— p Die tägliche Ausgabe bes„Abei. gischen Reuker“ mit don Bratisbeilagen in Zemillienteitet.„Loontogfrube und„Praktischer Ratgeber für Landund Hauswirtschaft" kostet, dauch undere Boten bepogen, oder auf der ber aigete! monatlich 60 Pfg., vierteljährlich 1Rk. 80 Pfg., * dwach den Briefträges in's Haus gob#ucht, vierteljährlich 8 Mul. 28 Sie. Telephon=Auschlaß Nr. 969. Nr. 34. Poerturl Kölnische Landeszeitung.— Wöchentlich die drei Gratisbeilagen: „Im Familienkreise“,„Sonntagsruhe“ und„Praktischer Ratgeber für Land= und Hauswirtschaft“. (Samstag.) den 11. Februar 1905. (Adolph.) Der deutsche Reichstag setzte gestern die erste Lesung der Handelsverträge fort; aber nur zwei Abgeordnete kamen zum Worte. Wohin soll dies führen? Für die Reichspartei erklärte der Abgeordnete Gamp, daß sie den Verträgen zustimme: viel zu viel Zeit verschwendete er durch die Entgegnung auf die ganz matte Rede des Sozialdemokraten Bernstein. Dann war erst der Redner der freisinnigen Vereinigung, der gefürchtete— aber nur wegen der Länge seiner Reden— Gothein. Nahezu drei Stunden hielt er das Haus auf, der Sprecher für 6 Abgeordnete! Er fühlte sich so recht in der Obstruktionsdebatte! Natürlich kritisierte er die Verträge an allen Ecken und Enden, fand aber seinen Meister im Grafen Posadowsky und dem sehr kenntnisreichen Unterstaatssekretär Wermuth. Aus deren Darlegungen war zu entnehmen, daß die Industrie nicht so schlecht fährt, wie es die freihändlerische Presse darstellt. Die erste Lesung wird mindestens noch bis nächsten Dienstag dauern. ** 138. Sitzung vom 10. Febr. Präsident Graf Ballestrem eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten. Die erste Beratung der Denbäbbertige wird lerigiiett. Abg. Samp(Rp) erklärt, seine Partei sei von dem Abschluß der neuen Handelsverträge umsomehr befriedigt, als sle überzeugt sei, daß, wenn der Abschluß dieser Verträge nicht gelungen wäre. die deutsche Landwirtschaft noch länger unter den Caprivi'schen zu leiden haben würde. Das allerungünstigste sei für ihn die Souchon=Konvention mit Oesterreich=Ungarn. Redner erörtert noch die Schädigung, die einzelne Industriezweige durch die Verträge erleiden müßten und münscht, daß die Beziehungen zu den bisher „meistbegünstigten“ Nicht=Vertragsstaaten, also Amerika und England geändert werden. Abg. Gothein Ers. Vgg.) verbreitet sich derüber, daß die Getreidezölle im Interesse der Grundbesitzes liegen, der Masse der Kleinbauern aber gar nichts nützen. Redner verbreitete sich weiter über die Notwendigkeit, den Großbetrieb nicht künstlich zu fördern. Wo der landwirtschaftliche Großbetrieb sich wegen hoher Löhne oder aus sonstigen Gründen nicht halten könne, da seien die Bedingungen gegeben für den Kleinbetrieb, der auch da sein Auskommen finde, wo dies dem Großbetrieb nicht gelingen wolle. Redner schließt mit den Worten: Es ist eine traurige Politik, die Sie einhalten. Wo Wind sät, wird Sturm ernten. Staatssekretär Posadowsky geht zunächst auf die Rede des Vorredners ein und rechtfertigt dann die Vertragsvereinbarungen über den Malzzoll und über die Anrechnung der Einfuhrscheine auf Gerste bei der Einfuhr, um dann zu bestreiten, daß die neuen Verträge uneren Handel schädigen. Tatsächlich erlange der Handel auf 12 Jahre Sicherheit, speziell auch im Verkehr mit Rußland. Weiter sei unser Verhältnis zu Finnland das alte geblieben. Aendere Rußland hierin etwas, so müsse uns dies auf zwei Jahre vorher mitgeteilt werden, damit unser Handel sich darauf einrichten könne. Mit Bulgarien seien die Wertzölle festgelegt, sodaß dieselben nicht geändert werden könnten, ohne unsere Zustimmung. Mit Serbien seien teils Erhöhungen, teils Begrenzungen der Zoslzuschläge ju Gunsten unieres Handels veranlaßt worden. Direktor Wermuth vom Reichsamt des Innern wendet sich zunächn gegen einige Ausführungen Gotheins und betont, daß unsere Maschinen=Industrie nicht so schlecht abgeschnitten sei, wie Gothein behauptet habe. Auch die Textil=Industrie habe gar nichts ernstes zu befürchten. Hierauf vertagt sich das Haus auf heute 1 Uhr, Fortsetzung der Debatte.= Das preußische Abgeordnetenhaus setzte gestern die Beratung des Etats für das Handelsministerium fort. Eine Unzahl von Wünschen wurde hierbei vorgebracht: so trat Sittart(Centr.) sehr entschieden für die Vermehrung der Gewerbeinspektoren ein: Glattfelder Centr.) wünschte auch für die Fortbildungsschule den Reigionsunterricht. Das neu zu schaffende Landesgewerbeamt vurde ohne jeden Abstrich genehmigt. Der Etat soll heute zu Ende beraten werden. „„ 127. Sitzung vom 10. Februar. Am Ministertische: Möller. In der fortgesetzten Besprechung des Stats der Handels= und Gewerbeverwaltung wünschen Abg. Keruth(Frs. Bpt.) und Münsterberg(Frs. Ver.) Veränderung der Lotsenstellen in Subalterebeamtenstellen. Abg. Türdingen(Nosl.) bittet um Beschaffung eines Lotsendampfers für die untere Ems und ersucht den Minister, auf Besserung der Verhältnisse der Emslotsen hinzuwirken. Ein Regierungskommissar erwidert, über die Uebernahme der Loisen unter die Sudalternbeamten schwebten schon Verhandlungen. Abg. Sittart(Zt.) weist in längerer Rede darauf hin, daß die Gewerbeaufsichtsbeamten sich aufs beste bewährt hätten, doch sei eine Vermehrung dringend erforderlich; namentlich werde sich ihre Tätigkeit erst dann günstig entwickeln, wenn mehr Arbeiter an der Gewerbeaussicht beteiligt würden. Abg. Dr. Hirsch(Frf. Bpt.) spricht sich für die Anstellung studierter Frauen als Gewerbeaussichtsbeamte aus. Von Maurice de Beaumont. Deutsch von Helene Krembs. 34)(Nachdruck verboten.) Das waren so ungefahr die Gedanken Rolls, während Aimee, auf den Arm ihres Vaters gestützt, sich bemühte, seinen ernsten Zügen ein Lächeln zu entlocken. In ihrer heiteren Weise plauderte sie von vergangenen Zeiten und machte Pläne für die Zukunft, ihre lebhaften, glänzenden Augen wandten sich vom jungen Manne dem Vater zu, der jedem Wunsche Gewährung zu verheißen schien, denn er neigte freundlich den ausdrucksvollen Kopf. Roll lauschte begierig den Worten seiner kleinen Freundin, als fürchte er, es könne ihm ein einziges derselben verloren gehen. Dann und wann scheint eine Antwort auf seinen Lippen zu schweben. Allein er schweigt beharrlich und blickt nur traurig auf Aimer, die ihn schilt ob seiner trüben Stimmung. Er steht da stumm und träumend und weiß nichts zu sagen. Die Minuten schwinden. Draußen ertönt der durchdringende Pfiff der Lokomotive. Aimee hüllt sich fester in ihren Pelz. Dann reicht sie Rollon beide Hände. „Adieu, lieber, guter Freund, auf Wiedersehen!“ sagte sie, während er die schmalen Finger drückt, daß sie schmerzen. Und in ihren eben noch so lustigen schelmischen Augen blinkt eine nur mit Mühe verhaltene Träne. „Du wirst mir also schreiben?“ Ro: „Und im Fruhling Er wendet den Konf seitwärts. „Adieu, Aimee,“ flüsterte er, denke an Deinen Freund ... manchmal..." „O. Du Böser! Als wenn ich Dich jemals vergessen könnte!" Herr Mariel umarmt„den Bruder“ seines Kindes: ee wiederholt ihm zum hundertsten Male die Versicherung seines aufrichtigen Dankes und seiner Hochachtung. Dann führte er ihn mit däterlicher Bewegung zu Rimer. Geheimrat Trick erklärt, die Verwendung von Frauen sei zur Zeit noch ein Versuch. Abg. Mooren(Centrum spricht sich für Verstaatlichung des Eichungswesens resp. Uebernahme desselben auf's Reich aus Abg. Kindler(Freis. Vp.) wünscht Besserstellung des Eichwesens. Abg. Brütt(Freik.) führt aus, es soi sicher richtig, an Stelle der Repressiveichung die Präventweichung zu setzen Ein Regierungskommissar erklärt, es sei eine Neuregelung der Nacheichung auf reichsgesetzlicher Grundlage geplant. Abg. Felisch(Kons.) weist auf einige Unzuträglichkeiten bei den Schiedsberichten für Arbeiterversicherung hin. Ein Regierungskommissar erwiedert, diese Unzuträglichkeiten seien dem Minister nicht verborgen geblieben, und er habe auch die kompetenten Reichsorgane darauf aufmerksam gemacht. Bei den Ausgaben für die Bernsteinwerke bringt Abg. Will(kons.) die Beschwerden verschiedener Bernsteinwarenfabriken in Preußen vor, daß sie nicht genug Rohbernstein zur Verarbeitung von den kgl. Werken erhalten konnten, während in das Ausland namentlich nach Wien große Mengen von Rohbernstein ausgeführt würden. Handelsminister Möller sagt Prüfung zu. Geheimrat Bartsch schildert eingehend die seitens der Verwalt. ung mit den Fabrikanten gepflogenen Verhandlungen Abg. Goldschmidt(Frs Vpt.) Ich möchte dem Minister danken für die Anregung in einer Konnmission die ganze Angelegenheit zu prüfen Beim Kapitel„Gewerbliches Unterrichtswesen" befürwortet Abg. Fürbringer(Natl.). Die Gleichstellung der Lehrer der Novigations= und Gewerbeschulen und Vorschullehrerbesoldung für die Aspiranten Abg. Werner(Antis.) bittet, in Heßfeld eine Paugewerkschule zu errichten. Abg Funk(Irs. Vpt.) widerspricht und ersucht die Frankfurter Schule auf den Staatsetat zu übernehmen. Minister Möller erklärt, die nächsten Baugewerkschulen müßten in größere Orte kommen. Abg. Hoheisel(Ztrm.) wünscht obligatorischen oder sakultativen Religionsunterricht in den Fortbildungsschulen. Abg. Brütt(Frls.) dringt auf weitere Erhöhung des Titels für Fortbildungsschulwesen Abg. Lotichius(Natl.) schließt sich an. Abg. von Chlapowski(Pole) führt Beschwerde daß Polen gezwungen worden seien an katholischen Feiertagen die Fortbildungsschulen zu besuchen. Abg Wolgast(Frs. Vpt.) legt dem Minister nahe, die Webereischule in Kel zu unterstützen. Minister Möller warnt davor irgend jemand heute noch zur Handweberei anzuleiten da sie sich nicht rentiere und erklärt, daß er nichts für die Handweberei tun könne weil sie kein Gewerbe darstelle Abg. von Arnim(Kons.) Freiherr von Zedlivz(Irks.) und Wallenborn(Ztrm.) wünschen Erhöhung der zur Förderung der nicht gewerbsmäßigen Arbeitévermittlung und Rechtsberatung für die minder bemittelte Bevölkerung ausgeworfenen Summe. Minister Möller sagt die geforderte Erhöhung zu Auf Anregung des Abg. Glattfelter(Ztrm.) erklärt Geheimrat Dr. von Seefeld die Regierung hoffe schon in wenigen Wochen in Berlin Kurse für Lehrer der noch nicht mit besonders ausgebildeten Lehrern ausgestatteten Fächern des gewerblichen Unterrichts einrichten zu können Um 4½ Uhr vertagt das Haus die Weiterberatung auf Samstag 11 Uhr Reich. Berlin, den 11. Febr. Die Novelle zum Berggesetze, die bestimmt ist, spekulatives Stilllegen noch betriebsfähiger Bergwerke zu verhindern, wird den Berl. Pol. Nachr. zufolge bereits am Montag dem Abgeordnetenhause zugehen. Es handelt sich dabei um einen umfangreichen Gesetzentwurf, denn die Lösung dieser gesetzgeberischen Aufgabe bietet erhebliche rechtliche und technische Schwierigkeiten. Auf deutschen Eisenbahnen— ausschließlch der bayerischen und der Bahnen mit weniger als 50 Kilometer Betriebslänge— sind im Monat Dezertber vorigen Jahres 12 En gleisungen auf freer Bahn(davon 6 bei Personenzügen) 18 Entgleisungen in Stationen (davon 6 bei Personenzügen) 4 Zusammenstöße auf freier Bahn (davon 2 bei Personenzügen), 18 Zusammenstöße in Stationen (davon 6 bei Personenzügen) vorgekommen. Dabei wurden 5 Bahnbedienstete getötet, 10 Reisende 22 Bahnbedienstete und ein Postbeamter verletzt Die Gäste des Kaisers. Berlin, 10. Febr. Heute Vormittag begaben sich der Prinz von Bourbon mit seinen Begleitern und der Fürst von Bulgarien nach Potsdam, um mit dem Kaiser einem Vorerercieren beim Regiment Gardesdukorps beizuwohnen.—— Berlin, 10. Febr. Heute Abend fand zu Ehren der anwesenden fremden Fürstlichkeiten beim Kaiserpaar in der Bildergalerie des Königlichen Schlosses ein Essen statt. Zur Tafel führte Prinz Karl von Bourbon die Kaiserin, der Kaiser die Herzogin zu Schleswig=Holstein und der Fürst von Bulgarien die Erbprinzessin von Hohenzollern. Prinz Karl von Bourbon ist am Freitag Abend um 101 Uhr nach herzlicher Verabschiedung vom Kaiserpaar wieder abgereist.— Berlin, 10. Febr. Prinz Karl von Bourbon und der Fürst von Bulgarien sind vom Kaiser durch die „Küsse sie,“ sagte er,„die Schwester gewährt, was der Vater erlaubt.“ Eine Sekunde lang wallen die dunklen Locken über Rollons Schulter; ein seines Rot überzieht die Stirn des jungen Mädchens, während Roll einen Kuß auf ihre Wange haucht und sich dann wegflüchtet um sein Schluchzen zu verbergen. Ziel= und planlos lief er lange vor sich hin, und Aimee war schon weit fort, als er abends müde in sein ödes Stübchen heimkehrte. Er stützte den Kopf in die Hände und dachte an die Verlorene. Niemals würde sie wiederkehren.... er fand sich einsam und verlassen, zum Sterben traurig. Er hatte sich so an ihre Gegenwart gewöhnt, und wenn sie auch jeden Tag von der Trennung gesprochen, so war für ihn diese in weite Ferne gerückt. Und nun war Aimee fort... fort, lächelnden Mundes und freudigen Herzens.. nein. er hatte sich nicht geirrt, sie war glücklich bei ihrem Vater und wünschte sonst nichts mehr. In La Landy würde kein Bedauern aufkommen in Erinnerung an die Vergangenheit; im Gegenteil, man würde sie lehren, mit Verachtung daran zurückzudenken. „Doch nein,“ tröstete er sich dann wieder.„Ich kenne ihr gutes Herz, sie wird ihrem alten Roll ein treues Andenken bewahren.“ Plötzlich sah er sie im Geiste wieder vor sich, schön und heiter, wie sie anscheinend gleichgültig Abschied nahm, und eine innere böse Stimme flüsterte ihm zu: „Narr, der du bist, was erwartest du? Sahst du nicht, wie eilig sie war, fortzukommen? Hörtest du nicht, wie sie leichten Tones hinwarf: adieu,...du wirst schreiben?... Wie oberflächlich sie von der Zukunft sprach?.. Geh. du wirst bald vergessen sein... Unglück bindet, das Glück kann man allein tragen. Der erste Akt deines Lebens ist zu Ende: versuche auch du zu vergessen“ Roll versuchte vergebens, diese quälende spöttische Stimme zum Schweigen zu bringen. Er führte sich die tausend Beweise der Anhänglichkeit Aimees vor Augen. So lange sie bei ihm war, so einfach und vertrauensselig, war ihm niemals der geringste Zweifel in ihre Aufrichtigkeit gekommen: warum denn klagte er sie jetzt an? C, er war sicherlich ungerecht!... Verleihung das hohen Ordens vom Schwarzen Adler ausgegeichgret worden. Ein Kaiserbesuch in Neustrelitz ist dem Vernehmen nach für die nächste Zeit in Aussicht genommen. Das Kaiserpaar wird daach voraussichtlich am Vormittag in Neustrelitz eintreffen und nach mehrstündigem Verweilen im Laufe des Nachmittages wieder nach Berlin zurückkehren. Der Tag des Besuches ist noch nicht festgesetzt. Dem neuernannten Erzbischof Albert von Bamberg werden in der liberalen Presse Herz und Nieren erforscht; bis jetzt hat dieselbe allerdings noch nichts gefunden, womit sie demselben schon im voraus einen Fehdebrief schreiben könnte. Sie ist sogar sehr überrascht von dessen Ernennung; schon sah sie den gefürchteten Prälaten Dr. Schädler den erzbischöflichen Stuhl besteigen und hat sich nun von dem freudigen Schreck noch gar nicht erholt! Aber gute Ratschläge hat sie für den genannten Oberhirten schon auf Lager; da liest man:„Die Erzdiözese Bamberg gehört zwar, was Einwohnerzahl, dann die Zahl der Pfarreien usw. anbetrifft, nicht zu den größten Diözesansprengeln in Bayern, wegen ihrer räumlichen Ausdehnung der schwierigen Diasporaverhältnisse, der Zugehörigkeit großer Industriezentren und dergleichen kommt ihr jedoch eine besondere Bedeutung umsomehr zu, als der Bamberger Erzbischof das Oberhaupt einer Kirchenprovinz mit den Bischöfen von Würzburg, Eichstätt und Speyer als Suffragonen ist. Nach der Verfassung ist der jeweilige Erzbischof von Bamberg zugleich Mitglied der Kammer der Reichsräte. Den neuen Erzbischof werden manche schwierige Aufgaben und Arbeiten erworten. Nach seiner bisherigen Wirksamkeit wird, so schreibt die Augsburger Abendzeitung, angenommen werden dürfen, daß Dr. Albert das von der höchsten Stelle in ihn gesetzte Vertrauen in jeder Hinsicht rechtfertigen wird.“ Was damit gesagt sein soll, ist uns klar; aber es muß verzeichnet werden, daß es wieder die liberale Presse ist, die sich dergestalt an den neuernannten Erzbischof herandrängt, so als eine Art„Geheimer Kabinettsrat!“ Diese Rolle ist zu komisch, sie muß zum Lachen würgen! Samoanische Ansiedler wandten sich mit einer Bittschrift an den Reichstag, worin sie auf ihre Notlage verweisen und sich über die Hinziehung der ihnen kraft Schiedsspruchs durch England und die Vereinigten Staaten zu leistenden Entschädigungen für die vor sechs Jahren während des Krieges erlittenen Verluste beschweren. Mittlerweile verlangen sie, daß das Reich ihnen die zu erwartenden Beträge vorstrecke. Oesterreich-Ungarn. Ein allgemeiner österreichischer Katholikentag findet laut Beschluß einer Besprechung von Vertretern des Episkopates und katholischer Vereine Oesterreichs vom 10. bis 14. November in Wien statt. Frankreich. Der Gesetzentwurf über die Trennung von Kirche und Staat wurde von den Gruppen der Linken der Kammer mit großer Befriedigung ausgenommen. Ihre Vertreter werden bereits die heutige Debatte über die Interpellation des radikalen republikanischen Deputierten Morlot zum Anlaß nehmen, um ihre Anschauungen über die Gesetzesvorlage auszudrücken und besonders zu fordern, daß diese baldigst zur Beratung gelangt. Es heißt, Minister Bienvanu Martin werde im Namen der Regierung erklären, daß die Vorlage nach der Erledigung des Gesetzentwurfes über die zweijährige Militärdienstzeit, also noch vor Ostern, auf die Tagesordnung gesetzt werde. Der Berichterstatter der Kommission, Briand, hat erklärt, daß er binnen 14 Tagen Bericht über die Vorlage erstatten könnte. Die Nationalisten und Konservativen wollen heute eine Interpellation einbringen, in der sie verlangen, daß der Gesetzentwurf über die Arbeiterpensionskassen noch vor der Vorlage über die Trennung von Kirche und Staat erledigt werde. Die heutige voraussichtlich sehr langwierige Debatte wird auch vielleicht insofern bedeutungsvoll werden, als sie dem Ministerium Gelegenheit geben wird, eine endgültige und rein revublikanische Mehrheit zu vereinigen.— Paris, 10. Febr. In dem heute im Elysee abgehaltenen Ministerrate wurde über die heute in der Kammer zur Beratung stehende Interpellation betreffend die Beziehungen zwischen Staat und Kirche verhandelt. Die Regierung wird zur Beantwortung der Interpellation bereit sein, sobald die Kommission, welcher der die Trennung von Staat und Kirche betreffende Gesetzentwurf überwiesen wurde, ihren Bericht erstattet haben wird.— In der Kammer begründete Morlot(radikal) seine Interpellation über die Kirchenpolitik; er schreibt die jetzige Lage der Diözesen, die keinen Bischof und keinen Generalvikar haben, der unvollständigen Gesetzgebung zu und führt aus, der Regierung ständen zwei Lösungen zu Gebote, entweder strikte Anwendung oder Kündigung des Konkordates. Unter dem Beifall der äußersten Linken tritt der Redner für die letzte Lösung ein. Unwillkürlich folgten ihr seine Gedanken bei Tage und bei Nacht. Warum doch hatte er sie abreisen lassen ohne ihr einen Blick in seine innersten Empfindungen zu gestatten? Er hätte ihr sagen müssen, daß es ohne sie keine Freude mehr gäbe auf der Welt für ihn... Er hätte mitgehen sollen... In Delle beschäftigte ihr Vater Hunderte von Menschen in Schloß und Fabrik... warum hatte er sich nicht um eine Stelle, und wäre es die geringste, bemüht? Dann wäre ihm der Trost geblieben, sie jeden Tag, zu jeder Stunde sehen zu können. Er hätte ihr folgen können, wie ein treuer Hund, den eine Liebkosung die Kette leichter tragen läßt, der sich glücklich fühlt in der Nähe des Herrn, für den er allein lebt und sterben möchte.. Ja, warum? Sein Herz gab wohl auf diese Frage ganz leise Antwort, aber die Vernunft war nicht damit einverstanden. Jede freie Stunde brachte Rollon einsam in seinem Jung. gesellenheim zu im Streit mit seinen Erinnerungen und einem Schmerze. Ji. 451t m amerh. In den Proben waren die spitzen Bemerkungen der Schausvieler über die Abreise der jungen Pianistin eine stete Quelle des Aergers für ihn, wenn er auch anscheinend mit gutem Gumor darauf einging.„ 6.. Die Kränze und Sträuße flogen ihm nach wie vor bei jedem Auftreten zu; es fehlte ihm weder an Ehro noch an Geld. Aber was sollten ihm Fortunas Gaben? Er hatte wenig Bedürfnisse. Und der Ruhm? Aimee war nicht mehr da, um sich daran zu erfreuen und ihn zu ermutigen. men Während dieses langen, kalten Winters mit seinen Stür. n und Schneewehen waren die Briefe seiner jungen Freundin Rolls einzige Sonnenstrahlen. In viel zu weiten Abständen nach seiner Meinung, der jeden Tag den Postboten anhielt, kamen die deshalb um so längeren Plaudereien aus der Franche=Comte. Er las und überlas sie bundertmal, wog jede Linie, jedes Wort ab und küßte dann traurig die Unterschrift, auf die oftmals eine Träne siel.„„ K.„ S.er elch. Armer Roll!... Eines Tages vlieben die Nachrichten aus... Die Wolke, die seine Seele umdüsterte, wurde no Rußland und Japan In der Mandschurei. Zur Lage. Auf dem mandschurischen Kriegsschauplatze erwartet man eine neue Schlacht zwischen der japanischen und russischen Hauptarmee vor dem völligen Eintreten des Tauwetters, welches das Land in einen Morast verwandelt.— Ueber die Lage bei Mukden wird berichtet, daß dieselbe unverändert sei. Täglich finden kleine Scharmützel statt. General Kuropatkin meldet: In der Nacht zum 9. d. M. um 1 Uhr nahmen die Japaner die Offensive gegen unseren linken Flügel und die Front wieder auf, wurden aber zurück. geschlagen. Gegen 5 Uhr wiederholten sie den Versuch, wurden aber wiederum zurückgeschlagen. Auf unserer Seite wurden fünf Mann verwundet.— Die Russen setzten am Mittwoch die Beschießung des Centrums und des äußersten linken Flügels Oyamas fort und beschossen am Donnerstag den äußersten rechten Flügel mit Kanonen. Kleinere Abteilungen russischer Infanterie griffen am Mittwoch Abend die Japaner an, wurden jedoch zurückgeschlagen. Die Lage ist unverändert. Der Kaiser und die Kaiserin von Japan haben 100 000 Den für die Truppen gespendet, die diesen am 11. Februar, dem National-Feiertage, ausgehändigt werden sollen. Die Blokade Wladiwostoks. Man kann gegenwärtig Wladiwostok von der Seeseite nur durch die Tschuschima= und die Tsugarustraße erreichen, denn die übrige n Meeresstraßen sind fast ganz von Eis bedeckt. Um die Schwierigkeiten des Herankommens an Wladiwostok zu erhöhen. kündigt die japanische Regierung an, sie werde die Leuchttürme in der Nähe der Tsugarustraße auslöschen und sie nur gelegentlich wieder anzünden. Die Japaner bewachen durch Kreuzfahrten sorgfältig die Tsugaru= und die Tschuschimastraße und man glaubt, daß die Blokade von Wladiwostok jetzt durchgeführt ist. Gutem Vernehmen nach sind die russischen Kreuzer Rossija und Gromoboi ausgebessert, aber es sei zweifelhaft, ob sie den Hafen verlassen werden. Infolge der enormen Menge von Steinkohlen, in deran Besitz Japan durch die jüngsten Wegnahme von Schiffen gelangt ist, und infolge der schon vorher angesammelten Vorräte hat Japan den Ankauf von Brennstoffen eingestellt. Ob und wann die Blokade von Wladiwostok zur Einnahme der Festung führen wird, steht dahin, jedenfalls ist durch diese japanische Maßnahme eine weitere Verschlimmerung der ohnehin sehr prekären Lage der Russen eingetreten. Arbeiterunruhen in Rußland. Die Opfer vom 22. Jannar. Paris, 10. Febr Der Petersburger Korrespondent des Temps zufolge, zählte ein Augenzeuge in 15 Spitälern Petersburgs 2195 Tote(?), Opfer der russischen Soldaten. Diese Zahl verteilt sich auf folgende Spitäler: Militärlazarett 154, Klinik Villiers 59, Alexander Spital 163, Obonkofspital 197, Peterpawloskspital 143, Chindrigißspital 151, Dreifaltigkeitsspital 163, Maria Magdalenaspital 179, Marimilianofspital 138, hl. Olgaspital 154, Börse 68, Städt. Männerspital 131, Mariaspital 223, Malo=Ochta=Spital 120, Zemstrospital 152. Zu bemerken ist, daß sich in Petersburg im ganzen 46 Spitäler befinden. Die Zahl der Streikenden in Petersburg beläuft sich auf 20000 Mann, hiervon entfallen 12000 Mann auf die Putilowwerke. Warschau, 10. Fedr. Gestern Abend versuchte ein Arbeiterhaufen in Sosnowice in der Fabrik von Kokatarschin den Schmelzofen auszulöschen. Das zum Schutze der Fabrik herbeigerufene Militär gab drei Salven auf die Arbeiter ab, die üver 100 Tote und Verwundete hatten. In Lodz kam es am Freitag zu blutigen Zusammenstößen. Die Streikenden forderten Auszahlung des ganzen Lohnes für die zwei Streikwochen. Die Fabrikbesitzer gewährten nur die Hälfte. Heftige Auftritte folgten, das Militär schritt ein und feuerte, 19 Personen blieben tot und 119 Personen wurden verwundet. In Warschau ist die Lage sehr kritisch. Für Sonntag werden große Vorbereitungen seitens der Streikenden getroffen, Mehrere Regimenter Soldaten werden nach Warschau dirigiert. Sosnowice, 8. Feur. In der Katharinenhütte kam es heute zu einem Zusammenstoß zwischen Truppen und Arbeitern. Die Truppen gaben mehrere Salven auf die Streikenden ab, da letztere die Arbeiter der Elektrizitätsstation angegriffen hatten, um sie zu zwingen, die Arbeit einzustellen. Bis heute sind hier acht Bataillone Infanterie, acht Eskadrons Kavallerie und ein Regiment Kosaken eingetroffen — Die Zahl der Getöteten beträgt 31, die der Verletzten 90. Für Sonntag haben die Streikenden ein Meering einberufen. Fortwährend trifft neues Militär ein. Kattowitz, 11. Febr. Auf der Station Skarzysko ereignete sich, der Kattowitzer Zeitung zufolge, ein Zusammenstoß zwischen Streikenden und Militär. 24 Arbeiter wurden getötet, 40 verwundet. In Ostrowicz schoß das Militär düsterer.. er wartete... Tage. Wochen vergingen.. von weitem schon schüttelte der Briefträger, sobald er des Künstlers ansichtig wurde, den Kopf... Endlich vermied Rollon ihn. So hatte er sich also nicht getäuscht. Es war aus. Aimee dachte nicht mehr an ihn. Vergessen waren die vertraulichen Stunden von ehedem, vergessen die gemeinsamen Freuden und Leiden, vergessen seine treue Sorge! L die Undankbare!.... Da warf er sich wie toll in seine Künstlertätigkeit, er gönnte sich nicht Ruh noch Rast zu dem einen Zwecke, seine Verzweiflung durch Arbeit zu ersticken. 17. „Welch guter Junge! Hast Du bemerkt, wie nahe ihm die Trennung ging?“ sagte Herr Mariel zu seiner Tochter, als die Beiden sich in ihrem Abteil erster Klasse bequem eingerichtet hatten. Warm eingehüllt in ihre Reisedecken, die Füße auf den frisch gefüllten Wärmeflaschen, konnte der draußen pfeifende Nordwind ihnen nichts anhaben. Das junge Mädchen gab keine Antwort, sondern wandte nur den traurigen Blick von den Eisblumen am Fenster ab und dem Vater zu. Eine Träne rollte über ihre Wange. „Na, na... nun bist Du auch erade so unvernünftig wie er!... In drei Monaten ist ja die Theatersaison zu Ende, dann kommt Roll nach La Landy, um seine Ferien bei uns zu verbringen.“ Aimee schüttelte den Kopf. Er wird nicht kommen.“ „Warum denn nicht?“ „Er ist zu stolz und zartfühlend, um an die Tür der reichen und glücklichen Aimee zu klopfen. Er wird nicht kommen, ich kenne ihn!" „Aber wenn Du ihn einladest, und ich ihn bitte?“ „Ich bin überzeugt, daß er nicht darauf eingeht!" Und bei sich dachte sie: „In La Landy giebt es ja auch Jemand, der niemals einen Komödianten willkommen heißen würde. Roll unter dem Dache Frau Friedrichs? Undenkbar Es ist noch sehr fraglich, wie sie mich, ihre Nichte, aufnehmen wird!“ (Fortsetzung folgt.) gleichfalls auf die Streikenden. Die Zahl der Toten ist noch unbekannt. Die Lage im Ruhrkohlenrevier hat sich infolge des Beschlusses der Delegiertenversammlung wesentlich geändet. Zunächst sind im gesamten Bezirk Freitag etwa 13000 Mann mehr angefahren und die Zahl derjenigen, die sich zur Arbeit melden, wächst stündlich. Leider hat aber diese Tatsache die Kohlenbarone gewaltie in ihrem Machtbewußtsein bestärkt und sie haben sich zu Maßnahmen hinreißen lassen, die höchst unklug und geeignet sind, weit ernstere Schwierigkeiten im Ruhrrevier entstehen zu lassen. So sind viele Hunderte Knappen nicht mehr zur Arbeit angenommen worden, viele mußten sich schriftlich zu Lohnherabsetzungen verstehen oder erhielten Strafen wegen kontraktwidrigen Verlassens der Arbeit. Aus diesen Majnahmen liest man den Aerger der Kohlenindustriellen heraus über die Haltung des Staates und der öffentlichen Meinung. Mögen beide letzteren Faktoren zeigen, daß sie nicht so mit sich spielen lassen und möchten vor allem die Knappen an der Ruhr jetzt mehr wie je sich als charakterstarke, disziplinfeste Männer erweisen. Versammlungen. Am Donnerstag abgehaltene Bergarbeiterversammlungen in Fintrop, Heisingen, Schalke, Osterfeld, Gelsenkirchen, Castrop, Herten, Herne und Bruchhausen sprachen sich zum Teil einstimmig für die Annahme der Essener Resolution aus. In Steele, Rauxel und Habinghorst wurde zumeist Ausharren im Streik beschlossen. Carnap, 9 Febr. Eine hier abgehaltene Bergarbeiterversammlung stimmte dem Beschluß der Delegiertenversammlung. zu. Vorbeck, 9. Jebr. Hier fanden zwei Bergarbeiterversammlungen statt; die erste Versammlung beschloß, die Arbeit nicht aufzunehmen. Die zweite Versammlung war nicht rechtzeitig angemeldet worden und wurde deshalb vertagt. Mülheim a. d. R., 9, Febr. Eine hier abgehaltene Bergarbeiterversammlung erhob Protest gegen den Beschluß der Delegirtenversammlung. Oberhausen, 9. Febr. Zwei hier abgehaltene Bergarbeiterversammlungen sprachen sich gegen die Wiederaufnahme der Arbeit aus. Ruhrort, 9. Feber. Eine Belegschaftsversammlung der Zeche Neumühl beschloß, die Arbeit wieder aufzunehmen. Barmen, 9. Febr. Die Seifenfabrik Aug. Luhn u. Co. richtete an Herrn Effert zu Altenessen ein Telegramm, wonach sie mit Beendigung des Ausstandes dreitausend Mark zur Verfügung der Hülfskommission stellt. Essen, 10. Febr. In einer heute Abend von tausend Bergarbeitern besuchten Versammlung wurde unter tosendem Beifall beschlossen, weiter zu streiken. Am Sonntag soll hier in Essen eine Versammlung neugewählter Delegirten stattfinden in welcher eine andere Parole ausgegeben werden sell. Als Grund für dieses Vorgehen wird das rücksichtslose Verhalten vieler Zechen bei der heutigen Anfahrt arbeitswilliger Bergleute bezeichnet. Unter anderem wurde mitgeteilt, Bergleute hätten sich schriftlich verpflichten müssen, in eine 25prozentige Lohnherabsetzung zu willigen. Auf anderen Zechen hätten die Bergleute 15 Mark Strafe wegen Kontraktbruchs erhalten. In der heutigen Versammlung wurden der Siebenerkommission die schwersten Vorwürfe gemacht. Während der Versammlung traf die Nachricht ein, daß in Bochum neuerdings die Parole zum Weiterstreiken ausgegeben worden sei. Die Siebenerkommission hat an die Regierungspräsidenten von Düsseldorf und Arnsberg folgendes Telegramm gesandt: Die am 9. Februar stattgefundene Revierkonferenz der Delegierten der ausständischen Bergarbeiter des Ruhrreviers beschloß bekanntlich die Wiederaufnahme der Arbeit. Sie hat damit dem Wunsche Sr. Ercellenz des Reichskanzlers entsprochen. Bei der heutigen Meldung zur Anfahrt wird den Arbeitern auf mehreren Zechen massenhaft die Abkehr aus. gehändigt. Dieses führt zu großer Erregung und ist deshalb das Schlimmste zu befürchten. Wir bitten daher Euer Hochwohl. geboren, bei den maßgebenden Stellen dahin wirken zu wollen, daß diese Provokationen unterbleiben. Die Siebenerkommission: J. A.: Joh. Effert, Altenessen. Minister und Kohlenbaron. Berlin, 10. Febr. Bei Gelegenheit der Anwesenheit des Ministers des Innern Freiherrn von Hammerstein im Streikgebiet machte der Geheime Kommerzienrat Kirdorf=Gelsenkirchen dem Minister auf der Zeche Minister Stein eine heftige Scene. Kirdorf warf dem Minister die schlappe Haltung und die Rückgratlosigkeit der Regierung in der Streikfrage vor Ueber die kräftigen Ausdrücke sollen, wie Augenzeugen berichten, alle Anwesenden eine Gänsehaut bekommen halen. Der Minister hörte den scharfen Auseinandersetzungen ruhig zu und ging dann ohne ein Wort zu sagen davon. Belgien. Mons, 10. Febr. In den 3 Kohlenbecken der Provinz Hennegau streiken circa 55000 Mann, im Becken von Charleroi 29.000 Mann und im Mittelbecken 7500 Mann, also insgesamt 91 500 Mann. Angesichts der fortgesetzten Attentate gegen Arbeitswillige sind strenge Schutzmaßregeln getroffen worden. Für morgen werden in der Provinz Hennegau Ausschreitungen befürchtet, da an diesem Tage die Ziehung der Rekruten stattfindet. in KsIn. K 6. Sitzung vom 10. Februar 1905.(Zweiter Zur heutigen Stadtratsfitzung, die Oberbürgermeister Becker leitete, hatte sich abermals ein zahlreiches Publikum eineingefunden. Man beschäftigte sich zunächst mit der Beratung des Stadtkassenetats, der in Einnahme und Ausgabe, vorbehaltlich der Genehmigung der vorgesehenn Steuern, auf 29,898,286 M. fesigesetzt wurde.— Hierauf referierte Beigeordneter Hesse über die neue Steuer: Erhebung von Baupolizeigebühren: Die Steuer bestehe bereits in Düsseldorf, Elberfeld, Krefeld, Nachen, Bonn, sowie in Kalk und Mülheim und habe keine Schwierigkeiten bereitet. Die Aufwendungen betrügen für die Stadt 150000 Mk. von denen nur 80000 M. durch die Vorlage wieder einkämen.— Stadtv. Nöcker verlangte eine redaktionelle Aenderung, die klarstellen soll, was gebührenfrei ist.— Stadtv. Moritz schloß sich diesem Verlangen an.— Oberbürgermeister Becker wandte sich entschieden dagegen, weil die Vorlage nach einer Musterordnung gemacht sei, das sich überall bewährt habe.— Stadtv. Rings wünscht, daß über den Antrag Nöcker abgestimmt werde. Der Antrag wurde angenommen Als Stadtv. Nöcker noch mehr Einwendungen macht, schlägt der Vorsitzende vor, diese schriftlich bis morgen früh einzureichen, damit abends die Verhandlungen weiter geführt werden können. Das Kollegium war hiermit einverstanden. Hieraus reserierte Beig. Schmitz über die Ordnung betreffend die Erhebung der Hauskehricht=Abfuhrgebühren. Stadtv. Gorissen beantragt, daß die Personen, die unter 420 M. Miete bezahlen, von den Gebühren befreit werden. Ferner beantragt Stadtv. Corissen, die Personen, welche keine Einkommensteuer bezahlen, also unter 900 Mk. jährlich verdienen, ebenfalls von den Gebühren zu befreien.— Beig. Schmitz antwortet, daß diese Sätze auch in Frankfurt am Main gelten. Bei den WohnungsGenossenschaften könne man eine Wohnung von 3 Zimmern für 20 M. monatlich erhalten. Die Bewohner hätten dann keine Absuhrgebühren zu zahlen und die mehr Miete aufbringen müßten, hätten den geringsten Satz von 1,50 M. pro Jahr in vier Raten zu zahlen. Wenn man die Anträge des Herrn Gorissen annehme, hätte man einen Ausfall von über 100000 M. Auch würde man eine Mehrarbeit dadurch haben, welche die ganze Steuer in Frage stelle. Man habe hier wohlsituierte Leute, die doch keine 900 M. Einkommen nachzuweisen vermögen, aber eine große Etage bewohnten. Diese musse man also dann auch gebührenfrei machen. Das sei einfach undurchführbar. Von 7000 Berufungen erfolgten 3173 von den Steuerzahlern der untersten Stusen. Stadtv. Rings ist für den Antrag Gorissen und meint, daß der Dezernent mit den Verhältnissen nicht bekannt sei, wenn er behaupte, in Köln, namentlich in der Alkstadt, könne man eine Wohnung von 3 Zimmern für 20 Mk. haben. Jedes Zimmer in der Altstadt koste, wie eine Statistik ergebe, 10 Mk. Aus sozialen Gründen möge man für diesen Antrag stimmen.— Stadtv. Decker ist für den Antrag Gorissen, wenigstens müsse man aber die Leute, die bis 360 Ml. jährlich Miete bezahlen, von den Gebühren befreien.— Stadtv. Bock beantragt, den Satz auf 300 Mk. Miete festzusetzen.— Bei der Abstimmung wurde der Antrag Gorissen abgelehnt, der Antrag Decker dagegen(360 Mk. Miete) augenommen. Stadtv. vom Rath beantragt, um die Einnahmen wieder gleich zu gestalten, die Gebühren von 50 Pfg. pro 100 Miete pro Jahr auf 60 Pfg. zu erhöhen. Stadtv. Brems warnt vor der Annahme dieses Antrages. Stadtv. Dr. Neven tritt dafür ein und die Versammlung nimmt den Antrag an. Stadtv. Gorissen zieht hierauf seinen Antrag, die Personen, welche keine Einkommensteuer bezahlen, von den Gebühren zu befreien, zurück. Stadtv Mertens weist darauf hin, daß in den Vororten nur dreimal wöchentlich der Müll abgefahren wird, in Köln aber sechsmal. Um gerecht zu sein, müsse man die Gebühren für die Vororte um die Hälfte reduzieren, oder auch dort sechsmal abfahren. Oberbürgermeister Becker bemerkte, daß hierzu kein Bedürfnis vorliege; dem schließt sich auch Stadtv. Rings an. Hierauf wurde die Ordnung einstimmig angenommen. Ueber die Ordnung betreffend die Erhebung von Kartenund Lustbarkeitssteuern referierte alsdann Beig. Schmitz: Die bisherige Lustbarkeitssteuer sei anders gestaltet worden, sodaß dieselbe nunmehr nach der Größe des Lokais abgestuft werde. Mit der Kartensteuer habe man aufangs nur sog. Tingeltangel treffen wollen, sei aber jetzt auf verschiedene Kategorien von Lustbarkeiten ausgedehnt werden. Bei Bällen, Konzerten und Karnevalssitzungen soll keine Kartensteuer erhoben werden, weil bei Tanzmnsiken vielfach per Tanz bezahlt wird und weil es sich bei den letzten Kategorien um harmlose Vergnügen handelt. Bei den Theatern sei die Einschränkung gemacht worden, daß Karten bis zum Eintrittspreis von 1,50 Mark freizulassen sind, um den minderbemittelten Bürger den Besuch des Theaters nicht zu erschweren. Die Verwaltung beantrage nun eine neue Bestimmung, worin es heißt:„Bei der Besteuerung der im§ 5, Absatz 3 bezeichneten Theatervorstellungen in Theatern, welche vornehmlich der höheren Kunstgattung(Schauspiel, Lustspiel, Oper) pflegen, sind die Karten bis zum Preise von 1.50 Mark einschließlich freizulassen.“ — Stadtv. Dr. v. Mallinckrodt fragte zunächst an, ob es zulässig sei, auch die Pferde=Wettrennen zu besteuern. Er habe gehört, daß in Dortmund dieses als nicht zulässig erklärt sei, weil es sich bei Pferderennen nicht um ein Vergnügen, sonvern um eine Veredelung der Pferdezucht handele. Der Dezernent erwiderte, daß hierüber keine oberinstanzliche Entscheidung vorliege.— Auf eine Anregung des Stadtv. Brems hin, wurde in der Ordnung noch folgender Satz ausgenommen:„Die festen Steuersätze kommen auch dann zur Erhebung, wenn die Kartensteuer die Erhebung der festen Sätze nicht erreicht, aber nur unter Anrechnung der Kartensteuer“ Stadtverordneter Brems beantragt, in§ 5 Nr. 15, wo es heißt: „Für Vorträge auf dem Klavier oder auf sonstigen Musikinstrumenten ohne Tanz ausgenommen Musikautomaten, Phonographen Orchestrions werden Steuersätze von 2 b's 10 Mark, je nach der Größe des Lokals, nach der Stunde der Veranstaltung und je nachdem ob Sonntag oder Wochentag erhoben“, den Unterschied zwischen Sonn= und Wochentagen fortzulassen und feste Sätze zu normieren, wie zum Beispiel: Die Steuer beträgt bei Lokalen unter 100 Quadratmeter Größe 4 Mark über 100 Quadratmeter Größe 6 Mark Hiergegen wandte sich namentlich entschieden Oberbürgermeister Becker. In der weiteren Devarte bemerkte Stadtverordneter Dr Lent, daß er die Musikveranstaltungen über 10 Uhr abends möglchst hoch besteuert wissen wolle weile diese meist eine große Beläst gung namentlich für Kranke seien.— Stadtverordneter Brems weist darauf hin, daß die Wirte auf die Stunde von 10—11 Uhr nicht verzichten könnten weil durch den 9=Uhr=Ladenschluß vor 10 Uhr die Gäste meistens nicht kämen. Uchtrigens sei bis 11 Uhr Polizeistunde; es sei also Sache der Polizei, für einen gesetzmäßigen Schluß der Veranstaltungen Sorge zu tragen Schließlich beschloß man, den Unterschied zwischen Sonnund Wochentag fallen zu lassen und folgende feste Sätze zu erheben: In Räumen bis 100 Quadratmeter Größe bis 10 Uhr abends 2 Mark nach 10 Uhr 4 Mark in Lokolen bis 100 Quadratmeter bis 10 Uhr abends 4 Mark nach 10 Uhr 6 Mark— Stadtverordneter Gorissen findet die Besteuerung und Musikautomaten Phonographen usw. zu hoch läßt aber seine Bedenken fallen, nachdem ihm von der Verwaltung erklärt worden, daß die Sätze gegen früher bedeutend ermäßgt seien— Nach der Vorlage sind Kaisersgeburtstagsfeiern und Feiern nationaler Gedenktage steuerfrei. Nun heißt es aber weiter: Findet im Anschluß heran Tanzmusik statt so sind diese zu besteuern— Stadtverordneter Brems will diesen Passus gestrichen haben da man sich kaum eine Kaisersgeburtstagsfeier ohne Tanz denken könne. Man beschloß demgemäß, hielt die Bestimmung aber betreffs der nationalen Gedenktage aufrecht und vertagte die Weiterberatung auf Samstag Abend.: Rölner Nachriebten. Köln, den 11. Febr. * Im Pfarrverein von St. Michael hielt am Dienstag Abend vor einer zahlreichen Zuhörerschaft der langjährige Leiter westdeutscher Pilgerzüge nach Rom, Herr Fr. Nooy, einen durch Lichtbilder unterstützten Vortrag über die deutschen Romfahrten unter besonderer Berücksichtigung der im letzten Norember=Dezember veranstalteten. Die geschlossenen größeren Pilgerfahrten deutscher Katholiken nach der Hauptstadt der katholischen Christenheit sind erst jüngeren Datums; die erste große Wallfahrt neuerer Zeit wurde Ende Februar 1888 von München aus unternommen und zwar, wie aus diesem Dakum ersichtlich, zu einer auch für italienische Verhältnisse recht ungünstigen Jahreszeit. Bei der letzten Pilgerfahrt war die Jahreszeit allerdings auch ungünstig, aber man hatte keine freie Wahl des Zeitpunktes, da eben die Jubelseier der Immakulata in den Dezember fiel, während damals bei dem goldenen Priesterjubiläum Leos XIII. ein größerer Spielraum geboten war, wie denn auch damals im Mai ein allerdings weniger für die„Masse“ bestimmter deutscher Pilgerzug nach Rom ging. Diesmal hatte die ungünstige Jahreszeit in Verbindung mit den unzulänglichen Einrichtungen der italienischen Bahnen, wie vorauszusehen, manche. glücklicherweise aber nur leichte Indispositionen der Pilger zur Folge, wenn auch die Nachfrage nach Arzt und Apotheke stark war. In gut gewärmten Wagen durch Deutschland und die Schweiz befördert, mußten die Pilger in Chiasso eiskalte, teilweise auch nicht einmal erleuchtete italienische Waggons besteigen, was aufs neue zu der Frage Anlaß gibt, warum denn nicht für die Deutschen möglich ist, was den Belgiern gewährt wird? Ein gleichzeitiger belgischer Pilgerzug wurde in den heimischen Wagen nach Rom und zurückbefördert und kann von der italienischen Bahn paritätische Zulassung der deutschen Wagen verlangt werden. Die letzte Pilgerfahrt konnte aus gewissen Gründen nicht vor dem 28. November angetreten werden. Zunächst ging die Fahrt nach Mailand. Herr Rody führte die Zuhörer in den Dom, an das Grab des h. Karl Borromäus, auf das Marmordach der Kathedrale, nach S. Ambrogio und auf den Friedhof von Musocco bei Mailand, von dem ein Grab in heidnischem Stil: Kronos an einem Sarkophag, vorgeführt wurde, wie denn der Mangel an christlicher Bezeichnung der Grabdenkmäler sich auf diesem Friedhose stark bemerkbar machl. Ueber Padua mit dem„Santo“, der weltbekannten Grabeskiache des hl. Antonius, und Venedig, dessen Markusplatz, Canale Grande und durch die Lagune getrennte Nehrung Lido besonders zur Geltung kamen, ging es über Bologna, wo St. Dominikus, St. Katharina und St. Petronius besucht wurden, nach Florenz, über dessen östlichen Teil zunächst ein Blick geworsen werden konnte, worauf dann Kathedrale und Baptisterium, Santa Croce usw. an die Reihe kamen. Der Besuch in Assissi mit Ankunft im Morgendunkel bei Regenwetter steht nicht in bester Erinnerung bei den Pilgern, wenigstens seinen äußeren Umständen nach. Es wurde zunächst St. Maria zu den Engeln mit der Portiunculakapelle besucht, dann St. Klara oben in der Stadt. Den Hauptinhalt des Vortrages bildete naturgemäß der Besuch der Heiligtümer in Rom, an erster Stelle von St. Peter, dem sich die sechs anderen Hauptkirchen anschlossen. Das Kolosseum als Marterstätte der Christen, St. Johann im Lateran, das Forum, der Moses in San Pietro in Bincoli, der Petersplatz, alles das zog am geistigen und körperlichen Auge der Zuhörer vorüber. Die Rückreise ging über Pisa und Genua, welch' letzterer Stadt der Vortragende landschaftlich den Preis vor Neapel gibt. Im besten Einne volkstümlich, unterhaltend und verständlich belehrend fanden die Ausführungen lebhaften Dank. Herr Pfarrer Müller vereinigte seinen Appell mit demjenigen des Vorsitzenden Hru. Pauli an alle, denen Zeit und Mittel es erlauben, die nächste Gelegenheit zur Ablegung ihres Glaubensbekenntnisses durch eine Pilgerfahrt nach Rom, zum Felsen Petri zu ergreisen; an und für sich seien die Kosten ja nicht groß, was Herr Rody dann noch durch Einzelangaben bestätigte. Eine besondere Freude wurde den Teilnehmern an der Versammlung dadurch zuteil, daß Hr. Rody das gerade am Dienstag Morgen in seinen Besitz gelangte große Porträt des hl. Vaters mit dessen eigenhändiger Unterschrift: Gelobt sei Jesus Christus zur Besichtigung mitgebracht hatte. Mit diesem deutschen, katholischen Gruße beglückte Pius X. bekanntlich die Kölner Pilger bei deren Audienz. 5% Handwerks=Ausstellung Köln 1905. Der Innungs=Ausschuß ladet zu einer Besprechung der Handwerks=Ausstellung Köln 1905 ein auf Sonntag den 12. d. Mts., vormittags 11 Uhr, im Fränkischen Hof. + Spielplan der Vereinigten Kölner Stadttheater. Neues Stadttheater: Sonntag Die Hugenottten, Montag Wallensteins Lager, hierauf Die Piccolomini, Dienstag keine Vorstellung, Mittwoch Der Freischütz, Donnerstag Maurer und Schlosser, hierauf Kavalleria rustikana, Freitag Die Fledermaus, Samstag Der fliegende Holländer, Sonntag Fidelio. Altes Stadttheater: Sonntag nachm. 3 Uhr: 3. Arbeitervorstellung Die Journalisten, abends 7½ Uhr: Nimbus, Montag neu einst.: Fritzchen und Lieschen. Die Nürnberger Puppe, und Ballett=Divertiffement, Dienstag volkstüml. Vorstellung zu ermäß. Preisen: Kabale und Liebe, Mittwoch Die Siebzehnjährigen, Donnerstag Nimbus, Freitag neu einstud.: Das Käthchen von Heilbronn, Samstag Die Hüttenbesitzer, Sonntag nachmittags volkst. Vorstellung zu ermäß. Preisen: Ein toller Einfall, abends 7½ Uhr volkst. Vorstell. zu ermäß. Preisen: Die Verschwörung des Fiesco zu Genua. Ausbildungskurse für Lehrer an Fortbildungsschulen. Auf Veranlassung des Gewerbaschulrats Direktor Romberg werden am heutigen Samstag zwei Kurse zur Ausbildung von Fortbildungsschullehrern eingerichtet. In dem ersten Kursus wird Professor Dr. Pleßner von der hiesigen höheren Maschinenbauschule die Unterrichtsgebiete aus der Naturlehre behandeln die in den Fortbildungsschulen gelehrt werden sollen. Dieser Kursus wird mit wöchentlich zwei Unterrchtsstunden im physikalischen Auditorium der Maschinenbauschule am Übierring abgehalten. Der zweite Kursus gilt der gewerblichen Buchführung. Die Leitung desselben ist dem Handelslehrer Wendt übertragen. Er findet statt in der Baugewerkschule am Salierring. Auch ihm sollen wöchentlich zwei Stunden gewidmet werden. An diesen Kursen nehmen teil die Lehrer an den allgemeinen gewerblichen Fortbildungsschulen, welche in den genannten Fächern bereits Unterricht erteilen oder ihn fernerhin erteilen sollen sowie diejenigen Lehrer der Zwangsfortbildungsschulen, welche in Zukunft diese Unterrichtszweige übernehmen wollen. Mit dem kommenden Frühjahr wird ein weiterer Kursus für die Zeichenlehrer an den Fortbildungsschulen eingerichtet werden. —6 Die goldene Hochzeit seierten gestern die Eheleute Wilhelm Weidenbrück Niederichstraße 14 wohnhaft Der Jubilar geht noch täglich seinem Berufe als Schuhmacher nach; er und seine Frau erfreuen sich noch großer Geistes= und Körperfrische. Das Ehepaar hat zuletzt 20 Jahre lang in der Pfarre St Maria im Kapitol gewohnt bis es vor zwei Monaten nach der Niederich= straße verzog. Es har drei Kinder fünf Enkel und einen Urenkel. Gestern Morgen um 8 Uhr fand in der Pfarrkirche von St. Kunibert eine feierliche heilige Messe statt, in der Herr Prfarer Ditges die kirchlche Einsegnung des alten Brautpaares vornahm und an dieses eine herzliche Ansprache richtete Später fand in der Wohnung der alten Leutchen die Beglückwünschung statt. Der Kaiser fandre dem Jubelpaar das übliche Ehe jubiläumsgeschenk von 30 Mar' Arbeiterjubiläum. Der Schlosser Jos Schlösser feierte sein 25jähriges Arbeiterjubiläum im Dienste der Waggonfabrik A.=G vormals P Herbrandt und Comp. in Köln=Ehrenfeld Der Jubilar hat sich durch Treue und Fleiß de Achtung der Vorgesetzten und Mitarbeiter errungen und wurde von der Direktion und den Mitarbeitern durch Geschenke erfreut. Die Firma zählt eine ganze Reihe Arbeiterjubilare, eine Tatsache die gleich ehrend für die Firma wie für die Arbeiter ist In einer am 31 Januar stattgefundenen Versammlung von Arbeitnehmervertretern der Ortskrankenkasse für stehende Gewerbe wurde unter anderm die jetzige Art der Behandlung der Kassenmitglieder von Seiten der Aerzte einer eingehenden Kritik unterzogen Die große Menge Klagen über diesen Zustand veranlaßte die Versammlung, eine fünfgliedrige Kommission zu wählen, welche die Beschwerden sammeln soll. Mit diesem Material in Händen will man gegebenenfalls in Verbindung mit anderen Krankenkassen bei der zuständiger Behörde vorstellig werden um diese zu einer Aenderung zu veranlassen. Zu diesem Zwecke ist es aber nötig daß der Kommission reichlich Material zugetragen wird Dieselbe ersuchte deshalb alle in Betracht kommende Kassenmitglieder alle Beschwerden über ärztliche Behandlung ausführlich an die unten genannten Personen gelangen zu lassen: Hubert Schnabel. Kuffhäuserstraße 59; Wilhelm Pütz, Hosengasse 33a; Johann Maaß Isabellenstraße 29; I. Hellendahl Vondelstraße 35. Kaspar Fuchsius Vondelstraße 36 s Der Raudmörder Oskar Hudde aus Schalke, der wegen Raubmordes an dem Pfarrer Thöbes in Heldenbergen bei Gießen vor kurzem in Aachen verhaftet worden, wurde am Freitag Vormittag mit dem Schnellzuge, der auf dem Hauptbahnhofe von Gießen hier eintrifft, von zwei hessischen Gendarmen hierher transportiert, um dem Untersuchungsrichter vorgeführt zu werden. Hudde war an Händen und Füßen gekettet und wurde mittels Droschke nach dem Polizeipräsidium gebracht. Er wird dort einer Anzahl Personen, mit denen er während seines hiesigen Aufententhaltes verkehrt hat, gegenüber gestellt werden. Hudde soll längere Zeit in Köln verweilt haben. Er gibt an, er habe die Uhr des Pfarrers, die er hier versotzt hat, in Berlin gekauft. Er leugnet noch immer die Tat. p Es wurde gefunden: In der Nacht vom 1. zum 2. Febr. in der Sylvanstraße eine Joppe, eine gestrickte Jacke und ein Taschentuch, am 10. Jan. auf dem Nordfriedhof eine Damenuhr, am 3. Fehr in der Rosenstr. ein Portemonnaie mit Inhalt.— Die rechtmäßigen Eigentümer werden ersucht, sich auf dem Fundbureau des Königl. Polizei=Präsidiums Glockengasse 30, Zimmer 17 zu melden. us Köln=Nippes. Sonntag Abend punkt 7 Uhr wird im hiesigen Arbeiter=Verein(St. Josef=Stift) Dr. med. Th. Esser einen Vortrag halten über die Pflege der Gesundheit. In Anbetracht der Wichtigkeitz dieses Themas dari man wohl auf einen großen Besuch der Versammlung seitens der Arbeiter rechnen. Auch Frauen sind freundlichst eingeladen. Vermißt wurde seit Montag den 30 Januar der in Deutz in der Neuhöfferstraße wohnende unverheiratete Lokomotivheizer Bruno Kellner Er hatte sich am Abend des fraglichen Tages an der Schiffbrücke von einem Kollegen getrennt, mit der Angabe noch ein Glas Bier trinken zu wollen. Man nahm bereits mit Bestimmtheit an, daß dem Manne ein Unglück zugestoßen sei und glaubte er sei im Rhein ertrunken. Wie sich nun gestern Nachmittag herausstellte befindet sich der Vermißte im Bürgerhospital, denn er war an dem betreffenden Abend am Holzmarkt im Hafen auf ein Kartoffelschiff gestürzt und hatte unter anderm einen schweren Schädelbruch erlitten. Er war damals bewußtlos in das Bürgerbospital eingeliefert wordee, wo er erst jetzt das Bewußtsein wiedererlangte. und Westfalen. Kalk, 9. Februar. Am Sonntag wurde aus der Wohnung eines Beamten an der Mülheimer Straße eine silberne Remontoiruhr gestohlen Als Täter kommt ein unbekannter Mensch in Betracht; er ist vormittags gegen 11½ Uhr, ohne erst im Unterhause und auf der ersten Etage vorgesprochen zu haben direkt zur zweiten Etage gegangen und hat da gerade niemand in der Wohnung war, die am Flur liegende Tür zum Schlafzimmer in welcher der Schlüssel noch steckte aufgeschlossen und den Diebstahl ausgeführt. Auf dem Rückwege traf er mit der Frau des Wohnungsinhabers, die für einige Minuten im Keller gewesen, auf der Treppe zusammen Er hatte noch die Frechheit die Frau anzubetteln, wurde jedoch abgewiesen und entfernte sich darauf eiligst. Der Dieb war etwa 25 Jahre alt trug hellgrauen Joppenanzug und war von gesetzter Statur. # Bings, 10. Fedr. Leichenfund. Bn der Abfuhr des Kehr. richts aus der Gemeinde Bingst sand ein Fuhrmann beim Entladen der Karre die Leiche eines neugeborenen Kindes. Er benachrichtigte sofort die Polizei, die auch alsbald mit einem Arzt erschien. Dieser stellte fest, daß das Kind vor etwa 8 Tagen gestorben ist. Der Polizei wird es hoffentlich gelingen, die unnatürliche Mutter des Kindes bald ausfindig zu machen. X Dünnwald, 10. Febr. Am Sonntag, den 19. Februar, Abends 6 Uhr veranstaltet der hiesigr kath. Volksverein im Saale von Herrn Peter Platz seinen I. Volksbildungsabend. Das Programm enthält u. A. als Vortrag:„Eine Pilgerfahrt nach Rom“. Da ein Teilnehmer der letzten Kölner Pilgerfahrt von hier den Vortrag unter Vorführung von Lichtbildern halten wird, düiste derselbe größeres Interesse in Anspruch nehmen. Der Volksverein erblickt in der Veranstaltung solcher Abende ein Heilmittel gegen die Vergnügungs= und Genußsucht, die in unseren Tagen auch hierorts in erschreckender Weise überhand genommen. Mögen daher die Bestrebungen des Volksvereins guten Anklang finden, und wünschen wir demselben zu seinem ersten Abend ein voll besetztes Haus. * Bedburg, 10. Febr. Der Kreis Bergheimer Pferdezuchtverein hält am Mittwoch, den 15. Februar, im Hotel Schwinges hierselbst eine General=Versammlung ab, zu der wichtige Temata zur Verhandlung stehen, worauf wir die Interessenten auch an dieser Stelle ganz besonders aufmerksam machen. Elsdorf 10 Februar. Gestern gegen Abend brach hierselbst in den Gebäulichkeiten eines am Grünen Weg wohnenden Einwohners Feuer aus das in kurzer Zeit trotz angestrengtester Tätigkeit der Feuerwehr Wohnhaus Scheune und Stallung einäscherte. Wie uns weiter gemeldet wird, starb die Frau des Betroffenen einige Stunden nach Ausbruch des Brandes infolge des ausgestandenen Schreckens Es wird Brandstiftung vermutet da dem Chef der Feuerwehr vor acht Tagen ein anonymer Brief zugegangen sei soll, des Inhalts daß es in nächster Zeit am Grünen Weg brennen würde.(Die Glaubwürdigkeit des letzten Satzes konnten wir nicht feststellen weshalb dieser mit Torsicht aufzunehmen ist.) Wetterbericht. Niedriger Druck bedeckt heute den Norden Europas und weist sein Centrum mit weniger als 735 Mm., Barometerstand über Nordskandinavien auf. Zahlreiche Teilgebilde siud dem Minimum an seiner SüdSüdwestseite vorgelagert und erstrecken ihrem Einfluß bis an die deutsche Küste. Ein Centrum hohen Druckes lagert über den unteren Donauländern. Von dort aus erstreckt sich eine schmale Zone hohen Druckes westwärts über das ganze Alpengediet. Die Pfalz hatte heute Morgen bedeckten Himmel. Im rechtsrheinischen Bayern herrschte je nach den Verhältnissen heiteres oder nedeliges Wetter. Die Morgen=Temperaturen sind im Flachlande gegen gestern noch gefallen und in den Hochlagen dagegen gestiegen. Im Laufe des Tages stieg die Temperatur auch im Flachlande. Veransschtliche Witterung, g eptich un Lokale Nebel, sonst heiter, Nachts Frost, unter Tage ziemiich mild. Mshesenschechiche Kand, den 11. Februar. 9 Uhr Vormittags 1,97—0.03 m Köln, den 11. Februar. 7 Uhr Vormittags 2,78—0.09 m Ruhrort, den 10. Februar. 8 Uhr Vormittags 2,62—0.02 m Handel, Gewerbe und Verkehr. Heu 7.30-9.20 Mark, Maschinenstroh(Roggen) 4.00 Mark, RichtKroh(Flegeldrusch) 4,30—0,00, Krummstroh 3,80 Mark. Rudöl(in Posten von 5000 Kg.) 47.00 L., Mai 46.50 E., 46.00 C Markt=Durchschnit 4spreise. Eßbutter 2.40—2.50, Kochbutter 2.10 bis 2.20 Mark das Kilo, Land=Eier 250—2.75, Kisten=Eier—.— M. das Viertel, Enteu 2.00—3.00, Sänse 5 50—6,00, Redhühner alte 0.10 bis.20, funge 0.00—0,.00, Hähne elte 1.50—2,00, funge 1.50—2.00, Hühner alte 1,50—3,00, junge 1.50—2.50, Kaninchen(wilde) 1.00—1,10, Tauden alte 0,00—0,0, junge 0,80 090, Kartosseln weiße 7.20 bis 7.40, rote 7.60—8, 0. Kartoffeln Nieren 9.80, 12, Blumenkohl 0.20—0.40, Rotkohl 0.12—0.40 Mark das Stück. Weißkohl 16—40 Pfennige das Stück; Eßäpfel 100 Kg. 18,00—30.00, Kochäpfel 15,00—20.00 Mark die 100 Kg. Zwiebeln 0,34=0.28 Mark das Kilo, Rindfleisch von der Keute 1.47—19, vom Bauch 1.23—1,38, Kaldfleisch 1,88—1,77, Hammelfleisch 1.27—1,87, Schweinefleisch 1,57—1,73 Mark(alles einschließlich Knochenbeilage), Rindernierentalg 0,10 bis 000 Mark, Speck gerauchert 142 bis 1,83, gesalzen 0,00 bis 0.00, Schweineschmalz 0.00 bis 0, 0 Mark, Fasanen 0,00—0.00, Hasen 0.00 bis 0,0, Truthähne 5.00 bis 8.00, Schnepsen 3 50 bis 4,00, das Stück. Kramme svögel(Bund) 9.00—0.— Mark. * Keug, den 10. Februar. Fruchtpreise. # m ve*## c0 ms: Gerße 1. Qmatise: 6#.0 Sii Gerste#. 9000 Buchweizen 1. Qualttol 00.00" Buchweizen#.„ 00.00„ Rapf 1. Qualität 20.25„ Raps 4. Qualität 18.25„ #. eel(Rüblen) 1. Qual. 19.25„ Abeel(Rüblen) 8. Qual. 18.75 Hou 2 50 Klle 3.20—4.30 Iuzernerden, 5.20—0.00„ Rartoflein à 50 Mlle 8.80—4/00„ Preiie unberdubert. Rübluchen por 1one nlie 107.00 Wl. „ in fl. Partion 111.00„ Rlete à 50 ag:: 5.20 Butter per bs. 8.50 Sier(100 Stack 12.00 Weuzgs trock, Mams l. Ou.17.90 vil. Weizen„„ 4.. 17220 Weizen.—— Roggen I. Ou trock. Ware 14,80 Koggen a. Roggen 3. Haler 1. Qualiiat Hafer 2. Qual. Weizen Rrob Sie 500 Mi1. Meichinen strod„„„ Flegeldrusch 1410— 90.00 Sl. 14.20 00.00 Mii. 90.00 22.00 94.00 Rabel per 100ng in Dar. tbien von Ctr.(ohne Haßl 48.00 udt. Rüdöl per 100bg jabmeile sohne Hati 67.50 gereinigtes Oel v. 100 RII. 3 Nk höher eis Rühel Rabsl und Ruchen unveränbert. Civilstand dev Stadt Köln. Vom 10. Februar. Geburten. Auguste, T. von Aug. Stenzel, Tagel., Klapperg. 2. Christine, T. von Peter Leunertz, Schreiner, Katharfnengraden 62—64—66. Anna, T. von Joh. Olck, Hausknecht. Gr. Griechenm. 113. Johann, S. von Karl Reimer, Dachdecker, Kaygasse 12. August, S. von Ald. Keutsch, Bäcker, Thiedoldsg. 60. Anna, T. von Friedr. Derfmüller, Tagel., Alte Mauer am Bach ds. Christina, T. von Ludwig Blees, Hafenard., Severinswall 15. Adele, T. von Georg 235, Tagel., Elsatzstr. 27. Nikolaus, S. von Jos. Heinen, Gärtner, Meyerstr. 22. Joseph. S. von Jos. Bröhl, Tagel., Im Sionsthal 1. Marianne, T. von Herm. Heymann, Kaufmann, Eiselstr. 14—16. Hildegard, T. von Rod. Rosenthal, Maler, Beethovenstr. 94. Helmut, S. von Max Semich. Geschäftsführer, Engeldertstr. 15. Johanna, T. von Mich. Collin, Schreiner, Kl. Spipzeng. 164. Bernhard, S. von Bernh. Schmiglewsky, Monteur, Paulstr. 15. Jakod, S. von Jakob Carthänser, Meygermstr., Weißbütteng. 28. Joseph. S. von Max Steinbrück, Küchenches, Schnurg. 45. Friz, S. von Anton Rozasch, Kommis, Husten und Erkältungen. Wer Husten oder Erkältung ". fürchtet, versuche. Scotts Emulsion. Seotts Emmulsion ist vorzüglich geeignet, Husten und Erkältungen vorzubengen, denn sie bringt rasch naue Krüfte und macht den Körver widerstandsfähig, ermöglicht ihm. Husten und Erkältungen zu fängt mit dem ersten Löffel voll der Wiederausban der Krüfte an. Scotts Emulsion is der moderne Wag, Lebertrun einzumehmen und liesert maichen :: ud gintigem Ertolge...: Suck. 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Kath. Arbeiterverein Cöln=Süd. Sonntag den 12. Feoruar 1905, 6—7 Uhr Kassen und Bibliothek, 7 Uhr Karnevalistische Sitzung, Eintritt 25.. Verkauf der Programme zum Volksbildungsabend. Dienstag den 14. Fedr. Unterrichtskursus. 8g Emmt Christl. Handwerker= und Arbeiterverein Koln=Niopes. Sonntag, den 12. Fedruar, abends punkt 7 Uhr(nicht 8 Uhr) Generalversammlung smit hochinteressantem Vortrag des Herrn Dr. med. Esser. Auch die Frauen der Mitglieder sind freundlichst eingeladen. 6½ Uhr im Gesellenhause Generalversammlung der Sparkasse. Katb. Arbeiter= und Handwerkerverein Köln=Poll. Sonntag den 12. Februar er., punkt 5.30 Uhr, Versammlung bei Pafsendorf mit Jahresbericht, Vortrag und Aufnahme neuer Mitglieder. itb. Arbeiter= und Handwerkerverein St. Joseph, Hür den 12. Februar er., nachm. 5 Uhr, monatliche Versammlung Saale von Wwe. Mund. Tagesordnung: 1. Aufnahme glieder und geschäftliche Mitteilungen, 2. Wahl der Delegi Bezirksdelegiertentag in Köln, 3. Vortrag des Herrn Präses und Tätigkeit der christlichen Gewerkschaften“, 4. Karn Unterhaltung.„„„r Köln=Mulheimer Bezirt. Alm Sonntag ven 19. Februar, na Der Kinder Abendessen Ein leichtes Essen für die Kinder, kurz vorm Zubett gehen ist eine parne Mondamin-Rilchspeise. Verkoche gut 15—20 Gramm Mondamin auf je ½„ Milch und serviere auch einen Löffel Marmelade bei. Eine solche Kost ist kräftigend und leicht verdaulich. Mondamin selbst ist ein leichtes und bekömmliches Nahrungsmittel, insbesonders hebt es die Verdaulichkeit der Milch, denn es verhindert deren schnelles Gerinnen im Magen. Die Kinder schlafen gut nach solchem Essen, darum ist es gerade das Richtige für das junge Volk. Mondamin überall erhältlich. boffertin ufbilen eien ger T. zllngrhnl St. Joseph Köln, Weißgerbereckgasse 2, Köln Gernspr. 6040. Das Lehrlingshaus bietet Lehrlingen u. jugendlichen Arbeitern gegen billigste Vergütung gute Wohnung, ordentl. Kost u. ein angenehmes Hein. 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Zur völligen Wiederherstellung wird er im Frühjahr das sonnige Italien aufsuchen, wohin ihn seine hohe Mutter und treue Pflegerin begleitet. Sein Bruder, der Kronprinz, ist bereits dorthin abgereist, um seine Braut zu besuchen. Höchst wahrscheinlich wird auch der Kaiser selbst einen Aufenthalt im Süden nehmen. Prinzessin Viktoria Luise, das einzige Töchterchen, geht auch dorthin; man erzählt sich von ihr, sie sei taubstumm und dieses Gerücht erhält sich trotz aller Dementis. Sonderbar, wir selbst hatten erst kürzlich Gelegenheit, uns mit eigenen Augen und Ohren zu überzeugen, wie unwahr diese Schwätzereien sind: die hübsche Prinzessin hört und spricht wie der nächste beste aus dem Volke.„„ Im deutschen Reichstage brachte Reichskanzler Graf Bülow am 1. Februar endlich die neuen Handelsverträge ein. Er empfahl sie zugleich in einer längeren Rede, worin er besonders die Besserung hervorhob, die sie der Landwirtschaft bringen, und betonte, daß mehr nicht zu erlangen gewesen sei und bei Ablehnung dieser Verträge keine vorteilhafteren zu erwarten seien. Die liberalen und sozialdemokratischen Gegner der Verträge verdroß es nicht wenig, daß die Rede ohne Erwiderung ins Land gehen konnte. Die Absicht, die Verträge am 15. Februar 1906 in Kraft treten zu lassen, wird sich ohne ausdrückliche Zustimmung Rußlands nicht durchführen lassen, da der Beginn der Beratung im Reichstage auf den 9. Februar festgesetzt wurde und die Verträge zunächst an eine Kommission gehen werden. An ihrer Annahme ist nicht wohl zu zweifeln, wenn auch manches an ihnen auszusetzen ist. Der deutsche Landwirtschaftsrat erklärte sich für be. Mistmat Eakastiate uhk. Am letzten Samstag und am Mittwoch beschäftigte sich der Reichstag mit dem Toleranzmtrage des Centrums, dessen erster Teil schon im Jahre 1902 mit großer Mehrheit angenommen wurde, ohne daß der Bundesrat es bisher für nötig fand, Stellung dazu zu nehmen. Inzwischen hat sich in Meck. lenburg und Braunschweig die Gesetzgebung ja ein wenig zu Gunsten der Kotholiken gebessert, es ist aber auch hier von Freiheit der Religionsübung noch lange nicht die Rede, geschweige denn der verschiedenen anderen Restern protestantischer Unduldsamkeit. Leider hat sich auch im Reichstage die Lage zu Ungunsten des Antrages verändert, insbesondere bei den Konservativen. Man umhüllt das Nein zwar mit vielen freundlichen Worten, aber es bleibt doch eben ein Nein. Mon wollte sogar den Antrag nicht einmal mehr an eine Kommission verweisen. Diese Wendung verdanken wir dem Evangelischen Bunde, der leidenschaftlich gegen den Antrag ogitiert und mit seinen Hetzereien und Verdächtigungen auch wohlwollende Protestanten eingeschüchtert hat. Als gehorsame Diener des Bundes hat auch der Deutsche evangelische Kirchenausschuß gegen den Antrag protestiert. Der neu gegründete Freie Verband deutscher Synodalen, ebensalls eine Filiale des Bundes, hatte es sogar so eilig, daß er telegraphisch einen sinnlosen Protest bei den Fraktionsvorständen einreichte. Wenn die Herren von Toleranz hören, werden sie wild. Sie selbst führen das Wort ja mit vieler Salbung im Munde, nur dürfen die Katholiken nicht mit der Sache Ernst machen wollen. Dann schreit man, der konfessionelle Friede, das„Evangelium“, die Schule und der Staat seien in Gefahr; die Synodalen faseln sogar von der Katholisierung Deutschlands. Mit der Toleranz auf den Lippen gegen die Katholiken so unduldsam zu sein wie möclich, das ist das„Ideal" des Evangelischen Bundes und seiner Genossen. Es darf kein Friede im deutschen Vaterland herrschen, sondern alles muß man gegen die Katholiken verhetzen. So hot man den Unfrieden auch glücklich an die deutschen Hochschulen getragen und da im Namen der akademischen Freiheit— ohne Fälschung und Heuchelei geht es bei dem Bunde ja nicht ab— die Unterdrückung der katholischen Studentenvereinigungen verlangt. Erreicht hat man damit nicht allein einen bisher unter der studierenden Jugend imbekannten Fanatismus und Hader, sondern auch eine steigende Unbotmäßigkeit und Frechheit der verführten jungen Leute gegenüber den akademischen Behörden und dem Kultusminister. In welche Verwirrung wird das Treiben gewissenloser Hetzer das deutsche Volk noch stürzen? Eine freisinnige Interpellation wegen der Schiffahrtsabgaben auf natürlichen Wasserstraßen wurde vom Staatssekretär Grafen von Posadowsky dahin beantwortet, daß Schiffahrtsabgaben über die in Artikel 54 der Reichsverfassung gezogenen Grenzen hinaus nicht eingeführt werden könnten ohne reichsgesetzliche Genehmigung. Es liege auch kein Grund vor für die Annahme, daß die preuß. Regierung die Einführung ohne solche Genehmigung beabsichtige. Bis jetzt sei sie mit einer Anregung an die Reichsbehörden noch nicht herangetreten. Wenn das geschehen sei würden diese sachlich Stellung dazu nehmen. Ob die in Preußen geplanten Schiffahrtsabgaben vom Reichskanzler für vereinbar mit Artikel 54 der Reichsverfassung gehalten werden, war aus dieser Antwort allerdings nicht zu ersehen. Die große Mehrheit des Reichstages hält Abgaben auf regulierten Flüssen, soweit sie zur Deckung der Kosten für Schaffung und Erhaltung der künstlichen Fahrrinnen usw. dienen für berechtigt und wünschenswert.— Auf die Interpellation des Abgeordneten Trimborn über die Einführung des Zehnstundentages antwortete Stoatssekretär Graf Posadowsky, der Zehnstundentag für alle Arbeiter sei ein Apfel, der noch nicht reif sei. Dagegen seien die verbündeten Regierungen bereit, den sanitären Maximalarbeitstag in gesundheitsschädlichen Betrieben weiter einzuführen. Wegen des Zehnstundentages für weibliche Fabrikarbeiter sei bei fünf auswärtigen Regierungen angefragt worden, ob sie bereit seien. ihn ebenfalls einzuführen. Wenn das der Fall sei, würden die verbündeten Regierungen dazu bereit sein. Die Konkurrenz des Auslandes lasse es dagegen nicht tunlich erscheinen, ohne diese vorzugehen. Der Bergarbeiterstreik im Ruhrgebiet geht mit Riesenschritten seinem Ende entgegen. Anfang der Woche hatte die Siebenerkommission noch einmal die Hand der Versöhnung zum Bergbaulichen Verein hinübergestreckt und hatte ihre Forderungen verringert und abgeschwächt. Der„Herrenverein" lehnte alle Verhandlungen ab. Nachdem darauf der Reichskanzler in einem Depeschenwechsel mit der Siebenerkommission diese noch einmal seiner und der Regierung vollsten Sympathie versichert und eine gesetzliche Regelung der Arbeiterforderungen in sichere Aussicht gestellt hatte, berief die Siebenerkommission eine Delegirtenkonferenz nach Essen, und legte ihr die Frage vor:„Soll weiter gestreikt oder soll die Arbeit wieder aufgenommen werden.“ Nahezu einstimmig wurde die Wiederaufnahme der Arbeit den Arbeitern anempfohlen. Möchten sich alle diesem Beschluß unterwersen und zur. Arbeit zurücktehren. Daß die Bergleute von Mißtrauen gegenüber dem Landtage nicht frei sind, ist sehr wohl begreiflich. Sie haben die Erfahrungen von 1892, wo der Landtag die Regierungsvorlage wesentlich verschlechtert. Und das jetzige Verhalten der Konservativen ist nicht gerade dazu angetan, ihnen Vertrauen einzuflößen. Bei der Beratung der auf den Ausstand bezüglichen Anträge im Reichstage zeigten sich die Konservativen wenig zufrieden mit dem angekündigten Notberggesetze. Sie meinten, die Arbeiter müßten zuerst das Unrecht wieder gut machen, das sie durch den Kontraktbruch begangen hätten; es sei überhaupt verkehrt, in der Eile und abirato ein Gesetz zu machen. Auch sei größerer Schutz der Arbeitswilligen notwendig; die Arbeiterausschüsse gefallen ihnen gar nicht. Aus alledem muß man auf die Absicht schließen, das Gesetz zu verschlechtern und zu verschleppen. Die ganze Haltung der Regierung zeigt dagegen andauernd, daß sie unparteiisch bleiben und berechtigten Beschwerden der Arbeiter abhelfen will Wir fürchten nur, der Weg dazu sei nicht besonders glücklich gewählt. Im Reichstage wäre sie vielleicht rascher und sicherer zum Ziele gekommen. Abg. Dr. Spahn hat im Reichstage auseinandergesetzt, was als berechtigte Forderung der Arbeiter anzuerkennen sei, und erklärt, daß nach dem, was bis dahin bekannt geworden war, die Novelle nicht weit genug gehe. Man kann nur wünschen, daß die preußische Regierung die im Reichstage mit Hilfe des Centrums angenommenen Anträge in der Novelle berücksichtigt. Es müßte verhängnisvoll werden, wenn statt der sozialpolitischen Einsicht das Scharfmachertum bei der geplanten Gesetzgebung die Oberhand behielte. Uebrigens hat die Arbeiterbewegung auch nach Schlesien übergegriffen. Im Waldenburger Revier und in Oberschlesien ist eine ganze Anzahl von Arbeitern in den Ausstand getreten; ebenso ist in Belgien der Streik ausgebrochen. Das preußische Abgeordnetenhaus hat das unglückselige Seuchengesetz noch immer nicht zu verabschieden vermocht. Für die dritte Lesung schien ein Vermittelungsantrag gefunden zu sein. der die Kostenfrage befriedigand löse; es stellte sich aber heraus, daß weder die Konservativen noch die Regierung damit einverstanden waren und so brach man die Beratung ab. Am Freitag voriger Woche begann die zweite Lesung der Kanalvorlage, die am Dienstag beendet wurde. Die Vorlage wurde in allem wesentlichen in der Kommissionsfassung angenommen, der Parograph 1, der die verschiedenen Kanallinien aufführt mit 256 gegen 132 Stimmen. Vom Centrum stimmten nur 8 Abgeordnete dagegen, während 2 sich der Abstimmung enthielten. Am Mittwoch wurde die Vorlage in dritter Lesung mit 244 gegen 146 Stimmen angenommen. Nun hat noch das Herrenhaus seine Meinung zu sagen. Der bayerische Wahlkampf zeitigt schon recht häßliche Blüten: den vereinigten Liberalen ist keine Waffe zu schmutzig und gemein, um sie nicht gegen das Centrum zu schwingen. Mit allerlei Verdächtigungen und Unwahrheiten arbeiten in erster Linie die Jungliberalen, um ihre faule Sache zu vertreten. Der württembergische Landtag arbeitet sehr langsam an der neuen Gemeindeordnung. Wenn es im jetzigen Tempo weiter geht, ist Aussicht vorhanden, daß er in diesem Jahrzehnt mit seiner Arbeit noch fertig wird. Daß sie aber dann tadellos sein würde, möchten wir nicht behaupten, weil man das Gegenteil beweisen könnte. Das Hessenland hat wieder eine Großherzogin erhalten: der geschiedene Regent Ernst Ludwig hat eine Jugendfreundin, die Prinzessin Eleonore von Solms geheiratet. In Südwestafrika griffen am 27. Januar etwa 100 Hottentotten eine auf dem Marsche von Windyoek nach Kalkfontein mit einem Viehtransport befindliche Artillerie. abteilung an. Sie wurden geschlagen. Am selben Tage wurde bei Urikuribis einige Reiter, die einen Verpflegungswagen begleiteten, von 10 Hottentotten angegriffen. Solche Angriffe zeigen jedenfalls, daß die Hottentotten noch recht unternehmungslustig sind. In Großbritannien hielt eine seltsame Rede am 2. Februar in Eost=Leigh der Civillord der englischen Admiralität Lee. Die Regierung habe, sagte er, nicht mehr so sehr Frankreich und das Mittelmeer zu überwachen, als mit Unruhe nach der Nordsee zu blicken. Die englische Flotte sei so umgestaltet worden, daß sie der Gefahr von dieser Seite trotzen könnte. Wenn es zu einer Kriegserklärung kommen sollte, würde die englische Flotte den ersten Schlag führen, ehe man auf der anderen Seite Zeit gehabt hätte, die Kriegserklärung in den Blättern zu lesen. Das richtet sich zweifellos gegen Deutschland. Was soll diese Drohung? Welcher Anlaß liegt dafür vor? Man kommt immer wieder auf den Vordacht, daß die Herren Engländer allen Ernstes daran denken, Deutschland den Ausbau seiner Flotte zu verbieten und wenn es nicht gehorcht, über diese Flotte herzufallen und sie zu zerstören. Hinterher har Herr Lee in einer neuen Rede seine Worte allerdings abgeschwächt. Die Presse soll sie unrichtig wiedergegeben haben. Er habe nur gesagt, die englische Flotte sei jetzt für jeden denkbaren Fall vorbereitet; sie habe jetzt mehr„mögliche“ Feinde als früher und England müsse seine Augen nicht nur auf das Mittelmeer und den Atlantischen Ocean, sondern ebensowohl auf die Nordsee gerichtet halten. An eine bestimmte Macht will er nicht gedacht haben. Nun, der Herr war entgleist und hat eingesehen, daß er einen Fehler gemacht hatte. Gesprochen hat er die bestrittenen Worte zweifellos. Sie verraten uns auf's neue, welche Gesinnung man in England gegen uns hegt. In Oesterreich arbeitet das Abgeordnetenhaus einstweilen recht flott. Die Notstandsvorlage ist bereits angmnommen worden. In Ungarn hat der Wahlsieg der Kossuth-Partei, die für sich allein mehr Mandate errang als die liberalen Regierungsparteien, die Lage hilflos verwirrt. Ein aus dieser Partei, die den Ausgleich von 1867 nicht anerkennt, sondern Ungarn von Oesterreich losreißen will, hervorgegangenes Ministerium ist unmöglich, einerseits weil Kaiser Franz Joseph zu den Losreißungsbestrebungen nicht die Hand bieten kann, andererseits weil im Reichstage eine so starke Opposition bliebe, daß sie mit Leichtigkeit die Geschäfte durch Obstruktion ebenso gut hindern könnte, wie es bisher die Unabhängigkeitspartei getan hatte. Zunächst scheint ein Versuch mit dem Grafen Andrassy als Ministerpräsidenten gemacht werden zu sollen. Aber er würde sich entweder von Kossuth schieben lassen müssen, oder an dessem Widerstande scheitern. Wie Oesterreich=Ungarn aus diesen Wirren ohne schweren Schaden herauskommen soll, weiß der Himmel. In Frankreich hat sich trotz aller Versicherungen des neuen Kabinetts, das Programm von Combes werde beibehalten und die Politik des Blocks fortgeführt werden. eine Spaltung im Block vollzogen. Die demokratische Vereinigung wählte einen entschiedenen Widersacher von Combes zum Vorsitzenden. was die Minderheit von 28 Abgeordneten zum Austritt veranlaßte. Combes hat den Vorsitz der radikalen Linke des Senates übemommen und droht Rouvier mit dem Kampfe der Republikaner, salls er den Kulturkampf nicht fortsetze. In Rußland ist nach amtlicher Versicherung„alles ruhig“. In der Tat scheint die drohende Revolution einstwalen niedergeschlagen zu sein, wenn auch die Ausstandsbewegung im Lande noch immer anwächst und Ausschreitungen und blutige Zwischenfälle dabei vorkommen. Nachträglich hat sich der Zar veranlaßt gesehen, Arbeiterabordnungen zu empfangen. Hätte er und seine Ratgeber sich rechtzeitig dazu bequemt und einiges Verständnis für die Lage gezeigt, so würde sich das Blutvergießen wahrscheinlich habe vermeiden lassen. Ein gutes Wort zur rechten Zeit vom Zaren zu den Arbeitern gesprochen, würde wohl verhindert haben, daß diese sich als Werkzeug von politischen Agitatoren zu den gefährlichen Demonstrationen verleiten ließen. Ob die Abordnung von Arbeitern der Petersburger Fabriken, die der Zar am 1. Februar empfing, wirklich als berufene Arbeitervertreter gelten können und nicht etwa bloße Strohmänner der Polize: waren, müssen wir freilich dahingestellt sein lassen. Zu Wort hat man sie offenbar gar nicht kommen lassen. Die Ansprache, die der Zar hielt und die ihnen dann gedruckt übergeben wurde zur Verteilung an die Kameraden, kann nicht als über. mäßig geschickt gelten. Es war in der Hauptsache eine scharfe Strafpredigt wegen der von den Arbeitern mit der großen Kundgebung begangenen„Freveltat“, die der Zar ihnen großmütig„verzeiht". Alles Unrecht soll auf Seiten der Arbeiter gewesen sein. Zwar werden Maßregeln zur Verbesserung ihrer Lage versprochen, aber das geschieht nur so nebenbei; man hört es aus der Strafrede kaum heraus. Wollte der Zar eine gute Wirkung bei den Arbeitern machen, so hütte das Versprechen sozialer Reformen weit mehr betont werden müssen. Einen besseren Eindruck wird es gemacht haben, daß der Kaiser, die Kaiserin und die KaiserinMutter den Familien der während der Unruhen in Petersburg Getöteten und Verwundeten ihr tiefes Beileid aussprachen und dem Generalgouverneur 50 000 Rubel für sie überwiesen. Hoffentlich wird das Geld nicht nach Landessitte gestohlen. Am 3. Februar empfing der Zar eine Vertretung der Arbeiter aus den Werkstätten der Expedition zur Herstellung von Staatspapieren. Dabei benahm er sich schon richtiger. Er erkundigte sich nach Art und Dauer ihrer Arbeit und lobte sie wegen ihrer Pflichterfüllung. Ob es nun wirklich Ernst wird mit den sozialen und politischen Reformen, muß die Zukunft lehren. Einstweilen wird wenigstens großer Reformeifer zur Schau getragen. Der Minister des Innern, Fürst Swiatopolk=Mirsky, der als Träger des Reformgedankens galt, hat freilich seine Entlassung„aus Gesundheitsrücksichten“ erhalten, was vielfach als ein Sieg der reaktionären Großfürsten= und Beamtenklique angesehen wird. Sein Nachfolger wurde Bulpyin, der frühere Gehilfe des Moskauer Generalgouverneurs. Andererseits aber hat das Ministerkomitee sich in letzter Zeit fleißig mit den im Manifest des Zaren angekündigten Reformen beschäftigt, bestimmte Vorschläge gemacht und dafür die Genehmigung des Kaisers erhalten. So wurde der Instizminister mit der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes über die zivile: und kriminelle Verantwortlichkeit der Beamten beauftragt. Ferner wurden Vorschläge des Finanzministers für die unverzügliche Einführung der staatlichen Arbeiterversicherung vom Ministerkomitee angenommen und vom Zaren bestätigt. Während die Streikbewegung an einzelnen Stellen nachgelassen hat, so in Petersburg(wo die Zahl der am 22. ums Leben Gekommenen von der Polizei auf 130 angegeben wird), Moskau usw., griff sie anderswo, wie gesagt, munter um sich. So ist besonders in den russisch=polnischen Industriebezirken, in Sosnowice, Dombrowa, Lodz, Kjelze, Kalisch usw. ein allgemeiner Ausstand ausgebrochen. Auch in Tiflis, Batum, Kasan wurde die Arbeit im großen Umfange eingestellt. Dabei kam es verschiedentlich auch zu Unruhen und Ausschreitungen, die allerdings leicht von der bewaffneten Macht unterdrückt worden zu sein scheinen, natürlich nicht ohne daß es Tote und Verwundete gab. So namentlich am Montag wieder in Warschau. In Odessa wurde auf den Polizeichef Golowin von einem gewissen Abraham Stilmann ein Anschlag verübt; er erhielt einen Schuß in das Schulterblatt. Die Hochschulkurse in Odessa wurden wegen der Unruhen geschlossen. Ebenso wurde im Warschauer Lehrbezirk der Schulunterricht eingestellt. In Helsingfors wurde der Senatsvrokurator Jonssohn in seiner Wohnung erschossen. Es scheint sich um ein politisches Verbrechen zu handeln. Die Adresse des Adels an den Zaren, die sich mit Reformfragen beschäftigen, dauern an; doch herrscht keine Einheit der Anschauungen im Adel: ein Teil schwärmt für das autokratische Regiment oder tut doch so, ein anderer wünscht gewählte Volksvertreter und Freiheiten. In Argentinien hat es wieder mal eine Revolution gegeben, die von Rosario ausgegangen zu sein scheint und auch an der Hauptstadt Buenos Aires nicht vorüberging. Der Putsch ist indes mißglückt. Die Regierung blieb oben, nachdem in verschiedenen Zusammenstößen eine Anzahl Personen getötet, oder verwundet worden war. Jetzt soll die Ruhe so ziemlich wiederhergestellt sein. Auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatze ist nach der fünftägigen Schlacht bei Sandepu(die Japaner fassen die Kämpfe unter dem Namen der Schlacht bei Heikutai zusammen), die mit einem völligen Fehlschlage der russischen Flankenbewegung endete und den Russen einen Verlust von 10 000 Mann gebracht haben soll, nicht die in den letzten Monaten übliche Ruhe wieder eingetreten. Russen und Japaner zeigten sich gleich unternehmungslustig und kämpften um einzelne Dörfer und Stellungen. Zu großen Unternehmungen dürfte es indes in nächster Zeit nicht wieder kommen. Das wird schon der mandschurische Winter verbieten. Angeblich wurde die mißglückte Offensive Kurovatkins auf einen Befehl aus Petersburg ausgeführt,wo man mit einer Siegesnachricht sich der inneren Schwierigkeiten erwehren wollte. Kuropatkin selbst soll kein Vertrauen um den Erfolg gehabt haben. — Die Aussagen vor der Kommission zur Untersuchung des Zwischenfalles bei der Doggerbank widersprechen sich vollständig. Während die ruisischen Offiziere dabei bleiben, daß sie zwei Torpedoboote gesehen hätten, wollen die englischen Fischer von diesen Booten nichts wissen. Zweifellos haben sie auch nur in der Phantasie der Russen existiert. Arbeiterbewegung. Aufruf der Siebenerkommission an die Ruhrbergleute, Kameraden! Wir stehen am Ende eines gewaltigen Kampfes Eine Armee von 200 000 Bergleuten hat wochenlang im Streik ausgeharrt trotz aller Entbehrungen und Quertreibereiversuche. Wir haben einen Generalstreik geführt, wie ihn die Welt noch nicht gesehen. Großartige musterhafte Ruhe und Einigkeit zeichnete unseren Riesenstreik derart aus, daß wir die hochachtende Sympathie des ganzen Volkes erobert haben, Beispiellos wie dieser Kampf sind auch die Kundgebungen, die moralischen und materiellen Unterstützungen denen die Bergleute sich aus allen Volksschichten zu erfreuen hatten. Diese Tatsache bedeutet schon einen großen Erfolg der Streikenden! Doch damit ist es nicht genug. Genötigt durch das imposante Eintreten der Ruhrbergleute für die Anerkennung ihrer Menschenwürde hat endlich die Regierung vor aller Welt versprochen den gesetzgebenden Körperschaften ein Bergarbeiterschutzgesetz vorzulegen! Dieses Gesetz soll den alten Forderungen der Bergleute Rechnung tragen es soll uns bringen: 1 Verkürzung der Schicht 2 Regelung der Seilfahrt, 3. Verbot des Wagennullens, 4 Verbot der hohen Geldstrafen 5. Einsetzung von Arbeiterausschüssen die auch die Unterstützungskassen mitverwalten, 6. Reform der Knappschaftskassen. Das sind die angekündigten Hauptreformen Kameraden, ihr seht was wir durch jahrelanges Petitionieren und Verhandeln mit der Regierung in den Parlamenten nicht erreichten, das hat unser Streik schnell in Fluß gebracht. Darum sagen wir mit Recht, der Streik ist nicht verloren sondern hat einen großartigen Erfolg für die Kameradschaft gezeitigt. Die Sebenerkommission wird der Gesetzgebung noch alle weiteren Forderungen der Bergleute unterbreiten und energisch auf ein gutes Vergarbeiterschutzgesetz dringen! Will der Landtag es nicht schaffen, so tritt der Reichstag für die Bergleute ein, das haben die letzten Reichstagsdevatten bewiesen. Alle Kameraden wissen daß es zehnmal besser ist, wir erhalten unsere Forderungen durch die Gesetzgebung bewilligt als durch die Unternehmer. Was uns die Werksbesitzer heute bewillgen ziehen sie uns später nach und nach doch wieder ab. Darum ist das durch diesen Streik erzielte Eingreifen der Gesetzgebung zugunsten der Bergleute eine wertvolle Errungenschaft! Der Unternehmerverein will absolut nicht mit den Arbeitern unterhandeln. Darüber herrscht im ganzen Volke große Empörung Nun stehrn de Werksherren vor aller Welt als hartherzige Volksfeinde da denen gleichgültig ist, ob hunderttausende Arbeiter bungern und das ganze Erwerbsleben ruiniert wird. Die schroffe, volksfeindliche Gesinnung der gcoßen Unternehmer aufgedeckt zu haben auch das ist ein Erfolg des Streikes, der mehr bedeutet als Kurzsichtige begreifen. Kameraden, aus allen diesen Gründen hat die Revierkonferenz beschlossen: Wir wollen den Unternehmern nicht den Gefallen tun und streiken bis der Hunger die Kameraden in Masse zur Arbeit treibt Wir können der Kameradschaft, den Gewerkschaften und der uns wohlgesinnten Bürgerschaft nicht noch mehr Opfer zumuten Schon herrscht in tausenden Bergarbeiterfamilien großes Elend, tausende andere Arbeiter zahlreiche Geschäftsleute sind nicht meye in der Lage die Streikenden zu unterstützen weil überall der Geschäftsverkehr stockt. Ungeheure Summen sind wöchen lich norwendig zur Streikunterstützung sie können so schnell wir notwendig nicht einlaufen. Auf das Entgegenkommen der geldstolzen Unternehmer darf man jetzt nicht rechnen, betteln und bitten wollen wir aber auch nicht! Mit Rücksicht auf das Vorhergesagte hat de Revierkonferenz beschlossen die Arbeit sofort wieder aufzunehmen! Was durch diesen Streik erreicht werden konnte, ist erreicht! De Revierkonferenz hat aber auch beschlossen:„Sollten die Versprechungen, die man den Bergarbeitern während des Kampfes seitens der Staatsregierung gegeben hat nicht erfüllt die Beschwerden unbeachtet die Mißstände im Bergwerksbetriebe in alter Weise fortbestehen bleiben dann behält sich die Bergarbe terschaft vor so einmütig, wie sie diesen Kampf geführt, aufs neue wieder den Kampfplatz zu betreten um die Erfüllung ihrer berechtigten Forderungen zu erzwingen Die Vergarbeiter verpflichten sich die Stärkung ihrer Organisation energisch zu betreiben um jederzeit für einen neuen Kampf gerüstet zu sein“. Kameraden es ist also nur ein Waffenstillstand beschlossen! Wir sind nicht besiegt, sondern wir brechen den Kampf ab! Sollten die versprochenen Gesetzesreformen nicht zustande kommen dann wird eine neue Revierkonferenz über das Weitere beschließen. Kameraden! Darum heißt es jetzt: Fort mit der Gleichgültigkeit! Wären die Bergleute alle den Verbänden angeschlossen gewesen, dann brach dieser Streik nicht aus, wir hätten ohne Streik auch Erfolge erzielt. Die Werksbesitzer haben der Siebenerkommission geantwortet:„Wir verhandeln nicht mit euch weil noch nicht alle Bergleute organisiert sind! Kameraden! das ist doch eine dirette Aufforderung der Werksbesitzer an euch: Schließt euch den Verbänden an! Tut ihr das dann können die Unternehmer nicht mehr sagen die Siebenerkommission habe die Belegschaften nicht hater sich Wer also von den Kameraden vernünftig ist der läßt sich jetzt nicht mehr an der Nase herumführen, sondern folgt der Parole: Seid und bleibt einig! Nur weil die Kameradschaft in diesem Streik so brüderlich auftrat nur deshalb haben wir Erfolge gehabt, Während des Streiks sind Zehntausende von Mitgliedern den Organisationen beigetreten, eine gewaltige Armee ist nun organisiert. Jetzt heißt es aber auch, für den eventuellen neuen Kampf rüsten! Wir wünschen den Kampf nicht aber er kann uns wieder aufgezwungen werden und deshalb ist jeder Kamerad verpflichtet fest an der Organisation zu halten! Das ist sein bester Schutz wie der Streik gelehrt hat. Kameraden wer redlich bestrebt ist, seine Lage zu verbessern der hört nicht nicht auf Schwätzer und Denunzianten, wer ein echter und rechter Bergmann ist der übt nun treue Kameradschaft! Wir müssen den Kampf abbrechen die Revierkonferenz als Vertreter aller Verbände hat gesprochen: Nehmt sofdit die Arbeit auf! Einmütig sind wir in den Streik getreten, einmütig wollen wir ihn nun beenden! Das verschafft den Bergleuten noch mehr Respekt und Sympathie. Alle Kameraden müssen nun dem Beschluß der Revierkonferenz Folge leisten, daraus ersehen die Werkbesitzer daß die Belegschaften auch einmütig den eventuellen Kampf wieder beginnen wenn die Revierkonferenz dies beschließt. Wer aber jetzt keine Disziplin übt, mit dem haben die Organ'sationen nichts mehr zu tun. Der handelt auf eigene Faust hat keinen Anspruch mehr an die Organisationen und erhält auch keine Unterstützung wenn er gemaßregelt werden sollte. Nunmehr zeigt, Kameraden eiserne Disziplin! Der Beschluß der Revierkonferenz ist für alle maßgebend. Rüstet euch aber auch für den eventuell nötigen neuen Kampf, haltet die Organisation hoch! Laßt euch nicht irreführen und einschüchtern, sorgt nun recht eifrig für Stärkung der Organisationen! Wir beenden jetzt den Streik ein Waffenstillstand beginnt Ruhrtergleue wir gratulieren euch zu dem großartig verlaufenen, musterhaft durchgeführten Streik, den die ganze Welt bewundert. Das allein ist ein unschätzbarer Erfolg, der aber auch kräftg ausgenutzt werden muß. Wie treue Brüder haben wir gekämpf, als treue Brüder wollen wir auch in Zukunft handeln. Dazu unser kameradschaftliches„Glück auf“! Die Siebenerkommission: Effert Kühme Sachse Hansmann Regulski, Corpus Hammacher. Kölner Agebriehten. Köln, den 11. Febr. 1905. * Der verstorbene Neutner Herr Bernard Maus, der langjährige Vorsitzende des Vorstandes des St. Marienhospitals, hatte am 8. Dezember v. Irs. anläßlich des fünfzie jährigen Bestehens dieses Hospitals zu einem Erweiterungsbau 6000 Mark als ersten Baustein geschenkt. Die Hinterbliebenen unsers allzufrüh verstorbenen, edlen Mitbürgers haben zum Andenken an den Dahingeschiedenen folgende weitere Summen hiesigen Wohlthätigkeitsanstalten überwiesen und zwar: St. Marienhospital an St. Kunibert 6000 Mark, Wohltätigkeitsanstalt Mavienheim 1000 M., Kölner Heilstättenverein(Lungenheilstätte Auguste=Viktoriastiftung) 500 Mark, St. Josefsstift, Asyl für arme Knaden 500 Mark, Elisabethverein St. Gereon 500 Mk., Vinzenzverein St. Gereon 500 M., Wöchnerinnenasyl 500 M., Wohltätigkeitsverin Meisterschaft 500 M. * An den Volksschulen beginnt die Unterrichtszeit vom nächsten Mittwoch ab wieder um 8 Uhr morgens. Das Schuljahr schließt am Mittwoch den 5. April. Die Osterserien dauern von Donnerstag den 6. April bis zum Mittwoch nach Ostern einschließlich.— Mit dem neuen Schuljahre wird die neue Volksschule an der Balthasarstraße, welche jetzt mit je vier Knaben= und Mädchenklassen besetzt ist, vollständig in Benutzung genommen, sodaß dieselbe von diesem Zeitpunkt ab, je sieben Knaben= und Mädchenklassen beherbergt. Die Schüler rekrutieren sich aus Kindern der St. Agnespfarre. Rheinland und Westfalen. W Küppersteg, 9. Febr. Ueber den Bezirk der Gemeinden Monheim, Reusrath, Hitdorf, Rheindorf, Küppersteg und Sptaden, sowie einzelne Ortschaften der Gemeinden Leichlingen, Neukirchen und Lützenkirchen ist neuerdings auf drei Monate die Hundesperre verhängt worden, nachdem dieselbe erst am 18. Januar d. J. aufgehoben worden war. Anlaß für die Verhängung der Sperre hat ein in Rheindorf getöteter tollwutverdächtiger Hund gegeben. welcher eine ganze Reihe von Hunden, leider aber auch einige Kinder gebissen hat.— Die Eheleute Reiner Wirtz und Kathariua geb. Breidenbach zu Wiesdorf begehen am 16. d M. die Feier der goldenen Hochzeit. Nach den getroffenen Vorbereitungen verspricht das Fest ein großartiges zu werden.— An einem Neubau zu Schafstall kam es heute Nachmittag zwischen einem Maurer und einem Handlanger zu einer Schlägerei. Der Handlanger erhielt hierbei derartige Verletzungen am Kopfe, daß er sofort ärztliche Hülse in Anspruch nehmen mußte. zu Tsvenich. Freitag den 17. Februar ds. Jahres, nachm. 3½ Uhr, lassen Erben Conzen in der Wirtschaft Ditz zu Lövenich teilungshalber die folgenden in den Gemeinden Lövenich und Freimersdorf belegenen Grundstücke öffentlich versteigern. In der Gemeinde Lövenich: 1. Flur F Parzelle 252/097, am Spitzengerweg, Acker, 6,88 Ar, 2. Flur 0 Parzelle 186/117, an der Renne, Acker, 5,37 Ar, In der Gemeinde Freimerodorf: 3. Flur F Parzelle 111/81, auf'm Lövenicherberg, Acker, 10 Hektar, 84 Ar 85 Meter. Die Versteigerungsbedingungen liegen auf der Amtsstube des Notaxs zur Einsicht offen. Köln, Appellhosplatz 20. Der Königliche Notar: Weisweiler. Kr.inzkrungiro Am Donnerstag, den 16. Februar 1905 sollen zu Sinnersdorf auf Anstehen der Witwe und Kinder des verlebten Gerhard Otten von Sinnersdorf öffentlich versteigert werden 1. Nachmittags 1 Uhr, im Hause des Erblassers, sämtliche Hausgeräte, insbesondere Tische, Betten, Stühle, Schränke, Porzellan u. s. w. (Steigpreise bis einschließlich 5 Mark sind sofort bar zahldar.) 2. gleich nach dem Mobilarverkauf in der Wirtschaft von E. Düren 1 Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten in Sinnersdorf Nr. 47, groß zusammen 18,21 Ar, Flur A Nr. 525,110 und 526,110. Köln, St. Apernstraße 17. Zustizrat Vlengels, Rotar. Ean, a. Ernne stad, Trrstrigkrung gr. Peul. Montag den 27. Februar 1905, nachmittags 3 Uhr, im Lokale von Aloys Ossendorf, Salmstr. 92, läßt Herr Barth. Viesezuy sein Hausgrundstück Siegburgerstr. 367, Flur 119, Nr. 96 7/85, groß 15,34 Ar, ferner: Poll, Flur 119, Nr. 85/1, auf'm Sandberg, 15,87 Ar, Westhoven, Flur 3, Nr. 10, auf'm Keuler, 8.63 Ar, Westhoven, Flur 3, Nr. 239/8, daselbst, 22,18 Ar öffentlich gegen Zahlungsausstand versteigern. Freis, Königl. Kotar in Leut. zu Sinuersvol Station Worringen u. Poulheim. Wegen gänzlicher Aufgabe der Landwirtschaft werde ich auf Auftrag des Landwirten Herrn Wilhelm Pässgen auf dem Zehnthose am Dienstag den 21. Februar er., vorm. 10 Uhr aufangend, auf Credit gegen Bürgschaft versteigern: 5 Pferde, 30 Stück Rindvieh, teils hochtragend, 1 angekörter schwerer Stier, 4 Schweine, 1 zweipferdige Dresch= maschine, 1 Säemaschine, 1 Selbstbinder(Dering) fast neu, 1 Handableger, 1 Düngerstreuer, 1 Jauchepumpe, 1 Rübenwagen und 4 Karren mit Erntevorrichtungen, 1 Karre mit raedorfe Dezimal= und 1 Balkenwaage u. s. w. Beträge bis 10 Mark einschließlich sind dar zu zahlen, bei höheren Varzahlungen wird Rabatt gewährt. Unbekannte Ansteigerer und Bürgen haben ihre Creditfähigkeit durch ein kurz vor dem Verkaufe ausgestelltes Attest der Ortsbehörde nachsuweisen. Glessen, den 1. Fedruar 1905. Ouirin Bochem. Wirrker* zu Kendenich. Die Erben der zu Kendenich verlebten Ehe= und Ackersleute Jakob Schmelzer und Cäcilia geb. Birrenbach lassen am: Mittwoch den 15. Februar ds. Jo., mittags ein Uhr, in der Wirtschaft von Gottfried Kurth die sämtlichen Nachlaßgrundstücke— jedoch nicht das Wohnhaus nebst Zubehör— öffentlich versteigern. Brühl.: Zusizrat Lennarts, Rotar. Tiey und Mndbilal= Hernauf zu Kerpen. Am Vonnerstag den 16. Februar 1905, nachm. 1 Uhr anfangend, lätzt der Ackerer und Dachdecker Herr Christian Kallrath in seiner Wohnung zu Kerven, Freiheitstraße Nr. 6, wegen Aufgabe der Ackerwirtschaft öffentlich meistbietend versteigern: 1 starkes, auch für Lastfuhrwerk geeignetes, 9 Jahre altes Ackerpferd nebst Geschirr, 1 tragende Kuh und 1 Rind, ferner 1 Karre mit fast neuen, dreizölligen Rädern, 1 Balancetiespflug, 1 Hundspflug, 1 Dreischarpflug, 1 hölzerne Egge, 1 zweiteilige Glattwalze, 1 fast neue Wannmühle, 1 Viehkessel, 1 Dezimalwaage mit Gewichten; sodann verschiedene Hausmobilien, als insbesondere: 1 Kochherd, 2 Tische, 2 Bettstellen, 1 Buttersaß, eine Partie Milchgefäße 2c. 2c. Steigpreise bis 3 Mark einschließlich sind zahldar sosort mit dem Zuschlage, höhere Beträge werden gegen gute Bürgschaft kreditiert. Dem Versteigerer unbekannte Ansteigerer haben durch Attest ihrer Ortsbehörde ihre Zahlungsfähigkeit nachzuweisen. Kerven, den 6. Februar 1905. Justizrat Broich, Rotar. Hrmh.h Cettauf. Montag den 13. Februar er., nachmittags 1 Uhr, werden im Gastause Math. Krämer Wwe. in Urbach, aus dem Revier Leidenhausen(Förster von Franken in Grengel bei Urbach) folgende Hölzer fsentlich meistbietend verkauft werden: ca. 30 Eichenstämme= 15 fm, 70 Kiefernstämme 30 fm, 27 rm Eichen=Stangen und Knüppel (Stellmacher=, Grubenholz, Pfähle 2c.), 160 rm Kiefern=Stangen und Knüppel(Heureiter, Lagerund Pfahlstangen, Grubenholz 2c.), 80 Haufen Eichen-Ast= u. Schlagholz u. 60 Haufen KiefernReiser. Beträge bis zu 10 Mark sind im Termin oder spätestens vor der Holzabfuhr zu entrichten. Gräflich von Rirbach'sche Forst=Verwaltung. zu Schlenderhan. Ende Februar er. werden aus den Freiherrl. von Oppenheim'schen Waldungen ca. 200 Nrn. Eichenstammholz, 200 Raummeter Eichenbrennhotz, 36 Nrn Schlagholz sowie einige Buchen= und Birkenstämme wie üblich verkauft. Der Forster Rhienhardt erteilt auf Verlangen nähere Anweisung. Schlenderhau bei Quadrath, den 14. Januar 1905. Freiherrl. von Oppenheim'sche Verwaltung, Schmttr. Gatslabental and Hansmostiar=Trrnauf zu Burg Vleuer bei Frechen. Auf Antrag der Erben der auf Burg Gleuel verstorbenen Rittergutsbesitzerin Fräulein Therese Felten wird am Mittwoch den 1. März und wenn nötig am folgenden Tage, jedesmal vormittags 10 Uhr anfangend, auf Credit gegen Bürgschaft versteigert werden das noch in sehr gutem Zustande befindliche tote landwirtsch. Inventar. Darunter besonders: 1 zweipf. Dreschmaschine mit Göpel, 1 Säemaschine, 1 Mähmaschine(fast neu), 1 Rübenschneidemaschine, 1 pumpe, 1 Heurechen, 1 Kalesche(1= u. 2sp. zu gebrauchen), 1 Feuerspritze, 4 lange Wagen, 4 Schlagkarren, aller Art Pflüge, Eggen und Walzen, Heuböcke, Brenn= und Nutzholz u. s. w. Ferner sämtliches Hausmobilar, ebenfalls sehr gut erhalten, als: verschiedene Sekretäre, Schränke, Betten, 1 Tafelherd, Uhren, Tische, Stühle usw. usw. Beträge bis 10 Mark sind gleich zu zahlen. Bei höheren Barzahlungen Rabatt. Unbekannte Ansteigerer und Bürgen haben sich durch ortsbehördliches Attest bezüglich ihrer Zahlungsfähigkeit auszuweisen. Glessen, den 9. Februar 1905. Quirin Bochem. Tandwirtschafts=Zubektar=Errtauf zu Glessen. Auf Antrag des Landwirten Herrn W. H. Speurath werde ich am Donnerstag den 23. Februar, mittags 12 Uhr, in dessen Wohnung, wegen gänzlicher Aufgabe der Landwirtschaft auf Kredit gegen Bürgschaft zum Verkauf ausstellen: 2 schwere Ackerpferde, 4= und 5jährig(auch zu Lastfuhrwerk geeignet), nebst Geschirr, 4 Stück Rindvieh, 1 Partie Hühner. 1 2pferdige Dreschmaschine mit Göpel, 1 Mähmaschine, 1 Wannmühle, 1 Staubmühle, 1 Rübenschneidmaschine, 1 eiserner Handrechen, 1 Jauchepumpe, 1 Viehkessel, 1 Dezimalwaage, 2 lange Karren mit Erntevorrichtungen, 1 Schlagkarre, alle drei in sehr gutem Zustande, 1 Hundspflug, 1 Tiefpflug, 1 Dreischaar, 2 Eggen, 1 Walze, 1 Kettenschleise, 1 Partie Kaaf und Stroh. Verschiedenes Hausmobilar, darunter besonders 1 neuer Küchenherd, 1 Buttersaß, 1 Waschkessel, 1 großer Milchschrank 2c Beträge bis 10 Mk. sind sosott zu entrichten. Bei größeren Barzahlungen Rabatt. Unbekannte Ansteigerer und Bürgen haben sich auszuweisen durch ein ortsbehördliches Attest, kurz vor dem Verkaufe ausgestellt. Glessen, den 8. Februar 1905. Quir. Bochem. O Am Donnerstag den 16. Februar er., nachmittags 2 Uhr, soll in der Wirtschaft von Peter Keymer in Mödrath, folgendes im Brüggerbusch—Mausburg— in der Nähe der Chaussee Mödrath—Götzenkirchen— lagernde Holz öffentlich meistbietend verkauft werden. 5 Haufen Eichen=Rahmen, 8 Haufen EschenRahmen, 5 Haufen Birken, 24 Haufen gemischte Rahmen und 21 Reimen 20 jähriges Schlagholz. Haus Lörsfeld, den 8. Februar 1905. Freiherrlich von Fürsenberg'sche Verwaltung. Schweine=Verkauf zu Horrem=Dormagen und Butzheim. Am Montag den 13. Fedrner 1905, morgens 10 Uhr, in der Wirtschaft Schunk zu Horrem und Mittwoch den 15. Fedruar 1905. morgens 10 Uhr, in der Wirtschaft Stolz zu Butzheim wird Herr Wilh. Beckers zu Houten 25 hochtragende Schweine, beste Nace, össentlich auf Credit gegen Bürgschaft verkaufen. Grevenbroich, Johann Trippen. Ewiglichtöl. Feinstes dopp. gereinigt. Glafey Nachtlichte. (Kein Versagen d. Nachtlichtes). M. J. Menden, Wachswarenfabrik, Köln, Neue Langgasse 2. Warnung! Bei Kauf eines hiesigen oder auswärtigen Oeschäftes, Orundstückes, Oewerbebetriebes jedweder Art oder bei Beteillgung kann man nle genügend vorsichtig sein. Streng reelle Angebote tinden Sie in meiner reichhaltigen Otfertenliste, die bei Angabe Inrer Wünsche kostenfrei zusende. Bia kein Agent, nehme von keiner Seite Provision. E. Kommen, Haghum Sehum zu billigsten Preisen, waggon= und fuhrenweise abzugeben, Kartossels anderen sowie all: artosfelsorten. Gerhard Schilling, Köln, Seidmachergäßchen 2—, Teles. 3087, Aübe Zeumarkt. g Geheilten bestätigen. Bartflecht, schon in zwei Touren. Pickartz, Lövenich bei Köln. 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Sonntag nach der Erscheinung des Herrn.(Evangelium: Vom Senskörnlein und Sauerteige.) Eulalia. Kinderkommunion in St. Kolumba im Dom und in St. Andreas(nachmittags 2.30 Uhr Danksagungsandacht) In St. Kolumba nachmittags 5 Uhr Bruderschaft vom allerheiligsten Altarssakrament. In der Franziskanerkirche morgens 6,30 Uhr gemeinschaftliche Kommunion, nachmittags 3 Uhr Versammlung der Mitglieder des 3. Ordens mit Profeß. Montag, den 13. Februar. Kastor. In St. Kolumba morgens 7.30 Uhr hl. Messe für die Mitglieder der Bruderschaft vom allerheiligsten Altarssakrament. Dienstag, den 14. Februar. Valentin. In St. Jakob abends 6 Uhr Andacht zu Ehren des heiligen Antonius von Padua. In der Pfarrkirche von Nippes nachmittags um 3 Uhr Versammlung des christlichen Müttervereins mit Predigt. Mittwoch, den 15. Februar. Fanstinns. In St. Pantaleon in der Schnurgasse 5. Mittwoch zu Ehren des hl. Joseph. Morgens 8 Uhr ist Josephsmesse, 9 Uhr Hochamt und 11 Uhr letzte hl. Messe. Nachmittags 5 Uhr Predigt und Josephsandacht. Donnerstag, den 16. Februer. Juliana. In der Herz=Jesu=Kirche nachmittags 5 Uhr Versammlung des christlichen Müttervereins. Freitag, den 17. Februar. Beniguns. In St. Jakob abends 6 Uhr Kreuzwegandacht. Samstag, den 18. Februer. Simeon. Versammlungskalender der christlichen Gewerkschaften. Verband christl. Holzarbeiter, Zahlst. Köln. Samstag den 18. Februar, abends 8,30 Uhr, im„Friesenbräu", Friesenstraße, Versammlung mit Vortrag. Verband christl. Holzarbeiter, Zahlstelle Deutz. Die Versammlungen finden jeden 1. Sonntag, vorm. 11 Uhr, u. jeden 3. Samstag, abends 8,30 Uhr, bei Abels, Freiheitstr., statt. Verband christl. Holzarbeiter, Zahlkt. Ehrenfeld. Samstag den 11. Fedr., abdends 8.30 Uhr, bei Schneider, Venloerstr.: Generalversammlung. Verband christl. Holzarbeiter, Zahlstelle Köln=Nippes. Sonntag den 12. Febr., morgens 11 Uhr, im Lokale Dresia: Versammlung. Verband christl. Maler und Austreicher. Samstagsden 18. Fedruar, abends 9 Uhr, Mitgliederversammlung mit Vortrag in der Restauration zur Henne. Köln=Ehrenfeld. Mittwoch den 15. Fedr., abends 9 Uhr, bei Wittkamp, Venloerstr.: Versammlung. Verband christl. Schneider u. Schneiderinnen. Dienstag den 14. Febr., abends 9 Uhr: Versammlung. Bis auf weiteres finden unsere Versammlungen jeden Dienstag„im Kaiser“ Ehrenstr. 74 statt. Verband christl. Bäcker u. Conditoren. Dienstag den 14. Fedr., nachm. 6 Uhr, im Kaiser“, Ehrenstr. 74: Versammlung. Verband christl. Buchbinder u. verwandter Beruse. Samstag den 11. Februar, abends 9 Uhr, im„Kaiser“, Ehrenstr. 74: Versammlung. Verband christl. Tapezierer und Sattler. Samstag den 11. Fedruar, abends 9 Uhr, im Friesenbräu, Versammlung. Verband christl. Keramatiker Cöln=Ehrenseld. Sonntag den 19. Febr., morgens 11 Uhr, bei Wittkampf, Venloerstr.: Versammlung. Verband christl. Schuhmacher. Donnerstag den 23. Februar, im„Kaiser“, Ehrenstr. 74: Nächste Versammlung. Centralverband christl. Bauhandwerker und Bauhilfsarbeiter. Köln=Stadt. Samstag den 18. Fedruar, abends 8.30 Uhr, Ehrenstr. 74: Versammlung. Köln=Stadt.(Sektion der Bauhilfsarbeiter). Sonntag den 19. Februar, morgens 11 Uhr, Ehrenstr. 74: Versammlung. Köln=Nippes. Sonntag den 12. Februar, abends 6,30 Uhr, bei Dresia, Thurmstr. 14: Versammlung. Köln=Ehrenfeld. Dienstag den 14. Februar, abends 8.30 Uhr, bei Gastwirt Jak. Keller, Venloerstr.: Versammlung. Mülheim(Rhein). Samstag den 11. Fedruar, abends 8.20, bei Gastwirt Siebert, Frankfurterstr.: Versammlung. Zeutralverband der Hilfs= und Transvortarbeiter. Zahlstelle Köln. Sonntag den 19. Fedr., morgens 11 Uhr, im Annohause, Annostr. 86: Versammlung. Cöln=Bayenthal. Sonntag den 13. Febeuer, morgens 11 Uhr, bei Jäger, Alteburgerstr. 270: Versammlung. Köln=Ehrenfeld. Sonntag den 19. Februar, abends 7 Uhr, bei Wittkamp, Venloerstr. 384: Versammlung. Köln=Nippes. Sonntag den 19. Februar, abends 7 Uhr, bei Wiesdorf: Versammlung. Mülheim(Rhein). Samstag den 11. Februar, abends 8.20 Uhr, bei Gastwirt Siegberg, Bahnhofstr.: Versammlung. Christl. Gewerkschaftskartel Mülheim(Rhein). Chrikl. Gewerkschaftskartell. Sonntag den 19. Fedruar, nachmittags 4 Uhr, bei Rebhol;: Nächste Sitzung.(Vorstandswahl). Verband christl. Metallarbeiter Buchheim. Sonntag den 12. Februar, vormittags 11 Uhr, im„Jägerhof“ öffentliche Versammlung. Reserat über den Bergarbeiterausstand. Verband christl. Holzarbeiter Mülheim. Sonntag den 19. Fedr., vorm. 11 Uhr, bei Rebholz, Regentenstr.: Versammlung. Verband christl. Metallarbeiter Mülheim. Montag den 13. Fedruar, bei Revholz, Regentenstr.: Versammlung. Verband christlicher Metalarbeiter: Ortsgruppe Köln: Samstag den 11. Fedruar, abends 9 Uhr, im Kaiser, Ehrenstraße, Versammlung mit Vortrag. Ortsgruppe Ehrenfeld: Samstag den 11. Fedruar, abends 9 Uhr, bei Wittkampf, Venloerstraße, Versammlung. Ortsgruppe Humb.=Colonie: Sonntag, den 12. Februar, vormittags 11 Uhr, bei Huth Versammlung. Ortsgruppe Worringen: Sonntag den 12. Fedruar, vorm. 11,30 Uhr, im Saale des aHerrn Soons Versammlung. 500000000 Dezimalwaagen und Gewichte Milchkannen— Viehkessel Jauchepumpen- Rübenschneider Häckselmaschinen Verz. Düngerstreukasten O empfichlt billigst Joh. Rein. Schiffer& Cie., Köln, 2 Luxemburgerstr. 48, am Südbahnhof. 900000 Köhlen Eriketts Max u. Friedr. Meinertz Kontor: Brandenburgerstrasse 7. Pernruf 5623. F Möbel=Fabrik M Auch Abe 29 St. Agatha 29, nahe Schildergasse. Calon=, Wohn=, Speise= und Schlafzimmer=Einrichtungen in Rutzbaum und Eichen in allen Ausfuhrungen unter Garantie. epec.: Engl. Schlafzimmer. Billigste Preise. Eigene Schreinerei u. Polsterer=Werkstätte. la. Holsteinisches Schweine-Stückenfleisc! gar. gesund, amtl. untersucht. Backen, Schnauzen. Ohren, dicke, fleischige Pfot: Rippen, Eimer 30 und 50 Pfd, 22 Pfg. d. Pff. unt. Nschn., ab Klel. Versandden 6-7 Tage. 9 C. J. Michelsen, Kiel, Sohlachthof. Postpaket 10 Pfund 3.— franke. 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