Nr. 179.— 50. Jahrgang. 0TS Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Vierteljahr in der Expedition 1 M 75 J, auf allen Kaiserl. Postanstalten 2 M Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Erstes Blatt. Mittwoch, den 3. August 1898. Früher unter dem Tttel: Bergisches Volks=Blatt. * Druck und Verlag von Alb. Pfeiffer in Solingen.— Für die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140. (Fernsprech=Anschluß Nr. 90). d h„- Geldloose H Slket-org ANge 200.000 fat, 6261 Celhgenine unz. 50,000, 20,000, 10,000 Kark a. Soam: haben bei Vonia Plücker, Kaisersraße dzur alten Linde), Wnmm, udun. 3shete, In Solingen zu haben bri Louis Plücker, Kaiserstraße(zui Metzer Dombau=Loose à 3,30 Mark empsiehlt F 3l Nommar..„ 3 SOLINGEN, Kirchstrasse 32. Niederlage der rühmlichst bekannten Bleyle’s Knaben-Anzüge unzweifelhaft die gesundeste und bequemste Kleidung der Gegenwart. 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August 1898. Die Polizei=Verwaltung. Der Ober=Bürgermeister. J. B.: Der Beizordnete: Coppel. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das hiesige Standesamt auf Weiteres nur des Vormittags von 8 bis 12 Uhr geöffnet ist. Gräfrath, den 1. August 1898. Der Standesbeamte: Kürten. Es wird daran erinnert, daß das 2 Viertel der Steuern bis zum 16. d. Mis, einzuzahlen ist. Bis zum 13. d. Mis. ist die Kasse für den SteuerEmpfang Morgens von 8—1 Uhr und Nachmittags von 3—6 Uhr geöffnet, später nur Morgens von 8—1 Uhr. Wald, den 3. August 1898. Die Stadtkasse: Gehring zeigen hocherfreut an Carl Groyen und Frau. Solingen, 3. August 1898. soobooovoo Hoppooopoooz Friedr. Wilh. Laubach Ida Laubach geb. Haag VERMAHLTE. Solingen, 3. Aug. 1898. Mccceoescrrne feinste Qualität, per Liter Mk. 1.40, Baumoel, per Liter Mk. 1.— Olivenoel. prima Qualität, p. Liter Mk. 2,40. Wein-Essig, per Liter 30 Pfg., Champagner- Frris, per Liter 40 Pig., empfiehlt Herm. 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Friedrichsruh, 2. Aug. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe machte gestein im Trauerhause einen einstündigen Besuch. In herzlichster Weise sprach er gegenüber allen Familienmitgliedern von dem Tode des größten deutschen Sohnes. Nachdem Fürst Hohenlohe noch den letzten Blick auf die Leiche geworfen, wurde der dunkelpolirte Eisensarg verlöthet. Die frühzeitige Verlöthung erfolgte deshalb, weil das angewandte Konservirungsverfahren sich als unwirksam erwies. Heute nach Beendigung der Trauerfeier bleibt der Sarg im Sterbezimmer stehen bis zu der Fertigstellung des Mauseleums. Das Mausoleum wird dem Wunsche des Altreichskanzlers gemäß in ganz einfachen Foimen erbaut. — 2. Aug. Um 10 Uhr heute Vormittag fand im Sterbezimmer die Abendmahlaustheilung statt. Das Sterbezimmer, das frühere Schlafzimmer des Fürsten, ist ein nicht großer einfenstriger halbdunkler Raum; der sehr hohe, schwarze, mit weißem Metall beschlagene Sarg aus Eichenholz steht genau an derselben Stelle, wo Bismarck gestorben ist. Der Eichensarg enthält einen zugelötheten Metallsarg. Viele Dutzend theilweise überaus prächtige Kränze und Blumenspenden mit Schleifen bedecken den Sarg, an dessen 4 Enden schwarze Kerzenkandelaber stehen. Sonst befinden sich in diesem Raume bloß noch ein improvisirter Altar und ein Dutzend Stühle. Um zu dem Sterbezimmer zu gelangen, muß man durch 3 oder 4 andere Räume, darunter das im ursprünglichen Zustand belassene Arbeitszimmer des Fürsten, hindurchgehen. Auch vor der Eingangsthür des Bismarckschen Hauses sind Trauerkränze ausgebreitet, darunter eine prächtige Blumenspende des Bankhauses Bleichröder. Wegen des Kaiserbesuches sind Dekorateure und Handwerker in lebhafter Thätigkeit. — 2. Aug. Das Sterbezimmer, das nach dem Tode des Fürsten ausgeräumt und ganz einfach mit schwarzem Tuch ausgeschlagen wurde, wird jetzt, ebenso wie die Einfahrt zum Schlosse, mit Ziersträuchern geschmückt für den Besuch des Kaisers, dessen Zeitpunkt man, um eine Ansammlung des Publikums zu vermeiden, zunächst noch geheim hielt. — 2. Aug. Rechts und links vom Sarg des Fürsten steht je ein Jäger in Galajagduniform; die Gräfin Wilhelm hat während der Ausschmückung das Sterbezimmer nicht verlassen und selbst alle Anordnungen getroffen; dann hielt die engste Familie eine Stunde Andacht am Sarge. Darauf wurde in Anwesenheit der Familie der Sarg geschlossen und verlötet. Dann erst betraten Fürst Hohenlohe und viele höhere Offiziere das Sterbezimmer für ganz kurze Zeit.(Börsenhalle.) — 2. Aug. Zahlreiche Kränze und Blumenspenden sind eingetroffen, darunter eine im Namen der Deutschen New=York's, ein prächtiges Blumen=Arrangement im Namen Li=Hung=Tschang's, Klänze von Staatesekretär Posadoweky, dem Hamburger und Bremer Senat. Vom 31. Regiment traf eine Abordnung ein. — 2. Aug. Ein Berichterstatter hat ausgerechnet, daß Fürst Bismarck genau 1000 Monate alt geworden ist. Am 1. April beendete er das 83. Jahr, den 996. Monat seines Lebens. Am gestrigen 31. Juli waren weitere vier Monate verflossen, so daß die Zahl 1000 voll ist. — 2. Aug. Die Eröffnung des Bismarck'schen Testaments wird, wie verlautet, keinerlei Ueberraschungen bringen, da der Fürst mit seinen Kindern seit vielen Jahren die Vertheilung seiner Hinterlassenschaft vereinbart hatte. Friedrichsruh fällt mit dem Fürstentitel dem Grafen Herbert zu. Vorläufig bleibt die Familie Rantzau dort wohnen. Bismarck's Baarvermögen ist theilweise in England und zum Theil bei Bleichröder deponirt. — 2. Aug. Der Großherzog von Weimar wollte hierherkommen, der Kaiser von Oesterreich= Ungarn einen Vertreter, Italien eine Abordnung senden; allen aber ist abtelegraphirt worden; Fürst Herbert leidet an Kopfschmerzen und Herzkrämpfen. Einem einzigen Photographen glückte es, eine Aufnahme des auf dem Todtenbett liegenden Fürsten zu erzielen. Man kann es objektiv bedauern, daß die Bismarcksche Familie zur Aufnahme einer Todtenmaske und zur Abformung des Schädels ihre Genehmigung nicht ertheilen konnte; was damit künstlerisch und wissenschaftlich leider versäumt werden muß, ist nicht wieder gut zu machen. Bismarcks Leiche soll nach 8 Tagen in aller Stille ohne jede Feier dicht bei der Eisenbahn auf jenem Hügel, wo später das Mausoleum errichtet wird, beerdigt werden. — 2. Aug. Das Kaiserpaar ist um 5.55 Nachmittags in Begleitung des Staatssekretärs v. Bülow hier eingetroffen. Ein Zug des 31. Reziments bildete Spalier. Der Bahnzug hielt am Schleßthor. Die Familie Bismarck empfing das Kaiserpaar am Wagenschlage. Der Kaiser küßte dem Fürsten Herbert Bismarck beide Wangen, schüttelte Wilhelm Bismarck die Hand und betrat hierauf das Schloß. Nachdem das Kaiserpaar mit seiner Begleitung und die fürstliche Familie das Sterbezimmer betreten, begann die Trauerfeierlichkeit mit dem Gesang eines Chorals. Dann hielt Pastor Westphal die Trauerrede. Er hatte seiner Predigt, entsprechend dem Wunsche des Verstorbenen, die Worte des ersten Korintherbriefes Kapitel 15, Vers 53, 54, 55, 56, 57 zu Grunde gelegt.(Die Stelle lautet:„Denn dies Verwegliche muß anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Veiwesliche wird anziehen das Unverwesliche, und dies Steibliche wird anziehen die Unsterblichkeit, dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben stehet: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, durch unseren Herrn Jesum Christum.“) Um 6 Uhr 40 Minuten verließ das Kaiserpaai das Schloß. Nach herzlichem Abschied von der Familie, wobei der Kaiser den Fürsten Herbert wieder zweimal küßte, fuhr das Kaiserpaar nach Berlin ab, wo es um 10 Uhr eintrifft.— 45 Minuten nach Ankunft des Zuges verließ das Kaiserpaar das Sterbehaus. Bei der Abfahrt geleiteten Fürst Herbert und die Grafen Wilhelm Bismarck und Rantzau, nicht aber die Damen, das Kaiserpaar zum Zuge. Es wurde auch vor dem Vom Fursten=Eirmara. Zuge, in den der Kaiser sehr schnell einstieg, nicht mehr geplaudert, wohl aber küßte Fürst Herbert dem Kaiser die Hand. Kein Hochruf wurde laut. Der Kaiser trat an's Fenster und die Abfahrt erfolgte um 6 Uhr 40 Minuten in lautloser Stille. Zahlreiche Photographen machten Aufnahmen.— Als Altar dient der historische Tisch, worauf 1871 der Friede unterzeichnet wurde. Graf August Bismarck ist hier eingetroffen. Hamburg, 2. Aug. Die„Hamburger Nachrichten“ veröffentlichen folgende Erklärung: Die fürstliche Familie ist durch den Tod des Fürsten Bismarck derart erschüttert, daß von jeder größern Feierlichkeit bei der Einsegnung der Leiche abgesehen werden muß, sie wird nur im engsten Familienkreise stattfinden. — 2. Auz. Der„Kreuzzeitung“ zufolge hat der Kaiser hinsichtlich der Beisetzung des Fürsten Bismarck erklärt, ganz den letztwilligen Bestimmungen des Fürsten Folge geben zu wollen. — 2 Aug. Die vielbesprochenen Bismarck'schen Memoiren sind, wie man hört, an die Verlagsanstalt Union(Cotta) für den Preis von einer Million Mark verkauft worden; diese Memoiren sind vom Fürsten Bismarck bis in die letzte Zeit binein fortgesetzt worden, die Veröffentlichung dürfte in kurzer Frist erfolgen.(S.München). — Heute Vormittag begab sich eine Abordnung des Herrenhauses unter Führung des Ersten Vizepräsidenten nach Friedrichsruh, um den Kranz des Herrenhauses zu überbringen. — 2. Aug. Im Gegensatz zu den offiziellen Telegrammen wird bestimmt versichert, Bismarcks Sarg sei gestern Abend eine Viertelstunde vor dem Eintreffen Hohenlohe's verlöthet worden, sodaß der Reichskanzler die Leiche nicht mehr gesehen habe; das Kinn wurde mit einer Binde umwunden. Man sagt hier, Hamburger Freunde des großen Todten machten sich eine Ehre daraus, die 300000 Mk. betragenden Kosten des Mausoleums Stellung des Ministerpräsidenten zum Staatsministerium geblieben und sie allein gab dem Ministerpräsidenten die Autorität, welche es ihm ermöglicht, dasjenige Maß von Verantwortlichkeit für die Gesammtpolitik des Kabinets zu übernehmen, welches ihm im Landtag und in der öffentlichen Meinung zugemuthet wird. Wenn jeder einzelne Minister Allerböchste Anordnungen extrahiren kann ohne vorherige Verständigung mit seinen Kollegen, so ist eine einheitliche Politik, für welche Jemand verantwortlich sein kann, nicht möglich. Keinem Minister und namentlich dem Ministerpräsidenten bleibt die Möglichkeit, für die Gesammtpolitik des Kabinets die verfassungsmäßige Verantwortlichkeit zu tragen. In der absoluten Monarchie war eine Bestimmung, wie sie die Ordre von 1852 enthält, entbehrlich und würde es noch heute sein, wenn wir zum Absolutismus, ohne ministerielle Verantwortlichkeit, zurückkehrten. Nach den zu Recht bestehenden verfassungsmäßigen Einrichtungen aber ist eine präsidiale Leitung des Ministerkollegiums auf der Basis der Ordre von 1852 unentbehrlich. Hierüber sind, wie in der gestrigen Staatsministerialsitzung festgestellt wurde, meine sämmtlichen Kollegen mit mir einverstanden und auch darüber, daß auch jeder meiner Nachfolger im Ministerpräsidium die Verantwortlichkeit nicht würde tragen können, wenn ihm die Autorität, welche die Ordre von 1852 verleiht, mangelte. Bei jedem meiner Nachfolger wird dieses Bedürfniß noch stärker hervortreten wie bei mir, weil ihm nicht sofort die Autorität zur Seite stehen wird, die mir ein langjähriges Präsidium und das Vertrauen der beiden hochseligen Kaiser bisher verlieben hat. Ich habe bisher niemals das Bedürfniß gehabt, mich einem Kollegen gegenüber auf die Ordre von 1852 ausdrücklich zu beziehen. Die Existenz derselben und die Gewißheit, daß ich das Vertrauen der beiden hochseligen Kaiser Wilhelm und Friedrich besaß, genügten, um meine Autorität im Kollegium sicher zu stellen. Diese Gewißheit ist heute aber weder für meine Kollegen noch für mich selbst vorhanden. Ich habe daher auf die Ordre vom Jahre 1852 zurückgreifen müssen, um die nöthige Einheit Dienste Euerer Majestät sicher zu stellen. im Aus vorstebenden Gründen bin ich außer Stande, Euerer Majestät Befehl auszuführen, laut dessen ich die Aufhebung in Friedrichsruy aufzubringen. Angeblich son die Bei= der vor Kurzem von mir in Erinnerung gebrachten setzung in diesem Mausoleum im Laufe des Septembers Ordre von 1852 selbst herbeiführen und kontrasigniren. erfolgen. — 1. Aug. Das Sekretariat Bismaick's bittet durch die„Hamb. Nachr.“ die deutsche Presse, von ihren Veröffentlichungen bezüglich des Hinscheidens des Fürsten, auch Sonderausgaben, fleundlichst ein Eremplar nach Friedrichsruh einzusenden zur dauernden Aufbewahrung im fürstlichen Archiv. Düsseldorf, 2. Aug. Die große Todtenfeier für Bismarck, welche die Gesammtindustrie Rhein= lands und Westfalens im Kaisersaal der hiesigen städtischen Tonhalle abhält, ist auf Samstag Nachmittag 4“: Uhr, festgesetzt worden. Bonn, 1. Aug. Die Universität hat heute an den Fürsten Herbert Bismarck folgendes Schreiben gerichtet: trotzdem aber das Präsidium des Staatsministeriums weiterführen soll. Nach den Mittheilungen, welche mir der General v. Hahnke und der Geh. Kabinetsrath Lucanus gestern gemacht haben, kann ich nicht im Zweifel sein, daß Euere Majestät wissen und glauben, daß es für mich nicht möglich ist, die Ordre aufzuheben und doch Minister zu bleiben. Dennoch haben Euere Majestät den mir am 15. ertheilten Befehl aufrecht erhalten, und in Aussicht gestellt, mein dadurch nothwendig werdendes Abschiedsgesuch zu genehmigen. Nach früheren Besprechungen, die ich mit Euerer Majestät über die Frage hatte, ob Allerhöchstdenselben mein Verbleiben im Dienste unerwünscht sein würde, durfte ich annehmen, daß es Allerhöchstdenselben genehm sein würde, wenn ich auf meine Stellungen in Allerhöchstdero preußischen Diensten verzichtete, im Reichsdienste aber bliebe. Ich habe mir bei Trauernd richtet ein ganzes Volk seinen Blick zu der näherer Prüfung dieser Frage erlaubt, auf einige bedenkliche Bahre, auf der der beste deutsche Mann ruht, und drängt heran, sich in seinem Schmerze mit Denen zu vereinen, die dem Entschlafenen die Nächsten gewesen sind. Tausende und aber Tausende verlangt es, dem tapferen Führer, dem Trost in der Noth noch eine letzte Ehre zu erweisen. treuer Liebe, Dankbarkeit und Verehrung nicht zurückweisen wollen und auch der Rheinischen Friedrich WilKonsequenzen dieser Theilung meiner Aemter, namentlich des kräftigen Auftretens des Kanzlers im Reichstage, in Ehrfurcht aufmerksam zu machen, und enthalte mich, alle Folgen, welche eine solche Scheidung zwischen Preußen und dem Reichskanzler haben würde, hier zu wiederholen. Euere Ev. Durchlaucht werden diese Zeichen Majestät gerubten darauf zu„genehmigen, daß einstmeilen Alles beim Alten bliebe. Wie ich aber die Ehie halte, auseinanderzusetzen, ist es für mich nicht möglich, die stellung eines Ministerpräsidenten beizubehalten, nachdem helms=Universität die Gunst nicht versagen, daß ihr be= Euere Majestät für dieselbe die capitis diminutio wiederscheidener Kranz an der Gruft des theuren Mannes holt befohlen haben, welche in der Aufhebung der Ordre niedergelegt werde. Der Rektor Willmanns.“ Der von 1852 liegt. Euere Majestät geruhten außerdem bei Kranz bestcht im wesentlichen aus Palmenzweigen, an meinem ehrfurchtsvollen Vortrage vom 15. d. Mts. mir deren unterm Ende Marschall=Niel= und Theerosen, Gladi= bezüglich der Ausdehnung meiner dienstlichen Berechtigungen olen und Wasserrosen mit einer breiten Widmungsschleife Grenzen zu ziehen welche mir nicht das Maß der Betheiligung von weißem Atlas angebracht sind. Die Wiomung an den Staatsgeschäften, der Uebersicht über leztere und der % 8 freien Bewegungen in meinen ministeriellen Entschließungen enthält die Worte:„Rheinische Friedrich Wilhelme=Uni= und in meinem Verkehr mit dem Reichstage und seinen Mitversität.“ Das obere Ende trägt weiße Nelken mit gliedern lassen, deren ich zur Uebernahme der verfassungsschmalen schwarzen Trauerschleifen.— Die Studentenschaft sendet gleichfalls einen Trauerkranz nach Friedrichsruh und beabsichtigt im Einvernehmen mit dem Lehrkörper, eine besondere Trauerfeier zu veranstalten. Berlin, 1. Aug. Nach Friedrichsruh ist folgendes Telegramm abgegangen:„Der Schöpfer der nationalen Einheit und Macht, dem auch die nationalliberale Partei Deutschlands die unvergängliche Lebensaufgabe verdankt, dem sie als dem Führer zu großem Vollbringen, als dem Rufer in allem Streit um die Ehre der Nation mit stolzer Begeisterung folgen durfte seit dem ersten Tage ihres Daseins,— er ist dem Vaterlande nun entrissen! In Schmerz und Trauer zeeinigt, beklagt die Nation den Heimgang des größten Deutschen. Sein Vermächtniß zu wahren, soll allezeit unsere heiligste Pflicht bleiben! Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei. Dr. Hammacher. Dr. Bürklin. Simon.“— Auf Anordnung des Zentralvorstandes wird Namens der nationalliberalen Partei ein Kranz am Sarge des Altreichskanzlers niedergelegt. Auf der Schleife stehen die Worte:„Die nationalliberale Partei Deutschlands“. Berlin, 2. Aug. Eines der bedeutendsten Aktenstücke zur Geschichte des neuen Deutschen Reiches bringt unter einleitenden Worten des greisen Moritz Busch, eines der treuesten Mitarbeiter des Fürsten Bismarck, der„Berliner Lokal=Anzeiger“ zum ersten Male an die Oeffentlichkeit. Es ist das eingehend begründete Gesuch des ersten Reichskanzlers an den Kaiser um Enthebung von den Aemtern. Der Rücktritt des Fürsten wird durch dieses Aktenstück zum ersten Male vollständig aufgeklärt. Berlin, 18. März 1890. Bei meinem ehrfurchtsvollen Vortrage vom 15. d. M. haben Euere Majestät mir befoblen, den Ordre=Entwurf vorzulegen, durch welchen die Allerhächste Ordre vom 8. September 1852, welche die Stellung eines Ministerpräsidenten seinen Kollegen gegenüber seither regelte, außer Geltung gesetzt werden soll. Ich gestatte mir über die vee„„„„„ der dr.a maßigen Verantwortlichkeit für meine amtliche Thätigkeit bedarf. Aber auch, wenn es thunlich wäre, unsere auswärtige Politik unabhängig von der inneren und äußeren Reichspolitik so unabhangig von der preußischen zu betreiben, wie es der Fall sein würde, wenn der Reichskanzler der preußischen Politik ebenso unbetheiligt gegenüberstände wie der baverischen oder sächsischen und an der Herstellung des preußischen Votums im Bundesrathe dem Reichstage gegenüber keinen Theil hätte, so würde ich doch nach den jüngsten Entscheidungen Eurer Majestät über die Richtung unserer auswärtigen Politik, wie sie in dem Allerböchsten Handschreiben zusammengefaßt sind, mit dem Euere Majestät die Berichte des Konsuls in.... gestern begleiteten, in der Unmöglichkeit sein, die Ausführung der darin vorgeschriebenen Anordnungen bezüglich der auswärtigen Politik zu übernehmen. Ich würde damit alle für das Deutsche Reich wichtigen Erfolge in Frage stellen, welche unsere auswärtige Politik seit Jahrzehnten im Sinne der beiden hochseligen Vorgänger Euerer Majestät in unseren Beziehungen zu... unter ungünstigen Verhältnissen erlangt hat, und deren über Erwarten große Bedeutung mir.... nach seiner Rückkehr aus P. bestätigt hat. Es ist mir bei meiner Anhänglichkeit an den Dienst des königlichen Hauses und an Euere Majestät und bei der langjährigen Einlebung in Verhältnisse, welche ich bisher für dauernd gehalten hatte sehr schmerzlich, aus der gewohnten Beziehung zu Allerhöchstdenselben und zu der Gesammtpolitik des Reiches und Preußens auszuscheiden, aber nach gewissenhafter Erwägung der Allerhöchsten Intentionen, zu deren Ausführung ich bereit sein müßte, wenn ich im Dienst bliebe, kann ich nicht anders, als Euere Majestät allerunterthänigst bitten, mich aus dem Amte des Reichskanzlers, des Ministerpräsidenten und des preußischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten in Gnade und mit der gesetzlichen Pension entlassen zu wollen. Nach meinen Eindrücken in den letzten Wochen und nach den Eröffnungen, die ich gestern den Mittheilungen aus Euerer Majestät Zivil= und Militärkabinet entnommen habe, darf ich in Ehrfurcht annehmen, daß ich mit diesem meinem Entlassungsgesuch den Wünschen Eurer Majestät entgegenkomme und also auf eine buldreiche Bewilligung mit Sicherheit rechnen darf. Ich würde die Bitte um Genesis und Bedeutung dieser Ordre nachstehende aller= Entlassung aus meinen Aemtern schon vor Jahr und Tag unterthänigste Darlegung. Für die Stellung eines„Präsidenten des Staatsministeriums“ war zur Zeit des absoluten Königthums kein Bedürfniß vorhanden und es wurde zuerst auf dem geeinigten Landtage von 1847 durch die damaligen liberalen Abgeordneten(Mevissen) auf das Bedürfniß hingewiesen, verfassungsmäßige Zustände durch Ernennung eines „Premier=Ministers" anzubahnen, dessen Aufgabe es sein wurde, die Einheitlichkeit der Politik des verantwoctlichen Gesammtministeriums zu übernehmen. Mit dem Jahre 1848 trat diese konstitutionelle Gepflogenheit bei uns ins Leben und wurden„Präsidenten des Staatsministeriums“ ernannt in Graf Arnim. Camphausen, Graf Brandenburg, Freiherr von Manteuffel, Fürst von Hohenzollern, nicht für ein Ressort, sondern für die Gesammtpolitik des Kabinets, also der Gesammtheit der Ressorts. Die meisten dieser Herren hatten kein eigenes Ressort, sondern nur das Präsidium, so zuletzt vor meinem Eintritt der Fürst von Hohenzollern, der Minister von Auerswald, der Prinz von Hohenlohe. Aber es lag ihm ob. in dem Staatsministerium und dessen Beziehungen zum Monarchen diejenige Einigkeit und Stetigkeit zu erhalten, ohne welche eine ministerielle Verantwortlichkeit, wie sie das Wesen des Verfassungslebens bildet, nicht durchführbar ist. Das Verhältniß des Staatsministeriums und seiner einzelnen Mitglieder zu der neuen Institution des Ministerpräsidenten bedurfte sehr bald einer näheren, der Verfassung entsprechenden Regelung, wie sie im Einverständniß mit dem damaligen Staatsministerium durch die Ordre vom 8. September 1852 erfolgt ist. Diese Ordre ist seitdem entscheidend für die Euerer Majestät unterbreitet haben, wenn ich nicht den Eindruck gehabt hätte, daß es Euerer Majestät erwünscht wäre, die Erfahrungen und die Fähigkeiten eines treuen Dieners Ihrer Vorfahren zu benuten. Nachdem ich sicher bin, daß Euere Majestät derselben nicht bedürfen, darf ich aus dem politischen Leben zurücktreten, ohne zu befürchten, daß mein Entschluß von der öffentlichen Meinung als unzeitig verurtheilt wird. gez. von Bismarck. Die beiden Lücken in dem Wortlaut des Entlassungsgesuches sind nach den„B. N. N.“ mit„Rußland" und „des Konsul in Kiew“ auszufüllen. Die„Post“ kann aus bester Quelle auf das bestimmteste versichern, daß die Veröffentlichung des Abschiedsgesuchs gegen den Willen des Fürsten und den seiner Familie geschehen ist. Immerhin ist es auffällig, daß das Entlassungsgesuch des Fürsten gleichzeitig auch in der Londoner „Times“ eischienen ist. — 2. Aug. Die„Neuesten Nachrichten“ melden aus Friedrichsruh: Gestern Nachmittag traf eine Deputation des ersten Garde=Dragoner=Regiments, à la suite deren Fürst Herbert Bismaick als Oberst steht, hier ein. — Als Bismarck am Donnerstag Abend um 10½ Uhr gemahnt wurde, ins Bett zu gehen, antwortete er: Mein Gott, nun soll ich schon schlafen gehen! Das beweist, wie wohl er sich damals fühlte.— Fürst Herbert Bismarck ist durch Nachtwachen und die seelischen Erregungen zusammengebrochen und hat daher erst gestern Mittag das Bett verlassen.— Pros. Lenbach äußerte. es wurde auch ihm nicht erlaubt, ein Bild des Entschlafenen zu malen. Die Todtenmaske ist nicht abgenommen worden. — 2. Aug. Das„Armee=Verordnungsblatt“ enthält nachstehenden Armeebefehl: Die Trauerkunde aus Friedrichsruh von dem Hinscheiden des General=Obersten der Kavallerie mit dem Range eine General=Feldmarschalls. Otto Fürsten v. Bismarck, Herzogs von Lauenburg, des letzten Berathers Meines in Gott ruhenden Herrn Großvaters in großer Zeit, erfüllt Mich, Mein Heer und ganz Deutschland mit tiefster Betrübniß. Der Verewigte hat sich durch seine eiserne Willenskraft ein unvergänzliches Denkmal gesetzt. Ein Held auf den Schlachtfeldern, trat er mit dem wärmsten Interesse zu jeder Zeit auch für die Wehrhaftigkeit des Vaterlandes ein, erwies sich stets als treuer, aufrichtiger Freund Meiner Armee. Es wird dem schmerzlichen Empfinden derselben entsprechen, für ihn, der so viel für die Armee gethan, auch ein äußeres Zeichen der Trauer anzulegen. Ich bestimme demgemäß Nachstehendes: 1) Sämmtliche Offiziere der Armee legen auf 8 Tage Trauer an; 2) bei dem Kürassier=Regiment v. Seydlitz(Magdeburgisches) Nr. 7, dessen Chef der Fürst gewesen, sowie bei dem Garde=Jägerbataillon, bei welchem der Dahingeschiedene in Dienst getreten, währt diese Trauer 14 Tage. Der Reichskanzler macht bekannt: Auf Kaisers Befehl findet am Donnerstag 10 Uhr in der Kaiser Wilhelm=Gedächtnißkirche eine liturgische Andacht anläßlich des Hinscheidens des Fürsten Bismarck statt. Die Mitglieder des Reichstags und Landtags, welche theilzunehmen wünschen, werden ersucht, Einlaßkarten in den Büreaus dieser Körperschaften in Empfang zu nehmen. Es nehmen an der Andacht theil: das Kaiserpaar, die in Berlin anwesenden Prinzen, Fürstlichkeiten, Botschafter und Gesandten, der Reichskanzler, der Staatsminister und Staatssekretäre, der Bundesrath, die Mitglieder der gesetzgebenden Körperschaften, Generalität, Vertreter der Reichs=, Staats= und Kommunalbehörden. — 2. Aug. Die Kaiserin Friedrich sandte nach Friedrichsruh einen großen Lorbeerkranz mit Palmwedeln, Lilien, weißen Rosen und mit schwarzer Moiréschleife. — 2. Aug. Aus Pretoria wird gemeldet: Präsident Krüger richtete anläßlich des Ablebens Bismarck's an den Kaiser und den Fürsten Herbert Bismarck Telegramme, worin er die Theilnahme seines Volkes und der Regierung an dem schmerzlichen Verluste ausdrückt. Als die Trauernachricht in Pretoria eintraf, wurde die Staatsflagge auf dem Regierungsgebäude auf Halbmast gehißt. — 2. Aug. Die Berliner Banken werden an dem Beisetzungstage bezw. dem Tage der öffentlichen Trauerfeier für Bismarck ihre Geschäftsräume schließen. Es wird angenommen, daß der gesammte Handelsstand sich diesem Vorgehen anschließen werde. Die Berliner Börse bleibt anläßlich der Bismarck=Trauerfeier am Donnerstag geschlossen. Diesden, 2. Aug. Dem„Journal“ zufolge läßt der König sich bei der Beisetzung in Friedrichsruhe vertreten. München, 2. Aug. Die in einer süddeutschen Verlagsbuchhandlung seit längerer Zeit gedruckt liegenden Memoiren des Fürsten Bismarck gelangen in einer Ausgabe von 300000 Eremplaren jetzt zur Ausgabe. — 2. Aug. Der Prinzregent ordnete an, daß die staatlichen Gebäude bis nach der Beisetzung der Hülle Bismarcks zu flaggen hätten. Ferner bestellte er in Berchtesgaden einen Kranz von Alpenrosen und Edelweiß, welchen der Gesandte in Berlin in Friedrichsruh niederlegen soll. Heute fand im Rathhause eine Trauerfeier statt, wobei der Oberbürgermeister eine ergreifende Rede hielt. — 2. Aug. Die Widmung auf der am Kranze Sr. kgl. Hoheit des Prinz=Regenten befestigten Schleife hat nachstehenden Wortlaut:„Dem großen Kanzler den letzten Gruß aus Bayerns Bergen. Vorderriß, 2. August 1898. Luitpold, Prinz=Regent von Bayern.“ Wien, 2. Aug. Vom Fürsten Herbert Bismarck lief folgende Dankeskundgebung an den Bürgermeister Lueger ein:„Ich bitte Sie, den Ausdruck unseres wärmsten Dankes für die Namens der Stadt Wien unserer Familie ausgesprochene freundliche Theilnahme entgegenzunehmen.“ Konstantinopel, 1. Aug. Anläßlich des Hinscheidens des Fürsten Bismarck sandte der Sultan an Kaiser Wilhelm und den Fürsten Herbert Bismarck Beileidstelegramme. Deutsches Reich. Der Kaiser nahm gestern Vormittag in Kiel Vorträge entgegen. Die Kaiserin begab sich 10½ Uhr nach dem Schloß, darauf zur Prinzessin Heinrich und der Gemahlin des Professors Esmarch, deren Geburtstag gestern war. Später ging die Kaiserin an Bord der „Iduna".— Der Staatsminister v. Bülow begab sich gestern früh an Boro der Yacht„Hohenzollern“, welche wie die gesammte im Hafen liegende Flotte, Halbmast geflaggt hatte. Mittag 12 Uhr wurde ein Trauersalut von 19 Schuß abgegeben. Um 2¾ Uhr verließ das Kaiserpaar die Kaiseryacht„Hohenzollern“ und fuhr an Land, um mit dem bereitstehenden Sonderzug nach Friedrichsruh abzureisen. Der Kaiser und die Kaiserin sind gestern Abend auf der Wildparkstation eingetroffen und begaben sich zu Wagen in das Neue Palais bei Potsdam. Der Kronprinz sowie die Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert sind gestern in Eisenach eingetroffen und besuchten die Umgebung. Die Kaiserin Friedrich hat sich gestern zum Besuche der Kaiserin von Oesterreich nach Bad Nauheim begeben. Betreffs der Reise des Prinzen Heinrich nach dem Norden berichten die„B. N. N.“ noch Folgendes: Da seit August v. J. die deutsche Flagge nicht mehr in einem russischen Hafen Ostsibiriens gezeigt worden ist, so erhielt Prinz Heinrich von seinem vor Manila liegenden Geschwaderchef den Befehl, von den koreanischen Gewässern aus im weiteren Verlauf der jetzt angetretenen Reise mit nördlichem Kurs nach den Küstengebieten Sibiriens am Großen Ozean zu dampfen. Auf dieser Reise wird auch dem russischen Kriegshafen Wladiwostok ein Besuch abgestattet werden. Der Prinz dürfte erst Ende September oder Anfang Oktober in die Kiautschaubucht zurückkehren. Die Nachricht, die„Hertha“ werde von Palästina nach Ostasien gehen und den Prinzen abholen, ist falsch. Gestern Nachmittag fand in der Hofkirche zu Koburz die Trauung des Herzogs Ernst Günther mit der Prinzessin Dorothea von Sachsen=Koburg statt. Um 4 Uhr reiste das Brautpaar ab. Eugen Richter verlebte am Sonnabend seinen 60. Geburtstag mit seinem Bruder und einem kleinen Kreise von näheren Freunden in Bad Liebenstein in Thüringen, wohin derselbe aus seiner Sommerfrische an diesem Tage einen Aueflug unternommen hatte. London, dem Prinzen Ausland. Großbeitannien. 1. Aug. Die Königin, begleitet von von Battenberg, stattete gestern dem Prinzen von Wales auf dessen Yacht einen Besuch „5. Der Prinz von Wales befand sich auf der Kommandobrücke und sah wohl aus. Frankreich. Paris, 1. August. Die„Christ. Nerek Telegrombryan“ erfährt aus Bergen, die Meldung von dem gestrigen Eintreffen Zolas beruhe auf einem Mißveren Jtalien. Mailand, 1. Aug. Nach dreitägigen Verhandverkündete heute Vormittag das Mailänder Kriegsgericht das Urtheil gegen die verhafteten Abgeordneten. Danach wurde gegen den Advokaten Turati und den Ingenieur d' Andreis auf zwölf Jahre Zwangsarbeit erkannt. Rußland. Peterhof, 31 Juli. Der König und der Thronfolger von Rumänien reisten gestern nach Moskau ab. Der Kaiser und die Großfürsten waren zur Verabschiedung auf dem Bahnhof erschienen. Beim Abschied umarmten sich der Kaiser und der König wiederholt auf's herzlichste. Türkei. Konstantinopel, 1. Aug. Deutschland hat dem Sultan den Rath ertheilt, sich dem Beschluß der vier Mächte wegen der Landung der Truppen auf Kreta zu fügen und sich dagegen zu verwahren, wenn er es für gut finde. Hongkong, 2. Aug. Der„Standard“ meldet aus Peking: Zwischen Li=Hung=Tschang und dem englischen Gesandten Macdonald ist es zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Macdonald warf Li=Hung=Tschang vor dem Tsungli=Yainen vor, er verrathe China an Rußland. LiHung=Tschanz drohte, China weide Macdonald abberufen lassen. Der spanisch=amerikanische Krieg. Madrid, 1. Aug. Die hier eingetroffenen modifizirten Friedensbedingungen Amerikas wurden im außerordentlichen Ministerrath eingehend besprochen; es wurde beschlossen, dieselben als Grundlage der weiteren Verhandlungen anzunehmen. Die amerikanische Regierung wurde von diesem Beschlusse telegraphisch verd Aug. In Folge der zahlreichen Gerüchte, und Westsalen. Köln, 2. August. Vorzestern Abend sprang eine Dame, deren Begleiter sich einige Augenblicke entfernt hatte, auf der Bergfahrt von dem Mülheimer Dampfboote in den Rhein und verschwand in den Wellen. Buir bei Düren, 1. Aug. Heute Abend versuchte eine ältere Frau den schon im Fahren begriffenen Personenzug Nr. 31 zu besteigen; sie trat dabei neben das Trittbrett und fiel unter den Zug. Obschon derselbe sofort zum Halten gebracht wurde, wurde doch die Frau schwer verletzt. Dortmund, 1. August. Die Unsitte, Petroleum in's Feuer zu gießen, hat hier wieder zu schweren Unglücksfällen geführt. Vorgestern verbrannte durch die Erplosion einer Petroleumkanne die elf Jahre alte Tochter eines Bergmannes, und gestern zog sich die achtjährige Tochter eines Arbeiters durch Aufgießen von Petroleum auf glimmende Kohlen derartige Brandwunden zu, daß das Mädchen in kurzer Zeit starb. Stamm wiedergewählt. Die Einnahmen des vorigen Quellwasser erhalten können und zwar durch Sammlung des Halbjahres betrugen 1942 M. 38 Pfg., die Auslagen in der Stüdchener Wasserleitung überflüssigen Wassers 1150 M 17 Pfz. Der Ueberschuß beträgt demnach in einem eigens zu errichtenden Hochdassin. Die In792 M. 21 Pfz. Der Kassabestand pro 1. Januar d. teressenten von Stübchen und Hossenhaus dürften beIs. war 1041 M. 43 Pfgz. und ist pro 1. Juli d. Is. reits einverstanden sein unter der Vorbedingung, daß bei 1833 M. 64 Pfz. Das Vermögen des Vereins belief einer durch Mehranschlüsse etwa bedingten zweiten Widdersich ist bis am 1. Januar d. Is. auf 3795 M. 43 Pfg. und bis 1. Juli auf 4587 M. 64 Pfz. angewachsen. — Eingetragen wurde für Paul A. Henckels, Solingen, das Waarenzeichen: P. H. Paul A. Heuckels, Solingen. *— Ein Kommis, welcher bei einem hiesigen FeilenFabrikanten in Dienst stand, wurde gestern unter dem Verdachte, sich der Unterschlagung und des Betrugs schuldig gemacht ug haben, verhaftet und nach Elber gezen d.„ Te.4un; vicze mmiege 6 feld abgeführt. Verselbe war schon früher in der der Kosten der Verunterfuchung nicht ungerlat Hul, gleichen Angelegenheit festgenommen, das Verfahren gegen anlage 10 m Gefälle erübrigt bleiben. Vorläufig hindele es sich, wie der Herr Vorsitzende ausführt, nur um Bewilligung der Kosten für die Vorarbeiten in Höhe von etwa Mk. 50—, die die Gemeinde vorzustrecken ersucht wird. Nach erfolgter Einrichtung der noch nur geplanten Wasserleitung erfolgt natürlich die Umlegung des verausgabten Geldes auf die Interessenten. Der in dieser Weise formulirte Antrag des Herr Vorsitzenden wird gegen die Stimme des Herrn Herder, der eine Vorstreckung welche durch einen Theil der Presse über die angeblichen Pläne der carlistischen Partei verbreitet wurden, bringt der„Correo Espanol“ das Hauptorgan der Partei, eine Note, in welcher Folgendes gesagt ist:„Don Carlos, getreu seiner Haltung, die er sich am Tage der Eröffnung der Feindseligkeiten vorgeschrieben, ist der Ansicht, daß man nur an das Vaterland, ausschließlich an das Vaterland denken dürfe. Seine Parteigänger haben ihre Augen nur auf die gelb= rothe Fahne gerichtet, welche gegen das Ausland mit Kanonen vertheidigt wird. Se lange die Regierung ihre Pflicht erfüllt, hat sie auch nicht die geringste Bewegung von Don Carlos und seinen Parteigängern zu fürchten.“(Es fragt sich nur, was Don Carlos unter„Pflichterfüllung" versteht, und ob er den Friedensschluß darunter rechnet. D. R.) — 2. Aug. Seit dem frühen Morgen sind die Minister zur Berathung der amerikanischen Vorschläge versammelt. Sie zeigen sich sehr zurückhaltend, aber sie verbergen nicht, daß die Bedingungen hart sind und darunter eine neue und unangenehm überraschende. Die allgemeine Stimmung ist pessimistisch, die Börse aber höher, weil sie an den Frieden glaubt. Um 9 Uhr gingen die Minister mit der Bemerkung auseinander, daß Aufklärung über einige unklare Punkte erbeten sei. Wasbington, 31. Juli. Die Kabinets=Sitzung dauerte bis 1 Uhr Nachts. Betr. der PhilippinenFrage wurde beschlossen, dieselbe offen zu lassen und später durch eine amerikanisch=spanische Kommission zu rezeln. Inzwischen üben die Amerikaner die Jurisdiktion über Manila und die nächste Umgebung aus. Betr. der übrigen, in die vorläufigen Grundzüge der FriedensVerhandlungen einbezogenen Fragen sind folgende Bedingungen durch das Gesetz endgültig festgesetzt: 1) Abtretung aller spanischen Inseln Westindiens mit Ausnahme Cuba's. 2) Aufgabe der Oberhoheit Spaniens über Cuba. Die Amerikaner üben die Kontrole über die Insel aus, bis eine dauerhafte Regierung eingerichtet ist. 3) Abtretung einer Ladronen=Insel als Kohlenstation und vielleicht einer zweiten Kohlenstation auf den Carolinen. 4) Die Amerikaner lehnen die Uebernahme der cubanischen Staatsschuld ab, desgleichen die Portorico's. 5) Die Amerikaner verlangen keine KriegsentGädisung.„nist. Pammissigg mich 6. 6) Eine spanisch=amerikanische Kommission wird beauftragt, die Friedensbedingungen festzusetzen. Die spanischen Truppen räumen unverzüglich Cuba und Portorico. Die Amerikaner entscheiden später, welche Ladronen=Insel sie annektiren. Die Antwort auf die spanische Note theilt Spanien formell mit, daß über die Bedingungen, welche die Aufgabe der Oberhoheit Spaniens in Westindien und die Wahl einer Ladronen=Insel betreffen, eine weitere Diskussion nicht stattfindet. Eine bindende Zusage abzugeben, was seitens Amerika's betr. Cuba geschieht, vermeidet Amerika. Ein Telegramm Dewey's, welches während der Sitzung eintraf, trug wesentlich zur Entscheidung über die Philippinen betreffenden Punkte bei. Das Telegramm sagt, es seien ernsthafte Anzeichen vorhanden, daß ein Kampf mit den Aufständischen nothwendig werde. In diesem Falle seien 150,000 Mann nothwendig, um den Aufständischen auf den verschiedenen Inselnentgegenzutreten. — 2. Aug. Der„Post“ zufolge wird Me Kinley, sobald Spanien die Friedensbedingungen angenommen hat, eine besondere Tagung beider Häuser des Kongresses einberufen, die ein eigenes Gesetz betr. die Erhaltung der aktiven Armee auf 100000 Mann beschließen soll. — 2. Aug. Die Kriegskosten bis zum heutigen Tage belaufen sich auf 615 Millionen Dollars Die Blätter fordern die Regierung auf, eine Eutschädigung für diese Summe auf den Philippinen zu fordern. New=York, 1. Aug. Ein Telegramm aus Washington meldet, Merrit ersuchte darum, daß seine Streitkräfte wenigstens auf 50000 Mann verstärkt werden, hauptsächtlich wegen der Haltung der Aufständischen. Paris, 31. Juli. Der„Temps“ berichtet aus Madrid, die Zeitungen melden das plötzliche Erscheinen einer Bande von 300 Carlisten bei Securgel, es wurden Truppen dorthin entsandt, die sie verfolgen. Die Blätter mißbilligen strengstens das Verhalten der Carlisten in einem so kritischen Augenblicke. Stadt= und Landkreis Solingen. Solingen, 3. August. — Wie dem„Elbf. Gen.=Anz.“ mitgetheilt wird, will sich Herr Landtagsabgeordneter Kelders, früherer Bürgermeister von Ohligs, nicht wieder als Kandidat aufstellen lassen.— Diese Nachricht bedarf noch der Bestätigung. Wie wir erfahren, hat Herr Abgeordneter Kelders wegen seines Augenleidens und hohen Alters sich schon mit dem Gedanken befaßt, auf eine weitere Kandidatur zu verzichten, allein bis jetzt noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Sollte Herr Abgeordneter Kelders zurücktreten, so wäre, da durch den Tod v. Cuny's eine weitere Kandidatur offen ist, die Wahl zweier neuer Abgeordneten nothwendig. *.*— Die amtliche Lehrer=Konferenz fand gestern Morgen im großen Bungards'schen Saale am Grünewald statt. Eine ungemein große Zahl Lehrer und Lehrerinnen war erschienen. Die Herren Regierungs= und Schulrath Klewe, Landrath Dönhoff und Oberbürger= meister Dicke waren leider am Erscheinen verhindert, wie der Herr Vorsitzende Schulratb Dr. Geis nach der gegen 10 Ihr stattfindenden Eröffnung der Konferenz den Versammelten mittheilte. Nach dem einleitenden Gesange hielt Herr Rektor Bartlick=Solingen einen Vortrag über:„Die dialogische Lehrform und die Unterrichtsfrage.“ Referent verbreitete sich in eingehender Weise über diese so wichtige Unterrichtsthätigkeit, und es fand sich nach dem beifällig aufgenommenen Vortrag Gelegenheit, in einer lebhaften Diskussion die verschiedenen Meinungen über die Art und Weise der im Unterricht anzuwendenden Frage zum Ausdruck zu bringen. Der Herr Kreisschulinspektor, sprach Namens der Konferenz Herrn Rektor Bartlick den Dank für die treffliche Arbeit aus; damit fand nach einem gemeinsamen Gesang der offizielle Theil sein Ende. Gegen 1 Uhr begann in dem oberen Saale das gemeinschaftliche Festessen und wurde hier noch manches Wort, dem geselligen Charakter der Vereinigung Rechnung tragend, gesprochen. Zu erwähnen ist noch, daß der Unterricht im Sommersemester mit dem 11. August zu Ende geht und am Freitag, den 15. September wieder beginnt. D— Am Südbahnhof wird zur Zeit das Schutzdach auf dem Bahnsteig II um etwa 20 m bis über das Dienstgebäude hinaus verlängert. Bisher liefen die vorderen Wagen der von Ohligs kommenden, weit in den Bahnhof einfahrenden Züge bis jenseits der Ueberdachung, und die aussteigenden Reisenden waren gegen Regen ungeschützt. Wird diesem offenbaren Mißstande nun auch einigermaßen abgeholfen, so bleibt die Anlage doch Stückweik, denn zur weit abliegenden Bedürfnißanstalt des Bahnsteiges II bleibt der Zugang nicht überdacht. Warum unternimmt die Königl. Bahnverwaltung nicht gleich eine genügende Ueberdachung beider Bahnsteige(auf dem noch offenen Bohnsteig 1 kann man bei Regenwetter von der Wartesaalthüre bis zum Zuge schon gehörig eingeweicht werden), warum nicht einen von vornherein genügenden Ausbau des Güterschuppens, warum nicht über haupt Ueberfühungsanlagen, die billigen Anforderungen entsprechen? Mit dem Ausflicken ist's lange nicht gut, und eine gründliche Umwandlung unseres Süd=Bahnhofes unerläßlich.(Wir können uns diesen Ausführungen nur anschließen, sind aber auch mit der ganzen Umwandlung des Südbahnhofes nicht zufrieden, sondern halten einen Bahnhof für erforderlich, der den Anforderungen einer Stadt wie Solingen vollständig und in jeder Hinsicht entspricht und durch dessen Lage den bisherigen Uebelständen, nicht zum Mindesten am Grünewald, abgeholfen ihn wegen manzelnder Beweisgründe aber eingestellt 6) An worden. Die Verdachtgründe müssen sich demnach ver= einstimmie mehrt haben. — Am 23. September wird in Dusseldorf eine Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte stattfinden; es wird beabsichtigt, bei diesem Anlaß eine Reihe von Bildern von berühmten Söhnen des BergiMk. 57,50 werden schen Landes und solchen Männern, die demselben vorübergehend angehört haben, auszustellen. Wer im Besitze derartiger Bildnisse ist und geneizt ist, dieselben zu genanntem Zwecke leihweise abzugeben, der wird freundlich ersucht, sich dieserhalb mit dem Verlage d. Ztg. in Verbindung zu setzen. 1 Höhscheid, 3. Aug. Gestern Abend wurde zu Schlagbaum an einem 12jährigen Mädchen ein Sittlichkeits=Verbrechen verübt. Der Thäter hat das Mädchen in das Gesicht geschlagen und hierauf in ein Kornfeld geschleppt. * Gräfrath, 2. Aug. Die hierselbst zu besetzende Stelle des Stadtkassen=Rendanten ist ausgeschrieben. Das Jahreseinkommen beträgt 1800 M. pensionsfähiges Gehalt, etwa 800 M. nicht pensionsfähige Nebeneinnahme und 300 M. Büreaukosten. Die zu hinterlegende Kaution beträgt 8000 M., auch hat der Rendant das Kassenlokal zu stellen. Bewerbungen sind bis zum 13. Aug. dem Herrn Bürgermeister Kürten einzureichen.„„„ 45 * Wald, 2. Aug. In unserer Gemeinde herrscht auch in diesem Jahre wieder eine sehr rege Bauthätigkeit. Vom 1. Januar bis zum 1. d. Mts. wurde für 49 Wohn= und Geschäftshäuser die Bauerlaubniß ertheilt, im Vorjahre waren es in demselben Zeitraum 46. In 13 Fällen ist die Bau=Erlaubniß zu Neubauten von Fabriken und sonstigen zu gewerblichen Zwecken dienenden Anlagen nachgesucht und ertheilt worden. Für Neubauten von Hintergebäuden, Ställen, Lagerhäusern 2c. wurden bis zum 1. d. Mts. 70 Baugesuche genehmigt, im Vorjahre wurde in demselben Zeitraum in 48 Fällen für derartige Gebäude die Bauerlaubniß nachgesucht. Im Ganzen ist also seit dem 1. Januur d. J. in 132 Fällen die baupolizeiliche Erlaubniß nachgesucht und ertheilt worden, gegen 102 in demselben Zeitraum des Vorjahres. wird. D. R.) — Bei der am 1. August veranstalteten Feier anläßlich der Eröffnung der Haltestelle Remscheid=Güldenwerth wurden während des Festmahles Telegramme an den Eisenbahnminister v. Thielen und den Eisenbahn=Präsidenten Dieck in Elberfeld gesandt. Die Bewohner von Reinshagen hatten für die dortigen Schulkinder Nachmittags eine Festlichkeit im Bungards'schen Lokale zu Solingen veranstaltet, wobei sich die Jugend aufs Beste amüsirte. *— Post= und Telegraphen=Verkehr im Jahre 1897 Die Zahl der aufgegebenen Briefsendungen betrug in Solingen 3467516, Ohligs 691886, Wald 787306, Aufderhöhe 34762, Foche 0, Gräfrath 617188, Höhscheid 164658, Merscheid 68068, Weyer 133042, Krahenhöhe 63492 und Obenwiddert 36998. Die Zahl der 3030 höhe 154 höhe 51 038 und Obenwiddert 47762. An gewöhnlichen n in Solingen 343255, Foche scheid 4197, Krahenhöhe 2859 und Obenwiddert 1886. Eingegangen sind in Solingen 216184, * Stadtverordneten-Sitzung zu Höhscheid am 2. August 1898. Anwesend sind unter dem Vorsitze des Herrn Bürgermeisters Gläßner die Herren Stadtverordneten angenommen. 6) Anstrich des Kriegerdenkmals. minig hierfür bewilligt. 7) Rbeinischer Verein zur Förderung des Arbeiterwohnungswesens. Nachdem der Punkt bereits am 1. Juni zur Tagesordnung gestanden, hat inzwischen eine Zusammenkunft des Herrn Landraths und der Herren Bürgermeister des Kreises stattgefunden, in welcher der Anschluß zum Verein dringend empfohlen wurde. In Rücksicht auf die Zweckmäßigkeit und die Absicht des Vereins, möglichst billige Arbeiterwohnhäuser in gefälligem Styl zu errichten, stimmt Kollezium dem Antrag des Herrn Vorsitzenden, gegen einen jährlichen Beitrag von M. 20 beizutreten, einstimmig zu. 8) Beschaffung von Schulbänken. Für 1 Klasse der Rüdener und 2 Klassen der Schlagbaumer Schule werden erforderliche Mk. 2405 genehmigt. Die Summe soll in den Etat 1899 1900 aufgenommen werden. 9) 10) 11) Blitzableiter an der Rüdener, Stüdchener und Aufderhöher Schule. Die Anlage an den beiden ersten Schulen muß von Grund aus erfolgen und sind Mk. 315 bezw. Mk. 280 erforderlich, während an letztgenannter, neuerbauter Schule die Anlage bereits vorbereitet ist, und nur noch Mk. 88,50 vonnöthen sind. Kollezium bewilligt die Kosten einstimmig. 12) Steuer=Erlaßgesuche werden in geheimer Sitzung verhandelt. Neueste Nachrichten und Telegramme. Berlin, 3. Aug. An die Hinterbliebenen Bismarcks sind folgende weitere Theilnahms=Bezeugungen gerichtet: Die Stadt Dresden sprach der Familie Bismarck in einem warm gehaltenen Telegramm ihr innigstes Beileid aus. Zur Beisetzung wird eine Deputation entsendet. Nach den Ferien soll eine große Trauerfeier in den Kirchen und Schulen stattfinden. Der Magistrat von Frankfurt a. M. sandte an den Fürsten Herbert Bismaick ein Beileidstelegramm, in welchem daran erinnert wird, daß der Einiger Deutschlands in Frankfurt seine staatsmännische Laufbahn begonnen habe. Die Landwirth= schaftskammer in Königsberg(Preußen) sandte ein Beileidstelegramm an Wilhelm v. Bismaick. Der Graf dankte telegraphisch. Frankfurt a. M., 2 Aug. Dem Kossenboten des Bankhauses Rothschild wurde auf der Post ein Packet mit 80000 Mk. gestohlen. Dünkirchen, 2. Aug. In dem Reservoir der hiesigen Petroleum=Raffinerie brach ein großer Brand aus. Es fanden 3 Erplosionen statt. Eine Peison wurde getödtet. Der Brand dauert noch an und bedroht große Holzplätze und mehrere Häuser. Lemberg,2. Aug. Gestern Nacht wurde in der Nähe von Leueut ein Bauernfuhrwerk von einem Schnellzuge überfahren. 4 Personen wurden getödtet, 3 verletzt. Paris, 2. Aug. In einem neuen Artikel über Bismarck mit der Ueberschrift:„Sein Werk von 1871 bis 1890“ führt der„Temps' aus, daß Bismarck nach den errungenen Siegen der Verblendung, welche viele Eroberer zu Grunde richtete, zu widerstehen wußte, daß er vielmehr alle seine Kraft daran setzte, dem deutschen Reiche seinen territorialen Besitzstand und seine unbestrittene führende Rolle in Europa zu erhalten. Das Meisterstück seiner Politik war die Wiederversöhnung mit Oesterreich. Der„Temps' bespricht dann Bismarcks russische Politik und die Schaffung des Dreibundes und sagt zum Schluß: Bismarck war es, der den Gedanken des von den Gelehrten, Philosophen und Dichtern geträumten Deutschlands zur Wirklichkeit machte. London, 3. Aug. Die Prinzessin von Wales ist gestern Abend nach Kopenhagen abgereist. Washington, 3. Aug. Der Botschafter am Berliner Hofe telegraphirte an das Staatssekretariat, er werde ersucht, den aufrichtigen Dank des Deutschen Kaisers und Volkes dem Präsidenten und Volke von Amerika für die Beileidsdepesche anläßlich des Todes Bismarcks zu übermitteln. — 2. Aug. Die Besehlshaber der amerikanischen Land= und Seestreitkräfte auf den Philippinen sind berg,5 Müller und Schaaf. Das Protokoll führt Herr Stadtsekretär Wagner. Tages=Ordnung: 1) Verlängerung der Breitestraße. Von Besitzern anschießender Grundstücke ist die Verlängerung der Straße durch Hingenberg hindurch beantragt worden, wodurch die Straße erst eigentliche Bedeutung gewänne. Der Herr Vorsitzende unterstützt den Antrag und schlägt vor, den Ausbau im nächsten Jahre vorzunehmen und mit den entstehenden Kosten von Mk. 1528 für Erdarbeiten den nächsten Etat zu belasten. Kollegium beschließt demgemäß..#. Kar bersr 2. Benennung einer Straße. Die im Bau begriffene Verbindungsstraße zwischen Park= und Feldstraße erhält auf Vorschlag des Herrn Vorsitzenden den Namen „Morzenstraße“. 6 3 Ausbau der Katternvergernraße. Bereits im vorigen Jahre beschäftigte diese Frage das StaotverordnetenKollegium. Damals waren Mk. 14 600 für den Ausbau veranschlagt, welche Summe von der Provinz auf Mk. 14000 als genügend herabgesetzt wurde. Letztere hat einen Zuschuß von Mk. 4670 geleistet. Im diesjährigen Etat sind aus Gemeindemitteln 2000 Mk. verwandt. Der Herr Vorsitzende schlägt nun vor, die restirenden Mk. 7330 in den nächstjährigen Etat aufzunehmen und im nächsten Frühjahr, nachdem das Geld zur Verfügung steht, den Auebau vorzunehmen. Die anschießenden Grundbesitzer Land= und Sestreitkrä dürften, wie der Herr Vorsitzende erklärt, sämmtlich bereit angewiesen worden, gegen die Aufständischen vorOhligs 45822, Wald 39141, Aufderhöhe 6045, Foche 3252, Gräfrath 19975, Höhscheid 9339, Merscheid 9255, Weyer 10497, Krahenhöhe 2445 und Obenwiddert 1514. Die Zahl der von den Verlags=Postanstalten abgesetzten Zeitungsnummern betrug in Solingen 169524, Ohligs 13954 und Wald 16584. Telegramme sind aufgegeben worden in Solingen 25864, Ohligs 5906, Wald 3461, Aufderhöhe 309, — In der am vergangenen Sonntag stattgehabten Hauptgeneral=Versammlung mit Brudertag der Schlicker Kranken= und Sterbe=Auflage wurde zum Vorsitzenden des Vereins Herr Aug. Schreiber, zum Schriftführer Heri Karl Klauberg, zu Krankenbesuchern die Herren Karl Paas, Richard Theis und Karl Weller gewählt. Als Kassirer wurde Herr Aibert in sichere Aussicht. Betreffend den Ausbau der ganzen Straßenflucht hält es Herr Buntenbach für zweckmäßig, selbigen bereits jetzt vorzunehmen und nicht bis zum nächsten Frühjahr zu warten, die Mittel könnten bereits jetzt dafür aufgenommen werden. Hierauf bemerkt der Herr Vorsitzende berichtigend, daß Anleihen für bauzwecke höheren Ortes keine Genehmigung finden, es bliebe nur übrig, die Summe in den nächstjährigen Etat aufzunehmen und nachdem durch Zahlung der Steuerzettel Baarmittel vorhanden, den Ausbau der Straße auszuführen. Herr Neeff empfiehlt entgegen dem Vorschlage des Herrn Buntenbach sogar die Vertheilung der Summe auf zwei Etats; es sei, führt Ersterer aus, ein Steigen des Ausgabe=Etats von Jahr zu Jahr vorhanden, auch seien, neben der Katternbergerstraße, die Vockerterund Bergerstraße gleichberechtigt und auch verbesserungsbedürftig. Nach Schluß der Debatte wird der Antrag des Herrn Bürzermeisters, die benannte Summe in den nächstjährigen Etat aufzunehmen und den Ausbau im Frühjahr zu beginnen, einstimmig angenommen. 4) Verkauf eines Grundstückes. Dieses, der Gemeinde gehörig, an der Breitestraße gelegen, ist ca 5,93 ar groß und wurde s. Z. für 462 Mk. erstanden. Ausbaukosten, Zinsverlust etc. haben den Preis heute auf fast 600 Mk. erhöht. Dachdecker Franz Reusch hat letztere Summe zu zahlen sich erboten und unterstützt der Herr Vorsitzende dessen Gesuch. Nach kurzer Erörterung wird gegen die Vorschläge der Herren Rau jr. und Loos beschlossen, von einer öffentlichen Ausschreibung abzusehen und dem Bewerber Reusch das Grundstück zu benanntem Preise zu verkaufen, jedoch mit dem Vorbehalt der Bebauung innerhalb 5 Jahre.„„ zum 5) Wasserleitung für Katternoerg. Eine Prufung der Angelegenheit ist kürzlich auf Anregung des Stadtverordneten Herrn Hoppe erfolgt und hat überzeugend dargethan, daß die Ortschaften Oben=, Mittel= und Unten=Katternberg genügend zu ermorden. Havanna, 2. Aug. 400 Aufständische griffen bei Guane in der Provinz Pinar del Rio eine Abtheilung spanischer Soldaten an. Es entspann sich ein erbitterter Kampf, wobei die Aufständischen ihr Heil in der Flucht suchten, 10 Spanier wurden getödtet; die Ueberlebenden sollen Auszeichnungen erhalten. Eingesandt. Solingen, 3. August. Gestern früh hatten wir wieder einmal Gelegenheit, wie schon öfters, in der etwas Gefälle habenden Birkerstraße Quälerei und Mißhandlung von Pferden zu beobachten. Bei der Abfahrt der Menagerie wurde den Thieren zuviel zugemuthet. Wenn es nicht gelang, einen Wagen rasch aus lockerem Erdreich(dem Platz, wo die Menagerie gestanden) herauszuziehen, wurde auf die armen Geschöpfe in der unbarmherzigsten Weise geschlagen, sodaß sie vor Schmerz zitterten. Die Umstehenden gaben wiederholt ihrem lauten Unwillen über die Mißhandlungen Ausdruck, allein die Fuhrleute— es waren hiesige— kehrten sich hieran nicht. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, daß die Polizei mitunter ein wachsames Auge auf die Fuhren, die die Birkerstraße passiren, wirft. Mehrere Anwohner der Birkerstraße. Das erste Patentbürenu in Solingen besndet sich Blumenstraße 11. London SOLINGER BANK, 3. August. Briefe Geld Briefe Geld Atw., Bres k. S. 80.90, 80.60 Paris„ 81.05/80.75 Amstd.Rttd.k.S 169.50 169.— „ 20.41* 20.375 Aufträge in Effecten werden prompt und zu billigin Bedingungen ausgeführt. 8614 sind in großer Auswahl wieder eingetroffen. In Erwiderung der Annonce des Herrn Wilhelm Bleyle, Stuttgart, theile mit, daß ich vor wie nach in der Lage bin: gUrofffire Cehte Bieyiek 1489 18 0 billiger zu Verkäufen wie die Firma Höhmann-Stüttgen. OeUr CnrUr,-Rieerotrfiee. 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Listen zum Einzeichnen liegen auf im Vereinslokale(Bavrischer Hof) und bei Herrn Walter von zur Gathen, Kaiserstr. Der Vorstand. GlaseBASGRESGSARESESABES EEMESEBESEBESEBEB EDERESESEEM Für die uns in so reichem Maasse erwiesene überaus herzliche Theilnahme und für die Kranzspenden bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres lieben theuren Entschlafenen sprechen wir Allen unsern lietgsfühlten Dank aus. Familie Hermann Voos. Solingen,den 3. August 1898. Lahkuued. Aahlue) Heutiger Eierpreis: pr. Mille M. 44.50, pr. 100 St. M. 4,65, pr. 10 St. M. 0.48. Solinger Eier- Engros-Geschäft. Bfumenstraße 96(ca. Burgstraßen=Ecke). * 99 S0MSN 3 M 2 25 ##### S0 PARSS FAN SS 28 25 Franz Koehnen, 9 n- und Verkauf, sowie VerSp paltung ven Immobilien, Beschaffung von HypothekenKapitalien, Besorgung von Rechtsangelegenheiten und Anfertigung von Schriftstücken aller Art, Freiwillige Versteigerungen durch WupperNtr. 15. seither kangjähriger Bureauvorsteher hiesiger Rechtsanwäkte. 28 3825 3S RMRN R Schönes möbl. Zimmer mit guter Pension an einen oder zwei Herren billig zu vermiethen. Näheres in der Expedition. Ein Mansarden=Zimmer, möblirt EC oder unmöblirt in besserem Hause zu vermiethen. Eisenstraße 9. Ladenlokal auf der mittleren Kaiserstr. mit 2 Schaufenstern gesucht. Mietbe nicht höher als 5000 Mi. Off. R. 70 an die Exp. Ein anst. junger Mann erh. Kost und Logis. Nordstr. 30, 1. Etage. 2 ordentliche Leute erhalten Kost u. Logis. Schlagbaum 34. 2 schöne durcheinandergehende Zimmermit 2—3 Speicherzimmern per sofort an stille Familie zu vermiethen. Näheres Kaiserstraße 2333. 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Ein 3 Jahre alter Knabe, belcher gestern früh in der oberen Hainstraße spielte, ourde von einem Manne an eine abgelegene Stelle geührt und dort in nicht zu beschreibender Weise mißandelt und mißbraucht. Das Kind liegt schwer krank arnieder. — 2. Aug. Am Samstag fand im Rathhause inter dem Vorsitze des Herrn Regierungspräsidenten eine Vorbesprechung der bei dem Bau der von der UnionElektrizitäts=Gesellschaft zu Berlin und der Continen= alen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen geplanten Kleinbahn=Projekte von Elberfeld nach Cronen= derg und Remscheid und von Elberfeld nach Remscheid, sowie vom Töllethurm über Hahnerberg nach Küllenhahn interessirten Gemeinde=Verreter und Gesellschaften statt.(B. Z.) Barmen, 2. Aug. Ein bedauernswerther Unfall kam gestern Mittag an einem Neubau am Gemarker Ufer vor. Ein daran beschäftigter Maurer stürzte aus der Höhe des zweiten Stockwerks bis zum Erdgeschoß berunter, wobei er beide Beine brach und noch innere Verletzungen erlitt. Bonn, 1. Aug. Man schreibt dem B. G.=A.“: In einer Fabrik am Vorgebirge geschah vergangene Woche einem Arbeiter das Unglück, mit dem Arm in die Maschine zu gerathen. Als man den Unglücklichen aus seiner schrecklichen Lage befreit hatte, hing der Arm— verschiedene Male gebrochen— schlaff am Leibe herunter. Ohne einen Klageton von sich zu geben, verlangte der Mann zuerst nach seiner Pfeise, die er zum Verbeißen der Schmerzen in vollen Zügen ausrauchte. Hierauf rauchte er noch einige Zigarren, trank ein ihm gereichtes Glas Wein und trat dann vollkommen still und ruhig den Weg nach Bonn zur Klinik an. Die ursprüngliche Annahme, daß der Arm abgenommen werden müsse, hat sich zum Glück für den Heldenmüthigen nicht bewahrheitet. Man hofft vielmehr, den Mann ganz und gar wieder zu heilen. Dem altgedienten Kürassier rufen die Kameraden des Regiments, aus dem solch' starke Männer hervorgehen, ein Lebehoch zu! Bacharach, 1. Aug. In schrecklicher Weise verunglückte am Samstag Abend ein Reisender des um 7 Uhr hier einlaufenden Köln=Frankfurter Personenzuges auf hiesiger Station. Nach Aussage eines Mitreisenden öffnete der Mann die Wagenthüre seines Abtheils und stellte sich auf das Trittbrett, als der Zug noch im „Fahren war. Plötzlich stürzte der Unglückliche ab und kam unter den Zug zu liegen. Vier Wagen gingen über ihn hinweg, ohne ihn zu verletzen, die Räder des fünften und letzten Wagens jedoch erfaßten ihn und zermalmten ihm den Kopf. Lüdenscheid, 1. Aug. Heute erfolgte im Beisein des Oberpräsidenten und des Regierungepräsidenten die feierliche Einweihung der Volksheilstätte für Lungenkranke des Kreises Altena. Nach Ueberreichung des Schlüssels fand in der Kapelle der Anstalt ein kurzer Gottesdienst statt. Gerichts=Verhandlungen. Sitzung des Schöffengerichts. * Solingen, 2. August. Vorsitzender: Herr Amtsrichter Tücking, Schöffen: Herren Ferdinand Herberz von hier und Walter Rütgers von Gräfrath, Amtsanwalt: Herr Stadtsekretär Hermes, Protokollführer: Herr Gerichtsschreiber Dreesmann.— Ein Fabrikant von Wald batte infolge Denunziation einiger Nachbaren einen Strafbefehl erhalten, weil er ohne die erforderliche Genehmigung eine Dampfbammeranlage errichtet hätte. Hiergegen erhob derselbe Einspruch; er habe die Genehmigung nachgesucht und inzwischen auch erhalten und— bevor er in Besitz derselben gewesen— nur probeweise den Hammer arbeiten lassen. Diese Ausrede konnte das Gericht zwar nicht ganz entlastend annehmen, indessen wurde die niedrigste Strafe, 3 Mi., fentgegerjg#g. Sagu#s Jahre alter Fabrikarbeiter hierselbsr son sich dadurch strafhax gemacht habe, daß er seine Tochter— Wittwe mit 3 Kindern, welche von der Armenverwaltung wöchentlich 5 Mark und 2 Brode erhält— troß polizeilicher Aufforderung nicht unterstützt habe. Derselbe wandte ein, er verdiene wöchentlich nicht mehr als 20 Mark, wovon er und seine Frau leben, aber auch noch alte Schulden ablegen müßten und ein Sohn von 25 Jahren, der z. 3. noch zu Hause sei und verdiene, beabsichtige zu beiratben; unter diesen Umständen kann er leider für seine Tochter nichts thun. Nach einer schriftlichen Mittheilung einer hiesigen Firma hat der Beschuldigte während der in Rede stehenden Zeit wöchentlich 27 Mark verdient. Hiernach und wegen der sonstigen bei der heutigen Verhandlung festgestellten Umstände erachtet das Gericht den Beschuldigten wohl im Stande, seiner dürftigen Tochter in etwa beizustehen und legte demselben 10 Mark Geldstrafe auf, bei deren Nichtzahlung 5 Tage Haft eintreten sollen. Wegen Mißhandlung einer Nachbarsfrau mittels Steinwersens und Stockes hatte sich ein 34 Jahre alter Handlanger hierselbst(Bünkenberg) zu verantworten. Die Parteien haben das ganze vorige Jahr frieden gelebt und am 2. Mai d. I., als der Beschuldigte auszog, ist es zu Thätlichkeiten gekommen, welche die heutige Anklage zur Folge gehabt haben. Diese, erschien nach der Beweisaufnahme begründet und der Angerlagte wurde unter Annahme mildernder Umstände zu 30 Mark Geldstrafe oder 10 Tagen Gefängniß verurtheilt.— Gegen einen Schleifer und einen Scheidenmacher von Kohlfurt wurde wegen gemeinschaftlicher vorsätzlicher, einem Schlosser zugefügten Mißhandlung verhandelt. Die Angeklagten behaupten, der Verletzte habe ein erregendes Verhältniß zu einer im nämlichen Hause wohnenden Wittwe und sie hätten an dem betreffenden Tage nichts weiter getban, als mit Gewalt den Schlosser verhindert, in das Haus zu kommen und hierzu hätten sie sich berechtigt geglaubt; wenn der Mann verletzt worden sei, so könne dies nur infolge seines Sträubens der Fall gewesen sein. Das Gericht erachtete diese Ausrede stich haltig und sprach die Angeklagten kostenlos frei.— Wegen Bettelns wurde ein bereits vielfach vorbestrafter Zimmermann zu 4 Wochen Haft verurtbeilt, worauf die seit 21. v. M. erlittene Untersuchungsdaft angerechnet werden soll.— Wegen Nichtbeschaffung eines ordnungsmäßigen Unterkommens wurde ein 25 Jahre alter Messerausmacher von hier zu 2 Wochen Haft verurtheilt.— Ein Erdarbeiter von Eick und dessen Ebefrau wurden wegen Körperverletzung bezw. Bedrohung, Beleidigung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt unter Anklage gestellt. Diese Straf thaten vertheilen sich auf 2 Tage, 2. und 3. Mai d. Is., und erschienen nach dem Ergebniß der heutigen Verhand lung erwiesen. Da jedoch den, bereils erheblich rorhe: straften Angeklagten mildernde Umstände zugevilligt werden konnten, lautete das Urtbeil gegen Beide auf je 6 Wochen Gefängniß.— Eine 19 Jahre alte Dienstmagd von hier, bereits verschiedentlich bestraft, hatte sich deute wegen Betrugs zum Nachtbeil eines Walder Händlers, dem sie mit M. 1.50 Wechselgeld und einem Korb mit 80 Eiern, die sie angeblich Kunden zubringen wollte, ausgekniffen war, zu verantworten. Bei der Verhandlung wurde auf Antrag der Angeklagten die Oeffentlichkeit eine Zeitlang ausgeschlossen. Auf Grund der Beweisaufnahme wurde die Beschuldigte in je einem Falle des Betrugs und der Unterschlagung überführt erklärt und zusätzlich zu einer noch nicht ganz verbüßten Strafe zu zwei Monaten Gefängniß verurtbeilt. Wer liebte ihn mehr? Aus dem Englischen von W. von Schönau.(1 „Ich weiß, daß es schwer für Dich war, mein Lieb“, sagte dieser,„aber es war nicht meine Schuld. Gott weiß, wie schwer es mir war, die Tage schienen mir wie Jahre.“ „Mir auch“, entgegnete Carmen, aber ich verlor nie mein Vertrauen zu Dir. Kein Aufschub, kein noch so kurzer Brief ließ mich an Deiner Liebe zweifeln, und ich liebte Dich immer treu und wahr.“ „Mein süßes Herz“, unterbrach er sie. „Laß mich aussprechen“, bat sie,„was ich Dir noch sagen muß: meine Liebe, mein Glaube und meine Hoffnung wankten nie, aber wie sehr ich mich sehnte, das weißt Du nicht. Ich empfand wohl, daß die Trennung auch Schmerzen machte und daß sie nur durch, erip; gende Gründe verlängert wurde. Doch meine Seyn wuchs, und ich war so unglücklich, daß ich oft dachte, die ganze schöne Geschichte von meiner Liebe und Heirath wäre nur ein Traum.“ Er seufzte tief bei ihren Worten. Es war ja nur ein Traum, ein Schatten, eine Legende. Carmen war nicht sein Weid! 6enl „Als Lady Long kam“, fuhr sie fort,„hatte ich das Gefühl, als habe Gott selbst sie mir gesandt, und halb nahm ich ihr Anerbieten an. Ich muß freilich noch zu ihr zurückkehren, wenn es auch nur für einige Tage ist. Du wirst nichts dagegen haben, nicht wahr?“ Sie sagte das absichtlich, um zu sehen, ob er sich dem nicht widersetzen würde, aber es kam keine Entgegnung. „Victor“, begann sie,„eins ist mir aufgefallen, seit ich mit Dir zusammen bin.“ „Was, mein Lieb?“ fragte er. „Du hast mir alle Liebesnamen gegeben, aber Du hast mich nicht ein einzigesmal Deine Frau genannt.“ Ach, er wagte es ja nicht! Sie war nicht sein Weib, — aber, bei Gott, sie sollte es werden, mochte folgen, was wollte. Er erwog, ob er ihr jetzt schon die Wahrheit sagen oder noch einen Tag warten sollte. Seine Vernunft sagte ihm, daß das letztere keinen Zweck hätte, und doch konnte er sich nicht entschließen, ihrem liebenden Herzen Sie errietb mit richtizem Gefühl, daß eiwas nicht in Ordnung sei.. 9646 „Victor“, sagte sie ernsthaft,„mein geliebter Mann, Du bist so verändert, so traurig, Dich bedrückt etwas; sge mir, wos 49 iv.(ammm: säamt „Ich bin nicht glücklich, Carmen,“ erwiderte er,„die Sorgen drücken mich nieder.“ „Laß mich die Sorgen mit Dir theilen, vielleicht kann ich Dir helfen.“ Und schüchtern fügte sie binzu: „Wenn mein Hiersein Dir Unruhe macht, Victor, verscheuche sie und sage es mir offen, falls Du mich noch nicht in Dein Haus bringen kannst. Ich bleibe, wo Du willst, ich möchte mich nur nach Deinen Wünschen richten und Deine Sorge nicht um die leiseste vermehren.“ „Mein süßes Herz“, rief Lord Ryeburn, aus, Du sollst alles wissen, Du wirst mir helfen; aber ehe ich anfange, Dir das zu erzählen, was uns Beide so nahe angeht, bitte ich Dich zu bedenken, daß Preis das Unrecht wieder gut machen und den Betrug Kintetreiben will. 8161—44 Bstu; Carmen sah ihn erstaunt an.„Unrecht, Betrug? Das sind harte Worte.“ s4 bobe B; „Ich möchte noch härtere gebrauchen; io vabe Dir etwas sehr Trauriges zu sagen, und es muß Dir immer gegenwärtig sein, daß alles bald in Ordnung kommt.“ „Ra“, erwiderte he. 1 Gurmen: P.# „Denke an unsern Hochzeilotag, Carmen; fiel Dir damals etwas auf an dem Wesen des Geistlichen, der er gsiel mir nicht, er war so bewint und unsicher. er hat mich nicht ein einziges Mal gerade an„Mir ging es ebenso, besonders als ich bei ihm war, um unsere Trauung zu bestellen; er schien sich ungern darauf einlassen zu wollen, und jetzt Zögern, es war das einzig Gute an dem Menschen. Denke nicht, daß ich gleichgiltig din, weil ich hier so ruhig sitze und Dir alles erzähle, ich bin so wüthend * 95 lad lun daß Di Ge puth, be ge don digsen buien, übrr pe weute) (Fortehung polgt.) dem Manne, der se Tr 166 standen wären Ju. ich eri Du selltest mich trösten. Nimm es den Schrecken erst und ich darf weinen Verzeichni der bis zum nächstjäorigen Körtermin ungekörten Jiegenböcke: Tarse, war ich auresend, uns als ich den Munn auf stuns aliz auf.„Ich uunsfert,“ saxe sie,„ich rersbrach der Anklugebank näder ausah, erkannteich ihn. Carmen Adam Grant und Pastor Ward sind ein und dieselbe Persen!“ „Ein und dieselbe Person“ wiederhelte sie erstannt, 9.— Son#chr 1rh.s se Lued Teug, um 1er Uhr ju 0 äufe ju sein. „Ich maz Dich nicht in abdänziger Stellung sehen Gieb mir jedenfalls Deine Adresse.“ Sie nannte sie ihm und sagte traurig:„Ich din ja aber kein Schatten von der Wahrbet dämmerte in ihr. wieder Carmen Ercell, nicht Deine Frau.“ „Die ist das mözlich!“ fuhr sie fert,„wie kam Pastor]„Du wirst es bald sein, ich werde alles verbereiten deilen, Dir überbaurt alle Taze komnt mir schon we zeniger schwer bränen. rer Vereich in „Die zitt es auch nicht", erwiderte er.„Ich din nicht Victors Frau, ich gehöre nicht zu ihm.“ „Ader wir sind ja verhetrathet, Victer, und doch #: Du, daß er kein Gerstlicher war?“ „Mein süßes Herz“, ruf er aus, ich würde sterden, als Dir die Wahrhert sagen zu müssen.“ Ihr Gesicht wurde toetnblaß.„Saze mir, Bictor, Menschen durch Nachäffung der deiligen Handlung bewas deseutet das! Du bist doch mein Gatte, ich Deine trogen hatte? Ein Trost war es ihr, zaß Lord Rvekurn Frau. nur der Toe kann uns scheiden,“ rief sie entsetzt, ebense entsetz: üder den unerdörten Berrug aur als sie; hätte Er nahm ihre Hände in die seinen.„Verzig nicht er die Sache leicht zenommen oder erm: darüber zeCarmen, daß das Unrecht zur z#macht werden sell, aber scher#t, se wäre sie zleich nach Lissaden zurückzereist. versuche z1 verichen, wie die Dinze liegen, ich bin nicht Aber sein Zorn und Aerger stand jo dem ihren nicht es Dir mit dürren Worten auszusprechen." nach. Das Unrecht sellte zut zemacht werzen, hatte er „Er war kein Geistlicher“, wiederholte sie,„und ohne gesagt, und sie wußte, er würde uudd alles daran setzen, Gerrlichen findet keine Tranung statt.... Gett steh daß es bald zeschäte. Und doch kennte sit eine Adnung nur dei. Victer, wir sind gar nicht verheirathet! Ich nicht abschütteln, die Furcht vor Somerem und das din nicht Deine Frau!“ undestimmte G.fühl, daß sie nun für immer zeirennt en sein, und ich lasse 2ich nie „J#h ein nicht Deine Frau“, # * Fenstes 2 Vertreter: P 4 Erist Brenshe ##kune, in e Solingen. n B Roim Stuhl, mi sie mit zeschlessenen Anzen in seinem Arm. Er drückte zesunke nar. Die lanzen Stunden# durch hatte sie versucht, sich Kar zu machen, wie ir: durch, und als der nächste Morgen tagte, saß Carmen noch auf demselden Stuhl, un den sie der ihrer sie an sich und nannte sie mit den zirtlichsten Namen, aber als fie die Auzen wieder aufschlag, wußte er nicht, jugestegen sei. ob er sich darüber freuen sollte, ein selcher Ausdruck ven Verzweiftung lag dann. „Ich kinn dech nichts dufür, Geliebte," bezann er, Es war zut, daß der Taz ihr Arbeit brachte; sie börte die Kinder kommen und mußte den Unterricht deginnen. Jedem der Hausgenossen fiel ihr blauches, verstörtes Amsonst „Gett weiß es, daß ich die Tranung für ging hielt, Aussetzen auf. Luev Lonz fürchtete, daß der Ferienta; und sie kann jeden Tag nachseholt werden.“ ihre keine Erholung, sondern bitteren Kummer zebracht „Rein,“ erwiderte sie,„es hat nicht sein sellen Ich hätte, aber sie zedörte zu den seltenen Naturen, die den kann es noch nicht zlauben, nicht verstehen, ich habe die Werth einer schweigenden Theilnahme verstchen; deshalb rlagt sich manches Mädchen beim Wichsen der Schube um einen G#an vinzubringen und bedenkt nicht, dar sie bei Verwendung zou Kredo=Wichse schneller schonen Glanz erzielt. Kreds=Wiese ist zu daben in den meisten Colonialwaarenge#häften. Hüntige Haufgelegenheit. ne zu Merscheid an der Winke! straße in unmitteldarer Räde der elektrischen Straßenbahn und der Frbriken von Herren C. R. Hammerstein. Gebr. Perers und Kortendach 4 Ranb in dübicher Lage, der projektirten##atd. 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