Die tägliche Ausgabe des„Rheisischen Merkur“ mit den Gratisbeilagen in senilieteeitet„Hoontagtrube und„Praktischer Ratgober für Landund Hauswirtschaft" kostet, durch auters Beten bezegen, eder auf den Pos abgegett monatlich 60 Pfg., vierteljährlich 1Rr. 80 Pfg., duuch den Briefträger inn Haus bracht, vierteljährlich 2 Bk. 29 pie. Nr. 300. Kölnische Landeszeitung. Wöchentlich die drei Gratisbeilagen: Familienkreise“,„Sonntagsruhe“ und„Praktischer Ratgeber für Land= und Hauswirtschaft“. „ Jaseratskoßen! Jamilienanzeigen, Arbeits= u. Mietsgesuche die Zeile 10 Pig. Geschäftsinserate Verkäuse 2c. aus den Kreisen Köin(Stadt und Land) Bergbeim, Euskirchen und Müldeim di. Jeile 20 Pie. Juserate aus andern Bezirken die Jeile 25 Bss. Retlemzen 50 big. bie viergsspalt. Spile. Verautwortlicher Redafteur: Heinrich Theiffing in Köln. Retatiensbruß und Berliag ven Heinrich Theifslng in Köln. Die Expebitien beüinbst sich in Reia, Unter Küster 8. 48. Dienstag.) Köln, den 28. Februar 1905.(Romanus.) XXVIII. Parlamentarisches. Der deutsche Reichstag nahm gestern wegen der Einweihung des Domes seine Sitzung erst um 2 Uhr auf; sehr rasch ging der Rest des Marineerats und der Etat für Kiautschou durch; bei letzterem wier der Abgeordnete Gröber(Ctr.) auf die sehr günstigen Erfahrungen hin die man daselbst mit der Zuziehung von Laien in Civilsachen gemacht hat und meinte, daß sei ein Fingerzeig für das Heimatland. Hierauf begann die Beratung des Etats des Reichsamts des Innern, zu welchem 20 Resolutionen gestellt sind. Erzberger(Ctr.) besprach zuerst die Berichte der Gewerbeinspektoren, forderte hierbei Vermehrung derselben durch Zuziehung von Aerzten und Arbeitern, auch Assistentinnen. Dann begründete er den Antrag auf Vorlegung einer Statistik über das Detailreisen und den Hausierhandel, wobei er in erster Linie beklagte, daß die bestehenden Gesetze so lax durchgeführt werden. Der Sozialdemokrat Wurm ging in 2stündiger Rede auf die Gewerbeinspektionsberichte ein, wobei das schwach besetzte Haus sich nahezu ganz leerte. 14 Redner sind bereits gemeldet für die Fortsetzung. 140. Sitzung vom 27. Febr. Präsident Graf Ballestrem eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten. Das Haus erledigt zunächst den Rest des Marineetats; eine Debatte entsteht hierbei nicht. Die Beschlüsse der Budgetkommission werden durchweg genehmigt. Beim Stat von Kiantschon bringt Abg. Sickhoff(frs. Ber.) einige Wünsche für das dortige Schulwesen vor. Das Klima daselbst erscheine ihm sehr gesund, besser als er ansangs angenommen. Hört:) Staatssekretär v. Tirpitz legt sodann die Schulverhältnisse eingehend dar. Abg. Gröber(Ztr.) Aus der Denkschrift ist ersichtlich, wie gut das Prozetzwesen in Kiautschou geregelt ist; man hat dort auch Laien in Zivilsachen zugezogen und dies hat sich sehr gut bewährt. Man will Laien jetzt sogar in die 2. Instanz zuziehen, auch für Zivilsachen. Das ist sehr deachtenswert. Mam sollte die Konsequenzen auch für uns in der Heimat ziehen. Das Kolonial= recht liegt noch sehr im argen. Wir sollten hier voranschreiten, damit es heißt: Germania doret!(Beifall.) Staatssekretär v. Tirpitz sagt Förderung des Kolonialrechtes zu. Der Rest des Etats wird ohne Debatte angenommen. Es folgt der Etat des Reichsamtes des Innern. Abg. Erzberger(Str.) bespricht die Gewerbeinspektion. Dem vorzüglichen Register der letzten Berichte zollte er vollen Beifall, rügte ader den Mangel einheitlicher Grundsätze für die Berichterstattung und die vielfach ungenügende Zahl der Revisionen; zu deren Vermehrung sei aber eine erhebliche Vermehrung der Gewerdeinspekloren unbedingt erforderlich; vor allem müßten auch Arbeiter als solche verwandt werden, ohne daß nach ihrer politischen Gesinnung gefragt werde. Er wünschte, daß die Gewerdeinspektoren sich auch mit der Lehrlingszüchterei im Gewerde etwas besassen. Redner beklagte sodann die vieljachen Ausnahmen, die von der Sonntagsruhe für die Industrie gemacht werden, und verlangte eine Verständigung der Regierungen darüber, daß keine Ausnahme ohne Anhörung der Gewerbeinspektoren gestattet werde. Dem sozialdemokratischen Antrag betreffend die Sonntagsruhe in den Glasfabriken versprach er die Unterstützung des Centrums und erklärte auch die Bereitwilligkeit, für diese den janitären Maximalarbeitstag einzuführen.— Redner vermißt den Schutz der Straßenbahnangestellten und verlangte nötigenfalls eine gesetzliche Aenderung, um sie der Gewerbeordnung zu unterstellen. Unter den Wünschen, die er auf diesem Gebiete für die Zukunit erhod, war der hauptsäcklichste der, daß endlich ein entscheidender Schritt für die Abgrenzung zwischen Fabrik und Handwerk getan werde.— Sodann begründete der Redner die Resolution des Centrums, durch welche eine Statistik über die Erteilung des Wandergewerbescheines und der Legitimationskarte für Detailreisende und beleuchtete die vielen Klagen, die mit Recht über den Mißbrauch des Hausierhandels erhoben werden; er hält die Hausierer,„die reisenden Warenhäuser“ überhaupt für überflüssig Die bestehenden Mängel führt er hauptsächlich auf die ungenügende Handhabung der bestehenden Gesetze zurück. Weiter wendet er sich gegen die Auswüchse des Kolportagehandels, gegen den Untug der Wanderauktionen, gegen die uneingeschränkte Erlaubuis zum Hausierhandel, die den Ausländern durch den Beschluß des Bundesrates vom 27. Nov. 1896 erteilt worden sei und außer einer übermäßzigen Belästigung der Landbevölkerung auch einen förmlichen Sklavenhandel mit kleinen ungarischen und anderen ausländischen Kindern zufolge habe. Eine strenge Ausführung des§ 56 der Gew. Ord. sei geeignst, den meisten Mängeln auf diesem Gebiete abzuhelfen. Zu dem Antrage Blell, der die Erteilung der Legitimationskarte auch auf die Agenten im Sinne des Handelsgesetzbuches auszudehnen, stellte er die Zustimmung des Zentrums in Aussicht. Zum Schlusse widerlegte der Redner die Behauptung des Abg. Bebel vom 21 d. M, als habe das Zentrum den jetzigen Antrag auf Einführung der allgemeinen 36stündigen Sonntagsruhe den Sozialdemokraten nachgeschrieben und wies nach, daß der Abg. Hitze diesen Untrag zuerst im Jahre 1890 in der Arbeiterschutzkommission eingebracht habe. Abg. Wurm(Soz.) behandelt sehr eingehend die Arbeiterbudgets, die zeigen sollen, daß das Einkommen der Arbeiter ungenügend sei. Dann bespricht er die Gewerbeinspektionsberichte eingehend und fordert Vermehrung des Personals. Hierauf vertagt sich die Sitzung auf Dienstag 1 Uhr. Schluß ½7 Uhr. „„* Das preußische Abgeordnetenhaus beriet gestern den Kultusetat weiter v. Savigny(Ctr.) betonte hierbei, daß das Centrum auf Einschränkung der Kreisschulinspektion im Hauptamte halte und Geisberg(Ctr.) hielt seine Ansicht aufrecht, daß die katholischen Lehrer in der großen Mehrheit für die geistliche Schulaufsicht eintrete, was auch protestantische Lehrer tun. Der freisinnige Abgeordnete Wolgast wollte diese Ansicht zwar nicht gelten lassen, konnte aber doch keinen Gegenbeweis führen. 149 Sitzung vom 27 Februar 1905 11 Uhr. Präsident von Kröcher eröffnet die Sitzung. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der zweiten Beratung des Kultubetats. Elementarschulwesen Es wird zunächst die am Samstag ausgesetzte Abstimmung vorgenommen Der Antrag Ernst(Frs Ver.) Dr. Hackenberg (Natl.) und Kopsch, 1) der dienstälteren Hälfte der Seminarund Rang der Oberlehrer zu verleihen 2) den Volksschullehrern den Zutritt zu den akademischen Studien in beschränktem Umfange zu gestatten, wird gegen die Stimmen der Nationalliberalen und Freisinnigen abgelehnt. Beim Titel: Turnlehrerbildungswesen bittet Abg von Schenkendorff(Natl.) mehr Aufmerksamkeit dem Turnunterricht zu schenten Außerodentlich wünschenswert und anregend würde die Bildung einer Turninspektion sein Geheimra Dr. Hinze erwidert, daß die Unterrichtsverwaltung dem Turnwesen außerordentliche Aufmerksamkert schenk: Abg. Wolgast(Frs Vpt.) tritt für eine Besserstellung der Lehrer an der Turnlehverbildungsanstalt ein Abg Dr. von Savigny(Zirm.) betont noch einmal den Wunsch seiner Freunde auf Einschränkung von Kreisschulinspektoren dei Aufsicht im Hauptamte. Dr. Hirsch=Essen(Natl.) fragt an ob bei den Schulandachten alle Lehrer zugegen sein müssen. Ministeraldirektor Dr. Schwartzkopff erwidert, daß nur soviel Lehrer wie zur Beaufsichtigung nötig, den Andachten beiwohnen sollen Abg. Dr. Hackenberg(Natl.) Von evangelischen Standpunkte aus müsse die Schulaufsicht anders betrachtet werden als von dem des katholischen Zentrums Proteste müsse er gegen die abfällge Kritik des Ministers an dem Verhalten des rheinischen Konsistoriums erheben das die Frage aufgeworfen hat:„Geistliche oder fachmännische Schulaufsicht." Ministerald rektor Dr. Schwarpkopff: Ich möchte betonen daß der Rücktritt des Konsistorialpräsidenten von Koblenz nichts mit der Enquete zu tun hat. Abg Geister(Ztrm.) hält seine Behauptung aufrecht, daß die meisten katholischen Lehrer den Standpunkt des Zentrums in der Schulaufsichtsfrage teilen. Auch viele evangel'sche liberale Lehrer seien, wie er aus Zuschriften entnommen habe seiner Ansicht Abg Wolgast(Frs. Bpt.). Das Entehrende in der geistlichen Ortsschulaufsicht liegt darin daß in den meisten Fällen ihrem Amte nicht gewachsene Geistliche die Aufsicht über den Lehrer ausüben. Bei den 2.#sgaben folgt ein Titel für die Ostwarkenzulage der Lehrer: Hieczu legt der Antrag der Abg. Ernst(Fri Ver.), Hodrecht(Natl.) von Standy(Kons.) Viereck(Frts.):„Die körigliche Staatsregierung zu ersuchen 1) die persönliche Zulage der Volksschullehrer und Volksschulleherinnen in der Provinz Posen und den gem schtsprachigen Kreisen der Provinz Westpreußen nach 5 Dienstjahren auf 300 Mark zu erhöhen. Abg. Biereck(Fris.) befürwortet den Antrag Im Interesse der Staates liege es tüchtige Lehrer der Ostmark zu gewinnen und vor allem dem Lehrermangel zu steuern. Ohne erhöhte Ostmarken= zulage werde der Abschluß der Lehrer aus dem Osten nicht verhindert werden können. Geheimrat Kloysch: An dem System der Ostmarkenzulage dürfe vorläufig nicht zu Gunsten einer Beamtenlategor'e eine Aenderung vorgenommen werden. Die Beseitigung des Lehrermangels liege der Regierung am Herzen. Abg. von Standv(Kons.) bedauert die ablehnende Haltung der Regierung in einer Frage in der man auf ihr: Unterstützung bisher gerechnet habe Kuleusminister Dr. Studt: An dem System und an der Höhe der Ostmarkenzulag: kann nichts geändert werden. Die Zahl der Klassen mit normaler Besetzung vergrößert sich stets Die Vermehrung der Seminare werde hoffentlich den Lehrermangel bald beseit gen. Abg Dr von Mizerski(Pole) erklärt sich gegen den Antrag. da er eine Folge der Ostmarkenpolitik sei Darauf vertagt das Haus die Weiterbereatung auf Dienstag vormittags 11 Uhr. Schluß 6 Uhr. Die betrübten Lohgerber. Ein schönes politisches Geschäftchen zu machen, das hatten die sozialdemokratischen politischen Dratzieher beim Bergarbeiterstreik erhofft. Mit verblüffender Offenheit verkündet dies der Schriftleiter der sozialdemokratischen Dortmunder Arbeiter=Zeitung, in der dieser sinnes= und geistesverwandten Leipziger Volkszeitung(Nr. 43): „Welche herrliche, welche eigenartige Gelegenheit“, so heißt es hier pathetisch,„war das für die Sozialdemokratie, diesen instinktiven Haß der Massen in einen bewußten Haß! umzuwandeln. Ist es ganz allgemein schon seit den Tagen des Kommunistischen Manifestes die Taktik der Sozialdemokratie gewesen, in jeder proletarischen Bewegung sich die Führung zu sichern, jede proletarische Bewegung mit ihrem Geiste, dem Geiste des Sozialismus zu erfüllen, so war hier die Erfüllung dieser Aufgabe doppelt und dreifach notwendig. Niemals war die Gelegenheit günstiger, niemals der Boden aufnahmefähiger! Das ganze Ruhrrevier dürstete förmlich nach sozialdemokratischer Massenpropaganda! Und da versagte die Leitung vollständig.“ Fürwahr, wie schön wäre es gewesen, wenn die sozialdemokratischen Geschäftspolitiker im Ruhrrevier den alten Verband hätten unter ihren Einfluß bekommen und dann die Bewegung führen können. Wenn dann die„Genossen" beim Abbruch des Streiks den Bergleuten hätten sagen können: seht, wie stark ihr seid, die Regierung beeilt sich, eure Wünsche durch die Gesetzgebung zu erfüllen, die Oeffentlichkeit sieht eurem Kampfe mit Bewunderung zu, aber die Unternehmerwillkür könnt ihr nicht brechen, das vermag nur die Sozialdemokratie— Klassenkampf— Beseitigung des Privateigentums— Sozialdemokratie einziger Retter— usw. Aber dieser Schluß fehlte in allen Reden. Die Bergarbeiterführer waren sich ernstlich bewußt, daß nur strenges Fernhalten jeglicher politischer, und vor allem sozialdemokratischer Ausbeutung der Bewegung diese zum Erfolge führen konnte; und das Ende der Bewegung hat diese Taktik der Bergarbeiterführer glänzend gerechtfertigt. Nunmehr, wo den sozialdemokratischen Lohgerbern die Felle fortgeschwommen sind, wo die Hoffnungen der sozialdemokratischen Führer im Ruhrrevier nicht erfüllt worden sind, deuten sie den tatsächlichen Erfolg der Bewegung in eine Niederlage um— wie die Kinder, die nicht ihren Willen bekommen haben. Sozialdemokratische„Toleranzschwindler“ Welche Geisteskost sich die nicht sozialdemokratischen Arbeiter in den Organen der freien Gewerkschaften versetzen lassen müssen zeigt wiederum eine Auslassung des„Zimmerer"(Nr. 6), Organ des Centralverbandes der Zimmerer und verwandter Berufsgenossenschaften Deutschlands über „Toleranzschwindel des Centrums“. Nach einigen geschmackvollen Wendungen, wie„Toleranzschminke",„Centrumsschwindel",„Heuchelei" usw. schreibt das Blatt: „Weder der katholische noch der protestantische Arbeiter kann von seiner Kirche Duldsamkeit und Freiheit erwarten. Konfession und Freiheit sind unversöhnliche Gegensätze. Nur die Formen sind verschieden, in der das Pfaffentum der verschiedenen Konfessionen die Seelen der sich ihm Anvertrauenden drückt und knickt. Die Arbeiterklasse wird sich deshalb auch durch den neuen Toleranzschwindel des Centrums nicht blenden lassen... Die Krokodilstränen der Centrumssehnsucht nach Gewissensfreiheit sind nur ein Beweis für die Meisterschaft in der gewerbsmäßigen politischen Heuchelei.“ Man sollte meinen, die Leute, zu denen sich ja auch der „freie"„Zimmerer“ rechnet, die immer vom„Parieren oder Fliegen“ reden, stets auf der Lauer liegen, ob nicht der oder jener einen Finger breit vom Pfade des allein selig machenden Programms abweicht, die selbständigen Köpfe bespitzeln und ausspionieren, die platzen vor Wut, wenn Arbeitskollegen anderer Ansicht sind wie sie und nicht vor gemeinen Drangsalierungen zurückschrecken— die haben vollauf Grund, zu schweigen, wenn von Gewissensfreiheit und Duldsamkeit die Rede ist. Berlin, den 28. Febr. Soziale und apologetische Schulung. Das neueste 2. Heft der Vereinszeitschrift des Volksvereins für das katholische Deutschland zeichnet in kräftigen Zügen, einmal wie „Die apologetische Rüstung des Katholiken“ in heutiger Zeit beschaffen sein muß, ferner„Warum unsere der deutschen Katholiken, soziale Arbeit erfolgreich war.“ Es werden in beiden längeren Artikeln eine Reihe Lehren gegeben, die den modernen Verhältnissen durchaus Rechnung tragen.„Ueber Gesundheit und Krankheit auf dem Lande".„Die Vorteile des gemeinsamen Wareneinkaufes im Detailhandel"„Die neuesten Zwiste in der Sozialdemokratia".„Charitative Unterrichtskurse in den Vincenzvereinen“ folgen weitere Artikel. Notizen berichten über Anerkennungen des Volksvereins im Auslande und neue Schriften desselben. Die Versammlungs. chronik zählt in fünf Herbstwochen 192 Versammlungen. Ein Feuilleton beschließt das Heft, welches beweist, daß der Volksverein mit Nachdruck bemüht ist, die katholischen Männer für ihre sozialen und apologetischen Aufgaben zu schulen. Ein ehemaliger Sozialdemokrat plaudert in den M. N. Nachrichten gar manches über die Ursache seines Austrittes aus dieser Partei aus. Der Mann gesteht zu,„daß die Sozialdemokratie als isolierte Interessenpartei der Arbeiterklasse gänzlich unfähig ist und bleibt, wesentliche politische Socialer Roman von Alexander von Biczo. 6)„(Nachdruck verboten.) „Natürlich war mein Fach die Helden Hamlet, Karl Moor, Leander, Wilhelm Tell,“ fuhr Dorneck fort,„und diverse Shakespeare'sche Majestäten altenglischer Marke schienen mir wie eigens für mich geschrieben zu sein. Andere Rollen waren mir viel zu geringfügig und ich spielte sie nur widerwillig. Also memorierte ich die Klassiker und auch Partien in nichtklassischen Stücken, daß mir der Schädel brummte. Dabei war ich so rücksichtsvoll, einzusehen, daß man nicht gleich ans Burgtheater oder Berliner„Königliche" kommt, meinen vermeintlich künftigen und einzig würdigen Wirkungskreise. Ich war bereit, Abschlagszahlungen auf die künftige Größe in der Form von Engagements an kleinen Provinztheatern anzunehmen— mußte sie annehmen, denn was hätte ich sonst getan? Geld hatten mir meine Eltern ja nicht hinterlassen. Da ich ein langgewachsener Bursche, nicht gerade spindeldürr und durch keinen Gesichtsfehler entstellt bin, was man zusammengenommen beim Theater eine„gute Figur“ nennt, so fand ich bald ein Unterkommen— allerdings bei einer Truppe, welche„Kunstreisen" machte, also eine„Schmiere", deutsch gesagt. Wir zogen durch Kroatien, Unter=Ungarn, Ober=Ungarn und Galizien, bis wir endlich, nach manchen Paßschwierigkeiten hüben und drüben auch nach Rußland kamen. „Ueber das Leben reisender Schauspieler ist viel geschrieben worden. Von Holtei angesangen, und vielleicht schon vor ihm haben sich viele an diesen Leuten gerieben und dabei ist es begreiflicherweise ohne Erfindungen und Uebertreibungen nicht abgegangen. Aber so viel ist sicher: Es ist zumeist für den Direktor und seine„Künstler“ ein gotteserbärmliches Leben. Die Geldschwierigkeiten sind in der Regel greß. und wenn auch der Theorie nach es die Sorge des Direktors ist, die erforderlichen Mittel herbeizuschaffen, so gilt doch in der Praxis das„Non vossumus“. Wenn der Direktor kein Geld hat, kann er keine Gagen zahlen. Es steht einem dann gewiß frei, sofort zu gehen, aber man trifft ja den nächsten Direktor, bei dem man wieder eintreten will, in der gleichen Situation. Also bleibt man lieber. „Dazu kommen die schauderhaftesten künstlerischen Zustände. Man spielt oft— besonders in ganz kleinen Orten— vor einem Publikum, welches nur gewohnt ist, Dudelsackpfeifer zu beklatschen. Da wird bei den tragischsten Stellen gelacht, bei ganz nichtssagenden Momenten oder ironischen Redewendungen sind die Zuhörer auf einmal gerührt. Ein Schauspieler hat Mitleid mit dem anderen, man möchte den Leuten die Coulissen ins Gesicht werfen, aber sie haben ihr Eintrittsgeld erlegt, welches hinter der Scene die Frau Direktor bereits überzählt, es muß also weitergespielt werden. Nicht selten bringen die Akteure selbst einander zur Verzweiflung. Auf eine begabte Kraft kommen zehn Talentlose. Kaum einer kann richtig deutsch reden. Bei meiner Truppe hat bis auf mich jeder auf der Bühne seinen eigenen Dialekt gesprochen. Der eine schlesisch, der andere pfälzisch, die Naive berlinerisch, der Komiker plattdeutsch. Es war gräßlich. Förmlich zum Troste gereichte es, daß wir in Gegenden reisten, wo die Leute im Auditorium selbst— unter lauter Nichtdeutsche eingesprengt— das richtige Deutsch längst verlernt oder nie gekannt hatten. Das war damals meine Situation.— Ich bin vielleicht zu breitspurig?“ „O durchaus nicht,“ entgegnete Fritz,„die Schilderung ist sehr interessant.“ „Es hört sich jedenfalls besser an, als es sich miterlebt.“ „Das glaube ich.“ „Auf diese Art vergingen zwei Jahre. Wir waren ziemlich weit nach Rußland hineingeraten. Die Einnahmen hatten eine niederträchtige Tiefe erreicht. Da heiratete ich.“ Erstaunt sah Fritz dem Erzähler in's Gesicht.„Du hast geheiratet?“ Ja.“ „Und in der geschilderten kritischen Lage?“ „Ja, Freund, was willst Du, bei der Bühne heißt's: Es lebe der Leichtsinn, und man fragt nicht viel, woher die Familie ernähren. Kurzum, die erste Liebhaberin und ich sind bald Mann und Frau geworden.“ „Die Sorgen waren dadurch nicht kleiner geworden, doch wir hätten sie überwunden, wenn meine Frau gesund geblieben wäre. Aber sie hat bald nach der Geburt eines Kindes zu kränkeln angefangen, und das war nun, weiß Gott, eine Zeit, die meinem Galgenhumor stark zusetzte. Das Befinden Adelens war bald ein solches, daß es mit dem Auftreten und auch mit dem Herumreisen nicht mehr ging. Wir mußten uns von der Truppe trennen und so rasch als möglich nach Oesterreich zu gelangen trachten. Man kommt aber bekanntlich leichter nach Rußland hinein als wieder aus demselben heraus. Drei Wochen lang mußte ich es mir gefallen lassen, an der Grenze mit Frau und Kind interniert zu bleiben. Man hielt mich für einen Spion— warum, das ist mir heute noch unerklärlich— und hat nach allen Richtungen telegraphisch und schriftlich recherchiert, bis endlich meine politische Harmlosigkeit dem Neunzigmillionenreich gesichert erschien und wir passieren konnten. Mittlerweile war, was sich bei dem Zustand der Mutter leicht begreifen läßt, auch das Kind krank geworden. Der arme Hascher, bei dem ja keine Kräfte zuzusetzen waren, hat es rasch gemacht. Wir waren kaum wieder auf österreichischem Boden, da ist das Würmchen gestorben. Wie das auf meine Frau zurückgewirkt hat, kannst Du Dir denken! Wir sind jetzt dagestanden mit einem erbarmungswürdigen Rest unserer Habe, ich im höchsten Grade niedergeschlagen, meine Frau, obwohl sie sich vor mir beherrschen wollte, verzweifelt. In Galizien, das habe ich bald begriffen, war weder beim Theater, noch anderweitig ein Verdienst zu finden. Wir zogen also größtenteils zu Fuß nach Schlesien. Dort redeten die Leute wenigstens wieder deutsch. Ich strebte nach Teschen. Da hatten wir einmal gespielt und uns einige Freunde erworben—„Gönner,,, wie der Theaterjargon sagt. Ich wollte es versuchen, außerhalb der Bühne mein Fortkommen zu finden, wenigstens so lange, als ich noch für mein Frau zu sorgen hatte. Ich habe schon damals schon die Ueberzeugung gehabt, daß der armen Adele nicht zu helfen sein werde. Sie war tuberkulos geworden oder es schon von Haus aus gewesen,— gleichviel! Mein Pessimismus hatte Recht behalten. In Teschen glückte es uns zwar überraschend. Einer der Mäcene meines seinerzeitigen Ensembles setzte es durch, daß uns ein Milchverkauf übertragen wurde.— Es ist tragikomisch, nicht wahr* Hamlet als Milchausschänker.„Leander in seinem und soziale Umformungen herbeizuführen. Sie kann indirekt durch die Furcht der Herrschenden vor ihrem Vorhandensein manchen Fortschritt herbeiführen. Aber diese halbe Furcht der Herrschenden kann sie ebenso eines Tages, wenn auch nicht vernichten, so doch zurückschleudern um Jahrzehnte.“ Interessanter noch ist die Wirkung des Dresdener Parteitages:„Seit Dresden ist diese lebensfeindliche Unduldsamkeit, wie es scheint, für lange Zeit, Dogma geworden. Dresden hat mir den tiefsten Anlaß gegeben, den Fahnen der Partei abtrünnig zu werden.“ Wird August Bebel große Augen machen, wenn er diese Wirkung des „Jungbrunnens" liest! Die Arbeitozeit der Angestellten in den Engros= und Fabrikgeschäften ist wie die Erhebungen des Beirats für Arbeiterstatist? des Kaiserlichen Statistischen Amtes ergeben haben durchschnttlich länger als die ihrer männlichen Kollegen Bekanntlich hat der Beirat für Arbeiterstatistik die Handelskammern und kaufmännischen Vereinigungen aufgefordem Gutachten über die bespehende Arbeitszeit abzugeben und Vorschläge für eine Regelung zu machen. Auch der kaufmännische Verband für weibliche Angestellte(Sitz Berlin SW. Alte Jakobstraße 20—21) der 18000 Mitgl eder in allen Teilen Deutschlands besitzt, hat ein umfangreiches Gutachten abgegeben. Bezeichnend für die Bedeutung dieses umfangreichen auf reichhaltiges Marer al gestütztes Gutachten ist es, daß die jetzt erschienene Zusammenstellung des Kaiserlichen Statistischen Amtes große Telle aus ihm wiadergibt und abdruckt ganz besonders aber das tatsächliche Matcrial. Der Verband tritt ein für eine höchstens neumstündige Arbeitszeit in den Kontoren bei deutscher für eine achtstündige bei sog englischer Arveitszei für jugendliche je eine Stunde weniger ferner für vollständige Sonntagsruhe Zu der Annahme der Handelsverträge schreibt die Korrespondenz des Bundes der Landwirte:„Die ablehnende Minderheit rekrutierte sich aus den Sozialdemokraten und einer Anzahl süddeutscher Volksparteiler und freisinniger Abgeordneten(besonders Mitglieder des sogenannten Handelsvertragsvereins!), die mit jenen in der Verwerfung jedes Schutzzolles, besonders jedes Agrarschutzzolles übereinstimmen.“ Ei! wie vergeßlich! Zu der ablehnenden Minderheit zählten doch die bayerischen Bauernbündler, die mit dem Bunde der Landwirte eine eigene Fraktion bilden. Weshalb teilt die Korrespondenz dieses nicht mit? Es ist nämlich in den Kreisen des Bundes der Landwirte als eine sehr große„politische Eselei“ angesehen worden, daß die niederbayerischen Bauernbündler mit Nein! gestimmt haben. Aber man darf diese Tatsache nicht verschweigen; namentlich in Bayern muß sie immer und immer wieder betont werden. Im Streite um die katholischen Studentenverbindungen treten nun immer mehr Bekehrte auf; die liberale Köln. Ztg. zählt schon zu denselben, daß die Gerechtigkeit„alle konfessionellen Verbindungen mit dem gleichen Maße zu messen und sie alle als Sünder wider den Geist der akademischen Freiheit zu verwerfen.“ Wenn also auch sowohl evangelische wie jüdische Studentenverbindungen grundsätzlich zu verurteilen seien und erst recht die neuen Gründungen akadimischer Ortsgruppen des Evangelischen Bundes, so drohe die größte Gefahr und der schwerste Schaden doch zweifellos von den katholischen Korporationen. Köstlich! Von einem Verbote will jetzt niemand mehr etwas wissen, seitdem man nachgewiesen hat, wie der Evangelische Bund seine akademischen Ortsgruppen hat! Der Wind hat umgeschlagen, weil der Hetzbund hinter den Koulissen nicht mehr blasen kann. Wegen Illumination geflogen! In dem Charlottenburger sozialdemokratischen Wahlverein ist es zu einem Konflikt zwischen dem Vorstand und der Mehrheit der Mitglieder gekommen. Gegen den bisherigen Vorsitzenden des Vereins, Stadtverordneten Dr. Borchardt, wurde gestern ein Tadelsvotum beschlossen, weil in seiner Wohnung zu Kaisers Geburtstag illuminiert worden sei. Borchardt machte geltend, daß nicht er, sondern sein Dienstmädchen illuminiert habe, und daß er die Kerzen sofort entfernt habe, als er Kenntnis von der Sache erlangte. Die Mehrheit des Vereins war aber durch diese Entschuldigung nicht befriedigt. Der Gesamtvorstand des Vereins ist infolge dieser Angelegenheit zurückgetreten. Die Genossen haben sich bereits einen anderen Vorstand gegeben, der niemals illuminieren will! Die Weihe des neuen protestantischen Domes in Berlin vollzog sich Montag Vormittag in Gegenwart des Kaiserpaares, der geladenen Fürsten, der Vertreter der deutschen und fremdländischen evangelischen Geistlichkeit. Prinz Friedrich Leopold hat Sonntag Abend seine Reise nach Ostasien angetreten. Der Prinzregent von Bayern hat nach Annahme der Handelsverträge durch den Reichstag nachstehendes Handschreiben an den Reichskanzler Grafen von Bülow gerichtet: „Lieber Graf von Bülow! Mit der Annahme der neuen Handelsverträge können Eure Excellenz auf ein Werk zurückblicken, das zu den schwierigsten und mühevollsten der Staatskunst gehört. Ich hoffe zuversichtlich, daß die für die wirtschaftliche Entwickelung des Reiches so bedeutsamen Verträge für alle Erwerbsstände unseres deutschen Vaterlandes von segensreicher Wirkung sein werden. Das Verdienst, dieses große Werk durch alle Schwierigkeiten hindurchgeführt Verhältnisse zur Molkerei=Industrie“— es wäre ein originelles Thema für eine literarhistorische Abhandlung. Ja, das Leben liebt oft die Ertreme!. Wir mußten noch froh sein, diese Existenzquelle erschlossen zu haben und wir waren dessen auch froh. Dabei fiel mir tatsächlich die aktivere Rolle zu, denn meine Frau konnte nur mehr dem Namen nach an der Geschäftsführung teilnehmen. Sie wurde schwächer und schwächer und heute liegt sie längst auf dem Friedhofe der Provinzstadt— tausend Schritte von dem Theatersaal, wo sie in besseren Tagen als Amalia die Hörer entzückte und ich als Karl Moor zu ihren Füßen lag... „Natürlich verließ ich die Stadt sofort, nachdem Adele begraben war, und habe ein neues Wanderleben begonnen — schlimmer als das erste, denn jetzt war ich ohne alle Hoffnungen und Erwartungen für die Zukunft. Was ist mir Kunst, was ist Liebe! Die Fata Morgana, die den Menschen vorwärts lockt und treibt, ist mir erloschen und ein graues endloses Nichts dehnt sich vor mir, ausgefüllt nur durch die ewige ungelöste Frage:„Wozu?“ Der Teufel mag die Antwort darauf geben!" Er leerte das neugefüllte Cognac=Gläschen auf einen Zug und setzte es dann auf den Marmortisch nieder, daß es in Scherben ging. Die Beiden schwiegen eine Zeit lang. Der arme Abenteurer dachte an die vergangenen Tage. Der Andere aber baute im Geist dem Freunde eine bessere, ruhige Zukunft auf. Als Fritz annehmen konnte, daß die Stimmung seines Kameraden sich geglättet hatte., nahm er das Gesprach wieder auf. „Das Schicksal war sehr hart mit Dir, wie Du es gewiß nicht verdient hast. Trotzdem aber— oder ehen deshalb solltest Du weniger an die trübe Vergangeneit als an die Zukunft denken.“ Der andere lachte. „Ha! Zukunft!" Das ist auch so ein Wort, womit ihr immer trösten, besänftigen, beschwichtigen wollt.“ (Fortsetzung folgt.) anö zum glücklichen Abschlusse gebracht zu haben, vor allem Eurer Excellenz. Es gereicht mir zur wahren Freude, dies auszusprechen und Sie zu diesem neuen Erfolge Ihres mühevollen und aufopfernden Wirkens herzlichst zu beglückwünschen. Mit der Versicherung besonderer Wertschatzung München, den 24. Februar 1905 Ihr wohlgeneigter Luitpold, Pr. v. Bayern." Der König von Sachsen und der Großherzog von Baden sandten Glückwunsch=Telegramme. Ferner ließen dem Reichskanzler glückwünschende und dankende Kundgebungen zugehen der Vorsitzende des bayerischen Ministerrates Freiherr von Podewils zugleich im Namen der bayerischen Minister, der Präsident des württembergischen Staatsministeriums Dr. von Breitling, der Präsident des badischen Staatsministeriums von Brauer, das Großherzoglich mecklenburgische Staatsministerium u. a. m. Die„liberale Vereinigung“ leistet sich wieder einige köstliche Stückchen; Herr von Gerlach spottet, daß die freisinnigen Gruppen bei der Abstimmung über die Handelsverträge nicht einig waren. Die Nationalzeitung schreibt:„Die Illoyalität schlimmster Sorte, die wir uns entschieden verbitten müssen, leistet sich Herr Dr. Heinz Potthoff, Mitglied des Reichstages, im„Tag". Daß er zunächst behauptet, die Nationalzeitung habe„grundlos einen Zank mit dem Handelsvertragsverein vom Zaume“(soll wohl heißen: vom Zaune) gebrochen, mag noch als eine allenfalls erklärliche Selbsttäuschung hingehen; wahr und aktenmäßig nachweisbar ist dagegen, daß im Sekretariat des Handelsvertragsvereins ein bedauerlicher Streit mit dem deutschen Handelstag vom Zaune gebrochen ist, dessen Stellungnahme wir lediglich verteidigten.“ Derweil reden liberale Blätter von der„Morgenrote des Liberalismus"! Köstliche Selbsttäuschung! Der Liberalismus geht politisch seinem Ende zu, wirtschaftspolttisch und kirchenpolitisch hat er leider noch zu viel Einfluß. Der deutsche Kaiser soll, nach einer Meldung der Neuen Freien Presse aus Brüssel, einen ausführlichen, die Lage Kuropatkins angeblich als bedenklich schildernden Bericht des Prinzen Karl Anton von Hohenzollern dem Kaiser von Rußland zur Information zugestellt haben. Diese Nachricht wird von der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung für frei erfunden erklärt. Die am 28. Juli unterzeichnet Zusatzkonvention zu dem 1894 zwischen Deutschland und Rußland abgeschlossenen Vertrage über Handel und Seeschiffahrt ist wie die Petersburger Telegraphen=Agentur meldet, am 23. Februar durch den Kaiser ratifiziert und die Ratifikation nach Berlin abgesandt worden. Der Austausch der Ratifikationen erfolgt am 28. Februar. Oesterreieh= Ungarn. Budapest, 28. Febr. Die Verschleppungspolitik der Wiener Kreise erbittert immer mehr die Stimmung der Opposition. Eine große Anzahl der Oppositionellen beabsichtigt am 15. März zur Erinnerung an die Ereignissen von 1848 in Gala im Abgeordnetenhause zu erscheinen und dort das Andenken Ludwig Kossuths zu feiern. Wien, 27. Jebruar. Das Herrenhaus nahm heute in zweiter und oritrer Lesung die Rekruten= und die Refundierungsvorlage an Bei der ersteren wurde die allgemeine Erörterung die beabsichtigt war durch vorherige Besprechung der Mittelparteien vermieden. Nur Fürst Auersperg von der Linken erörterte die Gesamtlage der Monarchie angesichts der neuen ungarischen Forderungen in bedauerndem Sinne und forderte auf die Lage entschlossen ins Auge zu fassen, umsomehr, als das Abgeordnetenhaus arbeitsfähig und offenbar gewillt sei, die allgemeine Erörterung herbeizutühgen Schweiz. Das Verhältniswahlverfahren für den Baseler gesetzgebenden Großen Rat das von den Minderheitsparteien vorgeschlagen jedoch von der radikal=freisinnigen bekämpft wurde ist in der Volksabstimnung mit einer kleinen Mehrheit von 23 Stimmen angenommen worden. Belgien. Die Bergarbeiterbewegung Brüssel 27. Februar Der Ausschuß des Landesbergarbeiterverbandes, der gestern in Charleroi tagte nahm nach langer Erörterung eine Tagesordnung an in welcher mit Bedauern die Wiederaufnahme der Arbeit in dem Becken von Lüttich und im Mittelbecken festgestellt und den Bezirksvereinigungen der Becken von Charlevoi und des Borinage überlassen wird die Forderungen der Vergarbeiter weiter zu verfolgen In diesen beiden Kohlenbecken hat sich die Lage heute noch verschärft. In zahlreichen Einzelversammlungen wurde die Fortsetzung des Ausstandes beschlossen. Im Vorinage sowie im Becken von Charleroi dauern die Anschläge gegen Arbetswillige fort. In Chatelineau im Becken von Vorinige, wurde am Samstag bei einem Zusammenstoß mit Gendarmerie ein Ausständ ger getötet Die Zahl der Ausständigen mit Borinage und im Becken von Charleroi wird heute auf zusammen 61000 angegeben und man ist auf eine längere Dauer des Ausstandes in diesen Bezirken vorbereitet Brüssel, 27. Februar Die Königin=Witwe von Sachsen traf heute Mittag hier ein und wurde von der Cräfin von Flandern und der Gräfin Albert am Bahnhof erwartet. Frankreich. Zur Trennung von Staat und Keirche Paris 27 Februar. Der Erzbischof von Vordeaux hat einen Hirtenbrief erlassen in welchem er in scharfen Worten gegen die Vorlage über die Trennung von Kirche und Staat Einspruch erhebt. Darin wird u. a. gesagt:„Wir stehen vor der Schmach unierem Heiland und unserem Gatt kein Haus mehr bieten zu können welches ihm gehört und wir werden gezwungen sein ihn zur Miete zu beherbergen". Auch der Erzbischof von Cambrai spricht sich in einem Hirtenbrief für die Aufrechterhaltung des Konkordates aus, das ein wahrer Friedensvertrag sei; aber wenn es sein müsse werde die ecclesia militans für Gott, die Kirche und Frankreich zu kämpfen wissen, Paris, 28. Febr. Die Zahl der ausständigen Arbeiter der Wagenbranche beläuft sich auf 25 000 Mann. Man befürchtet ernste Ereignisse. Die Polizei hat Vorsichtsmaßregeln getroffen, um Ruhestörungen zu verhindern. Italien. Ausstand der Eisenbauer Rom 27 Februar. Infolge der Ostruktion des Eisenbahnpersonals mußte die Abfahrt einer Anzahl von Zügen ganz eingestellt werden Die Geleise des hiesigen Bahnhofs sind üb rfüllt Die ankommenden Züge müssen an einer kleinen Haltestelle 2 Kilometer vor Rom lange stehen bleiben; die meisten Reisenden ziehen es vor die Strecke bis Rom zu Fuß zurückzulegen. Rom, 27. Februar Deputiertenkammer Der Minister der öffentlichen Arbeiten Dedesco, erklärt in Beantwortung mehrerer Anfragen betrefsend die gegenwärtige Störung im Eisenbahndienst unter allgemeiner Aufmerksamkeit die Kammer kenne die Verhältnisse unter denen der Eisenbahndienst zurzeit versehen werde, Die Stellungnahme des Beamtenpersonals der Eisenbahnen gegenüber den der Kammer vorgelegten Plänen über die Neuregelung des Eisenbahnwesens könne keinen Einfluß auf das Verhalten der Regierung ausüben, die in diesem Augenblick nur die Beschlüsse der Kammer abzuwarten habe. Ersichtlich versuche man einen Druck auf die Entscheidung der Kammer auszuüben; es sei aber die Pflicht der Kammer in vollem Maß der Aufgabe zu entsprechen über die Eisenbahnbetriebsgesellschaften zu wachen, die sich aller notwendigen Befugnisse erfreuten. Dem Direktor einer dieser Gesellschaften der die Anfrage stellte welche Maßnahmen die Regierung zu treffen gedente habe er Redner damit geantwortet daß er die Gesellschaft aufforterte, ihren Pflichten nachzukommen Was den regelmäßigen Gang des Betriebs anginge so beschränke sich die Regierung so sehr sie wünsche daß die Parlament die Besprechung der Eisenbahnvorlagen so viel als möglich beschleunige darauf die Gesellschaften zur Erfüllung ihrer Pflichten anzuhalten. Er Redner habe das Vertrauen zu dem Eisenbahnpersonal daß es sich bald der Verpflichtung bewußt werde die Entscheidung der Kammer abzuwarten In jedem Falle wisse sich die Regierung von dem Vertrauen des Landes gestützt(Beifall.) In Beantwortung weiterer Anfragen bemerkt der Minister die Regierung könne nichts anderes tun als sich nach dem Gesetze richten; sie könnte daher nur bei den Gesellschaften darauf dkingen daß sie die Disziplinarverfügungen gegen das Personal der Eisenbahnen in Anwendung bringen das heimtückischerweise die Dienstordnung nicht zur Erleichterung sondern zur Lahmlegung des Verkehrs anwende Wenn die Gesellschaften das nicht tun wollten werde die Regierung sie dazu zu zwingen wissen.(Beifall.) Eer wiederhole nochmals, daß die Regierung Sorge tragen werde daß die Gesetze genau beachtet würden(Beifall.) Die Sitzung wurde darauf geschlossen. Rom, 27 Februar. Die Obstruktion der Eisenbahnangestellten hält in den Städten wo sie begonnen hat an dehnt sich aber nicht auf andere Hauptplätze aus. Die Erbitterung des Publikums gegen die Bewegung nimmt zu. Die kommerziellen und industriellen Vereinigungen fahren fort zahlreiche Proteste gegen die Obstruktion der Eisenbahnbeamten zu erlassen Der Aufstand in Deutsch=Südwestafrika. Verluste. Berlin 27. Februar Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Am 11 Februar ist bei Omitare gefallen der Reiter Hermann Köppen geboren zu Großneuendorf Seinen Wunden erlegen ist: der Oberveterinär Adolf Jautze geboren zu Köslin (früher im Leibgardehusarenregiment) am 5 Januar 1905 im Gefecht bei Gochas schwer verwundet und am 23. Februar 1905 in Kub an Erschöpfung infolge wiederholter Nachblutung verstorben. Verwundet: Unteroffizier d. L. Wilhelm Kuhrt gevoren 2 Juni 1874 zu Voddow, früher im Husarenregiment 5 Schuß durch linkes Ohr; Gefreiter Willi Lichtenfeld gevoren 2 Oktober 1881 zu Nienburg a S früher im Kürassierregimemt 6 Schienbeinschuß, An Typhus gestorben: Gefreiter Karl Krimm geboren 11 Dezember 1880 zu Roitzsch früher im Ulanenregiment 15, am 22. Febr. 1905 im Lazarett Okahandia Der Krieg zwischen Rußland und der Mandschurei. Es scheint, daß die japanische Heeresleitung sich das Ziel gesteckt hat, die gesamte Armee Kuropatkins bei Mukden einzuschließen. Sie sucht ihn daher auch von seinem rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden, wie die Zerstörung einer beträchtlichen Strecke der Bahn nach Charbin beweist. Ob dies durch Chungusen oder, wie neuerdings ein englisches Blatt behauptet, durch reguläre japanische Truppen geschehen ist, muß einstweilen dahingestellt bleiben. Dieselbe Meldung ließ sogar 40000 Mann japanischer Truppen in Fakumen (oder Fakumönn) an der mongolischen Grenze nordwestlich von Mukden und Tieling angelangt sein, dem Anscheine nach mit Verletzung der chinesischen Neutralität; wir haben bereits unseren Zweifel an dieser Angabe Ausdruck gegeben. Immerhin darf man als sicher annehmen, daß die Japaner darauf bedacht sind, den Russen den Rückmarsch auf Tieling, in dessen Umgebung nach älteren Angaben ihre nächste Aufstellung nach einem Rückzuge von Mukden vorbereitet sein sollte, oder weiter auf Charbin hin zu verlegen. Auch eine Reuterdepesche aus dem russischen Hauptquartier erwähnt Kämpfe„in der Front und westlich von Tieling". Es ist freilich nicht unmoglich, daß hier nur ein Fehler in der dratlichen Uebermittelung vorliegt; liest man Taling statt Tieling, so handelt es sich nur um die schon erwähnten Kämpfe am Kantulingpaß, was in den Zusammenhang auch besser hineinpassen würde, da in jener Depesche sonst nur von den Kämpfen auf den östlichen Flügeln die Rede ist. Petersburg, 27. Febr. Wie General Kuropatkin unterm 26. Februar meldet, erhielt er einen Bericht, wonach der Feind in der Richtung auf Kautuling und Wanfuling die Beschießung begann. Petersburg, 27. Fehr. General Kuropatkin meldet von gestern: Der Feind setzte die Offensive gegen unsere Front fort. Die Abteilung von Tsinchenchen hat seine beiden Flügel, namentlich den linken Flügel, umgangen. Gegen Kautulin rückten die Javaner vor, indem sie unsere linke Flanke umgingen; es wurden aber alle Angriffe gegen Tangou und den Paß von Beyda=Tinyou abgeschlagen. Oberst Gorsky wurde schwer am Kopfe verletzt. Die Sibirischen Kosaken unter Baumgarten verteidigten ihre Stellungen hartnäckig. Die Offensive gegen Braniapaotse wurde zurückgeschlagen; auf einigen Stellungen zwangen unsere Jäger die japanischen Vorvosten zum Rückzuge. Petersburg, 27. Febr. Die Petersburger TelegraphenAgentur meldet: Angesichts des Auftretens von japanischen Truppen im Rücken unferer Armee westlich der Eisenbahn wies die russische Regierung in einer Cirkularnote an die Großmächte abermals auf die andauernde Verletzung der Neutralität Chinas durch Japan hin, dadurch daß japanische Truppen die Mongolei durchzogen. Auf Grund eines Meinungsaustausches zwischen den neutralen und den kriegführenden Mächten wurde zu Anfang des Krieges festgestellt, daß der Kriegsschauplatz sich nur auf die Mandschurei östlich der Eisenbahn Ankou=Kaupantse=Hoinmintun zu erstrecken habe; daher war die Mongolei bisher unstreitig neutrales Gebiet. Rintschwang, 27. Febr. Aus chinesischer Quelle verlautet, daß ein allgemeiner Kampf längs der ganzen Linie im Gange sei. Am heftigsten wüte er auf dem rechten japanischen Flügel, wo Kuroki, weit nach Norden vorstoßend, Uleines Feuilleten. Römischer Wochenbrief. Rom 21 Februar. Pius der Zehnte sagte neulich zun einem Besucher:„Die Zeit der Feste ist vorbei jetzt ist Arbeitszeit!“ Unter den Arbeiten an der Kurie steht gegenwärtig im Vordergrund die künftige Organisation der Kirche in Frankreich. Die Trennung der Kirche vom Staat daselbst ist eine beschlossene Tatsache; Sache der Kirche ist es dem Ereignis wohlvorbereitet entgegenzugehen. Die vorliegenden Projekte sind mannigfach und ihre Beurteilung nimmt außerordentlich viel Zeit in Anspruch. Speziell für die oberste Kirchenregierung erhebt sich des weiteren die Frage, ob die vom Staat unabhängige Kir e in Frankreich auch weiteryin in Abhängigkeit vom Staatssekretariat bleiben soll oder gleich den anderen vom Staate unabhängigen Kirchen(wie die Kirche in England Schweden Dänemark usw.) der Kongregation der Propaganda unterstellt werden soll Ganz besonderen Wert legt der heilige Vater bei diesen Projekten auf den Rat des Bischofs von Orleans nächst jenem der Kardinäle in Frankreich. Eine eigentümliche Tatsache ist es daß der in der Kurie residierende französische Kardinal Mathieu in der ganzen Angelegenheit ziemlich bei Seite gelassen wird. Auch gegenwärtig weilt Kardinal Mathieu gar nicht in Rom sondern bei seinem Freunde Nisard, dem ehemaligen französischen Botschafter am heiligen Stuhl der sich seit seinem Austritt aus dem Staatsdenst in Florenz niedergelassen hat Man gibt dem Kardinal Mathien nicht mit Unrecht im Vatikan einen großen Teil der Schuld daß er in den letzten Lebensjahren Leos des Dreizehnten weder den Papst noch den damaligen Kardinal=Staatssekretär Rampolla genügend auf die Gefahren in Frankreich aufmerksam machte vielmehr im Gegenteil bestrebt war die französischen Verhältnisse im rosigsten Lichte darzustellen. Mathien ist ein glühender französischer Patriot und auf Rechnung dieses Empfindens sind seine irrigen Schritte wesentlich zu schreiben gewesen— Ganz besonderz liegt dem heiligen Vater viel an der Wiederbesetzung der vakanten französischen Bistümer; aber auch im nächsten Konsistorium welches Ende März stattfinden wird ist nicht daran zu denken Das Konsistorium wird überhaupt keine besondere Bedeutung haben: außer der Publikation einer Reihe von Bischofsernennungen welche bereits durch Breve erfolgt waren, wird nur die Uebernahme des suburb'arischen Bistums Sabina durch Kardinal Casetta und wahrscheinlich die Ernennung des neuen Patviarchen von Jerusalem publiziert Die Franziskaner welche als Custoden des heiligen Landes bei dieser Frage ganz besonders interessiert sind wünschen den apostolischen Delegaten in Beyrut Msgr. Gianini welcher ebenfalls aus ihrem Orden hervorgegangen ist zu dieser hohen Würde erhoben zu sehen. Bis jetzt ist man im Vatikan diesem Wunsche nicht beigetreten. Kardinäle werden im nächsten Konsistorium keine ernannt werden und damit fallen viele Kombinationen und — viele Hoffnungen. Von den vielseitigen Geschäften sucht der heilige Vater Erholung besonders in der Musik Was für Leo den Drreizehnten die Dichtkunst war ist für Pius den Zehnten die Musik. Vorgestern hatte der Papst die Freude das Quartett des Pariser Konservatoriums bestehend aus den Künstlern Arconnet Puyans Bilewsky und Bazetaire in seinan Privatgemächern zu hören Ein kleines musikverständiges Audicorium hatte der Papst zu diesem Hofkonzert eingeladen u. a den Kardinalstaatssekretär Merry del Val den Oberstkämmerer Bisleti mit seinem Sekretär Msgr. Santopaolo, Baron Kanzler usw Zur Aufführung kamen Stücke von Beethoven, Mendelssohn und Sgambati Der heilige Vater sprach den Künstlern seine hohe Anerkennung aus und überreichte jedem eine silberne Medaille mit seinem Bildnis. Unsere deutsche Kolonie in Rom war in dieser Woche sehr besorgt um ihr ehrwürdiges Haupt den greisen Kardinal Steinhuber welchen ein bösartiger Jufluenzaanfall ergriffen hatte Jedoch hat de kräftige Natur glücklich dem Uebel Widerstand geleistet und heute kann der Kardinal bereits wieder aufstehen. Täglich erscheinen eine große Anzahl hervorragender Persönlicheiten im Kollegium Germanicum um sich nach dessen Befinden zu erkundigen, ein Beweis der allgemeinen Beliebheit der sich der greise Kirchenfürst erfreut— Dagegen ist der Generaluditore der apostolischen Kammer dessen schwere Erkrankung wir bereitsmitze#lten, seiner Krankheit erlegen Das Grab schließt sich über einem reich bewegten Leben eines treuen Dieners des Papstes und der Kirche, Wenn ein Schwindel entlarvt wird ist es steis ein gutes Werk, wenn aber ein Schwindel entlarvt wird der sich mit kirchlicher Autorität brüstet so ist es ein doppelt gutes Werk. Letzieres Verdienst hat die Pol zei von Marseille welche dort einen gewissen Herrn Lanthier verhaftete den„Großzmeister des römischen Ordens der Advokaten des heiligen Petrus". Der„Orden“ ist näml'ch nichts anderes als ein Schwindel mit welchem ordenssüchtige Franzosen gegen ihr gutes Geld betrogen wurden Ursprünglich war die Vereinigung der Advokaten von St Peter ein Verein römischer Juristen, welcher sich anfangs der 70er Jahre bildete um auf jur stischer Grundlage die Rechte des heiligen Stuhles zu verbeidigen In Rom kam die Sache bald in Vergessenheit, bis findige Franzosen den Verein nach Paris transportierten und hier aus demselben einen„Orden“ schufen mit verschiedenen Graden für dessen Verleihung sie sich tüchtig zahlen ließen. In Rom selbst wurde der„Orden" stets als ein Schwindel aufgefaßt, und wer hier mit dem„Ordenskreuz" sich sehen ließ brauchte für den Spott nicht zu sorgen. Hoffentlich hat der Schwindel mit der Verhaftung des „Großmeisters" nun endgültig sein Ende gefunden Aehnlich wie dieser Pseudoorden wird hier auch jener der„Mäliz Christi" bedie russische Rückenstellung an der Eisenbahnlinie bedrohk. Eine besondere japanische Truppenmacht, so wird berichtet, bewegt sich von Südosten gegen die russische Eisenbahnverbindung mit Wladiwostok. Die Japaner beschießen Mukden mit elfzölligen Geschützen. Einige Personen, die von der Front zurückkehrten, berichten, das kürzlich begonnene Bombardement habe weit hinter den russischen Linien großen Schaden angerichtet. Der japanische Ministerpräsident Katsura drückte in einer Ansprache an die Gouverneure und Präfekten sein volles Vertrauen aus, daß der Fall von Port Arthur die Macht Rußlands in Ostasien tatsächlich gestürzt habe. Die Lage der Russen sei nunmehr hoffnungslos, aber ihre Absicht sei natürlich, den Kampf im Vertrauen auf den Eintritt einer günstigen Wendung des Geschicks fortzusetzen. Japan dürfe deshalb weder in der Wachsamkeit noch in den Anstrengungen nachlassen, da es noch weit von der Erreichung seines eigentlichen Zieles entfernt sei, welches darin bestehe, einmal den vollen Nachweis zu führen, daß es fähig sei, sich selbst zu schützen und sodann den dauernden Frieden im fernen Osten zu erlangen. Glücklicherweise habe im Laufe der 12 Monate, die der Krieg dauere, das Land die Elastizität seiner Hilfsquellen dartun können, welche für seine Berechtigung, den Kampf unentwegt fortzusetzen, Gewähr leiste. Arbeiterunruhen in Rußland. Petersburg, 27. Februar Der Landwirtschaftsminister Jermolow überreichte am 24 Februar dem Kaiser ene auf dessen Befehl ausgearbeitete Denkschrift über die gesamté innerpolitische Lage Rußlands und die zur Herbeiführung geregelter Verhältnisse erforderlichen Maßnahmen Der Minister gelangt darin zu dem Schluß daß geregelte Verhältnisse und die Beruhigung der Gemüter nur noch durch die Einführung einer Verfassung und Berufung einer Versammlung von Volksvertretern zu erhoffen sei. Der Kaiser beriet die Denkschrift eingehend mit dem Minister und beauftragte ihn einen entsprechenden Plan an den Minister des Innern und eine Kundgedung zu entwerfen. Am 25 ds fand beim Minister Irmolow eine vertraul'che Beratung der zuständigen Persönlichkeiten wegen der Ausführung der kaiserlichen Willensäußerung statt Kattowitz, 27. Februar Drr oberschlesische Kohlenversand nach Russisch=Polen wird morgen wieder ausgenommen doch ist zu befürchten, daß durch zu starken Andrang bald wieder eine Stockung eintritt. Am Sonntag wurden von der Station Sosnowice 875 Wagen angefordert, heute gingen die letzten in Oberschlesien angehaltenen Kohlenwagen ab. Der Lohnbewegung in Polen schlossen sich am Samstag auch die polnischen Ingenieure und Meister der Katharinenhütte an; sie unterbreiteten dem Direktorium Lohnforderungen Auf den Werken Polens sammeln die polnischen Beamten für die Streikenden Noworossiisk, 27. Februar. Die hiesigen Hafenarbeiter sind in den Ausstand getreten. Sie fordern Lohnerhöhung Bakn, 27 Februar. Die hiesigen Krankenhäuser hatten während der ersten zwei Tage der Unruhen 136 Verwundete aufgenommen wovon 28 gstorben sind. Infolge der jüngsten Vorgänge wurde die Versammlung der Naphta=Industriellen gestern in Anwesenheit von mehr als 200 Miegliedern geschlossen Es wurde bestättgt, daß das Budget einen Fehlbetrag von 556 000 Rubel aufweist und beschlossen, dem Verwaltungsrat einen Kredit bis zum 700000 Rubel zu gewähren. Um die Verlängerung der Pud=Steuer in Höhe von 1/8 Kopeke auf ein Jahr soll nachgesucht werden 100000 Rubel wurden zum Besten der Opfer der Unruhen bewilligt Feodosia, 28. Februar. Der Ausstand der jüdischen Arbeiter hat begonnen Als der Betriebsleiter erschien wurde er von den Arbeitern umringt die einen gegen die Regierung gerichteten Aufruf verteilten. Achtzehn Personen wurden verhaftet Die Menge zog durch die Straßen und zwang die Arbeiter mehrerer Fabriken de Arbeit einzustellen Israelitische Redner riefen dann:„Nieder mit dem Kaiser! Mag es sein wie m Auslande, dann sind wir gleichgestellt". Die Menge teilte sich nun. Ein Teil zog zum Denkmal Alexanders des Dritten Später wurden die Arbeiter von der Polizei zerstreut. Von ernstlichen Ruhestörungen kann jedoch nicht gesprochen werden. Es kam nur zu unbedeutenden Reibereien Als Christen Juden schlugen mit den Worten, es gebe in Rußland noch Leute die den Kaiser verteidigen wurde ein Israelit getötet. Bei seinem Begräbnis kam es wieder zu Reibereien Der Polizeimeister erhielt anonyme Briefe, worin ihm mit dem Tode gedroht wird Warschau, 27 Februar. Heute Nachmittag fanden Besprechungen mit den Gasarbeitern statt Militär versieht gegenwärtig deren Denst. Warschau, 28. Februar. Heute erschienen fünf bei###ffnete Nersonen in den Räumen der Verwaltung der jüdischen Gemeinde und verlangten, daß sie ihre Tätigkeit einsteile. Es geht das Gerücht, daß in den Dörfern des Gouvernements Siedlec große Ruhestörungen begonnen hätten. Kiew, 27 Jebruar. Hier sind die Dienstmädchen in den Ausstand getreten Sie sammelten sich auf der Hauptstraße dem Kreschtatik. Es wurden Kosaten und ein Kompagnie Soldaten herbeigerufen; darauf wurden die in Menge angesammelten weihlichen Personen nach der Polizei gebracht. „„* Die Großfürstin Elisabeth und der Mörder Sergeis. Am Freitag besuchte die Großfürstin Elisabeth von einem Adjutanten begleicet das Gefängnis in dem sich der Mörder des Großfürsten Sergei befindet. Nachdem sie die Zelle betreten hatten. fragte sie den Mörder weshalb er ihren Gemahl getötet habe. Der Gefangene wies auf den Adjutanten und erwiderte daß er in Gegenwart einer dritten Person nicht sprechen könne. Auf ein Zeichen der Großfürstin zog sich der Adjutant darauf zurück. Es schent so meldet der Petersburger Korrespondent der„Daily Mail“, daß die Großfürstin als sie sich dem Mörder allein gegenüber sah zuerst etwas nervös wurde sie beruhigte sich jedoch sofort als der Mann erklärte jede Frage beantworten zu wollen, außer wenn die Fragen ihn selbst oder seine Genossen gefährden könnten, Die Großfürstin wiederholte darauf die zuerst gestellte Frage. Die Antwort lautete:„Ich persönlich hatte keine Klage gegen den Großfürsten Ich bin Mitglied der Bojewaja Organisazia (Kampforganisation) und die Gesellschaft hat allen Unterdrückern der Freiheit in Rußland den Tod geschworen. Ich zog das Los und ich hatte infolgedessen die Tat auszuführen. Der Tod Ihres Mannes war von der Gesellschaft auf Grund der gewalttätigen Maßnahmen die er in Moskau getroffen hatte beschlossen worden und sein Name wurde mir gegeben mit dem Befehl, ihn zu töten. Ich bin lediglich das Werk der Gesellschaft"— Als der Gefangene gesprochen hatte versuchte de Großfürstin ihm klar zu machen, wie schrußlich sein Verbrechen sei Sie blieb etwa zwanzig Minuten in der Zelle und verließ sie sodann von einer heftigen Benegung ergriffen und nicht länger imstande, ihre Tränen zurückzuhalten. Als die Gefängniswärter die Zelle betraten, fanden sie auch den Mörder in Tränen. urteilt der gleichfalls in Paris seinen Sitz hat und Gimpel auf den Leim zu locken sucht, Habeat sibi! Die bereits mitgeteilte Initiative des Königs Viktor Emannuels zur Begründung eines internationalen Ackerbauinstituts in Rom hat allerlei interessante Folgen gehabt: aus Turin sandten die unter dem Vorsitz des Landwirts Richelmy versammelten pieomontesischen katholischen Ackerbauvereine dem König ein Zustimmungstelegramm und auf dem Kapitol erklärte Graf Eduard Soderini Kämmerer des Papstes und Stadtrat von Rom seine Freude und seinen Dank für das Projekt des Königs Es sind dies kleine aber sichere Illustrationen zu der Aenderung der politischen Anschauungen in Italien. Auch auf der anderen Seite zeigt man guten Willen; ein Zeichen hierfür bilden die Instruktionen welche das Justizministerium allen Gerichten hat zugehen lassen über den Schutz der Religon So wurde in Florenz ein Ingenieur namens Galli welcher sich in der Kirche S Maria Maggiore unter die Kommunikanten gedrängt hatte und nach erhaltener Kommunion die heilige Hostie in seine Brieftasche legen wollte wegen Sakrilegs zu acht Monaten strengen Kerkers und einer erheblichen Geldstrafe verurteilt Unter dem früheren Kurs der italienischen Regierung wäre Galli gewiß straflos ausgegangen Selbst wenn nichts weiter erreicht würde und die vielbesprochene Kongiliation hier stehen bleiben würde wäre schon in dem Erreichten eine Besserung festzustellen. Die Angelegenheit der Erkronprinzessin von Sachsen Gräfin von Montignoso, gehört zwar nicht in den Bereich enes römischen Briefes aber die Nähe von Florenz läßt auch Rom an dem slandalösen Roman lebhaften Anteil nehmen zumal die Gattin des Grafen Guicciard ni des neuesten Geliebten der Gräfin eine Römerin die Tochter des langjährigen argentinischen Gesandten am Quirinal Moreno ist. Die arme Frau wird hier lebhaft bedauert Ganz entschieden ist zu dementieren als ob der heilige Stuhl dem Erzbischof von Florenz Mfgr. Mietrangeli irgendwelche Aufträge in der unangenehmen Angelegenheit erteilt hätte. Der heilige Stuhl wird in keiner Weise sich mit derselben befassen, ebensowenig die erzbischöfliche Kurie von Florenz Die politische Woche war außerordentlich still: Ministerpräsident Giolitti leidet noch an den Nachwehen einer starken Influenza und wird demnächst zur Erholung sich nach Sorrent begeben. Er kann es ruhig tun da er in der Kammer über eine solche enorme Mehrheit verfügt daß die nächste parlamentarische Zukunft den Charakter völliger Ruhe zeigen wird. Dagegen gehen wir demnächst einem andern großen Ereignis entgegen und hoffentlich kann es der nächste romische Brief bereits berichten: der Durchschlag des Simplonstunnels und damit der Erstellung der fünften Transalpinlinie zwischen Zentraleuropa und den lachenden Gefilden Italiens. Köln, den 28. Febr. 2 Haftpflicht des Hauseigentümers für Richtbeleuchtung der Treppen und Flurgänge. Eine Entscheidung von großer grunosätzlicher Bedeutung hat der erste Civiljenat des Kölner Oberlandesgerichts durch Urteil vom 1. Februar d. J. in Bezug auf die Frage der Pflicht des Hauseigentümers zur Beleuchtung der Treppen und Flurgänge in folgendem Falle getroffen: Eine Witwe hat am 29. September 1903 zwischen 6 und 7 Uhr abends in einem Hause der Gladbacherstraße dahier dadurch einen Unsall erlitten, daß sie beim Verlassen des Hauses im nichtbeleuchteten Flur des Erdgeschosses, die hinter der Haustüre befindliche Steintreppe hinabstürzte. Sie macht für diesen Unfall den Eigentümer des betreffenden Hauses civilrechtlich verantwortlich und verlangt mit der Klage Ersatz des entstandenen Schadens. Beklagter hat seine Verantwortlichkeit bestritten, und dem Anmieter des Unterhauses, der zufolge Mjetvertrag die Pflicht für ordnungsmäßige Beleuchtung des fraglichen Hausflurs besitzt, den Streit verkündet. Das Landgericht hatte die Klage abgewiesen. Das Kölner Oberlandesgericht in der Berufungsinstanz bestätigte das erstinstanzliche Urteil mit folgender Begründung: Die Haftpflicht des Beklagten als Hauseigentümer ist auf ein außerkontraktliches Verschulden desselben (§ 823 B.=G.=B.) gegründet. Durch wiederholte Entscheidung der Obergerichte ist ausgesprochen, und es entspricht dies auch den Normen des B.=G.=B., daß ein Hauseigentümer die Pflicht besitzt, Treppen und Flurgänge, welche im dunkeln Zustande jeden Passanten der Gefahr aussetzen würden, sich zu beschädigen, bei eintretender Dunkelheit solange zu beleuchten, als ein regelmäßiger Verkehr im Hause stattfindet. Diese Verantwortlichkeit für die verkaufssichere Beschaffenheit, insbesondere also auch für ausreichende Beleuchtung der dem Verkehre Anderer dienenden Treppen uno Flurgängen eines Hauses, wurzelt nicht so sehr im Eigentumsrecht als solches, als in der Verpflichtung, die sich aus der Zweckbestimmung hinsichtlich der Sache ergiebt. Von diesem Gesichtspunkie aus muß die in gedachter Richtung auszuübende Sorgfalt überall von demjenigen verlangt werden, dem das Verfügungsrecht zusteht, der also vermöge seiner tatsächlichen und rechtlichen Beziehungen zu der Sache in der Lage ist, die der Verkehrssicherheit dienenden Auordnungen zu treffen und zu überwachen. Daraus folgt schon ohne weiteres, daß eine Vereinbarung durch die der Mieter die Pflicht zur Beleuchtung der mit der gemieteten Wohnung in Verbindung stehenden Fluren und Treppen übernimmt, nicht nur allein zulässig, sondern mit Recht sogar als die allein zweckentsprechende Bestätigung dieser Verpflichtung bezeichnet werden muß, letzteres namentlich dann, wenn der Eigentümer weder selbst, noch ein von ihm bestellter Hausverwalter in dem vermieteten Hause Wohnung und Aufenthalt hat, und daher von Seiten des Eigentümers eine unmittelbare Besorgung und Ueberwachung der für die Sicherheit des Verkehrs erforderlichen Maßnahmen wenn auch nicht völlig unmöglich, so doch erheblich erschwert sein wird. Der in einem Hause herrschende Verkehr wird nach Art und Umfang wesentlich beeinflußt durch die gewerbliche und geschäftliche Tätigkeit der Bewohner, ihre gesellschaftliche Stellung und dergleichen. Sie sind daher auch am besten in der Lage, die durch diesen Verkehr bedingten Bedürfnisse hinsichtlich der Beleuchtung gerecht zu werden. F Schössengericht. Eine interessante Entscheidung. Ein Konditor war angeklagt an zwei Sonntagen nach 8 Uhr morgens Bäckergesellen und einen Backmeister mit der Herstellung von Brödchen beschäftigt zu haben. Der Verteidiger Rechtsanwalt Rehe führte aus: Der Angeklagte backt neven seiner Konoitorei die Brödchen für die Automaten=Gesellschaft, nur für diese, und muß Sonntags 10,000 Stück Brödchen herstellen. Er tut das in einem Raume der Automatengesellschaft, backt in deren Backosen und mit deren Mehl. Seine Handlung fällt mithin nicht unter den§ 105a. sondern unter den§ 1051 der Gewerbeordnung. Der Augeklagte darf Sonntags ebensogut seine Brödchen vacken, als beispielsweise das Hotel du Nord seine Pasteten. Ohne Sonntags zu backen kann der Angeklagte die vielen Bröochen nicht liesern. Der Herr Staatsanwalt beantragte Bestrafung. Wenn der Besiter einer Gast= oder Schankwirtschaft seine Leute zu dem Zwecke gebraucht, den eine cast= oder Schankwirtschaft erfordert, so falle das unter den§ 1051 der Gewerbeordnung. Hier aber betreibe der Mann ein Geschäft für sich, er habe nur einen Kontralt mit der Automaten=Gesellschaft, nachdem er für die Wirtschaften liefern müsse. Der Verteidiger entgegnete noch, es handle sich um eine Lebensfrage für die Automatengesellschaft. sie könne keine Schnitichen verkaufen mit Brödchen, die tags vorher gebacken seien. Es handele sich um einen Teil des Automatenbetriebes, der von dem Angeklagten geleitet werde. Derseide musse freigesprochen werden. Staatsanwalt: Die Ausführungen des Verteidigers haben gewoiß recht viel für sich, es handelt sich um eine Frage, die für den Verkeyr sehr wichtig ist. Das Urteil lautete freisprechend. Es liege ein Bäckereigewerde nicht vor. Die Brödchen würden bloß hergestellt, um in den Automaten=Restaurants verzehrt zu werden; auch ein selbständiger Betrieb liege nicht vor. Der Angeklagte sei als Angestellter der Automatengesellschaft anzusehen.— Der verhaftete Dreyer Michael W. wurde wegen Lärmens und Mißhandlung seiner Ehefrau zu 13 Mark Geldstrafe verurteilt. Kölner Ugebriehten. Köln, den 28. Febr. 1905. (2 Handwerks=Ausstellung Köln 1905. Zur Beratung über einzweckmäßige Beschickung der Ausstellung hatte der Vorsitzende deHandwerkskammer, Obermeister Figge, einige Handwerkszweige, di sich bisher abwartend verhielten, auf Freitag Abend ins Stapelhaus geladen. Es waren etwa 50 Interessenten aus sämtlichen gela denen Gruppen erschienen. Der Vorsitzende gab zunachst einer Ueberblick über die Zwecke und Ziele der Ausstellung; er entwari in längerer Rede ein Bild der Ausstellung, wie sie gedacht ist und bezeichnete es als dringend erforderlich, daß das Kölner Handwerk diese günstige Ausstellungs=Gelegenheit benutzt, um zu zeigen, daß es noch auf der Höhe steht. Für die finanzielle Sicherstellung des Unternehmens sei bereits bessens gesorgt, indem eine Anzahl angesehener, dem Handwerk wohlgesinnter Herren einen Garantie#onos von über Mk. 150000 gezeichnet haben. Außerdem wurden von der Stadt Köln M. 15000 und von der Handwertskammer Köln M. 5000 à fonds perdu bewilligt. In Verbindung mit der Ausstellung wird eine Lotterie veranstaltet, für welche Gewinne im Werte von M. 28000 von den ausstellenden Handwerkern angekauft werden sollen. In leicht verständlicher Weise erläuterte dann Overmeister Oestreich die Ausstellungs=Bedingungen, aus denen hervorzuhoben ist, daß als Platzmiete nur M. 5 pro Qumtr. Bodenfläche und M. 3. pro Qumtr. Wandfläche erhoben werden. Für Versicherung aller Handwerkserzeugnisse gegen Feuersgefahr sorgt die Ausstellung. Aus dem darauf folgenden Meinungsaustausch ging hervor, daß in den in der Versammlung vertretenen Handwerkszweigen das lebhafteste Interesse für die Ausstellung herrscht. Es erklärten sich aus der Gruppe einige Herren bereit, mit ihren Kollegen in Verbindung zu treten, um eine Beschickung der Ausstellung, möglichst in geschlossener Form, zu Stande zu bringen. * Aufnahme der Schulnenlinge in der Volksschule. Zu Ostern dieses Jahres werden alle diejenigen Kinder schulpflichtig, die in der Zeit vom 1. Oktober 1898 bis zum 30. September 1899 gevoren sind und somit bereits das sechste Lebensjahr vollendet haben oder bis zum 30. September 1905 vollenden. Die Anmeldung erfolgt bei den betreffenden Rektoren und Hauptlehrern des Bezirks, denen bereits amtliche Listen der Schulneulinge vorliegen, am besten erst am Tage des Schulausangs, welcher Termin beyördlich durch die Zeitung bekannt gemacht wird. Die Vorlage des Impfscheines ist ein unbedingtes Erfordernis. Für schwächliche Kinder kann unter Beifugung eines ärztlichen Attestes die Zurückstellung bis Ostern 1906 beantragt werden, die dann in der Regel anstandslos erfolgt. Besondere Umstände veranlassen aber nach einer vor mehreren Jahren erlassenen Regierungsverjügung die zur Schulaufnahme kommenden Kinder aus Mischehen, wenn sie in einer anderen Religion als der des Vaters erzogen werden sollen. Zu diesem Zweck ist eine amtliche Erklärung vor einem Notar oder von dem Oberbürgermeister bezw. dessen Vertreter abzugeben. Da nun erjahrungsgemäß der Andiang zu Beginn des Schuljahres auf dem Schulvureau zur Abgabe der Erklärung groß ist, so tun die betreffenden Eltern gut— Vater und Mutter des Kindes, wenn sie noch am Leben sind, müssen die Erklärung gemeinsam abgeden — wenn sie schon jetzt die erforderlichen Schritte tun. Die Schulleiter sind mit der strengen Weisung versehen, die Regierungsverfügung genau zu beachten und müssen spater über alle Kinder, deren Väter evangelisch sind und in einer katholischen Schule eingeschult sind oder umgekehrt, Rechenschaft geben, ob die betreffende Erklärung vorliegt. Ist dies nicht der Fau, so erfolgt die Umschulung. * Sonderzüge an den Karnevalstagen. Zur Bewältigung des an den Fastnachtstagen zu erwartenden starken Personenverkehre hat die Eisenbahnverwaltung für die Tage vom 4.—6. März d. J. außerordentliche Maßnahmen getroffen. Auf den verschiedenen von Cöln ausgehenden und hier einmündenden Eisenbahnlinten werden Vor= und Sonderzüge in größerer Zahl und nötigenfaus Bedarfssonderzüge außer den fahrplanmäßigen gefahren. Die Vorzüge verkehren im allgemeinen zehn Minuten vor den Hauptzügen, halten auf denselben Stationen und führen die gleichen Wagenklassen wie diese. Auf Stationen mit größerem Verkehr werden die Hülfsfahrkartenschalter, sowie die Hülfs=Aus= und Eingänge besetzt und geöffnet. Besonders wird noch darauf hingewiesen, daß der Vorzug zum Schnellzuge Nr. 101, Remagen=Cöln H.=B., Cöln=Hauptbahnhof an 9,39 Uhr vormittags, am 6. März in Brühl anhält und der fahrplanmäßige Personenzug Nr 101 a, Brühl—Cöln H.=B., Brühl ab 9,14 Uhr vormittags, Cöin=Hauptbahnhof an 9,37 Uhr vormittags, an diesem Tage ausfällt, ebenso der Arbeiterzug Nr. 17, Cöln H.=B.—Kalt, Cöln=Hauptbahnhof ab 6,40 Uhr vormittags, Kalt=Süd an 6,47 Uhr, der Personenzug Nr. 38, Cöln H.=B.—Düren, Cöln=Hauptbahnhof ab 11,32 Uhr nachts, Düren an 12,32 Uhr, wird in der Nacht vom 6. zum 7. März (Montag zu Dienstag) bis Nachen Ry. mit Anhalten auf allen Stationen durchgeführt, Düren ab 12,36 Uhr nachts, Nachen Rh arbeiten haben, zu ermöglichen, gewinnen. # kur und der Vorzug Grebenoroih—ehn H. sonenzuge Nr. 84 fährt am 6. März von Grevenbroich 9,17 Uhr vormittags ab und trifft in Cöln=Hauptbahnhof 10,34 Uhr ein. . Die Tischler=Innung in Köln beschloß, sich in hervorragen“ Peise an der bevorstehenden Handwerks=Ausstellung zu bed dieses ist jedoch nur möglich, wenn die Baumeister, en. sowie die Herrschaften, die Bedarf in Bau= und Möbelschon jetzt ihre Bestellungen machen, um dadurch hervorragende Arbeiten für die Ausstellung zu Auf Wunsch werden Entwürfe und Skizzen bereitwilligst angefertigt und zur Verfügung gestellt. 2 Ein Vergleich. In dem Rechtsstreit, den der Eigentümer arundstuckes der hiesigen„Burgergesellschaft“ gegen ene oe„Besitzsthrung— herbeigeführt durch die aus dem * zhause auf das Nachbargrundstück herüberdringende Gedem Kölner Oberlandesgericht führt, ist zwischen den räuse.. der Bergleich abgeschlossen worden, Inhalts Vorteien vi, Bärgergeselschaft“ das fragliche Nachbargrundstück dessen Kauspreis, der dem Vernehmen nach etwas über 200,000 Mark beträgt, käuflich erwirdt. * Die Internationale Automebil=Ausstellung in Berlin wurde 19 ds. geschlossen. Es hatten eine große Anzahl reinischer dort ihre Produkte ausgestellt, u. a. auch die wegen ihrer hocheleganten Luxuswagen bekannte Automobilfirma J. W. Utermöhle G. m. Die produttte dieser Firma erzielten auf dieser Jusstellung wohl den erdenklich größten Erfolg und hat die Firma #n Wagen in Auftrag erhalten. So beehrten der Herzog von Vorsitzender des Deutschen Automobilklubs Fürst Sayn bottee, graf von Hachenburg, Baron v. Brandenstein usw. g Zurch Austräge. Das Zugstück der ganzen Ausstellung büdete ein geschlossener Salonwagen, über den#ger g##ho#, schristen die tobendste Anerkennung aussprechen, unen mi, i#em entzückendes Exterieur und ist innen unnd vinm gusgestattet, weilches den verwöhntesten Ansprüchen Kaffinemen: gicht, Hut=Gepäckhalter, genügen durste. Drehsesel, elektrische,. grank, Picknicktasten, Schirmständer, eiektrischer Avertiseur, E1½s, man ag rußzig als alles dieses führt dieses Behikel mit sich, sodok, Firma gat zere kleines fahrendes Hotel bezeichnen därste. Dr. g, auch hiesigen Verliner Husstedlung von, bezti szege gerge g# wie wie höre Interessenten zu zeigen und ist seht geens WreitInteressenten die Besichtigung dieser Wagen zu gestatten. Rasch tritt der Tod den Meuschen an. Der in der Nacht zum Montag in Lindenthal bewußtlos aufgefundene und auf dem * sport zum Alexianerkloster verstorbene Mann war der Tagelöhner Andreas Heissen aus der Viktoriastraße in Kalk. Der so jäh aus dem Leben Geschiedene, befand sich, von einem Besuch lich vom Schlagansall betroffen wurde. * Eisenbahnunfall. Der um 5.48 Uhr nachmittags fällige Schnellzug fuhr am Montag bei der Einfahrt in den hiesigen Hauptbahnhof gegen den im Geleis 58 befindlichen hydraulichen Prellbock, weil die Luftdruckbremse nicht mehr derart sunktionierte, daß der Zug vor dem Prellboa zum Halten gebracht werden konnte. Verletzungen von Personen sind nicht vorgekommen, ebenso kein Schaden an Maschine und Personenwagen zu verzeichnen. und Diebstähle die polizeiliche Festnahme Auch in diesem Falle hatte sich der hydrauliche Prellbock gut bewährt; durch das langsame Nachgeben der Prellschienen wurde der Anprall sehr abgeschwächt. F Ein Died in der Badeanstalt. In letzter Zeit wurden wieverholt den Badenden in der Badeanstalt an der Fleischmengergasse aus den in den Spinden hängenden Betleidungsstücken die Uhr nebst Kette, sowie auch bares Geld gestohlen, ohne daß man auf die Spur des Täters kommen konnte. Am Montag nun gewahrte ein Wärter, wie sich ein junger Mensch, ein Schneider, den er im Verdacht hatte, an die Spinde heranschlich, dieselben öffnete und die Kleidertaschen revidierte. Der Wärter sprang hinzu saßte den Burschen. Natürlich leugnete er die anderen ausgeführt zu haben. des Diedes. Aulerelle wich Hem Wrd. * Im ordnungspolizeilichen Iuleresse wirb vom Polizeipluste denten die Umnumerierung verschiedener Häuser folgenger, Sexabg.: ur Straße, Pantaleonsberg, Himmelreich, Anturir=gasse, Thurnmarkt, sowie die Numerierung der Gebäude im Volksgarten und der Markthalle angeordnet. Ein Exemplar der Bekanntdem Verzeichnis der umnumerierten Straßen hängt am Eingang des königl. Polizeipräsidiums, Glockengasse 30, 14 Toge aus. Schiffsunfall. Heute Morgen gegen 7 Uhr ist das seit vorigen Donnerstag im Rheinauhafen, an der Einfahrt, an der Bayenstraße liegende und mit etwa 90000 Schwemmsteinen beladene Schiff Anna Maria des Schiffers Anton scheinlich infolge Lekage gesunken. Die in dem Schiff schlafenden Personen, der Schiffer Klöckner und ein Matrose, konnten sich noch retten. Gegen 5½ Uhr heute Morgen bemerkte der Matrose des Schiffes plötzlich, daß sein Bett in der Kajütte des Schiffes unter Wasser stand. Derselde weckte dann sofort den in einem anderen Raum des Schiffes schlasenden Schiffer. Wie sich herausstellte, war das Schiff dejekt geworden und drohte zu sinken. Mit Hülfe der aus dem Schlafe geweckten Schiffesangestellten eines neben dem gesunkenen Schiff liegenden Schiffes wurden sofort alle Anstellungen gemacht, das Schiff, das bereits halb gesunken war, durch fortwährendes Auspumpen des Wassers zus, P zu halten. Trotz allen Bemühungen san jevoch gegen 7 Uhr das Schiff oz. Das Schiff sollte in den ersten Tagen ausgeladen werden. Die Schwemmsteine sollen versichert gewesen sein. Das in dem Schiff befindliche Mobilar des Schiffers und des Matrosen ist verdorben. Es wird große Mühe kosten, das schwerbeladene Schif wieder zu beben. * Stiftung. Frau Witwe Bodden hat dem ek. Marienhospilat vor einiger Zeit eine Bettstiftung von 6000 M. überwiesen zum Andenken an ihren verstorbenen Gemahl. Jetzt hat diese Zuwendung die königliche Genehmigung erhalten. * Königlich Preußische 212. Klassen=Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur 3. Klasse muß mit Vorlegung der Lose 2. Klasse bei Verlust des Anrechts bis zum 3. März, abends 8 Uhr, bei den zuständigen Einnehmern geschehen. Die Ziehung der 3. Klasse findet am 7. und 8. März statt. p Radfahrernnfall. Am Sonntag Nachmittag fuhr auf seinem Zweirad in der Bismarkstraße ein Kunstglaser wider das Pferd eines Kutschers, wodurch er zu Fall kam, das Pferd über das Rad stolperte und ebenfalls zu Boden und auf den Radfahrer siel. Der Radfahrer wurde unter dem Pferde hervorgezogen und hatte sich anscheinend an der Schulter verletzt. Das Pferd, welches auf das zertrümmerte Zweirad zu liegen kam, zog sich ebenfalls verschiedene Verletzungen zu.„ g Ein hoffnungsvolles Burschchen. Wie wir gestern meldeten, wurden einem hiesigen Milchhändler aus dem unter dem Bock seines Wagens befindlichen Kasten etwa 750 M. gestohlen. Wie wir weiter erfahren, gestand der von der Kriminalpolizei festgenommene 15jährige Junge, der zuerst nur 220 M. gestohlen haben will, gestern ein, in dem Keller seiner elterlichen Wohnung in der Kleinen Witschgasse eine größere Summe des gestohlenen Geldes versteckt zu haben. Bei einer Nachsuchung fanden Kriminalbeamte 500 M. in dem Keller vor. * Köln=Ehrenfeld. Im Katholischen Bürgerverein hielt am Freitagabend Herr Lehrer Peter Röttgen einen interessanten Vortrag über das Tema Die Gefahren für die Sittlichkeit der Großstadt=Jugend. An Hand der Kriminalstatistik zeigte er. daß die Zahl der jugendlich Verurteilten im Jahre 1882 30 719, 1892 aber schon 46488 betrug, also um 53 Proz. gewachsen war und auch heute noch immer im Wachstum begriffen sei. Die Hauptvergehen sind Diebstahl und Unzucht. Die Hauptursachen findet Redner in mangelhafter Familienerziehung, im Wohnungsclend, im Schlafstellenunwesen, in Lektüre schlechter Schriften, in der Spezialitätenbühnen und der ausgeprägten Genußzsucht unserer Zeit. Hübsche Bilder entwickelte Redner von der Einwirtung Mutterliebe als Hauptsaktor bei der Erziehung des Kindes. Die Eindrücke, die das Kind über seine Häuslichkeit empfangen, hinterlassen in ihm einen dauernden Eindruck. Der Vergnügungssucht zu steuern empfahl Redner die Wiederbelebung des trauten Familienodends. Er schloß mit einem Hinweis auf den neu ins Leben treienden Verein zum Schutz der schulentlassenen Jugend. bezwecke, sich der gefährdeten Jugend nach dem vierzehnten Lebensjahr anzunehmen, indem den Eltern Mittel und Wege gezeigt werden sollen, wie sie ihre erwachsenen Kinder zu erziehen haben, ihnen auch Winke zu geben fürs praktische Leben und dus Fort kommen ihrer Kinder. Der Verein soll ferner das Familienieben in etwa ersetzen, indem er seinen Mitgliedern die verschiedenste Annehmlichteiten wie Lektüre u. dgl. dietet und P#e.# jungen Leute zu Religion, Ektern und Autorität erweilen Fc. Dunsche sprach Hrn. Röttgen den Dank der Versammlung aus und keilte mit, daß der katholische Bürgerverein bereits mit einer Spende von 50 Mk. als Grundstock zu dem Jugendfürsorgeverein beigekragen habe. Hieran schloß sich eine lebhafte Devatte; Hr. Rektor Schmitz nahm die Jugend in Schutz, indem er behauptete, sie sei im allgemeinen nicht schlechter als früher, in manchen Punkten sei sie sogar besser. Es gelte nur Mittel und Wege zu ersinnen, um den Schäden zu begegnen, die die neuen Erwerbsverhältnisse im Gefolge haben Der neue Verein wolle den Eltern die Sorge um die Jugend nicht abnehmen, sondern das Gefühl der Verantworkung stärken. Um die Jugend moralisch zu schützen, dazu sei die Mitwirkung besonders der Fabrikbesitzer und der darin tätigen Verkleiter erforderlich. Diese müßten in erster Linie die Hand dazu dieten, die Jugend sittlichen Gefahren sernzuhalten. Nach ankegenden Worten des Hru. Rektor Mertens zur Pflege des Familienlebens sprach noch als Schlußredner Hr. Pfarrer Oepen, der die Mitteilung machte, daß auf Ehrenfeld jährlich nur etwa jugendliche Verurteilte kommen, gewiß keine große Ziffer für die große Industriestadt. Redner versprach sich von der Mitwirkung des Fürsorgevereins eine Reduzierung dieser Zahl. P Köln=Nippes. Am Montag Abend um 8 Uhr entstand in einem Hause in der Hartwichstraße ein Zimmerbrand, der in kurzer Zeit von der Feuerwehr gelöscht wurde. Rheinland und Westfalen. CB Mülheim a. Nh., 28. Febr. Der hiesige Windthorstbund hielt am Freitag Abend seine Monatsversammlung im Hotel Dreesen ab, in welcher das Bundesmitglied Herr Gerh. Esser über die Tätigkeit und Ziele einer sozialen Kommission referirte. Redner führte etwa folgendes aus: Wie der Staat im Großen, so hat die Stadt im Kleinen die Pflicht zum Besten der Allgemeinheit sowohl als auch im Interesse des Einzelnen zu wirken. Es handelt sich bei der sozialen Kommission um eine besondere Institution, die neben der städtischen Vertretung es sich besonders angelegen sein läßt, die sozialen Mißstände in der Gemeinde möglichst zu beheben. Es ist daher bei der Konstituirung einer sozialen Kommission darauf zu achten, daß derjenige Stand, der am meisten unter dem sozialen Notstand leidet, auch am zahlreichsten in dieser Kommission vertreten ist. Jede politische und religiöse Ueberzeugung ist bei einer derartigen Kommission auszuschließen. Hoffen wir daß die in unserer Stadt neugebildete soziale Kommission zum Segen aller, ganz besonders aber zum Segen unserer lieben Arbeiter wirken möge. Eine lebhafte Diskussion schloß sich den interessanten Ausführungen des Reserenten an, in der manche neuen Gesichtspunkte zu Tage traten. Sodann versprachen zum Schlusse die anwesenden Mitglieder der städtischen sozialen Kommission, die Stadtverordneten Feinhals und Goedde alle ihre Kräfte in den Dienst derselben zu stellen, um so möglichst zur Besserung der Lage des Arbeiters beizutragen. * Bensberg, 17. Febr. Dem Herrn Reichstagsabgeordneten Euler hat der Heilige Vater durch Msgr. de Waal seine Photographie mit eigenhändiger Unterschrift übersenden lassen. Die Widmung lautet in deutscher Uebersetzung: Wir bitten Gott und erteiten Unserem geliebten Sohne wegen seiner gesegneten und fruchtbringende Tätigkeit von Herzen den Apostolischen Segen. Kl Brühl, 27. Febr. Der hiesige St. Hermann Josef=Verein für Handwerkslehrlinge und jugendliche Arbeiter veranstaltete am Sonntag Abend im großen Saale des Gasthauses„Zur Krone“ für seine Mitglieder und deren Angehörigen eine theatralische Abendunterhaltung, die sich eines überaus zahlreichen Besuches erfreute. Der rührige Präses des Vereins, Herr Kaplan Schleyer, begrüßte die Erschienenen herzlich und wies auf die hohe Bedeutung der auf christlicher Grundlage beruhenden Jugendvereine, für das kommende Geschlecht hin. Das Samenkorn, das in die Herzen der Jugendlichen gelegt werde, bringe dereinst reiche Frucht Die Ein drücke, die der Jüngling gewinne, werden ihm eine Richtschnur das ganze Leden hindurch bleiben und ihn zum nützlichen Mitgliede der menschlichen Gesellschaft erziehen. Der hiefige Verein habe bereits segensreich gewirkt und darum bitte er demselben auch fürderhin reges Interesse entgegenzubringen. Die Aufführungen zeigten, daß die Vereinsmitglieder sowohl bei offener Szene, beim Puppen=Theaterspiel ihren Mann zu stellen wissen und sanden dieselben rauschenden Beifall. Zwischendurch wurden gemeinschaftliche Lieder gesungen, die einen alten Freund des Vereins, Herrn Direktor Heinrichs von der hiesigen Provinzial=TaubstummenAnstalt, zum Verfasser hatten. Die Klavierbegleitung hatte Herr Frielingsdorf jr. freundlichst übernommen. Den Schluß der schön verlaufenen Veranstaltung bildete ein auf den„Feldmarschall Schleyer“ gedichtetes und von den Festteilnehmern mit Begeisterung gesungenes gemeinschaftliches Lied. X Modrath, 28. Fedr. Dienstjubiläum. Am Sonntag feierte der in Diensten der Familie Noe stehende Peter Berger sein 25jähriges Dienstjubiläum. Ein Bruder des Jubilars steht auch schon seit zwanzig Jahren in Diensten derselben Familie; gewiß ein schönes Zeichen des guten Einvernehmens zwischen Herrschaft und Dienstboten, besonders in der Landwirtschaft. Am Sonntag Abend wurde der Jubilar vom Vorstand des Männer=Gesangvereins apollo, dessen langjähriges Vorstandsmitglied der Jubilar ist, in seiner Wohnung abgeholt und zum Vereinslokale geführt, welches festlich geschmückt war. Hier wurden ihm von Seiten des Gesangvereins und von Kindern in sinnreichen Sprüchen die Glückwünsche dargebracht und Geschenke überreicht. Dann wurden der Jubilar und seine Herrschaft in Reden und Liedern gebührend gefeiert. * Euskirchen, 27. Febr. In der hiesigen Tuchfabrik der Firma C. Lückerath haben heut Morgen sämtliche Arbeiter wegen Lohndifferenzen die Arbeit eingestellt. * Boun, 28. Febr. Die Ehrengaben aus der Hohenzollern=Diergardt=Stiftung sind für das Sommersemester 1905 folgenden Studierenden verliehen worden: Stud. theol. kath. Peter Floß aus Barmen, Reiner Stolz aus Karken und Frz. Münch aus Köln; stud jur. Hans Schröter aus Köln und Joh. Hochgürtel aus Düsseldorf; stud. med. Leo Sonnenschein aus Kupferdrey und Paul Wenzel aus Bonn stud. phil. Peter Kessel aus Creseld und Gustav Trilsbach aus Linz a. Rh.; stud. math. u. rer. nat. Hans Koch aus Kovlenz. Die dem studt. theol. ev. Hermann Mandel aus Neukirchen überwiesene und durch Abgang von der hiesigen Universität verfügbar gewordene Ehrengabe für das Wintersemester 1904 05 ist dem stud. phil. Christian Kraus aus Eschweiler über Feld verliehen worden. * Vom Siebengebirge, 27. Februar. Eine recht unangenehme Ueberraschung wurde den Mitgliedern eines Gesangvereins in der Nähe zu Teil. Es wurde über die Neubeschaffung einer Fahne beraten. Als man zu diesem Zwecke den Kassenbestand prüfte, stellte sich heraus, daß nur ein geringer Betrag vorhanden war. Der Kassenführer hatte fast das ganze Vereinsvermögen für sich verbraucht und obendrein unterlassen, Vereinsrechnungen zu begleichen. Bei der Rechnungsablage bezw. Kassenrevision hat man wohl allzuviel Vertrauen walten lassen. Die Sänger aber gingen in erbitterter Stimmung auseinander. ap Siegburg, 27. Febr. Zwei Einbruchsdiebstähle wurden in der vergangenen Nacht vollführt. Einige Paar Stiefel entwendete man aus dem Schaufenster der Schmitz'schen Schuhwarenhandlung an der Annostraße. Auch die Wicking'sche Holzhandlung wurde heimgesucht. er Bödingen, 27. Febr. Das vorige Woche von Seiten der Staatsanwaltschaft erfolgte Ausschreiben einer Belohnung in Sachen des verschwundenen Kindes aus Oberhalberg bringt es mit sich, daß die Gemüther sich wieder mehr mit dem rätselhaften Fall beschäftigen. Der Umstand, daß alle Anstrengungen bis jetzt erfolglos geblieben sind und viele zu der Ansicht neigen, daß die Angelegenheit schließlich doch zu einem Kriminal=Fall auswachsen könne, hat zur Folge, daß der Fall einen Anreiz für befähigte Kriminalbeamte bildet. Seit mehreren Tagen voriger Woche ist nämlich Herr Polizei=Inspektor Wittugel aus Bonn nebst einem Beamten hier tätig gewesen. Sie haben nochmals die in Betracht kommenden Terrains unter Zuhülfenahme eines sog. Polizei= oder Bluthundes gründlich abgesucht und nebender Material gesammelt. Somit dürfte gesichert sein, daß das Menschenmögliche geschieht, Licht in das Dunkel zu bringen. * Siegen, 25. Fedr. Eine große Zerstbrung hat das während der Nacht andauernde Schneewetter an den Fernsprechleitungen angerichtet. Die Isolatorenständer auf den Dächern waren heute Morgen durch die Last des an den Drähten haften gebliebenen Schnees teilweise umgefallen und die Drähte gerissen. Die Straßen waren kaum zu passieren. Vielfach entstand Kurzschluß. Vom hiesigen Postamte wurden von Dortmund drei Hülfskolonnen zur Wiederherstellung der Leitungen herbeigerufen. Auch in den Wäldern hat der Schneefall erheblichen Schaden angerichtet, eine Menge Bäume haben durch Schneebruch start gelitten. * Morsbach, 27. Febr. Die Gemeindeumlagen haben hier für das Rechnungsjahr 1905 eine außerordentliche Höhe erreicht. Trotz großer Sparsamkeit müssen 330 Proz. von der Grund, Gebäudeund Einkommensteuer, einschließlich der fingierten Sätze, 285 Proz. von der Gewerbesteuer und 200 Proz. von der Betriebsteuer erhoben werden. Damit ist die Leistungsfähigkeit der Steuerzahler auf das äußerste gespannt, namentlich wenn die hohen Kirchensteuern(bis zu 71 Proz) in Rücksicht gezogen werden * Essen, 24. Fedr. Die gesamten Bücher und Akten Hochhelde domizilierten Krantenkasse„Rheinlands Eiche“ gestern durch die Polizeiverwaltung beschlagnahmt der Aufsichtsbehörde als Liquidator haas aus Moers übergeben. 1 077 802 Mark Münster 483 998 Mark und das Lyceum Hosianum in Braunsberg 61 656 Mark. Die Ausgaben werden durch folgende Einnahmen gedeckt: aus Staatsmitteln 11 447 907 Mark. aus Stiftungs= und bestimmten Zwecken gewidmeten und anderen Beständen 700 475(gegen 687782) Mark Zinsen von Kapitalien und aus Einkünften von Grundstücken und Gerechtsamen 460 766 (gegen 464 197) Mark und aus eigenem Erwerbe 2 817 555(gegen 2 654 653) Mark. Wasserstands=Nachrichten. Mannheim, Maxan, Mainz, Koblenz. Trier, Kand, Köln, Ruhrort, den 27. Februar. den 27. Februar. den 27. Februar. den 27. Februar. den 27. Februar. den 28. Februar. den 28. Februar. den 27. Februar. 10 Uhr Vormittags 2,02—0,03 m— 7 Uhr Vormittags 2,72—0.02 m 12 Uhr Mittags 0,81—0.01 m 6 Uhr Vormittags 1,85—0.04 m 11 Uhr Vormittags 0,93—0.05 m 9 Uhr Vormittags 1.87--0,01 m 7 Uhr Vormittags 1,75—0.04 m 8 Uhr Vormittags 1,27—0,14 m Amsterdan Belgische Plätze Deutsche Plätze Kopenhagen 3 3 3½ 4 Handel, Gewerbe und Verkehr. Wechselkurse. Lissabon 4 London 3 Ital, Plätze 5 Madrid 4% Kölner Fruchtmarkt. Weizen 00,00—00.00 Mark. 00,00, Haser 00,00=00 00, Gerste 10.00 Mark. Heu 7.40 9,00 Mark, Maschinenstroh(Roggen) 4.20 Mark, stroh(Flegeldrusch) 4,0—0,00, Krummstroh 3,80 Mark. Ruvöl(in Posten von 5000 Kg.) 49.50 L., Mai 49,50 B., 45,00 C. “ Kent, den 28 Fedruar. Fruchtvreise. Weiten trock. Ware i. Qu. 17.80 Plk. Paris 3 Petersburg„ 5½ Schweizer Platze 4 Wien 3½ Roggen 00,00. RichtWeilen Weizen Koggen! 17.80 Ou trock. Ware 14,80 Roggen s.„„ 14,10„ Roggen 3... 90.00 Pll. Hater 1. Qualitsl 14.20„ Hater 2. Qual. 00,00 Plk. Weizen strog die#m Pile 1.00„ Maschinenaros„„„ 82.00„ Flegeldrusch 24.00 Gerfe 1. Quaitta: 90.00 PII Gerste 2. 90.00 Buchweizen 1. Qualttal 10.00„ Buchweizen 2 10.00„ Raps 1. Qualität 20,25„ Raps 2. Qualiiät 15,25„ A eei(Rüdien) 1. Qual. 19.25 Aueel Rüdten! 2. Qual. 18.75„ den à 50 Kiles,80 4,80 Iuzernerden,„ 5,20—0.00„ Rartoflein à 60 Milr 3,.00—4,00„ Preise unverändert. Rübluchen per Iin Rile 107.0 DI. in fl. Partien 111.00 Kleie e 50 ag 5.80 Butter per ae 2.50„ Sier 100 Stuck 12.00 Rudol per 10ag in Partbien von Cir. sohne Jaß 47,25 VIk. Rüböl per 1000kg ianmerte ohne Jad. 46,75 gereinigtes Oel v. 100 Ril. 3 Mk höher aIs Rudö. Rütöl und Ruchen unvetändert. Kölner Häutebericht vom 27. Februar. Häutegattung. Stierhäute Kuh= und Rinderhäute Rothaarige Ochsenhäute von 45 kg. Rothaarige Ochsenhäute von 40—44½ kg. Schlacht= und Berliner=Ochsenhäute schwere Schlacht= und Berliner=Ochsenhäute leichte Kalbsselle mit Kopf. Kalbsselle ohne Kopf Fekt Preis das kg. 78—75 Via 85—87" 94—86„ 88—90" 82—85„ 105-100 114=117 87—48" Civilstand der Stadt Köln. Vom 27. Fedruar. Geburten. Maria, T. von Paul Basen, Vorard., Lütticherstr. 67. Stephan, S. von Math. heinen, Telegraphenard., Flandrischestr. 10A. Elisabeth, T. von Wilb Baumann, Kaufm., Limburgerstr. 28. Maria, T. von Lamb Hartmann, Eisenbahnarb., Melchiorstr. 15. Christina, Ludwig Spolger, Walzmeister, Im Weichserhof 48. Maria, Halsen, Feuerwehrm., Im Weichserhof 4. Geschäftskutscher, Gr. Telegraphenstr. 32. höfer. Tagel., Klapperg. 10. Johann, mann, Spulmannsg. 35. Franziska, T. von T. von Pet. Emilie, T. von Wilh. Geus, Jakob, S. von Daniel LaugenS. von Samuel Leokowitz, HandelsT. von Leonardus Curvers, Schuhmachermstr., Buttermarkt 47. Ludwig, S. von Jos. Hemmerlein, Heizer, Bonisazstr. 12. Mathias, S. von Math. Redinger, Stellmacher, Severinstraße 60. Sophia, I. von Kasvar Brassart, Spezereihdlr., Karthäuserg. 22. Peter, S. von Hubert Stolz, Brenner, Merovingerstr. 14. Katharina, T. von Friedr. Sievers, Zimmerm., Karthäuserhof 39. Ernst, S. von Karl Drost, Kesselschmied, Elsaßstr. 24. Franz, S. von Adam Schie##.. Grundarb., Karthauserhof 17. Wilhelm, S. von Wilh. Dahmen, Jugel., Friedrichstr. 68. Verhard, S. von Wilh. Kasten, Schlosser, Siebenburgen 38. Ehristine, T. von Karl Wilms. Schreiner, Weißdütteng; 9. Johann, S. von Mich. Müller, Straßenbahn=Wagenführer, Pantaleonswall 12. Johann, S. von Anton Bathe, Geschäftsdiener, Martinsseld 27. Cäcilie, T. von Joh. Lersch, Stuckaturer, Burgunderstr. 42. Joseph. S. von Wilhelm Riethen, Postbote, Schaasenstr. 52. Anna, T. von Wilh. Jurich, Sterdesälle. Jakob Meckel, 7 J., Greesbergstr. 7. Antonie Kamper, 64 J., Kardinalstr. 8. Jakob Hohl. Rentner, verh., 75 J., Blumenstr. 11. Otto Atzmann, 4 M., Krefelderstr. 26. Theodor Stein, o. Gew., Wwr., 78 J., Oentelstr. 2—6. Anna Jäger, ged. Mondorf, Wwe., 72 J., Quentelstraße 2—8. Maria Mares, 4 M., Severinswall 51. Erich Landau, 3 J., Venloerstr. 284. Josephine Breuer, ged. Hoeveler, 23 J., Vondelstr. 45. Joh. Schaefer, 6 M., Bonnerstr. 495. Jos. Nutzbaum, Anstreicherges., verh., 56 J., Kl. Sandkaul 9a. Jos. Kneisel, Geschaftsvote, Wwr., 69 J. Rinkenpfuhl 33. Auguste Möllinghoff. gev. Timmer, Wwe., 76 J., Ricklingen. Bincenz Oster, 1 M 9 T., Alle Wallg. 14. Louis Rothschilo, Rentner, Wwr., 79 J., Mühlenbach 34. Christine Teske, geb. Pfeiffer, Wwe., 83 J., Alvertusstr. 46. Joh. Müller, 1 T., Gr. Spitzeng. 19. Gertrud Langen, 8 T., Elsaßzstr. 52. Ludwig Blatz, Maurer, Wior., 60 J., Schnurg. 14. Wilh. Schureck, Hausknecht. 19 J., Gr. Griechenm. 118. Nikol. Döring, o. Gew., verh., 65 J., Agrippastr. 90a. Anna Taussig, geb. Weimann, Wwe., 71 J., Burgunderstr. 13. Heiraten. Jakov Sand, Geschäftsführer von Worringen, und Marg. Druckhausen, von hier. Joh. Steeg. Isolirer von Cuchenheim, u. Apollonia Meinerthagen, von hier. Karl Reoding, Reisender von Aachen, u. Elfriede Pottken, von Elderfeld. Christian Pohl, Schuhmacher von Merzenich, u. Elis. Gröuewäller, von Kirchspiel=Drensteinfurt. Wilh. Marx, von Eyweiler, und Vertrud Hüttgen, von Mechernich. Hud. Hellendahl, Schreinerges. von Uedelhoven, u Gertrud Balter, von Gymnich. Winand Manderfeld, Zapfer von Schnorrenberg, und Christina Genick. vernich Ludw. Wolf. Anstreicherges. von Kovlenz, von Eupen Bernh. Schmitz, Wwr., Fabrikarb. von Sayn, und Josepha Klunpp, geb. Koch, Wwe, von Barmen. Friedr.„Psparr, E. gorg Mütheim a. Rh, und Luise Kaiser, von hier. Joh. nurtver. gehülse von hier, und Maria Wessel, ged. Kuhl, Wwe., von Kalk. Jos. Esser, Bauarb., und Mathilde Mosler, beide von hier. Heirats=Ankündigungen. Wilh. Dickersdach, Wwr., Tagel., Butterm. 26, und Berta Stamm, Rothenberg 3.„Jgs. Kieke, Mechanilergeh. von Ehrenfeld, und Gertrud Dunker, Humsblorstr. 8. Vom 13. bis 18. Fehruar. Geburten. Heinrich, S. von Joh. Juchs, Weichensteller, Hartwichstr. 61. Ferdinand, S. von Ferd. Sinner, Klempner, Merheimerstr. 180. Joseph, S. von Peter Eller, Kaufm., Staminheimerstr. 61. Wilhelm, S. von Emil Knoppik, Schlosser, Neußerstr. 338. Peter, S. von Joh. Schoul, Gelbgießer, Kempenerstr. 30. Helene, T. von Heinr. Wollenschein, Landbriefträger, Auf der Bude 18. Heinrich, S. von Konst. Bechen, Hitorfstr. 4. Johann, S. von Joh. Berrendorf, Sattler, Longericher Hauptstr. 54. Elisabeth, T. von Joh. Over, Postschaffner, Steinbergerstr. 15. Aloysius, S. von Wilh. Großmann, Einkassirer, Scharnhorststr. 9. Wilhelm und Cäcilia, Zwill von Anton Bötschen. Schlosser, Merheimerstraße 151. Franz, S. von Rud. Nadrag, Neußerstr. 338. Maria, T. von Friedr. Tonno, Tagel., Neußerstr. 588. Anna, T. von Eugen Strauch, Buchdrucker, Ilorastr. 74. Peter, S. von Heinr. Felten, Schlosser, Merheimerstr. 109. Agnes, T. von Kaspar Breuig, Fabrikarb., Katzeng. 9. Ancon, S. von Heinr. Schmitz, Tagel., Grethenstr. 15. Anna, Jch. Schmitz, Kommis, Kuenstr. 18. Ekisabeth, T. von Franz Kratz, Schlosser, Wilhelmstr. 19. Anton, S. von Joh. Degen, Schmied, Kl. Hartwichstr. 4. Mathias, S. von Wilh. Evertz, Zahlmeisterasp., Barbarastraße 1. Peter, S. von Peter Busch, Tagel., Neußerstr 701. Anna, von Karl Hennig, Schlosser, Hartwichstr. 35. Ernst, S. von Karl Schneider, Maler u. Anstreicher, Florastr. 88. Heinrich, S von Jos. Deppe, Bureau=Assist., Scharnhorstste. 6 Friedrich, S. von Jos. Becker, Neußerstr. 324. 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Große Budengasse 6, Neubner, Hohestr. und an der Abendkasse des Gürzenich. Breitestr. 131, Leugfeld, 137, J. G. Schmitz, Passage 1—3 der in wurden und dem von bestellten Prozeßagenten KolDie Beerdigung nach Köln=Melaten findet statt am Mittwoch den 1. März, nachmittags 4½ Uhr, vom Sterbehause Rinkenpfuhl 33 aus. Die feierlichen Exequien werden gehalten am Donnerstag den 2. März, morgens 8½ Uhr, in der Pfarrkirche St. Mauritius. 1N ETEN Mainz, 27. Februar Im Wartesaal des Hauptbahnhofes wurden zwei junge Leute aus Düsseldorf verhaftet. Bei ihrer Visitation fanden die Beamten etwa 6000 Mark in den Taschen der beiden und drei geladene Revolver In die Enge getrieben, standen sie ein daß der eine 6000 Mark zur Reichsbank in Düsseldorf hatte tragen sollen; dies Geld habe er unterschlagen und mit seinem Kollegen geteilt. Beide hätten die Absicht gehabt, nach der Schweiz zu entfliehen Der Verband deutscher Touristen=Vereine zählt 1904 52 Vereine mit 122 422 Miegliedern 790 Zweigvereinen die in Sa an Beiträgen 322 696 Mark zahlen was einen Durchschnittsbeitrag per Kopf von 2,635 Mark ergibt; der Verein durchschnittlich 6205 Mark. Die Vereinsbeiträge bewegen sich zwischen 75 Pfennig bis 9 Mark per Jahr Zieht man die Mainlinie als ungefähre Grenze kommen auf Norddeutschland 25 Vereine auf Süddeutschland 26 Vereine und auf Oesterreich 1 Verein Seit Gründung des Verbandes traten demselben bei: 1882: 8 Vereine; 1883: 1; 1888: 6, 1889: 2; 1890: 2, 1891: 2; 1892: 3, 1893: 2, 1894: 1,1895: 4; 1896: 6. 1897: 1; 1898: 2, 1899: 2, 1900: 2; 1901: 2; 1902: 3; 1904: 3 sowie 3 Vereine sind 55 Vereine 3 Vereine die über 3000 Mitglieder zählen nach Schluß dieser Zusammenstellung so daß der Verband deutscher Touristen=Vereine rund 125000 Mitglieder zählt. Obige Zahlen beweisen wohl genügend daß der Verband in fortwährender Zunahme begriffen ist und hoffen wir daß beim 25jährigen Jub läum überhaupt kein deutscher TouristenVerein außer dm Verband sreh.. 15 406 646 Wars Was kosten die preußischen Hochschulen: 10 420 020 Mult betragen die Gesamtausgaben der zehn preußischen Universitäten und des Lyceums Hosianums in Braunsberg nach dem Haushalt für das Wirtschaftsjahr 1905 gegen 14 830 314 Mark im Vorzahre und 14 457 993 Mark im Wirtschaftsjahre 1903 Auf die einzelnen Universitäten fallen: Berlin 3 672700 Mark Halle 1 740 166 Mark Breslau 1 644 303 Mark Vonn 1 540 599 Mark Göttingen 1497717 Marh, Königsberg 1345 250 Mark, Kiel 1 311 188 Mark, Greifswald 11101 804 Mark, Marburg Das Jahrgedächtnis für Frau Naria Elisab. Tapprogge geb. Stahl findet am Mittwoch, 1. März, morgens ½9 Uhr, in d. Pfarrkirche St. Mauritius statt, wozu hierdurch frdl. eingeladen wird. Mobel für Brantleute! 2schl. Bett m. Matr., Ltür. 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