie durch höhere Steuern, Zinsen und Sozial abgaben zu stark vorbelastet ist. Unsre Schritte in Berlin, unsern Lederfabriken mehr öffentliche Aufträge zuzuführen, haben leider nur geringen Erfolg gehabt, ebenso zerschlugen sich die Aussichten auf eine Kredithilfe. Ferner galt unsre Sorge der Holz=, Stein= und Schieferindustrie. Manche Schwierigkeiten und Mißverständnisse, die hier bestanden haben, konnten ausgeräumt werden, und es ist gelungen, besonders der Holzindustrie ihren Absatz zu erweitern. Sehr traurig steht es um die Schiefer= und die Steinindustrie. Ihnen muß von den Behörden noch erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Für diese Zweige der Urproduktion spielt die Frachtenfrage eine besondere Rolle. Wäre die Mosel in normaler Weise schiffbar, so stünde es wohl auch um sie besser. Aber die Moselkanalisterung befindet sich leider immer noch in einem ungewissen Stadium. Die finanzielle Lage des Reichs läßt eine maßgebliche geldliche Förderung von dieser Seite kaum erwarten, zumak bezüglich neuer Kanalbauten infolge der bekannten finanziellen Verdrückung der Reichsbahn allenthalben eine starke Reserve zu beobachten ist. Wir werden daher unser Augenmerk besonders der kraftwirtschaftlichen Sette des Moselkanakproblems zu widmen haben, wenn wir vorankommen wollen. Der Reichsverkehrsminister hat kürzlich dem Oberbürgermeister von Trier gegenüber geäußert, daß in dieser Beziehung die Aussichten sehr günstig seien. Wie wir durch Rücksprache in Essen festgestellt haben, hat das RWE. einen ganz neuen Kanalisierungsplan aufgestellt, der ist auch, daß die Anlage in einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Ourtalsperre gebracht werden soll, und zwar nicht nur hinsichtlich der eigentlichen Kraftgewinnung, sondern auch hinsichtlich der Nivellierung der Fahrwassertiefe. In Zeiten besonderer Wassernot im Sommer soll nämlich dem Schiffahrtsbett Wasser aus der Sperre zugeführt werden. Hierdurch wird die Möglichkeit zur Verminderung der Staustufen gegeben. Einen Nachteil hat der Plan des RWE. allerdings: er ist noch teurer als der staatliche Plan, und das ist natürlich ein sehr wunder Punkt. Aber es ist sehr wichtig, daß das RWE. sich überhaupt für diese Fragen interessiert. Wenn erst einmal ein Anfang mit dem ersten Kraftwerk gemacht ist, dann wird der Stein auch ins Rollen kommen. Voraussichtlich werden in nächster Zeit weitere Besprechungen in dieser Sache abgehalten. In diesem Zusammenhang muß noch ein andres Tätigkeitsfeld der Kammer erwähnt werden, das in die gleiche Richtung, die wirtschaftliche Ausschließung unsers Bezirks, führt: die Industriewerbung Wenn die Mosel bereits kanalisiert wäre, wenn die Wasserkräfte erschlossen wären, wenn uns der Saarmarkt wieder geöffnet und unser Land von Besatzung befreit wäre, wäre das alles sehr viel einfacher als es jetzt ist. Da wir nicht gleichzeitig für sämtliche Orte des Regierungsbezirks dasselbe tun können, haben wir zunächst der Frage der Industrie ansiedlung in Trier unser Augenmerk zugewandt. Industrielle Neugründungen in der Stadt Trier würden ja auch für die übrigen Teile des Trierer Bezirks von Bedeutung und Vorteil sein insosern, als die Arbeiterschaft zum großen Teil aus der ländlichen Umgebung stammt. Bei allen Verhandlungen, die bis jetzt geführt wurden, hat es sich gezeigt, daß es zunächst notwendig ist, klarzustellen, auf welchem Gelände neue Werke untergebracht werden könnten. Auf Veranlassung der Kammer wird augenblicklich ein genauer Plan über die bestmögliche Erschließung des Geländes in und um Trier ausgearbeitet. In diesen Plan wird auch eine Untersuchung darüber eingeschlossen, inwieweit die Trierer Kasernenbauten sich einmal zu einer gewerblichen Benutzung eignen werden. Die Unterlagen über die Lohn= und Frachtverhältnisse sind zum größten Teil schon zusammengestellt. Wenn alles benötigte Material vorhanden ist, ist in Aussicht genommen, einige Studien= und Werbereisen in andre Industriebezirke zu unternehmen. über zwei Unternehmungen befinden sich Verhandlungen bereits in der Schwebe. Ein sehr wichtiger Punkt in der industriellen Entwicklung unsers Bezirks ist die Verkehrslage. Auf die Dauer werden sich bei uns, solange die Mosel nicht kanalisiert ist, nur solche Fabrikationszweige rentabel halten, deren Erzeugnisse hochwertig genug sind, um unsre ungünstige Frachtlage zu vertragen. Denn das haben wir ja häufig genug offen ausgesprochen: Unsre An gelegenheit im äußersten Südwestzipfel des Reichsgebiets hat die Entwicklung der heimischen Industrie bisher sehr gehemmt. Die Frage billiger Beförderungskosten für den Bezug der Roh= und Hilfsstoffe sowie für den Versand der Fertigerzeugnisse ist zu einer Lebensfrage unsrer Wirtschaft geworden. Für die meisten Güter unsres Gebiets ist der Absatz mit einer Fracht von etwa 150 bis 200 Kilometer vorbelastet, ehe sie an ihre eigentlichen Absatz gebiete herankommen. Außerdem kann sich der Inlandabsatz nur in einer Richtung bewegen und nicht mehr nach allen Seiten gehen, wie vor dem Krieg. Aus dieser Sachlage ergibt sich ohne weiteres, daß die Erlangung erträglicher Verkehrsbedingungen mit zu den ersten Aufgaben der Industrie= und Handelskammer gehört. Leider hat sich die Reichsbahnverwaltung den Wünschen auf Gewährung von wird jetzt angestrebt werden, auf dem Wege über Ausnahme tarife Erleichterungen für einzelne Gewerbezweige durchzusetzen Es muß immer wieder betont und gefordert werden, daß dem Trierer Gebiet wegen seiner außergewöhnlichen Lage eine Ausnahmebehandlung zuteil wird. Brennende Petroleumlager Buenos Aires, 15. Febr.(Unlied Preß.) Ein großes Schadenfeuer ist auf den der Regierung gehörigen Petroleumlagern ausgebrochen wo zahlreiche Oltanks explodierten. In der Umgebung der Lager wurde beträchtlicher Schade angerichtet und fast sämtliche Fensterscheiben zertrümmert. Es sind schon ziemlich hohe Werte dem Feuer zum Opfer gefallen, und noch größere Verluste werden durch weiter zu erwartende Explosionen befürchtet. Die Bekämpfung des Feuers gestaltet sich äußerst schwierig. Buenos Aires, 15. Febr.(Uniked Preß.) Das Großfeuer hat eine weitere Ausbreitung erfahren. Die Flammen haben auf einen der Regierung gehörenden Schuppen übergegriffen, in dem viele Kraftwagen untergebracht sind. Nach den letzten Meldungen hat sich das Feuer dann weiter auf mehrere in der Nähe der Brandstätte gelegene Kraftwagengaragen ausgedehnt, in denen Hunderte von Kraftwagen stehen. Wie unser#-Berichterstatter in Kowno meldet, hal das Minister kabinett heute den deutsch=litauischen Handelsvertrag ratifiziert. Der Haushalt von Koblenz ##r Koblenz, 15. Februar.(Telegr.) In einer Pressebesprechung teilte Oberbürgermeister Dr. Russell folgendes mit: Der Haushaltplan für 1929 weist einen ungedeckten Fehlbetrag von 920 000 Mark auf. Er ist fast nur auf die Steigerung der Wohlfahrtslasten zurückzuführen. Der haushaltmäßige Ansatz des Vorjahres wird um 740000 Mark überschritten. Eine höher Steuerlast als die des Vorjahres ist unter keinen Umständen zu tragen. Größere Steuerüberweisungen vom Reich und vom Staat sind nach Lage der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse ganz ausgeschlossen. Eine Ersparung von Ausgaben in der Höhe von 920 000 Mark ist bei der Dürftigkeit der Haushaltansätze unmöglich. Der Haushaltplan ist so sparsam aufgestellt, daß die Gesamtheit der übrigen Positionen mit einem geringern Zuschußbedarf abschließt als im Vorjahr. Die Fortführung des Theaters und Orchesters die noch vor kurzem gesichert erschien, ist neuerdings, wenn nicht gerade gefährdet, s# doch etwas unsicher geworden. Von dem ursprünglich für kulturelle Zwecke vom Rheinministerium eingesetzten Betrag von einer Million Mark hat wegen der schwierigen Geldlage des Reichs die Hälfte gestrichen werden müssen; allerdings sind aussichtsreiche Verhandlungen der Länder im Reichsrat im Gang, welche die Zuteilung des vollen Betragbezwecken. Man darf annehmen, daß dies erreicht wird. Dann kann auch die Stadt Koblenz wieder mit dem vorjährigen Zuschuß zum Theater und Orchester rechnen. Davon ausgehend, ist beschlossen worden, das Theater für 1929 fortzuführen, und die Stadtverwaltung i ermächtigt worden, mit Verpflichtungen für das Personal zu beginnen. Es ist erneut erwogen worden, ob nicht das Realgymnasium nebst Realschule verstaatlicht und damit der Zustand von 300 000 Mark der Stadt abgenommen werden könne; die Aussichten darüber sind sehr gering. Das Gerücht, daß das Reich die Zuschüsse für die Polizei die wegen des Widerstands der Besetzungsmächte nicht verstaatlicht werden kann, im kommenden Jahr nicht zahlen würde, trifft nicht zu; im Gegenteil ist mit dem Eingang der Polizeizuschüsse bestimmt zu rechnen Mit dem Bau der Staustufe in der Mosel bei Koblenz wird in nächsten Jahr begonnen werden. Dagegen wird nach einer Erklärung des Rheinisch=Westfälischen Elektrizitätswerks, das erst die mit der Neuanlage bei Hengstey gemachten Erfahrungen abwarten will, das damit im Zusammenhang stehende Speicherwerk im Stadtwald wahrscheinlich erst später errichtet werden, während die Stadt, um Arbeitskräfte zu beschäftigen, Wert darauf legt, daß es bald in Angriff genommen wird Die Frage der Eindeichung eines größern Gebiets ist noch nicht geklärt; vom Reichsministerium wird noch ein Bescheid über Zuschüsse erwartet. Für die Errichtung einer Zentralmolkerei soll eine Genossenschaft von der Stadt, den Händlern und Landwirten errichte werden. Das Reich hat 200000 Mark zur Verfügung gestellt. Der Bau einer Verkaufshalle für Kartoffeln hängt davon ab, ob die Reichsbahnverwaltung vorteilhafte Gebühren für die Bahnbenutzung bewilligen wird. Zuletzt teilte der Oberbürgermeister noch mit, daß der Provinzialrat demnächst für die ganze Provinz die Frage der Gehälter der Oberbürgermeister usw. regeln werde. Geheimrat Dr. F. A. Schmidt S Bonn, 15. Febr. Der am 14. Februar im Alter von 76 Jahren gestorbene Geh. Sanitätsrat Professor Dr. Ferdinand August Schmidt, Ehrenbürger der Stadt Bonn und der Universität Bonn, war geborener Bonner. Abgesehen von seiner Militärdienstzeit in Berlin und einer zweijährigen Assistenzarzttätigkeit bei den Trierer Husaren war er immer in Bonn ansässig und hat sich in seinem langen, dem Allgemeinwohl gewidmeten Leben außerordentliche Verdienste um seine Vaterstadt erworben. Von 1887 bis 1919 war er Stadtverordneter und hat in dieser Zeit auf den wichtigsten Gebieten der Verwaltung mit anerkanntem Erfolg gewirkt. Auf seine Anregung hin richtete Bonn im Jahre 1899 als eine der ersten deutschen Städte den schulärztlichen Dienst ein. Am 1. April 1905 wurde ihm das Amt d leitenden Schularztes übertragen, das er bis zum 1. November 1928 verwaltet hat. Ihm ist die Errichtung der Freiluftschule in Bonn zu danken. Seine wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Schulgesundheitspflege haben allgemeine Anerkennung gefunden. Schmidt war Mitgründer des Arztebundes zur Förderung der Leibesübungen und Mitglied des Reichsausschusses für Leibesübungen. In Bonn hat er sich durch die Schaffung des Schmidt=SchneidersStadions ein bleibendes Denkmal gesetzt. In Anerkennung seiner hohen Verdienste beschloß die Stadtverordnetenversammlung am 2. Juli 1926, ihm das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Auch die Universität ernannte ihn zum akademischen Ehrenbürger. Geheimrat Schmidt gehörte zu den Mitgründern des Vereins Beethovenhaus und war lange Zeit dessen Vorsitzender. In den 80er Jahren stellte er sich an die Spitze der Bewegung, die für die Rettung des Siebengebirges eintrat. Statistik der Verkehrsunfälle in Nachen 2# Aachen, 15. Febr.(Telegr.) Die Aachener Polizei veröffentlicht eine Verkehrsstatistik, wonach sich im vergangenen Jahr insgesamt 536 Unfälle auf den Straßen zugetragen haben. Hierbei wurden insgesamt 271 Personen verletzt und zwölf getötet. Im Jahre 1927 war die Zahl der Unglücksfälle bedeutend geringer. Vertreterwahlen der Ruhr= und Reichsknappschaft D Bochum, 15. Febr.(Telegr.) In der heutigen Bezirksversammlung der Ruhrknappschaft wurden die Vertreterwahlen zum Verstand der Ruhrknappschaft und zur Hauptversammlung der Reichsknappschaft vollzogen. Die Arbeitgeber hatten für die beiden Wahlen je eine emeinsame Liste eingereicht. In der Bezirksversammlung für Angestelltenangelegenheiten der Ruhrknappschaft wurden je drei Vertreter des Gewerkschaftsbundes der Angestellten und des Afabundes zum Vorstand dr Bezirksversammlung der Angestelltenabteilung und zur Reichsknappschaft gewählt. Der Reichsverband Deutscher Bergbauangestellten hatte keine Liste eingereicht. Bei den Wahlen zum Vorstand der Ruhrknappschaft und zur Hauptversammlung der Reichsknappschaft erhielten in der Bezirksversammlung für Arbeiterangelegenheiten die Liste des Gewerkvereins Christlicher Bergarbeiter je 13 und die Liste des Alten Bergarbeiterverdes je 23 Stimmen. Auf den Gewerkverein Christlicher Bergarbeiter entfallen vier und auf den Alten Bergarbeiterverband acht Vertreter zum Vorstand der Ruhrknappschaft und die gleiche Zahl Vertreter zur Hauptversammlung der Reichsknappschaft. Die Ruhrstauseen als Volkserholungsstätten Gründung einer Seegesellschaft Herbede S Hattingen, 15. Febr.(Telegr.) Im Kreise Hattingen hat eine Bewegung eingesetzt mit dem Ziel, die Ausgestaltung der vom Ruhrverband an der Ruhr zu errichtenden Stauseen zu Volkserholungsstätten vorzubereiten. Mit dieser Frage beschäftigte sich der Kreistag in Hattingen. Landrat Friedrich schlug die Gründung einer entsprechenden Gesellschaft im Wege einer überkommunalen Arbeitsgemeinschaft der angrenzenden Kommunen vor. Die Gemeinde Herbede habe sich notariell das Vorkaufsrecht an den sämtlichen Grundstücken südlich des künftigen Stausees an der Ruhr, soweit sie sich in den Händen der Stadt Bochum befinden, gesichert. Die Stadtverwaltung Witten sei mit der Gemeindeverwaltung Herbede und mit der Kreisverwaltung dahin einig geworden, daß es schon jetzt geboten sei, durch Gründung einer überörtlichen Arbeitsgemeinschaft in Gestalt einer G. m. b. H. nach dem Vorbild der SeeErleichterungen im Güterverkehr gegenüber sehr kühl verhalten. Es gesellschaft Hengstey vorzugehen. Ohne Aussprache nahm der Kreistag den Entwurf eines Vertrags zur Gründung der Seegesellschaft m. b. H. Herbede an. Die Frühgemüsezucht hat im Kreise Hattingen eine lebhafte Förderung gefunden. Nach Mitteilung des Landrats hat der Minister daher weitere Mittel des Reichs und des Staats zur Verfügung gestellt. Für die Errichtung neuer Gewächshäuser und für die Vergrößerung bereits errichteter Gewächshäuser sollen größere Darlehen gegeben werden. Die Gesamtkosten werden auf 250000 Mark geschätzt, von Reich und Staat 200 000 Mark und der Kreis 50 000 Mark tragen sollen. Der Kreistag beschloß, ein Reichs= und Staats darl bi5 zu 200 000 Mark zur Vermittlung von Darlehen an im Kreise Ha 1 ansässige Bergleute zur Errichtung von Treibhäusern für Frühgemusezucht aufzunehmen. Die Eingemeindung Wetter=Hagen angenommen * Hagen, 15. Febr.(Telegr.) In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung in Wetter wurde der Eingemeindungsvertrag mit Hagen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Nach dem Vertrag übernimmt Hagen den Bau eines Krankenhauses in Wetter(Aufwand 450000 Mark), dazu den Ausbau der Realschule zu einer Vollanstalt(Aufwand etwa 700000 Mark), dann den Ausbau der höhern Mädchenschule zum Lyzeum(Aufwand 150 000 Mark), außerdem den Bau einer Turnschule, den Ausbau des Users des engen Stausees und die Förderung des Wohnungsbaus(Errichtung von 250 Wohnungen). (“) Köln, 15. Febr. Infolge einer Kabelstörung in Mülheim(Ruhr) durch eine Gasexplosion, sind die Schnellverkehrsleitungen nach Essen, Duisburg und Hamborn unterbrochen. Der Fernsprechverkehr wird fernamtmäßig mit Verzögerung abgewickelt. Der Telegrammverkehr ist nicht in Mitleidenschaft gezogen. Vom russischen Ballett Dandys, Klubbisten und Ballettomanen Von Arthur Knüpffer Winterliches Peiersburg, Ballett im Marientheater. Für den der es gesehen, Begriffe voll sinnlichen Zaubers. Ein Nachhall köstlicher Abende erwacht, und das Bild der unwirklichsten Stadt Europas steigt auf, der Stadt Peters des Großen, Puschkins, Tschaikowskis, Somows und der sogenannten„Ballettomanen“, die es nur dort gab. Hintergrund für das Ballett, diese feinste Kulturblüte des alten Rußland, war das eigenartige Leben Petersburgs: ein Zugleich gespenstisch=trostlosen Alltags und schrankenlosen Genießens. Nährboden und Rahmen des Balletts aber waren die riesigen Zuwendungen aus der Schatulle des Zaren, die hervorragende, als Internat eingerichtete Ballettschule, die mannigfachen Fäden, die sich zwischen Ballett und Gesellschaft spannen, und dann das glänzende, von Kennern und Ballettomanen durchsetzte Stammpublikum der Mittwoch= und Sonntagabende in Marientheater. Wohl gibt es ein Ballett nach wie vor in Petersburg, aber nur ein Abglanz ist es von dem, was war: verweht und verstreut in alle Welt die unvergleichlichen Tänzerinnen und Tänzer, vertrieben der Ballettomanen kritisch=begeisterte Schar von den abonnierten Parkettsitzen! Die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts hatten Petersburg aus London und Paris den Dandy gebracht. Fern von Childe Harold und George Brummel entstand ein russischer Dandytyp, den in ihrer Jugend aufs feinste Puschkin=Onegin, Tschaadajew, Gribojedow, Fürst Wjasemski und später Lermontow verkörperten. Wohl galt es bei den Dandys und solchen, die es sein wollten, für selbstverständlich, keinen Ballettabend zu versäumen, und viele waren auch leidenschaftliche Freunde dieser Kunst, aber den echten Ballettomanen, jenen eigenartigen Typus, dessen Naturgeschichte noch aussteht, den gab es noch lange nicht. Die Ahnen der spätern Ballettomanen Petersburgs waren immerhin die Dandys aus dem Jahrhundertanfang, vor allem aber die Mitglieder eines höchst wundersamen Klubs. In den dreißiger Jahren von einigen Ballett= und Theaterfreunden gegründet, führte er den seltsamen Namen„Gesellschaft der Tänzer wider Willen". Es war nach außen hin durchaus eine Dandyunternehmung. Der Name stammte daher, daß jedes der Klubmitglieder sich laut Paragraph 1 der Satzungen verpflichtete, zu tanzen: wo es auch sei—, sobald aus dem Ballett„La Flüte enchantee“ die Melodie erklang, die alles auf der Bühne in Tanzbewegung versetzt. Weitere wichtige Paragraphen waren: 1. Das Klubmitglied ist verpflichtet, nur einer Dame vom Theater— sei sie Schauspielerin, Sängerin oder Tänzerin—, den Hof zu machen. 2. Die Mitglieder sind gehalten, stets im Theater zu sein, wenn ihre Damen auftreten. Fehlt der Klubbist, so beträgt die Buße einen Korb Champagner und ein Geschenk für die Dame. 3. Die Klubbisten sind verpflichtet, jegliche Theaterdirektion zu verabscheuen und sie, wo nur immer möglich, zu schikanieren. 4. Nichtbeherrschung der Theatersprache, Unkenntnis der Theaterwelt und Vernachlässigung des Theaterklatsches kostet den Schuldigen ein Frühstück bei Talon. Und so weiter. Der Vorsitzende, mit dem Titel Archimandrit, war der witzige Pawel Fjodorow, Verfasser vieler Lustspiele und später einflußreicher Spielplanleiter der kaiserlichen Theater. Unter den Mitgliedern befanden sich eine Reihe der bekanntesten Petersburger Dandys, wie Kawerin, Bulgakow, Scheremetjew, Graf Sawadowsti. An der Moika, gegenüber dem Internat der kaiserlichen Theaterschule, befand sich, zur Verzweiflung der Schulleitung, das Klubhaus. Jeden Vormittag versammelten sich dort die„Tänzer wider Willen", um„laufende Angelegenheiten“ zu besprechen, worauf es dann zum Frühstück bei Talon oder Andrien ging. An den Klubfenstern standen Fernrohre zur Beobachtung der hochwichtigen Vorgänge in der Theaterschule! Man verständigte sich pantomimisch und durch ein eigens erfundenes Alphabet. An den Tagen, wo Probe war, warteten vor der Theaterschule urweltliche Karosser aus Kaiserin Elisabeths Zeiten. Kaum war das junge Volk, unter der Obhut von Erzieherinnen, verstaut, und die Kutschen hatten sich schwerfällig in Bewegung gesetzt, als auch schon die Klubbisten zur Stelle waren. Teils in leichten Droschken, teils zu Pferde, wurden die Kutschen umschwärmt, und des Hinübers und Herübers, Winkens und Grüßens, Päckchenwerfens und Keifens der Begleitdamen war kein Ende. Dasselbe spielte sich abends auf der Fahrt ins Theater und aus dem Theater ab. Das ging eine Weile so fort, Nikolai I. nahm die Klagen der Hoftheaterdirektion nicht so tragisch. Die Skandalgeschichten aber häuften sich. Eines Abends wurden die Karossen an einer schmalen Stelle an der Moika, wo an ein Wenden nicht zu denken war, eine Stunde lang aufgehalten weil der Klubbist Fürst Wjasemski dort etliche Steinfuder hatte umstürzen lassen. Unterdessen plauderten die Unentwegten mit ihren Angebeteten und reichten Tablette mit Konfekt und Champagner in die finstern Kutschen. Ein andres Mal versteckten sich Bulgakon und Scheremetjew abends nach dem Theater in einem der Wagen unter den Bänken und krochen nach Antritt der Heimfahrt zum Schrecken des begleitenden Theaterbeamten heraus, um den angehenden Künstlerinnen Blumensträuße zu überreichen. Wenn auch das Drum und Dran des Klubs der„Tänzer wider Willen“ in manchem den Charakter einer Schlaraffia hatte, so war der Kern doch echte Kunstbegeisterung. Die meisten Mitglieder waren hochgebildete Leute, und die Berichte der Klubabende beweisen, daß die Hauptunterhaltung in musikalischen und dichterischen Improvisationen und Verhandlungen über Theater= und Literaturfragen bestand. Der Einfluß der Klubbisten in der Theaterwelt war, — trotz allem Unfug— recht groß und von den Direktoren gefürchtet. Gedeonow, der Direktor der Hoftheater, rechnete immer mit der fachmännischen Kritik der Klubleute. Im übrigen haßte er sie, weil die Klubbisten es zuweilen notwendig fanden, den Gestrengen „zur Ordnung zu rufen“. Das geschah etwa durch Versenkung einer lebenden Maus in die Tasche des Uniformmantels; oder der im Winterfrost vor dem Theater wartende Kutscher wurde von freund lichen Unbekannten derart eingeseift, daß die Exzellenz fluchend in einem elenden Mietschlitten nach Hause fahren mußte. Schlimmer aber war eine Zeitungsnotiz, aus der man erfuhr, Gedeonow feiere in der nächsten Woche seinen 60. Geburtstag und ihm seien Zwillinge geboren worden. Er war nämlich unbeweibt, verheimlichte sorgsam seinen Geburtstag und war erst 50 Jahre alt. So hatte das Ballettomanentum in seiner Jugend ausgesehen. Mit dem vorrückenden Jahrhundert wandelte sich der Typ vollständig. Zwar stellte sich die sture Menge unter einem Ballettomanen einen ältlichen Kavalier mit lockern Sitten vor, während das ein wahrhafter Kunstschwärmer, Fachmann und Weltmann in einem war. Mit dem Verfall des Balletts im Westen, starben auch die Ballettomanen dort aus, und zugleich verschwand spurlos die Tanzliteratur— bis fast auf unsre Tage. Die letzten echten Ballettomanen Westeuropas waren Théophile Gautier, Barbey 'Aurevilly und ihre Freunde gewesen, denn die Ballett=Lebegreise, wie sie später Louis Legrand, Forain und Toulouse=Lautrec radierten Verantwortlich für den allgemeinen Teil: Dr. Hans a. d. Winckel; für den Handelsteil: Dr. Ott ütsch: für den Anzeigenteil: F. Herberger: Verleger und Drucker: M. DuMont Schauberg: alle in Köln und zeichneten, waren Wüstlinge und keine Vertreter jener kultivierten, oft belächelten Gattung. Petersburg bildete also hierin eine Ausnahme, und erst Krieg und Bolschewismus machten dem Ballettomanentum den Garaus. Diese Schwärmer bildeten einen geschlossenen Kreis, obwohl die Vertreter der verschiedensten Berufe und Gesellschaftsklassen dazu gehörten. Alle kannten sich untereinander, und die gleiche Leidenschaft einte diese Leute zu einem heimlichen Orden. Einen Klub oder etwas ähnliches gab es nicht. Dafür versammelten sich die Herren viermal im Jahre zu„Konferenzen“ in einem Gesellschaftszimmer des französischen Restaurants Donon, um die Leistungen des Balletts sachgemäß zi kritisieren. Jahrelang präsidierte den Konferenzen Apuchtin, Dichter, Gastrosoph und Abgott der Petersburger Lebewelt, der infolge krankhafter Beleibtheit gezwungen war, aus seinem Parkettsessel ins geräumige Dunkel einer Loge überzusiedeln. Die auf den Zusammenkünften bei Donon geübte Kritik war für die Presse und die Ballettleitung maßgebend. Waren die Ballettomanen auch ernst geworden, so Lonnten sie erfreulicherweise ihre Abstammung von den Klubbisten aus Puschkins Tagen nicht ganz verleugnen. So wurde zu einem besondern Gedenktag bei Donon eine Wachtelpastete à la Taglioni gereicht, die ein Stückchen pulverisierter Sohle von den Ballettschuher der Tänzerin enthielt. Als Skalkowski, der vortreffliche Ge lehrte und Publizist, der von sich sagen konnte, den „Konjök Gorbundk“ nicht weniger als zweiundsechzigmal mit dem gleichen Interesse gesehen zu haben, sein Ende nahen fühlte, wünschte er noch, ein letztes Mal ins Ballett zu kommen. Er ließ sich ankleiden und hinfahren. Gestützt auf zwei Pfleger, erschien der alte Herr im Marientheater, und bald sah man ihn in Frack und weißer Binde auf seinem gewohnten Platz in der zweiten Reihe. Nach dem ersten Akt ließ er sich wieder hinaustragen, und noch vor Schluß der Vorstellung verbreitete sich im Theater die Nachricht von seinem Tode. Eines andern merkwürdigen Ballettomanen, einer stadtbekannten Petersburger Figur, werden sich manche noch entsinnen: des Börsennotars Holm. Er war von einer Theatermanie sondergleichen besessen, kannte die Familienverhältnisse ganzer Generationen der Mimenwelt, duzte sich mit sämtlichen Theaterdirektoren und erinnerte sich der Spielpläne von Jahrzehnten. Wenn der bewegliche, kleine, Adolph von Menzel ähnelnde, Herr, immer aufs sorgfälltigste gekleidet, die unerläßliche silberne Bonbonniere in der Hand, den Zuschauerlaum betrat, so konnte man danach getrost die Uhr stellen, denn Holm erschien mit der Genauigkeit eines Chronometers seit 50 Jahren genau fünf Minuten vor Beginn. Bekannt als hochherziger Mäzen und B sitzer einer hervorragenden Sammlung für Theatergeschichte, war dieser Mann von einer solchen Leidenschaft fürs Theater besessen, daß man ihm ohne weiteres Glauben schenkte, als er erzählte, wie er in fünfzig Jahren nicht einen einzigen Ballettabend versäumt habe und einst, laut seinem Tagebuch, nahezu 600 Theateraufführungen in einem Jahre beigewohnt hätte. Oft sah man ihn nach dem ersten Akt eilig aufbrechen, dann wußte man: der alte Schwärmer fährt nun in ein andres Theater, um nur ja nichts von Belang zu versäumen. Als sich dann der Vorhang vor der Lebensbühne des greisen Theaterfreundes gesenkt hatte, folgte seinem Sarge die gesamte Theaterwelt Petersburgs in schier unübersehbarem Zug. Seinen geistigen und abschließenden Ausdruck fand das Petersburger Ballettomanentum in einer Ballettliteratur wie sie nirgend sonst zu finden ist. Neben vielen andern sind die besten Namen: Skalkowski, Pleschtschejew, Swetlow, Benois, Lewinson, Solomgw. [Die Not der Wasservögel.] Unser Lübecker-Berichterstatter schreibt uns: Der Mensch, der noch niemals ein vollständig vereistes Meer gesehen und die bei aller Großartigkeit des Bildes doch trostlose Ode empfunden hat, kann sich nur schwer einen Begriff von der Not jener Tiere machen, denen durch die Eisdecke jede Möglichkeit genommen wird, sich Futter zu verschaffen, also der Wasservögel. Der Hunger und die Kälte räumen furchtbar unter ihnen auf. Die Überlebenden aber verlieren schließlich alle Scheu vor den Menschen. Im Hafen von Travemünde gibt es noch offene Wasserstellen. Hier drängen sich Tausende und aber Tausende von allen Arten von Enten, Zapfen, Möven, bis hinauf zu den allergrößten, die sonst nur im hohen Norden auf offener See zu finden sind, Bleßhühner usw. durcheinander. Auf den Eisschollen aber liegen die, die im Kampf gegen die unerbittliche Natur unterlegen sind. Täglich können Hunderte von toten Tieren gesammelt werden. Man hat neuerdings Stroh auf die Böschungen am Hafen gebreitet, auf denen sich Tier an Tier drängt. Mitleidige Menschen füttern die Vögel. Nur die großen Mengen von Wildschwänen, die vor Wochenfrist noch draußen in einigen offenen Stellen herumschwammen, halten sich nach wie vor fern. Wohin sie gekommen sind, nachdem auch das letzte Loch in der endlosen Eiswüste längst dick überfroren ist, weiß niemand. Vielleicht liegen sie draußen irgendwo verendet, vielleicht sind sie rechtzei östlich das noch offene Meer zu gewinnen. Hunger und Kälte treiben die sonst so scheuen Zapfen sogar in die Wohnungen der Menschen hinein, wo sie Wärme und Futter finden. Es dürfte in Travemünde an der Vorderreihe kaum noch eine Familie geben, die nicht einige solcher Kostgänger bei sich hat. Besonders verderblich sind die Nächte mit ihrer durch den Ostwind noch gesteigerten Kälte. Am Mittwochmorgen fand man allein unter der einen Brücke an hundert tote Enten und Bleßhühner, die auf dem Eis vollständig festgefroren waren. Wenn man nicht schließlich alle Wasservögel eingehen sehen will, wird man sich zum Bau von behelfsmäßigen Schutzhütten und einer behördlich organisierten Fütterung der Tiere entschließen müssen, wenn, wie leider zu erwarten ist, die Kälte noch weiter anhält. Ahnliche Verhältnisse wie in Travemünde herrschen überall an der Küste, wo noch einige offene Wasserstellen zu finden sind. Die Stärke des Eises auf der Ostsee ist durchschnittlich etwa 50 Zentimeter, so daß man es wohl verstehen kann, daß wagemutige Kraftfahrer am Sonntag den Versuch unternehmen wollen, einmal von Fehmarn aus nach der dänischen Insel Laaland hinüberzufahren. Kurze Mitteilungen Mit der Weiterführung der Aufbauarbeiten am Aachener Zeitungsmuseum hat der dortige Oberbürgermeister den Leiter des städtischen Presseamts und Privatdozenten für Zeitungswissenschaft an der Technischen Hochschule, Dr. W. Hermanns, beauftragt. Die Benutzung der Sammlung zu wissenschaftlichen Zwecken ist aus räumlichen Gründen vorläufig nur mit Genehmigung des Leiters möglich. Der Oberregisseur des Schauspiels- am Stadttheater Mainz, Theo Bögel, ist im Alter von 28 Jahren gestorben. Bögel, ein geborener Darmstädter, war Schüler Gustav Hartungs. Er kam über Würzburg nach Mainz, wo er sich durch seine Inszenierungen als mutiger und fortschrittlicher Spielleiter von stärkster Begabung erwiesen hat. An Stelle Legals, der endgültig in Berlin bleiben will, soll der Altenburger Generalintendant Max Berg-Ehlert an das preußische Staatstheater nach Kassel kommen. Karl Ebert, den man als Anwärter für Kassel nannte, verbleibt in Darmstadt. In Wien ist einer der bekanntesten österreichischen Schriftsteller, Dr. Paul Zifferer, im 50. Lebensjahr gestorben. Paul Zifferer war nach dem Umsturz Pressechef bei der österreichischen Gesandtschaft in Paris, vorher war er Feuilletonredakteur der Neuen Freien Presse; er hat zahlreiche Lustspiele und Rom Die Aasche de ase esch eace en iesche Sichie eich Er gehörte zum Freimderstreis von Huogo von Hohmammeshal und Archon Samstag, 16.Februar 1929 Handelsblatt der Kölnischen Zeitung Morgen-Ausgabe- Nr. 925 Landesbank der Rbeinprovinz Pechans eunhn dien k üue gror gue. Der Bericht befaßt sich zunächst mit einer allsemeinen Uebersicht über das Wirtschaftsiahr 1928, das manche Entfäuschung gebrac, □∆ habe. Alsdann werden die einzelnen Arbeitsgebiete der Bank ir Stafistübereichtlicher Weise behandelt zinter Beifügung reichlichen Besondere Anerkennuns verzient die schen und grephischen Materi: hungen um eine weitere Fortbilduns Bankleitung wegen ihrer Ben der Beamten, geleitet von dem Gedanken, daß nur eine praktiss söhten und und theoretisch gut durchgebildete Beamtenschaft den er vielgestaltigen Anforderungen der Zeit in betriedigender Weis gerecht werden kann. Hand in Hland eingen Masnahmen zug zit der Forthilkung der ereinfachung und Beamtenschaft damit Beschleunigung und Verbiligung des Betriebs. Landesbank und Kapitalmarkt h. wirtschaftGstragen von dem Gedanken, daß nur billige, zum Nutzen ge a Pe Kredite dem Derlehnenehmer 5 e vor von der lichen kön nen, hält sich die Landesbank nach wi eabe’solicher Papierg fern. die infolge ihner Zinchöhe eine tien; Kreditgsewährung zu erträglichen Bedingungen nicht mehr gestat ∆ 2 ung ihrer sie beschränkte sich auf die weiter terbringun Goldpfandbriefe, von denen sie bis Ml1 r bereits.5 Mill. Ry ütung absetzen kon zum Kurs von 93% abzüglich 194-2 Bis noch weitere 4p; Mill- Rlf zum Schluß des Jahres konnten aen des Kapital zum ansegebenen Kurs unte ien. Die Lage rgebrach leihen keine hinreichende markis, der selbet für hochverzinslicht andesbank von weitern Aufnahmewilligkeit zeiste: S die Für die Zwecke der Umwand Emissionen Abstand nehn ∆ 05 kurziristiger kommunal üsse und de 95. Arothekene über Anfane 59 or-Sitentsichen hat sich die Landesbank a; Ges Jahres bereit erklärt. Gelder auf F und 10 Jahre iest zum Zins Es sind ihr insgesamt 60.36 Mill Rü kuß von 7% bereinzunehmen. diese Beträge den Kommunen und Erugerlossen, die es ermöglicht dem Hypothekenmarkt zu 7½825 Zinsen und 94½% Auszahlung zur Verfügung zu Stellen. Hypothekenkredit Der Realkreditbedarf war während des ganzen Jahres Gei allen Kreisen der Darlehnssucher recht groß. Starke NachFage kam auch von den senschaften, die um jeden Prei Bessen rotz de rickeiten die sich der Beschaftung Eesen vollen e wprechender Mittel entgesenstellten. es der Bank möglich, 5 im städtischen und ländlichen Dariehn schäft den dringlichsten Kapitalbedarf zu decken, teilweise allerdings unter Heranziehung von Mitleln aus besondern Geldquellen. Der Gesamthypothekenbestand beträst 59.44 Mill. RA. Von der Gewährung in dustrielle Hypothekenkredite hat sieh die Bank auch weiterhir fernhalten können, da sie weder entsprechenden, Redarf feststellen konnte noch auch die Bedingungen, die zurzeit für solche Kredite gestellt werden müssen. als für die in Behracht kommende, Industrie tragBar ansah. Der Zinseingans war im allgemeinen befriedigend, jedoch mußte der Landwirtschaft gegenüber Nachsicht geübt werden. Förderung der Landwirtschaft durch die Landesbank Für die Landesbank wer die Finste : daß sie sich nur durch Gewähru 6 Kredite Landwirtschaft nützlich Grweisen könne, Richtschnur ihres Handelns. So hielt sich bekanntlich 1924/2 von der Ausgabe 1Oproz. Pfandbriefe kern und verzichtete, t Kritik-Pober auf die Wiederaufnahme des 90 Erpotheker geschäfts, bis sie Bnde 14 5 durch die Fmissig Sprost Pfandbriefe trach barere Bedin agen stellen konnt m abgelaufenen Geschäf Jahr ließ sitc die Landesbank di 850ins der rheinischen Landwirtschaft angelegen sein. Die Zinsverbilligung wunde weitergeführt derart, daß ebenso wie 1927 Im er Pelscher zuschuß Zins „gewährt un weite 1 Zuschuß 80 erhöht de de, daß. der selbstwirt schaftenden Landwirte für ehen aus Plandbriefmiteln m 72 aukzubriagen hatte 80 er sich die für diese Aktion au gewandle Summe auf 538 000 RA. Im letzten Drittel des schäft: jahres 1928 setzte die Reichsumschule maßnahm Geebhe) ein. Die Landesbank stellte sich in den Diens st de * 5 gie sich die Mängel dieser Aktion nicht verhehlte. Bei der Ger Bedingungen und den mit der Ausgabe verbundenen Formalitäten werden Anträge auf Dariehen aus dieser Aktion vielfach nur von solchen Dariehnsnehmern gestellt. denen wirksame Hilfe nicht meh gebracht und deren Erhaltung kaum noch befürwortet werden kann. besonderes Verdienst kann es sich die Landesbank anrechner sewise Notstandsgebiete der Provinz wirklich billi Mittel, die sogenannten verbiligten Kredite in Höhe. von.08 Mill. Rüf 21 Verfügung gestellt zu haben, und zwar zu 5½% Zinsen bei 933% Auszahlung. Auch durch diese Aktion hat besonders der kleinbäuerliche Besitz eine fühlbare Stützung erfahren. Förderung der Bautätigkeit Neben der um ihre Existenz ringenden Landwirtschaft erheischt die Wohnungsfrage die besondere Fürsorge der Kreditinstitute. Die Freditsewährung zu Neubanzwecken mußte sich auf die Beleihupe von Bauten beschränken. die zur Zeit der an nnäbern fertig waren: Seit. Wi stellung im Rohbau schor 1 herstellung der Währung b 7 Fannte die Privaten und Kommunen 8 34 Milf. Röf auz urden teils 2 Die den Kommunen zuseführter kredite arößern Teil jedoch als kurzfristige Zwis Teil der letztern wurde nachträglie Instristige Derieh 7 s rien der gewandelt. Auch im verzangenen, ssonderm Maß erführ auch der narhafte Beträge zuseführt. In Rungsbau die Körderung der Landesbank. n w o K I8 Zwis enkrediter ich die Zuteilung von sond die als Reichszwischenkredite, Kredite für besondere Motstand gebiete und Landesversicherungsdarlehen geführt und zu Vo zinssätzen gewährt werden Insgesamt hat die Lande: lesbank 192 amit dem Wohnungsbau 49608850 RI zuseführt und Gesamtleistung auf diesem Gebiet seit 1924 von 89 342 474 Ende 1927 auf 138 951.234 RUf Ende 1928 erhöht. Das Kommunalkreditgeschäft ist gemäß Satzung dits Die Pflese des Kommunalkre er Landesbank. bo 4 und Ueberlieferung eine Vorzugsaul von 1888-1927 an langtristigen Krediten den rheinischen ∆ 0 1 Kommunen annähernd 1 Millarde Rüf zur Verfügune 80 Weiss wiämete die sch dem kurzikrisie gleich intensiver Sechite it der Währung. schäft so insbesondere auch zunalkreditge, ink mit einem Besland ande 95 ns. In das Jahr 1928 frat, die von 139.73 und lansfrie 905 an kurzfristigen Kommunalkredite, Krediten von 184.41 Mill. Rüf. Die Befriedigung des starken kon nalen Kreditbedürfnisses bedeutete im Berichtssahr bei der befann ungünstigen Lase des Gelk. und Rapialmarktes eine besonde schwierise Aufgabe, und doch gelang es der Bank dank der verständhisrollen Zussmmenarbeit der Sparkassen mit ihrer Zentralbank, venigstens daskurztristige Kreditberürfnis ausreichend zu beiriedigen Im langifristigen Kreditgeschäft mudte sie sich infolge der Aufnahmederauf beschränken, dem drine; unfähigkeit des Kapitalmarktes Sparkassen zufließenden 5- un lichsten Bedarf die ihr von den 10-Jahresgelder sowie einige Mittel aus der Auslandanleihe der guzuführen. Bei diesen und andern sich bietenden Girozentrale wurden die Kommunen darauf hingewiesen daß der enheiten eine Mangel an Geld und Kapital auch von ihnen größtes Mashalten und besondere Zurückhaltung verlange. Bankabteilung Neben der Pflege des Grund- und Kommunalkredits wichnet sich ühr durch die der Erledigung bankmäßig die Landesbank der 5 dem kurzNotwend esener Geschäfte. Satzung zuge erksamkeit. erhöhte Aufme Geldgeschäft SPe4 60 is Jahr 1910 die kurzfristigen Geldergab sich, als um d assen slark zunabmen, der ba öffeptlicher Anstalten und nischland seinen Siegeszug antref und ch. 8 ben rkehr auch Zahlung angung die Sparkass folge ihrer bosondern Entwicklung sei 95 st dem irn Verbindun, fähigkeit einer er passif Geld und Kapitalmarkt bedurtten. WWeiter gefördert wurde Wie der Entwicklo se der Kriegs urch die Verhältniss der Stentlichen im Inter au der Ban) Einerr abteilung Kassen eriolste. 89 ient diest Institute und Pe dices Abteslans zuch helt Das Privatkreditießlich den zleic noch fast aus: geschäft ist ausgeschlossen. Im verflossenen Jahr ist das Abkomme. im allgemeinen Interesse cüit der Preudischen Staats be eich nutzbringend ausweiter aussebaut worden und h ∆ 95 Zur Deufschen Beziehur gewirkt. Die freundschaftliche Glrozentrale haben zu einem bedeutenden Anwachsen der vaschäflichen Nadnahmnen gefübrt. Dier Prlege des Geschäfsverkehrs mit den deutschen Banken ist besondere Sorgfalt gewidmet worden. Als Girozentrale der rheinischen Sparkassen Von jeher aah die Landeshank in der Betreuuns und Förderung kassen eine besondere Aufgabe. Der der rheinischen, SPg rogr zsem auft die Bestimmune der Musterstarke Zuwachs 1928 Güriie 6 zu belegen tzuns, wonach 107 der Einlagen bei der Girozentra ner der Lösung harrende ad. zürückeuführen sein. Die noch inz hämlich de Prochpungesfenge haik eine neue Vorm der Spariätigtes ∆ 105 paren zu größerer Bede elangen kollektive Bauzwecksr Geleise s in ein den Sparern dienliches lassen. Um diese Bewe 21 Prinen. ist de Landeshank mit demn Rheinisch- West, lischen Sparkassenverband in Verhandlungen einFeiteien, die in Lalf dos heten Lahres zu Meisinen Valachnon führen dürften. Die Bilanzsumme beträgt am Jahresende 749 5'I RM vnd be damit die Bilanzsumme von Ende 1913. die 668.166 Mill. Hüt ber. eaise aune Rle=WKitr Rhe Vhaerecheiten, Der Keipiomeate Heste sich aut Albie-Mlärsen Fül gegenüber 16il. Allarzen Bült. Verwaltungs nach Abzug der Vorjahr. Der Reingewinn beträgt Peibungen.819 199 Rlf. dere kosten und der uotwendigen Abscl st vorzeschlagen wircde 875000 RU für 525 Zinsen „ie 10 Verteilung eingezahltes Stammkapital der Provinz und der Auf 12.5 Mill. 13 25 für weitere Rekonstruktion der Beleiltssen. 875 000 RMK Rücklage. 100 000 RM zum n. 500000 Rüf zeur Verstärkung 0. Fonds tür Ankauf von Maschinen 250000 Rüf zum Fonds für Zins. Verhilligun smaßnahmen, 50 000 Rü für die Sterbekasse der Provineialbeumten und 169200 Rul Vortrag für 1929. Aussichten Vermutungen bezüglich der Entwicklung der Verhältnisse ir neuen Jahr aussprechen zu wollen wäre verfrüht; zumal diese Entwicklung ssentlich beeinflußt werde durch den Ausgans der bevorstehenden Reparationsverhandlungen. Der Bericht des Reperationsagenten habe durch seine allzu optimistische Beurteilung ur sche Delegation nsrer Wirtschaftslage eine für die der ung ünstige Atmosphäre geschaften, die auch den öttentlichen Geldinstituten für das Jahr 1620 vorsichtisstes Geschäftssebaren und vorsorglichste Liquidität zur strengen Pflicht mache. * Rhoinisch-Westfälische Boden-Credit-Bank, Köln. Der Anzeigenteil dieser Ausgabe enthält das Angehot einer Schlus abfindung die für die Gläubiger der aufmumertenden Flandbriete und Kommupalschuldverschreibungen in Frase kommt. Im einzelnen haben wir über diess Restabfinduns inl unsrer iststen Ausgabe htet. besrsithe der 0 Preußische Zentralgenossenschaftekasse.(Der Staius Ende Jannar.— Weitere Entlastung.) Der Januarausweis der Preußenkasse zeist eine weitere Euflastung. Die Krediteanräumungen sind zwar weiter um 27 auf 904.3 Mill, gestiegen, dagegen ist die Inanspruchnahme um 46(im vorigen Monat 2 Mil Rut weiter gesunken. Die Klediteinräumungen an die landlichen Genosenschaften beliefen sich auf 7839(754.4) Mill., daron entfallen rund 314(287) Mil. Rl auf Genossenschaften östlich der Elbe und 470(457.4) Mill. RM auf solche westlich der Elbe. Die Inanspruchnahme hat sich, wie oben schon erwähnt, erheblich vermindert. Dabei ist besonders hervarzuheben, daß das Engagement der Preußenkasse auch bei den ländlichen Genossenschaften östlich der Eibe um immerhin rund 8 Mill. Rhf im Januar herabgedrückt werden konnte, denn die Inanspruchnahme der ländlichen Genossenschaften östlich der Eibe betrus 299,7 gegen 307 7 Mill. RU im Vormonat und westlich der Elbe 334.4(366.8) Mill, RM. Die Gesamtinanspruchnahme durch die ländlichen Genossenschaften stellte sich auf 6341(674.5) Mill. Bei wenig veränderter Krechteinräumung an die gewerblichen Genossenschaften betrus die Inanspruchnahme hier 51 8 gegen 569 Mill. RM. Bei dep Konsumgenossenschaften hat sich nichts verändert. Bei den ötfen ind sowohl Einräumungen wie Inanlich-rerhtlichen Anstalte P duch die Inanspruchnahme der spruchnahme zurückgegal sonstigen Genossenschaften ist mit 186 gegen 192 Mill. RMl im Vormonat etwas geringer. 0D Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt. Am 31 Dezember 1928 im Uimisuf: Aus der an Schuldverschreibung Golddiskontbenk-Anleihe erika-Anleihe 23 752 0008, aus de 347 700000 RM, aus der 2 kmerika-Anleihe 29536 0008, aus der Amerika-Anleibe 49 492 0008., aus der 4. Amerika-Anleihe 25805 0008. Der Gesamtbetrag der Deckung betrug am 31. Deeihe in Hypotheken 99 761 194 Cif. für 8: Für die 1. Amerika-Ar ∆ 905 1 a Goldmarkhppgtheken 235 458 89 die Golddiskontbank-Anleih Barbeträge GMf bl- Reichemarkhypotheken 110960670 Bll. 6) 2 600 RM: für die 2. Amerika-Anleihe:&a) endgültige Hypotheken 40 EM: für die 3. Amerika123843492 CMl. b) Barbeträge 2092 inleibe: a) endgültige Aypotheken 206 177524 Ch, b) Barbeträe 1706 040 GW; für die 4 Amerika-Anleihe: a) endgüllige Hypotheken 88 457 356 CM. b) vorläufige Deckung in Hypotheken und Pfandbriefen 9 896 723 GM. c) Barbeträge 10177 476 CGM. (0 Preußische Landesrentenbank.(Börsenzulassung der eptenbriefe.) Die 2u n Ländesr Sproz. Preußische entenbriefe der Preußischen Ländesrentenassung der Sproz Landt rse ist jetzt erfolgt. In der Kundmachung bank an der Berline, ist eine Anstalt des Gffentlichen enbank heißt es: Die Land sschäfte erforderlichen Geldmittel ie muer Pührong ihnrer des hts. D den preußischen erden durch den preusischen Finanzminister res vom 29. Dez. mmen. Gemaß S 2 des Gel 2 tshaushalt übe chtung der Preubischen Landesrentenbank gewähr. 1927 über die Er ußische Staat die Erfüllung der Verbindlichkeiten. leistet der stenbank aus der Ausgabe der Landesrentenbriefe der Lendes Grund des Prospekts werden durch die Preudische wachs sen. Au minächst Landesrentenbriefe im Staatebank(Sechandlung) ∆ 9050 20 Mill. GM in zwei Reihen über je 10 Gesamtbetrage vor an der Berliner Börse eingeführt. Davon stehen zurzeit etwa Mill. GM 10 Mill. Rüf rur Verfügung. Die Tigung erfolst nur durch Auslosung mit mindestens ½4% jährlich zuzöglich der erspart zum Nennwert Verstärkte Tildung und Gesamtigung ist frühestens zun Zinsen April 1934 zulässig. Als Deckung für die Landesrentenbriefe in die von der Landesrentenbank bei der Begründung von Sied diene lungsre entengütern übernommenen Tilgungsrenten. Es dürfen nich mehr Landesrentenbriefe ausgegeben werden, als aus den Jahresleistungen der Rentengutsbesitzer verzinst und getilet werden eler Hierdurch ist der Zinsen- und Tilgungsdienst d könne besitzers rentenbriefe gewährleistet Die Jahresleistung des Renteneul geschriebenen Sicherheits sesetzlich vorn darf 5% der innerhalbd grenze liegenden Beleihung ne nicht überschreiten. Zur Feststell Sicherheitsgrenze erfolst eine Wertermittlung des Rentengutes n Grundsätzen des Landeskurch die Landeskulturbehörden nach sangenen ministeriellen Vornkgesetzes und der dazi hriften. Die Landesrentenber krenten können im Wese des Ver ssverfah werden und gepießen in der ms beigetrieben# Wer erchen 905 gerung die Vorzugsrechte der Gffentlichen Lasten. Die erste Kursnotix wird voraussichtlich Mitte nächster Woche erto en. Preußische Zentralstadtschaft, Berlin.(Förderung des wohnungs baues.) Die Preußische Zentralstadtschaft konnte im Jahre 1928 rund 575 Mill. M. ik Goldpfandbriefe abzen. Hiermit erhöht sich der Pfandbriefumlauf(nach Absetzung setilsten Beträse) auf rund 182 Mil. GMf am 31. De: ember 1928 Der Hvp pothekenbestand der inf der Zentralstadtschaft zusammt hlossenen acht Stadischaften in den Provinzen Branden burg. Fommern. Ostpreußen. Hann ver Grenzmark-Posenpreußen, Oberschlesien. Sachsen und Niederschlesien vergrößerte s (nach Absetzung der Tilgungen) im Jahre 1928 um runc 55%8 Mlil Von diesem Betrage sind 5976 gleich rund 33 Mill. GM dem Wohnungsneubau zugeflossen(in den Jahren 1926 und 1927 betrus der Anteil 41% und 4499). Der Gesamthvoothekenbestand der augeschlossenen Stadtschaften betrus am 31, Dezember rund 1845 Mil. Gll, wovon run95.5 Mil. GM anf Woh ungsneuhauten entiallen. e auberordentlich er Neubautätickel e är e schaf enfrae Stadtsch ∆ 35 m Tahre 192 Mittel zur P Cm Wohrunge une stehlter 9 ∆ 0 928 frugen die ge nnten acht Stadtschaften en 1928 b5. 9 85 905 Brichtung von 34 696 neuen Wohnungen bei. (D0 Thüringische Landeshypethekenbank.(Wieder 8% DiviAbschluß für 1928 verzeichnet, Einnahmen 1 7,81 jende.) D .36 Mil., worunter sich 494(.05) Mill. Rlf Zinsen auf Goldhyp ür Kommunaldariehen betheken und.29(.24) Mill. RM Zinsen f. .belaufen sich auf .17(.69) Mill. BM, Sie finden Die Aussab nihalten.37(2. 4r) Mill. Rhf Zinsen auf Plandbriefe und Schuldverund 1(.03), Mill. Bül Zinsen auf Kommunaloblige. schreibungt donen jei nter.06(.56) Mill. Rld Zinsen für zentrale Kredite. 148 RM Unkosten und 456 453 RM Steuern(1. I. zusammen 21 604 RM). Aus dem Ueherschus von.“ 822 H(607 6i6) Rüf wird eine Dividende von wieder 8% auf 3 Mill. Rlf Kapital gewährt. Di. inzwischen auf 5 erhöht worden. Im Kleir Renaiu in erl. 20 1lh wurden naben. Darieben bewüligt. Dat nunalkreditg chäft war verhältnismäßi uhig doch befinder unter den hypothekarischen, Darichen 8. Mi M neu a unen gegehene Kredite. Durch die Kreditseno: schaft der Kiteldeutschen Industrie e. C. m. b. H wurden.81 Mill RM in 95 wewerten ausgeliehen. Neu aufgelegt wurden ausschließlich Sproz. er Gesamtbetrag der Neuausleibungen. 5 ∆ 90 8 Mill, RMl. Der Pfandbriefumlauf ist von 468 au RA in Kommunalobligationen von 18.12 auf 188 geiAn Rossenschuldverschreibungen sind noch A0 S(266 710) Ro im Umiauf.„Die Rentenbankkredite bar8 75) Mill. BM, Mittel der Landesbankenzentrale.21(.9 Mil. Rül. fällige Aktivzinsen sind in Höhe von.46(.41) Mill. Rüf und fällige Passivzinsen mit.83(.99) Mill. RM ausgewiesen. dn Frankfurter Genossenschaftsbank e. G. m. b.., Frankfurt. Dieses Bankinstitut, 1 bekanntlich das zweitgrößte seiner ri un den deutschen Ger senschaften, schlägt für das abgela Schäffsfahr eine Dividende von wiederum 1026 auf 2 Mill. Röf schäftsanteileguthaben vor. □ # Concordia Lebens-Versicherungs-Bank.-G. Kö1n.(Weiter günstige Entwicklung.— Mindestens VorjahrsArsisende) Die Geselschaft hat nach den vorsäuligen Brehpissen im Jahre 1928 einen 2 558 us von 13712 Anträgen(i. V. 10312) über 75196590(61 32 3) RM Kapital erzielt. Es wurden neu #bgeschlossen 12814(9688) Versicherungen über 68708637 757 208 45*) RM Kapital. der Kapital-Versicherungsbestand stellt 72(37 633) Policen mit einem Kapital sich am Ende 1928 auf 472 278 8a6(207461 610) RM. Der Reinzuwachs beträgt mn 258 9639(6512) Policen mit b1 116 736(40 752 801) RM Kapital. Der Vergleich mit den Ergebnisse des Vorjahrs zeist somit eine weitere günstige In twicktung der Geselschaft die besonders durch die neugeschaffenen Spezialtarie für Kinder-VersorgungsVerzicherungen new, wesentlich begünstist wurde. Auch die fimnanziellen Ergebnisse können als günstis bezeichnet werden, so daß zum mindestens mit den gleichen Dividenden wie im Vorjahre(1238) gerechnet werden kann. CO Neptunns Assekurans-Compagnie, Hamburg. Die a o-V. beschloß die Erhöhung des Aktienkanitals von 3 auf 4 Mill.)f. Da die Gesellechaft auch die Rinheitsversicherung aufgenommen hat wurde dem Aufsichtsrat eine entsprechende denderung der Satzungen überlasser DO Albingia Vorsicherungs-.-G. Hamburg. Die.-V. setzte die Dividende antragsgemäß auf 7% für die Stammaktien und 625 für die Vorzugsaktien fest. Neu in den Aufsichtsrat wurden gewählt L. Sinclair Condon), der schon vom Aufsichterat kooptiert vonden var, und Dr. Harald M andt Gondon). □ Eduard Lingel, Schubfabrik,.-G.(Aufsichtsratsneuw ahl.) In der a. o-V. wurde im Zusammenhang mit dem Aktienhesitzwechsel an Stelle der ags dem Aufeichtsrat auscheidenden I. Ottenheimer. Köln(Vorsitzender des Aufsichtsrate), un Hans Rollmann. Köln neuinden Aufsichtsrat der Bankie Max Stürcke in Brkurt(der Käufer des Aktienpakete) gewählt. Ueber den Verkauf selbst wurden der Versammlung Mitteilungen nicht gemacht. □0 Thüringer Bleiweiß- und Farbenfabriken.-., Oberlim i. Thür. Ste durch Kampfpreise.) Bei der Gesellschaft hat 25 sich de Verlustvortrag auf 188632(78 897) Rül erhöht Nach dem Bericht stand das Geschäftsahr während der ersten fünt Monate noch im Zeichen des Preiskampfes auf dem Bleiweißmarkt. Auf nach Gründung des Deutschen Bleiweißverbandes konnten diese von ihm festgesetzten Preiss sich für die Gesellschaft nicht voll aus∆ 5 en. da auf Grund der noch laufenden Lieferungsverträge größere 5 sen zu den sogenannten Kampfpreisen zu liefern waren. Da der Gesamtumst. segen das Vorjahr zurückgegangen ist. konnten Werke nicht ihrer Kapazität entsprechend aussenutzt werden. Die an Altend rückläufige Koniunktur auf dem Bleiweibmarkt wirkte ebe falls verlustbringend. In der Farbenfabrik in Gebren macht sich insbesondere die ungünstige Lage am Baumarkt fühlbar. Auch in Exportgeschaff waren nur wenig befriedigende Preise erzielen. Nach Ablauf der noch bestchenden ungünsigen Lieter träge glaubt die Verwaltung. in Zukunft wieder mit einem befriedigenden Er Ergebnis rechnen zu können. Die angespannte Bilanz verzeichnet Schuldner mit 161 329(174094) RM, Vorräte mit 242934 (246029) Rlk. denen Gläubiser mit 530 609(487 956) Rüf gegenüberSiechen. Das Aktienkapital beiräst 1. 110000 Hill.“ 0 Sächsische Fallfabrik.-., Chemnitz-Kappel. Der Abschlus für 1928 weist einen Verlu anf. der vorgetrager werden Se., Im Vorjahr sollte aus 55 693 Rlf Reingewinn eine Dividende 0 isgeschüttet werden. Infolge einer erfolgreichen Anfechtunf 91l gegen die Genehmisung der Bilanz wurde bisher eine Divic 1927 nicht gezahlt. Eibe 2-0..-V, zur Abände 5 Jahresrechnuns gon 1927 wird jeist einberufen, gleichzeitig auch dentlichs Nür 1925. Oualitkätsverbesserung mittels Eisenschwamms Die schwedische Herstellung von Eisenschwamm Ven tachnännischer Seite uhnt uns austricher. In Nr. 637(19. Nov. 1928) der Köln. Zig. wurde im Zusammenhang mit der vor kurzem erfolgten Gründung der Eisenschwamm G. m. b. H. über die wirtschaftliche Bedeutung des Eisenschwammproblems berichtst. Erstens hat ganz allgemein die Edelstahlindustrie großes Interesse an gutem Eisenschwamm als Ersatz für hochwertigen Qualitätschrot, da es immer größere Schwierickeiten macht, diesen in ausreichenden Mengen zu beschaffen; zweitens verlangen Länder, deren Eisenerze nicht oder erst nach kostspieliger Aufbereitung für den Hochofenprozes brauchbar sind, wie Norgegen und Nordamerika, immer dringender nach baldiger Lösung des Problems. Bis heute ist es allein das Eisenschwammverfahren von Edwin, nach dem auch die deutsche Gesellschaft arbeiten wird, dem es gelungen ist. bereits in längern Versuchsperioden aus minderwertigen norwegischen Erzen erstklassigen Schwamm zu erzeugen. Demsegenüber dürfte interessieren, das Eisenschwamm aus besten schwedischen Rrzen beteits seit etwa 15 Jahren zu Höganäs in Schweden hergestellt und trotz seines hohen Preises, der ungefähr dem von bestem schwedischen Holzkohlenroheisen entspricht, bereits weitsehend— weil mit überraschendem Erfolg— in erster Linie in der schwedischen Edelstahlindustrie als Einsatz. material beim Siemens-Martin- und Eiektrostahlbetrieb verwandt wird. Nach bereits bekanntgewordenen Erfahrungen liegen die Vorteile dieser Eisenschwammverwendung nicht nur in einem schnellern und leichtern Schmelzprozeß; sie zeigen sich besonders auch bei der Warm- und Kaltverarbeitung der Stähle und in ihren verbesserten Güteigenschaften. Beim Walzen, Schmieden und Pressen zeist sich weniger Rotbruch das schwierige Lochen der Rohrblöcke sowie das Auswalzen zu nahtlosen Rohren geht leichter vonstatten, beim Drahtziehen und Kaltwalzen kann mit größern Querschmittabnahmen und damit billiger gearbeitet werden, außerdem lassen sich dabei leicht höhere Festickeiten erzielen, ohne daß die Zähigkeitswerte der Stähle zu sehr abfallen, Besonders wertvoll ist diese Verbesserung bei der Seildrahtherstellung, wo trotz einer bis zu 307 erhöhten Festiskeit noch dieselben guten Verörchungswerte und Biesezahlen wie bei normalen Seildrähten erzielt werden. Die Gründe, warum ein Eisenschwammzusatz beim Erschmelzen von Edelstahl so günstige Wirkungen auf Gie Stahlaualtät ausübt, sind noch nicht erforscht. Wahrscheinlich spielt dabei die Tatsache eine große Rolle, daß der Eisenschwamm bei seiner Entstehung nur reduzierenden Gasen ausgesetzt ist und keine Verflüssiguns und Ueberhitzung wie das Roheisen im Hochofen erfährt. Selbstverständlich ist auch der Reinheitssrad des Schwammes, ins besondere ein geringer Phosphor- und Schwefelschalt, von großer Wichtigkeit für die Güte des daraus erzeusten Stahls. Gefährdung der deutschen Glasangfuhr nach U. S. A.(Stark erhöhte amerikanische Zölle.) Wie uns aus känische Washinston gemeldet wird. treten die neuen ameri es Tafelelas 1Ie auf nicht belestes geschliffenes und poliertes 5 m 26.-282, aufwei über den bieherisen Sätzen Erhöhungen un Vereinigten Staaten am 16. Februar in Kraft. Die Fabrikanten der glauben, unter dem Regime der neuen Zölle die ausländische Konkurrenz, die sich besonders in den leisten vier Jahren stark bemerkbar machte, vom amerikanischen Markt wieder verüngen zu können. Es ist auch anzunehmen, daß 5 915 ischen Fabrikanten ihre in letzter Zeit beträchtlich her Zölle wieder heraufVerkaufspreiss unter dem Schutz der neue allerdings, dal glautet setzen werden. Aus Kreisen der Industrie an eine„sofortige Preiserhöhung nicht gedacht werde. Das darft, zs man zunächst wohl den Ausverkauf der insofern zutreite en. Alsenaie en Erzeugnissen abwarten muß, die großen Vorräte an musgegangenen 30täsigen Schonzeit ander der Zollerhöhung vor F Linie nichtet sich die Zollerhöhun gesammelt worden sind In Frenz Aber auch für die deutsch segen die belgische Konk Gilasindustrie sind empfindliche Rückwirkungen zu befürchten. Die deutsche Ausfuhr von hicht belegtem Spiegel- und Tafe nach U..A belief sich im Jahre 1926 auf 88 S47dz. 1927 dagegen noch guf 39 688dz und 1928 auf 44 4240z. Trotz des bedeutende Staaten jedoch immer noch Ausfuhrrückgangs sind die Vereinigte das weitaus wichtigste Absatzland Deutschlands. Die amerikanischen Zälle auf geschliffenes und polertes, nichtbelestes Tafelelas sind für Größen bis zu 384 Quadratzoll von 12½ auf 166 je Quadratfu für Größen von 384 bis 720 Qusdratzoll von 15 auf 1dc und tür über 720 Quadratzoll von 17½ auf 22c mit Wirkung ab Größen 16. Februar heraufgesetzt worden. Indischer Lokomobrauftrus für dentbsche Firmen. Wie uns die ihre Abteilun DD.-G. in Essen mitteilt hat 6 d. Frup inen Auftras anf ac Regierung ei dischen tirbau von 0 7 Liefer ∆ 0 Dur m otiv 4 5 1s objekt macht etwas über 1 Mill. Rüf aus. lischen ., Kassel, bat vo 5 95 un 0 91 ne von nen Auftrag auf tseisenbahngesellschaft eine 84 e im Laufe dieses Sommers motivkes m erhalten di 57 LO bis zum Herbst zur Ablieferung gelangen. 2 Schrotgrolhandlung M. Stern.-., Essen.(Wieder 62 Dividende.) Dieses mit einem Aktienkapital von 3 Mill. RM arbeitende Unternehmen wird für des am 31. Dezember 1928 abgelaufene Geschäftsjahr voraussichtlich wieder die Vorjahrsdividende von 67 verteilen. (3 Zusammenschlußbestrebungen in der deutschen Klavierindustrie. Zwischen einer Reihe deutscher Klavierbaufirmen schwehen zurzeit Verhandlungen, die auf einen Zusammenschlus hinzielen. Von einem nahe bevorstehenden Abschluß dieser Verhandlungen ist aber noch nicht die Rede. Es ist möglich, daß darüber nige Monate verschen können. Beteiligt ist an den Ver1och ∆ 35 handlus en u a. die Gebr Niendorf Pianofortefabrik eignet -C. in Luckenwalde, die als Aktiengesellschaft besonders a wäre, die Basis für den Zusammenschluß zu geben. Perner werden uns die Firmen Zeitter& Winkelmann in Braunschweis und Richard Götze, Komm-Ges., Berlin nannt. Wer sonst noch in Frage kommt, ist bisher nicht beka der Kreis mag sich auch noch verändern. Hinz uzufügen ist. da zwischen den drei genannten Firmen, die übrigens sämtlich der Interessengemeinschaft deutscher Piahoforte- und Harmoniumfabriken angehören, bereits jetzt schon eine engere Verbindung besicht, was einer Art Verkaufsgemeinschaft zum Ausdruck kommt. Dies Zusammenschhußbestrebungen sind durchaus zu begrüßen,4 kürzlich schon betont. ist die Lage der Industrie namentich wegen des Rücksangs des Auslandabsatzes ziemlich ungünstig und die Industrie überhaupt stark überseizt. (0 Auslandauftrag der Stettiner Chamottefabrik. An dem Bau des neuen modernen Gaswerks in Abo, der nunmehr in Anarift genommen wird. sind auch mehrere deutsche Firmen betei ist. Für 90 Stattiner die drei Vertikalkammeröfer gebot d. bt dde dporsen. Die Kosten tenommen Chamotiekabrik.-C. vorm. Dildiegr an der Oefen belaufen sich auf.8 Mill. Finnische Mark. * Terraingesellschaft Neu-Westend.-., München.(Geländeverkauf an die Münchner Bau--.). Die Gesellschaft gibt nunmehr bekannt, daß sie den größten Teil ihres unbehauten Geländes an die dem Lenz Konzern in Berlin nahestehend Münchner Bau--G. verkauft hat. Der erzielte Ertrag über steige das Aktienkapital(.2 Mill, RM) nicht unwesentlich. I handelt sich um ein Geländestück von etwa 400 Tagewerk Nach Ablauf des gepenwärtigen Geschäftssahres dürfte eine Kapitalrückzahlung erfolgen. Der Abschluß für 1928 weise eine merkliche Besserung auf, so daß mit der Wiederaufpahme der Dividendenzahlung gerechnet werden könne(i. V..11 Mill. RM Gewinnvortrag.) Gleichzeitig gibt die Münchner Bau--G. bekannt, daß sie ihr Aktienkapital von 5000 RM auf 1 Mil. Rüf erhöht hat, wobei die Aktienübernahme erfolgt ist durch die, Allgemeine Bau-GesellGruppe, an schaft Lenz& Co. Berlin, in Gemeinschaft mit einer der führend das Bankhaus Lazard Speyer-Elissen, Berlin-Frankfurt, beteiligt ist. * Zahlungseinstellungen im Textilfach. Die Putz- und Modewarenfirma B. Bun,) kowsku Haus für Damenhüte St 2 95 1 inen laut Die Textil-Woche die Zahlungen eingestellt un Vergleich an. Die Passiven belaufen sich auf etwa 250000 RM. Die Firma 4 Lieber t& Co. G. m. b.., Blusen- und Kleider. konfektion Berlin, Hausvogteiplatz 2. hat mit rund 75000 RüK Die Firma Erdmanns Passiven die Zahlungen eingestellt.— dorfer Fabrikate, G. m b. B. Fabrik von Wachsbösten und Deborationsgerät, Berlin, Seydelstraße 9/11, hat gleichfalls mit bedeutenden Passiven die Zahlungen eingestellt und das gerichtliche Vergleichsverfahren beantragt. * Dividendenvorschläge. Niederlausitzer Bank.-., Deutsche GrundkreditbankKottbus. 92(828). Gotha-Berlin. 10%(9½5), Gleichzeitig beschloß der Aufsichtsrat, von der Einziechung der Vorzugsaktien abzusehen.— SchweiGeselfschaft für Metallwerte Basel. zerisc ∆ 9255 — Magaz in zum Globus.-., Zürich.(Warenwieder 94 haus). Reingewinn 873 91 1fr(. V. 746 318fr).%, auf die Vorind 7% auf die Stammaktien(i. V. 8% und 675).— Rostocker Bank wieder%. " D i v i d e n d e n s c h ä f z u n g e n. N e c h a n i s c h e W e b e r e i# u Linden 10%0(i. V. 1570).—-G. für Gag. Wasser- und Elektrizitätsanlagen wiedar 625. Allgemeine BauR(1020).—.=G für Vergesellschaft Lenz& Clo. 11 Vorwoh kehrswesen wieder 1126.— hler Portland##.#. Deutsche zementfabrik in Hannover wieder 12%. Linoleumwerke.-G. wieder 152.— Philipp Holzmann wieder 78. Thanie der Iternacktionaben Witchaltebezichungen von F. Taussig, deutsch von Dr Meichior Palvi(Preis 15.20 RM. Verlagsbuchhandlung G. A. Gloeckner, Leipzig.) Das Buch, das hier dem deutschen Leser vorzelegt wird, stimmt nicht ganz übere list dem 1927 unter dem Titel International Trade berausebenen Original des amerikanischen Nationalökonomen Taussig 9556 (Professor an der Harvard-Universität); vielmehr ist es durch Umarbeitung und Ergänzung den Bedürfnissen des deutschen Lesers a paßt worden. Es ist eine Darstellung der Theorie in engste Verbindung mit der Geschichte des internationalen Handels und der Entwicklung der Zahlungsbilanzen einiger führender Länder. Zumeist ohne gelehrte Auseinandersetrungen, formen die Ausführungen über die Prohleme der Handels- und Zahlungsbilanz, der Handelspalitike der 88 alahwanderungen usw. ein einheitlichss Bild der Deutschlands Wirtschaftsbeziehungen zum Fernen östen Ein Rück- und Ausblick Dentsecbande Bezichuggen zu deu verchlelenen Ländern db. und Südasiens erfuhren im Jahre 1928 eine weitere Klärung und Förde: runs durch den Abschluß bew. das Inkraftreten verschiedener Handelsverträge. z. B. des Handelsvertrages mit Japap und Siam sowie des Zolabkommens mit China. Wirtschaftlich hat, Deutschland in den einzelnen Ländern seine Stellung behauptet, in andern Französt ch- Indochinz. we Fortschritte gemacht. Nur in zu Anlang 19 1929 in Saigon und Hanol enen Ende des Jahres, ode, werden der Beteile eutsche Konenlate eröffnet werden sollter deutscher Kaufleute weiterhin Schwierick eiten bereitet. Der Kon o f im Osten ist überall schärfer geworden. Inkurrenzkam des gesteigerte en nationalen Chauvinismus wird überall der Ware folge 068 S eignen Landes immer mehr der Vorzug gegebeh. Der Jahresbericht für 1928 des OStastatischen Vereins HamburBremen, der sich n. a. die Förderung deutscher Handels- und strieinteressen im Fernen Osten zum Ziel setzt bemerkt, daß das Virtschaftsleben Chinas gegenüber dem Voriahr infolge der bekannten Wirren keinen nennenswerten Aufschwung g genommen hat. Der Warenverkehr ins Innere und aus dem Innen F in weiten Teilen des großen Reiches äußerst unsicher. Die Industrialisierung s Landes und damit die Betätigungsmöglichkeit europäischer Indu Strieländer hat nur geringe Fortschritte gemacht. Wegen der teilweisen Stabilisierung der innerpolitischen Verhältnisse beginnt das Jahr 1929 für die Wirtschaft und den Außenhandel mit bessern Aussichten. Der Bericht hoft, daß, besonders nach Ernennung des neuen chinesischen Gesandten in Berlin, die Chinafrage die größte Aufmerksamkeit der maßgebenden deutschen Wirtschaftsbreise findet und sich ihnen Gelegenheit bieter wird, das chinesische Wirtschaftsieben einmal an Ort und Stelle selbst zu studieren. Bei allem Glauben an die Zukunft Chinas und seine, wirtscheftliche Entwicklung muß in bezug auf dat Tempo, das diese Entwicklung nehmen wird, gewarnt und Zurückhaltung geübt werden. Das Interesse Chinss am deutschen Markt ist zahlenmäßig zmmer noch erheblich größer als umgeke 1927 be strug die Einfuhr chinesischer Erh Peut schland 265 Mill. Rlf und Sesuenisse nat im erste albjahr 11 928 bereits 137 Mill. Rl., während die Ausfuhr De schlands nach Chins 121 bzw. 786 Mill, RA ausmachte. Dies hat seinen Grund in der Tatsache, daß Deutschland bei einen sehr wesentlichen Teil der Einfuhr nach China bisher überhauf nicht in Frage kam. Es ist jedoch begründete Aussicht vorhanden, das auch die Aussichten Deutschlands auf eine Erhöhung seiner Ausfuhr dorthin steigen werden. Stand die japanische Wirtschaft 1627 inmitten einer bie dahin nie erlebten Bank- und Konzernkriss und ihren schärfsten Auskungen, s0 war 1928 das Jahr der Readiustierung. Der Inlandonsum hat sich gesteigert und der Warenbedarf sich erhöht. Dasegen ist das Bemühen des Auslande um den Japanischen Markt durch besondere, nicht in Japen begründete Momente der Weltarktent icklung in mancher Beziehung. z. B. für Eisen, Stahl r. Zellstoff. zum Vorteil der japanischen Produktion ge∆ 5 n. Die wirtschaftliche der Phi Lippinen kann ls befriedigend ange rochen we den. Die Binfuhr ∆ 05 ürter Konkurrenz. die sich auf allen Gebieten fühlbar zu leiden, wodurch die an sich schon unzufriedenstellenden 95 nste weiter herabgemindert wurden. In Niederländischfen ist eine stetise Weiterentwicklung zu verzeichnen. Die In ionskroft des Inselreichs hat noch lange nicht ihr Maxzimum Prod erreicht. Das Einfuhrgeschäft war im letzten Jehr befriedigend. ohrwohl die Konkurrenz noch immer sehr groß ist. Die allgemeine wirtschaftliche Lage in Siam wird als in hohem Maße friedigend geschildert. Der Anteil Deutschlands am siamesischen Einfuhrhandel lat sich in einigen Artikeln, z. B. Uhren, Hohlglas. Akuminium- und Eimailwaren, etwas verringe, ist der Rückgang in diesen mehr # als aufgehoben durch eine Stei ne der Einfuhr in andern Artikeln, z. B. Chemikalien, Anilin, elektrischen Erzeuenissen, Schiffsschimen. Anglo-amerikanische Investmentgründung. (Gebernahme der Auslandinterensen der Giannini. Gruppe.— Darunter 12.7 Mill. Alf deutsche Effekten aus dem Portefeuille der Bancitaly Corporation.) Wie uns aus London gemeldet wird, soll demnächst eine englische Gesellschaft mit bedeutendem Kapital gegründet wer erden, die alle ausländischen Interessen und Invstitionen der Transamerica Corporation übernehmen wird. Die Thansamerica Corration ist eine unlängst mit 250 Mill. Dolla Kapital in Amerika segründete Holdins- und Investmentee sellschaft, die die zur Giannini-Gruppe gehörenden Bank of Italy. Rankitaly Company, Bancitaly Corporation und andre wichtige amerikanische Banker und Finanzinstitutionen kontrolliert. Unter den von der neuen en; ischen Gesellschaft, die ihren Sitz in London haben wird, zu über 11 nehmenden ausländischen Fapieren befinden sich für mehre Millionen Pfd. Sterl. Wertpapiere europäischer Banken, Industrieunternehmungen und Eisenbahngesellschaften. Auch ein bedeutender Poste deutscher Wertpapiere wind auf diese, Gesellschaft übers n. Allein die Bancitaly Corporation het für etwa Mill. 90 Rl deutsche Wertpapiere im Porteieul ber om. 127 e. Darnt sich 25 Mil. Rlf Aktien von 10 deuts ihen Banken, Mill Rüf Aktie an von 14 Industrieseselschaften, für.4 Mil. 95 sbahn-Vorz Fraussaktien und Aktien von 3 Schiffahrtsgesellschaften sowie kür 846 Mill.1 RU Dawes-Anleihe und Schaldvertreibungen von 3 Industries Selschaften. schwierigen Hieverhaltmnisse in der Nordse and ab 15. Fehr., de Frachttarife von Amsterdam nach Bremen und Hamburs beträchtlich erhöht worden. Diese Maßnahme gilt vorläufie bis auf Widerruk. Kurze Meldungen 2 hum is fih. u an Baachese Gabt Sitche, Bah. mund, ist Dr. Hans Jacoby als Teilhaber eingetreten. Berlin. 15 Febr. Ueber die Binführung der Aktien der Carfottenburger Wass-F. und Industriewerke .-G. an der Amsterdamer Börse schweben Verhandlungen. co Hamburg, 15. Febr. Konkurs wurde eröffnet über das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft Bense& Meier, Aus- und Einfuhr Hamburg. Db Prag. 15. Fehr. Fine frenzöstsche Finanzgruppe unter Führung des Bankhauses Clairin& Co. in Paris hat sich an der Ersten Böhmischen Kunstse: defabräk in Thare. Sienthal, deren Hauptaktionäre die Böhmische Unionbank und das Haus Liebig in Reichenberg sind beteiligt. In den Verwaltungs dem auch der Chemnitzer Industrielle Oskar Kohorn-Korness ansehört, sollen bei der nächsten.-V. Vertreter der französischen Gruppe zugewähll n London, 15. Febr. Die Bank von England verkaufte 86526 Barrengold Börsenberichte Börzenb grichte Freundlicher er Frankfurt. 15. Fobr. Die Abendböme blieb geschäftiieb angeregt. Die Tendenz par etwas freundüicher bei uneinheisichen en. Etwas größere Umsätza wunden in I. G. Farben getähster. Wrerumng robeni auch Prämienge er Aprä-Nat zu beobachten waren; Kurs schäft spüter 23.25, Saheickennstalt, verwachliesigt 171.35—.25). 58(-10 Bankenn sitg vogen kast churchschtnütlich um.25 an. Darüder hinenDresdner 170(-), Sonst erbielt eich das Interesse für Ratwerte, Salzse rih 3Al. ausschl. Bezugsrocht 161.30(G. also-12.30), Aschersieben 283 DE auschl. Benugere ausschl. 34%(unverändert). Westeregeln 2; (02), Prds) 1273(115), Phönir 98(1025), Biektropapier 0 aneinheitlich. Schuckert 250(105), Felten 148,(-g1), Licht u. Kmit: (7075), Gestürel 240 C, 2 Beppmano 215(-126),.BG, umverändere 17650, aber Siemens 3825(—075), Chade 4835(—.). Sonst m ∆ 10 noch notert Hapag unveränden 1256, Nondd..4 vä 124125( use 310, Ase Deutsche Lönoleum 341 C affenbunger Zeilstokt Waichof 260(—025), Reichk Bunkanteie 31075(-r6 gegen den 0 sskur), Ways& Fre erting 131.5(-10.85). Dyokeshoft Wächmnann unverändert 12. Von Anlei m Neubesitz 14(-10.25). Altbesitz 54(“ Im an ichen Schlut en Fehr sogen 1. G. Parben weiter 5 an bis 9 FöB, Gestürel 241PG. AEG. 17650. In Freiverkehr wurden Kalibsezugerechte in kleinem Umfang noch genannt, Saiedetturch 154.50, Ascbersieben 34b, Westeregein 35.75B, Nuchbi Gretich waren im Freivenkehr I. G. Farben 2498, Gelsenkinchen 181.256, Deutsche, Linoieum 341G. Peschrhe C Westie le che che e Stiesen um 2523 auf 35383, Bezüge Westeregeln um 226 auf Salzdetkurth um 5¾4% auf 154½.— Vom 16 Februar 1929 an ver: sich die Notiz für Aschersieben-Salzdetfurth- und Westeregeln-Al ohne Bezussrecht. Auf schwebende Engagements erfolet Abschlag. und zwar bei Kaliwerke-Aschersleben-Aktien 34¾89 bei Salzdetforth-Kallwarke-Aktien von 1512895 und Weeter ein-Alkali-Aktien von 36362.— Für Gproz. Reic schuldbuchforderungen ergaben sich an der Freitacb a. folgende Kurse: 31. März 1930: 96½-97¾, 31. März 1935: bis 84½, 31. März 1999 76¾-77, 31. März 1942: 75-7534. „aliset, i. Ndr. dn der Aumo vurm Kontachakariche un verlaungt. im allgemeinen war die Geschäftestatigkeit am Temninmal jedoch nicht sehr Jehhaft. Durch feste Haltung fielen Canadienn besonders Meriko, kmnsösische Anlagewerte und Heliopohs auf. Kas saverkehr nahm einen ruhigen Ve Gegen Schluß zeigte jedoch im Zusar mmenhang mit der Belesdgeu am Terminmarät en treumcklichere Sthn mmang. Priratdiskton * 345a. 6. Rchoen Leia 16o. # 95 Gangesb ase Che 0 0 eot. besiate 95 2 reie Gockerlil Eapsk.longtet 412890— becoere 3425— 53014285. 0 010.— 145 K. dohaln 4 OR 915 aucaälerseng, Groh 5 2 aiondles Beig eooseoapftef ügelte eseshe 4645.—4 lioual925 roobhe sen Sesce Flaocheat!„ W ∆ 950 s. a- Lasganft 950 1210.— Handelsblatt der Kölnischen Zeitung — Nr. * W i e n, 1 5. F e b r. D i e S p e k u l a t i o n b e s c h r ä n k t e s i c h i n d e r K u l i s s e und in den Schranken mit Rücksicht auf den bevorstehende s Geschäft entwickelte sich Wochenschluß auf Glattstellung nie GCac. nur in tschechischen Werten. Privatd 50 9 9 8 8 175 * Amsterdam, 15. Fe hrend sich an der Böne auf den übrige Marktgebieten die ruhig mn gestern behauptete, res Aussehen msterdam Rubber gewann mimarkt ein det C d die übr pernd 10. g und Serbadjadi 11-1 Gummiweste überrik 7 aufwiesen. Der Oe md Erhöhungen + markt lag ziemlich fest; sowohl Königliche ge Atete fest als gestern; d PProzent aufholen. Tabakwerte wend gir eich der Verkehr ziemnlich lebhaft. Ma arine-Unio Ge ellünfolge Angebots um-7% zurück; auch srechte dies s flam, ffneten Kunstseide werte haft lagen flauer. bei Neigung zur Schwäc waren aber später erholt. Phälips zuhi bgeschwächt. Von AusSchüffahrtswerte überwiegend etwas ländern notierten Sofina fest; Zertifikate französischer Banken und Svenska etwas schwächer. Monat 4¾ 90 Aasl-ertet. ale B Bember I1.Parrel 114. 845 83 15. Febr. Unter dem Eindruck der leichten Ueberwindung war an der Börse bei allen wichtigen Papieren ein Med Lufwärts“ ewegung zu beobachten, zumal sich d Satz fü aren 0 Ad im Durc RRepo itt auf nur 3¾% stellte. Bevorzug ce sowie Suez und Rio Anteile der Banque de F Iinto. Auch Kohle rte waren erholt. In der Kulisse herrscht Metall- und Elektrizitäts bedoch eine weniger zuversichtliche Stimmung, da Angebot vorherrschte. WDistribution’Electricité wurden für Rechnung eines unter Führung de Sofina stehenden internationalen-Konsortiums gekauft. Bei Hotchkiss erwartet man eine Dividende von 100fr. * 15/16 5 ##·E: 6t606 0 ie de Chat. 1# # London, 15. Febr. Das Ausbleiben der befürchteten Erhöhung des Rediskontes in Neuyork übte einen günstigen Einfluß auf die altung der Börse aus, doch blieben die Umsätze hränkt. Britisch en taatsanleihe lagen teilweise höher; britische Eisenbahnen hing dustlos. Der Industriemarkt eröffnete ruh chloß jedoch fest und lebhafter. Courtaulds gingen stärker zurück auf die enttäuschende verte anziehend. MargarineDividendenerklärung von 15%. Gu unre Petroleumwert# Union erholt. Tabai 10 20zuhig und teilweise lustlos. Rio T Bere Pariser an auf Käufe. Marcom abgeschwächt. Eisen- und Stahlaktien ruhig, teilweise miedriger. Pe Conecle 65 %Nar Lo 30 brie 017 # 14./2. Neuyork anfangs fest, zum Schluß schwach #. Neuyork, 15. Febr. Der gestrige Beschluß der Bundesreservebank und die Abnahme der Börsenkredite wirkten zunächst auf die Börse w die Befreiung von einem Albdruck. Zur Eröffnung lagen umfangreiche Kaufaufträ vor, und die Baissepartei schritt in beträci fen. Die erzielten Kursgewinne hielte lichem Ausmaß zu Dec ich s 53. Auch Industrie-, Flugzeug- und iein einem Rahmen von 1 bi spiene erfreuten sich regerer Nachfrage. Gelegentliche Vors ler Baissepartei und Gewinnmitnahmen vermochten die Aufwärts 08 Anfangs mur zeitweise zu einem Stillstand zu bringen, dann trat abe: egen Mütta # ls ein völliger Tendenzumschwung ein, als geld auf 7% anzog und auch eine Erhö 82 Zei seld erfolgte. Für Bankakzepte wurde der ebenk von 60 eerneut heraufgesetzt. Die Entzielnu ill. Dollar Tagesgeld g à la bausse rar gleichfalls dazu angetan, die Stimmung nack bbeeinflussen. Die Kursrückgänge erreichten ein von bis zu 11 (In der detzten Börsenstunde wurden umfangreiche Liquidationen v genommen, da der Tagesgeldsatz auf 10% emporschnellte. Die Bör schloß in schwacher ing. Zeitgeld stellte sich an tigen Börse auf 7½ bis 7¾ rden mit 5¼ bi te Zank 5⅛% diskontiert, 60- bis 90-Tage-Wechsel mit 5% bis 5¼% und 120-TageWechsei mit 5½ bis 5¼% 1 * M ./2. An 5 1 + 73 5 NachHotor: * 417% n Co. 105: peake& Chio % Rb.-N. E K * SCOCIE 9 v. Hals 2 ∆ 0 or ¾ as 0 5. 17 00 St.) 30¾ 25 5 ay 901. e 91 2 89⅛ 89¼ *— + 45 4% Chemieal 90 ∆5 2 atoh. prf. 96 Geld- und Wechselmarkt Kölner Devisenkurse(Freiverkehr), 15. Febr., 17.30 Uhr. lar international fester. Es bedangen: KabelNachmittag war 0 mark 20.45¼, Gulde ahlung Neuyork-Reichsmark 4,2147, rk 4,8538, Pfund-Gulden irk 168,80, Pfund-Kabelauszahlung auszahlung Neuyork 2,4969, Pfund-Paris 124,30, Zürich 2. G .81, Brüssel 34,935, Madrid 31,04, Oslo 18,19⅜, Kopen.24, Maila , Stockholm 18,15¼ hagen 18,19 Amsterdam *— lin-—— Seigra Sch 60— P as erlin.— 5. F Lor r. Der Geldmarkt bleibt fest, wenn auch ni W gestern. Kur Anleihen wu 0• ese ectich in rden 91 50 43 markt war st. DreiAiswechsel notierten“ 1 55/16. en. 2046schland Pa * 83 uyork I. —— Rolg: Ron 24.28 24[25.22 89 .2325.23 OrE* * I13 2 92.80 92.31 40 14.06 114.06 325 8 8 85 Geldkurs 95 96s K— 7 0grad lie Mithelk. M4. 55 5 Amerikanischer Warendienst (Funkspruch) KafteeSa 7" ——— Sept.— 41.0 orr. middl. .101 Hovember 5 14.34 65 82.16 ∆ 5 65 6 48 405 19.40-19,42 Janua ∆ W0 er —— 12000 9 11000 # Herdpiater vor. I. Mais m. Preis 5. 15 siter Preis.45.1 4 .8 Peu, u 1248 15.440 21-300 Baumwolle. Auf Grund höherer Preismeldungen aus Liverpoo setzte der hiesige Markt mit Preisgewinnen ein. Die Aufwärtsbewegung ihm zunächst ihren Fortgang, da sich das Angebot in engern Grenzen hielt. Zudem verlautete, daß die südöstlichen Häuser Käufe in greifbarer Ware durchzuführen beabsichtigten. Gegen Schluß setzten teilweise Abwicklungen ein, so daß die höchsten Notierungen des Tages sich nicht behaupten konnten. Kaffee, Abwicklungen im Märztermin und Verkäufe für europäische echnung verursachten zunächst ein Zurü se. Als gehen der Pi hluß die Handelshäuser Kaufneigung b sten und die Spekulatior Deckungen vornahm, konnten sich die Preise wieder erholen.— Kakat stetig. Rohzucker. Am Markt wurden in den nahen Sichten De Sanen nen vorgenommen, wogegen für europäische Rechnung in spätern erkäufe durchgeführt wurden. Später setzten Deckungen ein, und c landel zeigte angesichts der stetigen Verfassung des Lokomarkte auflust, wodurch die Preise weiter anzogen. Zaumwollnoti# :( S c h l u ß). M ä r z 1 9, 3 2- 1 9, 3 2( 1 9. 3 5- 1 9, 3 5), M a i 1 9. 5 0 50). bis 19.50(zule Weizen. Am Markt kam es beute auf Grund der fortgesetzt um end zu Preisgewinne günstigen Wetternachrichten aus Europa vorübe s waren umfangreiche Käufe für ausländische Rechnung und für RechGewin nung nordwestlicher und östlicher Fürmen zu beobachten. 70 mitnahmen kam es jedoch später zu einem Umschwung. Ver 2 wirkte auch die scharfe Konkurrenz von Plataweitzen im Ausfu ais markt konnte sich im Einklang mit der Bewegung de Weizenpreise anfangs eine festere Tendenz durchsetzen, die erzielter doch auf Gewinmmitnahmen zum Teil wieder verloren. Gewinne gün gen aus Argentünien regten zu A ben an.— Roggen. uch die Me. ie Preise dagen heute vorwiegend unter dem gestrigen Stamd. Anfan; er feste Schluß der europäischen Märkte und private russische ngen den Preisen eine Stütze. Am Schluß kam es auf Grund de Winnipegs und der überwiegenden Abgabeneig schwachen Haltung„ u P konnte sich anfangs im Preis behaupten, einbußen ssagen vorlagen. Später kam es auch hie a ungünstige Wettervorau einem Tendenzumschwung, namentlich der Märztermin mußte auf Albwicklungen stärker nachgeben. zeigte sich heute schwäch Am Schmalzmarkt Fettwar # mend wirkte der größere Schweineauftrieb. Auch Tendenz. Ve rechnet man damit, daß der Mitte des Monats erscheinende Ausweie der kontraktlichen Bestände baissegünstig ausfallen werde. 15./2. Wolen dihn. . als Febr. .21 Mai-— rr“. — Roggen Mai 14./2. 5 5 209 Warenberichte Orse Produkten- und W Amtlicher Preisbericht der I 840 r S t r o h a b r h e i n i s tlage Köln, 1 in RM die 100kg, Fr. 4.— Neize ausländischer —— änd. 0 Weiste 815 10 .9000-2 45 21.7 ∆ 70 25 .50 ∆ 15 35 22.70 e 21,75-22.25 75 ∆ 05 kleie ) Ffreb teh SE e Wie 1 gOp 9 1— 10-.00 25 irtsschlusses verlief die heutige Börse Unter der Einwirkung des Schiff bei beschränktem Angebot in fester Haltung für alle Artikel 90n -„ (ü5 Fas) * nValiet 1s hat 1. 1 511 gere Ssland — M2 süße Barl In, la gen * Haf 5 lor 34.00-35.00 90 ∆ 00 .00 .00-92 74.00-76,00 1561 19 * — 90 ∆ 0 mnen gt I. 27 tel 192 ——— se mit Sack. e en. a. 85 60gr..8 ——-—— 39 90-40.0 500 Stück * hisalt 0 91h5 54.65 55 80-55.77 100, 02.01 ∆ 905 136 e 613. 3 % OR ½ Molkereierzeugnisse und Eier ## Vom holländischen Buttermarkt. Die Kommission in Leeuwarder setzte die Notierung am 15, Febr. auf 2,32fl für das Kilo fest(in der oche 2,36fl).— Die durch den Verein von Cooperative: lutterfabrieken in Friesland eingesetzte Kommission stellte Is Notierung 2,29fl(2,34fl) auf.— Auf der heutigen Auktion Leeuwarden stellte sich der höchste erlöste Preis auf 2,26fl(2,31fl). ∆ Hertogenbosch, 15. Febr. Butter. Auf der heutigen Auktion kamer O0kg) zum Ausgebot. Der chste erlöste Preis 3 250kg(am 12. Febr. r niedrigste auf ch auf 2,35f1(2,386 6f1(2,25fl) und der tel 3f). hnittspreis auf 2,30fl Durcl Alkmaar, 15. Febr. Käse. Auf dem heutigen Markt umfaßte die Zufuhr 48 000kg(in der Vorwoche 77000kg). Die Preise stellten sich wie folgt: mit Reichsstempel 45-50fl(47-53fl) die 100kg. Arnheim, 15. Febr. Eier. Auf der heutigen Auktion kam 1 200 000(in der Vorwoche 1 200000) Stück zum Ausgebot. Die Preise für Hühnereier betrugen 9,20-9,70fl(8,10-8,60), kleine Eier 8,90-9,20fl(.40-). Ruhiger Buttermarkt Rückläufiger Verbrauch infolge des kalten Wetters— Preise in Deutschland infolge geringer Erzeugung behauptet; in Kopenhagen leichte Abschwächung co Hamburg, 15. Febr. In der neuen Berichtswoche verlief der Handel n d e n d e u t s c h e n P l ä t z e n i n g a n z u n v e r ä n d e r t e r H a l t u n g. F ü r e i n e ten #c Zelet des Geschäf lie gerin 0 e Mark hand ächu Man könnte el Ab Abnahme der Erzeugung bewirkte, daß die frischen EinLe gänge eini maßen untergebracht werden konnten. Der Verbrauch ibt nach wie vor über Erwarten gering. Solange die anormalen tterungsverhältnisse anhalten, wird auch kaum mit einer Besserung nen sein. Das Ausland ist gleichfalls hierdurch ohne Al zu nahme in Mitleidenschaft gezogen. Das beweisen nicht nur die vielen ind dringenden Angebote aller Herkünfte, sondern auch die Preisgestal an den Hauptausfuhrplätzen. Solange Deutschland nicht 1 eine ärkere Einfuhr offen ist, scheint jeder Anlauf zu höhern Preiser htslos zu sein. Die Heraufsetzung am dänischen Markt in der roche konnte sich nicht behaux n, da man überall auf Absatznichts andres übrig, als die eb chwierigkei stieß. Es Kopenhagener Notierung gestern wieder um 6 Kr. auf 324 Kr. here usetzen otzdem sind die Aussichten noch nicht günstig Eir weiterer Preisabstrich in der kommenden Woche liegt dr rchaus im Bereich der Möglichkeit. Auch in Malmö wurde die offizielle Notierung n 6 Kr, auf 310 Kr. ermäßigt. Angebote liegen auch von Schweder ichlich zu mäßigen Forderungen vor. Von australischer War hier rund 1000 Kisten ein, die preiswert angeboten werden. Auc von frischer sibirischer Butter waren heute kleine Posten greifbar. lie hohen Forderungen lassen jedoch einen glatten Absatz im Auger nicht zu. Am hiesigen Platz finden weiterhin bescheidene Umtt. Es gelang aber, d Aue nkünfte von Schleswig-Holstein zu ungefähr unveränderten Preisen unterzubringen. Die Versteigerung ereiverbände konnte die zugeführte etwas kleinere Menge der as höhern Preisen unterbringen. Bezahlt wurden im Durchschnitt 19031 RM gegen 160.56 RM in der Torwoche. Getreide, Pichl, Bodenerzeugnisse febr. sreithande, t kt.— en bekauptet, Roggen stetig, Gerste und Mais ruhig. Schluß). ebr. Getreidetermihmarkt in fl. die 10 0 .50. 225.25, Mai ai 12.15. Juli 12.375, Sept. 12.50. Mais: Mi 1li 208.50. Se : G e t r e l d e m a r k t. W e je 480 Pfd.) f 15 F %h Dur Feb S 2 7 Aalbs. färz 48.—8, 1 eh bdewetre ggt, e 48015 95 ce — mischter k. Nr. u Fani. —— 1 ge hig. 3 26. Karachi A Lanac Donau-Küstendje Apri 0 Ibs.) ruhig. La Pliste rR 29 1/3 23 1/4 8. kanad. Nr. 2 Fet ee 2 5 9s 8¾ Frankfurt, 15. Febr. Getreide. Weizen 24-24.25, Roggen 23.75, 00 rste(Braugerste) 24.50, Hafer 24.25-24,50, Weizenmehl 34-34,75 #emmehl 31.50-32, Weizenkleie 14.25, Roggenkleie 15. Rog ttin, 15. Febr. Inlandware: Weizen 225, Roggen 215, Sommergerste 195-207, Braugerste 228-238, Hafer 206-212; ferner Mais 224. * Königsberg, 15. Febr. Amtlich: Roggen 21,60-21,80, Hafer 20.60 (stetig).— chtamtlich: Weizen 20-22,40, Roggen 21,60-21,80 Gerste 19.50, Hafer 18-20(fest). Breslau, 15, Febr. Weizen 21,70, Roggen 21, Hafer 20,70, Wintergerete 21, Braugerste 23, Mittelgerste 21.50(fest), Weizenmehl 29.50, Roggenmehl 28.50, Auszugsmehl 35.50(fest). co Hamburg, 15. Febr. Getreide. cif-Notierungen in holl. Gulder di OOkg: Weizen: Manitoba I loko 14,60(Febr. 14.60), II 14,15(14,15) 80(13,80); IV 13.45(13.45), Hardwinter II 13.65(13.65), Amber durum 1 80(12.80), Baruso(78kg) 12,20(12.25), Rosafé(78k 25(12.30 Rog n: amerik. Western II 12.45(12.50), bulgar. 12.45(12.40), Plata —(12.40); Mais: Plata 11,65(11,85), amerik. Mixed II 10.75 .15); Gerste: Donau(60-6ikg) 10.55(10.80), Marokko-Tunis 10.30(—) anada Straight IV—(10.85); Leinsaat: Plata 18.70(—) Weizenkleie die Tonne: grobe Plata-Brasil 1448, Plata-Poilard 138 Hamburg, 15. Febr. Getreide. Die Steigerung an den auswärtigen Märkten machte hier keinen Eindruck. Bei unveränderte Pr findet ein befriedigendes Verbrauchsgeschäft statt, da die Käufer sich für die eingefrorenen Partien anderweitig eichem müssen. = Bremer Febr. Preise in Reichsmark die 50kg. Weizen: Manitoba II SG amend 12.10, III schwimmend 11,90, Baruso(78kg) Feb März 10.70, Rosafé(70kg) Febr.-März 10,70; Roggen: La Plata(73 Sebr.-März 10,70; Gerste: Marokko 9, Donau(68-69kg) 10.30, desgl. (63-64kg).60, La Plata(61-G2kg) Febr.-März.50, Golf.40, Canada 5; Hafer: La Plata(51-52kg) 10.30, desgl. Febr.-März.40, deutscher 12.40, Königsberger(53-54kg) 11.80; Mais: amerik. Mixed.40, La Plata 10,70, Milo und Kafir.20; Marktlage fest Kartoffeln und Stärke * Köln, 15. Febr. Kartoffeln. Wegen des scharfen Frostes keine Notierungen. Düngemittel London, 15. Febr. Chllesalpeter ordinary 95% 15s 7½d je Quintal(100kg). solonialwaren und Zucker großröster und-händle se. Der Vere ib2 Kaffee ., hat den Preis fü iten er .80RM und für feinste littelt. se So asis Superior Santos). Amtliche Preie Verminkattee r½kg iffee.(R. lich(18 Uhr März 87.50 B 87.—G e. Aai 84hM0b 84.256 Piehe zal 31.25 B 81.—G 71 .— B 76,75G 77.— d. otterd Febr. Kaffee(11 die 50kg) Santos(Schluß). Febr. 56.—. März pt. 6⅛ Mai 15 Febr. Kaffee(ür die 50kg). März 541.—, Mai 527¾. Juli 512.— Setgt 4, Dez. 496¼. riermichbr: ckeme wiss bhr geaggete Ware 8; h 0 113 11. .8811-50 —. 1 —. 113 .30 chluß.) Vorr. 231-231½, Febr. 231“ r. Zucker(frje 100 Ar Cärz-M M1 —. April-Juni—.—, Mai-Juli 234.— — Okt.-Dez. 227½, Nov.-Jan. Ruhig. G1 in.-M prII— al* Juni 12— 2 3 1½ r(je 1 rter 2 1138 ed-bere-ee. AaET elgischer ve d Verschiff 886 s 60 umburg, weil ava Mai-Juni 119 zd eif. Ruhig. eil stetig. Burma Nr. 2 Febr.-März 13 1/86, Londor rde an.-Fe 48. ½ Trinidad good bis fine Jan.tan(je 1 ewt). A bs Bpocs von Sing ürz 17. eißer r. 27½ Schreet 2 Ja scho g vorr. # T Kärz 156/d, kair d. 1d. iun Gie 1 1b Zanziber Amsterdam, 15 Febr Muskatnüsse. Febr. 79.— 0 Hamburg, 15. Febr. Auslandzucker.(Privatverkehr.) Markt stimmung abwartend. Tschech. Kristalle, Feinkorn: April-Juni 118 1½c Juli-Aug. 11s 3¾d bis 11s 4½d. Nov.-Dez. 11s 3¾d. Deutscher Ausfuhrzucker prompt 10S 11½d Verkäufer. Jamburg, 15. Febr. Kaffee, Brasilangebote waren bis 1s her e r Z e i t rkt gut behauptet bei teilweise anziehenden Preisen Platz- und Inlandgeschäft ruhig. Für Kaffee vom Lager wurden folgende rundpreise je 50kg unverzollt in Schilling genannt: Santos good 102-106 erior 106-113, Primes 113-118, Extraprimes 118-127, gew. Mittelamerikaner 125-170. cO Hamburg, 15. Febr. Kakao. Markt auf festeres Neuyork u Geschäft. Abladungsware war durchwe Condon fester bei ruß erhöht, Accra good fermented greifbar 468 6d-478 6d, schwimmend 47 bis 468 6d. Febr.-März 478 6d-478, März-April 488-488 6d, April-Mai bis 49s 6d cif. Superior Bahin greifbar 50s-51s, Abladung 50s 6d-51s Kostfracht. Supe r Thomé greifbar und Abladung 508-518 cif. Plantation Tac Trinidad je nach Marke greifbar 60-64s, Abladung 558-56s 6d KostSuperior Sommer-Axriba greifbar 65s 6d-678, Abladung 628 6d-63s 6d Kostfracht.— Reis. Markt leicht belebt bei durchweg unveränderten Preisen. Stetiger Kaffeemarkt Abzug teilweise durch Frost behindert— Anhaltende Regengüsse m Brasilien— Zunehmende Knappheit in Santos Hamburg, 15, Febr. Der anhaltende scharfe Frost ist nicht ohne Einfluß auf den Kaffeehandel geblieben insofern, als die ziemlich stark ereinkommenden Mengen aus den mittelamerikanische Ernten in ihrem Abfluß an den Verbrauch durch die Vereisung de a unterliegen. Auch über die Ostsee Tasserstraßen starken Behinderu erte Verschiffungsmöglichkeit, und bebestcht kaum noch eine nenner sonders empfindlich macht sich die unterbundene Versendung zu Wasse, auf dem Rhein sowohl für den inländischen Verbrauchshandel als auch für die Versandhäuser in den Hafenstädten bemerkbar. Die Bahnweg stellen sich teurer und sind zum Teil überlastet. Die gegen Witterungseinflüsse, vorzugsweise Frost, wenig widerstandsfähigen blaue: Kaffees leiden bei längerer Versendung und bei weniger sorgsame Lagerung leicht in der Farbe, die nicht seiten ganz ausbleicht, wodurcl die Bohne entwertet wird. Darüber kann schon manches Inlandhaus, das seine Kaffees vielleicht aus entlegenern Quellen bezogen hat, Klage ihren. Die Firmen, die sich frühzeitig eingedeckt haben, sind also in Vorteil. Bisher haben sich übrigens die Preise auch für gewaschen Käffees im großen und ganzen verhältnismäßig behaupten lassen loch kann von einer eigentlichen Befestigung keine Rede sein. Eher lie e Sache zurzeit so, daß der vorteilhafte Preisstand gewaschener Kaff genüber feiner Santosware sich noch schärfer als bisher heraushebt aber wie gesagt, wegen der durch elementare Hemmnisse verursachten Absatzbehinderung nicht voll zur Auswirkung kommt, auch deshalb nicht weil die großen Röstereien für ihre Mischungen Santoskaffee in großer s en brauchen. Diesen Umstand macht sich Brasilien fortgesetzt, zu nutze, nicht als ob seine geschickten Kaffeepolitiker den Bogen über spannten, wohl aber halten sie eine langsam ansteigende Preislinie und haben auch in dieser Woche ihre Kostfrachtforderungen in den durch die Marktlage gegebenen Grenzen erhöht. in den wichtigsten brasi Der wochenlang anhaltende Ret far den bereits in der Kirsch lischen Anbaugebieten ka stehenden Kaffeebäumen nicht mehr soviel anhaben, daß eine wesent: iche Ernteschmäle rung davon zu befürchten wäre, wo dert er sehr stark die Abbeförderung der im Innern lagerr gen durch die zum Teil grundlosen Landwege und durch mannig igen im Bahnverkehr. Derartiges ist z. B. dieser Tage au fache Stocku: Sao Paulo gemeldet worden. Der Eisenbahndamm zwischen Sao Paul und Santos soll durch den anhaltenden Regen unterspült worden sein Trotzdem haben sich diese Dinge nicht zu einer nachhaltigen AESC 857 Markt entwickeln können, weil eben eigentliche Ernteschädi gen nicht aft ger eri en werden, und weil die Transportschwierigkeiten nur zeitweiligen Charakter tragen Die wesentlichste Störung ist darin zu rblicken, daß stockende Zufuhren nach Santos die schlechte Auswahl unter den dortigen Vorräten noch verschärfen müssen. Daher auchi erster Linie der hohe Preisstand für feine Santos, die allenthalben begehrt bleiben, namentlich in den Vereinigten Staaten, wo an der Neu yorker Kaffeebörse die Einengung für ; noch fortbesteht und umfangreiche Bezüge erfordert. Am Hambu er Kaffeemarkt bestehen dagegen nur noch kleinere Lieferungsverbindlichkeiten, die sehr hrscheinlich durch Andienung von geringwertigem Kaffee abgedeckt werden. Alles in allem ist ein weiteres Anziehen der Preise für feine Santos wahrscheinlich. Der Hamburger Zeitmarkt schließt die Woche gegenüber den Stand am letzten Samstag et -3 R Pfg. höher. Das Effektivgeschäft var nach Lage der Dinge ziemlich ruhig bei fester Preislage für Santos und einigermaßen behaupteten Preisen für gewaschene Kaffeen. Webstoffe n ndi- Gezu a. Seinde u Gnnerhne Rich ronerhe ansel I).304. Igr r.40d. Rul Bremen, 15. Feb 18 ChE WDel 1 lb). Stetig. März-——.ai ——— 0 DER K——— 5 20. 20 G 95 ∆ 925 05 20.54 G 20.44 20.50 88 19. 15./2. 11 Chr ∆ 35 20.40 15 Der Terminmarkt eröffnete unter der Einwirk duschende ∆ berichte aus Amerika mit einem Ki sverlustv 16 P. Die anfäng ∆ 5 zurückhaltende Nachfr wurde Mittag lebhafte gaß u 95 reiche Angebote leichte Aufnahme fanden. Der Mar loß um 1 U1 nach sehr lebhaftem Geschäft unverändert bis 3 P. über Eröffnur mittags war die Stimmung stetig, da die Kabelmeldungen aus Al rika 88 teten. Der Markt schloß unverändert bis 2 P. über den-UhrNotierungen. Havre, 15. : Baumwelle(ür die 50kg). März 642.—. Mai 629.—. Juli 637. 31.— Sept. 633.—. Lor 1ae sig. Brete Rete n 5 ärs 35.—. Mär 34¼ „Mai 35¾, geringere Sorten Jan. 11 35⅛ ∆ 95 Febr. 33⅜. Fel pril 3⅜. Mi 23 anila Fi 33-8 1l. 24 Ma .2 Fobr Nr. 1 Fet ∆ Aori 15 lpril 27½. Mark -April 26¼ Aug Novembei * 5 15 104 h A7„ November— ./2. * 905 12.66 14./2. 17.89 12.31 47. e Cagter ** llaridis *—. wemiher * 25 .55 1 27 935 ebr. Fieferan 20.04, J5 kontrakt 1843 19.53-19 53. 66 1 20 ∆ 84 J 515 * 144 kont südliche 19. 45— 8. * Manchester, 15. Febr. Am Gewebemarkt zeigte eich etwas regen Nachfrage, jedoch kamen Abschlüsse nur schwer zustande. Für Ga bleibt die Nach ge weiter knapp. Water twist bundles notierte 16¼d je llb, Printers cloth 328 6d je Stück. Oel, Oelsaaten, Fettwaren, Spiritus Amsterd ie 100kg) vorr tUdG eer Feb inöt(t1 die 100k Arrr beite G6 1/4). De * pril 33.—(32⅞). Mai 33⅛), Mai-Aug. 33¾(33½ -Dez. 34.—(34⅛ Febr.-März 68.— : F e t t e 9 5 ie 6 Gräre P. iame A April 66½. Premier Jus extra April 55.—. Premier Jus Prime April 53.—. je 1t). Pixn: 4 25 ä. 184 M4 Tan-Fet N 159 baaat zepore Fe e g in Barrelr 8, rest n 8 20fr. Terpentin(je ikg) franz. London, 15. Febr. Oel 9 La .0 191 at F 5 5 b ärz 19.— and 9 n 7 a1 II 22 att. 20⅜. dr 8 Febr.-März 33.—8. Rieinusssat Febr.-Märi on, 15. Febr. Oele les in 4 je t) Lei 1 vorr. 301 9 u 11511 Prdn 7 51 vo Versch. Febr.-Närz 45.51 15 loko -Mär: err . Ric 186 114 Jull 31½. Terpenti Liverpool, 15. Febr. Palmkerne(in 8 je t) Febr.-März 20.—. 0 Febr. Leinsaat(cje 1 Bushels zu 56 lbs). Mai 247¼(zuletst 2507), ul ). dD Hamburg, 15. Febr. Palmkernöl ruhig, 388, große Fässer. (Karl Heinr. Stöber, Komm.-Ges. a..) Hamburg, 15. Febr. Sichmalz. Stimmau ik. Steam stetig. 2 für 105. raff. in Tierces, verschiede Marken ab Freihafen; in Finkins zu 50kg netto S teurer Tierces, in Kis 0 eit e 25kg netto ⅝S teurer als in Tierces, un und llt. amburger Schmalz in Dritteltonnen, Marke Kreuz, 358, verzollt für O0kg netto. Metalle nar —— ber— — —— 106?————. 1———.—— Hamburg, 15. Febr. Kupfer ruhig. bruat. * „ Juni *—— —— — * Novem *— * 50 arminnotterun 45.75 ebrus Zinr rirag)k. .— 5 —— sobehink gr Nichtamtlich Silber prompt 78.25B, 76.25G. Hüt 553.—B. 52.75G 52.50 L n vien 2 ong Sh emen zink — 1 6 3/8-7 -77 -82 64 14./ 76 95 82¾ 8% 26 3/16 iment Gols — ** 54½ ∆ 935 13 1/8 ai. 4che. 54½-5 ∆ 65 S4e 11½4 Chemikalien, Kautschuk Namburg Lautschukterminhandel. Notiz in RM für 1 Pest. ./2. al— gtl-dun! Joli. ∆ 35 ∆ 85 ∆ 0 .30 25 .325 ∆ 90 .175 .11 Sepianber amber kt.-Oez.— San 35 .425 5 .2 14./2. 45 Amsterdam, 15 Febr. uk(# die 100kg). Jan.-März 67½. April-Juni 69½. Juli-Sex - Okt on Pfe.) 1 gern 1572 111 7 Leichest vor. 1½ *——— *— —— — — —— * + -Sept.— *— *— * .— 990. 12¾[12¼ 5 5 * *— zeit finden keine Termingesckäfte in chellack(je1 cwt) schwächer. Orange T. M. März 193, 5 Febr. S. Ange 19 M. ai co Hamburg, 15. Febr. Rohgummi.(Privatverkehr.) Markt sehr fest, greißbar 12d. Paragummi 13¼d. Vichmärkte Rebr. Ber Ichsen. un 5 Ri 585 Bul 7 Schafe, 9371 Sch veine(sofor en hmarkt 91 nd. Se Zab sowie. Veize. in 2 12./2 72-74 72-75 Handel: Rinder und Kälber ziemlich glatt, Schafe ruhig, Schweine glatt. * Hamburg, 15. Fehr Auftrieb: 5082 Schweine. Preise: Schweine: a 74, b 73, c 71-72, d 64-69, Sauen 68-70(ruhig). Konkurse ma W Dederich. A 93 er. Franz zu He al(H. Sau rogist Ri ∆ 25 lottenhitt. ur Füre 155 nhoff. C m1 aren b. H. Jena Sch 0 ): Kauim. elener Le ): ise Löhle leye erg Sonn erarl S. der 8 15. ster Bernh : Buch- und * Musikalier ib 1. Er, rt. I # Ach Vergleichsverfahren Re Schneeberg r Westphal. Pe san: mann 2X171 asar Sch eter Rößinl. sen(B # al nkircheng Firma Mart Manutas Grützn mann Wilhe twpirt-Priedrie S euruäp nberr Angeiben Trooumann, Zutnias. 1••9 Ruadteschtsceler Aoin Puste er 14 Postscheck=Konto Köln Nr 250. Samme Mosel 3131 Agenturen in: Aacher sihelmstraße 63: Bonn: Münsterstraße 29: Cieve: Große e e 84 Düren: Zehnthofstraße 5s: Düsseldot Graf=Adolf=Straße 12; Duisbu Düsseldorfer Str—3: Hagen: Hohen zollernstraße 12 Koblenz: Schl M. G. krefeld: Luisenstr 97: rchstraße: Bis: nurm e 5 Oderstr 1 Remscheid straße 19: Saarbrücken: D raße 2: Stegen: Unter Meagersraße: Solingen: Ufergartenstr 25: Stungar Königstraße 15: Trier: Fleiichstraße 25 Nummer 93 b Becrsteiter Geschenend K eunsschtel lich das fürden Wohnsizdes Herausgebers gillänbige Buniäge w Landger Roslanhalte 96 schl Bestelgeld beiden mong 95 fl..-RM Zeiler Re eerndr eichn Belamet. nanze gernd c. Stellengelucht 40 RM Die Aufnahme von Anzeigen an sen, Ausgaben od Stell # hrleistetwerden Anzeigen 95 tlicher ant wird nur gewährt bei Zahlung Ersatzansprüche bei Sti örungen sen folge höberer Gewalt oder Aut 0 uusgeschlossen. Anfragen u. unverlangt Jungen iüt Rückvorta betonlingen. Ein Samstag, 16. Februar Abend=Ausgabe und Handelsblatt mit den heutigen Börsenkursen Verkaufspreis 10 Pfennig Randnoten Das Zentrum ist immer noch sehr eifrig mit der Koalitionsschuldfrage beschäftigt. Aber alle seine Bemühungen sind vergeblich. Mit jedem Versuch, die Gründe des Regierungsaustritts zu beschönigen, verwickelt es sich mehr in Widersprüche. Aus der Sackgasse dieser Verirrung kann auch ein eben in der Deutschen Republik erschienener Aufsatz von Dr. Wirth nicht heraushelfen. Wirth läßt die stärksten Register seiner Rethorik spielen, er verkündet das Ende des Parlamentarismus und droht mit der Auflösung der republikanischen Arbeitsgemeinschaft und der Einstellung seiner Zeitschrift, wenn es nicht gelänge, eine vertrauensvolle Einigung unter den republikanischen Parteien über die Regierungsfrage zu erzielen. Es ist wieder einmal sehr viel demagogisches Feuerwerk im frühern Reichskanzler Wirth zum Durchbruch gekommen. Die Unausgeglichenheit seines Charakters und in verstärktem Maß die Unsicherheit seiner Stellung in der Partei spiegeln sich in den Widersprüchen dieses Aufsatzes wider. Wirth hält den Spuk der letzten Wochen für den Vorboten des Faschismus und beklagt die Herabwürdigung des parlamentarischen Systems durch die ewige Koalitionskrisenmacherei. Sehr richtig, aber hat Dr. Wirth eigentlich auch selbst während der Verhandlungen in diesem Sinne gewirkt? Weiter kommt Wirth auf das Angebot der zwei Ministersitze durch das Zentrum in Preußen zu sprechen. Auch er spricht hier von der ernsten„politischen Realität“ dieses Angebots, betont aber, daß seine Verwirklichung natürlich von der Bereitschaft der Volkspartei abhängig gewesen wäre, ein Kompromiß in der Konkordatsfrage mit dem Zentrum abzuschließen. Ist das die Aufrichtigkeit, die das Zentrum von andern fordert? Schließlich sagt Wirth, daß Personenfragen beim Zentrum gar keine Rolle gespielt hätten. Im nächsten Satz aber schon deutet er die Ministerwünsche der Gewerkschaften an und erklärt, die Entscheidung der Zentrumsfraktion wäre in diesem Fall eine politische gewesen. Danach scheinen also doch wohl gewisse personelle Schwierigkeiten für das Zentrum bestanden zu haben. Man könnte noch weitere Widersprüche aufzählen. Aber wir wollen es Herrn Dr. Wirth überlassen, seine politische Bilanz zu machen. Seinen Appell an das parlamentarische Gewissen hätte er besser beizeiten an die Adresse seiner eignen Partei gerichtet. * Im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau wird allgemein darüber Klage geführt, daß es nicht möglich ist, für die durch den langandauernden scharfen Frost drängende Verladearbeit in ausreichendem Maße Arbeiter zu bekommen. Insbesondere fehlen Arbeiter zum Verladen der Brikettstapel, so daß Gefahr besteht, daß die Anforderungen des Hausbrands an Briketten nicht in vollstem Umfange befriedigt werden könnten. Wie man von verschiedenen Stellen hört, ist das Verladen von Briketten von den Stapeln in die Eisenbahnwagen bereits ins Stocken gekommen, weil es unmöglich ist, aus dem Riesenheer von Arbeitslosen die nötigen Arbeitswilligen zu bekommen, die sich zum Verladen der Brikettstapel bereit finden. Bemerkenswert dürfte in diesem Zusammenhang sein, welche Erfahrungen die Braunkohlen=Gewerkschaft Frielendorf(Bez. Kassel) mit den ihr von den Arbeitsämtern zugewiesenen Arbeitslosen gemacht hat. Diese Ermittlungen erstrecken sich über ein volles Jahr. Von der Stammbelegschaft von 424 Mann waren am Schluß des Er mittlungsjahres noch 316 vorhanden, also 74,5 v. H. Freiwillig ein getreten waren 280 Mann, von denen 214, also 76,5 v.., blieben Diese Abwanderung von 23,5 bis 25.5 v. H. kann im Braunkohlenbergbau als normal angesehen weiden. Um für den regelmäßigen Abgang der Belegschaft von etwa 125 Mann Ersatz zu bekommen, wurden der Gewerkschaft Frielendorf etwa 1500 Arbeitslose von den einzelnen Arbeitsämtern zugewiesen. Von diesen 1500 Arbeitslosen traten rund 450 die Arbeit überhaupt nicht an. Von den restlichen 1073 Arbeitslosen, die im Laufe des Ermittlungsjahres eingetreten waren, blieben bis zum Schluß des Ermittlungsjahres nur 124 oder 11,5 v.., so daß also einem regelmäßigen Abgang der freiwillig zur Arbeitsstätte gekommenen Mitglieder der Belegschaft von rund 25. v. H. bei den zugewiesenen Arbeitslosen ein Abgang von 88,5 v. H. gegenübersteht. Von den 1073 Axbeitslosen, die von 1500 zugewiesenen die Arbeit überhaupt aufgenommen hatten blieben jedoch bereits 30,5 v. H. nach dem ersten Arbeitstag schon wieder fort, 55 v. H. dieser Arbeitslosen verschwanden nach drei Tagen, 67 v. H. nach einer Arbeitswoche und nur 18 v. H. sind länger als einen Monat geblieben. Die Gewerkschaft Frielendor hat den Arbeitswillen nach drei Gruppen besonders ermittelt, nämlich nach Verheirateten ohne Kinder, Verheirateten mit Kindern und Unverheirateten. Es sind länger als einen Monat geblieben von den kinderlos Verheirateten 32 v.., von den Verheirateten mit Kindern 15.5 v. H. und von den Unverheirateten 5,5 v. H. Aus diesen einwandfrei ermittelten Zahlen ergibt sich, daß besonders unverheiratete, in der Regel also junge Arbeiter nur in ganz wenigen Fällen den ernsten Willen zu ausdauernder Arbeit haben; sie verlassen sich darauf, daß ihnen die Arbeitslosenunterstützung gezahlt werden muß, und vermeiden aus diesem Grund vielfach absichtlich eine feste Arbeit, nehmen lieber von den Arbeitsämtern nicht nachzuprüfende Gelegenheitsarbeiten an und stehen sich mit der dafür gewährten Vergütung zuzüglich der Unterstützung, die sie als Arbeitslose erhalten, wenigstens nicht schlechter als wenn sie täglich acht Stunden arbeiten würden. Es wäre dringend zu wünschen, daß ähnliche Erhebungen, wie sie hier von der Gewerkschaft Frielendorf durchgeführt worden sind und auch weiterhin fortgesetzt werden, auch in den übrigen Industriezweigen, soweit sie Arbeitereinstellungen in größerm Maße vornehmen, angestellt und durchgeführt würden, um der Reichsregierung ein unanfechtbares Material zu unterbreiten, das den Beweis erbringt, daß die Arbeitslosenversicherung in ihrer jetzigen Form ein wirtschaftliches Unglück für unser Volk ist, weil sie geeignet ist, den Arbeitswillen der jüngern Arbeiterschaft zu zerstören 0 England für eine neue Seerastungslonserenz Die Reinigung des Obelisken Erzählung von Raoul Leguy Einzig berechtigte Übertragung aus dem Französischen vom Will Simon Die Mehrzahl der Pariser weiß nicht, daß auf der Schwelle des Sommers 1918 die Place de la Concorde eines Tages der Schauplatz eines komischen Intermezzos war, das tragisch hätte verlaufen können, aber auf die burleskeste Weise endigte, die man sich ausdenken konnte. Nicht nur die Zeitungen schwiegen, auch die einigen hundert Gaffer, die Zeugen dieses einzigartigen Vorfalls waren, haben niemals ein Sterbenswörtchen darüber gesagt. Man sollte meinen, eine verschwiegene Scham, vermischt mit einer abergläubischen Furcht, habe ihnen Schweigen auferlegt. Der Vorfall trug sich folgendermaßen zu: Es war zur Zeit der großen deutschen Offensiven. Die Oberste Heeresleitung ergriff in Verbindung mit der Regierung energische Maßnahmen, um die Pariser gegen einen feindlichen Durchbruch zu schützen, der von Tag zu Tag drohender wurde. Landsturmregimenter unter dem Befehl des Obersten Gurgusse, und dem Oberbefehl des Generals Dutröne unterstellt, nahmen in Eile die Verteidigungsarbeiten vor und legten um die Hauptstadt ein imposantes Netz von spanischen Reitern und Stacheldrahtverhauen. Der General Dutröne und der Oberst Gurgusse waren aber nicht derselben Meinung. Der erste glaubte, die Deutschen würden versuchen, die französischen Linier durch das Oisetal einzudrücken; der zweite war überzeugt, daß ihr gigantischer Angriff über den Chemin des Dames ausgeführt werde. So hätte man, wie er glaubte, die Ebenen des nordöstlichen Weich bildes mit einer Unzahl umübersteigbarer. Hindernisse, decken müssen und nicht die des nördlichen. Der Oberst Gurgusse hatte jedoch nu Vunt Litzen. Der General Dutröne aber trug die Sterne. So ab, siegte also das übergewicht des Ranges. Der arme Gurgusse mußte sich der Entscheidung seines Chefs unterwersen und Schützengräben auswerfen lassen, von deren Nutzlosigkeitter überzeugt war. Als einige Tage später die Deutschen am Chemin des Dames angriffen, ließ General Dutröne verärgert seinen allzu klarblickenden Untergebenen zu sich bitten. „Sie sind ja ein verteufelt schlauer Kerl“, sagte er ironisch „Schade, daß Sie nicht zu der letzten Konferenz eingeladen wurden. Vielleicht hätte man dem Marschall Gurgusse, die Führung der alliierten Heere übertragen.“ „Sie sind immer zum Scherzen aufgelegt, Herr General“, erwiderte Gurgusse, jetzt, auch verärgert.„Aber das steht nicht in Fräge. Sie denken doch wohl nicht, daß die Deutschen rein zu ihrem Vergnügen den Umweg über Luzarches und Montmorency machen werden nur um in die Stacheldrahtverhaue zu rennen, die Sie so schön haben anlegen lassen.“ „Genug mit Ihren Scherzen, Gurgusse,“ unterbrach ihn streng, der General.„Hören“ie ms zu. Ich leugne nicht, daß Ihre Leute gute Arbeit gemacht haben, mir scheint jedoch, daß seit einigen Tagen gewisse untergeordnete Arbeiten vernachlässigt worden sind. So bin Eine Erklärung des Botschafters in Amerika Aufrüstung und Abrüstung Washington, 15. Febr.(United Preß.) Einer heute veröffentlichten Erklärung des englischen Botschafters in Washington, Sir Esme Howards schreibt man einige Bedeutung zu, zumal man glaubt, sie sei von Downing Street beeinflußt, und sieht in ihr einen Beweis dafür, daß England gegen die von amerikanischer Seite angestrebte neue Flottenabrüstungskonferenz nichts einzuwenden habe. In der Erklärung Howards heißt es: Nachdem das amerikanische Flottenbauprogramm nunmehr zum Gesetz erhoben wird, besteht aller Grund zu der Annahme, daß bald weitere Schritte unternommen werden, um ein Rüstungseinschränkungsabkommen zwischen den hauptsächlichsten Seemächten zu erreichen. Solange die Kreuzervorlage noch zur Beratung stand und ihr Schicksal ungewiß war, konnten aus naheliegenden Gründen derartige Schritte nicht unternommen werden Irgendwelche Vorschläge, die auf eine Erneuerung der Abrüstungs verhandlungen hinzielten, wären in den Vereinigten Staaten, solange die Kreuzervorlage noch nicht angenommen war, als eine Einmischung nd ein Beeinflussungsversuch des Kongresses betrachtet worden. Nachdem nun aber die Vorlage Gesetz geworden sei, stehe einer Anknüpfung von neuen Verhandlungen nichts mehr im Wege, die, wenn sie zustande kämen, geführt werden müßten unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die 15 Kreuzer der amerikanischen Flottenvorlage unter, allen Umständen gebaut würden. Da die Vereinigten Staaten klar gezeigt haben, daß sie bisher die weitere Fortsetzung der Abrüstungsverhandlungen begünstigen, kam man wohl sagen, daß alles auf ein frühzeitiges Zustandekommen einer neuen Rüstungsbeschränkungskonferenz hindeutet, bei der sicherlich weit besseres Verständnis für die Bedürfnisse der einzelnen Staaten zutage treten würde als im Jahre 1927 in Genf. Meiner Ansicht nach sind sehr gute Aussichten für einen befriedigenden Abschluß der Verhandlungen vorhanden. England überrascht (Telegramm unsers eignen Berichterstatters), ### London, 16. Februar. Der hiesigen öffentlichkeit ist der diplomatische Schritt Englands in Washington für eine baldige Wiederaufnahme der Verhandlungen über die Abrüstung zur See ganz über raschend gekommen. Die Regierung hatte bisher keinerlei Mitteilung über diese ihre Absicht, weder im Parlament noch sonst in der öffentlichkeit, gemacht. Hiesige diplomatische Kreise betrachten die Erklärung des Gesandten als eine Antwort der britischen Regierung auf die Anregung, die Amerika am Ende seiner Antwortnote auf das englischfranzösische Seekompromiß machte. Diese Note, die das Kompromiß als Grundlage weiterer Erörterungen ablehnte, schloß mit folgenden Worten: Die Regierung der Vereinigten Staaten ist nach wie vor bereit, ihr möglichstes zu tun, um eine Grundlage einer weitern Beschränkung der Seestreitkräfte zu erreichen, die alle Seemächte befriedigt. Hinter den Kulissen der englischen Regierung haben sich in den letzten Wochen stille Kämpfe abgespielt, an denen sich vor allem das Schatzamt, das Auswärtige Amt und das Marineministerium, beteiligten. Dem Schatzamt lag es besonders daran, im Hinblick auf die Neuwahlen mit einem herabgesetzten Haushalt vor das Land zu treten was nur auf Kosten der Seerüstungen erzielt werden kann. Schließlich aber siegte die Admiralität, nachdem die amerikanische Kreuzervorlage so glatt durchgegangen war, und erreichte nicht nur, daß die beiden Kreuzer, deren Bau man verschieben wollte, sofort gebaut werden, sondern daß auch an Stelle eines vorgesehenen Kreuzers von 8000 einer von 10 000 Tonnen gebaut wird. Das Auswärtige Amt, dessen Politik infolge des von der ganz überwiegenden Mehrheit des englischen Volkes abgelehnten englisch=französischen Seekompromisses und der dadurch hervorgerufenen Mißstimmung in Amerika die schwerste Belastung der jetzigen konservativen Regierung darstellt, will sich offenbar durch den Schritt in Washington vor allem in England eine günstigere Stellung schaffen. Man darf eben nicht vergessen, daß alles, was die englische Regierung zurzeit tut, im Hinblick auf die kommenden Wahlen geschieht, denen die Konservativen infolge ihres erheblichen Stimmenrückgangs bei den jüngsten Nachwahlen mit weniger Zuversicht entgegensehen. Man darf weiter nicht außer acht lassen, daß im April der Vorbereitende Abrüstungsausschuß wieder in Gen zusammentritt und daß es, ebenfalls aus innerpolitischen Gründen, für die englische Regierung notwendig ist, sich wenigstens auf eine große Geste berufen zu können. Panzerkreuzernebel in Frankreich # Berlin, 16. Februar.(Telegr.) Als der Daily Telegraph vor kurzem aus Paris die Meldung brachte, daß die dortigen Marinekreise in dem Bau des deutschen Panzerkreuzers eine„Verschiebung de: Gleichgewichts der Mächte zur See“ erblickten, war man geneigt, an einen schlechten Scherz zu glauben. Jetzt ergibt sich aber aus einem eingehendern Bericht des Pariser Vertreters der Times, daß jene erste Meldung bitterer Ernst gewesen ist. Es heißt da nämlich, daß das französische Marineministerium mit nicht geringer Besorgnis die deutschen Flottenpläne verfolge. Es könne keine Rede davon sein daß die vier Panzerkreuzer die Deutschland bauen wolle, nur dazu bestimmt seien, die Vorherrschaft Deutschlands in der Ostsee sicherzustellen, da ihre Stärke offensichtlich weit über diesen Zweck hinausgehe. Die neuen deutschen Schiffe würden so leistungsfähig werden, daß sie nur von großen Schlachtschiffen bekämpft werden könnten; jedes würde ohne weiteres in der Lage sein, einen gewöhnlichen 10.000=Tonnen=Kreuzer in die Lust zu schießen. Ihr Aktionsradius mache sie geeignet zu langen Fahrten im Mittelmeer und darüber hinaus, und sie würden überall einem Feind überlegen sein, der nicht wenigstens über ein Geschwader von überDreadnoughts verfüge. Somit würde das deutsche Programm ein Wettrüsten unvermeidlich machen, falls man nicht vorher zu einer Verständigung käme. Inzwischen arbeite die französische Admiralität als Antwort auf die deutschen Schiffe bereits an Entwürfen für Kreuzer von 12000 Tonnen, und falls diese gebaut werden sollten, sei es sicher, daß Italien bald mit Kreuzern von etwa 14000 Tonnen folgen werde. Summa summarum: Unser einer Panzerkreuzer, mit dessen Bau eben erst begonnen worden ist, macht dem französischen Marineministerium zufolge ein Wettrüsten unvermeidlich, wenn die Sicherheit Frankreichs nicht Gefahr leiden soll! Das alles ist so hahnebüchen, daß es unbegreiflich wäre, wenn uns nicht das eine Wörtchen von einer Verständigung den Schlüssel zur Lösung gäbe. Wir befinden uns an der Schwelle einer neuen internationalen Flottenkonferenz, auf der das Stärkeverhältnis der Seemächte, das zuletzt in Washington im Jahre 1921 festgeleg wurde, neu überprüft werden soll. Es ist offensichtlich, daß die französische Regierung die Gelegenheit benutzen will, entweder Deutschland noch mehr zu schwächen oder eine höhere Rate für ihre Flottenstärke durchzusetzen. Ist es gleich Wahnsinn, hat es doch Methode, und zeigt wieder einmal, was von den Aussichten einer internationalen Abrüstung wirklich zu halten ist. Die amerikanischen Rüstungen Washington, 15. Febr.(Anited Preß.) Der Haushaltausschuß legte heute dem Senat einen Bericht vor, worin die Bereitstellung von 700 000 Dollar für die sofortige Kiellegung der im Flottenbauprogramm für dieses Jahr vorgesehenen fünf Kreuzer empfohlen wurde. Beschleunigung der Vogesendurchstiche O Paris, 15. Februar.(Telegr.) Poincaré hat gestern eine Abordnung Elsässer und Be wohner der altfranzösischen Vogesen empfangen, die den Wunsch nach Beschleunigung der Arbeiten von drei neuen Durchbohrungen der Vogesen aussprachen. Es handelt sich um den bereits 1920 vom Parlament an genommenen Vogesendurchstich St. Moritz—Wesserling, ferner um die Verbindung St. Dié—Markirch und Cornimont—Metzeral, zwei Straßen, die bereits von der Kammer bewilligt wurden, aber noch vom Senat angenommen werden müssen. Poincaré sagte seine Unterstutzung zu. Zalesti mimt den Verständigungsbereiten Ein überflüssiger Vorschlag 5 Berlin, 16. Februar.(Telegr.) Wie aus London gemeldet wird, beschäftigt sich in der letzten Nummer der Review of Reviews der polnische Minister des Außern Zaleski mit der Denkschrift Gröners über den Bau des Panzerkreuzers, die bekanntlich in der vorletzten Nummer dieser Zeitschrift veröffentlicht wurde. Zaleski schreibt, daß die polnische Regierung bereit wäre, mit Deutschland einen Vertrag abzuschließen, worin sich beide Staaten ihren gegenseitigen Besitzstand verbürgen, und er meint, daß ein solcher Vertrag viel, dazu beitragen würde, das deutsche Volk über die Gefahr eines polnischen Angriffs zu beruhigen. Es fällt schwer, diese Außerungen Zaleskis selbst der Form nach ernst zu nehmen, da er sein Handwerk gut genug kennen muß, um zu wissen, daß schwerwiegende diplomatische Vorschläge, wie der hier angedeutete Vertrag; nicht durch Aufsätze in einer Zeitschrift, noch dazu einer solchen von ausgesprochen deutschfeindlichem Charakter, angeregt werden können. Aber selbst wenn man von dieser formalen Seite absieht, ist es schwer, sich vorzustellen, daß Zaleskiseinen Vorschlag aufrichtig gemeint haben könnte. Er kann nicht im Zweifel darüber sein, daß das deutsche Volk einem Vertrag, der die heutigen deutschen Oftgrenzen endgültig anerkennen würde, niemals zustimmen würde. Das deutsche Volk hat in den Verträgen von Locarno auf die gewaltsame Anderung dieser Grenzen verzichtet, und es hat überdies erst vor wenigen Tagen den Kellogg=Vertrag ratifiziert und damit den Krieg grundsätzlich als Mittel der nationalen Politik ausgeschaltet. Weiter kann das deutsche Volk nicht gehen; es wird so lange danach streben, auf friedlichem Wege die unerträglichen Grenzen im Osten zu ändern, bis es sein Ziel erreicht hat. Da Zaleskis Außerungen in Wirklichkeit nichts andres tsind, als ein weiteres taktisches Mittel, die öffentliche Meinung der Welt auf die Seite Polens zu bringen, erübrigt es sich, sie als einen diplomatischen Vorschlag zu behandeln. Zaleski wünscht Deutschland moralisch ins Unrecht zu setzen, um seine Politik der Bekämpfung und Bedrängung des Deutschtums ungestört fortsetzen zu können, und er hat gerade setzt diesen Wunsch besonders lebhaft, weil in wenigen Wochen die Behandlung der deutschen Minderheit vor dem internationalen Forum in Genf zur Sprache kommen soll. Von deutscher Seite wird aber dafür gesorgt werden, daß seine Ablenkungsmanöver keinen Erfolg haben. Der Seimmarschall für Clitz Die Minderheit hüben und drüben TTelegramm unsers=Berichterstatters) F Kattowitz, 15. Februar. Bezeichnend dafür, daß auch viele Polen von der Unschuld Ulitz überzeugt sind, ist die Tatsache, daß neben den sozialistischen Anwälten Liebermann(Warschau) und Bay.(Kattowitz) auch der ehemalige Marschall des Schlesischen Seims, Wolny (Kattowitz), die Verteidigung übernommen hat. Wolny kennt Ulitz aus seiner langjährigen Tätigkeit als Abgeordneter und kennt auch das Anklagematerial von Amts wegen; er hat in dem Prozeß gegen den Deutschen Volksbund(Dudek=Prozeß) die Analogie der Fälschungsfälle zwischen Dudek und Ulitz eidlich erhärtet. Die Kattowitzer Zeitung stellt Vergleiche an über die Lage der Minderheiten in Deutschland und in Polen und sagt, daß die preußische Regierung die Führer der polnischen Minderheit zur Beratung heranziehe, während die polnische Regierung die Führer der Deutschen gefangensetze, ferner daß die polnische Minderheit in Deutschland unter der Obhut der Behörden, in Polen aber die Führer der Deutschen nur unter der Obhut des Gefängnisdirektors stünden. Entgegen der parlamentarischen Gepflogenheit, daß der Seimmarschall bis zur Neuwahl amtiert, wurde dem Seimmarschall Wolny mitgeteilt, daß seine Amtstätigkeit mit der Auflösung des Seims auf gehört habe und der Woiwode die Exekutivgewalt über das Seimbüro übernehme. Der Verband der Aufständischen veröffentlicht einen Aufruf, worin es heißt, der neue Seim müsse mit einer polnischen Einheitsfront unter der Führung Grazynskis und unter Ausschluß Korfantys und der Deutschen gewählt werden, und in ihm müsse „das nationale und aufständische Element“ die entscheidenden Stimmen haben. Von der Festigung der polnischen Front werde die Festsetzung des Wahltags abhängen, woraus folgt, daß der von Warschauer Blättern als Wahltag angegebene 2. Juni durchaus noch unsicher ist, vielmehr soll die Zeit bis zur Neuwahl des Schlesischen Seim ausgenutzt werden, um die Gegner des sogenannten ich gestern am Obelisken vorbeigekommen. Er schien mir sehr schmutzig „Es wird nicht sehr schwierig sein, ihn zu reinigen“, sagte der Oberst, ohne sich darüber Rechenschaft zu geben, welcher Zusammenhang wohl zwischen dem Obelisken und den Arbeiten seiner Leute bestehen könnte. „Schon gut! Stellen Sie morgen eine Kompanie zur Verfügung, damit die Reinigung ausgeführt wird.“ Oberst Gurgusse versprach dem General, seinen Befehl ausführen zu lassen, und die 7. Kompanie— die des Hauptmanns Baptiste wurde sofort für die vorgeschriebene Arbeit bestimmt. Als die beteiligten Grade von dem Tagesbefehl Kenntnis nahmen, hatten sie nur ein ungläubiges Lächeln; Hauptmann Baptiste aber zerstreute alle Zweifel, indem er ihnen das Schriftstück, versehen mit der Unterschrift des Obersten, zeigte:„Morgen, am 30. Ma 1918, nimmt die 7. Kompanie, die auf Befehl des Generals Dutröne zur Reinigung des Obelisken abkommandiert ist, nicht an den allgemeinen Arbeiten teil.“ „Befehle muß man gläubig und ohne Kritik hinnehmen“, sagte Leutnant Valbert, der dienstälteste Sektionsführer.„Es ist ganz klar, wir machen morgen einen netten Bummel durch Paris. Sie, Herr Hauptmann, kommen von Ihrem Ersatzbataillon aus dem Süden und kennen die Hauptstadt kaum. Na, Sie werden sie sich vielleicht unter den Klängen der dicken Berthas ansehen. Das wird sehr poetisch sein.“ Am nächsten Morgen stand schon um vier Uhr die Kompanie am Ausgang ihres Lagers an der Straße nach Luzarches abmarsch bereit. Die Mannschaften hatten sich mit Handleitern, Schwämmen, schwarzer Seife, Putzstein, Wurzelbürsten und Spritzen bewaffnet. Die kleine Truppe durchquerte Pierrefitte, Villetaneuse, die Ebene von Saint=Denis, marschierte durch die Porte de la Chapelle in Paris ein, dann durch die Rue Lafayette, die Rue Scribe, den Boulevard de la Madelaine hinab, und um halb neun machte sie Rast auf der Place de la Concorde, vor den Arkaden des Hotels Crillon. Während die Mannschaften einen kleinen Imbiß nahmen, 3og Hauptmann Baptiste, der die Verantwortung nicht gern allein übernehmen wollte, seine beiden Leutnants zu Rate. Alle drei besichtigten eingehend den Obelisken. „Diese Reinigung muß ein Kinderspiel sein“, sagte Leutnant Jolimoine.„Sehen Sie mal, Herr Hauptmann, wie rein die Spitze ist.“ „Das ist wahr, Jolimoine. Aber unten ist er dermaßen schmutzig, als hätte man ihn in eine Dunggrube gesteckt.“ „Lassen Sie mich nur machen, Herr Hauptmann. Bummeln Sie ruhig mit Valbert ein wenig über die Boulevards; ich verpflichte mich, mit dem Adjutanten Terminus und dem Sergeanten Macre in zwei Stunden die Arbeit gemächlich zu erledigen.“ Auf einen Pfiff ihres Vorgesetzten eilten alle Mannschaften wie ein Spatzenschwarm herbei. Der Hauptmann richtete einige kurze und bündige Worte an sie über die Bedeutung des Auftrags, den ihnen die Regierung der Republik anvertraue. Dann begann die Arbeit. Während Baptiste und Valbert sich in der Richtung der Rue Royale entfernten, besprengten die Leute, von Jolimoine angefeuert, den Obelisken mit Spritzen jedes Kalibers, bearbeiteten die untern Teile mit ihren Wurzelbürsten, mit Putzstein und allen möglichen modernen Reinigungsmitteln. Wegen der dicken Bertas und der fast täglichen Flugzeugangriffe war die Pariser Bevölkerung zu dieser Zeit ziemlich spärlich unterwegs Trotzdem war die Place de la Concorde bald schwarz von Menschen. Das Gerücht, eine Infanteriekompanie reinige den Obelisken, wurde von Mund zu Mund weitergetragen, und gegen elf Uhr mußte die Polizei bereits einen Ordnungsdienst einrichten und die Neugierigen auseinandertreiben, damit der Verkehr nicht stocke. Währenddessen nahmen Hauptmann Baptiste und Leutnant Valbert ihren Apéretif auf der Terrasse der Taverne Impériale. „Sagen Sie mal,“ sprach Baptiste,„Sie sind ja Pariser. Ist die Taverne Impériale eigentlich ein erstrangiges Lokal? „Ein sehr gutes Haus, Herr Hauptmann, und die Preise hier sind auch nicht so hoch wie nebenan bei Laporte.“ „Na! Wenn sie splendid wären, hätten Sie mich bei Laporte zum Dejeuner eingeladen. „Ich stehe Ihnen ganz zu Diensten, Herr Hauptmann. Wäre es Ihnen genehm, wenn wir auch meinen Kameraden Jolimoine einlüden?“ „Halten Sie mich denn für einen Menschen ohne Bildung, Valbert? Glauben Sie, ich würde mir erlauben, jemand einzuladen, wenn Sie bezahlen? Auf alle Fälle lassen Sie Jolimoine kommen, wenn Ihnen daran liegt! Ich denke, Terminus und Macre sind alt genug, um die Leute während unsers Mahles zu beaufsichtigen!“ Zehn Minuten später saßen die drei Offiziere im großen Saal bei Laporte. Baptiste und Jolimoine hörten andächtig Valbert zu, der dem Kellner ein ausgesuchtes Menü diktierte. An einem Nachbartisch knabberte eine niedliche junge Dame ihr Hors’oeuvre in Gesellschaft eines ehemaligen Ministers, eines Bekannten von Valbert. Plötzlich stieß die niedliche junge Dame einen Schreckens schrei aus. Eine Katastrophe schwebte in der Luft. Das elektrische Licht erlosch, Fensterscheiben zerbrachen, und Hauptmann Baptiste, leichenblaß, barg instinktiv seinen Kopf in der Serviette, als wolle er sich vor der drohenden Gefahr schützen. Dschinnng..: Bumm.. Man vernahm einen fürchterlichen Knall. „Mal wieder eine! Die ist auch nicht weit von hier gefallen! sagte die Kassiererin mit fester Stimme, was die Bewunderung Baptistes hervorrief. Valbert und Jolimoine eilten aus dem Saal hinaus, um zu sehen, ob die obern Stockwerke des Gebäudes noch unversehrt wären. Sie bemerkten nichts Ungewöhnliches. Baptiste, der sich nach und nach wieder beruhigte und vielleicht an seine Leute dachte, folgte seinen Gefährten. Er wagte einen Blick nach der Place de la Concorde. Der Obelisk stand noch. „Die ist hinter der Madeleine heruntergefallen“, meinte ein Straßenbengel, der gerade vorbeiging. „Besser auf die Madeleine als auf den Obelisken!“ erwiderte Baptiste. „Gewiß!“ meinte eine Matrone in der Menge.„Ihre Leute haben so wenigstens ihre heile Haut behalten, nicht wahr?“ „Und dann“, sagte Baptiste,„wäre es gewiß nicht zum Lachen, den Obelisken auf der Erde liegen zu sehen, nachdem man sich den ganzen Morgen geschunden hat, ihn zu reinigen!“ Baptiste und seine beiden Leutnants waren froh, unversehrt der Gefahr entronnen zu sein, und sie setzten lustig ihre unterbrochene Mahlzeit wieder fort. Nach einer Viertelstunde, als sie gerade eine köstliche Remouladenlanguste verzehrten, stürzte wie ein Wirbelwind der Kompanieradfahrer in den Saal, völlig außer Atem und ganz aufgeregt. „Herr Hauptmann! Schnell, schnell. Der Herr Generalgouverneur von Paris ist auf der Place de la Concorde. Er hat dem Adjutanten Terminus schon gehörig den Kopf gewaschen. Jetzt möchte er den Herrn Hauptmann sprechen. Ich glaube... nicht, um dem Herrn Hauptmann Komplimente zu machen...“ Die drei Offiziere sprangen sofort auf und stürzten im Laufschritt ihrem verlassenen Posten zu. Trotz seines Bäuchleins und seiner 43 Jahre lief Baptiste schneller als die andern. Die Straßenjugend und die Lehrmädchen aus den Schneiderateliers liefen neben ihnen her und trällerten einen Kriegsmarsch. Dieses Schauspiel ist nicht zu schildern: es war eine wirkliche Kintappverfolgung. Rehen dem Obelisken stand unbeweglich der Gouverneur von Paris. Vor ihm die Mannschaften, in Linien ausgerichtet, und an der Spitze der Adjutant Terminus in vorschriftsmäßiger Haltung. Baptiste meldete sich. „Sagen Sie mir mal,“ krähte der Gouverneur,„was bedeutet eigentlich dieser Bierult?“ „Herr General..“ Lassen Sie die Redensarten! Wer hat Ihnen den Befehl gegeben, eine solch lächerliche Arbeit ausführen zu lassen?“ „General Dutröne, Herr General!“ Ahl General Dutröne! Na, er täte besser daran, seine Tierparks reinigen zu lassen. Da fällt man direkt über das Ungeziefer und die Spinngewebe. Haben Sie einen schriftlichen Befehl?“ „Hier, Herr General“, sagte Baptiste und reichte ihm das Schriftstück. „Schon gut“, sagte der Gouverneur, nachdem er es gelesen hatte. „Ich setze Sie außer Verfolgung. Den General Dutröne werde ich zwar nicht nach Limoges schicken. Aber nach Charenton.“ Baptiste machte eine lange Ehrenbezeigung, brüllte ein Kommando, und die Kompanie rückte in der Richtung der Madeleine wieder ab. Und zur Abendsuppe waren alle wieder im Lager zurück. Es erfolgte keinerlei Bestrafung. General Dutröne hatte nur vergessen zu sagen, daß„Obelisk“ auch der Name des Pferdepar#s ander Straße nach Luzarches war. Samstag, 16. Februar 1929 Sanierungslagers mit allen Mitteln unschädlich zu machen. Der Kurjer Slonski wirft Grazynski vor, daß er durch seine Unterredung mit dem Vertreter der Polska Zachodnia die Warschaue Regierung desavouiert habe, weil diese als Auflösungs grund den Ablauf der Gesetzgebungszeit dieses Seim angegeben habe, während aus Grazynskis Außerungen hervorgehe, daß der Seim nur deshalb aufgelöst wurde, weil von den 48 Abgeordneten nur zwölf nicht in Opposition gegen Grazynski standen. Grazynst habe das vom Schlesischen Seim vor anderthalb Jahren beschlossene Wahlgesetz dem Staatspräsidenten erst jetzt zur Unterschrift vorgeleg damit der Zeitraum für seine unkontrollierte Tätigkeit möglichst verlängert werde. Wegen dieser Unterlassung müßte der Woiwod zur Verantwortung gezogen werden, weil er die Warschauer Regie rung, die Oberschlesien feierlich die Autonomie zugesichert habe in eine schwierige Lage gebracht habe; die Warschauer Regierung sei daher heute mit der nationalen Ehre an ihr Verprechen gebunden. Oberschlesien spiele in der polnischen Auslandpolitik eine zu große Rolle, als daß dort ohne Schaden für den Staat Experimente gemacht werden dürfen. Der sozialistische Volkswille sagt, Grazynskis Politik sei nur zur Verewigung des Hasses geeignet, durch die Oberschlesiens Bevölkerung rücksichtslos in zwei feindliche Heerlager geteil werde. Die Verhaftung von Ulitz sei von Haß, nicht von Vernunft gegen die loyale Minderheit diktiert. Die Versicherungen der Loyalität, die das Deutschtum Oberschlesiens Pilsudsti gegenüber nach dem Staatsstreich offentlich abgegeben habe, begegneten auf der Gegenseite keinem Verständnis. Die Verhaftung verstärke nich das Bewußtsein der Deutschen in Oberschlesien, in einem Rechtsstaat zu leben; bei Fortsetzung der Haßpolitik würden die Polen das Deutschtum geschlossener denn je finden. Das Deutschtum wünsche Verständigung, trotz der großen Schwierigkeiten; es werde sich aber lebendig nicht von seiner Muttererde verdrängen lassen, sondern werde für seine kulturelle und nationale Befreiung kämpfen, wie die polnische Nation dies in der Vergangenheit getan habe. Rücktritt des Obersten Fitzmaurice Dublin, 16. Febr.(United Preß.) Oberst Fitzmaurice, der Begleiter Köhls und Hunefelds auf ihrem Transozeanfluge, ist von seinem Posten als Leiter der Luftstreitkräfte Süd irlands zurückgetreten. Er wird, wie an gutunterrichteter Stelle verlautet, bald nach den Vereinigten Staaten gehen, um Besprechungen über den Ausbau des an der Westküste Irlands gelegenen Ortes Galway zu einem Flughafen fur den später einzurichtenden Verkehr zwischen Amerika und Irland aufzunehmen. Die amerikanische Einwanderungspolitik WIB Washington, 15. Fedr.(Telegr.) Senator Nye bracht heute von neuem im Senat eine Entschließung ein, die das Hinausschieben des für den 1. Juli d. J. vorgesehenen Inkrafttreten der nationalen Ursprungsklausel fordert, und verlas sie im Plenum. Der republikanische Senator Reed(Pennsylvanien), der gegen den Aufschub ist, stellte sofort den Antrag auf überweisung der Entschließung an den Einwanderungsausschuß. Senator Nye setzt jedoch durch, daß die Entschließung vor dem Plenum verbleibt und von ihm jederzeit zur Aussprache und zur Abstimmung gestellt werden kann sobald er genügend Stimmen für ihre Annahme zusammenbringt. De Senator wird hiermit jedoch bis nach Hoovers Rückkehr warten, da dieser, wie die Blätter übereinstimmend melden, seine Hilfe in Aussicht gestellt hat, um das Inkrafttreten der neuen für Deutschland und die skandinavischen Länder ungünstigen Einwanderungsquoten zu verhindern. Generalausstand der Eisenbahner Rhodesias Johannesburg, 16. Febr.(Uniied Preß.) Ein Generalausstan aller Eisenbahnangestellten Rhodesias, der noch heute im Laufe des Tages verkündet werden soll, droht dem Wirtschaftsleben dieses Gebiets schweren Schaden zuzufügen. Die Ursache des Ausstands ist in Lohnstreitigkeiten zu suchen. Die Eisenbahnverbände hatten die Regierung aufgefordert, die Lohnsätze, die vor einiger Zeit erniedrigt worden waren wieder auf die gleiche Höhe wie im Jahre 1922 zu bringen. Diese Forderung war jedoch abgelehnt worden. Abbeförderung von Ausländern aus Kabul WIB Neu=Delhi, 14. Febr.(Telegr.) Britische Militär flugzeuge beförderten gestern zehn Deutsche, Perser und Türken einen Asghanen und 32 britisch=indische Staatsangehörige aus Kabul ab. Der chinesisch=japanische Ausgleich (Telegramm unsers Berichterstatters) * Schanghai, 16. Februar. Die chinesisch=japanischen Verhandlungen sind bishe nicht wiederaufgenommen worden. Die Unterbrechung am 9. Februar erfolgte nach der chinesischen Darstellung wegen Verweigerung der Anerkennung von japanischen Zusagen im Tsinanfu streit, Entschädigung zu leisten, da entsprechende Gegenweisungen aus Tokio eingetroffen sind. Die Lage wird indes als hoffnungsvoll bezeichnet, da beide Teile offenbar Ausgleichsverständigung brauchen und suchen. Der Auswärtige Ausschuß der französischen Kommer ha am Freitag den Bericht des Abgeordneten Pierre Cot über die Unterzeichnung des Kellogg=Vertrags einstimmig angenommen. Das norwegische Storting nahm gegen eine kommunistische Stimme den Kellogg=Vertrag an. Kölnische Zeitung Für Zusammenarbeit der Landwirtschaft provinzialausschuß und Amgemeindung WTB München, 15. Febr.(Telegr.) Der Vorstand des Bayrischen christlichen Bauernvereins nahm in der Frage der Zusammenarbeit der landwirtschaftlichen Organisationen zur Beseitigung der Notlage des deutschen Bauernstandes eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: Das Schicksal der deutschen Landwirtschaft wir vom Reich aus entschieden. Reichsregierung und Reichsta sind die entscheidenden Faktoren, und auf ihre erfolgreiche Beeinflussung kommt alles an. Diese kann am nachhaltigsten betrieben werden durch die engste Zusammenarbeit aller gleichgesinnten wirtschaft lichen Standesorganisationen des deutschen Bauerntums. Der Bayrische christliche Bauernverein erklärt sich bereit, mit allen landwirt schaftlichen Organisationen in einem Spitzenausschuß wirksam mit zuarbeiten zur Beseitigung der Notlage der Landwirtschaft. Ein Zu sammenwirken politischer Parteien zur Wahrung un Förderung der Lebensinteressen der deutschen Landwirtschaft würde wir lebhaft degrüßen. Wir fordern die politischen Parteien auf in Verhandlungen über ein gemeinsames Programm zur Beseitigung der Notlage der deutschen Landwirtschaft einzutreten. Man wird die Tendenz dieser Entschließung nur begrüßen können. Politisch bemerkenswert ist die hier aus gesprochene Erkenntnis, daß Reichsregierung und Reichstag die entscheidenden Faktoren für daWohl der Landwirtschaft sind. Verteilung der Reparationslasten eine innerdeutsche Angelegenheit 4 Berlin, 16. Februar.(Telegr.) Der Deutsche Beamtenbund, dessen Hauptvorstand heut im Reichswirtschaftsrat tagte, hat auf Anregung seiner Eisenbahn organisationen folgende Entschließung angenommen: Die Aufbringung der Reparationslasten ist eine Frage des ganzen deutschen Volkes. Wie diese im einzelnen aufgebracht werden, muß der Entschließung der verantwortlichen Stellen überlassen bleiben. Die durch den Dawesschen Plan der Deutschen Reichsbahn auferlegte Reparationslast hat sich als zu hoch erwiesen. Die Reichsbahn ist nicht mehr in der Lage, ihren Betriebsapparat so zu unterhalten, wie es im Interesse der Wohlfahrt des deutschen Volkes gefordert werden muß; er verkümmert. Die Reichsbahn treibt ferner unter dem Druck de Reparationsbelastung eine Personalpolitik, die nicht nur für das Reichsbahnpersonal unerträglich geworden ist, sondern auch infolge ihrer Rück wirkungen auf die Sozial= und Wirtschaftspolitik Deutschlands die Lage aller deutschen Arbeitnehmer beeinslußt. Der Gesamtvorstand fordert die deutsche Reichsregierung auf, darau zinzuwirken, daß bei den in Paris begonnenen Verhandlungen die Art de Aufbringung der Reparationslasten als eine ausschließlich innerdeutsche Angelegenheit erklärt und auf die Aufrechterhaltung der Reichsbahngesellschaft verzichtet wird. Es muß erreicht werden, daß die Reichsbahn wieder in die volle Verfügungsgewalt de Deutschen Reichs zurückkehrt und im Rahmen der deutschen Gesamtbelastung in einer der wirklichen Leistungsfähigkeit der Reichsbahn angepaßten Weise zu den deutschen Reparationszahlungen beiträgt. Berlin verlangt Reform der Fürsorgeerziehung + Berlin, 15. Febr.(Telegr.) Die Stadtverordnetenversammlung nahm sozialdemokratische Anträge zur Reform der Fürsorgeerziehung an Darin wird u. a. gefordert, daß die heutige Fürsorgeerziehung in Gesetzgebung und Praxis abgebaut und durch Erziehungsmaßnahmen in Rahmen der allgemeinen öffentlichen Jugendhilfe ersetz werde. Der Magistrat soll in diesem Sinne auf Staatsregierung und Reichsregierung einwirken. Auch der Ausbau des Erziehungsheimwesens der Stadt wird dem Magistrat zur Pflicht gemacht. Die gemeinsame Erziehung der Geschlechter soll angestrebt und für die erforderliche Anzahl von geschulten Pflegern und Erziehern gesorgt werden. Schlechte Erfahrungen mit dem Parlamentsrundfun * Berlin, 15. Febr.(Telegr.) Angesichts der Bestrebungen, die Reden im Deutschen Reichstag durch Rundfunk zu übertragen, dürfte eine Revaler Meldung der„Rigaschen Rundschau“ interessieren, nach der das estländische Landtagspräsidium be schlossen hat, die Übermittlung der Landtagsdebatten durch Radio wieder abzuschaffen. Der Meldung wird hinzugefügt, daß da Niveau der Reden seit der Radioübertragung bedauerlich gesunken sei und die Landtagsverhandlungen gelegentlich einen Charakter getragen hätten, der ihre Verbreitung an Alle im eigensten Interesse der estländischen Volksvertretung keineswegs als besonder: wünschenswert erscheinen ließ. Die Selbständigkeit Lippe=Detmolds Detmold, 16. Fehr.(Telegr.) Im Lippe=Detmoldischen Landtag war dieser Tage die große Aussprache über den Haushalt, wobei in ausgedehnten Reden von allen Seiten des Hauses zur Landespolitik Stellung genommen wurde. Von besonderm Interesse war dabei die Erklärung des volksparteilichen Vertreters, Köster der den Standpunkt seiner Partei zur Anschlußfrage darlegte. die Deutsche Volkspartei betrachtet die Frage der Selbständigkeit des Landes nicht als eine lippische oder preußische, sondern als ein deutsche Frage. Voreilige Schritte in der Richtung einer Aufgabe der Eigenstaatlichkeit lehnt die Partei aber in Übereinstimmung mit den Landespräsidium ab, weil damit den Interessen des Landes nicht gedient würde. Diese Erklärung ist vor allem deswegen bemerkenswert, weil die Deutsche Volkspartei die Frage der Selbständigkeit hiemach bewußt den großen Gesichtspunkten der Reichsreform unterordnet, ihne sich in ihrer Haltung von rein örtlichen Interessen bestimmen zu lassen, wie es bei Vertretern verschiedener andrer Parteien der Fall ist Bei der Veröffentlichung der Zuschrift aus Barmer Leser kreisen in Nr. 92: Konjunkturlohn und absteigende Konjunktur ist ein sinnentstellender Setzfehler unterlaufen. Es muß in der zweiter Überschrift heißen: Lohnsenkung in der Barmer Artikelindustrie? Kein weiteres Gutachten 5 Düsseldorf, 16. Febr.(Telegr.) In dem stark kritisierten und mehrdeutig ausgelegten Gutachten, das der Provinzialausschuß zur Umgemeindung am 10. Januar abgab, erklärte er sich auch bereit, ein Gutachten zu den Einzelheiten der Vorlage abzugeben, wozu er allerdings einer Frist bis zum 1. Marz bedürfe. Zugleich beauftragte der Provinzialausschuß den Landeshauptmann, beim Minister anzufragen, ob zu diesem Zeitpunkt ein solches Gutachten noch einen Zweck habe. Der Minister hat darauf geantwortet, daß er dem Provinzialausschuß völlig anheimstelle, ob er sein Gutachten noch erganzen wolle Gestern beschäftigte sich der Provinzialausschuß nochmals kurz mit der Umgemeindungsfrage in Verbindung mit der Beratung des Haushalts der Rheinprovinz. Der Provinzialausschußbeschloß jedoch, sich mit der Umgemeindung nicht mehr zu befassen und keir weiteres Gutachten mehr abzugeben. Wie wir dazt hören, hat das Zentrum, das im Provinzialausschuß die Mehrheit hat, geschwankt. Die Vertreter der andern Fraktionen erklärten, daß sie an der nochmaligen Aufrollung der Angelegenheit kein Interesse hätten. In seinem Schreiben an den Provinzialausschuß faßt der Minister nochmals zusammen, was die Umgemeindungsvorlage erstrebe und worin sich die Auffassung des rheinischen Provinzial ausschusses von der seinigen trenne. Dabei sagt der Minister u.., daß der Provinzialausschuß entscheidendes Gewich auf den Willen der Bevölkerung lege, während die Vorlage der Regierung entscheidendes Gewicht auf die Interessen der Allgemeinheit lege. Die Landkreise zur Frage Köln und Köln=Land E Essen, 16. Febr.(Telegr.) Mit der Personalunion, die Landrat Heimann für den Landkreis Köln mit der Stadt Köln vorgeschlagen hatte, beschäftigte sich gestern in Essen der Westausschuß, die Arbeitsgemeinschaft der westdeutscher Landkreise. An der Sitzung nahm auch der Präsident des Preußischer Landkreistags, von Stempel, teil. Der Landrat des Landkreises Kölr Heimann, legte eingehend die Beweggründe und Ziele dar, die ihn bei seinem Vorgehen geleitet. Einige Landkreise, wie Aachen und Essen, deren geographische Lage ähnlich ist, traten dem Gedanken bei Der Düsseldorfer Landrat war in Urlaub. Die überwiegende Mehrheit lehnte den Plan ab und hielt ihn auch vom Standpunkt der Leit gedanken, wie sie in der Oktoberdenkschrift des Landkreistags über die Kreisreform zum Ausdruck kommen, für unannehmbar. Diese Stellungnahme des Westausschusses wird sich nach unsrer Unterrichtung auch der Preußische Landkreistag zueigen machen. Er wird in der von uns bereits angekündigten Denkschrift auch zu den Gedanken der Personalunion Stellung nehmen. In der Spitzenorganisation der Landkreise steht man auf dem Standpunkt, daß diese Sonderfrage die Landkreise in ihrer Gesamtheit nicht herrühre, sondern sich auf einige örtliche Fälle beschränke. Aber man ist der Meinung, daß ein Landkreis, dessen Landrat der Oberbürgermeister einer Großstadt sei, kein Landkreis mehr sei. Sonntagsarbeit bei der Kohlenverladung a Bochum, 16. Febr.(Telegr.) Das Oberbergamt Dortmund hai soeben folgendes Telegramm des preußischen Handels ninisters an die Arbeitnehmer= und Arbeitgeberverbände weitergeleitet Empfehle infolge der langen, ungewöhnlichen Kälteperiode zur Sicherun der Kohlenversorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft überarbeit namentlich für die Verladung am 17. Februar Sonntags irbeit, einzuführen. Ich bitte, die Revierbeamten davon zu benach richtigen sowie sich mit den Arbeitgeber= und Arbeitnehmerverbänden in Verbindung zu setzen. Wie wir erfahren, haben die Arbeitnehmerorganisationen, vor allem der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutsch lands, ihre Unterstützung zugesagt. Es kommen hauptsächlic die Braunkohlengebiete in Frage, da bei diesen sehr starke Nachfrage herrscht. 22 Räuber verhaftet # Dortmund, 15. Febr.(Telegr.) Im Landkreis Soeft wurde von inem-Dortmunder Kriminalbeamten mit Unterstützung des Landjägermeisters aus Welver eine Räuberbande von 22 Personen verhaftet, die in den letzten Jahren in Werl und Umgegend allein 235 Einbrüche verübten. Bei mehrern Geschädigten wurden bis zu 5000 Mar gestohlen. Der Gesamtwert der Diebesbeute beträgt 42 280 Mark. Durch die Festnahme ist auch ein Postraub verhütet worden, der beim Postamt in Werl mit Revolvern und Masken geplant war. Eine von den Verhafteten hat vor einiger Zeit seinen eignen Sohn beim Wildern angeschossen. Eine Diebesbande verhaftet # Duisburg, 15. Fedr.(Telegr.) Der Duisbucger Kriminalpolizei ist es gelungen, eine Diebes= und Hehlerbande festzu nehmen, die in den letzten Monaten nicht weniger als 29 Einbruchdiebstähle in Duisburg verübt hat. Bisher konnten der Band 15 dieser Einbruchdiebstähle nachgewiesen werden. Auslanddeutschtum und Schule ∆ Bonn, 16. Febr. Das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin veranstaltete hier zusammen mit der Stadtverwaltung und der Ortsgruppe Bonn des Vereins für das Deutschtum im Ausland einen zweitägigen Lehrgang über Auslanddeutschtum und Schule. Professor Dr. Csaki, der Leiter des Deutschen Kulturamts für Rumänien in Hermannstadt Die Versöhnung 5 Rom, 12. Februar. In St. Peter Grünweißrote Trikoloren, gelbweiße päpstliche Fahnen flattern vereint im Winde. Jedes Haus ist beflaggt. Unaufhörlich strömen neue Menschenmassen zum Vatikan. In den engen Gassen des Borgos stauen sich die Autos und die Wagen, die Elektrische hat schon längst ihren Dienst eingestellt, am schnellsten erreicht der Fußgänger sein Ziel. Priester mit flatternden Röcken, Soldaten in Reih' und Glied, Faschisten, Neugierige und Gläubige, alles eilt nach St. Peter. Der Festsaal der katholischen Christenheit, die größte Kirche der Welt, ist schwarz von Menschen. über 50000 stehen und sitzen dichtgedrängt nebeneinander. Im Mittelschif halten päpstliche Soldaten einen Gang frei für den Einzug Sr. Heiligkeit. Links in der Apsis, ganz hinten, ist Thron und Altar für den Papst errichtet. Gegenüber sind Tribünen aufgebaut. Man sieht dort den König von Schweden und die königliche Prinzen von Siam, Donna Camilla Ratti, die Schwester des Papstes, gund Edda Mussolini, die 18jährige Tochter des Duce Das Diplomatische Korps beim Heiligen Stuhl ist vollständig ver sammelt, die päpstlichen und die königlichen Granden sind da. Alles wartet. Endlich ertönen von der Loggia des Eingangsportals die historischen silbernen Posaunen der päpstlichen Musikkapelle un verkünden das Nahen des Papstes.„Viva il Papa! Viva il Papa!“ schallt es von allen Seiten. Händeklatschen, Tücherschwenken. Jubelnd empfängt die Menge den greisen Kirchenfürsten. Langsam und feierlich naht der Zug. Die freiwillige päpstliche Garde präsentiert die Bajonette. Der Zeremonienmeiste schreitet voran. Dann folgen die Kuratoren der Kollegien, die Guarda Nobile in Galauniform, mit großen Bärenmützen und in hohen Stulpstiefeln. Ein Kaplan, in rotem Umhang trägt, sich seiner Würde wohlbewußt, auf einem Kissen die Tiara des Papstes begleitet vom päpstlichen Juwelier und zwei violett gekleideten Advokaten. Es kommen die Sänger des Sixtinischen Chors, die Beichtväter und Diakone, und in weißer Tunika trägt der Maestro dei Sacri Palazzi das weithin sichtbare Kreuz Sr. Heiligkeit hock erhoben voran. Sieben päpstliche Kammerherren folgen mit brennenden Kerzen, Malteserritter, Erzbischöse und Bischöfe Patriarchen und Kardinäle im vollen Ornat, und schließlich, au goldenem Stuhl, von rotgekleideten Dienern auf der Schulter getragen, Se. Heiligkeit Papst Pius XI. in weißem seider Brokat mit goldenen Stickereien und auf dem Haupt die dreifach päpstliche Krone. Wohlwollend und gütig, die goldene Brille au dem milden Antlitz und ein freundliches Lächeln auf den Lippen, schaut der Papst auf die jubelnde Menge. Unermüdlich spendet er seinen Segen, und„Viva il Papa! Viva il Papa!“ schallt es in einem fort, und die silbernen Posaunen blasen die Papsthymne, bis der feierliche Zug am Altar angelangt ist. Auf dem Petersplatz Eine übersehbare Volksmenge füllt den weiten Petersplatz. In Vordergrund stehen die königlichen Grenadiere im Stahlhelm und mit aufgepflanztem Bajonett, die Karabinieri mit den roten Generals streifen, dem wallenden Umhang und dem bekannten Dreimaster, faschistische Jugendverbände und Studenten mit Fahnen und Abzeichen. Sie harren des päpstlichen Segens. Die Dächer am Vatikan die Rampen der Kolonnaden, die Fenster der Balkone, der ganze Petersplatz, alles ist oben und unten besetzt von Menschen. Es regnet in Strömen. Eine Stunde verstreicht nach der ansern. De Kanonenschuß vom nahen Janicolo hat längst die Mittotszeit verkündet, der Regen ist schon in Kleidern und Schuhen, und immer inoch wartet Rom auf den Segen des Papstes. Endlich, gegen 1 Uhr, ertönt die Trompete. Die Messe ist beendet, und Sr. Heiligkeit ist im Anzug. Das Militär strafft sich, Gewehr bei Fuß, Männer entblößen demütig ihr Haupt, Frauen halten Taschentücher in Bereitschaft, die Fenster an der Loggia werden geöffnet, und kurz darauf erscheint, begleitet von seinen Kardinälen, Pius XI. ir der Loggia. Er trägt jetzt einen roten Umhang über dem weißen Gewand. Sichtlich bewegt beim Anblick der vieltausendköpfigen Menge, soll er die Worte:„Prächtig, prächtig“ gesagt haben. „Viva il Papa! Viva il Papa!“ schallt es auch hier von allen Seiten, und der Papst segnet Rom und segnet die Menge. Am Quirinal Militärmusik und Faschistenverbände spielen die Marcia Reale und die Giovinezza— noch fehlt der päpstliche Marsch als dritter im Bunde. Doch auch hier flattern die päpstlichen Fahnen einträchtig neben der Trikolore. Auch hier steht das begeisterte Volk, da königlich und das päpstlich gesinnte, und harrt eines Grußes. Aud hier ein dichtes Gedränge, das Dioskurenpaar und die herrliche Wasser spendende Schale, alles ist belagert mit Menschen. Noch immer regnet es in Strömen. Doch Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige. Punkt 5 Uhr öffnen sich die Balkontüren, und beide Majestäten erscheinen gemeinsam mit dem Faschistenführer Turati auf dem Balkon.„Evviva 11 Re! Evviva il Re!“ jubelt die Menge. Beim Duce Dann zieht man zum Palazzo Chigi an der Piazza Colonna. Auch hier weht schon ein großes päpstliches Banner neben den italienischen Farben. Doch vergebens ertönen die Rufe:„Evvivs 1 Duce!“ In staatsmännischer Klugheit verleugnet heute Mussolini seine Größe. Der Ruhm von Thron und Altar soll nicht geschmälert werden. Erst ungeduldig und dann gehorsam entfernt sich die Menge. Noch lange hört man„Evviva 1l Duce! Der Schlußakkord Das abendliche Rom illuminiert gemeinsam. Sonst beleuchtete die Kirche, wenn der Staat nicht wollte, und der Staat beleuchtete wenn die Kirche nicht mittat. Heute erstrahlen Thron und Altar in gemeinsamem Glanz. Von St. Peter gehen fünf große Scheinwerfer segenspendend auf das königliche Rom, und das königliche Rom antwortet vom Pincio aus mit der Beleuchtung der Peters kuppel. Hellweiß leuchtet die Kuppel der Weltkirche durch die stürmische dunkle Nacht. O[Ein literarisches Geschenk Italiens an die Schweiz. Aus Rom kommt die Nachricht, daß der Ministerrat einem Geset über die unentgeltliche überlassung von Manuskripten Albrecht von Hallers an die Berner Regierung zugestimmt hat. Kurz vor seinem Tod(1777) hatte dieser Dichter und Forsche seine ganze Bibliothek, die am kaiserlichen Hof in Wien als„die beste unter allen privaten Bibliotheken Europas" bezeichnet wurde zum Kauf angeboten, war aber völliger Gleichgültigkeit begegnet. Als er dann starb, verkauften die Erben die Sammlung für den bescheidenen Preis von 2000 Louisdor an Österreich, das sie der neuerrichteten Bibliothek Brera in Mailand überwies. Eine Kolonne von 80 Maultieren schleppte die Bibliothek über den Gotthard. Es waren 13512 katalogisierte Werke, vor allem über Anatomie, Botanik und andre Naturwissenschaften, das Ergebnis einer fünfzigjährigen Sammlerarbeit; weitere 200 nicht katalogisierte Werke ließen di Erben als freiwillige Dreingabe nach Mailand ziehen. In Bern erwachte nun seit der Gründung der Universitat die Sehnsucht, wenigstens die Handschriften zurückzuerhalten, und es war namentlich Professor Ferdinand Vetter, der für einen Austausch dieser Manuskripte gegen italienische Handschriften eintrat. Besonders bewarb er sich um 21 Bände, in denen sich zahlreiche Gedichte finden, ferner um eine Sammlung von 24 handgeschriebenen Bänden mit den Rezensionen Hallers. Darüber ist nun neun Jahre lang verhandelt worden, bis endlich Mussolini eingriff und dem Markten ein Ende machte, indem er eine Schenkung in Aussicht stellte, die aber in Italien die Form eines Gesetzes haben muß, was nun also vollzogen ist. Wie viele der 145 Manuskriptbände, die seinerzeit den Weg über den Gotthard nahmen, wieder heimkehren werden, ist noch nicht bekanntgeworden, aber jedenfalls ist man von dieser Geste Mussolinifreudig überrascht und hält sich zu einer freiwilligen Gegengabe für verpflichtet. Im Corriere della Sera befürwortet Tomasognoli das System des Austauschs im allgemeinen, denn in den italienischen Bibliotheken seien noch viele Stücke, die das Ausland gern saben möchte, aber auch viele für Italien wertvolle Manuskripte seien ins Ausland gewandert, so daß ein angemessener Austausch für allevorteilhaft wäre. r Bildende Kunst in Frankfurt a..] Benno Elkan, der in Frankfurt wirkende rheinische Künstler, gibt im Frankfurter Kunstverein eine bemerkenswerte Übersicht seines Schaffens. Unter de Büsten fällt neben der lebendig getönten des Frankfurter BürgermeisterGräf vor allem der Bronzekopf des Geheimrats Louis Hagen auf, de im Auftrag der Stadt Köln für die Kölner Handelskammer modellier worden ist. Interessant in Auffassung und Durcharbeitung sind die feuer vergoldete Bronze der Tatjana Barbakoff und das bemalte Stucco de Fritzi Massary sowie die Büste des Opernintendanten Professors Klemens Krauß. Unter den Medaillen findet man bekannte Kölner Persönlichkeiten, wie Paul Charlier und Richard von Schnitzler; auch unter den Zeich nungen, fein durchgearbeiteten Bleistiftporträten, sind vornehmlich Kopfe von Kölner Männern und Frauen vertreten. Im Nebensaal zeigt der Fkankfurter Maler R. W. Heinisch eine Entwicklungsreihe seines ungemein lebendigen, farbigen und großflächigen Kunstschaffens von 1920 bis 928. Trotz aller Launen und mancher eigenartigen Sprünge eines Virtuosen schaut überall die starke Hand eines wahrhaften Konners hervor. Kölner Oper Nach dem Postillon von Lonjumeau kam zum erstenmal unter der Intendanz Hofmüllers das Tanzdrama Bathyllus von Frit Fleck zur Aufführung, das nun schon in zwei Spielzeiten seine unverminderte Zugkraft und Beliebtheit erwiesen hat. Dank seinem dramatisch starken und tänzerisch reichen Inhalt und seiner natürlic gewachsenen, schwungvollen Musik, deren Melodik durch Sinnfälligkeit und„südliche" Wärme fesselt und in ihrer atmenden Phrasierun auch die Umsetzung in die Geste so begünstigt. Harmonisierung und Orchesterfarbe unterstreichen noch den Wechsel der Tanzdarbietungen die hier in der Form eines Tanzstreits der Schaulust einen tiefern und dabei theatralisch effektvollen Sinn geben. Die schauprächtige Inszenierung des Generalintendanten Fritz Rémond in einem römischen Palasthof war beibehalten, ebenso mit einigen unwesentlichen Anderungen die im traditionellen Ballettstil gebundene und doch individuelle tänzerische Formung, in der noch das Vorbild unsers frühern Ballettmeisters Gadeskow zu erkennen ist. Den Bathyllus tanzte zum erstenmal Hellmuth Georgi, und zwar über Erwarten eindrucksvoll in dem Wahnsinnstanz nach der Vergiftung bis zu seinem Tode. Der junge Künstler hat sich auch technisch gut entwickelt. Neben ihm zeichnete sich wieder Gustav Zeiller als Pylades aus, und auch die Damen Wilma Aug und Trude Schneider entfalteten reiche Grazie. Die von Kurt Schröder am Pult geleitete Aufführung des fast einstündigen, aber kurzweiligen Tanzdramas fand starken Beifall, für den auch der Komponist mit den Darstellern mehrmals danken konnte. V. Jacobs. Spielplan der Städtischen Bühnen Köln Opernhaus. Dienstag: Tannhäuser. Mittwoch: Undine. Donne tag(11. K II): Orpheus in der Unterwelt. Freitag(17.): Sam und Dalila. Samstag: Faust und Margarete. Sonntag, 15¼ 1 Martha; 19½ Uhr(26): Figaros Hochzeit. Montag: Rie Dienstag: Die Zauberflöte.— Schauspielhaus. Dienstag(10. P Hamlet in Krähwinkel. Mittwoch(11. E: Gastspiel Theod. Loos: Berliner Theater): Faust 1. Teil. Donnerstag(10. K IV): Leinen Irland. Freitag(4. Gastspiel der Cäcilia Wolkenburg): Us der g ahl Zick: Vun Meddernaaks bes Morgens. Samstag(9. K III): Em Galotti. Sonntag: Der Generalstab der Venus. Montag(10. K Emilia Galotti. Abend=Ausgabe Nr. 935 hielt den einleitenden Vortrag über das Kulturproblem des Auslanddeutschtums. Er schilderte hauptsächlich die außerordentlich schwierige Stellung der Deutschen in den von Rumänien einverleibten Gebieten, in Siebenbürgen, im Banat usw. Die Rumänen wollten ihnen die deutsche Kultur zwar nicht rauben, diese aber niederhalten, bis die rumänische Kultur die Höhe der deutschen erreicht habe. Ministerialrat Dr. Südhof(Berlin) besprach die Arbeit des Auslandlehrers. Besonders wichtig sei gründlichste methodische Ausbildung der Lehrer, die im Ausland wirken sollen; Junglehrer zu entsenden, sei nicht empfehlenswert, weil ihnen wohl meist noch die notwendige Erfahrung fehle. Den ins Ausland gehenden deutschen Lehrern winke kein wirt schaftlicher Vorteil, da die Auslandschulen private Schulen und zumeist arm seien; sie hätten aber Vorteile in pädagogischer, wissenschaftlicher und allgemein bildender Beziehung. Im weitern Verlauf des Lehrgangs wurde an fesselnden Lehrproben gezeigt, wie das Auslanddeutschtum der Jugend nähergebracht werden kann. Legationsrat Traugott Böhme(Berlin), der acht Jahre dem dortigen deutschen Schulwesen vorgestanden hat, berichtete aus der Arbeit der deutschen Schule in Mexiko. Dr. H. Schöneich, Abteilungsleiter in der Zentrale des VdA. in Berlin, behandelte die Mittel und Wege zum Erwerb der wichtigsten Kenntnisse über das Auslanddeutschtum. Den Abschluß des Lehrgangs bildete ein auslanddeutscher Abend, an dem der frühere preußische Kultusminister Dr. Boelitz das Deutschtum in den von ihm bereisten sogenannten Abe=Staaten, Argentinien, Brasilien und Chile, schilderte. Der Kampf gegen den Schmuggel D# Aachen, 16. Febr.(Telegr.) In der hiesigen Grenzgegend hal ich heute morgen in der Nähe des Ehrenfriedhofs wieder eine blutige Schmugglertragödie abgespielt. Die Zollbeamten hatten schon lange Kenntnis von den Schmuggelfahrten eines Kraftwagens, der regelmäßig in der Hauptsache Kaffee, Zigarren und Zigaretten über die Grenze schaffte. Seine Insassen waren verhältnismäßig junge Leute aus Eilendorf, bekannte Berufsschmuggler, zwischen 20 und 30 Jahren. Heute morgen gegen 8 Uhr wurde der Kraftwagen gestellt. Aber ohne auf die Warnungs= und Haltezeichen der sich ihnen in den Weg stellenden Beamten zu achten, suchten die Schmuggler mit erhöhter Geschwindigkeit Uu entkommen. Die Beamten waren gezwungen, von den Schußwaffen Gebrauch zu machen. Schließlich wurde der Fahrer des Kraftwagens lebensgefährlich verletzt, und einer seiner Begleiter drach tödlich getroffen zusammen. Der Kraftwagen fiel in di# Hände der Beamten. Seine Ladung bestand aus großen Mengen Kaffee. Gehaltserhöhung für Angestellte # Aachen, 16. Febr.(Telegr.) In der Nachener- Textilindustrie wurden in freier Vereinbarung zwischen Arbeitgeber verbänden und Gewerkschaftsbund die Gehälter der Angestellten um rund 7 v. H. ab 1. Januar erhöht. Der Viersener Haushalt &a Viersen, 15. Febr. Die Stadtverordnetenversammung hat den städtischen Haushaltplan in zweiter Lesung nach inigen Abstrichen genehmigt. Um den Fehlbetrag auszugleichen, müssen die Gewerbesteuern erhöht werden. Der Anschlag zur Gewerbeertragssteuer steigt von 550 auf 625, der Zuschlag zur Lohnsummensteuer von 2200 auf 2500 v. H. Der Grundsteuerzuschlag bleibt mit 175 v. H. auf dem alten Satz. Bingen erhält ein Selbstanschlußamt □ Bingen, 15. Febr. Die Verhandlungen mit der Oberpostdirektion sind nun so weit gediehen, daß ein Vertragsentwurf für die Einsichtung eines Selbstanschlußamts in Bingen vorliegt. Danach soll das Selbstanschlußamt möglichst noch im laufenden Jahr, spätestens aber 1930, eingerichtet werden. Die Fernsprechämter Sprendlingen, Gensingen Oberhilbersheim, Rüdesheim, Lorch, Kaub und Bacharach werden aufgehoben und zur Abwicklung ihres Fernverkehrs an das Amt Bingen angeschlossen. Ferner erhält Bingen Anschluß an den rheinmainischen Schnellverkehr. Bingen zahlt am Schluß jedes Jahres zu den Stromkosten 1000 Mark auf die Dauer von zehn Jahren Die Stadtverordneten bewilligten die Kreditforderungen von 10000 Mark. Auch mit der Eingemeindung von Büdesheim nach Bingen hatte sich das Kollegium wiederum zu beschäftigen, und zwar handelt es sich darum, zu den Anderungsvorschlägen des hessischen Ministeriums des Innern und des Kreisamts Bingen zu dem bereits genehmigten Eingemeindungsentwurf Stellung zu nehmen. Die vorgeschlagenen Anderungen wurden mit großer Mehrheit genehmigt. Die Eingemeindung erfolgt mit größter Wahrscheinlichkeit am 1. April d. J. Die Frankfurter Würstchen vor Gericht +n Frankfurt a.., 15. Febr. Dreizehn Frankfurter Wurstfabriken hatten gegen die Efha=Werke in Berlin, die ihre Erzeugnisse Efha=Frankfurter nennt, geklagt. Dem Antrag, daß diese Bezeichnung nicht mehr weiterzuführen sei, gab das Landgericht 11 Folge mit der Begründung, daß eine Bezeichnung von Waren Ortsnamen solange eine Herkunftsbezeichnung sei, wie sich noch in einem Teil der Zwischenhändler und Verbraucher die überzeugung erhalte, daß die Ware in dem betreffenden Ort hergestellt werde. Unerheblich sei, ob dieser Teil die Mehrheit umfasse. Die Umwandlung von der Herkunftsangabe zur bloßen Beschaffenheitsangabe beginne mit einem Mißbrauch. Deshalb sei es gerechtfertigt, im Zweifel die Ausnahme des Paragraphen 5 des Gesetzes über unlautern Wettbewerb, wonach die Verwendung von Namen, die nicht auf die Herkunft deuten, nicht unter das UWG. falle, von dem bewegen zu lassen, der die Ausnahme behauptet. Der Beklagte habe einen Beweis nicht erbracht. Von 40 Industrie= und Handelskammern, die befragt worden seien, sähen dreizehn in dem Worte Frankfurter noch eine Herkunftsbezeichnung. Eine ebenso große Zahl von Handelskammern habe keine eigentliche Verkehrsauffassung feststellen können. Daher sehe ein noch recht erheblicher Teil der beteiligten Kreise unter Frankfurter eine Ursprungsbezeichnung Durch die Verwendung der Bezeichnung Frankfurter Würstchen hätte der Beklagte den Anschein eines besonders günstigen Angebots erweckt, nämlich des Angebots der im Verkehr besonders bevorzugten Würstchen, die aus Frankfurt stammen, Osloer Theater 1 Das Wort Theaterskandal hat in Norwegen einen fremden, sü ländischen Klang. Und doch weiß jeder, daß im Osloer Nationa theater wieder etwas in der Luft liegt, daß es jeden Tag zu eine neuen Enkladung kommen kann. In dem einen Jahre, seitdem Einc Skavlan, früher Theaterkritiker vom Osloer Dagblad, das Erk Biörn Björnsons antrat, hat sich die Kluft zwischen dem Nationa theater und seiner Gemeinde mehr und mehr vergrößert. Das Pfeif konzert, das vor einigen Monaten Johanne Dybwad vom Thre stürzte, bezeichnet den offenen Ausdruck der Feindseligkeiten. D Abwehr gegen die alternde Königin der Bretter, die mit Vorlieb noch immer die Backfischrollen spielte, die ihr vor 40 Jahren di ersten Lorbeeren eingetragen hatten, war nicht unberechtigt. Johani Dybwad war so viele Jahrzehnte lang die unumschränkte Herrscherit der nationalen Szene gewesen, hatte bestimmt, was zur Aufführun kam und mit wem sie zusammenspielte, daß niemand mehr wagt sie daran zu erinnern, daß auch die größte schauspielerische Begabun nicht über den körperlichen Zerfall hinwegzutäuschen vermag. Gut willig hätte sie niemals einem andern Platz gemacht. Immerhin ho das jähe Ende der Laufbahn von Norwegens größter Bühnen künstlerin etwas Tragisches an sich. Nach und nach gingen die Ar griffe auch von Johanne Dybwad äuf einen andern über; auf de Intendanten, der der Herrschbegier seiner Primadonna nicht genügen Widerstand entgegengesetzt hatte. Die schwierige Lage Eino Skavlans wird dadurch verschlimmert, daß die Entfremdung de Nationaltheaters eine schlimme Entwicklung der Theaterfinanzen zu Folge gehabt hat. Alle Zuschüsse genügen nicht, um die Fehlbeträg auch nur im entferntesten zu decken. Dazu kommt, daß in de nächsten Tagen das Monopol aufhört, das das Nationaltheater bishe in der norwegischen Hauptstadt als literarische Bühne besaß. Am 26. Februar eröffnet das Neue Theater seine Pforten Es ist wohl das einzige Theater in der Welt, das durch eine Landes sammlung entstanden ist. Die beiden bekannten Schriftsteller Johan Bojer und Peter Egge fuhren vor zehn Jahren, in der Zeit de norwegischen Hochkonjunktur, durch das Land und brachten ohn große Mühe eine jetzt riesig hoch erscheinende Summe zusammen, mi der eine der modernsten Bühnen Europas geschaffen wurde. Der auch im Ausland wohlbekannte Schauspieler Ingolf Schanch st mit der Leitung des Neuen Theaters betraut worden; er hat sie neben einigen bekannten Kräften eine Reihe junger Darsteller g# sichert, und schon die Zugkraft seines Namens genügt, um die Auf merksamkeit ganz Skandinaviens auf den 26. Februar zu lenken, wi das Neue Theater sich mit dem ersten Teil von Hamsuns große Trilogie An des Reiches Pforten der öffentlichkeit vorstellt. Kurze Mitteilungen Mit dem Beethoven=Preis des Provinzialverbandes Rheinland Reichsverbandes Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer wurden d Werke gleichmäßig ausgezeichnet, die nach Sichtung der eingereich Werke in engste Wahl kamen. Es sind dies: Wilhelm Mal (Köln): Fünf Bagatellen für drei Holzbläser, Werk 7: Hube Pfeiffer(Barmen): Klaviersonate in=Moll und Max Scheu mann(Duisburg): Streichquartett in=Dur. Die Werke komy gelegentlich des 3. Rheinischen Musikfestes(7. bis 9. April) Barmen zur Aufführung. Zum künstlerischen Leiter der Berliner Volksbühne hat auf Gri der von der Theaterleitung geführten Vorverhandlungen der Vorst der Bühne Karl Heinz Martin gewählt. Martin tritt mit ginn der neuen Spielzeit in die Direktion ein. Er war bereits Kandi bei der letzten Wahl, aus der dann Koll als Sieger hervorging. Mar dem ein guter künstlerischer Ruf vorangeht, hat sich schon mehrfach Regisseur in Berlin bewährt, Der außerordentliche Professor für Geogräphie an der Univers Frankfurt, Dr. Otto Maull, nahm unter Ablehnung des R nach Königsberg den Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl der G. graphie an der Universität Graz an. Samstag, 16. Februär 1929 Kölnische Zeitung Abend=Ausgabe Nr. 935 Die Grippe in Köln Der Stand der Erkrankungen— Vergleiche mit 1918 In Köln machten sich die ersten Anzeichen der Grippe im November vorigen Jahres bemerkbar, während die Gebiete weiter östlich schon einige Wochen vorher Grippeerkrankungen zu verzeichnen hatten. Die Zahl der Erkrankungen war im November noch sehr gering, sie steigerte sich merklich im Dezember und Januar und scheint augenblicklich ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Als Maßstab mögen die Angaben der Ortskrankenkasse und des Statistischen Amts dienen. Die Ortskrankenkasse mit jetzt etwa 126 390 Mitgliedern zählte Mitte Januar 538 Grippekranke, Ende Januar bereits 1590, Anfang Februar 1814 und am 12. Februar 2708. Mit 7763 durch Krankheit Arbeitsunfähigen erreichte die Ortsktankenkasse Mitte Februar die Höchst zahl von.14 v. H. gegen.4 v. H. im Vorjahr. Unter den.14 v. H. Erkrankten befindet sich etwa ein Drittel Grippekranke, so daß ohne sie die diesjährige Verhältniszahl der vorjährigen entsprochen hätte. Bieher hat die Ortskrankenkaffe fünf Todesfälle an Grippe zu verzeichnen, ein Beweis dafür, daß die Krankheit ziemlich gutartig verlaufen ist. Andre Krankenkassen haben etwas höhere Hundertsätze an Erkrankungen aufzuweisen, die aber 3 v. H. für Grippekranke auch nicht überschreiten. Das Statistische Amt meldete im November 1928 zwei Todesfälle an Grippe, im Dezember sieben, in der Zeit vom 1. Januar bis 26. Januar 1929 17, vom 27. Januar bis 2. Februar 25 und vom 3. bis 9. Februar 50 Fälle. Die meisten Todesfälle an Grippe entfallen entweder auf Säuglinge und Kinder bis zu fünf Jahren sowie auf Personen über 60 Jahre. Rechnet man zu den etwa 3 bis 4 v. H. Grippekranken der Krankenkassen die nicht einer Kasse angehörigen Kranken hinzu, so ergibt sich schätzungsweise zu diesem Zeitpunkt ein Hundertsatz von höchstens zehn. Die Krankenhäuser, die Arzte und das Pflegepersonal sind jetzt naturgemäß bedeutend stärker als in normalen Zeiten in Anspruch genommen Trotzdem liegt bis jetzt kein Anlaß zu Befürchtungen vor, zumal da nach Ansicht der Arzte die Krankheit ihren Höhepunkt erreicht hat. Die Stadt hat Vorsorge getroffen, daß bei noch weiterm Anschwellen der Grippe sofort Barackenbereitgestellt werden, und die Anstalten selbst haben, obwohl sie fast voll belegt sind, die Möglichkeit, andre, sonst nicht für Kranke benutzte Räume sowie heizbare Flure und Gänge zur Unterbringung von Kranken heranzuziehen. Im Notfalle werden Schulen geschlossen und hier Krankrenräume geschaffen. Durch Abkürzung der Verpflegungsdauer und schnellern Wechsel, wie er von den Kassen schon seit einiger Zeit gefordert wurde, kann der Zugang an Kranken noch bewältigt werden. Die Schulen, die durchschnittlich Krankheitszahlen von 20 bis 25 v. H. haben— neben der Grippe liegt hier vor allem Erkältung vor—, sollen zunächst nicht geschlossen werden. Hierbei geht man von der Erwägung aus, daß die bis dahin gesunden Kinder in den geheizten Schulräumen weniger Krankheitsgefahren ausgesetzt sind als zu Hause in womöglich ungeheizten Zimmern oder ohne Aufsicht beim Spiel auf der Straße. Der Hundertsatz an Erkrankungen unter den Arzten und dem Hilfspersonal selbst ist wegen der ständigen Berührung mit den Kranken verhältnismäßig hoch. Trotzdem werden Arzte und Personal, wenn auch unter Beanspruchung aller ihrer Kräfte, den an sie gestellten Anforderungen gerecht werden können. Daß die jetzige Grippe bisher ziemlich glimpflich verlaufen ist, erhellt am deutlichsten aus dem Vergleich der oben angeführten Todesfälle mit denen aus den Jahren 1918/19. Im August 1918 begann die Grippe und forderte in diesem ersten Monat 30 Tote, im Septembei 13, im Oktober aber schon 778. Im November gab es 414 und im Dezember 117 Todesfälle. Während der Januar 1919 50 Sterbefälle aufwies, stieg die Zahl im Februar wieder auf 148 und im März 1919 auf 159. Vom April mit noch 65 Toten ging die Epidemie dauernd zurück. Im August 1919 waren nur noch vier Todesfälle zu verzeichnen; die damalige Grippeepidemie konnte also nach einem Jahr als erloschen angesehen werden. Während diesmal Kinder und Personen über 60 Jahre die meisten Opfer brachten, wurden vor zehn Jahren zum größten Teil Personen im Alter von 20 bis 40 Jahren dahingerafft, in der Hauptsache Kriegsteilnehmer, die infolge der großen Entbehrungen ui Strapazen sich der Krankheit am wenigsten widerstandsfähig erwiesen Die Grippekurve in Köln, die bis Ende Januar noch sehr steil nach oben ging, ist seit Februar, wenn auch noch immer ansteigend, so doch merklich flacher geworden. Selbstschutz des einzelnen, Rücksichtnahme des Erkrankten auf seine Mitmenschen, dazu ein gewisses Maß seelischer Ruhe und Gelassenheit der Gesunden wie Erkrankten können viel dazu beitragen, daß die Krankheit bald zum Erlöschen kommt. Beleidigung eines Kriminalbeamten beim Sechstagerennen Ein Kriminalsekretär sollte in dienstlichem Auftrag am ersten Novembersamstag beim Sechstagerennen in den Abendstunden die überfüllte Rheinlandhalle überwachen zum Schutz gegen Taschendiebe. Angestellte der Kölner Wach= und Schließgesellschaft wehrten dem Beamten den Zutritt und verlangten einen Sonderausweis. Zwischen dem Kriminalsekretär und einem Oberinspektor des privaten Wachinstituts kam es zu einer lebhaften Auseinandersetzung, in deren Verlauf dieser und der Direttor der Rheinlandhalle den Beamten öffentlsich beleidigten. über seinen Strafantrag verhandelte heute das Erweiterte Schöffengericht. Der Direktor blieb stro frei, weil das Verfahren gegen ihn infolge eines mangelhaft gestellten Strafantrags eingestellt werden mußie Der Oberinspektor des Wachunternehmens erhielt 50 Mark Geldstrafe; seine Verurteilung wird durch Aushang bekanntgemacht. Das neunte Gürzenichkonzert am Dienstag, abends 7½ Uhr (öffentliche Generalprobe am Montag, abends 8 Uhr), bringt zunächst Philipp Jarnachs, des jetzigen Kölner Hochschulprofessors, Vorspiel für großes Orchester, Werk 22. Als Erstaufführung folgt das Orgelkonzert, Werk 38, von Walter Braunfels, das in dem Choral Vion hört den Wächter singen gipfelt. Die Orgelpartie liegt in Händen von Professor Heinrich Boell. Im zweiten Teil folgt Schumanns Sinfonie Nr. 4,=Moll, in einem Satz. Zuner noch die Käte Die Temperaturen in Köln Am 15. Februar betrug die tiefste Temperatur um 8 Uhr— 13,2 Grad und die höchste um 16 Uhr—6,4 Grad. Am 16. Februar wurde die tiessie Temperatur wieder gegen 8 Uhr gemessen, und zwar—13.9 Grad. Eine Listensammlung für Minderbemittelte 8 Remscheid, 16. Febr.(Telegr.) Auf eine Anregung des Ehrenbürgers von Remscheid, Geheimrats Dr.-Ing. h. c. Moritz Böker, veranstaktet das hiesige Rote Kreuz von heute abend an eine Listensammlung, um die minderbemittelte Bevölkerung, die infolge der andauernden Kälte in großer Not ist, mit weiterm Heizstoff zu versehen. Großes Wildsterben in Schlesien * Berlin, 16. Febr.(Telegr.) Aus Schlesien kommen fortgesetzt Nachrichten über das große Wildsterben infolge der Kälte. In einzelnen Revieren, in denen für die Notfütterung des Wildes nichts geschehen ist, ist mit Verlusten bis zu 50 v. H. zu rechnen. Die Zahl der erfrorenen Rehe geht im Liegnitzer Bezirk allein in die Hunderte. Die Bestände an Rebhühnern sind erschreckend gelichtet worden. Die völlig ermatteten Völker sind oft mühelos Beute der Raubtiere, die sich auf diese Weise satt machen. Ermattete Rehe sind von Füchsen angefallen und getötet worden. Die Wildnot hat einen derartigen Umfang angenommen, daß in der niederschlesischen Heide sogar Schwarzwild in die Dörfer kommt. Hasen, Rebhühner und Fasanen werden in Massen Beute des Raubzeugs. Es ist schon jetzt festzustellen, daß mindestens bis auf zwei Jahre eine weitgehende Schonung aller Wildbestände nötig sein wird, um die Frostschäden dieses Winters wieder auszugleichen. 37 Grad in den Tiroler Bergen WIB Innsbruck, 16. Febr(Telegr.) Der heutige Morgen hat außerhalb Innsbrucks mit 32,5 Grad Kälte die kefste Temperatur der Frostperiode gebracht. In den Bergen wurden sogar 37 Grad Kälte gemessen. Der Achense ist beinahe vollständig zugefroren. Stillegung des Lotsendienstes auf der Schelde WIB Antwerpen, 15. Febr.(Telegr.) Die Direktion des belgischen Lotsendienstes hat beschlossen, in Anbetracht der Eisverhältnisse, die den Verkehr auf der Schelde unmöglich machen, den Lotsendienst bis auf weiteres einzustellen, um Unfälle zu vermeiden. Der Verkehr im Hafen ist infolge der Kälte so gut wie völlig stillgelegt. Bürokratische Hemmungen selbst in Notfällen co Samburg, 15. Febr.(Telegr.) Da die Schiffsverbindung zwischen Norddeich und Norderney bisher noch nicht unterbrochen ist, wurde die Post für die benachbarten Nordseeinfeln, die vom Eis blockiert sind, nach Norderney und von dort durch die Flugzeuge der Severa weiterbefördert. Gegen diesen Luftdienst hat, wie man uns aus Norderney berichtet die Deutsche Lufthansa Einspruch erhoben, da sie auf dem Standpunkt steht, daß damit gegen ihr Postmonopol verstoßen werde. Sie hat deshalb, um die weitern Postflüge von Norderney zu unterbinden, versucht, die Beförderung von Durchgangspost nach Norderney zu verhindern. Die bereits zur Küste gelangten Postsachen sollen nach Bremen zurückgehen, da die Lufthansa von. dort aus einen Hilfsdienst nach Langeoog und den übrigen Nordseeinseln einrichten will. Es mutet etwas feltsam an, daß man selbst für Hilfsflüge in Notzeiten die Zuständigkeitsfrage so peinlich genau nimmt. Man sollte sich über solche bürokratischen Hemmungen auch einmal hinwegsetzen können und die Interessen der Postempfänger stärter beobachten. Zunahme der Kohlennot in Wien (Telegramm unsers eignen Berichterstatters) #r Wien, 16. Februar. Die Kohlennot hat sich so verschlimmert daß Bürgermeister Seitz gestern in einer Obmännerkonferenz folgende Vorschläge machte, die gebilligt wurden: Von Samstag an ein Verbot aller Reklamebeleuchtung sowie Beleuchtung der Schaufenster, der Geschäftsschilder nach Geschäftsschluß, Aufforderung an die Bevölkerung, mit elektrischem Licht und Gas zu sparen, Einschränkung des verstärkten Betriebs auf den Sträßenbahnen Entscheidung in den nächsten Tagen darüber, ob der Betrieb der städtischen Bäder eingestellt werden soll, Schließung der städtischen Volksschulen von Montag an Heizung einiger Schulhäuser von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, wo Kinder unter Aufsicht der Lehrpersonen sich aufhalten dürfen, unverkürzte Aufrechterhaltung der städtischen Schülerspeisung, öffnung von Kindergärten und Horten Tag und Nacht auch für nicht eingeschriebene Kinder unter 14 Jahren, die unentgeltlich Mittagessen, Frühstück und Abendessen erhalten. Wegen der Kohlennot mußte der Betrieb der Bundesbahnen noch weiter eingeschränkt werden. Auch die Bundesregierung ist nach dem Vorbild der Stadt Wien bereit, Ruhr kohle zu beschaffen und ihre Beförderung durch bedeutende Frachtermäßigungen zu verbilligen. Die Temperatur ist im Laufe des Morgens auf—6 Grad Celsiuns gestiegen. Die Opfer der Grippe in England WIB London, 15. Febr.(Telegr.) In der vergangenen Woche sind in England fast 1000 Personen an Grippe gestorben In der vorletzten Woche waren 652 Todesfälle an Grippe zu verzeichnen. Seit Begum des Jahres beträgt die Gesamtzahl der in England an Grippe Gestorbenen 2340. Der Mord in Chilag Ein Nacheakt von Polizisten? Chikago, 16. Fedr.(United Preß.) Die Mörder, die die sieben Alkoholschmuggler bei dem gemeldeten Überfall auf ein Lagerhauserschossen haben, sollen nach Ansicht des Majors Sillowayvom Prohibitionsdienst Polizisten sein. Der Major glaubt, die Polizeibeamten hätten an den Schmugglern Rache nehmen wollen, weil diese sich geweigert hätten, für den ihnen gewährten Schutz Bestechungsgelder zu zahlen. Der Major stützt seine Vermutung darauf, daß einige der Mörder Polizeiuniform getragen haben sollen und daß einer der von ihnen benutzten Kraftwagen einem Polizeikraftwagen ähnlich sah. Trotz allen Bemühungen ist es noch immer nicht gelungen, Licht in die Angelegenheit zu bringen. Auch die Leichenschaukommission, der mehrere führende Bürger Chikagos angehören, versuchte fünf Stunden lang vergeblich, das Geheimnis zu lüften. Die von der Kommission vernommenen Angehörigen der Ermordeten sagten alle aus, daß ihnen über die Geschäftsverbindungen der Toten nichts bekannt sei. Übereinstimmend erklärten die Verhörten aber, die Opfer des überfalls seien gute Bürger gewesen. Das Urteil gegen den Darlehnsschwindler Lamm oo Hamburg, 15. Febr.(Telegr.) Im Sommer 1927 wurden nach mehrwöchigen Verhandlungen der angebliche Bankier Paul Lamm und sein Geschäftsführer Schröder wegen umfangreicher und fortgesetzter Kreditschwindeleien zu vier Jahren und neun Monaten Gefängnis und Geldstrafen verurteilt. Als Berufungsinstanz sprach heute die Hamburger Strafkammer eine Strafverschärfung auf das zulässige Höchstmaß aus. Lamm wurde zu fünf Jahren Gefängnis, 10.000 Mark Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust, Schröder zu einem Jahr Gefängnis und 500 Mars Geldstrafe verurteilt. Die drei= und fünfmonatige Untersuchungshaft wird auf die Strafe angerechnet. Das Urteil weist ausdrücklich auf die gemeingefährliche Handlungsweise der Angeklagten hin, wodurch zahlreiche hilfsbedürftige Personen noch tiefer ins Unglück gestoßen worden seien. Gegen Lamm und seinen Agenten schweben auch noch in andern deutschen Städten Strafverfahren. Drei Kinder durch Kohlenoxydgas getötet WIB Nordhausen, 15. Febr.(Telegr.) In der Wohnung eines Schuhmachers wurden die drei Kinder des Ehepaars im Alter von 12 5 und 3 Jahren heute nachmittag tot aufgefunden. Man nimmt an, daß sie an den Folgen einer Vergiftung durch Kohlenoxydgas gestorben sind. Die Mutter hatte die Kinder eine Zeitlang allein in der Wohnung gelassen. Drahtloser Fernspruch Buenos Aires—Finnland Buenos Aires, 15. Fedr.(Uniied Preß.) Ein funktele honischer Entfernungsrekord wurde heute erreicht, als bei der feierlichen Eröffnung der drahtlosen Telephonverbindung Buenos Aires—Finnland der hiesige sinnische Konsul zehn Minuten lang mit Helsingfors sprach. Sportnachrichten Breitenleistungen der DSp Die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik kann die Fortschritte die ihre Aktiven jährlich machen, durch ein lückenloses statistisches Material belegen. Die Unterlagen, die zur Ermittlung der„Zehn Besten“ eines Jahres dienen, ermöglichen der DSB., wenigstens zahlenmäßig alle Ergebnisse anzuführen, die bis zu einer bestimmten Grenze gesammelt wurden. Es ist erfreulich, dabei festzustellen, daß sich die Spitzenleute nicht auf einsamer Höhe befinden, sondern als Folge einer gesunden Entwicklung eine breite Grundlage vorhanden ist auf der sich die Leistungen aufbauen. Die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik hatte in den vergangenen drei Jahren in den einzelnen übungen in ihren Rechen bei den Männern: übung: Leistungsgrenze 1926 1928 1927 =Meter=Lauf# Sek. 6 Läufer 64 Läufer 60 Läufer 290 2 400.„ 0 85 „ „ * * 945 0 15 3540 lometer ∆# 0 deter Hürden 17,0 E 5 Reter Hürden ung 61 Met esien Seanchen S elsien # bhochsprung „ Speerwersen 61 Werser 74 Werfer, 75 Werser Diskuswerst * „ ugelstoßen — 840R. Hammerwersen 18 15 5 * übung: Leistungsgrenze 1926 Lelteter=aus Ger. + 0 versen Diskuswersen 8 Min ∆ 25 26.40 Met 25.30 Metel Kugelstoßen 7,50 Meter 60„ Frauen: 6 Werfer * 1927 1029 39 Läufer 51 Läufer 56 Läufer ien 45 Läuferinnten ter 46 Springer 48 Springer5s Springerinnen nen 9s Weisfer i5 Werkerinnen 58 92 Werferinnen 119„ 1926 wurde der 800=Meter=Lauf für Fraiken noch nicht ausgeschrieben. Beim Kugelstoßen trat 1927 eine Gewichtserhöhung von 372 Gramm gegenüber dem Jahre 1926 ein. Das Gewicht des Frauenspeers wurd 1927 gegenüber dem Jahre 1926 von 800 Gramm auf 600 Gramm verringert. Kojac schwimmt abermals Weltrekord Neuyork, 15. Febr.(Telegr.) Wie uns aus New Brunswick im Staate Zersey berichtet wird, hat Kojac seinen ei n Weltrekord im 50=PardsRückenschwimmen, den er mit 29 hielt, anuf 27/4 gebrückt. Amtlicher Wetterbericht Aussichten für Nordwenbeutchland: Vorhersage bis Montag n: Vielsach heiter. Nachts starker Frost, tagsüber Temperaturen ansteigend, doch zunächst noch unter dem Gefrie init bi Köln 7 Uhr vormi 15 hstenr ratuaren ge led Gr7a senderänse hente a8 3. obeche Stärke SO 1. Baromet 7e0 mm. Höhe der Schneedecke 83em. d S □#2 ben 2160 169 Magi 0 90 heiter # C ∆ 5 67145 che kla ∆ 50 (#re Schee) Sedachbtung von 8 Uhr deun bede Srr 100 bedect 95 gr elt. ∆ 35 3 wolk ebeh.(2608 it) (5e bedeckt) ∆ 0 05 P 4105 Bok) arzm. Beobachtung von 12 Uhr gestern *) Nachen, 16. Febr. Die amtliche Wetterwarte meldet: In unserm imagebiet war es bei heiterm Himmel nachts wieder sehr kalt. Die heutigen Morgentemperaturen lagen durchw ges bei—160. Zurzeit ist am kältesten in Westdeu rheinischen Tiefebene —17 bi92 betragen die Temperatur *. D a g en trat in Ost= und Ritteld tschlar eine stärkere Milderung der Kälte ein. Warme Luss 90 der nördlich, w ur Ausbildung eines Depressionssiets über Galizi 1 Pole rte, von dem Ausläuser 5 östliche Deutschlar Mitteldeutschland is nach sind orgedrung Namentlich in d schlesischen Gezen und im Erzgebirge fällt kerer Schnee. Die Temper brgen 14 caturen betrugen in Schlef Berlin dagegen in Kassel und Hannover—18 und—128, während ie in Oberbayern bei—180 liegen(München). Westdeutschland liegt noch n Bereich einer Hochdruckzone, die sich von der Nordsee füdwärts über das Rheinstromgebiet bis nach den Alpen hinzieht. Der über diesem Gebiet lagern Block kalter Luft behindert einstweilen noch jedes Vordringen des östlichen Depressionsgebiets. Weiterhin trocken mit Frost. Schgeebericht (*) Aachen, 16. Febr. Die amtliche Wetterwarte meldet: Ei Monschau=Kalterherberg 18 bi em Schnee,—15 bis—240; Wahlerscheid 21cm,—16%; Hollerath 246 11%; Nürburg, Hohe Acht 15 bis 18cm 166; allgemein gut.— Sauerland: Winterbeng 45cm,—136, Westerwald: bei Daaden 35cm, bem Neuschnee,—20 Fei Taunus: Falkenstoß 2cm,—14°; Feldberg 43cm,—1 90 bersfeld 3dem,—4156, gut. Schwarzwald: Ruhe R boniig 9; Triberg 40cm 70cm, 99: Titisee 22cm.—18°; Feldberg 90cm, %; Furtwangen 55cm,—180; Nei stabt 22cm,—259, get.— S Schierke 5ocm, 4cm net,—120: Braunlage 64cm, 4cm neu, Hahnenklee 25cm, 4cm meut,—160; St. Andreusberg Ticm, 401 85 —99; Benrkenstein 59cm, 8em neu,—16°; Goslar 35cm, 4cm neu gut.— Thürtnger Wa Inselsberg 124cm,—18 Ruschuus ain ∆ 5 e elte e ; L a u s c h a 6 7 c m,— 1 4°, a l l g e m e i n g u t. Rennsteig 85cm, 2en Erzgebirg 75 bis 130cm, 4 bis 14cm neu,—12 bis—450, Heute allgemein Schnecfall.— Schlesische Gobtrge: 80 bis 155cm, 2 bis 8cm neu,—6 bis—138, allgemein gut. Heute verbreitete E ille— Bayrische Alpen: Barmisch=Partenkirchen 42em.— zerchtesgaden 4em neu,—130, Oberammergeant 55cm,—159 Obstaufen 110en Mittenwald 53cm,—130; Tegemsee 52cm,—17 Bod Reschenhall 74cm, dcm neu,— 156; Bacherautz im Bayrischen Müas 82cm, 8cm neu,—126 jeten, in der Rhön, im Schwarzwald und in In ven rheinischen Ge rrscht durchweg heitere Witterung dei scharfein den Bayrischen Alpe Fros Im Harz und im Thüringer Wald ist es bi sielfach st wollig: eise fällt auch im Harz noch Schnee. Allgemeines S# newetter strich Gebirge und in den schlesisch herrscht im Erzgebt Für Westdeutschland bleibt dus durnchtweg heitere Frostwve der fortbestehen. Verantwortlich für den allgemeinen Teil: Paul Strassner; für den ntell: F. Herberger; Hantdelsteil: Dr. Philipp Lemcke; für den Ar Drucker: M. DuMont Schauberg; alle in Köln. aktion: Köln, Langgasse 3. Sammelruf Mosel 3131. PORTT P Tar Ter asser, ause, KI. Franz Clouth, Rheinische Gummiwarenfabrik Akt.-Ges., Cöln-Nipp Statt jeder besondern Anzeige. Heute vormittag entschlief sanft unsere innigstgeliebte Mutter, Großmutter, Urgroßmutter. Schwägerin und Taute Frau Geheimer Kommerzienrat Julius van der Zypen Henriette geb. van der Zypen im Th. Lebensjahr. Im Namen der Hinterbliebenen: Ju ppen % # 7 15 Köin, Brüset, den 14. Rebrusr 1925. Riebesrilgeng findst in aiter Süle statt.—Han kiet, ven betliehccbenchen ehmmsche Heute abend verschied nach kurzem Krankenlager meine gute Mutter, Schwie germutter, Crostmutter, unzere liebe kante und Grostaute Frau Wwe. Theod. Cronenberg Anna Maria geb. Kann im fast vollendeten 81. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Frau Wwe, Hlerm. Brinkhaus, Elisabeth geb. Cronenberg Dr. med. Jos. Alsdorff Maria Alsdorff. Köln(Martinsfeld 22), den 13. Februar 1929. ie feierlichen Exegaien werd den I8. Febrnar 1929 morgens 5½ Uhr, in der Frieche # ∆ 35 ren ausch elle an Köla-A Zend Gndett dnr Nak: teer n anm lie Köin de. Von Beileidsbesuchen wolle man absehen. Am 14. Februar 1929, morgens 9½ Uhr, starb zu Godesberg nach kurzem Krankenlager unser treu für uns besorgter Vater und Schwiegervater, unser herzensguter Großvater, Schwager und Onkel, der Oberbürgermeister i. R. Peter Stern langjähriger Bürgermeister der Stadt Viersen vorher gestärkt durch die Gnadenmittel der kath. Kirche, im Alter von nahezu 77 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Carl Stern und Frau Jane geb. Morellet Regierungs-Baurat a. D. Franz Stern und Frau Paula geb. Degen Carl Didden und Frau Elisabeth geb. Stern und 11 Enkelkinder. Köln, Viersen, Koblenz, den 15. Februar 1929. Die u werde der St.Josefs-Kirche zu mn Viers Dar: 927 0 Uhr von der sschlese aeuh ähege ale 84 sthalle in Vierse Dem W dwird gebeten von nsch des Kansspe 9 enc ur Armen n ech # Vergebung der Wirtschaftsbedürfnisse für die Rheinischen Provinzial-Anstalten für die Zeit vom 1. 4. bis 31. 10. 1929. icher Verdingung wi Wege an Firmen, die 925 in der Rheinpro ansässig sind, verge 1. Hafe en R tengr be Schnen blsen Pesee. ged. Nuckt Seite Reacbhak. Aiceren. besbe sten, R e. weiße bis können #rdin Mik. stunden(mit Ausnal 2 P end 4 eink 105 eschene dorf, Postfach. lußtermin für die Einreichung der Angebote und Probe 4. März 1939. ngebote: 5. März 1929, ung shaus. Bn 65a, in Gegenwart etwa erschienent 6h 0 Zuschlagerteilung: Voraussichtlich bis 18. s. 1929. Düsseldort, den 13. Februar 1929. (8 Der Landeshauptmann der Rheinprovinz. Lausanne(Französ. Schweiz) Institut LEMANLA 4 sehe 5 tionell. forh 0 lenkurse 1 ## 5 95 ngling Gerat bar. ür Sohdler Alpines Landerziehungsheim (Walliser Alpen) 4 péry(1070 M 711 hre enchalt u. 9o. Tdeslgr vorahgliche Semdin 8 alk Franzi n und eine Ausbildung. e Prospekte.(171 Löffelbagger eten earant betriebsfähm kompl. Bauzug 00m S Kauf und Miete lieferbar. Heior. Elias& Co. Duisburg. 6 gemeinsam mit einem Prokuristen die Gesellschaft vertreten. Nicht eingetragen: Die Bekanntmachungen der Gedas Handelsregister B wurde am 12. Sellschaft erfolgen nur im Reichs. anzeiger. Februar 1929 eingetragen: Nr. 4098 die Gesellschaft in Firma] Bei Nr. 2555 Revisions- und OrganiFlottmann Gesellschaft mit beschränkter, sations-Treuhand-Aktiengesellschaft, -hier: Durch GeneralversammlungsSitz Düsseldorf, Graf-Ado Haftung Straße 8. Der Gesellschaftsvertrag beschluß vom 5 Januar 1929 ist der Geist m 31. Dezember 1928 festgestellt.se schaftsvertrag geändert und der Sitz Ges Istand des Unternehmens: Derider Gesellschaft nach Köln verlegt. landel mit Maschinen und Apparatenl Bei Nr. 3035 Leonbard Maassen Gesellaller Art, insbesondere der Handel Mitischaft mit beschränkter Haftung, Benaschinen für den Bergbau, die Stein-lrath: Die Liquidation ist beendet. Die industrie und Bauunternehmungen Firma ist erloschen. tammkapital 20000 Reichsmark. schäftsführer: Kaufmann Alexander BolBei Nr. 3082 longino, Köln-Lindenthal, Sind mehrerelwerke Heinrich Cordes AktiengesellNeußer OelproduktenGeschäftsführer besteilt, so können nur/schaft, hier. Die Prokura des Carl Wilzwei gemeinsam oder einer von ihnenlhelm Ernst Noss ist erloschen. Bei Nr. 3842 Continentale Papier-Union Gesellschaft mit beschränkter Haftung Zweigstelle Düsseldorf: Durch Gesellschafterbeschluß vom 26. November 19 list der Gesellschaftsvertrag geändert Der Sitz der Hauptniederlassung ist von Arnsberg nach Düsseldorf verlegt. Die Zweigniederlassung in Düsseldorf ist hierdurch Hauptniederlassung geworden. Die Firma ist geändert in Continentale Papier-Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Bei Nr. 3866 Grundstücks- und Hypothekenverwertungsgesellschaft mit be schränkter Haftung, hier: Durch Gesellschafterbeschluß vom 5. Februar 1929 ist der Gesellschaftsvertrag geändert. Der Sitz der Gesellschaft ist nach Berlin verlegt. 102) Amtegericht Düsseldort. * Concert-Gesellschaft, Köln. Dienstag, den 19. Februar 1929 abends 7½ Uhr im Großen Gürzenichsaal IX. Konzert in/ unter Leitung des Städtischen Generalmusikdirekter Protesser Hermann Abendroth. hr. 1. Ph. Jarnach: Vorspiel für große: Orchester, op. 22 (Uraufführung) ∆ 2. W. Braunfels: Konzert für Orgel Orchester und Knabenchor, op. 38 (Zum ersten Mal) Pniem Reinrich Boell 6l50 * 3. R. Schumann: Sinfonie Nr. -moll, op. 120 4 Generalprobe: Montag, den 18. Februar, abends 8 Uh Eintrittskarten: Zum Konzert Saal 10 R: Block K 5 Rm, Galerie 5 Ru Zur Ganeralprobe: Saal 4 Rm., Block Dan Block H 2 Rm. erhältlich in der Musikalienhandlung Tonger, Ar Hof 90—96, sowie an der Abendkasse im Gürzenie Bude des Konzerts ungefähr 9½ Uhr der Generalprobe ungefähr 10 Uhr. Auu Berichtigung. In der Bilanzanzeige der Firma J. F. Bemberg A. Barmen-Rittershausen, erschienen in der Beilage Morgen-Ausgabe vom 14. Februer 1929 Nr. 88, muß es den unterzeichneten Banken heißen u..: bei dem Bankhaus Abr. Schlesinge (nicht Bankhaus Albr. Schlesinger). Samstag, 16. Februar 1929 erantwortlich für den allgemeinen Teil: G. Brüggemann Unterhaltungsblatt Kölnische Zeitung Nr. 93 Verleger und Drucker: M. DuMonk Schauberg in Köln Haupt=Geschäftsstelle: Breite Straße 64. Wilhelm Ahde gegen die deutsche Kunst, Von paul 3. Schmidt Ruhm empfindet, was innerhalb der Landesgrenzen Erfolg hat“; Wenn sich ein Franzose abfällig über deutsche Kunst als solche wird nur dadurch möglich, daß er die deutsche Kunst der Gegenwart Wilhelm Uhde wird nichts dafür, alles aber dagegen tun, daß sie äußert— was übrigens kaum geschieht, es sei denn über die nur auf Gebieten sucht, die seiner Theorie, mit einiger Gewaltsam= in Paris bekannt werden. Für ihn sind nur Picasso da und die wilhelminische Architektur—, so werden wir ihn mit dem gleichen Grad von Höflichkeit eines Bessern zu belehren suchen; tut es ein Deutscher, so meint er bestimmt nur einen ihm unsympathischen Teil der gegenwärtigen und jüngst vergangenen Produktion, wie wir es 3. B. bei Meier=Graefe und dem verstorbenen Fritz Stahl erlebt haben, ernsthaften und ehrlichen Kritikern, deren Negationen man seine eigne Überzeugung entgegenhalten, die man unter Umständen lückenhafter Kenntnis, niemals aber der Böswilligkeit zeihen kann. Das Gebiet der bildenden Kunst hat sich im letzten halben Jahrhundert über so weite und entfernte Möglichkeiten von Form und Weltanschauung ausgebreitet, ist so bunt und unübersichtlich geworden, daß es erlaubt sein kann, gewisse Gebiete künstlerischer Tendenzen aus subjektiver überzeugung abzulehnen. Jedoch empfiehlt sich Vorsicht im öffentlichen Ausdruck der Mißachtung, aus dem triftigen Grunde, weil die hohe Schätzung der Kunst im allgemeinen Lebensbezirk reißend nachgelassen hat, und es für die Gralshüter nicht rätlich ist, ihre besondern Abneigungen und Geschmacksnuancen einem weitschichtigen Publikum als allgültige Kunstgesetze vorzuführen. Ein geschätzter Name kann durch allzu nachdrückliche Ablehnung mehr Unheil anrichten, als alle seine Seligpreisungen von Talent und Leistung bei der gläubig=ungläubigen Menge praktisch, d. h. als Anreiz zu Ausstellung, Wertschätzung und Ankäufen, zu erreichen vermöchten. Kurzum, die Augurn, d. h. die Kritiker, Museumsgelehrten und ihresgleichen, sollten sich bei Ketzergerichtsurteilen einiger Mäßigung befleißigen; nicht bloß, weil man Beispiele hat, daß sich Kunstrichter bis zu den Höhen eines Lessing und Goethe auf diesem Gebiet schwer geirrt haben, sondern vor allem und zumal heute, weil die Kunst beim Volke selber nicht mehr die hohe und notwendige Achtung genießt, und ein Streit der Gelehrten auch der Kunst und ihren Erzeugern selber den Boden abgraben kann. Kunstrichter sollten nicht die Geschäfte von Sport, Kino und Radio besorgen, die den wahrhaft Schaffenden schon hart genug an der Kehle sitzen. Was soll man nun unter diesem Gesichtspunkt zu der Tat eines deutschen Schriftstellers sagen, der in Paris ein französisch geschriebenes Buch über Picasso et la tradition française herausgibt und darin beiläufig die gesamte deutsche Kunst der Gegenwart ablehnt; eine Kunst, die— sagt er— niemand außerhalb der deutschen Landesgrenzen beachte, und deren Verfall schon aus der Amerikanisierung des heutigen Lebens in Deutschland, politisch, kulturell, technisch, weltanschaulich, folge; die null und nichts sei. Aber zitieren wir ihn selber: es ist Wilhelm Uhde, der vor 20 Jahren Picasso und Henri Rousseau entdeckt und gefördert hat, der in ein paar Inflationsjahren, als er in Deutschland lebte, selbst für einige deutsche Künstler ein feines Verständnis aufgebracht und in der Zeischrift Freude bekundet hat. „Was dort“, nämlich in Deutschland, schreibt er(in der übersetzung der Weltbühne, der diese Ausführungen sehr bemerkenswert scheinen),„aus blitzblanken Tuben an kessen Farben. planlos oder in dummen, zackigen Konturen gehalten, über die Leinwand fließt(Expressionismus), was man an belanglosen Zufälligkeiten dämonisch genannt, weil ohne Anstand, Geschmack und Scham farbig zusammenphotographiert(neue Sachlichkeit), ist trotz allem Gelehrtengeschwätz ebensowenig interessant wie die faustisch=metaphysische Grimasse verstiegener Gernegroße oder der letzte Aufguß französischer Vorbilder. Diese ganze Malerei der toten Herzen und krampfigen Hirne, die ohne Sonne und Sinnlichkeit im Schatten von Ideen, Programmen und Rezepten wächst, ist eine=Heimatkunsts, die allen guten Europäern fremd bleibt.“ Man müßte das ganze Kapitel abdrucken, um die geistigen Grundlagen solcher Auffassung zu offenbaren. Denn das Perfide in dieser Schriftstellerei ist ein geistiger Standpunkt, der schlau auf französische Gewohnheiten spekuliert, ist die scheinbare Tiefsinnigkeit, die ihre Beweise aus der deutschen Geistesgeschichte nimmt und die jedem Einsichtigen offenliegenden Fehler in Luthers, Goethes und Bismarcks Anschauungen und Wirkungen dazu benutzt um auf ihnen das volkiommene Versagen nicht etwa deutscher Politik, Einsicht, Weltgeltungsbestrebungen oder dergleichen, sondern der jüngsten deutschen Malerei zu begründen. Uhdes System ist so geschickt auf= mehr. Zunächst ist es klar, daß der Darwinismus keine Erklärung gebaut, daß es mit keinem Versager zu rechnen braucht. Man kann den Franzosen, an die er sich ja ausschließlich wendet, nicht erfolg Anfangspunkt der Nachahmung bilden, und die er ja selbst als (negatio) abgestempelten Größen wie Luther und Bismarck operiert unzweckmäßige Formen auszumerzen, aber sie kann die nützlichen und daraus den Schluß absoluten Versagens der biedern Teutonen auf einem Gebiet zieht, das die Franzosen selber als ihre alleinige, allen überlegene Domäne ansehen: auf dem Gebiet der Malerei. Die Einbeziehung Goethes und seiner der Romantik feindlichen Rationalität, die Ausspielung des gotisch=barock=romantischen Geistes als wahrer Geisteshaltung der Deutschen gegen Goethe mag dann auch manchen Deutschen, der bei ihm nicht alles als unsehlbar betrachtet, genau so ausgemerzt werden wie die überhaupt nicht nachahmenden und die tieferblickenden Franzosen verlocken, die Teilwahrheiten in Individuen. Und endlich steht die Nützlichkeit der Mimikry, wie sie ja dem Uhdeschen Buch als Wahrheit schlechthin zu werten und gegen die Gegenwart unsrer Kunst auszuspielen. Denn wenn man die„Dekadenz des deutschen Geisteslebens“ als zugleich der Amerikanisierung und Ungeistigwerdung der Deutschen schwärmern. Hat doch der Wespenbussard geradezu seinen Namen hinstellt und beides mitsamt der falschen Politisierung durch Luther und davon, daß er mit Vorliebe diese angeblich geschützten Tiere verzehrt, Kultur in einen Topf wirft, so hat man bei allen Blinden durch ihre schwarz=gelbe„Schreckfärbung“ zum Ausdruck bringen. gewonnenes Spiel. Blind in diesem Sinne sind aber nicht nur die Etwas Ahnliches gilt auch für ein andres sehr interessantes Mimikrywenig unterrichteten Franzosen, sondern vielleicht auch die Deutschen, beispiel. In den Restern der Ameisen finden sich manchmal Käfer die aus tausendundeinem Grunde an unsrer heutigen Geisteslage und andre Insekten als„Ameisengäste“, welche in ihrer Körpergestalt rechnen wären. Der Denkfehler liegt aber darin, daß Uhde die Gründe aus einer diene, daß die Ameisen sie mit ihresgleichen verwechseln und darum geist=politischen Haltung auf eine von dieser durchaus unabhängigen im Rest ungestört belassen. Aber die nähere Untersuchung zeigt, daß Stellung unsrer gegenwärtigen Malerei bezieht. Er verwirft von eine solche Erklärung vollkommen in der Luft hängt. Die Ahnlichkeit Gründe in einer geistigen Gegend, die ganz wo anders liegt. Das von allen wahren Vertretern deutscher Kunst machen, die sie nicht kennen. Aber was würde das helfen; vorderhand existieren sie ja nur für den„Patriotismus kleiner Leute, der kritiklos alles als keit, sich einfügen lassen; daß er aber an den Persönlichkeiten ganz vorbeisieht, die wahrhaft repräsentativ sind und in ihrer Gesamtheit ein ganz andres Bild erscheinen lassen, als er es malt. Er nimmt, was ihm in den Kram paßt, die unwesentlichen Nachwirkungen des sogenannten Expressionismus und der sogenannten Neuen Sachlichkeit, die alle Einsichtigen bei uns längst ausgeschaltet haben, und beweist mit ihrer Nichtigkeit den Franzosen triumphierend, daß Deutschland„eine geistig hochstehende Kunst nicht schaffen könnte“. Wobei er so jesuitisch vorgeht, Klee und Kokoschka, die er als einzige Vertreter des irrational=gotischen Geistes— entsprechend dem von Jean Paul, Hölderlin und Nietzsche— gelten läßt, sogleich als„eingewanderte Künstler“ und„umstrittene Größen“ einfach aus der deutschen Kunstsphäre wegzueskamotieren. Gerade Kokoschka und Klee werden gütigst zugelassen, weil die Franzosen einigen Begriff mit ihnen verbinden. Uhde rechnet damit, daß den Franzosen eben so gut wie nichts von deutscher Malerei der Gegenwart bekannt ist, zu welchem Ergebnis er, nebenbei bemerkt, durch kluge Hintertreibung deutscher Ausstellungen in Paris sein Teil redlich beigetragen hat. Man könnte nun den ununterrichteten Franzosen eine Aufstellung Franzosen, die sich in seinem Strahlenkreis bewegen. Was dieses Machwerk eines anscheinend sehr unterrichteten tiefsinnigen Geistes so schief und empörend macht, ist die unumgehbare Tatsache, daß Uhde als deutscher Kunstkenner und geistvoller Schriftsteller den Franzosen in einem für sie raffiniert berechneten Buche nicht nur ihre eigne Kunst als die allein maßgebliche darstellt, sondern auch die deutsche als minderwertige und ganz provinzielle verächtlich macht. Man muß sich dagegen auflehnen und, gleichgültig welcher Parteirichtung mah angehöre, die Sache beim rechten Namen marken. Gerade deshalb, weil wir uns frei wissen von völkischen Vorurteilen, weil wir die Vorzüge der französischen Malerei anerkennen: darum müssen wir von einer Gesinnung abrücken, die mit advokatischer Gerissenheit das Werk deutschen Geistes herunterzieht. Es heißt die Sache europäischer Kultur verraten, wenn man so einseitig schätzt. Nur im Dualismus germanischer und romanischfranzösischer überlieferung und Willensentfaltung wird die europäische Kunst sich als stärkstes geistiges Bollwerk gegen die materialistischen Kräfte behaupten können, die Wilhelm Uhde in schmählicher Verkennung uns allein andichten möchte. Gibt es Mimikry? Von dr. Ladvig von Vertalaush Eines der Schlagworte aus der Zeit des Darwinismus war der] Man könnte nun an eine Erklärung der Mimikry denken, welche Begriff der Mimikry“. Darwin und Wallace nannten der andern großen Entwicklungstheorie, dem Lamarckismus ent„Mimikry“ die Nachahmung eines wehrhaften oder giftigen Tieres durch ein ungeschütztes, und, in etwas weiterm Sinn, auch die Nachahmung eines Gegenstands oder Pflanzenteils durch ein ungeschütztes Tier. Der Blattschmetterling etwa sieht mit zusammengeklappten Flügeln genau wie ein dürres Blatt aus, nicht nur in der Färbung, sondern auch in der Form; selbst die Mittelripperdes Blattes findet sich auf seinen Flügelrückseiten abgebildet. Die Stabheuschrecke, welche in ruhendem Zustand wie ein dürres Astchen aussieht, ist ein andres bekanntes Beispiel. Als Mimikry im engern Sinne ahmen gewisse Schmetterlinge und Schwebfliegen Bienen, Hummeln und Wespen in oft erstaunlicher Weise nach; das Prachtbeispiel von Mimikry bieten aber gewisse südafrikanische und indische Schmetterlingsarten. In den Schwärmen solcher Schmetterlinge, die wegen ihres übeln Geschmacks von den Vögeln gemieden werden, finden sich vereinzelt Falter, die jenen giftigen vollständig gleichsehen, bei näherer Untersuchung sich aber als einer ganz andern Gattung zugehörig erweisen. Diese an sich harmlosen und genießbaren Tiere ziehen also Nutzen aus dem Giftschutz der Art, in deren Gesellschaft sie leben und der sie äußerlich gleichen. Ja, darüber hinaus gibt es ganze„Mimikryringe“ indem bei gewissen tropischen Schmetterlingen eine giftige Form durch eine ganze Reihe ungiftiger, die an denselben Orten leben, nachgeahmt wird. Wir haben hier also gewissermaßen eine ganze Versicherungsgesellschaft vor uns, die auf der eigenartigen Färbung des giftigen Tieres aufgebaut ist. In dieser Erscheinung der Mimikry sah nun der Darwinismus einen starken Beweis für die von ihm vermuteten Ursachen der Entwicklung. Nach Darwins Annahme vollzog sich die organische Entwicklung in der Weise, daß bei den Organismen immer kleine tragenden Organismus nützlich sind, sich daher im Lebenskampf erhalten und im Laufe langer Generationen fummieren und steigern. Auf diese Weise haben sich nach ihm in geologischen Zeiträumen alle Anpassungen der Organismen, und vor allem auch die Mimikry, entwickelt. So wurde z. B. aus einem kleinen braunen Fleckchen die „Schutzfärbung“, das erdbraune Kleid des Hasen, ähnlich das weiße Fell des Eisbären und des Hermelins. Und so weiter bis hinauf zu ienen Prachtbeispielen der Mimikry, zur Nachahmung eines dürren Blattes samt Blattnerven, ja selbst Madengängen durch den Blattschmetterling, oder bis zur fast photographischen Nachahmung einer giftigen Tierart durch eme ungistige. Freilich besitzt die Mimikrylehre heute nur wenige Verteidiger des ersten Auftretens jener nützlichen Variationen gibt, welche den reicher imponieren, als wenn man mit geist=politisch bekannten und zufällig“ bezeichnet. Die Auslese oder Selektion vermag stets nur Bariationen nicht hervorbringen, sie ist kein schöpferisches Prinzip. Zweitens ist die allmähliche Summierung nützlicher Variationen äußerst fragwürdig: offendar konnte erst die vollendete oder doch schon weit vorgeschrittene Nachahmung des giftigen Tieres dem Nachahmer irgendwelchen Schutz vor den scharfen Augen der Feinde bieten. Die erst teilweise nachahmenden Vorläufer mußten also Grundlage der ganzen Theorie ist, keineswegs fest. Häufig wird der angeblich geschützte nachahmende Schmetterling genau so von den Vögeln gefressen wie der ungeschützte, ja wie das giftige Urbild selbst. Folge sowohl einer„Übertreibung des Goethe=Kultus“ als auch Das ist betwa der Fall bei den Hummel=, Wespen= und HornissenBismarck als einheitliches Verfalsmerkmal der heutigen deutschen die ihre Giftigkeit nach darwinistischer Anschaung auffällig genug manches auszusetzen haben, wozu just nicht die Schlechtesten zu anscheinend den Ameisen sehr ähneln. Im Sinne der Mimikrylehre hat man also gesagt, daß diese Mimikry der Ameisengäste dazu seiner völig und einseitig französisch eingestellten Geschmacksrichtung zwischen Ameisengästen und Ameisen ist keineswegs so deutlich, daß der Kunst gegenüber die deutsche Malerei und findet dafür rationelle die Ameisen, die noch dazu durch ihren Geruchsinn geleitet werden, darauf hineinfallen. spricht: der Lehre nämlich, daß sich die Entwicklung nicht durch Bariation und Auslese, sondern durch unmittelbare Anpassung der Organismen an ihre Lebensumgebung vollziehe. Die Anpassung an gleiche Lebensweise macht ursprünglich vollkommen verschiedene Organe und auch Organismen als ganze einander ähnlich. Man spricht hier von„konvergenten Anpassungen“, welche aus verschiedenartigen organischen Formen durch gleiche Lebensweise hervorgehen. Im extremen Fall könnte konvergente Anpassung Mimikry bedeuten, wofür etwa die verblüffende Ahnlichkeit der verwandtschaftlich so weit entfernten Maulwurfegrille mit dem Maulwurf ein Beispiel ist. An konvergente Anpassung könne man auch bei den Ameisenmimikrys denken: das Leben im Ameisenbau muß bei der Ameise wie bei ihren Gästen eine gewisse Übereinstimmung der Körperform hervorbringen, welche zu Unrecht als herangezüchtete Mimikry betrachtet wird. Aber auch diese Erklärung reicht noch nicht aus, und wir werden zum Verständnis der Mimikry noch einen andern Umstand heranziehen müssen. Der große holländische Botaniker Hugo de Vries wies bereits vör langer Zeit darauf hin, daß gewisse Eigenschaften im Pflanzenreich eine ganz universelle Verbreitung besitzen. Etwa die Fähigkeit, roten und blauen Blütenfarbstoff zu bilden, ist bei den Blütenpflanzen ganz allgemein verbreitet. Ahnlich gibt es fleischfressende Pflanzen mit der Befähigung, verdauende Säfte abzuscheiden, in sehr vielen Klassen der Pflanzen; ebenso unversell ist die Fähigkeit zur Sukkulenz, zum Fleischigwerden. Gewisse Wolfsmilcharten Südafrikas könnten mit Fug und Recht als Mimikrys gewisser amerikanischer Kakten gelten, wenn der Begriffe hier— bei der geographischen Entferntheit dieser Gewächse— irgendwelchen Sinn hätte. In diesem letztern Fall mag nun freilich konvergente Abweichungen oder Variationen auftreten, die zum Teil für den sie Anpassung an das Wüstenklima, in welchem sowohl die in Frage stehenden Wolfsmilcharten als auch die Kakteen vorkommen, mitspielen. Aber ganz allgemein läßt sich sagen, daß jedenfalls die gleichen äußern Eigenschaften wohl auch den gleichen Erbcharakteren der Organismen entspringen. Wir können annehmen, daß es derselbe Faktor ist, welcher in allen Klassen der Pflanzen die Fähigkeit zur Bildung von Blütenfarbstoff in sich trägt; Ahnliches gilt aber auch für sehr viele andre Eigenschaften. Die gleiche Blattform, die gleichen Kerben und Einschneidungen des Blattrandes kehren bei vielen Arten wieder, welche systematisch miteinander nichts zu tun haben, was ja schon die Einteilung der Blätter in lanzettliche, elliptische, gelappte usw. beweist— und wir können schließen, daß allenthalben diese Charaktere durch die gleichen Faktoren bedingt seien. Auf diese Weise würde sich aber auch eine einleuchtende Erklärung vieler Mimikryfälle ergeben. Etwa bei der Schmetterlingsmimikry kann man annehmen, daß die Ahnlichkeit eben durch die Gleichheit der die charakteristische Flügelfärbung hervorrufenden Erbfaktoren, die bei verschiedenen Gattungen verbreitet sind, bedingt sei. Es gibt Weißlingsarten, bei welchen einer einzigen, nicht nachahmenden, sondern einfarbig weißen Männchenform einige verschiedene bunte Weibchenformen entsprechen, deren jede einen angeblich„giftigen“ Schmetterling nachahmt. Verwandtschaftlich sehr weit entfernt sind Original und Nachahmer sicherlich nicht; man wird also annehmen dürfen, daß gleiche Erbfaktoren die Erscheinung der Mimikry bedingen. Nun ist aber festgestellt, daß das bunte Kleid und keineswegs die Weißfärbung, das ursprüngliche Gewand der Weißlinge ist. Und da nach einer biologischen. Regel, das Weibchen immer das rückständigere Geschlecht im Tierreich ist, hat es sich eben vom gemeinsamen Ausgangspunkt der Originale und Nachahmer noch weniger weit entfernt als das Männchen, das heißt, es trägt noch die ursprüngliche Buntfärbung, während die Männchen, in schlagender Widerlegung der darwinistischen Lehre, bereits zu der weit auffallendern Weißfärbung übergegangen sind. So sehen wir also, daß zur Erklärung der Nachahmungen der Tiere noch ganz andre Umstände als die darwinistische Nützlichkeit herangezogen werden müssen. Und das leuchtet uns schließlich auch ganz unmittelbar ein. Wenn Schutzfärbung und Mimikry wirklich von entscheidender Bedeutung im Daseinskampf wären, dann müßten ja eigentlich alle ungeschützten Arten längst verschwunden sein, 1 während in Wirklichkeit ungeschützte ebense munter existieren wie geschützte. Die Auslese kann also sicher nicht entscheidend für die Entstehung der Mimikry sein, wenngleich keineswegs geleugnet zu werden braucht, daß diese, wie auch die ihr verwandte Schutzfärbung, gelegentlich für die Organismen von wirklicher Nützlichkeit sein kann. Die Frau mit dem Spiegel Von Karl Zimmermann btis etc in einem Kölner Museum Wären nicht die spiegelnden Flüsse des Paradieses gewesen, so hätte die Schlange machtlos bleiben müssen. Aber Eva schritt auf hohen Beinen ins Bad und sah in der Flut der Wellen und Locken ihr eignes Wunder; da war es um ihr Paradies geschehen. In ihrem eignen Anblick tat Eva ihren Fall. Die erste Frau, die sich im Spiegel sah, wollte Gott sein; denn sie erkannte, daß sie Gott gleich sek. Maria am Baseler Dom Am Dom in Basel sitzt Maria, die Schwester der besorglichen nennen und sie als nationale Würdelosigkeit brand= Martha, vor dem Spiegel. In der Schau ihrer selbst ergründet sie das Wesen der Gottheit. Einst schaute sie in das Angesicht des Menschensohnes. Nun er von ihr genommen ist, sucht sie ihn im Spiegelbild der eignen Züge. Was seine Liebe an ihr tat, betrachtet sie. Eva sah sich an und verlor ihren Gott: Maria schaut sich, um ihn zu finden. Maria will nichts sein als die sich ihrem Freund Anverwandelnde. Der Spiegel in ihrer Hand ist. Symbol der Kontemplation, nicht Instrument der Eitelkeit. Die apokalyptische Jungfrau Im Diözesanmuseum von Angers entrollt sich der Wandteppich der Apokalypse.= Der Evangelist, von seinem Engel geleitet, erschaut die letzten Dinge dieser Erde. Schöneres findet er nicht, Gefahrvolleres begegnet ihm nirgend als eine Jungfrau, die sich spiegelt. Sie thront auf einem Fels, den ein Stromband vierfach umgürtet. In der Linken hebt sie wie ein Zepter das feierliche Rund, das nichts enthält als ihr Bild. Sie ist so allein in sich, daß sie das Nahen des Engels und des Sehers nicht erfährt. Nur Wachstümliches scheint dieser ganz Leiblichen erfahrbar zu seinr darum hat der Feigenbaum neben ihrem Felsthron mehr teil an ihr als der Geist, der sich ihr naht. Der Evangelist im Schutz der Flügel seines Engels erschrickt. Sie ist, die Unerlöste, die niemals aus sich herausfand zu dem, der von ihrer Schönheit die Untergangsbereitschaft der Liebe fordert. Auf, dem Antlitz und sprechenden Finger des Engels.vollzieht sich Gericht. Die Dame mit dem Einhorn. Im Pariser Cluny=Museum begibt sich wiederum das andre. Da lebt die Stillste der Stillens allein mit ihrem mystischen Genossen, dem Einhorn. Wenn sie geschmückt ist zum Fest, wenn sie hervorgeht aus ihrem Zelt wie die Sonne, wenn sie Blumen wählt zum Kranz, wenn sie ihrer Tragorgel Harmonien entlockt, sa ist sie in allem solchen. Tun und Sein zugeeignet dem Einhorn. Wenn=sie niedersitzt in den Blumen ihres Teppichgartens, legt das Einhorn die feinen Hufe ihr auf den Schoß. Da hebt sie schwer von Gold und edeln Steinen wie eine Monstranz den Spiegel und zeigt dem heiligen Tier sein Bild. Nicht ihr Antlitz sucht sie in dem geglätteten Oval. Ihr Blick ist einzig der Betrachtung ihres geheimnisvollen Freundes hingegeben. Die Gestalt der„Dame“ in diesem Teppichmärchen ist selber Spiegel geworden für den Geliebten. Groteske in Rouen „Daß Ihr nicht lieben könnet, dess klag' ich Euern Spiegel and sang ein Troubadour. Diesem Entmutigten war wohl statt der Spiegelträgerin aus dem Clunysagl ihre Gegenspielerin=begegnet die an der Kathedrale zu Rouen wohnt. Unter den Flachskülpturen der Portalsockel, die in Kleeblattrahmen Laster und Tugenden darstellen, findet sich eine schöne Kurtisane.“ Sie ist umringt von phantastischen Abgesandten der Tiefe. Ihr Haupt erscheint reizender als das der Tugenden; aber indem sie berauscht und berauschend es vor dem Spiegel genießt, enkblößt sich ihr Leib und zeigt eines der fratzenhaften Menschengleichnisse, in denen in jenen Tagen Dämonen einhergingen. Sie ist das Weib, das im Selbstgenuß sich zum Weibtier verzerrt. Holzschnitt aus dem Ritter von Thurn Eine„edle Frow“ schmückt sich vor ihrem Spiegel. Und wie sie das Glas befragt nach der Wirkung ihres Schmucks, erblickt sie statt ihrer-Gestalt das faunische„Wappen“ des höllischen Widersachers. Sie erblickt die Inkarnation des Triebes, auf dessen Erweckung ihre Schönheitskünste undewußt ausgehen. Hier ist die Entzauberung, die pfychologische Atomisierung des schönen Scheins durch den derben Sarkasmus des moralischen Volksbuchs, eines„Sittenspiegels“ vom Ausgang des fünfzehnten Jahrhunderts. Hans Burgkmairs Doppelbildnis Der Augsburger Meister der endenden Gotik stellt sich selber dar mit seiner Frau. Nie vielleicht fand die Tragik des Paares einen erbarmungsvoll unbarmherzigern Gestalter. Zwei harmvalle Gesichter, so geschunden, wie zumeist uns das Leben aus seinen Fängen entläßt, blicken uns aus der Tafel an. Die Hand des Künstlers deutet mit ernstem Hinweis die tiefe Einheit der beiden scheinbar ohne Beziehung nebeneinandergesetzten Gestalten. Die Frau hält den ovalen konvexen Spiegel. In diesem Spiegel aber sieht der Beschauer zwei Totenköpfe. Ermutigendes Bekenntnis, zur Güte, weil alles endet, zum Einssein, weil der Tod uns-scheidet. Bekenntnis, daß nichts uns Menschen so sehr verbindet, nicht Schönheit, nicht Jugend, nicht Liebe und nicht gemeinsam getragenes Leid so sehr wie unsre Vergänglichkett. Liebe die Schönheit in deinem Genossen — du wirst ihn verlassen; liebe seinen Adel— du wirst ihn verlieren; liebe sein dunkles Einstens=nichtsmehr=Sein: dann wird er dir bleiben und du bleibst ihm. Der Mensch ist ein. Hinübergehender, ehren wir in ihm den Todgezeichneten: so endet die Weisheit des Spiegels. Hans Burgkmair wagte ihr schwerstes Wort. Frau und Geliebte Von Paul Ernst Ein junger Staatsmann— er hatte etwa die Mitte der Dreißiger erreicht, als die folgende Geschichte sich mit ihm ereignete— war in großer Schnelligkeit aus kleinen Umständen von Stufe zu Stufe gestiegen und war nun berufen, die Schicksale seines Landes als Minister des Außern zu leiten. Bei aller Anerkennung seiner großen Tüchtigkeit und Begabung bezeichnete man ihn allgemein, und oft nicht ohne Neid, als den „Glücklichen“. Die Bezeichnung erhielt, wenn das noch nötig war, eine weitere Bestätigung, als er die reichste Erbin des Landes, ein schönes und kluges Mädchen ven etwa zwanzig Jahren, heiratete, das ohne Eltern lebte und ihn dergestalt gleich zum unumschränkten Herrn eines ungeheuern Vermögens machte. Der Minister machte mit seiner jungen Gattin eine kurze Seereise zu dem benachbarten Inselreich, wo eine wichtige Zusammenkünft von„Staatsmännern verschiedener Länder stattfinden sollte. Die beiden ergingen sich auf dem Verdeckund besprachen allerlei, indem der Gatte der jungen Frau einiges von seinen Aufgaben klarmachte. Die Leute wichen ihnen ehrerbietig aus, ohne daß sie das recht merkten. Im eifrigen Gespräch waren sie auf den Teil des Verdecks gekommen, den die Fahrgäste der zweiten Klasse nicht verlassen dürfen; da stürzte plötzlich ein bildschöner Knabe von etwa sechs. Jahren herbei, umarmte die Beine des Ministers, blickte glücklich hoch und rief lachend:„Vater!“ Der Minister bückte sich und nahm den Knaben hoch, der ihm nun die Arme um den Hals schlang und den bärtigen Mund küßte. Leise sagte er zu der Gattin:„Geh zurück zur ersten Klasse, ich. komme nachher zu dir.“ Der Knabe führte den Minister zu einer blassen Dame in schwarzem Kleid, welche anfangs der Dreißig sein mochte. Die erhob sich tief errötend. Sie sagte:„Das war nicht Absicht, das glaubst du wohl?.. Es ist ein Zufall.: ich habe eine Stellung angenommen in dem andern Land, um uns beide durchzubringen.“ Die Tränen schimmerten ihr in den Augen. Der Minister setzte den Knaben neben sie. küßte ihr die Hand und sprach:„Ich weiß, daß es ein Zufall ist; wie kannst du denken, daß ich einen häßlichen Verdacht habe. Ich muß nun mit meiner Frau sprechen.“ So verabschiedete er sich von den beiden; die Mutter zog den fortstrebenden Sohn an sich. * Der Minister fand seine junge Gattin nachdenklich sitzend. eie dun dim engnen, räche den die dand und foster alh weiß alles. Ich wußte es längst vor meiner Heirat. Es tat mir leid, daß du mir nichts von den Verhältnissen erzähltest, welche dich bedrückten, aber ich selber konnte nicht ein Gespräch über sie anfangen; und so mußte ich denn auf ein Begebnis warten, wie das eben war. Nun höre mich an. Ich habe dir zu beichten. Du hast meinen Vater nicht mehr gekannt. Er war ein Mann, den man achten mußte, und ich achte wenige Menschen, wie du weißt. Er sagte mir:„Eigentum ist nicht Glück, wie Weiber und Proletarier sich einbilden; es ist Macht.s Als mein Bruder, der einmal alles erben sollte, plötzlich starb, da war er gebrochen. Er sah mich traurig an und sagte:„Du bist ja nun mein Kind. Nun bist du ohne Schutz, wenn ich tot bin.e Er starb bald, nachdem er das gesagt hatte. Du hast ja wohl in deiner Stellung die Menschen kennengelernt, wie sie sind. Aber vielleicht doch noch nicht so gut, wie ich achtzehnjähriges, elternloses Mädchen sie kennenlernte. Ich übertreibe nicht, wenn ich dir sage, daß ich jede Woche einen Heiratsantrag erhielt, von Männern, die mich wahrscheinlich nie gesehen und sicher nie gesprochen hatten. An meinem toten Vater und Bruder hatte ich Maßstäbe, wie Männer sein sollen. Hätte ich nicht an sie gedacht, dann hätte ich alles fortgeschenkt und hätte mich in ein Kloster, versteckt. Ich habe ja denn auch so diese Romane gelesen, die man den jungen Mädchen gibt; auch solche, welche man ihnen nicht gibt. Ich wundere mich nicht mehr über die vollendete Albernheit dieser Zeit; aber daß ein junges Mädchen zu diesem Nichtverwundern kommen konnte, das war nicht leicht. Durch einen Zufall— ein Zufall mußte es wohl schon sein— geriet mir ein großer Dichter der Vergangenheit in die Hand. Da wurde mir die Aufgabe meines Lebens klar. Mein Vater hatte recht: Sein großer Reichtum war Macht. Und ich, seine Erbin, war nun durch diese Macht aus dem Kreis der übrigen Menschen hinausgehoben, wie es in frühern Zeiten die Töchter der Könige waren. Das Volk— mein Vater sagte:„Weiber und Proletariere— hat sich ja wohl deren Dasein wunderschön vorgestellt, so wie es seinen Wünschen entsprach. Nun, sie waren nichts als Mittel der Macht.“ Sie strich sich das Haar zurück und sah ernst zu ihrem Gatten auf.„Ich bin dir dankbar, daß du mich an deinem Leben teilnehmen läßt. Ein solches Leben, wie ich es jetzt bei dir führe, habe ich gewollt. Ich werde einmal deine Dienerin sein; jetzt lerne ich noch, es zu werden. Das Vermögen meines Vaters ist in deinen Händen lebendig, es ist lebendige Macht.“ Der Gatte saß halb abgewandt von ihr, als sie so sprach. Er sagte:„Ich wußte ja, wer du bist. Weshalb habe ich dir nicht alles erzählt, als ich dich um deine Hand bat: Ich hatte eine Scheu, die aus andern Verhältnissen stammt, so aus dem bürgerlichen übereinkommen früherer Zeiten.“ Er erzählte:„Du sagst, daß du alles weißt, aber ich muß dir doch erzählen, denn du kannft ja nur Tatsachen wissen, und nicht Zustände und Gefühle. Ich stamme aus dem Volk. Meine Eltern habe ich geehrt und geliebt; aber was hatte ich mit ihnen gemein? Ich konnte ihnen ja nichts erzählen; meine Mutter hätte geweint, mein Vater hätte mich für einen Narren gehalten. Ich war in meiner Partei, Freunde hat man nicht im Parteileben. Ich sehnte mich so nach einem Menschen. Nun, in einer Gesellschaft traf ich mit jenem Mädchen zusammen, sie war beinahe in meinem Alter. Sie war die einzige Tochter des damaligen Ministers.„Sehen Sie,8 sagte sie mir, zich werde nun seit zehn Jahren von meinen Eltern in die Gesellschaft geführt. Meine Eltern denken immer, ich soll mich verheiraten. Nun ja, ich bin nun fast schon ein altes Mädchen, aber ich werde noch immer umschwärmt, denn mein Vater kann ja einem jungen Mann nützlich sein. Nur: Ich weiß genau, daß ein armes Mädchen nicht geheiratet wird. Welcher Mann in unsern Kreisen kann sie denn heiraten? Wahrscheinlich würde ich selber einen Mann abweisen, der mich um die Ehe fragen wollte, denn ich bin ja doch ein vernünftiges Mädchen, ich weiß, was alles kostet, so vernünftig bin ich ja.c“ Der Staatsmann fuhr fort:„Wir haben seitdem eine Revolution gehabt. Jene Welt, aus der diese Worte gesprochen wurden, ist versunken. Nun, wir beide machten damals schon unsre Revolution, wir machten sie auf unsre Art. Wir wurden ein Liebespaar, und jener Knabe, den du gesehen, wurde uns geschenkt. Es ist schlimm, wenn man in einer Revolutionszeit leben muß— das sage ich, der selber durch die Revolution hochgekommen ist. Als ich Minister geworden war, da hätte ich ja nun die Geliebte heiraten können. Aber da bist du nun eben in mein Leben gekommen. Und nicht nur deine Jugend, Schönheit und Klugheit, sondern, das muß ich dir als ehrlicher Mann sagen, auch dein Reichtum. Was so die Menschen Liebe nennen, das scheint mir eine der bürgerlichen Selbstlügen zu sein. Aber nun, dich liebte ich eben. Ich habe offen mit meiner Geliebten gesprochen. Sie behauptete ja, daß sie mich verstehe. Als ich ihr nun aber sagte, daß ich für sie und unser Kind sorgen wolle, da kam ein Stolz über sie. Sie will nichts von mir annehmen. Sie hat im „Gadschesicheinge Siesle nngenonnen de ruist sch undt aunter 34hd selber ernähren.“ Die junge Frau erhab sich, sie umarmte ihren Mann und küßte ihn, dannzsagte sie:„Laß mich mit ihr sprechen.“ Als sie nun der andern gegenüber saß, da sagte sie zu der: „Ich habe meinen Mann geliebt, ehe er mich liebte. Aus allen Männern, die ich sah, habe ich ihn gewählt, mit dem Herzen und mit dem Kopf habe ichlihn gewählt. Ich ließ alle seine Verhältnisse erkunden, da erfuhr ich auch von Ihnen. Ich dachte: Eine Frau, die er liebt, muß großmütig sein. Sie wird dir verzeihen, wenn du das Notwendige tust, indem du ihn aus den kleinen Umständen, in denen er sich aufreibt, befreist. Sie weiß, daß er auch heute noch nicht ein armesMädchen heiraten darf, sie hat bei ihren Eltern erlebt, wie der Widerstreit hedeutender Pflichten und kleinlicher Lebensumstände die Menschen zermürbt. 55 Die andere neigte den Kopf, Tränen tropften ihr auf das dunkle Kleid. Da faßte die junge Frau ihre Hand:„Ist es wirklich Stotzk“ der Sie zwingt, nichts von ihmr anzunehmen? Sie wissen daß er durch Ihr Verweigern leidet.,„„Seit Beginn unsrer Ehe spüre ich das täglich: Ist es wirklich Stolz, folgen Sie nicht vielleicht einem Gefühl der Rache, Rache gegen— mich?“ Die andre erschrak.„Was sollsich denn tun?“ fragte sie tonlos. „Sie sind viel älter als ich,“ erwiderte die junge Frau;„aber ich habe mehr erlebt. Ich habe Ihnen den Geliebten fortgenommen. Glauben Sie, daß ich eine schlechte Gesinnung hatte? Ich tat, was nötig war. Mein Glück ist, daß ich ihm den Weg bereite. Dieses Glück habe ich dadurch erkauft, daß ich Ihnen den Getiebten fortnahm. Ich wußte, daß Sie arm und verlassen sind, und daß er Ihr alles war. Nun habe ich Ihren Haß getragen, ich selber, ich allein. Sie errötete tief und fuhr fort:„Wenn ich' ein Kind von ihm erwarte, kann das denn leben, wenn Sie und sein Kind im Elend sind?„Ich habe Sie für großmütig gehalten. Geben Sie dem Manne den Sie noch immer lieben, die innere Ruhe, hassen Sie mich nicht, mehr erlauben=Sie, daß auch mein Kind lebt.“ „Wir leiden alle, sagte die andre,„das=Leiden ist unablöslich mit unserm Leben verbunden. Ich habe jahrelang ein Glück gehabt, ein zitterndes Glück. Wir dürfen nicht absichtlich das Leiden der andern vermehren. Sie haben recht mit Ihrem Vorwurf. Ich will dankbar sein für das Glück, dassich hatte. Ich will tun, was Sie wollan Samstag, 16.Februar 1929 Handelsblatt der Kölnischen Zeitung Abend-Ausgabe— Nr. 93b Die Lage am Geldmarkt Weiter sehr leichte Grundverfassung— Geringe Auswirkung der Londoner Diskonterhöhung— Einfluß des anormalen Weiters— Now Tork 4 Berlin, 15. Februar. Die Entspannung des Berliner Geldmarkts nach dem Japuarultimo röflzog sich zunächst ziemlich anesam; nach Ablauf der ersten Februarwoche trat aber wieder eine außerordentliche Flüssigkeit ei u. Tagesgeld sank von.-8½ auf-67 und stieg erst heute im Zus nenhang mit dem Medie ziemlich stark 05 538-752, Monatsgeld tiel von-8 auf 63-7½42, bankeiriert wechsel von 6½ auf 6½%. Der Privatdiskont blieb die ganze Zeit mit 5362, für beide Sichten unverändert Wie das nachfolgende Schaubild zeigt, lagen die wichtigsten Sätze sämtlich unter den der gleichen Zeit des Vorjahrs und auch mit Ausnahme von Tagesseld unter denen vom Medio Januar d. I. Ver 9 7928 1929 #. Die Entspannung war zunächst verzögert worden, weil durch die sellr spärlichen Rediskontierungen bei der Reichsbank während de ganzen Januars nur wenig neues Geld von dort in den Verkehr seflossen war und außerdem starke Rückzahlungen auf das zum Utimo stark in Anspruch genommene Lombardkonto erforderlich waren. Von der zweiten Februarwoche an erreichte die Flüssigkeit aber bald wieder einen ähnlich hohen Grad wie im Vormonat. Tagesgeld war selbst unter den offiziellen Sätzen vielfach nicht anzubringen, zumal auch die bekannten öffentlichen und halböffentlichen Institute längst nicht alle ihnen angebotenen Einlagen annahmen. So konnte das unverzinsliche Girokonto bei der Reichsbank wieder ziemlich stark anwachsen. Bezeichnend war die Entwicklung an den Wechselmärktken Für Privatdiskonten bestand dauernd Starke Nachfrage, aber nur sehr geringes Angebot, so daß die Umsätze im Tagesdurchschnitt kaum ein paar Mill. RMf betragen haben dürften. Aehnlich verhielt es sich mit bankgirierten Warenwechseln. Für 10 untsgelcd war uur ur inges Interesse vorhanden: die Umsätze bzw. Prolongationen wurden im Durchschnitt zu 7. nicht selten auch zu 63475 vo genommen. Der Seehandlung wurden, wie ür hören, immer noch sowohl die kurziristigen wie die zwei- bis vierjähr greußischen Schatzanweisungen aus der Hand geri sen. Jene, die naturgemäß nur bis zu einer bestimmten Grenze abge ∆ 93 werden kännen, stiegen in den letzten 14 Tagen in ihrem Bestal moch von 145 auf 150 Mill, RM Von den mehrjährigen Schatzanweisungen sind weitere 50 Mill. RM verkauft worden. Vorläu hat der preußische Finanzminister noch keine Grenze für die Aus gabensumme fest setzt. In erster Linie kommen in all diesen Fällen Sparkassen als Käufer in Betracht. Von den zum 1. März Fälligen dreijährigen preußischen Schatzanweisungen sind über die Mältte umgetauscht worden. Die also geschilderte Entwicklung des Geldmarkts„ist um Bemerkenswerter, als inzwischen die London er Daskont erhöhung um 1% erfolst ist. Wenn au von vornherein anzumehmen war, daß ihre Auswirkungen auf den deutschen Geldmarkt mehr mittelbar sein wi ien s0 laßt sich bisher doch jedenfal Geststellen, daß sie auch auf diesem Wege sehr gering geblieben i Es sind nämlich Kündigungen kurzfristiger Auslandgelder scwoh aus London wie aus Neuyork trotz der hier weiter angespannten Börsengeldmarktlage nur wenig erfolst. Das wird verständlich, wenn man weiß, daß es sich bei den amerikanischen Ausleihern meist um Mitgliedsbanken des Bundesreservesvstems handelt, die ja ihre Börsendarlehen bereits seit einiger Zeit eingeschränkt haben und daher in ihren Ausleihungen nach dem Ausland nicht stärker behindert sind. Umgekehrt sind wohl in Auswirkung der heimischen Geldflüssigkeit seit Jahresbeginn fortlaufend freiwillige Rückzahlungen deutscher Geldnehmer nach dem Ausland erfolgt, an darüber hinaus sind zweifelsohne manche kurziristige Anlager Geutscher Banken in Neuvork vorgenommen worden, wird De visenkursentwicklung verständlich, und im Zusa wuemhane damit werden die gleichfalls seit tenden, s6 95 Februarbeginn noch verstärkten Di er Reichsbank tsumme erklärlich. Bisher dürfte aber die Gesa + n Deu Land arbeitenden kurzfristigen Auslandgselder verhältnismäßig noch keine Sarke Abnahme erjahr en haben. Die entscheidende Ursache für die anhaltende große Flüssigkeit des deutschen Geldmarkts ist natürlich die erhehliche Freiset: von Kapital durch den Konjunkturrückgang. Dazu k die saisonmäßige Erleichterung, die in diesem Jahr durch die völli sich besonders scharf auswirkt. anormale Wettergestaltul Die heutige plötzliche-Anspanmime des Geldmarkts ist auf d üblichen Anforderungen des Medios zurückzuführen. Daneben scheinen Fehldispositionen eine Rolle pielen, zu denen die nden Tage leicht ve außerardentliche Flüssigkeit der vorherge leiten konnte. Spätestens in einigen Tagen rechnet man wie Mit einer ähnlichen Leichtigkeit wie vorher und glaubt, daß sie zum Ultimo anhalten wird. Im März dürfte sich dann al machen mählich die Frühjahrsbelebung der Wirtschaft bemerkb Der bisher ruhige Verlauf der Expertenberatungen schließt natürlich Keineswegs aus, daß es in Paris später zu krisenähnlichen EntFicklungen kommt, die dann trotz der starken Abschließung de Oeffentlichkeit„ihre Einwirkungen auf den Geldmarkt über internationale Wege ausüben könnten. Von außerdeutschen Faktoren muß im übrigen zunächst die Entwicklung in Neuyork auf merksam verfolgt werden. Eine Diskonterhöhung dor zweifelsohne eher zu Rückziehungen kurzfristiger Gelder aus London erfolste. Vor allem abe Deutschland führen als die ander bestünde dann die Gefahr weiterer Diskonterhöhungen Ländern mit den auf die Dauer unausbleiblichen Folgen einer Erschwerung der deutschen Geldlage. In hiesigen bestunterReserverichteten Kreisen, glaubt man daher, daß die Federa banken zunächst alle andern Mittel gegen die Uebertreibungen der Börenspekulation versuchen werden, che sie zü einer Diskontmaß nahme schreiten. * W e s t d e u t s c h e E l e k t r i z i t ä t s w i r t s c h a f t A.- G., F r a n k f u r t a. M. I n unsrer gestrigen Ausgabe haben wir darüber berichtet, daß sich die Großen west- und südwestdeutschen Elektrizitätsunternehmungen zur Förderung der deutschen Elektrizitätswirtschaft zu einer gemeinsamen Gesellschaft, der„Westdeutsche Elektrizitätswirtschaft.-.“ zusammengeschlossen haben. Wie wir weiter erfahren, sind sämtliche Gründer dieser Gesellschaft durch je einen Herrn im Aufsichtsrat vertreten, und zwar das RheinischWestfälische Elektrizitätswerk in Essen durch Direktor Dr.-Ing. h. c. Koepchen, die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen in Dortmund durch Generaldirektor Dr.-Ing. h. c. Krone und, wie schon gemeldet, das Badenwerk in Karlsruhe durch Präsident Dr. Paul. Der Vorstand der Gesellschaft setzt sich ebenfalls aus Vertretern dieser drer größten westdeutschen ElektrizitätsUnternehmungen zusammen, und zwar wird er gebildet durch Generaldirektor Dr. Fischer, Dortmund, Oberbaurat Dr.-Ing. h. c. Helmie, Karlsruhe, und Direktor Henke, Essen. * Neußer Oelmühle N. Simons Söhne.-., Neuß.(Neugründung mit 1 Mill Rll Kapital.) Wie wir erfahren, ist in fole der Liquidation der in Schwierigkeiten geratenen Neußer Oelmühle N. Simons Söhne, worüber wir bereits verschiedentlich berichtet haben, am 15. Februar unter obiger Firma eine neue.-G. git einem Kapita) von 1 Mill. Rlf gegründet worden. Die Gründer eind die Dresdner Bank und der Barmer Bankverein Hinsberg, Fischer& Comp. Der Norstand besteht aus den Herren Simans in Neuß und Walter Leysieffer in Düsseldorf. Dem AufSichtsrat gchören an Dr. Stockem-(Vorsitzender). Dr. Stewens (armer Bankverein) und Robert. Simons, alle in Düsseldorf. c Siahlwerke Brüninghaus-G. Werighl. Der.-V. am 28. März wird die Verteilung einer Dividende von 4% vo geschlagen Die Mehrheit des Aktienkapials befindet sich im Besitz der Ver. Stahlwerke. * G ö r i c k e- W e r k e A.- G., B i e l e f e l d. Z u d e n K a p i t a l b e s c h a f kungsplänen teilt uns die Verwaltung mit, daß die Kapitalerhöhung restlos geklärt ist. Das Konsortium übernimmt 300 000 RMf, die übrigen Beträge sind alle untergebracht. Generaldirektor Artur Cörieke bizt leüiglsch aus Gennäbeltericksichdten aug Jer e 25 aus. Seine Wahl zum Aulsichtsratsmitzlied wirh der.v. geschlasen werden. □ Sinalco.-., Detmold. Die Verwaltung beruft auf den 12, März nach Frankfurt a. M. die.-., die außer über den Jahresabschluß über die kormelle Durchführung des vorjährigen Bescbluses aber Herabsetzung des Grundkapitals von 896000 auf 850000 Rif zu beschließen haben wird. — fernie bent un Grtanieg., Dis Polpohonmerte.- G. henb. sichtist zur Belieferung des asiatischen Marktes eine Fabik OStäsien zu erichten. Durch diese Maßnahme wird eine Erhöhung des I Satzes und der Einnahmen erwartet, weil im Ausland mit niedri Erisern Gesiehungskosten zu rechnen iet. Die Frwaltuns aibt bekangt daß der Abschlus für 1928 ein recht ünstiges Bild zeige und insbesonders ein beträchtliches Bankguthaben ausweisen werde. 0 Th. Plö her Maschinenfabrik.-., Gosgen. Die Gesellschaft durkte für 1928 dividendenlas bleiben 71 V. 48). Der Ge schäftsgang ist laut B. B. Z, im allgemeinen nicht ungünstig gewesen jedach waren infolge der starken Konkurrenz die Preise gedrückt so daß ein gewinnbringendes Arbeiten nicht ermöglicht werden konnte. * V e r e i n s b a n k H a m b u r g.( E r w e r b d e r M e h r h e i t d u r c h Bankier Huth.) Wir hören, daß die Aktienmehrheit der Gesellschaft inzwischen in den Besitz des Großaktionärs der Bank und Mitglieds des Aufsichtsrats, des Kaufmanns und Bankiers Huth I. Fa. Huth, Willink& Co. übergegangen ist, und zwar dadurch, daß es ihm gelang, von der Disconto-Gesellschaft zu hohem Preis noch den für die Mehrheit benötigten Teil der Aktien zu erwerben. * Bildung eines Deutschen Textülriemen-Syndikats.(Preis- und Bezugsbedingungen.— Neue Grundpreise.) Nach längern Verhandlungen ist zwischen dem Verband Deutscher Textilriemenfabrikanten und dem Handelsverband für Gummi, Asbest und technische Bedarfsartike! mit Wirkung vom 1. Februar 1929 eine Preis- und Bezugsvereinbarung abgeschlossen worden. Die sieben größten deutschen Textilriemenfabriken, welche 75% der Textilriemenproduktion beherrschen, bilen das Deutsche Textilriemensyndikat. Durch Verpflichtungsschein garantiert das Syndikat den Handelsverbandsmitgliedern die Alleinbelieferung, während die Handelsverbandsmitglieder sich zum ausschließlichen Bezug von den Syndikatsfabriken verpflichten. Es wird ein Standardtextiltreibriemen geschaffen. Dem staatlichen Materialprüfungsamt Berlin-Dahlem wurd die ständige Ueberwachung der Qualität und Ausführungsnormen der Syndikatsfabrikate übertragen. Die Grundpreise werden neu festgelest. Auf die Grundwreise erhalten die Verbandsmitglieder Rollen., Verbands- und Abschlußrabatte. Die nicht dem Syndikat angeschlossenen Textilriemenfabrikanten hieferten auch bisber schon größtenteils unter Ausschaltung des Handels direkt an den Verbraucher. * A u s d e h n u n g d e r G r o h a g G. m. b. H., L e i p z i g. (Anschluß von 20 westdentschen Firmen.) Zwanzig führende westdeutsche Kauf- und Modehäuser, die bisher der Textilia in Elberfeld ansehörten, haben sich der Einkaufsvereinigung Grohag G. m. b.., Leipzig, angeschlossen. Die Grohag wird in Elberfeld in den bieherigen Räumen der Textilla und unter Leitung ihres bisherigen Geschäftsführers ein Einkaufe haus errichten, das sowohl den neu hin inzukommenden Firmen wie auch den der Grohas bereits angesch senen westdeutschen Firmen ständig zur Verfügung stehen wird. Das Einkaufshaus in Elberfeld wird in der gleichen Weise wie es bisher von der Textilia betrieben wurde, fortgeführt Die Textilausmusterungen der Grobag finden künftig außer ir Leipzig auch in Elberfeld statt. Die Grohar, die bisher bereits in Westdeutschand eine Anzahl Anschlußfirmen besaß und in den letzten Jahren einen guten Aufschwung genommen hat, erfährt durch diesen neuen Anschluß eine weitere erhebliche Stärkung. Es gehören ihr nunmehr 200 Firmen an. co Rudolf Karstadt.-., Hamburg.(Ausdehnung der Einheitspreis-Geschäfte.) Die Verwaltung bestätigt uns auf Anfrage, daß sie mit den Besitzern des zusammenhängenden Münchner Grundstücks Apollotheater und Münchner Hof wegen Ankaufs dieses Geländes verhandelt. Es ist beabsichtigt, dort ein großes Einheitspreis-Warenhaus zu errichten. wie überhaupt die Gesellschaft und die ihr nahestehende EpaGruppe eine derartige Errichtung von Einheitspreis-Warenhäusern noch für eine Reihe weiterer deutscher Städte beabsichtist und dieserhalb nach verschiedenen Richtungen hin Fühlung genommen hat. Das Münchner Ankaufsgeschäft ist bereits so gut wie abgeschlossen, da die Karstadt-Gesellschaft das dafür gemachte Preisangebot nunmehr angenommen hat. h Einheitspreisgeschäfte in der Herrenkonfektion. Kürzlich ist in nlin, wie wir bereits berichteten, eine neue Gesellschaft, di öde Spezial G. m. b. H. ins Leben gerufen worden, die demmächst in Berlin nach amerikanischem Vorbild vier Bin leitspre geschäfte in Herrenbekleidung eröffnen wird. Das ita1 de ∆ 75 Gesellschaft beträgt 150 000 RM. Hinter ihr steht das 4145 aus Fabian und, wie wir hören, auch eine Berliner Herrenbekleidut fabrik(Kaß). Die neue Firm 1a beabsichtigt, die Herren und Mäntel in drei Preislagen, nämlich zu 65, 85 und 115 RM, szubringen. Der Verkauf wird gegen Barzahlung erfolgen. Di Einführuns der Einheitspreise erfordert eine gewisse Typisierung d. Ware e die in Herrenkleidern und Mänteln möglich ist, weil diese der Mode nicht so stark, wie z. B. Damenkleider, unterworfen sind. Immerhin soll dem Geschmack des deutschen Konsumenten Rechnung getragen werden, und deshalb soll, wie dié Firma erklärt, innerhalb der einzelnen Preislagen eine größere Auswahl vo handen sei. Die Typisierung und die damit zusammenhängende Verbilligung der Ware erfordert, daß die Hersteller der Fertigbekleidung ihren Betrieb nach modernen amerikanischen Prinzipien einrichten. Eine derartige Modernisierung der Fabrikation ist bereits in einige Berliner Bekleidungsunternehmen durchgeführt worden.(In Köln besteht übrigens ein äbnliches sogenanntes Drei-Preise-Konfektionsgeschäft, das, wie wir hören, bisher ziemlich gute Erfahrungen gemacht haben soll.) - Hansestische nlerinmerei und Weersl, Meimnenhon K.(0 d dendente C e 14872 10h Betrie ∆ 90 7 RA d. V 1 4571 R 505 37,180(436 8. Rüf. Steuern und sozi. bschreibur * 5. 21 276) RM. 9 7% aus em Vorjahr. on c h Zinschließ Graibt Sicht Vort Feingewinn von (3950 die Stammaktien, 10; vichen Daraus sollen 8%(68%0. 00 verteisft 30 zM(0) einem Delkredere(10%) auf die Vorzugsaktie sführt und 164.476(147 473) RA vorgetre verden. ∆# 95 der Vorstand mitteilt, ist die Steigerung des Gewinnergebnisses insbesondere günstigen Umständen bei der Versorgung mit eue Rohjute zuzuschreiben. Für die ersten Monate des 99 ktsjahres seien noch Aufträge in einigermaßen endem Umfang vorhanden. Die in Händen der Gesellschaft reich her Jutesbinerei und Weberei.-C. befindüiche Ba hat, wie mitgeteilt wurde, einen kleinen Gewinn in Bath(Pomm im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielt, der vorgetragen werden soll. = Elsflether Heringstischerei-Gesellschaft.-., Elsfleth, Wie wir erfahren, sind in dem Geschäftsjahr 1927/28 die von der Gesellschaft reise geringer gewesen als im Vorjahr, so daß damit die erzielten 0 gskosten nicht ganz gedeckt werden kannten. Die Bilan Gestehur weist infolgedessen nach Aufzehrung der 968 RM für 15. Juni 192 Gewinnvortrag einen kleinen Verlustaus.(Im Vorjahr verminderte sich bei Bemessung der Abschreibungen auf 20 400 RM der Gewinnvortrag von 81 079 auf 968 RM.) C0 Schwierigkeiten einer Hamburger China-Firma. Die seit mel als 20 Jahren in Hamburg ansässige Ein- und Auskuhrfirma Schnabel, Gaumer& Co. befindet sich ir Schwierigkeiten Von der Sache in Mitleidenschaft gezogen sind die Hamburger Niederlassungen der Deutsch-Asiatischen Bank und der Danatbank, ferner eine ho Iländische Bank und das engSchroeder. Die Verhindlichkeiten lische Bankhaus Henry schätzt man auf einige Millionen RM. Die Banken beabsichtigen. enn möglich, die Firma zu stützen, andernfalls wird eine ruhige Liquidation ins Auge gefaßt. * Die Lage des Schraubenmarktes.(Weiterer Beschäftigungsrückgang in Handelsschrauben.) Die Beschäftigung der Werke des Schrauben- und Mutternverbandes in schwarzen Schrauben(Handelsschrauben), die bereits im Dezember seh ungünstig war, ist im Jahuar weiter rückläufig gewesen Der Beschäftigungsgrad Gürfte von 42% im Dezember auf etwa 40% im anuar zurückgegangen sein. Geklagt wird über starke Zurückhaltung der Maschinenindustrie. Auch die Bestellungen 950 nd der Eisenkonstruktionswerkstätten befriedige Wassonfabriher,ragsbestand bei den einzelnen Schraubenfabrike nicht. Der Auftr st im allgemeinen aber ziemlich unterschiedlich Die endeultis ng mit den Schraubenhändlervereinigungen hat sch bisher Einig rsand der Schraubenfabriken noch kaum ausgewirkt Auch der Bedarf der Kleinverbraucher hielt sich in engen Grenzen. Die Umsätze im Lagergeschäft wiesen keine wesentlichen Schwankungen auf In der Oberbauschraubenindustrie dürfte die Lage ziemlich unverändert sein. Man vermutet allerdings, daß die Reichsbahn in der nächsten Zeit einige größere Bestel— In blanken Schrauben hat Jungen heraussibt. sich bei einigen Werken der Auftrasseingang etwas beiebt dagegen dürfte der allgemeine Beschäftigungsstand sich kaum gebessert haben. Für blanke Schrauben besteht keine feste Konvention oder Verband; es sind lediglich Richtpreise vorhanden, von denen zuweilen aber abgewichen wird.— Die gegenwärtig gültigen Rabattsätze der Handelsschraubenvereinigung(Schrauben- und Mutternverband) vie folgt: Maschinenschrauben mit 6kt. Kopf und stellen sich bzw 10mm einschl., von 7/e“ bzw. 1imm DurchROR messer 1* 257. Maschinenschrauben mit A kt. Kon und Mutter 25 bis 2e“ baw 10mm einschl. 257, Bauschrauben bis ½“ w. 10mm einschl. 25% Maschinenschrauben mit 6kt. Kopf und Mutier von 21%, Maschinenschrauben 7/10“ bzw. zimm Durchmesser bis. kt. Kopf und Mutter von 7/0“ bzw. 1imm Durchmesser b “ 214, Bauschrauben von 7/1g“ bzw 1imm Durchmesser bis Maschinenbauschrauben mit 6kt. Kopf und Mutter 1½“-1½“ 62 tellschrauben(rohe Sechskantschrauben) 157 Radschrauben Mutter 157, Schlüsselschrauben(Vierkant-Holzschrauben) “ bzw. 10mm 24% Schloßschrauben mit 4kt. Mutter bis k. Schlüsselschrauben(Vierkant-Holzschrauben) : bzw 10mm 247. bzw. 11mm 21%. Schloßschrauben mit 4kt Mutter von 772 Hntchenschrauben mit 4kt. Mutter 2076, 11mm 21 senkschrauben, Pflusschrauben mit Nase und 4 kt Mutter B, Halbrundschrauben DIN 569, Senkschrauben mit Nase und 6kt. Mutter, gleiche Grundpreise wie Maschinenschrauben, bei Abnahme von mindestens 1000 Stück einer Stärke 207e bei Abnahme vol nindestens 500 Stück einer Stärke 102e, bei Abnahme unter 90 Stück einer Stärke 0, Rohe Sechskant- und Vierkantmuttern bis ¾“ bzw. 10mm 2870, von 1/10 bzw. 1imm 2476. Anschweißenden mit kt. Mutter. Doppekenden mit 6kt. Mutter 152, Frachtgrundlage Oberhausen. (0 Das amerikanische Handelsdepartement über Deutschlands Wirtschattelage. Das amerikanische Handelsdepartement veröffentlicht einen Bericht über dit ie Weltwirtschaftslage der ersten andert halb Monate des Jahres 1929. Der Bericht spricht zwar von einem anhaltenden Fortschritt der deutschen Industrie erklärt dann aber, daß die Industrie durch Besteuerung und außergewöhnlich hohe Geldkosten sowie durch Lohnerhöhungsbewegung und unzulän ahmefähigeit des marktes behinde. Auf losei. Der Be 0 Zus in dieser nhans weiter auf die ie der großen Arbeitslosenerup: pe hin und erklärt, de deutsche Ausfuhrzahl.355 Milliarden Ril unter de zahl liege, rankreichs waran in dem BeDie Verhältnisse Fr richt als höchst befriedigend bezeichnet. Die Staatskredite des Kreuger-Konzerns Starke Vergrößerung der Ausleihungen (7) Stockholm, 13. Febr. Die Beteiligung des Kreuger-Konzerns an der soeben aufgelegten mänischen Staatsanleihe gibt Anlaß, die Verzinsung der bisher vom Konzern gewährten Staatsanleihen zu prüfen Während das nationale Konsortium seinen. Anteil von 72 Mill. Dollar an der umänenanleihe weit unter Nennwert übernimmt und sofort an den Markt bringt, hat sich der Kreuger-Konzern verpflichtet, die zur Nennwert übernommenen 30 Mill Dollar eine Anzahl Jahre ir Bestand zu behalten. Die Tätigkeit des Kreuger-Konzerns als Kreditgeber an Länder nimmt immer größern Umfang an. Keine Banl der Bankiergruppe hat jemals in der Geschichte Kredite in diesem Umfang direkt aus eignen Mitteln gegeben und sie im eignen Besit: behalten, wenn auch einige Bankierfirmen als Vermittler bei der Unterbringung von Staatskrediten zu Zahlen gelangt sind, die di des Kreuger-Konzerns übertreflen. Der Nennwert der vom Konzern is jetzt im Zusammenhang mit Monopol- und andern Zündholztransaktionen gewährten Staatskredite beläuft sich jetzt auf lie für schwedische Verhältnisse unerhörte Summe von 685 Mil Kronen, und der wirklich ausbezahlte Betrag macht rund 645 Mil. Kronen aus. Die jährlichen Zinseinnahmen auf diese Kredite ben 38.7 Mill. Kronen, d. h. 67 auf das wirkliche Kapital und mit beu Berücksichtigung des Kapitalgewinns bei der Einlösung 4/10% mehr. ikt war diese Tätiskeit im Vorjahr und im laufenden Besonders lehh um für unsefähr 90 Mil. Dollar Kredi in welchem Zei Swährt ne mmenwurden. Im einzelnen gehen die Geschäfte aus folgender Zu stellung hervor: 8 Kender Sana arc: 37 Schu. Kr. 645.34 Sohn. Kr. 38,65Kr. 6 Samme bekanntgegeben. nahn kurs 20 Die oben angegebenen Zinseinnahmen zeigen, daß diese Anleihen, lie ja nicht wegen ihrer Verzinsung, sondern zur Erlangun geschlossen sind, jedenfalls eine höhere Verzinun Monopole abge geben als die, die der Kreuger-Konzern nötig hat, um auf sei durch neue Emissionen hereingekommenes Kapital eine unveränderte Diridende geben zu können. Da jetzt die Aktiengesellschaft Kreug, und Monopolgeschäfte des Zünd& Toll für die staatsfinanzielle holztrusts einsteht, so beruht es auf den Möglichkeiten dieses ufzubringen, die entscheidend sind für imens, Kapitalien Unterne verhältnisses. Bei sämtlichen Anleihen die Bem leilung des Zi bei deren ische bleibt ein Zinsgewinn außer bei der franzö den Kreuger-Konzern Abschluß andre Vorteile maßgebend waren. Für bestehen anscheinend keine Hindernisse, auf dem Anleihe- und Monopolwege weiterzugehen, da ihm der internationale Kapitalmar in einer Ausdehnung offenstcht, die unbegrenzt zu sein scheint. Getreide, Pichl, Bodenerzeugnisse Berliner Pre lotierungen in RM(Getreide und 70 Gbfern e Tonne 19. alle Heizen, märkise 925 Ie wärt. 90— Gais vort. Berin)„ 27.1515.10-15.20 95 e bei darchschmitich. e schy Kcherer Ralt 05 waren lie Depeschbos und die Notierunge voll behauptet. Ebenso zeigte sich in den cif-Forderungen 95 Entgegenkommen, ohne daß bier Interesse dafür bestand. Erwähnen t, daß gestern nglischer Seite noch etwas größere Ankäufe in Flota- Weizen an ∆ 05 Hier blieb merklich milden niewe Witte ganz ohme Eindruck rung und verantadlte im Bstag Unslnuchne Geschäft auf pr e Abladung ebenso wie im Lieferungshandel Vorsicht der Käufer dedurch leichte Abschwächung der Preise. Achnlich Beden dier lechch. Amnisse für Roggen, von dem das Inkandangebot m E war. Die teilweise behagmpteten ungen waren nicht immer order 25 chzusetzen, zumal auch im Zeithan Kurse etwas nachließen. ut Abiadung nach Freiwerden der Schifsahrt fanden für den Expont nach Norde pa einzelne Abschlüsse statt. Gerste weiter stihl. afer im Konsum ruhig, für spätere Abiadun uhr etne war zur 9425r 69 kk. Mais still. Mchl hatte noch gestermn . 5 Sntrrs 80 G in der Haupteache auf Rogsenmehl. Die Preise waren 35 ∆ 90 Jer- Bremen, 15. Febr. Die Weitverschiffungen von Getreide nach Europa zeigen folgendes Bild: roche gori, inen und Mchl 4426151 Gorst . 915 : 482256 voot.(Schins Agggel Agtel 4 99 33 M. 98 Sesel de Gisel de 5ese S 5 9 9 ebe Wi. i g a 141886 4# 8 556 Schluß Anfang 1612 95 82 9e 8½ 9. 3% GSA 15 * Amerikas Eindringen in die englische Wirtschaft.(Die größte Kapitalverbindung seit dem Krieg.) Neuvork, 16. Febr.(Funkspruch.) Glarke, der Präsident der Utilities Power& Light Co., erklärte, daß die Gesellschaft die gesamten Stammaktien des Greater London Counties Trust, dessen Vorsitzender Farl of Birkenhead ist, übernomme hat. Die Gesamtakliven des englischen Unternehmens belaufen sich 150 Mill. Dollar. Durch die Uebernahme werden die Gesamt121 reseinnahmen der Gesellschaft mehr als 43 Mill. Dollar und die ntaktiven mehr als 400000000S betragen. Der Zuschlus gilt als die bedeutendste englisch-amerikanische Kapitalverbindung seit dem Kriege. () Die Montecatini und die südslawische chemische Industrie. (Zusammenarbeiten der Großkonzerne.) ks wird b. richtet, daß der italienische Chemiekonzern Montecatini mit der südlawischen Danica.-G. für chemische Industrie ein genseitigkeitsabkommen getroffen hat, wonach das italienisch Unternehmen sich dazu verpflichtet, seinen Superphosphaterport nach üdslawien einzuschränken, während die Danica ihrerseits die Erzeug ng von Kupfersulphat einstellen will. Die Nachricht ist 1 die er Form nicht ganz verständlich. Es ist richtig, daß die Italiener in den letzten Jahren den Versuch gemacht haben, nach Südslawien Suverphosphat auszuführen, während dieses Le vorher eine Superphosphateinfuhr nicht gekannt hat dahinge 86 st verhältnismäßig große Mengen exportiert. Im Jahre 1927 hat eführt, daß 614 italienische Versuch allerdings nur dazu s eine ganz winzie Südslawien ausgeführt werden konnten als Menge. Die Zahlenangaben für 1928 liegen noch nicht vor. scheint immerhin, als wenn in dem letz genannten Jahr das italienische Angebot an Superphosphaten am südslawischen Mari stärker geworden ist, denn sonst hätte man bei der Danica keine Veranlassung dazu gehabt, das eingangs erwähnte Opfer der Ein ellung der K rsulphatproduktig sechar brinse gesagt haben, daß die Für aber Wer in diest Pord ganStändlich b. weil die Danie i. so deshel 0 südslawische Kupfersulphatprod, der einzi 0 ant ist. Es a Gebiet vor eser noch die Zorca, er sche.-G. ür chemische Industrie eiche 1 nahesteht hemie Rat in den ie 20 E Sches 90 setate Jahren ei se Perch etwa 5000 Sechilt ion vo. 2 mulphat gehabt. Die zwische Kupfersniphatproduktio. ällt also info ge der fraglichen Vereinbarung der Danica mit d Zatini nur zum Teil aus. Anderseits hat auch die Zorca eit Monte großes Interesse daran, daß die Italiener nicht weiter in den süc slawischen Superphosphatmarkt eindringen. Es stehen daher möserweise Vereinbarungen der Montecatini auch mit diesem Unternehmen noch bevor oder sie sind vielleicht auch schon getroffen worden, ohne bisher bekanntgeworden zu sein Es ist jedenfalls interessa zu beobachten, wie der italienische Chemiekonzern mit Konkurrenzunternehmungen auf der andern Seite der Adria zusammenzuarbeiten sucht, wobei es angesichts der Kräfteverteilung nicht zweifelhaft ist. auf welcher Seite die Führung liegt. Sollte ugs eine Verstädngung mit der Zorca erst noch angestrebt ien 9 95 so ist hier die bereits erwähnte Tatsache der Anlehnung an die tschechische Industrie immer mit in Rechnung zu stellen. (2) Zuckerfabriken Schoeller& Co..-., Prag. Aus dem Reinewinn von 4,6(—3,6) Mill. tschechische Kronen gelangt nach Wertabschreibungen von.64(.92) Mill. Kronen eine Dividende von 2e(1. V. 207e) zur Verteilung. Die Gesellschaft besitzt 20-1007 der Aktien von 8 Zuckerfabrik-Gesellschaften. In der Bilanz sind die Wertpapiere mit 54.34(30.37), die Außenstände mit 115.4(133.). die Buchschulden mit 124.71(111.), die Rücklagen mit 5 83 Mill. Kronen bei einem Aktienkapital von 36 Mill. Kronen ausgewieser Das Haus Schoeller& Co. in Wien, das vor 70 Jahren die Zuckerfabrik errichtete, aus der die Zuckerfabriken Schoeller& Co..-G. hervorgegangen ist, hat vo ir kurzem seinen Besitz an Schoeller I Aktien an die Zivnostenska Banka abgetreten; dagegen wird es zu seinen 857 weitere 158 der Aktien der Pötehazer Zuckerfabrik (Ungarn) übernehmen. Die Bodenkreditanstalt, der die Bankgeschäfte der Schoeller-.-G. mit der Zivnostenska Banka zu gleichen Teilen übertragen sind, behielt, wie erklärt wird, unvermindert ihren Besitz an Schoeller-Aktien. (D Vergebung der Kabellieferungen der österreichischen Postverwaltung. Für den weitern Ausbau ies internationalen Ferns wurden bisher Aufträge auf 20 Kiometer Fernkabel sicher Zeit sind auch die Bestellungen für 75 km d. Ru augk Bezirkskabel worden. Der Kostenaufwand de ∆ 25 reinen Kabellieferun 1. di Verlegung und Montierung nicht mit∆ 90 gerechnet, beträgt rund 10 Hill. Schilling. Mit der Durchführung dieser Arbeiten sind die Kabelfabrik der Felten& Guilleaume .-., der Siemen 1s Schuckert-Werke und die Kabel- und Drahtindustrie.-G. betraut worden. Wein Aus der Rheinpfalz, 15. Febr. In Königsbach versteigerten der Königsbacher Winzerverein und das Weinem en(Neustadt a. d. Knecht E Mitglieder des Verbandes leutscher Natu vversteigerer. 16fl und 11 1921er sowie 6sl un 4 r 195 Ver. F 1000 Liter wunden eriös Winzervereim: 1a2ter Kl er bacher 1250. 130, 1450. 1490, 16. 70 RA; Ruppertsberger 1190, 1500, 1890 Kil: 1928er Rappertsber, 1390, 1690 önigsbacher 905 RII. Dr Kuecht Erben eriösten: 470, 1720. 2000. 207 Anigtscher 1360, 1620, 1990, 2080, 2240 KII. Bis auf eine M wde aller umme abgenommen. Kolonialwaren und Zucker Terminkatter scpniä, Superior Santoel. Amtliche Preis9 sr 2 d ür Sach ur einschl. brutto f Eesechcehe estene 20 Zentn 45 # en ∆ 25 Prompe her 0rge 8 i. 4he 2rech, Paiähe börse. Preise für Weilaucker einschl. gesten Peg amba, Sac) 57 be 95 —. 12 1. ∆ 40 ∆ 05 95 Joni Sest. sagr s 1% b 11.50 .45 e0 5 krockune icht anter holl. 505 0ke Kurze Meldungen Leipzig, 15. Febr. Die Rauchwarenfirma TheodorMustafa in Leinzig befindet sich in Zahlungsstockungen und verlangt von Gläubigern ein Moratorium. Die Passiven betragen etwa 000 RM, denen gleichwertige Aktiven gegenüberstehen sollen. G. Wien, 3. Febr.(Drahtbericht.) Der Märzkoupon der Donau Iria-Obligationen wird wie im Vor# er 15 jahr mit.77 Doll eingelöst. An der mit 20 Mill. Lei gegründeten Ersten Rumänischen Instseidel brik.-G. ist die Niederösterreichische Bsapte-Gesellschaft mit 2½ und die Erste Oestereichische Glanzstofffabrik.-G. mit.2 Mill. Lei beteiligt. * Kopenhagen, 16. Febr. De Forenede Papirfabriker zahlen ihren Aktionären 10% Dividende. #r Mailand, 15. Febr. Die Schiffahrtsgenossenschaft Garibaldi in Genus, hat soebe- die Guthaben uns Verpflichtungen. Aktie Flotte des in Venedig gegründeten Lloyd nom atico m. Garibaldi verdoppelt damit die Zah A 0 e eie ueche „Dampfer von sieb Tonnage steigt ve 61 464t auf 833974. In der letzten Bilan Liovd Adriatico m ler 9 ert der abgetretenen Flotte mit, 30.7 Mil. Lire aufgeführt Die Gesellschaft hatte 1923 ihr Aktienkapital von 25 auf 10 Mill. Lire herabgesetzt und seit Jahren keine Dividende mehr bezahlt. London, 15. Febr. Die Bank von England forderte zur Zeichnung von 30 Mill. Pfd. Sterl. Schatznoten auf. Es liefen Zeichnungen in der Gesamthöhe von 41 430000f ein, doch wurden nicht mehr als 27 Mill. Pfd. Sterl. zugeteilt. Der Durchschnittsdiskontsatz stellte sich auf 5f bs.434%7e. In der nächsten Woche werden voraussichtlich 30 Mikl. Pid Sterl. Schatznoten zur Auflegung gelangen. Amerika-Funkdienst b Neuyork, 15. Febr. Die Anleihe der Berliner Elektrizitäts-Werke.-G. wurde überzeichnet, es liefen Zeichnungen aus allen Teilen des Landes ein. Der in Neuvork aufgelegte Abschnitt der rumänischen Anleihe wurde überzeichnet. Die Verwaltung der Sinclair Oil Co. nahm mit der ErHlärung einer lären Quartalsdividende von 50 Cent unter Ausschüttung eirer Sonderdividende von 25 Cent die Dividendenzahlungen auf die Stammaktien wieder auf. Einer Meldung aus Washington zufolge genehmigte die Interstate Commerce Commission in vollem Umfang die Pläne der Bahnen, den Expreßverkehr des ganzen Landes zusammenufassen und einer einzigen Gesellschaft, The Railway Expreß Ageney. zu übertragen. Der awerikanische Außenhandel war im ersten Monat des neuen Jahres mit 120 Mill. Dollar aktiv. Die gesamte Waren, ausfuhr erreichte eine Höhe von 491 Mill. Dollar gegen 475 Mil. im Dezember ur 1 Mill. Dollar im Januar des Terjahres während sich de Wert der Wareneinfuhr auf 871 Mil. Dollar gegen 338 Mill. Dollar bzw. 338 Mill. Dollar beliek. KT Parn 945 .—9 1-1138130—.— Mar ∆ 0 n .58 i1. 50London, rp 4 Gn s am n e eeuche 44 Isptenber I1 99— eg 1. 1 Sbcl Bachm. 9s 95 450 s 12 144 12 3s2 u 84 5 12 405 2 I 5 L 1 74 sb 5 2 e: 15 A su 3 fu F54 °e Jansa.. 3 . **• * London, 16. Febr. Tee. Im Laufe der letzten Woche kamen#8# 026 9 747 Kolli Ceylon- und orwoche 56 572) Kolli indischer, 27 562(19 Die 1557(13 476), Kolli Javo- und Sumatra=Tee zur Versteigerun, nensimdtsche wie foie Ffiziellen Durchschnittspreise stellten Gercd. echnstsacher 1chen 86. bu. 20,80d(21.340). Java. 13381 (14.174) und Sumatra-The 17.930(17.280). In der nächst ten Woche kommen n- und 10 070 Koili zum Ausgebot: 55 402 Kolli indischer, 22 107 KolllC Jawa- und Sumatra-Tec. Neuyork, 15. Febr.(Funkspruch.) Nach Willett& Gray(Neuyork) umfaßten die Zufuhren von Kuba-Zucker nach allen Eikamischen sche 117 090t in der 0 in der abgelaufenen W rwoche und 95 prechenden Vorjch in der er roche), der Linwurt 89 0odt(SBmp O00: bew. 70000t) und die Bestände am Endo der Berichtswoche 263 cp0: (236 000 bzw. 244 Nach dem Wock ht derselben Finma zeigte der Rohzuckernen Woche schw mar der ab da das Angebge der bedentenden Ankünfte an hen Hafenplät genommen hat. nuich die unkreundliche Stimmugg am Markt für nndenucker drückte auf den Preisstund. Webstoffe 16. F Notie neilndeche m bugge hich(Premer Wine Mlad. 8 1. inde whife ron Aiue Gomt uurd 1 e P e h. Arem # 16./2 vsal-Stand Alchinge balte Snm stagie oto 21.16 1 53 8 3103 915 Eremen, 16 ammaie. Ghollen * Bese Aa. Ur Uhr A. Tember 0 kember.. Fannar... *) 95 * 953 20 55 19535 5 935 eg 9 25 Der Baumwolltermi 87 in gteiher Die Neacht Haltung. 1 P. niedniger bis 1 P. uns wor Uin duns Positionen sehr gut und ech 9 gend Aus h gegen zei recht iehhafte Ve 90 Die Kunse konnten daher ec Käufe. 95 Der ach8 Punkte gewinne Der Markt schloß um 18 Uhr auhig, aber stetig, 28P über den Eröffnungsnotie ungen Australische Wollversteigerung. Adebaide(Südanstrallen) 15. Fabr. Der heutige Versteigerungstag brachte ein Ausgebot von 31 000., wovon etwa 90% 8 umt wunden. Feine Wieße und Lammwolle waren gegen die letste Versteigerungsreibe 57½% teurer, während minderwertige Kammwollsorten bis zn 107 billiger waren. Auch grob Sorten waren nicht sonderlich begehrt. Deutsche, Japanische, franzöeische und engüische Interessenten traßen als Käufer auf. Merinos holten bis 23¾0. * Kurzarbeit in Lancashire.(Vorübergehende Betriebseinsch inkung in der Feinspinneret.) Die Boltor Master Cotton Spinners Association, deren Mitglieder den größten Teil der ägyptische Baumwolle verarbeitende Industrie darstellen, hat eich mit großer Mehrheit für den Vorschlag erklärt, die Er zeugung auf die Dauer vonacht Wochen um ein Drittel einzuschränken, und man nimmt allgemein an, daß der Vor schlag durchgeführt wird. Die Mitglieder der Association verfügen über mehr als 11 Mill. Spindeln und beschäftigen rund 40.000 Arbeite hoft mit Hille dieser vorübergehenden Erzeugungseinschränkung ruck der Vorräte zu mildern und die Preise wieder auf eine rentable Höhe au bringen, etwa auf den vorjährigen Stand. Die Feinspinnerei war seit 1921 immer voll beschäftigt, und voraussichtlich dürfte die lange erwartete Belebung der Inlandnachtrage in kurzem wieder so viele Auf träge bringen, daß alle Spindeln wieder voll in Gang gehalten werder können. Molkereierzeugnisse und Eier * Berlin, 16. Febr Butter: Ia.84 RM(zuletzt.88 RM), IIa.75R5 (.70 RA) und abfallende Ware.59 RM(.63 RM). Marktlage guhn Metalle Berlin, 16. Febr. Elektro upfer(Wirebars) 171.—RM für 100kg pette e Hamburg. Bemmen obter Racher London, 15. Febr. Silber(je Unze). Kasse 253d und auf Lieferung ssitlioc, Gold Sdie 11½d. Wassersta ds16. morgen 3öm u. H Gonstan: 16. Bodensee . 16 morgens 55 sen uen bar lannhe arre „Ober.76-—0 Mein-Oberl. 11.20 Main-Mittell ohe. 15 1 Steinhelm. 15 Naintel 95 Kostheim. 1b. Main-St.-Pesel Main-Und-Peg..80-0, 68. . 16 1n ∆ 905 -Nachric 16 me 92 25 morren * Aoselchorgen: 905 morger worgene reene 25 Nbicburg. Ruhr-Unz.-Pos. 1. Wess 15 80 serich 16. mor 81ade 15 Gre achm. 303 Samstag, 16. Februar Handelsblatt der Kölnischen Zeitung Börsenberichte vom 16. Februar Berlin %6 Dividende in Aussicht. Kunstseideaktien gaben wieder 1929— Nr. 935 Gut gehalten, im Verlauf befestigt Nach vorübergehender Abschwächung, die durch die gestrigen Ausführungen Schachts auf der Reparationskonferenz veranlaß war, wurde die Börse erneut fest, und zwar in der Haupt sache auf dem Elektromarkt, bei den Kaliwerten u. Die Versteifung des Geldmarktes und die erneute Verflauung de Neuvorker Börse machten hier wenig Eindruck. Aus de Aus landau rägen, die hier in Elektrowerten y. a. * jegen Se schließt man, daß auch im Ausland der Verlauf der Repa rationskonfer az bisher günstig beurteilt wird. Dabei ist natürlich ksich en, daß bisher nur deutsche Vertreter zu Wort ge kommen sind und daß die entscheidenden Fragen bisher noch gar licht behandelt worden sind. Es ist auch die Frage, ob die Auslandaufträge hier vor der Spekulation nicht etwas überschätz werden, denn von den Großbanken hört man, daß heute verhält nismäßig nur kleine Auslandaufträge vorliegen. Diesen Aufträg hließt sich allerdings die Spekulation, die zum Teil auch noc Deckungen vorzunehmen hat, an. Dabei ist des öftern festzustellen, sie bei ihren D rungsversuchen auf ziemlich leere Märkte ößt. Die Verkäufe haben sich sehr verringert, woraus die Börse ebenfalls günstige Schlüsse ziehen will. Schwankende und auf Zeit gehandelte Werte. Die 1 Werte werden auf Zeit gehandelt Bit haete ohne Ausir. P# inr 14 4Phoost. Ssie . 105 -B. toer- f. * 90 61 FRötg Destrore an eRsändische Re Se 6½ 4% k. 88 963. Alch 4% Tel %e Ug. 00 11.10 10 5 Die schenst 4½% Bel Schiffabrisaktie B4. S h..90 O. Gred. 140 140 7/8 164½ ¾ 15 1231 6 ¼ ∆ 95 801f #1 1. u. P 405 ien K8=764 —70 üibg- Amerike FHordc.Llore bschlift. Rán) str. Gredit Reichsbank— WienerBankt 2¼-.30 A 20 1¼-21½ 25-24-25 ½ 123 7/8—5 ∆ 505 e 14¾ FRie rtien und Kaliwert IeT-Mar 115½ 134½-5 1404-=272/ 2286 30¼-1½ #Ver Stahlw. Rechch (ra Blekrtrinttiäter Kd 2i 2552 2 K. 105¾8-495½ 9 Goil chcge 65 S 65- 691h-85t 153 16=1672=1 8-37-38 7/8 165 nsrad 1 1senbahnr. 7 rMOL0 -Karl % Körting Gel Bähg ond Wieking Portl. tsch. Wollw. 140 es. Ver. Glat Mauenhan. Masssmichrten 162½ WebeAbeissee bio½e gieg 632% A 84. # r1. 8915 fn. Otsch. kabelw. 143 94 94 Met 16 85 0 7--8½ ∆ 95 --7¾-30½ 84½--4½ 92½-93 583 ifle, Papier, Verse Jauwerte, 16 168½ 206-207 438 ohaft. 46 vZellst. Waldh HSsehich be. „Oonti Caou 10 -Atl. 16-15-17 259-58½ 60 -43½18e-9½ 381 26-00 K e-15 Lino 905 10t 167 onurk 396-95 an t11261-62 nen 68½ Am Elektromarkt waren die Hauptwerte wieder zien hlebhaft, u. a. waren Bergmann gesucht. Auch bei Siemens & Halske beobachtete man ziemlich lebhaftes Geschäft be ∆ 0 nächst unveränderten, später leicht anziehenden Kursen. WI er wieder. Lich gaben zunächst nach, erholten sich Kraf und Gesfi eiß, ausländis Ssicht, waret in denen vie mi re Sonderbewesung 1o1 n hoher. ege an e Kurs lag schon 6% über gestei ser Kurs konnte all der e werden. ei den Ka n Verlauf nicht ga 188 iz gehalter age Bezugsrecht ab. Die K termin erten ging heute d pbr hen aber bereits höher, als es dem Bezugsrechtabschlag er hätte, zum Teil unter Hinweis darauf, daß die Geschäftslage in ebessert habe. Cheder Kaliindustrie sich im Februar erheblic catini von der Divische Werte waren unverändert. M dendenschätzung, die auf unverändert 18 Lire lautet, wenig berührt. Montanaktien waren recht gut gehalten. Rheit liche leichte Einbuße 2 konnten ihre ar Braun 1 81 eder einholen großen 7 kohlenaktien völlig b hauptet. Die Denkschrift über den Ruhrbergbau wirkte sich nicht weiter aus. Schiffahrtsaktien bröckelten ab. Am Banker markt war das Geschäft sehr ruhig, die Ki teils beh btet. teil Autoaktien zuer. nur Reich: etwas ni ik gesucht. 1 e etwas schwächer hinenaktien meistens wie st e a. Hackethalwaren 2½% höher, angeblich stehen 8 gegen nach, von den andern Textilwerten waren Nordwolle und Stoehr die in der letzten Zeit ziemlich rüc ängig gewesen waren, erholt Aschaffenburger Zellstoff 5% hö. auf die Dividendenschätzun ber Feldmühle ließen nach. Auch Ostwerke warer etwas er. Dessauer Gas wenig verändert, ebenso Polyphon die später sogar etwas zurückblieben. Die Expansion nach Asier blieb virkungslos. Svenska wieder etwas schwächer Heimische lagen behauptet. Von fremden Renten waren 44½proz. Mexik. Bew. 78% höher. Anatolier st. Festverzinsliche Werte zeigten gute Haltung. Goldpfandbriefe von Hypothekenbanken waren teilweise höher. 10proz. Rhein. Westf. Boden-Goldpfandbriefe, Reihe 2—G, Liquidationspfandbriefe und-anteile überwiegend fester 5proz. Schatzanweisungen der Stadt Berlin wurden heute erstmalig notiert(Kurs 93½ u. G) broz. Stadt Duisburg etwas fester. Von Industrieanleihen Harpener I, Basalt—¾, 6proz. Hanomag 70, 6proz, Daimler-Benz 74 7proz. L. Löwe 87,10. 6proz. Minister Achenbach 74¾. nnotierte Werte ha durchweg nur geringe Kursänderungen. lagen eher etwes unter gestrige 80 kurs 111 Heldburg etn 120. Krügershall 22 is 26 alle Kali 255allindustrie 2 ½. Adler Kohle 67-4 lve 97 Deut. Berg-Heck he Petroleum 79, Hansa-Lioyd 44¼ Hoehfrequenz 160. Kabel R heydt 179 Manoli 190, Müser 103. Ra vene 150, Rheinmetall 108. Riedel 78¾-79, Trierer Walzwerk 68. für Ufa-Aktien, deren Markt sehr eng ist war ein maßgeb licher Kurs nicht zu hören(gestern etwa 127•28). Im Verlauf machte die Besserung allgemein Fertshritte. Größeres Geschäft hatten ontanwerte, die an geblich auch aus dem Revier gekauft werden. Hösch, Klöckner, Rhein konnten 1% gewinnen, dagegen wa Phönix, Ver tahlw ruhiger, Mannesmann wenig verändert. Taliterminwerte hatter nach wie vor ziemlich s Gesc enbar werden die Kurse nach Abgang des Bezugsrechts a anz gesehen. Farben Belebung et sch Sch amentl erholt. % an, Tietz h anfänglicher Absehwächung um weiter nach. rt. Svenska gaber Die Börse schließt infolge ieder zunehmender Wochenendgeschäf stille was schwächer. L fsetzur des P vatdi itsatzes verstimmte ei n Sgrieer. diese Maßnahme nu vorübergehen hnend für di Geldla vielmehr, daß 2. und 3. M sgeld leichte und aue ∆ 05 A ben sei. Die Kurse auf den Hauptmärkten ließen gegen Schluß e olg der gen später 1 lgemeinen tromarkt standel AEG., RWE ickert& Siem ens im Vord lapag lei ergrunde. on Banken waren Re reiter gefragt. Bl Amtii# 0 * 6— rauf 91 erger 140 1291 14 bsch Thür dae ** Der Einheitsmarkt überwiegend#e Es s t. .: Lindström 20, Ro ewannen 5 üchn G Jüdel 2 Schalke ½, Goedh , Bachmann-Ladewig 4¼. Stoewer Näh1, auch maschinen nau wieder gefragt und ein volles Prozent höher, wobei nur 10% zugeteilt wurden. Die Nachbörse war geschäftslos, aber freundlich. rt 125. Lloyd 123¾, Handelsanteile 235½, Disconto 165 tet 170, Dresdner 169½, Reichsbank 308¾, Gelsenkirch 131 3/8, Harpen 137, Mannesmann 126 7/8 Phönix 97%, Rheinstahl 131. Oberkoks 105¾, Farben 251½, Salzdet 329½, AEG. 176½, Berg mann 215. Siemens 382, Schuckert %, Löwe 225 ¼, Glanzstof! 435, Bemberg 408, Polyphon 389, Schultheil 290, Ostwerke 243½ Svenska 474½. Frankfurt Die Börse schloß die Woche in vorwiegendabgeschwächter Kurslagen. Der Gesehäftsu var wieder außergewöhn eh klein. I. G. Farben 2 1,25) AEG. 176(—.75), Siemen 381.50(—), Gelsenkirchen 132(+0,75), Kali Westeregeln 229, Salzdetfurtl 30 Ge schaffenburger 2 ff auf voraussichtlich wieder dende 11 (+4,5), Lloyd 18 (+.125), Montecatini Pokorny 62.125(—0,75), Anleihen waren fast vollkomm Frnachläst Im Verlauf kon sich die schäftstätigkeit auf deckungen hin mo ch mad etwas beieben, so d 905 ur Nachbörse I. G. Farben 253¼ und AEG. mit 177 8 2n. Für Westeregeln-Bezugsrechte hörte man noch 38-39, desgl. für Aschersleben 37. für Sairdetturch 155. Hamburg. Die Börse verlief sehr ruhig. Am Schiffahrtsmarkt zogen Paketfahrt leicht an, Lloyd und Hamburg-Süd siemlich unveränder Hansalinie mit 163 gesucht. Gummi Calmon mit 39,5 etwas höher. Kali werte gut behauptet. Otavt wurden mit 68,5 gehandelt. r be se von Febr.(Nich * bg. Hochbahn 77.75 5 At. 48 s 9 1 9 6 22 5 .— — F Gedch 125.—6 Rei Ce. 91.— 9 ∆ 90 30.— 9 134.— * Kuln Ruhiges Geschäft bei anfangs freundlichen, gegen Schluß festern Kursen An der Börse gab es zum Wochenschluß kleine Realisierungen, das Kursniveau war aber im allgemeinen gut gehalten. Besonder k aten sich Montanwerte pten, die meisten Werte notierten ber meist rein nominell.F Ver. Stahlwerke bestand weiter gute Meinung bei 99. Rhein. Braunkohle blieben bei 282 umsatzlo Zu guten Umsätzen kam es lediglich in Gelsenkirchen bei 131.625-131 Mannesmann lagen eher im Angebot. Die ü en Marktgebiet wären etwas vernachlässigt. I. G. Farben lag etwas schy bei 251. Schuckert vermochten ihren gestrigen Höchstkurs vo nicht zu erreichen. Felten gut behauptet. Bankwerte blieben satzlos. Im Freiverkehr irte man für Siemens Halske -383, 1 Glanzstoff 438-440, für Kaliindustrie 230-231, für Bemberg 410. en Sch der ersten Börsenstunde waren Montanverte weit sucht. Köln-Neuesse konnten sich befestigen. Auch Schuckert waren im Verlauf etwas fester bei 230 Deutsche Erdöl waren mit 127,25 gesucht. Der Einheitsmarkt war gut behau et, das Geschäft war nicht erheblich. Bank- und Versicherur saktien ware fast umsatzlos Rheinisch-Westfälische Bodenkredit-Anteilscheir die vorbörslich mit 62bz waren. v n der Börse mit 61.75 gesuch Schwankende Kure: D e Reichsbank 309G, Baselt-Aktien Linz 556, Rhein. Akt.-Ver. f. Zuckerf. 123G, Stollwerck 152G. Kurse im Terminhandei: Barmer Bankverein 140½G, Berliner Handels-Ges. 25½G, Commerz- u. Privatbank 1996, Darmstädter u. Natione ik 279G, Deutsche Bank 170¼G, Disconto-Ges. 165G, Dresdner Bank 16 G. Deutsche Erdöl 126 Deutsche Reichsbahn 90¼G, Ferbe industrie 25 1¼6-2b, Felten& Gaull uume 141¼G, Gelsenkirchener Bergwerk 131 5/6--½b, Hapag 1256, Klöcknerwerke 106½G, Köln-Neuessener Agwerk 1246, Mannesm nn 1288, Phönix Bergbau 976, Rhein, Braunkohlen 292G, Rhein. St erke 1806, Schuckert Elektr. 288½G, Ver. Stahwerke 99G, Zeilstoff Weidhof 258 1/G. Unnotierte Werte: Braunk. Briket##nl. 8¼G-¾B, Elsaß 500 Koml& Spitz 406, Köm-Lindenth. Metalkke 686, Köln. Hausber 0 90G, Parkhotel 146G, Pohlig 1106, Riein. Glashütte 15G, Rhein. Vonl -101, We # Wandplatten 1256, Westd. Bau-Union 7½-8¼, Welter Elektr. 26G. Die Börse schloß fest. Phönix 97.25, Ver. Stahlwerke 99.25 Schuckert 230.25, khein. Braunkohle 283,5-284,5, Reichsbank 312-313. Siemens 384-385. Glanzstoff 442-444. Düsseldorf Die Kurenbömse zeigte auch zum Wochenschluß behauptete## tung bei etwas reger m Geschäft auf dem Katimarkt. V Kohlenwerten wurden Diergardt zu gestrigen Preisen gehandelt. höhte Nachfrage bestand für König Ludwig. Braunkohlenwerte ohne Geschäf Auf dem Kalikuxenmarkt wurden Beienrode, Burbach, Einigkt Habighorst, Heimboldhausen und die elsässischen Werte zu gut beaupteten Preisen umgesetzt. Reges Geschäft entwickelte eich wieder Hallesche Kall ie erneut bis 6% höher bezahlt wurden. Di starke Kurssteigerung rird neben einer wahrscheinlichen Dividend erhöhung mit Fusionsgerüchten(es soll eine Verschmelzung mit 8a detfurth stattfinde in Zusammenhang gebracht. Schwächer eder alte Burbach, die stark 2% nachgaben. Von Industrieaktien wurder chtlet 1d Maschinen Halbach etwa höher bezahlt. Die Bezu schte notiert werden RM Düsselderf, 16. Febr. uckd.-Wietl. Kohler jungen Krügershall(Burbach) sollen am 20., 21, und 2 Deutsohl 5 Lan 34000 726 ∆ 90 157 — Nr 855 eiérhan 1100 Nachtt. % Hoffnu Miöhel ** Kallkure. Ghegen jchroes 2700 6 7000 05 urshe 45 - Gies eck al 1156 ∆ 20 146 15 Sutetze * ∆ 0 55.— 016- 15 bach Kall- 223.— An 133— neue.. 225.— 227.— Dortm. Vulkan—.— 9n ech rsche tr. 1 260. — 114.— Aktien. Ag Hochbes 91 5 20.— Nacht .— 10 Prosent 4 sehe u. Tietb. C 80 W Der Terminmarkt zeigte eine 1t auptete Haltung bei etwas sgerm Geschäft in Gelsenklrchen. Von Montanwerten wurden fern Köln-Neuessen, Mannesmann und Rhei# andelt rminkurse(die eingeklammert sind Kassakurse Barmer Bankverein 1400-40¼G(139¾G), ner Ste ven 1206-1 1000 ∆ 85 Gelsenkirchen 133-32½b-32b-31¾ bB-311 ), Th. Gold it 86 //46(866), Harp sch -376(136 ¾6), Hoescl 1246-24 20 Kalüindustrie 230bG(299½bG), Klöcknerwerke 1076-1071 1 Köln-Neuessen 1256-24½b-25¼ FE. 8890 Src b eld(ebt), Mannesmann (126 ¾6 "), Rheinstahl 1810-31½b-31¼ B(130¼G), Ver. Stahlwerke 99½0-99¼(996). ## 0 n Prosent Seshsene Inchener Röck Löwenbri 290.— 5 dsh Bayr. Elektr.-V. 95 b. Weingar bier Sofenh. Aktienver 7850 .50 169.— 116.50 50d. 100 05 bste afr.Ba Bayr. Lioyo 46.— * re 5. Fet Prozent) sred obst. Vgie Zittaver Masch. % Anate Schneie 6. 0 .— 84 91 — 0 enn Küle un Kane 2. 0 — oiet P er 4 amp; Hoftmar 9 bache 50 5 99 ar 22 88.4580 101.25 97.— Com. Hisp. Amer eie Ges. f. eikt. Untern. Anbechkigat R ehi, Sasmatel,-4 155. Geld- und Wechselmarkt Erhöhung des Privatdiskonts Berlin, 16. Februar. Am Geldmarkt prägt sich die Ansp nung zur Monat litte weiter in einer Steigerung Satzes für Tagesgel d auf-8% aus. Monatsgelt ellt sich unverändert auf-%. Bankgirierte Warenwechsel etwal 6 1/8%6 Der Privatdiskont wurde, nachdem sich schon gestern ver stärktes Angebot gezeigt hatte, heute um je ½% für beide Si en auf 5¾% erhöht. Dabei war nicht weiter steigendes Angebot maßgebend, vielmehr war bei den Käufern keine Bereitwilligkeit erkennbar, unter 5¼% abzuschließen. Frankfurt, 16. Febr. Geld war sehr flüssäg. Tagesgeld-%, Sgeld 6½%, Vierteljahrgeld 6½%, Privatdiskont 55%, Warensel 6 6½%. Be Febr. Am Devisenmarkt ist des Pfund niedrigen.### in hies ewisenfreiverkehr hörte men London gegen Kabel Neuyork mit 4,8530-34. Aus London wird ein Anfangskurs von.8532 für Dollar gemeldet. Entsprechend liegen die europäischen Devisen g London fast eämtlich etwas höher. Bertin wird an London mit 20.45½ meldet. Reichsmark gegen Dollar nennt man bier abgeschwächt n 2150-54. Aus Amsterdam kommt die Reichsmark unverändert mit 59.23½, aus aris mit 607½. Spanien liegt etwas gedrückt. sind die Kurse stetig. u“ dem Ausland lieger A u. a, noch folgende Anfangskuxs vor: London meldet: 2 Ss 124,.30, Brüssel 34,93¼, Italien 92.79 Spanien 31,12, Stoc olm 18,16¼ enhagen 18,19½, Oslo 18,19½, Jokt hama .374. sterdam 18,11¾, Bukarest 818; Amsterdamer Kurse: Pa .75, Neuyork 3,05½, Spanien 39,06, Kopen Stekholm 66,73, Oele 6 est.50; Pa 8 eldet: Neuyork 25,60¾, Belgien 3mp; ) Lo on 8, Italien 90, Bpanien 00, Kopenhagen 683, Stockholm 684.25, Oeio 683, Amsterdam Bukarest 15,40. Berlin. e 1s16- Pebt Wechsel. ubunkhoge 10 ne Gierdan rüsse(86 —* * ten. nerika 1 20 95 Lombard 7½% RM 0 — 9 schgne) Zeichamark * 4½ 5 Febr. 80.9 112. 9 O d4t. 95 Fe r Geld Ge 20 47.375 47.025 .88.3 44. 41 Kölner De kurs (Freiverkeht), 16. Febr. 13.90 Uhr. Ain ochenscl Reichsmar eer gefragt. Pfunde gegen Dollar be: Kabelauszah an han g. rork-Reichsm .2145 eichen en-Rei rk 168.80, PE abelGu auszahlung Neu en 12.11 # lung Neuyork 2 indürich 25,: Kailand 9r. Brü Ar 34,93 Ostderisen Uhaoer 0 41.05 35 * 13 65.9 Köln Schweiz-1 87 Rheimn 1380setFrar verkehr waren London-Kabelauszah K.8532 lund Neuyor 8. Madrid 31, Mailand 92.80B, Amster12.12B, m von Devisen gegen Reichsmark Dollar 4,21 funde 20.457. kuree. Mittel- 16./2.- 15./2. 15./2. Neichamark 12.4 # 2 sähht Paris. rlin* 4* Holland*.-1 95 31 72.275 755 ∆ 50 25.2425 72.30 95 70 251 50 o open * 1 2 Schluß Italien ohm — e 2 9 8705 252 8. —— sion: gllnen Mittelkurse. nart Bukarest*len 100Schfl 348 Serer 42/2 England 12427 124.28 Br 15. Febr. 1 Berlin Ka pes ∆ 905 R10 siro, 15. Jehr. Lon ## — R Mexlio, 15. Febr. Kabel Neuyork.07 me 1 amerik. Doll lamt eut anische Bank.) ges ). Nen .03 RM(= 1 Goldpe rk(Kabelzahl.) 104,60 Gold ch Se ech Kabel) 8420 Rate P/d m 1 Künh -Uebers.-Bank — 18.(Deut Berliner Börse vom 16. Februar 1929 ktien Industrie M -asre erke # 1schl k. s. 0 Sesas er. Br. R- Nasuerr eiäh 2 Ne 95 Sauerbi ette 45 74, 3en. fr. 6 eie. dis A Po7 51 #ustm. 9. 4 con Dampif Fabeherte. und Lon Igts * ats. e 995 8ven eg 74 2 Anny Get 0 abrik ing 4op I. Waldb..-4 95 13 258 73 95.2500 60.250 13 44 05 50 b 10 97.5 —.— l. 158250 6 7 50 G 1 5 7 ∆ 9 505 14.755 —0 83.500B 22.—56 158.250 248.7 133.50 81.7506 81.— Bankaktien Allg. b. Ort elek 61. rmerß Vorihecht, SE Dm. u. PI atb. 48t.17 139.25 5 8% 61 99 125.—50 195 60 b 278.2556 4 ∆ 5 123.750 14.50 b 77.— e ./139.— e Kgg 5 99 5 35 75 115,5050 1e Preuß. 300 Sbises. 8 Vereinsb. Hl dkr. 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