Nr. 217.— 50. Jahrgang. S* Erstes Blatt. „scheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Bierteljahr Frücher mares dem Adte. in der Expedition 1 M4 75 J, auf allen Kaiserl. Postanstalten 2# Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 J. Fricher wrhe Bergisches Freitag, den 16. September 1898. e* Druck und Verlag von Alb. Pfeisser in Solingen.— Für die Redaktion verautwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140. (Fernsprech=Anschluß Nr. 90). „Elatracht“, Katternbergerstr. ung&a rerin Solingen, Derselbe feiert am Sonntag, den 18. September im Lokale des Herrn Karl Hoppe, Katternbergerstraße sein diesjähriges Arsche... O durch Concert, verbunden mit humoristischen Vorträgen, unter gütiger Mitwirkung des Humoristen Herrn Ernst Langenberg. Karten zum Concert à 30 Pfg. sind zu haben im Vereinslokale bei Herrn K. 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Exp. es u- umn anstohrite e##ätter desergt Alb. Pleiffer, Seiingrn. * * * 6 * 1 * * * * * 1 a 6 5 a u * 1 1 * Deutsches Reich. Der Kaiser ist gestern früh in Prenzlau eingetroffen und fuhr durch die reich geschmückte Stadt nach dem Marktplatze, wo ihn der Bürgermeister mit einer Begrüßungs=Ansprache empfing, worin er dem Kaiser für dessen Besuch dankte und angesichts des Denkmals das Gelöbniß der Treue der Prenzlauer erneuerte. Er schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Dieser drückte in seiner Erwiderung seine Freude darüber aus, die Stadt Prenzlau zu sehen, welche in der Geschichte oft genug genannt sei und ihre gewisse Bedeutung habe. Die Zeiten seien jetzt ganz anders als zur Zeit des Niederganges des preußischen Staates, den sein Großvater, dessen Standbild die Stadt schmücke, durchlebte. Aber auch jetzt seien ernste Zeiten, wo noch genug zu thun bleibe, und besonders müsse darnach getrachtet werden, den Umsturzgelüsten kräftig entgegenzutreten. Wie sehr dies nöthig sei, beweise das fluchwürdige Ereigniß der letzten Tage. Darum sollten die Bürger, die hierin viel zu nützen vermöchten, immer in Treue mit vollem Vertrauen zu seiner Person halten. Dies würde ihrem Vaterlande zum Heile gereichen. Der Kaiser sprach seine freudige Genugthuung aus, auf die Märker unter allen Umständen sich verlassen zu können und drückte dem Bürgermeister für dessen Begrüßungsworte dankend und herzlich die Hand.— Hierauf fuhr der Kaiser nach dem Mühlenhof, von wo er sich nach der Anhöhe von Güsten begab um den Verlauf der Korps=Manöver zu beobachten. Die Ankunft des Kaisers in dem Jagdschloß Hubertusstock wird am Sonntag Nachmittag erwartet und von dort aus begiebt sich der Monarch nach Rominten. Ob die Kaiserin auch nach Rominten kommt, ist noch unbestimmt. Die Kaiserin Friedrich und der König von Sachsen trafen zur Hochzeit der Prinzessin Feodora von Sachsen=Meiningen in Breslau ein. Die Hochzeitsfeierlichkeiten erfahren eine große Beschränkung wegen des Todes der Kaiserin von Oesterreich; Musik, Tanz und Festvorstellung fallen weg. Der Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege eröffnete im Gürzenich zu Köln am Mittwoch seine 23. Jahresversammlung. Anwesend waren etwa 280 Mitglieder. Vertreten waren mehr als hundert deutsche Städte, sowie Bern, Leicester und Graz. Im Namen der preußischen Medizinalverwaltung begrüßte Geheimrath v. Bartsch die Versammlung. Im Laufe des Vormittags war auch der Regierungspräsident von Düsseldorf, Frhr. v. Rheinbaben, erschienen. Der Vorsitzende begrüßte ihn mit folgenden Worten: Wir wissen, daß der Regierungsbezirk Düsseldorf nicht nur der dichtestbevölkerte des preußischen Staates, sondern auch der gewerbreichste ist. Die schwierigsten hygieinischen Verhältnisse liegen dort vor, aber wir wissen auch, daß an ihrer Lösung und Hebung nicht nur von den kommunalen Verwaltungen, sondern auch von der Regierung selbst in rastloser Weise gearbeitet worden ist. Wir danken deshalb ganz besonders dem Herrn Regierungspräsidenten für sein Erscheinen. Die Versammlung nahm auf Antrag des Ober=Medizinalraths Dr. RaymundMinden folgenden Beschlußantrag an, nachdem Geheimrath v. Bartsch sich damit, soweit es sich um eine Bedürfnißfrage handelt, einverstanden erklärt hatte: 1) „Im Interesse der öffentlichen Gesundheit ist eine einheitliche Regelung der zur Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten erforderlichen Maßregeln auf dem Wege der Reichsgesetzgebung dringend erwünscht. 2) Hierbei ist die Aufsicht über die Ausführung der erforderlichen Maßregeln nach den ordentlichen Polizeibehörden den zuständigen Beamten zu übertragen. Ausland. Belgien. Brüssel, 15. Sept. In verflossener Nacht wurden in den aristokratischen Stadtvierteln anarchistische Plakate massenweise angeschlagen, worin in der unflätigsten Redeweise die Kaiserin Elisabeth deschimpft wird, sowie die Staatsoberhäupter und die Bourgeois von den Schülern Caserios und Lucchenis bedroht werden. Zwei Anarchisten, angeblich die Franzosen Duez und Roger, wurden beim Anschlagen überrascht und verhaftet. Sie waren im Besitz von Dolchen von 25 Zentimeter Länge. Die Maueranschläge wurden sofort entfernt; eine Untersuchung ist eingeleitet. Frankreich. Paris, 14. Sept. Die Polizeipräfektur hat an sämmtliche Sicherheitsbehörden Frankreichs die Photographie und den Steckbrief„eines gewissen Zola, Emile“, versandt mit dem Ersuchen, den Besagten festzunehmen und hierher einzuliefern. — 15. Sept. Der royalistisch=klerikale Abgeordnete Baudry d'Asson fordert Brisson in einem Briefe auf, das Parlament zusammenzuberufen, um über die Revision des Dreyfusprozesses zu entscheiden. Sollte seinem Ersuchen nicht Folge geleistet werden, so würde er in der ersten Sitzung die Regierung interpelliren und eine Gesetzesvorlage einbringen, damit die Verräther und Beschimpfer der Armee erschossen werden sollen. — 15. Sept. Der„Matin' meldet: Der Kriegsminister unterbreitete am letzten Montag dem Ministerrath eine Anzahl Dokumente, welche er als entscheidende, authentische Beweise für die Schuld Dreyfus erklärte. Mehrere Minister theilten die Ansicht des Kriegsministers, während andere dieselbe bekämpften.— Die Blätter stellen fest: Die Folgen, welche die Feststellung der Thatsachen für den General Mercier nach sich ziehen müßten, seien schuld an dem Zögern des Ministers.— Das„Echo de Paris' meldet: Zola befindet sich gegenwärtig in der Schweiz, wo er an der Abfassung eines Briefes arbeitet, welcher zu einträchtigem Zusammenwirken zu Gunsten der Gerechtigkeit und des Patriotismus ermahnt. Der Brief soll in ganz Frankreich durch Maueranschläge verbreitet werden. — 15. Sept. Der„Gaulois meldet: Es sei wahrscheinlich, daß die Mehrheit des Kabinets doch dem Entschlusse des Justizministers Sarrien zustimmen werde, wie auch dessen Beschluß sein möge. Wenn Sarrien sich zu Gunsten der Revision des Dreyfusprozesses ausspreche, werde nur die Demission des Kriegsministers Zurlinden eine Thatsache sein. Die übrigen Minister würden sich fügen. Der Justizminister weilte gestern 1½ Stunden im Kriegsministerium, wo er die Akten des Dreyfusprozesses durchsah. Kreta. Kandia, 15. Sept. Gestern ist hier noch ein englischer Kreuzer angekommen, so daß nunmehr 7 englische, 1 französisches, 1 italienisches und 2 russische Kriegsschiffe auf der Rhede sich befinden. Die Engländer machten 40 türkische Häuser nahe dem Lager dem Erdboden gleich, um so gegen etwaige Angriffe sich zu sichern. New=York, 15. Sept. Die Vereinigten Staaten verlangen eine große Entschädigung für ihren Vizekonsul und für die Zerstörung des amerikanischen Konsulats in Kandia. Vereinigte Staaten. Philadelphia, 15. Sept. Nach langwierigen Berathungen beschloß das Kabinet in Washington, die amerikanische Friedenskommission anzuweisen, daß sie die Abtretung der ganzen Insel Luzon und einer Insel der Ladronengruppe fordern sollen. — 15. Sept. Die„Times“ meldet aus Manila von gestern: Die Truppen der Aufständischen räumten heute die Vorstädte von Manila. 15000 Mann sind auf dem Ausmarsch begriffen. Die Ordnung ist ausgezeichnet. Es herrscht eine bemerkenswerthe Disziplin Zur Ermordung der Kaiserin von Oesterreich. Wien, 14. Sept. Prinz=Regent Luitpold von Bayern trifft morgen ein, der König von Sachsen Samstag. Ferner werden erwartet: der Herzog von Sachsen=Coburg=Gotha, der Erbgroßherzog Ernst von Sachsen=Weimar=Eisenach, der Erbgroßherzog von Mecklenburg=Strelitz, der Erbgroßherzog von Baden, Prinz Wilhelm von Hohenzollern und mehrere andere deutsche Fürstlichkeiten resp. Vertreter. — 15. Sept. Die Meldung der Morgenblätter, daß die Monarchen dem Sarge folgen werden, ist unrichtig. Es bleibt bei dem spanischen Zeremoniell, wonach sie inkognito in der Kapuzinerkirche sich versammeln. König Albert und der Kronprinz von Italien treffen morgen ein. Der Trauerschmuck der Stadt nimmt einen noch nicht dagewesenen Umfang an. Alle Blumenläden sind mit Trauerkränzen gefüllt. — 15. Sept. Mehrere Blätter melden, nicht nach amtlicher Quelle, aber übereinstimmend, der Kaiser habe verfügt, daß alle Feiern und Festlichkeiten anläßlich des Jubiläums, wobei die persönliche Theilnahme des Kaisers erforderlich ist, unterbleiben sollen. Dem„Vaterland" zufolge wird am 29. November im Stephansdome ein Hochamt abgehalten werden. Die„Neue Freie Presse“ erfährt, der Kaiser habe die Absicht kundgegeben, in den nächsten Monaten in stiller Abgeschlossenheit seinen einzigen Trost in der Arbeit und der Beschäftigung mit Staatsangelegenheiten zu suchen. Demgemäß werden die für den kommenden Herbst in Steiermark anberaumten Hochwildjagden nicht stattfinden. — 15. Sept. Der Zug mit der Leiche der Kaiscrin wurde auf österreichischem Boden überall mit Glockengeläute empfangen. Heute früh traf derselbe in Innsbruck ein, wo der Statthalter und die Würdenträger, sowie eine Ehrenkompagnie auf dem Bahnhofe Aufstellung genommen hatten. Zahlreiche Kränze wurden niedergelegt. Ueberall erwartete eine große Menschenmenge in stummer Trauer den Zug. Berlin, 15. Sept. Auf das Telegramm, das der Zentralverband deutscher Industrieller und die großen rheinisch=westfälischen industriellen und technischen Vereine an Kaiser Wilhelm gesandt haben, ist bei Herrn v. Haßler folgende Antwort eingelaufen:„S. M. der Kaiser und König lassen den dort versammelten Vertretern der deutschen Industrie für die ihm aus Anlaß des grausigen Verbrechens in Genf gewidmete Kundgebung treuer Anhänglichkeit aufrichtig danken. Auf Allerhöchsten Befehl. v. Lucanus.“ — 15. Sept. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe begibt sich zur Beisetzung der Kaiserin Elisabeih nach Oesterreich Nauheim, 14. Sept. Professor Dr. Schott, der die Kaiserin Elisabeth hier behandelt hat, äußerte, die Kaiserin sei nach Nauheim gekommen mit einer Herzerweiterung(dilatatio cordis) und ziemlich schlechtem körperlichen Befinden. Die Herzerweiterung sei mehrfach festgestellt worden. Durch die Badekur und durch örtliche Behandlung sei das Leiden gehoben worden, und die Kaiserin habe mit normalem, gekräftigem Herzorgan Nauheim verlassen. Sie habe alle Aussicht gehabt, sehr alt zu werden. Bei der letzten Konsultation vor der Abreise habe man ihr gerathen, im nächsten Jahre die Kur frühzeitig zu wiederholen. Die Kaiserin antwortete darauf:„Nun gut, dann werde ich also am 1. Mai wiederkommen.“ Breslau, 14. Sept. Der„Breslauer General= anzeiger“ schreibt: Von einem Schlesier aus Chrzowitz bei Oppeln, einem Kandidaten der Theologie, welcher Augenzeuge des Attentats auf die Kaiserin von Oesterreich war, erhalten wir folgende interessante Schilderung der entsetzlichen That: Ich war im Begriffe, die Reise von Genf nach Lausanne zu machen. Ich lehnte mich an die Brüstung des Schiffes und betrachtete den wegen der drückenden Mittagshitze fast menschenleeren Quai. Schon war es 1 Uhr 40 Min., die Abfahrtszeit des Schiffes, die Schiffsglocke läutete zum 2. Male zur Abfahrt, da kommen eilig von einem großen, benachbarten Hotel 2 einfach gekleidete Damen. Schon sind sie dem Schiffe bis auf 25 Meter nahe gekommen, da sehe ich plötzlich einen jungen, elegant gekleideten Mann neben ihnen. Ich sehe ihn die Hand erheben, ein blitzender Gegenstand funkelt in derselben, dann mit einem leisen Schrei sehe ich die ältere Dame zusammensinken. Der Attentäter schnellte wie ein Reh davon. Doch schon begriffen einige=Passanten, um was es sich handelte, und jagten ihm it dem Rufe arrétez-le! arrétez-le! nach. Nach einigen Minuten sah ich ihn, von einer Menge Leute umringt, heftig um sich schlagen, doch ein lauter Freudenschrei belehrte mich bald, daß er dingfest gemacht worden sei. Jetzt wendete sich meine Aufmerksamkeit wieder dem Opfer zu. Die getroffene Dame erhob sich unter dem Beistande der Begleiterin, rückte den abgefallenen Hut auf ihrem Haupte zurecht, strich mit der Hand die Kleider zurecht und ging auf das Schiff zu, scheinbar ängstlich bemüht, jedes Aufsehen und jeden Auflauf zu vermeiden. Einige Schritte vor der Schiffsbrücke bietet ihr ein Lohnkutscher mit übertriebener Höflichkeit seinen Wagen an, doch die Dame lächelt und lehnt ab Zwei Schritte vor mir betritt sie das Schiff und verschwindet in den Räumen der 1. Klasse. Ich glaubte, daß der Attentäter sein Opfer verfehlt habe, da ich keine Wunde und keine Blutspur bemerkte und die hohe Frau mit festem, aber eiligem Schritt dahinging. Das Schiff setzte sich in Bewegung und Niemand dachte mehr an den Vorfall. Schon waren wir hoch auf dem See, da bemerken wir, daß unser Dampfer einen Bogen beschreibt und wir nach Genf zurückkehren. Maßloses Erstaunen. Niemand kann sich diesen Vorgang erklären; einige machen dumme Späße, daß nämlich der Kohlenvorrath ausgehe, oder ähnliche. Als wir uns der Brücke näherten, sah ich einen großen Menschenhaufen in mächtiger Erregung, Gendarmen laufen hin und her, das Schiff stoppt, ein Gendarm springt als erster auf das Schiff nach ihm 2 Herren in Zivil und verschwinden im Innern des Schiffes. Neugierig trete ich näher, da kommt der Gendarm wieder herauf, hinter ihm 6 Herren mit einer divanartigen Tragbahre. Auf derselben liegt, wie eine Marmorstatue, dieselbe Dame, die ich vorhin niederstürzen sah. Ihr Gesicht ist kreideweiß, die Augen find geschlossen, die Hände über der Brust gefaltet. Auf dem Gesicht glaubte ich dasselbe milde Lächeln zu sehen wie vorhin, sie scheint todt. Am Ufer nimmt, nachdem das Schiff sich wieder in Bewegung gesetzt, die Bahre ein bereitgehaltener Wagen auf, dem eine große Menge folgt. Unter uns Passagieren wußte noch Niemand, wen sich diesmal der Tod zum Opfer auserlesen hatte. Da tritt zu uns der Kapitän mit ernstem Gesicht und sagt:„Messieurs la pauvre morte, que nons venons de débarquer, c’est l’impératrice d'Autriche.“(Meine Herren! Die arme Todte, welche wir soeben an's Land gesetzt haben, ist die Kaiserin von Oesterreich.) Coburg, 14. Sept. Prinz Christian von Schleswig=Holstein, welcher als Gast des Herzogs in Hinterriß weilt, begiebt sich Freitag nach Wien zur Trauerfeier als Vertreter der Königin von England. München, 14. Sept. Der Prinz=Regent kehrt morgen von Oberstdorf nach München zurück und begiebt sich von hier nach Wien zu den Beisetzungsfeierlichkeiten. Wie man hört, hat die Genfer Mordthat den Regenten so tief ergriffen, daß man eine Zeit lang für die Gesundheit desselben bangte. Genf, 14. Sept. Im Verhör Lucchenis fragte der Richter:„Wenn Sie den König Humbert oder Crispi hätten tödten können, hätten Sie es gethan?“ Darauf antwortete Luccheni:„Den König mit Freuden, aber Crispi nicht! O nein! Crispi ist ein Dieb! Er hat 500000 Lire gestohlen. Ich hätte noch mehr geraubt in seinem Falle. Vor einem Dieb muß man den Hut ziehen! Einen Dieb morde ich nicht!“ Dabei lachte er. Lausanne, 15. Sept. Der hier am Tage vor dem Attentat Lucchenis wegen Landstreicherei verhaftete Gualducci ist jetzt als gefährlicher Anarchist erkannt. Er hat mehrere Tage mit Luccheni zusammen gewohnt, und man glaubt, daß er den Griff des Mordwerkzeuges Lucchenis anfertigte. Die bei Gualducci gefundenen Papiere sind nicht sein Eigenthum. Ein anderer hier verhafteter Anarchist Barbetti steht gleichfalls stark im Verdachte, ein Komplice Lucchenis zu sein. Gualducci und Barbetti wurden nach Genf geschafft. Paris, 15. Sept. Der Präsident und die Regierung beschlossen, zu den Beerdigungsfeierlichkeiten nach Wien eine Abordnung zu entsenden, welche aus dem französischen Botschafter in Wien, dem General Faure und Bignet, Kapitän der Frezatte„Mereau", bestehen soll. als der Frau, und wenn auch heute Strenge des Lehrers unbegreiflich erscheint, so werden fleißigen Kinder es ihm später nur danken, wenn 8. seinem Rathe gefolgt sind. Haltet euch, ihr Kinder, seg an die Lehrer, sie meinen es nur gut mit euch und geßt ihr euch Mühe, so werden auch eure Lehrer nicht zi. Strenge anwenden müssen, vor der ihr so bangt un der„Gefürchtete“ wird euch ein lieber väterlicher Freunz werden. — Die gestrige Einholung seiner Sportskollegen seitens des Radfahrer=Vereins„Wanderfalke“ verlief grammmäßig. In Langenfeld trafen die Herren u, sammen und es folgte nach kurzer Pause die gemeinsamHeimfahrt. Herr Bolthausen, der eigentliche Bar. fahrer und gewissenhafte Protokollführer auf der Afrika. reise, konnte weger. Sterbefalles in seiner Familie leide nicht zugegen sein. Im„Bayrischen Hof“ wurden dem heimgekehrten Herrn Kohl und dem bis Elberfeld weiter. fahrenden Sportsbruder, der die weite Fahrt ebenfalle mit unternommen, eine fröhliche Willkommenfeier veranstaltet. Gegen 9 Uhr begleitete der Verein den Herm Fischer noch bis über Gräfrath hinaus. Die trugen Fackeln und verlieh die Illumination dem Korsa ein eigenartiges Aussehen. Gegen 11 Uhr langte die Radlerschaar wieder in Solingen an. — Nur schwach besucht war das gestrige Gartenkonzert bei Monhoff, in dem die Aßmannsche Kapelle spielte. Vielen dürfte überhaupt der schöne Garten der hinter der Monhoff'schen Wirthschaft gelezen, kaum bekannt sein; die hübschen Anlagen sind eines Besuchez wohl werth. Die Leistungen der Kapelle hätten einen besseren Besuch verdient. Allein der Konzerte giebte nachgerade ein Bischen zu viele; gerade in Solinzen müßte dem musikalischen Ueberfluß etwas gesteuert werden. — In Nr. 214 d. Ztg. befand sich eine MittheiStadt= und Landkreis Solingen. Solingen, 16. September. *— Dem Militär=Musiktirigenten Herin Weyler vom Inftr.=Reg. Herzog Ferdinand von Braunschweig (8. Westfälisches) Nr. 57, unserem ehemaligen Mitbürger, ist das Allgemeine Ehrenzeichen in Gold verliehen worden. — Die städtische gewerbl. Fortbildungsschule beginnt ihren Unterricht, welcher bekanntlich an jedem Montag und Donnerstag von 6½ bis 8½ Abends in dem Schulhause an der Dorperstraße ertheilt wird, am Montag den 19. Sept. wieder. — Der hiesige Verein für Technik und Industrie unternahm gestern eine Fahrt nach Elberfeld, um dortige gewerbliche Anlagen zu besichtigen. In stattlicher Zahl waren bei dem herbstlich schönen Wetter die Mitglieder der ergangenen Einladung gefolgt. Nachdem die Ankunft des Vereins in Elberfeld gegen 1½ Uhr Mittags erfolgt war, wurde zunächst den Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer& Co. ein Besuch abgestattet. Nach überaus freundlicher Aufnahme daselbst wurden die allgemeinen technischen Einrichtungen der bedeutenden Farbenwerke in Augenschein genommen. Welchen Umfang dieselben haben, erbellt u. A. daraus, daß sie 2400 Arbeiter, 120 Chemiker und 26 Ingenieure beschäftigen. Unter Führung des Reg.= Baumeisters Ober= Ingenieur Denzler gewann der Verein einen Einblick in die ausgedehnten Ladoratorien und Vorrathsräume und lernte die Eisfabrikation, die elektrischen Einrichtungen, sowie auch die Feuerwerksstation des Werkes kennen; auch wurden die mechanischen Werkstätten, sowie die Wasserreinigungsanlagen für die Dampfkessel— stündlich werden 100 Kbm. Wasser aus der städtischen Wasserleitung gereinigt— eingehend besichtigt. Nachdem noch die Vorrathsräume, wo die fertigen Waaren aufgespeichert sind, in Augenschein genommen waren und der Verein eine Erfrischung eingenommen hatte, wandte er sich der Kattundruckerei von Schlieper& Baum zu, wo die Inhaber selbst die liebenswürdige Führung des Vereins übernahmen. Hier fand der Verein Gelegenheit, die Herstellung des versandtfertigen Fabrikats aus dem Rohprodukt— der ungebleichten Baumwolle, den Scheer=, Flämm= und Druckprozeß sowie auch die Gravirung und die Herstellung der Druckwalzen zu verfolgen. Den frohen Abschluß der Besichtigungen bildete ein gemüthliches Zusammensein bei einem Konzerte im Hotel Monopol. Zweifellos sind alle Theilnehmer befriedigt heimgekehrt; ermöglicht doch gerade der technische Verein, Anlagen kennen zu lernen, deren Besuch dem einzelnen Interessent verschlossen bleibt. — Am Sonntag nimmt die zu Burscheid stattfindende Landwirthschaftliche Ausstellung der Lokal=Abtbeilung Solingen ihren Anfang und wird bis einschließlich Dienstag, also 3 Tage lang, dauern. Das Festprogramm verspricht den sicherlich zahlreichen Besuchern interessante und unterhaltende Stunden. Im Anschluß an die woraufgegangene General=Versammlung wird am Sonntag Mittag um 12 Uhr die Ausstellung feierlich eröffnet werden und diesem offiziellen Akt ein Festessen mit Damen folgen. Für den Nachmittag bezw. Abend ist Konzert, Illumination und Feuerweik vorgesehen, während die Prämürung ihren Fortgang nimmt. Am Montag Morgen ist die Viehschau, und am Nachmittage wieder Konzert. Die Prämien=Vertheilung findet am 2. Ausstellungstage ihr Ende. Der dritte und letzte ist eigentlich der Haupttag; Konzert, Verloosung und Festball, dazu die Ausstellung selbst sind die Anziehungspunkte. Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle des Rheinischen Pionier=Bataillons Nr. 8. Aus all diesen Veranstaltungen dürfte das Bemühen des Ausstellungsvorstandes, seinen Gästen angenehme Stunden zu bieten, ersichtlich sein. Der billige Eintrittspreis von 50 Pfg. macht auch dem wenig Bemittelteren den lohnenden Aufenthalt in der Ausstellung möglich. *— Die Ferien sind vorüber und mit dem heutigen Tage begann wieder in den höheren Lehranstalten und Volksschulen der Unterricht. Die Gefühle, welche die schulpflichtige Jugend heute bewegen, sind wohl nicht ebenso gemischte, wie diejenigen der Eltern und Lehrer. Während bei den letzteren die Amtspflicht sich wieder in vollem Maße regt und zeigt und bei den Eltern die Sorge für die Zukunft ihrer Kinder und die Unterstützung in der guten Erziehung derselben Seitens der Schulbehörden überwiegt, wird bei den Kindern wohl die Wehmuth über das Ende der Ferien vorherrschen. Mit bangem Herzen hat heute so manches von ihnen wieder das Schulränzel umgehängt und sich gefragt, wann werde ich wohl wieder die Bekanntschaft mit dem Prügelstöckchen des Herrn Lehrers machen. Doch nur Muth! Seine ganze Strenge wird der„Gefürchtete“ am Neubeginne des Schulunterrichts nicht sofort zeigen— er ist ja auch etwas aus der Uebung gekommen und hat es am Ende noch ganz verlernt, das Stöckchen zu schwingen. Freilich wird's wieder manche harte Nuß zum Knacken geben und der kleine Hans, der heute Morgen mit einem lauten Seufzer seinen„Cäsar de bello gallico“ unter den Arm nahm, bekommt jetzt schon wieder Kopfschmerzen in dem Gedanken daran, daß er das alles, was einmal geschah, in seinen Kopf einpanken sollte. Und dabei noch lateinisch, wenn man es doch deutsch haben könnte! Er kann es kaum fassen, warum man ihn so„unnöthig“ quält. Allein auch er schickt sich in das Unvermeidliche und— Kopf hoch! mein lieber Junge, die Sache geht vielleicht leichter, als du denkst. Die gegenwärtige Zeit stellt große Anforderungen an das Wissen und Können eines Jeglichen, sowohl des Mannes In Kei.-.—. Jrg.- sand sich eine Mittheilung über die vorläufige Verhaftung eines Mannes aus der Schulstraße, der bei der Meldung eines Gelddiebstahls verdächtig erschien, das angeblich ihm gestoblene Geld selbst unterschlagen zu haben. Der Verhaftete, ein Metallarbeiter, ist inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. — Dos vor einigen Tagen in der sozenannten Lindenburg geborene Kind, welches die eigene Mutter uu tödten versuchte, ist gestern gestorben. — Vor einigen Tagen hatte ein Arbeiter aus Vockert. der in einer hiesigen Korsettschließer=Fabrik beschäftizt ist. das Unglück, mit der rechten Hand in eine Lochmaschine zu gerathen, wobei ihm das erste Glied des Zeigefinzers vollständig abgequetscht wurde. Er wird noch für längere Zeit ärztlicher Behandlung bedürfen. *— Die Feier der Schlußsteinlegung und Vollendung der Beverthalsperre bei Hückeswagen findet am Samstag, den 8. Oktober d. J., statt. Nach der Einmauerung der Urkunde wird Herr Geheimrath Intze aus Aachen bei Ueberreichung des Hammers eine Ansprache halten. Das Festessen findet im Berliner Hof zu Lennep statt. Theilnehmerkarten sind bis zum 2. Oktober u. A. zu haben auf dem Oberbürgermeisteramt Solingen und dem Bürgermeisteramt Höhscheid. Zu dem Festakte werden hohe Ehrengäste erwartet. * Höhscheid, 16. Sept. Die Vereinigten Vereine von hier veranstalten morgen Samstag Abend aus Anlaß der Beförderung des Herrn Bürgermeister Gläßner zum Sekondelieutenant der Landwehr einen Festzug, dem sich im Lokale des Herrn Otto Tillmanns ein Feskommers anschließt. 4 Gräfrath, 15. Sept. Der seit dem 13. de. Mts. vermißte Schüler Friedrich Z. wurde gestern Abend wieder ermittelt. Derselbe hatte sich in der Umgebung von Flachsberg umhergetrieben, und hat sich gefürchtet heimzukehren, weil ihm sein Papierdrache fortgeflogen war. Richrath, 15. Sept. Am 1. Oktober wird hier auf der Bahnstrecke Opladen=Düsseldorf ein Haltepunkt für den Personenverkehr eröffnet. Es werden in der Richtung Düsseldorf sowohl als Opladen Vormittags je 2 und Nachmittags je 4 Züge halten. Vermischte Nachrichten. Sigmaringen, 13. Sept. Gestern Nicht stürzte eine Abtheilung rother Dragoner, die sich anläßlich des Manövers auf einem Patrouillenritte befanden, unweit Liptingen in einen Steinbruch. 16 Mann wurden schwer verletzt in's hiesige Spital verbracht, einer davon ist inzwischen gestorben.(Da eine Bestätizung dieses schweren Unfalls bisher nicht vorliegt, gibt die „Frkf. Ztg. die Nachricht mit aller Reserve.) München, 14. Sept. Auf eigenthümliche Art verunglückte heute in der Löwenbrauerei ein Sattlergehilfe. Derselbe ließ sich vom Malzhause in den darunter befindlichen Maschinenraum, in dem er arbeitete, ein scharf geschliffenes Sattlermesser an einem Strick herunterreichen. Das Messer rutschte aus dem Hefte, an dem der Strick befestigt war, fiel dem Sattler in die linke Halsseite und durchschnitt ihm die Schlagader, so daß der Tod sofort eintrat. Neueste Nachrichten und Telegramme. Berlin, 16. Sept. Der Kaiser besichtigte gestern Nachmittag im Atelier des Professor Begas den Entwurf eines Bismarcksarkophag für den Dom. — 16. Sept. Der„L.=Anz.“ meldet aus Genua: Auf dem Eisenwerke Ratho in Tra explodirte eine Dampfmaschine. Die Fabrik ist großentheils zerstört. 2 Personen sind todt und 15 verwundet. Wien, 16. Sept. Auf dem Westbahnhof waren zum Empfange der Leiche der Kaiserin Eliscbeth der Bürzermeister Lueger, die beiden Vize=Bürzermeister und etwa 1400 Offiziere jeden Ranges und di Palastdamen anwesend. 500 Bedienstete der Staatebahn mit Fackeln bildeten auf beiden Seiten des Bahnhofs Spalier. Beim Eintreffen des Zuges leistete ein Ehren=Kompagnie die Ehrenbezeugungen. Burgpfarte Mayer vollzog die Einsegnung. Bei dem Herannagen des Leichenzuges lüfteten zahlreiche Personen, darunter viele Damen, den Hut. Als die Ankunft des Leichenzuges gemeldet wurde, begab sich der Kaiser mit der Familie in die Hofkapelle, wo der Sarg nochmals eingesegnet wurde. — 16. Sept. Die„Neue Freie Presse“ meldet aus Rom:„Heute Nacht wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen, insgesammt sind 350 Personen verhaftet worden. Es gewinnt immer mehr den Anschein, deß Luccheni das Werkzeug eines Komplottes war, sich in Italien ausbreitete und in Mailand, vielleicht auch in Rom zum Ausbruch kommen sollte. Soldaten erhielten in der letzten Zeit vielfach anarchistische Schriften aus der Schweiz zugesandt, welche sie ihren Vorgesetztel übergaben, die der Polizei hiervon sofortize Anzeige mach ten. 3 in Mailand veryaftete Anarchisten sollen mit Luccheni bis zuletzt in regem Briefwechsel gestanden haven. — 16. Sept. Präsident Me Kinley spendete einen herrlichen Kranz von Palmen, Nelken und Gladv## — 16. Sept. Der Kaiser kehrte um 11“ UhNachts mit den Familienmitgliedern nach Schöndrum sikums in den Straßen wurden 4 Personen ohnmächtig uei stürzten von Leitern herab. . 16. Sept. Der deutsche Kaiser steigt bei seinem hiesigen Aufenthalt anläßlich der Trauerfeier in der Hofburg ab, ebenso der König von Sachsen, der Prinzregent von Bayern, der König von Rumänien, der König von Serbien, Großfürst Alexis und der Kronprinz von Italien. Die übrigen Fürstlichkeiten wohnen in verschiedenen Hotels. Alle lehnten einen offiziellen Empfang ab und werden am Bahnhofe nur von dem ihnen zugetheilten Ehrendienst bez. ihren diplomatischen Vertretern erwartet. Die Regentin von Spanien und das Königspaar von Schweden lassen sich durch Abordnungen vertreten. Budapest, 16. Sept. Die Sammlung für ein Denkmal für die Kaiserin hat bereits einen Betrag von 100000 Fl. ergeben. Aus allen Landestheilen werden Kränze gesandt. Nabresina, 15. Sept. Gestern Abend drangen in Duino etwa 200 Ruhestörer nach Niederreißung des Gitters in das Schulgebäude der Lega Nazionale und zertrümmerten Fenster und Thüren. Gendarmerie zerstreute die Demonstranten. Bei den gestrigen Unruhen in Nabresina wurde ein italienischer Werkführer schwer verletzt. Insgesammt wurden 48 Personen verhaftet. Genf, 16. Sept. Das Bett, auf welchem die Kaiserin starb, wurde nach Wien gebracht. London, 16. Sept. Der Kolonialminister empfing eine Depesche, welche die Nachrichten über den Orkan in Westindien vollauf bestätigt. Der Orkan hielt 10 Stunden an. In Santa Lecia ist fast kein Haus unbeschädigt. In Barbados sind viele Häuser zerstört. Soweit bis jetzt bekannt ist, sind 61 Personen todt und 31 verwundet. Etwa 2000 Häuser sind zerstört. 1500 Personen sind obdachlos. Paris, 16. Sept. Die„Aurore' meldet: 1 Offizier, welcher bei der Zusammenstellung des Dreyfus=Aktenbündels mitarbeitete, dessen Name zur Zeit aber noch nicht genannt werden soll, und der in dem Departement Meuse seinen Wohnsitz hat, ist verhaftet worden.— Die unter dem Vorsitz Renense tagende und von 2000 Personen besuchte Volks=Versammlung sprach sich für die Freilassung des Obersten Picgart aus und gab ihrer Sympathie für Dreyfus und dessen Familie Ausdruck. Rom, 16. Sept. Aus Mailand, Neapel und vielen anderen Städten werden Verhaftungen von Anarchisten gemeldet.— Nachrichten aus Neapel besagen, daß der Vesuv eine verstärkte Thätigkeit zeige. Der Lavastrom habe bereits die Grenze des Gipfels überschritten und einen Theil des Weges vom Observatorium bis zur unteren Station der Zahnradbahn unfahrbar gemacht. Madrid, 16. Sept. Nachrichten aus Manila zufolge wäre ein Drittel(!) der in der Gewalt der Aufständischen befindlichen gefangenen Spanier infolge der schlechten Behandlung gestorben. Stadttheater. Elberfeld: Freitag: Tannhäuser. Samstag: Bacbier von Sevilla. Barmen: Samstag: Ein Wintermärchen. Dr. Otto Kaysser anderzäite. Kinder=Toilette= Fettseife:„Diese Seife kann als ein gehaltreiches Fabrikat von ausgezeichneter Qualität und milder Wirzung bezeichnet werden.“ Hüser& Co., Commandit-Gesellschaft. Commandite der Berg.-Märk. Bank. Fernsprecher Nr. 5. 15. Sept. 94.30 101.80 99.75 98.50 Erstklassige Anlage-Werthe stets vorräthig. Prompte Ausführung von Börsen- Aufträgen. Anzeiger. 15. Sonntag nach Trinitatis, den 18. September. Evangelische Gemeinde Solingen. Vorm. 8 Uhr: Pastor Tersteegen. Vorm. 10 Nachm. 3½ Uhr: Taufen: Pastor Tetzlaff. ingmmisen P 1. Es wird darauf hingewiesen, daß bei Taufen in der Kirche außer dem standesamtlichen Buche ausgefüllte Taufsormulare vorzulegen sind, welch letztere bei den Pfarrern, dem Küster und auf dem Gemeinde= Amt Südwall 9, zu erhalten sind. Beerdigungen sind auf dem evangel. Gemeinde=Amt, Südwall 9, und bei Herrn Pastor Becker anzumelden. Amtsbezirk Krabenhöhe. Borm. 10 Uhr: Sup. O, e fel, *) Die Kollekte ist zum Besten Innern Mission. Sonntagsschule, Keine Vorbereitung. Giesekke. Xv. Vereinshaus. Sonntag Nachmittag ½2 Uhr: Sonntagsschule. 4 Uhr Nachm.: Bibelstunde. 6¾ Uhr: Jungfrauen=Verein. Gesangstunde. Zum Besten unserer Kasse übergab uns Herr Fritz Neuhaus, Kölnerstr., hier Mt. 50, worüber bestens dankend Solingen, den 15. September 1898. Freiw. Feuerwehr. J. A.: Ernst Müller, Kassirer. Bekanntmachuug. Aus Anlaß der landwirthschaftlichen Ausstellung in Burscheid wird am 19. und 20. September ds. Is. ein Sonderzug in folgendem Plane fahren: Burscheid Abf. 9,57 Nachm. Pattscheid Ank. 10,07„ 10,08 Opladen„ 1017..968 Burscheid, den 14. September 1898. Der Bürgermeister: Schmidt. Königl. Standesamt Solingen. 15. Septbr. Geburten: Emma, T. v. Maurer Robert Seilheimer, Meisenburg. Lydia Ottilie T. v. Federmesserreider Friedrich Lemmer, Brüderstr. Wilhelm, S. v. Metzger Paul Ortmann, Kaiserstraße. Magarethe Rosette, T. v. Messerreider Johann Diel. Karlstr. Elfriede Auguste Zvangel, vereinshaus. Vom 18.—25. Septbr. wird Herr Pastor Dammann aus Bredeney Evangelisations-Versammlungen halten und zwar täglich, Nachmittags 4½ und Abends 8½ Uhr anfangend. Herzlichst ladet ein Vorstand. Oberlichtverschluss. Sit1 Todes-Anzeige. Gestern Nachmittag starb nach kurzem Kranksein, vorher versehen mit den Sterbesakramenten der römisch-kath. Kirche, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante Frau Wwe. C. Ludwig Jostes, Margarethe geb. Erlemann, im Alter von 86 Jahren 11 Monaten. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Solingen, den 15. September 1898. Die Beerdigung findet statt am Sonntag Nachmittag 4 Uhr, vom Sterbehause, Brunnenstrasse 18, aus, die feierlichen Exequien Montag früh 7½ Uhr. Sollte Jemand aus Versehen keine Einladung erhalten, so wird gebeten, dieses als solche zu betrachten. Verspätet. Todes-Anzeige. Dienstag Abend verschied nach längerem Leiden unser langjähriger Vereinswirth Herr F. Wilh. Brückmann. Sein Wohlwollen für unsern Verein sichert ihm bei den Mitgliedern ein ehrendes Andenken. Turn-Verein Solingen-Schlagbaum. Patent FP SETTTEEE Offen Allein= Verkauf Schulstrasse 13. F. W. Ber Bau- und Möbelbeschläge e Solingen, Schulstrasse gros. 13. Turn-Verein Solingen-Schlagbaum. Die Mitglieder versammeln sich bei der Wirthin Wundes, Schlagbaum, zur Beerdigung des Herrn F. Wilh. Brückmann. Der Vorstand. Samstag, den 17. ds. Mts., Abends 8 Ahr, veranstalten die vereinigten Vereine Höhscheids aus Anlaß der Beförderung des Herrn Bürgermeister Glässner zum Sckonde= Lieutenan! einen mit darauffolgendem im Lokale von Otto Tilimanns Die Bürgerschaft ladet hiermit ein Der Fest-Ausschuss. Festzu des In unser Gesellschafts=Register ist Folgendes eingetragen worden: Bei Nr. 41— Firma Daniel Küllenberg Söhne zu Solingen KugenVerpgcg F# g: Dano— Der Gesellschafter Ernst KüllenComhterBiun it gerstarben und ind an bessen S houy 2e, Porhyr, Vin sger„ovisag Am 1. Obereg, g5e pid au, ber Städt. Schlachthaus. Antonie, T. v. Scherennagler Wizelm Bahnstrecke Opladen=Dühseldorf zwischen:„ Biuw, Vioraprop„Magarethe Rosette den Stationen Immigrath und Hilden Sterbesähhe;„mguy,### Sosete„legene Haltepunkt Richrath für Beiegene Poztreuzgne####g ur den Jostes geb. Erdeimann, 86 J., verv., Personenverkehr eronner. Brunnenstr. Carl Hopf, 2.Mon. Blumen=" Tosgende Züge werden Aufgebote: Kaufmann Julius Lachmann u. Selma Käfer b. h. Schreiner Gustav Hermann Kroll u. Emma Hardt b. h. Schreiner Rudolf Wilhelm Geiß u. Helene Bauer b. b. Maurer Josef Schnorr u. Elisabeth Orth b. h. Ackerer Jakob Otten, Wald, u. Emma WadenPo9! biers..— Städtische Sparkasse zu Obligs. Bestand an Einlagen am 15. August 1898 KK 8883302,62 J Einlagen bis 15. ds. Mts. 445 189440.— I Sa. MKk 9072 742,62 Ab Rückzahlungen# 130195,76 S Bleibt Bestand an Einlagen am 15. Sept. 1090 W Orsoejes ag Folgenor Zuge werden von dem genannten Tage ab daselbst halten: a. in der Richtung Düsseldorf: Pz. 471 Abfahrt 7.44 Vorm. 473" 9.20„ 475„ 12.48 Nachm. 477" 3.07„ „ 479„ 73„ 49„ d. in der Richtung Spladen: Pz. 470 Abfahrt 6.33 Vorm. 472" 11.08„ 474" 2.17 Nachm. 476" 4.07" " 478„ 626 " 480„ 1025„ Reisegepäck wird auf dem genannten Haltepunkt nur zur Nachabfertigung Elberfeld, den 12. September 1898. Königliche Eisenbahn=Direktion. (Fleisch=Verkauf. Samstag, den 17. ds. Mis. Vorm. 7 Uhr beginnend, wird das Fleisch einer als minderwerthig befundenen Kuh verkauft werden. Das Pfund kostet 35 und 20 Pfg. Solingen, den 16. September 1898. Armbrüster. 1898 4 8942546,862] Königliche Eise Jche Sumne wird angenomnmen18gg,) Tücht. Mädchen oder Frau auf ganse Oscar Heimann, Delicatessen-Geschäft, Kaiserstraße 88(am Entenpfuhl) Fernsprecher 132 empfiehlt echte Wiener Würstchen, echte Dresdener Appetit=Würstchen zum Rohessen und echte Frankfurter Würsichen. Haus nur in bester Lage zu miethen oder zu kaufen gesucht. Off. mit Preisangabe und Angabe der Lage umgehend unter M. 2., 141 an die Erp. Chluss-Ba Am Samstag, den 17. September findet Abends 8 Uhr im weißen Saale des Hotel Central(Erholung) Schlussstatt, wozu alle Schüler und Schülerinnen, Eltern der Schüler, sowie auch frühere Schüler, Freunde und Bekannte freundlichst eingeladen sind. Tanz- und Anstands-Cursus. Um vielseitigem Wunsche n 20. Spptember wieder einen Tunz: Curaus eröftnen, die, Tenzstune. finden statt: Dienstags und Freitags, Abends von 8—10 Uhr. dungen werden im obigen Lokale und in meiner Wohnung, Wupperstr. Nr. 90, entgegengenommen. Achtungsvol!! J. Hoflmann. Tanzlehrer. Solinger Fernsprcher Nr. 114. Haupt-Consum-Anstalt, Neumarkt, 197 Kaiserstraße 51 traße v:(am Behrwol). (am Mühlenplätzchen). Niederlage der Rhein. Wein-Gesellschaft Albert& Co. n g l p r e i s e n. Geflügelzu Originalpreisen. Niederlage der Westdeutschen Hundekuchen- und Suter-Jabrik u. Setrityree. Jungen Niederlage der holl. Margarine-Werke, Jürgens& Prinzen Gungen per Pfd. 33, 43, 55, 65, 75 Pertag. Dammenvs 9. euun Baidhens Caffee, Madt eiachaustend Ggun Fdiekl-Küitel - Geutiaz in u. Cpi. 15 ven der billeten bi ur Gehsten, wi, p.:,. san Araan. Reis(Hähnereie) p. Vp. 13 Bia. Srit g a.l, Sganuch uestz Tag- und Nachthemden, Beinkleider,l gasst, seindes p. eiter 50 Neues Sauerkraut in feinster Waare per Pfd. nur 7 Pfg. berg ist verstorben und sind an Stelle in die Handelsgesellschaft eingetreten seine Erben: 1. Robert Ernst Küllenberg, ohne Gewerbe, minderjährig und durch seine Vormünderin, Wwe. August Ernst Küllenberg, Elise geb. Paffrath, ohne Stand zu Solingen, Geünewalderstraße vertreten sowie bei dieser gesetzlich domizilirt, 2. Emilie ged. Küllenberg, ohne Gewerde, Ehefrau des Kaufmanns Otto Küllenberg junior in Solingen, 3. Paul Küllenberg, Kaufmann in Solingen, Gasstraße, 4. Lina geb. Küllenberg, ohne Gewerbe, Ehefrau des Kaufmannes Ferdinand Gropen in lingen, 5. Hugo, vollständiger Ernst Hugo Küllenberg, Kaufmann in New=York. Als weiterer Gesellschafter ist in die Gesellschaft aufgenommen der Ehemann der Emilie Küllenberg. Otto Küllenberg junior. Von den neu eingetretenen Gesellschaftern sind vertretungsberechtigt nur: 1. Paul Küllenberg, 2. Otto Küllenberg junior. und zwar ein jeder von ihnen für sich allein. Solingen, den 9. September 1898. Königliches Amtsgericht 3. progege, Kindermädchen gesucht. Näheres in der Exped. für leichte Beschäfn n 4 e te tigung gesucht. Von wem, sagt die Expedition. Mädchen zum Lackiren gesucht. Ernst Rehli, Cölnerstraße 141#. Ein Mädchen füir Resmitge Markte zu Solingen n Zautt bietend gegen baare Zahlung versteigert verden:...„ 1) 1 Spieger, 11 Glasschrank. 2) 1 Kleiderschrank, 1 nußb. Ausziehtisch, 1 Kommode. Solingen. Der Gerichtsvollzieher: Oststraße 23. Reich. Mehrere Unterröcke, Frisirmäntel, Nachtjacken etc. Alle Arten von Kinderwäsche billigst. Schwestern Mertens, Goldstrasse 25. Rase. gesucht. Wupperstraße 2 Bee. Reister:— Käse! Schleifer# „„„ Edas Graugußscheeren per. Pfd. nur 7 Pfe., Neue holland. voll-Haringe per Stück 1 Pfg., per Dtd. 15 Pfg. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß dieses keine kleine, sondern wirklich grosse prima holländ. Voll=Häringe sind. Für die Wäsche: Soda, rein Chryst. p. Psd. 3 Pf Sparkern= Seise v. B6g. P, und. Salmiae=Terpentin=Kernseise. Theegartens Leinen=Seise. finden dauernde, lohnende Beschäftigung. Geräthschaften vorhanden. Näheres in der Erpedtion. Tich. Polstereru. 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Vorperhofer Kurn=Verein. Samstag, den 17. September cr., Abends punkt 9 Uhr: General- Versammlung. Tages=Ordnung: 1) Festbericht. 2) Abschiedsfest. 3) Verschiedenes. Es sieht vollzähligem Erscheinen entgegen Der Vorstand. Hößscheider Sü Krieger-Verein. Samstag Abend 7½ Uhr: Antreten im Vereinslokale zum Festzuge, aus Anlaß der Beförderung des Ehrenvorsitzenden Herrn Bürgermeister Gläßner zum Sec.=Lientenant. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 3 AnstreicherGehülfen gesucht. Kaiserstraße 279. ROTTt K Tamslag, den Kr. u. Zonnlag, vin 18. V. 2r. Gebrüder Alsberg, Sohag Pil. G 5. W- Verein. * Ausserordentliche Ceneralversammlung am Sonntag, den 18. September. Abends 6 Uhr, im Vereinsloka#. Tagesordnung:““ 1)Empfang der Beiträge von 6—7Uhr 2) Angelegenheit der kunftigen Musie. begleitung bei Beerdigungen und Beiträige.. molichen 3) Verschiedenes. Bei der Wichtigkeit der ordnung ersuchen wir um recht zahlreiche Betheiligung.“ Der Vorstand. Varn-Verein, Grelrath. Derselbe gedenkt am Sonntag, den 18. September, im Locale von Wwe. Aurelius Marcus sein 30 jähriges Stiftungsfest, verbunden mit Abschiedsfest der zur Fahne einberufenen Mitglieder, durch g Concert, Wettturnen und Aufmarsch mit? Eisenstabübungen mit darauf folgendem BALL zu feiern.— Zu diesem Feste ladet ergebenst ein Der Vorstand. Anfang 4 Uhr. Anfang 4 Uhr. Karten im Vorverkauf 40 Pfg., an der Kasse 50 Pfg. 900 Damen frei! 990 NB. Nur Turner, welche der deutschen## ** Turnerschaft angehören, können sich an * dem Wettturnen betheiligen. Scmeiterund Schleifer-Gehülfen, Pliessten im Schleiten oder auch nur im erfahren, finden garantirt dauernd lohnende Beschäftigung. Setthes-Rantmestaht, Foche. ärztlich empfohlen. H. Bremer. Colonia-Drogerie, Kölnerstrasse 94. Heute, Freitag Abend 8½ Uhr: vorturner-Cebung. Sonntag, den 18. Sept.: Turnfahrt durchs Eifgenthak. Abfahrt mit der Straßenbahn bis Krahenhöhe, Mittags 1¼ Uhr von Neumarkt. Bergischer Radfahrer-Vereio. Sonntag, den 18. Sept., Morgens 6½ Uhr: Tour nach Thalsperre=Lennep. Die Kölner Rennen fallen aus. Der Fahrwart. NB. S des Korrstart sen Selützen A. Bundes in SOLINGEN. Das Fest wird am Samstag, den 17. und Sonntag, den 18. September 1898, in der Schützenbung in schönster Weise gefeiert. Fest-Prog Solinger Instrumental-Verein. Die nächste Probe findet Dienstag, den 20. er. in der„Erholung“ satt. e Sonntag, den 25. er.: Ausslug in s Itterthal (mit Damen.) Diejenigen passiven Mitglieder, welche gesonnen sind, an dieser Tour theilzunehmen, werden gebeten, sich um 2½ Uhr am Bahnhof=Nord einfinden zu wollen. Der Vorstand. Lese=Geselschaft. Sonntag, den 18. ds. Mts., Abends von 6—7 Uhr: Ablieferung und Zurückbringung sämmtlicher Bücher zur Revision. Der Vorstand. Schieß=Verein ramm. Sodann: Fest- Zug durch den nördlichen Stadttheil. Nach Ankunft des Zuges: Preis- und Ehrenpreis-Schießen. Während desselben: Grosses CONCERT in der Schützenburg. Entree zum Concert im Vorverkauf 50 Pfg., an der Kasse 60 Psg. Abends 9 Uhr: Gesellschafts-Ball. Kindern kann nur unter Aussicht Erwachsener der Zutritt gestattet werden. - Capelle unter persönlicher Leitung des Capellmeisters Herrn Böls ausgeführt. An Preisen u. Ehrenpreisen sind 18 werthvolle Gegenstände ausgesetzt. Es ladet zu diesem Feste freundlichst ein Der Vorstand. Das Fest-Comitee. Samstag, den 17. September, Abends 8½ Uhr: Commerg im kleinen Saale der Schützenburg, unter Mitwirkung des Gesang=Vereins„Sängerbund"=Stöckerberg und des Mangenberger Turn=Vereins. Sonntag, den 18. September, Morgens 11 Uhr: Beginn des Preis=Schießens. Nachmittags von 2½ Uhr an: Empfang der eingeladenen Vereine am Vereinslokale. Nachmittags punkt 4 Uhr: Antreten der Mitglieder am Vereinslokale zum Abholen der Fahne und des Schützenkönigs. Die Musik wird von der ganzen Stadt Korestäbtischri Schuhrn=, Solingen. Die Bewohner des nördlichen Stadttheils werden freundl. gebeten, ihre Häuser mit Fahnen und Guirlanden schmücken zu wollen. Der Festzug geht durch folgende Straßen: Burgstr.,Nordstr., Kaiserstr., Schwesterstr., Cronenbergerstr., Nordstr., Kaiserstr., Kronprinzenstr., Blumenstr., Burgstr. b. z. Festlokal. Der Vorstand. Das Fest-Comitee. Karstallte Sonntag, den 18. Sept., Nachmittags 2½ Uhr: Antreten der Mitglieder im Vereinslokal zum Abmarsch nach dem Feste des Nord=Städtischen Schützenbundes. Der Vorstand. Wupperthaler Landwehr=Verein. Samstag, den 17. Sept., Abends 7½ Uhr: Abmarsch nach Neuenhof. Der Vorstand. Einladung. Diejenigen, welche gesonnen sind, einem neu gegründeten Lotterie=Verein noch beizutreten, werden freundlichst gebeten, am Sonntag Abend 8 Uhr im Lokale des Herrn Ernst Wichelhaus, Johannisstraße zu erscheinen. Der provis. Vorstand. Musikunterricht für Violine, Flöte, Horn 2c. ertheilt gründlich und billigst Wilh. Frings, Musiker und Instrumentenmacher, Solingen, Südwall 57. 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Albert Paul, Grünewalderstr. 65. Geselle z. Scheerenhärten gegen guten Lohn sof. ges. Näh. i. d. Exped.— P#-Vertoren. Am Dienstag Nachmittag zu höhe in der Nähe des Festlokals ein Königsorden verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, denselben gegen Belohnung bei Fritz Braß, Krahenhöhe abzugeben. Borik„“ 0 Pfeiser in Seingen. Freitag, den 16. 6 Nr. 217. Leutsches Reich. Verschiedene Betrachtungen Bewegung unschadlich zu mawen. Die„Freisinnige Druck und Verlag von Ald. PfeiffFov, vos iu gicheben hub, im Die, Freisin. , gaubt:— ev, sei Alles in der Zeitung glauet immer noch, es sei Sbucdh beuene bneh, 1. ur bunge Gische Gge. Gerade die Schwetz Vu Do besagt das Gesetz enesbthiche be de ger ziu der Absicht, Schrecken zu 894 in un.“:„Wer I harhelt zu erschätern, verosten oder die alize Eicherhest von Personen oder strafte“ Auch diese Bestinmung hat also das Bos wugen Oeosepze, vernez, Vresse, kann einie ist? Selbst die„Neue Frere Preffe ide Vowürhse uch, Vetagen nuz schon, bevor er nach Sein(euchente). ächtig und einwand. Gent kom, iun Sauloune micht max izm dort nicht seine ei genesen sein, lonft bote megarchiftische Lieder bei Popiere abverlangt, und doß un M.trauenswürdigkeit ihm gefunden wurken, kann seine Vert.- zie, Echweizer unmöglich erhöht haben. Budem und vor einem in Polizei von Paris aus allormi;tentat gewarnt worZärich geplanten anarchiftischen; mehr gewesen, ein . Dos wire wovt ein Oeganz den Aagen zulasen. Individuum wie Lucheni nicht aus Lag der Mörder in e beniger vu e adse Heisgenhet zu den VerGeut eiot, uudehenig, due. der Lgmunte. Der Bandest. erchen ausferschen und undur guethenigs ais einesofen eischet dur he der None aus Menichen i. Su Knarchiomny; be9 vetrzischg, von Freitag uu der Dennoch war es ihm mög gig er den gunstigen Seterin überah Vu vu Pioe,Owpsche meldet, baß, als erbtick erpest haute, bin, ran, gertzäirt wurdie, an echent auf dem Volherb, und ien mit den Vorten ebeben goder eingerzger#e der Kerl, den ich seit siv e waei sien es als ob der Krieg unvermeidlich ur ennu... selbst mit fortgerissen würde. e und uie ob don Wirlungen, es war der Schnabele ed u Ger in Veia uert falg, Buereligen Fal, uber weichen in verin du 2. alsc,zmars gauuen vorlagen. Cowoz. der Hase, pergafze, sei und in desemn 95 Scpbbete v,zugt nicht freigegeben— der Krieg Soy wore er und e Eg ist. das Verdienst des Grasen donn be tzlig in Verlin war, daß er den Fal Pünter, der Vu Bismarck wolle zunächst nichts von ortehy,„I: Schäbeles hören, als er endlich über. breioyy., er. Majestäit wird nicht geneigt sein, seugt wurde, loste er:.— gehen Sie zum Kaiser und die Freilasung unzurschezuberstanden bin, wernn Masven Ste bdn, bo) angrbugt: Kaiser Wilbelm war estät die Freiassuyg 9hag ihzm zuaesonnen werde, den scht upest enzrhugeben, als ihn aber de EinzelVorste Scherten porzefäht wurden, enischied er: 5ch tg Soll; vero, de# dem Deutschland im eiv zus Schribels Haltenlohige, 6r. Ansehen, Botschafter dort geniest. IJohrern, Wbersuhen un ichte PBerszungen erit: Dos sbob bos beg, augenbicklich eintrat.— Nach der oburgd ber e v.„. die Barm. Zig: berichtet, eng epernehng Hienstmädhens Fahrläsiskeit erwiesen. on Sesen v waches von seiner Herschasft ncht beuDus Möbchenz, beiches, v., Linesugeben, batte den tragt wor, in den Loden bin= Troztast zuer gesetzt endernuven u beschelnlich basdurch, daßsich die Kinder erhsehbe Hewagt haiben, in den Auzentick, als das ue d. Su. u i. aen. sltes Eind beim v.u,— man dasslbe hraucholen Glosene Grub., Oervor. Vor aima acht Lazen bunge, vor ein Zechiaghusen von anem Pfede wurde ein Kucht iun Leht, verwundet. Das Gesicht beschlagen und im Genu, u. unglächiche schwoll an un #r n„umdstarkrangf ep— u Seshate sich nämlich Wun. unz bobse..9. Bane vor den Hotelfizen * Peeen u be Base alerbings ufellnse s un bep ves jerde des Mamies der SstentBodrechnung de Bengez, zu haben. ale dese UnRes Ruecue und und un ee übde beonihten, bo, und getzanntere Ausaersamtet Peonge, Aufso zlaiche verzudert hit, und das Sbe obies buoe bezäerich erliten hat, ur uach de den benup, den zeg, grenmenden Schnenz, den er bitterer und vermehrt ven bi sdev, zricher Zeitung weist war die de Neue Burigt. J. Jue gulch, fuil dher Auriste vgen dus Schwether A) P, 11 au. Das Shpedaerat amarte de Anwendung dr größten Sceuenaur amaunz ue Auney, Gagacherkhuntze Gversie, un bes Aud von„gpztch seru ernesdern, und werde be. wüchhen gaafe as nicht, bie blig eten. Bstendur Oooye u gnüige;, ur sehier berte Anvendung der ben,=Bazöingen und keine Rüick Wiue bei den Abgenrfe gpacheite schl mehr auf kantonien——ggrten. saster dort genießt. Rheinland und Westfalen. id, 15. Sept. Ein den hiesigen Wochenewig gu. Se, Ehersader Hanbelenugn markt regeamspe bsuchender EPzische antrtiet, veror. rot, uis e. ein Voen,„Eähnrchen mit der Schnur der se ungichich anr an Augz, bos der seterz hg. Peiscge. groh, der— uin Aug, usgt der Seskast esoene u Honnte. Der, laut Gen=Am., sichtd von bunremn, ergisege Vater wird sich nun auch ev..# Seyt Die Stadtverordneten=VerLenner. 19. e, Necht der Venutzung des emmlugs verichtetz, auf bo. v. girche; dach sel ven. Katbskuhts in ve. Auv, g prasantischen dem seweiien Bürgermesher, Vanugung des Rate. Bekenntnisses ist, das Recht zur ubies eingerhunt worven, Ein gräßicher UnglücksPoe e wev, Mitz.= in der Mittelstraße vor. Das v1t vm ohte z., Kaufnaans Oto Helmnamn hat; den Kiunderwogen udt wo iasen und Hega, sich in das emn Trototr abeiy hoh zerieg Sohn, als gerade ein Gelbwarngschft, von Ao zig, Laselben Richtung komStraßersehunggen un un). Der Einderwagen, dr wende buon Frotoser stand, wunrde von dem Fahwert e auf e ungeworsen, wodurch beide Kinder unter Gigne en und gester der Verwundung. Ee halte seen„Pormwald, 14. Spt. Der obe., Frwin der Familie Meskendah in estnungevoh, onn.ihen Kirasser=Reziment Nr.4 Oensield, der beim vestyu.g, Herhst auf aine zweisibige Peisde Aune un un, unde Arge en Tod, ereilt. Veim Ucbersetzen der Petershagen im Minden'schen fand er in der Adolf von Schaumburg besuchten Pgrg, taßmitzge die Gartenbau: Auselung, erg zueg Ausenthaltes Pehsyeshyn bv, ud wichagalt ihe Anerkennung aus. e Sn(ahpe, I4. Sop. Haute Aiezo gunte Mülheim bigr. 14.Sop. L., gung sanen der Maulchiuerntchu.er Khyel, zunzgem beschäiftiszt war, erschossen. Der Thiter stelle sich noch heaute Ak Jubiläungggmestfälischen Friepag g#.#le wird dier in unezug, an die am v. Geschichtepereine e ndg gu. un dr. Stadt ausgehender Peutschon, an von. v. uuach wich eine Festotdvo zeg„Prasthseten“ von Mgerber vranszalet, die Gelder für neue Dekoeionen bentligten. Geeitug, ern Te. September 1898. Sriekenstandsehung bes Vusgunzuhung des Zaren Seondusen; besthlc ver ga nicht amst zu nedmen, einten ub, bedvr, jeig„i4 Baug auf die Strainöhrnd non andersheun. zum Strik aufteitzaiden erebung bes bosteng egnan salle in seichen gilen sofort den Generalstreik prgslamiren. Von dem Genfer ende bune bshe u, der Hauntenstaße nchender W9, Sop, Hn„ egen Sitlichkeitoderbrechens erbwuteun fglte und mit“— Eheftau in Scheldung. enworte verpundete in der Nacht seine Frau durch einen Revolverschuß am Hinterkopf und tödtete dann be ae eu., Ar ugehag une Ganl. verv Beimn Pasiten des engischen begrüßten sich die beidersetigen 14. Spt. Nach dem umdhern,„gngiegg Personen besuchten(Prezsitent Frizer v. Genmingen üchte der Konshorng, Hoftath Kuchel im Namen der aneune bes Ponye, zerg, die Bersammlung des Könizwn von Würstzp, 1n4. Sodanm wurde an den pv o v Halbigunge Telgramm atzesandt, worin die b en zas Gelübd= ihrer Treue und bezeisterten Versammlung vu, u, die ehrerbietigsten, SezensHygate emnent und bonit, aun sie den Kauser nach ürsihe verbiudot, voit viamate eongeische Christen= Venrtalegn u. der fu, be, zeleliat. Eiense wurden an Telegramme gesandt. Vermischte Nachrichten. . Geldors-aumiur ge Gaiähen Der Fall Winternitz. Roman von Artbur Zapp. Arzt!“ rief der Untersuchungsrichter „Schnell einen Arzt!“ rief eun Eiutretenen v.„ie, in wilden Zuckungen von Sesce euebt.. unr un Grchtehrige Als der Aunz erschen, ain schuel und sterk wirden ersten Blick. Alle unden Copeumniy, nüch der Verszung der Ungläch. 9s vo an Geausanchise und die Fucht vr eo, und Schande in den Tod getichen, als der Landgerichtepräsident, welcher in der Verhandlung gegen Winergebenst Gnzazeng ent und * ternitz den Vorsitz geführt hatte, dem Kaufmann auf dem Markte der Stadt begegnete. Der höchste richterliche Beamte der Stadt ging auf Winternitz zu und redete ihn an und drückte ihm wiederholt herzlich die Hand. Dieser Vorfall war nicht unbemerkt geblieben; auch der freiwillige Tod der Frau Winternitz erregte allgemeine Sensation. Zudem fand kurze Zeit darauf ein gerichtliches Nachspiel des Prozesses Winternitz statt. Die volle Schuldlosigkeit des Kaufmanns wurde in öffentlicher Gerichtsverhandlung festgestellt. Des kleinen Franz Winternitz' Antlitz strahlte, als er eines Tages aus der Schule nach Hause kam. „Papa!“ rief er jubelnd.„Du glaubst gar nicht, wie gut sie wieder in der Schule gegen mich sind! Vor dem Unterricht, als wir schon alle auf unsern Bänken saßen, ist der Herr Lehrer zu mir herangetreten und hat mir seine Hand auf die Schulter gelegt und hat zu mir gesagt, ich solle nur recht fleißig sein, damit einmal ein tüchtiger Mann aus mir werde, ein so tüchtiger und braver, rechtschaffener Mann wie Du einer seist, Papa. Und dann hat er die andern alle ermahnt, recht gut und freundlich zu mir zu sein. Und als die Stunde vorbei war, da haben sie mich alle umringt und der eine bot mir Aepfel an, der andere gab mir von seinem Butterbrot und jeder wollte mir etwas Liebes erweisen...“ Es war am Abend desselben Tages, als dem schwergeprüften Mann eine andere stolze Genugthuung zu Theil wurde. Eine große Anzahl angesehener Bürger der Stadt brachte ihm einen Fackelzug. Vor seinem Hause schwenkten sie ein und machten Halt. Und aus hundert kräftigen Männerkehlen erscholl der Ruf: Winternitz hoch! Dann trat eine Abordnung von drei Herren bei Winternitz ein, die eine kleine Ansprache an ihn hielt und ihn im Namen des Stadtverordneten=Collegiums, des Casinos, des Bürgervereins und anderer Corporationen und Vereinigungen der allgemeinen Hochachtung versicherte und ihn ersuchte, wieder wie früher seine bewährte Kraft dem Wohl der Bürgerschaft zu widmen und die Ehrenämter, die man ihm wieder antragen würde, nicht zurückzuweisen. Dem freudig Ueberraschten, den das Unglück nicht hart und verbittert, sondern eher noch rücksichtsvoller gemacht hatte, als er es schon früher gewesen war, traten die Thränen in die Augen und er war so bewegt, daß er keinen zusammenhängenden Satz hervorbringen, sondern immer nur die sich ihm entgegenstreckenden Hände drücken und schwerathmend stammeln konnte:„Dank— herzlichen Dank!" Der„Fall Winternitz“ aber hatte ein für allemal seine Erledigung gefunden. Im Bannkreis der Pflicht. 1) Roman einer Frau von H. Oehmke. — Nachdruck verbeten. Vor dem Palast des Präsidenten von Werthern in der Georgstraße zu Hannover hielt eine kaum absehbare Reihe von Equipagen. Ein Meer von Licht strömte aus den offenen Fenstern auf die alten Ulmen herab. Musik und fröhliches Lachen ertönte und die Vorübergehenden versuchten unwillkürlich, einen Blick in die glanzerfüllten Räume zu werfen. Es war schon spät. Die Erlesensten„der Gesellschaft" füllten in wogendem Drängen die Säle und Gallerien. Geburt und Geist, Rang und Talent gaben sich hier ein Stelldichein, um den neunzehnten Geburtstag der einzigen Tochter des Hauses zu feiern. Es war ein Frühlingsabend von zauberischer Schöne. Durch die hohen Thüren und die geöffneten Fenster stiegen laue Duftwellen aus dem Garten empor und mischten sich mit den Wohlgerüchen, die den Gewändern der Damen entströmten. Getanzt wurde im weißen Saale, der eine lange Flucht von größeren und kleineren Sälen abschloß und von dem man über eine große Freitreppe in die parkähnlichen Gartenanlagen gelangte, die dem Tag zu Ehren mit buntfarbigen Lampen und Ballons geschmückt waren. Ein Sternenheer flimmerte aus dunkelblauem Aether herab. Auf den stillen Wasserspiegel des Teiches ergoß der Vollmond silbernen Schein. Er beleuchtete mit seinem weißen Schimmer buntbeflaggte illuminierte Barken und Gondeln, auf denen die Tanzesmüden sich dem Zauber des Abends hingaben. An der Balustrade der mit Teppichen behangenen Terrasse, die einen entzückenden Blick auf die farbenschönen Hyazinthenbeete gestattete, lehnte eine schlanke Mädchengestalt. Der alte Mond beleuchtete hell das jugendfrische Angesicht, ein sanfter Windhauch tändelte mit dem braunen Stirngelock. Reglos stand die lichte Gestalt und schaute hinab auf das wundersame Panorama. Ein Aufseufzen hob dann und wann die junge Brust und in die Augen drängte sich ein krystallheller Teopfen. Drinnen im Tanzsaal jubelte das Orchester die verführerischen Weisen des Altmeisters Strauß und lockte die Paare, die in den Barken auf dem Teich herumgeglitten waren, wieder in's Haus. Auch die schöne Einsame hob den flechtengeschmückten Kopf und zog den weißen Burnus fester über die Schultern. „Darf ich das gnädige Fräulein um den nächsten Walzer bitten?“ ertönte eine männlich volle Stimme. „Egon!"„Regina!" Fast zu gleicher Zeit erklang der Jubelruf. Im ersten Augenblick schien es, als wollten sich beide ir die Arme sinken. Doch hocherröthend trat das Mädchen zurück und reichte ihm nur herzlich beide Hände. „Endlich!" flüsterte der Jüngling,„endlich sehen wir uns wieder, Regina! Wie lang hat man uns getrennt!“„Und wie schön Du geworden bist!“ fügte er mit einem leuchtenden Blick hinzu, der ihre ganze Gestalt umfaßte. Die junge Dame erröthete wiederum, doch ihre Augen strahlten. „Hast Du Papa schon begrüßt?“ fragte sie, indem sie sich an den Arm des blonden Mannes hängte und dann langsam mit ihm auf und ab ging. „Ja, soeben.“ Ich fand den Herrn Präsidenten im rothen Szion mit Erzellenz Grothe, Onkel Nordheim und dem dicken Haller am Spieltisch. Auch der Tanie Clara habe ich bereits meine Reverenz gemacht. Doch mein schönes Cousinchen suchte ich vergeblich im ganzen Hause. Nachdem ich mich mühsam durch Schleppengewoge, Säbelgerassel, und unzählige Gruppen Medisirender und Kritifirender hindurch gewunden, entdeckte ich Dich endlich hier draußen ganz weltverloren und— da bin ich! Ich komme gerade von der Bahn und habe leider nur bis morgen Mittag Urlaub. Doch ich wollte nicht versäumen, meiner lieben kleinen Pflegeschwester meine innigsten Glückwünsche zu ihrem 19. Geburtstage auch noch persönlich auszusprechen, fügte er hinzu, indem er einen leisen Kuß auf ihre feinen Finger hauchte. Im zutraulichsten Geplauder schritt das junge Paar langsam die breiten Stufen hinunter: zwei vornehme, edelschöne Gestalten. Das feingeformte, dunkle Haupt des Mädchens reichte fast bis an den blonden Lockenkopf ihres Begleiters. Langsam, eng aneinandergeschmiegt gingen sie, vom herrlichsten Blumenduft umwoben, von den rauschenden Klängen der Ballmusik begleitet an den weißen vom Mondlicht umktänzten Statuen und Karyatiden vorüber den breiten schöngepflegten Mittelweg des Gartens entlang. „Und morgen mußt Du schon wieder fort Egon?“ rief das schöne Mädchen in betrübtem Tone aus, nachdem sie eine Weile in Erinnerungen sich ergehend, umhergewandelt.„Warum kannst Du nicht länger bei uns bleiben? Es ist das erste Mal, daß Du uns besuchst, seitdem ich aus Lausanne zurückgekehrt, und nun willst Du uns so bald wieder verlassen!"„Ich fühle mich manchmal recht einsam,“ fuhr sie mit einem tiefen Seufzer fort, während sie sich wieder dem Hause zuwandte.„Mama ist todt; Magnus hat seinem Vaterhause den Rücken gekehrt— wer weiß ob ich ihn jemals wiedersehe— und wenn Du nicht manchmal uns besuchen wirst, bin ich ganz verlassen trotz allen Glanzes, mit dem der Papa mich umgiebt. Aber jetzt muß ich zurück zur Gesellschaft" fuhr sie dann erschrocken auf, als ihr Begleiter nochmals umwenden wollte; meine Tanzkarte ist noch sehr besetzt; ich bin gewiß schon vermißt worden.“ „Noch einige Augenblicke schenke mir nach so langer Zeit,“ bat er in leisem, innigen Tone.„Drinnen im Saal wirst Du doch für mich wohl unerreichbar sein.“ Sie waren vor einer der kleinen, nischenähnlichen Lauben stehen geblieben, in denen zierliche Sofas und Sessel von feinem Drahtgeflecht hinter runden gußeisernen Tischen zum Sitzen einluden. Zu einem dieser Divans führte der junge Mann seine liebliche Gefährtin. Eine wunderbare Ruhe herrschte momentan in dem prächtigen Garten. Die Klänge des Orchesters waren verstummt; das Lachen und Schwatzen der Gäste erscholl wie aus weiter Ferne. Nach und nach erstarb auch dieses fast ganz. Nur das Rauschen des künstlichen Wasserfalles am entgegengesetzten Ende der Anlagen drang durch die Stille der Nacht in reizvoller Harmonie mit dem leisen Plätschern der kleinen Miniaturfontänen, die inmitten geschmackvoller Blumendekorationen auf den runden Tischchen der Lauben und Nischen angebracht waren. Die rothen und gelben Flammen der Lampions und Ballons warfen ihr fantastisches Licht in den kleinen lauschigen Raum und beleuchteten mit magischem Schein die juzendschönen Gesichter Ezons und Reginge. Der Wind hatte ganz nachgelassen. Kein Blättchen rührte sich; nur der Hauch der Blumen drang mit birauschender Süße von den nahen Teppichbeeten herüber. Da ertönte Gesang durch die wundersame Stille. Der herrliche Baryton des berühmten Wagner= Interpréten sang drinnen im Musikzimmer Schumanns unvergängliches:„Ich grolle nicht. Veteranen-Verein. al. Uhr. usikund chen es. al. 3 91 pt., 9le ius. h. lche zu2½ 1 ft. Lautes Beifallklatschen erscholl, als der letzte Ton verhallte. Gleich darnach begann der Sänger noch einmal: „Im wunderschönen Monat Mai, „Als alle Knospen sprangen, „Da ist in meinem Herzen „Die Liebe aufgegangen..... Egon trat zu dem jungen Mädchen, das hingerissen von der Poesie des Augenblicks den bezaubernden Tönen lauschte. Leis erfaßte er ihre herabhängende Hand. Befremdet hob sie den Blick. Doch rasch senkten sich die dunklen Wimpern wieder vor seinen so eigen leuchtenden Augen. „Auch ich fühle mich manchmal recht einsam und weltverlassen, Regina, begann er mit bewegter Stimme. „Eine große Sehnsucht erfüllt meine Seele Tag und Nacht. Weißt Du, wem dies heiße Herzenssehnen gilt? Nein?— Weißt Du es wirklich nicht? Darf ich, soll ich— muß ich es Dir erst sagen?“ Das junge Mädchen erglühte immer mehr unter seinem Blick; von seiner Stimme ging ein Zauber aus so unwägbar fein, und doch so unentrinnbar, als habe sich der Luft um sie her davon etwas mitgetheilt. Ein Zittern ging durch ihren Körper; eine Angst, eine selige Furcht, ein überwonniges Erwarten. Aber Worte wagte sie nicht; dazu klopfte das Herz zu laut, dazu bebten die rosigen Lippen zu verrätherisch. „Regina, nicht einmal eine Antwort hast Du für mich?“ fragte er mit leidenschaftlicher Innigkeit. Da hob sie die Augen auf zu ihm und in dem keuschen Glanz dieses Blickes mußte der Jüngling wohl eine beseligende Antwort gelesen haben, denn er zog sie an sich und bedeckte Aug' und Lippen mit warmem, zärtlichen Kuß. „O meine Regina! Meine Braut! Wie lieb hab ich Dich gehabt immerdar, wie lieb in all den langen Jahren, die ich ohne Dich verleben mußte! Fühlte ich doch längst, daß ich in Dir nicht nur die theure Verwandte lieb hatte! Dies heiße übermächtige Gefühl, das mich heut zu Dir zog, es galt der Gefährtin meines Lebens, der Geliebten meines Herzens, meiner helden Braut, die ich mir nun errungen habe!“ Stillselig lauschte das Mädchen seinen Worten, die sie berührten wie himmlische Musik. Einen Moment sab sie ihn an mit Augen, aus denen ihm eine Welt voll Hingebung und Zärtlichkeit entgegen strahlte. Dann flüsterte sie kaum hörbar: „Ich bin unaussprechlich glücklich. „Meine Regina, jetzt und immerdar! rief er im Uebermaß der Seligkeit und in einem innigen Kusse vereinten sich die jungen Lippen, denen noch nie ein Liebeswort entströmte. Rasch aber löste sich das erglühende Mädchen aus den Armen des Geliebten. Ein energischer Schritt näherte sich und im selben Augenblick erschien auch schon die hobe, gebietende Gestalt eines finsteren, ordengeschmückten Mannes unter den Blumengewinden, die den Eingang der Laube bildeten. „Regina!“ klang es streng von den festgeschlossenen Lippen des Eintretenden, während die finstern Augen sich in die des Mädchens senkten, als wollten sie die verborgenste Falte ihrer Seele erforschen.„Unsere Gäste und Deine Tänzer suchen Dich seit Langem vergeblich. (Fortsetzung folgt.)