Nr. 193. 50. Jahrgang. Freitag, den 19. August 1898. ** Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Bierteljahr in der Expedition 1 M 75 J, auf allen Kaiserl. Postanstalten 2 M Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 J. Früher under den Ttoe: Bergisches Volks=Blatt. *" Druck und Verlag von Alb. Pfeiffer in Solingen.— Für die Redaktion verantwortlich: I. V.: Otto Waelde in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140. (Fernsprech=Anschluß Nr. 90). Ein letzter Scheidegruß. Sr. Durchlaucht weiland Fürsten v. Bismarck gewidmet. Motto: Dem Vaterland starbst Du zu früh Das deutsche Volk vergißt Dich nie! Auch Du hast uns verlassen, Treuer Eckard, Deutschlands größter Sohn! Kaum können wir es fassen, Daß Du für uns verlor'n! Großes hast Du uns geleistet— Dies bekennt der brave deutsche Mann Und was das Vaterland erheischet, Hast Du mit Lieb' und Lust gethan. Treu dem Kaiser und dem Vaterlande Trat'st furchtlos Du für beide ein, D'rum hat man auch geschlossen Dich tief in's deutsche Herz hinein. Des Vaterlandes Ruhm und Macht zu mehren, Warst Du bemüht in unentwegter Kraft, Du warst ein treuer Hüter deutscher Ehren, Der uns viel Großes hat geschafft. Ruhmgekrönt, so waren Deine Wege, Ruhmgekrönt auch Deine Lebensbahn, Deine Werke werden Dich begleiten Auf den Weg gen Himmel an. Was Du geschaffen, wird man ehren Und weiter bauen nach dem Plan, Auch starken Arm's der Feinde wehren, Die unserm stolzen Bauwerk nah'n. Und wenn auch böse Menschen stimmen Dir noch nicht gönnen ew'ge Ruh— O laßt nur all sie aus sich toben, Sie kommen endlich auch zur Ruh!— Nun schlumm're sanft im heil'gen Frieden, Du großer, größter deutscher Mann, Du lebst für ewig fort hienieden, So lang' ein Deutscher athmen kann. Rudolf Unshelm, Veteran. * Fürst Bismarcks Gedächtnißfeier. Fürst Bismarck todt!— So tönte es vor wenigen Wochen hinaus in alle Welt und jeden wahren Deutschen erfüllte die schmerzliche, tiefgreifende Trauerkunde mit stillem Weh. Nicht nur für den Augenblick! Wechseln in der heutigen bewegten Welt Personen und Thaten nur allzurasch, schließt im Allgemeinen über dem Grab eines Todten mit dem Dahingegangenen das Gedenken desselben, so wird doch ein Name und ein Werk im deutschen Volke nie vergessen werden, der Name Bismarcks, des hohen Ehrenbürgers unserer Stadt, das Werk des einigen deutschen Reiches. Nicht frisch unter dem Eindrucke der traurigen Botschaft fand hier, wie in den meisten andern deutschen und nichtdeutschen Städten und Staaten eine Trauerkundgebung zu dem Andenken an den hehren Verstorbenen statt— Wochen gingen ins Land; allein wer geglaubt hätte, daß der Name und die Verdienste unseres Ehrenbürgers für uns mit ihm auch in der Gruft, der stillen, begraben wären, daß in der lärmenden Gegenwart die mäßige öffentliche Trauer die innere wiederspiegle, daß die Kundgebungen gewisser Kreise, denen nicht einmal der Tod des Großen heilig war, das Empfinden der Mehrzahl unserer Bürgerschaft zum Ausdruck bringe, dem hat die gestern Abend in der Schützenburg veranstaltete volksthümliche Gedächtnißfeier die Ueberzeugung geben müssen, daß Er nie aus den Herzen der Deutschen scheiden, daß, so lange ein Gefühl Dankes dem Menschen innewohnt, nimmer seine Thaten vergessen werden. 64 in4. Groß, ja übergroß war die Zahl derer, die in trauriger Andacht, in anhänglicher Treue an den Verstorbenen den weiten Raum der Schützenburg füllten, um in dem unter der kunstverständigen Leitung des Herrn Sanitätsraths Dr. Stratmann feierlich geschmückten Saale, das Andenken des hohen Ehrenbürgers unserer Stadt ehrend, den schmerzlichen Weisen, den tiefempfundenen Worten zu lauschen. In einem Hain von Palmen, Lorbeeren und Eichen thronte in dem Chor der flortragenden Halle die überlebensgroße Büste des Verstorbenen auf hohem Monument, an dessen Seiten Krieg und Frieden, allegorisch dargestellt, sich niedergelassen hatten, als die trauernden Akkorde aus der Sinfonie„Eroika", von dem Elberfelder städtischen Orchester kunstvoll wiedergegeben, ertönten. Das war Musik. Die tiefempfundenen Klänge des Beethoven'schen Trauermarsches, die schmerzlichen Töne des Mozart'schen Ave verum, die beiden Grieg'schen Weisen„Herzwunden" und„Letzter Frühling“, sie durchzogen das Herz des Zuhörers mit stiller Trauer in hehrer Andacht, ebenso, wie die vom hiesigen Verein „Ossian“ unter der Leitung ihres Dirigenten, Herrn Leuaus Düsseldorf, klangvoll vorgetragenen Chöre„Ruhe“ von Abt und„Hymne“ von Beethoven. War durch diese Vorträge die Stimmung der Anwesenden weihevoll gehoben worden, so verstand es Herr Superintendent Drausfeld in meisterhaften Worten, die Herzen der Zuhörer für den großen Todten ganz und gar einzunehmen. Nicht leerer Worte Schwall, sondern Worte, welche von Herz zu Herz drangen, welche das traurige Empfinden des Einzelnen beredt ausdrückten, waren es, die der verehrte Geistliche an die Versammlung richtete, indem er sprach: Hochgeehrte Trauerversammlung! Was wir erwarten mußten, aber uns nicht wahr halten mochten, was endlich geschehen mußte, was wir aber aufschoben in unsern Gedanken noch Monate und, ach wie gern noch Jahre lang, das ist eingetroffen in diesen Tagen Fürst Bismarck ist todt. Am 30. Juli dss. Is. hat sein treues deutsches Herz aufgehört zu sio wundersamen Augen, aus denen heraus blitzte das Feuer seines Geistes, durch die man hineinschauen konnte in die Tiefen seines Gemüths, die Augen, ohne die ein Lenbach sein Bild nicht mehr malen mochte noch konnte, haben sich für immer geschlossen. Seit dem Tode Kaiser Wilhelms I. hat keine Nachricht die deutschen Herzen tiefer bewegt, als die drei kurzen, inhaltschweren Worte: Bismarck ist todt. Ja bis an die Enden der Erde hat diese erschütternde Kunde Wiederhall gefunden, eine schmerzliche Bestatigung der Wahrheit, daß eine weltgeschichtliche Persönlichkeit nicht nur, sondern der Treuesten und Besten einer uns entrissen ist. Ja und vornehmlich darum will auch die Todtenklage um ihn nicht verstummen. Wohl wissen wir, daß es den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben und sein Leben ist wie des, Hrgies B. Aber das Menschenberz— und hier des Vol#### Herz kann sich schwer darin finden, daß die eisenfeste, gewaltige Gestalt des großen Mannes, die solchen machtvollen Geist beherbergt, die ein so starker Wille beseelte, in welchem ein so tiefgehendes und weitreichendes Leben sich verkörpert hat, nun dem Tode zum Raube geworden ist. Aber wir wollen dem Tode kein Fest hier feiern; in Todesgrüften ist keine bleibende Stätte für die Lebendigen, sondern das Bild des Lebendigen wollen wir hervorrufen aus Todesnacht und die Kräfte des Lebens aus dem Tode erstehen lassen zu einem Zeugniß, daß im Reiche des Geistes der irdische Tod keine Gewalt hat. Aber wie soll ich's thun: Dem Großen gegenüber fühlt sich die Kraft eines einfachen Menschen zu schwach. Ich möchte zustimmen den Worten des Deutsch=Oesterreichert Wolf, der in seiner Gedächtnißrede etwa sagt, daß weder die Kunst der Rede noch die Poesie es wagen dürfe, dem Gefühle gerecht zu werden, das des Deutschen Herz durchbebe, sondern allein die Musik. Wenn er ein Tonwerk Mann zuerst darin widerklingen, aber alsdann wolle alle Register ziehen der Orgel, die im gotischen Dome verkünden sollte den unaussprechlichen Dank gegen Gott für den Mann, der uns aus so viel Nichtigem und Kleinem erlöst und in welchem Gott selbst einen Theil seiner Kraft und seines Geistes habe Mensch werden lassen. Dennoch soll ich reden. Die Lebensgeschichte dieses Mannek zu geben, hieße die Geschichte dieses Jahrhunderts vortragen. Nur weniges kann ich sagen, nur in einzelnen Zügen sein Charakterbild zeichnen. Wer war Bismarck? Abseits vom Wege, in fast unbekannten Verhältnissen ist er geboren. Sein Vater verbot sich jeden Glückwunsch bei der Anzeige seiner Geburt. In der Schule lernt er wir andre begabte Schüler auch, ohne besondere Auszeichnung besteht er seine Abgangsprüfung, auf der Universität lernen wir ihn zumeist als den flotten Studenten kennen, nach bestandenem juristischen Examen findet er im Gerichtssaal keine Befriedigung; dem Kniephof, den er als Besitzthum überaimmt, verschafft sein ungebundenes, lustiger Leben im Volksmunde den Namen Kneiphof. Aber der flotte, scheinbar selbstsüchtige Gutsherr setzt hier sein Leben ein für den ertrinkenden Reitknecht, eine Weissagung für die Zukunft. Wir finden ihn wieder im Landtag. Seine erste Rede läßt den späteren schneidigen Bundestage endlich in Frankfurt entwickelt sich Bismarck. Hier war es, wo er zuerst tiefer hineinschaute in das klägliche Leben diplomatischen Versteckenspiels und kleinlicher Eifersüchtelei. Hier drangt er sich vor, nicht um seiner Person willen, sondern um des preußischen Staates willen, dem er eine seiner Macht entsprechende Stellung erobern will. Hier fängt er an, an Stelle der Diplomatensprache, die gewohnt war hinter dem Wort die Gedanken zu verbergen, sein ehrliches deutsch zu reden, und eben deshalb war er der Welt ein unlösbares Räthsel. Napoleon III. verschliß ihn gut müthig, als einen, der zwar ehrlich rede, aber nicht ernst zu nehmen sei. Nur Lord Beaconsfield ahnte seine Bedeutung.„Nehmt Euch in Acht vor dem Mann“, so urtheilte Gerüistet durch diese Vorarbeit und durch die tieferen Einblicke in die Politik, die er an den Höfen zu, Vergriburg und Paris und in kurzem Umgang mit Naponen##l. gewann, fertig mit sich über die Wege, die Preußens Politik einzuschlagen hatte, wird er Ministerpräsident unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen. Das Volk war gegen ihn und gegen die Stimmung des Volkes ringt er um den Besitz der Volkeseele. In diesem Kampf hatte ernur eigentlich einen Helfer, seinen König. Hand in Hand mit ihm hat er sein Jahrhundert in die Sgefordert, in der festen prophetischen Zuversicht, daß er, der Bestgehaßte, in wenig Jahren der populärste Mann Deutschland sein würde. Er fühlte in sich die seele lebendig— das ist seine Genialität. Und wie er in diesem Ringen auf Leben und Tod gesiegt, wie seine Gedanken zur That wurden in siegreichen Kämpfen, wie aus seinen deinden sieh, begeischer,Iptzerpe gepe. alles haben wir Aelteren erlebt. Der nuwereve Feglgolstiger, der nur mit handgreiflichen Größen gerechnet hat, yur das Ideal des deutschen Volkes zum Leden gerufen— das einige Deutschland. Hört, was eine Dame sagt: Wenn es wahr ist, was ein Unparteiischer, einer der größten historischen Denker, Thomas Carlvle, sogt, daß fur ihn dos Pisäfe g.aume in seinem langen Leben gewesen, daß dav„ese, und ehrliche Deutschland“ zusammengeschmiedet und zur Vorherrschaft an Stelle des„prahlerischen, unruhigen und kriegslüsternen Frankreich“ berufen sei, dann dat Bismarck viel, unendlich viel für die Welt vethag, zaste, gae Welt, denn ohne Frage ist, daß mit dem Zeitum Kaiser Wilhelms l. und seines großen Kanzlers die Weltgeschicht einen neuen Kurs eingeschlagen hat, und der ihn gezeigt, ist Bismarck— und er war ein Deutscher. Deutsche Eigenart hat in ihm ihr deutlichstes Gepräge gefunden. Zuerst und über alles rühme ich seine deutsche Treue. Sie gipfelt in der Treue gegen seinen geliebte. und verehrten kaiserlichen Herrn. Ja, es waren treue, deutsche Männer, die bier zusammenstanden. In guten und bösen Tagen haben sie unverbrüchlich zusammengehalten. Wie haben die Augen des alten Bismarck geleuchtet, wenn er erzählen konnte von seinem lieben, alten, großen Herrn. Er hielt ihm Mannentreue bis über's Grab hinaus. Furchtlos war er. Das Wort, was er in feierlicher Stunde in die Welt hinausgerufen hat:„Wir Deutsche fürchten Gott, sonst nichts auf dieser Welt“ es war zu nächst sein Bekenntniß, und aus der Volksseele heraus, die in ihm pulsierte, war es gesprochen. Und auch sein Zorn war urdeutsch. Bismarck war viel zu sehr Kavalier, um nicht gegen den ehrlichen Gegner stets verbindlich zu bleiden. Er war bescheiden genug, um einzusehen, daß er immer noch lernen müßte, um zufrieden Gottes Wegen nachzutretten. Aber wenn eine Frevlerhand sich vergreift an dem, was ihm heilig war, dann loderte es auch in seinen blißzenden Augen und wie Donnerrollen brach es bervor aus seinem empörten Innern. Aufbrausen konnte er, wie Keiner, aber wie in den Tagen grenzenloser Erfolge, so fand er sich bald wieder auch im jähen Zorn. Und nun sehen Sie sich den grimmen Hagen an, wie er dem Reichstage die Todesbotschaft„unseres großen geliebten, getreuen, gerechten, gnädigen Kaisers“ ankündigt. Da brechen ihm, dem Unerschütterlichen, unaufhaltsam die Thränen hervor und er verhüllt sein Angesicht. Bismarck auch hier die Seele des deutschen Volkes. Und dieser deutsche Mann, den Orden und Ehrenstellen nicht reizen, der nach Ruhm nicht geizt, der im Grunde die überwältigenden Ovationen und Edrenbezeugungen sich doch nur hat gefallen lassen, der weiß sich neden seinem Gott und seinem alten, guten Herrn nichts Lieberes auf der Welt, als sein Weib und seine Kinder, sein Heim und seinen Eichenwald, der ihn umrauscht— ja, das ist Und wolen Sie den Schlüssel haben zum tieferen Ver ständniß für diesen wunderbaren, großen Menschen, suchen Sie ihn in seiner tiefen Religlösität. Es ver steht sich von selbst, daß dieser Mann des öffentlichen Lebens das Geheimniß seines tiefsten Innern nicht Jedem offenbart hat, aber im trauten Verkehr, in Briefen an seine Frau und an Verwandte, da tritt dervor, was ihn treibt und bewegt. Diese Welt genügt seinem tiefen Herzen nicht. Sein Gemüth bedurfte des Ausblicks in eine Welt, wo keine Deutsche und Oesterreicher mehr gibt.„Sollte ich jetzt leben,“ so schreibt er an seine Frau,„wie damals ohne Gott, ohne Dich, ohne Kinder, ich wüßte doch in der That nicht, warum ich nicht dieses Leben ablegen sollte wie ein schmutziges Hemde.“ Wie tief hat er's em pfunden, daß hier doch alles nur Zeitfrage ist. Völker und Menschen, Thorheit und Weisheit, sie kommen und gehen wie Wasserwogen, aber das Meer bleibt“.„Wenn ich an keinen Gott glaubte, wäre mir dies Leben nicht werth, daß ich es lebte, es wäre des Anund Ausziehens nicht werth.“ Aus all diesen und un zähligen andern Aussprüchen leuchtet hervor, daß di Grundkraft seines Lebens sein Glaube war, wie er sich auch seiner Verantwortlichkeit vor Gott vollauf bewußt war. Soll ich Sie noch erinnern an das Gotteswort, das er sich selbst zum Text seiner Leichenpredigt gewählt hat? das da beginnt mit den Worten:„Es wird gesäet verweslich es wird auferstehen unverweslich“, und ausklingt in der Siegeshoffnung:„Wann aber das Verwesliche wird anzieben die Unverweslichkeit und dies Sterbliche wird an ziehen die Unsterblichkeit, alsdann wird erfüllet werden, was geschrieben stehet: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Steg!“ Es gehört mit zum Charakterbild des großen Mannes, Ein treuer, deutscher Diener Kaiser Wilhelms I.“ Darin spricht sich aus, als was er allein hat gelten wollen, was er hat thun wollen sein Lebenlang dem er des deutschen froher Reitersmuth, der da reiten will Aufsatteln bereit!“ Wer liebte ihn mehr? Aus dem Englischen von W. von Schönau. (32 Am folgenden Morgen erzählte die Gräfin von Viktor's Reisen und wie sehr er sie genossen hätte. Ein Gedanke durchblitzte Lady Clara. „War Viktor auch in Portugal?“ fragte sie. „Ja, er verbrachte einige Wochen in Lissabon, er hatte dort Bekannte getroffen", erwiderte die Gräfin.„Er hat mir nicht viel davon erzählt, aber er muß die Zeit sehr genossen haben, denn seine Briefe klangen so besonders vergnügt.“ „Die aus Lissabon?“ „Ja,“ sagte die Grafin und Clara fragte nicht weiter. Dort also hatte er Carmen kennen gelernt! Sie mußte jetzt die Wahrheit wissen, sie konnte alles eher ertragen, als diese Ungewißheit. Sie wollte Carmen fragen, die war so gut, so aufrichtig, und würde ihr alles sagen. Jetzt gleich wollte sie sie aufsuchen und sie um Auskunft bitten, ob sie Lord Ryeburn in Lissabon gekannt hätte, und ob je zwischen ihnen von Liebe die Sie fand sie im Schaten einer alten Linde sitzend und lesend, und als Carmen aufblickte und die schöne Gestalt auf sich zukommen sah, da dachte sie, wie wunderbar es sei, daß Lord Ryeburn seine Frau nicht von ganzem Herzen liebte und doch fühlte sie, daß er „Ich mähte mit Ihnen sprechen, Miß Ercd, sagte Lady Clara und setzte sich neben Carmen auf die Bank. Dann zögerte sie; sie stand jetzt vor dem Augenblicke, der ihr Schicksal enthüllen sollte, und sie fürchtete sich, das Schlimmste zu hören. „Ich muß Sie etwas fragen, begann sie endlich, „und ich weiß, daß Sie mir die Wahrheit sagen werden. Haben Sie Lord Ryeburn in Lissabon gekannt?“ Sie las die Antwort in dem plötzlichen Erbleichen des jungen Mädchens und ein leiser Schrei kam über „Sie brauchen mir nicht zu antworten,“ sagte sie, „ich weiß alles.“. 8ohm G. Mit verzweifelter Anstrengung nuhm Carmen sich ebvv., Lady Ryeburm,“ versetzte sie,„der Ausdruck Ihres Gesichtes erschreckte mich, ich fürchtete, Sie wären krank. Bitte, was fragten Sie mich?“ „Kannten Sie meinen Mann in Lissabon?" wiederholte Lady Clara. Carmen war nicht fähig, eine Lüge zu sagen, sie suchte die Frage zu umgehen. „Warum fragen Sie plötzlich danach: sagte sie, habe ich und ich will ihn Ihnen sagen, Lady Clara irgend „Die englischen Protestanten in Lissabon kannten sich alle, bemerkte sie,„die Kirche war klein und man sa, Lady Clara's Gesicht erbellte sich, einen Auzenblick vergaß sie das unglückliche Paopier. girg, ie „Sie haben Lord Ryeburn in der Ruche gesehen? ich saß unmittelbar hinter ihm.“ „Kannten Sie ihn? Haben Sie mit ihm gesprochen?“ „Ja,“ erwiderte Carmen, versuchend, in leichtem Ton zu sprechen,„wir haben zusammen gesprochen. Er verließ Lissabon ganz plötzlich, glaube ich.". Die großen Augen sahen sie fest an. „Carmen, hat er Sie geliebt?“ Sie mich so etwas?“ rief sie.„Ich die ich Ihnen mittheilen werde. Aber Sie sind wahr und aufrichtig, sagen Sie mir, erklärte Carmen. und ich stehen uns rollkommen ferne.“ „Aber das ist nicht immer so gewesen, Ihr Gesicht en fragen Sie Ibren Gatten nicht, Lady Rveburn? Er ist derjenige, der Ihnen Antwort zu geben und Ihre Zweifel zu beseitig Monn Oubdt, der besphoehurn IZeuen.: „Glauben Site, boß er wit,aig, fauge# „Ja,“ erwiderte Carmen,„N glaure ich. „Auch als er mich heirathete? Nein, darauf, haßen Sie keine Antwort, Sie wissen, wer damute ein sprechen Sie in solchem Ton mit mir, 2 Lady Ryeburn?" rief das junge Mädchen außer sich. „Ich habe Sie nie gekränkt und beleidigt, weder in Gedanken noch Worten. Warum sagen Sie mir solche „Wei Sie gehalfen haben, mich zu betrügen. Sie sind ein Gast meines Hauses und geben vor, meinen Mann nicht zu kennen, Sie sagen kein Wort, daß ihn früher schon gesehen haben, und doch weiß ich, daß Sie ihn so gut geliebt haben, wie er Sie. „Ich will solche Worte nicht hören,“ sagte Carmen eben keine Antwort darauf; Sie beben mich getäuscht, und ich hatte Ihnen vertraut. Wi Sie mit in mein Zimmer kommen wollen, werde ich Ihr meine Beweise zeigen.“ Carmen erwiderte:„Sie werden mir nie beweisen, daß ich Sie betrogen habe.“ Als sie Lady Clara's Zimmer betraten, drehte diese den Schlüssel hinter sich um, damit sie vor jeder Störung sicher wären; dann ging sie an ein Schränkchen, schloß ein Fach auf und legte den Konsens vor Carmen auf den Tisch, die nicht die leiseste Ahnung hatte, was Sesun un., aue#e. eul il i an. „Sehen Sie hierher,“ sagte Lady Clara und zeigte und Carmen Ercell.“„Dies ist Ryeburn um mich anhielt, und ich ich glaubte, er echlrurn um ung unglus, und ich— ich glaubte, Carmen starte unverwandt auf das Popier. Weiche nichten. Es war nutzlos, jetzt noch etwas verschweigen „Wo sanden Sie dies?“ fragte sie. „Unter anderen Papieren, als ich nach einem verlorenen Dokument suchte. Aber mit diesem Konsens vor sich werden Sie doch nicht mehr behaupten wollen, daß Sie und Lord Ryeburn sich fremd gegenüberstanden?“ sagte Lady Clara und fügte aufschluchzend hinzu:„Und ich liebte ihn so sehr. Carmen las das Schreiben durch, um Zeit zu gewinnen, ihre Gedanken zu sammeln. Es blieb ihr nichts übrig, als die Wahrheit zu sagen, das sah sie ein. Sie ging auf die weinende junge Frau zu und zog Lisn Sie vich Vvren, Schmer, zurchenacht. sie,„ich habe auch bittern Schuttg Atgi#. reiche Gräfin „Sie haben ihn also geliebt?“ „Ja,“ erwiderte Carmen stolz,„mehr als mein Leben, aber seit er Ihr Gatte ist, habe ich mit keinem Gedanken mehr seiner gedacht. Und er liebte Sie auch'“. g.6iuut 446 Ja, er liebte mich, aber ich weiß bestimme, vaß er Ihnen nie mit einem Wort oder Gedanken untreu war. Ich will Ihnen alles erzählen. Stimmt das Dotumk“ froste Lopg,s tore u6 er diesen Konsens wirklich zwei Tage, er# er### mit mir verlobte, besorzt?“ Es war unmöglich, das abzuleugnen, die Z: standen zu deutlich auf dem Papier. 646 26 Ja, es stimmt, sagte Carmen ernsthaft,„aber fragte Lady Clara, ihr blasses Gesicht erhebend. „Ja, aber nicht seine letzte, er wird Sie mit der Zeit mehr licben dls wich. pie, ihnen das Dann sprach sie von der Trauung, un ihnen Lab Wesen des Geistlichen aufgefallen war, wie sie durch die Stadt gegangen waren und Viktor das Telegramm erhielt, welches ihn nach Hause rief. Sie erzählte von der plötzlichen Trennung und dem bitteren Schmerz, wie ein Monat nach dem andern verging und seine Briefe voll waren von Geldsorgen und der Unmöglichkeit, zu ihr zu d, Lonn nicht beschreiben, wie schwer es war, fuhr sie fort,„Sie sind Ihr ganzes Leben lang verzogen und geliebt worden, Sie können nicht verstehen, was er mir war. Und ich glaubte ja die ganze Zeit, daß ich seine Frau wäre! So ergriff ich die erste Gelegenheit, die sich bot, und kam nach England. Er freute sich auch, mich zu sehen, aber er war verändert, und ur aut, bus er uih ue bure E/geischung al) — — Nun ist er todt. Die Welt steht erschüttert am Sarge des großen, genialen Helden, der durch blutige Kämpfe der Welt den Völkerfrieden errungen hat. Deutschland betrauert seinen größten Sohn, diese Stadt den edelsten Ehrenbürger, und was er dem einzelnen gewesen ist, das kann ich in kurzen Worten nicht ausdrücken— viel, unendlich viel. Aber todi ist er nicht, er kann nicht todt sein. Unverweslich, unvergeßlich ist sein Bild dem Herzen des Volkes eingegraben. Und sein sichtbares Vermächtniß an uns ist das Deutsche Reich. Lassen Sie uns zu dieser ernsten Feierstunde von Herzen einstimmen in die Worte Sr. Majestät unseres verehrten Kaisers:„Mich aber drängt es... im Namen der Nation das Gelübde abzulegen, das waser, der große Kanzler unter Kaiser Wilhelm dem Großen geschaffen hat, zu erhalten und auszubauen und wenn es noth thut, mit Gut und Blut zu vertheidigen. Dazu helfe uns Gott der Herr!“ Nach diesen ergreifenden Worten erklang, von der Trauerversammlung stehend gesungen, die Weise jenes Liedes, das jedes deutsche Herz höher schlagen läßt, und das den Charakter des Verstorbenen und sein Stieben wiederspiegelt, das Wesen des echten deutschen Mannes, die Melodie des Liedes„D eutschland, Deutschland über alles.“ Nachdem sodann das O.chester den Trauermarsch von Chepin gespielt, trug der Solinger„Sängerbund“ unter der Direktion des Herrn Rudolf Rehfeld in überwältigender Weise das Lachner'sche„Am Kyffhäuser“ und den von Herrn Rud. Hartkopf gedichteten, von Carl Wilhelm komponirten„Gedächtniß=Chor“ vor, dem ein Präludium und zum Schlusse der Trauermarsch aus der„Götterdämmerung“ folgten. Die Feier war vorüber. Still und traurig, in Wehmuth versunken, ging die Trauerversammlung, die dem großen Todten die letzte Ehre erwiesen, auseinander in dem Gedarken:„Fürst Biemarck todt! Der gewaltige Recke“— dissen Bild verklärt Jedem vor Augen stand—„er ist nicht mehr, allein sein Werk, sein Geist wird fortleben in Ewigkeit und das Andenken unseres großen Ehrenbürgers wird bei uns immer gesegnet sein.“ O deutsches Volk, heb doch dein Haupt, Traf auch der Tod dich schwer, Hat er dir Bismarck auch geraubt, Sein Werk stirbt nimmermehr! Deutsches Reich. Der Kaiser hörte vorgestern Vormittag in Wilhelmsböhe den Vortag des Chefs des Zivilkabinets, Dr. v. Lucanus und nahm sodann die Marinevorträge entgegen. Gestern Vormittag arbeitete S. Majestät mit dem Chef des Militärkabinets, General v. Hahnke. An der gestern Nachmittag stattgehabten Galatafel auf Wilhelmehöhe zur Feier des Geburtstages des Kaisers von Oesterreich nahmen der Botschafter Graf Sraf Szözenyi, die drei Botschaftssekretäre, der frühere Botschafter Graf Schweinitz, der Schloßhauptmann Graf Fürstenberg, General von Wittich und Oberpräsident Magdeburg Theil. Der Kaiser brachte in kernigen Worten ein Hoch auf seinen hohen Verbündeten aus, worauf die Kapelle der 83er die öster reichische Nationalhymne spielte. Zur Reise des Kaiserpaares nach Jerusalem wird gemeldet, daß noch am 31. Oktober, nach der Einweihung der Erlöserkirche, die Fahrt nach Jericho erfolgen soll. Der 1. November ist dem Jordan und dem Todten Meeie gewidmet; am 2. November erfolgt die Rückkehr nach Jerusalem, wo der Kaiser noch 2 weitere Tage verbleiben will. Die Rückreise geht über Jaffa noch nach Haifa, von hier werden Nazareth, der See Genezareth und der Berg Tabor aufgesucht. Am 9. November Rückkehr nach Haifa, Fahit auf der Yacht „Hohenzollern“ nach Beirut. Ausflug nach Damaskus und Baalbeck. Den 16. November erfolgt die Abfahrt von Beiruth nach Aegypten, wo die Landung in Port Said vorgesehen ist. Die von der„Germania“, ohne Gewähr für die Richtigkeit der Nachricht, einem kleinen klerikalen Blatte der Pfalz entnommene" Enthüllung", daß der Kaiser bald nach Bismarcks Rücktritt Windthorst habe zum preußischen Minister ernennen wollen, daß Windhorst aber ablehnte, wird von den meisten Blättern nicht ernsthaft behandelt. In Shanghai wird vom Oktober an eine Zeitung in chinesischer Sprache erscheinen, die den verfolgen soll, den deutschen Handel und die deutsche Politik zu vertreten. Herausgeber der Zeitung sind die Herren Arthur Kirchhoff und Frz. Lenning. Neben der Zeitung soll in Shanzhai eine Auskunftestelle für deutsche und chinesische Kaufleute errichtet werden. Der preußische Handelsminister hat den Handelskammern die Ankündigung der genannten Herren übermittelt. Ausland Oesterreich=Ungarn. Wien, 18. Aug. Anläßlich des Geburtstages des Kaisers durchzogen schon früh Morgens Regimentsmusik= und Veteranenkapellen mit klingendem Spiel die Stadt. Auf dem Schmelzer Ererzierfelde wurde der Kaisersalut, bestehend in 24 Kanonenschüssen, abgegeben. Um 8 Uhr fand bei prachtvollstem Wetter auf der Schmelz die Parade der gesammten Wiener Garnison statt. Ein zahlreiches Publikum wohnte der Parade bei, nach der der Feldvikar eine Feldmesse las, worauf die Truppen vor dem Eizherzog Rainer, der die Parade abgenommen hatte, vorbeimarschirten. Frankreich. Paris, 18. Aug. Der Deputirte Jaures sucht heute in der„Petite Republique“ zu beweisen, daß das Bordereau von Esterhazy sei. Die Aehnlichkeit der Schrift des Bordereau's und der Handschrift Esterhazy's sei nicht zu bestreiten. Esterhazy selbst habe das anerkannt. Als er zu seiner Vertheidigung die Behauptung aufstellte, daß es sich um einen Abklatsch seiner Handschrift handele, habe er einfach eine Abgeschmacktheit begangen. Wenn Dreyfus die Schrift eines andern Offiziers abgeklatscht habe, würde er auch den Namen dieses Offiziers gewußt und ihn in dem Prozesse genannt boben„„„ in Esre# — 18. Aug. Da Christian Ssterdazy die Schriftstücke, welche der Gerichtshof von ihm zur Unterstützung seiner Klage gegen Major Esterbazy verlangt hatte, nicht eingereicht hat, wird, wie der„Joui' meldet, die Klage als nicht angebracht angesehen. Portugal. Lissabon, 17. Aug. Das neue Ministerium ist in der bereits gemeldeten Zusammenstellung nunmehr definitiv gebildet worden. Türkei. Konstantinopel, 18. Aug. Die Pforte beantwortete die letzte serbische Note über den jüngsten Grenzeinfall dahin, daß serbische Panduren türkische Soldaten, die einen Militärtraneport begleiteten, angriffen. Die Pforte verlangt in ihrer Antwort von Serbien Maßnahmen, um derartigen Zusammenstößen Chile. Valparaiso, 16. Aug. Das Gesetz über die Ausgabe von 50 Millionen Dollar Papiergeld zeigt bereits unheilvolle Folgen. So seien gestern 150000 Dollar Gold von der Rezierung in öffentlicher Auktion in Santiago zu 37½; bis 46 Prozent Aufgeld und 300000 Dollar Gold in Valparaiso 37½ bis 46“; Prozent Aufgeld verkauft worden. Im Publikum und unter den Kaufleuten herrsche hierüber große Er229 41 Span. amerik. Friedensverhandlungen. Madrid, 18. Aug. Der Marineminister erklärte, daß der Ministerrath sich nur mit den Telegrammen über den Fall von Manila beschäftigt habe. Es sei daraus festgestellt worden, daß die Kapitulation Manilas einige Stunden nach der Unterzeichnung des Friedensprotokolls erfolgt sei. Washington, 18. Aug. Me Kinley hat den päpstlichen Legaten in Audienz empfangen. Derselbe drückte dem Präsidenten den Wunsch des Papstes aus, die spanischen Gefangenen so schnell wie möglich in Freiheit setzen zu lassen. Me Kinlev versprach dem päpstlichen Vertreter, diesen Wunsch des Papstes zu erfüllen. New=Y)ork, 18. Aug. Admiral Cervera wird sich auf Befehl der spanischen Regierung heute nach Europa einschiffen. — 18. Aug. Die Rezierung befürchtet, daß in Santiago außer dem gelben Fieder noch sonstige Epidemien auebrechen werden, da eine ganze Anzahl Leichen, die in der Umgebung der Stadt verbrannt werden sollten, in Verwesung übergehen. Der in Strömen herunterfließende Regen hat die zur Leichenverbrennung angezündeten Feuer ausgelöscht. Ein furchtbarer Gestank hat sich in Folge dessen über die Stadt verbreitet. — 18. Aug. Das„Evening Journal“ meldet aus Manila: General Jaundenes willigte unter gewissen Bedingungen in die Uebergabe. Die Hauptbedingung war, daß die Amerikaner sich bereit erklären sollten, die Spanier gegen die Aufständischen zu schützen. Sobald die Amerikaner sich des spanischen Besitzes bemächtigten, legten die Spinier die Waffen nieder, ausgenommen die Truppen im Norden der Altstadt, denen gestattet wurde, in den Laufgräben zu bleiben, um die Aufständischen in Schach zu halten. Berlin, 18. Aug. Nach neuesten amtlichen Meldungen aus Manila stellt sich die Mitnahme des Generals Augustin durch die„Kaiserin Augusta" als völlig harmlos heraus. Augustin war schon seines Kommandos enthoben, bekleidete gar keine amtliche Stellung mehr, und außerdem erklärte der amerikanische Admiral Dewey, daß er nicht das geringste dagegen einzuwenden habe, wenn die„Kaiserin Augusta" dem General Augustin die Ueberfahrt nach Honzkong gewähre. Durch diese Erklärung des amerikanischen Admirals werden alle thörichten und boshaften Angriffe binfällig, die aus diesem Anlaß von gewissen amerikanischen Blättern, wie dem„New=York Herald“, gegen Deutschland gerichtet worden sind, ebenso wie die hämischen Unterstellungen der englischen Presse. London, 18. Aug. Nachrichten aus Washington besagen, die amerikanische Rezierung werde die Flucht des Generals Augustin auf einem deutschen Kreuzer zum Gegenstande diplomatischer Erörterungen bei der deutschen Regierung machen.(Diese englischen Quertreibereien ist man nachgerade gewöhnt. In Amerika selbst glaubt man, daß der dem General Augustin von dem deutschen Kriegsschiff gewährte Schutz in durchaus freundschaftlichem Sinne gegenüber den Ver. Staaten gewährt wurde. S. N. Nachr. D. R.) Hongkong, 18. Aug. General Augustin ist nach Spanien weiter gereist. enland und Remscheid, 18. Aug. Der seit etwa 6 Wochen im hiesigen Krankenhause befindliche Maurer L., der infolge eines Betriebsunfalles eine Gehirnerschütterung erlitten, ist an den Folgen derselben gestorben.— Aus einem ganz geringfügigen Grunde wurde am Dienstag Nachmittag in der Johannesstraße ein junger Mann derart mißhandelt, daß er, aus mehreren Wunden blutend, ins Krankenhaus verbracht werden mußte. Elverfeld, 18. Aug. Von seiner eigenen Mutter ausgesetzt wurde ein 11 Monate altes Kind in einem Hause an der Alsenstraße. Die Mutter hatte zuerst versucht, das Kind im Waisenbaus unterzubringen, was ihr jedoch nicht gelang. Die Frau beging die That, weil ihr Mann nicht für sie sorgt, aus Verzweiflung. Köln, 17. Aug. Der Schaden, den die Kirche im Vororte Poll durch das fuichtbare Naturereigniß am 7. de. erlitt, ist von einem Baumeister auf 40000 M. geschätzt worden. Der Gesammtschaden beträgt ungefähr eine halbe Million Mark. Von dem Aufbau des Kirchthurms soll vorläufig Abstand genommen werden. Laut dem kirchlichen Anzeiger für die Erzdiözese Köln hat der Kardinal=Erzbischof Dr. Crementz für nächsten Sonntag eine Kirchenkollekte bewilligt, um die unaufschiebbare Eindachung, Abtragung und Wiederaufführung des sehr geschädigten Mauerweikes vornehmen zu können. — Die durch die hiesige Stadtverwaltung eingeleiteten öffentlichen Sammlungen, denen sich die Presse angeschlossen hat, ergaben bisher insgesammt die runde Summe von 90300 M., in der mehrere namhafte Beiträge von Vereinigungen, Gesellschaften und Privatpersonen enthalten sind. Leider reicht diese Summe bei weitem nicht aus, um auch nur die dringendste Noth zu lindern. — 17. Aug. Ein Schutzmann nahm an der Straße St. Agatha einen Bettler fest. Der roduste, kräftige Mensch ging eine Strecke ruhig mit, dann riß er sich los, faßte den Polizeibeamten am Halse und versuchte ihn zu würgen. Ein furchtbarer Kampf entspann sich, wobei der Schutzmann mehrere Verletzungen erlitt und ihm die Uniform zerrissen wurde. Mehrere Passanten leisteten dem Beamten Beistand, wodurch es gelang, den Wütherich mir Hülfe hinzuzeeilter Polizeibeamten abzuführen. — 18. Aug. Am Mittwoch=Nachmittag sprang von einem Dampfboote der Mülheimer Aktien=Gesellschaft ein Mann während der Fahrt in den Rhein, wurde aber vom Schiffspersonal gerettet. Da er Miene machte, noch einmal in den Strom zu springen, und sich wie wild geberdete, fesselte man ihn an Händen und Füßen und brachte ihn an'e Ufer. — 16. Aug. Gestern Nachmittag gelang es dem Gevatter Klapperstorch, einen nach Nippes fahrenden Straßenbahnwagen zu besteigen und einem weiblichen Fahrgast einen zappelnden Weltbürger in den Schooß zu legen. Mutter und Kind setzten die Fahrt nach Nippes fort, woraus geschlossen werden darf, daß Beide sich den Umständen nach wohl befinden. Düsseldorf, 17. Aug. Eine interessante Statistik ist von den hiesigen Geweikvereinen H.=D. beschlossen worden. Die Statistik bezweckt festzustellen, wie hoch sich der Haushaltungsetat der Arbeiter beläuft und ob der Arbeiter mit seinem Lohne eine menschenwürdige Eristenz sich und seiner Familie schaffen kann. Eine interessante zeitgemäße Frage auf dem Fragebogen soll lauten:„Welchen Vereinen gehören Sie an? Diese Frage wäre hier auch berechtigt. D. R. — 17. Aug. Der verheirathete Kutscher des Professors Achenbach hat sich Nachts im Stall erhängt. " Rheydt, 18. Aug. Gestern Nachmittag wurde in der Nähe des Berzisch=Märkischen Bahnhofes der verheirathete Bahnwärter Schopen von dem Aachener Schnellzuge überfahren und sofort getödtet. Witten, 18. Aug. Als das 6jährige Töchterchen des Briefträgers Völker gestern eine brennende Grubenlampe trug, fingen durch einen unglücklichen Zufall die Kleider der Kleinen Feuer, und gleich darauf stand das unglückliche Kind in Flammen. Es starb unter gräßlichen Schmerzen. Bommern, 17. Aug. Ein Beamter der königl. Hauptwerkstatt zu Witten unternahm mit seiner Familie gestern einen Ausflug nach Blankenstein. Auf der Reise war in Bommern der Zug überfüllt, so daß der Herr die ihm zustehende dritte Klasse nicht benutzen konnte. Ohne einen Zugbeamten zu befragen, stieg er mit seiner Familie in ein Coupé zweiter Klasse. Nachher stellte sich heraus, daß in der dritten Klasse noch genügend Platz vorhanden war, und in Blankenstein angekommen, wurde er in die festgesetzte Strafe von 6 Mk. genommen, weil er eigenmächtig in einer höberen Klasfe gefahren war. Da die Familie sechs Mitglieder zählte, betrug die Strafsumme 36 Mk. Ein theurer Ausflug. Herne, 17. Aug. Dem Zeitungsboten M. von hier wurden gestern Abend von einem Motorwagen der elektrischen Bahn sämmtliche Finger einer Hand abgefahren. Der Bedauernswerthe hatte sich in angetrunkenem Zustande in den Straßengraben gelegt und im Schlafe seine Hand bis auf das Gleise ausgestreckt. decke, 16. Aug. Zwei 11 Jahre alte Knaben geriethen in Streit und der eine versetzte dem andern einen so schweren Tritt gegen den Unterleib, daß die sofortige Ueberführung des Schwerverletzten in das Hagener Krankenhaus nöthig wurde. Es ist wenig Hoffnung vorbanden, den Knaben am Leben zu erhalten. Wattenscheid, 17. Aug. Imbenachbarten Grünnigfeld beging gestern die junge Frau des Arbeiters Zierdzcka die leidige Unvorsichtigkeit, ihr 2jähriges Kind auf dem Arme tragend, Petroleum in den Ofen zu gießen. Die Kanne explodirte, und im Nu standen Frau und Kind in Flammen. Beide sind schwer verbrannt. Münster, 17. Aug. Gestern ertrank im DortmundEmskanal ein 12jähriger Knabe beim Suchen nach Laubfröschen. Stadt= und Landkreis Soliugen. Solingen, 19. August. *— Die Kosten der gestrigen Bismarck=Gedächtnißfeier wurden, wie bekannt, durch freiwillige Beiträge gedeckt. Indem die Bürgerschaft den edlen Spendern dies dankend zu würdigen weiß, wird es sie mit lebhaftem Bedauern erfüllen, zu erfahren, daß verschiedene Personen, deren Namen in die Sammelliste eingetragen waren, theilweise trotz wiederholter Bitte, keinen Pfennig beisteuerten. Dabei sind es Namen, deren Träger, auch wenn sie einen hohen Beitrag gegeben hätten, dies nach ihrem Vermögen nicht verspürten, und Personen, welche angesichts der Thatsache, daß durch die Politik Bismarcks ihre eigene Industrie gehoben und gefördett wurde, allen und mehr Grund als andere gehabt hätten, sich zum Besten der Nebenmenschen durch eine Spende dankbar für die Hülfe des großen Staatemannes zu erweisen. Immerhin wurde, dank der Opferwilligkeit der edler Denkenden, ein Ueberschuß erzielt, welcher zu Gunsten der hiesigen Veteranen und deren Hinterbliebenen verwandt werden wird. Auch dürfte der Ueberschuß durch die weiteren, noch zu erwartenden Gaben Derjenigen, die gegenwärtig in der Sommerfrische weilen, beträchtlich vermehrt werden. — Mit dem gestrigen Tage traten bei den Postanstalten zu Krahenhöhe und Oben=Widdert öffentliche Fernsprechstellen in Wirksamkeit. Daß damit einem dringenden Bedürfniß entsprochen worden, wird die rege Inanspruchnahme zeigen, deren sich die öffentlichen Anschlüsse an den verkehrreichen Vororten erfreuen wird. — Vom 1. Oktober an halten sämmtliche Personenzüge, welche auf der Bahnstricke RemscheidSolingen verkehren, an der Station Güldenwerth. Im Sommerfahrplan sind einige Züge hiervon ausgenommen. *— Ueber unsere Bahnhofverhältnisse noch ein Wort zu verlieren, heißt eigentlich leeres Stroh gedroschen. Die Eisenbahndirektion in Elberfeld hüllt sich in tiefstes Schweigen und überläßt es dem Optimisten, sich in der Hoffnung auf die baldige Errichtung eines neuen Bahnhofes zu wiegen, und dem Pessimisten, sich zu freuen, daß— die Zustände nicht noch schlimmere sind. Schlimmer als sie schon sind, sollte man glauben, könnten sie eigentlich nicht werden— und doch ist dies der Fall. Wer in den letzten Tagen bei der drückenden Hitze Gelegenheit hatte, den Platz vor dem Stationsgebäude zu passiren, der konnte sich, nachdem er die Lunge mit dem infolge Wassermangels dort zollhoch liegenden braunen Staub gespeist hatte, schleunigst in die Bahnhof=Restauration flüchten, um dort einen ordentlichen Schluck Bier in ordentlicher Gemüthsruhe zu schlürfen, — wenn ihn nicht, wie vorgestern Abend, ein etwas— offenbar von der großen Hitze herrührender— unangenehm duftender Geruch sofort wieder aus dem Saale getrieben hätte. Auf dem ersten Perron angelangt, wird man sofort mit der Frage von einem Fremden angerempelt, ob man hier oder auf dem zweiten Perron nach Ohligs einsteige. Verbindlich dankend für die Auskunft schreitet der Fremdling durch die Unterführung, im Stillen erstaunt über den großen Eifer, mit dem die hiesige Geschäftswelt durch die Anbringung großer Reklametafeln ihre Konkurrenz bekämpft und in tiefster Ehrfurcht bewundernd das große Entgegenkommen der EisenbahnDirektion, die für derlei Plakate ganze Wände bereitwilligst zur Verfügung stellt und als guter Geschäftsmann — nicht die Größe eines Backsteines für die Angabe der Abfahrtsstelle der Züge verschwendet.— Endlich fährt der Zug ein und begierig, sich dem Genusse des eben Erlebten ganz und voll hingeben zu können, sucht der Reisende nach einem behaglichen Plätzchen in der 3. Klasse. Aber er hat die Rechnung ohne den Wirth oder vielmehr ohne die Eisenbahn=Direktion gemacht und statt nun in irgend einem Eckplätzchen zu sitzen, steht er als Inhaber der 3. Fahrklasse im— Gepäck= oder noch„besseren“ Wagen, während vielleicht— und dies war vorgestern der Fall — Passaziere 4. Klasse auf dem weichen rothen Polster eines Koupé 1. Klasse sich mit Grandezza niedergelassen haben. Nun die„Freude“ hat bald auf beiden Seiten ihr Ende erreicht, denn Ohligs ist da und mit ihm ein schöner Bahnhof, in dessen Vorgarten es einem so wohl wird, daß man das Erlebte vergißt und am Ende noch — den Anschluß versäumt. — In der Halle des Jagenberzer Bienenkorps begehen kommenden Sonntag die Eheleute Carl Raben= schlag und Frau die Feier ihrer goldenen Hochzeit. Ihre Mitwirkung zu der seltenen Feier haben die Männer=Gesang=Vereine„Jagenberger Sängerkreis", „Frohsinn"=Dorperhof und„Einigkeit" der Firma Weyersberg=Kirschbaum& Co., ferner der Dorperhofer Turnverein und der Solinger Musikverein bereits zugesagt. Es ist somit die beste Gewähr vorhanden, daß der Jubeltag für die allbeliebten Eheleute Rabenschlag und für die vielen Freunde und Bekannte derselben einen frohen und gemüthlichen Verlauf nehmen wird. — Unserer gestrigen Notiz betr. Kezelfest Dornsiepen ist berichtigend nachzutragen, daß die Kegelzesellschaft zu III. Hästen„De Schnedt“ und nicht De Schnat sich nennt. — Der 9jährige Sohn des Gelbgießers von Pollen von hier weilte seit Sonntag bei Verwandten in Cronenberg zu Besuch. Mit anderen Knaben war er vorzestern Nachmittag in den Waldbeerenbusch gegangen. Als sie an den sogenannten Schwemmteich gelangten, konnten die Knaben der Versuchung nicht widerstehen, ein kühlendes Bad zu nehmen. Dabei gerieth der kleine von Pollen in eine tiefe Stelle und blieb, ohne wieder an die Oberfläche zu kommen, im Schlamme stecken. Als seine erschrockenen Kameraden erwachsene Personen herbei. riefen, welche den Knaben an's Land brachten, war dieser bereits todt. Die ärztlicherseits vorgenommenen Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Kalt und starr wurde der in fröhlicher Jugendlust ausgezogene Knabe nach hier gebracht, zum großen Schmerze seiner Angehörigen, die durch diese schwere Heimsuchung auf's tiefste gebeugt sind. — An einem Neubau in der Oststraße erlitt ein Handlanger am linken Fuß einen Knochenbruch der großen Zehe. Derselbe wollte eine Tonne, welche theilweise mit Wasser gefüllt war, um einige Meter fortbewegen, kam jedoch dabei zu Fall und gerieth mit dem linken Fuß unter die gewichtige Tonne. — Beim Anbringen von Matrizen an einer Präze in einer Fabrik an der Cronenbergerstraße drang einem Vorarbeiter ein Stahlsplitter in den Glaskörper des linken Auges. Trotzdem der Fremdkörper mittelst Elektromagnets entfernt ist, steht eine dauernde Schädigung des Auges zu erwarten, da die Augenlinse verletzt ist und erheblicher Glaskörpetverlust stattgefunden hat. Der Verletzte befindet sich in Behandlung des Herrn Dr. Quint. — Gestern Abend gegen 10 Uhr kamen am Wehrwolf die Pferde eines Landauers, der auf die Stadt zufuhr, dadurch zu Fall, daß einer der Gäule auf den glatten Schienen der Straßenbahn ausglitt. Der mit 6 Personen besetzte Wagen blieb glücklicherweise vor dem Umsturz bewahrt, sodaß die Insassen mit dem Schrecken davonkamen. Nach einiger Mühe gelang es, die Pferde, die anscheinend Verletzungen nicht erlitten, wieder aufzurichten. — Der angeblich steckbrieflich verfolgte Bäckergehülfe aus Elberfeld, welcher gestern in einer hiesigen Wirthschaft festgenommen wurde und auf dem Wege zum Rathhause einen Fluchtversuch machte, ist wegen mangelnden Beweises wieder in Freiheit gesetzt worden. Ueber die Angelegenheit ist jedoch nach Elber feld berichtet. — Bei der vorgestern Vormittag 11 Uhr im Lokale des Herrn Ernst Küpper hierselbst abgehaltenen Häuteversteigerung wurden folgende Preise erzielt(die Ziffern in Klammern bedeuten die erzielten Preise für Remscheid): Ausgebot: 170 rotbe Ochsenhäute, 220 bunte Ochsen häute, 710 Kuhbäute, 320 Stierhäute, 160 Rinderhäute, 45 Pinken, 1400 Kalbfelle, 200 Schaffelle. Erzielte Preise: Rothe Ochsenhäute über 100 Pfd. wiegend 40½—41 Pfg.(401—42 Pfg.), 90—100 Pfd. 40½(40), 80—90 Pfd.—(37½), unter 80 Pfd. 36½, beschädigte 36—38 Pfg.(37 Pfg.). Bunte Ochsenhäute über 100 Pfd. —(36 1/,, 80—100 Pfd. 37½(36½—37), 60—80 Pfd. 35½(35½—36), unter 60 Pfd. 34, beschädigte Loch= und Kerb= 35(34), besch. Engerlings. 311—35 Pfg.(30— 34 Pfg.). Kuhhäute, rothe, süddeutsche 36½(37), bunte, biesige über 80 Pfd. 36(36), 65—80 Pfd. 35—36(36½:), 60—65 Pfd.—(36—36½), 50—65 Pfd. 36(35—35½), unter 50 Pfd. 35(35), beschädigte Loch= und Kerb. 34 (33½—34), besch. Engerlings= 30½—34(30— 33½ Pfg.). Stierhäute, schwerste 29!:(29½ 30), mittlere 31(30), leichtere 311:(311:), ohne Kopf 33½;(33), beschädigte 26—29 Pfg.(21½—29“ Pfg.). Rinderhäute über 60 Pfd. 36 Pfg.(37 38½), 50—60 Pfd. 38½(38½), unter 50 Pfd. 37½—39(39), ohne Kopf und Klauen—(39), beschädigte und Stierchen unter 50 Pfd. 30—35 Pfg. (31—35½ Pfg.). Pinken 40(40“z), beschädigte und Stierchen 33 Pfg.(30—40½ Pfg.). Kalbfelle über 13 Pfd. das Stück mit Kopf 6,80 Mk.(6,20), 10—13 Pfd. 5,25(5,10), 8—10 Pfd. 4,85(4,25 Mk.), 6—8 Pfd. 4,25 (4,25), unter 6 Pfd. 3,85 Mk.(4,25 Mk.). Hammelfelle, halbwollige 1,65 Mk.(1 35 Mk.) * Wald, 18. Aug. Das Jubiläum der 25jährigen Amtsthätigkeit des Herrn Hauptlehrers Voos zu Wittkulle gedenkt die dortige Schulgemeinde zu einer großartigen Feier zu gestalten. Das bereits gebildete Komitee hat für die Festtage, den 16. und 17. Oktober, ein vorläufiges Programm aufgestellt, welches die Hauptfeier im Saale des Herrn Emil Ern zu MittelItter vorsieht und ferner Fackelzug, Kommers, Ansprachen, Konzert 2c. in Aussicht stellt. Gerichts=Verhandlungen. Sitzung des Schöffengerichts. Solingen, den 19. Aug. Vorsitzender Herk Amtsrichter Arimond, Schöffen die Herren Max Brab von hier und Friedrich August Thomas von Wald, Amtsanwalt Herr Stadtsekretär Hermes, Gerichtsschreiber Herr Aktuar Krings. Einem Schachtmeister von Wald war unbefugter Schenkwirthschaftsbetrieb zur Last gelegt. Derselbe wendet ein, er beschaffe den Bedarf an Brannkwein und Bier für seine Arbeiter, um übermäßigem Trunk entgegen zu wirken und habe keinen Verdienst daran. Zur Ladung weiterer Zeugen wurde die Sache vertagt.— Wegen Bettelns wurde ein Ziegelarbeiter von Wald zu 14 Tagen Haft verurtheilt, welche Strafe als durch die Vorhaft verbüßt erklärt wurde. Gegen einen Mauer zu Aufderhöhe wurde wegen verschiedener Schulversäumnisse seines Kindes verhandelt. Das Gericht setzte, da die Uebertretung als erwiesen erachtet werden mußte, die in den voraufgegangenen polizeilichen Strafverfügungen angegebenen Strafen auf insgesammt 3 Mark oder 24 Stunden Haft fest.— Eine Sache wurde vertagt, weil der Angeklagte nicht erschienen, auch kein Zeuge geladen war.— Die An klage gegen eine Frau von Wald wegen Diebstahls wurde zur Ladung von Zeugen vertagt.— Wegen Körperverletzung waren 3 Personen von Schaberg, ein 48 Jahre alter Schleifer, dessen Sohn und ein 29 Jahre alter Schleifergeselle unter Anklage gestellt. Auf Grund der Beweisaufnahme erachtete das Gericht den ersten Angeklagten der Mißhandlung in einem Falle schuldig und legte demselben 20 Mark Geldstrafe oder 4 Tage Gefängniß auf; die beiden andern wurden mangels genügender Ueberführung freigesprochen.— Eine Angeklagte aus Wald zog den Einspruch gegen einen erhaltenen Strafbefehl zuruck.— Wegen Hausfriedensbruchs hatte sich ein 39 Jahre alter Fabrikarbeiter hierselbst zu verantworten. Da dieses Vergehen außer Zweifel gestellt wurde, lautete das Urtheil gegen den Angeklagten auf 10 Mark Geld strafe oder 3 Tage Gefängniß.— Einen 13 Jahre alten Schulknaben von hier, welcher gebettelt hatte und eines Diebstahls zwar nicht völlig überführt, doch dringend verdächtig erschien, sprach das Gericht zwar frei, jedoch wurde in Anbetracht, daß die häuslichen Verhältnisse desselben ordnungsmäßige Erziehung des Knaben unmöglich er scheinen lassen, angeordnet, daß derselbe einer Erziehungs= oder Besserungsanstalt überwiesen werden soll. — Gegen einen 55 Jahre alten Scheerennagler war wegen Kohlendiebstahls, begangen auf dem Südbahnhof, Anklage erhoben worden. Derselbe wurde dieses Vergehens über führt und zu 1 Woche Gefängniß verurtheilt.— Wegen Beleidigung eines Straßenbahnschaffners war ein Tag“löhner hierselbst angeklagt. Derselbe nahm den beleidigenden Ausdruck zurück, übernahm die Kosten und wurde das Verfahren, nachdem der Beleidigte seinen Strafanträß zurückgezogen hatte, eingestellt.— Ein früher hier sich aufgehaltener Monteur, welcher einem Maschinenschlosser hierselbst einige Kleidungsstücke unterschlagen hat, wurde zusätzlich zu einer noch nicht verbüßten Strafe zu 2 Wochen Gefängniß verurtheilt. iherfeld, 19. Aug.(Ferienstrafkammer.) Einer seifereibesitzerin in Wald, früher in Ohligs, wurden Schleifez; zie Betriebsräume durch einen Gerichtsvollzieber versiegelt. Sie war nun beschuldigt, daß sie aus diesen Pfandstücke, nämlich Schleiftröge, verschleppt habe. a; sich aber herausstellte, daß diese Tröge anderswo geden hatten, wurde sie freigesprochen.— Eine ## heimer Holzhandlung lieferte einem Baumaterialien: z„ Ohligs im Fruhjahre vorigen Jahres minderwertdiges Holz uad vergutete darauf auch 10 Mk. Damit Abnehmer nicht zufrieden und forderte von dem Theilhaber, als dieser ihn auf seinen Geschäftsreisen zweimal besuchte, einen weitern Nachlaß. Der Theilhaber verihn an den andern Gesellschafter, der um diese Sache besser Bescheid wisse. Das hielt der Händler für eine faule Ausrede und gerieth darob so in Erregung, daß er den Laufmann prügelte und unter Beschimpfungen hinaustrieb. Wegen dieser thätlichen und wörtlichen Beleidigen verurtheilte ihn der Gerichtshof zu 75 Mark Geldstrafe.(„Tägl. Anz.“) und Telegramme. Berlin, 19. Aug. Die Thatsache, daß der abgesetzte Gouverneur der Philippinen, General Augustin, sich an Bord des deutschen Kreuzers„Kaiserin Augusta“ nach Honzkong begeben hat, ist von einem Theil der amerikanischen und selbstverständlich besonders von der englischen Presse zu einer neuen Deutschenhetze ausgenutzt worden. Angesichts der blödsinnigen Bemerkungen enzlischer Blätter und, um einer weiteren gehässigen Ausheutung dieses neuesten„Zwischenfalls" vorzubeugen, läßt das Berliner Auswärtige Amt ausdrücklich erklären, daß die„Kaiserin Augusta“ den General Augustin in Manila mit ausdrücklicher Genehmigung der Amerikaner an Bord genommen habe. — 19. Auz. Das„B. Tobl.“ meldet aus Budapest: Manövrirende Pioniere schlugen eine Brücke in der Nähe von Arad. Die Brücke stürzte ein, als Infanterie dieselbe passirte. Es verlautet, daß es zahlreiche Todte giebt. — 19. Aug. Landwirthschaftsminister Frhr. v. Hammerstein=Lorten ist vom Urlaub zurückgekehrt. — In den Abendblättern liest man: Auf dem Tegeler Schießplatze fand am gestrigen Tage ein Versuchsschießen mit einem in Aussicht genommenen neuen Infanteriegewehr durch Offiziere der Gewehrprüfungs= kommission in Spandau statt. Wie bereits bekannt, Lommfston in Spanean fenl. Dn enne Vilannt, soll die Zukunftswaffe der deutschen Armee ein noch geringeres Kaliber haben als das jetzige Gewehr Modell 88, sie soll bei erhöhter Rasanz und vermehrter Durchschlagskraft für weitere Entfernungen als jetzt verwendbar sein. So wurden die gestrigen Proben auf Distanzen von über 2000 Meter mit Erfolg ausgedehnt. Paris, 18. Aug. Den Generalstabsblättern zufolge hätten sich im gestrigen Ministerrath heftige Szenen zwischen den Ministern für Unterricht und Handel einerseits und der Ministern für Krieg und Justiz andererseits aus Anlaß der Angelegenheit BertulusEsterhazy abgespielt, die nur durch entschlossenes Dazwischentreten des Präsidenten der Republick beendet wurden. Brisson habe sich passiv verhalten. London, 18. Aug. Die feindselige Haltung der Cubaner in der Umgebung von Santiago erregt auf amerikanischer Seite große Besorgniß. 13000 Mann stark beabsichtigen sie, am nächsten Mittwoch den Versuch zu machen, in die Stadt einzudringen, obwohl General Lawton im Namen Amerikas eine Proklamation erlassen hat, in der er die Cubaner auffordert, die Waffen nieder zulegen und nach Hause zurückzukehren.— Nach Honzkonger Telegrammen war die Erstürmung Manilas eine verabredete Komödie. Der spanische Kommandeur soll Dewey einen Wink gegeben haben, wie er die Einnahme mit möglichst wenig Blutvergießen bewerkstelligen könne. Nach der Einnahme hatten Merrit und Jaudenes eine Konferenz in Manila. Dabei wurde ein Uebereinkommen betreffs der Uebergabe der Philippinen getroffen. Ferner kam eine Vereinbarung wegen der Verproviantirung zu Stande. Die Banken u. s. w. sollen ihre Geschäfte nach den bestehenden Vorschriften fort setzen, sofern die amerikanischen Behörden diese nicht ändern.— In Manila herrscht jetzt das Kriegsrecht unter Merrit als Militärgouverneur. Konstantinopel, 18. Aug. Der Divisionsgeneral Naim Pascha schlug am 7. d. mit 11 Redif=(Landwehr) und 4 Nizam=(aktiven) Bataillonen die aufständischen Araber bei Hadic und drängte sie nach dem Ursprungsgebiet des Aufstandes zurück, der nunmehr auf seinen Herd beschränkt ist. In Nordsyrien wurde das letzte der infolge der Ereignisse in Jeitum mobilisirten Redif=Bataillone entlassen. Cettinje, 18. Aug. Anläßlich des Geburtstages des Kaisers Franz Joseph sandte der Fürst ein Glückwunschtelegramm an den Kaiser. Bei dem Dejeuner, an welchem das diplomatische Korps, die Minister und Würdenträger theilnahmen, brachte der Fürst folgenden Trinkspruch aus: Die große NachbarMonarchie feiert das Geburtsfest ihres vielgeliebten Herrn. Sie feiert es mit um so größerer Bezeisterung, als der Tag in das 50. Jahr der glorreichen Regierung fällt. Das Fest findet bei uns Wider hall und ich bin glücklich, von Ihnen umgeben zu sein, um, erfüllt von der wahren Liebe und aufrichtigsten Dankdarkeit für den erlauchten Monarchen, mit Ihnen das Glas auf die kostbare Gesundheit zu erheben. Es lebe der Kaiser und König Franz Joseph! Die Militär= musik spielte die österreichische Hymne. Washington, 18. Aug. Generaladjutant Corbin telegraphirte gestern an General Merrit: Da die Vereinigten Staaten im Besitz von der Stadt, der Bai und des Hafens von Manila sind, müssen sie den Platz halten und Personen und Eigenthum in dem von ihren Land= und Seestreitkräften besetzten Gebiete schützen. Die Aufständischen und alle andern müssen die militärische Besetzung, die Autorität der Vereinigten Staaten, sowie die Einstellung der Feindseligkeiten anerkennen. Der Präsident ermächtigt Sie, alle Maßnahmen, die Sie in dieser Hinsicht für nötdig halten, zu treffen. Alle Personen, die sich dem Gesetz unterwerfen, sind gleichmäßig zu bebandeln.— Das 5. reguläre Infanterie=Regiment hat Befehl erhalten, sich morgen in Tampa nach Santiago einzuschiffen, wo die Lage einige Beunruhigung verursacht. Neu' bewährter Kinder=Toilette=Seife. Grümer& Neu' Toilette=Fett=Seife macht die Haut geschmeidig, frisch und gesund. Für Kinder sehr wichtig.— In allen besseren Handlungen käuflich.— Vor Nachahmungen wird gewarnt. Märk. Bank. 18. Aug. Pr. Consols 102.20 95.50 Reichsanl 102.30 % Pr. Bodener Pfdbr. unk. 1907. 99.75 Pfdbr. unk. 1905. 98.75 Erstklassige Anlage-Werthe stets vorräthig. Prompte Ausführung von Börsen- Aufträgen. Kirchlicher Anzeiger. 11. Sonntag nach Trinitatis, den 21. August 1898. Evangelische Gemeinde Solingen. Vorm. 8 Uhr: Pastor Tetzlaff. Vorm. 10 Uhr: Pastor Müller. Vorbereitung zum Abendmahl. Nachm. 3½ Uhr: Taufen: Pastor Becker. Es wird darauf hingewiesen, daß bei Taufen in der Kirche außer dem standesamtlichen Buche ausgefüllte Taufformulare vorzulegen sind, welch letztere bei den Pfarrern, dem Küster und auf dem Gemeinde= Amt Südwall 9, zu erhalten sind. Die Beerdigungen sind bei Pastor Müller und auf dem Gemeinde=Amt, Südwall 9, anzumelden. Amtsbezirk Krahenhöhe. Vormittags 10 Uhr: Superintendent Dransfeld. Ev. Vereinshaus. Sonntag Nachmittag ½2 Uhr: Sonntagsschule. 4 Uhr Nachm.: Bibelstunde. 6¾ Uhr: Jungfrauen=Verein. Gesangstunde. Ev. Jungfrauenverein. Vereinslokal, Emilienstraße 13 A. Sonntag, den 21. August, Nachm. von 4½ Uhr an Veram mlung. Schulbezirk Hossenhaus. Nachdem das Presbyterium für die Schulbezirke Hossenhaus und Waldheim eine Diakonissin für Armen= und Krankenpflege angestellt hat, lade ich die evangel. Frauen und Jungfrauen des Bezirks Hossenhaus, welche geneigt sind, zu einem Frauenverein zusammenzutreten, auf Montag, den 22. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr in's Schulhaus zu einer Besprechung freundlichst ein. Solingen, den 19. August 1898. Gsenelke 9 Kut Lam-Veischköher! Besesememrereueus Statt besonderer Anzeige! „„ S Ein kraftiger 8 Schnedt-Kegler I angekommen bei Carl Hausels, 3. Hasten. 7 Bekanntmachung. Die Gutsbesitzerin Wittoe I. L. Piedboeuf beabsichtigt verschiedene auf ihrem Gute Grünewald hierselbst gelegene öffentliche Wege einzuziehen und dafür andere Wege, welche bisher Privatwege waren, für den öffentlichen Verkehr freizugeben. Indem dieses Vorhaben hierdurch mit der Aufforderung, Einsprüche binnen 4 Wochen bei Vermeidung des Ausschlusses bei der unterzeichneten Wegepolizeibehörde geltend zu machen, veröffentlicht wird, wird bemerkt, daß der Lageplan auf dem hiesigen Verwaltungsbüreau zur Einsicht offen liegt und die vierwöchentliche Ausschlußfrist mit dem Ablaufe des Tages, an welchem das diese Bekanntmachung enthaltende Regierungs Amtsblatt ausgegeben wird, beginnt. Gräfrath, den 17. August 1898. Die Wegepolizeibehörde. Der Bürgermeister: Kürten. Vertilgung der Blutlaus. Obwohl die Besitzer von Obstbäumen in den letzten Wochen in anerkennenswerther Weise bemüht waren, für die Beseitigung der Blutlaus zu sorgen, ist das Vorhandensein dieses gefährlichen Feindes der Obstbaumzucht dennoch wieder festgestellt worden. Ich kann deshalb nur erneut auf die große Gefahr, die dem heimischen Obstbau droht, hinweisen und zur Beseitigung dieser Gefahr alle Besitzer von Obstbäumen auffordern. Ohligs, den 15. August 1898. Die Polizei=Verwaltung. Der Bürgermeister: Trommershausen. Königl. Standesamt Solingen 18. August. Geburten: Elfriede, T. v. Messerschleifer Friedrich Lachs, Dammstraße. Margaretha Emilie T. v. Kaufmann Eugen Heberlein, Wupperstr. Clara Marie Hella, T. v. Apotheker Felix Rahnfeld, Kirchstr. Carl, S. v. Wwe. Carl Osberghaus, Weversbergerstr. Sterbefälle: Ernst Bick, 7 Mon., Brühlerstr. Margarethe Christine Ewald, 1 Mon., Helenenstr. Andreas Franz Michels, 8 Mon., Paulstr. Otto Herm. Christmann, 3 Mon., Emilienstr. Rosalie Weck geb. Ginsberg, 56 J., verw., Schützenstraße. Heirathen: Lehrer Eugen Börlin und Johanne Kuhler, beide hier. Schlosser Paul Sturm und Antonie Witzler, beide hier. Aufgebote: Colonialwaarenhändler Phil. Heinrich Trebus, Elberfeld, und Hulda Groß, hierselbst. neue Ziehkarre zwei starke Zughunde billig zu verkaufen. Näh. in der Expedition dss. Blattes. Coristl. Mändergesangverein-Schrodlberg. Derselbe feiert, so Gott will, im Saale des Herrn Schneider zu Kohlfurterbrücke am Sonntag, den 21. August, Nachmittags 4 Uhr beginnend, sein # I. Jahresfest unter Mitwirkung des Christl. Gem. Chors=Solingen und des Christl. Männer= chors=Küllenhahn. Ansprachen haben freundl. zugesagt die Herren Pastor Schumacher= Duishurg, Pastor Ribbeck=Cronenberg u. A. Eintrittskarten im Vorverkauf bei den Mitgliedern und bei Herrn Fritz Küppers 20 Pfg., an der Kasse 25 Pfg. Es ladet ein Der Vorstand. Veteranen-Verein. Der unerbittliche Tod rief ∆ aus unserer Mitte den Kameraden Johann Wilh. Duisberg. Ehre seinem Andenken! Zur Beerdigung dieses Kameraden: Antreten morgen Samstag Vormittag ½ 8 Uhr vor dem Vereinslokale. Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen. Betheiligung ist Ehrensache. Der Vorstand. Sonntag. den 21. August cr.: 9— Nur einmaliges Gastspiel □ Theater Variété-International aus Dortmund. U. A.:„Auftreten des berühmten Musikal.=Excentric=Clown () Mstr. L. Belly, sowie des übrigen Künstler Personals. 4 0 Auftreten von nur Kunstcapacitäten 1. Ranges. Um geneigten Zuspruch bittend, zeichnet Hochachtungsvoll! C. D. Schmidt, Restaurant Felsenkeller. Gerichtliche Immobilar-Versteigerung. In dem gerichtlichen Theilungs=Verfahren des geschäftslosen Eduard Deus in Solingen und seiner Kinder, wird der unterzeichnete Königl. Notar Franz Joseph Rosenbaum in Solingen am Montag, den 22. August 1898. Nachmittags 6 Uhr, beim Wirthe Hugo Picklein in Solingen, Blumenstraße, die zur Gütergemeinschaft des Eduard Deus und seiner verstorbenen Ehefrau Rosette, geborene Pieper, gehörigen, zu Solingen in der Gemeinde und im Stadtkreise Solingen gelegenen Immobilien, nämlich: 1. Nr.„, Blumenstraße, Hofraum, 5 Are 60 Meter, nebst aufstehendem mit Nr. 58 bezeichnetem Wohnhause mit Hintergebäuden und sonstigem Zubehör. 2. Nr. 7“, Augustastraße, Weg, 3 Are 57 Meter und 3. Nr.;7“, Blumenstraße, Garten, 4 Are 57 Meter; das Ganze begrenzt von der Blumenstraße, Hermann Krumm und Anton Pohl, taxirt zu 17·000 Mark, öffentlich zum Verkaufe ausstellen und dem Meistbieter bei erreichter Taxe definitiv zuschlagen.„„. 6. 1 Die Versteigerungsbedingungen und sonstigen Boracten sinv oeim Unterzeichneten einzusehen. Solingen, den 7. Juli 1898. Der Kgl. Notar: Rosenbaum. Neuer Waggon Apfelwein angekommen, kleine Gebinde 34 Mark, bei größerer Abnahme billiger. August Weber, Neumarkt.### Ein geraumiger Schuppen steht Baumstr. 51 zu verkaufen. Näh. bei Friedrich Koch, Höhscheid. Feier unserer am Sonntag, den 21. d. Mts. in der Halle des Jagenberger Bienen=Corps stattfindenden Letdcher-Hochzeit beehren wir uns, Freunde und Bekannte freundlichst einzuladen. Dorperhof, im August 1898. Carl Rabenschlag und Frau, geb. Orelie Klein. Zur Verschönerung der Feier haben ihre Mitwirkung freundlichst zugesagt:„Jagenberger Sängerkreis",„Frohsinn", Dorperhof,„Einigkeit" der Firma Weversberg, Kirschbaum& Cie.; Turnverein, Dorperhof, durch Aufmarsch und Freiübungen.— Musik: Solinger Musikverein. Obige Festlichkeit habe ich übernommen und werde mit guten Speisen und Getränken in bekannter Güte bestens aufwarten. Hochachtungsvoll J. P. Werrenrath. Bekanntmachung. Die Brautleute: a) Heinrich Friedrich Mertens, Lagerist in Colingen, b) Maria Magdalena Neurohr, ohne Gewerbe, daselbst, haben durch einen vor dem Königlichen Notar Rosenbaum zu Solingen am 21. Juli 1898 abgeschlossenen Ehevertrag vereinbart, daß zwischen ihnen als zukünftigen Ehegatten ganz nach Anleitung und Bestimmung des Artikels 1536 und der folgenden des Rheinischen Civilgesetzbuches vollständige Gütertrennung bestehen soll. Solingen, den 16. August 1898. Kannengießer, als Gerichtsschreiber des Königl. Amtsgerichts. Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Louis Waag, Kaufmann in Solingen ist in Folge eines von den Gemeinschuldner gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichotermin auf den 26. Teptember 1898, Vormittags 11“; Uhr vor dem Königlichen Amtsgerichte hier, Zimmer 25 anberaumt. Solingen, den 17. August 1898. Kannengießer, Assistent, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts 4. Erfrischend und labend! Brauselimonadebonbons, Durstlöschende Tabletten, Fruchtgeleeertrakt, Citronen=, Himbeer=, Erdbeer= u. Kirschsaft, ff. Fruchtbonbons, engl. 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Gerichtlicher Verkauf. Am Samstag, den 20. August 1898, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem alten Markte zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 Vogelkorb mit Vogel, 1 Begulatenruhr, 1 Cisch. 1 Kanarienvogel mit Korb, 1 Blumentisch, 1 Vogelkorb mit 5 Vögeln. Solingen, Der Gerichtsvollzieber: Casinostraße 32. Gerichtlicher Verkauf. Am Samstag, den 20. August 1898, Vormittags 11 Uhr sollen auf dem alten Markte zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 Regulateur, 1 Pult, 1 Copirpresse, 1 Blumentisch, 1 Fußteppich, 1 Waschtisch, 1 Kleiderschrank, 1 Säulenofen 2c. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Casinostr. 32. Stange. Mädchen. Ufergarten 33. 2 anständige Leute erhalten Kost u. Logis. Südwall 24. Mülheim-Ruhr. Gerictlicher Verkauf. Am Samstag, den 20. August 1898, Vormittags 11½ Uhr, soll vor dem Hause des Wirtben Herrn Wasserloos zu Höhscheid, Weegerstr. Nr. 38 gegen einen Dritten öffentlich meistbietend gegen baare Zablung versteigert werden: 1 Klappschrank. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Klosterwall 18. Dillenberger. Wohnung von 4—6 Räumen und Zubehör zum 1. September oder später zu vermietden. Rathhausstraße 11, part. Für meinen kleinen Haushalt suche ich zum baldigen Eintritt ein in allen Hausarbeiten sowie Nähen und Bügeln erfahrenes Mütchen. Frau Carl Dinger, Roonstr. 5. Möblirtes Zimmer per 1. Sept ges. Off. unter V 733 mit Preisangabe an die Expedition. Einfach möbl. Zimmer gesucht. E(Mittagessen.) Offert. unter###. 24 mit Preisangabe an die Expedition. 2 anst. Leute erh. Kost u. Logis. Kirchstr. 314. 2 anständige Leute erh. sofort Kost und Logis. Näh. in der Expedition. „ Solingen. Kaiserstrasse Co (am Entenpfuhl). Fernsprecher Nr. 19-. Oscar Reimann. Beste u. billigste Bezugsquelle für Delicatessen. SchoerteiW in-u. ausländische Weine, * und Liqueure. 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