Erschetnt Jebeume i# Schentlich els Morgenausgabe. Bezugsprets freidieide Druck und Verlog: Vereinign und Oruse rel=Selallschaft(Echo vom Ruder duin 4 9. Kölen), Tptabung, Geschchtosellen: Handorn, Kaller=Wilheim=Stu.be 285. Fernsprecher 75. HambernNeumühl Buchheadlung Eberte, Fernsprecher Nr. 806. Schatztleitung Zeinsprecher Ami Homborn 75. Am Duloburg 4685 und 4364. (Amtliches Kreisblatt für den Stadtkreis Hamborn) Dolkszeitung für den Kreis Dinslaken, Ruhrorter Volkszeitung, Meidericher Dolkszeitung. Chefredakteur: Dr. Hanns Haberer. Organ für christtlche Kultur, Politik und Volkswirtschaft Auscherorde: Ein bis abtrebetee Bsanjeha Ram 15 Oelbpiennig, für Jamillen und KeinAnzeigen 10 Oebbpfennig. fir enewderige Luteigen. IS Gettpfennig. Retlamegells 30 Oelbpienniz. Für der Ennabens son Eiageigen an beitimmter Stelle mubtein Gbernommen. Bispelgenrebaff gebt veristen bes Noutursen, dei zuungwuiser Singtehung und halle uich worrhald 8 Tagen Jahtung ersogt. Nummer 100 Samstag, den 24. Mai 1924 27. Jahrgang Essen, 23. Mai.(Eig. Drahtber.) Von den Arbeitnehmerorganisationen wird uns über die Einigungsverhandlungen im Ruhrbergbau folgendes mitgeteilt:„ Für Freitag, desk 23. Mai, hatte der Reichs= und Staatskommissar Mehlich die Arbeitgeber= und Arbeitnehmervertreter nach Essen zu einer Einigungsverhandlung geladen. Auf den gewaltigen Verlust hinweisend, der durch die Aussperrung der gesamten Volkswirtschaft erwachsen ist(bisher wurde ein Produktionsausfall von 150 Millionen und ein Lohnausfall von 40 Millionen Goldmark festgestellt), ermahnte der Vorsitzende Mehlich in seinen einleitenden Worten die beiderseitigen Vertreter, alles zu tun, um die Verhandlungen im Interesse der Volksgesamtheit zu einem annehmbaren Abschluß zu bringen. Vom Zechenverband war schon vor Beginn der Verhandlungen der Antrag gestellt worden, den in Berlin am 16. Mai gefällten Schiedsspruch für verbindlich zu erklären. Diesen Antrag unterstrich der Unternehmervertreter Wißkott in der Verhandlung nochmals und brachte zum Ausdruck, daß der Konslikt nach Ansicht der Unternehmer nur auf diesem Wege gelöst werden könne. Demgegenüber erklärten die Arbeitnehmerrestreter, daß eine Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches eine ganz bedeutende Verschärfung der Situation herbeiführen könne, da derselbe, abgesehen vom Manteltaris, erhebliche Verschlechterungen für die Arbeiter enthalte. Den Wünschen der Arbeitnehmer wurde nicht in dem Maße Rechnung getragen, wie es im Interesse der Wiederherstellung einer geregelten Wirtschaftsführung notwendig ist. Die resultatlose Beendigung der vom Reichs= und Staatskommissar Mehlich eingeleiteten Vermittlungsaktion ist außerordentlich Gescheiterter Eingungsverfuch Forlbäuer des Nuhrionftitls Basel, 23. Mai. Die„Baseler Nachrichten“ glauben annehmen zu können, daß Mussolini und die belgischen Minister in Mailand auf die Unveränderlichkeit des Sachverständigengutachtens sich festgelegt haben. Die Zeitung meint weiter: Die Tatsache dieser Unveränderlichkeit stehe sest und es wäre besser, wenn in Berlin gegenüber dem deutschen Volke keine Versüßungsversuche mehr in dem Sinne gemacht würden, als ob das Gutachten eine Verhandlungsbasis sei. Nicht erwünscht wäre es, wenn zwar in organisatorischer Verbindung mit dem Sachverständigengutachten, jedoch parallel mit ihm Vereinbarungen über das zutünftige Regime im besetzten Gebiet sowie über das Gesangenen= und Verbauntenproblem zustande kämen. Zwar werde Deutschland nicht erreichen, daß Leute, die französische Militärzüge zum Entgleisen gebracht hätten, schon jetzt befreit würden, aber zwischen diesen Extremen und der Aufrechterhaltung der Bestrafung von Hunderttausenden harmloser Opfer im Ruhrkouflikt gebe es eine richtige Mitte. zu bedauern. Die Verantwortung für die Schäden, die dadurch der gesamten Wirtschaft erwachsen werden, fällt auf die Unternehmer, die starrsinnig auf ihrem Machtstandpunkt stehen bleiben und keinerlei Entgegenkommen zeigten. Aus den Verhandlungen ging hervor, daß die Unternehmer der Meinung sind, die Bergleute müßten schon in den nächsten Tagen infolge Hungers sich willenlos den Maßnah. men der Zechenbesitzer beugen. Diese vollkommen unbegründete Auffassung und unverantwortliche E' stellung der Arbeitgeber hat dazu beigetragen, daß eine weitere Möglichkeit zur Beilegung des Koufliktes ungenützt vorübergegangen ist und dadurch erneut der gesamten Wirtschaft unermeßlicher Schaden zugefügt wird. Die Mitteilung des Zechenverbandes lautet: Auf Grund der Schlichtungsordnung, nach der vor der Entscheidung des Schlichters über die Berbindlichkeitserklärung eines Schiedsspruches die Parteien zu hören sind, wurde heute in Essen vor dem Schlichter für den Bezirk Westfalen über die Verbindlichkeitserklätung des von der vereinbarten Schlichtungsstelle am 16. Mai in Berlin für den Ruhrbergbau gefällten Schiedsspruches verhandelt. Der Versuch des Schlichters, eine Einigung herbeizuführen, ist nicht gelungen. Er hat sich eine weitere Stellungnahme vorbehalten. Stillezung der Kruppschen Werke Essen, 23. Mai.(Eig. Drahihrr.) Wie wir erfohren, sind die Verhandlungen über die Arbeitsaufnahme bei der Zeche Sälzer=Neuack gescheitert, weshalb die Firma Krupp den gesamten Betrieb am Montag, dem 26. Mai, einstellen muß. Zu den Konserenzen Mussolinis in Italien schreibt die„Nationalzeitung“, es sei kaum zu bezweiseln, daß im Juni eine interalliierte Konferenz stattfinden werde, auf der endlich eine ernste Einigung der Alliierten zustandekommen dürfte. Ein Teil der deutschnationalen Forderungen bedeute das Einrennen offener Turen, da es sich von selbst verstehe, daß die Vertriebenen nach der Ruhr zurückkommen und die Berurteilten amnestiert werden, sobald es zu einer Einigung komme. Ebenso sei es gewiß, daß die Gesamtsumme der deutschen Zahlungen siziert werde, wezu die Sachverständigen gar nicht befugt gewesen seien. Es erscheine als außerordentlich bedenklich, wenn von den Deutschnationalen die Parole vorheriger Aenderung und Feilschen an dem Sachverständigengutachten ausgegeben werde, denn im gleichen Augenblick kommen noch die Alliierten mit ihren Wünschen und der große Vorteil einer gemeinsamen Plattsorm wäre dahin. Noch keine Aussicht auf Verständigung Berlin, 23. Mai. Die Verhandlungen zwischen den bürgerlichen Parteien der Mitte und den Deutschnationalen über die Frage der Regierungsbildung haben gezeigt, daß, wenn es überhaupt zu r Bildung einer Regierung mit den Deutschnationalen komme, noch sehr große Schwierigkeiten zu überwinden sind. Vereinzelt wird schon die Auffassung vertreten, daß die heutige Verhandlung die Unmöglichkeit einer Verständigung mit den Deutschnationalen gezeigt hätte. Aus demokratischen Kreisen verlautet, daß die Deutschdemokratische Partei sich an einer Regierungsbildung nicht beteiligen werde, an der die Deutschnationalen teilnehmen. Die Verhandlungen zwischen den bürger Parteien der Mitte und den Deutschnationalen, die am Freitagvormittag wieder ausgenommen worden sind, haben am Freitag nicht zum Ziele geführt. Sie werden am Samstag neu ausgenommen. In einem Teile der Presse wird die Auffassung vertreten, daß der Verlauf der Verhandlungen in parlamentarischen Kreisen zuversichtlich beurteilt werde. Dies entspricht nicht den Tat sachen. Wenn überhaupt eine Reichsregierung unter Beteiligung der Deutschnationalen zuständekommt, was zum mindesten fraglich ist, dann wird. das haben die heutigen Verhandlungen gezeigt, das nur unter den größten Schwierigkeiten möglich sein. Der Grund hierfür liegt in den von den drei bücgerlichen Parteien der Mitte ausgestellten Richtlinien, insbesondere in der klaren Stellungnahme der Deutschnationalen zum Sachverständigen gutachten. Diese Richtlinien sollen noch nicht veröffentlicht werden, deren Formulierung läuft aber, soviel kann schon gesagt werden, darauf hinaus, daß das Sachverständigengutachten als ein einheitliches Ganzes angenommen werden muß, wie dies bereits in der früheren Erklärung der Reichsregierung geschehen ist. Die Verhandlungen zwischen den Parteien selbst sind zwar vertraulich geführt worden, es kann aber schon festgestellt werden, daß die Haltung der Deutschnationalen durchaus nicht zu einer optimistischen Beurteilung der politischen Lage führt. Ihre Stellungnahme zu dem Sachverständigengutachten ist derart, daß sie darin Vorbehalte machen, obwohl die Reparationskommission und die alliierten Mächte eine vorbehaltlose Annahme des Sachverständigengutachtens als für Deutschland am besten geeignet bezeichneten. Ob eine Verständigung zwischen den beiden Parteien überhaupt noch möglich ist, muß mindestens zweifelhaft erscheinen. Hervorgehoben zu werden verdient, daß die von den Unterhändlern der einzelnen Fraktionen geführten Verhandlungen zunächst natürlich noch nicht verbindlich für die Gesamtfraktionen sind. Die Entscheidung hängt von den Fraktionen selbst ab. Wir wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren, ist mit großer Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, daß, falls es zu einer Regierungsbildung unter Beteiligung der Deutschnationalen kommt, die Demokraten sich an der Regierung nicht beteiligen werden. In diesem Falle würde der sogenannte bürgerliche Block über eine ganz verschwindende Mehrheit versügen. Andererseits wird im Reichstag das Gerücht verbreitet, daß Fürst von Bülow als Kanzler in Aussicht genommen sei. Dieses Gerücht erscheint von vornherein wenig glaubwürdig. Um das Programm der Mittelparteien Beilin, 23. Mai. Die Verhandlungen zwischen den drei bürgerlichen Parteien der Mitte und den Deutschnationalen über die Regierungsbildung sind heute vormittag wieder ausgenommen worden. Das Zentrum war vertreten durch die Abgeordneten Dr. Spahn, Giesberts, Becker, Arnsberg, und Stegerwald. Die„Deutsche Volkspartei durch die Abgeordneten Scholz. Curtius und Keinath. Die Demokraten durch die Abgeordneten Koch und Keinath sowie Erkelenz. Von den Deutschnationalen waren anwesend die Abgeordneten Wallraff. Fürst Bismarck, Graf Westarp und Behrens. Die Bayerische Volkspartei war durch den Abg. Emminger vertreten. Die Verhandlungen bewegten sich auf sachlicher Grundlage. Nach 1½stündiger Dauer wurden sie auf kurze Zeit unterbrochen, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, zu den neuen Gesichtspunkten Stellung zu nehmen, die die Deutschnationalen in die Debatte geworfen hatten. Von den Mittelparteien wurde der Entschließung Ausdruck gegeben, daß das Sachverständigengutachten die Grundlage für die Lösung des Reparationsproblems bedeute und daß auf dieser Basis weitergearbeitet werden müsse. Die Verhandlungen der Parteiführer wurden um 2 Uhr für heute abgeschlossen. Nach einem darüber ausgegebenen Bericht fand eine eingehende Besprechung über die sachlichen Grundlagen einer gemeinsamen Regierungsbildung statt. Die Personenfrage wurde offen gelassen. Den Besprechungen lag eine von der Deutschen Volkspartei herrührende mit den anderen Parteien besprochene Ausarbeitung zu Grunde. Die Verhandlungen wurden allgemein als vertraulich bezeichnet. Am Samstag werden fir in gleichem Kreise fortgesetzt. Ueber das von den Mittelparteien in der heutigen Besprechung mit den Deutschnationalen vorgelegte Programm weiß das„Tageblatt“ zu berichten, daß nach dem Programm das Sachverständigengutachten als Gauzes angenommen werden soll. Verhandlungen über Einzelheiten sollen nur da geführt werden, wo Widersprüche und Unklarheiten vorhanden und wo zur Ausführung des Gutachtens gesetzgeberische Mahnahmen notwendig sind. Im übrigen werden in dem Programm bestimmte Voraussetzungen festgestellt, ohne die an eine Verwirklichung des Gutachtens deutscherseits nicht zu denken ist. Dazu gehören die Wiederherstellung der deutschen Verwaltung in den besetzten Gebieten, die Wiederaufricht ung der Zollgrenze nach dem Westen, die unumschränkte Eisenbahnhoheit des Reiches in den besetzten Gebieten, die Rückführung der Ausgewiesenen und Freilassung der Gesangenen und schließlich die militärische Freilassung des Rhein= und Ruhrgebietes. Wie das Blatt bemerkt, sei unter den Teilnehmern der Besprechung die Ansicht vorherrschend gewesen, daß die Beratungen diesmal nicht ganz aussichtslos zu sein scheinen. Auch die„Zeit“ sicht in der Fortsetzung der Besprechungen am Sametag einen Beweis dafür, daß die Parteien an die Möglichkeit einer Einigung glauben und bestrebt sind, eine solche herbeizuführen. Tirpitz und Ludendorff München, 23. Mai. Aus Pressemeldungen über eine Annäherung zwischen Tirpitz und Ludendorff schreibt der„Kurier": Wir sind in der Lage, mitzuteilen, daß die Mitteilung in dieser Form nicht zutrifft. Zwischen General Ludendorff und Großadmiral Tirpitz fand eine einzige Besprechung vor den Reichstagswahlen statt. Diese trug in der Hauptsache rein persönlichen Charakter. Ein neuerlicher Annäherungsversuch von seiten des Großadmirals von Tirpitz hat nicht stattgefunden. General Ludendorff steht im übrigen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Voraussetzung für die Unterstützung der Deutschnationalen durch die Nationalsozialistische Freiheitspartei die grundsätzliche Ablehnung der Erfüllungspolitik und im besonderen die Islehnung des Sach verständigengutachtens sei. Bei den Besprechungen mit Tirpitz glaubte Ludendorff bei Tripitz die gleiche Auffassung feststellen zu können. Die Stellung der Fraktion der Nationalsozialistischen Freiheitspartei im Reichstag zu einem Kabinett Tirpitz wird davon abhängen, ob man mit der bisherigen deutschen Außenpolitik radikal zu brechen entschlossen ist oder nicht. herriots Ministerliste Paris, 23. Mai.„Ere Nouvelle" hält es setzt für sicher, daß Herriot die Ministerpräsidentschaft und das Außenministerium des neuen Kabinetts übernehmen wird. Folgende Mitarbeiter soll er sich bereits gesichert haben: Minister des Innern wird Senator Schramel, das Ministerium für den öffentlichen Unterricht wirb an den Senator Francois Albert fallen. Marineminister wird der radikale Abgeordnete Chaetemps, Landwirtschaftsminister der Abgeordnete Duerille und Minister für öffentliche Arbeiten der unabhängige Sozialist Frederic Brunet. * Paris, 23 Mai. Die politischen Unterredungen dauern an. Herriot hatte heute vormittag von 10 bis 12 Uhr eine neue Unterredung mit Poincare. Beim Verlassen des Quai'Orsay erklärte Herriot den Journalisten, daß es sich um äußere Politik gehandelt habe. Einem japanischen Journalichen wolle er auf die Frage, wie er über die Anerkennung der Sowjet=Regierung denke. noch keine Antwort geben. Poincare erklärte, er habe über seine Unterhaltung mit Herriot nichts weiter zu sagen. Folgendes Communique ist veröffentlicht worden: Der Minister des Aeußeren hat heute vormittag Herriot empfangen, mit dem er sich über die lausenden Angelegenheiten unterhielt. Eine wohlunterrichtete Persönlichkeit fügt diesem Communique hinzu. Poincare habe hauptsächlich über die Verhandlungen zwischen den alliierten Regierungen wegen des Sachverständigengutachtens berichtet. Ein französischer Wirtschaftsrat Paris, 23. Mai. Der Handelsminister Loucheu: hat sich im gestrigen Ministerrat die Zustimmung zu der von ihm angeregten Schaffung eines obersten Wirtschaftsrates für Frankreich geben lassen. Dieser Wirtschaftsrat trikt unter dem Vorsitz des Handelsministers zusammen. Ihm gehören folgende Mitglieder an: 1 Senator, 2 Abgeordnete der Kanmer, der Präsident der Handelskammer von Parit, 5 Präsidenten der Handelskammern in der Provinz, 19 Vertreter der Industrieverbände, der Präsident der französischen Bank für den Außenhandel, 2 Vertreter des kleinen Handels, 2 Vertreter der Genossenschaftsbank. 1 Vertreter des nationaler Komitees des Außenhandels. 1 Vertreter des nationalen Verbandes der Produktion. 1 Vertreter des nationalen=bandes für die Ausbreitung des Außenhandels und 2 Persönlichkeiten, die dem Handel angehören. Die Mitglieder des Wirtschaftsrates werden von dem Handelsminister berusen. Der Wirtschaftsrat wird mit dem Studium aller Fragen Rauftragt, die den Handel und die Industrie betreffen. soweit sie ihm durch den Handelsminister vorgelegt werden. Der Wirtschaftsrgt wird aleich zeitig alle durch den Handelsminister gewünschte U guchrnge#enehmen. Er trin mindestens !“: 3 Monate zusammen. In dem Sitzungshaus wird er durch einen dauernden Ausschuß vertreten, der Montag zusammentreten wird. 1069 * * * dißung des Buisburger Stadtpartauents Erregte Zwischenfälle— Räumung der Tribünen uen faost voljählig erschienen. Die Tribinen dicht Konnebuc deenr die Batt erhtchtn ren fast volljählig erschienen, die Tribinen dicht Cnne. besetzt. Die ersten beiden Punkte wurden mit; Vom ziemlicher Ruhe erledigt, allerdings ging es dabei auch nicht ganz ohne scharfe Auseinandersetzungen zwischen Rechis und Links ab. Die Frage der Arbeitszeit bei der Stadt und der Unterstützung der Ausgesperrten führte zu stundenlangen Reden und geharnischten Zwischenrufen. Auf Tribünen herrschte ein solcher Lärm. daß der Vorsitzende sie räumen lassen mußte. Ein schlechtes Omen für die Arbeit unseres Parlaments in der Zukunft. Beig. Regierungsrat Dr. Maiweg eröffnete die Sitzung mit folgender Ansprache: Meine Damen und Herren! Nach mehr als 13monatlicher Abwesenheit ist es mir vergönnt, wieder unter Ihnen zu weilen, und da gereicht es mir als erste Amtshandlung zur besonderen Ehre, Sie in Ihr Amt einzuführen und zu verpflichten. Unser erster Gruß im neuen Kollegium gilt unserm hochverehrten Oberbürgermeister Herrn Dr. Jarres, und unser Wunsch ist und bleibt, möge ihm bald die Rückkehr in seine über alles geliebte rheinische Heimat beschieden sein! Sodann gestatten Sie mir, persönlich von dieser Stelle aus herzlichen Dank zu sagen allen Herren Mitarbeitern und Beamten der Städtischen Verwaltung und dem bisherigen Kollegium fur das kreue Gedenken, das mir alle über Gefängnis und Verbannung hinaus bewahrt haben. Schwere Tage hat im letzten Jahre unsere Stadt gesehen, dem in damaliger Zeit doppel zu wertenden Treubekenntnis zu Reich und Preußen schließe ich mich von ganzem Herzen an. Auch ist es der Stadtverwaltung ein Bedürfnis, bei Beginn der Beratungen des neuen Kollegiums dem alten Dank und Anerkennung auszusprechen für die sachliche und verdienstvolle Tätigkeit, deren Leitstern stets über alle Gegensätze hinweg das Wohl unserer Vaterstadt gewesen ist, und wenn ich auf ein Wort zurückkommen darf, das in der Schlußsitzung gefallen, so hat wahrlich das Kollegium eine gute Note verdient. An seine Stelle nun treten Sie, meine Damen und Herren, gewählt durch das Vertrauen der Bürgerschaft, an verantwortungsvoller Stelle entscheidend mitzuwirken an den Geschicken eines Gemeinwesens, das am deutschen Strom gelegen, stolz darauf ist, die Stadt ger Arbeit genannt zu werden. Mehr als je und mehr als andere Gemeinden wird unsere Stadt infolge seiner Bedeutung im Wirtschaftsleben berufen sein, an dem Wiederaufbau unsere tief darniederliegenden Vaterlandes mitzuarbeiten, und ich darf auch hier der Hoffnung Ausdruck geben, daß der Wirtschaftsfriede bald wieder hergestellt sein möchte. Nur durch ein verständnisvolles Zusammenarbeiten aller Teile unsere Volkes werden wir die manchmal unüberwindlich scheinenden Schwierigkeiten meistern können. .„ I t t q u e n v e r e d e l t d e n M e n s c h e n“, s o b e g i n n t die Denkschrift der Steinschen Städteordnung von 1808, die uns das hohe Gut der Selbstverwaltung geschenkt hat. Lassen Sie uns Zutrauen zueinander lchüben, und jeder im andern den Menschen achten, dann werden wir uns verstehen in der Ueberzeugung, daß auch der politische Gegner es ehrlich meint. Wichtige Vorlagen werden Sie im Laufe der Sitzungsperiode beschäftigen, ich nenne darunter die immer dringender werdende Umgestaltung unlerer Verkehrsverhältnisse. Wenn eine endgültige Vorlage noch nicht gemacht werden konnte, so liegt es nicht an Versäumnissen, es handelt sich darum, das schwierige Problem der Gesamtverkehrsverhältnissen am Niederrhein zu lösen und dabei von der Stadt untragbare Lasten fern zu halten. Des weiteren hoffen wir trotz der finanziellen Nöte in nicht zu ferner Zeit der so notwendigen und wichtigen Errichtung des Säuglingsheim im Walde nähertreten zu können. Bezüglich weiterer, ebenfalls dringender Projekte, wird es davon abhängen, ob unsere Volkswirtschaft die ihr aufgebürdeten übermäßigen Lasten wird tragen können. Lassen Sie uns Zutrauen zueinander haben, mit diesem Wunsche begrüßen wir. die Vertreter der Stadtverwaltung, Sie ebenso herzlich wie aufrichtig; vourteilslos lassen Sie uns zusammen arbeiten, dann wird unsere gemeinsame Arbeit ein Segen werden für unsere alte und ewig junge Stadt. die auf ältestem Kulturboden gegründet und auf eine mehr als zweitausendjährige Geschichte zurückblicken kann. Meine Damen und Herren! Sie sind in das höchste städtische Ehrenamt berufen. nach dem Sinne der Städteordnung sind Sie Vertreter der gesamten Bürgerschaft. und es liegt mir ob. Sie als solche unparteiische Vertreter des Gesamtwohles in Ihr Amt einzuführen. Viele haben es bereits in längerer Bewährung ausgeübt, die anderen treten neu an die verantwortungsvolle Arbeit in diesem mit deutscher Kunst geschmückten Saale. Ich bitte Sie nunmehr einzeln zum Handschlag vorzutreten und damit zu geloben, wie auch ich es tue, daß wir als getreue Sachverwalter und Bürger unserer Stadt unseres Amtes walten wollen. „. Vorsitzenden wird diese Mitteilung zugeWahl der Ausschüsse. Hierzu haben sich die Fraktionen der Mitte und der Rechten, außer dem völkisch=sozialen Block zu Wahlgemeinschaften zusammengeschlossen und zwar: Das Zentrum mit den Arbeitnehmerwähleren des Zentrums, die Demokraten mit der Deutschen Volkspartei, die Deutschnationalen mit der Bürgerpartei. Die Völkisch=sozialen haben als aufrechte und wackere Prinzipienreiter() sich nicht entschließen können, mit irgenbeiner Partei in dieser Richtung zusammenzügehen. Auf dem Vorschlag der Verwaltung, der allgemein angenommen wird, werden in der ersten Sitzung nur der Verfassungsausschuß, der Finanzausschuß, der Tiefbauausschuß und der Hochbauausschuß gewählt. Diese 4 Ausschüsse bestehen aus je 4 Mitgliedern und ebensovielen Stellvertretern, und zwar: 3 der Wahlgemeinschaft der Zentrumspartei und der Arbeitnehmerwähler des Zentrums, 3 Kommunisten, 2 Sozialdemokraten, 2 der Wahlgemeinschaft der Deutschen Volkspartei und der Demokratischen Partei, 2 der Wahlgemeinschaft der Deutschnationalen und der Bürgerpartei. Von der Wahlgemeinschaft des Zentrums mit den Arbeitnehmerwählern des Zentrums gehören den Ausschüssen an: Verfassungsausschuß. Mitglieder: Dr. Feldhaus, Sanders, Graß, Stellvertreter: Bläser, Fey, Daams. nanzausschuß. Mitglieder: Dr. Klöckner, Kuckhoff. Dannenhöfer, Stellvertreter: Stupperich, Klucken, Graß. Hochbauausschuß. Mitglieder: Sanders, Schilling, Schumacher, Stellvertreter: Münnemann, Trippelsdorf, Fey. Mitglieder: Sanders, Oberboersch, Kuckhoff. Stellvertreter: Fey, Bläser, Wohnungsbauausschuß. Den Wohnungsbauausschuß und die Schuldeputation betreffend schlägt die Verwaltung vor, daß das Kollegium nur über die Zahl der Mitglieder dieser Ausschüsse Beschluß fassen, die Wahl derselben dann dem Verfassungsausschuß überlassen solle. Dieser Vorschlag findet allgemeine Zustimmung. Ueber Stärke der einzelnen Ausschüsse herrschen jedoch Meinungsverschiedenheiten. Müller(Soz.) stellt den Antrag. in den Wohnungsausschuß nur höchstens 7 Mitglieder zu wählen. (völk.) wünscht, daß im Wohnungsausschuß auch seine Fraktion mit beratender Stimme hinzugezogen würde.(Zuruf bei den Kommunisten: Ihr seid zu wenig.) Dr. Kaechler(Dtl.) bittet, doch im Wohnungsausschuß auch der kleinsten Partei einen Sitz zu gewähren. Eimler(Dtl.) spricht sich ebenfalls in dem Sinne aus und stellt den Antrag, daß der Wohnungsausschuß aus 9 Mitgliedern zufammengesetzt“ Müller(Soz.) weist darauf hin, daß seine Farten nibedingt bei der Wahl der Ausschüsse am Verhaunswahlsystem festhalten müsse. Wenn Sie (zu den Deutschnationalen) die Völkischen in den Ausschüssen unbedingt vertreten haben wollen,„so schlucken Sie doch die Deutschvölkischen genau so, wie Sie das Sammelsurium der Hausbesitzer geschluckt haben. Um eine raschere Einigung in der Frage der Ausschüsse herbeiführen zu können, wird auf Vorschlag des Vorsitzenden eine Pause angesetzt. Nach Wiederaufnahme der Sitzung wird beschlossen, daß der Wohnungsbauausschuß 12 Mitglieder haben soll. und zwar in derselben Zusammensetzung, wie die übrigen 12gliedrigen Ausschüsse. Dir Zahl der Mitglieder des Wohnungsausschusses wird auf 7 festgelegt und zwar 2 von den beiden stärksten Fraktionen und von den nächsten 3 1. Zur Wahl der Schuldeputation wird der Verfassungsausschuß ebenfalls ermächtigt. Auf Antrag der Kommunisten und der Sozialdemokraten waren zweit weitere Punkte auf die Tagesordnung gesetzt worden und zwar: 3. Arbeitszeit bei der Stadtverwaltung. 4. Antrag betr. Maßnahmen aus Anlaß der Arbeitseinstellung im Bergbau. Arbeitszeit bei der Stadtverwaltung. Beide Parteien wenden sich in ihren Anträgen dagegen, daß die Stadtverwaltung unter Außerachtlassung des Beschlusses der letzten Stadtratssitzung den Achtstundentag für die stägtischen Arbeiter, Angestellten und Beamten nicht eingeführt habe. Der Vorsitzende weist demgegenüber darauf hin, daß in dem letzten Stadtratsbeschluß nur die Rede von der grundsätzlichen Anerkennung des Achtstundentages sei. Grundsätzlich nehme die Verwaltung den Achtstundentag als Höchstmaß für die Arbeitszeit der städtischen Arbeiter. Beamten und Angestellten an. Die Stadt sei aber nicht in der Lage. den Achtstundentag schon heute einzuführen, da die Arbeitszeit der städtischen Arbeiter und die Armen in der städtischen Arbeitsstelle habe die uns nichts eine höhere Arbeitszeit verlangt und sogar bei ihnen das Akkordsystem eingeführt mit der Begründung, auch sie müßten am Wiederaufbau mitarbeiten.(Pfui links und auf mission nach Berlin zu schicken. Denn in der Kasse ist ein Bestand von 170 000 Mark. Das reicht nicht einmal für eine Woche. riebe on.) peist auf die Gefahr hin, daf unter unstüngen die ganze Wirtschaft zum Teufe. geht. Er erinnert danin, daß durch derartige deg Fribünen.) Vorsitzende hält es für angebracht, weder Wichtigkeit und Verzwicktheit der Materie Komplikationen der Ser Petarrs eine Abstimmung nicht vorzunehmen, sondern die Er beharrt auf seiner Ant: Sache an den Versassungsausschaß zur Durchbera= und„“. untuug, daß die mitteldat tung zu überweisen. 45 zur Durd.—.— und unmitteldar Betroffenen in der ErwerdslosenBlanck)Dem.): Die Linksparteien möchten aus Geld duch gennnen werden müßten. Wenn kein der Aufmerkamkeit, mit der das Kollegium den häller iig Steuem anichue, mühten auch die GrAusführungen Rodenstocks gefolgt sei, die Lehre den. gef ge o dneten gesperrt werziehen und ebenfalls in Zukunft Redner der ander nach 2g grdet as unerhört, daß die Ermerbelokn ren Parteien nicht unterbrechen. Er billigt das müßten goden aus der Fürforge auscheiden Verfahren der Stadtverwaltung in der Arbeitszeit Bei dgeter Wesnicht, da zuerst das Kollegium hätte gehört werden dies gesetzlich.. crr: ds müssen. Im übrigen ist er aber Air Zurückverwwi, darig heständi Bfächt muie tung an den Versassungsausschuß. 44 s1.—. a Gesat durchmführen. Vorries(Völt): Wir sind Anhänger des Acht= nar. Som) verlangt eine bündige Er stundentages.(Hörtl Hörtl auf den Tribünen.) Er müssen. Verantwortuns ablehnes verweist auf die Nöte, die die Bevölkerung. und ge= Frl. Paf:=(Dem) ist: rade in Quisburg, im vergangenen Jahre durchlebt lange E. der Ansicht, daß kunden Grunde müsse an dem Acht, nen. Wag. dernsten nicht belsen kön kundentag festgehalten werden, um der schaffenden macht urgstische Varhsu. lechent ste ad. Ste Fevslerung Gelegenheit zur Erholung zu geben. zuchen nämlich, die 10 Schal. (Nuf von den Tribünen; Ist Ihnen das auch ernst?) Volkstug d dient der Sache au dellen, in den Hohmann(D.., will nicht auf die Sache schaft lecden und an die Bürger ###.## weiter eingehen. Er ist der Ansicht, daß die Not is.m richten. Demn we reamten sowohl wie die Arbeiter mehr arbeiten Triebe müssen.(Erneuter Lärm auf den Tribünen.) Er ist durc d;.1 om.) weist auf die Rotlage der für Zuruckverweisung an den Verfassungsausschuß. Triebel(Kom.): Die alten Zustände in der arbeitszeit müssen auf jeden Fall wieder hergestellt werden, selbst wenn auch eine Zurückverweisung erfolgen sollte. Denn nur die Arbeitszeit, die vom Sistieeg eenehmigt wurde, hat Graß(Arbeitn. d..): Im Interesse der Beamten liegt es, daß auch der Beamtenausschuß gehört verlangt“ sofortige AbstimMöge in Zukunft wie bisher unser Tun in diesem der Arbeiter des Gas= und Wasserwerks durch für Saale von sachlicher Arbeit und dem Gemeinwohl allgemein verbindlich erklärte Schiedssprüche mit gsleitet, werden, dann wird es sein zu Nutzen von längerer Arbeitszeit(54 bzw. 56 Stunden) geregelt Bulgerschaft und Vaterland. llei. Die Stadt müßte sich hier an die rechtlichen Darauf erfolgt die Vereidigung. Vorschriften halten. Triebel(Kom.) gibt anschließend eine Erklärung ab, daß seine Fraktion sich an die auferlegte Schweigepflicht nur insofern gebunden fühlen könne, als es im Interesse der Arbeiterschaft gelegen sei. Beschlußsassung über die Gültigkeit der Stadtverordnetenwahlen: Zu diesem Punkt liegt nur ein Antrag des völkisch sozialen Blocks vor Nach dem ursprünglichen Wahlresultat heißt es darin. seien dem völkisch sozialen Block 4 Sitze zugewiesen worden, im endgültigen Wahlresultat aber nur 3. Der Vorsitzende bemerkt dazu, daß die erste Veröffentlichung der Wahlresultate nicht amtlich gewesen sei. nach dem amtlichen Resultat fielen dem völkisch sozialen Block tatsächlich nur 3 Sitze zu. Borries(völkisch) bittet dann, daß seiner Fraktion mitgeteilt werde, wievie ungültige StimFür die Beamten müsse die 51=Stundenwoche mit Rücksicht auf die Beurlaubungen festgehalten werden. Die Beamten seien auch mit dieser Regelung einverstanden. Müller(Soz.) erblickt in der Nichtbeachtung des letzten Stadtratsbeschlusses eine Eigenmächtigkeit der Stadtverwaltung. Selbst wenn der Standpunkt der Verwaltung begründet sei. hätte der letzte Stadtratsbeschluß, die Arbeitszeit betreffend. erst aufgehoben werden müssen. Die Beamten seien durchaus nicht allgemein mit der verlängerten Arbeitszeit einverstanden. Rodenstock(Kom.) nimmt dann in einer einstündigen Rede Stellung gegen die Arbeitszeit bei der Stadt. Für die Straßenkehrer könne man doch nicht eine verlängerte Arbeitszeit damit begründen, daß wir sonst nicht konkurrenzfähig blieben, das Gleiche gelte für die Gas= und Wasserwerksarbeiter. Aber sogar von den Aermsten der Behrend(Soz.) mung. Justizrat Dr. Feldhaus(Zentr.) ist für Verweisung an den Verfassungsausschuß. Der Antrag auf Abänderung der Arbeitszeit sei zu spät eingegangen, so daß eine Durchberatung in der Fraktionssitzung nicht mehr erfolgen konnte. Bei den vielen Rechtsfragen sei dies aber unbedingt erforderlich. Müller(Soz.): Da der Antrag auf der Tagesordnung steht, muß er auch behandelt werden. Behrend(Soz.) beantragt namentliche Abstimmung. Um die Abstimmung in der Weise vorzunehmen, ist ein Drittel der Stimmen erforderlich. Die Abstimmung ergibt 24 Stimmen für die namentliche Abstimmung. Es wird nun darüber abgestimmt, ob der Punkt 3 der Tagesordnung an den Verfassungsausschuß zurückverwiesen oder sofort weiterberaten werden soll.. Es stimmten für Zurückverweisung 29 und für die Weiterberatung 34 Stadtverordnese. Justizrat Dr. Feldhaus(Zentr.) stellt darauf auf Grund des§ 11 der Geschäftsordnung den Antrag, wegen der komplizierten Materie im Interesse der Beamten die Abstimmung der Sache selbst in der nächsten Sitzung des Stadtverordnetenkollegiums vorzunehmen. Triebel.(Kom.) bezeichnet die Handlungsweise des Justizrats Dr. Feldhaus als Demagogie. Coßzmann(D. Vp.) schließt sich der Auffassung des Justizrats Dr. Feldhaus an. Borries(Völk.) findet die Ausführungen des Justizrats Dr. Feldhaus für durchaus korrekt. Für die Annahme des Antrages des Justizrats Dr. Feldhäus ist ein Drittel der Stimmen notwendig. Der Antrag wird mit 24 Stimmen angenommen. Es folgt dann Beratung des Antrages betreffend Maßnahmen aus Anlaß der Arbeitseinstellung im Bergbau. Der Antrag verlangt: 1. Zahlung der Erwerbslosenunterstützung an die ausgesperrten Bergarbeiter und an alle diejenigen, die durch den Bergbaukonflikt arbeitslos geworden sind. 2. Verteilung von Lebensmitteln an die Betroffenen. 3. Speisung durch Volksküchen, die unter Kontrolle der Betriebsräte stehen. Hierzu führt der Vorsitzende aus: Die Zahlung der Erwerbslosenunterstützung ist gesetflich unzulässig. Den Städten und Gemeinden ist es zur Pflicht gemacht, sich im Wirtschaftskampf neutral zu verhalten. Was die Punkte 2 und 3 des Antrages betrifft, hat die Stadtverwaltung bisher schon getan, was sie nur konnte und wird bestrebt sein, nach Kräften die Hilfsaktion noch zu steigern. Wir haben Milch für die Säuglinge und Gutscheine für Brot ausgegeben Eine Zahlung der Erwerbslosenunterstützung ist prattisch undurchführbar, da die Kassen leer sind.. Die Ausgabe von Geldgutscheinen würde nur eine neue Inflationszeit mit all ihren Schrecken heraufbeschwören.(Tumult auf den Tribünen. Rufe: Klöckner zahlt! Klöckner, armer Klöckner!) Der Vorsitzende erklärt, daß die Betriebsräte die Hilfsaktion der Stadtverwaltung voll und ganz gebilligt haben. Beigeordneter Cremers„berichtet über den Ausbau der Hilfsaktion. Jedes Kind unter 2 Jahren erhält augenblicklich ein Liter Milch. Das macht pro Tag 698 Liter Milch. Im ganzen sind bisher 3466 Liter Milch verteilt worden. Die Schwedenküche ist auch ausgebaut worden. Es werden jetzt täglich statt 500 Portionen 2400 ausgegeben. In den Volksküchen wurden 850 Personen gespeist. Es sollen jetzt 1650 Portionen hergerichtet werden. Eine Mehrleistung ist nicht möglich, da keine Räumlichkeiten und Einrichtungen für eine derartige Massenspeisung zur Verfügung stehen. Die Werke mit ihren Küchenbetrieben kommen nicht mehr in Frage. Außerdem sind bereits 12000 Gutscheine für Brot ausgegeben worden. In den Wurstküchen einiger Metzger werden 2000 Kleinportionen hergestellt. Ring(Soz.): Die Stadt könnte die Verantwortung übernehmen für die Auszahlung der Erwerbslosenunterstützung gemäß des Antrages. selbst auf die Gefahr der Ungesetzlichkeit hin. Geben wir uns keinen Illusionen hin. Die nächsten Tage werden es zeigen. Kommen die Zustände wieder, wie wir durch die Stiuegung der Schiffahrt obdachlos gewordenen Schiffer und ihre Familien bin Der Vorsitzende sagt Hilfsmaßnahmen zu. Beigeordneter Weinbrenner: Sie können den Beschluß abstimmen, aber die Durchführung ist für mich unmöglich. Linkeparteien.) dält die gangen Anträge dei chaft... für, demonstrative Nachen: Fuchizrg:(Anbaltender Lärm auf den Tribünen.) mäglichite:: Feldhaus(Ztr.) Dus Menschenist zu leisten. ane dar Schisen.) hildert noch chumal Abhilfe zu. „Kuchoff.(3tr.): Es müssen alle Kräfte angespunnt werr.., um diesen Armen in ihrer Not zu helfen. Das ist Pflicht der Nächstenliebe. (Arbeitn. d..): Geld ist augenblicklich nicht aufzubringen. Die Arbeiterorganisationen haben ja auch kein Geld, um Unterzu zahlen. Er schließt sich den Ausführungen Kuckhoffs an. Der Stadtverwaltung gibt er zu bedenken, ob sie das Geld für die Hilfsaktion verwenden wolle oder nachher für die Tumultschäden. „Poxsitzender: Wir wollen heisen, no wit Es wird zuerst abgestimmt über den Antrag, ob die unmittelbar Betroffenen(die ausgesperrten Vergleute) in die Erwerbslosenfürsorge aufzunehmen sind. 21 stimmen für Ja(Linksparteien 2a mit Reig,„Der Antrag ist somit ahgelehnt. Es kommt zur Abstimmuna über den 2. Teil des ob die mittelbar Betroffenen— das sind die infolge Kohlenmangels entlassenen Leute— Unterstützung erhalten sollen. Die Abstimmung den Tuhinen. der Lärm trotz Verwarnung!. durch den Vorsitzenden anhält, werden die Tribünen um 9,45 Uhr abends polizeilich geräumt. Kaczmarek(Kom.) greift die Verwaltung an.„Schämen sollen Sie sich. Die Geschichte klappt wie im Theater.“ Triebel(Kom.) legt im Namen seiner Fraktion schärfsten Protest ein. Er ruft:„Die Leute werden in den nächsten Tagen nervöser.“ Nach Räumung der Tribünen wird die Abstimt mung fortgesetzt. Der Antrag geht durch mit 39 Stimmen gegen 20. Justizrat Dr. Feldhaus gibt eine Erklärung ab im Namen der Zentrumsstadtverordneten, die gegen den Antrag gestimmt haben. Es sei dies nur erfolgt aus dem Grunde, weil der Beschluß keinen praktischen Wert habe. Denn es seien für die Durchführung keine Mittel und auch keine gesetzlichen Handhaben vorhanden. Die Deutschnationalen, Völkisch=Sozialen und Demokraten schließen sich der Erklärung des Justizrat# Dr. Feldhaus an. Beigeordneter Weinbrenner: Ich kann den Beschluß nicht durchführen. Es ist mit einer Steigerung der Erwerbslosenzahl auf 52.000 wieder zu rechnen. Zur Unterstützung einer solchen Zahl wäre ein Betrag von 260000 Mk. pro Woche erforderEr versichert, dafür zu sorgen, daß auch die mittelbar Betroffenen in der Volksküche gespeist werden. Schluß der Sitzung 10 Uhr abends.— Nächste Sitzung Freitag, 30. Mai. Degte Poft Einstellung der Notstandsarbeiten— Gruben unter Wasser Bottrop, 23. Mai. Die unteren Sohlen der Müllerschächte stehen infolge Einstellung der Notstandsarbeiten unter Wasser. Gelsenkirchen, 23. Mai. Nach den uns bisher vorliegenden Meldungen sind auf fast der Hälfte der Zechen des Ruhrgebietes die Notstandsarbeiten unter dem Druck des Terrors eingestellt worden. Diese Erzwingung der Arbeitseinstellung muß unbedingt zur Folge haben, daß auch nach Beilegung des Konsliktes eine große Anzahl von Bergarbeitern ohne Beschäftigung sein wird. Parteitag der Bayerischen Volkspartei. Die Baverische Volksvartei hat ihren Landesausschuß auf den 31 Mai zu einer Erörterung über die volitische Lage in Bayern und im Reich einberufen. sie durchleb: haben, dann kört sich die Stadtverwale gibt dekannt: Als Ergebnie der tung auch an kein Gesetz und handelt nach eigener handlungen zmiöh,n Fpari,#e irekten VerSuitiatine. Ws und handelt nach eigener Beigeordneter Weinbrenner: Es ist uns untersagt, an mittelbar Betroffene Erwerk unterstünung zu zahlkn. Dei ## der Regierungspräßden: hat ablednend entschieden. Ich habe daher den Arbeitsausschuß des Arbeitsamtes Duisburg=Anger= werden. um mit den bririschen nund für Samstog 12 Uhr einbernsen. Es wird die Bedingungen festzusetzen. hanblungen zwilchen Mac Vonald und Mussolossen worden. auf Grund der von „Nilner und Senator Scialoja aufgestellren Nuhrlinien das Abkommen in der Jubaabzuschließen. Es sollen sofort italieSachverständige nach London gesandt 1070 * * Eine bewegte Sitzung des neuen Stadtparlaments Die Einführung der Neugewählten— Der Handschlag der Kommunisten— Gültigkeitserklärung der Stadtverordneten. wahlen— Um die Notlage der ausgesperrten Vergarbeiter— Lebensmittelgutscheine an Frauen und Kinder?— Festsetzung von Sitzungsgeldern für die Stadtverordneten— Einführung des Achtstundentages Die gestrige erste Sitzung der neuen Stadtverordnetenversammlung nahm den Verlauf. den man erwartet hatte. Mit dem neuen Geist, der mit der kommunistischen Fraktion ins Haus einzog. hielt auch ein neuer Ton seinen Einzug. der gelegentlich in einer ebenso starken wie bilderreichen Sprache redete und sich in einer Menge von Zwischenrufen äußerte, die meist nicht glücklich gewählt waren. Doch die katastrophale Not. die heute weite Schichten unserer arbeitenden Bevölkerung gepackt hat. und das Gespenst des Hungers. das nicht nur von den Kommunisten in den Sitzungssaal gerufen wurde, lassen manche rednerische Entgleisung wenn nicht angebracht, so doch verzeihlicher erscheinen als in ruhigeren Zeiten. Aber die Siedehitze, in die Tausende Gemüter hineingetrieben sind, mag all denen, die für das Wohl und Wehe der Bürgerschaft verantwortlich sind. Veranlassung geben. helfend und vermittelnd einzugreifen und die Dinge nicht dahin treiben zu lassen, wo es kein Aufhalten mehr gibt. * Auftakt. Vor Beginn der Sitzung beantragt die kommunistische Partei, der man den Tisch an der linken Saalseite beim Eingang angewiesen hatte, ihr den Tich an der rechten Seite des Saales einzuräumen; der in Wirklichkeit, vom Platz des Vorsitzenden aus gesehen, die Linke des Hauses darstelle. Der Ausschuß der Spitzenkandidaten beriet über diesen Antrag und beschloß mit allen gegen eine Stimme, dem kommunistischen Antrag statizugeben und die Sitze zu verteilen wie das auch in den großen Parlamenmenten üblich ist. Um 6 Uhr eröffnete Oberbürgermeister Dr. Rosendahl die Sitzung mit einer kurzen Ansprache, in der er ungefähr ausführte: Als Leiter der städtischen Verwaltung habe ich Sie heute, zum ersten gesetzlich möglichen Termin, zusammenberufen und heiße Sie hiermit willkommen. In erster Linie begrüße ich die Mitglieder des Hauses, die neu in die Versammlung eingetreten sind, und die Damen, deren wieder zwei in unserer Mitte weilen. Hoffentlich tragen gerade die Damen dazu bei, daß auch das Herz bei den Beschlüssen mitspricht. Sie treten heute ein Amt an, mit dem nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten verbunden sind, ganz besonders in dieser schweren Zeit und zu einer Stunde. wo ein gigantischer Wirtschaftskampf im Ruhrgebiet stattfindet. Wir wollen aber hoffen, daß die heutigen Verhandlungen in Essen eine friedliche Verständigung bvingen. Die schon sichtbaren und fühlbaren Auswirkungen dieses Wirtschaftskampfes werden Sie gemeinsam mit der Verwaltung zu, meistern haben. Im übrigen harrt Ihrer eine Fülle von Aufgaben. Nicht um Ihr steiprogramm geht es, sondern Sie sind verufen, ernste und sachliche Arbeit zu leisten. Kommunalpolitik ist die Politik des Erreichbaren, dann aber auch des Ausgleichs und der Verständigung. Sie sollen mit der Verwaltung in sehr vielen Angelegenheiten einen gangbaren Mittelweg suchen müssen, der begrenzt ist einerseits von Recht uid Gesetz, dann aber auch von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Steuerzahler resp. Wähler. Wenn Sie so in ernsthafter Arbeit Ihre Aufgabe erfassen. getragen von dem Verantwortungsgefühl Ihren Wählern gegenüber, dann wird es um das Wohl unserer Stadt nicht schlecht bestellt sein. Mit dem Geleitwort:„suprema lex salus publica“ — das Gemeinwohl über alles, eröffne ich die Sitzung." 470 7: Das erste Intermezzo. Es folgt sodann die Verpflichtung der neuen Stadtverordneten durch Handschlag, den auch die Mitglieder der kommunistischen Fraktion leisten. Ein kommunistischer Stadtverordneter stellt jedoch gleich hinterher fest:„Quatsch ist es ja doch!“ Der Oberbürgermeister ist der Ansicht, daß diese Bemerkung der Würde des Hauses nicht entspricht. Stadtv. Grohmann, der Vorsitzende der kommunistischen Partei, gibt hierauf eine Erklärung ab, die ungefähr folgendes besagte: Der Oberbürgermeister hat hervorgehoben, es handele sich nicht darum. Parteipolitik zu treiben. Wir werden ihm darauf schon die richtige Antwort geben. Der 4. Mai hat bewiesen, daß Spartakus in Hamborn immer noch lebt. Alle Parlamente sind Institute zum Schutz der kapitalistischen Diktatur und wir treten, da wir Feinde der Parlamente sind, nur in sie ein, um sie und den Kapitalismus zu zertrümmern. Man wird uns noch manchesmal den Vorwurf machen, wir seien Hetzer. Aber das schert uns nicht, denn Hetzer sein, bedeutet für uns, ein anständiger Kerl sein.— Im übrigen habe ich zu erklären: Der Handschlag, den wir dem Oberbürgermeister soeben geleistet haben, verpflichtet uns zu nichts, und auch an die Geheimhaltung irgendwelcher hinter verschlossenen Türen gesaßten Beschlüsse halten wir uns nicht gebunden. Lieber im Feuer der Revolution verbrennen. als auf dem Misthausen der Demokrarie zu verfaulen! heute noch nicht erstattet werden kann. Das eingegangene Material soll erst genau gesichtet und nach Prüfung der Rechtslage mit einem juristischen Gurachten der Versammlung demnächst vorgelegt werden. Die Verwaltung erwarte, daß bis dahin die Stadtversammlung im Amte bleibe und ihre Arbeiten fortsetzt. Stadtv. Grohmann(.) ist gegen Verragung und beantragt, die Wahlen für gültig zu erklären. Stadtv. Schilling(D. Nat.) tritt energisch für eine Nachprüfung der Wahlen ein. Stadtv. Küsters(Ztr.): Bevor über den Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahlen nicht entschieden ist, kann keine positive Arbeit geleistet werden. Bevor wir Beschlüsse fassen, müssen wir wissen, ob die Neuwahlen gültig sind oder nicht. Der Oberbürgermeister schlägt nochmals vor, die Angelegenheit bis zur abgeschlossenen Prüfung der Rechtslage zu vertagen. Das Haus bleibe bis dahin selbstverständlich aktionsfähig. Stadtv. Grohmann(.) ersucht das vorläufige Gutachten der Stadtverwaltung sofort zur Verlesung zu bringen. Der Oberbürgermeister: Wir haben nichts zu verbergen. und wenn Sie darauf bestehen, wird Herr Beig. Krupp Ihnen vortragen, was die Unversuchung bisher ergeben hat. Von dem Beig. Krupp werden hierauf ausführliche Darlegungen über die zur Anzeige gelangten Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gegeben. Beig. Zweigert erörtert ihre mutmaßlichen rechtlichen Folgen für den Fall, daß sie einwandfrei erwiesen werden. Stadv. Wosach(.): wir haben keinen Grund auf die Einsprüche einzugehen. Es handelt sich um bürgerliche Wahlmanöver. Wir beantgagen Beschlußfassung über die Gültigkeit der Wahl. Dr. Späing und Dr. Lütsch(D..) verteidigen die Einsprüche Beschlußfassung. Stadtv. Gnoß Der Oberbürgermeister: dieser Erklärung kann ich narürlich heute nicht Stellung nechmen. Ich werde aber eine Entscheidung des Bezirksausschusses hzw. der Regierung hierüber beantragen. Es steht dann zur Beratung die Beschlußfassung über die Gültigkeit der Stadtverordnetenwahlen. Die Gültigkeit der Wahlen ist bekanntlich von verschiedenen Seiten angesochten worden. Die Einsprüche richten sich, wie der Oberbürgermeister darlegt. 1. gegen die Feststellung des Wahlergebnisses. 2. gegen die Gültigkeit der Wahlen überhaupt. Infolge der Zeitknappheit ist es der Verwaltung nicht möglich gewesen. die Untersuchung der in Frage kommerden Unregelmäßigleiten zu beenden, so daß ein juristisches Gurachten und beantragen Vertagung der (S) ist für Zurückweifung der Einsprüche und beantragt Abstimmung. Hierbei stimmt die Linke, einschließlich der Demokratin gegen den Antrag der Verwaltung auf Vertagung. Der Oberbürgermeister: Das dürfte wohl die Mehrheit sein.(Lachen links und Rufe: nein, das ist die Mehrheit!) Der Einspruch gegen die Sültigkeit der Stadtverordnetenwahl ist damit zurückgewiesen und die Wahl für gültig erklärt. Stadv. Grohmann(.) schlägt jetzt vor, den Punkt 4 der Tagesordnung— Beschlußfassung über die von der kommunistischen Fraktion am 7. Mai gestellten Anträge— vorwegzunehmen. Der Oberbürgermeister bittet, erst Punkt 3 zu erledigen(Neuwahl der städtischen Kommissionen); wenigstens müßten heute der Verfassungsund der Finanzausschuß konstituiert werden. Stadtv. Grohmann(.): Ich dehne hiermit meinen Antrag auf Punkt 5 der Tagesordnung aus (Beschlußfassung über die von der soz. Fraktion am 14. Mai gestellten Anträge). Dieser erweiterte Antrag, über den man abstimmt, wird angenommen. Die Anträge der Kommunisten haben folgenden Wortlaut: 1. Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen: die Stadtverwaltung übernimmt die Kosten der Verpflegung für die in Menagen untergebrachten Arbeiter für die Daner der Aussperrung. 2. Die Stadtverwaltung stellt die nötigen Mittel zur Unterstützung der streikenden Bergarbeiter bereit und zwar in Höhe der Sätze der Erwerbslosenfürsorge. 3. Die Stadtverwaltung stellt den Konsumvereinen„Eintracht" u.„Selbsthilfe“ Kredite zum Einkauf von Lebensmitteln zur Verfügung, die verbilligt an die streikenden und ausgesperrten Arbeiter abgegeben werden sollen. Der Oberbürgermeister: Die Stadtverwaltung ist, was die Unterstützung der Streikenden und Ausgesperrten angeht, auf die gesetzlichen Bestimmungen festgelegt. Diese verbieten die Zahlung von Erwerbslosenunterstützungen an streikende und ausgesperrte Arbeitnehmer. Die betreffende Verfügung kann von Ihnen eingesehen werden. Der Reichsminister des Innern hat die Möglichkeit von Unterstützungen aus Wehlfahrtsmitteln zugegeben, wenn besondere Dringlichkeit feststeht, aber dann nur in Einzelfällen. Nach diesen Grundsätzen müssen wir handeln. Das städt. Wohlfahrsamt hat bereits umsangreiche Unterstützungen an Kinder und Frauen durch Milchfreischeine gewährt. Auch haben wir erreicht, daß verstärkte Quäkerspeisungen an die bedürftigsten Kinder verabfolgt werden. Aber die Frage, ob wir über den Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen, entsprechend den Anträgen der kom. Fraktion. hinausgehen dürfen, muß ich in aller Oeffentlichkeit verneinen. Doch selbst wenn diese gesetzlichen Bestimmungen nicht vorhanden wären. so wären wir tatsächlich gar nicht in der Lage, einen großen Teil der Bevölkerung unserer Stadt in der beantragten Weise zu unterstützen, weil uns die nötigen Mittel fehlen. Infolge der schwierigen wirtschaftlichen Lage sind in den letzten Wochen die Steuern entweder gar nicht, oder nur ganz ungenügend eingegangen. Die Reichsbank hat überdies die Kredite stark eingeschränkt und gerade unsere Schwerindustrie leidet darunter am meisten. Wir sind also gar nicht in der Lage dem Antrage stattzugeben. Ja, ich muß Ihnen sogar sagen, daß, wenn keine Besserung eintritt, wir am Ende dieses Monats nicht einmal in der Lage sein werden. unsern lausenden Verpflichtungen nachzukommen. d. h. die städt. Arbeiter und Angestellten zu entlohnen. Wie sollten wir da eine Unterstützungsaktion für einen großen Teil onierer Bevölkerung einleiten können! Bei dieser Gelegenheit muß ich einen anscheinend weit verbreiteten Irrrum richtigstellen. Man ist vielsach der Ansich:. Reich. Staat und Gemeinde seien gesetzlich verpflichtet, alle Arbeitslosen zu ernähren. Das ist nicht der Fall! Zu einer Ernährung ist jeder Einzelne selbst verpflichtet. resr. hat der Vater die Familie zu ernähren.(Zuruf von links: Aber wenn ihm die Arbeit genommen wird?) Es liegt mir fern, in den heute tobenden Streit einzugreifen, aber wenn die Mehrzahl der Bürger nicht arbeitet, so ist zumal in einer Industriestadt wie Hamborn, die unausbleibliche Folge, daß die Steuern fehlen und wir aktionsunfahig werden. Es ist natürlich, daß eme solche Arbeitsruhe in Hamborn sich viel fühlbarer auswirkt als in anderen Städten mit einem wirtschaftlich starken und steuerkräftigen Mittelstand, der uns leider fehlt. Je schneller die Arbeit wieder in Gang kommt, desto umfassender werden die Wohlfahrtsmaßnahmen sein, mit denen wir den Betroffenen helfen können. Zu Punkt 3 des komm. Antrages habe ich noch zu bemerken, daß wir unlängst noch dem Konsumverein „Eintracht“ mit Hilfe eines englischen Kredits verbilligte Waren zur Verfügung gestellt haben. Stadtv. Kuntz(.) spricht gegen die„Brutalität“ der Industrie. Wenn es nicht anders gehe solle man die Waren in den Thussen'schen Kantinen beschlagnahmen und zur Verteilung bringen. Der Oberbürgermeister: Wir haben nicht das Recht. solche Beschlagnahmen durchzuführen.— Zur Quäkerspeisung sei noch bemerkt, daß jetzt täglich 6000 Portionen ausgegeben werden. Stadtv. Pütz(Soz.) bezeichnet die Ausführungen des Oberbürgermeisters zum Antrag der Kommunisten als juristische Spitzfindigkeiten. Was bisher für die Notleidenden geschehen sei, sei nicht der Rede wert. Alle seien unverschuldet in Not geraten. Er schlage deshalb vor: Die Stadtverwaltung wolle beschließen: Die Frauen und Kinder der Ausgesperrten erhalten Gutscheine für Lebensmittel in Höhe der Erwerbslosensätze als Darlehen und auf Antrag. Ueber die Rückzahlung dieser Darlehen können wir ja sväter einmal reden... Wenn heute kein Geld da ist so kommt das daher, weil die Industrie keine Steuern bezahlt hat. Wir freuen uns, daß wir jetzt hier eine Mehrheit gegen die Industrie beisammen haben. Wir werden sie zum Zahlen bringen. Im übrigen können die Gutscheine von den Gewerbetreibenden in Zahlung genommen werden, die sie dann wieder auf ihre Steuern verrechnen mögen. Stadtv. Leidig(Itr.): Die Not ist tatsächlich sehr groß, aber mit dem Antrag der Kommunisten läßt sich keine Abhilfe schaffen. Vielleicht ist der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, rückzahlbate Darlehen zu gewähren, erwägenswert. Es muß jedenfalls unbedingt etwas geschehen, um das Elend zu lindern. Der Oberbürgermeister stellt dann. im Anschluß an den Einwurf eines kommunistischen Stadtverordneten fest, daß auch die Stadt Essen eine Unterstützungsaktion großen Stils sich nicht leisten könne. Dort wie hier fehlten die Mittel. Wenn. entsprechend dem soz. Antrag. Gutscheine ausgegeben würden, so würden die Gewerbetreibenden entweder die Scheine nicht annehmen. oder aber. wenn sie es täten, jo müßten ihnen sehr bald die Betriebsmittel ausgehen. Die Stadtverwaltung werde in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein. den Gewerbetreibenden die Gutscheine wieder abzunehmen. Das müsse er feststellen, um keine jalschen Hoffnungen aufkommen zu lassen. Zum Schluß schlägt der Oberbürgermeister die Bildung eines Ausschusses vor. der morgen. Samstag. mit den Gewerbetreibenden verhandeln solle. Stadtv. Grohmann(.) verlangt sofortige Obstimmung über den kommunistischen Antrag. Stadtv. Rüland(Soz.) ist damit einverstanden, doch soll im Anschluß daran sofort der Ausschuß gewählt werden. Es erfolgt hierauf Abstimmung über den kommunistischen Antrag, der gegen die Stimmen der Kommunisten und eines Polen abgelehnt wird. Man stimmt dann über den sozialdemokratischen Antrag ab, der gegen die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartéi angenommen wird. Es wird hierauf die Siebenerkommission gewählt, die mit den Gewerbetreibenden verhandeln soll. Ihr gehört vom Zentrum der Stadtv. Leidig an. Zur Beratung kommt jetzt Punkt 5 der Tagesordnung: die Anträge der sozialdemokratischen Fraktion. Mehrere von diesen Anträgen werden zur Vorberatung an die Ausschüsse überwiesen. Einstimmig wird beschlossen, daß der Hauptausschuß 23 Mitglieder zählen soll. Die Sozialdemokraten haben ferner beantragt: Das Sitzungsgeld für Stadtverordneten= Sitzungen und für Sitzungen der städtischen Ausschüsse beträgt 5 e für stimmung geht ungünstigeren Tarifverträgen vor. Die Verwaltung wird heauftragt, allgemeine Einführung bei den Tarifvertragsvarteien zu beantragen. Der Oberbürgermeister legt den Standpunke der Stadtverwaltung dar. Die Arbeitszeit sei nicht von der Stadtverwaltung festgelogt wor. den, sondern von dem Arbeitgeberverbande, dem die Stadt angehöre; und dieser habe mit den Arbeitnehmerverbänden die betreifenden Vereinbarungen getroffen. Stadtv. Wosach(.): Dann stellen wir den Antrag: die Stadt tritt aus dem Arbeitgeberverbande aus, und der Achtstundentag wird sofort eingeführ:. Stadtv. Ramrod(Itr.): Bei dem heutigen System der Tarifverträge fahren die Arbeiter und Angestellten besser als früher, da sie es mit der Stadtverwaltung allein zu tun haben. Man würde ihnen keinen Dienst anweisen, wenn man den komm. Antrag annehme. Stadtv. Wosach(.) erweitert einen Antrag dahin, daß auch nach dem Austrit der Stadt aus dem Arbeitgeberverband keine niedrigeren Löhne als die sonst üblichen gezahlt werden dürfen. Nach längerer Debatte wird der erweiterte Astrag der Kommunisten angenom. men. Schluß der Sitzung.45 Uhr. Die nächste Sitzung wurde auf kommenden Freitag anberaumt. H. Stillegung der Thussenwerke. Die Thyssenwerke sind gestern auf unbestimmte Zeit geschlossen worden. H. Diebstahl. Einem an der Kaiser=Friedrich= Straße wohnenden Bahnbeamten verschwanden am 20. 5. gegen.30 Uhr abends aus seiner Wohrung eine Brieftasche mit 39 Goldmark unt 52 franz. Franken Als Täter wurde der Lanfiunge eines Bäckermeisters aus der Bergstraße ermittelt. Das gestohlene Geld das er versteck: hatte. konnte dem Geschädigten wieder ausgthändigt werden. H. Festgenommen wurden zwei junge Burschen. die sich in hiesiger Stadt arbeits= und wohnungslos umhertrieben und denen eine Anzahl Diebstähle nachgewiesen werden konnte. Einer derselben ist Fürsorgezögling und wiederholt aus der Anstalt entflohen. Sie wurden dem Amtsgericht zugeführt. Ferner wurde ein junges Mädchen festgenommen, welches aus einer Fürsorgeerziehungsanstalt entwichen war. H. Auoflugsverkehr nach Walsum— Orson am Rhein. Um die Ausflügler schnell und zu Vorzugsvreisen nach Walsum. Orson am Rhein usw. zu befördern iegt die Kreis Ruhrorter Straßenbahn A. G. am Sonntag versuchsweise direkt durchgehende Sonderzüce von Rathaus Hamborn— Walsum(Rheinfähre) nach folgendem Fahrrlan ein: 121. a5 Bf. Meiderich 1230 142 254 405 ab Rath. Hamb. an) 142 254 406 123 143 30 412 ab Pollmann, an 136 243 40 126 20 3i2 4244 ab Schwan an 123 29 366 106 218 33 442 V an Rheinfähre ab Die Rückfahrt abends erfolgt nach Bedarf im Anschluß an die Rheinfähre. Kinder unter 4 Jahren sind frei: Kinder bis zu 10 Jahren für 6 Teilstrecken(Rathaus Hamborn— Rheinjähre) 10 Pfa. über 6 Teilstrecken 20 Vio.".S Lun4i4 br m Die Sonderzüge sind kenntlich durch rote Sonderwagenschilder! Die ermäßigten Kinderfahrvreise haben Sonntags auch bei sämtlichen Kurswagen auf allen Linien Gültigkeit! Der Straßenbahnner= kehr auf der Strecke Schwan— Walsum setzt Sonntogs.00 Uhr vormittags ein. Die Strecke Walsum— Wehofen wird ab Samstag. den 24. Mai. wegen völliger Unrentabilität durch den anhaltenden Bergarbeiterstreik vorläusig bis auf weiteres stillaelegt. H. Sitzung des Amtsgerichts. Unter der Anklage, eine öffentliche Sammlung zu Wohljahrtszwecken zugunsten der„Roten Hilfe für politische Gefangene und deren Angehörigen" bei ehemaligen Mitgliedern der K. P. D. ohne Erlaubnis der zuständigen Behörde veranstaltet bzw. als Angestellte oder Beauftragte mitgewirkt zu haben standen vor Gericht der Schlosser Heinrich Br., der Lehrhauer Bernhard Kr., der Schmied Peter Kl., der Schlepper Albert Sch. u. a. Da die K. P. D. durch Verfügung des Generals von Seeckt vom 20. 11. 1923 aufgelöst und jede agitatorische Tätigkeit untersagt wat. wurden die Angeklagten wegen Vergehens gegen§ der Bekanntmachung vom 15. Februar 1917 ein jeder zu 10 Goldmark, ersatzweise für je 5 Goldmark 1 Tag Gefängnis verurteilt. Die weiteren Angeklagten wurden freigesprochen. Während ihrer Tätigkeit als Schaffnerin bei der Hambornex Straßenbahn lieferte die Maria M. einen Teil der von ihr für die verausgabten Fahrscheine vereinnahmten Gelder nicht ab, sondern behielt sie für sich. Sie entnahm diese Fahrscheine aus Blocks. die ihr von der Verwaltung zwar ausgehändigt. aber zur Ausaabe noch nicht heranstanden. Sie leugnete die Tat. will vielmehr die fraglichen Fahrscheine versehentlich in einer Trinkholle liegen gelassen jedes bei Beginn und Ende anwesende Mitglied, und verloren haben. Den Verlust habe sie jedoch ∆„. ner anwesener######ev. porschriftwidrig nicht gemeldet. Die Angeklag Der Oberbürgermeister bittet, den Antrag abzulehnen. Von den Arbeitgebern dürse man aber erwarten, daß sie den Stadtverordneten für die Sitzungsnachmittage den Lohn nicht kürzten. Werde der soz. Antrag angenommen, so mache das einen besonderen Nachtragsetat nötig und der Stadt erwüchsen empfindliche Mehrausgaben. Vielleicht sei ein Kompromißweg gangbar: man bewillige eine Vergütung für die Vollsitzungen und verzichte auf eine solche für die Ausschüsse. Stadtv. Gnoß(Soz.) bringt jetzt einen Abänderungsantrag ein, darnach sollen die Sätze betragen: für Vollsitzungen 5 M und für Ausschußsitzungen.50 M. Stadtv Leidig(Itr.) ist dafür, daß die Sätze nur auf Antrag gezahlt werden und nur an die. die einen wirklichen Lohnausfall nachweisen können. Es erfolgt hierauf Abstimmung, die mit den Stimmen der Kommunisten und Sozialdemokraten die Annahme des soz. Antrages ergibt. Man berät hierauf einen meiteren soz. Antrag: Für sämtliche städtische Beamte Angestellte. Arbeiter wird die 48=Stunden=Woche eingeführt. Diese Sorschristwibrig nicht gmewbei. Die Angeklagte konnte jedoch aus den Aufzeichnungen der Diektion einwandfrei überführt werden und erhielt wegen Unterschlagung? Wochen Gefängnis.— Von der Anklage. Erwerbslosengelder der Stadt Hamborn unterschlagen zu haben wurden freigesprochen der Buchhalter Bernhard G. und der Schachtmeister Wilhelm St. Sie hatten einen Teil der für Erwerbslose erhaltenen Gelder für Fahrtkosten und Auslagen zurückgehalten.— Eisen= und Kupferdraht, den er eines abends bei einem Gang über das Gelände der Kleinbahn der Jeche Neumühl gefunden haben wollte, hatte der Arbeiter Karl H an den Althändler K verkauft. Es waren insgesamt 4% Pfund. wofür er 1800 M erhielt. Der Arbeiter Heinrich K. begleitete H auf dem Wege zu., bekam aber von dem Erlös nichts mit. Da der Schrott nur geringen Wert hatte. hielt das Gericht den Ankauf durch K. nicht strafbar. Es wurden daher K und K. freigesprochen: H. erhielt wegen Diebstahls eine Geldstrafe von 30 Goldmark. Dinslaken Die Stillegung de. Thussen'schen Walzwerkes ist gestern erjolgt. 10 „— zu: Echo vom Uliederrhein, Dolks-Zeitung, Ulülheimer Tageblatt, Hamborner Dolks=Zeitung S An Stätten der Erinnerung Von Dr. Ewald Reinhard. (Nachdruck verboten.) Festtage in der Heimat sind rechte Treffpunkte mit den Freunden und Bekannten der Jugend, die seltensten Gäste zieht das Weihnachtsfest oder der Ostertag oder das frohe Pfingsten nach Hause zurück, und da gibt es denn oft unverhofites Wiedersehen, und oft genug trifft man sich auch an Stätten der Erinnerung: denn so unvoetisch jemand im gewöhnlichen Leben auch scheinen mag, irgendwo haftet doch eine Sehnsucht nach der Wunderblume unseres Erdenlebens und so trifft man auf irgendeinem einsamen Pfade, vor irgendeinem Hause, in irgendeinem Winkel mitunter gerade den, mit welchem uns gemeinsame Erinnerungen dorthin verbinden. Ich kenne daheim keine geweihte Stätte der Erinne:une.s der sch.i##en Raum unter den Orgeldurchgang hinter dem Kirchenchor. Wo sind sie alle, die dort allsonntäglich sich ihr Stelldichein gaben, der eine starb in Amerika, den anderen vertrug das Schicksal nach dem Norden. ein anderer ist spurlos verschollen, und so stehe ich denn meist vollständig vereinsamt auf meinem alten Posten, nur noch von den Gestalten der Crinnerung umgeben. Und doch. ab und zu tauchi einer von den alten Genassen auf, und ein verstohlener Händedruck sagt uns, daß wir uns verstehen. Je veränderter nun auch die hintere Umgebung ist, desto gleichmäßiger ist der Vordergrund geblieben. Dort sebe ich noch immer die vertraute Gestalt des Kirchenchordirigenten. des Rektors Peter Zimmer: seit Gründung der Piarrei von St. Jakob in Saarbrücken. d. h. 38 Jahre hindurch, leitet er nun in vorbildlicher Weise den Kirchenchor. Ich bin ein Ketzer. nein. Hansjakob, der meint, daß ein solcher Mann über einen Feldherrn i stellen ist, der die Menschenerde mit dem Blute seiner Soldaten dünkt. Unser wackerer Dirigent singt auch bis heute immer noch meisterhaft die Soli. Seiner Richtung nach ist er eingefleischter Gregorianer, und es ist klar: wer sich in der Hochwaldluft des kirchlichen Gesanges einmal wohlfühlt, kann nie mehr an dem Parfümduft weltlicher Musik sich ergötzen. Daß der trefflich geschulte Chor auch heute noch leistungsfähig ist, bewies die Palestrinamesse, die der Chor am letzten Osterfeste sang. Auch im Chore sehe ich immer noch die alten vertrauten Gesichter, ein wenig älter sind sie geworden, aber die Begegnung ist nach wie vor freundlich. Wir Z ungäste kannten die meisten Chorsänger, verkehrten mit ihnen wie Gleichberechtigte, wir brummten auch mit: selten jedoch nur winkte uns das Glück.„offiziell“ aushelfen zu können wie am Karsamstag. Ich freue mich der Langlebigkeit meiner Landsleute und hoffe, daß sie die Stätte so vieler köstlicher Jugenderinnerungen noch viele Jahre schirmend umhegen. Vielleicht, daß dann die herrlichen Weisen Palestrinas und Mitterers unübertreffliches achtstimmiges Magnifikat das nächstemal wieder einen der alten Freunde in den stillen Winkel über dem Orgeldurchgang ziehen! Von Hanns Heinrich Bormann. Zeus. . Die Straßenbahn kriecht endlose Vorortstraßen kreischend entlang. Die Stadt bröckelt langsam ab, stückweise fallen Häuser. Fabriken. Schuppen und wieder Häuser hinter einem in vergessenes Dasein. Noch hängen Autolärm und flirtende Königsallee schwer in der Erinnerung. Aber da ist ein Weiher, ein Schloß und dabinter tut herbstvergoldete Parkstille weit die Arme auf. Irgendwo klingt noch ein Straßenbahnläuten ver... dann ist die Großstadt vergessen. Nur wenige Schritte. eine gerade Allee entlang — Blättern rieseln braun und golden zu Boden— dann schlägt der Park seine Gardinen zurück, und dicht zu Füßen rauscht der Abein sein müdes Schwermutslied. Stromaufwärts den Aserweg entlang. Und immer läuft der sonnige Herbsttag nebenher und lächelt, lächelt aus fruchtschweren Apfelbäumen. roten Beeren und buntem Laub... Ein StinnesDampfer stöhnt ächzende Kohlenlast durch stiebende Wellen. In Userweiden verliert sich der Weg., Glutrote Weidengerten hocken auf kurzen Stümpsen und sonnen sich. Pappeln senden knisternd Flüsterworte ins Land. Teer= und Tankgeruch vom Strom her streitet mit dem beizenden Rauch flackernder Kartoffelfeuer. Dann schlägt die Biegung durch das Gestrüpp und drüben vom Ufer her grüßt ein Bild aus dem Märchen: alte Giebel und Dächer. Wehrtürme und Tore, drüber weg ein Kirchturm in sicherem Frieden. Zons. Alte Giebel und Dächer. Wehrtürme und die Steilwand der Bastei glüht purpurtief im Herbstrot des wilden Weins. Davor der Rhein. müde und schwermütig. Nur ein Bild. eine Silhuette, massig, zackig und bunt gegen den klaren Himmel. Das ist Zons... das Dornröschen des Niederrheins. Das Motorboot schneidet mit hüpfendem Takt dem„Ufer zu. Das Bild wird Nähe Wenige Schritte und das Bild wird Umgebung zerfließt in Wirklichkeitsgrau und kahles Gemäuer. Man stapft über holpriges Pflaster, durch Türbogen gaßauf, aaßab, bleibt vor einer alten geschnitzten Tür stehen, blickt durch Schießscharten des Wehrganges und sieht Ecken und Winkel voll Efeu. Heimlichkeit und Erinnerung an alte Tage. Geht durch Torhogen wieder zurück, gaßab, gaßauf, und spürt Schatten der Vergangenheit ringsum. Dornröschenschlaf überall. Stille. Stille.... Nur ein pagr, Kinder balgen auf der Straße, winige Gesichter an den Fenstern, und überall träumende Heiligenbilder in glasverhüllten Nischen... Was bedeuten Einzelheiten? Was Winkel. Torbogen und holprige Gassen? Und wieder schneidet das Motorboot mit hüpfendem Takt dem User zu. Nähe wird Weite. Wirklichkeitsgrau zu buntem Bild. Und man steht und staunt ob des Wunders: Giebel und Dächer. Wehrtürme und Tore und die Steilwand der Bastei glüht vurpurtief im Herbstrot des wilden Weins. Davor der Rhein. müde und schwermütig. Nur ein Bild, nur eine Silbuctte, massig zackig und bunt gegen den klaren Himmel. Das ist Zons. Ruhrort. Eine öde Straße mit schmutzig=grauem Gesicht, scheinbar endlos, vierstockige Häuser zu beiden Seiten, so führt der Weg von Duisburg nach Ruhrort. Langeweile gähnt an allen Ecken. Bis zum Ufer der Ruhr. Dann beginnt ein Wirbel von Brücken. Ueber die Ruhr. über Hafenarme, über Kanäle... Immer Land dazwischen. Häuser. Lagerhallen. Verladeschuppen. Und wieder ein Wasserarm, wieder eine Brücke. Schiffe liegen an den Kaimauern. Schisse fahren im Irrgarten der Hafenbassins und erstreben den Ausgang. Ein Kommen und Fahren. ein Hin und Her. Drüben aber, wo die Häuser den Blick einfangen, drohen hundert Schlote zum Himmel. stoßen qualmende„Wolkenballen Tag und Nacht in jinsterem Triumph gegen das blaue Himmelsfenster und wischen es grau und blind. Drühen aber zucken lohende Feuersäulen über die Dächer. Dann und wann geht ein Feuerregen durch die Lüfte, dann und wann reißen Weißalutbäche Qualm und Wolken und Luft entzwei und brennen ihren Widerschein wie rasende Signale in den Himmelsraum, flammende Schreie nach fernen Planeten, ob auch dort Menschen seien. Knechte der Arbeit. Menschen wie wir.... Die Luft dröhnt Taa und Nacht. Es ist ein heimliches Stöhnen. ein Knirschen, ein Stampsen. ein ewiges Grollen. Die Straßen Ruhrorts sind eng und ohne Ausdruck Mit weniSchritten ist man quer durch die steinerne Insel. Dann steht man auf der andern Seite: wieder Wasser. Hasenarme. Schiffe. Und nun ganz nahe das Surren und Grollen, das Stampfen und Knirschen. Ganz nahe nun die Walzwerke und Hochöfen, und der drohende Rina der hundert Riesenschlote. Das Reich der Arbeit. Die große Schmiede Deutschlands. Hier ist ein Randstück von ihr von hier aus dehnt sie sich weiter über Hamborn. Marrloh. Essen... tief ins Land. Leicht steigt die Straße an. hinauf zum Brückenkoof. Dann schlägt groß und schlank die ragende Rheinbrücke ihre mächtigen Bogen Hier ist, Ruhrorts andere Seite. Hier mündet die Ruhr, hier beginnt der Riesenhafen. hier fahren die mächtigen Schleppzüge reihenweise nebeneinander. Hafenboote schlängeln dazwischen. Motorboote rasen wie Hunde. Und breit und schwer zieht der Rhein durch die Brücke und trägt die tausendfache Last. Weiß gr.,noch von den fröhlichen Hotelterrassen in Rüdesheim? Von dem Mädchenlachen bei Stolzensels. ron dem Becherklang und Burschensang des Siebengebirges?... Zerstoben. zersetzt ist alle Romantik. Hier pulst das harte Herz der Wirklichkeit. Hier fiebern Arbeit und Technik und Handel und Industrie. Hier hämmert ewiger Werktag. Hundert Schlote drohen zum Himmel. In Thomasbirnen leuchtet Bessemerstahl in Weißglut und zerreißt die Lüfte mit seinem Widerschein, Schiffe kommen. Schiffe gehen. Ewia ein Dröhnen in der Luft. Ein heimliches Stöhnen und Knirschen. ein Stampsen und Grollen. Breit und schwer zieht der Rhein vorbei. tastet in die hundert Arme und Becken des Hasens und zieht breit und schwer weiter. Xanten. Vom Reichswald bei Cleve her tastet ein waldiger Hügelrücken durchs Land bis zum toten Arm des Rheins. In der Ferne dam mern die Türme von Wesel. Zuweilen schreckt das Heulen einer Dampffirene die Wildgänse im Nohr. Am Abhang der letzten Hügelmasse. der Hees, liegt ein Städtchen im tiefsten Frieden. Eine steinerne Legende, die zwei mächtige Domtürme betend zum Himmel hebt: Xanten. Ein Kranz kleiner, heckenumsäumter Gärten reicht sich rings um die Mauer des Städtchens die grünen Hände. Kleine, delle Höuser stehen dicht die Gassen entlang. Eine Windmühle greift mit stumpfen Armen in den Himmel. Aber alles ist Demut: königlich wuchtet bloß der Dom. Herz und Hirn der kleinen Stadt. Seine Schatten liegen über dem letzten Hause noch. Er ist das Wunder, vor dem das Städtchen in Andacht kniet. In seinen Hallen blüht der Traum der Jahrhunderte. Erinnerung wird Gegenwart. Die Abenteuer römischer Lecionäre, der Märtyrertod des heiligen Viltor verklingt mit der tiefen Melodie des Nibelungenliedes: Es wuchs im Niederlande eines edlen Königs Kind... In einer reichen Feste:. Xanten war sie genannt. Der Dom zu Xanten. Steinerne Heilige lächeln von den Wänden, Altäre künden von Kalkars und Antwervens Kunst.„Ein Kreuzgang voll wundervoller Klosterstille erzählt heilige Geschichten. Vom Hrchaltax ieuchtet der goldene Schrein des heiligen Viktor In der Sakristei rauschen Schärze von Brokat und Seide. Marie Antoinettes Hochzeitskleid knistert als frommer Priesterornot... Schauen und Staunen füllt die Stunde. Rings um das Münster ein Kranz heller lauschiger Häuschen. Das Stiftskapitel wohnte einst hier. Kein Laut der Welt stört die Stille. Nur schwer hallend fallen die Glockenschläge vom Turm. Das einzige Zeichen, daß die Zeit nicht stille steht. Der Dom zu Tanten— eine steinerne Legende, die zwei wuchtige Türme betend zum Himmel heht. Seine Schatten fallen über das letzte Haus noch. Er ist das Wunder, vor dem die kleine Stadt in Demut kniet ... Und weit draußen zieht der Rhein der Grenze zu. elteelgn Haut-Bleichkrem „Mluno donte Alagiehr lächen Ghechckei Suader hge Jett rein weiß, Wirsam erprodte unschädliche Mittel gegen unschöne Hautfarbe, Sommersprossen, Leberflecke, gelde Flecke. Mit gen. Anweis. in allen Chlorodont=Verkaufsstellen zu haben. bige Gesehr Roman von O. Clemens. 13)(Nachdruck verboten.) Wie oft schon mag er das gesagt haben: aber noch nie ist es aus der Tiefe seines Herzens herausgekommen wie in dieser Stunde. Vera scheint gerettet und ihr„Christkindel" ebenfalls. Heute ist erst der 30. November. Fast einen Monat zu früh hat es sich eingestellt. So wird sie Weihnachten in Gesundheit und uneingeschränktem Glück seiern können. Ja, das Christkind ist da, Wie eine große Puppe liegt der Bub mit zusammengeballten Fäusichen in dem Himmelbettchen neben Vera. Sie hat die Puppe diesmal teuer, teuer bezahlen müssen. Er tritt vom Fenster weg.—„Armes Weib!“ Drei Tage lang haben sie das Lager umstanden, auf dem Vera sich wie ein zertretener Wurm in Qualen wand.— er in der Mitte, er, der schon jetzt berühmte Chirurg, der Frauenarzt mit der glücklichen Hand, der kühlen Blutes. nur seine Pflicht als Arzt ausübend, so manche gerettet. Ihr vermochte er nicht zu helsen. Sein Herz hatte sich zusammengekrampft. Er hatte erst gerast, sich dann ohnmächtig, demütig um Hilfe flehend an den höberen Arzt droben gewandt. Wie konnte alles so kommen?— Ihn erwartend, hatte sie im Erker gesessen, als aus einem hochgelegenen Fenster des gegenüberliegenden Hauses ein Kind aufs Straßenpilaster stürzte. Sie vergaß ihren eigenen Zustand, rannte in ihrer impulsiven Art zur Unglücksstelle hinab, hob das schreiende und zappelnde, jedoch nur aus einer ungejährlichen Wunde blutende Kind auf— und brachte sich dadurch an den Rand des Grabes. Hoffentlich ist das Schlimmste nun überstanden. Nach ununterbrochenem Kampf schlummern alle: Vera und der Junze, seine Mutter und die Wärterin. Vielleicht esbarmt der Schlaf sich auch seiner. Aber wieder vernimmt er ihr Stöbnen. Es muß Täuschung sein: denn das Schlafzimmer liegt am entgegengesetzten Ende der Wohnung, und die Zwischentüren sind sämtlich geschlossen. Dennoch schnellt er empor um nach ihr zu sehen. Er denkt nicht daran, daß sie nicht allein liegt. hätte es im andern Falle auch nicht beachtet. Lautlos öffnet er die Tür ihres Gemaches. Alles ist ruhig. Man böört nur die festen. regelmäßigen Atemzüge der songlos schlefenden Wärterin und das rasche Ticken der kleinen Rokokouhr auf Veras Toilettetisch. Er schleicht im Dunkeln an ihr Bert, und als er sich vorsichtig niederbeugt, fühlt er sich von zwei Armen umschlungen. „Johannes!“ haucht sie. Er küßt sie.„Geht es besser?“ flüstert er. „Ich bin so froh, so frohl“ kommt es zurück: doch im gleichen Augenblick pressen sich die Arme so fest um seinen Hals, daß sie ihn fast erdrücken. Er erkennt die Ursoche und kann es nicht hindern, daß seine heißen Trängn auf ihre Wangen tropfen. Als die Qualen wieder nachlassen, schiebt sie ihn langsam von sich.„Geh, geh, und ruhe“ sagt sie. „Dies war nur vorübergehend. Ich fühle, daß jetzt alles normal verläuft; es ist nicht mehr beunrubigend“ Er küßt sie nochmals innig und entfernt sich wieder. Es ist besser. Sie braucht dann ihre schmenzlichen Zuckungen nicht einzudämmen, um sic vor ihm zu verbergen, was ihr wahrscheinlich Erleichterung verschafft. Luthers Wort: Dazu sind sie ja da!“ geht ihm durch den Sinn. Welcher Art mochten die Frauen aus Luihers Umgebung gewesen sein, die für ihn „nur dazu da waren“? Ach, so klein kommt er sich in diesen Tagen neben Vera vor. Die Frauenfrage ist von ihm nicht unbeachiet gebbieben. Gar oft stieß er bei seinen strengen und hohen Lebensforderungen beim weiblichen Geschlechte auf intellektuelle, moralische und produktive Minderwertigkeit. Abgesehen von den Frauen der Land= und Arbeiterbevölkerung, die oft genug rur wie Zucht= und Arbeitstiere behandelt wurden. Erhalter und Ernährer der Familie sein mußten, lebten viele der„besseren“ Frauen wie Drohnen im Bienenkorbe der Menschheit. Wenn ein Mann wegwerfend und teilnahmslos ausrief:„Dazu sind sie da!“, so bewies er damit, daß ihm einzig diese letztere Art begegnet, daß seine sinnliche Liebe nur das Weib, nie den Menschen in ihnen gesucht und genossen. Wenn die Frau nur„dazu“ da war. mußee jeder Mann sein Tun als mißraten verfluchen, sobald er soh, daß er nur ein Mädchen gezeugt, und jede Mutter müßte wünschen, es wie geboren zu haben; denn von vornherein zu intellektueller Minderwertigkeit, nur zur Ausübung serueller Funktionen bestimmt zu sein, spricht aller Menschlichkeit Hohn. Er. Gralberg, ist eben auch Frauenpestalten begegnet, die ihn gezwungen, herüberzukommen aus dem feindlichen Loger und ihnen die Hand zu reichen, die ihn lehrten, daß der Schöpfer in demselben Akte nicht einmat etwas Vellkommenes und dann etwas Minderwertiges ins Leben rief. Man hatte bei diesen Frauen meist die der Ausbildung des weiblichen Geschlechtes von jeher gesetzten Schranken fallen lassen. sodaß ihre Examina und späteren Lebensarbeiten beweisen konnten, daß ihre Anlagen und Fähigkeiten zwar verschiedenartig von denen der Männer, nicht aber verschiedenwertig waren. Nur die verschiedene Erziehung schuf aus zweierlei Geschlechtern auch verschiedenwertige Menschen: die beschränkte Erziehung der Mädchen durch Haus, Schule und Gesellschaft, deren Bahnen sie als„Herren“ der Schöpfung gezogen hatten. Das, was hier Jahrtausende gesündigt, ließ sich nicht von heute auf morgen wieder gut machen. Und es bedurfte vieler Heldinnen, die dem Frauenproblem dadurch zum Segen wurden, daß sie ihren Förderern und Förderinnen nicht den Mut nahmen, sondern diese selbst immer von neuem in der Ueberzeugung bestärkten, daß sie für eine gute, gerechte Sache und nicht für eine Utopie kämpften. Vera hat ihm einen Sohn geschenkt. Er gibt zu, daß ihn das mit besonderer Freude erfüllt. Aber das gelobt er sich: Mögen alle künftigen Kinder als Mädchen erscheinen, es soll ihm nie ein„Nur“ entschlüpfen. Häusliche Erziehung und undegrenzus Studium wird auch ihnen das Leben zeigen und sie ehren, was für Menschen dieses braucht. Dann wird dos Sexuelle als einziger Zweck ihres Daseins sie nicht mehr zur Gans, Drohne oder Puppe stempeln; ihre Bestimmung zu heiliger, in hehrer Weise ausgeübten leiblichen oder auch geispigen Mutterschaft wird sie im Gegenteit eine Vollkommenheit erreichen lassen, die sie über den Mann erhebt. Die Verkörperung dieses Frauenideals besitzt er in seiner Gattin, in Vem. Ihre Talente, ihre Intelligenz, die Früchte, welche ihr Studium bereits vor seiner Beendigung trug, doten ihr Gewähr, für eine Karriere und Lebensstellung, welche viele tüchtige Männer vergebens erstrebten. Als aber die Natur als Vertreterin der Menichheit ihr Recht ven dem, was Weib in ihr wor, forderte, unterwarf sie sich der Pflicht. Ihr Verhälrnis zu ihm war bewußte Pflichterfüllung, kein blindes, der natürlichen Leidenschaft Sich= in=die=Arme=Wersen. Abermals tritt er auf den Flur hinaus und lauscht ob sie nicht stöhnt, ob sie nicht nach ihm ruft. Sie darf sich ja nicht rühren, um die Schelle zu erreichen, und die Wärierin, wie auch seire durch die Sorgen um das schwerbedroht gewesene Leben der Schwiegertochter erschöpfte Mutter schlafen so fest. Er vernimmt nichts. Da kehrt er ins Zimmer zurück und wirft sich müde auf das Fremdenbett. Trotzdem muß er weiterdenken: Was für einen Heroismus verlangt das Leben von Vera? Kein Ten der Klage. kein Wort wilden Sichauflehnens während der letzten Monate ist über ihre Lippen gekommen. Sie gab sich ihm gegenüber stets größte Mühe, heiter und sorglos zu scheinen. Doch hatte er sich im Geiste in ihre Lage versetzt und den eisernen Griff gefühlt, mit dem die Natur, die sich einst mit süßem Kosen des Körpers bemächtigt hatte, diesen erbarmungslos knechtete. Das Interesse an seinen Berufsarbeiten und ihre medizinischen Studien halsen ihr über manche Stunde, über manche Nacht hinweg; der Gedanke an die erhabene Aufgabe, die sie erfüllte, mag ihr geistigen Trost geboten haben. Es blieb aber sein und das schmerzlich getroffene Zartgefühl. Er hat sie mitempfunden, diese von der Natur schonungslos erzwungene Verletzung der Scham. des Tritigsten des reinen Weibes, deren Existenz Schopenhauer in der so häufig von ihm an den Tag gelegten Verkennung der weiblichen Psoche geleugnet: nach ihm trug ja die Frau ihre Schwangerschaft„stolz zur Schau“. um dadurch die Sühne ihrer„Schuld“ zu beweisen. Jetzt ist sie entbunden. Auf wie lange? Er geiß sich mit Vera eins in der Erkenntnis der Quelle des Ursprungs aller Dinge, die Gott. der Ewige, ist. Sie wissen, daß sie aus der Hand dieses Schöpfers hervorgegangen sind, Geist von seinem ewigen Geiste, der erst im Jenseits vollenden kann. und mit der Bestimmung, dies Ewigkeitswerk der Menschwerdung durch seinen Willen fortzusetzen. Wenn er sie jetzt in seine Arme nehmen und sie küssen könnte, daß es ihr die Gedanken an die unmittelbar vor ihr liegende Zukunft nähme, daß sie fühlte, wie er sie liebt, wie er immer an ihrer Seite stehen wird, ihr Leid teilend, wie er die Freude von ihr nimmt. Hinter dieser Zukunft liegt jedoch eine sernere, mit dem kraftvollen, stets herrlicher sich entwickelnden. in seinem Kreise welterneuernden.schlechte der Gralberg. Dies fühlt er in stolzem Mannesbewußtsein, davon ist auch sie überzeugt. Zehn Jahre vergehen.— Köln am Rhein lebt im Zeichen des Karnepals „Säle. Vorräume und Treppen des altehrwürdigen Gürzenich bieten ein originelles, lustiges Bild. Ein Hin= ud Herfluten von 107/2 „Senaturierung. Zur Nachkriegsentwicklung der Gewerkschaftsbewegung Boom.=Gladbach. Von Dr. Emil v. d. Das Verbandswesen, das nach dem Kriege wie unter einem warmen Mairegen ungewöhnlich unpia in die Blüte schoß, so dan man nicht ohne Gruno von einer starten Ueberorganisation: die der deutschen Wirtschaft ausgeufrovit werde. sprechen konnte, ist durch die ravide Inilation des letzten Jahres in eine schwete Krise geführt worden. von der kaum ein Zweig der verästelten Organisationen verschont geblieben ist. Mit der vorläufigen Schaffung der Festmark ist nun auch hier eine gewisse Gesundungskrise eingetreten. Man spricht daher von einer Ruckbildung des Organisationswesens. Was reine Inflationsblüte war. ist abgefallen und nicht wieder zum Leben erwacht. Manch anderes ist auf seinen gesunden Kern zurückgeschrumpft und erscheint wieder existenzfähig. Indes war es nicht bloß eine außere Krise. die das Verbandswesen erfaßte, sondern die Inflation mit ihrer Versuchung zur Spekulation statt Produktion. zur Korruption und anderen unerfreulichen Erscheinungen legte auch manch innere Fäulnis im Organisationswesen bloß und schuf auch damit eine Voraussetzung für eine innere GeIn den Gewerkschaften als der breitesten Massenorganisation mußte die Krise insofern ausgeprägt in die Erscheinung treten. als das Menschenmaterial, das nach dem Krieg in diesen zusammenströmte. ein ganz anderes war als dasjenige. auf dem sich vor demselben die Arbeiterberufsverbände aufbauten. Die Gewerkschaftler der Vorkriegszeit. gleichviel. um welche Verbände es sich handelt, waren im allgemeinen eine Auslesetruppe von Facharbeitern, die in entbehrungsreichem Ringen gestählt und teilweise nicht ohne starken Idealismus an der sozialen und kulturellen Hebung ihres Standes und dessen Eingliederung in die heutige Wirtschaft und Gesellschaft gearbeitet hatten. Das wurde nach dem Kriege anders. als Millionen von Arbeitnehmern. denen der „Verband" selbst als reine Organisation. geschweige denn als besondere Berufsorganisation früher fremd gewesen war. nun auf einmal wie mit Gewalt in die Berufsverbände hinein stromten, um hier in erster Linie Ansprüche anzumelden. Ein derartiges Eindringen gar nicht geschüller. vielfach ungelernter, jugendlicher, in erster Linie auf materielle Vorteile bedachter Elemente mußte auf die mehr konservativ gerichteten Verbande verwirrend wirken und vor allem auch die Führung erschwern. so daß. als die durch die Inflation fast zur völligen Blutleere erschöpfte Wirtschaft einer geregelten Gewerkschaftspolitik so gut wie völlia den Boden entzog. die Krisesich zur Katastrovhe steigern mußte. Ein Artikel in der neuen parteioffiziellen sozialdemotratischen Wochenschrift: Die Gesellschaft", in welchem R. Seidel über die Entwicklung der sozialistischen Verbände seit Krieg und Revolution berichtet, gibt für die fast anormaße Gestaltung der Verhältnisse in den Gewerkschaften einige bezeichnende Ziffern: 1914 hatten die=Verbande des Allgemeineg, schen Gewerkschaftsbundes 2075 759 der. Der Zustrom riesiger Massen nach 1918 die Zahl der Mitglieder von 1 106 657 im Durchschnitt des Jahres 1917 auf 1664 991 im Jahre 1918. 5 479073 im Jahre 1919. 7890 102 im Jahre 1920. Die Verbande des Allgemeinen freien Angestelltenbundes machten eine ähnliche Entwicklung durch. auf dieser Höhe hielten sich die Mitgliederzahlen bis zur Wirtschaftskrise des Jahres 1923. Dann gina es wieder abwärts. Seidel berührt in seinen Ausführungen auch das unausgeglichene Verhältnis zwischen Führuna und Massen. indem er darlegt: mit dem gewaltigen Mitgliederzuwachs blieb„für eine innere Agitation. die nun umso notwendiger gewesen wäre, für die planmäßige Einführung der Neugewonnenen in die BedinDie neue Gelostverwaltung der Gememden gungen des gewerkschaftlichen Kampfes und für die Durcharbeitung neu entstehender Probleme war nur selten genügend Zeit und Fähigkeit vorhanden. Weder die Mitgliedschatten noch die Funktionärkörver der Verbände waren. wie früher. aus den Kämpfen der Gewerkschaften hervorgegangen und in ihrem Feuer miteinander verschmolzen worden. Beide zeigten so eine völlig veränderte innere seelische Verfassung, sowohl für sich betrachtet, wie in ihrem Verhalten zueinander. eine der wichtigsten Ursachen für manches gegenseitige Nichtverstehen, das in den letzten fahren oftmals zu fast unerklärlichen Organisationswirren führte. Beide Teile erschienen vielfach nicht organisch miteinander verwachsen oder sogar gegeneinander gestellt.“ Auch Seide! betont, daß es vorwiegend„Nützlichkeits=Gesichtspunkte“ waren. welche die Massen in die Gewerkschaften trieben, also die Sorge um Arbeitsplatz und Arbeitslohn. Unvergleichlich tiefer dringt Prof. Dr. Th. Brauer in seiner Schrift:„Krisis der Gewerkschaften"(Jena 1924. G. Fischer) in das Problem ein: Mit einer schonungslosen Offenheit. die hinwiederum diktiert ist von dem großen unmittelbaren Interesse. das ihn mit der christlich=nationalen Arbeiterbewegung verbindet. geht der Verfasser den tiefsten Grunden für die Krise in der Gewerkschaftsbewegung nach und er findet sie ausgehend von den äußeren eben teilweise von uns berührten Ursachen hauptsächlich in einer inneren. die er„Denaturierung" der Gewerkschaftsbewegung nennt. also eine Charakter= und Wesensänderung der Gewerkschaften. Hier liegt nach Brauer der „Quellpunkt der Krisis". Während die Gewerkschaften ihrem eigentlichen Wesen nach Organisationen zur Beeinflussung des Arbeitsmarktes sind, die also mit der Eigenart der Wirtschaft aufs engste verbunden sind, irrten sie in der Nachkriegszeit auf Grund der Verkennung ihres Wesens. insbesondere auch durch die Mitschuld nicht genügend geschulter hinreichend charaktervoller und überwiegend politisch eingestellter Führer von naturgewollten Bahnen vielfach ab. So wurden sie zu einer quantitativ und qualitativ übermäßigen Anwendung ihrer Macht= und Kampfmittel gezwungen. die diese Mittel schnell abstumpfen ließ. die Arbeitgeber und Unternehmer aber zualeich zu einer ressentiment erfüllten Machtgruppe von bisher unerhörter Festigkeit zusammenschloß. Gewerkschaftler von guter Schulung und Feingefühl abstieß und die öffentliche Meinung gegen die Gewerkschaften, sei es apathisch, sei es feindselig. stimmte. Eine Heilung der Krisis erwartet Brauer von einer Rückbesinnung der gewerkschaftlichen Verbände auf den tiefsten Sinn der Gewerkschaftsbewegung als einer an Berufsgedanken sich orientierenden Standesbewegung. Eine derartige Auffassung ist eine Kraftquelle, aus der eine Reorganisation und damit eine Gesundung der Gewerkschaftsbewegung hervorgehen kann. Hier liegen Probleme vor für die Gewerkschaftsführung. die Bildungspflege und das Unternehmertum. Namentlich auch das letztere sollte u. E. das Gebot der Stunde begreifen. Der Gesundungsprozeß in der Gewerkschaftsbewegung, an dem letzthin die gesamte Volksgemeinschaft ein dringendes Interesse. kann gedeihlich nur dann vor sich gehn, wenn auch die Unternehmerschaft zu den Gewerkschaften als solchen und der Arbeiterbewegung im allgeminen ein richtiges Verhältnis findet. Das heißt. die Unternehmer müssen durch eine psychologisch richtige Behandlung der Arbeiterschaft die Wiedergeburt der Gewerkschaftsbewegung als Standesbewegung fördern und damit ein Instrument mit schaffen helfen. das. richtig angewandt. für die Wiederaufrichtung unseres Volkes von außerordentlicher Bedeutung sein kann. Wünsche des Preußischen Städtetages Zu der großen Verwaltungsreform hat auch der Preußische Stadtetag seine Stimme erhoben. Er beschränkt sich dabei auf sein eigenstes Feld, die Selbstverwaltungverwaltung der Gemeinden, indem er dafür eintritt, daß bei der neuen Gestaltung der inneren Verwaltung die Tätigkeit des Staates von der der Gemeinden klarer abgegrenzt und die Selbstverwaltung in ihren natürlichen Grenzen und Bereich klarer herausgearbeitet werde. Seine Meinung hat er in einer Reihe von Leitsätzen niedergelegt, die davon ausgehen, daß die Träger aller Aufgaben der allgemeinen Landesverwaltung unterster Instanz die Gemeinden sind, d. h. die einzelnen Gemeinden oder die kleineren in ihrem Zusammenschluß zu Landkreisen. Diese Ausgaben sind grundsätzlich im Wege der Selbstverwaltung zu lösen. Nur soweit staatliche Interessen eine in ihrer Art einheitliche Lösung der Aufgaben fordern, sind sie als Staatsaufgaben zu behandeln, doch die Gemeinden mit ihrer Wahrnehmung zu beauftragen. Die ersteren gehören damit in das Gebiet reiner Selbstverwaltung. die anderen in zweckmäßiger Auswahl in das Gebiet übertragener Auftragsangelegenheit, eine Unterscheidung, die auch in dem Entwarse der Städteordnung gemacht wird. Die Staatsaussicht will der Städtetag natürlich nicht ausschalten, gilt es doch, nicht nur die ordnungsmäßige Geschäftsführung der Selbstverwaltung zu wahren, sondern auch bei aller Dezentralisation der Aufgaben die Einheit des Staatswillens und der Staatsordnung in seinen großen Zusammenhängen des Staats= und Volkslebens aufrechtzuerhalten. Aber er will sie auf das notwendigste beschränken, nämlich auf die Sorge, daß die Selbstverwaltung im Rahmen der Gesetze geführt wird. Damit scheidet jeder Eingriff in die sachlichen Maßregeln der Selbstverwaltung, jede Bevormundung und jede überflüssig erscheinende Berichterstattung aus. Im einzelnen ergeben sich folgende Richtlinien: Wesentlich ist, sorgfältig zu untersuchen, ob und wie im Zusammenhange mit dem Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden die Tätigkeit der Reichsfinanzbehörden bei der Verwaltung der Reichssteuern wieder auf die Länder und Gemeinden zurückzuführen sich empfiehlt. Die Sicherheitspolizei sieht der Städtetag als die unantastbare Domäne des Staates an. Sie ist daher solchen Behörden anzuvertrauen, auf die der Staat unmittelbaren Einfluß hat. In den Stadtkreisen ist sie daher besonderen staatlichen Behörden (Polizeipräsidenten, Polizeidirektion), in den Landkreisen dem Landrat zu übertragen. Alle übrigen Polizeiangelegenheiten, das wäre insbesondere die Gesundheits= und tierärztliche Polizei, fallen in das Gebiet der Wohlfahrtspflege und damit in den stalten! Karikaturen aller möglichen und unmöglichen Typen. grotesk und bizarr, wie der Karneval sie mit sich bringt— und dementsprechend die allenthalben fallenden Anreden und schlagfertigen Antworten. die vom Humor des Kölner zeugen, der auch heute noch lebt. — Der erste Teil des Festes hält sich gewohnlich innerhalb der Schicklichkeitsgrenzen. Wenn hernach aber Wein und Sekt zu wirken beginnen. wissen auch hier, wo im großen und ganzen nur gute Gesellschaft zusammenkommt, viele nicht mehr. wann der Scherz aufhört und die Dreistigkeit beginnt. Das an sich harmlose und hübsche„Schunkeln“ nimmt nach Mitternacht in Einzelgruppen Formen an. die nichts weniger als harmlos und hübsch zu nennen sind. Jeder zeigt eben, wes Geistes Kind er ist. Gerta Rosenbaum, geborene Gerta Eßer. die frühere Kommilitonin von Vera und Irene, die sich inzwischen mit einem Juden verheiratet hat. lehnt als„Carmen“, an der Treppenbrüstung und hält die Eingänge im Auge. Sie scheint jemanden zu erwarten. Plötzlich schaut sie auf. Vor ihr watschelt eine„Holländerin, behäbig rund, mit roten Backen, blauen Augen. blendend weißem Häubchen und klobigen Holzvantoffeln die Stufen herauf. „Zum Kuckuck!— Ich lasse mich hängen. wenn das nicht Irene Wynen ist.“ sagt sie sich. „Gerade du. Taube:— Sicherlich ahnst du nichts.“ Sie läßt diese an sich herankommen und schlägt ihr mit dem Tamburin auf die Schulter. „Mynfrouw!“ ruft sie lachend. als die biedere Niederländerin sich erstaunt umsieht. „Ja— nein— bist du es. Gerta?“ entfährt es Irene. Sie vergißt in der Wiedersehensfreude den Vorsatz. Gerta bei einer etwaigen Begegnung möglichst hochmütig und verachtend zu schneiden.— so hatten sie es bei der Veroffentlichung von Gertas Verlobung einstimmig beschlossen,— und nimmt, ohne zu zögern. die ihr dargerotene Hand. „Wie kommst du hierher, schöne Spanierin?“ fragt sie. „Das aleiche könnte ich dich berechtigter fragen: denn ich bin seit meiner Verheiratung Kölnrin!“ Diese letzte Anmerkung erinnert Irene daran. daß Gerta Eßer jetzt Rosenbaum heißt.„Reserne!“— ermahnt sie sich innerlich und sagt dann. den Kopf ein bißchen zurückwerfend: „Ich will mir einmal den berühmten—— „Berüchtigten Kölner Karneval“.— wirft Gerta höhnisch dazwischen. „Der Abend wird, mich ja lehren, welche Bezeichung richtig ist, entgegnet Irene.„Also den Kölner Karneval mochte ich kennen lernen. Geht es dir gut. Gerta?“— Sie fragt es sehr von oben herab. was Gerta grimmig feststellt. „Danke. seh; gut. meine Liebe. Du weißt sicherlich noch, daß ich schon in unserer Studienzeit stets das Hauptgewicht auf persönliches Wohlergehen legte. Man muß zu leben verstehen.— Hans Heinz scheint dich übrigens auch nicht schlecht zu pilegen. Irene ist wütend. Erstens über das Hans Heinz. Ihr Gatte ist für Studentinnen von der Art Gertas nie„Hans Heinz“ gewesen. Zweitens ist das„gute Aussehen“ ihr wunder Punkt. Sie kann nicht leiden, daß jemand darauf ansvielt. „Du siehst nicht minder wohl aus, Gerta.“ konstatiert sie.—„Sonst ist deine Annahme nicht falsch; auch mir geht es sehr gut. Keine Anstrengung. keine Sorgen. keine Aufregung. gesegneten Appetit— wie sollte man da schlecht auslehen? Und mein Gatte? Du wirst dich wundern wenn du ihn im Laufe des Abends siehst. Aus dem liebenswürdigen Studenten von ehemals ist ein ernster. verschlossener Gelehrtee geworden, der nur noch seine Bücher kennt. Aber einen Buben habe ich. einen Prachtkeri. Er ist zehn Jahre alt. und jeder hält ihn für zwölf (Fortsetzung folgt.) Auftragsbereich der Selbstverwaltung. Im Schulwesen unterscheidet der Städtetag die Schulen, die nur für den Bereich eines Gemeindebezirks bestimmt sind(Volksschulen, Mittelschulen, meist auch höhere Schulen) von denen, die über den Bezirk einer Gemeinde hinaus von Bedeutung sind. Hinsichtlich der ersteren ist der Gemeinde die gesamte sogenannte äußere und innere Verwaltung als reine Selbstverwaltungsangelegenheit zu überlassen. Die Verwaltung der anderen wird empfohlen, der Provinz oder besonderen Zweckverbänden zu überweisen. Der Staat jedoch stellt die allgemeinen Richtlinien, insbesondere Lehrpläne, Stundenzahl, Lehreranstellungs=Bedingungen auf. Ganz aufräumen will der Städtetag mit den Sonderbehörden, die namentlich in der Nachkriegszeit wie Pilze aus der Erde geschossen sind. Sie sind unwirtschaftlich, überschneiden sich in ihrer Zuständigkeit sowohl untereinander, als auch mit den ordentlichen Verwaltungsbehörden, und verwischen und verwirren die klare Einsicht der Bevölkerung in dem Zuständigkeitsbereich. So könnten die Fürsorgestellen und die Hauptfürsorgestellen für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene aufgelöst und in die allgemeine Wohlfahrtsverwaltung der Gemeinden eingeordnet werden. Die öffentlichen Arbeitsnachweise und ihre Verwaltungsausschüsse könnten in die Selbstverwaltung der Gemeinden eingegliedert werden. Die Landesämter für Arbeitsvermittlung könnten ganz aufgelöst werden, indem ihre wirtschaftlichen Aufgaben in die örtlichen Arbeitsnachweise oder deren Verbände aufgehen. zumal sie besonderer fachlicher neben allgemeiner Kommunalaussicht nicht bedürfen. Die Standesämter sind zu reinen Gemeindeeinrichtungen zu gestalten. Die Angelegenheit der Selbstverwaltung. die über den Bereich einer Gemeinde hinausgehen oder aus Gründen der Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit besser in größeren Verbänden behandelt werden, wie etwa Girozentralen, sind besonderen Zweckverbänden oder dem Provinzialverbande zuDie Justizhoheit bleibt Aufgabe des Staates. Da. her sind die Gemeinden von allen Geschäften der Rechtspflege zu befreien. Die Kaufmanns= und Gewerbegerichte, die Mieteinigungsämter, gehen in die ordentlichen Gerichte über. Die Katasterämter vereinigen sich zweckmäßig mit den Vermessungsämtern der Gemeinden.. Ohne Zweifel verdient dieser sachkundige Beitrag zur Verwaltungsreform Beachtung. Gilt es doch mehr als Abbau in Verwaltungseinrichtungen und Beamtentum. Es gilt die Errichtung eines schönen zweckmäßigen Neubaues. ist kein Zweisel, daß der Ausgang tragisch gedacht war. Der Gutsherr Sarynzeo. in dem wir Tolstoi selber zu erblicken haben, fällt als Opfer seiner unverstandenen Ideale. Wir würden aber fehlgehn. wenn wir annehmen wollten, dak auch in Wirklichkeit Tolstois Familienieben von der Tragik umdüstert worden ker.„..(ni.##a## 4 Wenn Tolstoi sodtel Ernst besag, um dre Verwirklichung seiner Ideen zu erstreben. so besaß er andererseits doch auch soviel— echt russische— Passivität, daß er nicht fähig war. das Familienglück zu untergraben. Er begnügte sich mit einer Geste. die ihn vor sich selber der Verantwortlichkeit überhob: er ließ sein Besitztum auf den Namen seiner Frau übertragen. Mit dieser Tat war der Familienfrieden gerettet. die Grundlage für ein autes Einvernehmen zwischen ihm und seiner Gattin geschaffen. Mit männlicher Entschlossenheit führte sie das Regiment und fand nebenbei noch Zeit. sich als die geistige Gefährtin ihres Mannes zu behaupten indem sie an seinen inneren Kämpfen und Wandlungen und an der Ausarbeitung seiner Ideen Anteil nahm.„ „Die genialen Männer“, sagte ste.„müssen immer Leute mit hausbackenem Verstand neben sich haben, die ihnen widersprechen. Sie war nicht nur seire Sekretärin. die, wenn sie von ihm gerufen wurde jede andere Arbeit liegen ließ, sondern auch seine verständnisvolle Mitarbeiterin. deren Urteil sein Schaffen auf das stärkste beeinflußte. Dabei war sie keineswegs darauf bedacht, ihn zu schonen oder ihm Zugeständnisse zu machen. Sie widersprach ihm vielmehr aufs entschiedenste. wenn er ihr etwas zu weit zu gehen schien, ja. sie weigerte sich wohl sogar. ihm bei Manuskrivten. die gegen ihre Ueberzeugung gingen. behilflich zu sein. So vielmehr aufs entschiedenste. wennTT...## erstehung" abzuschreiben, in der die Messe angegriffen wurde.„„ Auch bei den Vorrommnissen oes gewohnlichen Lebens war Tolstoi gewöhnt, den Wünschen seiner Gattin weitgehend Rechnung zu tragen. So paßte er seine Kleidung. wenn sie auch einfach genug blieb. doch allmählich ein wenig an die elegante Kleidung an, in der man sie stets sah. Bei den Mahlzeiten sah er davon ab. sich mit einfacheren Speisen zu begnügen. wie es sein Wunsch gewesen wär. Bei den Eisenbahnfahrten, die er in der dritten Wagenklasse zu machen wünschte, benutzte er auf ihren Wunsch wenigstens die zweite. Die Zimmereinrichtungen blieben herrschaftlich, von der üblichen Dienerschaft wurde nicht abgesehen. Wenn man ihn dann darauf hinwies, daß das alles mit seinen Lehren nicht im Einklang stand. dann gab er selbst die Erklärung und Entschuldigung dafür an: ev fürchte sich, seiner gramilie Kummer und Schmerz zu bereiten: und seine Frau und seine Kinder seien doch schließlich die nächsten seiner„Brüder und „Schwestern“. Seine Widerstandslosigkeit sei eine seiner Haupttugenden. Er sei vielleicht berufen, aber er sei nicht auserwählt.„Meine Schwäche beweist nicht, daß meine Grundsätze schlecht sind: sie beweist nur. daß ich schwach bin.“ Freilich, wenn auch der Friede auf diese Weise gewahrt blieb. Tolstoi litt unter dieser seiner Schwäche.„Herr Gott, ich sehe. du willst nicht, daß ich an deinem Werk mitarbeite: ich soll erniedrigt werden, daß alle mit Fingern auf mich zeigen und sagen: er redet, handelt aber nicht. Und dennoch findet er auch wieder einen Trost:„Offenbar will Gott nicht, daß ich sein Diener sei. Er hat viele andere Diener. erreicht sein Ziel auch ohne mich. Wenn ich mir dies deutlich vorstelle, bin ich ruhig. Das ist so recht aus dem tiefsten Innern der russischen Volksseele gesprochen. Ales ist Schicksal und Vorbestimmung. Gott droben handelt. Es ziemt dem Menschen nicht, sich mit seinen Absichten in Gottes Weltplan einzudrängen. Tolsto! in der Che Nachdruck verboten. Tolstoi kam durch seine Ansichten in einen schweren Gewissenskonflikt gegenüber seiner Familie. Der Besitz von Privateigentum war seiner Meinung nach ein Unrecht, daher ging er mit dem Gedanken um, sein Besitztum unter seine Bauern aufzuteilen. Jede Bequemlichkeit und jeden Genuß. den also seine Mitmenschen nicht auch haben konnten. hielt er für unerlaubt: so wünschte er seine Lebenshaltung genau derjenigen anzupassen. die er bei seinen Bauern fand. Bei alledem stieß er auf den Widerstand seiner Familie, die ihm zwar gern seine Theorie. aber nicht deren Umsetzung in die Praxis gestatten wollte. In dem Drama „Das Licht leuchtete in der Finsternis“ hat er den Kampf. den er zu führen hatte, dargestellt. Das Drama ist unvollendet geblieben, aber es Vonntagslinder Nachdruck verboten. Ob Sonntagskinder wirklich Glückskinder sind? Man konnte daran irte werden, wenn man unter den bekannteren Persönlichkeiten der Vergangenheit und Gegenwart Umschau hält. Zuachst ist es eigenartig, daß sich unter den Großen der Welt= und Geistesgeschichte so wenig Sonntagskinder finden. Goethe wurde an einem Donnerstag geboren. Navoleon an einem Dienstag. Helmholz an einem Freitag. Von den gekronten Häuptern der jungsten Vergangenheit erblickte Wilhelm 1. an einem Mittwoch, die verstordene Kaiserin an einem Freitag das Licht der Welt; von den bekannteren ausländischen Herrschern ist weder der alte Zar. noch der König Eduard 7. von England. noch Kaiser Franz Joseph von Oesterreich an einem Sonntag geboren. Auch unter den jüngst enthronten deutschen Fürsten befindet sich kein Sonntagskind. Wilhelm 2. wurde an einem Donnerstag geboren. der frühere Kronprinz an einem Samstag. der König von Sachsen an einem Mittwoch, der König von Württemberg an einem Freitag. Der Sonntag kann sich also nicht rühmen. dem deutschen Volke besonders niel hervorragende Männer geschenkt zu haben. Dagegen zeichnet sich der Samstaa als Geburtstag eines Dreigestirns von Personlichkeiten aus, die den deutschen Geist auf drei verschiedenen Gebieten in glänzender Weise vertreten. Schiller. Kant und Bismarck sind alle drei an einem Samstag geboren. Trübe aber wird uns zumute wenn wir nun doch einigen Sonntagskindern begegnen. die in der naher Vergangenheit von sich haben reden machen. Der unglückliche König von Bayern, der seine Lebensjahre in geistiger Umnachtung auf Schloß Fürstenried zubrachte. bis ihn vor einigen Jahren der Tod erlöste, ist ein Sonntagskind. Auch die belaische Prinzessin Charlotte. die Witwe des erschossenen Kaisers Mäximilian von Mexiko, die infolge dieses Schicksalsschlages in unheilbaren Wahnsinn verfiel. ist an einem Sonntag. und zwar sogar an einem Pfinastsonntag geboren. Und endlich ist : zweifelhafte Glück. ein Sonntagskind zu sein noch der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, der Gemahlin Kaiser Franz Josephs beschieden gewesen, die im Jahre 1898 in Genf von einem italienischen Anarchisten ermordet wurde Wahrlich. wenn man diese Schicksale betrachtet, beneidet man die Sonntagskinder nicht mehr um den Tag ihrer Geburt. 1073 Der Reue Wirtselichtskarter Notizen ans Industrie, Handel und Gewerbe Börsenstimmungsbild Berlin, 25. Mai. Da die Fragen politischer und wirtschaftlicher Art, welche die Börse beunruhigen noch keine Klarung gefunden haben und weder für cie Regierungsbildung vorhanden noch der Bergarbeiterstreik beigelegt ist, schloß die Börse die Woche in kaum zu überbiefender Lustlosigkeit. Ueber die Abwickelung der Engagements im Metallhandel verlautet nichts entscheidendes. Infolge der Unsicherheit und Zurückhaltung gestaltete sich die Kursbewegung bei ganz geringen Umsäten ungleichmäßig Bei vereinzelien Glattstellungen der Spekulation überwog eine Neigung zur Abschwächung. Höher waren anfangs jedoch Essener Steinkohle, und zwar um S und Bochumer um ¾ Bilionen Prozent notiert. Auch Phönix und Hamburg-Amerika waren fest. Bankaktien behaupteten sich gut. Im Verlaufe machten sich gut. Im Verlaufe machten sich keine Ansäte zu einer Belebung bemerkbar. Einige ausländische Zahlungsmittel wurden etwas niedriger notiert und die Zutcilung London auf S Proz. erhöht. M4 9 Umtausch von-Goldschatzanweijungen Berlin, 21. Mei. Die Friedensvertrags-Abrechnungsstelle beim Reichskommissariat für Reparationslieferungen teilt folgendes mit: In Ausführung der Verordnung des Reichspräsidenten vom 3. März 1924 Par. 3. Abs. 3 u. 4, werden gegen Rückgabe der bis zum Umtausch nicht eingereichten-Goldschaßanweisungen vom 1. Juni 1924 ab auf Antrag jeden Inhabers kurzfristige Goldschaßanweisungen(-Schaßanweisungen) ausgehändigt, wobei die alten Schaßanweisungen mit 75 Proz. des Nennwertes berechnet werden. KSchaßanweisungen, die bis zum 31. Mai 1924 ohne Abrechnungsschreiben der Friedensvertrags-Abrechnungsstelle G. m. b. H. eingereicht sind, gelten als nicht frist- und formgerecht eingereicht und werden deshalb gleichfalls nur mit 75 Proz. umgefauscht. Wird der Umtausch zu diesem Saße nicht gewünscht, so müssen die Einsender bis zu dem genannten Termin über die eingereichten KSchäße anderweit verfügen. Die neuen-Schaßanweisungen werden ausgegeben in Stücken zu 40, 100 und 400 Mk. Etwaige Spitenbeträge zur Erlangung solcher Stücke müssen bar zugezahlt werden und werden bei Uebersendung der ESchatzanweisungen durch Nachnahme erhoben. Der Umtausch ersolgt für Rechnung des Antragstellers beim Reichskommissariat für Reparationslieferungen, Abteilung Friedensvertrag-Abrechnungsstelle, Umtauschstelle für-Schaßanweisungen, Berlin W 9, Potsdamer Straße 10—11. Produktenbericht Berlin, 25. Mai. Am Produktenmarkt machte die Besscrung der Haltung einen Fortschritt. Für Roggen zeigte sich aus Mitteldeutschland und dem sonstigen Inland zunehmendes Intcresse, sodaß zum Teil erhöhte Forderungen durchgescht werden konten. Hierdurch wurde auch Weizen günstig beeinflußt, döch blieb das Geschäft darin still. Gerste wurde wenig umgeseht. Hafer war ruhig bei wenig Angebot. Futterartikel änderten sich bei geringen Umsätzen kaum im Preisstand. Produktenmarkt Berlin, 25. Mai. Weizen: Märk. 154 bis 157; Mitteldeutsch. 155 bis 157; Tendenz sictig. Roggen: Märk. 128 bis 132; Tendenz sictig. Gerstc: Sommergerste 158 bis 168. Wintergerste 145 bis 155: Tendenz siehg. Hafer: Mark. 127 bis 134; Tendenz stetig.(Dreise für 1000 kg in Mik ab Stetion. Weizenmenl: 21.50 bis 424.50; Tendenz sietig. Roggenmchl:19 bis 21; Tendenz fester. Weizenkleie:.80: Tendenz gefregt. Roggenkleie:.20 bis9.30; Tendenz gefragt.(Preise für 100 kg brutto einschl. Sack in Mk. frei Berlin.) Raps: 285 bis 290: Tendenz still. Leinsaat: 390: Tendenz still.(Preise für 1000 kg in Mk.) Vikdtoriaerbsen: 20 bis 22.50: Kl. Speiscerbsen: 15 bis 16: Futtererbsen: 13 bis 14: Peluschken: 11 bis 12: Wicken: 11.50 bis 13: Blaue Lupinen: 11 bis 11.50: Celbe Lupinen: 13.50 bis 14.50; Seradella 11 bis 15: Rapskuchen 10: Leinkuchen 18.50; Trockenschnitzel(promptl.70; Zuckerschnißzel 18; Kartoffelflocken 21.50:(Preise für 100 kg in Mk. ab Verladestation.) Nichtamtliche Rauhfutternotierungen ab Station per 100 kg: Weizen- und Roggenstroh drahtgepr. .20 bis.50; Haferstroh drahtgepr..00 bis 1,10: Roggen- u. Weizenstroh bindfadengepr. je nach Frachtlage: Gebündeltes Roggenlangstroh je nach Frachtlage; Heu, gutes.40 bis.70; Heu, handelsüblich.70 bis.00: Kartoffeln, weiß.00; do. rotc.00 Erzeugerpreis Waggonladung.(Preise für 100 kg in Mk.) Berliner Metalle Berlin, 25. Mai. Elektrolytkupfer(wirebars), prompt, cif Hamburg, Bremen oder Rotterdamn 124.75; Raffinadekupfer 99/99,5 Proz..04 bis.06; Originalhüttenweichblei.54 bis.55, Originalhüttenrohzink(Preis im freiene Verkehr).55 bis .50; Remelted-Plattenzink(von handelsüblicher Beschaffenheit).48 bis.49; Banka-Zinn, StraitsZinn. Australzinn. in Verkäuferswahl.95 bis.05 Hüttenzinn(mindestens 99 Proz.).85 bis.95; Reinnickel 98/99 Proz..25 bis.35; Antimon-Regulus.75 bis.75; Silber-Barren(ca. 900 fein) 89 bis 90.(Preise versichen sich für 1 kg in Mk.) Amtliche Berliner Devisenkurse. Sport Ballspielverein 05, e.., Duishurg=Beeck trägt mit seiner Gauligamannschaft am Samstag, dem 24. Mai, abends 6,30 Uhr, auf dem Sportplatz an der Prinz=Heinrich=Straße ein Freundschaftsspiel gegen den Sportverein Alemannia, DuisburgBeeck, aus. Dieses Lokaltreffen verspricht, obschon ein Klassenunterschied besteht, sehr interessant zu werden, da Alemannia seine gute Form auch schon gegen andere achtenswerte Gegner bewies. Obwohl sie gegen Sportverein 06 Meiderich unterlag. so wurde doch sehr gutes Können gezeigt. Noch am vergangenen Samstag gewann sie gegen V. f. v. B. Alsum 4: Lund sind wir gewiß, daß auch am kommenden Samstag guter Sport geboten wird. Es wäre zu wünschen, wenn auch die anderen Vereine in dieser Weise die unteren Vereine unterstützen würden. 123 Meldungen zur 1. Frühregatta am 1. Juni 19 auf dem Hasenkaual zu Mülheim(Nuhr) Rennen Nr. 1a Jungmann=Vierer Startpl. Ruderklub Hansa Dortmund v. 1898 e. V. (2. Boot) 1 Werdener Ruderklub v. 1896 e. V. 2 Rudergesellschaft Benrath 3 Homberger Ruderklub 4 Kölner Klub für Wassersport Akadem. Ruderverein Münster(1. Boot) 6 Rudergesellschaft Wesel 7 Wassersportverein Duisburg e. B. 8 Kölner Rudergesellschaft v. 1891 9 Rennen Nr. 1b Jungmann=Vierer Rudergesellschaft Ruhrort v. 1897 e. V. 10 Ruderklub Germania Köln e. V. 11 Kruppscher Ruder= und Wassersportverein 12 Akadem. Ruderverein Münster(2. Boot) 13 Ruderklub Hansa v. 1898 14 Ruderklub Germania Düsseldorf 15 Ruderriege d. Essener Turn= u. Fechtklubs 16 Wassersportverein Mülheim(Ruhr) e. V. 17 Rennen Nr. 2. Zweiter Achter Rudergesellschaft Ruhrort v. 1897 e. B. 1 Ruderklub Germania Köln 2 Kölner Ruderverein v. 1877„ 3 Oberweser Ruderverein Bremen 4 Werdener Ruderklub v. 1896 e. V. 5 Rennen Nr. 3. Jungmann=Einer Wassersportverein Mülheim(Ruhr) e. V. 1 Ruderklub Hansa v. 1898 e. V. Dortmund 2 Kölner Ruderverein v. 1877 e. B. 3 Rennen Nr. 5. Jungmann=Vierer Werdener Rudergesellschaft v. 1910 1 Kruppscher Ruder= und Wassersportverein 2 Rennen Nr. 6. Vierer Kölner Klub für Wassersport 1 Wassersportverein Düsseldorf v. 1892 2 Ruderriege d. Essener Turn= u. Fechtklubs 3 Rennen Nr. 7. Doppel=Zweier ohne Steuermann (fällt aus) Rennen Nr. 8. Jungmann=Achter Kölner Ruderverein v. 1877 1 Kölner Rudergesellschaft v. 1891 2 Homberger Ruderverein Germania 3 Werdener Ruderklub v. 1896 4 Ruderklub Germania Düsseldorf 5 Wassersportverein Mülheim(Ruhr) e. V. 6 Kölner Klub für Wassersport 7 Kruppscher Ruder= und Sportverein 8 Ruderriege d. Essener Turn= u. Fechtklubs 9 Ruderklub Germania Köln 10 Wassersportverein Düsseldorf v. 1893 11 Rennen Nr. 9. Zweiter Vierer Mülheimer Wassersportverein e. V. KölnMülheim.. 1 Werdener Ruderklub v. 1896 2 Kölner Ruderverein v. 1877 3 Rudergesellschaft Trier 4 Kölner Klub für Wassersport 5 Wassersportverein Duisburg— 6 Rudergesellschaf: v. 1897 Ruhrort 7 Ruderklub Germania Köln 8 Akademischer Ruderverein Münster 9 Wassersportverein Mülheim(Ruhr) e. V. 10 Bonner Wassersportverein 11 Ruderverein Oberweser Bremen 12 Wassersportverein Düsseldorf 1893 13 Rennen Nr. 11. Junior=Einer Kölner Ruderverein v. 1877 1 Wassersportverein Mülheim(Nuhr) e. B. 2 Ruderklub Hansa v. 1898 3 Rennen Nr. 12. Jungmann=Vierer Akademischer Ruderverein Münster 1 Werdener Ruderklub v. 1896 2 Kölner Rudergesellschaft v. 1891 3 Ruderklub Germania Köin 4 Kruppscher Ruder= und Wassersportverein 5 Ruderriege d Essener Turn= u. Fechtklubs 6 Wassersportverein Mülbeim(Ruhr) e. B. 7 Rennen Nr. 13. Junior=Vierer Ruderriege d. Essener Turn= u. Fechtklubs 1 Kölner Klub für Wassersport 2 Rudergesellschaft Wesel74 Ruderklub Hansa Dortmund Rudergesellschaft Benrath 5 Wassersportverein Duisburg(2. Boot) 6 Rudergesellschaft Trier7 Wassersportverein Duisburg(1. Boot) 8 Wassersportverein Mülheim(Ruhr) e. B. 9 Kölner Ruderverein v. 1877 10 Akademischer Ruderverein Münster„“1 11 Mülheimer Wassersportverein KölnMülheim„ 12 Ruderverein Oberweser Bremen 13 Rudergesellschaft Ruhrort v. 1897 14 Kruppscher Ruder= und Wassersportverein 15 Ruderklub Germania Köln 13 Rennen Nr. 14. Einer Kölner Ruderverein v. 1877 e..1 Wassersportverein Mülheim(Ruhr) e..* (1. Boot) Wassersportverein Mülheim(Ruhr) e. V. (2. Boot)„„ Rennen Nr. 15a. Jungmann=Vierer Rudergesellschaft Ruhrort v 1897 e. V. 1 Ruderklub Hansa v. 1898 Dortmund (2. Boot) Kölner Rudergesellschaft 1891(1. Boot) 3 Werdener Ruderklub v. 1896 447 4 Ruderklub Hansa v. 1898 Dortmund (1. Boot) Kruppscher Ruder= und Wassersportverein 6 Akademischer Ruderverein Münster 7 Ruderklub Germania Düsseldorf 8 Rudergesellschaft Wesel 1907 9 Rennen Nr. 15b. Jungmann=Vierer Kölner Rudergesellschaft v. 1891(.Boot) 10 Werdener Rudergesellschaft v. 1910 11 Wassersportverein Mülheim(Ruhr) e. V. 12 Wassersportverein Düsseldorf v. 1893 13 Ruderklub Germania Köln 14 Homberger Ruderklub Germania 15 Kölner Klub für Wassersport Ruderriege d. Essener Turn= u. Fechtklubs 17 Kölner Ruderverein v. 1877 18 Rennen Nr. 16. Achter Wassersportverein Düsseldorf v. 1893 1 Kölner Klub für Wassersport 2 Ruderriege d. Essener Turn= u. Fechtklubs 3 Schülerrennen: Rennen Nr. 4. Jungmann=Vierer 10 Meldungen der Schülerrudervereine aus den Städten Duisburg=Ruhrort, Werden, Essen=Rüttenscheid. Essen, Mülheim(Ruhr) und Düsseldorf. Rennen Nr. 10. Altmann=Vierer 13 Meldungen der Schülerrudervereine aus den Städten Trier. Essen. Essen=Bredeney, Mülheim (Rahr), Köln, Köln=Lindenthal, Andernach, Münster, Werden, Köln=Deutz und Düsseldorf. Pianos Flügel narimolumg August Missing, Ruhrort, Hamborn, Oberhausen Zahlungserleichterung. g fürs Rlter von—5 Jahren, aus Baamwollmusseline, Cupsenmuster, mit Knöpfen und Bändchen verziert... 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Kom. der Kinder der Brückenschule, der Frauen und Mütter, 9 mit Predigt, 10 Hochamt, 11 mit Predigt,.30 Christenlehre und Andacht, Ssterlee und Predigt für die Fmauen und Mürter, 7 pasandacht.— St. Joseph. Hl. Messen: 6, 7 mit gem. hl. Kom. der Frauen und Rüitzter ug0 der Mädchen der Musseldschule, 8 mit Prrorgt, 9 Hochamt, 11 mit Predigt,.30 Christenesahade Prscte,( Matanlach..u chns amt. 230 Andache Ol. Ressen: 7, 10 Joch„Hingen HHüttenheim. St. Mariä Himmel Messen:.30 mit Predigt und gem. hl. Kom. der Frauen,.30 mit Predigt,.30 Eritenlehre und Maundacht,— Donnerstag. ti Himmelfahrt) Hl. Messen:.30 und.30, som, der Mäschen. cten Sonntag gen. A4. Dbg.=Ruhrort. St. Maximilian Hk. Messen:.30,.30 mit Predigt und gem. hl. Kom. der Jungfrauen..30 mir Predigt, 10 Hochamt 230 tenletre,.30 Maiarducht. „Dbg=Lagx, St. Ewaldi. Hl. Messen: 5,.30 mir gem. hl. Kom. des Müttervereins,.30 mit voln. Gesang..30 mit Predigt,.30 Kindermesse, 10.30 Hochamt mit Predigt, 3 Christenlehre und Andacht, 8 Maiandacht. Obg.=Beack. St. Laurenkius. Hl. Messen: .30 mit Monatskom. der Frauen,.30 mit gem. hl. Kem, der 2. Abeia der Kommunionmädchen..30 mit Predigt,.25 Hochamt mit Predigt 10.45 für die Schulkinder, 3 Christenlehre und Andacht, 7 Majandacht, zugleich für den Mütterverein. Dbg.=Meiderich. St. Matthias. Hl. Messen: mii gem. hl. Kom. des Müttervereins,.30. .30, 10 Hochamt, mit Predigt, 3 Christenlehre mit ac#cht 5 Masenducht.— St. Richael. Hl. Messen: 6,.15 mit Predigt und gem. hl. Kom. deo Müttervereins und der Eucharistischen Abtlg. des Lauzlugpygreigs..30 mi Prdigt und gem. hl. Sln Kinder der Lokumerschule..30 für die g. 10.30 ftierl. Hochamt mit Ansprache und Weihe der heuen Glocken, 3 Christenlehre 5 Maiardacht und Monatsversammlurg des MütterverSP, nt, Predigt.— St. Vernhard. Hl. Messen:.30, 8 mit Predigt und gem. hl. Kom. der Mütter und Kinder, 9. 10 Hochamt mit Predigt. lichre und Meianducht, danach Anwprrgn zur die Mütter.— Rektorat Herz=Jesu. Hl. Messen: 7 mit gem. bl. Kom. der Kommunsonkinder dieses Jahres und Prodigt. 10 Hochamt. 3 Christenlehre und Andackt,.30 Maardacht. Hamborn. St. Johann. Hl. Messen: 6..30 mit gem. hl. Kom. der Mutter,.30 mit Predigt und gem. hl. Kom. der Kinder von Hamborn III, a 332 rit voln. Predigt, 930 Hocamt mit Predgt, nuntervereins und der 4 für die Mütter, 8 Maiandacht. Montag. Diensm.— St. Barechamt mit Predigt. Am Donnerstag(Christi Himmelfohrt) ist gem. hl. Kom. der Mütter und nachm. 4 Aufnahme in den Mütterverein.— Herz(Frauen= und Müttertag.) Hl. Messen: 6,.15 mit gem. hl. Kom. der Frauen und Mütter X Husperingg ir die Polen, 10.30 mit Predig, Dirche, Sameiag.„Pg Columba in der im Heichestuhl. von— aushilfe des Paters 6, 7 mit gem. sowie Einheirat in Landwirtschaft. Geschäft, Wohnungen vermittelt streng reell und diskret Fortuna Duisb.= Ludgeristr. 26 am Elektrischen Oepot. Bei Anfragen Rückporto. .30 Müttervereins..45. Hochamt: 930 Schulmesse mir Predigt, 10.30 mit Srein“; 3 Maiandacht, zugleich für den Mütter— St. Paul. Hl. Messen:.30,.30 mit Gestung..30 Su. voinschem un#ft. 8oo sintermesse, 10.30 mit Volksgesang gedigt; 3 Majandacht. Frauen zund gbl, Ressen: 7 mit gem. hl. Kom. der Frauen und Mütter,.30 mir Predigt. 10 deutsche Sigmese mit Predigt,.30 Maianracht. Dinslaten. St. Vinzenz. Hl. Messen: 6, 7 mit gem. hl. Kom. des Müttervereins,.15 Sing= messe mit Predigt,.15 Schulmesse mit gem. hl. Sem, der Kinder der Elifabethschule. 10.15 belg. Schei; adie nst,. 11.15 Hochamt mit Pradigt,.30 Chreteniehre und Andacht,.30 Andacht für die Frauen mit Vortrag. 7 Maiandacht. Sterkrade. St. Clemens. Hl. Messen:.15, Kom. der Mütter, 8, 9 mit Predigt, 10 Hochamt mir Predigt, 11.15 Militärmesse..30 — Kapu; Pre gen die Kau se Fees. d. Msen.1 ui 8 deutsche Singmesse mit Predigt, 9 Kjrozrmesse, mit Predigt, 10 Hochamt mit Predigi,.30 Chrztenlehre und Ardacht,.30 Andacht und Predigt für die Frauen.— HerzZeh as-Pnss H1. Ressen: 7 mit gem. Jl. „Muner= und Frauenvereins und der 9 deutsche Singmesse, 10 Hochamt, .30. Andacht.— Rekt. Holtenstraße. Hl. Messen:.30 mit gem. hl. Kom. der Mütter und 10 Schamt mit„.. Kudermesse, 10 Hechamt mir Predigt,.30 Andacht. Sterkrade Buschhausen. St. Joseph. Hl. Messen: 7 mit gem. hl. Kom. der Mütter..30 mit Pi#digt. 10 Hochamt mit Predgt,.30 Ardacht. Steitrade=Nord. Hl. Messen: 7 mit gem. hl. Jorzader Müner..30 Hocham mit Predigt,.30 aSszsser= Pönigohardt. Rekt. St. Barbora. Pessen: 7 mir gem M. Kom der Rütter und Anduchdcen,.30 Hochumt mit Prediot, 230 Mülheim=Nuhr. St.=Engelber=Pfarre. Zan Se eser.30 mi Bredigr und gem. Al. ##r om 5### rpere ns,.30 mit gem. hl. Kom. der Mädchen der mittleren und unteren Klassen, 10 Hochamt mit Predigt, 11.15 mir Predigt:.30 Christenlehre. 430 Standespredigt für den Mütterverein, 5 Uhr Mejandacht. Werktagen hl. Messen: .30 und.10, Gelegerheit zur hl. Beichte ist jeden morgen nach der 1. hl. Messe, sowie Mittwoch und nochn, von 4 Uhr an.(Von.30 bis 8 „Fans3, Laasten Soantag gem bl. Kom der . St#er mittleren und ugieren Klassen, sowie fur das Männerarostolat. Donnerstag. den 29. Mai: Fest Christi=Himmelfahrt geb. Feiertag. An diesem Tage ist der Gottesdienst wie Sonntegsmorgens: 10 Uhr feierl. Hochamt und nachmitrags 5 Geburt. Hl. Messen:.30,.30,.30,.30,.30, 10.30 Hochamt und um 11.30 Predigt in allen hl. Messen, außer in der ersten und im Hochamt. Gem. 5. Lom,.30 für die Frauen und Mütter und für 130 zür die Jünztingsverein Neueintretenden; der mictleren und unteren Schisklassen., Nachm..30 Uhr Chrfsternlchr, 5 Aufnahme in den Jünglingsverein, zugleich aermagandastz,„Werktages hl. Messen:.30,.15 8 Uhr. Nächsrer. sonntag gem. hl. Kom. der r. des Gefruen= und Meistervereins, der Mädchen der oberen Schulklassen. Donnerstag ist ein gebotener Feier19g, Die hl. Mesen sind wie Sonntags. St.= Barbara=Psarre. Hl. Wessen:.30 mit gem. hl. Kom. des Frauen, und Muttervereins, 8 mit Predigt-und gem. hl. Kom. der 4. Klasse..30 Hochamt, 11 mit PreChristenlehre und Andacht für die .30 Standesvortreg für den Frauenund Mütterverein, 5 Uhr Maiandacht. Im Laufe cer Woche ist, jeden Abend 7 Uhr Maiondacht. gBiens R: Fest Christi=Himmelfahrt. Der Gor. sag gem, Fe den Somnagm. Rächten Sonnder Kinder der 1. Klase. Jeru=Bruderschaft und .=Speldors= Broich. Herz=Jesu=Pfarre. Hl. Messen: 6 mit Rosenkranz..15 mit gem. hl.“ Predigt:.30 Chnistenlehre mit Andacht, 5 Maionfür den Mütterverein. Hl. Messen Wochentags: 6,.30 urd.05 Dienstags und 7,05 Schulmesse, Beichtgelegenheit an den Wochentagen während der 2. und 3. hl. Messe. Samstags von 4 Uhr an. Aese .=Speldorf. Rektorat St. Michael. Hl. Bessez, 7 9.30 Andackt, Mochemags.15 Uhr ae 8. Kon, St Joseph. Hi. Mesen:.30 mit gem. hl. Kom. der Frauen. 8 mir Predigt urd gem. 10 Xom, der Kinder aus den Jahrgünzen 1923/24, 10 Hochamt mit Predigt;.30 Christenlehre mit Donnerstag, den 29. Mai do. 7 fest hl. som..; Padee Resse mit Predhr und gem. be Wa er ere 2 artich. 7 Uhr. Gelegen#pur. bl. Beichte ist jeden Morgen vor der 2. hl. Wiach und .=Styrum. Rosenkranz=Pfarre. Hl.Messen: 6, 7,.15,.30 Hochamt und 11 Uhr. Predigten 7..15 und 11 Uhr. Gem. hl. Kom. 7 St. Elisaberh. Frauen= und Mütterverein und alle Frauen messen:.15 Schule der Hedwigstraße..30 slägelstraße, 11 Uhr Schule der Oberhaufener Spafenen..30 Chrstenlchre für de Schulkinder 4 Uhr ellgemeine Maiandacht, datach den 29. Mai da. Jo. Fast P hrsuuer. Donnerstag, Is. Fest Christi=Himmelfahrt, gebotener Feiertag. Hl. Messen: 6, 7,.15,.30 11 Uhr. Predigten 7,.15 und 11. Uhr. Andachten.30 für die Schukinder. 4 Uhr Maiandacht. Wochentagen hl. Messen:.30, Jeden Abend 7 Uhr Maiandacht Sac wergeng. 1091 noch den dl Messen Sams450 Uhr an a T. 615 an urd nochmitags von Einder ar#. Llächsten Sonntag gem bl. Kom der der Schul: en der Oberhausener Straße..1 des Männerapostelates und alle Männer. .=Saarn. Mariä= Himmelsfahrtspfarre. Hl. Messen: 6 30, 8 mit Predigt und gem. Kox. des Müttervereins und des Frauenbundes, 19. gan mit Predigt;.30 Christenlehre und rucht, 5 Maiandacht mit Predigt zugleich Andacht für die Frauen und Mütter. Wochentagen: abends .30 Maiandacht, Samstags.30. Donnerstag, den 29. Mai ds. Is. Fest Christi=Himmelfahrt, geborenionfeier. Die Erstommon=Dese: Uhr Kommu. e, an Sttommunikanten sowie die weißgekleideten Mädchen versammeln sich.45 an der werden von dort i. Prozession abdann folgte die Ansprache, die Erneuerung dss Jauizelütdes sowie die hl. Kommunionmasse. .30 3. mue hl. Messe, 10.30 4. stille hl. Messe. 4 Danksagungsandacht, zugleich Maiandacht. Frei8 Uhr Danksagungsmesse für die Erstkommunikanzen mit nochm. hl. Kom. eshtris u. d. Vr. St. Josephs=Pfarre. Forstensepre!“ 10 Uhr Hachamt, 3 Andachg mit Selbeck. Rektoratkirche Hl. Messen:.30, 10 Hochamt mit Predigt;.30 Christenlehre mit Andacht. Wochentegen: Hl. Messen um 8 Uhr. Mörs. Hl. Messen:.30 mit gem. Kom. der Jungfrauen, 8..30 Hochamt. 11.45; 3 Christenlehre und Andacht, 5 Maiandacht.enlebr Meerbeck. St. Borbara. Hl. Messen:.30 stille Messe, 8 stille Messe mit Predigt, 9 deutsche Singmesse mit Predigt, 10 Hochamt, 3 Andacht. Im Maimonat abends 8 Uhr Maiandacht. Mörs=Hochstraß. Hl. Messen:.30, 8 mit gem. hl. Osterkom. der Mitglieder der kirchlichen Musikabteilung. 9 für die Polen mit gem. hl. Osterkom. Ma. Belßicher Predigt. 10 Hochamt. 8 Uhr abends 10 ubr.s(Rotkiuche). Hl. Messen;.30 u. Jungfrauen, 8 mit gem. M. Kom der Knaben der Homberg. Hl. Messen: 7 mit gem. hl. Kom. der Frauem, und Münzer,.30 mit Volksgefang. 10 Jusinahraen.. tt 230 Maiandacht mit eierl. .30. 9 mit gem. hl. Kom. des Thadäusoereine uud Lo'k. Predigt, 10.30 mit Predigt..30 Maz Rheinhausen=Friemersheim. St. Joseph. H1 Ressen:.30,.30 mit Predigt, 10 Hocami mni Peogn.: Tausen. 230 Arachzt.4 0 7. D mrit Predigr. pelk. 81 Asterlagen. Hl. Messen: 9. 10,30. „Veskirchen=Lickschehe lde. Hl. Messen:.30 gem. die verein bei Markeng.udach Schaephunsen. Hl. Messen .30 Andacht. Lintfort. Hl. Messen kinder..30 Hocham: 10 Andacht. sehre und Andach.“ 10 Hochamt, 3 Christen: nion der Madchen,.10 Hokart,. Nachm tage.30 Eversael. 9 Uhr Gottesdienst. Hi. Mesen:.30,.30,.30 Andoch. .30,.30 Hochamt, .30,.30, 830 Schuldeutsche Singmesse,.30 1075 Nachruf. Am Sonntag, dem 17. ds. Mts. starb unser langjähriges Mitglied Heinrial Derselbe hat sich um die Kriegervereinssache im allgemeinen und um die Geschicke des Laarer Kriegervereins im beson deren große Verdienste erworben. Als langjähriges Vorstandsmitglied hat er ganz besonders während der Zeit des Krieges seine Kräfte dem Verein gewidmet. Durch sein zuvorkommendes Wesen, selnen lauteren Charakter hat er sich die Sympathie nicht nur aller Vereinsmitglieder, sondern der gesamten Bürgerschaft erworben. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Der Vorstand des Laarer Kriegervereins. Rennen 87 Soibad Rattelberg zu Mülheim-Ruhr-Speidort Sonntag, den 25. Mai nachmittags 3 Uhr. 58090 M. Preise und 8 Ehrespreise. Konzert. Totalisator auf allen Plätzen. Statt Karten. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden anläßlich des allzufrühen Hinscheidens meiner teuren, unvergeßlichen Gattin bitte ich alle Beteiligten, hiermit meinen innigsten Dank entgegennehmen zu wollen. Willy Barg. Hamborn, den 22. Mai 1924. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben(annes sage ich gleichzeitig im Namen der trauernden Hinterbliebenen allen meinen herzlichsten Dank. Hedwig Mönch, geb. Klimek. Mölheim-Deisburger Rena-Verein. Lemmer-Nsck. Inhaber: C. Schäfer. Sonntag, 25. Mai, 11-1 Uhr vorm. ausgeführt von der Kapelle der freiwilligen Feuerwehr Alsum, 4. Kompanie unter der Leit. d. Kapellm. Herrn Hermann Schäfer. Neuland-Lichtspiele Josephshans Duisburs Josephstr.1 Von Freitag, den#23. bis Donnerstag. den 29. Mai täglich 4,30 und 8 Uhr: Eine Fuchsjagd auf Skiern durch's in 6 herrlichen Akten. Engadin Ferner: „„„„„% Samstag, 2a. Mai unfang.15 Uhr. Ende gegen 10 Uhr. Reihe(19). Preise 1. Der Barbier von Sepilla. Komische Oper in 2 Akten. Vorverkauf ab Samstag, 24. Mai Sonntag, den 25. Mai. Anfang 7 Uhr. Ende gegen 10 Uhr. Pygmalion. Lustspiel von B. Shaw. Außer der Reihe. Vorverkauf ab Freitag, den 23. Mai. Montag, den 26. Mai Geschlossen. Sienstag, den 27. Mai. Anfang.15 Uhr. Ende gegen 10 Uhr. Der fliegende Holländer. Romantische Oper in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Außer der Reihe. Preise 1. Zu dieser Vorstellung haben die Mitglieder der Theatergemeinschaft des Bühnenvolksbundes Zutritt. Verkauf der nicht reservierten Plätze ab Samstag, den 24. Mai. Mittwoch, den 28. Mai. Anfang.15 Uhr. Ende gegen 10.15 Uhr. Pygmalion. Lustspiel von B. Shaw. Vorstellungsreihe 4(19). Preise 3. Vorverkauf ab Montag, den 26. Mai. Donnerstag, den 29. Mai. Anfang 7 Uhr. Ende gegen 10.30 Uhr. Der Zigennerbaron. Operette in drei Akten nach einer Grundidee M. Jokai's von §. Schnitzer. Musik von Johann Strauß. Musika= lische Leitung: Richard Hillenbrand. Außer der Reihe. Preise 1. Vorverkauf ab Dienstag, den 27. Mai. Freitag, den 30. Mai. Ansang.15 Uhr. Ende gegen 10 Uhr. Tosca. Munkdrama in 3 Akten. Vorstellungsreihe 6(19). Preise 1. Vorverkauf ab Mittwoch, den 28. Mai. Samstag, den 31. Mai. Geschlossene Vorstellung für die stadtischen höheren Schulen. Anfang 6 Uhr. Ende gegen 10.15 Uhr. Egmont. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Joh. Wolfgang von Goethe. Kein Verkauf. Sonntag, den 1. Juni. Anfang 7 Uhr. Ende gegen 11 Uhr. Carmen. Oper mit Ballett in 4 Akten. Außer der Reihe. Sonderpreise. Vorverkauf ab Freitag, den 30. Mai. Montag, den 2. Juni. Geschlossene Vorstellung für das städrische Jugendamt. Anfang 7 Uhr. Ende gagen 11 Uhr. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Romantische Oper in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Kein Verkauf. Dienstag, den 3. Juni. Anfang.15 Uhr. Ende gegen 10 Uhr. Der Barbier von Sevilla. Komische Oper in 2 Akten. Vorstellungsreihe 1(19). Preise 1. Vorverkauf ab Samstag, den 31. Mai. Gtadlisce-Khloatel-Hamderh Sonntag, den 25. Mai 1924, abends 7% Uhr, kleines Haus(Stadthalle) „Einen Jux Will er- sich machen“ Posse mit Gesang von Johann Nestroy. Reparafaren an Uhren, Godwarenjeder Art Innerhab 8 Taden bei vorherrger Preisansage werden unter Garantie lachmännisch u. sorgfältig meit ener Werkstalt ausgeführ! Hans Schimpf, Buisburg Reparaturen 5-Beckstaße2 „Seine Majestät, das Hind Ein heiteres Spiel von Liebe und Lausejungs(4 Akte) 166 „Die Taten des Herkufer“ Zeichenfilm(1 Akt) APOLLU THEATEN Hamborn. 6 Akte! Ein Harry-Piel-Film 6 Akte! Hehsaten u. Tasnen I. Teil: Der falsche Emir. Er im wilden Westen Lustspiel. Variéfé-Programm: 1. Kapitän Westerholt mit seinem lenkbaren Kriegsschiff durch drahtlose Telegraphie. 2. Vier Millons, plastische Cymnastiker. 3. Käte Loisset, Universalkünstlerin mit ergänztem Programm. Aenderungen vorbehalten. Acialischaufenstergesiche Glasschutzwände Dekorationsartikel für sämtliche Branchen Preisnadein und-ständer Hessingporticrengarnituren Hcssingrohre, Glasvasen in allen Größen Gasplatten und Spichel Horihamk PUres Mülheim(Ruhr) Charlottenstraße 65 Fernsprecher 1737. Schlafzimmer bestehend aus Ztürigem Kleiderschrank, 1 Waschtisch mit Handtuchhalter, 1 Nachtkonsole, 1 Bett, 1- oder-schläfig mit Patentmatratze, in hell und dunkel lieferbar, 185 Goldmark. 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Zimmermana Hauderei Luxus- und BegräbeisFuhrgeschäft. Weile ransporte durch teicherAntomobile Mütheim(Ruhr) Delle 51. Fernspr. 360 Autobetrieb Bekanntmachungen der Stadt Hanbor Von der Besatzung sind folgende Verordnungen erlassen worden, die im Zummer 132 des Nathauses aingesehen werden können: Verordnung Nr. 111 vom 5. Mai 1924 beir. dus Verbot jeder militärischen Vorbereitung. Verordnung Nr. 112 vom 30. 4. 1924 beer. das Flaggen. Verordnung Nr. 113 vom 6. 5. 1924 betr. Schaffung einer gemischten gerichtlichen Kommission der rheinischen Eisenbahn.. Hamborn, den 23. Mai 1924. Oberbürgermeister. Zwei Plane über die Herstellung untevirdischer Telegraphenlinien in Hamborn liegen bei dem Postamt daselbst von heute ab 4 Wochen aus. Hamborn, den 23. Mai 1924. Telegraphenbauamt Duisburg=Meiderich. „Fort mit der Petroieumiampel“ „GASLICHT ist billiger, sauberer. und bequtmer! Das Geld für Petroleum geht in's Ausland!“ „Johann, merk Dir's, nachden wir nun In Moers sind, wo ein so brillantes Gas geliefert wird, wird nur noch Gas gebrannt. Und welche Ersparnisl Bei der 30 kerzigen Petroleumlampe haben wir in 5 Brennstunden für 17 Pfennige verbraucht. Bei einer 6Okerzigen Gaslängelampe dagegen verbrauchen wir nur in Zukunft in 5 Brennstunden für 11.5 Pfennige. Dafür kann ich Im Monat 7 com Heizgas mehr verbrauchen. Bekanntmachungen der Stadt Sterkrade Zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Montag, dem 20. Mai 1924, nachmirtags 5 Uhr werden die Mitglieder hierdurch eingeladen. Die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung ist am Schwarzen Brett im Rathaus zum Aushang gebracht. Sterkrade, den 22. Mai 1924. Der Oberbürgermeister Auf die Dauer eines Jahres sind zu Zuchtzwecken ein Stier des Landwirts Wilhelm Luft=Hannesen. Moltkestraße 44, ein Stier des Landwirts Hugo Schulte=Westhoff, Westhoffstr. 22, ein Stier des Lardwirts Bernhard Starres Neuköllner Straße 25 ein Stier des Landwirts Franz Schulte=Kelling= haus Brinkstraße 30a angekört worden. Ein zweiter Stier des Landwirts Schulte=Westhoff ist mit dem 15. August 1924 angekört worden. Für die gleiche Zeitdauer sind 2 Eber des Landwirts Hugo Schulte=Westhoff. je ein Eber des Landwirts Johann Atrops, Königstrraße 167, des Landwirts Artur Luft, Hardrstraße 26, sowie des Landwirts Heinrich Timmerhaus, Tackenbergstraße 34, kört worden. Sterkrade, den 16. Mai 1924. Sichtithe Balbetereaitue angeBekanntmachungen des Kreises Mörs Wir empfehlen zu billigsten Preisen bei sofortiger Lieferung frei Haus: a. Weizenmehl Gerslenmeh! Roggenschrot Bollmehl la. Weizenkleie " Fischmeh „ Weizen „ bessarab. Mais a. Indische Gersle " Petersburger Haler " Kückenlatter sowie sämtliche Kraftfuttermittel von Nagut(alle Arten) Knochenschrot, Muschelkalk usw. Homberger Kratttutterzentrale Lehmechlöter& Justus. Die Tagesordnung für die nächsten Montag. nachm. 5 Uhr, stattfindende Stadtverordneten=Versammlung hängt an den bekannten Stellen aus. Mörs, den 23. Mai 1924. Der Bürgermeister. J..: Dr. Kaschade. „„ Sitzungen. Folgende Sitzungen finden statt: 1. Bürgermeistereiversammlung am Mittwoch, dem 28. d. Mis., nachm. 5 Uhr, im Sitzungssaale Friemersheim. 2. Gemeinderat Rheinhausen am Freitag, dem 30. ds. Mts., nachm. 5 Uhr, im Sitzungssaale Friemersheim, 3. Gemeinderat Rumeln am Dienstag dem 3. Juni. nachm..30 Uhr, in der Wirtschaft Brinsken Rumeln. 4. Gemeinderat Hohenbudberg=Kaldenhausen am Mittwoch, dem 4. Juni. nachm..30 Uhr, in der Verwaltungsstelle Kaldenhausen. Die Tagesordnungen sind zum Aushange gebracht Borden. Rheinhausen, den 22. Mai 1924. der Bürgerneister, Dr. Foller. Existenz-Gründungen erden Tellschlung Beteillgungen, Kapitalanlagen Angebote versendet gegen Einsendung von 1 Goldmark Wilhelm Kessemeier Oberhausen(Rhld.) vereinigte Gellan- HoresaherB Gellanstalicn Phorosanos 6. m. b... Spezialärztliche Leitung. Geechiechtsleiden m kurzer Zeit heilber ohne Berufestörung. Forttall der Selbetbehandlung.— Blutuntersuchung Frauenleiden. Behandlung noch neuesten Verfahren. D. R. Patent. .-Ruhrort, Fürat-Bismarck-Str. 1 b am Friedrichsplatz.— Telephon Nr. 7095 Sprechst.—12,—6½. Sonntags 10—12 Uhr Vereins- Ralender Uster dieser Rubrik werden Vereinsnachrichten Berechaung von 20 Goldpfennig per Druckzelle aufgenommer Nur gegen Vorauszahlung. □ gesucht von jungem Ehepaar(1 Kind). Beim Wohnungsamt dringend vorgemerkt. Gell Offerten nnier Nr. 100 an die Geschaftsstelle m Ruhrort König-Friedtich-Wilhelm-Straße 60. Beeck St.-Joseph-Arbeiterterein.-Beeck. Sonntag, den 25. Mai, nachm. 5 Uhr Versammlung mit apologctischem Vortrag des hochw. Herrn Pfarrers Drestomark, wozu auch cie Frauen herzlich eingeladen werden. Mülheim. Für die christlich organisierten Arbeiter der Metallindustrie findet am Montag, dem 26 d.., gleich nach Feierabend, im„Bürgergarten“ eine allgemeine Funktionär- und Mitgliederversammlung statt. Es wird ein Bericht über die gegenwärtige Lage gegeben und ist es daher dringend erwünscht, daß sich alle Mitglieder dazu einfinden. Eifelverein. Sonntag, den 25. Mai 1924 Morgenwanderung: Großenbaumer Straße, Exerzierplatz. Auberg und zurück. Treffpunkt 7 Uhr vorm. Schloßbrucke. Rückkehr 12.30 Uhr. Führer: Herr Hemmler. 107