15 Nr. 226.— 50. Jahrgang. „ Dienstag, den 27. September 1898. ************ Früher unter dem Titel: Deutsches Reich. Der Großherzog von Baden traf nach Beendigung der militärischen Besichtigungen vorgestern Nacht aus Metz in Karlsruhe ein, besuchte gestern das landwirthschaftliche Gaufest in Eberbach und kehrt heute uach Schloß Moinan wurüc.„..6 Sce. Fürst Herbert Bismara ist nuch Schonhausen zurückgekehrt. Sein Söhnchen ist vollkommen genesen. Der Fürst wird zunächst in Schönhausen bleiben, dann auf einige Zeit nach Berlin und nachher endgültig nach Friedrichsruh, das wesentlich ausgebaut wird, übersiedeln. Zum Kapitel Bismarck=Memoiren und Buschsche Publikationen wird aus Wien gemeldet: Hofrath Bruno Bucher, der frühere Direktor des österreichischen Gewerbemuseums, erklärte mir feierlich, er besitze gar nichts von Lothar Bucher, seinem Bruder, was der Veröffentlichung werth wäre. Nach Lothar Buchers Tode fand sich im Nachlaß ein versiegeltes Kouvert, das Hofrath Bucher sofort Bismarck übersandte. Der Verleger Hirzel wollte schon damals Buchers angebliche Memoiren veröffentlichen. Der Hofrath drängte seinen Bruder wiederholt, er möge Memoiren niederschreiben, und dieser befaßte sich in seinem sogenannten Ruhestand längere Zeit damit, kam aber zu dem Entschlusse, den er in Goethes Wort zusammenfaßte:„Das Beste, was Du wissen kannft, darfst Du den Buben doch nicht sagen.“ Später sichtete er seine Papiere und zerstörte Alles, dessen mögliche Veröffentlichung ihm als Vertrauensbruch erschien. Der frühere sozialdemokratische Abgeordnete Bruno Geiser, ein Schwiegersohn Liebknechts, ist in Breslau gesarben. Ausland. Oesterreich=Ungarn. Wien, 26. Sept.(Abgeordnetenhaus.) Das Haus und die Galerien sind sehr zahlreich besucht. Die Minister sowie die Abgeordneten, auch die sozialdemokratischen, sind in Trauer erschienen. Minister=Präsident Thun fordert den Abg. Zurkan auf, das Alterspräsidium zu übernehmen. Nachdem dies geschehen ist, hebt Zurkan hervor, die tiefe Trauer, von der das ganze Reich erfüllt sei, werde den würdigsten Ausdruck finden durch einen Beschluß des konstituirten Hauses. Zum ersten Präsidenten wird der Abg. Fuchs gewählt. Derselbe hielt eine ergreifende Trauerrede anläßlich des Ablebens der Kaiserin, worin er ausführte, daß Worte nicht hinreichen, um einerseits dem Entsetzen über die ruchlose Thot, welcher die Kaiserin zum Opfer fiel, anderseits den Gefühlen des Beileides und der Trauer genügenden Ausdruck zu geben. Redner schildert die Tugenden der Kaiserin und sagte zum Schluß: Aus dem tiefen Schmerze um die Verblichene ringt sich der heiße Wunsch aller Völker hervor, Gott möge dem Kaiser Kraft verleihen, diese schwere Prüfung zu tragen. Das Haus gab seine Zustimmung, daß die Beileidskundgebung dem Protokolle einverleibt werde. Ferner wurde das Präsidium ermächtigt, die Kundgedung dem Kaiser zu übermitteln. Großbeitannien. London, 26. Sept. Wie der„Daily Telegraph“ aus Kairo meldet, traf General Kitchener die Erpedition Marchand in Faschoda an und theilte Marchand mit, er habe die ausdrückliche Weisung, das betreffende Gebiet für englisches zu erklären, und die Franzosen müßten es verlassen. Marchand lehnte es ab, sich zurückzuziehen, ohne daß dies die französische Regierung angeordnet habe. Kitchner hißte hierauf die engliundägyptische Flagge und ließ zwei sudanesische Bataillone und eine Abtheilung Cameron=Hochländer als Garnison unter dem Oberst Jackson zurück. Die weitere Regelung der Angelegenheit ist den diplomatischen Verhandlungen vorbehalten. Frankreich. Paris, 26. Sept. Sämmtliche Minister einigten sich(wie wir gestern durch Extrablatt schon bekannt gaben. D. R.) dahin, die Revision des Prozesses Dreyfus einzuleiten und die Dreyfus=Akten dem Kassationshof zu übermitteln. Präsident Faure kehrt vom Manövergelände nach Paris zurück. Weiter wird gemeldet, daß gleichzeitig der Justizminister den Generalprokurator angewiesen, gegen alle Angriffe auf die Armee vorzugehen. Vor dem Ministerium fanden Kundgebungen zu Gunsten der Revision statt. Es ertönten die Rufe: Hoch Picquart! die Revision!—(Nunmehr hat der Kassationshof seinen Spruch darüber zu fällen, ob er in das Verfahren eintreten will. Da die drei mit Nein abstimmenden Mitglieder der Revisions=Kommission eben Räthe des Kassationshofes waren, ist die Entscheidung des letzteren immerhin noch ziemlich unsicher. D. R.). London, 25. Sept. Der„Observer" theilt den Inhalt des von Esterhazy an Cavaignac gerichteten Briefes mit. Der Kern dieser weitschweifigen Mittheilung liegt in dem Geständniß Esterhazys, daß er das bekannte Bordereau auf Verlangen des Oberst Sandherr mit Kenntniß Henrys geschrieben habe. Obwohl beide todt seien, sei es noch möglich, dies zu beweisen. Das„Nachrichtenbureau" besitze gegen Dreyfus nur moralische Beweise. Nach Mittheilung von Berliner Spionen des französischen Generalstabes sei der deutsche Generalstab in den Besitz von Aktenstücken gekommen, die nur Dreyfus hätte erlangen können. Das Bordereau sei das Verzeichniß dieser Aktenstücke. Um Dreyfus auf die Probe zu stellen, habe man ihm einen erfundenen Plan für die Truppenzusammenziehungen an der italienischen Grenze diktirt; kurze Zeit darauf hatten französische Spione von entsprechenden Veränderungen erfahren, die bei den italienischen Befestigungen vorgenommen werden sollten. Oberst Sandherr habe sich entschlossen, dieses Aktenstück zum Beweisstück für die Schuld des Dreyfus zu machen. Als Sandherr ihm, Esterhazy, befahl, es zu schreiben, habe er ohne Zaudern aus militärischem Pflichtgefühl gehorcht. Alle militärischen Spionageburcaus handelten ebenso; auf andere Weise würden Spione niemals zur Bestrafung gebracht. Der preußische Oberst v. Schwartzkoppen habe die Wahrheit gesprochen, indem er niemals gesehen zu haben. Der Agent des bureaus stellte es dem Portier der deutschen Botschaft zu, der ein französischer Spion gewesen sei. Der Portier gab es einem andern Agenten, namens Genest, der es an das Nachrichtenbureau zurückbrachte, wo es als ein von der deutschen Botschaft erlangtes Schriftstück registrirte und den Akten einverleibt wurde. Das dem Kriegsgericht ohne Vorwissen des Angeklagten und seines, Vertheidigers mitgetheilte Aktenstück wäre der Brief mit der Redewendung„Cette canaille de D.“ Dieser Brief sei wirklich von Oberst v. Schwartzkoppen geschrieben; aber die angeführten Worte bezeichneten nicht Dreyfus, sondern einen Mann namens Dollfus der mehrere Jahre vor dem Fall Dreyfus als BauUnternehmer an den Alpenbefestigungen gearbeitet und dem deutschen Militär=Attaché Pläne der Befestigungs= werke in der Umgebung von Nizza geliefert hätte. Sonst ist noch zu erwähnen, daß die verschleierte Dame die Frau du Paty de Clam gewesen sei und daß Esterhazy sich bitter über den Generalstab beklagt, der ihn preisgegeben habe. Weekly Dispatch erklärt, Esterhazy habe London nicht verlassen; er habe einfach seine Wohnung gewechselt, um den französischen Agenten zu wlisch.. Schwiiz. 122 Genf, 26. Sept. Da Lucchenis Benehmen immer frecher wird, so wurde dessen Einzelhaft bis zum 2. Oktober verlängert. Dem Untersuchungsrichter verweigert er neuerdings jede Auskunft in französischer Sprache. Spanien. Madrid, 23. Sept. Aus San Juan de Portorico wird dem„Imparcial“ telegraphirt, die dortige Räumungskommission habe ihre Aufgabe sozusagen beendet, wobei amerikanischerseits den Spaniern standen worden sei, die Kanonen und alles Kriegsmaterial, welches nicht zu den alten Befestigungswerken gehöre, mitzunehmen. In Cuba wird die Sache länger dauern, da die Verhältnisse dort weit schwieriger liegen. Am schwierigsten gestaltet sich indes hier auf der Halbinsel selbst die Regelung der finanziellen Fragen. — 26. Sept. Die Mitglieder der FriedensKommission sind heute Abend nach Paris abgereist. — 26. Sept. In amtlichen Kreisen glaubt man, daß die Räumung Cubas vor Ablauf dreier Monate beendigt sein werde. Kreta. Kanea, 25. Sept. Die Nachricht vom Abzug der türkischen Truppen und Behörden macht einen tiefen Eindruck auf die Bevölkerung. Man erwartet Proteste und Auswanderung der Muselmanen. London, 26. Sept. Einer Mittheilung des„Standard“ aus Kanea zufolge bat Admiral Noel am 23. d. telegraphisch um Sendung von 2000 Mann zur Verstärkung der engzlischen Besatzung. Vereinigte Staaten. New=York, 26. Sept. Ein Telegramm aus Playa del Este meldet: Der spanische Kreuzer„Infanta Maria Teresa“ ist wieder flott geworden und nach der Bucht von Guantanamo geschleppt worden. China. Peking, 26. Sept. Der oberste Palast=Eunuche erklärte, der Kaiser sei ernstlich erkrankt und sein Ableben nicht unwahrscheinlich.— Kanz=Yu=Wei ist geächtet. Tschang=Yin=Huau, der Nebenbuhler Li=HunzTschang's, wurde in Kanton verhaftet, unter der danschuldigung, Kang=Yu=Wei, beherbergt zu haben; er wird aller seiner Aemter entsetzt. Die Beamten begrüß.. die Rückkehr der Kaiserin=Mutter zur Herrschaft, das Volk dagegen verhält sich ruhig. Shanghai, 26. Sept. Die„Daily Mail' meldet, daß in Peking ernste Unruhen ausgebrochen seien; man befürchtet eine allgemeine Meuterei. Die Bevölkerung ist auf das englische Regiment in China sehr günstig gestimmt.„Morninz Post“ meldet, 10000 russische Soldaten ständen in Port Arthur und seien bereit, auf Peking loszugehen, um festzustellen, ob der Kaiser noch am Leben sei.(7)—„Daily Mail“ meldet ferner, daß der Aufruhr in Anam sich immer mehr ausbreite. Ein Uebereinkommen zwischen Deutschland und England sei getroffen, um das Leben Kaisers von China zu schützen, wenn es durch diese Unruhen bedroht sein sollte.— Ferner meldet sie aus Singapore, daß Rußland Schritte thue, um von der Barmen, 26. Sept. Durch Gas, das aus einem offenen Krahn entwich, ist, so berichter die„Köln. Ztg.“, die Familie des Maurers Dalies vergiftet worden. Die Frau und zwei Kinder sind todt, der Mann und vier Kinder wurden in bedenklichem Zustande ins Kranken haus gebracht. Köln, 26. Sept. In einer hiesigen Branntwein brennerei erplodirte der Destillationsapparat, wobei der Besitzer schwere Brandwunden am ganzen Körper erlitt. Auch seine ihm zu Hülfe eilende Ehefrau sich Brandwunden an den Händen und im Gesichte zu. Düsseldorf, 26. Sept. Heute Morgen wurde die Leiche des städtischen Verwaltungssekretärs B. von hier am Botanischen Garten aus der Landeskrone gezogen. B., der in einer Weinstube gewesen war, hat auf dem Heimwege jedenfalls den Wez am Corneliusdenkmal vorbei verpaßt und ist in das tiefe Wasser der Landskrone gerathen, wo er seinen Tod fand.(Gen=Anz.) — 26. Sept. Gestern Abend ertränkte sich in dem Gewässer„Landskrone“ Herr Sch. sen., früher Besitzer der Hofwagenfabrik von Sch.; der Grund des Selbstmordes dürfte in längerer Krankheit zu suchen sein. Krefeld, 22. Sept. Eine Anzahl diesiger Volksschullehrer hat sich entschlossen, eigene Wohnge###de zu errichten, um dadurch gegen die hohen Mietgen Fron. zu machen. Heute hatte sich die Stadtverordneten=Versammlung deshalb mit 8 solcher Baugesuche zu befassen. Hörde, 23. Sept. Auf dem„Hörder Verein“ war gestern ein Monteur mit einer Arbeit beschäftigt, als ein eiserner Träger ins Weichen gerieth und dem Aermsten den Kopf zerquetschte, so daß der Tod Lätgendortmund, 25. Sept. Gestern Morzen stürzte auf der Zeche„Germania“ der Bergmann Schlinkmann, Vater von vier kleinen Kindern, in einen Luftschacht und blieb unten mit zerschmetterten Gliedern liegen. Der Tod trat bald nachhei ein. Grumme bei Bochum, 25. Sept. Dem unvorsichtigen und leichtfertigen Handhaben einer Schußwaffe fiel hier am Mittwoch ein achtjähriger Knabe zum Opfer. Ein 17jähriger Bursche hatte sich einen Revolver zugelegt und unterzog diesen auf seine Güte und Brauch: barkeit hin einer Probe, wobei er das Kind so ung! lich traf, daß dessen Tod sofort eintrat. dem Sauerlande, 22. Sept. Um die einheimische Sinzvögelzucht zu heben, haben verschiedene Städte und Gemeinden des Sauerlandes beschlossen, den Fang der Krammetsvögel abzuschaffen. Zur Durchführung dieses Beschlusses ist den Jagdanpächtern bei den Pachtungen die Verpflichtung auserlegt worden, daß sie nicht mehr wie in früheren Jahren den Fanz mittelst Dohnen ausüben dürfen. So anerkennenswerth ein solches Vorgehen ist, dürfte dasselbe dennoch seinen Zweck nicht erreichen, da die fiskalischen und Privatjagdbesitzer eine solche Vorschrift nicht erlassen haben. — 23. Sept. Zur Warnung möge Folgendes dienen. In einer hiesigen Familie hatte sich die Katze unbemerkt in das Schlafzimmer der Kinder geschlichen. Nachts erwachte der Fumilenvater durch dos sHrggoze#e Stöhnen des 7jährigen Söhnchens. entdeckte der Vater, daß die Katze vor dem Munde des Knaben lag und diesem den Luftzugang fast völlig versperrte. Der Knabe lag in Schweiß gebadet infolge der großen Athemnoth. Wäre der Vater nicht zur rechten Zeit erwacht, so hätte es leicht um das Leben seines kleinen Sprößlings geschehen gewesen sein können. Im Bannkreis der Roman einer Frau von H. Oehmke. (11 Das Abendgold warf seinen sanften rosigen Schimmer verklärend auf das weiße Gesichtchen des todten Kindes und der Lenzwind streute die weißen Blüthendolden der Kastanien auf den Weg der Trauernden. Die Wärterin, der Regina ungefähr um 4 Uhr Nachmittags das Kind überlassen, wurde erst nach langem Suchen in ihrem Versteck tief im Wald aufgefunden. Sie wollte mit der Kleinen auf dem großen freien Platz vor der Veranda gespielt haben. Das Kind war dann immer weiter in den Garten getrippelt. Sie mußte„HaschHasch“ mit ihm machen. Dann hatte sie ihr einen Kranz gewunden, den die Kleine sich glückselig auf die Dann begann das Mädchen ein Gespräch mit den Arbeitern, die beschäftigt waren, den Garten für den Abend auszuputzen und große Pfähle in die Erde gruben, auf denen nachher bunte Laternen befestigt werden sollten. Unter den Leuten fand das Mädchen einen Menschen aus ihrem Heimathsorte und darüber hatte es alles Uebrige vergessen. Auf einmal ertönt ein leichter Schrei, die Wärterin stürzt erschrocken hinüber zu der Bank, wo sie die Kleine verlassen.— Das Kind ist nicht mehr dort. Sie ruft es beim Namen,— sie rennt und sucht,— da bringt schon einer der Männer das kleine todte Wesen herbei. Das Kind war jedenfalls ruhig immer weiter getrippelt, hatte am Rande des Wassers die meisten Frühlingsblumen bemerkt, die dort wild wuchsen, hatte sich einige davon abreißen wollen, um sich selbst einen Kranz zu winden, und dabei war es dann jedenfalls kopfüber in den Bach gestürzt. So berichtete wenigstens das Mädchen unter Schluchzen und Weinen. Das leichtfinnige Geschöpf zitterte am ganzen Leibe und jammerte wie wahnwitzig in einem fort; sie sei unschuldig, man möge sie doch nicht hinrichten lassen und ähnliches unsinnige Zeug, so daß Alle froh waren, als sie am nächsten Morgen Lindenheim verließ. Auch die Gäste, die gekommen waren, sich zu amüsiren, verließen nach und nach das Schloß, nur die intimeren Freunde des Hauses blieben bis zur Beerdigung der Kleinen. Regina g erwachte aus ihrer Ohnmacht nur, um sofort wi eine neue zu versinken, und als der Sargdeckel sich ibrem Liebling geschlossen, verfiel sie in ein schweres cyphöses Fieber.— Wochenlang stand sie am Rande des Grabes, und als dann endlich die schlimmste Gefahr glücklich da war es nur ein Schatten der schönen stolzen Tochter des Präsidenten v. Werthern, der an der Seite des G heimraths an einem trüben regnerischen Augustmorgen dem Sidem engevenhuhr. 4. der Gicheinrath an Den ganzen Winter verbracht. inr Eirentn, an den paradiesischen Gestaden des ligurischen Meeres. Dann, nachdem Regina's Körper wieder kräftiger geworden, ihr Gemüth jedoch fast wie umnachtet blieb, begaben sie sich nach Tyrol, wo sie in einer herluch gelegenen Villa in der Nähe Botzens Aufenthalt nahmen. Als hier schließlich die Hitze unerträglich Regina den Wunsch, einige Zeit in Werggreg. u wohnen, und der Geheimrath, froh, daß sie A#### wieder einen Wunsch zu erkennen gab, willfahrte nur zu gern. Es gelang ihm noch, eine kleine geschmackvoll angelegte Villa, vielleicht eine Viertelstunde entfernt von den Kuranlagen zu bekommen, deren Söller sing, prächtige Rundsicht über den Rhein und der. Lannur voi. Frau von Alten, die bis dahin in Lindenheim geblieben war, kam auch herüber nach Wiesbaden, während der Geheimrath nach einem kurzen Besuch in seine Heimathstadt und dann in H....., noch eine wöchentliche Kur in Karlsbad durchmachte. Anfang September erschien er erst wieder bei den Damen. Regina war körperlich jetzt vollkommen hergestellt, Lächeln aber hatte sie noch Niemand wieder gesehen. Sie sprach kaum, vermied jede Gesellschaft, und do Hechachtete wie Regina Tag für Tag anlangte und nun Verdacll., Wir Regina Tag für Tag in diesem trostlosen Dahinbrüten zubrachte, wie sie die Nächte hindurch schluchzend und klagend in ihrem Zimmer auf= und abwandelte, wie sie sich immer mehr in ihren Schmerz hineinwühlte, da erhob sie sofort energisch Einspruch gegen diese total falsch angewandte Nachsicht, mit der der Geheimrath seine Frau gewähren ließ. Sie sorgte allmählich dafür, daß Regina wieder an der Tafel erschien, daß manchmal Gäste geladen wurden, und dann setzte sie sich eines Abends hin und schrieb einen langen Brief nach Berlin an Frau von Sanden. Wenige Tage darauf erschien die kleine lustige Frau Hauptmann in der stillen Villa in Wiesbaden. Es war ihr sehr schwer geworden, sich so plötzlich von ihren Kindern loszureißen, sie hatte auch Urlaub von ihrem„Hauptmann. Doch be.g. diese wenigen Tage gut. Sie setzte es durch, daß A####a den vereinten Bitten nachgab und einwilligte, ehe sie wieder zu dauerndem Ausenthalte nach H..... fuhr, einige Wochen in der Kaiserstadt zu verbringen. Herr v. Haller drückte der kleinen Frau Hauptmann beim Abschiede unzählige Male die Händchen und fragte immer und immer wieder, wie sie es nur fertig gebracht, Regina zu solchem Entschluß, der in mehr als einer Beziehung seinen vollsten Beifall hatte, zu überreden. Er bestellte sofort eine Reihe eleganter Zimmerim Hotel de Rome unter den Linden und an einem hellen freundlichen Oktobermorgen ging es fort gen Berlin. 3. Das Opernhaus war zum Erdrücken voll. Der berühmte und beliebte Tenorist trat nach einer mehrmonatlichen überseeischen Triumphfahrt zum ersten Mi wieder in einer seiner Glanzrollen auf. Der prächtige blendend erhellte Raum bot im Verein mit den in allen Farben schimmernden Toiletten der Damen, den blitzenden Uniformen der Offiziere, einen überaus glänzenden Anblick. Regina in schwarze Spitzen gehüllt, wodurch die seltene Zartheit ihres Teints noch mehr saß im Hintergrunde der Loge, für das übrige Publikum fast völlig unsichtbar, in ihrem Fauteuil und lauschte andächtig dem Gesange, während Frau von Alten ihre Aufmerisamkeit mehr ihrer Umgebung widmete. Der Geheimrath war noch nicht bei seinen Damen, er wellte, wie stets, sogleich nachkommen. Der zweite Akt war vorüber. Der berühmte Sänger und seine Partnerin mußten wiederholt vor den Lampen erscheinen. Im Zuschauerraum wur es wieder hell, das Publikum war ungewöhnlich lebhaft, und ein dumpfes Geschwirr und Gewoge ging durch das Haus. Auch Frau v. Alten sprach lebhaft auf Regina ein, sie machte sie auf alles mögliche aufmerksam, und das mit einem solchem Eifer, doß Rezina endlich, allein ihr zu Liebe aus ihrer geschützten Verborgen########aus mit einer Art Theilnahme die glänzende Gesellschaft des Opernhauses überfloz. Plötzlich haftete ihr Blick an der gegenüber liegenden Loze, die von Offizieren besetzt war. Ihr Gesicht ward geisterbleich, ihre ganze Gestalt bebte. Hinter den beiden Offizieren war ein blonder Kopf erschienen, nur eine Sekunde, aber Regina hatte genug gesehen— es war Ezon! Ein Schauer überflog ihren Körper.— Er war — in ihrer Nähe!— Sie hatte ihn wiedergesehen zum ersten Mal seit jener unvergeßlichen Stunde wo sie sich ihm zu eigen gegeben! Nie hatte er sich ihr wieder genähert. Nicht eine Zeile hatte er ihr jemals gesandt. Nur zu ihrer Hochzeit war ein kurzes Telegramm augekommen. Sonst hatte sie fast nichts von ihm gehört. Sie glaubte ihn in weiter Ferne. Wäre Rezina nicht so theilnahmlos gewesen für Alles, was die Außenwelt anging, so wurde sie es aus den Zeitungen ersehen haben, daß er wieder in Berlin angelangt war. Ein Zusammentreffen, in 6ia. shusce Zusammensein war bei ihren nohen verwanoschaftlichen gegenübertreten? Und er, Egon! Hatte er ihr verermantenr Beodeu gosihur aie Hoen. Frau v. Alten in Thränen zrsioß. Der vierte deun Secekarath ut. Beozian us zusche g, echtenr Jeden Augenblick glaubte sie Ezon eintreten zu sehen. Sie wagte nicht, sich zu rühren. Jeun Ein feiner Zugwind zeigte ihr an, daß Ie Logenthür geöffnet— jetzt erklang auch schon die soviale Stimme ihres Gatten hinter ihrem Stuhl:„Meine theure Regina, eine große Freude ist unserem Hause wiederfahren! Der verlorene Sohn ist zurückzekehrt. Hier brinze ich Dir selbst den Deserteur.“ Waldenburg verbeugte sich ganz förmlich, als er sie begrüßte. Er fragte nach ihrem Befinden und sprach ihr noch seine Theilnahme an ihrem Verlust aus. Dann aber wandte er sich wieder dem Geheimrath zu, der sich ihm Stillen über die Gleichzültigkeit Rezinas bei dem Wiedersehen eines so nahen Verwandten ärgerte. Nachdem Ezon noch der Tante Clara seinen Besuch für den nächsten Tag versprochen, begab er sich wieder an seinen Platz. Regina hatte kaum gewagt, ihn anzusehen; nur seine liebe Stimme war mit dem alten trauten Klanze bis in ihr Herz gedrungen. Doch wie gleichgutig, wi ruhig hatte er sie begrüßt! Wie kalt und höflich hatt er sich über ihre Hand gebeugt! Hatte er vergessen? Hatte er verziehen? Sie verbrachte eine unruhige### schlaflose Nacht.(Fortsetzung folgt — und Landkreis Solingen. Solingen, 27. Sept. *— In der vorigen Nacht gegen 2 Uhr wurde auf der Kreisbahn auf der Strecke Solingen=Obligs eine Probefahrt unternommen. Die Eisenbahndirektion, sowie die Reichstelegraphen=Verwaltung haben demnach die Erlaubniß für die Probefahrten ertheilt. Nunmehr dürfte die Eröffnung des Betriebes der Kreisbahn am 1. Oktober als bestimmt angesehen werden. Heute Nachmittag treten hier die Mitglieder der Kreiskleinbahn=Kommission zu einer Sitzung zusammen, in welcher über weitere Maßnahmen wegen Beschleunigung der Inbetriebsetzung der Kleinbahnen berathen werden wird. — In der gestern im Gierlich'schen Lokale abgehaltenen Versammlung der Messerschleifer wurde nach eingehender Besprechung über die Schleifsteinhandlung Firma Sam. Lauterjung, Solingen, einstimmig die Sperre verhängt.— Die Lage des Streiks bei der Firma Gottl. Hammesfahr, Foche ist noch immer sehr günstig für den Verein; 3 Schleifer, welche bis jetzt für die Firma H. gearbeitet, traten dem Verein als Mitglieder bei. — Die Solinger Sterbekasse Nr. 6 hielt am Sonntag im Kassenlokale bei Herrn Walter von zur Gathen einen Haupt=Wahl= und Brudertag ab. Die Kasse zählt jetzt 932 Mitglieder(im vorigen Jahre 820, mithin 112 mehr). Die Einnahmen betrugen im Rechnungsjahre 1898 19349,76 Mk., 1897 16486,29 Mk., mitbin mehr 2863,47 Mk. Wiedergewählt wurden als Vo standsmitglieder die Herren Ferd. Hönig=Mangenbei. Rich. Thiel=Kaiserstr., E. vom Stein=Kasernenstr., Ferd. BaltesKasinostraße, neugewählt die Herren Emil HeßmerSchwertstr., Aug. Küpper=Irlerstr., Carl Stoffel=Kaiserstr. A— Der Vorstand des hiefigen Haus= und Grundbesitzer=Vereins wird am 5. Oktober seine monatliche Sitzung abhalten. Nachdem bereits in der letzten Sitzung dem Geschäftsführer der Auftrag ertheilt worden, einen neuen, dem 1900 in Kraft tretenden Bürgerlichen Gesetzbuche angepaßten Miethvertrag zu entwerfen, ist, wie wir erfahren, dieser nunmehr ausgearbeitet und einem Juristen zur Prüfung vorgelegt worden. Der letzte Zentralverbandstag deutscher Hausbesitzervereine hat sich u. A. mit der Fraze beschäftigt, ob es sich anläßlich der Einführung des neuen Bürperlichen Gesetzbuches empfehle, einen einheitlichen Miethvertrag zu schaffen, und welche Punkte dabei zu berücksichtigen seien. Die Thesen, welche vom Referenten vorgeschlagen wurden, hatten schon vorher in der Tagespresse Aufsehen erregt und eine lebhafte Zurückweisung erfahren und dies um so mehr, als man dabei von der Ansicht ausging, daß sie sich mit den Anschauungen des Verbandstages deckten, eine Meinung, die durch ungenügende Verhandlungsberichte unterstützt werden konnte. *— Die Gesellschaft„Erholung“ veranstaltet am Donnerstag Abend ein Abonnementskonzert, dessen Ausführung der Kapelle des 3. westfäl. Inf.=Regts. Nr. 16, Freiherr von Sparr, übertragen ist. Außer den Mitgliedern hab.n auch Nichtmitglieder Zutritt und zwar zum Eintrittepreise von 75 Pfg. Das Programm verspricht einen sehr genußreichen Abend. G— Im Laufe des Monats Januar nächsten Jahres beabsichtigt der hiesige kath. Gesellenverein im Kaisersaal bei Herrn Heinrich Pohl das vor mehreren Jahren mit dem größten Erfolg gegebene Schauspiel: „Das Heiligthum von Antiochien“ aufzuführen. 1— Bei dem 3. Hästener Schießverein„Deutsche Kameradschaft“ ging die Königswürde von Herrn Karl Küllenberg auf Herrn Ernst Schumacher über. Beim Preisschießen erhielten den 1. Preis(40 Mk. baar) Herr Wolfertz, 2.(“: Dtz. Rohrstühle) Herr Seel, 3. (20 Mk. baai) Herr Osthoff, 4.(Tisch) Herr Richartz, 5.(10 Mk. baar) Herr Kolfhaus, 6.(Spiegel) Herr Schwigelsohn, 7.(6 Mk. baar) Herr Plümacher, 8. (Stammglas) Herr Klostermann. 1. Ehrenpreis(Salon= büchse) Herr Blank, 2.(Fruchtschale) Herr Muhr, 3. (Stehlampe) Herr Stessens. 5um — Der Turnverein„Solingen=Schlagbaum feierte am vergangenen Sonntag sein diesjähriges Gesellschaftsfest. Das Lokal des Herin Neumeyer(Gasthof zur Reichspost) war zu diesem Zwecke festlich geschmückt und schon vor Anfang des Festes stark besetzt, gewiß ein schönes Zeichen der allgemeinen Beliebtheit, welche dem Verein von der Bürgerschaft entgegen gebracht wird. Und warum auch nicht, scheut der Verein doch die größten Kosten nicht, wenn es heißt etwas ordentliches zu leisten. So war auch das Programm ein gediegenes, inhaltreiches, vom Anfang bis zum Ende gut durchgeführtes, was der stürmische Beifall von Zeit zu Zeit kund gab. Im 1. und 2. Theile des Programms gelangten ein Liederspiel, sowie ein Lustspiel zur Ausführung, dargestellt von Mitgliedern des Vereins. Einsender dieses möchte aus dem ersten Stücke nur den Gänsemaier nebst seinem noch zu grünen Sohne Hans, sowie den köstlichen Vorfall auf dem Birnbaume erwähnen, aus dem zweiten Stücke den glücklichen Herrn Dr.„beider Rechte" im Schlußakt. Ebenfalls gelangte im 2. Theile der Zigeunerreizen zur Aufführung, ein Gegenstück zu dem Schnitterreigen, welcher beim vorigjährigen Gesellschaftefeste aufgeführt wurde. Der Reigen wurde von Mitgliedern des Vereins ausgeführt. Er fand wie alle andern Nummern stürmischen Beifall und kann der Leiter desselben stolz darauf sein. Dann sei zum Schlusse der Marmorgruppen lobend erwähnt, eine Verkörperung von großen historischen Augen— Es würde sich empfehlen, künftig statt des Weines, Bier zu verabreichen, damit auch wenig mit Glücksgütern gesegnete Bürger die Feste besuchen können. §*.— Der Männer=Gesang=Verein„Eintracht= Stöcken"(Dirigent Herr Albert Steinbach) errang bei dem am Sonntag in Düsseldorf=Bilk stattgefundenen Gesang=Wettstreit in der Klasse IIa den 3. Preis für den Chor„Morgenlied“ von Rietz. — Patente wurden ertheilt auf Taschenmesser mit verlängerbarem Korkzieher W. Hasselbach, Solingen,— Vorrichtung zum Feststellen der umklappbaren Klinge im Griff von Messern u. dgl., Zus. z. Pat. 95799 Handelsgesellschaft A. Feist& Co. u. E. Meurer, Solingen,— Ein Verfahren zur Herstellung oder zum Schärfen gehärteter, aus Stahl bestehender Fräs= und Schle### werkzeuge G. Hammesfahr, Foche,— Werkzeug zum Härten von Stahlwaaren, Zus. z. Pat. 97853 G. Hammesfahr, Foche,— Schutzvorrichtung für Rasiermesser; Zus. Pat. 91254 Friedr. Ern& Co., Weyer. — Als Gebrauchs muster wurde eingetragen Taschenmesser, dessen beide hohle Schaalenhälften durch ein Scharnier am Rücken verbunden sind und dessen Rungen sich nach der Seite umklappen lassen, für Fritz Benz, Höhscheid.— Die Schutzfrist wurde verlängert auf messer usw. für Friedr. Baurmann& Söhne, Solingen.— Taschenmesser usw. für Edmund Benninghoven, Höhscheid— Schirmstange oder=Strebe usw. für Kortenbach& Rauh, Weyer. — Festgenommen wurde gestern Abend ein Stuckateur wegen Verübung groben Unfugs. Ein etwa 50 jähriger Agent, der denselben gewaltsam aus den Händen des Beamten befreien wollte, mußte deshalb ebenfalls ins Kantongefängniß wandern. — In der vergangenen Nacht wurde bei einem Anwohner der Irlerstraße ein Einbruchsdiebstahl verübt. Die Spitzbuben erbrachen den Hühnerstall und entwendeten eine Anzahl Hühner; wie viel, konnte noch nicht festgestellt werden. — Zu Breidbach wurde in der letzten Nacht von ruchloser Hand ein Pflaumenbaum völlig verdorben; fast sämmtliche Zweige wurden von dem Baume gebrochen und die Frucht mirgenommen. Polizeiliche Anzeize ist erstattet. —(Mittel gegen die Blutlaus bei unbelaubtem Zustande der Apfelbäume.) Das überaus starke Auftreten der Blutlaus im Herbst und Vorwinter des vergangenen Jahres hat an vielen Orten zu Versuchen mit neuen Bekämpfungsmitteln veranlaßt, da die bekannten immer noch nicht so wirksam sind, als dies einem so zähen Feinde gegenüber erwünscht erscheint. In diesem Sinne probirte man in der Kgl. Lehranstalt für Obst=, Wein= und Gartenbau in Geisenheim ein im Kampfe gegen die Reblaus allgemein gebrauchtes Mittel, den Schwefelkohlenstoff. Da der Erfolg, wie die kürzlich vorgenommene Revision ergab, ein vollständiger war, so daß buchstäblich keine Laus am Leben geblieben ist, so soll hier in Kürze die Art der Anwendung beschrieben werden. Schwefelkohlenstoff verflüchtigt sich an der Luft sehr rasch. Er ist giftig und tödtet die mit ihm in Berührung gebrachten Insekten sogleich und unfehlbar. Er ist aber auch den Menschen nicht zuträglich und muß so angewandt werden, daß die ausführende Person nichts von dem verdunstenden Stoffe einathmet oder auf die Hände bringt. Auch Kleider und Schuhwerk greift der Schwefelkohlenstoff an. Blätter und grüne Triebe verbrennt er sogleich und kann deshalb nur bei Bäumen in unbelaubtem Zustande benutzt werden, also vor dem Austreiben und im Herbste nach dem Blattabfalle, sowie während des Winters. Die Versuche in obengenannter Anstalt sind am 2. Dezember zur Aueführung gelangt und zwar bei Schrägkordons und Pyramiden. Diese Arbeit wird von Frauen und Mädchen viel glücklicher und sorgsamer ausgeführt als von Männern und Knaben. Man versieht die Arbeiterin mit einem gut verkorkten Fläschchen Schwefelkohlenstoff und einem Stecken von etwa 50 Centimeter Länge, an dessen Ende ein Büschel Watte von dem Umfange eines Hühnereies festgebunden ist. Auf die Watte werden von Zeit zu Zeit einige Tiopfen Schwefelkohlenstoff gegossen. Die Arbeiterin fährt mit der Watte über die mit Blutläusen besetzten Stellen der Zweige, wobei sie darauf zu achten hat, daß nichts übergangen wird. Die Läuse sterben unmittelbar darauf ab und die weiße Wolle verschwindet. Nach einem Tage sieht man nach, od irgendwo noch Läuse davongekommen sein sollten, was sich an dem Vorhandensein der weißen Wolle leicht erkennen läßt. Die Arbeit gebt ungemein schnell von statten und wird sich auch bei Hochstämmen bequem durchführen lassen, wenn man die Watte an einer langen dünnen Stange anbringt. Wie sich bei der Untersuchung zeigte, hat die flüchtige Berüdrung der Rinde der Zweize mit dem Schwefelkohlenstoffe nicht im geringsten geschadet. — Nach dem„Reichs=Anzeiger“ war der Saatenstand für ganz Deutschland Mitte September: Kartoffeln 2,7(gegen 2,7 gleichz. im Vorjahre), Klee(auch Luzerne) 2,5(2,4), Wiesen 2,8(2,5). Der durchschnittliche Ernte=Ertrag beim Winterroggen ist nach vorläufiger Schätzung 1530 Klgr. gegen 1330 Klgr. 1897, 1440 Klgr. 1896, 1320 Klgr. 1895, 1390 Klgr. 1894, 1500 Klgr. 1893. § Höhscheid, 26. Sept. Ein schönes Fest, das von der Liebe und Achtung, deren sich Herr Hauptlehrer Westhoff zu Kohlsberg in seinem Wirkungskreise erfreut, Zeugniß ablegte, beging gestern die katholische Schulgemeinde zu Kohlsberg unter Antheilnahme der Einwohnerschaft der Gesammtgemeinde. Die freundlich gelegene Ortschaft war festlich geschmückt zu Ebren des Herrn Hauptlehrers Westhoff, der an diesem Tage die Vollendung seiner 25jährigen Berufsthätigkeit beging. Bereits am Samstag fand eine kirchliche und Schulfeier statt; Vormittags wurde ein Gottesdienst für die Familie des Jubilars abgehalten, dem auch die Schuljugend beiwohnte. Die Schulfeier wurde durch Herrn Ortsschulinspektor Pfarrer Kühler mit Gebet eingeleitet. Nachdem die Kinder unter Leitung des Herrn Hauptlehrers Müller von der benachbarten evang. Schule den Chor„Bis hieher hat mich Gott gebracht“ vorgetragen, begrüßte und beglückwünschte Herr Pfarrer Kühler den Jubilar; die Kinder ermahnte Redner ihrem Lehrer immer treu und folgsam zu sein. Die Schuljugend trug dann eine Reihe Begrüßungsgedichte vor, gleichzeitig dem Jubilar hübsche Bouquetts überreichend. Nach Dankesworten an den Herrn Ortsschulinspektor wendet sich Herr Westhoff in herzlicher Ansprache an die Kinder; Gehorsam, sowie Fleiß und gute Führung seien die besten Beweise der Liebe, die dem Lehrer erwiesen werden könnten. Herr Pfarrer Kühler richtet dann noch seine Worte an die Gemablin des Jubilars, die nunmehr seit beinabe 25 Jahren den Handarbeits=Unterricht in der Schule ertheilt. Mit dem Chor„Guter Gott wir loben dich“ wurde die Schulfeier geschlossen. Abends wurde dem Jubilar zunächst von dem Gesangverein„Cäcilia"=Kohlsberg und später auch von der„Konkordia“ Unten=Höhscheid ein Ständchen dargebracht. Der Hauptfesttag war der gestrige Sonntag; Vormittags wurde ein feierliches Hochamt abgehalten und Nachmittags gegen 4 Uhr der Jubilar und seine Gemahlin von den Schulkindern unter Führung des Orteschulinspektors Herrn Pfarrer Kühler, sowie des Herrn Hauptlehrers Müller aus ihrer Wohnung abgeholt und nach der hübsch geschmückten Festhalle gebracht, die sich bald bis zum letzten Platze füllte. Während nun gemeinschaftlich der Kaffee eingenommen wurde, sangen die Schulkinder einige prächtige Lieder, denen sich abwechselnd Deklamationen anschlossen. Die Kinder wurden im Garten des Herrn Fischer mit Stuten und Limonade bewirthet. Nach dem Kaffee begann der offizielle Theil der Feier. Als erster Redner begrüßte Herr Pfarrer Kühler in seiner Eigenschaft als Ortsschulinspektor und Pfarrer den Jubilar in herzlicher Weise, auch Namens der Pfarrei aus dem Grunde, weil Herr Westhoff lange Jahre auch an 2 anderen Schulen, in Rupelrath und Widdert schulplanmäßigen katholischen Unterricht ertheilt habe. Im Auftrage der Festgeber überwies Redner dann dem Jubilar einen prachtvollen Schreibtisch und 2 große Brustbilder in Rahmen(Herrn Westhoff und Gemahlin darstellend) als Angebinde. Herr Pfarrer Kühler schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf Kaiser und Papst. Herr Bürgermeister Gläßner, als nächster Redner, begrüßte und beglückwünschte mit warmen Worten den Jubilar als Vertreter der Zivilgemeinde. Redner wies auf die Schwierigkeiten und Widerwärtigkeiten hin, mit denen ein Lehrer oft zu kämpfen habe; Herr Westhoff habe aber immer unverdrossen seines Amtes gewaltet, und wenn er von weiten Gängen(Rupelrath und Widdert) zurückgekommen sei, dann habe ihn immer ein gemüthliches Heim erwartet; seine treue Lebensgefährtin habe ihm schon, wie Redner humorvoll bemerkt, die gestopfte Pfeife gebracht, seine Tochter den Fidibus dazu. Das nun folgende Hoch auf den Jubilar fand begeisterten Widerhall. Namens der Höhscheider Lehrer begrüßte der Ortskollege Herr Hauptlehrer Müller=Kohlsberg den Jubilar. Mit treffenden Worten schilderte Redner, unter welch schwierigen Verhältnissen Herr Westhoff sein Amt angetreten, wie jetzt aber dieselben andere geworden seien. Mit Stolz neunen wir Höhscheider Lehrer, so fährt Herr Müller fort, Herrn Westhoff den Unsrigen. Des Redners Hoch galt dem Jubilar und seiner Familie. — Die Höhscheider Lehrer hatten bereits am Samétag Vormittag dem Jubilar durch die Herren Hauptlehrer Müller und Voos ein Festgeschenk überreichen lassen.— Im weiteren Verlauf des Festes toastete Herr Hauptlehrer Wessendorft auf das Festkomitee und auf die Damen, während Namens des Schulvorstandes Herr Gastwirth Müller in urwüchsigen Worten den Herrn Bürgermeister Gläßner feierte, der es sich nicht habe nehmen lassen, an dem heutigen Feste Theil zu nehmen. Der Gefeierte dankte für das ihm ausgebrachte Hoch, er habe es für seine Pflicht gehalten, zu dem heutigen Feste zu erscheinen; wenn in Höhscheid etwas los sei, dann gehöre er auch dahin und er sei auch ganz gerne gekommen. Das Hoch des Herrn Bürgermeisters Gläßner klang auf die Schulgemeinde aus. Nunmehr erhob sich der Jubilar selbst, um mit bewegten Worten allseitig seinen innigsten Dank auszusprechen, besonders dem Herrn Octspfarrer und Schulinspektor, von dem er wahr empfunden, was ein Lehrer aus dessen früheren Wirkungskreise zu ihm(dem Redner) gesagt:„Sie und Ihre Schüler werden in dem neuen Pfarrer einen warmen und treuen Freund finden.“ Auch dem Herrn Bürgermeister Gläßner dankt Redner mit berzlichen Worten und spricht seine Genugthuung darüber aus, daß ihre gegenseitigen Beziehungen immer die freundschaftlichsten gewesen seien, was auch in Zukunft so bleiben möge. Dann dankt der Jubilar den anwesenden Kollegen für ihr Erscheinen; immer hätten dieselben an seinen Freuden und Leiden so innigen und warmen Antheil genommen. Besonderen Dank spreche er Herrn Hauptlehrer Müller aus für alles das, was er zur Verschönerung des Festes gethan habe. Redner dankt dann noch dem Schulvorstand, dem Cäcilien=Verein, sowie den evangelischen Mitbürzern für ihr Erscheinen zu seiner Jubelfeier und schließt mit folgenden Worten:„Die großen Beweise der Anhänglichkeit und Liebe der Gemeinde und der Anwesenden geben mir Kraft und Muth zu neuem Wirken und tilgen in mir manche Schatten der Vergangenheit. Bauend auf die Hilfe Gottes und die Unterstützung der Eltern meiner Schulkinder hoffe ich der Gemeinde noch lange nützen zu können. Wie Gott es will!“ Hiermit war die Feier beendet; zu erwähnen bleibt noch, daß die Pausen durch Gesangvorträge des Cäcilien=Vereins, gemeinschaftlich gesungene Festlieder und Vorträge ehemaliger Schülerinnen und Schüler passend ausgefüllt wurden. Wir schließen unsern Bericht mit dem Wunsche, daß es dem würdigen Herrn Jubilar vergönnt sein möge, noch lange Zeit in gleichem Segen wie seither in Gesundheit und Frische und zur Freude aller Schulinteressenten in seinem Amte thätig zu sein. □ Höhscheid, 26. Sept. Herr Lehrer Simon in Aufderhöhe ist aus dem Schuldienste ausgeschieden; in seine Stelle tritt am 1. Oktober Herr Lehrer Eick in Radevormwald.— Die neu angebauten beiden Klassen an der Schule in Aufderhöhe sind fast fertig gestellt und wurden vor einigen Tagen vom Schulrath besichtigt; derselbe sprach sich anerkennend aus. Sie werden dem Vernehmen nach am 1. November in Benutzung genommen. Die im evang. Vereinshause untergebrachte Klasse wird den einen Raum belegen, während der andere Raum für eine katholische Klasse so lange bestimmt ist, bis die neue katholische Schule in Aufderhöhe fertig gestellt sein wird. Die katholische Schulklasse wird auch die katholischen Kinder aus Höhscheid aufnehmen, welche jetzt noch die Schule in Neulöhdorf besuchen. Alsdann ist die vor mehreren Jahren beschlossene Trennung zwischen Höhscheid und Ohligs vollständig durchgeführt. □— 26. Sept. Die Einwohner von Heipertz, Jammerthal, Straßen, Neulöhdorf rc., theilweise dem Aufderhöher, theilweise dem Ohligs'er Postbezirk zugetheilt, erstreben die Einrichtung einer Postagentur in ihrer Nähe und haben dieserhalb schon eine Versammlung abgehalten. Diese gewerbreiche Gegend ist in lebhaftem Aufschwunge begriffen. Der Hauptgrund für die Bewegung scheint die ungünstige Lage des neuen Posthauses in Ohligs zu sein. 26. Sept. Eine wegen groben Unfugs zu drei Tagen Haft verurtheilte Frauensperson wurde am Samstag, nachdem sie Freitag ihre Strafe angetreten hatte, todt in ihrer Zelle gefunden. Ein Schlagfluß dürfte den Tod der dem Trunk buldigenden Frau herbeigeführt haben.— Ein hier ansässiger Kaufmann wurde am Samstag Nachmittag auf Veranlassung einer auswärtigen Gerichtsbehörde verhaftet und vorläufig im hiesigen Amtsgerichtsgefängniß untergebracht.(O. Anz.) — 26. Sept. Ein betrübender Unfall ereignete sich heute dadurch, daß einem jungen Mann in der Barlerstraße ein etwa 6 Zentner schwerer Stein auf die rechte Hand fiel, welche fast vollständig zerquetscht wurde. Der Verunglückte wurde auf einem Wagen nach Hilden geschafft, wo die nothwendige Operation vorgenommen wurde.— Einem etwa sechzigjährigen Mann setzte sich beim Essen von„Knorpeln“ ein Stück einer solchen in der Speiseröhre fest. Aerztlicher Hülfe gelang es nicht, das Stück zu entfernen, da die Speiseröhre infolge einer Krankheit besonders verengt ist. Der Mann muß nun anderweitig sehen, wie er den Knochen los wird.(O. Tgbl.) Die Veräußerung der * Solingen, 27. Sept. Eine außerordentlich wichtige Frage stand auf der Tagesordnung der auf gestern Abend in die Schützenburg einberufenen außerordentlichen General=Versammlung des Soliuger Schützen=Vereins. Es war der Antrag des Vorstandes auf Ertheilung einer Vollmacht zum Verkauf des Grundeigenthums des Schützenvereins. Gegen 9 Uhr eröffnete der Chef des Vereins, Herr Louis Sabin, die im Verhältniß zur Mitgliederzahl schwach besuchte Versammlung, indem er die Erschienenen begrüßte und seinen Dank für den gegen sonst zahlreichen Besuch der Versammlung aussprach. Er erblicke den Beweis darin, daß das Interesse der Mitglieder ein regeres als bisher werde und spricht die Hoffnung aus, daß die zu fassenden Beschlüsse das Ansehen des Vereins in der Bürgerschaft auch fernerhin bewahren werden. Sodann ertheilt er, nachdem er zu Schriftführern die Herren Hasselbach, den ständigen Schriftführer des Vereins, und Eugen Grah ernannt, Herrn Hasselbach das Wort zur Verlesung des Protokolls der letzten General=Versammlung und widmet nach der Verlesung dem dahingeschiedenen Vorstandsmitgliede, Herrn Hermann Voos, warme Worte der Anerkennung und des Nachrufs. Sodann geht Herr Sadin zur Tagesordnung über und legt zunächst die Gründe dar, welche den Vorstand zu dem obigen Antrag bewogen. Bereits seit lange sei es das Bestreben des Vorstandes gewesen, die finanzielle Lage des Vereins zu verbessern. Die heutige Hypothek betrage 150000 Mk. Der Vorstand war bis jetzt trotz großer persönlicher Opfer und eifriger Bestrebungen nicht in der Lage, die Aktien zu verzinsen. Man habe sich deshalb schon lange im Vorstand mit dem Gedanken getragen, den Grundbesitz aufzuzeben und sie an anderer Stelle anzukaufen. Durch den Verkut erhalte man ein Baarvermögen, dessen Zinsen zur besseren Gestaltung der Vereinsinteressen ausreichten. awäre ein Unrecht, wenn der Verein nicht zu einem Ver kauf übergehen würde. Auch heute noch sei der Varstand dieser Meinung, und wenn das Grundstück ver, kauft würde, könnten größere Anforderungen an den Verein gestellt werden als bisher. Das bisberige weit, Entgegenkommen, das der Verein gezeigt, habe die waltung erschwert, diese letztere sei bedeutend einsacher wenn nur Gebäulichkeiten da stien, die nur den des Vereins und nicht auch noch anderen dienten Die Stadt sei eigentlich dazu verpflichtet, einen größeren Saal zu bauen. Es sei ihm zu Ohren gekommen, verschiedene Leute der Meinung seien, man solle das Grundstück der Stadt überlassen. In letzter Stund, sei ein Schreiben des Herrn Oberbürzermeisters Dia, eingelaufen, in welchem er bittet, die Versammlung möze in Erwägung ziehen, ob sie nicht das Eigenthum der Stadt überweisen wolle. Letztere übernehme die auf dem Eigenthum lastenden Hypotheken, überlasse auch fernedem Schützenverein die Gebäulichkeiten zu den Festen desselben und sei gesonnen, den Platz zu einem Volksgarten umzuwandeln. Der Antrag des Vorstandes gehe nun dahin, das Gesammteigenthum zu verkaufen. Das Statut enthalte darüber keine Bestimmungen, allein der Vorstand habe es für das Richtige gehalten, einen Beschluß hierüber der General=Versammlung zu überlassen. Er eröffne hiermit die Diekussion. An derselben betheiligen sich zunächst Herr Emil Dunisch, der auf einer neuen Basis etwas Anderes zu beginnen vorschlägt, und der frühere Schützenkönig Fischer, welcher fragt, wie sich der Vorstand zum Schreiben des Oberbürzermeisters stelle. Herr Sabin erklärt, daß der Vorstand dazu noch keine Stellung genommen habe, da dasselbe erst kurz vor der Versammlung eingetroffen sei. Er bittet um Vorschläge. Herr Dunisch stellt den Antrag auf Veräußerung. Das Schützenfest stehe nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Herr Ernst Müller ist für Vertagung, da die Zahl der Anwesenden zu klein sei. Auch möge der Vorstand vorber Stellung nehmen zu dem Schreiben des Herrn Oberbürgermeisters und dieses reiflich überlegen. Herr Karl Spitzer bittet, vorsichtig mit dem Abtreten des Grunostücks an die Stadt zu sein. Der Verein sei in diesem Falle quasi aufgelöst und er solle doch im Sinne eines Volksvereins bestehen oleiben. Wenn die Solinger ausgehen, würden sie größere Spaziergänze machen. Er hält deshalb das Terrain zu werthvoll, als daß es in einen Volksgarten verwandelt würde, und bittet, dem Vorstand vorläufig den Verkauf an die Hand zu geben. Herr Fischer bittet, die Stadt möchte so viel geben, daß der Verein sich anderswo ankaufen könne. Herr Fritz Hermes möchte wissen, wie sich der Vorstand gegenüber dem Bliefe des Herrn Oberbürzermeisters stellt. Herr Sabin ist der Ansicht, daß es wohl berechtigt sei, wenn der Verein zu dem Briefe Stellung nehme. Für heute bitte er, dem Vorstand Vertrauen zu schenken und ihm die Vollmacht zur Veräußelung zu ertheilen. Wolle die Versammlung dies nicht unbeschränkt thun, so möge sie eine Bedingung hinzufügen, etwa, daß man der Stadt das Vorkaufsrecht anbiete, oder daß man den Vorstand an eine bestimmte Summe binde, unter der er nicht veräußern dürfe. Dann könne man mit der Stadtverwaltung verhandeln. Ganz könne man dem Herrn Oberbürgermeister nicht entsprechen. An der nun folgenden lebhaften Debatte betheiligen sich die Herren Dunisch, Bankdirektor Stratmann, Ernst Müller, Eduard Becker, Fritz Hermes, Kunze, Gießmann, Hasselbach, Schwickerath, sowie Herr Sabin. Herr Bankdirektor Stratmann fragt, was sich der Verein für eine Summe gedacht habe, unter welcher nicht zu verkaufen sei. Wenn das Grundstück verkauft würde, dann würde es wehl nicht ein einzelner, wohl aber vielleicht ein Konsortium kaufen. Diesem müsse aber die Möglichkeit geboten werden, etwas daran zu verdienen. Der Vorstand möge aus sich oder den Mitgliedern 2—3 sachverständige Leute ernennen, die den genannten Preis bestimmen sollten. Zu dem Antrage des Herrn Oberbürgermeisters könne direkt nicht ja und nicht nein gesazt werden, da verschiedene Fragen z. B. wie lange der Verein das Recht habe, seine Festlichkeiten hier abzuhalten, noch unbeantwortet seien. Herr Sabin glaubt, daß es den Verkauf beeinträchtige, wenn eine Summe für den Verkauf festgesetzt werde. Er bitte nochmals eine Summe zu nennen, unter welcher der Vorstand nicht verkaufen dürfe. Nachdem Herr Ernst Müller seine Frage, wie groß das Grundstück sei, vom Herrn Vorsitzenden dabin beantwortet erhalten hatte, daß das Grundstück 1670 Ruthen groß sei, stellte Herr Bankdirektor Stratmann den Antrag, dem Vorstand die erbetene Vollmacht zu geben, das Grundstück zu veräußern, jedoch unter der Bedingung, nicht unter der Summe von 400000 Mk. zu verkaufen. Dieser Antrag wird mit großer Majorität angenommen.— Herr Sabin dankt Namens des Vorstandes für die Ermächtigung und hofft, daß auch die Minorität sich fügen werde. Man werde destrebt sein, auch ihren Wünschen gerecht zu werden. In der nächsten Zeit werde der Vorstand nicht zum Verkaufe kommen. Der Vorstand werde es sich nach vor angelegen sein lassen, alles zu thun, was zum An sehen des Vereins beitrage. Mit einem Hoch auf den neuen Schützenkönig, Herrn Hugo Beckmann, schließt er sodann die Versammlung. Gerichts=Verhandlungen. Elberfeld, 26. Sept. Ein Kaufmann in Wald wurde am 4. Februar d. Is. von der Strafkammer wegen Portohinterziehung zu einer Geldstrafe von 504 Mk. verurtheilt. Der Angeklagte hat ein Versandtgeschäft und schickte in 13 Bahnkisten 5545 Briefe mit Waarenproben für österreichische Adressaten an einen Spediteur in Eger, damit dieser sie verzolle und von dort aus durch die Post an die Adressaten weiter gehen lasse. Er wählte diesen Weg, weil bei direkter Zusendung von Deutschland aus die Empfänger wegen der Zollscherereien meist die Annahme verweigerten. Die Post hat aber allein das verbriefte Recht, geschlossene Briefe und Packete von einem Postorte zu einem andern zu befördern. Zuwiderhandelnde werden mit dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Portos destraft. In diesem Falle hatte die Eisenbahn den Rußzen, die Post den Schaden. Die Strafkammer berechnete damals, daß die 5545 Briefe 252 Fünfkilo=Packete gefüllt haben würden. Das Packet hätte 50 Pfg gekostet, das macht also 12654=504 Mark. Mit dieser Berechnungsart war aber die Postverwaltung nicht einverstanden, und sie brachte die Angelegenheit vor das Reichsgericht. Unter den 13 Kisten befanden sich 12 mit einem Gewicht von mehr als 50 Kilo. Diese hätte der Angeklagte also nicht mit der Post verschicken können, weil sie die Gewichtsgrenze überstiegen. Folglich sei für die sämmtlichen Briefe das Briefporto mit je 20 Pfg. und für die eine postfähige Kiste von 23 Kilo außerdem das Packetporto der Strafberechnung zu Grunde zu legen. Das ergab 4426 Malt 80 Pfg. Auf diese hohe Strafe erkannte die Strafkammer mit dem Zusatze, daß im Unvermögensfault eine Haftstrafe von sechs Wochen einzutreten habe. Der Vorsitzende betonte, das Gericht habe nicht anders erkennen können, und gab dem niedergeschmetterten Angeklagten den Rath, sich mit einem Gnadengesuch an deKaisers Majestät zu wenden.— Eine solche dül fte unse:s Grachtens umso eher Erfolg haben, als nicht die Absicht iner Portohinterziehung der Grund zu der geschehenen Versahungtart gensen t.(24g1 un) Vermischte Nachrichten. Berlin, 26. Sept. Eine Frau Heitmann in der ehringerstraße wurde heute mit drei schweren Schädelverletzungen im Keller aufgefunden. Es liegt ein Mordversuch vor. Die muthmaßliche Thäterin ist verhaftet. — Heute wurde die unverehelichte Marie Becker in ihrer Wohnung am Weidenweg mit durchschnittenen Rulsadern todt aufgefunden. Vermuthlich liegt ein Mord vor. München, 26 Sept. Franz v. Lenbach, der 5kannlich nach dem Tode des Fürsten Bismarck sofort nach Friedrichsruh eilte und Bismarck auf dem Sterbehette sah, machte damals keine Zeichnung, hat aber nachträglich aus dem Gedächtniß eine ergreifende Skizze des todten Fürsten Bismarck geschaffen. Paris, 26. Sept. Beinahe von einem Panther tödtet wurde in der vorigen Woche eine junge Arbeiterin, die seit einigen Tagen arbeitelos war und, sie die Miethe nicht bezahlen konnte, im Freien nächtigen wollte. Sie trieb sich erst auf den äußersten Boulevards herum; aus Furcht jedoch vor der Polizei, die sie wahrscheinlich festgenommen hätte, wenn sie auf den Promenadenbänken betroffen worden wäre, suchte sie in einer Menageriebude Schutz. Da es vollkommen dunlel war, konnte sie nicht bemerken, wohin sie gerieth. Plötzlich aber wurde sie von unsichtbaren Klauen gefaßt, die sich ins Fleisch ihrer Arme einbohrten. Die Unglückliche war dem Pantherkäfig zu nahe gekommen, und eine der Bestien hatte sie gepackt. Auf ihre Hülferufe kam der Thierbändiger herbei, doch erforderte es die größte Mühe, um den Panther zum Loslassen seiner Beute zu bewegen. Die Arbeiterin hat schwere Verletzungen erhalten und mußte ins Spital überführt werden. (Der letzte Tenor.) In einer jüngst erschienenen amerikanischen Revue befindet sich eine ganz eigenartige Studie über das„Sinken", das Tieferwerden der menschlichen Stimme. Der Autor ist der Ansicht, daß der Ton aus Männerkehlen seit mehreren Jahrhunderten nach und nach immer tiefer geworden ist. Das sei auch der Grund, weshalb die wirklichen Tenorstimmen immer seltener würden. Hierbei wird daran erinnert, daß unsere Alten überhaupt keine richtigen Baßstimmen kannten; es gab eben nur Tenoristen. Später, erst, als die Stimmen eine immer dunklere Färbung annahmen, ergab sich daraus der Bariton. Heute endlich schreite die Welt langsam, aber sicher, zur allgemeinen Baßstimme herab. Und von dem, was die Männer betroffen hat, sind auch in ähnlicher Weise die Frauen nicht verschont geblieben. Der amerikanische Feuilletonist meint wenigstens, daß der hohe dramatische Sepran, welcher von Alters her als Inbegriff alles weiblichen Gesanges galt, in einigen Jahrhunderten überhaupt nicht mehr zu finden sein wird!— Hoffentlich sieht der Amerikaner nur so dunkel, wie er zu hören glaubt. Solingen 26. Sept. Der Plan der Durchder Straßenbahn durch die mittlere Reueste Nachrichten und Telegramme. Essen, 26. Sept. Ein heute Abend von hier abgegangener Personenzug ist bei der Station Altendorf entgleist. Der Postwagen ist beschädigt, einige Personen leicht verletzt. Frankfurt a. M., 27. Sept. Nach einer der „Frkf. Ztg. aus Tientsin zugehenden Meldung wurde die Krisis am chinesischen Hofe dadurch hervorgerufen, daß der Kaiser ein Edikt über die Einführung europäischer Kleidung und die Abschaffung der Zöpfe erließ. Sieben englische Kriegsschiffe trafen in Taku ein. Wenn England sich Vortheile verschafft, ist Deutschland entschlossen, weitere Konzessionen in Schantung zu verlangen. London, 26. Sept. Die amerikanischen Mitglieder der Friedenscommission sind heute nach Paris abgereist. — 26. Sept. Der„Standard“ meldet aus Kopenhagen, der Zustand der Königin flöße von neuem große Beunruhigung ein. Bordeaur, 26. Sept. Auf der Station Gujan les Bains ist infolge falscher Weichenstellung der von Bordeaur kommende Zug mit voller Schnelligkeit auf einen anderen Personenzug gestoßen. Der Material= schaden ist bedeutend. Die Zahl der Verwundeten wird auf 5 bis 7 geschätzt, doch ist dieselbe noch nicht genau festgestellt. führung der Straßenbah. Kaiserstraße hat wohl alle Burger Solingens zum Nachdenken gebracht. Was will man mit dieser Durch führung der Straßenbahn erzielen 1) Eine direkte Verbindung Stöckerberg=Krahenhöhe, 2) Einen 4 Minuten=Verkehr, 3) Vermeidung von Verkehrsstockungen am Neumarkt, 4) eine Verkehrserleichterung nach dem Südbahnhof und 5) soll auf den anderen Strecken ein rascherer Betrieb ermöglicht werden. Werden diese Fragen durch die geplante Anlage gelöst Viele sazen: Ja, aber noch mehr sagen: Nein. Eine direkte Verbindung würde wohl geschaffen durch Benutzung der mittleren Kaiserstraße, aber es müßten, wie schon die„Sol. Zeitung“ am Samstag ausführte, bei der engen Straße die Straßenbahnwagen so langsam fahren, daß an Zeit nichts für die Personen gewonnen würde. Die schmalen Trottoirs in der mittleren Kaiserstraße fassen vor manchen der Schaufenster nur eine Person in der Breite; hätten dann die in Betracht kommenden Geschäftsleute einen Nutzen davon, wenn durch Vorbeifahren eines Straßenbahnwagens die Leute sich wegflüchten müßten? Es würde ein Flüchten von einer Seite der Straße zur andern geben: auch würden hier diejenigen Geschäfte, welche so sehr schmale Trottoirs haben und an derjenigen Seite der Straße liegen, welche von der Straßenbahn berührt würde, ziemlich über flüssig sein. Ferner würden die gegenüberliegenden Geschäftsleute auf Kosten der andern einen gewaltigen Nutzen haben, da das Publikum durch Vorbeifahren eines Wagens alle paar Minuten ihnen zugedrängt würde Abgesehen nun von dem Schaden, welcher den Geschäftsleuten der der Straßenbahn zu liegenden Seite zugefügt würde, ist aber auch eine Verkehrserleichterung aussichtslos. Ferner, kann durch die mittlere Kaiserstraße ein 4 Minutenverkehr eingerichtet werden? nein, die Wagen können in der mittleren Kaiserstraße nicht kreuzen, sondern nur am Mühlenplätzchen und Entenpfuhl; diese Strecke ist 400 Meter lang, die Wagen würden somit erst alle 9 Minuten in der einen oder andern Richtung fahren können, voraus gesetzt, daß an den beiden vorerwähnten Kreuzungspunkten die Anschlußwagen fertig ständen und auf der m. Kaiserstraße keine Verkehrsstockungen sich einstellten. Der Verkehr am Neumarkt würde allerdings bedeutend entlastet werden. Das ist aber auch das Einzige. Eine Verkehrserleichterung, welche für die Zukunft immer mehr von Nutzen sein würde, und alle Schwierigkeiten des regen Verkehrs unserer Straßenbahn aus dem Wege räumen würde, wäre durch Anlage der Straßenbahn auf der folgenden Strecke geschaffen: Abzweigung von der Kaiserstraße durch die Schwester= und Kronenstraße(Haliestelle Kasinostraße), dann Oststraße(Haltestelle Amtsgericht), ferner Zollernstraße(Haltestelle Dorperstraße, später Haupt bahnhof), Schwertstraße(Haltestellen Malteserstraße und Kaiserstraße), dann durch die Birkerstraße zum Südbahnhof. Wenn diese Strecke ausgebaut würde, wieviel Personen würde dann Gelegenheit geboten, die Straßenbahn benutzen zu können, denen die jetzige An lage der Bahn zu wenig Verkehrserleichterung dietet! Auch würde durch diese Anlage eine direkte Verbindung Krahenhöhe=Schlagbaum geschaffen. Die Strecke ist viel kürzer und kann in Folge des wenig lebhaften Verkehrs rascher befahren werden. Im Uebrigen wurde den Bewohnern des östlichen Stadttheils ziemlich Gelegenheit geboten, die Straßenbahn nach allen Richtungen hin benutzen zu können, wodurch die Rentabilität dieser strecke nur eine recht günstige sein kann. Stadttheater. Düsseldorf: Dienstag: Im weißen Röß'l. Freischüßz. Mittwoch: Milch nicht zuträglich. Dann versuchen Sie dieselbe mit etwas Mondamin von Brown u. Polson ca. zehn Minuten gekocht. Nehmen Sie nur so viel Mondamin, daß die Milch cremartig wird. Die durch Mondamin erlangte leichte Verdaulichkeit der so nahrhaften Milch ist von den Herren Aerzten anerkannt. Für Brown u. Polson's gute Qualität bürgt am besten deren 40jähriger Weltruf. Mondamin ist überall in Pack. a 60, 30 und 15 Pfg. erhältlich. Hauptdepot für Rhein land und Westfalen bei P A. Stenger jr., Köln a. Rh. Das erste Patentbürean in Lolingen befindet sich Blumenstraße 11. Westdeutsches Patentbürenn. Kölnerstraße 26(nahe Südbahndof) (nabe Hauptpost) 23jädr. techn. 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Verloosung von 3½ prozentigen, unterm 2. Mai 1842 ausgefertigten Staatsschuldscheinen sind die in der Anlage verzeichneten Nummern gezogen worden. Sie werden den Besitzern zum 1. Januar 1899 mit der Aufforderung gekündigt, die in den ausgeloosten Nummern verschriebenen Kapitalbeträge vom 2. Januar 1899 ab gegen Quittung und Rückgabe der Staatsschuldscheine und Anweisungen zur Abhebung der Zinsscheine Reibe XXIII bei der Staatsschulden=Tilgungskasse, Taubenstraße Nr. 29 hierselbst zu erheben. Die Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags, mit Ausschluß der Sonn= und Festtage und der letzten drei Geschäftstage jedes Monats. Die Einlösung geschieht auch bei den Regierungs=Hauptkassen und in Frankfurt a. M. bei der Kreiskasse. Zu diesem Zwecke können die Effekten einer dieser Kassen schon vom 1. Dez. d. J. ab eingereicht werden, welche sie der Staatsschulden=Tilgungskasse zur Prüfung vorzulegen hat und nach Fest= p. Todes-+ Anzeige. Am Montag Morgen 7½ Uhr starb ganz unerwartet nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Kärl Hdsstacn, geb. Emilie Zolper, im Alter von 53 Jahren und 9 Monaten und im 24. Jahre einer glücklichen und zufriedenen Ehe. Um stille Theilnahme bitten Der trauernde Gatte nebst Kindern. Solingen(Casinostrasse), den 27. September 1898. Die Beerdigung findet am Mittwoch Nachmittag 4 Uhr statt. Sollte Jemand aus Versehen keine Einladung erhalten, so wolle man diese Anzeige freundlichst als Einladung betrachten. auf Jahres Königl. Standesamt Solingen. 26. Septbr. Gevurten: Friedrich Johann, S. Schleifer Johann Uhr. Kreutstr. Gräfrather Jungfrauen=Verein Mittwoch Abend 8 Uhr. Bekanntmachung. In Gemäßheit des Baufluchtliniengesetzes vom 2. Juli 1875 wird durch Stadtverordnetenbeschluß vom 20. September cr., unter Zustimmung der Polizei=Verwaltung die Fluchtlinie der Canalstraße hiermit festgesetzt. Vorstehendes wird mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Plan vom 28. ds. Mts. ab 4 Wochen lang auf dem Stadtbauamte zu Jedermanns Einsicht offen liegt. Einwendungen gegen diese FluchtPrüfung vorzulegen hat und nach Feststellung die aurzahlung vom 2. Januar Julie Helene Maria. T. v. Drechsler 1899 ab bewirkt. Richard Merten, Koblfurth. Anna Mit dem 1. Januar 1899 gort die Amanda, T. v. Schleifer Abraham Verzinsung der verloosten Staats- Picard, Dorperhof. Bertha, T. v. Bändeschuldscheine auf... macher Ewald Reusch, Baumstr. Eugen Zugleich werden die bereits fruher Willv, S. v. Händler Heinrich Bödm, gekündigten, auf der Anlage verzeichneten Windfeln, Clarg, T. v. noch rückständigen Schuldurkunden, Friedrich Eifler, Brunnenstr. Paula nämlich: Elise, T. v. Messerarbtr. Heinr. HasselStaatschuldscheine vom Jahre 1842, bach, Brühlerstr. August Walter, S. Schuldverschreibungen der Staatsan= v. Messerreider Aug. Esser, Deizenouenleihen von 1850, 1852, 1853, 1862, Aug. Max, S. v. Schreiner Max Peter868 A und der Staatsprämien=An- mann, Schaberg. Eugenie, T. v. Maurer Trauerhüte empfieblt billigst Ilesene Brass, Ufergartensr. 33 Geräumiges, helles Ladenlokal * * F r u h Slammakie der Münßer=Hammer Eisenbahn, wiederholt und mit dem Bemerken aufgerufen, daß ihre Verzinsung aufgeDie Staatsschulden= Tilgungskass kann sich in einen Schriftwechsel mit den Inhabern der Schuldurkunden über die Zahlungsleistung nicht einlassen. Formular zu den Quittungen werden Kierdorf, Stöckerberg. Sterbefälle: Emilie Hasbach, geb. Zösper, 54 J., verh., Casinostr. Wilh. Aug. Kau, 1 J, Spielbruch. Paula Büttgen, 1 Mon., II. Eiland. Anna * Margarethe Walter, geb. Zündorf, 58 I., verh., Papiermühlerbach. Formulare zu den Quittungen werd linienfestsetzung können während der von sammtlichen oben gedachten Kassen angegebenen Zeit beim hiesigen Bürger=, meisteramte anzebracht werden. Solingen, den 22. September 1898. Der Oberbürgermeister: Dicke. un unn cmftegeurunf ie gluckliche Geburt einer guche kräftigen Mädchens„ ) zeigen hocherfreut an * Paul Lohmann und Frau, r * Peute geb. Rucwitt. zur Sitzung der StadtverordnetenVersammlung auf Mittwoch, den 28. September 1898, Nachm. 5 Uhr. Tages=Ordnung: 1) Geschäftliche Mittheilungen. 2) Stadtkassen=Rechnung für 1897/98. 3) Ehrensold betreffend. 4) Handarbeitsunterricht an der Schule Dunkelnberg. 5) Antragauf Veränderung der Fluchtlinien der Straße am Markt. 7) Gewährung eines Beitrags für den Schloßbauverein Burg. 9) Antrag des Stadtverordneten Vits, betreffend Vergehung von Liese rungen für die Stadt. 8) Antrag des Stadtverordneten Diefenbach, betreffend Anstellung eines städtischen Baubeamten. Hierauf geheime Sitzung. Ohligs, den 21. September 1898. Der Bürgermeister: Trommershausen. Sofort 2 Zimmerleute gesucht. Kirschner& Brangs. nentzeldlich verabfelgt,. i Schließlich benußen wit diese Veröffentlichung, darauf aufmerksam zu machen, daß von den Schuldverschreibungen der konsolidirten 4 ½ prozentigen Staatsanleihe, welche gemäß§ 2 des Gesetzes vom 4. März 1885(Ges.=S. S. 55) und der diesseitigen Bekanntmachung vom 1. Sept. 1885 in Verschreibungen der konsolidirten 4 prozentigen Staatsanleihe umzutauschen waren, die in der Anlage unter VI aufgeführten Stücke auch bis jetzt noch nicht eingereicht worden sind. Die Inhaber der selben werden deshalb wiederholt aufgefordert, den beregten Umtausch zur Vermeidung weiterer Zinsverluste all bald zu bewirken, indem wir ausdrück. lich bemerken, daß die zu den neuen 4 prozentigen, durch Gesetz vom 23. Dez. 1896(Ges=S. S. 269) in 3½3. prozentige umgewandelten bungen von 1885 gehörigen bestimmungsmäßig vier Jahre nach ihrer Fälligkeit zu Gunsten der Staats Ein großer Theil dieser Zinsschein ist schon verjährt. Berlin, den 2. Sept. 1898. Hauptverwaltung der Staatsschulden: I. 1946. Merleker. Leirathen: Kaufmann Eugen Albert Suhr, Berlin, und Emilie Meta Becker Aufgebote: Stuckateur Ludwig Wilbelm Müller, Gemünden und Anna Bellone hiers. Federmesserreider Friedr. Gust. Wolfertz und Emma Willms, b. h. Maurer Johann Keßler und Catharina Buchner, b. h. Packer Walter Hammesfahr und Auguste Bick, b. h. Kaufmann Herm. Adolf Oskar Reimann hiers und Maria Dorothea Helene Springhorn, S11a. im Kohlen Revier mit möglichst großen Schaufenstern, per g jahr zu miethen gesucht. Reflektant wurde event. auch ein bestebendes und nachweisbar rentables Geschäft der Tertil=Brauche übernehmen. Kapital eisp. Offerten mit Angabe der Größenverhältnisse des Lokals sind unter S. K. 6.5000 an die Geschäftsstelle r## Merleker. In einen kinderlosen Haushalt wird auf sofort ein properes Dienstmädchen gesucht. Kaiserstraße 135. Ein properes Dienstmädchen innerhalb 14 Tagen gesucht. Näheres Kaiserstraße 278. Schulfreier Knabe Gerichtlicher Verkauf. 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Abschiedsfest der zur Fahne einberufenen Mitglieder durch Concert, Theateund Ball.— Zur Aufführung gelangt: ter I.„Schmachtkuchen“, Posse 1 II.„Immer schneidig, ans. in 1 Akt; I spiel in 1 aet. = unter Mitwirkung tüchtiger Humoristen.= Anfang 6 Uhr. Karten im Vorverkauf sind zu 0.25 den Mitgliedern und im Bereinslokal E. Lackner zu haben. Kassapreis 6,80 Mr. 80 Tanz frei. Der Vorstand. Für Speisen und Getränke wird bestens gesorgt. Getränke nach Belieben. E. Lackner. Kansekranzehen Morgen, Mittwoch, wozu freundlichst einlade: Alb. Monhoff, vis-ä-vis der Post. Musik: Capelle des Infanterie-Regiments Nr. aus Düsseldorf. 159 Montag, den 3. October a. C., Morgens 11 Uhr: Frühschoppen im„Bayrischen Hofe“. Nachmittags: Ausflug in die Umgegend. Der Zutritt zum Hauptfest ist nur gegen Vorzeigung einer Einführkarte gestattet. Hahnenfurth(Stat. VornapHhahurtirch,) Jeden Mittwoch: Frei-Concert, ausgeführt vom Städtischen Orchester, Elberfeld. Ferd. Stöcker. 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