134.— 50. Jahrgang. Erstes Blatt. samstag, den 11. Juni 1898. Beencer Früher unter dem Titet: Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Vierteljahr in der Expedition 1 4 75 H, auf allen Kaiserl. Postanstalten 2„ G 71 Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Druck und Verlag von Alb. Pfeiffer in Solingen.— Für die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140. (Fernsprech= Anschluß Nr. 90). Teichte, wasihbare Sommertleidung als Joppen Hosen Knaben-Blousen Knaben-Waschanzüge für Herren von 1,15—10,— Mark, für Herren von 1,50—4— Mark, von 0,57—3,50 Mark, von 1,10-6,— Mark in reichhaltigster Auswahl empfehlen OVVU KEISUNAA G U ie Vorläufige- Anzeige! Der Cäcilien-Verein, Krahenhöhe# gedenkt am 19. Juni a. c. in der St. Seb. Schützenhalle das Fest der Fahnenweihe ft zu begehen und zwar unter gütiger Mitwirkung sämmtlicher be### nachbarter Cäcilien=Vereine. 1414 Eintrittskarten sind im Vereins= und Festlokale, sowie bei den 4## Mitgliedern zum Preise von 30 Pfg. zu haben. = Kassapreis erhöht. Zu dieser Feier laden ergebenst ein Der Vorstand. Das Festcomitee.. Grünewald. Dienstag, den 14. Juni cr.: Wiener Monstre-Pracht-Feuerwerk Kunstfeuerwerkers Fr. Schwiegerling aus Breslau. welches an Größe, Schönheit und Farbenpracht alles bisher hier Gesehene übertreffen soll, verbunden mit Großem Concert. zum Schluß: Das Bombardement von Santiago. wobei 1000 Schwärmer, 1000 Leuchtkugeln und 100 Raketen in die Luft steigen. Alles Nähere epäter. Kaisergarten-Merscheid. Am Sonntag, den 12. Juni: Großartige Luftbhallonfahrt des kühnsten Luftschiffers der Gegenwart, H. Th. Thomik, mit seinem RiesenHeißluftballon(System Montgoifier). 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Juni, Abends 8 Uhr, im Saale der Schützenburg: ler=Versammlung, in welcher der Reichstagskandidat Herr Louis Cavin sich den Wählern vorstellen wird. Das Wahl-Comitee. Wahl-Bezirk II. Alle Wähler, welche gesonnen sind, für unseren gemeinsamen Candidaten Herr Louis Sabin einzutreten, werden hierdurch zu einer Besprechung auf Hontag. den 13. Juni. Abende 8“; Uhr in das Lokal von F. V. Bungards, Grünewald, freundlichst eingeladen. Das Local-Comitee. Der II. Bezirk umfaßt die Straßen und Ortschaften: Acker=, BrückenCanalstraße, von der Grünewalder= bis zur Brüblerstraße, Elisen=, Bahndof:, Gas=, Grenz=, Grünewalder=, Grün= Henckelsstraße. Heidberg 1 u. 2, Jägerstraße inel. Kirschbaum 1 u. 2. Cölnerstraße gerade Nr. 2—74, Oben= Weeg, Pilghauserstraße, Südbahnhof, Teichstraße, Unten Weeg, Wiedenhof, Wever=, Ziegel= und Zweigstraße. Entree frei. Entree frei. Nic. Merten. 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Zu der Gedächtnißfeier werden außerdem noch Einladungen an Persönlichkeiten ergehen, die dem Kaiser Friedrich nahe gestanden haben. Prinz Heinrich ist, einem Telegramm des„Berl. Lokalanz.“ aus Kiautschau zufolge, von seinem fünftägigen Ausflug in das Innere des deutschen Schutzgebietes nunmehr wieder nach Tsingtau zurückgekehrt. Der Kronprinz Maha Majiravudh von Siam ist gestern aus Paris in Berlin eingetroffen und in der siamesischen Gesandtschaft abgestiegen. In seiner Bezleitung befinden sich u. A. die Prinzen Suri Yoong und Nay Yoong von Siam. Reichskanzler Fürst Hohenlohe soll während seines Aufenthalts in Paris geäußert haben, daß voraussichtlich eine starke Betheiligung und ein reger Besuch der Weltausstellung von deutscher Seite stattfinden werde. Der Reichs=Anzeiger“ veröffentlicht die Ernennung des Lega onsrathes Prinz Alerander v. Hohenlohe=Schillingsfürst zum Bezirks=Präsidenten von Oberelsaß. Staatssekretär v. Podbielski begab sich nach Halle, um die dortigen postalischen Einricht izen, vornehmlich das neue Hauptpostgebäude, eingehene zu besichtigen. Der„Schles. Ztg.“ zufolge hat der Handelsminister angeordnet, daß für die Regierungs=Bezirke Breslau, Liegnitz und Oppeln je eine Handwerkerkammer errichtet werde. Gegenüber einer Nachricht aus englischer Quelle, daß ein Wechsel in der Person des deutschen Botschafters in Konstantinopel bevorstehe, erklärt die „Nordd. Allg. Ztg.“, daß ein Wechsel nicht in Aussicht genommen sei. In der Provinz Schantung soll, wie der„Voss. Ztg.“ geschrieben wird, der Fremdenhaß sehr zunehmen, die Missionare hielten sich gefährdet, wie nie zuvor. Diese Bewezung verdiene die höchste Aufmerksamkeit und man müsse mit der Nothwendiskeit rechnen, die Besatzung in Kiautschau zu verstärken. Dann träte die Erwägung ein, statt der Marineinfanterie eine Schutztruppe dort einzusetzen und die Verwaltung zu ändern. Ausland Oesterreich=Ungarn. Wien, 10. Juni. Eine Deputation des Grazer Gewerbevereins richtete an den Statthalter Marquis Bacquehem das Ansuchen, die Gendarmeriewachtposten aus der inneren Stadt zurückzuziehen, weil dadurch der Fremdenverkehr und der Handel beeinträchtigt werde. Der Statthalter scheint eine schroff ablehnende Antwort ertheilt zu haben. Die Deputation veröffentlichte diese nicht, sie berichtete nur, daß in der nächsten Zeit die Gewährung dieser Bitte nicht zu erwarten sei. Budapest, 10. Juni. In Dal in der Nähe von Klausenburg fand ein blutiger Zusammenstoß zwischen rumänischen Bauern und Gendarmen statt. Drei Personen wurden erschossen und mehrere andere schwer verwundet. Großbritannien. London, 9. Juni. Die„Times' meldet aus Peking: Durch das heute unterzeichnete Abkommen erhält Größbritannien auf 99 Jahre rings um Hongkong berum Gebiete in der Gesammtausdehnung von 200 Quadratmeilen in Pacht. In dieses Gebiet ist auch die Landstrecke hinter der Halbinsel Kaulung und die Insel Langtav inbegriffen. China behält die Küstengebiete nördlich der Mirebai und der Deepbai, die Wasserfläche beider Buchten wird aber an England verpachtet. Frankreich. Paris, 9. Juni. Die Generalstabsblätter führen seit einigen Tagen eine sehr heftige Sprache gegen den Kriegsminister Billot. Sie fordern, daß Billot seine Entlassung geben müsse, noch bevor die neue Interpellation über die Dreyfus=Sache zur Verhandlung gelangt. Der Kriegsminister habe das Vertrauen aller derjenigen hochgestellten Offiziere verloren, deren Ehre er zu vertheidigen hatte. Es verlautet gerüchtweise, daß bereits Schritte unternommen worden sind, um die Kandidatur des Generals Mercier für das Kriegsportefeuille annehmbar zu machen. Italien. Rom, 10. Juni. Kardinal Rampolla hat, offenbar im Auftrage des Papstes, an den Erzbischof von Mailand, Kardinal Ferrari, einen Brief gerichtet, der zu der Stelle in dem Briefe des Papstes, die die Abwesenheit des Kardinals von seinem Sitze während der Mailänder Unruhen betrifft, eine Erläuterung gibt, wonach von einem Vorwurf in dieser Hinsicht keine Rede Morro an. Beschützt durch die amerikanische Flotte, landeten alsdann die amerikanischen Truppen. London, 9. Juni. Der Madrider Berichterstatter der„Daily News“ erfährt, Deutschland habe sich in Verfolg des Planes, eine Reihe von Kohlenstationen im Mittelmeer zu erwerben, dieserhals Spanien genähert. Man glaube, Spanien dürfte geneigt sein, gegen Deutschlands gute Dienste bei den Vereinigten Staaten die Pachtung einer Station auf den balearischen Inseln zu gewähren. Marokko würde wahrscheinlich ebenfalls willens sein, Deutschlands zwei Plätze pachtweise zu überlassen.(Die Meldung ist mit Vorsicht aufzunehmen, da es nicht wahrscheinlich ist, daß Deutschland augenblicklich schon über diese Frage mit Spanien verhandelt. D. R.) — 9. Juni. Die„Morning Post“ meldet aus Hongkong, die englische Behörde habe mehrere Schiffe, die Waffen und Munition, für Manila bestimmt, an Bord hatten, beschlagnahmt. Zur Reichstagswahl. * Solingen, 11. Juni. Der Kandidat der liberalen Parteien, Herr Louis Sabin, wird am Montag Abend in Ohligs im Lokale des Herrn Rob. Krautstein und am Dienstag Abend hier in Solingen in der Schützenburg zu den Wählern sprechen. An beiden Abenden dürfte die Zahl der Zuhörer, die bei den bisberigen Vorträgen des Herrn Sabin schon groß war, eine weitere bedeutende Steigerung erfahren. —.11. Juni. Der sozialdemokratischen Parteileitung scheint es nunmehr Angst und Bange um ihre hiesige Domäne zu werden. Am Dienstag erhielt Herr Schumacher im Auftrage Liebknechts eine Einladung von Harm in Elberfeld, doch noch einmal einen Versuch zur Einigung zu machen und zu dem Zwecke um 3 Uhr nach Elberfeld ins Hotel de l'Europe zu kommen. Von dem hiesigen Parteivorstande wurde dieselbe aber abgelehnt mit der Begründung, daß es zu spät sei. In den nächsten Tagen soll ein neues sozialdemokratisches Flugblatt mit den von Hoppe angedrohten Enthüllungen erscheinen. (Eingesandt.) A Ohligs. 11. Juni. In der gestrigen sozialsage ausgesprochen haben. demokratischen Wählerversammlung, welche im Lokale der — 9. Mai. Wie hier erzählt wird, soll sich der Wittwe Staudacher stattfand und von etwa 900 MänGouverneur der Philippinen Augusti erschossen haben. nern und 30 Frauen besucht war, sprach Liebknechtsein könne.— Der Belagerungszustand soll Se aufgehoben werden, wenn die Kriegsgerichte ihre Aufgabe beendet haben. Rutzland. Petersburg, 10. Juni. Der„Russische Invalide“ meldet, die Offiziere des in Posen garnisonirenden zweiten Leib=Husaren=Regiments luden die Offiziere des 15. russischen Dragoner=Regiments zu einem am 13. Juli stattfindenden Diner und zu dem am Tage darauf folgenden Regiments=Ererziren ein. Der Kaiser genehmigte die Annahme der Einladung und gestattete 16 Offizieren sich zu diesem Zwecke in Uniform ins Ausland zu begeben. — 10. Juni. Wie die Blätter melden, treffen der König und die Königin von Rumänien im Juli hier ein.— Der Prinz von Siam tritt in das russische Pazenkorps ein und erhält dort eine militärische Erziehung. Türkei. Konstantinopel, 10. Juni. Die Pforte richtete an die Botschafter ein Zirkular, worin sie nachsucht, ihre Truppen auf Kreta, deren Dienstzeit zu Ende ist, durch neue ersetzen zu dürfen. — 10. Juni. Ehdem Pascha traf mit acht Generälen und Gefolge gestern früh hier ein und begab sich nach dem Yildiz=Palais, um dem Sultan seine Huldigung darzubringen. China. Peking, 9. Juni. Das Uebereinkommen, betr. die pachtweise Ueberlassung des erweiterten Gebietes von Kaulung an England wurde heute früh im Tsung li Yamen unterzeichnet. Der spanischamerikanische Krieg. Madrid, 9. Juni. Der Rücktritt des Ministeriums Sagasta steht unmittelbar bevor. Die Stimmung gegen die Regierung ist in allen Bevölkerungsschichten eine äußerst erregte. Es werden ernste Ereignisse befürchtet. Gerüchtweise verlautet, die Regierung habe die Großmächte telegraphisch um ihre Friedensvermittelung ersucht; drei derselben sollen bereits ihre — 10. Juni. Aus Sautiago wird unterm 8. d. Mts. an den„Herald“ telegraphirt: Gestern Abend um 11 Uhr eröffnete das feindliche Geschwader heftiges Schießen; da die Schiffe aber zu weit draußen lagen, um die Werke treffen zu können, versteht man den Zweck nicht. Aus Havanna wird dem„Imparcial“ gemeldet, daß bis jetzt keine amerikanische Landung festgestellt worden sei. 10. Juni. Im gestrigen Ministerrath stellte der Kriegsminister Correa in Abrede, daß die Lage des Generalkapitäns der Philippinen, Generals Augusti, eine verzweifelte sei.(Nach den Telegrammen des Gouverneurs ist aber daran nicht zu zweifeln. D. R.) Ministerpräsident Sagasta fügte hinzu, Manila habe genug Lebensmittel, um die Verstärkungen abzuwarten. Die Regierung beabsichtige nicht, die Initiative zur Herbeiführung des Friedens zu ergreifen, und sie wisse nicht, ob irgend eine Macht beabsichtige, dies zu thun. — 10. Juni. Für den Fall, daß die Vereinigten Staaten fortfahren, für Spanien bestimmte Briefe aufzufangen, droht man hier damit, an dem amerikanischen Eigenthume auf spanischem Boden Repressalien zu üben. Der Minister=Präsident Sagasta stellt in Abrede, daß Lieutenant Carranza und der frühere spanische Gesandtschaftssekretär in Washington, Tubosc, in Canada verhaftet wurden. Die Meldung, daß die Kabelverbindung mit Santiage de Cuba durch Zerschneiden der Kabel unterbrochen sei, ist falsch. Key=West, 9. Juni. Hier hält sich hartnäckig das Gerücht aufrecht, ein spanisches Panzerschiff nebst 2 Kreuzern hätten die Blockade durchbrochen und seien in den Hafen von Havanna eingelaufen. Washington, 10. Juni. Das Repräsentantenhaus nahm mit 154 gegen 107 Stimmen den Bericht des gemeinsamen Ausschusses über die Kriegskostenvorlage an. — 10. Juni. Die„Times' melden aus New=York, ein amerikanisches Kanonenboot habe in der Nähe von Santiago auf einen Eisenbahnzug, in dem sich ein Truppentransport befand, mit Granaten geschossen. Viele Soldaten seien getödtet worden. — 10. Juni. Nach einem hier eingetroffenen Telegramm wehen auf den Höhen von Santiago die amerikanische und die cubanische Flagge. Die amerikanische Truppenmacht wurde von General Linares angegriffen; den Amerikanern gelang es, auf einer Höhe eine Batterie zu errichten, von wo aus dieselbe ein verheerendes Feuer unterhielt. Der Insurgentenführer griff das kleine Fort, welches 6 Meilen vom Fort Morro entfernt liegt, mit Schnellfeuerkanonen an. Admiral Sampson dampfte mit mehreren Schiffen bis an das Wrack des„Merrimac“ heran und griff dann das Fort Berlin über„Die bevorstehenden Reichstagswahlen.“ Nachdem er über die Wahlbewegung im Allgemeinen und über das allgemeine Wahlrecht referirt hatte, kam er wieder auf die Streitigkeiten mit Schumacher zu sprechen, mahnt zur Einigkeit, nennt die Kandioatur Schumachers einen Frevel an der Partei und giebt der Hoffnung Ausdruck, daß Schumacher noch zurücktrete. Wenn Letzterer dies nicht thun würde, dann würde die Parteileitung scharf mit ihm ins Gericht gehen. Zum Schlusse empfiehlt er die Kandidatur Scheidemanns. Herr Langenberg=Solingen spricht sodann ebenfalls über die Streitigkeiten in der Partei und empfiehlt die Kandidatur Schumachers. Letzterer ergreift nun das Wort, indem er auf die Ausführungen Liebknechts eingeht. Man bezichtige ihn fortwährend der Unterschlagung und er vertheidige nur seine Ehre. Deshalb kandidire er auch. Liebknecht bedauert, daß Schumacher den alten Klatsch wieder aufrühre. Schumacher müsse die Partei über seine Interessen stellen. Dies thue er aber nicht und deshalb müsse er(Liebknecht) auch denselben bekämpfen. Eine zu Gunsten Scheidemanns verfaßte Resolution wird angenommen. Ein nochmaliger Antrag an Schumacher, von seiner Kandidatur zurückzutreten, wird von diesem abgewiesen. Schluß der Versammlung 10½ Uhr. Berlin, 9. Juni. Gegenüber der in einem Theile der Presse aufgestellten Vermuthung, als befände sich Staatssekretär Posadowsky hinsichtlich der Stellung der Regierung zu den Wahlen nicht im Einklange mit dem Reichskanzler Hohenlohe, stellt die„Nordd. Allg. Ztg.“ fest, daß Posadoweky seinen sogenannten Wahlbrief selbstverständlich nicht verfaßte, ohne sich versichert zu haben, daß die darin ausgesprochenen Grundsätze vom Reichskanzler gebilligt werden. — 9. Juni. Die Nationalliberalen haben, wie parteioffiziös mitgetheilt wird, bis jetzt 136 Kandidaten aufgestellt. Rheinland und Westfalen. Köln, 10. Juni. Im benachbarten Kalk zündeten auf freiem Felde spielende Kinder ein Feuerchen an, das sich dem Haufen einer von einer Fabrik abgelagerten Putzwolle mittheilte und die Kleider mehrerer Kinder in Brand setzte. Ein 4jähriges Kind verbrannte. Trier, 10. Juni. Ueber das Thal der Sauer ging ein schwerer Wolkenbruch nieder, der vier Häuser zerstörte. Düsseldorf, 10. Juni. Gestern gingen über unsere Stadt und Umgebung heftige Gewitter nieder. Zuerst wurde die Feuerwehr nach der Vulkanstraße gerufen, woselbst der Blitz in einem Hause gezündet hatte. Die Flammen wurden durch den strömenden Regen wieder ausgelöscht. Etwas später erfolgte eine Meldung von Hamm aus; hier war durch einen Blitzstrahl ein Dachstuhl in Flammen gesetzt worden, indessen verhinderte der Regen gleichfalls eine Ausdehnung des Feuers. Dagegen soll in Hamm ein Mädchen durch einen Blitzstrahl gelähmt worden sein.— In Capellen, Kreis Grevenbroich, traf ein elektrischer Strahl den neuerbauten hohen Schornstein einer Brauerei und beschädigte denselben so stark, daß die oberen 35 Fuß abgetragen werden müssen.“ — 10. Juni. Eine in der Kronprinzenstraße wohnende Wittwe wurde vor einigen Tagen von einem Hunde unversehens angefallen und zur Erde geworfen. Die Frau ist dadurch so in Schrecken versetzt worden, daß sie schwer krank wurde und bald darauf starb.— Auf der Grafenberger Chaussee fiel gestern die Tochter eines Restaurateurs mit ihrem Rade und brach ein Bein. (Düss. Gen.=Anz.) Neuß, 10. Juni. Gestern wurde hier von der Polizei ein junger Mann angehalten, der ein fast neues Fahrrad zu einem Spottpreise zum Verkaufe angeboten hatte. Ueber die Herkunft des Fahrrades konnte er sich nicht genügend ausweisen. Es liegt der dringende Verdacht vor, daß das Fahrrad gestohlen ist. Dasselbe trägt die Nummer 17. Etwa Bestohlene wollen sich an das hiesige Polizeiamt wenden. Stadt= und Landkreis Solingen. Solingen, 11. Juni. — Der Rang der Räthe 4. Kl. wurde verliehen dem Direktor an der Bockenheimer Realschule zu Frankfurt a. M. Herrn Dörr und dem Professor am Realgymnasium zu Elberfeld Herrn Hengstenberg. — Am nächsten Montag beginnt die gesetzlich angeordnete Impfung der im vorigen Jahre geborenen Kinder. Die Zahl derselben beträgt im Stadtkreis Solingen etwa 1630. — Große Hoffnungen werden auf das in dieser Woche anhaltende gute Wetter auch für den morgigen Sonntag gesetzt. Das beweist die große Reihe von Ausflügen, welche von Vereinen geplant sind. Die freiwilligen Feuerwehren unserer Stadt und Umgegend werden sich am Feuerwehrverbandsfest in Schlebusch betheiligen. Zur Beförderung der zahlreichen Festtheilnehmer aus Feuerwehr= und Nichtfeuerwehrkreisen wird von Ohligs nach Schlebusch ein Sonderzug abzulassen. Der Zug fährt Nachmittags 1,03 Uhr von Ohligs ab und trifft in Schlebusch 1,35 Uhr ein. Der Anschlußzug von hier fährt Nachm. um 12,24 vom Nord= und 12,34 Uhr vom Südbahnhof und um 12,17 Uhr von Wald ab. Bei Herrn F. W. Bungards am Grünewald feiert der Post=Verein sein Stiftungsfest durch Konzert und Ball. Der Fleischergesellen=Verein bezeht ebenfalls morgen sein Stiftungsfest und zwar im Kaisersaale. Der Postverein veranstaltet zur Feier des Tages einen Festzug, der Fleischergesellen=Verein sogar einen Kostümfestzug. Ein weiteres Stiftungsfest ist dasjenige der Meisenburger Schießgesellschaft, das sich bis zum Montag Abend ausdehnt. Sein 36. Stiftungsfest feiert morgen der Landwehr= und Kriegerverein Gräfrath im Lokale des Herrn G. Lange durch ein Konzert des Trompeterkorps des Rhein. Kürassierregiments Nr. 8. Zu Auf der Höhe und an der Kapelle findet morgen und am Montag Kirmes statt, die in verschiedenen Lokalitäten Tanz und Konzert bringt. Hoffentlich werden die großen Erwartungen auf den Fortbestand des schönen Wetters nicht zu Schanden. *— Ein großer und seltener Genuß steht uns in der kommenden Woche in Aussicht. Am nächsten Freitag wird nämlich Herr Musikdirektor Adolf Boettge mit seiner 48 Mann starken Kapelle des 1. Badischen LeibGrenadier=Reziments Nr. 109 aus Karlsruhe im Kaisersaal ein historisches Militärkonzert veranstalten. Die Kapelle, deren Leistungen überall mit wahrem Enthusiasmus entgegengenommen wurden, spielt hier zum ersten Male. Mit seinen historischen Stücken bietet Herr Musikdirektor Boettge vollkommen Neues und sehr Interessantes. Der Kaiser, vor welchem Herr Boettge mehrmals spielen mußte, befahl bei diesen Gelegenheiten immer neue Einlagen und Wiederholung der historischen Stücke, so sehr interessirten ihn die historischen Märsche, Lieder 2c. Gewiß wird Herr Boettge auch in den klingenden und singenden Bergen freundlich aufgenommen und ihm seine Bereitwilligkeit, hier ein Konzert zu geben, durch einen zahlreichen Besuch gelohnt werden. — Die Schule zu Dorperhof, die gemäß Stadtverordnetenbeschluß vom 7. d. Mts. einen Anbau erhalten soll, war bis Mai d. J. Zklassig. In den letzten Jahren aber hatte die Schülerzahl derselben stetig zugenommen, so daß eine Erweiterung des Systems dringend nothwendig wurde. Augenblicklich sind für 4 Klassen Kinder aber nur 3 Klassenräume vorhanden. Durch den Anbau, durch den die Schule sechsklassig wird, soll zugleich eine Entlastung der überfüllten Kirschbaumshöher Schule herbeigeführt werden, und zwar gelangen die Bezirke der genannten Schule, welche ehemals zum Dorperhofer Bezirke gehört haben, wieder zur Abzweigung, wodurch etwa Elberfeld. Ph. Freudenberg, Wallstr. 18-20. außergewöhnlich preiswerth oferire nachstehende Posten: Kleiderscelfe. im engl. Geschmack, doppelbreit.... Meter Mk. 1.25=u. 0.95 Reinw. uni Crepe u. Diagonal doppelbreit, Meter Mk. 1.50, 1.35 u. 1.10 Heue Sommerstoffe in allen neuen Geweben,... Meter Mk. 2.—, 1.50 u. 1.35 Halbseidene Neuheiten, esektoostDessins. Meter Mk. 240, 2.10 u. 1.75 Loden, elegante reinwoll. Qual. für Reisekleider, Cattune: Elsässer Blumen und Fantasiemuster, Meter 24 Elsäsler reizende Dessins, große Auswahl, Meter 35 allerneueste Dessins, sehr solide, Meter 40 Javatuch, für Hauskleider ganz besonders geeignet, Meter 45 Monsseline, zeiuviele Desäns,..... Meter nur 55 Pfg. 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Dieser Löwenkopf ist indessen nicht so gefährlich, wie er aussieht; er besteht nur aus Eisen und dient zur Verzierung eines Mastes der elektrischen Straßenbahn in der Nähe des Einganges zum Beisaal zu Krahenhöhe. Unbekümmert um die alle Augenblicke auf= und niedersausenden elektrischen Motorwagen, fliegen die Vögel ab und zu, ihre Jungen zu füttern. Trotz der gefährlichen Nähe des elektrischen Stromes sind die Vögel dort sicherer, als im Walde, wo böse Buben doch wahrscheinlich ihr Nest zerstören würden. — Ueber den gestern gemeldeten Versuch eines Erdarbeiters, seinen Arbeitsgenossen niederzustechen, ist noch zu berichten, daß der Thäter in angetrunkenem Zustande von einem Polier, Arbeit verlangte, die ihm dieser, wohl in Rücksicht auf den Zustand des Suchenden, verweigerte. Daraufhin ging der Verwegene mit gezücktem Messer auf den Polier los. Bei der Verhaftung durch die Polizei leistete er heftigen Widerstand. Oer Mann ist nach seiner Vorführung vor das Amtsgericht wieder auf freien Fuß gesetzt werden. — Als Waarenzeichen wurde eingetragen das Zeichen LUZ für Berg& Co., Solingen. — In den seit dem 1. v. Mts. geltenden Eisenbahnfahrplan(in der Beilage zur heutigen Nummer d. Ztg.) sind auch Sonntagszüge aufgenommen. — Der Westdeutsche Jünglingsbund bezeht am 8. August die Feier des 50jährigen Bestehens gleichzeitig mit der Feier der 25 jährigen Thätigkeit des Superintendenten Krummacher als Präses des Bundes. Die Betheiligung scheint eine außerordentlich große zu werden. Als Festlokal ist die Stadthalle in Barmen gemiethet. — Das Amtsblatt des Reichspostamtes veröffentlicht die Verfügung des Staatssekretärs des Reichspostamtes betreffend die Telegramm=Uebermittelung durch den Fernsprecher, welche vom 1. Juli zunächst versucheweise erfolgen soll. Die Gebühr für das Zusprechen eines Telegramms beträgt ohne Rücksicht auf die Wortzahl 10 Pfg. Bei Aufnahme abgehender Telegramme beträgt die Gebühr 1 Pfg. für das Wort, mindestens aber 20 Pfg. Ohligs, 10. Juni. Am nächsten Sonntage, Nachmittags 3 Uhr, findet in der Merscheider Turnhalle eine Vorturnerstunde des niederbergischen Turngaues statt. Von sämmtlichen Vorturnern werden nach dem ,O. Anz., folgende Uebungen durchgeturnt werden: 1) Aufmarsch und Freiübungen fürs diesjährige Gaufest, 2) Hantelübungen für das deutsche Turnfest in Hamburg, 3) Eisenstabübungen für das deutsche Turnfest in Hamburg, 4) Gerätheturnen, 5) Turnen der Gau=Musterriege für Hamburg, 6) Turnspiele für das diesjährige Gaufest in Ohligs. Monheim, 8. Juni. Bei dem gestrigen Gewitter, schlug der Blitz in eine mit Heu gefüllte Scheune. Sowohl diese Scheune, wie die angrenzenden Stallungen wurden eingeäschert; es gelang mit Mühe, das Vieh aus den brennenden Stallungen zu retten und das Wohnhaus des Gehöftes zu sichern.(Verk.) Gerichts=Verhandlungen. Elberfeld, 11. Juni.(Strafkammer.) Die Frau eines Schleifers in Solingen brachte ihrem Manne ein uneheliches Kind mit in die Ehe. Das unschuldige Würmchen, das jetzt 9 Jahre zählt, wurde von seiner Mutter seit Jahren mit Stöcken, Stocheisen, Handbesen und Fußtritten und Fausthieben mißhandelt, desgleichen von ihrem Manne, der von ihr dazu noch besonders aufgefordert wurde, einmal mit einem Leibriemen blutig geschlagen, ein andermal am Halse gewürgt. Dazu bekam das arme Kind selten Nahrung und wenn es um Brod bei den Nachbarn gebettelt hatte, wiederum Schläge. Nachts mußte es auf alten Säcken schlafen, in einem Raume, in dem es der Kälte und dem Zuge in hohem Maße ausgesetzt war. Nachbarn machten schließlich die Polizei darauf aufmerksam, und nun wurde das arme Wesen im Armenhause untergebracht. Gestern wurde die Frau zu 18 Monaten, der Mann zu 2 Monaten Gefängniß verurtheilt.— Ein Maler von Wald, der von einem Diebe gestohlene Messer und Scheeren an sich gebracht hatte, wurde wegen Hehlerei zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt.(Tägl. Anz.) Bermischte Nachrichten. Emden, 9. Juni. Dem Böttchermeister Daneker hierselbst wurde der achte Sohn geboren. Der ihm im vorigen Jahre geborene siebente Sohn wurde nach dem Kaiser benannt. Einbeck, 9. Juni. Als gestern sAbend die Ebefrau des Arbeiters Hübener leichtsinnigerweise zum Feueranmachen Petroleum benutzte, geriethen infolge einer Erplosion ihre Kleider in Brand. Sie lief in brennenden Kleidern hilfeschreiend auf die Straße, wo Nachbarn den Brand löschten. Die Frau ist durch die Brandwunden schiecklich zugerichtet. Berlin, 9. Juni. Postdirektor Rascher in Hohenstein=Ernstthal bei Zwickau ist wegen Unterschla gung amtlicher Gelder flüchtig. Ein Postassistent ist als Mitschuldiger gefänglich eingezogen worden. Ludwigshafen, 10. Juni. In dem Laden der Drozuerie Siegel ereignete sich heute eine Gaserplosion, die das Lokal demolirte und die großen Scheiben des Schaufensters bis an das Direktionsgebäude der Pfälzischen Eisenbahn schleuderte. Ein Kommis des Geschäfts, sowie ein Zugführer, der auf der Straße ging, wurden schwer verletzt; ein Lehrling kam mit leichtem Schaden davon. Straßburg, 10. Juni. Gestern Nachmittag ereignete sich hier ein Aufsehen erregender Fall von Mißhandlung eines Gefangenen. Der Gensdarm Neustadt von Brumath passirte mit einem an den Händen gefesselten Gefangenen das Zentrum der Stadt. An der Ecke der Schlauchgasse machte der Gefangene einen Fluchtversuch. Am Neukirchplatz wurde er von dem Gensdarmen eingeholt und furchtbar mißhandelt. Der Gefangene erhielt, laut„Frankf. Ztg., tiefe Hiebwunden in die Schädeldecke, im Nacken, im Gesäße, Rücken; an den Beinen wies er gleichfalls schwere Verwundungen auf. Der Verletzte wurde in die Chirurgische Klinik des Spitals transportirt. Aus Ostpreußen, 8. Juni. Die Kreuzotter= plage macht sich auch heuer im Osten sehr bemerkbar. In der Tilsiter Gegend wurde ein Bahnarbeiter, der sich am Waldrande zum Ausruhen hingesetzt hatte, von einer Kreuzotter gebissen. Der Mann starb trotz schleuniger ärztlicher Hülfe. Herrenberg(Württ.), 9. Juni. Unweit der Stadt wurde heute ein Schäfer mit 43(?) Schafen und einem Hunde vom Blitz erschlagen. Karlsruhe, 10. Juni. In dem 12.40 Nachmittags hier abgehenden Schnellzug nach Basel hat sich gestern im Abort des Packetwagens der Direktor Eduard Müller aus Wiesbaden entleibt. Brünn, 10. Juni. Während der gestrigen Fronleichnamsfeier kam es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Tschechen und Deutschen. Mehrere deutsche Handelsschüler wurden von tschechischen Burschen schwer mißhandelt. Die Polizei stellte die Ruhe jedoch bald wieder her und nahm einige Verhaftungen vor. Agram, 10. Juni. In der Nähe von Sissek versuchten Bauern den vollbesetzten Agram=Semliner Personenzug zum Entgleisen zu bringen. Sie hatten Balken und große Steine auf die Schienen gewälzt. Der Lokomotivführer hatte indeß das Treiben der Bauern von Weitem beobachtet, so daß er den Zug noch rechtzeitig zum Stehen bringen konnte. Kopenhagen, 9. Juni. In Jütland wüthet ein kolossaler Moorbrand. Mehrere tausend Morgen Land stehen in Flammen. Mailand, 9. Juni. In Redona bei Bergamo ist gestern die Getreidemühle von Zopfi& Co. abgebrannt. Der Schaden beträgt rund eine Million. Alles ist versichert. Neueste Nachrichten und Telegramme. Berlin, 10. Juni. Ein mit Vorbehalt aufzunehmendes Gerücht sagt, daß der neue Reichstag schon im September zu einer kurzen Session einberufen werden soll, um seine Zustimmung zum deutsch=englischen Handelsvertrage zu geben. 11. Juni. Dem„Berl. Tagbl.“ zufolge befurworteten auf der internationalen Zuckerkonferenz in Brüssel die Delegirten Deutschlands, Englands, Belziens und Hollands die Abschaffung der Prämien. Der französische Delegirte erklärte sich nur für eine Herabsetzung der Prämien, auch der österreichische machte sich Vorbehalte. Leipzig, 10. Juni. Der Spionageprozeß Steinlen=Dussau kommt am 6. Juli vor dem Reichsgericht zur Verhandlung. Rom, 10. Juni. Der„Tribuna“ zufolge werden 200 zu Zwangsdomizil Verurtheilte am 16. d. Mts. in Neapel nach Assal eingeschifft werden. Madrid, 10. Juni.(Kammer.) Auf eine An frage erwidert der Marineminister, die Rezierung habe dem Gouverneur der Philippinen keine Instruktionen gegeben, ob er sich ergeben solle, sei es an Aguinaldo oder Dewey. Ein Deputirter fragt an, ob es möglich sei, daß Primo de Rivera eine Pension beziehe, weil er den Frieden unterzeichnet habe und ob die in Manila zu seinen Gunsten eröffnete Subskription der nationalen Subskription zugewendet werden solle. Der Minister der Kolonien erwidert, er könne hierauf nicht antworten. Wenn Jemand einen Fehler begangen habe, so verlangen Sie Verantwortung von ihm. Der Kriegsminister erklärt, der Frieden auf den Philippinen sei von der Regierung nicht angeordnet worden. Die Verantwortung trage Primo de Rivera. Der Zwischenfall ist.damit erledigt. New=York, 11. Juni. In Mohenry am Mississippi beim mericanischen Golf brach das gelbe Fieber aus. Man befürchtet, daß es sich nach dem Süden ausbreitet. Washington, 10. Juni. Ein starke Flotte von 16 Schiffen ist in den Gewässern von Florida versammelt, um die Truppentransporte ungesäumt nach Cuba zu geleiten. an Seifengehalt, reich an bleichenden ExtracNetch nosteffen aus der rühmlichst bekannten PanamaHolz=Rinde stellt drümer&am Neu Panama-HolzWasch-Fatract sich als das hervorragendste Waschmittel der Gegenwart dar. Versäumen Sie, verehrte Hausfrau deshalb nicht, bei nächster Gelegenheit einzukaufen Pfd. Pauama-Holz=Wasch=Extract aus der Dampfseifenfabrik von Grumer& Nen, Barmen R. Grümer & Neu Pauama-Holj-Wasch=Ertract ist in 1: Pfd. Carton überall erhältlich. WAETUI Tokayer Sherry& Portwein. 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Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst: Superintendent Dransfeld. Evangelische Gemeinde Widdert. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. Evangelische Gemeinde Rupelrath. Vokm. 10 Uhr: Gottesdienst: Vikar Kampmann. Evangelische Gemeinde Gräfrath. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. Vorm. ½12 Uhr: Gottesdienst. Evangelische Gemeinde Ketzberg. Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienst. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienst. Borm. 11¼ Uhr: Sonntagsschule. Mittwoch Nachm. 3 Uhr: JungfrauenVerein. Evangelische Gemeinde Wald. Morgens 8 Uhr: Frühgottesdienst: Pastor Schöpwinkel. Morgens 10 Uhr: Gottesdienst: Pastor Allmenröder. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Nachm. 4 Uhr: Jungfrauenverein. Nachm. 6 Uhr: Jünglingsverein. Amtsbezirk Merscheid Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. Evangelische Gemeinde Ohligs. Vorm. 8 Uhr: Gottesdienst: Pastor Knipping. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst: Hilfsprediger Weber. Nachm. 2 Uhr: Liturg. Kindergottesdienst: Hilfsprediger Weber. Nachm. 2 Uhr: Sonntagsschule. Nachm. 7 Uhr: Jünglingsverein. Amtswoche: Pastor Knipping. saweree Weidengras an der Katternbergerstr. zu verkaufen von Fr. Wilh. Ebel, Kölnerstr. 114. Ein Handwerker sucht 1 einfaches möblirtes Zimmer. Näheres Dorperstraße 16. Wohnung, 1. Etage, 5 Zimmer mit Balkon und eine Mansarde, auf sofort zu vermiethen. Von wem, sagt die Exped. d. Ztg. Ein tüchtiges Dienstmädchen soort gesucht. Kaiserstraße 46 a. Cv. Arbeiter=Verein. Sonntag, den 26. Juni, um 5 Uhr: General-Versammlung. Tages=Ordnung: 1) Mittheilung über Baugenossenschaften 2) Verbandsangelegenheiten. 3) Ersatzwahl für den Vorstand. 4) Ausflug. 5) Angelegenheit des Gesangvereins. 6) Beerdigung der Mitglieder betreffend. 7) Aufnahme neuer Mitglieder. Die über ½ Jahr mit ihren Beiträgen rückständigen Mitglieder wollen bis zur General=Versammlung zahlen, andernfalls erfolgt Streichung. kv. Mänger- uod Jüggliogs-Vereio. Sonntag, den 12. Juni A. H. Nachm. 6 Uhr: Beginn der Unterhaltungsstunden. Punkt 6½3 Uhr: Bibelbesprechung. „ 7 Uhr: Vortrag von Herrn Pastor Giesekke: Wie man in Berlin an der Jugend innere Mission treibt. Dienstag Abend 8¾ Uhr: Bibelbesprechung. Mittwoch Abend 8½2 Uhr: Männerchor. Donnerstag Abend 8½ Uhr: Posaunenchor. Freitag Abend 8“ Uhr: Stenographie. Jugend-Abtheilung. (Vereinshaus=Malteserstr.) Sonntag, den 12. Juni, Nachm. 4½ Uhr: Bibelbesprechung. „ 5„ Beginn der Unterhaltungsstunden. Nachm. 7 Uhr: Andacht. Es ladet herzlich ein Der Vorstand. Evangelische Gemeinschaft, Ebenezer-Kirche, Emilienstraße. Sonntag Vormittag 10 Uhr: Predigt. „ Nachmittag 5„„ Mitwoch Abend 81 Uhr: Bibelstunde. Bekanntmachung. Bei heißer Witterung kann der Genuß eiskalter Getränke leicht ernste Gefahren nach sich ziehen. Im gesundheitlichen Interesse wird daher vor dem Genuß eiskalter Getränke gewarnt. Solingen, den 10. Juni 1898. Die Polizei=Verwaltung. Der Oberbürgermeister: Dicke. Bekanntmachung. Die Schützenstraße, von der Schule Kirschbaumshöhe bis Ritterstraße, die Ritterstraße, von der Schützenstraße bis zur Grünbaumstraße, werden am 13. und 14. d. Mts. wegen Verlegung elektrischer Kabel für den Fuhrverkehr gesperrt. Solingen, den 11. Juni 1898. Die Polizei=Verwaltung. Der Oberbürgermeister: Dicke. 2 Dimmer und Speicherzimmer 2 Jlmmet oder 3 durcheinanderzehende Zimmer zum 1. Juli von einer kleineren Beamtenfamilie zu miethen gesucht. Näheres in der Exped. Ein gebrauchter 2rädiger Handkarren zu kaufen gesucht. Paul Blochwitz, Kaiser=Drogerie. Ev. Arbeiter Verein. Sonntag, den 12. Juni, pünktlich 6 Uhr beginnend: Vortrag von Tuperintendent Dransfeld: „Insere Zeitlage: NB. Empfang der Beitrage. Orrroeoebecerer 8 Die VERLOBUNG unserer Tochter Maria mit dem Herrn " Lehrer Heinrich Giesen aus X Barmen beehren wir uns erZ gebenst anzuzeigen. X Cornelius Ohliger und Frau. Maris geb. Rauh. a Solingen, im Juni 1898. Maria Ohliger Heinrich Giesen -SVERLOBTE.— Solingen Barmen im Juni 1898. x AOcöcteberiebee Oeebeedechee Bekanntmachung. Gemäß§ 8 des Baufluchtliniengesetzes vom 2. Juli 1875 wird durch Stadtverordneten=Beschluß vom 29. März 1898 unter Zustimmung der PolizeiVerwaltung die unterm 7. Apcil 1898 festgesetzte Fluchtlinie der Friedrichsstraße für den Theil von der Fabrik Peres bis zur Katternbergerstraße hiermit förmlich festgestellt. Indem ich Vorstehendes zur öffentlichen Kenntniß bringe, bemerke ich, daß der Plan vom 13. Juni er. ab 14 Tage lang auf dem Stadtbauamte zu Jedermanns Einsicht offen liegt. Solingen, den 8. Juni 1898. Der Oberbürgermeister: Dicke. Bekanntmachung. Die Wittwe David Pauls hat die Verlegung der Fluchtlinien der Kronenstr. an der Mündung bei der Merscheiderstraße um 2 Meter beantragt. Ein diesbezüglicher Plan liegt gemäß § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1895 vom 13. dss. Mts. ab 4 Wochen lang im Ratbhause Zimmer Nr. 4 zur Ein sicht offen und können während dieser Frist dort Einwendungen gegen das Vorhaben angebracht werden. Ohligs, den 8. Juni 1898 Der Bürgermeister: Trommershausen. Bekanntmachung. Das diesjährige Aushebungsgeschäft für den Aushebungsbezirk Solingen stadt findet am 22. und 23. Juni cr. im Saale der Schützenburg zu Solingen statt. Am 22. Juni, Morgens 7¼ Uhr, kommen zur Vorstellung: 1) Die Militärpflichtigen, welche von der königlichen Ersatzkommission im Jahre 1898 als dauernd untauglich befunden und in die Vorstellungsliste B aufzenommen worden sind, 2) Diejenigen, welche zum Landsturm ersten Aufgebots in Vorschlag gebracht und in die Liste C aufgenommen sind, 3) Diejenigen, welche zur Ersatz=Reserve vorgeschlagen und in die Liste D ausgenommen sind, 4) Diejenigen, welche als tauglich befunden und in die Liste E unter Nummer 1 bis 100 aufgeführt sind. Am 23. Juni cr., Morgens 7¼ Uhr, kommen zur Vorstellung: 1) Der Rest der als tauglich befundenen Militärpflichtigen der Liste E, 2) Die von einem Truppentheile abgewiesenen, zum einjährig=freiwilligen Dienst berechtigten Militärpflichtigen. 3) Die in Zugang kommenden Militärpflichtigen. Ich weise noch besonders darauf hin, daß die Angehörigen derjenigen Militärpflichtigen, deren Zurückstellung bezw. Befreiung vom Militärdienst wegen häuslicher Verhältnisse nachgesucht ist, sich ebenfalls im Termine ein zufinden haben. Die zur Begründung von Reklamationen vorzulegenden Atteste, welche nicht von einem beamteten Arzte ausgestellt sind, bedürfen der amtlichen Beglaubigung. Zur Vermeidung unnützer Kosten mache ich ferner darauf aufmerksam, daß die Vorzeigung von ärztlichen Attesten über Leiden, an welchen die Militärpflichtigen schon früher gelitten zu haben angeben, meist zwecklos ist, und erst dann zu erfolgen hat, wenn dieses durch den in der Aushebung fungirenden Ober=Stabsarzt für nöthig gehalten wird. Solingen, den 10. Juni 1898. Der Civilvorsitzende der Ersatzkommission des Aushebungsbezirks Solingen=Stadt: Dicke, Oberbürgermeister. Todes-Anzeige. Vergangene Nacht entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Tante und Grossmutter Frau Georg Gottlieb Schilling im Alter von beinahe 72 Jahren. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: August Hanier nebst Familie. Solingen, Kohlfurt, Wald, Düsseldorf, Köln und Gütersloh, den 11. Juni 1898. Die Beerdigung findet am Dienstag Nachmittag 4½ Uhr vom Sterbehause, Mittelstrasse Nr. 2, aus statt. Handels=Register des Amtsgerichts Ohligs. Eingetragen zu Nr. 96 hies. F.=R. die Firma Flora=Drogerie, Ohlige, Chemikalien und technische Artikel gros, Josef Retiene, Apotdeker, Inhaber Josef Retiene, Apotheker in Ohligs. Ohligs, den 9. Juni 1898. Königliches Amtszericht. Solinger Stadtkapelle Da die Kapelle auf eine Stärke von 30 Mann gebracht wird. so Können gute Musiker beitreten. Es wird nur auf erste Kräfte reflektirt. Anmeldung Donnerstag Abend bei Wwe. Gust. Steinijans. Königl. Standesamt Solingen. 10. Juni. Gevurten: Alex, S. v. Fabrikarb. Fritz Müller, Nordst.r Friedrich Wilhelm S. v. Federmesserreid Carl Richartz, Krabenhöhe. Anna Marie, T. v. Buchdrucker Natd. Kirschbaum, Kasernenstr. Sterbefälle: Emil Carl Sommer, 3 Mon. Grünewalderstraße. Leirathen: Fabrikant Eugen Hermes und Elise Voos b. h. Sesee Preislisten nach beliebigen Vorlagen od. nach unseren Entwurf. in bester Ausführ. zu sehrbilligen Preis. Gross. Nusterbuch send. s. Ansicht. rosses Oliché-Lager für Handel und Industrie, epeciell vorzathig alle Sounger u. 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Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwartet Dber: Vorstand. Krahenhöher Sonntag, den 12. ds., Nachm. 2½ Uhr: Antreten im Vereinslokale zum Abmarsch nach Meisenburg. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Morgen, Sonntag, den 12. Juni: Frische Waffeln u. Milch in den schattigen Anlagen im „Gasthof zum Stübchen!“ Es ladet ergebenst ein Ang. Blankennagel. Wupperhof. Sonntag frische Waffeln. Bestens empfehle Kaiser Cegruch Gesetzlich geschützte preiswürdigste Marke. Gutachten Ich konnte den„Kaiser=Cognac“ so vorzüglich wie keinen irgend einer anderen Firma begutachten. 15.2. 1891. gez.: Dr. Schulte, beeidigter Chemiker. Proleo: 1/# Literflasche Mark 3.00. Ieisbi ½„„ 1.70. H. E. knecht. Ein Fallhammer, ein Schlagwerk, 700 Pfd. schwerer Ambos mit Stock, Pram zum Kropfauftreiben, Presse mit Schragen und Sohlen, fast neuer Blasebalg mit Zubehör und einige Schraubstöcke, stehen billig zu verkaufen bei Hugo Häusgen, Ohligs, Carlstraße. Nadsverkauf am Stöckerberg. 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In der nächsten Woche findet die Wahl zum Reichstage statt. Man kann wohl sagen, daß die diesmalige Wahlbewezung nur die Oderfläche bewegt. Seitens der Parteien der Linken ist man redlich bemüht gewesen, tiefer zu rühren, das ist aber nicht gelungen. Ueber den Wahlausfall läßt sich heute noch kein Urtheil abgeben, denn Wahlen sind dekanntlich unberechenbar. Allein, es deutet mancherlei darauf hin, daß der neue Reichstag im Ganzen eine von dem alten Reichstage wenig abweichende Phosiognomie zeigen wird. Als eine Rezierungekundgebung zu den Wahlen muß das Schreiben betrachtet werden, mittels dessen Staatssekretär Graf Posadoweky eine von ihm erbetene gutachtliche Aeußerung über die zu befolgende Wahltaktik abgab. Er betont darin in erster Linie die Nothwendigkeit eines Zusammenstehens aller staatserhaltenden Parteien gegenüber der Sozialdemokratie und skizzirt dann in großen Zügen die wesentlichsten Aufgaben der kommenden Legielaturperiode des Reichstags. Diese Aufgaden liegen vornehmlich in der Förderung der gemeinsamen Interessen aller Erwerbsstände. Es ist vielfach getadelt worden, daß die Rezierung nicht in amtlicher Form eine Art Wahlprogramm veröffentlicht hat. Bedurfte es dessen wirklich? Die Thronreden, mit denen der Reichstag sowie der Landtag geschlossen wurden, sind noch frisch in Aller Gedächtniß. Wir haben von vornherein unsere Meinung dahin ausgesprochen, daß sich der amerikanisch=spanisch, Krieg in die Länge ziehen werde, während sonst allge mein die gegentheilige Meinung bestand. Jetzt finde, man in den Kreisen, die dem Kriege einen raschen Ab, schluß prophezeiten, daß dieser Krieg der langweiligste sei, den es je gegeben. Es verlohnt in der That kaum, die in Hülle und Fülle von den Kriegsschauplätzen einlaufenden telegraphischen Nachrichten zu lesen, da sie doch kein annähernd sicheres Bild des wirklichen Thatbestandes ergeben. Aus verhältnißmäßig unbedeutenden Zusammenstößen konstruiren gleichzeitig Amerikaner und Spanier große Siege für sich. Da war die Affaire mit dem„Merrimac“, der von den Amerikanern in den Hafeneingang von Santiago de Cuba gesandt, dort von Torpedos zerstört wurde und unterging, während seine Bemannung in spanische Gefangenschaft kam. Darob große Siegesfreude in Madrid, während die Amerikaner erklärten: es habe sich dabei ihrerseits nur um ein sehr gelungenes Manöver gehandelt. Der Untergang des „Merrimac“ sei gewollt gewesen, um den Hafeneingang zu versperren. In einem wunderbaren Widerspruch damit stand eine neuere Nachricht, wonach die Amerikaner den„Merrimac“ zu sprengen versuchten, damit der Hafeneingang wieder frei werde. Vorher war gemeldet worden, daß die Spanier schon den„Merrimac“ mittelst Dynamit gesprengt hätten. Wie soll man sich bei einem Wust so widerspruchsvoller Nachrichten ein zutreffendes Bild von der Sachlage machen? Immerhin kann als feststehend angesehen werden, daß die Spanier auf Cuba und noch mehr auf den Philippinen hart bedrängt sind, da sie hier wie da außer den Amerikanern auch die Insurgenten wider sich haben. Die spanische Position auf den Philippinen erscheint besonders bedroht. Es sei hierbei aber darauf hingewiesen, daß schon nach der Seeschlacht bei Cavite die Philippinen ziemlich allgemein als für Spanien verloren, angesehen wurden. Im österreichischen Abgeordnetenhause herrscht wieder die Obstruktion und es ist in der letzten Zeit wiederholt zu ähnlichen Szenen gekommen, wie sie unter dem Ministerium Badeni an der Tagesordnung waren. Die Deutschen bestehen darauf, daß vor allen Dingen die Sprachenverordnungen aufgehoben werden ehe sie sich in irgendwelche weitere Verhandlung einlassen Am Dienstag will Ministerpräsident Graf Thun die Interpellation wegen der Grazer Vorgänge beantworten, und man darf bei dieser Gelegenheit wieder auf eine Reihe stürmischer Sitzungen rechnen. Graf Thun setzt jetzt seine Hoffnungen darauf, daß die verfassungstreuen Großgrundbesitzer noch eine Vermittlung zu Stande bringen. Ist das nicht der Fall, so soll das Parlament vertagt werden. Inzwischen sind in Ungarn die Arbeiten zur Vorbereitung eines authonomen Zolltarifs im Gange, da man bei den im österreichischen Parlament herrschenden Wirren auf das Zustandekommen des Ausgleichs mit Oesterreich kaum noch zu hoffen wagt. In Italien will das von Rudini rekonstruirte Ministerium von der, Mitte d. Mts. wieder zusammentretenden Kammer die Sanktionirung der infolge der letzten Ruhestörungen ergriffenen außerordentlichen Maßregeln, ferner Maßregeln bezüglich der Vereine, der Presse und der administrativen Wahlen behufs BeseitiS Der Spinnerlehrling. Von William Westall.(52 (Fortsetzung.) „Bei Gott! Ein unerhörter Schurkenstreich!“ rief Jim entsetzt aus. „Welcher verdammte Schuft kann das gethan haben?!“, knirschte der alte Bob, ingrimmig vor Wuth und Aufregung am ganzen Kötper zitternd.„Aber ich will ihn ausfindig machen und dann sei ihm Gott gnädig; so wahr ich lebe, der Hund soll an den Galgen kommen! Das kommt aber nur davon, daß wir zu gütig und nachsichtig gegen die Arbeiter sind, dieses Volk kann nur mit rücksichtslosester Strenge regiert werden! Das haben wir nun davon, daß wir Hospitäler einrichten, Aerzte kommen lassen und unerschwingliche Löhne bezahlen! Ich habe aber immer gesagt, wir werden keinen Dank davon haben und es wird uns keinen Segen bringen.— Doch nun hört her! Daß keiner ein Wort über den Vorfall verliert! Haltet den Mund und macht die Augen auf! Die Hallunken, welche diese Schurkerei einmal gethan haben, werden es auch noch zum zweiten Mal versuchen, und dann werden wir sie fassen.— Sie haben uns vor großem Unheil bewahrt, Nelson; ich danke Ihnen dafür und ich werde Ihnen das nicht vergessen.— Räumen Sie nun das Stück Eisen weg, Jim, und setzen Sie die Maschine in Gang, damit Niemand mukt, daß etwas vorgefallen ist.“ Herr Ruberry sah so ernst und besorgt aus, daß man unschwer erkennen konnte, in wie hohem Maße ihn der Vorfall eiregte und wie er darauf bedacht war, den Thäter zu ermitteln und ähnliche Verbrechen für die Zukunft zu vereiteln. Aber schon am nächsten Tage gab ihm ein anderes Ereigniß, welches nicht zweifellos auf ein böswilliges Attentat zurückzuführen war, Veranlassung, seine Gedanken auf einen anderen Gegenstand zu richten. Der Dampfkessel bekam mitten in der Arbeit einen Sprung, und die Reparatur desselben bedingte eine Arbeitseinstellung von mehreren Tagen. Robin benutzte den ersten dieser unverhofften Feiertage, um seinen beabsichtigten Besuch bei Romford zu machen. Hierzu wurde er um so mehr veranlaßt, als er einen Brief von Miriam erhalten hatte, der nicht dazu angethan war, ihm größere Klarheit zu verschaffen. Der Brief lautete folgendermaßen: gung der Ursachen der revolutionären Propaganda und endlich die Ergreifung wirthschaftlicher Maßregeln zur Behebung der Unzufriedenheit verlangen. Vor dem Mailänder Kriegsgericht dauern die Verurtheilungen wegen des letzten Aufstandes fort. In Frankreich beabsichtigt der Ministerpräsident Meline eine Umbildung des Kabinets entsprechend der Zusammensetzung der neuen Kammer. In Irland ist es anläßlich der hundertjährigen Jubelfeier der Revolution zu ernsten Unruhen zwischen den Orangisten und Nationalisten gekommen, welche die Heranziehung von Militär nothwendig gemacht haben. Im Sudan wird General Kitschener nach Beendigung der Regenzeit den Vormarsch auf Khartum beginnen. Er hofft Anfangs Oktober im Besitz Khartums zu sein. In Brüssel tagt jetzt die internationale Zucker=Prämien=Konferenz. Auch Spanien hat sich derselben nachträglich angeschlossen, während die Vereinigten Staaten fernbleiben. Sie wollten sich durch sogenannte offiziöse Delegirte vertreten lassen, um über die Verhandlungen informirt zu sein, dem hat aber nicht entsprochen werden können, da die Verhandlungen vertranliche find. Vermischte Nachrichten. Salzwedel, 10. Juni. Verunglückt ist der 70 jährige Glöckner der hiesigen Marienkirche, Kleitzmann. Er erstieg den Glockenstuhl der Kirche, um Dohlennester auszunehmen. Schon hatte er die Schürze voll junger Vögel, als die Leiter wich und der Greis in die Tiefe stürzte. Entsetzlich zerschlagen blieb er zwischen zwei Balken hängen. Als man später den Glockenstuhl mit einer Laterne ableuchtete, fand man Kleitzmann blutend und mit gebrochenen Gliedmaßen auf. Bald darauf erlag er den schweren Verletzungen. (Ein sensationeller Selbstmord.) Aus Pest, 7. Juni, wird geschrieben: Das Kapitel von der unglücklichen Liebe hat sich gestern ein Opfer aus der Pester vornehmen Welt geholt— der Selbstmörder ist der 23 jährige Sohn Tibor des bekannten Pester Philanthropen Dr. Karl Méssaros, und die Ursache des Selbstmordes ist die bildschöne, jugendliche Gattin des in der Nähe von Pest wohnenden steinreichen Fabrikanten Chéry, eines Schwiegersohnes des ungarischen Handelsministers Daniel. Der junge Méssaros verliebte sich vor einigen Monaten wahnsinnig in die erwähnte junge Dame, die jedoch ihrem stürmischen Anbeter kein Gehör schenkte. Gestern Nachmittag nun machte Méssaros den letzten Versuch, zu einer Unterredung unter vier Augen mit dem Idol seines Herzens zu gelangen. Er ließ sich seinen Renner satteln und sprengte hinaus zu der in St. Löring gelegenen Villa des Herrn Chéry. Dort angekommen, ließ ihm die junge Frau Chéry durch einen Diener sagen, daß sie ihn unmöglich empfangen könne, weil die Frau Minister Daniel bei ihr zu Besuch weile. Kaum hat der feurige Liebhaber diese Kunde vernommen, so begiebt er sich in den Stall, zieht einen Revolver heivor und schießt sich eine Kugel mitten durchs Herz— auf den Knall eilten auch die Damen aus dem Schlosse herbei und kamen gerade noch zur rechten Zeit, um dem sterbenden jungen Manne die Augen zuzudrücken. (Ein unbekanntes Thier) ist in China unser possirlicher Pudel. Der Weltreisende Ernst v. HesseWartegg berichtete, daß der europäische Pudel den Eingeborenen Schrecken einflößt. Sie halten das schwarze, zottige Thier für einen Bären, Andere fragen, was dies doch für eine Bestie wäre, und schütteln ungläubig die Köpfe, wenn man ihnen sagt, dies sei ein Hund. )* Buntes Allerlei. Die Reichstagswahl steht vor der Thür; wenn ich nächste Woche wieder auf dem Plan erscheine, so ist die Schlacht geschlagen. In Solingen wird es aller Wahrscheinlichkeit nach damit aber nicht beendet sein und ein weiterer Waffengang nöthig werden. Der Bewerber um den Sessel im Reichstag sind hier gar zu viele und jeder hat doch seine Anhänger, bei der Zersplitterung kommt aber schwerlich einer in der Hauptwahl zum Sieg und erst die Stichwahl wird entscheiden, wer unser Vertreter am Regierungssitz auf die nächsten fünf Jahre wird. Der Solinger jeder Farbe macht also in hoher Politik, oder er verfolgt die amerikanischen Kriegsereignisse und ärgert sich schwer, wenn keine Nummer der Zeitung etwas Nennenswerthes bringt an Ereignissen. Für Tartarennachrichten, die den Stempel der Lüge an der Stirn tragen, wird zwar ein Heidengeld an Kabelgebühren ausgegeben, aber auch sie können über die Dürre in den Ereignissen nicht hinweg helfen. Vergnügt reibt sich nur die Hände unser„Major“ Stephan Schulte, der vom bequemen Schreibtisch hinweg frei nach Münchhausen die unglaublichsten Abenteuer über sich und seinen Freund Mayer auf das geduldige Papier wirft. Er macht dabei gar kein Hehl aus seinem derzeitigen Aufenthalt und sinnt vielleicht in Müngsten beim Glase Beckmannbräu oder sonst an einem angenehmen Platz in der Wupperschweiz über neue halsbrecherische Kriegspläne. So, nachdem ich diesen üppigen Kollegen, der in seiner Phantasie eine nie versagende Quelle findet zu neuen Gebilden, entlarvt habe, darf ich mein dieswöchentliches Menü mustern. Es ist nicht viel, mager, mager, mein literarischer Magen knurrt beim Anblick der schmalen Happen. Fast möchte ich streiken und in Glüder, wohin es mich mächtig zieht, die Misèren der Ereignißlosigkeit vergessen. Oder soll ich beim Umzug der alten Luisenburger aus der Schaberger Kantine nach Schloß„Sanscouci“ in Dornsiepen helfen? „Gewiß, da bist Du am Platz!“ höre ich viele Leser rufen, hoffentlich aber keine Leserin. Ach, es ist mir zu warm zur Handarbeit und bei 174 Pfund Lebendgewicht—— Sie verstehen... Aber daß Solingen unmenschlich gesund ist, trotz manzelhafter Wasserleitung und fast monatlich sich mehrender Aerztezahl anscheinend, immer gesunder wird, das beweist der Besitzwechsel in der Schwanenapotheke. Wenn das Heer der Doktoren nicht mal die Küchen ihrer Tränklein im Flor erhalten kann, so muß die allgemeine Volksgesundheit einen Grad erreicht haben, der kaum noch steigen kann. Und immer noch mehr soll dem Tod der Boden abgegraben werden. So ist für die Schleifer und verwandte Arbeiter jetzt ein„Bewahrbüchlein" erschienen, das den Betheiligten in Stadt und Kreis amtlich zum Studium empfohlen wird. Die Einsichtigen werden auch nicht säumen, diesen Talisman anzuschaffen, zumal der Preis von 2— zwei— Pfennig kaum unterboten werden kann. Wenn dem Meister Klapperbein, der auf dem Schleiferacker von je her erziebige Ernten hielt, um 2 Pfennig das Wasser abgegraben werden kann, so wird Keiner die Gelegenheit verpassen. Das Kaufen des Werkchens ist aber erst der erste Theil und der leichteste in dem strategischen Angriff auf die„Schleiferkrankheit", der zweite, das emsige Studium, ist schon schwerer, am allerschweisten aber wird der dritte Theil, der da besagt: nun befolge die Rathschläge! Das ist nämlich leichter gesagt als ausgeführt, Mancher wird manche liebgewordene Gewohnheit fahren lassen müssen und was das heißt, hat wohl schon Jeder an sich erfahren. „Mann, Du ißt zu viel, Du wirst zu dick!“ sagte neulich meine Frau und verlangte allen Ernstes, ich solle aufhören, wenn es mir am besten zu schmecken beginne. Obgleich das Bäuchlein, das ich mir im Laufe der Zeit herangezogen habe, keineswegs bequem sitzt, besonders in der Junisonne nicht, kann ich mich nur schwer zu einer mannhaften That aufraffen und durchgeführt habe ich den Befehl meiner Hausherrin nur am Freitag— der Erbs= oder Bohnensuppe wegen.— Ich wollte damit nur sagen, wie schwer es ist, von Gewohnheiten zu lassen, die, obgleich schädlich, doch mit uns verwachsen sind. Denjenigen Starken unter den Schleifern, die sich trotzdem aus altem Schlendrian aufraffen können, gratulire ich im Voraus herzlich zu dem Schnippchen, das sie dem Meister Klapperbein schlagen. Die Versuche in Höhscheid, die Handwerke in Innungen wieder zu vereinigen, haben sehr negative Resultate gezeitigt; die betheiligten Kreise, letzthin die Schuhmacher, sind von dem Vorschlag nicht sonderlich erbaut und wollen lieber in ihrer gewohnten Freiheit fortschmieden, schustern oder schneidern. Ob die Anläufe fortgesetzt oder als aussichtslos bei Seite gelegt werden, weiß ich nicht. Ich denke: Jeder weiß selbst am besten, wo ihm der Schuh drückt, und wenn die Handwerker in ungebundener Freiheit besser fortzukommen vermeinen, so werden sie schwerlich die Innungen wieder aufleben lassen. Auch Ohligs hat seine Spezialsorgen, wenn sie auch ganz andere Richtungen verfolgen. Die Nachbarstadt„krankt“ nämlich, gleich uns, an Sparkassenüberschüssen und an zu guten pekuniären Verhältnissen, was man von uns nicht sagen kann. Einiges aus dem Sparkassengeld möchte man nun gerne zu Straßenbauten 2c. verwenden; die Regierung aber sagt:„Hand vom Sack! Das gehört auf den Steuerzettel, die Ueberschüsse aber sollen dem allgemeinen Volkswohl dienen.“ Nun ist die Verlegenheit groß. Vielleicht entschließt man sich jetzt, die Stadtväter mit Pistolen und krummen Säbeln auszurüsten, einen Fechtsaal einzurichten und einen bewaldeten Platz anzukaufen, auf dem die häufigen Duelle ausgefochten werden. Es ist möglich, daß die Regierung hier ein Bedürfniß anerkennt und die Genehmigung gibt. Ein besoldeter Paukarzt könnte den schweren Ueberschuß weiter erleichtern helfen. Es sollte mich freuen, wenn meine Rathschläge den Beifall der Ohligser Stadtväter fänden. Allerlei Kleinkram. Der spröde Sommer ließ sich endlich doch erweichen und hat nun aufgepflanzt sein stolzes Siegeszeichen, die Lerche steigt empor und trillert in den Lüften, Jasmin am stillen Rain erfüllt das Thal mit Düften. Die Menschen athmen auf und äußern helle Freude, in Schaaren ziehn sie aus im hellen Sommerkleide, auf den Gesichtern liegt der Glanz von Lust und Wonne, der Regen klatscht nicht mehr— hell strahlt die liebe Sonne. Der Sommerwirth hat jetzt die besten Erntezeiten, wo sich die Gäste schon um Stühle, Plätze streiten und seine Kellnerschaar hinrast im schnellsten Trabe, wo Arme dutzendweis greifen nach kühler Labe. Da läßt denn auch nicht mehr der Zeitgeist auf sich warten, es ist ja ganz modern, zu schreiben Ansichtskarten an Freundin oder Freund mit dichterischen Grüßen, um ihnen den Arrest zu Hause zu versüßen. Das ist modern zur Zeit, unzählbar sind die Arten, wie Solingen sich zeigt auf den Ansichts=Postkarten, auch jeder schöne Punkt in unsren Wupperauen ist für ein Nickelstück im Bilde zu beschauen. Das Publikum kauft gern die bunten Ansichtskarten, weil sie sich eignen gut zu Grüßen und zu zarten Zueignungen; wer Schritt hielt, der nennt auch sein eigen ein Postkarten=Album, das er mit Stolz kann zeigen. Für unsre Töchter ist solch Album kaum zu missen und zu bereichern es, sind immer sie beflissen; den Onkel, der verreist, die Tante in der Ferne, machen der Sammelwuth tributpflichtig sie gerne, doch kommt solch Kärtchen gar vom Liebsten angeflogen, dann wird die Wange roth, hoch gehn die Freudenwogen.— Wenn man entrathen kann des schwarzen Regenschirmes, geräth auch allemal die Mangenberger Kirmes. Sie ist die erste ja im schönen Schwesterreigen und trocknes Wetter muß zu diesem Fest sich zeigen, weil alle andern sonst mit ihr total verregnen. Den Mangenberger Tag kann der Verehrer segnen, denn wenn, wie man so sagt, sie ist der Wettermesser, dann giebt's ein Kirmesjahr, wie's werden kann kaum besser. Besucher gabs denn auch in Mangenberg die Menge und im Gefolg davon übliches Volksgedränge; doch wer gedrängelt ward, der half auch wacker drängeln, so gut wie's ging, sucht durch ein Jeder sich zu schlängeln. Das störte aber nicht die allgemeine Freude, Musik entschädigte und viele Augenweide und wer sein Portemonnaie nicht gar zu stark wollt schonen, stimmt sicher gerne zu, daß Kirmesfreuden lohnen.— Ein abgefeimter Dieb— der Henker soll ihn holen!— hat eine Hühnerschaar in Clauberg jüngst gestohlen. Er las vielleicht, wer weiß, es ist ja alles möglich, daß Eierspeisen sind dem Körper sehr zuträglich, und da zu Ostern er die Ausstellung besehen, so hieß ihn sein Instinkt flugs hin nach Clauberg gehen. Er hatte wohl kein Geld, die Hühner zu bezahlen, vermuthete auch recht, daß man ihm würd was malen und unerreichbar ihm der schöne Hühnerhaufen; deßhalb ging er zur Nacht und that geheim sie „kaufen"... Das ist kein Mildrungsgrund für solches Diebsgelichter, ich weiß das grad so gut als wie der Herr Amtsrichter. Bedauern muß ich nur, daß man in Claubergs Gassen den Dieb auf frischer That versäumte abzufassen; was man von Nürnberg sagt, das gilt auch für Solingen: man muß den Herrn Musjö zur Abstrafung erst bringen.— Dasselbe muß ich von den Uebelthätern sagen, die in Gräfraths Stadtwald jetzt häufig stiften Schaden. Was nützt das Klagelied— man soll nur scharf aufpassen und den Muthwilligen auf frischer That erfassen, genommen dann am Krips und fürchterliche Wichse, das ist die Medizin für solche Taugenichtse; kommt im weitern Verlauf Gericht und Polizei, so stimme ich sehr gerne auch diesem Akte bei. Wenn solche Thaten erst die Blätter uns verkünden, wird der Nichtsnutz ein Haar bald in der Butter finden. — Und geht es anders nicht, muß Gräfrath so es machen, wie Solingen es thut: Verstärkung der Nachtwachen. Als unsre Väter sich darüber viel beriethen, da wollt in Klagen der den andern überbieten. Der Blauemontags=Lärm lag ihnen schwer im Magen, die Mehrheit im Stadtrath wollt darum nein nicht sagen. So kommen denn bald her sechs stattliche Sergeanten und bieten ihren Schutz den ruhigen Passanten. Die Radaubrüderschaft mag sich nun baldigst bessern und nicht mehr Meinungen bekräftigen mit Messern, sonst kommt die Polizei heran mit ernster Miene und bringt sie an den Ort mit eiserner Gardine. Gottlieb. „An Herrn Rupprecht Nelson. Lieber Bruder! Ich habe meinen Vater über die bewußte Angelegenheit befragt. Er behauptete mit voller Sicherheit, daß Oberst Birkenstedt früher noch nicht verheirathet gewesen sei und ließ mir keinen Zweifel darüber, daß Frau Birkenstedt seine erste und einzige Gattin wäre. Der Oberst hat allerdings eine Zeit lang bei der Marine gestanden und war ungefähr vierzig Jahre alt, als er heiratbete. Alles dieses klingt sehr wunderbar und unerklätlich und ich rathe Ihnen daher, mit Romford sorgfältig zu überlegen, welche Schritte Sie thun sollen. In treuer Freundschaft M. R.“ „Postskriptum. Bitte, theilen Sie mir so bald als möglich mit, was Romford räth und welche Maßregeln Sie zu ergreifen gedenken. Ich bedauere schmerzlich, daß ich Ihnen so wenig behülflich sein kann.“ Robin las diesen Brief wieder und wieder und konnte dabei ein Gefühl des Mißbehagens und der Enttäuschung nicht unterdrücken. Der Brief war so kalt und formell, während er sich geschmeichelt hatte, einen Erguß treuer schwesterlicher Liebe und Theilnahme zu erhalten. Das Postskriptum versöhnte ihn zwar etwas, denn er glaubte daraus ersehen zu können, daß Miriam noch immer Interesse und Sympathie für ihn empfinde. Er mußte ihr freilich darin Recht geben, daß diese Neuigkeiten sehr „wunderbar und unerklärlich" wären, denn wenn der Oberst wirklich sein Vater sein sollte, so müßte er doch mit seiner Mutter verheirathet gewesen sein; aber Herr Ruberry, der es doch wissen mußte, bestritt mit voller Sicherheit, daß er schon einmal verheirathet sei. Andererseits hatte er nun erfahren, daß der Oberst allerdings eine Zeit lang bei der Marine gestanden habe, und dies bestärkte ihn wieder in der Annahme, daß er doch sein Vater sein müßte. So machte er sich denn, von Unzewißheit und Zweifeln geplagt, auf den Weg, um sich von Romford Rath und Hülfe zu erbitten. Bill Romford wohnte in einem kleinen, weißgetünchten Häuschen, welches ungefähr eine halbe Stunde von der Fabrik entfernt lag; mit seinem rothen Ziegeldach und seinem niedlichen, von einer Hecke umgrenzten Vorgärtchen bot es einen sehr freundlichen Anblick dar. Jetzt, an einem kalten Wintertage, sah der Garten zwar etwas kahl und traurig aus. Als Robin das Vorgärtchen betreten hatte, klang ihm bereits das monotone Geräusch eines Handwebestuhls entgegen, der einen so großen Lärm hervorbrachte, daß man sogar sein wiederholtes starkes Klopfen überhörte. So öffnete er denn die Thür und trat in den Hauptraum des Hauses ein, welcher seinen Bewohnern zugleich als Schlafzimmer und Wohnzimmer diente. Dem Eingang grade gegenüber stand ein großes altes Himmelbett, daneben eine Kommode und eine altmodische Standuhr; ein Mahagonitisch und ein ziemlich reichlich ausgestattetes Bücherbrett sowie einige Stühle vervollständigten die Ausstattung des Zimmers. Vor dem Kamin, in welchem ein lustiges Feuer prasselte, saß ein kleines Mädchen mit langen, goldenen Haaren; sie hatte die Augen geschlossen und schien fest eingeschlafen zu sein. Es war ein reizendes Bild und Robin blieb einen Augenblick in der Thür stehen, um es zu betrachten, dann trat er in die Werkstatt, wo der Weber und seine Frau fleißig bei der Arbeit beschäftigt waren. Sobald Romford seinen Besucher bemerkte, eilte er ihm freudig entgegen, um ihn zu begrüßen. „Guten Morgen, Herr Nelson!“ rief er aus.„Wie freue ich mich, daß Sie uns mal wieder besuchen!" „Ich bringe Ihnen das Buch zurück, welches Sie mir liebenswürdigerweise geliehen haben,“ antwortete Robin.„Die Lektüre von„Marmion" hat mich ganz außerordentlich interessirt; ich fürchte aber, daß ich es schon zu lange behalten habe. „Durchaus nicht! Sie hätten es ruhig noch länger behalten können; ich freue mich, daß es Ihnen gefallen hat.— So, nun seien Sie aber zunächst herzlich willkommen geheißen unter meinem Dache, fuhr Romford fort, indem er Robin mit einem kräftigen Händedruck begrüßte. Der Weber bot in seinen einfachen, aber reinlichen Arbeitskleidern, welche seine kräftigen Körperformen noch mehr zur Geltung kommen ließen, ein Bild vollendeter Männlichkeit dar. Er war fast sechs Fuß groß, und zu dieser außergewöhnlichen Länge standen seine breiten Schultern und die kräftige, gewölbte Brust im richtigen Verhältniß; in seinem nicht unschönen Gesicht, welches von einem dichten blonden Bait umrahmt war, spiegelten sich zugleich Entschlossenheit und Gutmüthigkeit. „Kommen Sie ins Zimmer, Herr Nelson,“ sagte er. „Wir wollen etwas frühstücken.“ „Herzlichen Dank für Ihre freundliche Einladung!“ antwortete Robin,„aber ich will Sie nicht von Ihrer Arbeit abhalten... „Das thun Sie auch gar nicht; ich würde jetzt so wie so eine Pause gemacht haben, denn ich habe schon von früh an ohne Unterbrechung fortwährend gearbeitet und mir jetzt mein Frückstück verdient. Wir Handweber sind besser daran, als Ihr Fabrikarbeiter, wir haben keine Aufseher, die uns überwachen, und keine Fabrikglocken, die uns zu bestimmten Stunden zur Arbeit zwingen, wir arbeiten, wann wir wollen und wir ruhen uns aus, wenn wir müde sind.— Leg Deine Arbeit nieder, Susanne, und gieb uns ein Glas Bier. Ich hoffe, daß unser lieber Gast Dein Gebräu ebenso gut finden wird, als das von Jim Rabbits.“ Frau Romford, eine rothwangige, blauäuige Landschönheit mit langen, flachsfarbenen Haaren, ging stillschweigend hinaus, um den Auftrag ihres Mannes auszuführen. „Meine Frau haben Sie nun kennen gelernt, jetzt müssen Sie aber auch unser Kind sehen,“ sagte der Weber, indem er auf das kleine Mädchen deutete.„Wir nennen sie Susi, um sie von ihrer Mutter zu unterscheiden, welche auch Susanne heißt.— Wie Sie sehen, leben wir nur in sehr kleinen und bescheidenen Verhältnissen. Das ganze Haus besteht nur aus diesem einen Zimmer, der Werkstätte und der Küche, weitere Räumlichkeiten haben wir nicht; trotzdem sind wir aber mit unserem Loose zufrieden und leben glücklich und in Frieden in unseren bescheidenen vier Pfählen. Geld macht nicht glücklich, sagt ein altes Sprüchwort— jedenfalls würde auch der größte Reichthum das stille Glück unseres häuslichen Friedens nicht zu erhöhen vermögen— Ah, da kommt meine Frau mit dem Frühstück.— Auf Ihr Wohl, Herr Nelson, und nochmals willkommen unter unserem Dach!“— Nun, wie schmeckt Ihnen das Gebräu meiner Frau?“ Robin versicherte, daß er niemals ein besseres Bier getrunken hätte, und dies wurde ihm um so leichter, als er sehr durstig war. „Ja, ja, meine Susanne läßt sich im Brauen, Kochen und Backen von keiner anderen Frau übertreffen. Sie hat freilich nicht viel Gelegenheit, ihre Koch= und Backkünste glänzen zu lassen, denn wir essen meist nur Gerstenbrot und Grütze und hin und wieder etwas Speck und Gemüse aus unserem Gärtchen. Das soll nun aber nicht heißen, daß wir schlecht bei Kasse wären und kein besseres Essen erschwingen könnten, aber es können mal wieder schlechte Zeiten kommen, wo wenig zu thun ist, und daher muß man sein bischen Geld zusammen halten; außerdem gebe ich ein schönes Stück Geld für Bücher aus, womit meine Frau zwar immer unzufrieden (Fortsetzung folgt.) gthsale. **. Auf dem Kriegspfade. VII. Vor Santiago de Cuba, 7. Juni. Seit vorigem Freitag gehöre ich eigentlich gar nicht mehr zu den Lebenden,— ich liege am Grunde des Einfahrtkanals in dem Hafen dieser Stadt— wie gesagt, da läge ich, wenn alles seinen richtigen Zugang gehabt hätte. Daß ich nicht im Schattenreich des Todes weile, sondern die liebe Sonne noch grüßen und eine echte Zigarre an der Quelle— wollt sagen: am Erzeugungsort noch rauchen kann— das verdanke ich unserm Glück bei allem Unglück. Wir sind nämlich richtig und regelrecht in den Grund gesprengt und dadurch endlich wohlbehalten— in Cuba angelangt. Ich hatte mir den Einzug in die Antillenperle zwar anders ausgemalt, aber schließlich ohne Knalleffekt sind wir doch nicht gelandet. Dem Mayer aber traue, wer mag; es hätte auch schief ablaufen können und sein Wagemuth und meine Vertrauensseligkeit zwei Wittwen in der lieben Heimathstadt Solingen auf dem Kerbholz gehabt. Doch ich muß die Geschichte erzählen, sonst glauben die Leser, die Tropensonne sei meinem Gehirn schädlich geworden und unter dieser Einwirkung schwatzte ich das tollste Zeug zu Papier. Also los. Es gelang uns in Key=West das große Kohlenschiff„Merrimac“ zu erreichen und mittelst eines„silbernen Händedrucks“ die Mitnahme unserer beiden kostbaren Personen möglich zu machen. Nach unendlichen Kreuz= und Querfahrten im Karaibischen Meer stießen wir auf die Sampson'sche Flotte und mit dieser kamen wir einen Tag später bei der Schley'schen vor Santiago an. Ich ließ uns nun gleich an Bord des Flaggschiffes setzen. Kaum gewahrte uns Mr. Sampson, als er auch schon wie ein Tiger herbeistürzte, Wuth im Herzen, verderbensprühende Blitze in den Augen. „Nach Erledigung unserer Mission zurück, Erzellenz!“ rief ich, bevor er noch zu Worte kam. „Durchaus keine Eile mit den Flottenoperationen, die Landungstruppe kann noch nicht stehen, geschweige denn gehen oder gar marschiren, und dann muß sie noch das Laden lernen und das Zielen und das Schießen und das Treffen und....“ „Wie kommen die beiden Racker wieder auf's Schiff?“ schnaubte der Gewaltize unsern Freund Alrizht an, der zur Begrüßung herbeigeeilt war und des Zornigen Blicke nun zuerst auf sich lenkte. „Erzellenz...“ stotterte dieser bestürzt. „Mit dem Kohlendampfer„Merrimac"," beeilte ich mich zu sagen und heuchelte dabei Erstaunen. „Der Kapitän wird sich verantworten wegen Beförderung von Kriegskontrebande!“ schnaubte er grimmig. „Aber Erzellenz!“ nahm nun mein redegewandter Freund Mayer das Wort.„Erzellenz vergessen, daß ich noch immer„Unverantwortlicher Flotteninspektor“ bin; mein Amt kann ich in den Baumwollfeldern bei Chikamanga nicht wohl ausüben!“ „Ich will hier keinen Fremdling!“ rief Mr. Sampson. „Besonders Ihr beiden Solinger liegt mir im Magen, und Ihr seid nicht abzuschütteln!“ Nun wurde ich aber auch böse.„Herr Admiral," rief ich,„wir merken das längst und wissen genau, daß unsere Entsendung nach dem Truppenlager in Chickamanga nur eine Finte war. Aber ich berufe mich auf meinen Paß. Was haben wir denn Böses gethan? Habe ich etwa die Wahrheit über St. Juan enthüllt? — Sind wir schuld, daß Santiago Sie nicht mit Militärmusik empfängt? Und dann, Erzellenz, den verächtlichen Ausdruck„Kriegskontrebande“ auf uns anzuwenden! Nein, Herr Admiral, wir bedauern zwar die verschiedenen Schlappen der Flotte, aber wir Beiden können doch nicht dafür— und mit etwas journalistischer Gewandtheit können Sie immerhin Manches anders erscheinen lassen, als es in Wirklichkeit ist, auf das richtige„Färben" kommt es da an. Ein Bericht des letzten Gefechts z. B. hätte so lauten müssen:„Ich habe den spanischen Forts vor Santiago durch mehrere scharfe Schüsse bewiesen, welche Macht die amerikanische Flotte besitzt. Da mir aber das Menschenleben zu heilig ist, um es muthwillig zu vernichten, wollte ich die Forts eben nicht vernichten und fuhr zum Frühstück zurück ins Meer. Ich werde in einigen Tagen Nachfrage halten, ob die Spanier Vernunft annehmen und gutwillig aus dem Bereich meiner unübertrefflichen Kanonen gehen und die Einfahrt in den Hafen freigeben wollen; wenn nicht— nun, dann übe ich als Christ weiter Geduld.“ „Der versteht's!“ lachte ein wenig jüngerer Herr, der etwas abseits die ganze Unterhaltung angehört hatte. „Lieber Freund, Sie haben zwar den Oberbefehl, ich möchte mir aber doch ein Wort der Fürsprache für die Beiden erlauben. Ich war früher in Deutschland und kenne auch das Bergische— Ihre Heimath, meine Heiren!— sehr wohl; der Solinger ist„gut zu Fuß unter der Nase“ oder etwas drastischer: er hat eine freimüthige Schnauze, aber treu wie Gold sind die Menschen. Also, Herr Kollege, geben Sie Pardon!“ „Meinen Sie, lieber Schley?— Nun gut, so sei Ihnen Bewegungsfreiheit gestattet auf Fürsprache des Herrn Kommodore Schley und in der Voraussetzung der Vermeidung von Störungen. Wir verbeugten uns dankend. Ich betrachtete mit Interesse das offene frische Gesicht des mir bisher noch unbekannten Kommodore. Er bemerkte das und nickte nicht unfreundlich. Im Weggehen sagte er scherzhaft:„Berichten Sie aber gut an Ihre Zeitung und nicht gar zu romanhaft. Sie aber, Mr. Mayer,— wir begegnen uns wohl noch halten Sie mir keine Vorträge über Solinger Stahlwaaren. Nach dem Kriege, wenn ich mehr Zeit habe, sebe ich mit Vergnügen die Geheimnisse Ihres Musterkoffers.“———— Bald nachher saßen wir beim Frühstück. „Anton, der Alte ist rein des Teufels und fräße uns, glaub ich, am liebsten auf; wenn der Kommodore Schley diesmal nicht der rettende Engel gewesen wäre, ich glaube, er hätte uns nicht so ruhig frühstücken lassen. „Du hast Recht, Stephan, es ist thatsächlich kaum mehr umzugehen mit ihm, seitdem der spanische Admiral Cervera seine Nachtruhe stört. Gewiß, seine Stellung ist nicht leicht, man verlangt von ihm: vernichte den Spanier, und dieser thut ihm nicht den Gefallen, sich vernichten zu lassen, im Gegentheil, Cervera wird wahrscheinlich noch in späterer Zeit dem Bruder Jonathan schmerzliche Erinnerungen erwecken. Kurz und gut: Zur Zeit möchte ich lieber Bürgermeister von Ohligs sein mit der Aussicht, meine amtlichen Handlungen mit der Pistole in der Faust vertreten zu müssen, als Uncle Sam's Admiral vor Santiago.“ Alright gesellte sich zu uns. Er verrieth, daß am Hafeneingang etwas geplant werde, was, wäre ihm nicht bekannt, und die„Merrimac“ hierzu ausersehen sei. Ich horchte hoch auf; auch Mayer spitzte die Ohren. „Du,“ sagte er—„das wäre so eine Gelegenheit, Sennor Cervera persönlich kennen zu lernen.“ „Aber die Gefahr, wandte ich ein. „Ah, bah! Unser sprichwörtliches Glück wird auch weiter vorhalten und dann kommen wir rasch an das Ziel und Du zu neuen Berichten.“ Ich ließ mich richtig beschwatzen. Mr. Sampson wurde wieder sehr freundlich, als Mayer und ich der kleinen Schaar Freiwilliger uns zugesellten. Mayer bekam richtig seinen Check auf Washinzton als Entschädigung für die ungerechtfertigte Gefangennahme und wir Beide die Belohnung von je 100 Dollar für die Theilnahme. So fuhren wir denn auf der„Merrimac“hinaus in's freie Leben, oder besser hinein in den Drachenschlund. Mayer hatte den Frack angelegt, wie zu einem Feste.„Als Mann von Erziehung will ich dem Admiral Cervera im Gesellschaftsanzug entgegen treten, damit stülpte er auch noch den Cylinder auf. Ich blieb, wie ich war: Strohhut und heller Tropenanzug. Wir ließen uns auf Deck nieder, nachdem wir flüchtig die Bekanntschaft des Führers, Marine=Ingenieurs Hobson, gemacht hatten. Im Kielwasser der„Merrimac' folgte ein Schlachtschiff und weiterhin noch mehrere. Anfangs ließ alles gut an, aber bald sausten die Granaten von den Bergen herab, daß uns Hören und Sehen verging. Mayer schwenkte unermüdlich seinen Cylinder und machte Verbeugungen nach allen Seiten gegen die Felsen. Die Spanier beachteten seine Höflichkeit aber wenig; ermüdet setzte er sich schließlich auf den Musterkoffer und brummte unwirsch!„Zum Henker, hätte ich gewußt, daß die Fahrt so lebensgefährlich wäre, ich säße nicht hier!“ „Ja, du Klaas, da hast du eine Tinte angerührt und die nächste Granate schon kann uns den Odem ausblasen!“ schrie ich wüthend.„Aber ich bin ein Däsbartel, daß ich mich immer von Dir in's Schlepptau nehmen lasse. Nun gehen wir elend zu Grunde und Du, Du ganz allein, hast 2 liebreizende Frauen zu Wittwen und mehrere unmündige Kinder zu vaterlosen Waisen gemacht. Daron denke in dieser letzten Stunde!“ „Stephar, sei nicht böse, ich will mich ja bessern" sagte er gan, weich.„Das verspricht der Galgenkandidat auch, wenn i u das Messer an der Kehle sitzt! Jetzt ist es zu spät,“ war meine schroffe Antwort. Plötzlich erwachte seine alte Energie wieder.„Ach, die treffen uns ja gar nicht und gleich sind wir durch! Im Hafen nimmt man uns gefangen, aber das schadet nichts, ich habe spanische Papiere.— Junge, es geht noch gut!“ Ein dumpfer Knall schlug an mein Ohr, hoch auf spritzte das Wasser, unser Schiff machte einen Luftsprung... ich verlor momentan die Besinnung.. Das kann aber nur sekundenlang gedauert haben, als ich wieder zu mir kam, lag ich im Wasser.... Instinktmäßig griff ich mit den Armen um mich nach einem Rettungsmittel, schwimmen kann ich nämlich nicht, wo in aller Welt sollte ich das gelernt haben!(Das mögen die Stadtväter von Solingen besonders ad notam nehmen und schleunigst für das Volksbad mit Schwimmanstalt sorgen, damit mein Nachfolger nicht in solche mißliche Lage geräth.) Zum Glück erfaßte ich einen rundlichen Gezenstand, auf dem ich unter Beihülfe der Wellen rutschen konnte. Plötzlich tauchte prustend, pustend, hustend ein schwarzes Ungetbüm neben mir auf... lange Fangarme fuchelten im Wasser... Tintenfisch (Cephalopoda-Kopffüßler).... Das Blut wollte mir erstarren, jetzt war ich sicher verloren.... Ich schloß momentan die Augen... da packte mich das Unthier, es umschlang mein Bein, ich fühlte, wie mich das Bewußtsein verlassen wollte; denken konnte ich überhaupt nicht mehr....„Den Teufel auch, was hat man hier für nasses Wasser! Tschi! brrrr... Und kein Grund ... tschi tschi... Hülfe! Es überlief mich siedendheiß— Mayer! durchzuckte mich ein Gedanke. Der Gegenstand, auf dem ich mit dem Bauch lag, machte allerlei kuriose Bewegungen, er besaß aber große Trazfäbigkeit, so daß ich den obern Körpertheil gut über Wasser halten konnte. „Anton, bist Du es?!“ rief ich nach hinten und schlenkerte dazu mit dem Bein, das mein Hintermann fest umspannt hielt. „Ums Himmels Willen, spaddele nicht!“ antwortete er kläglich.„O o mir stehen die Ohren voll Wasser ich ertrinke!..“ „Rumore doch nicht so, ein Schluck Wasser schadet Dir nicht! Bist Du sonst gesund?“ „Ich glaube... tschi, tschi... ja, das heißt ich nicht tschi... Sieh doch mal nach... tschi, tschi ... ich bin ganz voll Wasser gelaufen....“ „Halte die Schnauz, du Klagbartel! Wer hat die Suppe anzerührt? Nun iß sie aus!“ Er stöhnte und nieste weiter. Ich merkte, daß der Wellenschlag uns dem nahen Ufer zutrug und besorgte nur, die Schwimmblase, der ich und Mayer das Ueberwasserbleiben verdankten, werde mir entflitschen; ich umfaßte sie daher mit beiden Händen. Nebenbei tauchte ich das eine Bein— Mayer's Anker— ab und zu tief unter, worüber der verflirte Reiseonkel, weil er dann ebenfalls mit der Nase unter die Wasserlinie gerieth, jedesmal in Jammergeschrei mit folgenden Gurzeltönen ausbrach. Die kleine Strafe hatte er redlich verdient. Endlich faßte ich mit dem freien Fuß Grund. „Hurrah Anton! Wir sind gerettet. Laß los und stelle dich auf die Beine!“ „Nein, nein Stephan! O Herzenostephan sei nicht grausam! Willst du mich morden?!“ Ich packte ihn beim Nacken und stellte ihn aufrecht. Wild und verstört blickte er um sich. Das Wasser reichte nur noch bis an die Brust und 10 Meter von uns schimmerte der weiße Ufersand. Nun erst konnte ich meine„Schwimmblase“ genauer mustern, es war Mayers Kopfschmuck— der Cylinder. Jedenfalls hatte er auf dem Wasser geschwommen; dadurch, daß ich ihn wagerecht unter Wasser drückte, konnte die Luft nicht entweichen und so wurde er unsere Rettung. Ich griff den arg derangirten Paradehut und stülpte ihn auf Mavers Schädel. Ich mußte herzhaft lachen, es sah zu komisch aus, wie aus dem mißhandelten Cvlinder das Wasser in Strömen über Antons feistes Antlitz herabrieselte.„So, du wärst wieder salonfähig, Anton; ich muß meinen Einzug barhäuptig antreten.“ „Da schwimmt mein Musterkoffer!“ rief er und deutete auf das Wasser. Ich watete rasch darauf los und erhaschte das umfangreiche Möbel ohne besondere Mühe. Am Ufer empfing uns ein spanischer Lieutenant der Artillerie mit einem Piket Soldaten. Mayer hatte inzwischen den Schrecken abgeschüttelt und seine Sprachmaschine ging schon wieder ausgezeichnet. Ich erhielt den Eindruck, daß die böse Lehre sehr wenig genützt hatte. „Pardon, Sennor! Die Umstände entschuldigen unser wenig festtagsmäßiges Ausseben. Mein Name ist Mayer— Anton Mayer aus Solingen.“ „Ich reise in Solinger Artikeln, bin auf einer Geschäftstour durch Amerika begriffen und beabsichtige jetzt Santiago zu besuchen....“ Ein krampfhaftes Niesen unterbrach zum Glück den Redestrom, er hätte womöglich gleich die Muster präsentirt. Erst horchte der Offizier erstaunt, als er aber den Frack sah, und in dem nassen Hut die traurigen Fragmente eines Cylinders erkannte— da mußte er lachen und seine Soldaten mit ihm.— In französischer Sprache verständigten wir uns bald, und als Mayer seine durchnäßten Papiere hervorzog und er einen Blick hinein geworfen hatte, wurde er ganz höflich. „Sie werden einem Verhör unterworfen werden, meine Herren, aber reine Förmlichkeit... Inzwischen müssen Sie sich erholen. Ich ditte, dem Soldaten zu folgen, er wird Ihnen ein Quartier anweisen.“ Der Lieutenant gab einem Untergebenen Befehl und unter dessen Führung marschirten wir nunmehr durch das Uferdickicht. Es war kein leichter Weg, zudem stieg er stark bergan, aber für uns war die Bewegung nach dem Bade gut. Nach einer kleinen halben Stunde langten wir in einer Ansiedelung an. Der Spanier bedeutete uns ein Haus, in das wir bald eintraten. Eine üppige Kreolin, ein wahres Prachtweib einpfing uns an der Thür. Nach einer kleinen Erklärung des Soldaten, wobei sie uns öfters mit lächelnden Blicken streifte, machte sie uns eine Verbeugung, die jeder Salondame Ehre gemacht hätte. Wir erwiderten die Höflichkeit natürlich und Mayer suchte sein bischen Spanisch zusammen zu einer Erklärung. Wir erhielten etwas Essen und begaben uns bald zur Ruhe. Meine Träume aber eilten weit weit weg aus dem Palmenhain Cubas auf die lieblichen Wupperberge Solingen's; auch Mayer schlief unruhig und stöhnte dabei manchmal herzbrechend. ——— Am folgenden Morgen— heute— benutzte ich die ersten Stunden, um Ihnen diesen Bericht zu schicken. Major Stephan Schulte. Isabella heißt unsere schöne Wirthin, so viel habe ich schon erfahren. Thon& Cie., Benj. Stosberg Nachf., Solingen. Wir verzinsen Baar=Einlagen zu 2—4%/0 je nach Vereinbarung der Kündigungszeit und eröffnen lausende Rechnungen zu coulanten Bedingungen; Check=Conten provisionsfrei. An= und Verkauf von Staatspapieren 2c. besorgen wir billigst. Pfandbriefe erster deutscher Hypothekenbanken werden jederzeit zur amtlichen Berliner Notiz ohne Berechnung von Provision von uns abgegeben. An= und Verkauf von Wechseln auf das Ausland richten sich nach den regelmäßig bekannt gemachten Coursen. August Schäfer, Weegerstrasse 16. — Installation. 1 Elektrische Haus- u. Hotel-Telegraphen, Telephon u. Blitzableiter unter Garantie der solidesten Ausführung zu billigsten Preisen. — Kostenanschlag gratis.— n 2 5 SchutzMarke 2 „„„„ Natürliches kohlensaures Tatelwasser ROISDORFER Jeder Korkmit Brase MINERAL-UELLE 5 — — 83 Solinger Glas-u. Gebäude-Reinigungs-Institut Inh.: Rud. 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An die Wähler der Kreiser.„ 9 Die bevorstehende Reichstagswahl findet die liberalen Parteien unseres Kreises zum ersten Male zu gemeinsamem Handeln vereinigt.— Vor dem Ernst der Lage, vor der Erwägung, daß unser betriebsreicher, in seiner Industrie und in seinem Handel so hoch entwickelter Wahlkreis eines Abgeordneten bedarf, der mit den Verhältnissen und Bedürfnissen desselben genau vertraut ist und der fest in reichstreuen Grundsätzen steht, treiten alle sonfigen Parteiunterschiede weit zurück..,(ain fallte, Icer unsier Biratramm nach emss uu i. Wenn es auch nach 30 Jahren politischer Wirksamkeit überflüssig sein sollte, üver unser Programm noch etwas zu sagen, so halten wir es angesichts der geflissentlichen Unterstellungen, die in Bezug hierauf von unsern Gegnern gemacht werden, doch für nöthig, Folgendes zu erklären: 1) Wir stehen unbeirrt auf dem Boden des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts. Für Abänderungen desselben, gleichviel ob sie von reaktionärer oder radikaler Seite kommen, wird unser Vertreter niemals zu haben sein. 2) Wir erstreben den Ausbau der sozialen Gesetzgebung in der Weise, wie wir ihn bisher gefördert haben und unter Berücksictigung auserer Leistungsähgleit anderen Indukriektaaten gegenüber. gägrt.2 Herskeinrichtungen. pa die J. Besz. 3) Wir halten es nach wie vor für unsere patriotische Pflicht, unsere bewahrren Heerebeinrichtuugen, am die aule Nationen (C uns beneiden, zu erhalten und zu befestigen. Die Erfahrung hat es gelehrt und die Vorgänge in allen Kulturstaaten lehren es heute, daß die Wohlfahrt der Völker nur da gesichert ist, wo sie die Macht haben, ihren Besitz und ihre nationalen Einrichtungen wirksam zu (G schützen. Wehe unserm deutschen Vaterlande, wenn seine Wehrkraft je versagen sollte! Der Ruin unseres Handels und unserer Industrie, die Stockung unseres hochentwickelten Verkehrs, die Verarmung unseres Arbeiterstandes würden die unmittelbare Folge sein. Schon längst war es ein allseitig gehegter Wunsch unserer Parteien, einen im hiesigen Wahlkreise angesessenen Mann des praktischen Lebens in den Reichstag zu senden. Es freut uns, in dem Kaufmann und Fabrikanten Herrn Louis SabiirA Keasase danc esecacies Boiei el edie blich dae Kenicne Kbes ealeseche de K ase asenh elhsesesescehlce Achtung aller Bevölkerungsklassen erworben. Ihn in dem bevorstehenden Wahlkampf zum Siege zu führen, muß unser Aller Loosung sein! So thue denn Jeder am 16. Juni seine Schuldigkeit, getreu unserm Wahlspruch: Fur Kaiser und Keich! Die vereinigten liberalen Parteien des Kreises Solingen: P 4.- A.udalf### Pigkard 0.1.— M.,, Mams(# M 0 8 70 Solingen: Backer Fr. Rok., Becher Rudolf, Becker Eduard, Becker Herm., Beckmann, KommerzienRath, Birkendahl Ernst, Buschhaus Jul., Coppel Kommerzien=Rath, Coppel Aler. Dr. jur., Decker Carl, Felir Robert, Grah Robert, Güth Carl Jul., Haaz Rudolf, Heberlein Otto, Heinrich Fritz, Hendrichs Peter, Hermes Fritz, Höller F. W. sen, Hoppe Julius, Hoppen Jacob, Krebs Carl Jul., Kronenberg Dr. E., Kunze F. W., Liesendahl Peter, Lütters Albert, Lüttges Albert, Lüttges Gustav, Müller Carl, Müller Eduard, Nobis Carl, Offermann Rob., Peres Franz, Philippi Robert, Richtmann Emil, Rohr Wilh., Schmitz Otto, Schneider Gustav, Schnitzler August, Schönenberg Robert, Stratmann San.=Rath, Theegarten Carl, Tittmann Gerhard, Voos Franz, Voos Fritz, Voos Carl Reinhard, Weber Aug., Willms C. A., Wingen Anton jr. Burscheid: Brüning, Dieckmann August, Gierlichs H., Halbach August, Koll Karl, Kotthaus A., Siebel Emil, Sohnius, Urbahn Louis, Wolf Corn. Gräfrath: Brosy Franz von, Ernen Emil, Kohl Kuno, Rütgers Walther, Stoll Gustav. Höhscheid: Abel Friedr., Asbeck Friedr., Berns Edmund, Böntgen Friedr., Evertz C., Flocke Carl, Freund August, Jansen Edmund, Joest Wilh., Kirschbaum Albert, Kronenberg Edm., Kronenberg Wilh., Küpper Carl, Lütters Aug., Neeff Aug., Pauls Hugo, ten Winkel Wilh. Küppersteg: Siebel Otto. Leichlingen: Bellingrath Bernh., Flügel Wilh., Halbach Carl, Hollweg Ed., Hüschelrath Aug., Pohlig Bernh., Schmitz Ferd., Weyermann Ludwig. Lützenkirchen: Damm Friedr., Jansen Ewald, Schulze Friedr. Neukirchen: Hammocher Carl, Hartmann Wilh., Kauermann Wilh., Kolk Gust., Lang August, Schulte Emil, Sprenger A., Tillmanns Osw., Tillmanns Rud., Wietscher Herm. Ohligs: Berz Rich., Hackhausen b. Ohligs, Bonsmann Hugo, Cornelius F., Diederich, Dültgen Dr., Fischel Achill, Grün Dr., Hammesfahr Hugo, Hammesfahr Otto, Heitzer Mar, Kaiser Carl, Kirschbaum Carl, Killing Ed. Korten Robert, Kortenbach A., Lüttges August, Mohrenstecher, Schmidt C., Stamm Bernh., Stamm Ewald, Stamm C. H., Weck Gustav. Opladen: Arndt Friedr. Aug., Gustke Friedr., Günther L. Stationseinnehmer, Holverscheid Julius, Pütz Rechtsanwalt, Weltersbach Ferd., Wicts Ernst, Ulenberg Alfr. Richrath: Benninzhofen Wilh., Halbach Karl, Müller Rud., Schmidt Direktor, Tienkämper Ewald, Vogel Heinr., Wolferts Schlebusch: Faust Ferd., Kuhlmann Fritz. Wald: Ern C. Friedr., Hammesfahr Jul., Kranen Ernst, Oberste=Lehn O., Stratmann San.= Rath Dr., Vollmar H., Zimmermann Ernst. zertt. Sonntag, den 12. Juni, Abends 6 Uhr, findet in der St. Seb. Schützenhalle eine G Wähter=Versammtung statt, in welcher sich unser Reichstagskandidat Herr Dr. med. Muhr aus Baumberg seinen Wählern vorstellen wird. Außer Herrn Dr. Muhr werden noch die Herren Pfarrer Drießen aus Köln=Merheim und Redacteur Kleinstreuer aus Elberfeld reden. Um zahlreiche Betheiligung der Wähler der Zentrumspartei wird dringend gebeten. Das Wahlkomité der Zentrums-Partei. sund u uaen uen un. Geur. Sn e Kunstglaserei Franz Schwan, Oststr. 9. 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Daß uns aber dieser Tag kein endgültiges Resultat bringen und daß in unserem Kreise der Wahlkampf bis zum 24., dem Tage der Stichwahlen, fortdauern wird, darüber dürfte Niemand einen Zweifel hegen. In die Wahlbewegung sind seit dem letzten Sonntag, als die vereinigten liberalen Parteien ihre erste Wahlversammlung in Leichlingen abhielten, sämmtliche Parteien eingetreten. Die Sozialdemo= kratie hat zuerst den Kampf begonnen und zwar unter sich selbst. Auf der einen Seite stehen die radikalen, mit dem Parteivorstande gehenden Sozialisten mit dem neuen Kandidaten, Herrn Scheidemann aus Gießen, auf der andern die gemäßigteren unter dem seitherigen Reichstagsvertreter des Kreises, Herrn Schumacher hierselbst. Die Frage, woher der Zwiespalt in der hiesigen Sozialdemokratie kommt, ist bald beantwortet. Herr Schumacher war dem Parteivorstand und hiesigen Radikalen nicht scharf genug. Die Art und Weise, wie der Kampf innerhalb der eigenen Partei geführt wird, ist der Beachtung sehr werth, schon wegen der Eventualität einer Stichwahl zwischen dem freisinnigen oder Zentrumskandidaten einerseits und einem der beiden Sozialdemokraten anderseits. Mit Leidenschaftlichkeit greifen die Scheidemann'schen Anhänger ihren früheren Genossen an, der seinerseits ruhig und sachlich, in den Grenzen der parlamentarischen Ausdrucksweise diese Angriffe abzuwehren sucht. Letzteres Vorgehen müssen selbst die sozialdemokratischen Gegner anerkennen. Es wird kein Mittel gescheut und alle hervorragenden Vorkämpfer der Sozialdemokratie, selbst Liebknecht, werden aufgeboten, um die Macht Schumachers zu brechen. Ob es ihnen gelingen wird, ist fraglich. Sollte einer der beiden sozialdemokratischen Kandidaten in die Stichwahl gelangen, dann— und das ist dann bezeichnend— hängt das Resultat der letzteren von dem Zusammengehen der jetzt in heißem Kampfe liegenden beiden sozialdemokratischen Richtungen ab. Außer Herrn Scheidemann sind noch zwei Kandidaten aufgestellt, Herr Dr. Muhr aus Baumberg und Herr Louis Sabin hierselbst, Ersterer von dem Zentrum, Letzterer von den heuer seit langen Jahren wieder zum ersten Male vereinigten liberalen Parteien. Bedauerlich ist diese Spaltung innerhalb der staatserhaltenden Parteien und zwar deshalb, weil es nach der gegenwärtigen Sachlage nicht abzusehen ist, ob dadurch nicht die Möglichkeit, daß einer der beiden letztgenannten Kandidaten in die Stichwahl gelangt, vereitelt werden kann. Herr Dr. Muhr, der Kandidat des Zentrums, hat, wie man erfährt, seine Praxis aufgegeben und hätte sonach Muße, sich den parlamentarischen Aufgaben ganz widmen zu können. Eine große Frage ist es aber, ob er mit den Verhältnissen des Kreises und insbesondere denjenigen der Arbeiter ebenso vertraut ist, wie der Kandidat der liberalen Parteien, Herr L. Sabin. Seine ärztliche Praris dürfte gegenüber der engen Fühlung, welche Herr Sabin mit den Arbeitern als Arbeitgeber und Vorstand des Krankenkassenwesens bis jetzt gehabt hat und haben wird, ihm diese Kenntnisse nicht in dem Maße verschafft haben, wie es der Fall sein soll. Immerhin soll er im oberen Kreise beliebt sein. Herr Sabin hat darin gegenüber dem Zentrumskandidaten und dem mit den hiesigen Verhältnissen wohl ganz unbekannten Herrn Scheidemann bedeutend viel Voraus. Die Wahl seiner Persönlichkeit ist eine durchaus glückliche. Da er selbst aus kleinen Verhältnissen sich emporgearbeitet hat, so kennt er die Bedürfnisse des Arbeiterstandes und weiß, wo und wie diesem zu helfen ist. Aber auch mit den Interessen des Kreises Solingen ist Herr Sabin aufs Beste vertraut. Ueberall, wo er bis jetzt in der kurzen Zeit als Kandidat sich vorstellte, wurde er warm aufgenommen und seine Ansichten, die er in seinen Vorträgen wiedergab, fanden immer ungetheilten Beifall. Mit großer Hoffnung und mit berechtigten Erwartungen sehen deshalb die liberalen Parteien dem 16. Juni entgegen, der ihnen, wenn auch nicht den Kreis zurückgeben, so doch den Eintritt in die Stichwahl bringen dürfte. Ist dies der Fall und ist der Gegenkandidat ein Sozialdemokrat, dann hat Herr Sabin, falls die Sozialdemokraten sich nicht vereinigen, durch die sicher zu erwartende, versprochene Unterstützung der Zentrumswähler die schönsten Aussichten, die Kandidatur zu erhalten. Rheinland und Westfalen. Barmen, 10. Juni. Die Eheleute M. in der Oststraße feierten am Sonntag ihre silberne Hochzeit. Am Dienstag fand eine kleine Nachfeier statt. Beim Kaffeetrinken brach plötzlich die Jubilarin vom Schlage getroffen zusammen und starb kurz darauf.— Im Kurbade in der Alleestraße fühlte sich eine Frau, als sie dem Bade entstiegen war, plötzlich unwohl. Sie schellte nach der Wärterin. Als diese erschienen war und sich um die Leidende bemühte, brach derselben plötzlich ein Blutstrom aus Mund und Nase und nach wenigen Minuten war sie eine Leiche. Köln, 10. Juni. In der Gegend bei Rbens und St. Goar wüthete gestern ein furchtbares Unwetter. Ein Wolkenbruch hatte die ganze Gegend schrecklich verwüstet. Die Bahngleise waren vollständig überschwemmt, so daß die Züge die überschwemmten Strecken nicht passiren konnten und stundenlang an den Unfallstellen halten mußten. Die um 6 Uhr Nachm. fälligen Schnellzüge Basel=Holland trafen erst um 1“; Uhr Nachts und die um 7 Uhr 56 Min. und 10“: Uhr Abends fälligen Schnellzüge erst um 2½3 Uhr Nachts auf dem Kölner Hauptbahnhofe ein. Um 9“: Uhr Abends war ein Gleise wieder fahrbar. Bonn, 10. Juni. In der letzten Nacht wurde zwischen der Bachstraße und Endenicher Straße ein Student von einer leer fahrenden Maschine an beiden Beinen überfahren. Auch erlitt er noch eine schweie Kopfverletzung. Der Verunglückte ist heute früh seinen Verletzungen erlegen. Neuwied, 10. Juni. Die Königin Elisabeth von Rumänien, die zur Zeit im fürstlichen Schlosse weilt, hatte den Wunsch geäußert, den Kölner Männer= gesang=Verein zu hören. In der stattlichen Anzahl von mehr als 120 Mitgliedern fuhr der Verein gestern früh hierher. Zunächst besichtigten die Sänger die Kostüm=Ausstellung und wurden hierbei von den höchsten Herrschaften geführt. Die Königin erklärte selbst die einzelnen Gruppen und hatte für jeden der Kölner Sänger ein freundliches Wort. Zum Andenken an die königliche Dichterin wurden auch deren Werke manchem Sänger verehrt. Nach einer Bewirthung im Schlosse begaben sich die Sänger in den Vortragssaal. Die Königin, umgeben von ihrer Mutter, zwei Erbprinzen von Schweden und andern hohen Herrschaften, folgte mit solch warmem Interesse den Vorträgen, daß ihre natürliche und herzliche Anerkennung begeisternd auf die Sänger wirkte und diese sich mit jeder folgenden Nummer zu überbieten schienen. „Zwiezesang mit Soloquartett von Kremser,„Wanderschaft“ von Zöllner und„Wiegenlied“ von Brahms mußten auf besonderen Wunsch wiederholt werden. Von ganz ergreifender Wirkung waren die Chöre„Vom Rhein“ von Mar Bruch,„Der Entfernten“ von Schubert,„Der schönste Klang“ von Schwartz und„Morgenlied“ von Rietz. Die Beifallsbezeugungen waren so reichlich, daß der Verein gezwungen war, außerprogrammäßige Lieder anzuschließen. Besondere Anerkennung wurde dem verdienstvollen Dirigenten Musikdirektor Schwartz zutheil, dem die kunst sinnige Königin wiederholt ihren herzlichen Dank ausdrückte. Boppard, 9. Juni. Am Dienstag erplodirte in der Färberei des Herrn Baver, welche unmittelbar neben der Gasfabrik liegt, ein Ballon mit Benzin, der in Brand gerieth und das Fabrikgebäude in Flammen setzte. Die beiden Söhne des Inhabers der Färberei erlitten schwere Brandwunden und nur durch das rasche Eingreifen der herbeieilenden Hülfeleistenden wurde verhütet, daß der große eiserne, mit Gas gefüllte Gaskessel durch die Gluth zur Erplosion kam.— Gestern Morgen wurde durch das Nichtschließen einer Barriere an dem Eisenbahn=Uebergange an einem Fuhrwerk das Pferd durch einen Eisenbahnzug zerschmettert; der Lenker des Fuhrwerkes entrann mit genauer Noth dem gleichen Schicksal. Der Zug entgleiste glücklicherweise nicht. Kreuznach, 8. Juni. Der nationale Gesangwettstreit an den beiden Pfingsttagen hat einen Ueber: schuß von rund 4000 Mk. gebracht. Mainz, 9. Juni. Der von der Stadt Worms gegen die von Mannheim geplante Einführung der Fäkalien in den Rhein angeregte Protest war gestern in dem hiesigen Ortsgesundheitsrath Gegenstand eingehender Berathung. Man beschloß mit großer Mehrheit, sich dem Wormser Proteste nicht anzuschließen, und zwar waren hierbei die Stimmen der Aerzte ausschlaggebend, welche in der Einführung der Fäkalien in den Rhein keine sanitäre Schädizung erblicken, und welche schon vor Jahren ein von der Stadt Mainz an die Regierung gerichtetes Gesuch um Erlaubniß zur Einführung der Fäkalien in den Rhein befürwortet haben. Nur drei Aerzte waren gegen den Beschluß. Bad Nauheim, 9. Juni. Während eines furchtbaren Gewitters ging ein Wolkenbruch nieder. Von dem nahen Gebirge wälzten sich gewaltige Wasserfluten durch die Straßen der Altstadt, wühlten das Straßenpflaster auf und setzten die Keller unter Wasser. Der Kupark glich einem See. Iserlohn, 8. Juni. In dem benachbarten Lössel wurde heute Morgen von aus der Nachtschicht heimkehrenden Arbeitern die Leiche eines etwa 70 Jahre alten Mannes an einem Baume hängend aufgefunden. Aus den vorgefundenen Papieren ergab sich, daß der Lebensmüde vor Kurzem aus dem Hagener Krankenhause entlassen worden war. Ueber den Handarbeitsunterricht in Volksschulen. * Solingen, 11. Juni 1898. An sämmtliche Herren Landräthe und Oberbürgermeister der selbstständigen Städte, sowie an sämmt: liche Hercen Kreisschulinspektoren richtete unterm 26. Mai d. J. die Kgl. Rezierung, Abtheilung für Kirchenund Schulwesen, ein Schreiben, worin sie über die Art und Weise des Unterrichts in den weiblichen Handarbeiten bezw. der Eintheilung desselben einschlägige Informationen ertheilt. Mit großer Befriedigung hat die Regierung von der im Kreise Solingen auf Anregung des Herrn Kreisschulinspektors Dr. Geis stattgehabten Revision des Handarbeitsunterrichts in allen Volksschulen des Kreises Kenntniß genommen und empfiehlt zur Nachahmung den von dem Landkreise und der Stadt Solingen eingeschlagenen Weg betreffs der Ausbildung der bisherigen Handarbeitslehrerinnen durch einen Zwöchigen methodologischen Kursus. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut: Durch unsere allgemeinen Verfugungen vom 2. Mai 1893 11 A. 1 2801 und vom 11. Mai 1894 II AI 2151 haben wir die Aufmerksamkeit der Kreisschulinspektoren auf die Hebung des Unterrichts in den weiblichen Handarbeiten hingelenkt und zur Beseitigung des Uebelstandes, daß ein großer Theil der Lehrerinnen, weil sie für diesen Unterricht nicht methodisch vorgebildet sind, den in der Natur und Aufgabe dieses wichtigen Gegenstandes begründeten Anforderungen nicht genügt, die Einrichtung von besonderen Kursen zur Ausbildung solcher Lehrerinnen nach dem Muster der von dem Kreis schulinspektor Dr. Springer in Neurode eingerichteten Kurse empfohlen. Wenn dieser Anregung bisder nur in einem Falle Folge gegeben worden ist, so darf hieraus nicht gefolgert werden, daß ein Bedürfniß dazu nicht wahrgenommen worden sei. Vielmehr mögen sich die Organe der örtlichen Schulverwaltung neben andern Gründen vielleicht von dem Wunsche haben leiten lassen, Maßnadmen zu vermeiden, die von den bisherigen Handarbeitslehrerinnen als unverdiente Härten empfunden werden könnten. Diese Rücksichtnahme darf jedoch nicht so weit gehen, daß ein in sozialer Hinsicht so wichtiger Zweig der Volksschulbildung, wie der Unterricht in den weiblichen Handarbeiten in vielen Schulen dauernd weit hinter seinen Aufgaben zurückbleibs.“ Insbesondere kann, nachdem das neue Lehrerbesoldungsgesetz den meisten Lehrern der Volksschule eine beträchtliche Einkommensverbesserung eingetragen hat, nicht mehr eine unbillige Härte darin gefunden werden, wenn denjenigen Frauen und Töchtern der Lehrer, die den Handarbeitsunterricht bisher mit unzureichendem Erfolge ertheilt haben, zugemuthet wird, sich die dazu erforderliche methodische Bildung anzueignen, oder auf die Einnahme aus dieser Beschäftigung zu verzichten. In erster Linie wird dahin zu streben sein, daß der Unterricht in den weiblichen Handarbeiten nur solchen Lehrerinnen anvertraut wird, die entweder in der allge meinen Lehrerinnenprüfung, oder durch Ablegung der Fachprüfung für Handarbeitslehrerinnen die Befähigung dazu nachgewiesen haben. Sind an einer Volksschule keine Lehrerinnen angestellt oder können diese aus besonderen Gründen den Handarbeitsunterricht nicht erldeilen, so ist zunächst auf die feste Anstellung einer Fachlehrerin mit voller Beschäftigung und Ruhegehaltsberechtigung Bedacht zu nehmen. Das wird in größeren Gemeinden keine Schwierigkeiten machen, insofern die Fachlebrerin an mehreren Schulsostemen beschäftigt werden kann. Auf diesem Wege haben in der That mehrere Gemeinden in dankenswerther Weise der Pflege des Handarbeitsunterrichtes die besten Dienste geleistet. An geeigneten Bewerberinnen um solche Stellen wird es nicht fehlen, da die Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen in den letzten Jahren eine solche Ausdehnung genommen hat, daß die Lehrerinnen sich oft vergeblich um Anstellung bemühen. Aus diesen Gründen werden sich auch da, wo volle Beschäftigung und feste Anstellung nicht von vorn herein zugesagt werden können, leicht Mädchen, die die Fachprüfung bestanden haben, zur Uebernahme des Unterrichts in beschränkter Stundenzahl bereit finden lassen. Wo die örtlichen Verhältnisse auch dies nicht erlauben, wird freilich auch bei künftig ein tretenden Vakanzen von dem Nachweise der vorschriftsmäßig erlangten Befädigung zum Handarbeitsunterrichte abgesehen werden müssen. In diesen Fällen wird in erster Linie dahin zu streben sein, Lehrerinnen zu gewinnen, die wenigstens an einem Ausbildungskursus der Hahungen betressend die Gewährung des Rechtsschutzes an die Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen. I. Begriff und Voraussetzungen. 1. Der landwirthschaftliche Verein für Rheinpreußen gewährt seinen Mitgliedern Rechtsschutz, d. h. geeignetenfalls Auskunft über geltendes Recht, Vergleichs=Vermittelung bezw. Vertretung vor Gericht, außer in Strafsachen oder vor den Verwaltungsgerichten. Handelt es sich um einen Rechtsstreit zwischen Mitgliedern des Vereins, so beschränkt sich der Rechtsschutz nur auf eine Vergleichsvermittelung. 2. Im Uebrigen wird der Rechtsschutz nur gewährt, wenn der Schutzsuchende a) seit mindestens 3 Monaten Mitglied des Vereins!) ist, b) dem Vertreter des Vereins wahre und klare Angaben über den Rechtsstreit macht, c) einem billigen Vergleich sich geneigt erweist und während der Dauer des Streitverfahrens eigenmächtiger Eingriffe in das Verfahren(durch neue Anträge, Vergleiche, Verzichte oder Anerkenntnisse, Beweismittel=Vernichtung) sich enthält. d) Mitglied des Vereins während der ganzen Dauer des Rechtsstreites bleibt, e) wenn es sich um Rechtsangelegenheiten handelt, welche mit der Landwirthschaft oder ihren Betriebsmitteln(Vieh. Land, Geld, Geräthen, Saaten, Futter, Dunger) zusammenhängen und der Förderung der Landwirthschaft— als dem Vereinszwecke— nicht zuwiderlaufen. II. A) bis zum Berufungs=Verfahren. 3) Die Gewährung des Rechtsschutzes im einzelnen Falle ist zunächst— für das Verfahren bis zur Berufung— Sache der einzelnen Lokal=Abtheilungen (als der örtlich thätigen Organe des Vereins). 4) Bereinigungen mehrerer Lokal=Abtheilungen zur Gewährung des Rechtsschutzes sind statthaft. Zuständigkeit. 5) Zuständig ist diejenige Lokal=Abtheilung oder Vereinigung, welcher der Rechtsschutzsuchende angehört. Rechtshülfe. 6) Die einzelnen Lokal=Abtheilungen ertheilen sich gegenseitig Rechtshülfe, insbesondere durch Auskunft über Zuverlässigkeit und Zahlungsfähigkeit streitender Theile, über örtliche Rechtsgebräuche und Rechtsverhältnisse. 7) Für jede Lokal=Abtheilung wird ein Rechtsausschuß gebildet, bestehend mindestens aus 3 Mitgliedern, nämlich dem Direktor der Lokal=Abtheilung bezw. dessen Stellvertreter als Vorsitzenden, einem vom Vorstande gewählten Landwirth und einem Rechtskundigen. Vertrauenstente. zIune gin. Lum u. ein Außerdem ist von dem Vorstande der Lokal=Abtheilung eine dem Bedürfniß *) Kasino=Mitglieder und Mitglieder anderer Vereine siehe unter 14. entsprechende Anzahl von Vertrauensmännern zu wählen, wobei die Vorschläge der landwirthschaftlichen Kasinos nach Möglichkeit berücksichtigt werden. 8) Der Vertrauensmann hat die Anträge und Ersuchen der Rechtsschutz= suchenden aufzunehmen(möglichst unter Ausfüllung der ihm vom Vorstande der Lokal=Abtbeilung zuzusendenden Fragebogen), sucht alle Angaben darin möglichst genau, klar und sicher aufzuzeichnen und schickt den ausgefüllten Fragebogen mit st ändigen L###l=Ahtheilungs. zenau, klar und sicher aufzuzeichnen und schickt den ausge Hutachten an den zuständigen Lokal=Abtheilungs=Direktor. 9) Der Lokal=Abtheilungs=Direktor legt so rasch als möglich, aber nach Erledigung etwa erforderlicher Vorfragen, das Gesuch dem Rechtsausschuß der Lokal=Abtheilung vor, durch Umlaufschreiben oder mündlich, theilt dem Vertrauensmann das Ergebniß der Beschlußfassung zur Benachrichtigung des Rechtsschutzsuchenden mit und setzt sich nöthigen Falls mit einem Rechtsanwalt wegen liebernahme des Streites in Verbindung.. 44gestue r. 116 10) Der betreffende Rechtsanwalt, mit welchem der Rechtsausschuß möglichst in dauernder Verbindung bleibt, macht demselben von allen wichtigeren Vorkommnissen des Verfahrens Mittheilung... 11) Der Rechtsausschuß kann ein Mitglied zu den mündlichen Verhandlungen vor Gericht oder zu den Beweiserhebungen entsenden. 12) Der Rechtsausschuß sucht mit den Vertrauensmännern in mündlichen Austausch von Erfahrungen zu treten, er beschließt über Betheiligung des den Rechtsschutz genießenden Mitgliedes an den Kosten des Rechtsstreites, sowie über die Entziehung des Rechtsschutzes, insbesondere wenn das Mitglied seinen Verpflichtungen nicht nachkommt(2a—d), er berichtet dem Vorstande alljährlich über die vorgekommenen Geschäfte und die entstandenen Kosten und macht Vorschläge über Verbesserungen, welche auf dem Gebiete des Rechtsschutzes erforderlich werden. 13) Fälle von Wucher oder Ausbeutung, die den Vertrauensleuten oder dem Rechtsausschuß zur Kenntniß kommen, werden so rasch als möglich dem zuständigen Amtsgericht oder Staatsanwalt zur Kenntniß gebracht. 14) Den einzelnen Lokalabtheilungen bleibt es zu überlassen, unter Festhaltung vorstehender Grundsätze besondere Bestimmungen zu treffen. insbesondere auch den Rechtschutz auszudehnen auf die Mitglieder der dem Vereine angeschlossenen Kasinos und Spezialvereine. R) vom Berufungs=Verfahren an. 15) Der Rechtsschutz, insoweit er das Berufungs= oder Revisions=Verfahren erfordert, wird von dem landwirthschaftlichen Verein für Rheinpreußen vermittelst eines besonderen Ausschusses gewährt, falls es sich um eine Rechtsangelegenheit handelt, die von allgemeiner oder grundsätzlicher Bedeutung für die Landwirthschaft ist. 16) Der Rechtsausschuß des Vereins besteht aus mindestens drei Mitgliedern, nämlich aus a) dem General=Sekretär des Vereins oder einem andern vom Vorstande bestimmten ständigen Beamten des Vereins als Vorsitzenden, b) dem Rechtsbeistand(Justitiar) des Vereins, c) einem Landwirth, welcher vom Zentral=Vorstand auf drei Jahre gewählt wird. Der Präsident des Vereins, der Sektion Volkswirthschaft und der Direktor der Lokal=Abtheilung, welche vorerwähnten Art mit Erfolg theilgenommen haben, und wenn auch solche Bewerberinnen fehlen, wird der zu berufenden Lehrerin wenigstens zur Pflicht zu machen sein, bei nächster Gelegenheit an einem solchen Kursus theilzunehmen. Was aber die zur Zeit mit der Ertheilung des Handarbeitsunterrichts beschäftigten Lehrerinnen betrifft, so empfehlen wir das Vorgehen des Landkreises Solin= gen zur Nachabmung. Auf Anregung des Kreisschulinspektois Dr. Geis hat im vorigen Jahre eine Revision des Handarbeitsunterrichts in allen Volksschulen des Kreises durch eine dazu besonders geeignete Lehrerin, die Hauptlehrerin an der Wilhelm=Augusta Schule zu Neuwied, Fräulein Thau stattgefunden, nachdem zu den Kosten dieser Revision die Vertretung des Kreises einen Betrag von 100 Mk. zur Verfügung gestellt hatte. Die Revision hat ergeben, daß der Handarbeitsunterricht, soweit er von nicht geprüften Lehrerinnen ertheilt wird, sowohl in methodischer Beziebung, als auch in seinen Erfolgen meist viel zu wünschen läßt. Um nun diesen Lehrerinnen Gelegenheit zur Erwerbung der fehlenden Lehrbefähigung zu geben, werden im Laufe dieses und des nächsten Jadres in den Herbstferien etwa dreiwöchige metbodologische Kurse stattfinden, die so eingerichtet werden, daß die Theilnehmerinnen täglich nur für die Dauer eines halben Tages ihrer Häuslichkeit fern zu bleiben brauchen. Kosten erwachsen idnen nur für die Hin= und Rückwege und für das Arbeitsmaterial. Die Lehrerinnen werden in der schulgemäßen Anfertigung der im Lehrplane der Volksschulen vorgeschriebenen Arbeiten unterwiesen und erhalten zugleich Anleitung zur praktischen Unterrichtsertheilung. Die übrigen Kosten werden aus den von dem Landkreise und der Stadt Solingen bereit gestellten Mitteln bestritten. Diejenigen ungeprüften Handarbeitslehrerinnen, welche sich ohne triftige Gründe weigern, diese Gelegenheit zu ihrer Ausbildung zu benutzen, sollen von der Ertheilung des Handarbeitsunterrichts entbunden werden. Dieses Vorgehen zeigt einen geeigneten Weg, die auf dem Gebiete des Unterrichts in den weiblichen Handarbeiten vorbandenen Mängel festzustellen und odne Härte für die betheiligten Lehrerinnen zu beseitigen. Wir empfehlen ihn den staatlichen und kommunalen Bebörden zur Nachahmung und geben uns der Hoffaung hin, daß diese Anregung diejenige Beachtung finden wird, die ihr im Hinblick auf die hohe wirthschaftliche und sittliche Bedeutung des Unterrichts in den weiblichen Handarbeiten zukommt. Die gründliche Unterweisung der schulpflichtigen Mädchen in denjenigen Handarbeiten, die zur Führung eines geordneten Familienhaushaltes unerläßlich sind, ist eines der wirksamsten Mittel zur Erhaltung und Festigung des Familienlebens und damit zur Bekämpfung mancher Nothstände unfer Sei. Gerichts=Verhandlungen. Opladen, 9. Juni. In hiesiger Gegend wird neuerdings vielfach, und mit Recht, Klage geführt über die Schäden, welche Tauben am Saatgut anrichten. Hierbei ist die Frage angeregt worden, ob der Eigenthümer eines Grundstücks, welches durch Tauben geschädigt wird, nach dem Rechte der preußischen Rheinprovinz die Befugniß hat, dieselben zu tödten? Es dürfte deshalb für die Herren Landwirthe von Interesse sein, zu erfahren, daß vor mehreren Jahren das Schöffen gericht und die Strafkammer des Könizlichen Landgerichts zu Elberfeld ein Recht zur Tödtung unter den in No. 51, Seite 413 der Zeitschrift des landwirth= schaftlichen Vereins für Rheinpreußen vom 22. Dezember 1888 angegebenen Voraussetzungen anerkannt haben. Es war nämlich ein Landwirth in der Nähe von Elberfeld und Barmen zur Tödtung von ihn schädigenden Tauben übergegangen. Auf Anzeige der in Elberfeld bestehenden Gesellschaft„Fauna" hin hatte die Königliche Staats=Anwaltschaft gegen den Landwirth Anklage wegen Sachbeschädigung erhoben. Der Angeklagte wurde aber sowohl vom Schöffengericht wie auch am 13. Mai 1889 von der Strafkammer zu Elberfeld kostenlos freigesprochen. Die Strafkammer ging in ihrem Urtheile auch davon aus, daß der Landwirth sich in Ausübung berechtigter Selbsthülfe befunden, und deshalb seiner Handlung die zum Thatbestande der Sachbeschädigung erforderliche Rechtswidrigkeit gefehlt habe. Mannheim, 9. Juni. Die Strafkammer verurtheilte gestern einen 17jährigen Gymnasiasten wegen Brandstiftung und Entwendung von Fabrrädern zu einem Jahre und sechs Monaten Gefängniß. Um seiner Mutter dafür, daß sie ihn streng behandelte und zur Arbeit anbielt, einen Possen zu spielen, faßte der jugendliche Verbrecher den Entschluß, das elterliche Haus in Brand zu stecken. Er häufte auf dem Speicher eine Menge Papier zusammen, tränkte dasselbe mik Petroleum und zündete es an, worauf er davonlief. Trotz der späten Nachtstunde wurde das durch's Dach schlagende Feuer sehr bald wahrgenommen und unterdrückt. Die Mittel zur Flucht nach der Schweiz verschaffte sich der junge Mensch durch Diebstähle. Wden Nchotuat zuent geichn dal. Junin der daddchSitzungen benachrichtigt und können demselben mit beschließender Stimme bei17) Der Vorsitzende des Ausschusses besorgt den Geschäftsverkehr, er kann in eiligen und klaren Fällen vorläufige Anordnungen treffen(die er dem Ausschuß bei dessen nächstem Zusammentritt mitzutheilen hat), er sorgt für rasche und vollständige Berathung und Erledigung aller eingebenden Gesuche, er kann besondere Sachverständige(zu den Ausschußsitzungen) zuziehen, gibt bei Stimmengleichheit den Ausschlag und erstattet dem Zentral=Vorstande alljährlich Bericht über die Thätigkeit des Ausschusses, über etwa erforderliche Aenderungen des Rechtsschutzes und über die entstandenen Kosten. 18) Der Ausschuß hat zu beschließen: a) auf Antrag der Lokal=Abtheilung(oder der Vereinigung), welche einen Rechtsstreit bis zum Berufungsverfahren geführt hat, über die Einlegung oder Bekämpfung der Berufung bezw. der Revision, d) über Vergleiche während des Berufungs= oder Revisions=Verfahrens, c) über Streitfragen, welche bezüglich des Rechteschuzes zwischen den einzelnen Lokal=Abtheilungen entstehen, d) über Betheiligung des den Rechtsschutz genießenden Mitgliedes an den Kosten des Rechtsstreites, sowie über die Entziehung des Rechtsschutzes, insbesondere dann, wenn das Mitglied seinen Verpflichtungen nicht nachkommt(2a—d). Vorstehende Satzungen werden hiermit wiederholt zur öffentlichen Kenntniß gebracht und die rege Inanspruchnahme des Rechtsschupes dringend empfohi Als Vertrauensmänner fungiren innerhalb unserer Lokalabtheilung die Herren: 1) Oekonom Hermann Baurs, Böckerhof bei und Branntweinbrenner Julius Lingmann, Solingen, 3) Ackerer Fritz Tang, Piepersberg bei Gräfrath, 4) Robert Bauermann, Fürk bei Ohligs, 5) Hugo Hammesfahr, Bavert bei Ohligs, 6) Wirth Friedrich Radenberg, Höhscheid, 7) Onsvorsteher Lambert Rirx, Reusrath bei Oplgogg, 8. Karl Quack, Katberg bei Monheim, 9) Bürgermeister Theisen, Hitdorf, 10) Rentner Georg Schwarz Opladen, 11) Rentmeister Henn, Reuschenberg bei Opladen, 12) Oekonem Heinrich Sprenger, Imbach, 13) Müller und Ackerer Robert Gierlich, Thielenmühle bei Burscheid, 14) Ackerer Albert Steffens, Heddinebeseg bei Burscheid. 15) Ackerer Auzust Hausmann, Sträßchen bei crzte 156 Gutspächter Johann Hummelsheim, Hemmelratherhof, Post Schlebusch, 17) Rentner Adolf Bliesem, Lützenkirchen, 18) Gutsbesitzer Johann Limbach, HausVorst, 19) Ackerer Aug. Schrock, Höhscheid bei Wißhelden. 20) Ernst Mres, Mangenberg bei Wald, 21) Carl Becker II, Dierath, Post Burscheid, 22) Cornelius Wolff, Nagelsbaum bei Burscheid, 23) Louis Urbahn, Grünscheid, Post Leichlingen. Morsbreich, den 25. Mai 1898. Der Direktor der landwirthschaftlichen Lokalabtheilung Solingen. v. Diergardt. K4 #. Oesenounn=Cunteptan der„Gottnigee Gortung. Gültig vom 1. Mai 1898 ab. Düsseldorf(Hptbhf.) Eller Hilden Obligs Obligs Solingen-Süd Sollugen Sud Schaberg Remscheid Lennep ab *) —6,58/8,02 8.11 8.20 8.33 8.38 — 7.06 — 7.15 — 7.28 an ab 6,24/7,29 W 8,42—/11,50s1,20]—2.352,55—— 5.16 8.51 9,00—/12,08 9.14—|12.21 9,2010,0712,22/1,56/2,30 an 6,36 7,41/8,50 9,32/10,21 12,34/2,08/2,44 ab 6,40 7,42/8,52 9.36)—12,36 2,10)— „ 6,48 7,499,00 9.44)—12,44s2.180— an 7,06 8,109.17 10,01]— 1,042,39]— „—8,239,39 10.14)— 1,17/2,54]— 11,59/1,30— 2.453.05—— 1,39—257/3.15)—— 1,52—3.103.28—— 5,25— 5.34— 5.47— 5,50 6.52 6,04 7.06 3,13/3,30 5.15 3.25 3.44 5,29*) 3.28 3,46/—6,02/6,12]— 3.36 3,54—/6,10/6,20— 3,54/4,15—/6,316,41— 4,06 4,30—/6,46 6,57]— 6.50— 7.00— 7.09— 7.22— 7.30— 7.42*) 7.45 8.58 7,5219.08 8.13/9.28 8.28/9.40 8.40—/11,05— 8.49/—/11,16— 8.581—11,26]— 9,11-1139— 9.15 10,54 11,50 1,09 9.27/11,08/12,04 1,23 9.29—12,11— 9.37— 1— 9.55—12,34— 10,08—/12,49)— Lennep Remscheid Schaberg Sokiugen=Sud Solingen=Sud Obligs Obligs Hilden Eller Düsseldorf(Hptbhf.) ab Reinscheid—Solingen—Ohligs—Düsseldorf. Lennen!) —6,00 6,35/7,39 9.02]— — 6,15 6,48/7,50 9.17]— 7.06/8.07.]— 7,13/8.14 9,36— 7.15/8.15 9.43/10,51 7,25/8,25 9.53 7,28/8.34 10.05 „—7,11/7,4 1/8.46 10.17 „— 7,21/7,50 8.55 10.26 an—/7,30s7,58/9.03 10,34 6.33 an—6,40 ab 5,20 f.45 an 5,3416,57 ab—6.59 11.0 7 890 10,55—/1,27—— 3,40 5,23—/7,05(38]— 9.40 2.20 3.55 5,37— 7,16 7,53 9.37 9.55 2.424,13 5,55—/7,338,11 9.55/10,11 2,50 4,20 6,02—7.40/8,18 10,02/10,18 — 4.246,10 7,13/7,45 8,23)— 10,23|11,30 — 4,34 6.20 7,25/7,55 8,33— 10,33|11,44 — 4,40 6,33—/7,58/8,34)— 10.41— —4,51 6.44—/8,10/8,45— 10,53]— —5,00 6,52—/8,20/8,54— 11.02— —5,08 7,00—/8,299,02— /11,10— 11.09—/1.39— 11.27—1,57]— 11.34—2,04— 11,36 12,34 2,08/2.44 11,46 12,44 2,18 2.58 11.47—/2,26— 11.59—2,38)— 12.09—2,46— 12,18—2,54— 12.24 12.36 Solingen—Wald—Gräfrath—Vohwinkel. Hokingen-Süd ab 5,5817,56 8,50 10.24/11, 54 12,40 2,45 4, 35 5,30 7, 12/7,50 8,50° 9,33|12.09“ Solingen=Nord„ 6,04/8,02 8,56 10,30 12,01 12,47 2,52 4,43/5,37/7.197,57 8 57 9,40 12,15 Wald„ 6,11/8,09,9,03 10,38 12,07 12,54 2,594,50 5, 43/7,27 8,04904 9.47)— Gräfrath„ 6,19s8,17/9,11 10.46— 1,02 3,07/4,58—— 8,13/9,12 9,55— Vohwinkel an 6,33/8,31/9,25 11,00— 1,17/3,21/5,12—— 8,29/9,26 10.07]— *) Nur Sonntags. **) Nur in der Nacht nach Sonnund Festtagen. Bohwinkel ab 5,43,7,32/8,57 10,14/11,08)— 1,28/2 52°/3.45— 6,38—/838/11.33 Gräfrath„„ 6,00 7,46/9,12/10,29/11,23s— 1,42 3,06(4,00— 6,52s—/8.55 11,48 Wald„ 6.10 7,54 9,20 10.37/11, 31/12,17/1,50 3.14(4,08 5, 53 7.00 7,48/9,03 /11.56 Holiugen=Nord„ 6,18 8,01 9.27 10,44 I1,38/12, 24 1,57 3,21, 4, 15/5,50 7,07/7,56 9, 10 12,03 an 6.24,8,06 9.32/10,49 11, 43/1 2,30 2,02 3,26 4,20 6,05 7,12/8.01/9,15/12,08 *) Nur Sonntags. Düsseldorf(Hptbhf.) Gerresheim Erkrath Hochdahl Gruiten Bohwinkel Bohwinke! Elberfeld=Sonnborn Elberfeld=Zoolog. Garten Elberfeld=Steinbeck Elberfeld=Döppersberg Lüfselder—Vohwinkel—Elberfeld )„„„ ab 5,24 8,15 8.45 9,38 11,50 12,34/12,43/1, 25—[2,53/5,00— „ 5,34 8,54 1 1 /12.43|12.52| 1— 3.035,09— „ 5,428,26 /9,02 9.50 12,00 12.50 12,59/7/— 3,10 5,16— „ 5,53 19,11/ I1 /12,59 1,08) 1— 3,195,24— „ 6,03 1 /9.21 II1 1,09 1,16/ 1 327531— an 6.11/8429,28/10.09s12.15 1.16 1.23, 1)/3,345.38*) ab 6,13 8,44 9,2910,10 12,16 1,19 1.27 1 3,17/3,385, 40 6, 51 6,19 9.351 1,25 1,33 s[3,43/5,45 6,58 I.1 3 241 18703 12,25 1,33 1.41 6,40 7,50/8.43— 6.497,591— 6.56 8,06/8.57 7,048.14 7,14/8,22 7.21/8299.16 7.23 8,339.18 7,29/8,39 U793II. 3,50 5,52 7,10 7.36 8.46 an 6.30 8,53/9,45 10,20 12,28 1.36 1,44 2,05/3,31 3,535,55 7,13 7,39 8.49 9,28/11,01 11,36 /12,46 10.46 11.19 I 11.25 10.53 10,58 11,33 10.38/11,55 10,47/12,04 10.54/12.11 11.02/12,19 11,10/12.27 11.16/12.33 12.34 12.43 Elberfeld=Döppersberg Elberfeld=Steinbeck Elberfeld=Zool. Garten Elberfeld=Sonnborn Vohwinkel Vohwinkel Gruiten Hochdahl Erkrath Gerresheim Düsseldorf(Hptbhf.) Elberseld—Boswinkel—Lüsselders. * 5 0 ab 6,28/7,55 /8,32, 9.00 9,14 10,50 12,09 1,00 1, 24 2,29 3,30 3,59/4, 22/5, 10/6, 15 /8,02/8, 16/8, 33/10,09/11, 16/11,34 6,32/7,59/8,36, 9,05 9.18 10,54/12,13 1,04/1,28/2,34 3.34 4.03/4, 26 5, 14/6,19/8,0 7/8, 20 8,37/10, 13s11,22/11,39 18 ½ 2.40 6.39 1P 913 925 an 6 458.08/8.45 9.19 9.31/11.04/12.21 1.17/1,38/2.47 ab 6478,09— 9.21 9,34 „ 6. 5 5 1— 9. 2 9 9. 4 2 „ 17,03 1— 9,39 9.50 „ 7.12 1— 9.46 9.57 „ 7,18 1— 9,5310,03 an 7.26 8.33)— 10.01|10,11 3.49 3.56 11.05 12.22— 1.40— 11.13 1—1.47— 11.21 11— 1,55— 4.04 11,28 1— 2.02— 4,11 11,34 1— 2,08— 4,18 11,42/12,41— 2,16— 4.25 III 41.1 8.15 II. I./1 11.29 3.46 4.16 4,35 5,24 6 29/8. 21/8.30 8. 46/10,23 11. 35 — 4,36 5,28 6, 31 8,23 — — 84710.24— 5,36 6,37/8,31—/ 10.31— 5,44/6,45 8,.39—8,59/10,39]— 5,51/6,52/8,46— 10.46— 5,57/6,58/8,53— 10.52 — 4,57/6,05 7,05/9.00— 9.15|11.00 11.46 s 11.51 11.57 6 12,04 12.11 12.18* 12,23 12.30 Solingen—Elberfeld und zurück(über Obligs). 2 Von Solingen=Süd 5,20 7,15“ 8,15 10,51 12,34, 2,08 2.44 4,24 6.10 7,13 8,23 10,23 11,30 12,24 s In Elberfeld=(Döppersberg) 6,30 8,20“ 9,03 11,37 1,24 3,38 3,44 5,35 8,06 8,17 9,12 11,08 12,22 1,35 8 Von Elberfeld=(Döppersberg) 6,51 8.05 9.27 10,33 12,38 2,00 4,34 5.54 6,52 8.46 10.02 10,58 5 In Solingen=Süd 7,41 8.50 10,21 12.34 2,08 2,.44 5,29 7,06 7,42 9.27 11,08 1,23 Colingen—Elberfeld und zurück(über Wald—Gräfrath.) Köln—Obligs—Elberfeld— Baimen. 2 Barmen Elberfeld=Döppersberg Elberfeld=Steinbeck Elberfeld=Zoolog. Garten Elberfeld=Sonnborn Bohwinkel Vohwinkel Gruiten Haan Obligs Ohligs Landwehr Leichlingen Opladen Schlebusch Mülheim Köln(Hptbhf.) ab— * an— ab— an 436,53/6,59/7,50 9,09 6,51/7,05 7,13/8,05 9.27 6.55 7.09717 9.31 „„ (7.19/7,27/8.15 9.41 Barmen—Elberfeld—Ohligs—Köln. *) 10,33 10.38 10.48 12.38 12.43 12.56 1.00 1.04 1.17 2.00 2.04 3.19 3.24 3.30 3.34 3.40 4.15 4.19 7,217,29/8,16 9,43 10.50 12,59— 7.12 7.29 7.36 ab— 7,13/7,44 —1 7.50 — 7,56 „ 6, 5 2/ 7, 2 4/ 8. 0 5 6.591 8.11 7.44 1 9.50 1I 9,56/11.01 41/7.49 8,29 10.0111,06 7,52 8,30 10,03/11,09 7,58 1 10.09 8.04 10.15/11,18 8.13/8,43 10,221127 339 10291134 „ 7,10 4 /8,22/8,33 1 10.42/11,44 an 7,18/7,42 8,30s8, 41/9,05 10,50, 11,52 1.00 1.16 1.21 1.23 1.29 1,35 1.43 1.50 2,00 2,08 — 2.23 2.25 2.37 3.43 3.51 3.57 4.02 4.37 4,34 5,54 6,52 4,38 5,58 6,56 444 4.496,11/7.06 4,50 6, 14 7,08 4.57/6,21/7.15 5.03 1 /7.21 5.076.297.26 4.04/4,395,09 6,32/7,29 4,10 4,16 4.25 4,32 5,13 6,38 5,18 644 5,25 6,52 5,316.58 2,50 4,445,045,43 7.11 2,584,52/5, 12/5,51 7,19 7.35 7.42 251 7.58 8.09 8.17 Von Bohwinkel nach Steele:I 6,52 9,00 10,21 1,28 3.45 5.48 9,23 11.30 Von Steele nach Bohwinkel: 6,40 8,27 11.45 2,34 4,59 6,54 9.18 10,50 Von Köln nach Bonn: 6,30, 7,258,508 9,15/9,52/11,15/12,50 1,30 2,30 3,00 3,27 5 005,55 6, 20 6, 35 7,30 8, 40 10,40 I1, 11/12,35 Von Bonn nach Köln: 4,03 4,50|5,04(6,22/7,25/8,20 9,18/11,08/12, 24|12,55 2,0313,50 4,45 5, 32 6, 20 7,22 8, 1I 9,171 9.50 10,41 11,41 8) Nur Sonntags. 3) Nur an Wochentagen *) Nur an Conn= und Festtagen.