Nr. 187.— 50. Jahrgang. Freitag, den 12. August 1898. *„ Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Vierteljahr in der Expedition 1 M4 75 J, auf allen Kaiserl. Postanstalten 2 A Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 des Bergisches Volks=Blatt. *** Druck und Verlag von Alb. Pfeiffer in Solingen.— Für die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140. (Fernsprech=Anschluß Nr. 90). Deutsches Reich. In Gegenwart des Kaisers fand gestern eine größere Uebung der Kasseler Garnison, die durch Hofgeismarer Dragoner, Marburger Jäger, das Arolsener Bataillon und die Fritzlarer Abtheilung verstärkt war, statt. Nach dem Gefecht hielt der Kaiser eine längere Kritik ab. Zum Schlusse erfolgte 2maliger Vorbeimarsch aller Truppentheile. Prinz Friedrich Leopold hat bei Besichtigung der dritten Garde=Kavallerie=Brigade auf dem Döberitzer Uebungsplatz einen kleinen Unfall erlitten. Das Pferd des Prinzen stolperte; er konnte nicht sofort aus dem Bügel herauskommen und gerieth mit dem Kopf auf den Erdboden. Die Verletzungen sind ganz leichter Natur. Wie verlautet, wird Graf Wartensleben, der Kommandeur der Garde=Kavallerie=Division, zum Gouverneur von Mainz ernannt werden. Die GardeKavallerie=Division erhält Prinz Friedrich Leopol d. Die am 8. und 9. ds. in Posen stattgehabten Berathungen über die für die Stadt Posen zur Stärkung des Deutschthums von der Staatsregierung zu ergreifenden Maßregeln, an denen unter der Leitung des Finanzministers Dr. v. Miquel die Minister Dr. Bosse und Frhr. v. d. Recke, der Oberpräsident, der Regierungspräsident, der Landtagsmarschall für die Provinzialverwaltung und der Oberbürgermeister der Stadt Posen, sowie der Stadtverordnetenvorsteher theilnahmen, haben nach den„Berliner Politischen Nachrichten“ zu befriedigenden Ergebnissen geführt. Man hat die Bauten für ein Provinzialmuseum größeren Stils sowie für eine Bibliothek von etwa 300000 Bänden soweit vorbereitet, daß wohl unzweifelhaft in dieser Beziehung schon dem nächsten Landtage die erforderlichen Vorlagen gemacht werden können. Die Meldung, daß im Herbst ein größerer Wechsel in den höheren Kommandostellen der kaiserlichen Marine bevorstehe, entbehrt, wie die„Post“ versichern kann, jeder Begründung. Die„Deutsche Tagesztg.“ tritt der Vermuthung entgegen, daß der Bund der Landwirthe eine eigene Fraktion im Reichstage gründen wolle; sie schreibt: „An die Gründung eines neuen Fraktiönchens denken weder die Bundesmitglieder, die sich keiner Fraktion anzuschließen gedenken, noch diejenigen, die als DeutschKonservative gewählt worden sind oder gewählt werden sollen. Dazu sollte man uns denn doch zu gut kennen, als daß man uns für fähig hielte, die Bedeutung unserer Bewegung abzuschwächen.“ Der Bestand an Kriegsfahrrädern bei den Infanterie=Bataillonen ist, wie die„T. R.“ erfährt, jetzt verdoppelt worden, so daß nunmehr jedes Bataillon mit 4 Rädern ausgerüstet ist. Gleichzeitig sind genaue Bedingungen für die Lieferungen, sowie die wichtigsten Dircktiven für Prüfung und Abnahme der Armee=Fahrräder aufgestellt worden. (Die Räder müssen für angestrengte Tourenfahrten geeignet, von starker, dauerhafter Bauart mit einer Tragfähigkeit bis zu 85 Kg. sein. Das Höchstgewicht darf nur 16 Kg., die Uebersetzung muß 1: 65 betragen. Die Räder sind mit staubfreier Kugellagerung, Kugellagern an Rad und Pedalachsen, Tretkurbellagern, Tangentspeichen, Luftreifen und Nothbremse sowie sämmtlichen Zubehörstücken zu liefern. Die im Inland zu zu fertigenden Räder sollen aus ausgesucht besten Theilen und Materialien hergestellt werden, größte Sorgfalt, Sauberkeit und Genauigkeit sind für die Herstellung zur ersten Bedingung gemacht. Um das Erkennen der Radfahrer im Felde zu erschweren, werden alle Schrauben gebläut, die blanken Theile brünirt und alle Konstruktionstheile, soweit als möglich, schwarz emaillirt. Der Lieferant Ausland Oesterreich=Ungarn. Wien, 11. Aug. Die Blätter melden, Graf Thun theilte Baron Bauffy mit, er werde noch im Laufe des Monats August die Verhandlungen mit den Parteiführern wieder auf nehmen; er hoffe damit Erfolg zu haben und glaube, es werde ihm gelingen, den Reichsrath aktionsfähig zu machen. Von dem Resultat dieser Verhandlungen hänge das Schicksal des Ausgleichs ab. Graz, 11. Aug. Hiesige Reichsdeutsche sandten heute an den Kaiser Wilhelm folgendes Telegramm: „Indem wir unserm Schmerze über den Tod des Schöpfers der deutschen Einheit, des Fürsten Bismarck, Ausdruck geben, wenden wir uns an unsern kaiserlichen Herrn, der für diesen Schmerz so tiefempfundene und zugleich so erhebende Worte gefunden hat.“ Belgien. Brüssel, 11. Aug. Heute wurde der Polizeioffizier Mommaerts aus der Vorstadt St. Josse=Brüssel, als er zur Verhaftung des Anarchisten Willems schreiten wollte, mit Revolverschüssen empfangen. Der Anarchist rettete sich auf den Löwener Steinweg, fortwährend auf die Vorübergehenden schießend, die ihn aufhalten wollten. Zwei Vorübergehende wurden verwundet. Der Rasende wurde schließlich festgenommen und auf das Kommissariat gebracht. Der Polizeioffizier begab sich darauf in die Wohnung des Willems, wo sich 2 andere Anarchisten befanden, die auf ihn schossen. Der Polizeioffizier erwiderte das Feuer und traf einen Anarchisten in die Kehle. Der Zustand des Getroffenen ist hoffnungslos. Der andere wurde verhaftet. Die Wohnung des Anarchisten wird durch die Gendarmerie bewacht. Der Polizeioffizier ist leicht am Daumen verwundet. Niederlande. Amsterdam, 11. Aug. Die Königin=Regentin der Niederlande hat das ihr zugedachte Nationalgechenk von 2 Millionen Gulden abgelehnt und die Ministerpräsidenten ersucht, die Summe politischen Zwecken zu widmen. Gleichzeitig giebt die Königin Wilhelmine bekannt, daß sie anläßlich der Thronbesteigung keine Geschenke annehme. Paris, 11. Aug. Madame Felir Faure erhielt gestern die von zahlreichen belgischen Damen aller Stände unterzeichnete Bittschrift zu Gunsten der Revision des Dreyfus=Prozesses. — 11. Aug. Der„Jour' behauptet, Christian Esterhazy sei verschwunden. Der Polizei=Kommissar Marion, der vom Gericht beauftragt sei, Christian über die Beweise für seine Beschuldigungen gegen den Major Esterhazy zu vernehmen, suche ihn vergebens seit acht Tagen. — 11. Aug. Eine immer wüstere Protestantenhetze betreibt jetzt die chauvinistische Presse. Die antisemitische Kammergruppe wird die Entlassung aller protestantischen Staatsbeamten, insbesondere der Universitätsprofessoren beantragen. Drumont befürwortet die Feier der bevorstehenden Wiederkehr der Bartholomäusnacht als eines nationalen(!) Gedenktages. Schweiz. Bern, 11. Aug. Der Bundesrath ertheilte der Jura=Simplon=Bahn die Bewilligung zum Beginn der Italien. Rom, 11. Aug. Der Leibarzt des Papstes bestätigt dessen Unwohlsein. Es sind leichte Erscheinungen einer gastrischen Entzündung vorhanden. Der Papst speiste gestern Abend bei gebessertem Befinden und guter Stimmung und las heute früh die Messe.(S. N. Nachr.) Türkei. Konstantinopel, 11. Aug. Zwischen dem französischen und russischen Botschafter fand eine Besprechung über die neuen Blutthaten, im Vilajet Bitlis statt, wober gemeldet wurde, daß 60 Armenier getödtet und 3 Dörfer niedergebrannt worden seien. Persien. Teheran, 10. Aug. Die Bazare in Täbris sind geschlossen. Wegen der schlechten Beschoffenheit und des hohen Preises des Brodes hatten einige Unruhen stattgefunden, aber jetzt ist die Lage wieder ruhiger. die man für Dysenterie(Ruhrkrankheit) halte. Die Eingeborenen verzehren Ratten und Mäuse. Hunde und Pferde würden geschlachtet. Die Vorräthe an Reis würden bald erschöpft sein.— In der Nacht des 31. v. Mts. wurde ein starkes Geschützfeuer auf die Stadt unterhalten. Viele Geschosse schlugen in der Stadt ein, mehrere erreichten die Zitadelle. Mehrere Frauen sollen getödtet sein. Innerhalb der Mauern herrscht eine furchtbare Panik. Eine Granate krepirte in einer Batterie und tödtete 20 Personen. Das Bombardement beschädigte viele Häuser. 1500 Gebäude sind niedergebrannt. Der englische Konsul ist an Dysenterie gestorben.— Man hat auf halbamtlichem Wege versucht, einen Waffenstillstand zu erlangen, aber die Amerikaner erklären, sie hätten keine Ermächtigung, irgend einen Vorschlag, außer dem der Uebergabe, anzunehmen.— Gegenwärtig sind die früher von den Aufständischen besetzten Laufgräben mit amerikanischen Truppen besetzt. theile, soweit als möglich, schwarz emgztirz,Der Lieferant Bzuaubeiten für den Simplon=Durchstich muts sich zu kostenloser Beseitigung auer Mtangel, de im Artikel 2 des Staatsvertrages mit Italien. Laufe eines Jahres hervortreten, verpflichten.) Der spanisch=amerikanische Krieg. Madrid, 11. Aug. Sagasta erklärte, er werde den Wortlaut der spanischen Note nicht veröffentlichen; er würde dies nur dann thun, wenn Me Kinley ihn der Prese mittheilen sellte. 95 J. B. 414: — 11. Aug. Sagasta erklart die Nachricht für unbegründet, daß Cambon ermächtigt wurde, die Note Spaniens abzuändern. Wenn eine Abänderung erforderlich sei, würde sie von der Regierung vorgenommen werden. Der Wortlaut der Antwort Amerika's wird nicht vor Beendigung des Ministerrathes veröffentlicht werden. In amtlichen Kreisen wird versichert, die Antwort sei zufriedenstellend. Der„Liberal“ spricht sich tadelnd über die Verhandlungen aus, die unnütz seien, da man ohnehin zu einem unvermeidlichen Ziele gelange. Die Hauptsache sei, das Blutrergießen zu beenden; die Verzögerung des Waffenstillstandes würde ein Verbrchen sin...., 4 Werden Sokafa 8.1 — 11. Aug. Die Cortes werden behufs Rarifizirung der Friedensbedingungen für Anfang nächster Woche einberufen werden. Gibraltar, 10. Aug. Die in San Roque in der Provinz Cadiz stationirten spanischen Truppen haben Befehl erhalten, sich zur Abfahrt nach den Philippinen bereit zu halten. Santiago, 11. Aug. Der Insurgentenführer Garcia hat Gibara eingenommen. Der Platz war von den Spaniern unter Zurücklassung von 1000 Kranken und Verwundeten geräumt worden. Es heißt, Garcia gegenwärtig mit 8000 Mann Holguin belagert. Washington, 11. Aug. Das zwischen dem französischen Botschafter Cambon und dem Staatssekretär der Vereinigten Staaten unterzeichnete Protokoll ordnet den Zusammentritt von Friedenskommissaren in Paris an und setzt die Grundlage für einen Waffenstillstand fest, dessen Vereinbarung einer militärischen Kommission überlassen wird, die wahrscheinlich gleichzeitig in Paris tagen wird. Die hiesigen Beamten sagen, die amerikanischen Kommissare müssen fest daran glauben, daß die Philippinen zu behalten seien. Spanien lehnt das Anerbieten der Vereinigten Staaten ab, 1600 gefangene Matrosen in Empfang zu nehmen, um sie nach Spanien zu befördern. Es wendet ein, daß es deren Wort nicht anerkenne. Die wahre Ursache scheint zu sein, daß Spanien die Beförderungskosten nicht tragen mag. London, 10. Aug. Ueber Hongkong wird vom 30. Juli aus Manila gemeldet, daß der Mangel an Lebensmitteln sich immer mehr fühlbar mache. Es sei kein Fleisch, Brod und Mehl mehr vorhanden gemäß außer kleinen, für die Truppen erforderlichen Beständen. Regenfälle und Hungersnoth verursachen eine Epidemie, und Westfalen. Cronenberg, 10. Aug. Gestern Nachmittag bedrohte ein Lehrling seinen Meister mit einem Messer. Nur durch Dazwischentreten der Gesellen wurde die Katastrophe vereitelt. Später wurde er von einem Gendarm verhaftet und im Polizei=Gefängniß untergebracht. Remscheid, 11. Aug. An einem Neubau in der Elberfelderstraße stürzte gestern infolge zu großer Belastung ein Gerüst ein. Fünf darauf beschäftigte Arbeiter stürzten in die Tiefe, glücklicherweise ohne ernsten Schaden zu nehmen.„.. Mohn Elberfeld. 11. Aug. In seiner Wognung dat sich gestern Abend der Weinhändler A. von Sch. erschossen. Das Motiv zu der That ist nicht bekannt. Der Vater des v. Sch. hatte sich vor ca. 1“; Jahren ebenfalle Mälheim a. Rh., 10. Aug. Mit dem Ruse: „Adieu, jetzt geht's nach Holland!“ stürzte sich hier ein Fabrikarbeiter in den Rhein. Man sah den Mann noch einige Male auftauchen, und dann war er in den Wellen verschwunden. Abends traf der Lebensmüde, der sich inzwischen anders besonnen und ans Land geschwommen war, mit durchnäßten Kleidern wieder zu Hause ein und präsentirte sich seiner in höchster Verzweiflung befindlichen Odenthal bei B. Gladbach, 10. Aug. Gestern besichtigten Oberregierungsrath Ewald und Regierungs= rath We. ckebach mit den Bürgermeistern von B.=Gladbach und Odenthal die durch den Tornado am Sonntag Nachmittag angerichteten Verheerungen auf Höhen und in Thälern beider Bürgermeistereien. Hier wird mancher kleine Eigenthümer gradezu ruinirt sein, wenn nicht fremde Beihülfe ihn wieder aufrichtet. Köln, 10. Aug. Der Zentral=Verband der Gemeindebeamten Preußens hält am Samstag, den 20. August, Vormittags 10 Uhr, hier im Fränkischen Hofe seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht u. A.: Geschäftsbericht; Feststellung einer Geschäfts=Ordnung; Kassenbericht; Anstellung eines besoldeten Geschäftsführers; GesetzEntwurf betr. Gemeindebeamte; Aufnahme einer Statistik über die Besoldungs=Verhältnisse der Gemeindebeamten; Kautionswesen der Gemeindebeamten; Gründung eines Unterstützungsfonds; Einberufung eines Gemeindebeamten= Tages.„„„ 65 — 10. Aug. In der heutigen Stadtverordneten= Sitzung wurden zwei Kommissionen gebildet und zwar aus Stadtverordneten und Bürgern der Stadt zwecks Festsetzung der Vertheilung der für die von dem kürzlichen Unwetter Betroffenen eingehenden Gelder. Wer liebte ihn mehr? Aus dem Englischen von W. von Schönau. (26 „Willkommen in Lancedene,“ sagte er, als sie zum ersten Male die Schwelle der Heimath überschritt, die sie ihm erhalten hatte,„willkommen zu Hause!“ Ihre Augen füllten sich mit Thränen: wären sie allein gewesen, so hätte sie ihre Arme um seinen Hals geschlungen und ihm gesagt, wie glücklich sie sei; aber die ganze Dienerschaft war in der Halle versammelt, um die neue Herrin zu begrüßen, und es war wohl keiner unter ihnen, dessen Herz sie nicht gleich durch ihre Schönheit und Güte gewonnen hätte. In dem behaglich eingerichteten kleinen Salon war der Theetisch für die Reisenden bereitet. Lord Ryeburn beugte sich zu seiner Frau und küßte sie auf die Stirne. „Wenn Du Dich etwas ausgeruht hast, möchte ich Dich selbst durch's Haus führen und Dir unser Heim zeigen, tose gs. Lady Clara lehnte gemuthlich in einem Sessei.„Ich habe mich noch nie im Leben so zu Hause gefühlt wie jetzt,“ meinte sie. „Hoffentlich hält das Gefühl vor,“ erwiderte er. Und dann gingen sie zusammen durch das weite Gebäude, durch die großen Säle und prächtig eingerichteten Zimmer, die zur Aufnahme von fürstlichen Gästen gedient hatten, durch die langen Korridore, die mit Statuen und Gewächsen geschmückt waren, die breiten, mit rothem Sammt belegten Treppen hinauf. Die Pracht, der Luxus und der künstlerische Geschmack, mit dem alles ausgestattet war, eiregte sogar Lady Clara's Bewunderung, obgleich sie viele vornehme alte Landsitze kennen gelernt hatte.„„ „Deine Zimmer liegen im westlichen Fluger, sagte Lord Ryeburn,„es sind die hellsten und behaglichsten; wir wollen sie jetzt ansehen, meine Mutter hat sie für Dich eingerichtet, und ich hoffe, sie hat Deinen Geschmack getroffen.“ „Das hat sie sicher,“ erwiderte Lady Clara, und als sie das Boudoir betraten, rief sie entzückt aus:„Wie schön ist das, Viktor! Man sieht gleich, daß alles von liebender Hand für mich zurecht gemacht ist.“ Das erste, was Lord Ryeburn's Blick traf, war das welches sie in Verona gekauft hatten; es hing der Thür gegenüber, und wieder berührte ihn die wunderbare Aehnlichkeit mit Carmen— gerade so hatte er ihr Gegesehen, als sie Abschied nahmen. Warum mußte Bild, Thür sicht es ihm hier begegnen, als er zum ersten Male das Zimmer seiner Frau betrat? Er wurde todtenblaß, und Lady Clara, die es bemerkte, folgte seinen Blicken. „Mein Bild stört Dich,“ sagte sie.„Du es nie leiden, aber Du brauchst doch nicht auszusehen, als wäre Dir ein Geist erschienen. Ich glaube, ich lasse es dort nicht hängen, ich bin abergläubisch, und eben jetzt scheint es mir zu sagen:„Da bin ich und nun werden wir hier zusammen leben.“ Es war mir, als hörte ich die Worte, und doch ist es nur Einbildung!“ Als Lady Clara eine Stunde später zum Essen herunterkam, fand sie ihren Gatten am Fenster des zu Ehren ihrer Ankunft glänzend erleuchteten Salons stehen. Er hatte die Vorhägge zurückgezogen und sah in den vom Mondlicht erhellten Park hinaus; plötzlich legten sich ein Paar weicher Arme um seinen Nacken und ein liebliches Gesicht lehnte „Küsse mich, Biktor“ sagte sie; es war das erste Mal, daß sie ihn liebkoste,„küsse mich und laß mich sagen, wie sehr lieb ich Dich habe und wie glück„Das freut mich zu hörm, mein Her. Du salst auch glücklich sein“, erwiderte er. Ich habe es Dir schon immer sagen wollen, aber ich traute mich nicht und doch habe ich Dich so lieb.“ Sie schlug ihre großen Augen voll Liebe zu ihm auf, aber sie begegnete in den seinigen keinem gleichen Schein, nur Schmerz lag darin. Sie strich liebkosend über sein „Es ist doch kein Schatten zwischen uns, Viktor““ fragte sie leise und er antwortete schnell:„Nein!“ „Dann müssen wir hier glücklich zusammen sein", sagte sie,„und Du weißt jetzt, mein Geliebter, wie gut 6 Dr bni! 6 Das Weihnachtsfest verbrachten Lord und Lady Gordon in Lancedene, und auch die Gräfin Reyeburn hatte eine dringende Einladung erhalten, aber sie fühlte sich nicht wohl und hat, daß die jungen Leute lieber, wenr die Winterfeste vorüber wären, zu ihr kämgr. z wir zu ihr kommen.“ „Ich kann die Zeit noch nicht bestimmen. Ich möchte dies Jahr zeitig in London sein, um an einigen politischen Verhandlungen theilzunehmen.“ „Aber Du mußt doch erst die Bitte Deiner Mutter erfüllen," versetzte Lady Claia erstaunt.„Warum willst Du das nicht vorher thun?“ „Dann wollen wir Anfang März hinfahren,“ erwiderte er, wohl einsehend, daß seine Ablehnung auffiel, und in der Hoffnung, daß bis dahin noch irgend etwae Aber die Zeitz vergiag, die Gröfin schrieb von neuem; es half nichts, so groß der Schmerz auch für ihn und Carmen sein würde, er mußte auch noch burchgekostet Lady Clara freute sich auf die Reise und sprach viel davon, und er gab sich Mühe, auf ihre Pläne einzugehen, aber Nacht für Nacht lag er wachend und sann auf einen Grund, um sich entschuldigen zu können. Und als er keinen fand, schrieb er sich sein Verhalten genau vor und gab sich sein Wort, daß er Carmen auch keinen Gedanken schenken wollte, der seinem Weibe gehören mußte. Sie kamen an einem Frühlingsnachmittag auf dem Landsitze der Gräfin an und konnten sich nach der kalten Fahrt nichts Behaglicheres denken als das Zimmer, in dem sie empfangen wurden. Ein lustiges Feuer prasselte im Kamin, der Theekessel summte auf dem Tische, eine rothe Ampel warf ihr Licht auf den ganzen Raum und die Gräfin empfing sie mit unverhohlener Freude. „Mein liebes Kind, wie freue ich mich. Dich hier zu sehen!“ sagte sie, indem sie Lady Clara mit mütterliche Liebe ans Herz schloß. Lord Reyeburn's erstes Gefühl war das der Erleichterung: Carmen war nicht da, er hatte noch kurgen Auschub, ehe er sie ebenz,rbsng, zieg ar#nte sich mit den Damen an den Tisa.,, un sch „Sind Deine Giste shon angekommen!“ ftagte be ien, maisten, wor die Antwort, ich hosf, Ihr werdet Euch gut unterhalten, ich wollte so gern einen etten Kreis für Euch einladen und ich glaube, es ist mir gelungen. Da ist so ein junges Ehepaar wie Ihr, Lord Murray und seine Frau, dann Mistreß Drapton, eine schöne junge Wittwe, Capitän Meison „Es oiht nichts so Schönes wie einen Besuch auf dem Lande,“ erwiderte Lady Clara,„aber Du entziehst Dich Deinen Gästen um unseretwillen. „Ich wollte Euch erst allein für mich haben, und meine liebe Pflegctochter vertritt meine Stelle unten.“ „Ich glaube, Deine Kinder sind beide eifersüchtig auf Miß Ercell," lachte Clara. Die Gräfin schüttelte den Kopf.„Das glaube ich nicht, aber ich muß sagen, daß keine Tochter besser und liebevoller für mich sorgen könnte.“ Ich möchte sie gleich kennen lernen,“ bat Clara, und die Gräfin klingelte und ließ Miß Eccell durch den Diener herauf bitten. Lord Ryeburn war an das Fenster getreien und sah in die zunehmende Dämmerung hinaus, er hörte wie in weiter Ferne das heitere Geplauder seiner Frau. Vor seinem geistigen Auge stand sein Abschied von Carmen, er durchlebte die Minuten noch einmal, und jetzt— jetzt sollte er sie wiedersehen! Er hörte die Thüre gehen, Jemand kam herein, und eine Muter aote:„Curmen, 1pänschte, Eie, gleich Schwiegertochter porstellen; sie wunzue, Sie gleich Lady Clara sagte einige freundliche Worte, aber vergeblich horchte er auf den Klang der geliebten Stimme, sein Herz schlug hörbar, und Thränen traten in seine „Viktor,“ sagte die Gräfin,„wo bist Du? Laß mich Dich auch mit Miß Ercell bekannt machen.“ Er trat heran und verbeugte sich, aber er wagte nicht, Carmen anzusehen, ehe er den Sturm in seinem Innern Carmen setzte sch u den Damen an Niemand beachtete, wie blaß sie war und wie ihre Hände zitterten, sie sah nur die dunkle Gestalt am Fenster und wußle, warum Lord Ryeburn dort stand. „Viktor, begann die Gräfin,„was siehst Du dort? Es ist doch zu dunkel, um die Aussicht zu bewundern.“ „Nichts Besonderes, Mutter,“ erwiderte er, indem er herantrat und sich neben sie setzte. „Viktor ist oft in Gedanken versunken, walf Lady Clara ein,„war das schon früher seine Gewohnheit?“ „Dessen entsinne ich mich nicht,“ sagte die Gräfin, er war eigentlich mehr lebhaft als träumerisch.“ Ach, eine nur wußte, was er litt und wie tapfer er den Schmerz bekämpfte! Er hatte Carmen noch nicht angesehen, aber er wurde wieder Herr seiner Gefühle und fing an, seiner Mutter von der Reise zu erzählen. Die Unterhaltung wurde bald allgemein und lebhaft, und Lady Carmen mit hinein zu ziehen.(Forts. folgt.) * — 11. Auz. Unter Vergiftungssymptomen ist eine hiesige Familie erkrankt. Man vermuthet, daß die plötzliche, nicht unbedenkliche Erkrankung dem Genusse verdorbenen Schweinefleisches zuzuschreiben ist. — 11. Aug. Bei dem Hagelschlag am Sonntag Abend fielen Schloßen im durchschnittlichen Gewicht von 80 bis 100 Gramm, doch auch solche von 150 bis 250 Gramm waren keineswegs selten. Dagegen dürfte ein niedergefallenes Eisstück, das von den Schvestern der höhern Töchterschule in Kalk gleich nach dem Unwetter aufgehoben und gewogen wurde, alles Dagewesene übertreffen: es wog 1 Kilogramm. Saarbrücken, 10. Aug. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist hier abermals ein ruhig seines Weges gehender Mann von jungen Burschen überfallen und derart mit Messerstichen verletzt worden, daß er am Sonntag Abend starb. Es sind nunmehr innerhalb vier Wochen nicht weniger wie vier Menschenleben diesen gefährlichen Messerhelden zum Opfer gefallen. Ahlen, 8. Aug. In einer hiesigen Familie leistete sich das kleine Töchterchen dieser Tage ein recht kostspieliges Frühstück. Es hatte einen auf dem Tische liegenden Hundertmarkschein weggenommen und ihn schon zum größten Theile zerrissen und— gegessen; als man aufmerksam wurde, war es gerade noch früh genug, den letzten Fetzen mit der Nummer zu retten, so daß Aussicht vorhanden ist, den Schein ersetzt zu bekommen. Siegen, 11. Aug. In einem Weiher bei der Ortschaft Tiefenbach ertrank beim Baden ein Knabe und in einem Fischteiche bei Seelbach ein Bermann. Lippstadt, 9. Aug. Es wurde das hiesige Realgymnasium geschlossen und die sämmtlichen Schüler bis auf Weiteres entlassen, weil die Frau des im Schulgebäude wobnenden Pedells an einer ansteckenden Krankheit erkrankt ist. Stadt= und Landkreis Solingen. Solingen, 12. August. um die Stadt Solingen und die frühere *— Ein um die Stadt Soling Stadtgemeinde Doip hochverdienter Mann, Herr Beigeordneter Hermann Heuser, vollendete gestern sein irdisches Dasein. Schon lange Jahre Stadtverordneter von Dorp, berief ihn das Vertrauen der hiesigen Gesammtgemeinde, nachdem im Jahre 1888 die Gemeinde Doip der Stadt Solingen einverleibt worden, im Jahre 1890 in das Stadtverordnetenkollegium. Am 6. Juni 1893 wurde Herr Heuser zum Beigeordneten unserer Stadt gewählt und am 24. Juli als solcher in sein Amt eingeführt, in dem er zum Wohle der Stadt seine ganze Kraft und seine reichen Kenntnisse einsetzte und verwerthete. Die Bürgerschaft Solingens wird dem Verstorbenen ein ebrungsvolles Andenken bewahren! *— Der Verkehrsstatistik des Eisenbahndirektions= bezirks Elberfeld entnehmen wir über den Frachtverkehr der Stationen Solingens, daß u. A. in Empfang genommen wurden bezw. zum Versandt gelangten(die Bezeichnung der Frachtartikel erfolgt in Tonnen zu 1000 kg., die des Biehes in Stückah), E56 Auf dem Bahnhof Sotingen=Sur: a un grachtartikel: Bier 508 bezw. 378, Zement 1252, Eisen(Roh) aller Art 2010 bezw. 2021, Eisen und Stahl 4438 bezw. 1717, Eiserne Dampfkessel 870 bezw. 282, Eisen= und Stahlwaaren 1403 bezw. 3170, Erde 41338 bezw. 132, Getreide(Roggen 627 bezw. 46, Hafer 1346 bezw. 42, Gerste 101 bezw. 5, Hülsenfrüchte 2194 bezw. 7), Holz (Rundholz 632 bezw. 658, Nutzholz 4167 bezw. 530, Brennholz 360 bezw. 107, gebrannter Kalk 3705 bezw. 80, Kartoffeln 3919 bezw. 228, Mehl und Kleie 2525 bezw. 42, Obst 2c. 328 bezw. 25, Papier 1141 bezw. 1022, Petroleum 1086 bezw. 162, gebrannte Steine 17421 bezw. 1003, Steinkohlen und Koks 71420 bezw. 497, Zucker 449 bezw. 13. d. an Vieh: Rindvieh 4927 bezw. 53, Schafe 287. Schweine 10052 bezw. 138, Geflügel 72. Auf dem Bahnhof SolingenNord wurden in Empfang genommen bezw. versandt u. A: a. an Frachtartikel: Bier 2394 bezw. 66, Zement 2048 bezw. 35, Eisen(Roh) aller Art 439 bezw. 43, Eisen und Stahl 1786 bezw. 70, Eisen= und Stahlwaaren 1255 bezw. 1955, Erde 26562 bezw. 26, Getreide(Hafer 697 bezw. 16, Gerste 118, Hülsenfruchte 252 bezw. 1), Holz(Rundhol; 448 bezw. 132, Nutzholz 1563 bezw. 38, Brenugoiz 1¼4), gebrannter Kalk 2497 bezw. 31, Kartoffeln 1434 bezw. Mehl und Kleie 781 bezw. 30, Papier 929 bezg. Petroleum 184 bezw. 17, bearbeitete Steine 4598, georannSteine 5820 bezw. 52, Steinkohlen und Koks 34953 bezo. 136. b. an Vieh: Pferde 88 bezw. 2, Rindvieh 227 bezw. 10, Schweine 283 Auf dem Bahnhof Solingen=Weyersberg wurden u. A. empfangen bezw. versandt an Vieh 0, an Frachtartikel: Eisen(Roh=) aller Art 3568 bezw. 723, Eisen und Stahl 725 bezw. 1370, Eisen= und Stahlwaaren 26 bezw. 218, Erde 2804 bezw. 212, Getreide (Roggen 903 bezw. 17, Hafer 100 bezw. 16, Gerste 116, Hülsenfrüchte 158), Holz(Nutzholz 1669 bezw. 24, Brennholz 101), Kartoffeln 208, Mehl und Kleie 570 bezw. 13, Petroleum 1811 bezw. 9, gebrannte Steine 2340 bezw. 581 und Steinkohlen und Koks 15506 bezw. 150. *— Heute über 8 Tage findet bei Herrn F. W. Bungards am Grünewald das Strauß=Konzert statt. Herr Hofballmusikdirektor Eduard Strauß ist hier mit seiner aus 43 hervorragenden Künstlern best Kapelle von früheren Besuchen her wohlbekannt. Auch in dem am Freitag zur Aufführung kommenden Programm ist der Name des Dirigenten und Komponisten mehrmals vertreten. Außerdem bringt dasselbe Stücke von Kretschmer, Liezt, Beethoven, Rubinstein, dem Bruder des Dirigenten, Johann Strauß, Schubert und Wagner, so daß ein höchst genußreicher Abend dem hiesigen Publikum bevorsteht. Wir werden später noch auf das Konzert bboe) Aungust Junkermann, der allsemein beliebte vortreffliche Künstler, ist von seiner schweren Erkrankung wieder vollständig genesen und hofft den zahlreichen hierortigen Reuterverehrern im Laufe dieser Saison durch ein neues vorzüglich zusammengestelltes Programm recht vergnügte Stunden zu verschaffen. — Wegen Besprechung über den Ausoau der Donaustraße wird am nächsten Dienstag eine Versammlung im Lokale des Herrn Abr. Blasberg zu Schlagbaum stattfinden. Dem Ausbau der Straße haben bekanntlich die betheiligten Gemeinden Gräfrath und Wald nach langen Verhandlungen zugestimmt, nachdem die Anwohner der Straße den Grund und Boden zur Verfügung geDie.„Elbf. Ztg, faßt sich ein Hern und druckt muthig ab, was dieser Tage in der„Remsch. Ztg. die schautige Verunreinigung des Wupperflusses stand. Auch verschweigt sie nicht, daß„die Schuld an den vielen Färbereien und chemischen Fabriken in Barmen und Elberfeld liegt, die ihre Fabrikabwässer ungeklärt einfach in die Wupper laufen lassen.“— Wir ersuchen die großstädtische Kollegin, doch einmal die Frage aufzuwerfen: Sollte der gegenwärtige Zustand thatsächlich ein unabänderlicher sein oder ist die Verseuchung des Wupperflusses bei einigem guten Willen und Opfern aus der Welt zu schaffen? Das herannahende fin de siécle hält sich bestens empfohlen. — Recht unternehmungslustig zeigen sich die Herren Gastwirth Münster und Lehrer E. Marschall von hier. Gestern traten beide Herren eine Radtour an, die weit über Deutschlands Grenze hinausgeht, die Schweiz berührt und in Nizza endet. Ein guter Theil der Reise soll allerdings per Bahn zurückgelezt, während Alpenpässe und oberitalienische Landstraßen abgeradelt werden. Aul Heil und zlückliche Heimkehr! — Der„Kegelklub Kranz“ zu Dornsiepen feiert am 13.—16. August ein Kegelfest im Lokale des Herrn Franz Steffens in Dornsiepen. Außer Einzelpreisen, welche in baarem Gelde bestehen, sind Werthgegenstände als Vereinspreise sowie ein prachtvoller Ehrenpreis zum Auskegeln ausgesetzt. Die Werthgegenstände und Ehrenpreise sind bei Herrn Otto Lieber, Rasiergeschäft, Kaiserstraße, ausgestellt und von Herrn Benj. Kaufmann(Gold= und Brunnenstraßen=Ecke) bezogen. §— In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde auf der Blumenstraße ein Kaninchenstall erbrochen und aus demselben 6 große Kaninchen gestohlen. 2 der Thiere wurden am anderen Morgen in der Nähe liegend mit durchschnittenem Halse aufgefunden. — Gestern Abend entstand am Höfchen, obere Kaiserstraße, eine Schlägerei. Arbeiter eines hier durchziehenden Hunde=Theaters fielen nämlich einen Bewohner der oberen Kaiserstraße an, unter dem Vorgeben, er habe sie bestohlen. Da der Letztere sich gegen die drei Personen allein nicht wehren konnte, flüchtete er in seine nahe gelegene Wohnung, an der die Raufbolde die Fenster einschlugen und eben im Begriffe waren, die Thüre einzuschlagen, als Hülfe kam. Darauf flüchteten sie in ihren Wagen und drohten, Jeden niederzuschießen, der sich den Wagen näherte. Durch hinzugerufene Polizeibeamte wurden sie aber aus ihrem Zufluchtsort herausgeholt, wobei einer der Betheiligten, der Besitzer des Theaters, im Dunkel der Nacht entkam. Ein anderer warf einen Gegenstand unter den Wagen, der sich bei näherer Untersuchung als ein Dolch erwies. Außerdem waren die Burschen mit Schlagring und Revolver bewaffnet. Zwei von den Thätern wurden in Haft genommen. Dieselben werden sich wegen Sachbeschädigung, Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Bedrohung zu verantworten haben. — Die Staats=, Gemeinde= und Kirchensteuern für das 2.Vierteljahr 1898 99 werden in Ober=Kohlfurt und Unten=Kohlfurt am 29. August, in Kohlfurterbrücke und Wahlert am 30. August abgeholt werden. — In Interessentenkreisen wird es als dringend wünschenswerth bezeichnet, daß eine vermehrte bezw. erneute Ausgabe von Reichsbanknoten im Betrage von 500 M. stattfinde. Der Mangel solcher Banknoten macht sich im Verkehr in sehr lästiger Weise fühlbar. Grundsätzliche Bedenken dürften der Erfüllung dieses in der Bankwelt verbreiteten Wunsches wohl nicht im Wege Gräfrath, 11. Aug. Gestern Nachmittag veranstaltete bei schönstem Wetter die hiesige evangelische Schule einen Ausflug nach Osterholz. Die Mettmanner Musikkapelle begleitete die festlich gekleideten Kinder, welchen sich sehr viele Eltern angeschlossen hatten. Im Lokale des Wirthes Peter Hasten zu Osterholz erwartete die vom Marsche ermüdeten Ausflügler bereits der dampfende Kaffee, der mit Freuden begrüßt wurde. Nach dem Kaffeetrinken unterhielten sich die Kinder durch allerhand Spiele(Reigen, Ballschlagen u. s. w.), worauf die fröhliche Schaar unter den Klängen der Musikkapelle gegen 9 Uhr wieder in die Stadt einzog.— Einem anderen uns über den Ausflug zugehenden Berichte entnehmen wir die mit dem Hinweis darauf, daß ein solcher Aueflug den Schülern die Schule wieder doppelt lieb und werth macht, begründete Anfrage, warum die katholische Volksschule nicht in ähnlicher Weise einen solchen Erholungstag anordnen kann. Die katholischen Volksschüler standen betrübt am Wege, als sie ihre Altersgenossen hinausziehen sahen. □— 12. Aug. Die Beerdigung der sterblichen Ueberreste der bei dem Brande am Montag verunglückten Frau Lungenstraß fand gestern Nachmittag unter großer Betheiligung der Bewohner von Flachsberg und Umgegend auf dem Friedhofe zu Ketzberg statt. Die Grabrede hielt Herr Pastor Müller aus Gräfrath. Derselbe schilderte in kurzen Zügen den Lebenslauf der Verstorbenen und ermahnte die Umstehenden und Angehörigen, sich ja auf den Tod vorzubereiten, denn der Tod könnte kommen wie ein Dieb in der Nacht. ?— 12. Aug. Der hiesige Eisenbahn=Frachtverkehr hat, wie aus den nachstehenden Ziffern, welche die Frachtartikel in Tonnen zu 1000 Klg. angeben, ersichtlich ist, in dem letzten Jahre sich erheblich vermehrt. Die Gesammtumme des Güterverkehrs beträgt nämlich im Jahre 1897 an Empfangsgütern 20 587 und an Versandtgütern 14979, während die gleichen Ziffern im Vorjahre 19424 bezw. 13821 waren. Zum Versandt gelangten u. A. an Bier 23, Düngemittel 80, Getreide(Roggen) 15, Kartoffeln 10, gebrannte Steine 13176, Steinkohlen und Koks 30. An Vieh wurden versandt 16 Stück Rindvieh. In Empfang wurden u. A. genommen an Bier 240, Düngemittel 297, Eisen(Roh=) aller Art 100, Eisen und Stahl 100, Erde 2398, Getreide(Roggen) 153, Rundholz 395. Kartoffeln 146, gebrannte Steine 1904, Steinkohlen und Koks 12162, Zucker 268. An Vieh wurden hier in Empfang genommen 167 Stück Rindvieh, 280 Schafe und 704 Schweine. Auch der Personenverkehr hat ganz erheblich zugenommen. Während im Jahre 1896 97 die Zahl der auf Fahrkarten und Fahrscheine abgefertigten Personen nur 78648 betrug, stieg sie im abgelausenen Jahre auf 89263. n Wald, 11. Aug. Unsere am nächsten Sonntag beginnende diesjährige Kirmes scheint diesmal in großartiger Weise gefeiert zu werden. Es haben sich bereits mehrere Karoussels, Schifftschaukeln und eine Menge Schau=, Schieß= und Photographiebuden 2c. eingefunden, sodaß sowohl der große Halfenweyerplatz als auch der Kirchplatz vollständig bebaut sein werden. Auch die Herren Wirthe scheinen ihr Möglichstes gethan zu haben, um ihren Besuchern den Aufenthalt möglichst angenehm P cts. im Werthe von 15 Mark gestohlen zu haben.— Gegen einen Althändler von hier, welcher diesen Ambos von den beiden zu 50 Pfg. gekauft hatte, war ferner Anklage wegen Heblerei erhoben worden. Dieser wendet ein, er habe den Ambok in der Meinung, es sei ein werthloses Stück Eisen, unbesehen auf die Waage geworfen. Das Gericht erachtete aber auch diesen Angeklagten schuldig. Das Urtheil lautete gegen den ersten Angeklagten auf 1 Woche, gegen den Handler auf 2 Tage Gefängniß. Nach Verkündigung dieses Urtheils erschien auch der an dem Diebstabl betheiligte zweite Bursche, ein erst 16 Jahre alter Tagelöhner gebürtig aus Sonnborn, hier oder in Gräfrath wohnhaft, dieser war der That ebenfalls geständig und kam mit einem Verweise davon.(Schluß folgt.) Elberfeld, 12. Aug. In einer Sitzung der Ferienstrafkammer, die bis!: 12 Uhr in der vorletzten Nacht dauerte, wurde gegen eine Diebes= und Hehlerbande ver handelt, die hier, in Mettmann, Heiligenhaus, Ohligs, Solingen, Velbert, Iserlohn und Köln eine Zeitlang ihr Unwesen getrieben und eine Anzahl Einbruchs= und einfachere Diebstähle begangen hat. Die Beute bestand in Kleidungsstücken, Wäsche, Baargeld, Stahlwaaren, Uhren und Schmucksachen. Acht Angeklagte erbielten der Reihe nach folgende Strafen: 6 Jahre Zuchthaus, 4 Jahre Gefängniß und eine Woche Gefängniß wegen Widerstandes und Sachbeschädigung, zwei Jahre Gefängniß, anderthalb Jahre Zuchthaus, drei und fünf Monate Gefängniß, die Hehler zwei Jahre Zuchthaus und vier Monate Gefängniß abzüglich ein Monat Untersuchungshaft.(Tgl. Anz.) son, in Taptonhouse bei Chesterfield starb. Geboren am 8. Juni 1781 in Wylam bei Newcastle, baute er 1812 seine erste Lokomotive für die Stockton=Darlinz= tonbahn, welcher schon nach einigen Jahren verschiedene Verbesserungen folgten. Die Gesammtzahl der Lokomotiven beträgt heute 110000, von welchen auf Deutschland 15000 entfallen. (Demschwerreichen Ter tilwaarenfabrikanten Herrn F. in Elberfeld) starb seine Frau. Die anwesenden Aerzte glaubten an Scheintod. Man rief nach Siegellack, um ihn auf die Puléader zu träufeln. Der Sohn des Hauses eilte ins Komtoir, um welchen zu holen, aber Herr F. bekam noch Zeit, ihm nachzurufen: „Fritz! Aber nicht von dem juten,— nimm den Packsiegellack!"(Simplicissimus.) Vermischte Nachrichten. Kassel, 10. Aug. Bei seinem Frühspazierritt im Park zu Wilhelméhöhe trug der Kaiser am vergangenen Montag probeweise den Trepenanzug, der auf der Reise in Palästina angelegt werden soll. Der Ueberrock, sowie die eng anliegenden Beinkleider sind von gelblich=weißem Stoff, über die Brust zieht sich eine gelbe Beschnürung. Die Reitstiefel sind von gelbbrauner Färbung. Den Anzug vervollständigt der Tropenhelm mit gelber Spitze. Hamburg, 10. Aug. In Sachen der Hamburger Photographen Wilcke und Priester hat die Familie des Fürsten Bismarck den Rechtsanwalt DückerAltona, der bekanntlich auch den Prozeß Bismarck=Lanze führt, zu ihrem juristischen Beirath gewählt. Dieser hat den„H. N.“ zufolge eine Verfügung des Landgerichts Hamburg erwirkt, wonach den genannten Photographen bei einer Geldstrafe von 20000 M. für jeden Kontraventionsfall und bei Strafe sofortiger Verhaftung jegliche Benutzung der vielbesprochenen Platten verboten worden ist. — 11. Aug. Im Juni 1892 wurden hier in Wiezels Hotel einer Wittwe Maßmann durch Auswechlung eines Handkoffers 150000 Franken in italienischer Rente gestohlen. Der Hamburger Kriminalpolizei gelang es, als Thäter die einer großen Bande angehörigen Italiener Pietro Bernadino Riccar dini, Giuseppe Mecca und Enricci zu ermitteln. Berlin, 11. Aug. Im Hepfengraben am Hippo; drom wurde ein Kind ermordet aufgefunden. Als Mutter dieses Kindes ist die unverehelichte Pauline Kanera ermittelt worden. Sie ist geständig, ihr neun Monate altes Kind vorgestern Abend mittels einer im Thiergarten aufgefundenen Düte, die sie dem schlaftrunkenen Kinde in den Mund preßte, getödtet und die Leiche in den Hopfengraben geworfen zu haben. Die Mörderin giebt an, die hoben Pflegekosten für das Kind nicht mehr zu zahlen im Stande gewesen zu sein. Dresden, 11. Aug. Heute Vormittag erschoß sich auf dem hiesigen katholischen Kirchhofe am Grabe einer Braut der Baumeister Buk aus Prag. Oelsnitz(Sachsen), 11. Aug. Bei einer Messerstecherei beim Wiesenfest in Kaiserhammer wurde der Steinhauer Pöhlmann getödtet, der Steinhauer Specht schwer verletzt. Kiel, 10. Aug. Der Schiffer Lohmeyer, welcher mit drei Gehülfen von Büsum aus den Krabbenfang unternahm, ist mit seinem Kutter an der Nordseeküste erunglückt. Der Schiffer hat mit seinen drei Gehülfen den Tod gefunden. Germersheim, 11. Aug. Gestern Abend erränkte sich im Rhein die Kaufmanns=Gattin Braun mit zwei Kindern. Der Anlaß zu der That lag in Familienverhältnissen. Landshut, 10. Aug. Die 17jährige Kindsmörderin Fritz hier wurde mit der Leiche ihres ermordeten Kindes konfrontirt. Hierbei benahm sie sich ebenso frech und gleichgültig wie bei ihrer Verhaftung. Bezeichnend für das Gemüth der jungen Mörderin ist, daß sie am Tage nach der Ermordung ihres Kindes die halbe Nacht hindurch tanzte. Während der ganzen 14 Tage schlief sie neben dem Orte, wo die Leiche des Kindes versteckt war. Aus dem Reichslande, 11. Aug. In St. Lud wig bot der letzte Tag der„Kilbe“ unserer Bevölkerung Sitzung des Schöffengerichts. * Solingen, 12. Aug. Vorsitzender: Herr Amtsrichter Tücking, Schöffen: Herren Friedrich August Abel von Höhscheid und Johann Hubert Kurdt von Wald, Amtsanwalt: Herr Stadtsekretär Hermes, Protokollführer: Herr Gerichtsschreiber Dreesmann.— Ein hiesiger Fuhrknecht hatte einen polizeilichen Strafbefehl wegen Nichtbeachtung der Warnungssignale der Straßenbahn erhalten. Derselbe will das Signal nicht gehört haben Aus der heutigen Verhandlung entnahm jedoch das Gericht, daß die Beschuldigung wohl begründet sei. Demnach lautete das Urtheil auf 10 Mark Geldstrafe oder 2 Tage Haft.— Die Verhandlung gegen einen Fabrikarbeiter von hier wegen Diebstahls in mehreren Fällen mußte vertagt werden, weil der Angeklagte, angeblich krankheitshalber, nicht erschienen war.— Ein 33 Jahre alter Fabrikarbeiter von hier unddessen Ehefrau waren wegen Diebstahls bezw. Unterschlagung unter Anklage gestellt. Dieselben hatten zu Anfang d. J. einige Monate in ein hiesigen Gasthause zur Miethe gewohnt und in dieser Zeit sollen sie Wäschestücke und andere Sachen der Hausbesitzerin sich angeeignet haben. Thatsächlich sind im Besitz der An geklagten einige der Wirthin gehörige Sachen vorgefunden worden. Die Angeklagten wenden ein, daß höchstens aus Irrthum in dem Glauben, es seien ihre Sachen, einige Wäschestücke in ihren Besitz gekommen sein könnten. Die Sache erschien heute nicht genügend aufgeklärt und wurde behufs Ladung weiterer Zeugen vertagt.— Wegen Bettelns wurde ein Tagelöhner aus Breckerfeld zu 3 Wochen Haft verurtheilt, welche Strafe als durch Untersuchungshaft verbüßt erklärt wurde. — Ein 27 Jahre alter Tagelöhner war beschuldigt, in Gemeinschaft mit einem anderen Burschen einen Ambos ein interessantes Schauspiel. Der Coiffeurgehülfe Höse von hier hatte mit einigen Freunden die Wette gemacht, daß er den Thierbändiger Giacometti im Käfig in mitten einer Löwen rasiren werde. Diese Wette wurde zum Austrag gebracht. Es hatte sich eine zahlreiche Zuschauermenge eingefunden. Den Käfig betraten zuerst der Thierbändiger und dessen Frau; letztere stellte sich vor die Löwen, während ersterer auf einem der beiden mitgebrachten Stühle Platz nahm. Beherzt betrat nun der Coiffeur den Käfig und verrichtete grade wie im Atelier seine Arbeit, während welcher Zeit sich die beiden Thiere durchaus ruhig verhielten. Die Darsteller wurden ob ihres Muthes allseitig beglückwünscht.(Straßb. Tabl.). Allinge(Insel Bornholm), 10. Aug. Beim Baden ertrank gestern in der Nähe von Hammeren der Kandidat der Rechte Koch aus Charlottenburg. Mailand, 10. Aug. In Como bemächtigte sich gestern ein Postillon, welcher beauftragt war, die Postsäcke zur Bahn zu befördern, der Geld= und der 22 eingeschriebenen Briefe und floh mit denselben wahrscheinlich über die nahe schweizerische Grenze. Belgrad, 10. Aug. Der Oberstlieutenant Jarkovitsch in Kragujewatsch vergiftete sich und stürzte sich dann in einen Brunnen. Saloniki, 10. Aug. Die großen Mehletablissements von Fratelli Allatin sind mit bedeutenden Vorräthen niedergebrannt. Thai=Pe(Formosa), 10. Aug. Es wird gemeldet, daß bei einem heftigen Sturm und Ueberschwemmungen, welche großen Eigenthumsschaden verursachten, 100 Menschen ums Leben gekommen sind. (Das Wort„Eventuell.“) Man schreibt der „Deutschen Zeitung": Welche unangenehme Bedeutung der westfälische Bauer dem heutzutage so häufig gebrauchten und kürzlich sogar angedichteten Worte„eventuell" beilegt, davon gibt ein ergötzliches Zwiegespräch Zeugniß, das kürzlich vor dem Hause eines Rechtsanwalts in dem westfälischen Städtchen k. in meine Ohren drang. Korl empfing seinen Freund Krischan draußen mit der hastigen Frage:„No, Krischan, watt hett denn de Avkaate seggt?“„Ek bin dor nich recht klauk ute worn, antwortet Krischan,„as eken froge, ob ek minen Prozeß woll gewunne, do seggt hei: eventuell.“„Wat, Krischan,“ fällt ihm do Korl in die Rede,„watt hett de Kerl seggt? Eventuell hett bei seggt? Denn most du betahlen. (Jubiläum.) Heute werden es 50 Jahre, daß der Erfinder der Lokomotive, George StephenNeueste Nachrichten und Telegramme. Berlin, 12. Aug. Die Morgenblätter melden aus Bozen: Der Münchener Landschaftsmaler Taschak und Gattin stürzten bei Besteizung des Lungkofels ab. München, 12. Aug. Aus Berlin wird den„M. N. N.“ gemeldet: Bezüglich der Kandidatur des Prinzen Georg von Griechenland für den Gouverneurposten auf Kreta soll der Familier.= rath der dänischen Königsfamilie sich dahin schlüssig gemacht haben, für absehbare Zeit die Kandidatur fallen zu lassen. Wien, 11. Aug. Wie das„W. Corr.=Bl.“ meldet, übernahmen die Franzosen heute Vormittag das Kommando über die Stadt Kanea. Agram, 11. Aug. Im hiesigen Universitätsgebäude erplodirte heute Morgen in der Wohnung des Pedell: eine Menge von diesem angefertigter Feuerwerkskörper. Die Wohnung wurde zerstört; der Pedell, seine Frau und eine Tochter sind fürchterlich verwundet, während zwei Kinder leichtere Verletzungen davontrugen. Paris, 11. Aug. Der„Temps' meldet aus Madrid: Der frühere Minister Moret kam gesterr an und hatte eine lange Besprechung mit Sagasta. Man spricht davon, daß Moret ausersehen sei, den Vorsitz in der spanischen Kommission zu führen, welche zusammen mit einer amerikanischen den Friedensvertrag aufsetzen soll, weil Moret in kolonialen Angelegenheiten eine Autorität sei.— In amtlichen Kreisen ist man der Meinung, die Einberufung der Cortes werde bis Ende September aufgeschoben werden.— Seitens Spaniens wie Amerikas wird telegraphisch die Einstellung der Feindseligkeiten angeordnet werden, sobald Cambon das Präliminar= protokoll unterzeichnet haben würde. London, 11. Aug.„Standard meldet aus Hongkong, daß zwei amerikanische Kriegsschiffe nach den philippinischen Gewässern abgedampft seien, um den Truppen Aguinaldos Waffen zu liefern, falls diese für die Freiheit der Philippinen kämpfen wollen. Genua, 12. Auz. In Ponte Dezimo fand gestern Abend ein Zusammenstoß zwischen einem Durchgangszug und einem Güterzug statt. Vier Personen sind todt und 20 verwundet. Der Präfekt begab sich nach der Unglücksstelle. Rom, 11. Aug. Der Papst blieb Vormittags 4 Stunden auf und ging dann auf den Rath Lapponi's zu Bett. Letzterer erklärte gegenüber einem Vertreter der„Agenzia Stefani', der Papst könne hoffentlich morgen den ganzen Tag aufbleiben und übermorgen die Audienzen wieder aufnehmen. Die Indieposition sei sehr unerheblich. Da der Papst durch übermäßige Arbeit in den letzten Tagen ermüdet ist, rieth ihm Lapponi Ruhe halber das Bett zu hüten. — 11. Aug. Die„Agenzia Stefani“ erklärt die New=Yorker Meldung der„Times“ als unbegründet, daß Italien Staatssekretär Day mittheilte, Columbien müsse sofort am 13. d. eine Million Pesos zahlen, andernfalls würde Candiani Cartagena bombar= diren. Die„Agenzia Stefani“ fügt hinzu, Italien beschränkt sich darauf, seine Forderungen hinsichtlich der vollständigen Ausführung des Schiedsspruches Cleveland's und hinsichtlich der unumgänglich nothwendigen Garantien entschieden aufrecht zu erhalten. Madrid, 11. Aug. Die Carlisten=Bewegung wächst trotz aller gegentheiligen Behauptungen. Eine Bande ist in der Umgegend von Alcalas gesehen worden. Die telegraphische Verbindung zwischen Valencia und Tarragona wurde abgeschnitten. Die Regierungstruppen haben 6 Gefangene gemacht. — 11. Aug. Sagasta erklärte nach Beendigung des heutigen Ministerrathes, er besitze die Antwoit der Regierung der Vereinigten Staaten noch nicht, sondern nur eine Note des spanischen Botschafters in Paris Leon v. Castillo, in welcher die Antwort angekündigt wird. Letztere werde für heute erwartet. Aus guter Quelle verlautet übrigens, die Rezierung kenne die Hauptpunkte der Note der Vereinigten Staaten und diese erschienen ihr befriedigend. Gibraltar, 11. Aug. Infolze heute Abend eingetroffener Befehle sind die Anordnungen der heutigen Abfahrt des englischen Mittelmeergeschwa ders verschoben. Das Geschwader verbleibt in Gibraltar. Madras(Ostindien), 11. Aug. Hier ist eine Cholera=Epidemie ausgebrochen. In einer Woche zählte man 38 Todesfälle. Hirt Dachrn sind's, welche Du jeden Tag gebrauchen solltest: Grümer& Neu' echten Panama=Holz=Wasch: — Extract, Grümer& Neu' chemisch reine Salmiak=Terpentin= Kernseife und Grümer& Neu' bewährte Toilette=Fettseife.— Ueberall erhältlich. Die Kinder essen es wirklich gern, aber auch für Erwachsene läßt sich in ca. 10 Minuten ein liebliches Gericht durch einsaches Kochen der Milch mit Brown u. Polson's Mondamin herstellen. Dies ergiebt eine nahrhafte und verdauliche Speise, regt durch seinen eigenen Wohlgeschmack Kinder wie auch Kranke an, solche Milchspeise haufiger zu erbitten. Beliebige Zuthat von Vanille, Citrone 2c., Beigabe von Fruchtsauce, gekochtem Obst erhöhen den Geschmack und liefern zugleich für den Familientisch ein nahrhaftes und köstliches Dessert. führliches auf den Mondamin=Packeten à 60, 40 und 15 Pfg. erhältlich in allen einschlägig. Geschäften. Hauptdepot für Rheinland u. Westfalen bei P. A. Stenger jr., Köln a. Rh. Hüser& Co., Commandit-Gesellschaft. Commandite der Berg. Märk. Bank. 1I. Aug. 102.60 95.60 102.50 100.60 99.75 99.— Erstklassige Anlage-Werthe stets vorräthig. Prompte Ausführung von Börsen- Aufträgen. Kirchlicher Anzeiger. 10. Sonntag den 14. August 1898. Evangelische Gemeinde Solingen. 8 Uhr: Pastor Giesekke. Sorm, 10 Uhr: Pastor Becker. Koll.“) Begege Tausen: Baohtor — ufen in der Kirche außer dem stond zichen Buche ausgefüllte Taufsormulare vorzulegen sind, welch letztere Pfarrern, dem Küster und auf dem Gemeinde= Amt Südwall 9, zu Die Verüigungen, fgd bei Pastor Becker und auf vem Gemeinde=Amt, Südwall 9, anzumelden. Amtsbezirk Krahenhöhe. Vermiteg“ Hransfeld. Koll“) *) Kollekte für den westdeutschen Verein für Israel. Ev. Arbeiter=Verein. Nachm. 6 Uhr: Versammlung. Er. Vereinshaus. Somtagschule. 4 Uhr Nachm.: Bibelstunde. 6¾ Uhr: Jungfrauen=Verein. Gesangstunde. BürgerVerein vom hl. Clemens. Die Mitglieder werden gebeten, sich an dem Festzug des Gesellenvereins Sonntag, den 14. August zahlreich zu betheiligen. Versammlung nach der Andacht vor der Kirche.(Abzeichen anlegen.) Der Vorstand. Bekanntmachung. Die Liste der stimmfähigen Bürger der Stadt Solingen liegt gemäß§ 19 der Städte=Ordnung vom 15. Mai 1856 vom 15. bis 30. dss. Mts. während der Dienststunden auf dem Rathhause Zimmer Nr. 4 zur Einsicht offen, und kann während dieser Zeit jeder Einwohner gegen die Richtigkeit der Liste bei dem Unterzeichneten Einwendungen erheben. Solingen, den 10. August 1898. Der Oberbürgermeister I. V.: Der Beigeordnete: Coppel. Gerichtlicher Verkauf. Am Samstag, den 13. August 1898, Vormittags 11 Uhr, soll auf dem alten Markte zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 Küchenschrank mit 4 Thüren und Klappe. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Bupperstr. 29. Stange. Gerichtlicher Verkauf. Am Samstag, den 13. August 1898, Vormittags 11 Uhr, sollen vor dem Hause der Wirthin Frau Carl Bauermann zu Solingen, Kölnerstraße, öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 Schreibtisch,1 Bücherschrank, 1 Vertikow, 1 Sopha, lateur 2c. 2c. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Klosterwall 18. Dillenberger. Gerichtliche Verlaufe. Am Samstag, den 13. August 1898, I. Vormittags 10 Uhr, sollen bei Wirthin Steinijans zu Solingen gegen einen Dritten öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert peden: Jmeschine 9.5 1 Blecheckenhefimaschine und 1 Kistchen Blechstreifen; II. Vormittags 11 Uhr an Ort und Stelle zu Ketzberg Nr. 30 1 alte Ladentheke, eine compl. Thekenwaage mit Gewichten, 1 Sack Mais ca. 130 Pfd., 1 Sack Weizenmehl ca. 170 Pfd., 1 Säckchen gebrannter Kaffeebohnen ca. 20 Pfd. und 1 Waarenschränschen III. Nachmittags 3 Uhr zu Opferfelderstraße Nr. 5 2 neue Schaufenstergestelle u. 1 Bretterverschlag mit Drahtgitter. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Bupperstraße 49. Salowsky. Königl. Standesamt Solingen. 11. August. Geburten: Walter Adolf, S. v. Barbier Hugo Schmidt, Kölnerstraße. Martha Elfriede, T. v. Messerreider Ernst Beumer, Unnersberg. Martha, T. v. Schleifer Alfred Wilhelmi, Schützenstraße. Erna, T. v. Schleifer Reinhold Bender, Schützenstraße. Sterbefälle: Postschaffner Heinrich Josef Feldhoff, 72 J., verw., Kullerstr. Fuhrmann Wilh. Schumacher, 40 J., verh., Schützenstr. Kaufmann Hermann Heuser, 62 J., verh., Schützenstr. Aufgevote: Schleifer Ewald Meis und Auguste Lauterjung, b. h. Heirathen: Fabrikant FranzOmmer und Martha Koch, b. h. Musketier Peter Eudenbach, Köln, und Anna Hofmann, hierselbst. Ein möblirtes Zimmer sofort zu E vermiethen. Kaiserstr. 38. 2 ordentliche Leute erhalten Kost und Logis. Dorperstraße 68. Hut möbl. Zimmer mit Frühstück an 2 Herren zu vermiethen. Näh. in der Erp. Schon möbl. Zimmer mit guter Pension, an einen Herrn zu vermiethen. Näh. in der Exped. Zwei schön möbl. Zimmer (1. Etage), mit guter Pension an zwei Herren zu vermiethen. Näheres in der Expedition. 2 anständige Leute finden Kost und Logis. Kaiserstraße 270. „ — mit Pension zu vermiethen. Näheres in der Expedition d. Zig. Todes-Anzeige. Heute Morgen 10 Uhr entschlief sanft nach langen, mit Geduld ertragenen Leiden mein innigstgeliebter Gatte, unser unvergesslicher Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder und Schwager Hermann Heuser im Alter von 62 Jahren Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Solingen, den 11. August 1898. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. ds., Nachmittags 3½ Uhr statt, die Feier im Hause um 3½ Uhr. Heute verschied infolge eines Herzleidens Beigeordnete unserer Stadt Herr Hermann Heuser. Derselbe hat während einer langen Reihe von Jahren als Stadtverordneter und Beigeordneter der städtischen Verwaltung angehört und seine reichen Erfahrungen und grosse Arbeitskraft stets willig in deren Dienst gestellt. Die Biederkeit und Lauterkeit seines Characters sichern ihm ein ehrenvolles Gedenken bei uns und der von uns vertretenen Bürgerschaft. Solingen, den 11. August 1898. Oberbürgermeister, Beigeordnete und Stadtverordnete. Kath. Gesellen-Verein, Solingen. Sonntag, den 14. August 1898: Feier des Fest-Programm: Morgens 10 Uhr: Feierliches Hochamt mit ½12—2 Uhr: Frühschoppen und Festessen im Gesellenhaus. Andacht, anschließend daran Festzug und große Festversammlung in der St. Seb. Schützenhalle. Die Ehrenmitglieder, sowie sämmtliche kath. Vereine Solingens nebst Familie sind zu dieser Feier auf das freundlichste eingeladen. Das Fest-Comitee. Der Vorstand. Kinder unter 14 Jahren haben ohne Begleitung Erwachsener keinen Zutritt. Der Präses: A. Pinoe. Handels=Register des Amtsgerichts Solingen. In unser Gesellschafts=Register ist Folgendes eingetragen worden: Bei Nr. 392— Firma Gedr. Jordan zu Wald.— Die Handelsgesellschaft ist durch gegenseitige Uebereinkunft aufgelöst Solingen, den 8. August 1898. Königliches Amtsgericht 3. Ja unser Firmen=Register ist Folgendes eingetragen worden: Bei Nr. 600— Firma Carl Rein= hard Schaaf zu Tolingen.— Die Firma ist erloschen. Solingen, den 10. August 1898. Königliches Amtsgericht 3. Donaustraße. Die Interessenten der Donaustraße werden zu einer Besprechung auf Dienstag Abend 8“, Uhr im Lokale des Herrn Abr. Blasberg. Schlagvaum, eingeladen. T.=O.: Wann wird die Straße ausgebaut, und welche Schritte haben wir zu thun? Der Einberufer. Frische Seemuscheln empfiehlt Leinr. Wiese, Brunnenstr. Nr. 31. In ein hiesiges Fabrikations= und Exportgeschäft wird ein junger Mann gesucht, Todes-Anzeige. Heute Morgen verschied nach längerem Leiden unser allverehrter Prinzipal Herr Hermann Heuser. Wir verlieren in demselben einen gerechten, bumanen Herrn, welcher uns in jeder Lage des Lebens stets ein treuer Berather und Helfer gewesen ist. Ein bleibendes Andenken werden wir ihm stets bewahren. Das Comptoir-Personal der Firma Heinr. Böker& Co. Solingen, den 11. August 1898. Todes-Anzeige. Gestern Morgen entschlief nach langem Leiden unser allverehrter Prinzipal Herr Hermann Heuser. Derselbe war uns stets ein gütiger, wohlwollender Arbeitgeber, welcher immer auf das Wohl seiner Untergebenen bedacht war und werden wir dem Verstorbenen ein bleibendes Andenken bewahren. Die Arbeiter der Firma Heinr. Böker& Co Solingen, den 12. August 1898. Sterbe-Rasse„Eintracht“; Weeg= Holingen. Am Sonntag, den 14. August cr.: Letzter Empfang der Beiträge vor Schluß des Rechnungsjahres. Punkt 7 Uhr abends: General-Versammlung. Tages=Ordnung: Wahl der Rechnungsrevisoren. Der Vorstand. Keger-Klub„Kranz“, Meisenburg- Dornsiepen. geiger gläaß, fanz, und endl. en. Bei Gelegenheit der Meisenburger Kirmes respondirt, sowie mit der Buchführung Samstag, den 13., Sonntag, den 14., Montag, den 15. und Eisen= und Stablwaarenbranche und Dierstag, den 16. August: uartrane(ei.. Iß ten umterig“ Grosses Bergisches Preie-Keg. sschanden vi. ulaiger dunn giet finr dutende Preis=, Industrie=, Vereins= und VereinsPreis=Kegeln, zm Lokale des Herin Franz Steffens, Dornsiepen. Zu diesem Feste Ginli. mit Zuschlag zu jedem Preise. Auf Anstehen der Erben der zu Ketzberg, Gemeinde Gräfrath wohnend beirathet) gesucht. gewesenen verstorbenen Eheleute Carl Wilhem Weck und Henriette geb. Hösermann, wird der unterzeichnete Notar und Eisen- und Siahlwaarenbranche vertraut sein muß. Offerten unter B. C. an die Expedition erbeten. En Arbeiter. tüchtiger Aroriter, selbst. ständig auf einer Revolverbank arbeiten und sich die betreffenden Geräthschaften amerigen kunn, Wiie für baurinde urVon wem, sofort ein kräftiger Junge gegen hohen Lohn gesucht. sagt die Erpedition. Ein junger Bäckergeselle sofort gesucht. Näh. in der Expd. d. Blattes. Tüchtiger RasirmesserAbzieher zur Ausbülfe pr. sofort gesucht. Näheres in der Exped. 3—1 Federmesserreider(unverGosermietene, wild der untegelg. Notar am Dienstag, den 23. Augun 1898, Nachmittags Schützenstraße 81 u. Jungerztann, unzuzehen am Dienstag, den 23. Augus.. A4248.g seht, gesucht, Röheres in der Erped. 6 Ahr im Lokale des Ritinteressenten Gan.w).:., zplezen Verbeirathung des jsepigen suche Carl Weck in Wald, I0 ich per sofort ein ordentl. fleißiges selen und den Mleist und Sezitieter seien Lehtauts Auc)zznhans Nr. 30. um sosierigen Giarit. uus Sralbungent, W ur 2 zu Hosaun un, Hearzfgg, Hatgung und g rau tenhere Mutz. Verkaufs=KAustellung erzselte Lepigebot 80 Mark. t.7. 1 fir suchen ein junges Mädchen sind in der Amisrube ves aus guter Familse in die Todes-Anzeige. Heute Nachmittag verschied nach langem, schwerem Leiden, mein lieber Gatte, unser guter Vater, Grossvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Hmil Wester im Alter von 57 Jahren 4 Monaten. Verwandten und Freunden widmen diese Trauernachricht mit der Bitte um stille Theilnahme Die trauernden Hinterbliebenen. Stöcken, Hahnerberg, Stöckerberg, Bünkenberg, Solingen, Merscheid, Cronenberg, Kohlfurterbrücke, den 11. August 1898. Die Beerdigung findet am Sonntag Nachmittag 3¾ Uhr, vom städt. Krankenhause aus statt. Unterzeichneten einzusehen. Solingen, den 10. August 1898. Der Königl. Notar: Rosenbaum. Neuheit! Neuheit! u i•* bratfertig in Dosen, gespickt resp. in Speck gewickelt, sowie vorzügliche Suppen und Ragouts der Geraer Konservenfabrik von Max Müller gibt ab zu Originalfabrikpreisen Sscür-Relkahm Krefetorl Seidenhaus Richter& Cie., Kirchstr. 55 b. Im Herbst finden noch 2 junge zua 1S Mädchen liebevolle Aufnahme zur gründl. häuslichen Ausbildung. Unterricht in Sprachen und Musik im Hause. Schönste Lageam Rhein. Beste Empf. in Solingen. Näheres durch die Erpedition dfs. Bl. Neußer Fruchtpreis, 11. Auzust. Weizen kleiner engl. 1. Qual. 1. Qual. Todes-Anzeige. Mittwoch Nachmittag verschied unser langjähriges, treues Mitglied der Postschaffner Herr JOS. Feidhonl im Alter von 72 Jahren 5 Monaten. 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August, Nachittags 4 Uhr: Besinn des zweiten Saison-Schießens. Der Vorstand. Bergischer Radf.-Verein. Sonntag Morgen 613 Uhr: Tour Lennep. V. Landwehr=Veren zu Schlagbaum. Sonntag, den 14. Auz. Nachmittags ½4 Uhr: Antreten im Vereinslokal zum Abmarsch nach Meisenburg. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Brühler Lese Sonntag, den 14. August: Ausflug nach Burg. Diejenigen Mitglieder, sowie Freunde und Bekannte, welche die Tour mitmachen wollen, versammeln sich Nachmittags 2 Uhr im Vereinslokale. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Rbein. Bauera-Vorein Ortsverband Widdert. Versummlung am Montag, den 15. Aug., Abends 8 Uhr. 1) Schlußannahme von Kunstdünger= bestellung. 2) Rechnungsablage. D. R.=G.=M. 94749. Mein neues Verfahren(Doppelverschluß der Flasche) sichert Entweichen der Kohlensäure. = Gefl. und leichte Handhabung beim Ausschank. Bei Bedarf hält sich bestens empfohlen Dellweg's Limonaden= u. Selterswahler=Labrik, Solingen, im August 1898. 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