Gewerk. den Thatu, zu verNr. 252.— 52. Jahrgang. Erstes Blatt. Freitag, den 26. Oktober 1900. Solinger em Reiderereins, der Friede betheiligen. ten, werden zunachhigg Commission t von heute so soll die Sperre auf. rt worden 8011, bis in, nachdem abgestimmt tellt werden träge finden ereins di Böntgen öntgen, daß des Reider Diskussion eins gegebend feffen werdes eidung einen erfen.“ zzer Vunigg Phmnd nem Hause e# ertige Tascher och“ mitgenomma kkannte wird Messer innerhalldsurück zu bringe ingen din geza sitterstr. Prima idfleisch bei# 9O 207 kr. 114. Schellfisch Schnitt Ithrungen protten age, en Flussan 118 necht. elch errhen ung Seid. lenwendieße Lasinostraße 10. Sescheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Bierteljahe in der Expedition 1 4 75 J, auf allen Kaiserl. Postanstalten 2 Einrückungkgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 J Früher unter dem Titel: Bergisches Volks=Blatt. Druck und Verlag von Alb. Pfeiffer i Solingen.— Für die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140 Zu Moltke's 100. Geburtstag. „Es bleiben todt die Todten, und nur der Lebendige lebt.“ Diesem oft zitirten Dichterwort möchte man eigentlich jede Berechtigung absprechen, angesichts der vielen Erinnerungsfeiern, die die heutige Zeit denjenigen widmet, die längst ihre irdische Laufbahn beendet haben. Es liegt dies zum Theil in dem Charakter unserer Tage tief begründet, das pietätvolle Rückerinnern an's Vergangene; in dieser Zeit, die so hastig, so ruhelos, gleichsam elektrisch beschwingt vorwärts strebt, wird es um so mehr Bedürfniß, einmal auszuruhen, zurückzublicken auf die hinter uns liegende, schon im Nebel verschwimmende Strecke Weges. Da blitzt es zuweilen dem Rückschauenden aus dem Nebel mit besonderem Glanze entgegen; aus der flachen Ebene der Alltäglichkeit, zwischen den Hügeln des anspruchsvoll sich breit machenden Mittelmaßes erhebt sich stolz und einsam der kühne Gipfel vollkommener Größe, und die Sonne der Unvergänglichkeit umleuchtet ihn mit goldener Glorie. Sie leben uns immer wieder auf, die großen Todten, die auf ihrem Lebenswege nachdrückliche Spuren hinterlassen haben, mögen es nun engere oder weitere Kreise sein, die an ihren Errungenschaften Antheil nehmen. Wir feiern Gelehrte und Erfinder, wir feiern die Dichter, die Feldherren und Staatsmänner und begeistern uns immer auf's Neue an der dankbaren Erinnerung dessen, was sie uns geleistet haben. Auch der ernste, schlichte Mann, dessen 100. Geburtstag wir heute begehen, und dem im Leben alles Aufsehen, alles Prunkhafte so zuwider war, muß es sich gefallen lassen, daß die heilige Ruhe, die ihn nach seinem rastlosen, thatenreichen Dasein nun schon seit 9 Jahren friedvoll umfängt, noch einmal von den huldigenden Ovationen des deutschen Volkes unterbrochen wird, daß sein Name, der von der deutschen Einheit und Größe untrennbar bleibt, noch einmal in Aller Munde ist. Das schöne Mausoleum auf dem„Gruftberge“ des Gutes Kreisau, wo Graf Moltke an der Seite seiner ihm schon 1868 im Tode vorangegangenen Gemahlin zum ewigen Schlummer gebettet wurde, wird die Fülle der Blumen und Kränze kaum bergen können, die am 26. Oktober zum Zeichen der Liebe und Verehrung am Sarge des Schlachtendenkers niedergelegt werden. Und die Liebe und Verehrung, die man seinem Gedächtniß widmet, gelten nicht nur seinen strategischen Erfolgen, sondern auch dem Menschen Moltke, diesem willensstarken, in sich gefestigten Charakter der so rauh und verschlossen nach außen und doch von einem so menschlich warmen, tiefen Empfinden durchleuchtet war. Zu der ernsten, anspruchslosen Lebensauffassung, die Moltke besaß, haben wohl seine vielen Erfahrungen, seine wechselreiche Laufbahn viel beigetragen. Seine Erfolge, seine Größe haben ihn nie berauscht, er blieb sich immer gleich in seiner wortkargen, gemessenen Ruhe, die ihm den Namen des„großen Schweigers“ eingebracht hat. Von Haus aus mittellos, war er erst dänischer, dann aber von 1822 an preußischer Offizier; 1832 bis 1835 war er zum Generalstab kommandiert, unternahm dann eine Orientreise, blieb längere Jahre in unabhängiger Stellung als Reorganisator der türkischen Armee in Konstantinopel und kehrte erst 1839 in die Heimath und den preußischen Generalstabsdienst zurück. Seine außerordentlichen Erfolge in dem Amt eines Generalstabschefs begründeten seinen späteren Ruhm; die Siege von Königgrätz, Metz u. s. w. geben beredtes Zeugniß für seine strategischen Kenntnisse. Moltke's eiserne Gesundheit, seine seltene Rüstigkeit, gestatteten ihm bis zum Jahre 1888 in seiner Stellung als Chef des Großen Generalstabes zu verbleiben, und als er dann des hohen Alters wegen um seine Entlassung bat, ernannte ihn Kaiser Wilhelm II., der ihn gleich Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich hoch verehrte und schätzte, zum Präses der Landesvertheidigungskommission. Der 90. Geburtstag Moltke's wurde auf speziellen Wunsch unseres Kaisers mit besonderer Festlichkeit begangen, und am 24. April 1891, ein halbes Jahr darauf, starb der greise Feldherr, ohne vorher krank gewesen zu sein. Sein Wahlspruch:„Erst wägen, dann wagen“, ist ein getreues Bild seines Lebens und Handelns, und für ernste Geistesarbeit und treue Pflichterfüllung wird er für ewige Zeiten mustergiltig sein. Deutsches Reich. Der Kaiser ließ für Moltkes Sarkophag einen prächtigen, reich vergoldeten Lorbeerkranz nach Kreisau senden mit der Widmung:„Dem Feldmarschall Grafen Moltke— sein treuer Kaiser Wilhelm II.“ Angesichts des 100jährigen Geburtstages von Moltke hat es ein doppeltes Interesse, über das im Werden begriffene Denkmal Moltkes für Berlin Genaueres zu erfahren. Der Kaiser selbst läßt auf eigene Kosten das Denkmal errichten; mit der Ausführung ist Professor Uphues betraut. Der Künstler arbeitet gegenwärtig an einem Modell in halber Größe, welches der Vollendung entgegengeht. Das Denkmal erhält größere Dimensionen, als man bisher annahm; der Maßstab war jedoch durch den ganzen Platz und die Nachbarschaft des künftigen Bismarck=Denkmals, sowie durch den Hintergrund des Generalstabsgebäudes von selbst geboten. Das Standbild Moltkes allein wird fünf Meter hoch; das ist etwa doppelt so groß wie die Figuren in der Siegesallee. Das Denkmal wird nördlich vom Königsplatz aufgestellt, auf jenem mit gärtnerischen Anlagen geschmückten Platz, der von der Moltke=, Bismarckund Roonstraße umgrenzt wird. Hier wird sich das Monument auf einem herzurichtenden Plateau erheben. Das Ganze wird in wetterfestem Marmor ausgeführt. Bis zur Vollendung des Denkmals dürften noch etwa zwei Jahre vergehen. Bei dem gestrigen Festmahle des Generalstabes zu Ehren des hundertsten Geburtstages des General= feldmarschalls Grafen Moltke nahm der Chef des Generalstabs Graf Schlieffen das Wort, um in längerer Rede Moltke zu feiern. Moltke habe es verstanden, einen Krieg in wenigen Monaten zu beendigen, wozu andere Armeen ganze Jahre gebraucht haben würden. Moltke sei als großer Mann gestorben, im Gegensatz zu andern Feldherren, die wie in einem Trauerspiel untergegangen seien. Der bayrische Prinz=Regent Luitpold sandte an den Fürsten zu Hohenlohe=Schillings= fürst unterm 19. ds. Mts. aus Hintersee das nachstehende Telegramm: Mein lieber Fürst! Einer Mittheilung Sr. Majestät des deutschen Kaisers habe ich entnommen, daß Sie wegen Ihrer geschwächten Gesundheit den Rücktritt von ihren Aemtern erbeten und erhalten haben. Diese Nachricht erfüllt mich vom allgemeinen wie vom besondern bayrischen Standpunkt mit großem Bedauern. Sie haben mit ruhiger Sicherheit die Geschäfte des Reiches geleitet und zugleich die Zugehörigkeit zu dem engern Vaterlande niemals verleugnet. Immer durfte ich die Ueberzeugung haben, daß Sie auch den bayrischen Interessen und Anliegen ein wohlmeinendes Verständniß und thunlichste Rücksichtnahme jederzeit entgegenhringen. Dafür spreche ich Ihnen bei Ihrem Scheiden aus dem aktiven Dienste meinen warmen Dank aus. Mögen Sie sich des wohlverdienten Ruhestandes noch lange erfreuen. Der Reichskanzler und Ministerpräsident Graf Bülow wies in der am Dienstag unter seinem Vorsitz abgehaltenen Sitzung des Staatsministeriums, der „Nordd. Allgem. Ztg.“ zufolge, nach warmen Worten der Anerkennung für den Fürsten HohenloheSchillingsfürst in längerer Ansprache auf die Nothwendigkeit einer einheitlichen und geschlossenen Regierung hin als unerläßliche Vorbedingung für diejenige Stetigkeit und Zielbewußtheit in der innern Politik, die das Land verlange und brauche. Zum Gouverneur von Deutschostafrika ist, der „Täglichen Rundschau“ zufolge, Generalmajor v. Trotha ausersehen, der ehemalige Kommandeur der deutschostafrikanischen Schutztruppe und augenblicklich bei dem ostasiatischen Expeditionskorps. Der 1. Sekretär bei der deutschen Gesandtschaft in Peking, von Below, ist für den Posten eines 2. Sekretärs bei der deutschen Botschaft in Paris und der 2. deutsche Gesandtschaftssekretär in Peking, von Bergen, für den eines 3. Gesandtschaftssekretärs bei der Botschaft in Rom in Aussicht genommen. Man geht wohl nicht fehl, bemerkt die„Post“, wenn man in dieser bevorstehenden Beförderung der beiden deutschen Gesandtschaftssekretäre in Peking eine besondere Auszeichnung für ihre während der Belagerung der Fremden bewiesene Ausdauer und Thatkraft erblickt. Die„Neuesten Nachrichten“ glauben aufs bestimmteste versichern zu können, daß die Aussichten auf Aufhebung des Jesuitengesetzes heute nicht besser sind als bisher. Der Entwurf des Zolltarifs ist auf Grund der Berathungen des Wirthschaftlichen Ausschusses zur nochmaligen Durcharbeitung an die zuständigen Stellen zurückgegangen. Eine Versammlung hervorragender Vertreter der Berliner Industrie und des Berliner Handels beschloß zur Einleitung einer energischen Agitation für die Aufrechterhaltung der Handelsverträge und die Wahrung der Handels= und industriellen Interessen eine Versammlung der Vertreter des Handels und der Industrie von ganz Deutschland für die nächste Zeit einzuberufen. Ausland. Niederlande. Haag, 25. Okt. Die Vermählung der Königin Wilhelmina findet am 17. Januar statt. Belgien. Brüssel, 25. Okt. Die Sozialisten beschlossen, an den großen geplanten Kundgebungen für Krüger nur theilzunehmen, falls diese dem Burenvolk, nicht der Person des Präsidenten gelten sollen.— Die Meldung hiesiger Blätter, die belgische Regierung habe bei Leyds Schritte gethan, daß Krüger nicht dauernden Aufenthalt in Belgien nehme, war bisher nicht zu bestätigen. Frankreich. Paris, 25. Okt. Das Zuchtpolizeigericht verhandelte heute den Ehrenbeleidigungsprozeß, den Oberstleutnant Picquart vor zwei Jahren gegen das Blatt„Le Jour“ angestrengt hatte, weil in dem Blatte behauptet worden war, der Generalstab besitze eine Momentphotographie, welche Picquart Arm in Arm mit dem früheren deutschen Militärattachee, Oberst v. Schwartzkoppen, im Parke von Karlsruhe darstelle. Die Beklagten, die Journalisten Possien und Halli, wurden für schuldig befunden und ersterer zu 6, letzterer zu 1 Monat Gesängniß, sowie zu einem Schadenersatz von 30,000 Francs und 60 Bekanntmachungen des Erkenntnisses verurtheilt. Japan. London, 25. Okt. Hier ist eine Drahtmeldung aus Tokio über ein Attentat auf die Kaiserin von Japan eingegangen. Der Vorfall wird wie folgt geschildert: Als die Kaiserin von Japan vom Schloß nach dem Parke fuhr, stürzte ein Mann auf den Wagen zu und schleuderte einen schweren Gegenstand in den Wagen. Man glaubte, es sei eine Bombe, fand jedoch, daß es ein Holzscheit war. Der Attentäter wurde verhaftet, er wird für wahnsinnig gehalten. Die Kaiserin kam ohne jede Verletzung davon. Die Wirren in China. Berlin, 25. Okt. Wolffs Bureau meldet: Die japanische Regierung habe bei den Mächten den Antrag gestellt, daß seitens der Kabinette Erörterungen und Verhandlungen über die schwebende chinesische Angelegenheit zunächst den Vertretern in Peking übertragen werden. Deutschland stimmte dem Antrag zu. Peking, 23. Okt. Feldmarschall Graf Waldersee und der deutsche Gesandte v. Mumm besichtigten heute den ganzen Kaiserpalast. Die Besichtigung erfolgte in Begleitung des Stabes des Feldmarschalls und des Gesandtschaftspersonals unter Geleit einer Kompagnie Seesoldaten. Berlin, 25. Okt. Nach amtlichen Meldungen aus Tsingtau fand am 23. Oktober im Kiautschougebiete ein Zusammenstoß zwischen deutschen Truppen und aufständischen Chinesen statt. Zwei südwestlich Kaumi belegene umwallte und energisch vertheidigte Dörfer wurden genommen. Die deutsche Abtheilung hatte keine Verluste, die Chinesen verloren eine größere Anzahl Todter und Verwundeter. Die deutschen Truppen kehrten nach zwölfstündigem Marsch und Gefecht in vorzüglicher Verfassung nach Kaumi zurück. London, 25. Okt. Der„Standard" berichtet aus Shanghai: In gut unterrichteten nicht=militärischen Kreisen wird erwartet, daß im Winter von den Chinesen ein neuer Versuch gemacht werden wird, Peking wieder zu nehmen. „Daily Telegraph“ meldet aus Kanton vom 23.: Die Aufständischen haben Huitschou eingeschlossen. Sie eroberten, nachdem sie den kaiserlichen Truppen eine schwere Niederlage beigebracht hatten, die große Handelsstadt Samtschou. Heute brach in Namhoung an der Grenze von Kwantung und Kwangsi ein Aufstand aus. Tientsin, 24. Okt. Eine aus Deutschen, Russen und Franzosen zusammengesetzte Expedition ist gestern von hier abgegangen, die Deutschen marschiren nach Hsiangho, die Russen und Franzosen nach Paoti. Die Kolonne zählt insgesammt 1000 Mann mit zwei Geschützen und Kavallerie. Diese Expedition ist nöthig geworden, um die rechte Flanke der Verbindungslinie von Tientsin nach Peking zu schützen, da große Massen von Boxern, die vor den aus Peitang und Lutai verdrängten chinesischen Truppen flüchteten, sich zwischen Hstangho und Paoti 40 Meilen östlich von Peking festgesetzt haben sollen. Admiral Alexejew ist hier eingetroffen. Petersburg, 24. Okt. Ein heute hier eingetroffener Bericht des Generalstabes meldet: Am 28. September wurde in der Nähe der Stadt Kaigi, nördlich von der Station Udimi, an der mandschurischen Eisenbahn durch eine Abtheilung der Eisenbahnschutzwache eine 300 Mann starke Abtheilung Tschungusen und chinesischer Soldaten, welche Raubzüge ausgeführt hatten, angegriffen und gezwungen, die Stadt zu verlassen. Sie nahmen hierauf eine starke Stellung gegenüber der Stadt am Maichrflusse ein. Die Russen überschritten jedoch den Fluß und verfolgten den geschlagenen Feind. Es wurden eine Menge Waffen und zwei Geschütze erbeutet. Die russischen Verluste sind unbedeutend. Aus Omosso wird berichtet, daß die Chinesen aus der Stadt Santschaku vertrieben und von Kosaken weit verfolgt wurden. Der südafrikanische Krieg. London, 25. Okt. Wie das Kriegsamt mittheilt, hofft Lord Roberts am 15. November Südafrika verlassen zu können. Nachklänge vom Kaisertag im Wupperthal. Barmen, 25. Okt. Trotz der guten Aufsicht gelang es doch einem fein gekleideten Herrn, dem Kaiser an der Spinnstraße eine Petition in den Wagen zu reichen. In dem Augenblicke, als der Herr sich dem Wagen genähert hatte, sprangen ein Polize ideamter und zwei Feuerwehrleute hinzu, den Herrn festzunehmen. An der Alleestraße beabsichtigte eine Frau aus Düsseldorf der Kaiserin eine Petition zu übergeben. Die Kaiserin winkte der Frau, als dieselbe aber das Bittgesuch überreichen wollte, fiel das Schreiben zu Boden, und die Husaren ritten darüber hin. Schuljungen holten, wie die B. Ztg.“ berichtet, den Brief aus dem Schmutz heivor und reinigten ihn, sie übergaben denselben an den nächsten Feuermann, der ihn Herrn Oberst Sahlberg überlieferte. Herr Oberst Sahlberg hat dann die Bittschrift weiter befördert. Ueber die Fahrt des Kaiserpaares durch Barmen lesen wir in der„Westd. Ztg.“: Einen wohltbuend sympathischen Eindruck machte das langsame Tempo der Durchfahrt des imposanten Kaiserlichen Zuges durch die festlich geschmückten Straßen Barmens, deren schönsten Festschmuck die jubelnden Volkswengen zu beiden Seiten des Weges bildeten, deren Hurrarufen und Tücherschwenken kein Ende nehmen wollte. Die anstatt aller Dekoration gewünschten frohen Gesichter waren alle da, und das Hohe Paar nimmt sicherlich die Ueberzeugung von hier mit, daß im Wupperthal das deutsche Herz mit derselben begeisterten Treue und Wärme für unser Kaiserhaus schlägt, wie in den durch häufigeren Besuch geehrten Städten des Vaterlandes. Als Beweis des liebevoll eingehenden Interesses, mit dem das Kaiserpaar selbst die Einzelbeiten der Empfangsfeier geehrt habe, diene der kleine Umstand, daß Se. Majestät am Neuenweg, schon von weitem die in elektrischem Feuer erstrahlende Dekoration der Hof=Pianofortefabrik Rud. Ibach Sohn erblickend, die hohe Gemahlin in gemüthlich bürgerlicher Weise durch eine Handbewegung auf dieselbe aufmerksam machte und beide huldvollst nach dem Hause hinaufgrüßten. Vom Aufenthalt des Kaisers im Elberfelder Rathhaus berichtet die„E. Ztg.“ noch folgende Einzelheiten: Herr Erbschloe wurde, nachdem sich der Kaiser in den sogenannten Kuppelsaal begeben hatte, wo er sich ebenso wie später seine erlauchte Gemahlin in das goldene Buch der Stadt Elberfeld eintrug und den Pokal, die Kandelaber sowie die Skizzen zu den für das Rathhaus bestimmten Gemälden besichtigte, in diesen Saal gerufen, wo der Kaiser zu ihm sagte, daß die Kandelaber eine wundervolle Arbeit seien, ein wahres Kunstwerk. „Die sollen die Schweden nicht wieder holen,“ fügte lächelnd der Kaiser hinzu.— Zum Herrn Stadtverordneten Leithäuser meinte der Kaiser:„Leiten Sie das Haus nur gut, damit Sie noch lange drin bleiben.“— Auf die Antwort des Heern Stadtverordneten Emmert, daß Elberfeld 30000 bis 40000 Schulkinder habe, antwortete der Kaiser: „Das sind ja 1½ Armeekorps.“— Den Stadtverordneten Funccius fragte er:„Sie haben wohl die ganze Entwickelungsgeschichte Elberfelds mitgemacht?“ Des weiteren fragte der hohe Herr, ob hier großer Kinderreichthum sei. und lächelte, als ihm dies bejaht wurde.— Herrn Realschuldirektor Dr. Hirtzmann fragte der Kaiser, ob seine Schüler auch mit Spalier gebildet hätten, und auf die bejahende Frage, daß sie sich wohl freuten, den Tag frei zu haben, entgegnete Direktor Dr. Hintzmann, das sei richtig, aber noch mehr freuten sie sich, daß dies geschehe wegen des Besuches des Kaisers.— Unter den Ehrengästen befanden sich der Eisenbahndirektionspräsident Dieck, der Landgerichtspräsident Beitzke, der Erste Staatsanwalt Jonen in ihren Galatrachten, die Landgerichtsdirektoren Schulte=Ufflage und v. Weiler, Ob. Regierungsrath Schreiber aus Düsseldorf, Superintendent Koch, sowie Dechant Höningen(früher in Solingen). Unmittelbar nachdem in Elberfeld das Töchterchen des Herrn Oberbürgermeisters das von Herrn Regierungsbaumeister Hermanns verfaßte, gestern veröffentlichte Gedichtchen gesprochen hatte, welches das besondere Wohlgefallen des Kaisers und der Kaiserin gefunden hatte, sagte der Kaiser zu dem Herrn Oberbürgermeister:„Das laß' ich mir gefallen, kurz und bündig und inhaltsreich.“ Seine Majestät erkundigte sich alsdann nach dem Verfasser des Gedichtchens, worauf dieser(Herr Regierungsbaumeister Hermanns) zu dem Kaiser befohlen wurde, welcher nochmals seine lebhafte Freude über diese Worte aussprach. Auch die Kaiserin war über das sinnige Gedichtchen sehr erfreut. Ueber die Fahrt des Kaisers auf der Schwebebahn erfährt die„K. Ztg.“ noch folgende Einzelheiten: Am Fuße des Schwebebahnhofs Döppersberg hatten sich zur Begrüßung des Kaisers und der Kaiserin Herr Regierungsbaumeister a. D. Petri, Direktor der Continentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen, und Herr Gottlieb Langen, Sohn des Erfinders, eingefunden, während auf dem oberen Bahnsteig die Herren Commerzienrath Wacker, Baurat Rieppel, Regierungsbaumeister a. D. Feldmann zum Empfang der Majestäten anwesend waren. Während vor Besteigung des Wagens Herr Direktor Petri insbesondere dem Kaiser an Hand der vorliegenden Zeichnungen und Projekte Vortrag hielt, hatte es Herr Langen auf besonderen Wunsch des Kaisers übernommen, der Kaiserin die nothwendigen Erläuterungen zu geben. Nachdem dem Kaiser ein künstlerisch ausgestattetes Album der Schwebebahn überreicht war, welches der Kaiser seiner Bibliothek einzuverleiben befahl, setzte sich der Wagen in Bewegung. Ein Vorläufer hatte bereits die Minister v. Thielen und Frhrn. v. Rheinbaben nebst dem Gefolge des Kaisers nach Bohwinkel befördert. Während der mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 km unternommenen Fahrt unterhielt sich das Kaiserpaar auf das Eingehendste über technische und finanzielle Fragen des Schwebebahn=Systems mit den Herren Petri und Langen. Der Kaiser entsann sich hierbei lebhaft des früheren Projektes einer Tropen=Schwebebahn und ließ sich durch Herrn Langen die Gründe mittheilen, an denen das früher betriebene Berliner Schwebebahnprojekt in letzter Stunde scheitern mußte. Am Bahnhof Zoologischer Garten verließen die Majestäten den Schwebebahnwagen, um die dort angebrachte Rückkehrschleife, die derart konstrutrt ist, daß durch Senkung des rückführenden Geleises unter das Bahnniveau eine Niveaukreuzung vermieden wird, einer Besichtigung zu unterziehen. Während der weiteren Fahrt und insbesondere am Bahnhofe Vohwinkel angelangt, bekundete der Kaiser sein lebhaftes Interesse und gab seiner Ansicht über die der Schwebebahn bevorstehende günstige Zukunft wiederholt lebhaften Ausdruck. Nachdem am Bahnhofe Vohwinkel der Kaiserin durch Töchterchen des Herrn Langen und des Regierungsbaumeisters Feldmann Blumensträuße, auf deren Schleifen in künstlerischer Form Bilder der Schwebebahn angebracht waren, überreicht worden waren, verließen der Kaiser und die Kaiserin unter dem lauten Jubel der tausendköpfigen unten barrenden Bevölkerung den Bahnhof zur Fahrt zum Ständehause nach Bohwinkel. Die ganze, in hübschester Weise geschmückte Strecke vom Bahnhof Döppersberg bis nach Vohwinkel war von einer vieltausendköpfigen Volksmenge besetzt, welche in A 4 Ni Ffreudigster Begeisterung dem vorbeieilenden Kaiserwagen zujubelten. In Abständen von einigen Minuten folgten dem kaiserlichen Wagen drei weitere Wagen mit den Gästen der Städte Elberfeld und Barmen. Bei der Ankunft in Vohwinkel wurde der Kaiserin von drei jungen Mädchen, Schülerinnen der höheren Mädchenschule, eine prachtvolle Blumenspende überreicht. Eins der Mädchen, Hedwig Wagenmann, sprach dabei folgende Worte: Gott grüß Dich, Frau Kaiserin, sei uns willkommen, Wie hast Du uns heute so hoch beglückt! Die längst wir verehrt in Liebe und Treuen, Nun schaut unser Auge Dich froh emzückt. Es künden's die Herzen mit lauterem Schlagen: Die Stunde wird unvergessen uns sein! Drum laß uns jubelnden Dank Dir sagen, Der Jugend Grüße in Rosen Dir weih'n! Bei dem am Nachmittag stattgefundenen Festessen in der Concordia zu Barmen sprach auch der Minister des Innern, Freiherr von Rheinbaben. Er erinnerte an die Zeit, wo er Regierungspräsident von Düsseldorf war. Er fühle sich noch immer als Rheinländer wie damals. Zu jener Zelt habe er im Wupperthale, speziell in Barmen, zwei unglückliche und zwei glückliche Lieben besessen: die erste unglückliche sei die Schwebebahn gewesen, die in Barmen in keiner Weise erwiedert worden sei; in diesem Falle sei er aber doch der Stärkere gewesen. Die zweite unglückliche Liebe sei die Vereinigung von Barmen und Elberfeld gewesen. Als die beiden glücklichen Lieben, die er in Barmen gehabt, bezeichnete der Redner in erster Linie sein Interesse für das mächtig aufblühende gewerbliche Leben in Barmen, dann seine dankbare Erinnerung für den Geist werkthätiger Gesinnung, den Geist schlichten Schaffens, schlichter Gottesfurcht und warmherzigen Interesses für das Schöne und Gute, die allezeit im Wupperthale und in Barmen ihre Stätte gefunden hätten. Das Kaiserpaar bei Krupp. Essen, 24. Okt. Die kaiserlichen Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert, die heute sofort nach ihrer Ankunft von 11 Uhr ab verschiedene Betriebe der Krupp'schen Fabrik besichtigten, wurden überall mit lebhaftem Beifall begrüßt. Die Prinzen bewiesen ein großes Interesse für die Arbeiten, die im Schmelzbau und in anderen Betrieben in ihrer Gegenwart ausgeführt wurden. Die Prinzen sind nicht auf Villa Hügel, sondern in dem lururiös eingerichteten Krupp'schen Privathotel„Essener Hof“ in unsere Stadt eingezogen. Zu der Ankunft des Kaiserpaares auf Villa Hügel hatten sich zahlreiche Neugierige eingefunden, allein der Bahnhof und die ganze Umgebung der Krupp'schen Besitzung waren sorgfältig abgesperrt. Heute Abend fand auf Villa Hügel ein Festessen statt. Außer dem Kaiserpaar und der Familie Krupp nahmen an demselben theil: neun Mitglieder des Krupp'schen Direktoriums, die Herren Landrath Rötger, Oberbürgermeister Zweigert, Bürgermeister Göring(Kettwig), Eisenbahndirektionspräsident Becher, Baron v. Vittinghoff gen. v. Schell und Gemahlin(Rellinghausen), Baron von dem Bottlenberg gen. v. Schirp und Gemahlin(Baldeney bei Hügel). Essen, 25. Okt. Heute Vormittag fuhren das Kaiserpaar, die Prinzen Adalbert und Eitel Fritz, Herr und Frau Krupp mit den beiden Töchtern nach der Kolonie Altendorf, wo die beiden Kapellen durch Festakt und Gottesdienst eingeweiht wurden. Von der katholischen Kapelle begab sich das Kaiserpaar in das benachbarte Auguste=ViktoriaErholungshaus, das es in allen Theilen in Augenschein nahm. In diesem Hause bringen die aus dem Krupp'schen Lazarett entlassenen Arbeiter einige Zeit bis zu ihrer völligen Wiederherstellung zu. Die netten Häuschen der Kolonie hatten einen prächtigen Schmuck angelegt. Die alten Bewohner der Kolonie sind begreiflicherweise recht stolz auf die ihnen am heutigen Tage erwiesene Ehre. Von Altenhof fuhr das Kaiserpaar um 11½ Uhr über den Ruhrstein nach Villa Hügel zurück. Zu der Mittagstafel daselbst sind die geistlichen Herren, welche die Einweihung der Kapellen vorgenommen haben, geladen. Krupp wurde vom Kaiser zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Titel Exzellenz ernannt. Diese außergewöhnliche Auszeichnung wird weit über die Kreise der rheinisch=westfälischen Industrie hinaus lebhafteste Zustimmung finden. Denn zum ersten Male wird diese hohe Auszeichnung in Preußen einem Vertreter des deutschen Gewerbefleißes zu erfreuliches Zeugniß dafür abgelegt, wie sehr Kaiser Wilhelm die moderne Technik und das deutsche Gewerbe in ihrer großen Bedeutung für die Blüthe des Reiches und das Gedeihen zahlreicher Existenzen würdigt und alle Zeit mit mächtiger und wohlwollender Hand zu fördern geneigt ist. Aber auch die Persönlichkeit Krupps erfreut sich, so fügt die „K. Ztg.“ noch hinzu, weithin einer solchen Beliebtheit und Anerkennung, seine weit überragende Stellung in der gesammten deutschen Industrie, seine unermüdliche Fürsorge für das Wohl seines Arbeiterheeres werden so allseitig anerkannt, daß diese kaiserliche Auszeichnung keinen Würdigern treffen konnte. — 25. Okt. Das Kaiserpaar ist heute Abend um 10 Uhr von Villa Hügel nach Berlin abgereist. Rheinland und Westfalen. Leunep, 24. Okt. In der verflossenen Nacht erhängte sich im hiesigen Pollzeigefängniß ein Schuhmacher, der am Dienstag vom hiesigen Schöffengericht zu fünf Monaten Gefängniß verurtheilt worden war. Düsseldorf, 25. Okt. Bei Buchholz kam gestern der Arbeiter A. Lehe beim Abspringen aus einem in voller Fahrt befindlichen elektrischen Motorwagen der Kleinbahn Dutsburg=Düsseldorf zu Fall und wurde überfahren. Der Zustand des Lehe ist hoffnungslos. Duisburg, 24. Okt. Ein Architekt aus DuisburgHochfeld wurde gestern früh auf dem Kaiserberg erschossen aufgefunden. In einem Briefe an die Polizei, den man bei der Leiche fand, theilte der Selbstmörder mit, daß er sich aus Lebensüberdruß getöstet habe. Mülheim a. d. R., 25. Okt. Auf einem zur Zeche Rosenblumendelle im benachbarten Hißen führenden Wege wurde gestern Abend ein Ksselschürer von einem ebenfalls auf der Zeche beschäftigten Schürer nach vorhergegangenem Wortwechsel erstochen. Der Thäter wurde noch in der Nacht verbaftet. Stadt= und Landkreis Solingen. Solingen, 26. Oktober. Einn Kursus für kirchliche Baukunst wird in der Aula der Kunstakademie zu Düsseldorf am 7. und 8. November der Provinzialkonservator Prof. Dr. Clemen für Geistliche und Preebyter veranstalten. Am ersten Tage wird Prof. Clemen die Eatwicklung der kirchlichen Baukunst in den Rheinlanden bis zum Ende des 18. Jahrhunderts behandeln, während am zweiten Tage der augenblickliche Stand der Frage des evangelischen Kirchenbaues beleuchtet werden soll. Durch Pläne in größerm Maßstabe und Vorführung von Lichtbildern durch den Projektionsopparat sollen die Vorträge besonders anschaulich erläutert werden. Auch die Besichtigung einiger Kirchen, vor allem der Friedenekirche mit den neuen Wandmalereien von Gebhardt, soll unter Clemens kundiger Führung stattfinden. *.— Als gestern Abend gegen 9 Uhr ein Wagen der Kreisbahn die Strecke Central—Schlagbaum befuhr, sprang „im Grund“plötzlich ein aus einer Wirthschaft in Demmeltrath kommender Mann hinter einem der an der Straße stehenden Bäume hervor gegen den in voller Fahrt befindlichen Wagen und gerieth mit dem Arm in die Perronlampe hinein, die er zertrümmerte; dabei wurde er umgestoßen und fiel so unter den Perron vor den Bahnräumer. Der Wagenführer setzte sofort die elcktromagnetische Bremse in Thätigkeit und streute gleichzeitig Sand, wodurch es ihm gelang, den Wagen etwa fünf Meter von der Unfallstelle entfernt zum Stehen zu bringen. Der Verletzte wurde von hülfsbereiten Personen unter dem Wagen heivorgezogen, in dem Motorwagen auf Stroh gebettet und nach Schlagbaum gefahren, von wo ein Krankenwagen ihn in's Krankenhaus brachte. Dort stellte sich erfreulicherweise heraus, daß der Verunglückte, der in Solingen ansässig ist, glimpflich davongekommen ist; er hat eine Fleischwunde am rechten Arm, eine Fleischwunde am linken Knie und Abschürfungen im Gesicht erlitten. Den Wagenführer, der als zuverlässiger Beamter bekannt ist, soll keine Schuld triffen. t.— Die Kinder des Kapitän Grand oder die Kölsche Barisons wurden gestern zum 1. Male im Kaisersaal vom Theater Millowitsch vor gut besuchtem Hause aufgeführt. Das Jules Verne'sche Ausstattungsstück ist nach einer Bearbeitung durch W. Millowitsch in eine Ausstattungsposse umgewandelt worden, in der die 11 Bilder des Stückes nach echt kölscher Art zugeschnitten wurden. Besonders drastisch wirkten die Bilder:„Auf Schloß Kabliau",„An Bord des„Krokodil"",„Erdbeben“, eine Szene zwischen dem Tünnes und dem Herrn Esel,„Die Kölsche Barisons" u. s. w. Auf die heute Abend stattfindende Wiederholung des Stückes sowie den morgen folgenden humortstischen Einakter=Abend machen wir besonders aufmerksam. Wer sich an dem Humor der Kölner erfreuen will, dem ist hierzu wieder reichlich Gelegenbeit gesoten.. g... Seaur — Ein Gewinn der Meißener Dombaulokkerie im Betrage von 3000 Mark fiel in die Kollekte des Herrn Louis Pücker„Zur alten Linde“. Der glückliche Gewinner ist ein hiesiger Fahrrada beiter. — geringe Kopfverletzungen davon; er konnte die Arbeit nach kurzer Pause wieder aufnehmen. *— Daß in dem Gedränge, das während des Kaisertages in den Wupperstädten und in Vohwinkel herrschte, auch Taschendiebe die günstige Gelegenheit eifrigst nun den Acfluß des Regenwassere, so daß der Zustand der Straße ein sehr mißlicher und schon manchem arfähtlich geworden ist. 16 1— 25. Okt. Ein an der Fruzungsstraße wohnender Knabe fiel so unglöcklich von einem Baum, das er eine erhebliche Verletzung der Schulterknochen davontrug. — 25. Okt. Am gestrigen Taze passicten nicht weniger als 100 Personenzüge die hiesige Statiog. benutzen würden, war vorauszuschen. Leider sind auch Trotz des großen Andranzes zu denselben sollen Verzwei Solingei Veteranen den Langfingern zum Opfer kehrsstockungen nicht vorzekommen sein. Nachmittagg gefallen. Dem einen wurde in Vohwirkel, als er im hatten die Züge von Elderfeld bedeutende Verspätunzen Bezriffe war, die Staatsbohn zu besteigen, ein Portemonnate mit 19 Mk. I halt aus der Tasche gestohlen, dem andern zur selben Zeit eine Uhr sammt Kette im Werthe von 45 Mi. Kahmi.s. 8— Gelegentlich des Kaiserbesuches in Voywinkel wurde einer jungen Dame von hier ein Portemonnate mit 30 Mark Inhalt gestohlen. In demselben befand sich auch eine Rückfahrkarte zweiter Klasse SolingenVohwinkel.— Ein schon älterer Mann von hier trug durch Abgleiten vom Bürzersteig eine heftige Fußverstauchung davon, und ein anderer Soling# gerieth in Sonnborn unter ein Fubrweik, glück icherweise nur unbedeutende Hautabschürfungen erleidend. Beide fanden in den nahen Sanitäts=Verbands Stationen die erste Pflege. — Auf der Cronenbergerstraße entstand in der vergangenen Nacht zwischen Leuten, die itwas über den Durst getrunken hatten, infolge Meinungsverschiedenheiten eine Keilerei. Mit Schirmen, Stöcken, Fäusten schlugen die Kampfhähne auf einander ein, und hie und da machte einer mit dem Erdboden nähere B.kanntschaft. Verletzungen sind glücklicherweise keine vorge kommen, wenn schon einige der Rauflustigen blaue Beulen davongetragen haben. — 5 Obdachlose fanden in der vergangenen Nacht Unterkunft im Kantongefäggniß. Unter denselben befanden sich zwei Personen, die noch im Besitze einer Barschaft von 40 Mk. waren. Da sie aber erst Nachts hier eintrafen, fanden sie keine Herberge mehr offen. * Gräfrath, 25. Okt. Die öffentliche Fernsprechstelle ist mit dem heutigen Tage eröffnet worden. Die Gebühren betragen bei einer Entfernung bis zu 25 km 20 Pfg., 50 km 25 Pfg., 100 km 50 Pfg., 500 km 1 Mk., 1000 km 1,50 Mk., und mehr als 1000 km 2 Mk. &a Gräfrath, 26. Okt. Das neue Postamt zu Foche wird nun endgültig am 1. November bezogen werden. Anfänglich war der 1. Oktober als Bezugstermin festgesetzt worden. Die Ursache der Hinausschiebung muß darin erblickt werden, daß die Beschaffung des Inveutars wie die inneren Arbeiten Veizögerung erlitten. Wald, 25. Okt. Die selbstständigen Schneidermeister von Wald und Umgegend haben die Nothwendigkeit eingesehen, zur Vertretung ihrer Interessen sich zu einem Vereine zusammenzuschließen. In einer gestern im Sondermann'schen Lokale stattgehabten Zusammenkunft wurde die Gründung eines Schneidervereins beschlossen. Die nächste Versammlung findet am Montag in demselben Lokale statt.(W. Ztg.) + Ohligs, 24. Okt. Vor 14 Tagen kam ein junges Mädchen zu dem Wirth M. hierselbst, zu übernachten. Da derselbe darauf nicht eingerichtet ist, gab er dem Mädchen den Rath, in das gegenüberliegende Hotel zu gehen, worauf dasselbe erwiderte, sie suche eine Stelle und da möge sie nicht in einem Hotel übernachten. Als die Frau des Wirthes, der gerade ein Dienstmäochen fehlte, das hörte, forderte sie die Stellesuchende auf, bei ihr einzutreten. Der Handel war bald abgeschlossen. Das Mädchen wies einen gekotenen Lohn als zu doch zurück und forderte nur dreiviertel des angebotenen Lohnes. Papiere und Zeug hatte die Zugereiste allerdings noch nicht da, aber das ließ sich ja leicht von ihrer Heimath Hagen schicken. Vorläufig half die Frau M. mit den nothdürftigsten Kleidungsstückn aus. Tiotz abgesandter Briefe kamen aber weder Kleider noch Papiere. Endlich ward der Frau M. die Zeit zu lang, und Sonntag veranlaßte sie das Mädchen, selbst hinzufahren, um das Gewünschte zu holen. Reisegeld gab sie ihr. Das Mädchen ging, kehrte aber nicht wieder. Gestern stellte sich nun heraus, daß es um Sonntag, ehe es zur Bahn ging, zu dem Putzzeschäft von Seigneur gegangen war, um sich einen kostbaren Hut zu erschwindeln. Es gab vor, von Herrn M. geschickt zu sein, um einen Hut für dessen Frau zu holen, da der thatsächlich von der Frau M. selbst geholte ihr nicht gefile. Der eine würde dann sofort zurückgeschickt. Die Sache ist der Poltzei übergeben. V Ohligs, 25. Okt Gestern Abend gegen 10 Uhr glitt eine an der Rathhausstraße wohnende Frau in der Nähe der Wirthschaft Schäfer(Im Grund Höhscheiderstraße) auf dem schlüpfrigen Boden so unglücklich aus, daß ihr linker Fuß vollständig aus dem Gelenk hing und sie sich nicht mehr weiter bewegen konnte. Auf ihre Hilferufe eilten Leute hinzu. Ein schleunigst herbei gerufener Arzt richtete die Knochen wieder ein, wobei die Verunglückte große Schmerzen erdulden mußte. Dann brachte man sie nach ihrer Wohnung.— Auf der Höhscheiderstraße werden gegenwärtig Gas= und Wasserleitungsrohre gelegt. Die aufgeworfene Erde verhindert GerichtsVerhandlungen. Sitzung des Schöffengerichts. V Solingen, 26. Okt. Vorsitzender Herr Amts. richter Gerber, Schöffen: Herren Fr. Kunze und Rich. Spitzer, beide von hier, Amtsanwalt: Herr Stadtsekretär Hermes, Protokollführer: Herr Assistent Kannengießer.— Ein 37jähriger Schudmachergeselle steht unter der Anklage. am 17. Dez. v. I, Abends, in einer hiesigen Wirthschaft seinen früheren Meister beleidigt und denselben später auf der Straße angefallen und mit einem Stock mißhandelt zu haben. Die Aussagen des mißhandelten, als Zeuge vorgeladenen Meisters, stehen den Angaben des Angeklagten direkt entgegen; die letzteren werden auch noch theilweise unterstützt durch andere Zeugen. Es erscheint deshalb nach der Beweisaufnahme als fraglich, ob der Angeklagte bei dem Vorfall auf der Straße der Angreifer gewesen ist. Dagegen wird die Beleidigung als erwiesen erachtet. Das Gericht erkennt daher bezügl. der Mißhandlung auf Freisprechung und bezügl. der Beleidigung der Schwere und Oeffentlichkeit derselben entsprechend, auf eine Woche Gefängniß, welche Strafe durch die erlittene Untersuchungshaft(der Mann war steckbrieflich verfolgt und befindet sich seit 19 Tagen in Haft) für verbüßt erachtet wird. Dem beleidigten Meister wird die Befugniß zuerkannt, den entscheidenden Theil des Urtheils auf Kosten des Verurtheilten einmal in der„Solinger Zeitung" veröffentlichen zu dürfen.- Ohne jede Veranlassung soll ein 18jähriger Formergebülfe von hier am 28. August d. J. sich an einem 14jährigen Druckerlehrling vergriffen, denselben gegen eine Mauer geworfen und mit Fauftschlägen traktirt haben. Die Beweisaufnahme läßt die Richtigkeit der Beschuldigung außer Zweifel erscheinen und das Gericht verurtheilt daher den Angeklagten wegen seiner rohen Handlungsweise zu einer Gelostrafe von 60 Mk. ev. 20 Tagen Gefängniß. Der Amtsanwalt hatte 1 Monat Gefängniß beantragt, dem Gerichtshof aber anheimgestellt, den Angeklagten der Allerhöchsten Gnade zu empfehlen.— Ein Fabrikant aus Wald wird wegen Uebertretung der Regierungspolizeiverordnung vom 30. Juni 1898(die Anbringung von Schutzböcken an zwei Netzsteinen betr.) unter Annahme mildernder Unstände in eine Geldstrafe von 6 Mark ev. in 2 Tage Haft genommen.(Schluß folgt.) Essen, 24. Okt. Der Bergmann Bungarten wurde wegen vorsätzlicher Tödtung seiner Schwester zu 14 Jahren Zuchibaus verurtkellt. Neueste Nachrichten und Telegramme. Berlin, 25. Okt. Die heutige Plenarsitzung des Bundesraths eröffnete der Vorsitzende, Reichskanzler Graf Bülow, mit einer Ansprache, in welcher er der Verdienste seines Vorgängers, des Fürsten Hohenlohe, in heizlichen Worten gedachte; er hob hervor, er werde alle Kräfte daran setzen, im Sinne des großen ersten Kanzlers das gute Einoernehmen unter den Regierungen der einzelnen Bundesstaaten unvermindert zu erhalten. Er entspreche damit nur den Intentionen des Kaisers, der überzeugt sei, daß in dem einmüthigen Zusammenwirken aller Glieder des Reichs die Stärke unseres geliebten Vaterlandes begründet liege. Schließlich ersuchte der Reichskanzler um die Unterstützung des Bundesraths. Der bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld drückte die volle Befriedigung seiner Regierung über die Ernennung des Grafen Bülow und ihr Vertrauen aus zu dessen Person mit dem Bemerken, daß er auch im Sinne der übrigen Bundesregierungen spreche. Berlin, 25. Okt. Nach einer in Shanghai eingetroffenen, von Montag datirten Pekinger Depesche hat Graf Waldersee ein gemischtes Detachement nach den Gräbern der Ming=Dynastie abgesandt. London, 25. Okt. Das„Reutersche Bureau“ meldet aus Honkong: Nach Meldungen aus Wutschau ist die jetzige Reisernte in der ganzen Provinz Kwangsi mißrathen. Räubereien und Plünderungen kommen vor. An verschiedenen Stellen der Provinz werde schließlich eine Hungersnoth ausbrechen. Büger d. Co, dommanüt=llooollaobeft Fernspr. Nr. 5.— Commandite der Berg.-Märk. Bank.— 25. 0bt. 95.75 86.75 95.— 91.— 100.— 91.30 Erstklassige Anlage-Werthe stets vorräthig. 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Schönes großes Zimmer mit Früystück sefort zu vermiethen. 8885 Ahh 1. Nammerschmie gehllfe(auch Zeugschmied) sucht Stelle, ders. kann auch Gären ziehen. Näheres in der Exp. Handelskammer. Die nächste öffentliche Sitzung findet statt am Dienstag, den 30. d. M., 4 Uhr Nachmittags, im Casino=Gebäude zu Solingen. Tages=Ordnung: 1) Einführung eines neugewählten Mitgliedes. 2) Annahme von Vorschriften für die Beeidigung und Anstellung der Handels=Chemiker. 3) Reichsgesetzliches Verbot der Fabrikation und des Vertriebes von Phosphor=Zündhölzern. 4) Abänderung der Bestimmungen über die Giltigkeitsdauer der Monatsfahrkarten. 5) Behandlung der aus dem Nahverkehr in den Fernverkehr nachzusendenden Drucksachen, Waarenproben 2c. 6) Die postalischen Einrichtungen im Bezirke des nördlichen Stadttbeiles. 7) Geschäftsbericht. Solingen, den 26. Oktober 1900. Der Vorsitzende. a * Ha Bekanntmachung. Auf der Schützenstraße wird in den nächsten Tagen mit der Dampfwalze gearbeitet. Solingen, den 25. Oktober 1900. Die Poltzei=Verwaltung. J. V.: Der Beizeordnete: Micum. Auf sofort ein Mädchen zur Stähe der Hausfrau gesucht. Näheres Kaiserstraße 63. uwiderrullieh Moutag Zichung. Königsberger 6240 Geldgewinne“ Haupttreffer: 50.000, 20.000 Mk. Loose à 3 Mk. 30 Pfg. Incl. Porto u. Liste vers. A. Molling, Hannover. In Solingen zu haben bei: Louis Plücker, Restaurant„Zur alten Linde“, Ewald Meis, Lotteriegeschäft und Restaurateur. — Gerichlicger Verkauf. Am Samstag, den 27. Okt. 1900, Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Markte zu Soliugen versteigert werden: 1 Buffet, 1 Schreibsekretär, 1 Sopha, 1 Vertikow, 1 Pianino, Tische, Stühle, Schilbereien 2c. 2c. Der Gerichtsvollzieher: Salowsky. Gerichtlicher Verkauf. Am Samstag, den 27. Okt. 1900, Vormittags 11 Uhr, soll auf dem Markte zu Solingen versteigert werden: 1 großer Schreibtisch. Der Gerichisvollzieher: Magofke. Gerichtlicher Verkauf. Am Samstag, den 27. Oktober 1900, Vormittags 11 Uhr, sollen vor dem Hause des Wittdes Herin Baumann zu Grünewalderstraße Nr. 100 gegen einen Dritten öffentlich meistbietend gegen baare Zablung versteigert werden: 1) ein Büffetschrank, 2) eine Kommode. Der Gerichtsvollzieher: Dillenberger. 2 Speicherzimmer auf nächsten Mai zu vermiethen. Näheres in der Expedition. Gehanntmachung, Am Samstag, den 27. d. Mis., Vormittags 11 Uhr, soll zu Dornsiepen Nr.! an Ort u. Stelle ein Bestand Runkelrüben von ca. 180 Ruthen geg. gleich baare Zahlung versteigert werden. Der Verkauf findet bestimmt statt. Solingen, den 26. Oktober 1900. Der Vollziedungs=Beamte: Schmeis. Städt. Schlachthaus (Fleisch-Verkauf.) Samstag, den 27. d. Mis., Vorm. 7½ Uhr beginnend, findet freibankmäßiger Verkauf einer Kuh statt. Das Pfund kostet 35 u. 40 Pfg. Solingen, den 26. Oktober 1900. Armbrüfter, Schlachthaus=Verwalter. Eine alleinstehende Person sucht auf sofort ein Zimmer. 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Pfeiffer, Solingen. sstraße Baum, daß n davontrug. ssicten nicht ige Statiog. sollen VerNachmittags erspätungen. chts. Herr Amtse und Rich. Stadtsekretär kengießer.— der Anklage, Wirthschaft n später auf Stock mißnißhandelten, n den Andie letzteren surch andere veis aufnahme fall auf der wird die Bericht erkennt rechung und Oeffentlichkeit igniß, welche (der Mann eit 19 Tagen igten Meister Theil des Urer„Solinger Veranlassung August d. J. griffen, denFaustschlägen die Richtigkeit und das Geseiner rohen Mk. ev. 20 Monat Geinheimgestellt, empfehlen.— ertretung der 898(die Anbetr.) unter strafe von 6 luß folgt.) garten wurde ester zu 14 ramme. Plenarsitzung ende, ReichsInsprache, in ängers, des en gedachte; an setzen, im indernehmen undesstaaten se damit nur ugt sei, daß Uer Glieder Vaterlandes Reichskanzler der bayerische olle Befriediennung des s zu dessen ch im Sinne in Shanghai iger Depesche Detachement abgesandt. sche Bureau“ dungen aus der ganzen bereien und verschiedenen ine HungersRohelt — 25. 01t 95.75 86.75 95.— 91.— 100.— 91.30 Ausführane elle 1 —48. er Gnrrmeikes neisters bals 1g und H0 Florarmeik ist an Grundbuch deigust 1900. Amtsgericht. Aülber beere Solingen. Erhalte täglich frische blaue Weintrauben, per Pfd. 40 Pfg, kistenweise billiger, feinste gelbe Almeria=Trauben p. Pfd. 60 Pfg Neue Apfelsinen p St.15 u. 20 Pfg. Neue Citronen p Dtzd. 1 Mk. It. Maronen v. Pfd. 20 Pfg. Neue Feigen per Pfd. 40 Pfg. Neue Haselnüsse, Tomaten, feinste Tafelbirnen, Koch= und TafelAepfel sowie frischen Rosenkohl, Prinzeßbohnen, Blumenkohl 2c. 2c empfiehlt zur gefl. 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Stiftüngslest durch grosses Ceneert, unter freundlicher Mitwirkung des Concertsängers(Tenor) Herin Rodert van Bruck aus Köln— Herr Lehrer Jansen hat in freund2 licher Weise die Klavierbegleitung übernommen— und der Gesangvereine„Sängerbund"=Schlicken,„Jagenberger Sängerkreis",„Orphea“= Solingen und„Sängerlust"=Solingen, sowie der ganzen Solinger Concert=Kapelle(20 Mann) unter Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Steinmetz. Anfang des Concerts um 5½ Uhr. Entree zum Concert an der Kasse à Person 50 Pfg. Nach dem Concert: Grosser Fest- Ball Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. Die passiven Mitglie der sind hierzu besonders eingeladen. Erie„Vrelllenkelt“. Dasselbe veranstaltet Sonntag, den 28. Oktober, im Lokale des Herrn Fischer(früher Theegarten) Schützenhof: Grosses Konzert und Gesellschaftsball, Preistanzen. Karten sind zu haben bei Lindau& Winterfeld, Kaiserstr. 88, bei * Harscheid, Schütenstr., und im Festlokal. Die Gesellschaft. F. W. Weck, Solingen, Schlagbaumerstr. 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Darmstadt. Musik von Fritz Voigt. 3. Meier??? Burleske mit Gesang in 1 Akt von W. Millewitsch. Alles Nähere durch die Tageszettel. Dber Snal ist geheint. Ein Posten Pantoffeln, mit Ledersohle und Absatz, jedes Paar nur 75 Pfg., im Carl Kaisers Schuhlager, Kaiserstrasse 75. sur Anfertigung schriftlicher Arbeiten, Einziehung von Forderungen auf gerichtlichem und außerzerichtlichem Wege, Betreibung von Zwangsversteigerungen, (Subbastationen), Aufnahme von PrivatInventarien, Taxen von Moblien und Immobilien, Besorgung und Unterbringung von Kapitalien 2c. hält sich empichler Rauch, Rechtskonsulent und Gerichtstaxator. Solingen, Florastr. 75. Schöne frische Wellenbutter und beste Süserahm butter ist frisch verräthig bei H. v. Bruch, Fernsprecher Nr. 276. gete erhelte krilche Kocheier, 18 Stück zu 90 Pfg. und 1 Mek. H. v. Bruch, Fernsprecher 276. Widderter Kranken- u. Sterbe-Kasse. Sonntag, den 28. Oktober 1900, Nachmittags von 5—7 Uhr: Empfang der Veiträge. Der Vorstand erscheint ½ Stunde ftüher. Der Vorstand. Srandmstel täglich frisch zu haben. O. R. Mertens, Goldstraße 25. Ww. Geldmacher, Restaurant„Alt Heidelberg“ Südwall. Reichhaltige Speisenkarte in bekannter Güte. = Täglich: Rehbraten, Rehragout Hasenbraten, Hasenpfeffer in und außer dem Hause. Tonhalte. Im Saale der Wwe. Steinijans. Sonntag, den 28. Oktober 1900: Torsellung. Ter Grompent von Säkingen. Romantisches Schauspiel mit Gesang in 3 Akten und 5 Bildern von Hildebrandt und Keller. Musik von Brenner.= 1. Bild: Wie Jung Werner Trompeter ward. 2." Das Fest des beil. Fridolin. 3.„ Im wunderschönen Monat Mai. 4." Der Hauensteiner Rummel. 5." Jung Werners Abschied. Kasseöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Preise der Plätze: Sperrsitz 75 Pfg. 1. Platz 50 Pfg Karten im Vorverkauf à 40 Pfg. sind zu haben bei Wwe. Ernst Häring, Kölnerstraße, und im Spiellokal. Achtungsvoll Die Direktion. Wohlgemuth. Montag, den 29. Oktober 1900, Abends 9 Uhr: Versammlung. Tages=Ordnung: 1) Ballotage. 2) Spiel= u. Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. sese un Maschihe Gal für den Kreis Solingen. Sonntag, den 28. ds., Nachmittags punkt 5 Uhr: Anfang der Versammlung. Der Vorstand. Sonntag, den 28. Oktbr. er., Abends 7 Uhr: Schluß der Kartenausgabe für das Saisonschießen. Punkt 8½ Uhr: Ordentliche General-Versammlung im Vereinslokal. Tages=Ordnung: 1) Ballotage. 2) Jahresbericht. 3) Kassenbericht. 4) Vorstandswahl. 5) Wahl der Rechnungs=Revisoren. 6) Antrag: Erhöhung der Stertegelder. 7) Verschiedenes. Der Vorstand. Nach der General=Versammlung werden die Preise vom Saisonschießenvendelt. Zum Mitbewohnen eines schönen Wohn= und Schlafzimmers nebst voller Pension wird ein aust. i Herr gesucht. Angusostr. 21 I. 61, Beachten::: Photographische Apparate kaufen Sie am besten dier am Orte selbst. Sie sind fast immer im Nachtheile, entweder der Preise oder der nötdigen Anweisungen wegen, wenn Sie auswärts kaufen. ... Die Gewähr, nur bewährte und erprobte Fabrikate zu er halten, die besonders bei den besseren Apparaten eine vielsettig gebe ich ganz. Zudem verkaufe ich“, wirklichen Fabritpreisen. Unter diesen Preisen sind Fabrikate nirgendwo zu haben. Handlung photograph. Artikel. Kölnerstr. 94. 1 Nr. 252.— 52. Jahrgang. Zweites Blatt. Freitag, den 26. Oktober 1900. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Bierteljahr in der Expedition 1 M 75 J, aus allen Kaiserl. Postanstalten 2 Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 J. Früber unter dem Titel: Bergisches Volks=Blati. Druck und Verlag von Ald. Pfeiffer in Solingen.— Für die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140 (Fernsprech=Anschluß Nr. 90.) Bestellungen auf diese Zeitung für die Monate November und Dezember werden baldigst erbeten. Die bis Ende dieses Monats erscheinenden Nummern mit dem Beginn der neuen Erzählung werden, spweit der Vorrath reicht, unberechnet nachgeliefert. Oskar Jäger. (N. L. C.) Ein Mann, der stets in der ersten Reihe gestanden, wo es national wirken und national sich bekennen hieß, begeht heute seinen siebzigsten Geburtstag, Oskar Jäger. Dem Rhein, der Stadt Köln insbesondere gehört Oskar Jäger an; hier hat er die schönste Zeit seines Lebens gedacht und geschaffen. Seit 1865 bis zum Ende des Jahrhunderts hat er als Direktor des Friedrich=Wilhelms=Gymnasiums gewirkt und diese Anstalt zu einer seltenen Blüthe gehoben. Generationen sind, von seiner Hand geleitet, ins Leben gegangen; und so viele, die jetzt in Köln und im Rheinischen Bürgerthum voranstehen, gedenken gern der Zeit, wo sie dem von nationalem Feuer durchglühten und feinsinnigen, mit der Harmonie des Klassizismus und stetem Verständniß für die Forderungen seiner Zeit und der Liebe zur Jugend erfüllten Pädagogen und Gelehrten zu Füßen gesessen haben. Und doch war er, der für das Wesen des Rheinländers ein so tiefes Verständniß besaß und in allen rheinischen Herzen jederzeit eines vielfältigen Echos sicher war, kein Franke. In Stuttgart hat seine Wiege gestanden; der als Naturforscher und Arzt Ende der sechziger Jahre aus dem Leben geschiedene Georg Friedrich Jäger war sein Vater und seine Mutter eine Schwester des Dichters Gustav Schwab. Auf süddeutschen Universitäten hatte er auch Theologie und Philologie studirt, und war auch zuerst in Stuttgart und dunn in Ulm Gymnasiallehrer, Lehrer bereits im Alter von zwanzig Jahren. Im Jahre 1862, gerade um die Zeit, als die Wiedererstehung des Reiches sich unter Preußens Führung vorbereitete, kam er nach Wetzlar, dann war er drei Jahre Leiter des Progymnasiums in Mörs und mit 35 Jahren dann Leiter jenes Gymnasiums in Köln, und Kölner Bürger, bis zur Stunde. Auf dem Boden des Humanismus ist diese starke Persönlichkeit gewachsen, und so ist es begreiflich, daß er für das humanistische Gymnasium in Wort und Schrift, beredt und aus gereifter Erfahrung heraus, so manche Lanze verstochen. An den großen Schulkonferenzen hat er mitgewirkt und das entscheidende Wort dafür gesprochen, daß das Gymnasium durch gesunde Reform befähigter wurde, auch den neuen Anforderungen der modernen Zeit zu entsprechen. Hier seine Autorität mit Nachdruck und Erfolg geltend zu machen, dazu befähigte ihn vor allem seine hohe Auffassung der Staatsidee, die ihn auch als Parteimann und als Haupt der rheinischen Organisation der nationalliberalen Partei kennzeichnete: keine Arbeit, keine Dienstleistung erschienen ihm gering, wenn sie nur dem Vaterlande galten und durch nationale Hingabe geadelt waren. Viele Anerkennung ist dem verdienten Manne zu Theil geworden, der als Geheimer Regierungsrath nach fünfzigjähriger Lehrerthätigkeit aus seinem Amte schied, nicht um auszuruhen, sondern um weiter zu wirken, wenn auch nicht mehr im aufreibenden Schuldienst, so doch in der stillen Wirksamkeit des Gelehrten. Es ehrt die Universität Bonn, daß er ihrem Lehrkörper als Professor honorarius jetzt angehört. Höher aber als äußere Anerkennung ist ihm stets die dankbare Gesinnung derer gewesen, denen er Führer, Berather, Lehrer und Vorbild war und deren gibt es nicht nur am Rhein, sondern auch im übrigen Vaterlande, und diese werden mit ihren Glückwünschen an seinem siebzigsten Geburtstage zu ihm kommen, und allen voran die nationalliberale Partei. Rheinland und Westfalen. Elberfeld, 25. Okt. Erhängt hat sich am Dienetag ein hiesiger Weber bei Schloß Lüntenbeck. Arbeiter fanden den Leichnam und setzten den Gensdarmen davon in Kenntniß, der die Leiche fortschoffen ließ. Barmen, 25. Okt. Von einem Personenzuge ü berfahren wurde gestern Abend ein Mann aus Schwelm. Die Leiche wurde heute Morgen ganz verstümmelt aufgefunden. Wie sich herausgestellt, hatte sich der Getödtete gestern mit einem Schwelmer Kriegerverein an der Spalierbildung betheiligt. Er war laut ,B. Ztg.“ während der Fahrt aus dem Wazen gesprungen und war von einem anderen Zuge erfaßt worden. Barmen, 25. Okt. Ein Brandunglück ereignete sich gestern Abend an der Kemnastraße. Die 15 Jahre alte Tochter eines Lekomotivführers, die sich zu Bett gelegt hatte, während ihre Mutter ausgegangen war, erlitt dadurch schwere Brandwunden, daß, wie angenommen werden muß, durch Umfallen der Lampe das Bett in Brand gerathen war. Mitbewohner des Hauses, welche auf den Brand aufmeiksam„wurden, fanden das arme Wesen, nachdem sie den Brand gelöscht hatten, am ganzen Körper verkohlt vor. Infolge der erlittenen Brandwunden wurde die Aermste, nachdem die Ueberführung ins städtische Krankenhaus vordenommen war, von ihren Schmerzen durch den Tod erlöst. Mülheim a. Rh., 24. Okt. Anfangs dieses Monats zog sich ein Mann bei Zertrümmerung einer Fensterscheibe eine schwere Handverletzung zu. Ein Mitglied des hiefigen Samaritervereine eilte dem Verletzten zu Hülfe und legte ihm einen Verband an. Hierbei erhielt der Samariter von einem Freunde des Verletzten einen wuchtigen Schlag auf den Kopf, sodaß er bewußtlos zusommenbrach und gestern Nacht an den Folgen dieses Schlages verstarb. So wurde er ein Opfer der praktischen Nächstenliebe. Um den Verblichenen trauern eine junge Frau und vier kleine unversorgte Kinder. Köln, 25. Okt. Der Schnellzug Siegen—Betzdorf— Köln, um 8,33 Vormittags auf dem Hauptbahnhof fällig, entgleiste heute zwischen Urbach und Wahn. Hierdurch sind zwar die beiden Hauptgeleise für den Personenzugdienst gesperrt, der Verkehr wird jedoch auf den zwischen Kalk und Troisdorf bestehenden zwei Güterzuggeleisen ohne Unterbrechung aufrecht erhalten. Die Entaleisung erfolgte auf freier Strecke und bei voller Fahrt. Verletzungen von Zuabeamten und Reisenden sind nicht vorgekommen. Der Packwagen ist umgestürzt und die beiden nachfolgenden Wagen steben neben dem Geleise. Düsseldorf, 24. Okt. Der Verwaltungsbericht unserer Stadt schreidt zur Wohnungenoth: Ein Hauptgrund der Wohnungsnoth in wachsenden Orten besteht nämlich darin, daß nicht dem Steigen der Bevölk rung entsprechend gebaut werde, weil die Bsitzer der Bauplätze dieselben nicht hergeben. Diese Bauplotzbesitzer entziehen die in der Nähe der Städte zur Bebauung unbedingt nothwendigen Grundstücke den sozialen Funktionen, lediglich um die Preise künstlich in die Höhe zu treiben. Auf ein derartiges Verfahren ist durch die gegenwältige geringe Besteuerung der unbebauten Grundstücke geradezu eine Prämie gesetzt, während es das Ziel einer zweckentsprechenden Steuerpolitik sein müßte, eine Strafe darauf zu setzen und durch eine dem Werthe des Bauplatzes angemessene Steuer den Besitzer geneigt zu machen, den Bauplatz eher auf den Markt zu bringen. Düsseldorf, 24. Okt. Ein Düsseldorfer Kaufmann, der sett einiger Zeit in einer Stellung in Gmünd ist, wurde dem„D. N.“ zufolge vor einigen Tagen in einem Z'mmer eines Gasthofes in Kannstatt todt aufgefunden. Wie verlautet, soll Selbstmord durch Gift vorliegen. Das Ende des erst 32jährigen Mannes wird theils mit einer Liebesaffäre, theils mit einem Nervenleiden in Verbindung gebracht. Düsseldorf, 24. Okt. Ein trauriger Unglückefall ereignete sich in der vorvergangenen Nacht auf der Kleinbahnstrecke Düsseldorf=Kaiserswerth. Ein anscheinend betrunkener Mann lag auf dem Bahngleise, als ein Wagen herannabte, dessen Führer leider den Daliegenden zu spät bemerkte. So wurde dem Aermsten die Schädeldecke entzwei gefahren, sodaß der Tod alsbald eintrat. lessen, 24. Okt. Ein Stiefelwichs=Institut hat sich am Hauptbahnhofe aufgethan. Der„E. bearüßt diese Einrichtung mit offener Freude, meint aber beklommen: Der Essener Bürger kann mit blankgeputzten Stiefeln seine Heimathstadt— verlassen und wird sich in seinem Aeußern nicht mehr von andern„Großstädtern“ unterscheiden. Weniger zahlreich, so vermuthen wir, wird der Besuch von Klienten sein, die der Stiefelputzer unter demjenigen Publikum findet, das per Bahn nach Essen kommt; denn die Putzarbeit des braven Mannes ist vergebene. Nur einige Schritte die Straßen Essens heruntergegangen, und die Fußbekleidung sieht aus wie die eines Soldaten, der eine achtstündige Gelände Uebung mitgemacht hat. Kreseld, 23. Okt. Heute Nachmittag ereiznete sich auf der Ocanienstraße, wo man gegenwärtig mit dem Legen der Gasrohre beschäftigt ist, ein Unglücksfall. Schon seit medreren Tagen spielen die Kinder an den dort liegenden Röhren, laufen über sie hinweg, kriechen hindurch, oder rollen sie von der einen Seite zur anderen. An einem dieser Rohre spielten heute Nachmittag etwa 20 Kinder, mehrere derselben befanden sich im Innern des Rohres. Sie suchten das große Rohr fortzurollen, was ihnen an der abschüssigen Stelle auch gelang. Leider aber kam dabei eines der Kinder zu Fall und gerieth unter den Eisenkoloß, der das arme Kind derart erdrückte, daß es sofort todt war. Witten, 23. Okt. Auf der Schlackenhalle der Müllenfiefen'schen Glashütte am Crengeldanz wurde heute früh ein Anstreichergehülfe als Leiche aufgefunden. Der Unglückliche hat sich wahrscheinlich gestern Abend dort im angetrunkenen Zustande zum Schlafe niedergelegt, aus dem er nicht wieder erwachen sollte, durch die der Halde entströmenden Gase ist er getödtet worden. Seine Schuhe waren verbrannt. Bochum, 21. Okt. Ein blutiger Kampf mit tödtlichem Ausaanae entspirn sich am Montag im benachbarten Ehrenfeld. Etwa sechs Mann, die blauen Montag machten, fanden sich an einem Neubau ein und belästigten die dort arbeitenden Leute. Von einem Maurerpolier zum Verlassen der Baustelle aufgefordert, drangen die Raufbolde auf denselben ein, wora“ ein Arbeiter dem Bedrobten zur Hülfe eilte und einen der Angreifer mit einer Brechstange zu Boden schlug. Der Getroffene wurde ins„Beramannsbeil“ transportiert, woselbst er bald darauf verschied. Der Thäter wurde verhaftet. Gerichts=Verhandlungen. Hannover 24. Okt. Wegen Betretens des Zuschauerraumes der Strafkammer wurden gestern zwei zu dem Spielerprozeß als Zeugen geladene Personen zu je 10 Mark Geldstrafe event. 2 Tagen Haft verurtheilt. Die Zeugen waren während der Verhandlung, zu der sie als Zeugen geladen waren, in den Zuschanerraum gegangen, ob aus Neugierde oder um die Aussagen der Angeklagten zu dören und dann nach dem bisherigen Gange der Verhandlung ihre Aussagen event. einzurichten, steht dahin. Nach der proz=ssualischen Bestimmung darf kein Zeuge, so lange er nicht vernommen ist, der Verhandlung zuhören, zu der er geladen ist. Die Nothwendigkeit dieser Bestimmung liegt klar auf der Hand, denn kein Strafrichter würde im anderen Falle ein klares Bild von den zur Aburtheilung stehenden Vorgängen erhalten, wenn ein Zeuge in der Lage wäre, seine Aussagen nach den Aussagen des Angeklagten einzurichten. Bei Nichtachtung derartiger Bestimmunzen kann das Gericht hohe Geldstrafen und sofort zu verbüßende Haftstrafen verhängen. Vermischte Nachrichten. Innsbruck, 22. Okt. Ein nettes Kriminalgeschichtchen wird aus Meran berichtet: Der Knecht eines Bauern in der Umgebung sollte wenen Wilddiebstahls eine 10tägige Arreststrafe absitzen. Da der Bauer wegen dringender Arbeit den Knecht schwer entbehren konnte, bewog er gegen eine Entlohnung von 20 Kionen einen anderen Knecht als„Stellvertreter“ des seinigen die 10 Tage zu brummen. Am zweiten Tage kam der Schwindel aus und nun sitzen alle drei. Der eiste Knecht erhielt 20, der Bauer 14 und der Stellvertreter 10 Tage Arrest ohne Entlohnung. (Die Kohlen werden billiger!) Wenn auch nicht sofort, so doch voraussichtlich gegen Ende des Monats! Wenigstens lassen die aus den Kohlenindustriebezirken kommenden Mittheilungen darauf schließen, daß die aufgespeicherten Kohlenvorrätbe nicht mehr lange zurückgehalten werden können. Das prächtige Herbstwetter hat den Herren Spckulanten einen Strich durch die Richnung gemacht. Die große Masse des Volkes war noch nicht direkt gezwunzen, für Brennmaterial zu sorgen, und deshalb gab es keine oder nur wenig Käufer. Uebrigens haben sich, wie aus Berlin gemeldet wird, nunmehr die Regierungen entschlossen, dem Drängen aus kleingewerblichen und Mittelstandekreisen nachzugeben und ein einstweiliges Kohlenausfuhrverbot zu erlassen. Also die enormen Vorräthe, die zu Spekulationszwecken aufgespeichert wurden, können nicht mehr nach dem Auslande abgeschoben werden. Andererseits droht den Sp.kulanten die amerikanische Kohleneinfuhr, die durch die Kohlennoth in den europätschen Ländern gewaltsim angewachsen iR. 4) Dunkle Wege. Roman von Clarissa Lohde. Hatte Max ihn doch erkannt, war es eine Schuld, die dieser Blick ihn hatte abbitten wollen?— Aber nein— pfui und tausendmal pfui über solch einen Verdacht, über solch ein Mißtrauen gegen das Theuerste, Geliebteste, das er besaß, gegen seine Braut, gegen die Manen eines Verstorbenen. Mit entschlossener Hand öffnete er die Brieftasche. Ein Brief fiel ihm entgegen:„An den Maler Max Lienhard“, stand darauf mit ach, ihm nur zu bekannter Schrift geschrieben.„Dora!“ stöhnte er auf. Dennoch suchte er mit fiebernder Hand weiter, er wollte mehr Briefe haben— mehr. Noch gab es eine Möglichkeit der Täuschung. Die Photographie erst konnte ihm die sichere Bestätigung geben. Lange hielt er das sorgsam in weißes Papier eingewickelte Blatt in der Hand. Dann riß er, sich ermannend, die Umhüllung ab— und schaudernd schloß er nach einem raschen Blick auf das Bild die Augen. Was er vor sich sah, war dasselbe Bild, das sie ihm geschickt, dieselben Züge, dasselbe geliebte Antlitz, dieselben Augen, bei denen er sich so oft in Träumen zukünftigen Glücks gewiegt hatte. Thräne nach Thräne löste sich von seinen Wimpern und rieselte ihm die Wange herab; er merkte es nicht.— Auch sie verloren, die Geliebte, schmerzlicher noch als durch den Tod: durch kalten schnöden Verrath— befleckt das Andenken an den Freund, die Erinnerung an Alles, was ihm werth und theuer, heilig und verehrungswürdig war im Leben. Er warf die Arme auf den Tisch und barg sein Antlitz in dieselben, ein krampfhaftes Schluchzen durchschüttelte seinen Körper.„Betrogen, betrogen, wo ich so treu und aufrichtig liebte und vertraute!— Und nicht einmal den Muth hatte sie, mir offen zu sagen:„ich habe mich getäuscht, ich liebe Dich nicht, ich kann Dich nicht mehr lieben, denn ich liebe Deinen Freund!“ Hinhalten wollte man mich, mich täuschen, bis er selbst, der Treulose, mir mit falscher Lippe es sagen konnte, was der Feder zu sagen widerstrebte. Deshalb noch die Zusendung ihres Bildes an mich!“ Johannes faßte unwillkürlich nach der Brusttasche seines Rockes. Mit wilder Bewegung riß er das Bild aus seinem Behälter und warf es auf den Tisch, zu den Papieren des todten Freundes. Deshalb die dringende Einladung von Max, zu ihm nach Neapel zu kommen,deshalb die quälende Sehnsucht, den Verrathenen noch zu sehen, bevor die dunkle Stunde ihn dahin nahm, mit der Schuld, der ungesühnten, schmählichen Schuld auf dem treulosen Herzen. O jetzt begriff er Alles, Alles.— Eine Stunde verging fast und Johannes lag noch in derselben Stellung, der Körper in tiefstem Seelenschmerz sich windend.—„Ist es denn wahr“, rief er immer aufs Neue,„kann denn dieses Schreckliche Wahrheit sein? Oder ist es ein Fieberwahn, der mir diese furchtbaren Bilder vorgaukelt? O, wäre es das Fieber, wäre es der Tod, der mir nahte— ich wollte ihn willkommen heißen. Was kann mir das Leben noch bieten nach dieser Stunde?“ Da stieg aus seiner umnachteten Seele das Bild der Eltern, seines greisen Vaters mahnend empor, in seinem Ohr klang dessen oft gehörtes, ernstes Wort: Nicht um ein selbstsüchtiges Glück sich zu schaffen, gab Gott dem Menschen das Leben, sondern um es auszunutzen zum Besten der Menschheit, um zu wirken und zu arbeiten für sie. „Ja, meine geliebten Eltern“, klang es in seinem Innern,„die Ihr nur Liebe, Güte und Treue für mich hattet, es wäre ein schlechter Lohn, den ich Euch gäbe, wenn ich mich zerbrechen ließe von dem ersten Sturm des Unglücks, der über mich dahinbraust; wenn ich die Hoffnung, die Ihr auf mich bautet, zerstörte, ehe ich nur den Versuch gemacht, sie zu erfüllen. Das Leben ist eine Pflicht, die Gott dem Menschen auferlegt, ich werde dieser Pflicht nachkommen.“ Mit raschem Entschlusse raffte er sich auf und kleidete sich zum Ausgehen an. Scholler hatte recht, er mußte hinaus ins Freie. Gott und Natur versagen ja nie, wenn ein schmerzumfangenes Menschenherz vertrauensvoll sich ihrem Troste hingibt. Zwei Tage darauf, in früher Morgenstunde, wurde Max Lienhard auf dem protestantischen Kirchhof in Neapel bestattet, wo so manches hoffnungsvolle junge Leben von dem lockenden und doch oft so verderblichen Klima Italiens dahingerafft, neben ihm ruht. Am Abend desselben Tages noch reiste Johannes auf dem direktesten Wege über Ancona und Bologna nach Deutschland zurück. Von München aus sandte er die schon in Neapel verpackte und versiegelte Brieftasche Lienhards nebst der ihm geschickten Photographie, ohne weiter ein Wort hinzuzufügen, an Toras Adresse ab. Jahre waren seit den letzterzählten Ereignissen verflossen. Das Grab Max Lienhards ungepflegt und unbesucht, war fast eingesunken, und nur die Marmortafel mit dem Namen, dem Geburts= und Todesjahr des Verstorbenen zeigte noch an, daß ein einst vielversprechendes Leben hier seinen Abschluß gefunden. Bald nach Max war dessen Vater gestorben; seine Geschwister, zerstreut, mit der Sorge des Lebens ringend, waren nach Neapel nicht gekommen. So lange Scholler noch in Italien geweilt, hatte dieser für die Instandhaltung des Grabes gesorgt und war mit manchen Kunstgenossen zu demselben gepilgert, einen Kranz der Erinnerung darauf zu legen. Doch Scholler lebte jetzt bereits seit Jahren wieder im Vaterlande, war verheirathet und durch die Sorge für Weib und Kind an den häuslichen Herd gefesselt. Max Lienhards Grab schien vergessen; doch reichte selbst das Wenige hin, was seine Vaterstadt von ihm besaß, seinen Namen in der Erinnerung der Lebenden wachzuerhalten. Und Mancher, der die Werke des so früh Dahingegangenen mit Kennermiene betrachtete, äußerte voll Bedauern, wie schade es sei, daß dieses schöne Talent nicht zur Reise gelangt war. Was aber war aus seiner Braut, aus Dora Werner geworden? Diese Frage richtete auch die Pastorin Forstner an einem heiteren Spätherbsttage an ihren Sohn, als sie mit demselben in dem sonnendurchleuchteten Stübchen des heimathlichen Pfarrhauses am Vorabende seiner Uebersiedelung nach Berlin noch in einem letzten traulichen Gespräch saß. Im Nebenzimmer, dessen Thür nur angelehnt war, hielt der alte, jetzt schon ein wenig durch die Jahre gebückte, aber noch immer arbeitsfreudige treue Seelsorger der wohlhabenden Dorfgemeinde sein Mittagsschläfchen. Gattin und Sohn sprachen daher nur halblaut. Johannes' Aeußere hatte sich wenig im Laufe der Jahre verändert; nur männlicher war er geworden, der Ausdruck seiner Züge ernster, und ein dichter, blonder Vollbart umgab in weichen Linien Kinn und Mund. Der Erfolg war ihm auch in der letztverflossenen Zeit treu geblieben. Schon nach wenigen Jahren des Wirkens als Privatdozent in Halle hatte man ihm eine freigewordene Professur in Berlin angeboten, die zu übernehmen er eben im Begriff stand. „Was mag aus Dora geworden sein?“ fragte die Pastorin, eine weißhaarige Matrone, mit ungemein gütigen, freundlichen Zügen und einer anmuthigen Schlichtheit in Rede und Bewegung, ihren Sohn, der damals gleich nach seiner Heimkehr aus der Fremde sein Weh und seinen Schmerz in das treue Mutterherz ausgeschüttet hatte.„Hast Du nie etwas von ihr gehört?“ doch ganz -geu Du d4 „Von ihr nichts,— und es ist auch so das Beste. Warum Saiten berühren, die nie aufhören werden, in meinem Herzen schmerzlich wiederzuklingen. Doch las ich einmal in der Zeitung die Todesanzeige vom alten Werner, Doras Vater. Um ihre Zukunft braucht man sich wohl kaum zu sorgen, war sie d..„u##, die Natur dazu, sich das Glück strupellos zu erjagen.“ Die Mutter seufzte. „Vielleicht, mein Johannes, urtheilst zu hart über sie, das Leid, das sie Dir angetho macht mir das ja erklärlich. Doch meine ich, sie war mehr schwach, als verderbt, und wärest Du damals nicht für so lange Zeit fort von ihr, nach dem Orient gegangen, ich glaube gewiß, sie hätte nicht daran gedacht, Dir die Treue zu brechen und einem anderen ihre Neigung zu schenken.“ „Gute Mutter, Deine Entschuldigung beweist nur noch mehr, wie wenig sie der Neigung eines edlen Herzens würdig war. Doch brechen wir davon ab. Theile mir lieber Einiges über die Cousine Hilda mit, die ja seit ihrer Verheirathung mit Mosch und jetzt auch als dessen Wittwe in Berlin lebt, und die ich nach des Vaters Wunsch aufsuchen soll. Sie hatte eine abenteuerliche Vergangenheit, wie ich mich zu erinnern meine.“ „Leider, leider,“ entgegnete die Matrone seufzend.„Viel Gutes ist nicht von ihr zu sagen. Aber sie ist die Tochter der einzigen Schwester meines Vaters und deshalb unsere nahe Verwandte, die man, mag sie nin sein, wie sie wolle, einmal nicht verleugnen darf.“ In diesem Augenblick öffnete sich die Thür des Nebenzimmers, und der alte Pastor, das Sammet= käppchen auf dem ehrwürdigen Haupte, die Pfeife im Munde, trat mit einem freundlichen Gruße ein. „Nun den Kaffee, Alte“, rief er heiter„und für Johannes eine Zigarre, damit diese letzte Kafferstunde recht behaglich verlaufe. Hoffe ich doch zu Gott, daß er mir noch einige Jahre schenken werde, so viele wenigstens, als ich noch etwas in der Welt zu nützen vermag, und bis“— er lächelte und blickte seinen Sohn von der Seite an—„der Herrgott uns, mir und meiner Alten, das Glück vergönnt, ein Enkelchen auf unseren Knieen zu wiegen. Gelt, Jungejetzt ist es Zeit, da Du ein wohlsituirter Mann bist, Dir auch eine Häuslichkeit zu gründen. Ich denke, Du wirst Deine alten Eltern nicht aus der Welt scheiden lassen, ohne ihnen eine junge, liebenswürdige Schwiegertochter ans Herz gelegt zu haben.“ (Fortsetzung folgt.) Prima Rindfleisch fd. 60 Pfg. alle Stücke, bei gröAbnadme billiger. Rbeef 63 Pfa., Filet 90 Pfg. empfieblt b. Ebel, Kölnerstr. 114. inste Sorten, empfehlen blig& Schmitz, Nordbahnhof. Wrotel Kappdssendeeh m zum Ausleiden bei C. Aun Siebel, Grünewalderstr. 71. Frische Sendung Endcher Weisskent empfehlen öhlig& Schmitz, Nordbahnhof. #r Suppin, Saucen, Razouts, Gemüse wenige Tropfen genügen,— pfiehlt bestens#41 Merwin in Solingen, Stübchen. Mark 25-30,000 Hypothek von pünktlichem Zinszahler sofort oder später gesucht. Offerten ##ter V. K. 69 6 an die Exp. erbeten. Rlk. 2000 Ef gutes Objekt und zu hoben Zinsen r bald gesucht. Gefl. Offert. unt. C. 2000 an die Expedition. Ein anst jung. 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Z.) 57 112(1000-4.) 86 446 52 57 602 96 787 855(1000) 62 88 1002 85 378 403 87 523 26 634 803 40 98 959 2459 525 73 607(100) 768 70(1000) 811 47(3000) 59 88 943 3122 56 58 94 296 406 785 4013 185 228 51 310 89 474 527 600 37 74 91 829 5282(300) 430 543 98 703(1000) 39 85 99 944 6203 307 12 593 830 940(300) 7198 3·5 59 653 82 836 82 83(500) 93 922 8207 530 608 9226 380 473 551 87 640(3000) 49 63(1000) 10052 145 259 303 526 43 54 72 624 878 904 (5000 49 110.1 84 117 30 59 274 315 435 565 67(300) 83 897 12154 232 332 429 674 863 13035 (500) 52 358 97 510 43 626 83 93(300) 766 967 140 4(3000) 51 243 517 41 70 746 900 7 20 15030 (3000) 340 402 514 97 620 91 713 16067 204 71 316 417 50 77 500 7 717 901 17071 378 403 24 579 850 996 18013 131 314(3000) 616 87 818(1000) 32 984 19128 249 92 423 504 6 696(500) 761 72(1000) 88.(300) 952 20106 342 443(1000) 721, 21028 70(500) 97 216 (300) 92 426 559 697 827 22157 324 417 694 704 37 76 79 99 907 72 92. 23016 216(1000) 323 37 405 91 733(1000) 840 91 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