* Nr. 130.— 50. Jahrgang. Erstes Blatt. Dienstag, den 7. Juni 1898. ** Frllher unter dem Titet: Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Bierteljahr in der Expedition 1 44 75 J, auf allen Kaiserl. Postanstalten 2 A Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 J. Bergisches Volks=Blatt. " Druck und Verlag von Ald. Pfeiffer in Solingen.— Für die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140. Fernsprech= Anschluß Nr. 90). Deutsches Reich. Der Kaiser traf gestern mit dem Torpedodivisions= boot D. 3 bei herrlichem Wetter auf der Werft des Vulkan ein. In seiner Bezleitung befanden sich Staatssekretär Tirpitz, Kontreadmiral v. Senden=Bibran, Generallieutenant v. Plessen u. A. Auf der Werft wurde der Kaiser vom stellvertretenden Vorsitzenden des Verwaltungsrathes, Geh. Kommerzienrath Delbrück sowie zwei Direktoren empfangen. Der Kaiser besichtigte sodann den seiner Vollendung entgegengehenden Kreuzer 2. Kl.„Hertha“ und sprach sich äußerst anerkennend über den Bau und die Einrichtungen des Schiffes aus. Nach etwa ¾ stündigem Aufenthalt verließ der Kaiser die Werft, um sich an Bord des D. 3 nach Stettin zu begeben, wo er kurz nach ½12 Uhr eintraf. Zum Empfanze waren Oberpräsident v. Puttkamer und Polizei=Präsident Dr. Zander erschienen. Der Kaiser wurde von der zahlreich herbeigeströmten Menschenmenge begeistert begrüßt und begab sich sofort nach dem Schlosse. Der Kaiser kehrte von Stettin um 4 Uhr nach Berlin zurück, wo er von der Kaiserin und den kaiserlichen Kindern am Bahnhofe empfangen wurde. Am 16. d. Mts. findet im Lustgarten zu Potsdam aus Anlaß des zehnjährigen Regierungsantritts des Kaisers eine Parade der Regimenter der Potsdamer Garnison, deren Chef der Kaiser ist, statt. Es sind dies das 1. Garde=Regiment zu Fuß, das Regiment Garde du Korps und das Leibgarde=HusarenRegiment. Außerdem steht auch das Lehr= InfanterieBataillon, als Vertreter der gesammten Armee, in der Parade. Das Leibgarde=Husaren=Regiment feiert gleichzeitig die zehnjährige Wiederkehr des Tages, an welchem es vom Kaiser zu seinem Leib=Regiment ernannt wurde. Der Kaiser wird auf der diesjährigen Nordlandsfahrt am 2. Juli zu Odde im Hardanger Gebiet ein Denkmal für den im Vorjahre dort umgekommenen Lieutenant von Hahnke enthüllen. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ gibt eine Darstellung des Empfanges des chinesischen Gesandten durch den Kaiser am 30. Mai, wobei der Gesandte ihm ein für diese Audienz zugegangenes Telegramm des Kaisers von China verlas, welches besagt, anläßlich des Besuches des Prinzen Heinrich in China bestrebte sich der Kaiser die aufrichtigsten Gefühle an den Tag zu legen. In Erwiderung auf die Verleihung des Schwarzen Adler= Ordens als Zeichen der Befestigung der gegenseitigen Freundschaft und guten Beziehungen verleihe der Kaiser von China dem deutschen Kaiser den Doppelten DrachenOrden der ersten Stufe der ersten Klasse zum Zeichen der beiderseitigen Freundschaft. In Erwiderung der Vorlesung des Telegramms äußerte der Kaiser wiederholt seine Befriedigung über den Verlauf des Besuches seines Bruders und gedachte der Liebenswürdigkeit der KaiserinMutter. Am Sarkophag des gestern vor 25 Jahren verstorbenen Prinzen Adalbert von Preußen, des Begründers unserer Marine, wurde gestern Mittag durch eine Deputation aus Offizieren des Oberkommandos der Marine und des Reichsmarineamts ein Kranz niedergelegt. In Wilhelmshaven wurde vom Seeoffizierkorps ein Kranz an dem Denkmal des Prinzen Adalbert niedergelegt. Die vom Pariser„Figaro" verbreitete Nachricht, wonach Reichskanzler Fürst Hohenlohe aus Gesundheitsrücksichten seine Entlassung zu nehmen beabsichtige, entbehrt, wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt, jeglicher Begründung. Ein Erlaß des Kultusministers stellt als grundsätzlich zu beachtenden Gesichtspunkt für die Wahl zum Oberlehrer an einer städtischen höheren Lehranstalt die Zugehörigkeit des Schulamtskandidaten zum Geschäftsbezirke des betreffenden Provinzialschulkollegiums auf. Demgemäß sind die Oberlehrer von städtischen Anstalten in der Rezel aus dem Kreise derjenigen Kandidaten zu wählen, welche für die Besetzung von Hülfslehrerstellen an diesen Anstalten fast ausschließlich in Frage kommen. Anläßlich eines Spezialfalles hat die Unterrichtsverwaltung darauf hingewiesen, daß das Bestehen der Abschlußprüfung durch Gymnasialuntersekundaner, welche unter Befreiung vom griechischen Unterrichte an dem dafür eingerichteten Ersatzunterricht(französisch und englisch) theilgenommen haben, nicht ohne weiteres zum Eintritt in die Obersekunda eines Realgymnasiums berechtigt. Nachdem durch das Gesetz vom 7. März d. Is. die Verpflichtung der unmittelbaren Staatsbeamten zur Kautionsleistung im Allgemeinen aufgehoben worden ist, hat eine Stadtgemeinde, welche die Kautionspflicht auch für ihre städtischen Beamten aufzuheben beabsichtigt, die Frage aufgeworfen, ob und inwieweit die Stadtgemeinden hierzu nach der bestehenden Gesetzgebung befugt sind. Diese Frage hat der Minister des Innern in einem Erlasse an die Regierungspräsidenten dahin beantwortet, daß— abgesehen von den Städteordnungen für Hannover und für Schleswig=Holstein, welche den Kämmerer bezw. Stadtkassirer zur Stellung einer Kaution als verpflichtet bezeichnen— die Beschlußfassung, ob und welche Kaution von gewissen Gemeindebeamten zu leisten sei, den Gemeindebehörden überlassen ist. In diesem Sinne ist in der Begründung zu dem Entwurfe des Gesetzes, betreffend die Aufhebung der Verpflichtung zur Bestellung von Amtskautionen, ausgeführt worden. es werde ein Kommunalverband, welcher zur Abschaffung der Dienstkautionen schreiten wolle, selbstständig nach Lage seiner Verhältnisse die zweckmäßigkeit einer solchen Maßregel zu prüfen haben. Der Minister hat dazu bemerkt, daß hierbei mit besonderer Vorsicht vorzugeben sei; es werde namentlich zu erwägen sein, daß die Gründe, welche zur Aufhebung der Beamtenkautionen im Staatsdienste geführt haben, in erster Linie der Gesichtspunkt der Selbstversicherung des Staates gegen die Gefahr der Amisdefekte, für die Stadtgemeinden bei dem ungleich kleineren Kreise ihrer Beamten nicht Platz greifen. Von diesen Erwägungen aus werden die Kommunalaussichtsbehörden, insoweit sie bei den Beschlußfassungen der Gemeindeorgane über die Beamtenkautionen mitzuwirken haben, einen Gemeindebeschluß über Aufhebung der Kautionspflicht für städtische Beamte zu prüfen und dabei insbesondere in Betracht zu ziehen haben, ob die Einrichtung des Kassenwesens in der betreffenden Stadtgemeinde genügende Sicherheiten für die Vermeidung von Defekten darbietet. Hinsichtlich der Beamten kommunaler Sparkassen verbleibt es bei den Bestimmungen in Nr. 18 des Sparkassenreglements vom 12. Dezember 1838. Ausland Oesterreich=Ungarn. Budapest, 6. Juni. Die Volkspartei brachte heute im Abgeordnetenhaus die Insultirung des Abgeordneten Pater Lepsenyi zur Sprache, wobei es zwischen der Volks= und der Kossuthpartei zu einer ziemlich scharfen Auseinandersetzung kam, die wahrscheinlich ein Duell zur Folge haben wird. Jaroslau, 6. Juni. In Folge eines falschen Gerüchtes, daß ein des Diebstahls verdächtiger Handelsgehülfe von einem Wachtmann mißhandelt worden sei, fanden vorgestern Abend vor dem Magistratsgebäude Zusammenrottungen von Arbeitern statt, welche zahlreiche Fensterscheiben des Rathhauses zertrümmerten. Bulgarien. 4. Juni. Fürst Ferdinand wird mit seiner Gemahlin und dem Prinzen Boris am 21. Juli zu einem achttägigen Besuch nach Petersburg abreisen. Den Rückweg wird er über Moskau nehmen. Der Minister des Arußern Stoilow und der Kriegsminister Iwanow werden ihn begleiten. Griechenland. Athen, 4. Juni. Ueber die bereits gemeldete Niederbcennung des Dorfes Kutsuphliani durch die eigenen Einwohner am 27. Mai wird noch Folgendes berichtet: Der Grenzbestimmungs=Ausschuß hatte das Dorf Kutsuphliani der Türkei zuerkannt. Das Ergebniß wurde nach der Abreise des Ausschusses von den griechischen Vertretern den Bewohnern mitgetheilt. Diese geriethen fast in Raserei, rannten im Dorfe umber, rafften ihre Habseligkeiten zusammen und trieben ihr Vieh fort. Dann kehrten sie zurück, zündeten Holz an, steckten ihre Hütten in Brand und zogen auf den Kirchhof, wo sie die Leichen ausgruben und auf einem Haufen verbrannten. Darauf floben sie in moderner Völkerwanderung in die nächsten, jenseits der Grenze gelegenen Ortschaften. Kutsuphliani war ein Dorf von 50 bis 100 Häusern und Hütten, in denen ungefähr 200 Menschen wohnten.(Die Furcht der Griechen vor dem türkischen Regiment findet in den grausamen Christen=Metzeleien, die sich der Islam den Armeniern gegenüber hat zu Schulden kommen lassen, ihre Erklärung. D. R.) 6. Juni. Die griechischen Truppen hatten heute Turnavo und darauf Dolo, den letzten Punkt des Räumungsgebietes, wieder besetzt. Eohem Pascha verließ Thessalien, um sich nach Konstantinopel zu begeben. China. London, 6. Juni. Der„Globe' veröffentlicht die Mittheilung aus China, daß das Tsungliyamen beschlossen habe, Singanfu, den Hauptort der Provinz Schensi, anstatt Peking zur Hauptstadt Chinas zu machen. Der General Tungfuching, der kürzlich die Rebellion in Kiangsu unterdrückte, stehe schon mit einer Truppe an einem Orte zwischen Singanfu und Peking, um dem Kaiser und dem Hof bei ihrer Uebersiedelung in die neue Hauptstadt Schutz zu gewähren; seine Truppen seien auch schon längs des Wezes aufgestellt. Der spanisch=amerikanische Krieg. Madrid, 6. Juni. Ein Telegramm aus Santiago an den„Imparcial“ besagt: Vorgestern Abend begann eine neue einstündige Kanonade der ganzen aus 20 Schiffen bestehenden Flotte; weil die Entfernung zu groß war, erreichten die Geschosse die Batterieen nicht, die infolge dessen nicht antworteten. Gestern nahm der Feind die gleiche Stellung ein, aber nur mit 16 Sciffen. Bis jetzt haben die Aufständischen keinen Landangriff gewagt, da sie nicht stark genug sind. — 6. Juni. Marschall Blanco telegraphirt aus Havanna, die Blockade sei kaum fühlbar, da die amerikanischen Geschwader vor Santiago zusammengezogen seien. Er benutzte die Gelegenheit, um die Vorräthe an Lebensmitteln und Munition in denjenigen Häfen zu ergänzen, wo der Feind Landungsversuche unternommen hat oder noch unternehmen kann. Die Handelsschiffe könnten leicht aus= und einfahren. Die Freiwilligen unterstützten die militärischen Behörden lebhaft bei den Vorbereitungen zur Abwehr des Feindes. Ihre Haltung hat sogar wesentlich dazu beigetragen, daß der aufständische Führer Garcia, der sich an der Spitze einer Bande in der östlichen Provinz der Insel befindet, sich vor einem Landangriff hütet. Die amerikanische Flotte beträgt nut mehr 16 Schiffe, seitdem 4 nach Guantanamo abbefohlen sind. Sollten sie eine Landung versuchen, so würden die an der Küste aufgestellten Truppen der Generäle Linares und Luce sie daran und an einem Landangriff gegen Santiago verhindern. Washington, 6. Juni. Wie verlautet, benachrichtigte Admiral Dewey das Marinedepartement davon, daß in der Provinz Cavite die Spanier wiederholt von den Aufständischen geschlagen wurden. 50 spanische Offiziere und 1800 Mann seien gefangen genommen worden. New=York, 6. Juni. Nach einer Meldung aus Kingston hat das amerikanische Schlachtschiff„Orezon" einen spanischen Torpedobootzerstörer bei dem Versuch, in den Hafen von Santiago einzulaufen, in den Grund gebohrt. Alle an Bord des Torpedobootszerstörers Befindlichen seien umgekommen. Es sei ungewiß, obes der„Terror“ oder der„Furor“ gewesen.(Nach anderen Meldungen ist diese Nachricht unbegründet. D. R.) — 6. Juni. Nach einem Telegramm des„Journal“ aus Kingston sind bei Punta Cabrera(westlich von Santiago) etwa 5000 Amerikaner gelandet. Dieselben vereinigten sich mit 3000 Aufständischen unter Garcia. Es wird behauptet, die Amerikaner hätten geringe Schwierigkeiten bei der Landung gehabt. Sompson's Kanonenboote bewarfen das Land mit Geschossen. London, 6. Juni. Die Versenkung des Schiffes„Merrimac“ wird von den Londoner Blättern als eine erfolgreiche That gelobt, in Amerika selbst ist man über den praktischen Werth der That getheilter Ansicht. Admiral Sampson selbst hat das Beginnen als ein hoffnungsloses angesehen. Bemerkenswerth bei dem ganzen Vorgang ist die Höflichkeit der Spanier. Die Besatzung des„Cristobal Colon“ begrüßte Hobson mit Hurrahrufen, Cervera schüttelte ihm die Hand und beglückwünschte seine Mannschaft. Des spanischen Admirals erster Stabsoffizier, Kapitän Oviedo, brachte ein Hankschreiben Cervera's an Admiral Sampson, worin er ihm freundliche Behandlung der Gefangenen versprach, sowie eine Austauschung derselben anbot. Sampson hat dann Cervera's Komplimente erwidert. Me Kinley soll, laut„Frankf. Ztg.“, gesagt haben, man sehe, daß die alte spanische Ritterlichkeit noch lebe. Unter der Besatzung des„Merrimac" befanden sich zwei Iren, ein Franzose und ein Deutscher Namens Oskar Beignan. Man schließt in Amerika aus dem höflichen Verhalten der Spanier, daß diese Frieden wünschen. Zur Reichstagswahl. § Höhscheid, 7. Juni. Im Lokale des Herrn Schmidt zu Aufderhöhe fand gestern eine gut besuchte Wählerversammlung der sozialdemokratischen Partei statt. Herr Reichstagskandidat Georg Schumacher wendete sich in seinen Ausführungen hauptsächlich gegen die in der„Bergischen Arbeiterstimme“ vorgebrachten Behauptungen des Genossen Auer, der Schumacher beschuldigt, unter dem Sozialisten=Gesetz mit an Feigheit grenzender Vorsicht gearbeitet zu haben. Schumacher weist nach, daß er unter dem Sozialisten=Gesetz 3 Jahre in Untersuchung gewesen sei, die zahlreiche Haussuchungen im Gefolge gehabt habe. Schließlich wird von der Versammlung mit allen gegen 1 Stimme eine Resolution angenommen, die wie folgt lautet: Die heutige im Lokale des Herrn Schmidt zu Aufderhöhe tagende öffentliche Wählerversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten Genossen Schumacher einverstanden und verspricht, da die Anschuldigungen des Parteivorstandes mit der Wahrheit in direktem Widerspruch stehen, dafür zu sorgen, daß Genosse Schumacher am 16. Juni aus der Wabl als Sieger bervorgeht. * Wald, 7. Juni. Morgen Abend 8 Uhr wird Herr Louis Sabin im Saale des Herrn Eduard Busch sich den Wählern der liberalen Parteien vorstellen und seine politische Stellung darlegen. Eine zahlreiche Betheiligung ist zu erwarten. Rheinland Remscheid, 6. Juni. Im Restaurant des Herrn Pickardt am Handweiser(Zentralpunkt) war gestern bei dem prachtvollen Sonntagswetter ein lebhafter Verkehr; im Garten, im Saale 2c. waren, nach der„Remsch. Ztz.“, über tausend Personen anwesend, sodaß alle Räumlichkeiten ständig in Anspruch genommen waren. Elverfeld, 6. Juni. Die Leiche eines 14—15 Jahre alten Knaben ist heute Morgen am Anschlag gefunden worden. Der Knabe trug als Kopfbedeckung eine Schülermütze. Ronsdorf, 6. Juni. Entgegen anders lautenden Meldungen theilt die„Ronsd. Ztg.“ mit, daß der am Pfingst=Sonntage so unglücklich gestürzte Radfahrer nicht gestorben, sondern sich bereits wieder in seinem Heimathsorte befindet. Neuwied, 5. Juni. Seit gestern ist die schon mehrfach erwähnte Trachten= und Kostüm=Ausstellung im fürstlichen Schlosse eröffnet. Dieselbe ist außerordentlich reichhaltig und erregt großes Interesse. Koblenz, 5. Juni. Im Distrikt„Bodessem" bei Münstermaifeld wurde im vorigen Johre die zu einem Skelett gewordene Leiche einer Dienstmagd gefunden. Das lange über diese Sache schwebende Dunkel schien sich zu lüften, als der Beäutigam der Ermordeten, der Dienstknecht Anton Bast aus Küttig als des Mordes an seiner Braut verdächtig gefänglich eingezogen wurde. Heute Morgen nun wurde er in seiner Arrestzelle im hiesigen Gefängniß erhängt aufgefunden.(K. Vztz.) — 6. Juni. Beim zweiten Bataillon des hier garnisonirenden Infanterie= Regiments Nr. 68 ist der Typhus ausgebrochen; 20 Mann sind daran erkrankt. Mainz, 2. Juni. Gegen die Verunreinigung des Rheines durch Zuführung von Fäkalstoffen wurde in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten=Versammlung folgender Antrag gestellt:„Die StadtverordnetenVersammlung schließt sich dem von der Wormser Stadtverwaltung erhobenen Protest gegen die von der Stadt Mannheim geplante Einleitung der Fäkalstoffe in den Rhein entschieden und vollinhaltlich an. Mit Rücksicht darauf, daß durch eine derartige Einleitung, abgesehen von sonstigen schweren Mißständen, zeitweise auch die Keime ansteckender Krankheiten in das Flußwasser eingeführt und dadurch Gesundheit und Leben zahlreicher Menschen gefährdet werden können, wird das Ministerium ersucht, alle möglichen Mittel anzuwenden, um diese, besonders dem bessischen Rheingebiete drohende Gefahr ab= und zuwenden.“ Der Antrag wurde dem Ortsgesundheitsrath überwiesen. Vom Rhein, 5. Juni. Zur Beleuchtung des sozialen Elendes, das die Vereinsfeste im Gefolge haben, seien hier 2 durch Zeugen verbürgte Vorkommnisse der jüngsten Tage mitgetheilt. Ein Gesang=Verein steht zur Sängerfahrt gerüstet auf dem Bahnhofe, da kommt ein ärmlich gekleidetes Kind an, sucht seinen im Zylinder und Frackrock unter den Sängern stehenden Vater auf und sagt diesem leise:„Vater, du sollst der Mutter doch noch 70 Pfennige für ein Schwarzbrod hier lassen.“ Der Vorstand des Vereins, welcher den Vorfall erfuhr, war so vernünftig, den zwar guten Sänge:, aber schlechten Familienvater nach Hause zu schicken. Ein anderer Verein kehrt preisgekrönt von einer dreitägigen Sängerfahrt nach Hause zurück. Am Bahnhofe von weißgekleideten Mädchen empfangen, von der Obrigkeit durch eine Ansprache geehrt, ziehen die Sänger nach ihrem Vereinslokal, wo bei Rheinwein und Champagner die Siege des Vereins gefeiert werden. Da drängt sich ein blasser, schlechtgenährter Knabe durch den Saal zu seinem Vater, der ihm großmüthig einen Schluck Wein zukommen läßt. Leise flüstert der Knabe:„Vater, die Mutter hat mich geschickt, du sollst mir zwei Groschen geben für Nierenfett, sie wollte für heute Abeno Kartoffeln braten!“ Frankfurt, 6. Juni. Eine Frankfurter Gesellschaft machte gestern einen Ausflug zu Wagen auf die Starkenburg. Bei der Heimfahrt wurden die Pferde scheu und das Fuhrwerk stürzte. Zwei Insassen retteten sich durch Herausspringen. Der Kutscher wurde leicht verletzt. Die Gattin des Spielwaarenhändlers Behle aber fiel so unglücklich, daß sie einen Wirbelsäulenbruch erlitt und auf der Stelle den Tod fand. Düsseldorf, 5. Juni. Am Freitag fand im Rathhause unter dem Vorsitze des Herrn Oberbürgermeisters Lindemann eine Berathung der Leiter der hiesigen höhern Lehr=Anstalten und von Vertretern der Handelekammern statt; sie bezweckte die Einrichtung von sog. VolksHochschulkursen. Die in Aussicht genommenen Vorlesungen sollen zunächst bestimmte Berufe in's Auge fassen, also z. B. Handelsrecht und Verkehrswesen vom kaufmännischen Standpunkte aus behandeln. Sodann sollen sie aber auch auf weitere Gebiete mit allgemeinerm Interesse sich erstrecken, z. B. Volkswirthschaft, Wirthschaftsgeschichte, Staatswesen, Litteratur. In Kassel waren Vorlesungen über das neue Handelsgesetzduch von etwa 200 Personen besucht, solche von allgemeinerm Interesse von 400 Personen. M. Gladbach, 5. Juni. In der benachbarten Ortschaft Venn erhängte sich gestern die 45jährize Frau eines Fabrikarbeiters auf dem Speicher ihrer Wohnung. Stadt= und Landkreis Solingen. Solingen, 7. Juni. *— Im hiesigen Kasino findet am Donnerstag ein gemeinsames Offizierfest der Landwehrbezirke Solingen und Lennep statt. — Bei der Firma Ed. Siebel hierselbst feierten gestern die Herren Herm. Hack und Aug. Caratiola ihr 25jähriges Arbeitsjubiläum. Die beiden Herren sind diese lange Zeit ununterbrochen bei der genannten Firma thätig,— ein erfreuliches Zeichen für fortdauernde gute Beziehungen. Zahlreiche Geschenke von Seiten der Firma und der Arbeitekollegen wurden den beiden Jubilaren zum Fest= und Ehrentage überreicht. — Gestern hielt der Scheerenfeilerverein im Ernschen Lokale an der unteren Kaiserstraße eine Hauptversammlung ab. Es wurde beschlossen, daß diejenigen Mitglieder, die mit ihren Beiträgen vom 9. Dezemder ab noch in Rückstand bleiben, ihre Mitgliedschaft verlieren sollen. — Anläßlich der Eröffnung der wieder in Stand gesetzten hübschen Gartenanlagen findet morgen bei Herrn Pohl(Kaisersaal) ein Konzert der Kapelle der Solinger freiwilligen Feuerwehr statt. — Zu Müngsten spielte am Sonntag am Fuße der Kaiser Wilhelm=Brücke in dem Ortmann'schen Wirthschaftsgarten die Kapelle der Freiw Feuerwehr aus Solingen. Bei dem endlich eingetretenen günstigen Wetter entwickelte sich ein reges Leben und Treiden tief drunten im romantischen Wupperthal. Majestätisch überspannt die Kaiser Wilhelm=Brücke das freundliche Thal, auf das sich prächtige Ausblicke eröffnen, vornehmlich von den Anlagen des VerschönerungsVereins hinter Dorperhof aus. Daß im Laufe der Zeit die Zahl der Besucher der Anlagen immer mehr steigen wird, unterliegt keinem Zweifel; nachdem die elektrische Straßenbahn den Verkehr nach Krabenhöhe so gefördert hat, nachdem Grundstückankäufe zur Errichtung von weiteren Restaurants erfolgt sind— der Bau eines solchen an der Ecke des nach Schaberg ab weigenden Kommunalwegs ist bereits in Angriff genommen — erscheint die Ausgestaltung des heute Vorhandenen gesichert. Um so weniger verständlich bleidt es, daß es leider auch heute noch Menschen giebt, welche an den Einrichtungen, die zur Bequemlichkeit der Ausflügler mühsam geschaffen sind, an Bänken, Ruhesitzen 2c. ihren Muthwillen auslassen und sie vorsätzlich beschädigen. Die Bewohner des betr. Ortschaftsbezirks in unsern Bergen thun wohl daran, solchem Nachwuchs klar zu machen, daß sie mit derartigem kindischen Thun, das die Interessen des Bezirks in erster Linie schädigt, nicht einverstanden sind, sondern eine Portion ungebrannte Asche eine viel zu glimpfliche Sühne für den Frevel bildet. Sind doch die Anlagen zu Dorperhof auch der Durch: gangsweg für Diejenigen, die den landschaftlich schönen Weg über den Wiesenkotten nach Burg verfolgen. Sogar Radfahrer, die doch die breite Landstraße nicht leicht verlassen, unterbrechen am Dorperhof gern ihre Fahrt, um, ihr Stahlroß vorsichtig thalwärts geleitend, die hübsche Wanderung zu Fuß zurückzulegen. Zwischen den hervortagenden Sehenswürdigkeiten des bergischen Landes, der Riesenbrücke und dem aus freiwilligen Beiträgen des bergischen Volks erbauten Schloß zu Burg liegend, befinden sich die Anlagen im Mittelpunkt des Ausflügler= Touristen=Verkehrs. Für Rechnung der Firma Karl Beckmann, die das alte Rabenschlag'sche Eck= und Wirthshaus an dem Schaberger Kommunalwege mit Ausnahme des angebauten Saales hat niederlegen lassen, wird der Bau eines Restaurationslokals in den bezeicneten Anlagen voraussichtlich im kommenden Jahre ausgeführt werden. Das Restaurant, das dieselbe Firma am vorgenannten Kreuzungspunkte der Solingen= Remscheider und der Solingen=Burger Provinzialstraße errichten läßt, wird den Namen„Kaiserhof" tragen, 2 Säle enthalten und im Herbst d. Is. vollendet werden. — Ein Patent wurde angemeldet auf ein Verfahren zur Herstellung oder zum Schärfen gehärteter, aus Stahl bestehender Fräs= und Schleifwerkzeuge für Gottlieb Hammesfahr, Solingen=Foche.— Patente wurden ertheilt auf ein Verfahren zum Anlassen gehärteter Stahlgegenstände an G. Hammesfahr, Solingen=Foche, — auf eine aus gestanzten Blechtheilen zusammengesetzte Scheere an Eomund Jansen& Weck, HöhscheidSolingen. — Als Gebrauchsmuster wurden eingetragen: Korkzieher mit Drahtscheere, deren einer Schenkel als Hebel und deren anderer Schenkel als Stütze beim Ausziehen des Korkes dient, für Friedrich Brangs, Solingen, — Kugelveischlußflasche mit Verschlußvorrichtung für den Flaschenmund für P. W. Dellweg, Solinzen,— Mittels einarmigen Hebels auszulösende Sperrung für selbstschließende Schirmgestelle für Bremshey& Co., Ohligs.— Zigarrenabschneider(Kl. 44 Nr. 57174) wurde für Hugo Köller, Solingen, umgeschrieben.— Verlängert wurde die Schutzfrist auf einen Hohlschleifapparat für Friedr. Ern& Co., Weyer. — Bei dem Akbruche des früheren Klischan'schen Hauses wurde unter den Bodenplatten des Kellergewölbes auch ein Grabstein des ehemaligen um die evangelische Kirche herum gelegenen Friedhofes gefunden. Derselbe trägt im rechten Felde der beiden eingemeißelten verzierten Rundbozen die Inschrift:„Anno 1739. Diese 3 Gruben sind zugehörig Jakobus Rützers und Anna Margareta Breuer Eheleuth.“ Darunter befindet sich die Sohlenfläche eines Fußes eingegraben. — Auf der Mangenberger Kirmes sind anscheinend mehrere Langfinger thätig gewesen. Wie die „W. Ztg.“ berichtet, wurde einem Herrn aus Wald Uhr nebst Kette im Werthe von 90 Mark entwendet. Leider ist der Taschendieb unerkannt entkommen. — Die Festfahrt des Bergischen Geschichtsvereins findet in diesem Jahre am Sonntag, 19. Juni, nach Volmarstein und Hohenspburg statt. — Zu der Uebertragung der der„Ronsdorf=Müng= stener Eisenbahngesellschaft"“ verliehenen Rechte zum Betriebe einer Kleinbahn von Ronsdorf nach Müngsten wie zur Uebertragung der der Wermelskirchen=Burger Eisenbahngesellschaft zu Wermelskirchen verliehenen Rechte zum Betriebe einer Kleinbahn von Wermelskuchen nich Burg a. d. W. auf die Westdeutsche Eisenbahngesel, haft in Köln hat der Regierungspräsident im Einverst#ndniß mit der königl. Eisenbahn=Direktion zu Elberfeld die Genehmigung ertheilt. — Für Fehler in einer Anzeige, welche in Folge unleserlich oder undeutlich gesch;; denen Manuskripts entstanden sind, braucht nach eine Entscheidung des Reichsgerichts kein Ersatz geleistet zu werden. Das Reichsgericht ging dabei von der Ansicht aus, daß Anzeigen, welche man einer Zeitung zusendet, deutlich geschrieben sein müssen. Für die bevorstehende Reichstagswahl hat das Reichs Postamt bestimmt, daß sämmtliche Telegraphenanstalten, welche bei der Beförderung von Wahltelegrammen betheiligt sind, sowohl am Tage der Wahlen, wie auch am Tage der Ermittelung des endgültigen Wahlergeonisses bis 10 Uhr Abends, erforderMittelperrons berichtet der„O. Anz.“, daß die Ausschreibung der Arbeiten hierfür in aller Kürze erfolgen wird. Außer der Ueberdachung werden noch andere Anlagen gemacht, so kommt der jetzige schmale Bahnsteig für die Züge nach Düsseldorf in Fortfall, das Düsseldorfer Geleise wird an das Solinger angerückt und ein breiter Bahnsteig auf der anderen, dem Güterschuppen zugekehrten Seite angelegt. Zu diesem Bahnsteige gelangt man durch eine Fortsetzung der jetzigen Unterführung. Hoffentlich wird der neue Bahnsteig, der für alle nach Düsseldorf verkehrenden Züge und aushülfsweise auch für solche nach Solingen den Zugang vermitteln soll, dann auch gleich mit Uieberdachung versehen. Gerichts=Verhandlungen. Sitzung des Schöffengerichts. .* Solingen, 7. Juni. Vorsitzender Herr Amtsrichter Arimond, Schöffen Herren Hugo Bick von hier und Hugo Beien von Wald, Amtsanwalt Herr Stadtsekretär Hermes, Gerichteschreiber Herr Aktuar Lamberti. — Wezen Mißhandlung eines Seidenwebers wurde ein Messerreider von Gräfrath, mit Rücksicht auf mildernde Umstände zu 10 Mark Geldstrafe oder 3 Tagen Gefängniß verurtheilt.— Eine Sache gegen einen Botenfuhrmann wurde vertagt.— Gegen einen Bewohner von Wald wurde wegen unbefugten Kollektirens verhandelt; er hat, ohne im Besitz behördlicher Genehmigung zu sein, für die streikenden Arbeiter der Firma G. Beiträge eingesammelt. Das Gericht erkannte gegen denselben auf die durch die angefochtene polizeiliche Strafverfügung festgesetzte Geldstrafe von 15 Mark, bei deren Nichtzahlung 3 Tage Haft eintreten sollen.— Ein Fuhrknecht, welcher auf der Schützenstraße unbefugt mit seinem Fuhrwerk das Geleise der Straßenbahn befahren hat, auch dem Straßenbahnwagen nicht rechtzeitig ausgewichen sein soll, wandte ein, er habe das Schellen nicht gehört. Nach dem Ergebniß der Beweisaufnahme mußte dies aber wohl der Fall gewesen sein und das Gericht erkannte mit Rücksicht darauf, daß der Beschulzehnisses bie 10 Uhr Abenoe,„.g, digte schon— insbesondere auch wegen ganz ähnlicher lichenfalls bis zur erfelzten Abtelegraphirung der Wayr= Uebertretung— vorbestraft ist, gegen denselben auf 10 teleeramme im Dienst eihen müssen 9aP Geldstrafe oder 2 Tage Haft.— Ein 94 antgtunge in Wient veiben müen. — Die Grippehat nach der„Statistischen Correspondenz“ im Jahre 1896 in Preußen nur 3559 Todesfälle verursacht gegen 6509 im Jahre 1895, 7336 im Jahre 1894, 10403 im Jahre 1893, 15911 im Jahre 1892, 8050 im Jahre 1891, 9576 im Jahre 1890. Eine Abnahme der Opfer dieser Krankheit, die in den letzten 7 Jahren mehr als 60000 Personen hingerafft hat, ist also unverkennbar. Höhscheid, 6. Juni. In der StadtverordnetenSitzung vom 3. d. Mts. wurde die Ermächtigung ertheilt, gegen Herrn Otto Baum die zwangsweise Eintragung der Straßenausbaukosten zu erwirken. Herr Otto Baum theilt uns mit, daß er die freiwillige Eintragung nicht bewirkt habe, weil er die ganzen Kosten bezahlen wolle, wovon er Mittheilung zu machen versessen batte. 975 □— 6. Juni. Bei Ju. Hindrichs in Aufderböhe tagte gestern eine Versammlung des für den untern Theil gebildeten Ziegenzucht=Vereins. Herr ten Winkel gab die neuen Statuten bekannt und knüpfte daran noch weitere Worte über Zweck und Ziel des Vereins. Es traten wieder mehrere neue Mitglieder bei. Eine weitere Versammlung soll in nächster Zeit in Rupelrath abgehalten werden. *— 7. Juni. Die auf gestern in das Lokal Hensing von Herrn Bürgermeister Gläßner einberufene Versammlung zwecks Gründung einer Zwangs=Innung für das Schuhmacher=Gewerbe verlief resultatlos, weil von den hier ansässigen 43 selbstständigen Schuhmacher-Meistern nur 4 erschienen waren.— Die Wasserleitung mit hydraulichem Widder=Betrieb zu Hinten=Meiswinkel geht ihrer Vollendung entgegen und wird heute zwecks Abnahme besichtigt werden. §— 7. Juni. Unsere Gemeinde hat im Laufe der letzten Jahre in der Wegeverbesserung anerkennenswerther Weise bedeutende Fortschritte gemacht. So ist u. A. die Katterubergerstraße in ihrer Verlängerung bis zur Ortschaft Hossenhaus ausgebaut worden. Wer aber Hossenbaus durchwandert, geräth plötzlich, während er bieher auf einer hübschen, trockenen Straße ging, nun mitten in der Straße in einen Morast, der sich— man sollte es bei der sommerlichen Witterung nicht für möglich halten— vielleicht 20 Meter lang hinzieht. Daß der sumpfige Theil der Straße noch nicht ausgebaut worden ist, hat seinen Grund darin, daß der angrenzende Eigenthümer nicht den Grund und Boden zur Verbreiterung der Straße abgeben will, und mehrfache Bemühungen dieserhalb Seitens der Verwaltung erfolglos geblieben sind. Da es sich hier aber um eine Angelegenheit von allgemeinem Interesse handelt, und auf dieser verkehrsreichen Straße täglich hunderte von Menschen durch den Sumpf gehen müssen, abgesehen davon, daß mit Lasten beladene Fuhrwerke kaum durch denselben fahren können, sollten doch Sonderinteressen aus dem Spiele bleiben und der Weg dem öffentlichen Verkehr dienstbar gemacht werden. Wald, 6. Juni. Herr H. Stader in Merscheid ist fortgesetzt bemüht, den Besuchern seines Kaisergartens oder Saales Sonntags Unterhaltung zu bieten; Um etwas Besonderes zu bieten, hat Herr Stader, wie die„Wald. Ztg.“ meldet, für nächsten Sonntag auch noch den Luftschiffer H. Th. Thomik zu einer Auffahrt mit dem Heißluftballon Columbus(System Mongolfier) gewonnen. Herr Thomik steigt nicht nur ohne Gondel auf, sondern wird während der Fahrt an einem Trapez die schwierigsten Evolutionen ausführen, bis er mit seinem Ballon in den Wolken den Blicken der Zuschauer entschwunden sein wird. Ohligs, 6. Juni. Die Herren Geh. Oberbaurath Regierungsrath Schneider haben auch Mart Gelostrafe oder 5 Tage Gast.— Ein 24 Jahre alter Schleifergeselle hierselbst, welcher wegen Unfugs, Widerstandsleistung und Sachbeschädigung angeklagt war, wurde im letzterem Punkte freigesprochen, da eine vorsätzliche Sachbeschädigung nicht angenommen wurde; im übrigen erschien derselbe durchaus überführt und weil er schon verschiedentlich mit dem Strafgericht zu thun gehabt hat, lautete das Urtheil gegen ihn auf 2 Wochen Haft und 2 Wochen Gefängniß.— Ein 28 Jahre alter Brunnenmacher von hier hatte sich wegen Mißhandlung eines alten Mannes von Kotten zu verantworten. Die rohe That soll am 9. Janaar d. J. geschehen sein, wird aber von dem Angeklagten entschieden bestritten; auch führte die Beweisaufnahme das Gericht nicht zu der Ueberzeugung, daß dieser und kein anderer solche begangen habe, weshalb derselbe freigesprochen wurde. (Schluß folgt.) Nachrichten Hannover, 6. Juni. Der Hilfsgepäckträger Lippmann, welcher zu dem Berliner Schnellzuge ein Koffer tragen wollte, ist beim Ueberschreiten der Gleise von einer Rangirmaschine erfaßt worden. Als der Führer beim Erkennen der Gefahr bremste, war das Unglück schon gescheben. Der Verunglückte wurde erheblich verletzt. — Der Bäckerlehrling Warmbold aus Ilten hatte seine Eltern besucht und wollte auf seinem Heimwege die Straßenbahn benutzen. W. wollte auf den in Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen springen, kam hierbei zu Fall und wurde von dem Anhängewagen überfahren und auf der Stelle getödtet. Osnabrück, 6. Juni. In der Ortschaft Hagen bei Georg Marienhütten erplodirte in dem Beckmann'schen Gasthaus, in welchem anläßlich des Ausstandes 4 Gendarmen stationirt sind, eine Dynamitwird darauf zurückgeführt, daß die von der„Stella“ eingeführten Fische von Engländern herrührten. Ebsjerg(Dänemark), 5. Juni. Das boot„Grönsund" beschlagnahmte die Dampfschiffe „Varel“ aus Geestemünde und„Kommandant“ aus haven wegen gesetzwidriger Fischerei auf dänischem Gebiet. Rom, 6. Juni. Gestern Abend hat die Beerdigung des Prof. Geselschap stattgefunden; der Legationssekretär Jagow legte im Namen des Kultusministers Dr. Bosse einen Kranz nieder. Petersburg, 6. Juni. Graf Leo Tolstoi hat bei der Gesellschaft der Nordostbahn für die hungernden Bauern seines Bezirkes drei Waggons Getreide gekauft und sie den Armen geschenkt. (Darf man Fleisch durch Zusatz von schwefelsauren Salzen konserviren?) Ueber diese Frage, die bei der großen Verwendung, die schwefligsaure Salze in neuerer Zeit als Fleischkonservirungsmittel gefunden haben, von allgemeinem Interesse ist, sind im Breslauer Untersuchungsamt von Dr. B. Fischer eingehende Untersuchungen angestellt worden. Darnach sind diese Salze durchaus nicht so ungefährlich, wie früher angenommen wurde, sondern müssen vielmehr als Blutgifte bezeichnet werden, denn eine verhältnißmäßig geringe Beimengung zum Fleisch kann schwere Schädigungen des Körpers durch Herbeiführung von Blutungen aus den kleinsten Blutgefäßen verursachen. Während man früher annahm, daß ein Gehalt an schwefligsauren Salzen bis zu 0,1 Proz. statthaft sei, ist jetzt festgestellt worden, daß höchstens 0,06 Proz. Gehalt an Salzen als unbedenklich bezeichnet werden kann. Es empfiehlt sich also die größte Vorsicht bei der Verwendung von sogenannten Konservesalzen. Neueste Nachrichten und Telegramme. Berlin, 7. Juni. Die„Berl. Neuest. Nachr.“ melden: Ein notabler Politiker, welcher an den Staatssekretär Posadowsky um eine gutachtliche Aeußerung über das bei den Wahlen zu beobachtende taktische Verhalten sich wendete, hat uns die von Letzterem ertheilte Antwoit freundlichst zur Verfügung gestellt, die folgendermaßen lautet: „Ew. Hochwohlgeboren beehre ich mich, auf das gefällige Schreiben vom gestrigen Tage ergebenst zu erwidern, daß meines Erachtens die bürgerlichen Parteien über ihre Haltung bei den bevorstehenden Wahlen nicht zweifelhaft sein können. Die sozialdemokratische Partei hat sich nicht nur selbst öffentlich als eine revolutionäre Partei bekannt, sondern sie ist auch thatsächlich eine solche, da ihre ausgesprochenen Ziele die Beseitigung der Staatsordnung sowie die Aufhebung des Privateigenthums sind und ihre Mittel häufig in der Terrorisirung der persönlichen Freiheit der Arbeiter bestehen. Es kann nur auf Mißverständniß, auf politischer Kurzsichtigkeit oder vielleicht auch auf Mangel an Muth beruhen, wenn diese Sachlage von mancher Seite nicht erkannt wird. Die bürgerlichen Parteien, welche unzweifelhaft gewillt sind, die bestehende Staatsordnung aufrechtzuerhalten, haben demnächst auch dem deutschen Reiche gegenüber, wie gegen sich selbst aus Gründen der Selbstverwaltung die Verpflichtung, durch ihre Stellung im Wahlkampfe und ihre Betheiligung an der Wahlhandlung der Wahl sozialdemokratischer Abgeordneter gemeinschaftlich entgegenzutreten. Wahlberechtigte, welche aus taktischen Rücksichten hoffnungslose Kandidaturen aufstellen oder aufrechterhalten, und damit die Wahl eines Kandidaten der bürgerlichen Partei in Frage stellen oder vereiteln, laufen Gefahr, die sozialdemokratische Gefahr mittelbar Kandee= Eineurmen sutionitt sine, umd Thnamt= zu unterstützen. Wer sein Vaterland vor schwerer innerer Patrone, welche auf ein Fenster gelegt worden war. Ein Erschütterung bewahren will, sollte deshalb politische Theil der Mauer sowie die Fenster sind zerstört. Menschen Neigungen und Abneigungen der vornehmsten politischen Berlin, 7. Juni. Das„Tageblatt“ meldet aus Brüssel: Im Vorstadttheater Anderlecht wurde bei der Aufführung eines Militärstückes aus geladenen Flinten geschossen, ein Zuschauer wurde getödtet, mehrere verwundet. Man vermuthet in dem Scharfladen den Racheakt eines entlassenen Statisten. Konstantinopel, 6. Juni. Der bulgarische diplomatische Agent Markoff überreichte am Samstag dem Großvezier eine Note, in der 13 Fälle ron Mordthaten und anderen Gewaltthaten angeführt werden, die zumeist von Soldaten im Vilajet Uesküb innerhalb der ersten Hälfte des Mai verübt sein sollen. Die Note hebt die Folgen des Eindruckes dieser Ereignisse in Bulgarien hervor und bittet um Abberufung des Wali Hafir Pascha, dessen Regiment die Schuld an diesen Ereignissen beigemessen wird. — 6. Juni. Die Pforte verständigte den montenegrinischen Gesandten Bakitsch, daß eine montenegrinische, von einem Offizier geführte Grenzwache einen türkischen Briefträger getödtet, ein mohammedanisches Dorf bei Bedana angegriffen und geplündert, und daß die türkischen Behörden in Berana entsprechende Verhaltungsmaßregeln erhalten hätten. New=York, 6. Juni. Das„Evening Journal“ veröffentlicht eine Depesche aus Cap Haytien, wonach heute früh nach Tagesanbruch amerikanische Truppen wenige Meilen östlich von Santiago bei Agnados ausgeschifft wurden. Die Geschütze des Geschwaders des Admirals Sampson hätten die Landung unterstützt, nachdem sie zunächst die Strandbatterien an jenem Platze zum Schweigen gebracht hatten. Das Blatt fügt hinzu, es sei zweifelhaft, ob es sich um eine andere oder dieselbe Landungs=Unternehmung handle, über die heute bereits aus Kingston eine Meldung eingegangen war. Hongkong, 6. Juni. Das britische Kanonenboot „Swift“, welches heute von Manila hier eingetroffen ist, bringt die Nachricht, die Aufständischen hätten die Eisenbahnen in der Nähe der Stadt aufgerissen und seien auf 4 Meilen an Manila herangerückt. Ein spanisches Regiment habe gemeutert und seine Offfziere erschossen. Es fänden häufige Kämpfe zwischen den Aufständischen und den Spaniern statt. Erstere hätten 1000 Gefangene nach Cavite gebracht. Die Amerikaner sollen die Rebellen mit Schnellfeuergeschützen unterstützt haben. Musterregister. Muster für plastische Erzeugnisse, Schutzfrist 3 Jahre. Ohligs. Firma Hermann Bierhoff in Ohligs, Umschlag mit 6 Modellen für Taschenmesserschalen mit Ansichten, versiegelt, angemeldet am 5. Mai 1898, Nachm. 5 Uhr 5 Min.,— Firma Ernst Pauls in Ohligs, Packet mit 1 Modell für Messerklingen mit hohlem Stahlheft, offen, angemeldet am 9. Mai 1898, Nachm. 3 Uhr 45 Min.,— Firma Julius Hoppe in Ohligs, Packet mit 1 Modell für Hefte an Tisch=Dessertmessern und Gabeln mit Verzierungen, versiegelt, angemeldet am 10. Mai 1898, Nachm. 3 Uhr 5 Min.— Für die Wittwe und Rechtsnachfolgerin des Grobschmiedes Kaspar Saddeler, Julie, geb. Esel, zu Ohligs wird die Schutzfrist für das am 1. Juni 1889, Vorm. 11¾ Uhr, in versiegeltem Umschlag eingereichte Modell für Schutzvorrichtungen an größeren Schleifsteinen zum gleichzeitigen Arbeiten vor dem Steine und in der Mitte über der Achse auf weitere 3 Jahre verlängert. Loch und Geh. de.gre:e.,#er haben unsere Station besichtigt. Ihr galt, wie in Solingen und Remscheid, der Feststellung norhig werdender baulicher Bahnhofsarbeiten zwecks Vorbereitung des Etats.— Zu der Bahnsteigüberdachung des Evangelische Gemeinschaft. Ebenezer=Kirche. Emilienstraße. Mittwoch Abend 81: Uhr: Bibelstunde. Ehen der Madler sowie die Fenstel sine zerstork. Wenischen sind nicht zu Schaden gekommen. Der Thäter ist noch nicht entdeckt. Würzburg, 3. Juni. Der Student Döllstäd von Ilmenau verunglückte auf einer Tour im Spessart. Er stürzte mit seinem Fahrrade und blieb todt am Platze. Zwiesel(Bayern), 4. Juni. Gestern Nacht brach im benachbarten Langdorf in der Scheune des Söldners Sirt Feuer aus, welches sich so rasch verbreitete, daß trotz der zahlreich erschienenen Feuerwehren das ganze Anwesen des genannten Sirt sowie daojenige des Bauern. Oswald vollständig niederbrannten. Leider fand hierbei auch ein Kind im Alter von 5 Jahren in den Flammen seinen Tod. Brandstiftung wird allgemein angenommen. Antwerpen, 5. Juni. Der bei Doel gesunkene Quarankänedampfer wurde geboben. Die Leiche des vermißten Quarantäne=Arztes Dr. Flahou, der zugleich Bürgermeister von Doel war, fand sich in der Kabine. Die Leichen der ertrunkenen beiden Schiffsleute wurden noch nicht geborgen. Paris, 4. Juni. Im Juni erfroren ist der 63jährige Jean Duffourg in seiner in der Rue Ponisse liegenden Wohnung. Der Todtenschein wurde von dem die Todtenbeschau vornehmenden Beamten ausgefertigt, und in die Rubrik Todesursache:„Durch Kälte verursachte Kongestion“ eingetragen. Dünkirchen, 5. Juni. Der hiesige Dampfer „Stella“, der eine Ladung Fische zum Verkauf nach La Rochelle gebracht hatte, wurde am dortigen Staden von der über diesen Mitbewerb erbosten Fischerbevölkerung gestürmt. Die aufgeregte Menge schlug an Bord alles in Trümmer. Die Polizei und Hafen=Gendarmerie war kaum im Stande, die Ruhe wiederherzustellen. Der Hafenkommissar, der die Aufrührer zu beruhigen versuchte, wurde angegriffen und verletzt. Zwölf Pirsonen sind verhaftet. Mehrere hundert Fischer erschienen vor dem Rathhaus und verlangten die Entlassung der Gefangenen, wurden aber zerstreut. Die Erregung in La Rochelle Pflicht unterordnen und geschlossene Frontstellung gegen die revolutionäre Sozialdemokratie nehmen. Zum Wohle aller Klassen der Bevölkerung muß der nächste Reichstag eine sichere Mehrheit aufweisen, welche bereit ist, die großen gemeinschaftlichen Interessen unserer Gewerbskreise positiv zu fördern. Zu diesem Zweck muß die Regierung einen festen Rückhalt bei der Vorbereitung und Entscheidung der schwierigen Frage des internationalen Wettbewerbs bieten und entschlossen sein, die Lage der heimischen Produktion und zwar besonders die durch die moderne Entwickelung unzweifelhaft am meisten gefährdeten Erwerbsstände, die Landwirthschaft und die Mittelklassen einer vorurtheilsfreien, durch Lehrmeinungen und politische Rücksichten nicht beeinflußten Prüfung zu unterziehen. Im Interesse der arbeitenden Bevölkerung wird es endlich der formalen Verbesserung und der weiteren sachlichen Ausarbeitung der Arbeiterversicherungsgesetze unbedingt bedürfen. Sollte keine Aussicht vorhanden fein, einem Kandidaten zum Siege zu helfen, welcher diese Gesammtauffassung theilt, so sollte jedenfalls der Kandidat unterstützt werden, welcher dem sozial Tag und in allen Ländern, wo Deutsche wohnen, findet Eingesandt. Hattingen, 4. Juni.(Gehaltserhöhung für die Lehrerschaft.) Unter Bezugnahme auf einen Beschluß der hiesigen Stadtverordneten=Versammlung, durch den die Lehrer und Lehrerinnen auf ihr Gesuch hin neuerdings eine Gehaltserhöhung erreicht haben, gab der Stadtverordneten=Vorsteher Hundt folgende Erklärung ab: Der heutige Beschluß, durch den der Etat eine weitere Belastung von jährlich 927 Mk. erfährt, liefert den Beweis unseres Wohlwollens für die Lehrerschaft, er thut dar, daß wir bereit sind, den Erziehern der Jugend ein den Zeitverhältnissen entsprechendes auskömmliches Einkommen zu geben. Wenn wir so einerseits unsere Sympathie bekunden für die gerechten Wünsche der Lehrerschaft, so sprechen wir anderseits die bestimmte Erwartung aus, daß die Lehrer alle diejenigen in keinem direkten Zusammenhang mit ihrem Berufe stehenden Arbeiten unterlassen, in denen, von ihnen als Nebenbeschäftigung betrieben, eine Schädigung des Handels= und Gewerbestandes erblickt werden muß. Der Handels= und Gewerbestand ist es bei uns, welcher die städtischen Lasten vorwiegend zu tragen hat; denn die Zahl der reichen Leute ist bei uns gering, und die große Mehrzahl der arbeitenden Bevölkerung ist zu den niedrigen Steuersätzen veranlagt. Also noch einmal: Unsern Appell an die Lehrerschaft, unsere heutige erneute Bewilligung, verknüpfen wir mit der bestimmten Erwartung, daß die Herren unserem Wunsche entsprechen, Agenturen und sonstige gewerbliche Funktionen darangeben, damit endlich die Klage verhalle, welche der Handelsstand erhebt, in dem er in der angedeuteten Thätigkeit der Beamten, welche aus städtischen Mitteln besoldet werden, eine unberechtigte Konkurrenz erbickt. Gusimnung.) Von Mund zu Mund Patent=Myrrholin=Seife als unübertroffene hygienische Toilettenseife fortgepflanzt und groß ist heut die Anzahl derer, die dem fortgesetzten Gebrauch dieser ärztlich so warm empfohlenen Seife eine gesunde, feine Haut und schönen Teint verdanken. Ihre Anhänger mehren sich von Tag zu demokratischen gegenübersteht. Bei der Wichtigkeit der bevorstehenden Wahlentscheidung dürfte kein staatstreuer Wähler an der Wahlurne fehlen, um durch die Erfüllung seiner staatsbürgerlichen Pflichten für das politische und wirthschaftliche Wohl der Staatsgemeinschaft auch persönlich einzutreten. Mit ausgezeichneter Hochachtung Ihr Posadowsky.“ eine fortwährend sich steigernde Nachfrage nach der PatentMyrrholiu=Seife statt, diesem unübertroffenen Product deutscher Forschung und Industrie. Wer dieselbe einmal gebraucht, wird sie unentbehrlich finden. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich. Das erste findet sich Blumenstraße 11. in Selingen be. Westdeutsches Patentbüreau, Kölnerstraße (nahe Südbahnhof)(nahe Hauptpost) 23jähr. techn. Erfahr., 9 Jahre in Berlin thätig. Seit 95 in Solingen. Bazar, Solingen. Donnerstag: Versammlung. Frauen=u. Jungfrauen=Verein. Mittwoch Nachm. 3 Uhr: Zu recht zahlreicher Betheiligung ladet herzlichst ein Tersteegen, Pfarrer. Frauen= und Jungfrauen=Verein der Stadtmission. Mittwoch Nachmittag 4 Uhr: Vereinskunde. Grünewalder und Jungfrauen- Verein. soch, Nachm. ½3 Uhr: Vorstand. Gergen wigen, Mitwoch, Versammlung. Ev. Frauen=Verein, Krahenhöhe. Mittwoch 3 Uhr: Versammlung. Berathung über einen Ausflug. Gräfrather Jungfrauen=Verein Mittwoch Abend 8 Uhr. Fecdocrcoeracce 9 Walter Stock Lina Stock geb. Backhaus VERMAHLTE. sSolingen, den 7. Juni 1898. Gechecn Kreundl. möbl. Zimmer in gut. amp; Hause in Solingen per 1. Juli ges. Offerten mit Preisangabe unter M. 2183 bes. die Annoncen Expedition Jak. Bowinckel, Elberfeld. Anst. Leute erh. Kont u. Logis. Derperstraße 68. In Folge Erlasses des Herrn Ministers für Landwirthschaft, Domänen und Forsten vom 3. d. Mts. I. B. 3712 und auf Grund des§ 4• der Allerhöchsten Verordnung vom vom 3. Mai 1897, betr. Ausführung des Fischereigesetzes(G.=S. S. 107) wird den Fischern sowohl während der wöchentlichen als auch während der Frühjahrsschonzeit für die nur zum Aalfang bestimmten und geeigneten ständigen Vorrichtungen und Geräthe (Setznetze, Reusen, Körbe oder Angeln) gestattet, die ausgelegten Gezeuge auszunehmen und wieder auszulegen. Diese Erlaubniß gilt nicht für Laichschonreviere in der Zeit vom April bis 31. Juli. Düsseldorf, den 25. Mai 1898. Der Rezierungs=Präsident. I. V.: Hamann. Die Kaiserstraße, von der Wupperstraße bis Rostertreppe, wird vom 7. Juni er., Abends 10 Uhr bis 8. Juni cr., Morgens 6 Uhr wegen Verlegung elektrischer Kabel für den Fuhrverkehr gesperrt. Solingen, den 7. Juni 1898. Die Polizei=Verwaltung. Der Oberbürgermeister: Dicke. Verdingung. Die Ausführung der Erd=, Maurer= und Zimmer=Arbeiten für den Neubau eines Anbaues der Schule zu Dorperhof soll öffentlich vergeben werden. Zeichnungen und Bedingungen liegen auf dem Stadtbauamte, Zimmer Nr. 16, während der Dienststunden zur Einsichtnahme aus und können bezogen werden. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis 13. Juni er., Vormittags 11 Uhr dem Stadtbauamte Zimmer Nr. 16 einzureichen, woselbst die Eröffnung derselben in Gegenwart der erschienenen Bieter erfolgen wird. Später eingehende Angebote werden nicht berücksichtigt. Solingen, den 7. Juni 1898. Der Oberbürgermeister: Dicke. In einem bürgerlichen Hause erh. 2 S anst. Leute Kost und Logis. Graspof 10 I. Stage. Für 2 Herren möbl. Zimmer mit Frühstück z. verm. Frau Steinmann, Casinostr. 24. Bekanntmachung. Zur Ausloosung der für das laufende Jahr planmäßig einzuziehenden Obligationen der Stadtgemeinde Solingen wird hierdurch Termin auf den 27. Juni 1898, Nachmittags 6 Uhr im Rathhause hierselbst anberaumt. Solingen, den 6. Juni 1898. Der Oberbürgermeister: Dicke. In der Nähe des Krieger= Denkmals ein schönes Schlafzimmer an einzelne Person zu vermiethen. Näh. in der Exp. Eine Wohnung von 3 Zimmern von E kl. Familie ohne Kinder sof. gesucht. S Offert. S. 2 an die Exped. d. Ztg. in freundl. möblirtes Zimmer mit Frübstück sofort oder S später zu vermiethen. Wo, s. d. E. Seute Kost u. Logils. Näheres in der Expedition. Polizeiverordnung über die Beschaffenheit u. Benutzung von Wohnungen. Auf Grund des§ 137 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 und der§§ 6, 12 und 15 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 wird mit Zustimmung des Bezirksausschusses für den Regierungsbezirk Düsseldorf unter Aufhebung der denselben Gegenstand betreffenden Polizeiverordnungen vom 31. Mai 1893, 21. November 1895 und 23. April 1896(A.=Bl. 1893 S. 453/4, 1895 S. 450, 1896 S. 130) folgende Polizeiverordnung erlassen: § 1. Niemand darf ohne vorherige Genehmigung der Ortspolizeibehörde in Wohnungen, welche sich in von 2 oder mehr Familien bewohnten oder zum Bewohnen durch 2 oder mehr Familien bestimmten Häusern befinden, selbst als Eigenthümer oder Besitzer einziehen oder eine Familie zur Miethe oder Aftermiethe aufnehmen, sobald diese Wohnungen polizeilich als zum Bewohnen ungeeignet(§ 2) oder als überfüllt(§ 3) bezeichnet worden sind. § 2. Als zum Bewohnen ungeeignet können von der Ortspolizeibehörde diejenigen Wohnungen bezeichnet werden, welche nachstehenden Anforderungen nicht entsprechen: 1. Alle Schlafräume müssen mit einer Thüre verschließbar und mindestens mit einem unmittelbar ins Freie führenden, aufschließbaren Fenster versehen sein, dessen Größe nicht geringer als der 12. Theil der Fußbodenfläche sein darf. In den bei Erlaß dieser Verordnung bestehenden Wohnungen sollen ausnahmsweise Fenster genügen, welche nur die Größe von wenigstens den 15. Theil der Fußbodenfläche erreichen. 2. Speicherräume sind nur als Schlafräume zulässig, wenn sie vollständig verputzte oder mit Holz verkleidete Wände haben. Bei Speicherräumen mit abgeschrägten Decken kann die Ortsbehörde das Mindestmaß der Fensterfläche dem durch die Abschrägung der Decke verringerten Luftraum entsprechend bis auf 1/0 der Fußbodenfläche herabsetzen. 3. Der Fußboden der Schlafräume muß durch gute und dauerhafte Holzdielung oder anderweite zweckmäßige Vorrichtung(Estrich, Plattenbelag u. s. w.) vom Erdboden getrennt sein. 4. Die Schlafräume dürfen nicht mit Abtritten in offener Verbindung stehen. 5. Bei jedem Hause muß mindestens ein direkt zugänglicher, verschließbarer, allen Bewohnern des Hauses zur Benutzung freistehender Abort vorbanden sein. 6. Eine genügende Versorgung der Bewohner mit gesundem Wasser muß vorgesehen sein. § 3. Als überfüllt können von der Ortspolizeibehörde diejenigen Wohnungen bezeichnet werden, welche nachstehenden Anforderungen nicht entsprechen: 1. Die Schlafräume einer jeden Wohnung müssen für jede zur Haushaltung gehörige, über 10 Jahre alte Person mindestens 10 chm Luftraum, für jedes Kind unter 10 Jahren mindestens 5 chm Luftraum enthalten. Kinder, welche das erste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, bleiben außer Betracht. 2. Die Schlafräume müssen derart beschaffen sein, daß die ledigen über 14 Jahre alten Personen, nach dem Geschlechte getrennt, in besonderen Räumen oder Abschlägen schlafen können und daß jedes Ehepaar für sich und seine noch nicht 14jährigen Kinder einen besonderen Schlafraum oder doch einen besonderen Akschlag im Schlafraum besitzt... 68 626 § 4. Abweichungen von den vorsteyend in den§§ 2 und 3 aufgesteuten Anforderungen kann die Ortspolizeibehörde in besonders gearteten Fällen gestatten. § 5. Jede Zuwiderhandlung gegen diese Verordnung wird mit Geldstrafe bis zu 30 Mark, im Unvermögensfalle mit verhältnißmäßiger Haft bestraft. § 6. Diese Polizeiverordnung tritt für die Kreise Cleve, Geldern, Greven broich, Kempen, Moers und Rees am 1. Oktober 1898, für alle übrigen Kreise sofort in Kraft. Düsseldorf, den 25. Mai 1898. Der Regierungs=Präsident: Frhr. von Rheinbaben. Das diesjährige öffentliche Impfgeschäft soll am Montag, den 13. Juni er. seinen Anfang nehmen. Alle im Jahre 1897 geborenen Kinder und diejenigen, welche früher geboren sind, deren Impfung aber ohne Erfolg gewesen oder aus einem gesetzlichen Grunde unterblieben ist, sind zur Impfung zu gestellen. Eltern, Pflegeeltern und Vormünder werden hiermit aufgefordert, ihre Kinder und Pflegebefohlenen bei der unentgeltlichen Gesammtimpfung impfen und acht Tage später die Impfung revidiren zu lassen oder bis dahin nachzuweisen, daß die Kinder privatim geimpft worden sind. Sollten die Kinder krankheitshalber nicht geimpft werden können, dann ist solches durch ein ärzt liches Attest nachuweisen. 8 244 2. re. Nichtbeachtung dieser Vorschriften wiro mit Gelostrase bis zu 50 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft, auch sind die Polizei=Behörden nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts vom 1. März 1895 in Preußen befugt, die zwangsweise Vorführung von Kindern zu den vom Reichsimpfgesetz vom 8. April 1874 vorgeschriebenen Impfungen anzuordnen. Die Erstimpfungen werden wie folgt vorgenommen: a. im engeren Stadtbezirk in der Zeit vom 13. bis incl. 20. Juni cr. an den Wochentagen Nachmittags von 4½ bis 5½ Uhr in der Schützenburg, woselbst die Revisionen 8 Tage später eine Stunde früher stattfinden. b. in den Außenbezirken 1. in der Schule zu Weeg am 4. Juli, Nachmittags 4 Uhr, 2.„„„„ Brühl„ 4.„„ 5„ 3. in dem Saale von Ernst Hermes, Meisenburg am 5. Juli, Nachmittags 4 Uhr, in der Schule zu Doiperhof am 5. Juli, Nachmittags 5 Uhr, „ Kirschbaumshöhe„ 6.„„ 5„ „ Meigen„ 7.„„ 5„ 7.„„„„ Clauberg„ 8.„„ 4„ 8.„„„„ Stöcken„ 8.„„ 5„ Die Kinder sind 8 Tage später zur selben Stunde zur Nachschau zu Damit ein Andrang bei der Impfung vermieden wird, soll zu den einzelnen Terminen noch schriftliche Aufforderung erfolgen, aber immerhin bleibt die Pflicht bestehen, die Kinder infolge der gegenwärtigen Bekanntmachung zur Impfung zu bringen. Schließlich wird darauf hingewiesen, daß oie viesjährigen Wiederimpfungen, also die Impfung derjenigen Kinder, welche das 12. Lebensjahr erreichen, in der Zeit vom 13. Juni bis 8. Juli cr. in den in Betracht kommenden Schulen während des Vormittags ausgeführt und vorschriftswidrige Entziehungen strenge Bestrafung nach sich ziehen werden. Tag der Impfung wird durch die Herren Lehrer nach Rücksprache mit dem Herrn Impfarzte bekannt gegeben. Solingen, den 2. Juni 1898. Der Oberbürgermeister: Dicke. Die diesjährige öffentliche Impfung findet in den nachgenannten Schulen wie folgt statt: A. Impfung der Erstimpflinge. 1. Montag, den 13. Juni d. I., Nachm. 4 Uhr, in der Schule zu Hossenhaus, Heute Mittag wurde unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter und Urgrossmutter FrauWwe. Franz Carl Schimmelbusch Pauline, geb. Grah nach vollendetem 81. Lebensjahre, von ihren langen, in Geduld ertragenen Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Solingen und Berlin, den 6. Juni 1898. Die Beerdigung mittags 4 Uhr statt. findet Donnerstag, den 9. Juni, NachVerbiniges Robento Hirrteten. Mittwoch, den 8. Juni. Abends 8 Uhr: im Saale des Herrn Bduard Busch, in Wald: Vortrag des Reichstagscandidaten herrn Louis Sabin. Um zahlreiche Betheiligung der den vereinigten liveralen Parteien angehörigen Wähler wird gebeten. Das Wahl-Comité. K Todes-Anzeige. Heute Morgen entschlief infolge Altersschwäche mein innigstgeliebter Gatte, unser guter Vater, Grossvater, Schwager und Onkel Carl Aug. Schmidu im Alter von 65 Jahren. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Solingen, den 6. Juni 1898. Die Beerdigung findet am Donnerstag Nachmittag 2“ vom Sterbehause, 1. Hästen, aus statt. 191. nA AT. PET Das Beste Ofener Bitterwasser. Geeignet für lungeren Gebrauch bei Verstopfung. Gicht und Fettsucht. Käuflich bei allen Apothekern, Drogisten und Mineralwasser-Händlern. Nach mehrjähriger Assistentenzeit an der Universitätsaugenklinik in Bern und an der Augenklinik des Prof. Schoeler in Berlin habe ich mich hier als A.„Oslarzi niedergelassen. Dr. med. Haos Helgersdorf. Elberseld, Herzogstr. 30 I. Sprechstunden 9—11, 3—5 Uhr. Sonntags 111—1211 Uhr. A " Wir verlegten unsere Geschäftsräume nach Gerichtsstraße Nr. 4-6. 4. 5. 6. 2. Dienstag,„ 14. 8.„„ 14. 4. Mittwoch,„ 15. 5. Donnerstag 16. 6. Freitag, den 17. 7. 00 70 Vorm. 9 Nachm. 4 Vorm. 10 Nachm. 4 Vorm. 11 Nachm. 4 67 „ Aufderhöhe, „ Capelle. „ Kohlsberg, „ Hingenberg. „ Untenrüden. „ O.=Widdert. B. Impfung der Wiederimpflinge. 1. Montag, den 13. Juni d. I., Vorm. 8½ Uhr, in der Schule zu Waldheim. „ Stübchen, „ Hossenhaus, „AufderHöhe, „ Capelle, „ Kohlsberg. 2. 3.„„„„ 4. Dienstag,„ 14. 5.„„„ 6. Mittwoch,„ 15. 7.„„ 8. Donnerstag, 16. 9.„„„ 10. Freitag, den 17. 11.„„„ 12. 90 00 9 01 90 90 * 101 Nachm. 2½ Vorm. 8 Nachm. 3 Borm. 11 „ 9 „ 10 Nachm. 3 Vorm. 9 9½ Nachm. 2½ „kath. „ ed. „Lindener Schule, „ Schule zu Hingenberg, „„„ Eintracht. „„„ Unterrüden, O.=Widdert. E.„„„„„„„„„„ Die Revision findet jedesmal eine Woche später in den vorgenannten Schulen zur selben Tageszeit statt. Höhscheid, den 14. Mai 1898. Der Bürgermeister: Gläßner. Frelbrrn eine silberne Damenuhr heute Morgen früh zwischen 7 und 8 Uhr auf der Fahrt mit der elektrischen Bahn zwischen Schützenstraße, Ritterstraße, Kronenstraße und Brüderstraße. Gegen Belohnung abzugeben Kronenstraße 7. sein tücht. Schneider-Gehülfe K sofort gesucht. Carl Hartmann, Dorperstr. 21. Emaill. Waschkessel mit Feuerung, 100 Liter Inhalt, fast neu, billig zu verkaufen. Kaiserstraße 111. lb. Schaferhundentlaufen Kölnerstraße Nr. 41. Solingen, im Juni 1898. Groyen& Richtmann. A Prachtwaare, per Stück 15 Pfg., empfiehlt Heinrich Pütz, Kaiserstr. 131. Telephon 149. Gerichtliche Verkäufe. Am Mittwoch, den 8. Juni 1898, 1) Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 Vertikowschrank mit Aufsatz und 1 Sopha. 2) Nachmittags 3½ Uhr auf dem Markte zu Gräfratd: 1 Schrank mit 4 Thüren und 1 Sopha. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Wupperstr. Salowsky Gerichtlicher Verkauf. Am Mittwoch, den 8. Juni 1898, Nachmittags 4 Uhr sollen in dem Hause des Gastwirthen Ferdinand Soffel in Hammerthal b. Merscheid öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 3 Kähne, 1 Schreispukt, 2 Wetten, 28 Stühle, 5 Gallerien, 3 Spiegel, 2 Waschgarnituren mit 10 Tische, 1 Viertheke, 15 Bänke, darunter 4 Garten-, 4 gepolsterteund 7 Pänkte ohne Lehnen. ca. 10 Ltr. Nordhäuser, und 12 Flaschen Champazner, 4 Bilder, 1 Regulateur, verschiedene Kasten mit aus. gestopften Thieren, als: Iltis, Eichhörnchen und dergl., 30 Paar Schlittschuhe u. 3 eichene Vohlen. Der Gerichtsvollzieher: Wiegmann Kleines haus 4M von 8 Zimmern mit Garten 244144 und Bauplatz, auch ohne denselben, in der Nähe des Südbahnhofs, zu verkaufen. Offerten unter A. B. an die Exp. I Ein gutes Wagenpferd „mit Geschirr zu verkaufen. Näheres in der Exped. Kunstgieserei Franz Schwan, Oststr. 9. Spezialität: Bleiverglasung In Kathedralglas und Butzenschelben für Hausthüroberlichter, Podestienster. 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Das von den Stadtverordneten genehmigte neue Elektrizitätsweik soll zur Versorgung der Weststadt mit elektrischem Licht, zur Speisung von Motoren und zur Abgabe von Strom für elektrische Bahnen(Schwebebahn und geplante Kiesbergbahn) dienen. In dem Plan ist auch die Anlage einer Kehrichtverbrennungs=Anlage vorgesehen. Köln, 5. Juni. Nachdem die hiesige Postbehörde mit den Depeschenboten auf Zweitädern gute Erfahrungen gemacht, hat sie seit Anfang dieses Monats auch Dreiräder in ihren Dienst genommen. Dieselben tragen den üblichen Kasten in der bekannten gelben Postfarbe und sind mit dem Reichsadler geschmückt. Hiermit fahren neuerdings junge Postbeamte von Briefkasten zu Briefkasten, um sie zu entleeren und den Inhalt mit größerer Beschleunigung wie bisher zum Postamte zu bringen. Bonn, 6. Juni. Der III. Deutsche Kongreß für Volks= und Jugendspiele findet am 2. und 3. Juli hier statt. Das Programm ist ein sehr reichhaltiges. Schulen, Turn=, Spiel= und Sport=Vereine, sowie Mitglieder der Studentenschaft werden sich an den Vorführungen betheiligen, sodaß bei der hohen Entwickelung, deren die Spielsache sich gerade in Bonn er: freut, mustergültige Vorführungen zu erwarten sind. Bei dem lebhaften Interesse, das unsere ganze Bürgerschaft an diesen gesundheitsstärkenden Uebungen und der ganzen Bewegung nimmt, kann man schönen und herrlichen Tagen in Bonn entgegenseben. Programme versendet der Geschäftsführer des Ausschusses Prof. Raydt in Leipzig, Löhrstraße 3 5. Neuwied, 2. Juni. Am 28. Mai ist hier die längst geplante deutsche Kolonialschule unter dem Protektorat des Fürsten zu Wied gegründet worden. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung verfügt über ein Kapital von 116000 Mark und 16600 M. Schenkung und beabsichtigt, die Anstalt am 1. April 1899 in's Leben treten zu lassen. M. Gladboch, 2. Juni. Am 24. April kamen einige junge Leute auf den Einfall, an den Präsidenten der Vereinigten Staaten eine Postkarte folgenden Inhalts zu richten:„Eine Schaar von etwa 100 Freiwilligen steht zur Zeit an den Gewässern Gladbachs, kampfbereit, im Interesse der Humanität dem Tode muthig ine Auge zu schauen. Hochachtungsvoll u. s. w.“ folgen die Unterschriften. Auf eine Antwort hoffte man begegreiflicher Weise nicht, aber Mc. Kinley ist ein sehr höflicher Mann, und so wurde denn einer der Unterzeichner, laut dem„Düss. Gen.=Anz.“, durch folgendes vom 7. Mai datirtes Schreiben überrascht:„Erecutive Mansion, Washington, 7. Mai 1898. Geehrter Herr. Ich bescheinige den Empfang Ihrer Mittheilung vom 24. April an den Präsidenten, durch welche Sie Ihre Dienste anbieten, und setze Sie in Kenntniß, daß dieselbe dem Kriegs=Sekretariat zur Erwägung überwiesen worden ist. Ihr ganz ergebener John Uddison Porter, Sekretär des Präsidenten. Lank, 4. Juni. In der vergangenen Nacht wurde in die Filiale einer Uhrenhandlung in Latum eingebrochen. Der Rollladen war in die Höhe gehoben, das Schaufenster zertrümmert, etwa 30 Stück silberne und goldene Uhren sind gestohlen. Den leeren Kasten fand man in einem Garten wieder. Von dem Diebe hat man bis jetzt keine Spur. Essen, 3. Juni. Der Rezierungs=Präsident aus Düsseldorf, der Regierungs=Präsident aus Arnsberg, eine Anzahl Regierungsräthe und Geheimrath Intze, Professor an der technischen Hochschule zu Aachen, sind heute bebufs Abhaltung einer Konferen; über die an der obern Ruhr anzulegenden Thalsperren hier eingetroffen. Rheinberg, 3. Juni. Die Zahl der Bewerber um die hiesige Bürgermeisterstelle beläuft sich auf 56. — Gestein brannte, vermuthlich infolge eines Blitzschlages die Besitzung des Ackerers Berns zu Graft bis auf den Grund nieder. 2 Kühe und 1 Kalb kamen in den Flammen um. Hagen, 3. Juni. Der„Verein nichtakademisch gebildeter Lehrer an höheren und mittleren Mädchenschulen in Rheinland und Westfalen“ hielt hier gestern seine 7. Jahresversammlung ab. Es sprach Heimann=Barmen über das Thema:„Wie hat sich der naturwissenschaftliche Unterricht in der höberen Mädchenschule den gewaltigen Fortschritten der Neuzeit, besonders auf dem Gebiete der Elektrizität, anzupassen?“ An den Vortrag reibte sich eine lebhafte Debatte an, in der von allen Rednern die Ansicht ausgesprochen wurde, der naturwissenschaftliche Unterricht in der böheren Mädchenschule müsse sich in möglichstem Anschlusse an das praktische Leben so gestalten, daß die Mädchen die wichtigsten Tagesfragen auf dem Gebiete der Elektrizität, sowie der Physik und Chenie überhaupt, im wesentlichen zu verstehen im Stande sind. Rönfahl, 5. Juni. In dem Pflastersteinbruch zu Rodt=Müllenbach verunglückte auf schreckliche Weise der Unternehmer A. Hollweg von Obernbagen. Derselbe betheiligte sich am Steinbrechen, als plötzlich eine größere Steinmasse sich löste und den Hollweg verschüttete, während 4 Arbeiter sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Der Verunglückte wurde zwar noch lebend, aber schrecklich zugerichtet unter den Steinmassen hervorgezogen und starb auf dem Transport; er hinterläßt eine Wittwe und 6 Kinder. Vermischte Nachrichten. Marburg, 2. Juni. In dem Dorfe Geismar bei Frankenberg schlug der Blitz in das Wohnhaus des Landwirthes W. Kahler und traf vier erwachsene Personen und ein Kind. Alle fünf fielen betäubt nieder, haben aber zum Glück nur geringe Verletzungen erlitten. Berlin, 31. Mai. Ueber die großen Diebstähle an für den Hofhalt des Kaisers bestimmten Gütern berichten Potsdamer Blätter jetzt Näheres: Schon seit 4 Jahren war beobachtet worden, daß Waaren, die auf dem Wasserwege für die kaiserliche Küche anlangten, nicht vollzählig eintrafen, und als nun kürzlich von einer nach Potsdam bestimmten Weinsendung 50 Flaschen fehlten, stellte man genaue Nachforschungen an. Die Spur führte nach der Stadt Lenzen in der Altmarkt, wo der Wein bei einem Kaufmann ermittelt und beschlagnahmt wurde. Es stellte sich heraus, daß der Kaufmann und einige Gastwirthe der Stadt schon längere Zeit von den dort vor Anker gehenden Schiffen große Mengen von Zucker, Kaffee u. s. w. gekauft hatten, obwohl sie wußten, daß die Waare gestohlen war. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Bis jetzt sino 24 Personen in Haft genommen. — 2. Juni. Am 23. d. M. werden es 50 Jahre, seitdem durch Königliche Kabinetsordre das Korps der Berliner Schutzmannschaft in's Leben gerufen wurde. Da der Kaiser an diesem Tage nicht in Berlin sein wird, aber besonderen Werth darauf legt, durch persönliche Theilnahme an dieser Gedächtnißfeier dem gedachten Korps einen Beweis Seiner Anerkennung zu Theil werden zu lassen, so ist die Anordnung getroffen, das 50jährige Jubiläum der Berliner Schutzmannschaft schon am 13. Juni, und zwar durch einen mit gottesdienstlicher Feier verbundenen Appell zu begeben, zu welchem außer den Spitzen der Bebörden auch sämmtliche dienstfreie Mannschaften, etwa 3000 on Zahl, zugezogen werden. — 5. Juni. Heute Morgen 7 Uhr wurde in der Oranienstraße die Bertha Singer geb. Brach,(Nationale fehlt) von ihrem Wirtb mit durchschnittener Kehle todt aufgefunden. Näheres ist noch nicht bekannt. Hamburg, 3. Juni. Der Verbandstag deut“ scher Thierschutzaereine beschloß auf Antrag Karls= ruhe, die Reichsrezierung zu ersuchen, das Stopfen der Gänse in Deutschland zu verbieten. Auf dem Verbandstag waren 141 Vereine mit 70000 Mitgliedern vertreten. Stuttgart, 3. Juni. Der deutsche Gymnasial= verein hielt seine siebente Versammlung hier ab. U. A. sprach Geheimratd Jäger aus Köln über die Bedeutung des griechischen Unterrichts im Organismus des Gymnasiums. Geheimrath Eduard Zeller, der Ver fasser des klassischen Werkes über die Geschichte der griechischen Philosophie, legt das gute Recht und die Unentbehrlichkeit des Griechischen für unsere Gymnasialjugend dar und betont die Nothwendigkeit, mit demselben früher und nicht nach der Weise des Reformgymnasiums erst in Untersekunda zu begzinnen. Wien, 4. Juni. Eine erschütternde Szene spielte sich dieser Tage beim Bezirksgerichte zu Kronau in Krain ab. Eine dreiundfünfzigjährige unbescholtene Frau war von einem jungen Mädchen wegen Ehrenbeleidigung angeklagt worden. Der Richter verurtheilte Frau Mörtl zu drei Tagen Arrest. Kaum hatte er das Urtheil verkündet, als die Angeklagte erlegt ausrief: „Drei Tag' Arrest?.... jetzt bin ich fertig!“ Sie ecoruss. Ooteuetmmdemen stelle. Näheres in der Expedition.“ gesucht. Näheres in der Exped. Hohscheld, den 1. Juni 1898. Der Bürgermeister: Gläßner. unconse 4Pa1 e9 ah Rupelrath. Post Aufderhöhe. Bahnstation Landwehr. Ien- wodes. se Pie: * Salonboote„Humdolb= u.„Niederwald vahl. enes. ttet Ind * nächsten Moment fiel sie in die Arme ihres Gatten und war eine Leiche. Paris, 3. Juni. Aus Tunis wird gemeldet, daß die Mörder des Marquis de Morés während eines Streifzuges festgenommen worden seien.— Während des Baues einer Pontonbrücke bei Avignon durch das 7. GenieRegiment ertranken zwei Soldaten im Rhonefluß. (Schreckliche Vermuthung.) Die französische Akademie hat bekanntlich diesmal einen Bildhauer des Namens Guillaume zum Mitglied erwählt. Der also zu einem literarisch Unsterblichen gestempelte Künstler ist in französischen Kreisen vielfach unbekannt, und so erhob sich in Patriotenherzen die bange Frage:„Welcher Guillaume?“, Sollte es am Ende der Deutsche Kaiser sein, der immer gemeint ist, wenn in Frankreich Spinnerlehrlin Von William Westall.(48 (Fortsetzung.) Gib erneuerte seine Freundschaft mit Robin dadurch, daß er ihn wiederum um einen Schilling bat. „Den ersten Schilling habe ich Ihnen zwar noch nicht wiedergeben können, aber am nächsten Zahltage erhalten Sie Ihr Geld, so wahr ich— einen riesigen Durst habe. Wissen Sie, wie ich Sie damals zum ersten Male fuhr, da habe ich mir gleich gedacht, daß aus Ihnen noch mal etwas werden würde, Sie sind so schlau und gelehrt. Damals waren Sie nur ein armer Lehrling, aber heut: fahren Sie schon mit dem Fräulein in einer Kutsche aufs Schloß. Ja, ja, was aus einem Menschen werden kann; so weit werde ich es nie bringen; aber wenn Sie mir einen großen Gefallen thun wollen, so leihen Sie mir noch einen halben Schilling, ich habe einen zu schrecklichen Durst! Am nächsten Zahltage, na, Sie wissen ja schon!“ 16. Kapitel. Auf dem Schlosse. Schloß Birkenstedt war ursprünglich eine alte Burg, die unter der Regierung des ersten Tudor erbaut war; dem ältesten Theile des Gebäudes waren aber im Laufe der Jahrhunderte verschiedene in neueren Stilen aufgeführte Flügel hinzugefügt worden, so daß das Ganze zwar ein wenig einheitliches, aber äußerst pittoresk aussehendes Bild darbot, welches noch dadurch bedeutend gewann, daß ein Theil des Schlosses bis hinauf zu den Dachfenstern dicht mit Epheu bewachsen war. Vor der mit einer hohen Terrasse versehenen Hauptfront des Schlosses breitete sich eine weite Rasenfläche aus, die durch hohe alte Eichen beschattet wurde. Als der Wagen in den Schloßbof einbog, saß Oberst Birkenstedt gerade auf der Terrasse; er eilte seinen Gästen sogleich entgegen und begrüßte sie in heizlicher, wenn auch kaum so zeremonieller Weise, als es zu jener Zeit die Sitte eigentlich erforderte. Ein Diener öffnete die schwere, massiv eichene und mit riesigen Nägeln beschlagene Thür, und man trat in einen langen, mit Steinfliesen gepflasterten Korridor, dessen Wände mit Waffen, Rüftungen, Bannern und Kriegstrophäen aller Art geschmückt waren; dazwischen waren zahlreiche Ahnenbilder in den Trachten verschiedener Jahrhunderte angebracht. „Welch prachtvolles, herrliches altes Schloß!“ rief Robin enthusiastisch aus.„Man könnte sich in ein anderes Zeitalter zurückversetzt glauben!“ „Ja, dieses Schloß birgt manche interessante historische Erinnerung," versetzte der Oberst.„Hier ist zum Beivon„Guillaume“ die Rede ist, wie man bei uns von Napoleon spricht. Kaiser Wilhelm zum Mitglied der Pariser Akademie erwählt! Der Gedanke war ja geradezu haarsträubend. Die verbreitete Zeitung„Le Journal“ hat es für nöthig gefunden, auf an sie ergangene Fragen noch einmal ausdrücklich zu konstatiren, daß Kaiser Wilhelm nicht gewählt worden ist. (Schneidige Landsleute.) Unter dieser Aufschrift erzählt die„Dtsche. Wochenztg. i. d. Norld.“ in ihrer Spalte„Aus Atjeh": Der frühere Vizefeldwebel in der preußischen Armee Vogel hat den Militär= Wilhelms=Orden 3. Klasse erhalten, eine Auszeichnung, die er mit den Großherzogen von Sachsen=Weimar und Baden, sowie mit einigen Generalen und Stabsoffizieren der niederländisch=indischen Armee theilt. Nur vier spiel die Rüstung eines meiner Vorfahren, der sich in der Schlacht von Flodden=Field besonders heivorgethan hat; nicht zum mindesten seiner Tapferkeit ist der Erfolg jenes glorreichen Tages zuzuschreiben. Walter Scott hat uns eine Beschreibung dieser Schlacht in seinem Werke „Marmion“ gegeben. „Jawohl, ich kenne„Marmion",“ antwortete Robin und rezitirte mit feuriger Bezeisterung einige Verse dieses unsterblichen Liedes. „Wer deklamirt hier Scott?“ fragte die Schloßherrin, die unbemerkt eingetreten war. Ah, Herr Nelson! Ich hatte nicht erwartet, daß Sie ein Freund von Poesie seien!“ „Ich glaube, daß er sogar sehr viel gelesen hat," versetzte der Oberst, indem er Robin gedankenvoll und prüfend ansah.„Würde es Ihnen vielleicht Freude machen, sich etwas in der Bibliothek umzusehen, bis das Frühstück fertig ist, Nelson?“ Robin stimmte freudig zu und folgte seinem liebene. würeigen Wirth, wädrend Frau Birkenstedt Miriam in den Salon führte. Die sehr reichhaltige Bibliothek war in einem geräumigen hohen Saal untergebracht, welcher mit schwecen, alten Eichenmöbeln ausgestattet war. Zwischen den tief eingebuchteten Fenstern, die die außerordentliche Stärke der Außenmauern erkennen ließen, hingen einige gute Kupferstiche und Oelbilder, während die übrigen Wände vom Fußboden bis zur Decke mit Büchern bedeckt waren. „Wir haben eine große Anzahl werthvoller alter Bücher, bemerkte der Oberst.„Aber auch die besten Werke unserer zeitgenössischen Autoren sind fast ausnahmslos vertreten.— Hier ist zum Beispiel Walter Scott, den wir ja beide gleichmäßig verehren. Haben Sie schon seinen neuesten Roman„die Braut von Lammermoor“ gelesen?" „Nein, Herr Oberst, ich habe noch keine Gelegenheit dazu gehabt. Ich selbst kann mir keine Bücher kaufen; „Marmion“ wurde mir von einem Bekannten geliehen. „Dann wird es mir eine besondere Freude sein, Ihnen dies Eremplar der„Braut von Lammermoor" zu schenken.— Wie kommen Sie mit den Ruber#ps aus, fuhr der Oberst fort, indem er Robins Dank mit einer freundlichen Handbewegung ablehnte.„Ich habe mir von den Zuständen in der Fabrik erzählen lassen; es muß ja schrecklich sein, in diesem miserabelen Lehrlingshaus zu wohnen. Robin erzählte ihm von der inzwischen eingetretenen Verbesserung seiner Lage. Unteroffiziere haben im Laufe einer sechzigjährigen Kriegszeit diesen hohen Orden erhalten: zwei Deutsche, ein Holländer und ein Luremburger. Der andere Deutsche war der frübere Düsseldorfer Ulan Schordell, der im Jahre 1893 auf Seali neben der Leiche seines Lieutenants, die er vertheidigte, von Atjinesen zusammengehauen wurde und das Kreuz noch auf seinem Todtenbette erhielt. Die 4. Klasse desselben Ordens haben, neben deutschen Chargirten und Soldaten anderer Truppentheile im Laufe der letzten drei Jahre vier deutsche Sergeanten erhalten. Gewiß ein Zeichen, daß unsere Landsleute neben ihren holländischen Kameraden auf Atjeh mit Ehren bestehen. (Das böse Wort„dieselbe“.) Die in Berlin erscheinende„Zahntechnische Rundschau“ vom 29. Mai „Das freut mich aufrichtig zu hören.— Fräulein Ruberry scheint den beiden alten Herren sehr wenig zu gleichen, sie macht vielmehr den Eindruck einer sehr liebenswürdigen jungen Dame. Ist sie in der That so gut, wie sie aussiebt?“ „So gut, wie sie aussieht? Ja— ganz gewiß!“ stammelte Robin, den diese überraschende Frage einigermaßen in Verlegenheit setzte.„Sie— sie ist noch viel besser, als sie aussieht. „So, das ist ja sehr erfreulich; sie ist also wohl sehr beliebt bei Ihnen?“ „Ja, Herr Oberst; denn sie hat sich um die Arbeiter und Lehilinge im hohen Maße verdient gemacht. Auf ihr Betreiben haben die Herren Ruberry ein Krankenhaus eingerichtet; für jeden einzelnen von uns ist sie hülfreich und gütig, und sie würde vielleicht noch mehr für uns thun, wenn sie nicht auf zu großen Widerstand bei ihrem Vater und Onkel stieße. „Ja, und ich glaube, daß allerdings noch sehr viel zu thun übrig bleibt, denn von allen Seiten hört man Klagen über die schlechte Behandlung der Arbeiter durch die Fabrikherren, und Wünsche nach durchgreifenden Reformen.—— Was macht denn der arme Teufel, den wir damals eingesperrt haben?" „Blincoe?— Er ist immer noch wie früher, ich glaube nicht, daß seine Bestrafung von großem Nutzen gewesen ist.“ „Wieso?“ „Es kommt mir so vor, als wenn er sich mit bösen Gedanken trägt und fortwährend auf Rache sinnt. Man sagt, er habe bereits früher einmal aus Rache gegen seinen Dienstherrn eine Fabrik in Brand gesteckt.“ „Ich hoffe, daß er das nicht zum zweiten Male versuchen wird, denn er würde dann nicht so gelinde durch: kommen, wie damals. Allerdings darf man auch hier nicht zu hart urtheilen und muß sich in die Seele der so arg geknechteten Arbeiter hinein versetzen. Daher billige ich auch jede gesunde und vernünftige Reformbestrebung, aber den Gewaltthätigkeiten muß mit aller Energie entgegengetreten werden. Immerhin kann man mit diesen gewinnsüchtigen, unchristlichen und unmenschlichen Unternehmern kaum Mitgefühl haben, wenn sie schweren Zeiten entgegengehen. Sie ernten nur, was sie gesäet haben. Sie sind noch ein junger Mensch, Nelson; vergessen Sie nie, daß jeder Mensch ernten muß, was er gesäet hat, denn jedes Unrecht rächt sich auf Erden. Haben Sie aber Ihre Dienstherren nicht vor Blincoe gewarnt?“ enthält folgende seltsame Anzeige:„Eine über 18 Jahre bestehende Praris ist mit oder ohne Einrichtung zu verkaufen. Stadt Thüringens von 32 000 Einwohnern. Diese lbe kann leicht weit höher gebracht werden.“ (Geistesgegenwart eines Kindes.) Am 31 Mai wurde auf der Strecke Tonneins=Penne im Departement Lot=et=Garonne durch einen Knaben, den kleinen Grauir aus Laures, ein Eisenbahnunglück verhütet. Der wackere Junge bemerkte nämlich, daß das Geleise durch das kuiz zuvor niedergegangene Gewitter beschädigt worden war, und hielt den eben ankommenden Eisenbahnzug durch Schwenken eines rothen Fetzens knapp vor der gefährlichen Stelle auf. „Das würde kaum einen Zweck haben. Herr Benjamin überläßt die ganze Leitung des Geschäfts fast ausschließlich seinem Bruder, und dieser verachtet die Arbeiter viel zu sehr, als daß er sie fürchten könnte; in seinen Augen ist ein Arbeiter nicht viel besser als ein Stück Vieh oder eine Maschine. Außerdem möchte ich auch nicht gern den Angeber spielen. Und wenn mich Herr Ruberry überhaupt anhören wollte, so würde der ganze Erfolg im besten Falle der sein, daß Blincoe von neuem bestraft werden und dann von neuem um so mehr auf Rache sinnen würde.“ „Sie mögen vielleicht recht haben.— Doch, um von etwas anderem zu sprechen, haben Sie je wieder etwas von dem Herrn gehört, der Sie damals beredete, Fabriklebrling zu werden?“ „Moses Weevil? Nein; und es ist sein Glück, daß er mir nicht wieder in den Weg gekommen ist.“ „Es scheint beinahe so, als wenn er Sie hätte los sein wollen.“ „Ja, das glaube ich auch. Salomon meinte, daß Herr Bartlett mich zu seinem Erben eingesetzt und daß Weevil das Testament vernichtet hätte. „Sie sagten, daß Herr Bartlett nicht mit Ihnen verwandt gewesen sei?“ „Nein, aber er hat mich wie sein eigen Kind gehegt und gepflegt; ja er hat mir näher gestanden als mein eigener Vater— nicht als ob ich diesem einen Vorwurf machen wollte, denn es war ja nicht seine Schuld. „Wieso?... Doch das Frühstück erwartet uns,“ brach er ab, als ein Diener mit der Meldung erschien, daß servirt sei.„Sie müssen mir nachher noch mehr von Herrn Bartlett und Ihrem früheren Leben erzählen — wenn Sie wollen. Nach den mehr als frugalen Mahlzeiten des Lehrlingshauses und der dürftigen Kost in Jim Rabbits Behausung war es für Robin ein eigenthümliches Gefühl, sich plötzlich in einen eleganten, vornehmen Speisesaal versetzt zu sehen und von einer Schaar galonnirter Lakaien mit gepuderten Perrücken bedient zu werden. Daher war es denn auch ganz erklärlich, daß er während des Essens etwas verlegen und schweigsam blieb, und da auch der Oberst nicht recht aufgelegt zu sein schien, viel zu sprechen, so hatten die beiden Damen hauptsächlich die Kosten der Konversation zu tragen. Nach dem Frühstück der Oberst einen Rundgang durch die Gärten und Ställe vor— ein Vorschlag, der allseitig mit Freuden acceptirt wurde. (Fortsetzung folgt.) 53— 54 50 96— 4 80 blieben attungen eous Btage—“ K keiden gesucht. Jng. " Teuy. Dlaß gelheve, Ootvagtiggut. beisben aule Seuchen unbeländert.