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Die im Hafen liegenden österreichischen Schiffe gaben den Kaisersalut ab. Nachdem die„Hohenzollern“ Anker geworfen, begaben sich Erzherzogin Karl Stephan an Bord, um die Majestäten zu begrüßen. Der Kaiser begab sich beute Vormittag an Bord der Kriegsschiffe„Maria Theresia" und„Budapest" und kehrte um 12 Uhr an Bord der„Hohe zollern“ zurück. Die Majestäten begaben sich alsdann auf die Yacht des Erzherzogs Karl Stephan und fuhren hierauf mittelst einer Dampfgig nach dem Bahnhofe ab, wo eine Ehrenkompagnie aufgestellt war. Der Erzherzog mit Gemahlin und Würdenträgern waren am Bahnhofe erschienen. Die Abreise erfolgte gegen 2 Uhr. Berlin, 23. Nov. Nachträglich wird dem Bureau Reuter aus Beirut eine drollige Geschichte mitgetheilt, die sich aus Anlaß der Reise des deutschen Kaiserpaares zugetragen haben soll. Ale nämlich die türkischen Kriegsschiffe, welche die„Hohenzollern“ begleiteten, ankamen, hatten sie keine Kohlen und, um solche zu erhalten, schlossen sie mit einem lok###en Kaufmann einen Kontrakt, der sich jedoch weigerte, die Kohlen abzuliefern, ehe sie bezahlt waren. Der türkische Admiral hatte diese Schwierigkeit nicht vorausgesehen und so verlangte er von Konstantinopel telegraphisch Geld oder Auszeichnungen. Darauf erhielt der Kaufmann den Titel eines Pascha und die Kohlen wurden geliefert. München, 23. Nov. Beim hiesigen Hofe ist bieher Näheres über Wünsche und Absichten des Kaisers bei dem bevorstehenden Besuche nicht bekannt. Man weiß nicht einmal, oo der Kaiser inkognito reist oder einen offiziellen Besuch abstattet. Einstweilen werden sowohl in der Residenz als am Bahnhof Vorbereitungen getroffen. Am Bahnhof wird der kuppelförmige große Königssalon, wo auch Kaiser Wilhelm I. einmal gespeist hat, ausgeschmückt. In diesem kreisrunden Raume mit zwei Empfangsgemächern zu beiden Seiten wird eine Kaisertafel zu 25 Gedecken hergerichtet. Insgesammt sind als Begleitung des Kaisers 157 Personen angemeldet. Der Besuch des Großherzogs von Baden wird erst nach dem Fest der Georgsritter, also zwischen dem 11. Dezember und Weihnachten, stattfinden, falls nicht die Witterung alsdann schon zu rauh ist. Rom, 23. Nov. Dem„Esercito" zufolge wird das auf Kreta weilende Bataillon Bersaglieri wahrscheinlich am 27. ds. Mts. in die Heimath zurückbefördert werden. Palästina Jerusalem, 22. Nov. Das Grundstück der Dormitio läßt, wie man der„K. Volksztg.“ aus Jerusalem berichtet, gegenwärtig das deutsche Konsulat mit einer Mauer umgeben. Bereits wenige Tage nach der Besitzergreifung wurde auf Befehl des Kaisers dort eine Wächterbude errichtet und seitdem befindet sich auf dem Grundstücke fortwährend ein deutscher Wächter. Vereinigte Staaten. Washington, 22. Nov. Das Kabinet hegt keinen Zweifel darüber, daß der Friedensvertrag mit Spanien binnen wenigen Tagen in Paris zum Abschluß kommen wird.„„, P B New=York, 21. Nov. Die Regel=Bersolgungen hören nicht auf. Die Grubenbesitzer zu Springsfield in Illinois hatten von Georgia eine Anzahl von schwarzen Arbeitern importiren lassen, die um 3 pCt. billiger arbeiten sollten, als die Weißen. Die weißen Arbeiter rotteten sich nunmehr zusammen und zogen zu den Gruben. Zwischen den Weißen und den gleichfalls vielfach bewaffneten Negern entspann sich ein Gefecht, dem schließlich durch die Zurückziehung der ** schwarzen Arbeiter Seitens der Besitzer ein Ende gemacht wurde. Der Gouverneur empfahl die Rücksendung der Neger. China. Peking, 21. Nov. Infolge der Schwierigkeiten, auf welche die Feststellung eines genauen Zeremonielle bei den chinesischen Würdenträgern stößt, hat man die Absicht, die in Peking anwesenden europäischen Damen der Kaiserin=Wittwe vorzustellen, zur Zeit fallen lassen. Die Gesundheit des Kaisers erweckt wiederum Besorgniß. Es heißt, er sei außer Stande, ohne Unterstützung zu gehen. Man glaubt, daß sein Ende nahe sei. (S. N. Nachr.) Rheiuland and Remscheid, 23. Nov. Seine Abschiedspredizt wird Herr Pfarrer Thümmel am 18. Dezember halten und damit definitiv aus dem Amte eines evang. Seitlichen scheiden.„,„ 95.41„ Lennev, 23. Nov. Professor Röntgen in Würzburg, der Ehrenbürger unserer Stadt, hat dem„Lennep. — Ueber argentinische Waf fenankäufe in Deutschland, die Oberst Riccheri in den vergangenen Monaten ausgeführt hat, schreibt die„Deutsche La Plata= Ztg.“: Die Ankäufe repräsentiren ein bedeutendes Kriegsmaterial und zeigen, wie mit den deutschen Waffenfabrikanten kein anderes europäisches Land konkurriren konnte. Die angekauften Waffen sind u. A.: 40000 Mausergewehre„modelo argentino 91“, 20000 Mauserkarabiner, 10000 Revolver für Artillerie und Kavallerie mit je 300 Schuß, 10000 Lanzen mit Stahlschaft, 20000 Kavalleriesäbel, 6000 Offiziersdegen, 40000 Bajonette.— Die Lieferung der Lanzen, Säbel, Degen und Bajonette wurde hier der Firma Weyersberg, Kirschbaum& Co. übertragen. eut *— Die gestern von einem Beamten der Invaliditäts= und Altersversicherungsanstalt„Rheinprovinz“ aus Düsseldorf hierselbst vorgenommene Revision der Beitragsleistung zur Alters= und Invaliditäts= Versicherung erstreckte sich auf die Einzugstellen der Orts=Betriebs= pp. Kassen und Betriebe, in denen versicherungspflichtige Personen sind, welcher einer Krankenkasse nicht angehören. Das Ergebniß der Prüfung der Quittungskarten war befriedigend. — In der am Sonntag Nachmittag im evang. Vereinshause stattfindenden Musik=Aufführung, die auf Anregung des„Evangel. Sängerbundes" und unter Mitwirkung der Vereine„Männer=Chor des Jünglings= Vereins"= Solingen,„Christlicher Männer=Gesangverein"= Schrodtberg und des gemischten Chores„Hoffnung", hier, veranstaltet wird, tritt auch eine hier noch unbekannte Solistin auf, Fräulein Hedwig Geilenkeuser, Tochter des Herrn Rektors Geilenkeuser in Elberfeld, die ihre Ausbildung in der Musikschule des Herrn Dr. Hans Hayn, erhalten hat. Sie wird die Zuhörer mit einigen Kompositionen von J. S. Bach, Arien aus den Oratorien„Paulus" und„Eliae“ von Mendelssohn u. s. w. erfreuen. Ein berufener Wupperthaler Kritiker schreibt über das Auftreten der Sängerin bei einer geistlichen Musik=Aufführung in Barmen:„Die Sängerin verfügt über einen prächtigen volltönenden Alt, in der hohen wie tiefen Lage gleich klangvoll. Ihre Stimme hat etwas Ansprechendes, Einschmeichelndes, sie nimmt den Zuhörer sofort für sich ein. Bezaubernd ist ihr weiches, zartes Piano. *— Außer der vorgenannten geistlichen MusikSeinichen Aufführurg bringt der nächste bezw. der übernächste Sonntag zwei große Konzerte, ein Konzert der„Solinger Liedertafe!“ und ein solinger Sängerbund". am 15. d. Mts. vor dem hiesigen Schöffengericht ergab, vergan= liegt nachstehender Thatbestand zu Grunde: Am 24. wcai d. J. entwendete eine 56 jährige Ehefrau von hier, eine Gemüsehändlerin, auf dem Wochenmarkte hierein Konzer solches am 4. Dezbr. vom Die bekanntermaßen über ein Krsdl. zufolge einen Ruf nach Leipzig erhalten und wird Stimmmaterial verfügende„Liedertafel“ wird am ihn mohrsc einlich annehmen 81169 1.2 uut z Hirektion des Hern EleWie wie die„Germania" bestätigt, wird die Ansprache des Papstes im Konsistorium am 28. ds. Mts. das Protektorat über die orientalischen Katholiken behandeln und ferner eine indirekte Antwort auf den kirchenpolitischen Theil der italienischen Thronrede entNach der Rückehr des Kaisers nach Potsdam dürfte eine große Anzahl militärischer Veränderungen vollzogen werden. Zwei Generallieutenants, der eine Divisionskommandeur, der andere Kommandant, sind gestorben; die Stellen sind noch nicht wieder besetzt. Es heißt, daß gerade in den mittleren Kommandostellen der Armee größere Veränderungen bevorsteben. Es darf einen nicht wundern, daß auf dem Kapitalmarkte die flüssigen Mittel allmäblich festgelegt sind und der Kredit der Reichsbank in so ungewöhnlicher Weise in Anspruch genommen wird. Manche sehen in diesen Erscheinungen auf dem Geldmarkte einen Beweis für den Aufschwung, den unsere Industrie auf fast allen Gebieten genommen hat. Bis zu einem gewissen Grade ist das richtig. Anderseits darf aber nicht vergessen werden, daß der Optimismus auch zu groß sein kann. Es läßt sich in der That nicht bestreiten, daß manche Werthe infolge der Spekulation weit über ihren Ertragswerth hinausgetrieben worden sind. In volkswirthschaftlichen Zeitschriften ist schon lange auf diese Thatsache hingewiesen worden. Bemerkenswerth ist ein Artikel des„Deutschen Oekonomisten", der darlegt, daß die industrielle Leistungefähigkeit Deutschlands einen Aufschwung genommen hat, der der dauernden Verbrauchsfähigkeit bedeutend voraus eilt und die Merkmale einer Krisis in sich schließt. Sogar Blätter, die sonst das Interesse der Börse vertreten, halten es allmählich für angezeigt, ihre warnende Stimme zu erheben. Ausland. Oesterreich=Ungarn. Graz, 23. Nov. Die für morgen vorbereitete Bismarckfeier in der hiesigen Industriehalle wurde von der Polizei verboten. Belgien. Brüssel, 23. Nov. Die belgische Presse sieht in der Abschließung eines Handelsvertrages zwischen Frankreich und Italien das Vorzeichen einer allgemeinen politischen Annäherung zwischen beiden Nationen, deren erste Folge eine Abschwächung(?) des Dreibundes sein dürfte. Frankreich. Paris, 23. Nov. Oberstlieutenant Picquart verließ das Gefängniß Cherche=Midi Vormittags 11½ Uhr und traf um 11 Uhr 50 Minuten in dem Justiz palaste ein. Er wurde sofort vor den Kassationshof geführt, welcher ihn gegenwärtig verhört.(S. N. Nachr.) Schweiz. Lucchenis Kassationsgesuch ion waorscheintucg unnehmen. Dabringhausen, 22. Nov. Auf einem Spaziergange wurde der Kaufmann A. Blasberg von einem Sonntogsjäger angeschossen und an einem Arme und einem Beine erheblich verwundet; seinem Hunde wurde ein Auge ausgeschossen. Der unvorsichtige Schütze kam herzu und leistete die erste Hülfe. Elverfeld, 23 Nev. Gestern wollte ein etwa 8 jähriger Knabe auf ein in Bewegung befindliches Milchgefährt klettern, glitt aber aus und fiel so unglücklich, daß ihm ein Rad des Milchwagens über das linke Bein ging. Der Junge trug nur eine schmerzhafte Quetschung des Beines davon. Kalk, 23. Nov. Heute Nachmittag fand die gerichtliche Obduktion der am Montag Abend in ihrer Wohnung mit einer Kopfverletzung todt aufgefundenen Ehefrau Peter Kleu statt, sie hat aber keinen Anhalt dafür ergeben, daß der Tod durch ein Verbrechen her beigeführt ist. Bonn, 23. Nov. Erbgroßherzog Friedrich von Baden und Gemahlin trafen heute von Koblenz hier ein. Die hohen Herrschaften wurden vom Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen im Fürstenzimmer begrüßt und folgten einer Einladung des Prinzen zur Tafel, an der auch der Prinz und die Prinzessin von Schaumburg=Lippe theilnahmen. Das Erbgroßherzogliche Paar kehrte nach der Tafel wieder nach Kodlenz zurück. Linz, 21. Nov. Als gestern in der Pfarrkirche gebeiert wurde, brach der Klöppel der großen Glocke entzwei und fuhr mit solcher Gewalt heraus, daß er mehrere Stufen der Thurmtreppe zerschmetterte. Doch ist keiner der Beierleute verletzt worden. Hochneukirch, 22. Nov. Gestern ist hierselbst eine Frau in der Narkose gestorben. Sie sollte operirt werden und wurde zu diesem Zwecke chloroformirt. Bald nach begonnener Chloroformirung gab die Frau ihren Geist auf. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Düsseldorf, 20. Nov. Ein Plakat, welches die hiesigen Zustände im Bauwesen scharf beleuchtet, findet sich hier an zwei Baustellen in der Charlotten= straße angeheftet. Es hat folgenden Inhalt:„Wegen Nichtzahlung der fälligen Baurate sind die Arbeiten vorusia eingestelt.“„ 8.4t uund Unna, 23. Nov. In vergangener Nacht wurden auf dem hiesigen Friedhofe über 20 Denkmäler umgeworfen und zum Theil zerstört. Münster, 20. Nov. Eine übermüthige Frauensperson wollte dieser Tage einmal probiren, wie es wohl thäte, wenn man sich hochromantisch am Strick zum Fenster hinaus an die frische Luft spedirt. Die kühne Amazone gelangte auch glücklich bis zum ersten Stockwerk. Doch hier nahte die Nemesis. Entweder war der Kletternden hier die Kraft ausgegangen oder war an einer schwachen Stelle die Leine zerrissen, kurz, auf einmal log die noch eben so lebenslustige, übermüthige Person schreiend und wehklagend in ihrem Blute am Boden. Der Arzt stellte einen Biuch beider Beine und sonstige schwere Verletzungen fest. nächsten Sonnlag unter bei Bi,“ des Herin Clemens Lemacher mehrere Chöre, darunter insbesondere einen Preischor des Kölner Männergesangvereins„Kaiser Karl“ von M. Zenger, zum Vortrag bringen. Bei dem Konzerte wird außerden der Kölner Bariguft, er W. Schumacher und die Kapelle des 39. aus Düsseldorf unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn Kohn mitwirken. Herr Konzertsänger Schumacher ist am vergangenen Sonntag bei einem Konzerte des Kölner Männergesangvereins im Gürzenich aufgetreten und hat brillante Erfolge erzielt. Herr Kohn mit seiner Kapelle ist bei uns ein wohlbekannter Gast und immer hochwillkommen. Bei solchen Kräften kann es nicht fehlen, daß das Konzert einen großartigen Verlauf nehmen wird, und wir können den Besuch desselben nur angelegentlichst empfehlen. Auf das Konzert des„Sängerbundes“ werden wir später zurückkommen. (9— Auf das heutige Beuefiz des guten, braven Tünnes wollen wir hiermit besonders hinweisen. Der Tünnes ist eins der am meisten beschäftigten Mitglieder des Theater Millowitsch. Vergeht doch kein Abend, an dem er nicht seine Schnurren zum Besten giebt. Auf vielseitigen Wunsch wird zum 2. und letzten Male „Eine tolle Nacht“ aufgeführt, ein Stück, in dem der Tünnes eine seiner besten Rollen spielt. Bei der Beliebtheit des Benefizianten wird der heutigen Vorstellung gewiß ein außerzewöhnlich reger Besuch zu Theil — Am nächsten Sonntag dürfen im Stadtkreis Solingen die offenen Verkaufsstellen bis 6 Uhr Abends geöffnet sein. Für die darauffolgenden Sonntage vor dem Weihnachtsfeste sind wiederum weitere Erleichterungen für den Geschäftsverkehr zugelassen.(Vergl. die behördliche Bekanntmachung im 2. Blatt.) — Polizeilich angezeigt wurde, daß ein Kaufmann und ein Stukateur ihre Fuhrwerke bezw. Gerüste Nachts nicht beleuchtet hatten. Außerdem wurden zwei Personen hatte die Ruhe gestört, eine andere selbst einem Händler aus Elberfeld einen Handtuchhalter. Der Händler, neben dessen Stande eine andere(nicht die genannte) Gemüsehändlerin, ihren Stand aufgeschlagen hatte, legte den erwähnten Halter, damit er etwas mehr in die Augen fallen sollte, auf den Tisch der letzteren Händlerin zwischen das Grün. Später sah er, daß ihm der Handtuchhalter, der sich durch sein besseres Aussehen von den andern unterschied, fehlte. Er hatte sofort den Verdacht, daß ihm derselbe gestohlen worden war, von wem, konnte er aber nicht sagen. Am Nachmittag sei nun Jemand zu ihm gekommen und habe ihm gesagt, daß auf der Hochstraße eine Frau gehe, die im Besitz eines ähnlichen wie des geschilderten Halters sei. Daraushin sei er dieser Frau nachgegangen und habe sofort den Halter als den seinigen erkannt. Er habe die Frau gefragt, wie sie zu dem Halter gekommen sei, worauf ihm diese antwortete, ob er nicht mehr wisse, daß sie ihn(den Halter) von ihm gekauft habe. Da der Händler sich zu erinnern glaubte, daß dies nicht der Wahrheit entsprach, stellte er der Frau eine Falle und frug sie, was sie für diesen bezahlt hätte. Auf die Antwort„2 M. 50 Pfg.“ erklärte der Händler, daß diese Art Halter seit Jahr und Tag zu 1,25 M. verkauft werden. Er nahm nun genannte Frau mit an seinen Stand zurück, nahm ihr den Halter ab und sagte zu ihr, wenn sie etwas wolle, solle sie ihn verklagen. Die Frau hat dies nicht gethan. Es wurde nunmehr gegen dieselbe Untersuchung wegen Diebstahls eingeleitet. Bei der Vernehmung sagte sie dann aus, sie könne durch eine andere Frau beweisen, daß sie den Halter gekauft und bezahlt habe, die Frau sei ihr jedoch nicht bekannt, sie wolle aber sich Mühe geben, dieselbe zu ermitteln. Nach 10 Tagen endlich kam die Frau wieder, mit der Angabe, sie habe diese Zeugin, eine Frau von Obligs, gefunden, welch Litztere bei ihrer Vernehmung in Ohligs das Behauptete allerdings bestätigte. Diese Aussagen wiederholte sie auch bei der Verhandlung vor dem hiesigen Schöffengerichte und es stellte sich bei dieser Gelegenheit heraus, daß beide Frauen seit Jahren miteinander bekannt waren und regen Verkehr unterhalten hatten. Dies war um so auffälliger, als die Diebin früher bei der polizeilichen Vernehmung behauptet hatte, daß ihr die Zeugin nicht bekannt sei. Die Letztere verwickelte sich im Laufe der Vernehmung durch den Herrn Vorsitzenden des Schöffengerichts mehrfach in Widersprüche. So sagte sie u. A. auf die Frage, weshalb sie nach Solingen gekommen sei, sie habe ihren in einer hiesigen Fabrik beschäftigten Mann besuchen wollen, konnte aber als Grund des Besuches nichts angeben. Ferner behauptete sie auf die Frage, wo der Stand eine Stadt= und Lauskreis Soliugen. Solingen, 24. November. *— Gestern Vormittag besichtigte die WupperschauKommission zu Kohlfurterbrücke die Wupper unter Theilnahme der Herren Bürgermeister der in Betracht kommenden Gemeinden. Die Herren, 25 Personen in 6 Wagen, unter ihnen auch die Herren Oberbürgermeister Dicke, Bürgermeister Gläßner, Bürgermeister Kürten, Bürgermeister Kemmann(Cronenberg), nahmen bei Herrn Jacobs ein einfaches Frühstück ein und begaben sich dann zu Fuß nach Müngsten. *— An das hiesige Postamt versetzt wurde der Postassistent Rohloff von Süchteln. — In der letzten Sitzung des Presbyteriums der hiesigen evangel. Gemeinde wurde, wie schon berichtet, der Verkauf der Grundstücke der Kirchengemeinde zwischen dem Südbahnhof und der Birkerstraße beschlossen. Die Grundstücke werden begrenzt: Nördlich von der Birkerstraße, westlich von der projektirten Straße, die parallel mit der verlängerten Weyerstraße läuft, und östlich zum Theil von dieser selbst. Auch östlich von der Weyerstraße zwischen den Beckmann'schen Liegenheiten denten des Erekutivkomitees Sphakanakis, der höheren und der Birkerstraße besitzt die Kirchengemeinde GrundGeistlichkeit beider Konfessionen und einer Abordnung stücke, die in 10 Parzellen eingetheilt sind. Die Flurder Bevölkerung feierlich empfangen werden. Das straße durchschneidet in der Richtung der Birkerstraße russische Geschwader in den kretisyen Gewässern wird einen Theil des Gemeinde= Grundeigenthums, wodurch auf drei Schiffe beschränkt werden. ebenfalls Bauplätze erschlossen werden. Genf, 22. Nov. ist verworfen worden. Bulgarien. Sofia, 20. Nor. Ein in den Straßen der bulgarischen Hauptstadt vertheiltes Flugblatt enthält eine Proklamation an das Volk, worin ein geheimes Revolutionskomitee zur Entthronung des Fürsten Ferdinand auffordert. Die Schmähschrift kommt zu der Schlußfolgerung, es sei die höchste Zeit, im Interesse Bulgariens, den Fürsten todt oder lebendig aus dem Lande zu bringen. Das Flugblatt, das blitzschnell in alle Cafés und Gasthäuser gelangte, erregte nur mitleidiges Lächeln. Rußzland. Petersburg, 23. Nov. Graf Murawiew übernahm die Leitung des Ministeriums des Auswärtigen wieder. Kreta. Wien, 23. Nov. Die„Pol. Corr.“ meldet aus Athen, Prinz Georg werde nächste Woche seine Stellung in Kreta antreten. Der künftige Oberkommissar wird in der Sudabai von den Admiralen, dem Präsidenten des Erekutivkomitees Sphakanakis, der höheren angezeigt; sich nicht angemeldet.. J.6ns — Ein Arbeiter, der in angetruntenem Zustande in einer Wirthschaft an der Florastraße Getränke forderte, solche aber nicht erhielt, wird sich wegen Hausfriedensbruches zu verantworten haben. Er betrug sich so widerspenstig, daß er von dem Wirth an die Luft besördert werden mußte..., G.mmer msi — Festgenommen wurde ein Bummter, weil er im betrunkenen Zustande auf den Straßen taumelte und dadurch mehrfach Menschenaufläufe verursachte. — Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht folgenden Saatenstandsbericht für das Reich von Mitte November: Winterweizen 2,4; Winterspelz 2,1; Winterroggen 2,6; junger Klee auch Luzerne 2,7. Schatzung des Ernteertrags: Doppelzentner von einem Hektar: Hafer 16,9; Kartoffeln 119,2; Klee auch Luzerne 53,9; Wiesen 43,8. Stand des Winterweizens: Spelz gegen die Vormath gebessert. Im Allgemeinen steht Weizen kräftiger als Roggen, auch die September=Saaten haben sich meist sehr gut erholt. Junger Klee ist gegen die Vormaath noch weiter zurückgegangen. Die Schätzungen des Ertrages des Hafers sind höher ausgefallen als im Vorjahre und als in jedem einzelnen der letzten 5 Jahre. Der Ertrag der Kartoffeln übertrifft den Mittelertrag der letzten 5 Jahre. Bei allen Früchten sind in diesem Jahre die Erträge höher ausgefallen als im Vorjahre und als in Mittel der letzten 5 Jahre. * Höhscheid, 24. Nov. Herr Polizei=Sergeant Joest verhaftete gestern zu Wald einen früher zu Steinendorf wohnhaft gewesenen steckbrieflich verfolgten Mann in dessen Arbeitsstätte, der eines Sittlichkeitsvergehens angeklagt ist. Der Beschuldigte wurde heute nach Elberfeld überführtzg,". S.e7, der Er, * Gräfrath, 24. Nov. Der im Saaie der Frau Wittwe Aur. Marcus stattfindende Lieder=Abend der Geschwister Ern aus Widdert wird nicht am nächsten Sonntag, sondern erst am 4. Dezember veranstaltet Richrath, 23. Nov. Der Errichtung einer Haltestelle am hiesigen Orte ist es wohl zuzuschreiben, daß gestern, wie der„Bote' meldet, ein an der Ostseite derselben gelegenes großes Grundstück von auswärtigen Herren für eine Fabrikanlage angekauft wurde. Der Meineid und seine Folgen. W.* Solingen, 24. Nov. Mit welchem Leichtsinn und mit welcher Gleichgültigkeit manche Leute einen Meineid schwören und zur Begehung desselben verleiten, davon legt folgender betrübende Fall, welcher sich hier ereignete, Zeugniß ab. des Händlers, von dem die des Diebstahls Angeklagte den Halter gekauft haben sollte, gestanden habe, derselbe sei in der Markthalle gewesen und auf das Entgegenhalten, daß dies der Wahrheit nicht entspreche,„es könne auch auf dem freien Marktplatze gewesen sein, sie könne sich dessen nicht mehr genau erinnern“; ebenso weiß Zeugin auch nichts über den Platz anzugeben, wo die Bude des Händlers auf dem Marktplatze stand. Da nach Aussagen anderer Zeugen, insbesondere des Geschädigten selbst, die Einwendungen der Angeklagten hinfällig erschienen, wurde sie für schuldig befunden und wegen Diebstahls zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt, gegen die des wissentlichen Meineids dringend verdächtige Zeugin aber auf Antrag des Herrn Amtsanwaltes sofortige Verhaftung angeordnet. Wie wir jetzt erfahren, soll die Angeklagte die Zeugin zur Abgabe eines falschen Zeugnisses verleitet haben, weshalb auch am vergangenen Montag ihre Verhaftung erfolgte. Das eben geschilderte Bild liefert einen traurigen Beweis moralischer Verkommenheit. Eine 56jährige verheirathete Frau schämt sich nicht, wegen einer Bagatelle von 1,25 Mk. einen Diebstahl zu begehen, nein, sie scheut sich nicht, um der verdienten Strafe zu entgehen und sich des unrechtmäßigen geringen Gewinnes erfreuen zu können, noch eine andere Frau zum wissentlichen Meineide zu verleiten, den diese mit einer ebenso abschreckenden als verwerflichen Frivolität leistet. Für sie liegt der Fall noch bemerkenswerther. Während die erstere Frau sich des Diebstahls und der Verleitung zum Meineid schuldig macht, um sich wenigstens ein Gut, wenn auch sehr geringen Werthes, zu sichern, hat die Letztere auch nicht den mindesten Vortheil von ihrem Verbrechen, im höchsten Falle die Freundschaft einer Diebin und Verbrecherin. Es ist tief zu beklagen, daß die Achtung vor Gott, der bei der Leistung des Eides als Zeuge der Wahrheit der Aussagen angerufen wird, in unserer Zeit so sehr verschwindet, daß um eines Betrages von 1,25 Mk. willen unter seinem Auge ein Meineid geleistet wird, eine That, deren Abscheulichkeit noch dadurch erhöht wird, daß die Verbrecherin ihr Ohr den Worten des Richters, der sie auf die Heiligkeit des Eides und die strenge Strafe, welche ein Meineid nach sich zieht, besonders noch aufmerksam macht, verschließt. Nur um des Gewinnes von 1,25 Mk. willen hat eine Frau sich nun wegen wissentlichen Meineides vor dem Schwurgericht und eine andere vor der Strafkammer wegen Verleitung zum Meineide zu verantworten. Die fürchterliche Strafe — Zuchthaus bis zu 10 Jahren bezw. Zuchthaus bis zu 5 Jahren— welche den beiden Angeklagten droht, ist eine irdische Sühne für ihr Verbrechen; ob vor einem höheren Richter nicht eine höhere und unendliche Strafe droht, wissen wir nicht, aber wir glauben es. Der Leichtsinn gerade auf dem Gebiete des Meineids ist ein derartig großer und weiter um sich greifender, daß wir nicht umhin konnten, diesen drastischen Fall eingehender zu behandeln. Wir möchten insbesondere anläßlich dieses Falles und seiner Folgen noch darauf aufmerksam machen, daß zum Begriff der Verleitung des Meineides nicht gehört, daß die Verleitung gelungen ist, sondern daß schon das Unternehmen selbst (also der Versuch), ja auch das erfolglose Unternehmen als selbstständiges Delikt im§ 159 R.=Str.=G.=B. behandelt und mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren bestraft wird. Außer der Zuchthausstrafe, welche die beiden Verbrecherinnen erwartet, wird noch gegen sie auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und auf die dauernde Unfähigkeit der Verurtheilten, als Zeuge oder Sachverständige eidlich vernommen zu werden, erkannt werden. Wie die Verhandlung des Falles Berichts=Verhandlungen. Elberfeld, 23. Nov.(Strafkammer.) Ueber einen Metzger von Ohligs wurden 3 Tage Gefängniß verhängt. Der Angeklagte setzte seinen Wursterzeugnissen bis zu 7½ v. H. Mehl zu und fügte dem Hackfleisch behufs Erhaltung eines frischen Aussehens 1½ v. H. schwefelsaures Natron zu, obwohl ihm die Schädlichkeit dieser Beimischung wohl bekannt war. Das Urtheil soll auch in seinem Wohnkreise öffentlich bekannt gemacht werden.— Ein oft bestrafter Buchbinder aus Solingen, hatte in 2 getrennten Fällen im Zustande der Trunkenheit einen harmlos des Weges kommenden Maurerpolir zweimal in Hand und Seite gestochen und einem Fuhrmanne, der ihm einen wohlverdienten Peitschenhieb versetzt hatte, einen gefährlichen 5 cm. tiefen Messer stich in die Achselhöhle beigebracht. Das Gericht erkannte gegen den schlimmen Gesellen auf 3½ Jahr Gefängniß. — Ueber einen Solinger Tagelöhner wurden 18 Monate Zuchthaus und 150 Mk. Geldstrafe oder 28 Tage Zuchthaus verhängt. Er hatte einen Händler in Saargemünd um 3 Mk., eine Händlerin in Völklingen um 2 Mk. betrogen und mit einem andern Tagelöhner am Güterbahnhof in Solingen für etwa 22 Mk. Zinkplatten gestohlen. Sein Genosse erhielt 3 Monate Gefängniß.— Ein Stahlwaarenfabrikant von Solingen und dessen Prokurist waren beschuldigt, auf ihren Messern das geschützte Waarenzeichen der Firma Jos. Rodgers& Sons limited in Sheffield dadurch täuschend nachgemacht zu haben, daß sie die Marke„Rogger, Sheffield" aufschlagen ließen und nach Lima versandten. Das Gericht ließ ihren Einwand gelten, daß sie das in Deutschland eingetragene Zeichen„Rodgers“ nicht als geschützte Waarenmarke gekannt hätten, verurtheilte sie aber zu 150 Mk. Geldstrafe, weil sie rechtswidrig einen unrichtigen Namen und Ort auf ihre Erzeugnisse aufgeprägt haben, auch wurde auf Tilgung dieser Stempelaufdrücke auf den noch vorhandenen Vorräthen erkannt.(T. A.) Düsseldorf, 23. Nov. Gestern wurden vom hiesigen Schwurgerichte vier jugendliche Messerhelden wegen gefährlicher Körperverletzung mit tödlichem Ausgange zu 18 bezw. 6 Monaten Gefängniß bestraft. Heute stand wiederum ein 23 jähriger Messerheld vor den Schranken des Schwurgerichts. Derselbe brachte am 12. September u. A. seiner Braut in deren Wohnung einen Messerstich am Knie bei und erstach am folgenden Tage in derselben Wohnung deren Liebhaber durch einen Stich in's Herz. Wegen vorsätzlicher Töotung und Körperverletzung erhielt er eine Gesammtstrafe von 10 Jahren und einer Woche Zuchthaus. Vermischte Münden(Hannover), 22. Nov. In dem Dorfe Meensen fiel heute Morgen der 77 Jahre alte Landwirth Bachmann vom Boden seines Hauses auf die Tenne und brach das Genick. Berlin, 22. Nov. Von einem recht bedauerlichen Unglücksfall wurde am Dienstag in Potsdam der Hofprediger D. Rogge betroffen. Er hatte eine Beerdigung vorzunehmen. In der etwas engen und dunklen Kapelle des Kirchhofes stand der Sarg aufgebahrt. Als nun Hofprediger Rogge, der, seitdem er vor Jahren einen Beinbruch erlitten, an einem Stocke geht, die Stufen zum Altar emporschritt, trat er einen Fehltritt und stürzte so unglücklich herab, daß er stark blutende Verletzungen über dem rechten Auge erlitt. Er ließ es sich aber nicht nehmen, mit stark geschwollenem Auge und verbundenem Kopf in der Leicheuhalle und am offenen Grabe seines Amtes zu walten, worauf er im hohen Grade erschöpft in seine Wobnung fuhr. Schneidemühl, 23. Nov. Der 13jährige Kolonistensohn Henke in Romanshof bei Filehne hat, indem er mit einem geladenen Gewehr spielte, 3 Kinder durch einen losgehenden Schuß schwer verletzt. Antwerpen, 23. Nov. In der Nähe von Ostwalle stießen zwei Personenzüge der schmalspurigen Bahn Hoogstraeten=Antwerpen zusammen. Außer einem schwerverletzten Maschinisten und einem Heizer sind 10 Personen leicht verletzt worden. Eine Untersuchung ist begonnen. Gent, 22. Nov. Heute Morgen wurde die bejahrte unverheirathete Rentnerin Demoerlose in ihrem Hause erwürgt aufgefunden. Sämmtliche Kisten und Kasten des Hauses waren aufgebrochen. Auch den Inhalt des Geldschrankes im Betrage von 26000 Franks haben die Mörder mitgenommen. — 22. Nov. Der in seiner Wohnung erhängt aufgefundene Ackerer Bauwens von Schellebelle hat einen Brief hinterlassen, worin er sich als den Mörder seiner beiden Brüder bekennt. Seit 2 Jahren habe er sich mit dem Plan getragen, sie aus der Welt zu schaffen, und zu dem Zwecke schon vor längerer Zeit einmal Kupfervitriol in ihren Brunnen geworfen. Da er damit nichts erreicht, sei er vor etwa 10 Tagen Nachts in das Haus seiner Brüder gedrungen, die geschlafen hätten, und habe ihre für den folgenden Morgen bereitstehende Milchsuppe mit Arsenik vergiftet. Petersburg, 23. Nov. In dem Eisenwerke Briaur platzte ein Hochofen, infolgedessen 30 Arbeiter getödtet wurden. San Francisco, 23. Nov. Heute Nacht brannte das Baldwin=Hotel nieder. Der Schaden wird auf 1 Million Dollar geschätzt. Viele Gäste sprangen aus den Fenstern und verletzten sich dabei. Mehrere Bedienstete des Hotels sind wahrscheinlich umgekommen. Eine Anzahl Gäste wurde nach dem Krankenhause gebracht, einer derselben ist inzwischen gestorben. Das mit dem Hotel verbundene Baldwin=Theater ist ebenfalls abgebrannt. (Der siebzigste Schulz) ist am 1. Oktober in Berlin als Gemeindelehrer angestellt worden. Neueste Nachrichten und Telegramme. Altenhundem(Reg. Arnsberg), 24. Nov. Amtlich wird gemeldet: Gestern gegen 3 Uhr entgleiste zwischen den Stationen Grevenbrück und Altenhundem der Ruhr=Siegbahn der Eilgüterzug Nr. 2273 auf einem Wegeübergang. Der Lokomotiv= führer und 2 Bremser wurden leicht, der Heizer schwer verletzt. Der Betrieb wird eingleisig aufrecht erhalten. Die Ursache der Entaleisung ist noch nicht festgestellt. Berlin, 24. Nov. Die„Morgenblätter“ melden aus Görlitz: Der Ruhmeshallen=Ausschuß übertrug Professor Pfuhl das Zweikaiserdenkmal und bewilligte 40000 Mark.— Die„Deutsche Tazeszeitung“ meldet: Professor Schweninger nahm die Stelle eines leitenden Arztes des zu erbauenden Kreiskrankenhauses des Kreises Teltow in Steglitz an und errichtete dort eine Aersteschule.. ∆ Mirem: Vuans München, 24. Nov. Die Molgen= Ausgabe der „Allg. Ztg. vom heutigen Tage wird aus den„Gedanken und Erinnerungen“ des Fürsten Bismarck, die in der nächsten Woche erscheinen werden, den Briefwechsel zwischen König Ludwig II. und Bismarck und den ersten Theil des Kapitels Erfurt Olmütz und Dresden veröffentlichen. Laibach, 23. Nov. Der Hofzug des deutschen Kaiserpaares hat um 7 Uhr 36 Minuten Laibach passirt und setzte die Weiterfahrt über Tarvis nach Paris, 23. Nov. Der Kassationshof stellte heute Nachmittag Picquart und den General Royer einander gegenüber.— Nach einer Meldung des„Temps“ entschied General Zurlinden, daß Picquart vor ein Dover, 24. Nov. Wegen des Südoststurmes ist der Dampferdienst auf dem Kanal vorläufig eingestellt. Manila, 23. Nov. Die Amerikaner haben 4000 Mann Verstärkungen gelandet. Peking, 23. Nov. Der Kaiser besuchte heute den Abnensaal; demnach hat sein Gesundheitszustand sich 8168. Theater. Düffeldorf: Freitag: William Iphigenie auf Tauris. Ratcliff. Samstag: Briefkasten. Nach Gräfrath. Ihr Brief mit Inseratenaufgabe betr. Stadtverordnetenwahl, welcher laut Poststempel zwischen 6—7 Uhr gestern Morgen dort aufgegeben war, kam zu spät in unsere Hände, um noch Ihrem Wunsche nachkommen zu können. Der Brief kam hier laut Poststempel zwischen 11 und 12 Uhr an. Die Anzeige finden Sie in der heutigen Nummer. Wir richten aus Anlaß dieses Falles wiederholt an alle Leser unseres Blattes in Gräfrath die dringende Bitte, Anzeigen und Berichte möglichst am Tage vor der betr. Nummer, in der sie Aufnahme finden sollen, uns zusenden zu wollen. Eingesandt. Für Mittheilungen unter dieser Rudrik ist die Redaktion dem Publikum gegenüber nicht verantwortlich. Bekümmert sich der Solinger Haus= und Grundbesitzerverein denn gar nicht um die für ihn so wichtige Stadtratbswahl? Es wäre doch sehr erwünscht, wenn der Verein städtischen Angelegenheiten mehr Interesse entgegenbringen würde. Ein Mitglied. 7 e s u c h e u n d A n g e b o t e j e d e r A L####scretion an die für den speciellen Zwrck b. ##Zeitung befördert un einlautende Oertini ndt von der im In- und. Central-Annoncen-Expeditioe dem Auftraggeber zug. seit vielen Jahren bekann von G. L. Daube& Co. Vertreten in allen grosser Köln, Unterfettenhennen 7. Tel. 495. entschied General Zurlinden, Triesch, Urmetzer& Kriezsgericht gestellt werden soll.— Die heutige Sitzung Fernaprech=Ansehlase Nr. 41. des Kossationehoses dauerte bis 6°. Uhr. Nach der London kS, 26.42 264 Gesinanifs zurücheshrache. 4msdKadkr 8 16385 16335 Gejungneg zurdagteracht. Co. in Solingen. erlassen nehme Belgien k 8.80.50 80.20 Schw. Pl. k. S. 80.40 80.10 Italien k. S. 75.—/74 50 Frauen= und Jungfrauenverein der Kleinkinderschule, Emilienstr. Heute, Donnerstag, den 24. Nov., Nachmittags 4 Uhr, im Saale des ev. Armenhauses: Arbeitetunde. Steckbrief. Gegen die unten beschriebene Ehefrau Siegmund Schmidt, Dorothea geborene Rogge, geboren am 17. September 1874 zu Hamm, zuletzt wohnhaft in Solingen, welche flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung verhängt. Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und in das Königl. Gefängniß zu Elberfeld abzuliefern. Elberfeld, den 20. November 1898. Der Untersuchungsrichter II bei dem Königlichen Landgerichte. Beschreibung: Alter: 24 Jahre. Größe: 1,69 m. Statur: schlank. Haare: dunkelblond. Stirn: mittelhoch. Augenbrauen: dunkelblond. Augen: blau. Nase: spitz. Mund: gewöhnlich. Zähne: Kinn: gewöhnlich. Gesicht: länglich. Gesichtsfarbe: blaß. Kleidung: schwarzes Kleid, dto. Umhang, braunen Winterhut, Knopfschuhe, schwarze Glacéhandschuhe. Besondere Kenntzeichen: befindet sich im 8. Monat der Schwangerschaft. Bekanntmachung. Seitens der trigonometrischen Abtheilung der Landesaufnahme sind in hiesiger Gemeinde außer dem Knopf des Kirchthurms zu Kohlsberg ein Punkt zu Stübchen und ein Punkt zu Höherheide als trigonometrische Punkte bestimmt worden. Indem diese Marksteine u. die darüber befindlichen Holzgerüste dem Schutze des Publikums empfohlen werden, wird darauf hingewiesen, daß Beschädigung, Verrückung oder Entfernung der Marksteine strafrechtlich verfolgt Höhscheid, den 22. November 1898 Die Polizei=Verwaltung: Gläßner. Bekanntmachung. Die Armenvorstandssitzung findet am Freitag, den 25. d. Mts., Pachmittags 6 Uhr, im hiesigen Ruth Höfshed, den 22. November 1898. Der Bürgermeister: Gläßner. Der Entwurf zum Gemeindehaushaltsetat für 1899 liegt während 8 Tagenim hiesigen Verwaltungsbureau zur Einsicht offen. Gräfrath, den 23. November 1898. Der Bürgermeister: Kürten. Sehr vortheilhaft kauft, wer im Waaren= und Möbel=Credit-Haus 1. Ranges für Bekleidungs- u. Wohnungs. Einrichtung auf Theilzahlung seinen Bedarf deckt. Gegründet 1886. Streng reelle Bedienung. Normale Preise Credit an Jedermann. Gegen geringe Anzahlung. 8 Großartige Auswahl in Herren= und Knaben=Garderoben, Damen=Confection, Kleiderstoffen, Manufakturwaaren, Gardinen. Teppiche, Betten, Kinderwagen, Rohrsessek, Kochherde, Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. Lieferung ganzer Möbel=Ausstattungen. sur Uhren, Goldwaaren. Trauringe. Strengste Verschwiegenheit. Todes-Anzeige. Es hat dem Allmächtigen gefallen, heute früh gegen 5½ Uhr unsern innigstgeliebten Vater, Schwiegervater, Grossvater, meinen geliebten Bruder, unseren lieben Schwager und Onkel Julus-Tuekmänter im Alter von beinahe 74 Jahren aus diesem Leben zu sich zu rufen, was wir Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Theilnahme mittheilen. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Richard Tückmantel u. Frau. Elise geb. Dültgen Pant Tückmantel u. Frau. Mabel geb. Saville. Solingen, den 24. November 1898. Die Beerdigung findet am Samstag, den Nachmittag 3½ Uhr statt. Trauerfeier im Hause ½/ Stunde früher. 26. Nevember Etat der Handelskammer für den Kreis Solingen zu Solingen für dad Gechitelohr 1908599. Einnahme. 1. Gewerbesteuer der Beitragspflichtigen 105000 Mk. zu 10%..... 10500 Stmma 145401— Ausgabe. 1897/98 1898 99 8 Wähla pro 1996.09 mehr 8 weniger 1. Titel 1. Gehalt des Syndikus...... 17 8. 9. 10. 11. 12. 300 150 40 50 Königl. Standesamt Solingen 22. u. 23. November. Geburten: Erna Clara, T. v. Gelbgießer Alb. Wüstenhagen, Kullerstr. Alex Reinh., S. v. Scheidenarbtr. Rich. Keßler, Schulstr., Josef, S. v. steller Carl Schmitz, Kaiserstr. Erich, S. v. Messerschlfr. Gustav Lauterjung, Meigen. 1 unehel. Geburt. Sterbefälle: Carl Friedr. Flügel, 56 J., Weststr. Daniel Caspers, 79 J., Kronenstr, Helene Dinger, 17 J., Kaiserstr. Helene Hausmann, ged. Melchiors, 79 J., Nordstr. Maria Sofie Kleinbongartz, 2 Mon., Casinostr. Heirathen: Sattler Ewald Lüneschloß und Clara Voos, b. h. KirchenkassenRendant Adalbert Weck und Pauline Baurmann b. h. Aufgebote; Stuckateur Perer Jos. Hoffmann und Anna Hansel, b. h. Anstreicher Joh. Leop. Aug. Teichert und Emma Helene Wundes, b. h. ein lächtiges Dienstmädchen von Frau E. H. Friedrichs, Stöcken v. Solingen. 2. Schreibhilfe 3. Postporto Botenlohn Schreibwaaren... Titel II. Miethe der Büreauräume. Beleuchtung, Heizung u. Reinigung III. Bibliothek............ 350 Titel IV. Drucksachen und Insertionen.. Titel V. Anfertigung der Hebelisten... Hebegebühren, Kassenführung u. Anfertigung der Jahresrechuung Titel VI. Beitrag für den deutschen Handelstag.„.„... Beitrag für den Centrat=GewerbeVerein in Düsseldorf Sonstige Beiträge........ 200 Titel VII. Reisekosten............ 450 Titel VIII. Verschiedenee.......... 760 400 225 1800 50 250 4000 300 150 40 125 600 225 700 2300 60 840 150— 50— 150 50 250 350 960 2225— 75 200— 350 500— 10— 590— 50 Summa. 7000—|10500 Solingen, am 23. November 1898. 100— 400— 4000— 500 Die Handelskammer. Gerichtlicher Verkauf. Am Freitag, den 25. Novbr. 1898, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1) 2 Ballen Federn, 2) 1 Ausziehtisch, 1 Kommode u. s. w. 3) 2 Vertikows. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Oststraße 23. Reich. Mädchen, Hausarbeit Mk. Gute Zeugnisse erforderlich. in der Expedition. Suche für meinen Sohn eine #0 Schreiberlehrstelle. Offerten unter Z. 100 an die Expedition. Gerichtlicher Verkauf. Am Freitag, den 25. November 1898, Nachmittags 3 Uhr, sollen bei Herrn Kitschenberg zu Bavert bei Wald öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 Sopha, 1 Secretärschrank, 1 Tisch und 1 Mantelofen. Solingen. Der Gerichtsvollzieher: Wupperstr. 32. Stange. Per Februar oder Mai n. Is. von einem jungen Ehepaar eine mit allen Bequemlichkeiten(Gas 2c.) eingerichtete Parterrewohnung von 5 Zimmern gesucht. Am liebsten in der Nähe des Neumarkts gelegen. Offert. m. Preisang. unter P.§. 100 a. d. Exp. erbeten. Nachruf an unsere so früh verstorbene Freundin Anna zu Unten-Scheidt. Dein treues Herz hat aufgehört zu schlagen, Du ruhst jetzt aus in dunkler Erde Schooß. Was sollen wir nun trostlos klagen? Dir ward schon früh ein besseres Loos. Wer Dich gekannt, mit redlichem Gemüthe. Mit Deinem Herzen, so voll sanfter Güte, Mit Deinem stillen, Gott ergebenen Sinn, Du schwer geprüfte, edle Dulderin, Der gönnt Dir die stille sel'ge Ruh; Wohl dem, der stirbt, wenn er gelebt wie Du. Doch wird Dir einst die Stunde schlagen, In der sie sich mit Dir vereinen, Die liebe Mutter, die Dich treu gepflegt. Der gute Vater, der Dich stets bewacht, Und die Geschwister stehen tief bewegt Und flüstern still sich zu: es ist vollbracht; Wie lieb und theuer Du uns bist gewesen, Wie gern wir Dich geseh'n in unserer Näh Dies könntest Du aus unseren Blicken lesen, Wenn jetzt Dein Aug' auf uns herniedersäh! Es hat der Tod Dich uns zu früh geraubt. Doch glücklich Du! Darfst Deinen Heiland sehen, An den Dein Herz im Leben fest geglaubt! So schlafe, theure Freundin, denn in Frieden, In Deiner Gruft, an der wir trauernd stehn 6 Und ist zu Ende unser Weg oienieden, So werden droben wir uns wiederseh'n. Der Heir hat's gegeben, der Herr hat's genommen, Der Name des Herrn sei gelobt. Gewidmet v. ihren Freundinnen und Freunden. Abgeschlossene 1. Etage. An der mittleren Kaiserstraße ist eine herrschaftlich eingerichtete 1. Etage, 6 Zimmer und Speicherzimmer, per Mai 1899 zu vermiethen. Wo, sagt die Expedition. Für die uns beim Hinscheiden unserer theuren Entschlafenen erwiesenen Beweise herzlicher Theilnahme sagen wir Allen, besonders den Herren Pfarrern Tersteegen und Müller unsern innigsten Dank. Solingen, den 24. November 1898. Familie Ludwig Beumer. Die Fischhäudlung von Johann de Vogt, Kölnerstraße 131 empfiehlt in bester, frischester Waare: Extra grossen Mittel-Schellfisch per Pfd. 20 Pfg., Cabliau, Bratsische per Pfd. 23 Pfg., Barsch, Rothzungen, echte, süße Bratbückinge Roheßbückinge prima Vollhäringe, BismarckHäringe und Sardinen zur gefl. Abnahme bestens. Heute frisch eintressend: Zwangs=Versteigerung. Die Grundstücke des Scheerenschleifers Edmund Heinrichs in Ohligs, früher Goldberg gehörig, nämlich: Flur 8, Nr. 832, 838, 844, 845, 846, 900, 1722/911, 915 und 901 nebst aufstehenden Wohnhäusern Nr. 8, 9 und 7 hierselbst, Wiefeldick, groß 72 Ar 16 Quadratmeter, 7,56 Mk. Reinertrag und 324 Mk. Nutzungswertb, sollen Donnerstag, den 5. Januar 1899, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht im Sitzungssaale zwangsweise versteigert werden. Ohligs, den 3 November 1898. Königliches Amtsgericht. extra großen Nieuwendieper Angel=Schellfisch, Mittel=Schellfisch, Cabliau, Rhein=Salm Seezungen. Steinbut, Barsch, echte süße Monik. Brat=Bückinge, geräuch. Aal, Kieler Bückinge, Sprotten, Aal in Gelee per Pfd. 1 Mk., Sardinen per Pfd. 30 Pfg., Rollmöpfe pr. St. 5 Pfg, Bismarck=Häringe pr. St. 8 Pfg., Häringe, ff. marinirt, p. St. 8 Pfg., sowie prima Voll=Häringe pr. Dtd. 35 Pfg. empfiehlt Caspar Wilkens. Kaiserstr. 205, Mühlenplätzchen. Neues Apfelgeler per Pfd. 45 Pfg., bei 5 Pfl. à 40 Pig. Versüsstes Gelee per 2 Pfd.-Dose 49 Pfg., 10 Pfd. Emaille-Eimer Mk. 240, 10 Pfd. Kochtopf Mk. 2.30, lose ausgewogen per Pfd. 24 Pfg. Büthen-Schleuderhonig per Ptd. 90 Pfg., per ½/8 Glas 65 Pfg., ½ Glas 1.20 M, 2f Glas 2.10 Mk. Neue Preisselbeeren p. 10 Pfd. Patentbüchse Mk. 3.50 30„„ Mk. 10.00 ½1 Glas 60 Pfg., 1/1 Glas M. 1.10, ausgew. per Pfd. 40 Pig. (Für Haltbarkeit wird garantirt.) empfiehlt Heior Pütz Kaiserstr. 131. Fernepn. 149. 4nuut ganz oder geEine schöne Wohnung theilt auf Mai zu vermietben. Näheres in der Expedition. Wohnung von 5—6 Zimmern(4 part. od. 1. Etage und 1—2 Mans.) zu Mai 1899 zu miethen gesucht. Off. m. Preisangabe unter W. F. 616 an die Exped. Ein Schlag gutgereister Brieftanden(700 Kilometer) zu verkaufen. Gartenstraße 16. Lebendfrischen prima großen Norderneyer Mittel-Schellfisch per Pfd. 20 Pfg. Cabliau im Schnitt 30 Pfg. empfiehlt Franz Willens, Ufergarten 31. Heute frischen großen Schellfisch per Pfd. 30 Pfg. H Schnmacher. Kronenbergerstr. 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K., Gießmann, Otto. Goldberg, Erm., Gosekubl, Hauptlehrer, Grad, Louis, Gütd, C. Jul., Haro Hermann, Hartkopf, Ernst, Hartkopf, Rud., Hasselbach Fris, Wilh., Heberlein Otto, Herhaus, Rekter, Hevderhof, Otte, Horpe, Friz, Humbeck Friedr., Iserlob, Paul, Kieserling, Th., Rod., Klemm, Th. Koch, Hermann, Köhnen, Hauptlehrer, König, Rich Kunze, Fr. Wilh, Lingmann, Jul., Lütters, K., ir., Meichiers, Eduard, Mertens, H. I., Mette, Aug., Müller, Ed., Rüller, Ernkt, Oblizger, Anz., Osthoff, Aug., Pazly, Slais. acher, Rich, Priester, Heinr., Raßpe, Rich., A. Begg, Raud, Hermann, Rehr, Wihelm, Sabin, Leuis, Schaaff, Schiffer, Adolf. Schmidt, Ernst, Schmidt, Carl Eugen, Schmiß, Otto, Schönenberg, Rob., Schwickerath, Jak., Tittmann, Gerh., Unsdelm, Geuard, van Meenen Dr., Voos, K. Feinh., Boß, Friz, Weber, Aug., Weißkopf, Gust., Welker, Rich., Wingen, ant., Zenk, Fr. Wilb, Heilien Crlee Goldstrasse, Kirchstrasse, Stadtverordneten=Wahl. Die Majorität der Wähler 1. Klasse hat sich durch Unterschrift verpflichtet, bei der bevorstehenden Wahl ihre Stimme dem bisherigen Stadtverordneten Herrn Paul Kron zu geben, um dessen Verbleiben im Stadtverordneten Sdige Wähler hegen allgemein den Bunsch, daß auch für die Wiederwahl des ausscheidenden Stadtverordneten Herrn Samuel Lauterjung eingetreten wird und zwar in der 2. Klasse. Wir erfüllen daher geine die übernommene pflicht, die Wähler 2. Klasse zu bitten, ihre Stimmen auf diesen Candidaten zu vereinigen, wodurch die Wiederwahl beider Stadtverordneten gesichert ist. August Böntgen. Robert Kirschbaum. empfiehlt Schlesische, Bielefelder u. Irisch-leinene Taschentücher, Battist-Hohlsaum-Taschentücher, Gestickte Taschentücher, Spitzen-Lascht Weisse und bunt-seidene raschentucher. Weissleinene Taschentücher mit sauber gestickten Buchstaben gearbeitet f. Damen, Herren u. Kinder. Bunte Taschentücher, halbleinene und baumwollene Taschentücher in grösster Auswahl. Aufträge auf Taschentücher zum Stieken werden bis 10. Dezember erbeten. Haisersaal. Solingen, Tiererowrern, Plattkölnische Volksbühne. Direktor und Eigenthümer: A. Baum. rstag, den 24. November: Anfang 8 Uhr. Einlaß 7 Uhr. Benefiz för euren lieben Tünnes. Auf vielseitigen Wunsch zum 2. und letzten Male: * Eine tolle Nacht. Gr. burleske Ausstattungposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern nach Freund und Manstädt von W. Millowitsch. Freitag, den 25. Nov., Anfang 8 Uhr. Zum letzten Male: Der Lieutenant vom Himmel. Große Posse mit Gesang und großer Ausstattung in 5 Bildern v. W. Näheres durch die Tageszettel. Nach Schluß der Vorstellung elektrische Straßenbahn nach allen Richtungen. Heute und folgende Tage: Das grösste Wunder der Neuzeit. Die tleine Miß Selta, Das Riesenmädchen von Soest. 4 Jahre alt, 109 Pfund schwer. Das grösste Wunder der Neuzeit, Hier zu sehen.* Für Damen besonders sehenswerth! Schifidt, Schutzenetr. Neu! Techniker-Verein. M.=G.=V.„Orphea“ Solingen. 8 Solingen. Berliner Hof. Fr. Münster. Freitag, den 25. ds Mts., Abends 8½2 Uhr: (Dirigent: Herr Herm. Atmann.) Derselbe beabsichtigt am Sonntag, 27. Novdr., Abends 5½ Uhr, im Vereinslokal bei Herrn Aug. Wolfertz, Schutzenstraße, ein berartete dneten=Maß biten wir ihre Stiomen&aae Vokal- und Instrumental-Concert Bei der berois#benden Stadtverordneten= Wuhl bitten wir ihre vereinigen zu wollen auf die Herren: Samuel Lauterjung, Sanitätsrath Dr. F. Stratmann, : H e i n r i c h H a o r i n g, Frisz Horaes. Der Vorstand des Bürger-Vereins. Stadtverordneten=Wahl, Gräfrath. In der am Montag bei Herrn C. I.a von Wählern der 2. Abtheilung wurde einstimmig beschlossen, an den ausscheidenden Herren Abert Pohlig zu Paashaus und Ludwig Stock zu Schlagbaum festzuhalten und dieselben bei der Wahl(am Freitag, den 23. November, Nachmittags 21—4 Uhr) wieder zu, wählen, Albert Küller, Emu rohlig, Dr. Pütz. Stadtverordneten=Wahl in Gräfrath. Sei der heute stattgefundenen Besprechung der Wähler 1. Abtheilung wurden einstimmig vorgeschlagen: Carl Aug. Rauh-Foche. Albert Hillers-Flachsberg. C zu veranstalten, unter gütiger Mitwirkung der Gesangvereine: 7 M. G.=V.„Sängerkreis“ Jagenberg,„Tängerlust“=Solingen M. G.=V. Benrath und„Hoffnung"=Feld. Darauf: BALL. Entree zum Concert im Vorverkauf 30 Pf., an der Kasse 40 Pf., Dor Sd vst. Der Bertend. Die Herren passiven Mitglieder sind nebst Familie hierdurch freundlichst eingeladen. NB. Getränke nach Belieben. S G E * # 3 9 33 # Solinger Sonntag, den 4. Dezember er. im grossen Saale der Schützenburg: GTUSSUS CUROLHT 83 2 6 8 Höhscheider Männer-Gesang-Verein. Stiftungs-Fest. Zur Feier desselben am Sonntag, den 27. Nov. cr., Nachm. 5½ Uhr, im Vereinslokale bei Herro Carl Hensing. Neuenhof: Grosses CONCERT humor. Vorträge. Später: BALL. S Zu diesem Feste sind Karten zum Concert im Vorverkauf * à 40 Pfg. bei den Mitgliedern, sowie im Festlokal zu haben. F Kassapreis 50 Pig.— Es ladet freundlichst ein Der Vorstand. Zl Programme und Textbücher sind an der Kasse zu haben. enacct Vortrag des Herrn Collegen Liebich über:„Erddruck und Berechnung einer Stützmauer", wozu sämmtl. Herren Collegen freundlichst eingeladen werden. Der Vorstand. Golinger Männerchor. Mittwoch, den 30. Nov. 1898, 9 Uhr: General-Versammlung. Tages=Ordnung: 1) Rechnungs=Ablage. 2) Wahl der Rechnungs=Revisoren. 3) Vorstands=Wahl. 4) Verschiedenes. Der Vorstand. Verein für Cechnik und Industrie. Solingen. Freitag, den 25. November 1898, Abends punkt 8½ Uhr. im Sängersaale des„Bayrischen Hofes“ (H. Pohl) Solingen: Vortrag des Herrn Ober=Ingenieur C. Hase: Andrées Hallonfahrt. Da das Thema viel Interessantes bieten dürfte, so sind uns an diesem Abend Damen, Familien=Angehörige und Freunde unserer Vereins=Mitglieder willkommen. Der Vorstand. Sosggne R. v. Wänderfalke. Freitag keine Versammlung. Regenschirme!!! Hotel Deutsches Haus Solingen. Altrenommirtes Hotel W. Langzuth neuer Besitzer. 9 5 9 unter Leitung des Musikdirektors Herrn Carl Hirsch und unter gütiger Mitwirkung der Concert-Sängerin Fräulein Mellendorf(Alt), sowie der ganzen Capelle des 39. Infanterie-Regiments aus Düsseldorf. B 93 E 2 8 53 Im kühlen Grundel hni Sonntag, den 27. Nov. er., Nachmittags 4 Uhr, findet in meinem Lokale Ränechränzchen mit Scheekt statt und ladet zu zahlreichem Besuche ein Aslne großartige Auswahl, billigste Preise. Müller’s Tapetenhaus. untere Kaiserstraße 45. Wer Crristbaumschmuck aus Glas als Kugeln, übersponnene Restere Phantasiesachen, Früchte, Perlen, Engel mit Glasflügeln, Baumspitze(Neuheit) u. s. w. kaufen will, der wende sich direkt an die Glasbläserei v. Eamund Beck, lus am Rennweg.(Thür.) Reich sort. Kiste überallhin franko für 5,25 Mk.— Zahlr. Anerkennungen.— Bin mit der Sendung sehr zufrieden. werde den Bezug durch Ihre Glasbläserei Jedermann empfehlen. 0. Steude Tischlmstr., Solingen. Tücht.Maurer-Handlanger sofort gesucht. 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Nach der dem Bundesrath vorgelegten„Uebersicht der Etatsstärke des deutschen Heeres für das Rechnungsjahr 1899“ wird sich dieselbe im Ganzen belaufen auf 23230 Offiziere, 1134 Zablmeisteraspiranten, 6362 Spielleute(Unteroffiziere), 1937 Lazarethgebilfen, 68814 sonstige Unteroffiziere(Gesammtsumme der Unteroffiziere 78247), auf 16869 Spielleute(Gemeine), 1929 Unterlazarethgehilfen, 7193 Oekonomiehandwerker, 453238 Kapitulanten und sonstige Gefreite und Gemeine(Gesammtsumme der Gemeinen 479229), ferner 2103 Militärärzte, 1016 Zahlmeister, Musikinspizienten, Werkstättenvorsteher der Luftschifferabtheilung, 583 Roßärzte und Veterinäre, 995 Büchsenmacher und Waffenmeister, 93 Sattler und 98038 Dienstpferde. Gegenüber dem Jahre 1898 sind in Preußen und Bayern hauptsächlich Etatsänderungen auf Kosten der Truppentheile zu Gunsten der Bekleidungsämter, außerdem geringe Offizierserhöhungen bei der preußischen Infanterie, den besonderen Formationen und den nichtregimentirten Offizieren, der bayerischen Fußartillerie, den bayerischen besonderen Formationen, den sächsischen Bezirkskommandos und den bayerischen, sächsischen und württembergischen nichtregimentirten Offizieren vorgesehen. Die Etatsveränderung innerhalb des Reichsheeres gegenüber 1898 beträgt:+ 54 Offiziere,+ 40 Unteroffiziere,— 34 Zahlmeister, 17 Büchsenmacher und Waffenmeister. Die Aenderungen, welche der Militäretat durch die beabsichtigte Militärvorlage erleidet, können erst nach deren Einbringung übersehen werden, sind sonach bei den vorstehenden Angaben noch nicht berücksichtigt. Die Mittheilung, daß ein zu einer Uebung entsandter Sanitätswagen aus Dresden die Bezeichnung XVIII. Armeekorps(zweites sächsisches) getragen habe, erklärt sich wie folgt: Das zwölfte königlich sächsische Armeekorps besteht nämlich aus drei Divisionen, zu denen im Mobilmachungsfalle noch die sächsische ReserveDivision tritt. Das Königreich Sachsen stellt mithin sofort zwei Armeekorps ins Feld, weil es vier Divisionen hat und zu jedem Armeekorps in der Regel nur zwei Divisionen gehören. Daß dazu außer der Bewaffnung, Ausrüstung u. s. w. auch der Park(Sanitäts=, Trainwagen u. s. w.) längst schon vorhanden ist, ist selbstvrstäntich,.„.. G6 r.sten 5. Der vom Verein der Inoustrielten des Regierungsbezirks Köln angeregte Gedanke einer Einbeziehung des durch Unwetter aller Art entstehenden Schadens an Gebäuden, Maschinen und Werkzeugen in die Sachversicherung hat bei den deutschen Handelskammern, sowie im eigenen Kreise des Vereins lebhaften Anklang gefunden, wie dies aus den Mittheilungen hervorging, die in einer kürzlich abgehaltenen Versammlung des genannten Vereins gemacht wurden. Nicht allein in Rheinland=Westfalen, in besondere in Köln und umgegend, wo der bekannte Wirbelsturm vom August d. J. besondere Veranlassung zur Erörterung obiger Frage bot, sondern auch in andern Gegenden Deutschlands hat das Vorhaben einer solchen Ausdehnung der Elementarschäden=Versicherung beifsäliz Aufnahme gefunden. Die Staztgreierzue hat sich, gleich dem genannten rheinischen Industrieun— zunächst an den Verband der deutschen Privat=Feuerversicherungs=Gesellschaft=n in Berlin mit der Einladung gewandt, der Frage näher zu treten. Inzwischen ist mehrseitig in den betheiligten Kreisen die der öffentlichen Sozietäten und zwar mit um so größerem Recht betont worden, als in manchen deutschen Staaten die Immobilarversicherung bei den staatlichen Anstalten vorgeschrieben ist. Daneben erscheint die Einführung gegen Unwetterschaden, die man sich in erster Linie alt Zusatzversicherung zu der allenthalben bestehenden Feuerversicherung gedacht hatte, als besonderer Geschäftszeig nicht ausgeschlossen. Es steht zu hoffen, daß die##tige Frage nicht ungelöst von der Tagesordnung der öffentlichen Erörterung abgsetzt werden wird. Rheinland und Westfalen. Remscheid, 23. Nov. Der bisherige Stadtbaurath Max Ludewis in Homburg v. d. H. ist als besoldeter Beigeordneter der Stadt Remscheid auf zwölf Jahre besiäktigst worden.„„ Spphug Ronsdorf, 23. Nov. Eine Anzay. von Tyroue fällen ist seit einigen Tagen in der Nähe der Hütten vorgekommen. Anscheinend tritt die Krankheit epidemisch auf, da bis gestern bereits 8 Personen dem Krankenhause zugeführt werden mußten. Man führt die Ursache auf verseuchtes Brunnenwasser zurück.(Elbf. Gen.=Anz.) Mülheim=Rhein, 22. Nov. Gestern wurde ein Kind von einem Fuhrwerk überfahren; die Verletzungen waren derart, daß das arme Wesen alsbald verstarb. Wer beschreibt den Schmerz des das Fuhrwerk leitenden Mannes, als dieser beim Anblick der Leiche erkannte, daß er sein eigenes Kind todtgefahren hatte. Das Kind war, aus einer Nebenstraße kommend, schnurstracks unter die Räder gelaufen; der Vorgang spielte sich innerhalb weniger Sekunden ab, so daß der Fuhrunternehmer kaum Zeit zum Bremsen fand. Bonn, 22. Nov. Die Studentenschaft veranstaltet am 28. November in der Beethovenhalle eine Trauerfeier für den Fürsten Bismarck. Das Kölner städtische Orchester unter Leitung von Professor Franz Wüllner und ein aus der Studentenschaft gebildeter Gesangchor haben den musikalischen Theil der Feier übernommen. Ein Burschenschafter hält die Gedächtnißrede. Düsseldorf, 22. Nov. Gestern waren im neuen Hafen mehrere Arbeiter damit beschäftigt, das Schiff „Industrie Nr. XI“ zu beladen, als einer der auf dem Werft stehenden Leute, der Schiffer Fell, von dem Krahn, den sie zu bedienen hatten, erfaßt und aus beträchtlicher Höhe auf das Schiff geschleudert wurde. Dem Aermsten wurden die Zähne fast vollständig ausgeschlagen, außerdem trug er schwere Fuß= und Handverstauchungen Soest, 21. Nov. Akademisch gebildete beiter sollen in großer Anzahl an den zur Zeit in denKreisen Soest und Arnsberg im Bau befindlichen Eisenbahnen beschäftigt sein. Die„Köln. Volksztg.“ berichtet, daß an einer Baustelle die Leute einem Schachte den Namen „Philosophen=Schacht“ gaben, weil sämmtliche darin beschäftigten Arbeiter ehemals die Universität besucht hätten. Ja, in einem anderen, von jenem nicht weit entfernten Orte machte der protestantische Geistliche, welcher die Arbeiter in ihrer Baracke aufsuchte, um seine dort etwa arbeitenden Glaubensgenossen kennen zu lernen, die betrübende Entdeckung, daß zwei ehemalige Amtsbrüder gegen ihn auftraten. Auch der katholische Pfarrer daselbst entdeckte unter den Arbeitern einen früheren Studiengenosen. Vermischte Perpignan, 22. Nov. Die gemeldeten Ueberschwemmungen haben großes Unheil angerichtet. In Bonifacio stürzte ein Haus ein und begrub drei Personen unter sich. Mehrere Personen werden noch vermißt. Der Materialschaden beläuft sich in dieser Gegend auf mehrere Millionen. Bordeaux, 21. Nov. Während der vergangenen Nacht drangen Diebe in die Räume der Bank Delvaille, schraubten einen 150 Kilogr. schweren Geldschrank ab und beförderten ihn auf einem Stoßkarren nach Carignan, wo sie ihn mit Gewalt aufbrachen. In ihrer Hoffnung, Geld zu finden, sahen sie sich getäuscht, denn der Schrank enthielt nur für 70000 Fr. Wechsel. Man fand diese zersetzt umherliegen. Druck und Verlag von Alb. Pfeiffer in Solinzen. blatt=Artikels hätte nur seinen Auszug aus der Hilfe zu Ende lesen oder abdrucken lassen sollen, so hätte er gefunden— und die anderen würden es ihm nachgelesen haben— daß Raumann weiter schreibt:„Wir geben diesen Auszug unseres Gespräches ohne weitere Bemerkungen, da unsere grundsätzliche Haltung in dieser Sache den Freunden in Deutschland hinreichend bekannt ist. Darnach ist Pfarrer Naumanns— und wir dürfen wohl hinzufügen, auch der im Kreisblatt=Artikel griffenen Sammler und Geber— Haltung zu Gunste der Armenier weder durch irgend welche politische oder merkantile Gründe bedingt, sondern eine grundsätzliche, fußend auf dem Grundsatz, den die Geschichte vom barmherzigen Samariter veranschaulicht. Eingesandt. Zur Berichtigung. Solingen, 23. Nov. In der Donnerstags=Nummer 17. Novbr. d. J. des„Solinger Kreis=Intelligenz= blattes“ findet sich im 2. Blatt ein Artikel, überschrieben: „Ein Urtheil über die Armenier". In diesem Artikel, dessen Inhalt dem Reisebericht des bekannten Pfarrers Naumann über seine Orientund Jerusalemfahrt in der„Hilfe“ entnommen ist, findet sich folgende Schlußbeinerkung:„Soweit die„Hilfe. Das Urtheil Naumanns über die Armenier ist um so bemerkenswerther, als Naumann bis vor Kurzem zu den wärmsten Vertheidigern der Armenier gehörte. Es ist dies eine treffende Antwort an diejenigen, die vor einiger Zeit in beller Entrüstung aufloderten, daß Deutschland nicht beim Sultan zu Gunsten der Armenier intervenirte, Sammlungen veranstaltete u. s. w.“ Der brave Hilfeleser und Verfasser dieser Schlußbemerkung möge sich folgende Berichtigung freundlichst sou7) Kicht das urtheil Pf. Raumanns über die Armenier wird in dem Abdruck aus der„Hilfe“ wieder sondern das Urtheil und die Stimmung eines deutschen Töpfermeisters und seiner Freunde im deutschen Handwerkerverein zu Konstantinopel; 2) Noch viel weniger ist richtig, wodurch die daß„Naumann bis vor Kurzem zu den wärmsten Vertheidigern der Armenier gehörte“, angedeutet werden sollen, daß nämlich Pf. Raumanns freundliche Stellung zu den Bücherschau. Zitatenlexikon. Sammlung von Zitaten, Sprich“ wörtern, sprichwörtlichen Redensarten und Sentenzen von Daniel Sanders. Mit dem Porträt des Verfassers. In einfachem Einband 6 Mark, in Geschenk=Eindand 7 Mark. Verlag von J. I. Weber in Leipzig. Daniel Sanders bringt in seinem Zitatenlerikon nicht nur jene gefügelten Worte, die im täglichen Verkehr gieguße. griffene Scheidemünzen im Umlauf sind, sein ging vielmehr dahin, eine Sammlung von sinnvollen und anregenden Gedanken zu veranstalten, die erzieherischen oder kulturhistorischen Werth haben. Bei der Ansan= lung dieses Schatzes beschränkt sich Sanders nicht darauf, Sentenzen aus Homer, Shakespeare, Goethe 2c. mitzutheilen, er beutet die unerschöpfliche Fundg uve der Bibel aus, neben das Sprichwort und Stamm##chblatt treten treffende Gedanken und kernhafte Worte aus der sich der schalkhafte Humor der„Fliegenden Blätter“ die Satire des„Kladderadatsch'. Den Zweck eines solch Zitatenlerikons hat schon Altmeister Goetbe bezeichnet, wenn er sagt:„Eine Sammlung von Anckdoten und Marimen ist für den Weltmann der größte Schatz, wenn er die ersten schicklich zustreuen, der letzten im treffenden Falle sich zu erinnern weiß.“ Speziell für die Damen. Durch Zusatz von wirkungsv=Ven, Ingzedienzien, wie zur Toilette mehr eignen dürfte als die in treffliche Doering's Seife mit der Eule. Wir ersuchen alle Damen, Mütter, wie Jedermann, dem die Pflege### Haut ernst ist, um erneute Versuche. Der Preis ist u.. erhöht worden, für 40 Pfg. überall erhattlich. Erzählung von F. Arnefeldt. „Nun vermuthen Sie doch, daß ein solcher beim Verkauf der Papiere dingfest gemacht worden sei.“ Der Schurke hatte sich schon wieder gefaßt.„Ich bleibe auch jetzt noch dabei, daß ich die Arbeit allein ausgeführt habe,“ entgegnete er,„darum kann aber doch derjenige, der die Papiere zum Verkauf angeboten hat, abgefaßt worden sein. Der unschuldige Mensch dauert mich!“ fügte er ganz gemüthlich hinzu. „Das Mitleid können Sie sich sparen,“ lachte Reder, den die Frechheit des Patrons belustigte,„die an die hiesige der Käufer und jetzige Verkäufer derselben hat im guten „Und von wem hat dieser sie gekauft?“ fragte Ho„Allem Anschein nach auch in einem Wiener Bankhause, war die gelassene Antwort. „Und von wem hatte sie dieses? Jetzt lachte der Polizeirath laut auf.„Sind Sie hier der Fragende oder ich, mein lieber Homann? Wenn Sie, wie Sie wiederholt angegeben, die Papiere selbst verkauft haben, so müssen Sie ja wissen, wo sie geblieben sind. Haben Sie freilich einen Gefährten „Ich habe keinen!“ rief Homann dazwischen; der Polizeirath fuhr aber unbeirrt fort: „Haben Sie freilich einen Gefährten, so ist es für Sie immerhin von Interesse zu erfahren, was derselbe, während Sie hier im Untersuchungsgefängniß sitzen, mit den noch in seinem Gewahrsam befindlichen Papieren anfängt. Er scheint jedenfalls geschickter als Sie zu Werke gegangen zu sein, denn es ist ihm gelungen, die Aktien zu verkaufen, ohne daß man Verdacht geschöpft und in festgehalten hot.“..(eine Fäuste hast Homann's Gesicht verzerrte sich, sein. Fauste Lauten sich. Er murmelte unverständliche Laute. „Nun, wie ist es, Homann, haben Sie mir noch immer nichts zu sagen?“ ermunterte ihn der Polizeirath. Noch ein kurzer Kampf, dann schrie er:„Ja, ja, ich will ihn nennen. Wenn ich hier in Nummer Siche sitzen und nachher, wer weiß auf wie lange, auf. die hohe Schule spazieren muß, braucht er nicht frei zarze laufen und den großen Herrn zu spielen, d trächtig ist, die Papiere, die von Gottes= und Rechts„Na, na, Homann!“ warf der Polizeirath sarkastisch dazwischen, und kleinlaut schloß der Spitzbube. „Die er für mich aufbewahren soll, verlauft und das Geld verbraucht. Lasse ich habe ich gar nichts mehr, wenn ich berausregaz. „Das könnte sich ereignen,“ sagte der Puien sehr belustigt durch diese grenzenlose Nawetät des von der anderen Seite so abgefeimten Verbrechers. Recht streng und ernst fügte er aber alsdann hinzu: Hören Sie, Homann, meine Geduld ist jetzt erschöpft, und ich bin durchaus nicht weiter aufgelegt zum (30 Scherzen. Antworten Sie mir nun kurz und bestimmt auf meine Fragen: „Sie gestehen jetzt zu, daß Sie Mitschuldige haben Ja, war die knappe Antwort. „Wie viel?“ „Homann!“ rief der Polizeirath warnend. „Ach, Herr Rath, die beiden armen Kerle, die die Wände einschlagen halfen und ein paar Mark dafür bekamen, die möchte ich wirklich nicht erst in die Tinte bringen, sie fallen Ihnen auch so schon in die Hände“ sagte Homann ordentlich treuherzig.„Es kann Ihnen wirklich nur auf den einen ankommen.“ „Gut, bleiben wir zunächst bei dem einen, mit den anderen, das wird sich finden", versetzte der Polizeirath, der lange eingesehen hatte, daß man mit diesem eigenartigen Verbrecher nicht nach der Schablone verfahren „Herr Polizeirath, Sie werden es mir gar nicht glauben. „Warum nicht?“„ „Es ist ein sehr vornehmer Herl. Redner gab durch eine Gebärde zu erkennen, daß die Vornehmheit ihm nicht allzusehr imponire. „Ein naher Verwandter der Frau Kommerzienräthi Helldorf und dert so zu sagen Hausfreund. gg „Aber der Kommerzienrath Helldorf ist ja drt numme Freund des Bankier Sommer“, sagte der Polizeirath „Und Sommer hat mit dem seinen Herrn an zweiten Ostertag beim Kommerzienrath zu Mittag gegessen, während ich bei ihm die Wände einschlug. Die grobe Arbeit hat er mir überlassen, aber ausgeheckt hat er den ganzen Plan, und als es aus Theilen ging, da war er zur Stelle und nahm den Rahm ab. Zuletzt hat er sogar den Sommers noch großmüthig sein Hülfe angeboten und sogar als Theilnehmer ins Geschäft treten wollen; der Assessor Sommer hat ihn aber ablaufen lassen, scheint eine ziemlich feine Nase zu haben, der Monn.“ 66 „So sagen Sie endlich, wie er heißt. „Ach, er hat viele Namen, aber derjenige, unter der er sich hier angemeldet hat, mag ja wohl der richtige sein, da er unter demselben auch beim Kommerzienrath ausDer Polizeirath fuhr auf:„Dr. Corbus, der Afrikaeo ge wag er meinetuger auch gewesen seinr“, Reichthümer vom Kap mitgebracht haben „Na, damit wird es sich wohl anders verhalten“, lachte Homann hämisch.„Als ich ihn zuerst kennen lernte, de war er arm wie eine Kiechenmaus. „Wann war das?“ „Im vorizen Oktober beim Rennen in Baden=Baden. Wir verabredeten damals schon, nach Berlin zu und etliche Bankiers aufs Korn zu nehmen, die mußte aber bis gegen das Frühjahr aufgeschoben werden. Eigentlich war’s auch auf den Kommerzienrath Helldorf abgesehen, Corbus, der die Gelegenheit auskundschaftete, sagte aber, dort wäre nichts zu machen, wir könnten uns nur die Finger eklich verbrennen. Da mußten wir uns denn mit der Sommer'schen Sache begnügen, obwohl sie lange nicht so viel eingebracht hat, wie wir dachten, und nun hat mich dieser Schuft auch noch so niederträchtig Der Polizeirath lächelte. Homann deutete das sehr bebte und ves Her Rach, wie migen nun machen, was wir für welche wollen, unter uns ist es nicht Mode, daß wir uns beschuppen, und kann nur be solchem vornehmen Herrn vorkommen.“ Er sprach letztere Bezeichnung mit tiefer Verachtung aus. „Wir haben das baare Geld getheilt, und schon da hat er mehr genommen als ich, weil er augenblicklich so blank war, und ich hab's mir gefallen lassen. Die Aktien hat er aber ganz in Verwahrung behalten, weil sie bei ihm sicherer aufgehoben wären als bei mir, und mir endlich auf mein Drängen ein paar Stück herausgegeben, die ich verkaufen wollte.“ „Und dabei sind Sie denn auch abgefaßt worden, lachte der Polizeirath.„Bei wird man also den Rest der gemachten Beute finden? „Ja, und wenn ich schon nichts mehr davon haben soll, so gönne ich sie doch jedem andern lieber, als diesem Schelm. Ich hab' mein Versprechen gehalten und ihn nicht verrathen, wenn Sie mir hier auch arg zugesetzt alles zu Gelde machen und sich einen guten Tag leben. ohne Homann gemacht. In dieser Weise tobte er noch fort, und der Polizeileicht Dinge zu Tage kommen, deren Kenntniß der Polizei sehr nützlich werden konnte. Endlich unterbrach „Wissen Sie Näheres von dem Vorleben des Dr. Homann zuckte die Achseln.„Nicht viel, und wer kann sagen, was Wahres daran sein mag. Studiert Buh, und den vorehmen Hermn pielt gu., pep# g. f. eas alc muserher. Ve, gae eiseig huch die 8üthe „Er hat der in der Lusenstraße eine Priuatuehnung,“ sagte er. „Ja, aber ob Sie ihn dort finden, das ist die große Frage. Leicht zu fangen wird der schlaue Fuchs nicht sein. „Danke für den guten Rath, Homann,“ entgegnete der Polizeirath trocken und ließ dem Verbrecher Protokoll vorlesen und von ihm unterschreiben. „Ich hoffe, Herr Popiestut, mein osenes Grsächobais wird günstig für mich wirken, sagte Homann nech, ais er abgeführt ward, und verabschiedete sich mit einer Ver beugung, als habe er soeben einen freundschaftlichen such beendet. Polizeirath Reder ließ sofort einen seiner gewandtesten Beamten zu sich rufen und mit der Beobachtung und Verhaftung des Dr. Corbus, schärfte ihm dabei aber ein, mit der größten keit zu Werke zu gehen, da er aus Rücksich. auf Famiie Helldorf jedes Ausehen zu vermeign grisiche, Das Verhör hatte in einer püteren ,ugumen stunde stattgefunden, da die Nachricht vom Bockomi Kommersientäthzin Heldorf auf. Auch er hatte sich an besem Vormito, auf der Bö), Hoste gaug, Dinge vorfigen Besuchern er gehörte, da br# vun# Dinge v# kamen, die für ihn von Inleresse waren. Hegrengngn rath Helldorf, den er flüchtig gesprochen, halt.„Wede die Mittheilung von dem Auftauchen der Aktien erhalte und ihm die Neuigkeit arglos erzählt. Jetzt n er, daß seines Bleibens in Berlin nicht u### konnte. Homann hatte ganz richtige Schlüsse gezogen. Auf die Verschwiegenheit des seltsamen uubedingt hauend, hatte er sich licher vrighi, ugenschaft verdhon um eiune, Theil der Arien in Budapest, wohin er zu diesem Zwecke eine Kunsteise untgzagmst urgg. voräglich gelungenz nur hote er FeiIxzalsatger und in geblieben. Jetzt hatte sich für ihn das Blatt in bedenklicher Weise gewendet. Er wußte genau, de gzübte Untreue erfahren würde. Er durste Mitschuldigen vergelten würde— nur schleunige F konnte ihn retten. Er war aber wiederum ganz Mitsdn wtbibh.— „Eugenie, ich muß Geld beben. mit diesen Worten trat er bei der Kommerzienläthin ein, die soeben von einer Ausfahrt mit Hermine zurückgekommen war und mit Hülfe ihrer Jungfer die Straßentoilette mit der Hauskleidung vertauscht hatte. Schon als ihr de Doktor gemeldet worden, war sie, nichts Gutes ahnend, erschrocken zusammengefahren, hatte aber nicht gewagt, ihn abweisen zu lassen, bei seiner brüsken Anrede sie einen Schrei aus und bedeckte das Gesicht mit de. (Fortsetzung folgt.) * 33) Der Wassenschmied von Colingen. Eine romantische Kulturstudie von Edmund Gordon. (Fortsetzung.)(Re###### Allerdings bedurfte es bei Neander geraumer Zeit, bis er zu der nöthigen Erergie krampfhaft sich aufraffte und noch weit war er davon entfernt, als er an Ernst von Bellinzona aus nachstehende Zeilen richtete: Lieber Freund! Erst jetzt, in der Abgeschiedenheit, zeigt sich mir, was deine Theilnahme mir war, als ich daheim das beste Theil vermißte: die Gesundbeit. Gebt es doch mit der Einwirkung der Freundschaft auf unser Bewußtsein wie mit der Lymphe: Zuerst schläft sie unter der Haut, dann erst schlagen die Keime aus und hinter: lassen ein unauslöschliches Merkmal, welches keine Dofis caustischen Ammoniaks zu vertilgen im Stande wäre. Auch des Lichtziehers Kerze brennt erst allmäblich an und selbst der Sonne Strahlen brauchen ihre Zeit, bis daß sie unsern Globus fassen. Nach den Empfindungen, deren ich jetzt von dem Genius gewürdigt werde, welcher meine Philsserdie so lange Zeit gleich Regenwürmerzuckungen in der Stand trat, darf ich der Zukunft immerhin eine Besserung in Auesicht stillen. Je mehr Licht mir wieder wird, desto mehr eikenne ich die Finsterniß, in der ich Monate lang schmachtete, und wofern ich noch tiefer hinabsteigen müßte in die Wolfsschlucht des Elends, so möchte ich meine Kleider zerreißen und den Taz verwünschen, an welchem ich geboren wurde. Dieses geistige Vegetiren, womit ich mein Dasein fristete, war eine gräßliche Heimsuchung des Himmels. Möze das mit Lavzschutt überzozene Herkulanum als ein neuer Lichthef der Berufsfreudigkeit aus der Aschengluth dervorgehen! Fast 2 Monde sind verflossen, daß ich mich zu keinem Verkehr mit dem Weltengeist mehr aufraffen konnte, weil mein verschlemmter Zustand kein Spiegelbild des Herzens mehr zurückwarf,— sogar die geweihte Hostie des gekreuzigten Erlösers mußte ich bei verschlossenen Geistesauzen in träger Resignation und dumpfem Glauben hinnehmen. Das unsterbliche Theil meines Innern flatterte wie eine geängstigte Taube noch ein wenig mit den gelähmten Flügeln, nothrürftig vor der Umnachtung mich bewahrend. Mein liedstes Gedenken in aller Dranzsal blieb die Erinnerung an dich und dein schirmendes Haus, vergleichbar den säuselnden Ausläufern des Scitocco, wenn seine besänftigten Abschiedsacrorde an die Marmorfelsen von Carrara auschlagen! In einigen Wochen oder Monden hoffe ich dem Drang in die Fremde Genüge geleibet zu haben und mich wieder an den Wedstudl der Zeit setzen zu können. Von zanzem(erzen bin ich dein und deiner Getreuen aufrichtiger Raander. Auch in der Folge blieb dem brieflichen Austausch der Meinungen eine wichtige Rolle zugedacht, da die meilenweite Entfernung der beiden sich suchenden Seelen drüben dekannt zu machen— und er schien ein kleines litterarisches Bureau dafür anzelegt zu haden— sprach unzemein zu Gunsten des Entichlusset. Jede Faser an ihm verrieth eine edrenhafte Natur, den gedorenen Erelmann. Ihr zu Liede hatte er neuerdings einen berühmten Pdotographen aus Odessa kommen lassen, um in Platinorppie die däterliche Reiidenz und idre grandiose Umgebung aufzunehmen, ja— aus der Gruppe der zuguterletzt auszenommenen Dienerschaft mochte der zukünftigen Herrin schon marches sompatdische Gesicht entgegen leuchten. Mußte es nicht der weitherzigen Humanität eines reichbegabten Mädchens ein schöner Gedanke sein, einer über viele Quadratmeilen auszedehnten Bevölkerung das Vorbild einer Frau sein zu dürfen, die Knechtschaft der unterwürfigen Frauen womöglich in abendländische freiung aufzulösen?— War es nicht fesselnd, die wunderbar weite Welt zu schauen, deren Entfernungen mit jedem Jahre sich verringern, indem man heutzutage die Fahrt vom Belt zum Bosporus in achtzig Stunden schon zurücklegt, eine Spanne Zeit, wie sie Frieda schon mehrmals und auch in diesen Tagen wieder dem Moloch einer regulären Mandelentzündung hatte zum Opfer bringen müssen! Konnte sie nicht jeden Sonntag einige Stunden mit ihrer Mutter sich ausführlich am Schreibtisch unterhalten, nicht jeden Sommer oder Herbst einige Decaden in ihrer Heimath zubringen oder gar ihre Trauten einmal längere Zeit bei sich beherbergen? Dieses und Anderes erwog die Umworbene, als sie in der belgischen Hauptstadt weilte, wo man daran gewöhnt ist, die Reise nach dem Kongo als einen bloßen Spazierganz zu betrachten. Der stärkste Magnet aber war die sehnende Neigung, und sie war es, die über alle Hindernisse siegreich hinwezschritt, an Ehrgeiz und Ruhmsucht frei, wie sie denn die hohe Stellung des Geliebten gerne einem einfachen Konsulat der nächsten Metropole preisgegeben hätte. Religiöse Bedenken, obwohl Frieda protestantisch war und der junge Statthalter der frei=katholischen Richtung anzehörte, waren bei ihren Eltern mehr als bei ihr vorhanden. Ude und nach Allem, was sie von dem wackern Haudezen gehört hatte, auch sein Vater, deuchten ihr bei aller Hochachtung vor der kirchlichen Ehrwürdigkeit nicht die Männer zu sein, welche die Brosamen der Herzerbauung aus der Hand eines bevormundenden Priesters aßen, die vielmehr dem Heilbronn der Seligkeit sich zu jeder Vesper ebensowohl nähern mochten, wie ein bei der theologischen Fakultät zu Greifswald oder Münster eingeschriebener Couleurschläger und Stipendienbruder. So kehrte sie mit ihrem festen Entschlusse thaufrisch aus der flandrischen Großstadt zurück und dachte mit Toni daran, sich eirer Aussteuer, wenn auch den gegedenen Verhältisen entsprechend in reicherem Maaße als diese, zu versiche:. Im Hause vom Feld wie im Geschäft drüben entfaltete sich mithin den Herbst hindurch eine reze Thätigkeit, dem Eifer nicht nachstehend, den Ernst der Betriebsleitung des Düsseldorfer Elektrizitätsweiks widmete. 25. Die Stürme, die sich, von den Hebriden losgelassen, rezelmäßig gegen Ende November über unser Festland auszurecken pflegen, nachdem sie an den britischen Kreidefelsen manches Fahrzeug entzwei geschlagen haben, blieben auch dieses Mal nicht aus, und eine von jenen schauetlichen Rächten brach an, die das hochgelegene Berzische Land besonders gerne heimzusuchen belieben. Kann man es dem Dichter verargen, der bis dato so hübsch bei der Sache geblieben ist, diesen tollen Wirbel zu benutzen, um einmal kräftig hinten auszuschlagen, wo drunten an der Papiermühle die Felsennasen rasen und schnauben, weil seine Abhandlung nichts weiter sei als eine aus der Luft gegriffene Trazicomödie? Wohlan, wir müssen uns diesem Scherbengerichte fügen, die wir über das jetzige und künftige Solingen so manches angemaßte Urtheil hier abgegeben haben. Ja, um der herben Kritik auf die Spur zu helfen, wollen wir sogar verrathen, daß wir auf dem Mautamt zu Solingen wegen verspäteter Stempelung eines Vertrages bereits mit zwei Mark vorbestraft sind. Im Uebrigen ist unser Lebenslauf, wie am Ende das Labyrinth jedes Menschendaseins, so fehlbar wie ein hinkender Bote, der tausend Mal strauchelt, stolpert, fällt und immer wieder aufsteht,— mit andern Worten: wir sind so gut und so schlimm, wie der Zöllner, der an seine Brust schlug. Aber auch angesichts dieses ernsten Selbstbekenntnisses werden unsere Leser auf das nachstehende düstere Traumbild sich vergebens einen Reim zu machen suchen, wofern wir ihnen nicht den Schlüssel dazu überliefern. Ach, wir meinen ja mit diesen Verationen nicht gute oder üble Kritik, welcher sich Jeder ausgesetzt fühlt, der auf einen freien Balkon hinaustritt, und wäre er auch gleich weiland Richard III. von zwei gesalbten Geistlichen, von je einem Propheten rechts und links beräuchert. Es sind vielmehr die Scrupel der Selbstzerfleischung in der eigenen Brust, die selbstbereiteten Zweifel an der Echtheit seines ersten Produkts, die armen Dichter in einer solchen Nacht ergreifen, die Windsbraut in ihren mäandrischen, natterhaften Windungen dahinsaust und Alles, was nicht niet= und nagelfest ist, unbarmherzig mit sich fortreißt. Lediglich diesen Poltergeistern in unserm geängsteten Gewissen gilt der folgende Alpdruck des Gemütbes, den wir am liebsten mit Empuse des Rhapsoden" überschreiben möchten, in so weit, als die Empuse ein Parasit ist, der auf Stubenfliegen haftet. „O Fieberwahn, du giftig Lachgas, du ungezäumtes Nachtzespenst: wie sprüht nächtlicher Weile in wirbeltollem Feuer, was eben noch in den milden Farben der Abenddämmerung erglühte! Welch wild Gerassel pocht wie Geklirr von Panzerketten mit der Heftigkeit eines Sturwregens, mit der Raserei eines trunk'nen Pafsagiers an die Planken uns'rer Wohnung! Wozu der wirre Geisterspuk, das Zischen und Toben— wer verargt es uns, daß wir mit hastigem Ruck den Laden aufreißen, daß wir bestrebt sind, die Ursache zu ergründen, den unerhörten Anprall wegzudräuen?“ (Fortsetzung folgt.) Bekanntmachung. Aus Anlaß des herannahenden Weibnachtefestes brinze ich hiermit zur Kenntniß der Gewerbetreibenden, daß der 4. Sonntag vor Weihnachten — in diesem Jahre der 27. November — zu denjenigen Sonntagen rechnet, an welchen für den Stadtkreis Solingen ein erweiterter Geschäftsverkehr bis 10 Stunden bezüglich derjenigen Handelsgewerbe, in denen Waaren in offenen Verkaufsstellen feilgehalten werden, bis 6 Uhr Abends zugelassen ist. Zufolge Bekanntmachung des Herrn Regierungs=Präsidenten vom 7. Octbr. 1892 ist Seitens des Herrn Oberpräsidenten an den 3 letzten Sonntagen vor Weihnachten für den Umfang der Rbeinprovinz ein erweiterter Geschäftsverkehr in den vorgenannten Handelsgeweiben bis 7 Uhr Abends gestattet. Die letztere Bestimmung ist jedoch laut Bekanntmachung des Herrn Rezierungspräsidenten vom 23. November 1896 mit Ermächtigung des Herrn Oder=Präsidenten dahin abgeändert worden, daß für die letzten 2 Sonntage vor Weihnachten die 10stündige Verkaufezeit für Solingen von 8½ bis 9½/ Morgens und von 11½ bis 8½ Uhr Abends festgesetzt ist. Für sämmtliche Tage ist ein Geschäfttbetrieb in der Zeit von 9“ bis 11½ Uhr Vormittags nicht gestattet. Solingen, den 21. November 1898. Der Oberbürgermeister: Dicke. Bekanntmachung. Bestimmungsgemäß scheidet mit dem Schlusse dieses Jahres ein Drittel der Mitglieder der StadtverordnetenVersammlung aus und zwar: a. von der 3. Abtheilung gewählt, die Herren: Gustav Hammesfahr zu Gräfrath und Karl Ohliger zu Rathland, b. von der 2. Abtheilung gewählt, die Herren: Ludwig Stock zu Schlagbaum und Albert Pohlig zu Paashaus. e. von der 1. Abtheilung gewählt, die Herren: Hugo Wolff zu Gräfrath und Gustav Stoll zu Central. Jede der drei Abtheilungen hat somit 2 Stadtverordneten zu wählen. Zur Abhaltung der Wahlen wird Termin auf Freitag, den 25. d. Mts. im Rathhaussaale hierselbst bestimmt und zwar für die 3. Abtheilung von 9 bis 12 Uhr Vormittags, für die 2. Abtheilung von ½ 3 bis 4 Uhr Nachmittags und für die 1. Abtheilung von 5 bis 6 Uhr Nachmittags. Wahlberechtigt ist jeder selbstständige Preuße, wenn er seit einem Jahre 1) Einwohner der Stadtgemeinde Gräfrath ist, 2) keine Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln empfangen 3) die ihn betreffenden Gemeindeabgaben bezahlt hat und außerdem 4) entweder ein Wohnhaus in hiesiger Gemeinde besitzt oder einen Hauptgrundsteuerbetrag von mindestens 9 Mark oder 6 Mark Einkommensteuer entrichtet. Nach der aufgestellten Abtheilungsliste wählen in der 3. Abtheilung diejenigen Einwotner, welche entweder ein eigenes Wohrhaus in der hiesigen Gemeinde haben, oder mindestens 9 Mark Grund= oder 6 Mark Einkommensteuer und höchstens 214,43 Mark an Grund=, Gebäude=, Gewerbe=, Einkommen= und Gemeindesteuer zusammen zahlen; in der 2. Abtheilung diejenigen Einwohner, welche 215,61 Mark und höchstens 1215,67 Mark und in der 1. Abtheilung diejenigen Einwohner, welche 1246,29 Mark und mehr jährlich entrichten. Die stimmberechtigten Bürger werden zur Theilnahme an der Wahl hiermit eingeladen. G.äfrath, den 8. November 1898. Der Bürgermeister: Kürten. Einladung der Sitzung der StadtverordnetenVersammlung auf Freitag, den 25. November 1898, Nachmittags 5 Uhr. Tages=Ordnung: 1) Geschäftliche Mittheilungen. a. Pflasterung der Bahnstraße. d. Eisenbahnhaltestelle Hoffnung. 2) Erneuerung eines Pachtvertrags. 3) Auflassung von Wegetheilen. 4) Ausbau der Schillerstraße. 5) Benennung von Straßen. 6) Beschaffung von Oefen in Lehrerwohnungen. 7) Beschaffung von Kohlen für Gasanstalt und Wasserwerk. 8) Beschaffung von Koaks für Krankenhaus und Rathhaus. 9) Genehmigung zum Verkauf eines der Sparkasse gehörigen Grundstücke. 10) Gehalt des Krankenhausarztes. 11) Abrechnung des Wasserwerks. 12) Erweiterung der Gasleitung nach Löhdorf. 13) Anstellung eines städtischen Baubeamten. 14) Anstellung von Schulärzten. 15) Wasserzins bei Neubauten. 16) Ausarbeitung des SchlachthausProjektes. „Oklise, den 21. November 1898. Der Burgermeister: Trommershausen. Sfach preisgekröut! Bester ächter Bohnenkaffee Ds aus den Großbetrieben der Firma P. H. Inhoffen, Bonn und Berlin Hef-Dampf-Kaffeebrennerei Ihrer Mejestät der Kaiserin und Königin Friedrich. Zu 60, 65, 70, 75, 80, 85, 90 u. 95 Pfg. per ½ Pfd.=Packet zu haben in Solingen und Amgegend in den bekannten Niederlagen. Bekanntmachung. Diejenigen Steuerpflichtigen, welche bei der bevorstehenden Einkommensteuer=Veranlagung für 1899 den Abzug ihrer Schuldzinsen und sonstigen abzugefähigen Lasten wünschen, ersuche ich, diese baldigst im Rathhause, Steuerbureau Zimmer Nr. 7 nachzuweisen. Ohligs, den 17. November 1898. Der Bürgermeister: Trommershausen. Workmeistel für eine Schwert= und jonnett=Fabrik nach England gesucht. Derselbe muß vollständig mit Fabrikation und Fabrikeinrichtung vertraut sein, dabei auch Entwürfe von Mustern übernehmen. Dauernde Stellung u. gutes Salair. Diskretion zugesichert. Bewerbungen bitte per Brief zu richten an Mess“ Knox& Co., Chartered Accountants, Bank Street, Sheffield, England. Ein ordentl. selbstständiger Burgerbretzelbäckergehülfe gesucht. Demselben ist Gelegenheit geboten, sich in der Conditorei auszubilden. Wilh. 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Qual. 18 50 Rüböl pr. 100 Kilo in Partieen von 100 Ctr.(ohne Faß) 51— Rüböl pr. 100 Kilo faßweise (ohne Faß) 52 50 Gereinigtes Oel pr. 100 Kilo Mk. 3.— höher als Rüböl Preßkuchen pr. 1000 Kilo 106— Weizen=Vorschuß 00 à 100 Kilo—— Kleien pr. 50 Kilo 5 20 Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämmtlicher Fruchtgattungen unverändert. Röböl und Kuchen unverändert.