Donnerstag, den 25. August 1898. Nr. 198.— 50. Jahrgang. *ee * Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Vierteljahr in der Expedition 1 4 75 3), auf allen Kaiserl. Postanstalten 2 4 Bergisches Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 J. Druck und Verlag von Alb. Pfeiffer in Solingen.— Für die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140. (Fernsprech=Anschluß Nr. 90). Gedetungen u deüt Zechang ür dn Monat September werten halbist erseten. Deutsches Reich. Bei der Galatafel, welche am Sonnabend im großherzoglichen Schlosse zu Mainz stattfand, brachte der Großherzog von Hessen den Toast auf den Kaiser aus, welchem er auf's Neue unwandelbate Treue und Hingebung an Kaiser und Reich gelobte. Der Kaiser antwortete in längerer Rede, die mit einem Hoch auf den Großherzog schloß. Der Wortlaut dieser Rede liegt noch Zur Orientreise des deutschen Kaisers schreibt die„Internationale Korrespondenz“:„Die neuere Wendung in dem Verhältniß zwischen der Türkei und Griechenland dürfte voraussichtlich auf die Reise Kaiser Wilhelms insofern einen Einfluß ausüben, als in das Reiseprogramm noch ein kurzer Besuch in der griechischen Hauptstadt eingeschoben werden dürfte. Die vom Sultan ausgesprochene Geneigtheit, in engere Beziehungen zu Griechenland einzutreten, hat in den amtlichen griechischen Kreisen die Hoffnung aufleben lassen, daß damit auch die Grundlage zu einem dauernden freundschaftlichen Verhältniß zwischen Deutschland und Griechenland gegeben werden könne. Man nimmt daher an, daß Kronprinz Konstantin be seinem Besuche des Kaisers diesem auch die Einladung zu einem zweiten Besuche Athens überbracht hat, den Kaiser Wilhelm voraussichtlich auf seiner Rückfahrt abAus Tromss wid dem Lokal=Anzeiger telegrophitt: Der Führer der soeben zurückgekehrten Deutschen Nordpol=Expedition, Herr Lerner, sandte aus Hammerfest solgendes Telegramm an den Kaiser: g, Mitghe, „Ew. Majestät die allerunterthänigste Binichitung, daß die Deutsche Nordpolar=Expedition mit Umseglung und kartographischen Aufnahmen die Frage der KönigKarlsinseln endgiltig abgeschlossen hat. Auch ist das Expeditionsschiff„Helgoland“ das erste Schiff, das sich den Weg von Süden um den Osten von Norro#cland herum trotz schwieriger Eis= und Wetterverhältnisse erzwungen hat, was bisher für unmöglich gegolten. Theodor Lerner, Expeditionsführer. Darauf traf heute folgende Antwortdepesche ein: „Theodor Lerner, Führer der Deutschen Nordpolar= Expedition an Bord Dampfer„Helgoland.“ Der Deutschen Nordpolar=Expedition sende Ich Meinen Glückwunsch zu den schönen Erfolgen, welche deutsche Entschlossenheit und Umsicht unter Ihrer Führung soeben errungen haben. Wilhelm I. R. Emile Berr, ein Mitarbeiter des„Figaro“, berichtet seinem Blatte über Kaiser Wilhelms Vorliebe für Norwegen. Berr meint, daß die Engländer von den häufigen Nordlandsfahrten unseres Kaisers weniger erbaut seien. Sie hätten sich Jahrzehnte hindurch als „Patrone“ dieses Landes betrachtet und sähen daher nicht ohne Aerger, daß sich der deutsche Einfluß mehr und mehr ausbreite. Im Kielwasser Kaiser Wilhelms II. sei eine Menge Touristen nach Norwegen gekommen, aber dleicheitig auch Lezionen beutsch, gauerzfoniegzr#g. Man brauche heute nur mit einiger Aufmertsame die Schaufenster in den nordischen Städten zu studiren, um sich davon zu überzeugen, daß die deutsche Industrie au ihrem Posten gewesen ist. Prinz Albrecht von Preußen ist am Dienstag auf seiner Besichtigungsreise in Kiel einSeptember festgesetzt. An der Wahl des jetzigen Vorsitzenden des Bundes der Landwirthe Herrn von Wangenheim ist nicht zu zweifeln. Zu der Nachricht, daß anläßlich des 50jährigen Bestehens der deutschen Marine im Herbste dieses Jahres eine Jubiläumsfeier stattfinden werde, erfährt die Berliner„Post“ von maßgebender Stelle, daß dort von einer festlichen Begehung dieses Tages bis jetzt noch nichts bekannt ist. Dasselbe ist der Fall betreffs einer anderen Notiz, daß die Vertheilung einer kleinen silbernen Erinnerungsmedaille gelegentlich des Jubiläumstager ee-gen stal. Prinz Albrecht von Pre. 406 von Rendeburg au, srant Lesatzutgung,... Kiel eingetroffen. Der Prinz besuchte die Prinzessin Heinrich und fuhr Nachmittags nach Schwerin weiter. Die Reichstagsersatzwahl im Kreise PyritzSaatzig an Stelle des Herrn von Plötz ist auf den 9. es erfolgen solle. Im„Vorwärts“ veröffentlicht der Abg. Stadthagen über die Betheiligung der Sozialdemokratie an den Landtagswahlen einen langen Artikel, der zum Schluß die Aufhebung des Hamburger Beschlusses empfiehlt; dann habe jeder die Freiheit, die er vor 1893 hatte, ohne daß der Partei ein Schaden geschehe. In einer Anzahl Kreise ist eine Entscheidung über die Betheiligung getroffen, u. A. in Elberfeld und EinbeckNortheim: Betheiligung empfohlen, Art und Weise noch nicht bestimmt; Solingen, Königsberg i. N., Ost= und West=Sternberg: Nichtbetheiligung. Die Frage der Betheiligung der Sozialdemokraten Berlins an den Landtagswahlen kam Dienetag Abend in einer Parteiversammlung für die vier Berliner Landtagswahlkreise zur Entscheidung. Das Ergebniß war die Ablehnung der Betheiligung mit Rücksicht auf die Aussichtslosigkeit als auch die besonderen Berliner Verhältnisse. Die Erntestatistik des deutschen Reichs für das Erntehalbjahr 1897 wird im neuesten Vierteljahrbefte zur Statistik des deutschen Reichs jetzt ausführlich veröffentlicht. Die Veröffentlichung bestätigt, daß das Jahr 1897 ein fruchtbares war; bei fast allen Fruchtarten war im Reichsdurchschnitt der Ernteertrag größer als die aus den 10 vorhergegangenen Jahren berechnete Mitelernte.„.6uu: 14 4 Die überseeische Auswanderung aus dem deutschen Reich über deutsche Häfen, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam belief sich nach den Zusammenstellungen des kaiserlichen statistischen Amts in den Monaten Ibis Juni 1898 auf 9998 Personen. Ueber deutsche Häfen wurden außer 8259 Deutschen noch 43 746 Auswanderer aus fremden Staaten befördert. Interessante militärische Uebungen mit der Telegraphie ohne Draht werden gegenwärtig vom 1. Eisenbahn=Regiment ausgeführt. Eine Abtheilung dieser Truppe ist auf dem Pfingstberg zu Potsdam stationirt, um von dort aus mit einer anderen auf den Müggelbergen stationirten Abtheilung telegraphische Zeichen auszutauschen. In der Luftlinie beträgt die Entfernung zwischen beiden Stationen etwa 6 Meilen. Wie schon früher mitgetheilt, werden in der ersten Hälfte des September im Reichs=Gesundheitsamt kommissarische Berathungen über die Revision der Kaiserlichen Verordnung betr. den Verkehr mit Arzneimitteln stattfinden. Vornehmlich dürfte dabei in Frage kommen, inwieweit es einem wirklichen dürfniß des Drogistengewerbes entspricht und andererseits mit den wirthschaftlichen Rücksichten auf den Apothekerstand, sowie mit dem allgemeinen sanitätspolizeilichen Interesse vereinbar ist, die Zohl der nach den bestehenden Vorschriften vom freien Verkehr ausgeschlossenen Arzneimittel 2c. einzuschränken. Ferner wird in E wägung zu ziehen sein, ob und inwieweit die Klagen der Drogisten über die durch die jetzige Fassung des§ 1 der Verordnung heibeigeführte Rechtsunsicherheit begründet sind und wie denselben abgeholsen werden kann. Nach der erwähnten Vorschrift ist die Abgabe der darin bezeichneten Zubereitungen außerhalb der Apotheke nur insoweit verboten, als sie zu Heilzwecken erfolgt; die Entscheidung darüber, ob im einzelnen Falle eine strafbare Zuwiderhandlung gegen das Verbot vorliegt, ist mithin nicht ausschließlich von objektiven Merkmalen abhängig, sondern wird mit beeinflußt durch die Art der späteren Verwendung der betreffenden Waare, welche bei dem Feilhalten oder Verkaufen einer Zubereitung nicht immer ohne weiteres erkennbar zu sein braucht. Es ist zuzugeben, daß hierdurch eine gewisse Unsicherheit für die mit dem Vertrieb der einschlägigen Arzneimittel sich befassenden Gewerbetreibenden entstehen kann; nach den„B. Pol. Nachr.“ bedarf es der Prüfung, ob es etwa angängig erscheint, die Abgrenzung der den Apothekern einzuräumenden Vorrechte ausschließlich nach der Beschaffenheit der Heilmittel(Form der Zubereitung, Art der Zusammenstellung 2c.) zu bewirken. 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands. Krefeld, 23. Aug. Gestern Abend fand im Anschluß an die eiste geschlossene Generalversammlung in der Stadthalle der Festkommers des Kartells katholischer Studentenverbindungen unter großem Andrange statt. Weibbischof Dr. Fischer erwähnte in seiner Ansprache besonders, daß sich die katholischen Studentenverbindungen ein großes Verdienst durch ihre grundsätzliche Stellung gegen den Zweikampf erworben haben.— Um fand im Drießenhofe eine Festversammlung des Verbandes kath. kaufmännischer Vereine statt. In hielten die Herren Weihbischof Schmitz und Pfairer Lausberz=Düsseldorf Ansprachen. Die heute Vormittag stattgehabte Generalversammlung des Volksvereins für das katholische Deutschland wurde von dem ersten Vorsitzenden des Vereins, Fabrikbesitzer Franz Brandts=M.=Gladbach geleitet. Generalsekretär Dr. Pieper erstattete den Jahresbeiicht für 1897. Die Zahl der Mitglieder beträgt 180335. Während früher den Volksverein vorwiegend die Abwehr der Sozialdemokratie beschäftigte, wird jetzt das Hauptgewicht auf die Förderung der Sozialreform gelegt zum Besten der einzelnen Erwerbsstände. Der Vorstand wurde wiedergewählt. Abg. Dr. Cail Bachem legte dar, daß der Volksverein unentbehrlich sei. Der sozialdemokratische Abg. Singer hat einmal gesagt:„Die Sozialdemokratie werde nicht ruhen, bis auf allen Kirchen, Rathhäusern darauf:„Wir werden nicht ruhen und rasten, bis auf den Rathhäusern, Schulen, Fabriken und Arheiter: Käusen die Krauzesachne wedt:“ Fesenguof, Sinn müsse gepflegt werden, nicht der Krassenkampf. Es sprachen ferner P. Benno Auracher, Landgerichtsrath Groeber und Weihbischof Dr. Schmitz. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit einem Hoch auf den sozialen und den sozialen Kassr.„ 9. De zweite Sstentliche Generot. Wigg lung war wieder überaus stark hesucht. Weid####of Dr. Schmitz nahm zunächst das Wort, um über einflußreiche Stellung, die die deutschen Katholiken sich heute errungen, und über die Aufgaben, die den Katholiken daraus erwachsen, zu sprechen. Er führte aus, die deutschen Katholiken seien gewachsen an Einigkeit und vor allem an Bedeutung in dem nationalen Leben des deutschen Volkes. In manchen Theilen des Vaterlandes wäre das Maß der Duldung für Katholiken so bescheiden, daß man ihnen zumuthete, um die Erlaubniß zu bitten, zu eristiren. Die Poluik rechne mit dem Katholizismus als einem mitbestimmenden Faktor, die Staatsregierung ziehe bei ihren Entschließungen die Stellungnahme der Katholiken in Erwägung. Vor allem hervorragenden parlamentarischen Leistungen der Katholiken hätten ihnen in der Gegenwart maßgebende Stellung und Einfluß eingebracht. Vaterlandsliebe und eigener Stolz machten es ihnen zur Pflicht, ihre Forderungen zu unabweisbaren zu machen. Es erwüchse die Pflicht, katholischen Einfluß auf allen Gebieten geltend zu machen. Jeder Rückschlag im erkämpften Einfluß würde ein Nachlassen auf allen Gebieten zur Folge haben.“ Nach dem Berichte der„Niederrheinischen Volkszeitung“ äußerte Redner bei Gelegenheit des Antrages zur Unterstützung des Vereins vom heiligen Lande noch Folgendes:„Wir müssen im heiligen Lande zeigen, daß es auch katholische Deutsche giebt. Wir müssen mit erhöhter Kraftanspannung dort den Wettbewerb aufnehmen, da die Ko kurrenten von andern Konfessionen und andern Nationen vieles vor uns voraus haben. Von einer gewissen Presse, welche die Palästinafahrt unseres Kaisers in einseitig; konfessioneller Weise auszunützen sucht, kann man sich weitere Fälschungsversuche vorsehen. Darum ist es vielleicht gut zu bemerken, daß hier keineswegs die Ansicht besteht, es liege in der Absicht der Rezierung oder des Monarchen, der Palästinafahrt einen erklusiv=protestantischen Charakter zu geben. Wenn die Wünsche der Katholiken, den Schilmherrn aller Deutschen auch im heiligen Lande recht feierlich zu bewillkommen, ständig in Erfüllung gehen, so liegt der Grund durchaus nicht an der bezeichneten Stelle, sondern ganz wo anders. Der gefährlichste Feind des katholischen Deutschthums im Auslande ist das russisch=französische Bündniß, das die Kraft des angeblichen Protektors des Katholizismus in den Dienst der russisch=schismatischen Politik stellt.“ Es folgte ein feuriger Appell an alle Stände und Geschlechter jedes Alters zu eifriger Mitarbeit, die christlich=katholischen Grundsätze auf wirthschaftlichem und politischem Gebiet zu verwirklichen. Landgerichtsrath Groeber(Heilbronn) beleuchtete die Staatskunst der Katholiken Deutschlands(besonders ihrer Vertreter, nämlich der Zentrun partei). Er führte u. A. aus, im Kulturkampfe habe die Zentrumspartei nie den Boden des Rechts, nie den Boden des passiven Wiverstandes verlassen, 1# vaß dem Veranlasser des Kulturkampfes der Muth zur Umkehr leicht wurde, er wies auf die Thätigkeit des Zentrums bei Ausdebnung der Sonntagsruhe, bei Fortfsüihrung der Gewerbeordnung und bei Berathung des Buager,„ Gesetzbuches hin. Auf wirthschaftlichem Gebiete####de das Zentrum die Interessen aller Stande gewahrt. In der Wirthschaftspolitik habe das Zentrum die Führung übernommen. Es folgten die bekannten Gesetze Schutze der berechtigten Interessen der Landwurtzschaft, des Handwerks und des Arbeiterstandes. Aue Gilafestände fänden eine Berücksichtigung ihrer Ohne dos Zentrum wire 5os bevulti,gie stegefsarge Fie ten zur Generalversammlung ausgegeben. — 24. Aug. Bei Bezinn der heutigen dritten öffentlichen Versammlung gab der Präsident folgende Antwort Se. Michit losen der 45. Generalbersammlung der ever Seobeudest vbe Demn Kaser, wie dem Karial der Kaiser und König haben sich Allerbuldvollst über Fall Winternitz. Roman von Artbur Zapp. Der alte Herr athmete schwer und tief und schüt(2 Eine gewisse Beruhigung gewährte ihm der Gedanke, daß der Schwerkranke ja nicht allein auf die mechanische Pflege Fremder angewiesen war, sondern daß gute Freunde an seiner Seite waren, die schon aus persönlicher Theilnahme gewiß alles aufboten, was zur Linderung seiner Schmerzen und zu seiner möglichen Rettung dienen konnte. Dennoch klopfte dem zahlreiche Lebensjahre und mancherlei schwere Seelenkämpfe gehärteten Mann das Herz bis zum Halse hinauf, als er nun auf dem Bürgermeisteramte anlangte. In dem Bureau, das er betrat, arbeiteten drei Beamten. Als der Oberpostsekretär seinen Namen genannt und sich als den Vater des am Tage vorher abgestürzten Touristen bezeichnet hatte, entstand eine peinliche, unheimliche Stille im Zimmer und der alte Herr, die folternde Aufregung den Schweiß auf die Surn tiech, fühlte, wie sich aller Blicke voll Integgse, u gierde und Theilnahme auf ihn zuckte ihn sofort die Gewißheit, daß er zu spät gekommen war, daß er seinen Sohn lebend nicht mehr wiedersehen „Er ist todt,“ sagte er mehr zu sich selbst, als Der dlteste der Veanten nickte summ und trat dann rasch auf den nun doch erschüttert Zurhaktgunein; den zu, unterstützte ihn sanft und ließ ihn behutzun auf einen schnell herangeschobenen Stuhl sinken. In schon einer der anderen Beamten an den in der Mitt des Zimmers stehenden Tisch getreten, füllte## darauf neben einer gefüllten Wasserflasche stehenGläser und reichte es dem rezungelos im Stuht lehnen: den und düster vor sich hinstatrenden Manne. Drt al Herr trank mechanisch, preßte darauf die Hand auf seine Augen, verharrte so still eine Weile, während die Be amten ihn gerührt beobachteten und erhob sich dann etwas schwerfällig, aber anscheinend gefaßt. Wenigstens waren seine Mienen ruhig und seine Stimme klang fest, während er fragte:„Wann ist er gestorben? „Schon gestern Nachmittag,“ war die Antwort, „kurz nachdem wir das Telegramm an Sie aufgegeben Und tröstend fügte der Sprecher hinzu.„Sein To) ist ein sanfter gewesen. Zum Bewußtsein ist er mehr gekommen und Schmerzempfindungen hat er wohl kaum gehabt. Es lag eine schwere Gehirnerschütterung vor.“ telte mit dem Kopf, als könne er das Furchtbare, Uneiwartete noch immer nicht fassen. „Aber wie kam es nur,“ fragte er fast heftig, daß mein Sohn so schwer verunglückte, hier, wo doch das Terrain verhältnißmäßig gefahrlos ist?“ Der Beamte zuckte mit den Achseln. „Ein besonders unglücklicher Zufall hur dabei wohl mitgespielt," beschied er.„Wir haben hier seit Jahren keinen Absturz mit tödtlichem Ausgang gehabt. Uebrigens— es wird Sie interessiren— ich kann Ihnen das Protokoll vorlegen, das wir mit dem unglückten und dessen Frau aufgenommen haben. Der Beamte trat an eines der Pulte, kramte ein paar Minuten darauf herum und legte dann dem ihr zerstreut, mit flimmernden Augen Beobachtenden ein amtliches Schriftstück vor, das am Schluß zwei Unterschriften trug:„Albert Winternitz, Kaufmann. Klara Wini Der alte Herr nahm das ihm Dargereichte und begann zu lesen. Aber sein Kopf war so benommen und die verschiedenartigsten Gedanken und Empfindungen wogten so lebhaft in ihm, daß er kaum zum klaren Bewußtsein des Gelesenen gelangte. Nur so viel entnahm er dem Schriftstück, daß sein Sohn in der Nähe eines Abhanges gestrauchelt, zu Boden gefallen und in eine Schlucht hinabgestürzt war. Nur wenige Schritte ihm hatten sich seine Begleiter befunden, ohne daß es ihnen möglich gewesen, den Unglücklichen vor dem den Aoshug, iu den dies Preiakoll zurück und erzrif seinen Hut.„Ich danke,“ sagte er mit belegter heiserer Stimme.„Wo finde ich den Leichnam meines Sohnes? „Und wo blfindet sich das Lazareth?“ Der Beamte war so rücksichtsvoll, dem Leidtragenden dem leblosen Körper seines Sohnes. uid der, aue eiteup persenkte sich mit überströmenden seines einzigen Sohnes. Viel Sorge, yi# schwere selische Aufregungen hatte er ihm ggeisetz., Ein und seine Neigungen und Wünsche hatten sich stets mit denen seiner Eltern aufs schälfste befehdet. Sein Vater hatte einen Staatsbeamten aus ihm machen und ihr studiren lassen wollen. Aber davon hatte Herbert aus nichte wissen wollen. Eine stete regeisgäßiegn bestimmter vorgeschriebener Form sich vollziehenee####ng keit schien seinem unruhigen, pbantastischen, widerspe gen Geist zu widerstreben. Künstler hatte er werder wollen, Maler. Aber dem hatte sich der schieden widersetzt und ihm die Mittel zur künslerischen Ausbildung streng und unerbittlich versagt. T### denn der Thunichtgut als zweiundzwanzigjähriger Jungling mit Einwilligung des Vaters, der schon alle Hoffnung, aus seinem einzigen Sohn einen brauchbaren Menschen erziehen zu können, aufgegeben hatte, Amerika ausgewandert, nachdem er in der Tringeh,rtans hintereinander Kaufmann, Okonom und Bur,.gg gewesen. Acht Jahre war er in der Feine z.reieben und erst vor zwei Jahren in die Heimgp.g ain guter Und nun war doch aus dem wilden Most ein Wein geworden, aus dem widerspenstigen, arbeitsunlustigen Burschen ein tüchtiger Mann, der in seinem Fach Hervorragendes leistete und mit Anstrengung aller nach dem Höchsten in seinem Berufe rang. Herbert wo in der Fremde Photograph geworden und hatte sich daneben alo Portraitmaler beschäftigt. Freilich, um der Kunst Vollendetes zu leisten, dazu fehlte ih gündliche Schulung, Dagegen wor ezuträzich für ihn 8ch, us bc moterich ule be glis Bhotgraupß brkand lich so sehr an Neuenburg fesselte. Waren es die folge und die allgemeine Beliebtheit, die er als Pholograph in der Stadt und in der Umgegend schnell erlangt hatte? Oder waren es die angenehmen geselligen Verhältnisse, besonders seine innigen freunzlgozhrichen He ziehungen zu der Familie Winternitz, täglich ein paar Stunden verbrachte, die ihn in seiner ausseufend und sich mit bem Lile giur nen so beschloß er, im Hatet ber nicht ering, u.. Hu., und Frau Winternis be der Belcheid wurdse, Bog u.—.., Sprachos vor reits am Abend vother abzereist feroen. g„ Uicherischung stund er eine 9apye, Wov, ez, gug ag. sch vu. e. Dse Frag ved Hera Wiateraitz miz Der Hotehortier uackte mit den Achseln. „Alle beide sind abgereist, sowohl der Herr wie seine uschung, Der ou: Der päigsighe Empfiadung stieg an Bletst und Büchschtnohugz,izeng g1. Piutepiz Vuters— Ankunft hätte er doch abwarten müssen, be vor er den Leichnam des Freundes rücksichtelos im Stic lichen Uchercste keines Sohues(Farsetgung felgz.) zuführen zu können. gefreut und lassen für diese Kundgebung treuer Anhänz= danken. gez. v. Lucanus. In Antwort auf die Huldigungsdepesche der katholischen Arbeiter sandte der Papst den apostolischen Segen.— Am vergangenen Sonntag kamen in Krefeld 27·000 Personen an, 26000 wurden wieder zurückbefördert. Zur Bewältigung des Verkehrs dienten außer den fahrplanmäßigen Zügen 40 Sonderzlige. Ausland Schweiz. Zürich, 24. Aug. Der Herzog Ernst Günther von Schleswig=Holstein ist mit Gemahlin und Gefolge im Hotel Uetliberg abgestiegen. Oesterreich=Ungarn. Pest, 24. Aug. Heute Vormittag begannen die Ausgleichs=Konferenzen, woran Graf Thun und die Minister Kaizl, Bärnreither, Minister=Präsident Banffy, sowie die Minister Daniel, Daranyi theilnahmen. Die Konferenzen werden morgen fortgesetzt. Spanien. Madrid, 24. Aug. Die Königin=Regentin unterzeichnete einen Erlaß, durch welchen die Cortes zum 5. September einberufen werden. Rußzland. Petersburg, 24. Aug. Aus Sachalin wird gemeldet: Nach dem Zapfenstreich wandte sich Prinz Heinrich an die versammelten Truppen mit folgendem Trinkspruch:„Ich trinke auf das Wohl Sr. Majestät des Kaisers Nikolaus II., des besten Freundes Kaiser Wilhelms II.“ Hierauf erfolgte die Einschiffung nach Decastri. Die Marschroute ist Decastri=KaisershafenWladiwostok. Spanien und Amerika. Die„M. N. N.“ schreiben: Bis auf diesen Tag hat der Krieg dem spanischen Schatze allein, d. h. ohne alle privaten Verluste und Opfer zu rechnen, eine Milliarde 874 Millionen gekostet, in welcher Summe die verlorenen Flotten, Handelsschiffe, Waarenmengen usw. nicht eingeschlossen sind. Zur Unterdrückung des Aufstandes auf Cuba sind im Ganzen 180,431 Gemeine, 6222 Offiziere, 615 Korpskommandanten und 60 Generale nach Cuba gesandt worden. Da sich vor dem Ausbruch des Aufstandes bereits 20000 Mann dort befanden, so betrug das Total 200000 Mann. Nicht 10000 von ihnen fielen im Kampfe. Getödtet wurden nur 2 Generale, 141 Offiziere, 2008 Soldaten, 463 Offiziere und 8164 Mann wurden verwundet. Aber 313 Offiziere und 8164 Soldaten erlagen dem gelben Fieber; 127 Offiziere und einige 40000 Mann starben an anderen Krankheiten. Der letzte offizielle Bericht des Marschall Blanco gab die Zahl der disponiblen Truppen auf nur noch 84000 Mannschaften an. Von diesen dürfte aber noch ein großer Theil Spanien nicht wiedersehen; vielleicht kaum die Hälfte, wenn man bedenkt, daß Blancos Bericht z. B. für Santiago 24000 Mann, während General Torals Kapitulationsrapport nur 7836 Kombattanten neben 10769 Kranken und 3575 Verwundeten für den übergebenen Bezirk anführt. Von der kleinen Garnison Guantanamo allein waren 1300 Mann im Lazareth, obwohl diese gar nicht im Kampfe gewesen. Alle diese Ziffern lassen die bedeutenden Verluste auf den Philippinen, Portorico usw. ganz außer Betracht. Der materielle Werth der 6 neuen, ohne besondere Ehre zu Grunde gegangenen Schiffe beträgt 81 Millionen Pesetas; mit dem Werth der auf jenen Schiffen befindlichen Geschütze, die 19 Millionen Pesetas gekostet haben, macht es einen materiellen Totalverlust von 100 Millionen Pesetas aus. Die Spanier haben bisher 20 Kriegsschiffe verloren; 11 in dem See gefecht bei Manila, 2, die ebenda von den Amerikanern gekapert wurden, 6 bei Santiago und endlich den Kreuzer „Reina Mercedes". Im Gegensatz dazu ist kein einziges amerikanisches Schiff kampfunfähig oder ernstlich beschädigt worden. Bei Trafalgar verloren die Spanier nur 4 Schiffe; sie werden also, um ihre jetzigen Verluste mit früheren historischen vergleichen zu können, auf den Untergang der Armada unter Philipp II. zurückgreifen müssen. New=York, 24. Aug. Nach einer Meldung des „New=York Herald“ aus Washington wies Präsident Me Kinley die Friedenskommission an, wenigstens die Insel Luzon für die Vereinigten Staaten zu fordern.— Nach einem Telegramm des„New=York Journal“ aus Manila befahl Aguinaldo den Aufständischen, die Waffen niederzulegen. General Merritt übernahm die Geschäfte des Gouverneurs. — 23. Aug. Die amerikanischen Mitglieder der Friedenskommission sind, so weit bekannt: Day, die Senatoren Davis und Fiye und der Oberbundesrichter White. Rheinland und Westfalen Lennep, 24. Aug. Wie der Kreistag des Kreises Lennep und der Herr Regierungspräsident zu Düsseldorf, hat auch die Provinzialverwaltung der Rheinprovinz den durch das Unwetter am 7. d. Mis. in Noth gerathenen Einwohnern der Bürgermeisterei Dabringhausen eine nennensweithe Beihülfe bewilligt und zwar 2000 Mark.(L. Krsbl.) Köln, 24. Aug. Einem jungen Manne wurde das Fahrrad aus dem Flur des Reichsbankgebäudes gestohlen; er inserirte alsbald, daß er ein Rad zu kaufen suche und hatte bei der Prüfung der Angebote nicht allein das Glück, daß er wieder zu seinem Rade kam, sondern entdeckte unter den zum Kaufe angebotenen Rädern das Rad eines seiner Freunde, das gleichfalls gestohlen war. Beide Diebe kamen in Haft. — 24. Aug. In der Freibadeanstalt zu Deutz gerieth gestern Abend ein Mann in einen Strudel und ertrank ehe ihm Rettung gebracht werden konnte. — 25. Aug. Heute früh 3 Uhr 40 Min. verließen die 3. Bataillone des 16. und 53. Infanterie=Regiments mittels Sonderzuges ihre Garnison, um nach dem Gelände der Kaisermanöver Minden=Driburg=Hörter befördert zu werden. Aus der Eisel, 22. Aug. Der Fremdenverkehr in der Eifel scheint für dieses Jahr auf dem Höhepunkt angelangt. Er übertrifft den der Vorjahre nicht unerheblich. Sämmtliche Hotels und Gasthäuser sind, trotz ihrer baulichen Erweiterungen an manchen Orten, von Kurfremden vollbesetzt, und auch die Privatwohnungen beherbergen viele Gäste. Besonders das englische und das belgische Element machen sich überall bemerkbar. In der Verkehrestatistik der Eifeler Sommerfrischen wird jetzt Daun höchstens noch von Kyllburg übertroffen. Wiesbaden, 24. Aug. Gestern hat sich hier im Hotel Metropol ein Dr. der Chemie W. aus Königsberg wegen finanzieller Schwierigkeiten mit Cyankali vergiftet. Der junge Mann ist der einzige Sohn eines reichen Fabrikbesitzers, war aber wegen leichtsinnigen Geldausgebens schon seit längerer Zeit mit seiner Familie verfallen. Er hatte hier einige Zeit auf großem Fuße gelebt. Mainz, 23. Aug. Die inhaftirte Ehefrau Gallert ist aus der Haft entlassen worden, weil sie jeden Angriff auf ihren Mann leugnet und behauptet, Gallert habe mit einem Rasirmesser versucht, sich den Hals zu durchschneiden. Gallert liegt an seinen Wunden im Hospital darnieder. — 24. Aug. Ein Bahnbediensteter, der mit der Ueberwachung der Gleise betraut war, wurde von dem daherkommenden Darmstädter Zuge heute erfaßt und getödtet. Aachen, 24. Aug. Dem„Politischen Tageblatt“ zufolge ist der Plan einer Geldlotterie zur Wiederherstellung des Rathhauses und des Münsters nach den Vorschlägen des Bürgermeisteramts und des KarleVereins genehmigt. Für das Rathhaus sind 540000, für das Münster 600000 Mk. bestimmt. Erkrath, 24. Aug. Die 38jährige, zeitweilig geistesgestörte Tochter einer hiesigen achtbaren Familie wurde am Samstag mit Brandwunden bedeckt und in den letzten Zügen liegend vor ihrem Bette aufgefunden, welches ebenfalls schon Feuer gefangen hatte. Durch den Rauch, der aus dem Zimmer drang, waren die benachbarten Bewohner aufmerksam geworden, worauf sie zur Rettung herbeieilten. Allem Anscheine nach hatte das unglückliche Mädchen durch unvorsichtiges Handhaben von Streichhölzern den Brand herbeigeführt und dann im Schrecken die Besinnung verloren. Düsseldorf, 24. Aug. Auf dem Hofe der Husarenkaserne an der Neußerstraße kam gestern der Unteroffizier Z. von der 1. Schwadron des Husaren=Regiments mit einem Remontepferd, das er zuritt, zu Fall. Er zog sich schwere Verletzungen zu und wurde besinnungslos vom Platze getragen und nach dem Militärlazareth gebracht; sein Zustand ist sehr bedenklich.— Auf der Lindenstraße wurde gestern Abend ein Mann von einer Droschke überfahren. Der Bedauernswerthe wurde, wie der„Gen.=Anz. berichtet, in's Barackenkrankenhaus geschafft, wo er kurze Zeit später starb. Nach Angabe des Arztes ist der Tod in Folge Schlaganfalles eingetreten; gegen den Kutscher ist Untersuchung eingeleitet worden. Rath, 24. Aug. Gestern Nachmittag ist ein 56 Jahre alter Mann von hier während der Arbeit auf dem Felde von einem Hitzschlag betroffen worden, in Folge dessen er schon nach einer Stunde starb. Der Verstorbene hinterläßt eine Frau und fünf unmündige Kinder. Altena, 22. Aug. Pfarrer Thümmel in Altena fordert die„Rh.=Westf. Ztg. heute auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes zu folgender Berichtigung auf: 1) Es ist unwahr, daß Anklage wegen Hehlerei und Betruges oder wegen eines dieser Vergehen gegen mich erhoben ist. 2) Es ist unwahr, daß das Presbyterium mir aufzegeben hat, das im Voraus empfangene Gehalt zurückzuerstatten. Lüdenscheid, 23. Aug. Der stellungslose Kommis Nachrodt von hier hat sich heute in seiner Wohnung eine Revolverkugel in den Kopf gejagt, die seinen sofortigen Tod herbeiführte. Was den jungen Menschen in den Tod getrieben hat, konnte man bestimmt noch nicht erfahren. Bochum, 24. Aug. Auf Zeche„Ver. Präsident", Schacht II, Flöz Dickebank, erlitten heute Nacht infolge einer Wetterexplosion fünf Hauer lebensgefährliche Brandwunden. Nachdem den Verletzten ein Nothverband angelegt war, wurden sie dem Bergmannsheil überwiesen. Bocholt, 23. Aug. Das eigene Kind erwürgt haben hier ein Fabrikarbeiter und dessen Frau. Das 8jährige Würmchen war Nachts unruhig, und das verdroß den Herrn Papa, der mit einem Rausch heimgekommen war und im Einverständniß mit der Mutter, wie es heißt, drückte er dem Kind die Kehle zu. Das entmenschte Paar wurde in Haft genommen. Geseke, 23. Aug. Landarmeninspector Haken, der sich eben von der Unterleibswunde erholt hatte, die ihm ein Pflegling mit dem Messer beigebracht hatte, wurde gestern von scheuenden Pferden überrannt und lebensgefährlih verletzt. Bielefeld, 23. Aug. Im Jahre 1894 wurde der Kommis Johannsen von hier flüchtig, nachdem er sich schwere Urkundenfälschung und Betrug hatte zu Schulden kommen lassen. Jetzt ist der Verbrecher in Berlin verhaftet worden. Sassenberg, 23. Aug. An einem Fliegenstich gestorben ist hier ein Bauernsohn. Das Thier hatte den kräftigen Burschen während der Roggenernte gestochen, es entstand eine Blutvergiftung, der nicht mehr beizukommen war; heute liegt der junge Mann, der Stolz und die Hoffnung seiner Eltern, auf der Bahre. 23. Aug. Bei der Ernte=Arbeit wurden ein hiesiger bejahrter Mann und ein Knecht aus dem benachbarten Lohne vom Hitzschlag betroffen. Beide starben noch im Laufe des Tages. Stadt= und Landkreis Solingen. Solingen, 25. August. — Das Antwortschreiben, das die Handelskammer an den deutschen Verbano für das kaufmännische Unterrichtswesen zu Braunschweig auf dessen Eingabe betr. die Erlangung des Einjährigen=Zeugnisses für junge Kaufleute gerichtet hat, und das auch dem Bundesrathe übermittelt worden ist, hat folgenden Wortlaut: In unserer Sitzung vom 22. d. Mts. haben wir beschlossen, Ihre an den Bundesrath gerichtete Eingabe betr. die Erlangung des Einjährigen=Zeugnisses für junge Kaufleute nicht zu unterstützen. Die Gründe, die für unsere ablehnende Stellung maßgebend gewesen sind, nehmen ihren Ausgangspunkt in Erwägungen, die auch für andere Gegner des Antrags den Ausschlag gegeben haben. Auch wir erachten die in dem Examen vor der Prüfungs=Kommission bei den königlichen Regierungen und in der nach sechsjährigem Besuch einer höheren bezw. Realschule abzulegenden Prüfung geforderten Kenntnisse als das Mindestmaß für eine allgemeine Bildung, die auf der einen Seite dem jungen Kaufmann als Grundlage für die Aneignung spezieller Fachkenntnisse dienen, auf der anderen ihn in späteren Jahren befähigen soll, den Fragen des öffentlichen Lebens mit Verständniß gegenüberzutreten und den von Jahr zu Jahr steigenden Einfluß des deutschen Kaufmannsstandes auf dem Gebiete der Politik, Gesetzgebung und Verwaltung in wirksamer Weise zu bethätigen. Nachdem erst vor wenigen Jahren in dem Lehrplan der preußischen Gymnasien für die sog. Realien ein breiterer Boden geschaffen worden ist, erscheint die Einführung weiterer Erleichterungen in dem angestrebten Sinne als unthunlich. Die Verwirklichung Ihres Antrages würde nur zur Folge haben, daß auch diejenigen jungen Kaufleute, die bisher vor Eintritt in ihren Beruf in sicherem und methodischem Bildungsgange auf Grund des nach Absolvirung einer sechsklassigen Realschule oder nach Besuch der höheren neunklassigen Lehranstalten abzulegenden Examens das wissenschaftliche BefähigungsZeugniß für den einjährig=freiwilligen Dienst zu erwerben pflegten, vielfach den einfacheren und schneller zum Ziele führenden Weg zur Erlangung des Einjährig=freiwilligen Zeugnisses im Sinne Ihrer Eingabe einschlagen würden. Damit aber würde den Interessen des Kaufmannsstandes nicht gedient sein, und sicherlich das Bildungsniveau des deutschen Kaufmannes, das ihn vor anderen Nationen auszeichnet und unter dessen Einflusse der deutsche Handelsstand eine blühende und kräftige Entwickelung genommen hat, wesentlich herabgedrückt werden. — Im Stadtkreis Solingen betrug bei einer Einwohnerziffer von 43067 im Monat Juli d. J. die Zahl der Geburten 109, der Sterbefälle 58, die Verhältnißzahl der letzteren pro Jahr auf Tausend 15,8. In Remscheid war diese Ziffer 17,9, Elberfeld 12,5, Barmen 17,5, Köln 21,7 2c. §— Gestern hielt die St. Seb. SchützenGesellschaft eine General=Versammlung ab, in der u. a. auch die Rechnungsablage über das diesjährige Schützenfest erstattet wurde; nach einer vorläufigen Feststellung beträzt der Ueberschuß etwa Mk. 1600.—. In dem s. Zt. beschlossenen Statut=Nachtrag wurde noch eine von der Königl. Regierung verlangte formelle Aenderung vorgenommen. — Der diesjährige Kreisturntag des 8. Deutschen Turnkreises(Niederrhein=Westfalen=Lippe) findet am 2. Oktober in Krefeld statt. Demselben geht die Gauturnwarte=Versammlung in Hagen voraus. — Die von der„Köln. Volksztg. unterm 22. ds. Mts. aus Hörde gebrachte Notiz von der durch Gendarmen erfolgten Ergreifung des Mörders Büchling scheint sich nicht zu bewahrheiten. Bei den Polizeiämtern, die doch jedenfalls zeitig benachrichtigt wären, sind Meldungen über die Festnahme nicht eingelaufen. Es verlautet, dem Verfolgten sei es gelungen, ins Ausland zu flüchten. — Vergangene Nacht gegen 11 Uhr mußte die Feuerwehr=Allarmeinrichtung; die übrigens tadellos funktionirt, wieder in Gebrauch genommen werden. Die elektrisch aus süßem Schlummer aufgerüttelten Wehrleute begaben sich sogleich zur Brandstelle, dem Hause des Althändlers K. auf dem Nordwall. Da der Brand jedoch nur unbedeutend und von den erschienenen Wehrleuten und hilfsbereiten Nachbarn zu bewältigen war, wurde von einem Heibeirufen der gesammten Wehr Abstand genommen. Das Feuer, das auf noch unaufgeklärte Weise unter dem Dache entstanden, wurde so ziemlich auf seine Ausbruchsstelle beschränkt, wenn auch ein Theil des Dachstuhles zerstört ist. Von welch hohem Werthe die geschaffene Allarmeinrichtung ist, das zeigte so recht dieser Fall; kaum daß der Brand entstanden, waren auch die Wehrmänner zur Stelle. — Die Anschüttungsarbeiten an dem Bahnplanum zu Güldenwerth zwecks Verlängerung bezw. Verlegung der dortigen Weiche sind beendet, sodaß mit der Schienenlegung begonnen werden kann. Die Mittheilung des„Remsch. Gen.=Anz., daß ab 1. Okt. die zwischen Remscheid und Solingen verkehrenden Züge sämmtlich auf Station Güldenwerth zum Ein= und Aussteigen anhalten, findet in einem offiziellen Schreiben Bestätigung. — Der Kutscher, der kürzlich in Düsseldorf den Zusammenstoß zweier Pferdebahnwagen verursachte, wobei ein Remscheider Herr sein Leben einbüßte, ist aus der Haft entlassen worden. Es wurde ihm jedoch wegen Unzuverlässigkeit die Fahrerlaubniß entzogen. — Große Stücke hält der Landmann auf den gestrigen 24. August, den Bartholomäustag. Der Bartholomäustag spielt eine wichtige Rolle insofern, als er das künftige Herbstwetter im Voraus bestimmen soll. In der Eifel hört mit dem Bartholomäustage das Vesperbrod für die Leute auf, daher sagt man dort:„Bartelmäis— spart Brod und Käis!“ Ein alter Kalenderkunde behauptet:„St. Bartholomäus geht man im Sommer in die Kirche und im Herbst wieder heraus!“ — In Meran heißt es:„Um Barthelmä schaut der der Schnee übers Joch her!“ In Bezug auf das Wetter gilt der Bartholomäustag für sehr einflußreich:„Wie Bartholomäitag sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt!“ „Gewitter nach Bartholomäus bringen Schaden und keinen Genuß!“„Bleiben die Störche noch nach Bartholomä, so kommt ein Winter, der thut nicht weh!“ * Höhscheid, 24. Aug. Auf der Tages=Ordnung der am 22. September stattfindenden außerordentlichen Hauptversammlung der Solingen Dortmunder=Vereinsbrauerei steht u. a. ein Antrag auf Erhöhung des Aktienkapitals von 750000 Mk. auf 1000000 Mk. K— 24. Aug. Eine Störung des Straßenbahnbetriebes verursachte gestern Nachmittag das Anfahren von Ziegelsteinen zur Baustelle Goldberg. Die Wagen waren eine Zeitlang gezwungen, zurückzufahren, wodurch die Kreuzung an der Haltestelle Weeg unterblieb.— In der verflossenen Nacht wurde bei dem Ackerer K. zu Irlerhof ein Einbruchsdiebstahl verübt. Die Diebe nahmen ihren Weg durch den Kuhstall und die Küche in die Wohnung, und entwendeten Silbersachen, wie Löffel 2c. und einen Geldbetrag.— Aus einem Garten zu Widdert wurde vor einigen Tagen ein Jagdgewehr en twendet.— Am Sonntag Nachmittag wurde der Fischteich zu Kesselsweiher durchstochen und versucht, das Wasser abzulassen. Dieses wurde jedoch von den Eigenthümern noch so rechtzeitig bemerkt, daß Schaden verhütet wurde. Der Thäter ist ermittelt. Im Jahre 1895 wurde der Teich schon einmal abgelassen und eine Anzahl Fische entwendet, wofür der Hauptthäter zu 9 Monaten Gefängniß und 5 Jahren Ehrverlust verurtheilt wurde.— Ein Brunnenarbeiter hierselbst beschuldigte gestern Abend seinen Arbeitgeber öffentlich, er bewahre in seiner Behausung eine größere Anzahl Dynamitpatronen auf. Eine heute vorgenommene Durchsuchung der Wohnung erwies sich als erfolglos. Ohligs, 24. Aug. Das Adreßbuch der Stadt Ohligs mit den Bezirken Merscheid, Weyer und(zum Theil) Aufverhöhe, nach dem Stande vom 20. Juni 1898, mit dem neuesten Stadtplan ist jetzt im Verlage des Herrn Wilhelm Müller jr. erschienen. Auszug aus dem Verhandlungs=Protokoll der öffentlichen Sitzung der Handelskammer zu Solingen am 22. August 1898. Anwesend sind die Herren: Schnitzler, Vorsitzender, Komm.=Rath Beckmann, stellv. Vorsitzender, Bremshey, Böker, Hendrichs, Leverkus, Scherff und der Sekretär Dr. Grunow. Entschuldigt fehlen die Herren: Berg, Böntgen, Hüsmert, Lüttges, Römer, Ulenberg und Wuppeimann. Tages=Ordnung: 1) Eingabe des deutschen Verbandes für das kaufmän nische Unterrichtswesen betr. Erlangung des Einjährigen= Zeugnisses für junge Kaufleute. 2) Tarif für den Deutsch=Schwedisch=Norwegischen Güterverkehr. 3) Erhebungen über die Lage des Kleinhandels in Solingen. 4) Ersuchen der Deutschen Handelskammer in Brüssel um Beitritt als korrespondirendes Mitglied. 5) Berathung der Bestimmungen über die Grenzen des Kleingewerbes nach§ 4 Abs. 3 des Handelsgesetzbuches vom 10. Mai 1897. 6) Weitere Berathungsgegenstände. Der Herr Vorsitzende eröffnet die Sitzung um 4,30 Uhr Nachmittags. Auf die Verlesung des Protokolls der letzten Sitzung vom 22. Juli wird verzichtet. Punkt 1 der Tages=Ordnung. Die Eingabe des deutschen Verbandes für das Kaufmännische Unterrichts= wesen, betr. Erlangung des Einjährig=frei willigen=Zeugnisses fur junge Kaufleute ist von der ad hoc eingesetzten Kommission in einer Sitzung am 15. d. Mts. berathen worden. Die Mitglieder der Kommission waren einstimmig der Ansicht, daß die in der Eins. freiwilligen=Eramens nicht im Iuteresse des Kaus. mannsstandes gelegen seien, an den hinsichtlich einer meinen und vielseitigen Bildung die Zeit immer Ansprüche stelle. Würden Erleichterungen in dem strebten Sinne für die Prüfungen vor der Einj, Kommission geschaffen werden, so wäre damit die verbunden, daß auch diejenigen jungen Kaufleute die bisher die für ihren Beruf erforderlichen Vorkenntnisse sich durch langjährigen Besuch höherer Lehranstalten in ordnungsmäßigen und methodischen Bildungsgange anzueignen m. den einfacheren und schneller zum Ziele führenden Weder Prüfung vor der Kommission einschlagen würden, wo, durch nur zu leicht das Bildungsniveau des herabzedrückt werden könnte. Standes Das Kollegium tritt dem Antrage der Kommission, d Eingabe des Verbandes ablehnend zu bescheiden, bei beschließt, die gegen die Eingabe diesseits geltend gem Bedenken dem Bundesrathe zur Kenntniß zu bringen. Punkt 2 der Tagesordnung. Es wird beabsichtigt, Tarif für den deutsch=schwedischen Güte verkehr neu herauszugeben. Die Königl. Eisenbahn. direktion zu Elberfeld frägt an, ob ein Bedürfniß vor, handen ist, für dieses Gebiet auch Wagenladungssägze. eventuell für einzelne Artikel ermäßigte Ausnahmetarife einzuführen. Es wird beschlossen, dieserhalb bei einer Reide von Interessenten Auskünfte einzuholen. Punkt 3 der Tagesordnung. Zu Anfang des Monats sind auf Grund eines Beschlusses in der letzten Sitzung der Handelskammer betr. Erhebungen über die Lage des Kleinhandels in der Stadt Solingen an eine größere Anzahl hiesiger Kolonial=, Manufaktur= und Eisenwaarenhändler Fragebogen ausgegeben worden, die bis zum 20. d. Mts. zurückzureichen waren. Da bisber nur ein kleiner Theil der Fragebogen in die Hände der Handelskammer zurückgelangt ist, so wird beschlossen, vorerst den Eingang weiteren Materials abzuwarten, eventl die Säumigen an die Rückgabe zu erinnern. Punkt 4 der Tagesordnung. Von der deutschen Handelskammer zu Brüssel ist an die Kammer das Ersuchen gerichtet worden, ihr als correspondierendes Mitglied beizutreten. In Anerkennung der Verdienste, die sich bisher die deutsche Handelskammer zu Brüssel um die Vertretung deutscher Handelsinteressen im Auslande erworben hat, wird beschlossen, ihr als correspondierendes Mitglied mit einem Jahresbeitrage von 30 Francs beizutreten. Punkt 5 der Tagesordnung. Mir Rücksicht auf das bevorstehende Inkrafttreten des neuen Handelsgesetzbuchs sind die Handelskammern vom Herrn Minister für Handel und Gewerbe aufgefordert worden, sich darüber gutachtlich zu äußern, welche Begriffsmerkmale für die Klassifizierung von Voll- und Minderkaufleuten aufgestellt werden sollen. Die Sonderstellung der Minderkaufleute hat im neuen Handelsgesetzbuche eine weitergehende Bedeutung als im alten. Nicht blos die Vorschriften über Firmen, Handelsbücher, Prokuren 2c., sondern auch gewisse Vorschriften über die Handelsgeschäfte finden nach§ 351 des neuen H.=G.=B. auf die Minderkaufleute keine An wendung. Auch sind sie von der Eintragung ins Handelsregister ausgeschlossen. Die Abgrenzung des Vollkaufmannes vom Minderkaufmann ist auf Grund des§ 4 Abs. 3 des neuen Handels gesetzbuches den einzelnen Landesregierungen vorbehalten geblieben. Nach den Intensionen des Herrn Ministers soll nun für Preußen die Abgrenzung vorerst einmal in der Weise getroffen werden, daß die Steuerklassen I—III dem Großbetriebe, und andrerseits die auf Grund des§ 7 des Gewerbesteuergesetzes von der Gewerbesteuer befreiten Betriebe dem Kleingewerbe zugerechnet werden. Dagegen wird man die Gewerbetreibenden der Steuerklasse IV ins gesammt weder der einen noch der andern Kategorie unterstellen können, vielmehr wird hier noch eine weitere Klassifizierung eintreten müssen.— Für unsern Kreis, wo infolge der eigenartigen Verhältnisse der Hausindustrie auch für die zu niedern Sätzen in der IV Gewerbesteuerklasse veranlagten Gewerbetreibenden das Eintragungsbedürfniß recht bedeutend ist— es waren z. B. in der Stadt Solingen von 153 zu einem Steuersatz von 20 Mark veranlagten Gewerbetreibenden noch 41 d. i.= 26,79% eingetragen, wird jedenfalls diesem Umstande Rechnung getragen werden müssen. Nachdem der Sekretär über den vorliegenden Gegenstand referiert hat, beschließt die Kammer zur Prüfung der Frage eine besondere Kommission zu bestellen, in die die Herren K.=R. Beckmann, Böker, Bremshey und Hendrichs gewählt werden. Punkt 6 der Tagesordnung. Die Kammer beschließt, dem Sekretär die Amtsbezeichnung Syndicus beizulegen. Das Kollegium nimmt Kenntniß von einem Rundschreiben des deutschen Handelstages betr. Wasserbauverwaltung in Preußen und betr. die Einführung von Staffeltarifen für Stückgüter, dsgl. auch von einem denselben Gegenstand behandelnden Schreiben des Vereins deutscher Spediteure. Die Kammer beschließt, dem Kolonial=Wirthschaftlichen Komitee, das die Hebung der Ein= und Ausfuhr der deutschen Schutzgebiete, sowie deren Produktion erstrebt, mit einem Jahresbeitrage von 10 Mk. als Mitglied beizutreten.— Seit der letzten Sitzung sind folgende wichtigere Eingänge zu verzeichnen: Der Bürgermeister zu Mülheim a. Rhein macht Mittheilung von der Einrichtung eines Zollamtes mit Abfertigung und zollfreier Niederlage auf dem dortigen Rheinwerfte 2c. unter gleichzeitiger Uebersendung einer Denkschrift über die dortigen Werft= und Zollamtsanlagen. Die Handelskammer zu Frankfurt a. M. übersendet den Abdruck einer an den Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten gerichteten Eingabe betr. den geplanten Stückgut=Staffeltarif. Die Handelskammer zu Kassel beklagt sich über die Förderung handeltreibender landwirth= schaftlicher Genossenschaften durch Pfarrer, Lehrer und andere Beamte. Der Sächsische Provinzialverein für Getreide= und Produktenhandel zu Halle a. d. S. übersendet Abschrift einer Eingabe betr. die Geschäftsgebahrung der Kornhausgenossenschaften. Die nachstehend verzeichneten Drucksachen liegen im Bureau der Kammer zur Einsicht offen: Mittheilungen und Protokoll=Auszüge der Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin, des Verbandes der Handels= und Gewerbevereine des Herzogthums Oldenburg, der Handelskammern Barmen, Bochum, Bonn, Coburg, Frankfurt a. M., M.=Gladbach, Gotha, Hannover, Mülheim a. d. Ruhr, Ruhrort, ferner 1) Die Wochenschrift„Manufacturist". 2) Die Post reisender Kaufleute Deutschlands. 3) Klesers Wiener politische Nachrichten. 4) Handlung der Handelskammer zu Aachen. 5) Annalen des deutschen Reichs. 6) Nachweis über den auswärtigen Handel für den Monat Juni. 7) Elektrizität. 8) Zeitungen des Vereins deutscher Eisenbahn= Verwaltungen. 9) Patentschriften der Klassen 31, 67 und 69. 10) Zeitschrift Handel und Gewerbe. 11) Deutsches Handels=Archiv. 12) Gütertarife. 13) Programm der Technischen Hochschule zu Aachen für 1898 99. 14) Concordia. 15) Verbands=Zeitung für die Vereine Creditreform. 16) Gesetz=Sammlung für die preußischen Staaten. 17) Bürgel's Industrie= und Handelsblatt. 18) Messer und Feile. 19) Monatsschrift Ost=Asiens. 20) Mittheilungen des Zentral=Verbandes deutscher Kaufleute. 21) Deutsche Industrie=Zeitung. 22) Verkehrsstatistik im Eisenbahn=Direktions=Bezirk Elberfeld pro 1897 98. 23) Jahresbericht der Deutschen Handelskammer zu Brüssel. 24) Volldampf, Monatsschrift für Handel und Industrie. 25) Der Orient, Monatsschrift. 26) Zeitschrift für das kaufmännische Unterrichtswesen. 27)„Mittheilungen" des Verbandes deutscher Eisenwaaren=Händler. 28)„Das rothe Kreuz“, Central=Organ für die deutschen Wohlfahrts=Bestrebungen. 29) Timers Mittheilungen über Patente. 30) Speditions= und Schifffahrts=Zeitung. 31) Deutschlands Münzreform und die Silberentwerthung von Karl Helferich. 32) Aus der Goldwährungs=Kerrespon= denz, Juli=Heft. Elberfeld, 25. Aug. In der gestrigen Sitzung der Ferienstrafkammer erhielt ein alter Zuchthäusler, der jetzt in Münster ein Jahr Zuchthaus verbüßt, neuneindrittel Monate Zusatzstrafe, weil er eine Firma in Wald um etwa 20 Mk. Schrot betrogen hatte.(„Tägl. Anz.) Aus dem Elsaß, 23. Aug. In dem Alberschmeilerer Prozeß wegen der lebenden Bilder bei der Kienleichnamsprocession hat das kaiserliche Oberlandesgericht in Kolmar nunmehr Termin auf den 19. September angesetzt, in dem über die Berufung des Privatverklagten, Pfarrers Dr. Gerbert, früher in Saarburg in Lothringen, jegzt in Biebrich am Rh., gegen das Strafkammerurtheil von Zabern verhandelt werden soll. Vermischte Nachrichten. Bad Nauheim, 24. Aug. Der Leibarzt der Kaiserin von Oesterreich, Professor Wiederhofer aus Wien, stattete gestern der Kaiserin einen Besuch ab. Die Kaiserin reist am Montag nach Territet. Hildesheim, 23. Aug. In Algermissen wurde ein 9jähriger Knabe, der unter einem Baume gegen das Gewitter Schutz gesucht hatte, vom Blitz erschlagen. Erfurt, 23. Aug. Während der Polizeisergeant Schramm gestern auf der Hauptstraße Posten stand, brach der Beamte vom Hitzschlag getroffen zusammen. Der Schwerkranke wurde nach seiner Wohnung gefahren. Hamburg, 24. Aug. Gegenüber einer Zeitungsmeldung, wonach bei einem Gartenfest auf der Elbinsel Pente durch Explosion von Feuerwerkskörpern 57 Personen verwundet und 15 schwer verbrannt worden seien, erfährt der„Hamburgische Korrespondent“ von zuverlässiger Seite, daß auf dem von dem Veddeler Turnverein veranstalteten Turnfeste beim Abbrennen einer Rakete sich das Schlußstück derselben löste und einem 12jährigen Knaben ins Gesicht flog. Derselbe erlitt zwei ganz leichte Brandwunden von der Größe eines Zehnpfennigstückes an der Backe, sonst wurde Niemand verletzt. Kiel, 24. Aug. Bei dem gestrigen Gewitter wurden im Harderslebener Kreise 5 Höfe eingeäschert. In Schauby wurden 2 Knechte vom Blitze erschlagen. Glogau, 24. Aug. In Neustädtel explodirte beim Abfüllen ein Benzinbehälter, wodurch der Bäckermeister Jungnickel nebst Frau und Pflegesohn getödtet wurden. Königsberg, 24. Aug. Die„Königsb. Allgem. Zeitung“ meldet: Das Laboratorium von Alexander, in der Nähe von Königsberg gelegen, ist gestern in die Luft geflogen. Der Besitzer des Laboratoriums und zwei Gehülfen wurden weit fortgeschleudert und durch Brandwunden verletzt. Die Stelle, wo das Laboratorium gestanden, zeigt nur noch eine schwarz verkohlte, mit Trümmern bedeckte Fläche an. Weingarten, 22. Aug. Der Sägemüller Ludwig von Waldbad machte mit seinen 2 Brüdern einen Ausflug auf dem Rad. An der Achbrücke nahm er die Kurve zu weit und stürzte sammt seinem Rade die hohe Böschung in den Achfluß hinunter, wobei er auf einen großen Stein aufschlug. Er starb nach kurzer Zeit an innerer Verblutung. Sosnowice(Polen), 24. Aug. Dem„Oberschlesischen Tageblatt“ zufolge sind in der ersoffenen Steinkohlengrube Kasimir bei Niemce 300 Bergleute umgekommen. Hammerfest, 23. Aug. Alle Bemühungen der hier wieder eingetroffenen deutschen Spitzbergen=Erpedition unter Th. Lerner, Spuren von Andrée aufzufinden, sind erfolglos geblieben. (Ueber Gefühlstäuschungen bei Amputirten) berichtete Dr. Berek an die„Wiener Klinische Rundschau": Wohl Jeder hat schon davon gehört, daß ein Mensch, dem eines seiner Gliedmaßen abgenommen werden mußte, noch später ganz deutliche Empfindungen in dem fehlenden Körpertheil zu spüren glaubt. Man verstand diese Thatsache erst, als Johannes Müller die Thätigkeit des Nervensystems durch seine grundlegenden Arbeiten aufgeklärt hatte, und gewann die Ansicht, daß es sich bei solchen Empfindungen um eine Reizung der Nervenenden in dem übrig gebliebenen Gliedstumpfe handelte, deren Sitz von dem Gehirn des Betreffenden fälschlich bis in den abgenommenen Körpertheil hinein verlegt würden. Man hat aber neuerdings auch Fälle beobachtet, in denen ein solcher Nervenreiz an dem Gliedstumpfe gar nie stattgefunden hatte und doch derartige Wahnvorstellungen entstanden. Die Operirten hatten z. B. die deutliche Empfindung, daß das fehlende Glied nicht nur noch vorhanden wäre, sondern auch gewisse Bewegungen ausführte, die von ihrem Willen unabhängig wären. Unter Anderem treten derartige Täuschungen ein, wenn die betreffende Person durch ein unerwartetes Hundegebell in unmittelbarer Nähe oder durch eine Gruppe schreiender Leute erschreckt wird, also in eine Lage kommt, in der sie das fehlende Glied, sei es nun Fuß oder Hand, wenn es noch vorhanden wäre, wahrscheinlich sofort benutzt hätte. Auch eine Empfindung von Kälte in dem gesunden Gliede kann dieselbe Täuschung hervorrufen, indem der Amputirte wahrscheinlich von dem Wahne beherrscht ist, das entsprechende andere Glied müßte ihm ebenfalls frieren. Die Täuschung kann so weit gehen, daß der Operirte sich mit Bestimmtheit einbildet, das fehlende Glied sei vorhanden, und zwar verschwindet dieser Druck angeblich in der Weise, daß das vermeintliche Glied immer mehr zusammenschrumpft, bis sein Besitzer nur noch den wirklich vorhandenen Stumpf fühlt. Manche Amputirte geben an, das fehlende Glied wirklich neben sich in ihrem Bette zu fühlen, sie spüren, wie das Glied beim Herumgehen mit den Bewegungen des Körpers hin und her schaukelt, und behaupten sogar, sowohl mit demselben alle möglichen Bewegungen ausführen, als die freiwilligen Bewegungen desselben willkürlich verhindern zu können. Personen, denen eine Hand fehlt, meinen z. B. den Fingern derselben eine Stellung geben zu können, wie sie etwa zum Schreiben nothwendig ist. Schmerzen in dem fehlenden Gliede werden mit genauen Einzelheiten beschrieben, so wird ausdrücklich die Stelle angegeben, an der eine Wunde oder ein Geschwür sitzen soll. Manchmal ist diese Wahnvorstellung so stark, daß das nicht vorhandene Glied deutlicher empfunden wird, als das gesunde. Ein Mann, dem eine Hand fehlte, setzte sich auf ein Pferd, behielt die Peitsche in der gesunden Hand und griff mit dem Armstumpf nach dem Zügel, er fiel herunter, als er ihn nicht fassen konnte. Ein Anderer griff bei Tisch wiederholt mit dem Armstumpfe vergeblich nach der Gabel, um sie zu fassen. Häufig sieht man, wie solche bedauernswerthen Krüppel sich gerade auf die fehlende Hand oder den fehlenden Fuß stützen wollen, dann natürlich das Gleichgewicht verlieren und zu Boden stürzen. Diese Erscheinungen treten auch bei Menschen auf, deren Geisteszustand im Uebrigen völlig normal ist. Wirkliche Geistesstörungen kommen bei Personen, die zu solchen nicht durch erbliche Beiastung, Nervenschwäche oder Ausschweifungen veranlagt sind, nur dann vor, wenn die Wahnvorstellung lange Zeit fortgesetzt angedauert und zu einer firen Idee geworden ist, von der sich das Gehirn des Betreffenden nicht mehr losmachen kann. Neueste Nachrichten und Telegramme. Köln, 24. Aug. An ihrem zweiten Sitzungstage beschloß die Hauptversammlung des Deutschen Apothekervereins, als vornehmste Aufgabe des Vereins die Errichtung einer aus Apothekern bestehenden Standesvertretung unter Beseitigung der Beaussichtigung durch die beamteten Aerzte zu betrachten. Als Ort für die nächstjährige Hauptversammlung wurde Danzig gewählt. Berlin, 24. Aug. Die Landtagswahlen finden Ende Oktober und Anfang November statt. Hamburg, 24. Aug. Wie den„Hamb. Nachr.“ aus Berlin mitgetheilt wird, ist im Kaiserlichen Gesundheitsamt kürzlich mit den Vorarbeiten zu einer neuen Ausgabe des Deutschen Arzneibuches begonnen worden. Voraussichtlich wird letzteres bis 1900 fertiggestellt. Lemberg, 24. Aug. Der Statthalter erklärte einer Deputation, er könne gegenwärtig den Antrag auf Aufhebung des Ausnahmezustandes nicht stellen, da die Gemüther noch derartig aufgeregt seien, daß die Aufhebung eine ernste Gefahr herbeiführen könnte. Die Einstellung der Thätigkeit der Geschworenengerichte sei nothwendig gewesen, sie bezweckte die Sicherung einer völlig objektiven Rechtssprechung. Ischl, 24. Aug. Der niederländische Gesandte von Hoeven hat seinen Urlaub unterbrochen, um in Wien zu Gunsten Sievekings Schritte zu thun. (Der holländische Pianist Sieveking war, wie gemeldet, verhaftet worden, weil er vor einem katholischen Geistlichen, der das Allerheiligste trug, nicht den Hut abzenommen hatte.)— Nach einer inzwischen eingelaufenen Nachricht wurde Sieveking heute gegen Kaution von 1000 fl aus der Haft entlassen. Er selbst erlegte 500 fl, die andere Hälfte die Gemeinde Ischl. Zahlreiche Kurgäste wollen den Ort verlassen. Paris, 24. Aug. Esterhazy erschien heute vor dem Untersuchungsgericht. General Florentin führte den Vorsitz. Als Zeugen wurden der Oberst des 74. Inf.= Regts. und General Pellieur vernommen. Das Urtheil wurde General Zurlinden übermittelt, der es dem Kriegsminister Cavaignac mittheilte. Cavaignac wird Donnerstag oder Freitag seine Bestimmung treffen. London, 24. Auz. Der„Morning Post“ wird aus Washington telegraphirt: Infolge der unaufhörlichen Angriffe auf die spanischen Truppen von Seiten der Kubaner empfing Blanco aus Madrid die Weisung, die Feindseligkeiten gegen die Aufständischen wieder zu eröffnen. Frascati, 24. Aug. Storton Millet aus Paris, Mitarbeiter einer Londoner Depeschen=Agentur und mehrerer französischer sowie belgischer Blätter, erschoß sich hier, weil er an unheilbarer Schwindsucht litt. Madrid, 24. Aug. Der Kriegsminister erklärte bezügl. des Kampfes gegen die Insurgenten, er habe die Generalkapitäne von Cuba und den Philippinen angewiesen, sich mit den Amerikanern ins Einvernehmen zu setzen. Aber wenn die Amerikaner die Insurgenten nicht veranlassen könnten, den Waffenstillstand zu respektiren, sollten die Generalkapitäne jeglichen Angriff auf die spanischen Truppen mit Waffengewalt zurückweisen. Bücherschau. Eine 2. wesentlich vermehrte Auflage der „Marksteine“, neues Festbüchlein des Rauhen Hauses 1833—1898 ist soeben im Verlag der Agentur des Rauhen Hauses erschienen,— Preis Mk. 1,— Die„Marksteine“ geben frisch gezeichnete Bilder aus der 65=jährigen Geschichte des Rauhen Hauses. Das Buch bringt über 10 Illustrationen theils von Häusern theils Gruppenbilder von Knaben bei allerlei Beschäftigung, Spielen u. s. w., auch wird hier zum ersten Male ein Bildniß des Begründers der Anstalt aus dessen 20. Lebens jahr geboten. Endlich dürfte die als Anbang beigefügte „Chronik“ mit Hauptdaten aus Dr. Joh. Hinr. Wicherns Leben vielen Freunden der Anstalt willkommen sein. Die erste Auflage der„Marksteine“, 1891 erschienen, war in kürzester Zeit vergriffen. Es ist zu erwarten, daß auch die zweite Auflage eine gute Aufnahme bei allen finden wird, die sich für das Rauhe Haus und seine weiterverzweigte Arbeit interessieren. Gerolstein im Kollthal, einer der schönsten Punkte in der vulkanischen Eifel, erfreut sich mit jedem Jahre eines größeren Besuchs von Erholungssuchenden und Touristen. Letztere nehmen gern daselbst für einige Tage Aufenthalt, weil sich ihnen gute Gelegenheit bietet, eine Reihe schöner Ausflüge von dort zu unternehmen; erstere lockt die ungemein prächtige, namentlich aber sehr gesunde Lage des kleinen idpllischen Städtchens zahlreich herbei.— Das schöne weite Thal wird in der Mitte von dem silbernen Band des Kollflusses durchzogen, an dessen linken Ufer sich Gerolstein malerisch hinlagert. Weit überragt wird der Ort von den Ruinen der ehemals mächtigen Ritterburg der Grafen von Gerolstein=Manderscheid=Blankenburg, von wo man einen prächtigen Rundblick hat. Die ganze Gegend erinnert wie wohl keine andere in der Eifel, deutlich an eine frühere, vor Jahrtausenden gewaltige vulkanische Thätigkeit; überall liegen Felsen und große eratische Blöckr umher. Aber noch anderes erinnert uns daran, daß wir auf vulkanischem Boden sind. Unten im Thale, am Fuße des Städtchens bemerken wir weitläufige, geräumige Gebäude: die Füll= und Lagerräume des weit und breit berühmten Gerolsteiner Sprudel, eine Quelle, welche den Nachwirkungen des alten Kraters„Papenkaul“ zu verdonken ist, und deren Entstehungsgeschichte wohl bekannt sein dürfte. Interessant ist es, das emsige Leben und Treiben auf diesem bedeutenden Mineralwasserwerk zu beobachten. Beständig fahren dort mit Flaschen und Krügen beladene Waggons hin und her. Da werden die leeren Gefäße nach den Füllhäusern und von dort wieder zu den Etikettir= und Lagerräumen geschafft, von wo die Wagen fort und fort donnernd über die Kyl zum Bahngleis des Brunnens hinüberrollen, um in die Eisenbahn=Waggons entleert zu werden. Tausende und aber tausende von Flaschen und Krügen werden so täglich in alle Himmelsgegenden verschickt, dem Durstigen Labung, dem Leidenden Erquickung und Heilung spendend. Schon von weitem erblickt man den hoch oben an den Gebäulichkeiten angebrachten, feurig rothen Stern mit einem heraldischen Löwen im goldenen Mittelfelde— die Schutzmarke des Gerolsteiner Sprudel. Ohne diese verläßt kein Gefäß das Etablissement, und auf sie sollte der Käufer ganz besonders achten, damit er vor Nachahmungen geschützt ist. Im Werke selbst herrscht von früh bis spät rege Arbeit, die uns in allen Einzelheiten zu beschreiben der Raum nicht gestattet. Augenblicklich geht auch wiederum ein neuer Bau dort seiner Vollendung entgegen: Die jüngsten Bohrungen ergaben einen solchen Reichthum an Koblensäure, daß die Verwaltung sich veranlaßt sah, eine Anlage zur Verflüssigung von Kohlensäure zu errichten, die sich in schöner architektonischer Folge den übrigen Gebäuden anschließt. Wie uns mitgetheilt wurde, soll mit dem Versand von Kohlensäure Ende dieses Monates begonnen werden. Schwimmbad.(Eingesandt.) Solingen, 24. Aug. Der Verfasser des Eingesandt in Nr. 196 der„Sol. Ztg. hat gewiß Mehrzahl unserer Bürger aus dem Herien gesprochen, wenn er die Errichtung eines städtischen Schwimmbades als ein unabweisbares Bedürfniß hinstellt, doch dürfte er nicht ganz die Schwierigkeiten erkennen, die sich der augenblicklichen Verwirklichung dieses Projektes entgegenstellen. Die mangelhafte Beschaffenheit unserer Wasserleitung gestattet uns nicht, im Sommer aus derselben ein größeres Bassin zu speisen; haben wir doch unsere liebe Noth, an den Tagen größeren Konsums die allernothwendigsten Bedürfnisse in Bezug auf Trinkwasser und Spülung zu befriedigen, so daß nicht einmal an Besprengung der Straßen zu denken ist. Eine Verwendung des Thalwassers, wie z. B. im Clauberger Grund ist aus verschiedenen Gründen nicht zu empfehlen. Erstens führen diese Bäche die städtischen Abwässer mit, welche nicht grade das Bachwasser appetitlich machen, zweitens muß eine Badeanstalt in der Stadt selbst und zwar möglichst nahe der elektrischen Bahn liegen, damit sie von allen Seiten leicht erreichbar ist und der Besucher nach dem Baden sich nicht durch Bergsteigen wieder zu erhitzen nöthig hat. Endlich hat auch wohl keins unserer naheliegenden Thäler das zum häufigen Füllen des Schwimmbassins nöthige Wasser aufzuweisen. Wir werden uns also mit dieser gewiß dringend wünschenswerthen Anlage noch etwas gedulden müssen; wohl aber könnte das Stadtverordneten=Kollezium sich bereits mit den Vorarbeiten befassen, so daß die Eröffnung einer Badeanstalt mit der Vollendung der neuen Wasseranlage in etwa 2 Jahren zusammenfiele. Dank dem kräftigen Eingreifen des Herrn Oberbürgermeisters Haumann liegen bereits ca. 60000 M. für das Volksbad bereit und dürfte die restirende Summe aus den Ueberschüssen der Sparkasse oder auf anderem Wege nicht schwer zu beschaffen sein. Also empfehlen wir dem StadtverordnetenKollezium, diesem Projekt bald näher zu treten! K. " mit Grümer& Neu Wasche rein echtem Panama=Lo### .„ W a s c h= E r t r a k t. M i t leichter Mühe erhalten Sie die schönste Wäsche. a 15 Pfg. ½ Pfd. netto überall erhältlich. Tesuche und Angebote jeder Art werden unter (□)lseretion an die für den pe Zeitung befördert un eeinlaufende Offertbriefg iglich ## dem Auftraggeber zugesandt von der im In- und Auslande seit vielen Jahren bekannten Central-Annoncen-Expedition von G. L. Daube& Ce. Vertreten in allen grösseren Städten. Köln, Unterfettenhennen 7. Tel. 495. Mann muß seiner Frau eine Monopolsäge anschaffen. Das ist wirklich was großartiges. 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Das von der Stadt erworbene Haus der Wwe. Georg Franz Backhaus auf dem Südwall ist per 1. November d. J. zu vermiethen. Schriftliche Offerten sind dem Unterzeichneten bis zum 1. September cr. einzureichen. Solingen, den 19. August 1898. Der Oberbürgermeister: Dicke. Königl. Standesamt Solingen. 24. August. Geburten: Johanne Wilhelmine, T. v. Kaufmann Rudolf Städigen, Birkerstr. Helene Martha, T. v. Schwertsegermeister Friedrich Pehlke, Cronenbergerstraße. Sterbefälle: Federmesserausmacher Ernst Schmidt, 36 J., verh., Cölnerstr. Tagelöhner Ferdinand Witte, 42 J., verh., Höhscheid. Clara Erna Rauh, 8 Mon., Kronprinzenstr. Aufgebote: Metalldreher Carl Nayer und Emma Nohl, b. h. Die Heberolle über die für das Jahr 1897 zu entrichtenden Beiträge zu den Kosten der Rheinischen landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft liegt in Gemäßheit des§ 82 des Gesetzes vom 5. Mai 1886 während zwei Wochen, vom 26. d. Mts. ab, bei der Stadtkasse hier zur Einsicht der Betheiligten offen. Binnen einer weiteren Frist von zwei Wochen können die Betriebsunternehmer unbeschadet der Verpflichtung zur vorläufigen Zahlung gegen die Beitragsberechnung bei dem Sektions= vorstande in Solingen Einspruch erheben. Höhscheid, den 17. August 1898. — Der Bürgermeister: Gläßner. Ordentl. Mann zum Scheerenfeilen gesucht. Wupperstr. 41 Bekanntmachung. Am 24. d. Mts. ist bei den Postagenturen in Krahenhöhe und ObenWiddert eine öffentliche Fernsprechstelle eingerichtet worden. Vorläufig dürfen nur Gespräche mit Theilnehmern der hiesigen Vermittelungsanstalt und der beiden Verkehrsanstalten unter sich gewechselt werden. Die Gebühr beträgt 25 Pfg. für ein gewöhnliches und 75 Pfg. für ein dringendes Gespräch bis zu 3 Minuten. Für das Herbeirufen eines Ortsbewohners von Krahenhöhe und Oben=Widdert zum Zweck eines Ferngesprächs, soweit dies ohne Schwierigkeiten geschehen kann, wird eine besondere Gebühr von 25 Pfg. erhoben. Solingen, den 24. Auzust 1898. Kaiserliches Postamt: Schellbach. 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Cronenberg, verlebten Wirthin Wittwe August Wüstenhagen, Karoline, geborene Braches, beschäftigt, ersuche ich die Gläubiger um Einreichung ihrer Rechnung binnen 8 Tagen an mich, und die Schuldner, um Zahlung der schuldigen Beiträge binnen gleicher Frist. Solingen, den 25. August 1898. Rauch, Gerichtstaxator. Tüchtige, zuverlässige, ältere Packer werden gesucht. Bei zufriedenstellenden Leistungen dauernde Stellung. Solche, die schon in Versandgeschäften thätig waren, werden bevorzugt. C. W. Engels, Foche b. Solingen. Vertreter gesucht. Eine alte deutsche Feuerversicherungs=Gesellschaft sucht einen rührigen zuverlässigen Vertreter, dem vorhandener Versicherungsbestand überwiesen werden kann. Franco=Offerten unter K. N. 4698 an Rudolf Mosse, Köln a. Rhein erbeten. Schulfreie Jungen Beschäftigung gesucht. Von wem, sagt die Exp. Ordentl. Bäckergehulfte ges. Rudolf Krebs, Jägerstraße 7. 2 anst. Leute können Kost u. Logis erhalten, Zimmer für sich. 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Jeder Kursus umfasst: nicht nur Buchführung in 3 Manieren, sondern auch Wechsellehre, Anleitung zum Schön-SchnellSchreiben, sowie kaufm. Rechnen (unt. And.: Prozent=, Zins=, Discont-, Valuta=, Contocorrent= und Gesellschaftsrechnungen.) Honorar nur 25 Mk. (zahlbar nach Wunsch.) Am Sonntag, den 28. August 1898, im Lokale der Wwe. Eduard Hoppe, Grünewald: Haupt=Wahl= und Brudertag. 1) Von 4 bis 6 Uhr: Annahme der Quittungsbücher und Wahl des Vorstandes. 2) Rechnungsablage. Jedes männliche Mitglied ist bei Vermeidung von 50 Pfg. Strafe zum Erscheinen verpflichtet. Der Vorstand. NB. Die Herren Rechnungsrevisoren wollen am Samstag Abend punkt 8½a Uhr erscheinen, die Vortandsmitglieder um 8 Uhr. Neu! Neu! Electrisch-automatisches Orchester-Piano Von 6 Uhr an: Feldhühnersuppe Feldhühnerpastete Salmi von einem ganzen Feldhuhn 1 ganzes Feldhuhn mit Sauerkraut, Kartoffelpurré u. Champagner 1 ganzes Feldhuhn am Spiess, in Gegenwart der Gäste gebraten 1 ganzes Feldhuhn in Madeira mit selbstgesuchten bergischen Trüffeln 1 ganzes Feldhuhn in Gelée 1 ganzes Feldhuhn mit Tomatensauce 0.60 1.20 1.50 1.50 1.50 Ak. Die landwirthschaftliche Ausstellung der Lokal-Abtheilung Solingen findet am 18., 19. und 20. September d. Is. in Burscheid statt. Außer 4 silbernen und 20 broncenen Medaillen kommen Geldpreise bis zu 1000 Mark zur Vertheilung. Anmeldescheine sind auf den Bürgermeisterämtern zu haben. 2 32 2 * 2 Besondere Vortheile: 1) Findet der Unterricht in meiner Privatwohnung statt. 2) Leiste ich jedem Schüler Garantie dadurch, daß vor Beendigung des Kursus eine Probearbeit angefertigt sein muß. 3) Bin ich am Platze ansässig und hat Jeder Gelegenheit, selbst noch nach dem Unterricht in fraglichen Fällen sich Rath und Auskunft bei mir holen zu können(gratis.) Zu reger Theilnahme und rechtzeitiger Anmeldung ladet ein W. 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