Nr. 98.— 50. Jahrgang. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Vierteljahr in der Expedition 1 4 75 J, auf allen Kaiserl. Postanstalten 2 M Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 J. Erstes Blatt. suers veis Ahe: Bergisches Volks=Blatt Donnerstag, den 28. April 1898. Druck und Verlag von Ald. Pfeisfer in Solingen.— Für die Redaktion verantwortlicht: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140. Fernsprech= Anschluß Nr. 90). Der spanisch=amerikanische Krieg. Madrid, 26. April. Im Senat beglückwünschte Marschall Graf v. Cheste die Armee auf Cuba und ginnerte daran, daß er vor 45 Jahren als General= Kopitän auf Cuba der erste war, der auf das englischzmerikanische Geschwader, welches es wagte, in die Schußweite der spanischen Kanonen zu kommen, zu feuern be#111. Der Marschall ruft aus:„Ich hoffe, daß Marschall Banco sein Wort: Sieg oder Tod! halten wird.“(Beifall). Der Finanzminister erwiderte, die Regierung habe zur Armee und zur Marine großes Vertrauen. Ein Senator wünschte einige Bemerkungen über das Steigen des Wechsel Kurses auf Paris. Der Finanzminister erwiderte: Wir werden versuchen, einer weitern Steigerung Einhalt zu thun. Die spanischen Bonds seien in Folge der durch die amerikanische Frage hervorgerufenen Besorgniß gefallen, eine Besorgniß, die übertrieben sei. Die Zahlung der Koupons sei gesichert. Selbst im Falle einer Niederlage würde Spanien sich leicht wieder erholen. Man glaube, daß die Lage Spaniens schlimmer sei, als sie in Wirklichkeit ist. Für einen solchen Pessimismus liege kein Grund vor.— Im Senat sprach sich der Bischof von Sankta in einer patriotischen Ansprache für die Einigung aller Parteien Spaniens gegenüber dem Feinde aus. Er, sowie der Bischof von Valladolid, Kardinal Caecajares, stimmen der Adresse an die Krone zu. Der Senat beschloß, morgen in corpore die Adresse zu überreichen. — 27. April. Einer Depesche des„Heraldo“ zufolge, wird Rußland Spanien seinen Beistand leihen, wie England denselben Amerika leihen würde. Im Falle eines englisch=amerikanischen Bündnisses würde ein solches zwischen Spanien und Rußland geschlossen werden. — 27. April. Nach einer amtlichen Depesche aus Manila theilte der Gouverneur von Jlo=Ilo mit, daß das amerikanische Schiff„Saranec“ von dem spanischen Kanonenboot„El Cano“ aufgebracht und in den dortigen Hafen eingebracht sei. Das Schiff hatte eine Ladung von 1640 Tonnen Kohlen an Bord und 13 Mann Besatzung. Das Telegramm fügt hinzu, das amerikanische Geschwadet habe sich noch nicht gezeigt, werde aber jeden Augenblick erwartet. Die spanischen Schiffe seien bereit, es zu empfangen. — 27. April. Dem Dampfer„Montserrat“ mit Soldaten und großen Mengen von Proviant und Munition an Bord gelang es, der Verfolgung durch die Amerikaner zu entgehen, er lief heute Morgen in den Hafen von Cienfuegos ein. New=York, 27. April. Gestern Aberd sind 4000 Mann von Chicago nach dem Lager von Springfield abgegangen. Der Gouverneur von Maine hat angeordnet, daß die Streitkläfte dieses Staates am 2. Mai mobil gemacht werden. — 27. Aptil. Nach einem hier aus Kinzstown eingetroffenen Telegramm soll der amerikanische Lieutenant Rowan auf der Ostküste von Cuba gelandet sein, um mit dem Führer der Aufständischen Calirto Garcia die Einzelheiten eines gemeinsamen Vorgehens zu verabreden. Die Landung der Amerikaner soll im Osten der Insel stattfinden, Zeit und Ort seien aber roch nicht festgesetzt. Die Landung auf der Ostküste, beißt es, zeige, daß die Amerikaner somit gegen Cuba und nicht gegen Portorico vorzugehen beabsichtigen. Einer Privatdepesche der„Köln. Ztg. aus New=York vom heutigen Tage zufolge, erheben die Vereinigten Staaten für jeden das Land zur See verlassenden Passagier eine Kriegskopfsteuer von 1 bis 5 Dollar. Für die reichen Amerikaner, die sich jetzt durch eine Auslandsreise der Einstellung in das Heer entziehen wollen, hat diese Kopfsteuer keine Bedeutung; für die armen Klassen der Bevölkerung bedingt sie allerdings einen gewissen Zwang, im Lande zu bleiben und sich in die Miliz einreihen zu lassen. Key=West, 27. April. Wie verlautet, würden die amerikanischen Kriegsschiffe„Minneapolis" und„Columbia" nach Spanien abgehen. — 26. April. Wie verlautet, soll das amerikanische Geschwader die Mirs.Bucht morgen verlassen, um die Häfen der Philippinen zu überwachen.— Meldungen aus Manila vom 23. April besagen, daß im vortigen Hafen unterseeische Minen gelegt worden seien. Ferner sollen die Aufständischen rings um Manila sich ansammeln. Ein Massakre unter den Spaniern soll befürchtet werden. Hongkong, 27. April. Die Amerikaner versuchen 6a6 Kabel nach den Philippinen zu durchschneiden. Kiel, 27. April. Für den Fall gewisser Evenmalitäten ist die Entsendung eines größeren Kriegsschiffes von der deutschen Marine=Verwaltung nach Cuba ins Auge gefaßt. Augenblicklich liegt der Kreuzer„König Vilhelm“ in Wilhelmshaven zur sofortigen Indienststellung bereit. Berlin, 27. In diplomatischen Kreisen sieht man eereits in den allernächsten Tagen einem Zusammen stoße eer amerikanischen mit der spanischen Flotte entgegen. Brüssel, 27. April. Die belgische katholische Presse sammelt Geld für die spanische Kriegekasse unter Err Parole:„Für das tapfere Spanien, zur Vertheidigung seines guten Rechtes.“ London, 27. April.„Daily News“ meldet aus Washington von gestern, Mac Kinley glaube, Cuba eenne durch die Blockade so ausgehungert werden, es es sich ohne Beschießung ergeben werde, und erwarte, 225, wenn dies geschehen sei, die europäischen Mächte iner Führung von Großbritannien Spanien eingen werden, den Verlust von Cuba anzuerkennen end den Krieg aufzugeben. In Washington sei der Eindruck im Wachsen, daß es möglicher Weise keinen birklichen Krieg geben werde, besonders da die banische Flotte auf der anderen Seite des atlantischen Lheans bleiben zu wollen scheine. Petersburg, 22. Apil. Die russische Handelsvelt setzt auf den Ausbruch des Krieges zwischen Spaven und den Vereinigten Staaten große Hoffnungen. ####erwartet hier, daß die amerikanische Petroleumauefuhr bedeutende Einschränkungen erleiden wird, und kussischen Naphtha=Industriellen jetzt eine vielleicht u wiederkehrende Gelegenheit erhalten, den deutschen und den englischen Markt zu erobern. — 27. April. Die spanische Rezierung hat der russischen Regierung mitgetheilt, daß angesichts des spanischamerikanischen Konflikts folgende Kriegshäfen gesperrt sind: Culebra(Westindien), Mahon auf Cavrera, Fornella auf Menorca, Cadir, Ferrol und Cartagena. Reichstag. Berlin, 27. April. Präsident v. Buol eröffnet die Sitzung. Erste Berathung zum Nachtrag des Etats. Abg. Lieber(Zentr.) beantragt Ueberweisung des Nachtrages an die Budget=Kommission. Er sei einverstanden damit, daß die Reichsschuld nicht weiter erhöht sei. Die Begründung der Forderung für Kiautschou sei etwas mager ausgefallen. Man müsse weitere Mittheilungen in der Kommission erwarten. Erörtert muß auch werden, ob eine Verbindung des Gouvernements Kiautschou mit dem Reichs=Marineamt statthaft sei. Redner vermißt im Nachtrage den Posten für die Gehalts Erhöhung der Post=Unterbeamten. Staatssekretär Thielmann theilte mit, daß die in dem Nachtragsetat insgesammt geforderten ca. 8 Millionen durch Ueberschüsse, die für das nächste Etatsjahr zu erwarten seien, voraussichtlich gedeckt werden würden. Abgg. Dr. Lieber(Ztr.), Richter(frs. Vp.) und Dr. Paasche (nl.) widersprachen den Forderungen nicht, möchten aber Vorlegung möglichst eingehenden Materials und bedauerten, daß den Wünschen des Reichstages hinsichtlich der Postunterbeamten nicht stattgegeben sei. Abg. Liebknecht (Soz.) erklärte Kiautschau für werthlos und griff heftig die Politik der Regierung an, wobei er sich wiederholt Ordnungsrufe zuzog. Staatssekretär Graf Posadowsky und v. Bülow wiesen die Angriffe Liedknechts zurück; v. Bülow theilte mit, daß der Vertrag über Kiautschau, sobald dessen Wortlaut eingehe, der Kommission vorgelegt werden sollte. Mit Kiautschau hätten wir in Oftasien eine so gute Position, daß wir andere Mächte wegen der ihnen gewährten Konzessionen nicht zu beneiden brauchten. Das deutsche Reich werde nirgends spielen Störenfried, das Aschenbrödel aber auch nicht. Abg. Bebel sekundirte Liebknecht. Staatssekretär Graf Posadowsky versicherte, daß ein neues Sozialistengesetz nicht in Aussicht genommen sei, da durch ein solches die bürgerlichen Klassen gegenüber den Gefahren der Sozialdemokratie nur in Sicherheit gewiegt wurden. Wirklichen Mißständen abzuhelfen, werde er stets bestrebt sein, revolutionären Bestrebungen aber stets mit aller Kraft entgegentreten. Nachdem sich noch die Abag. v. Kardorff(Rp.) und Dr. Förster(Antis.) sehr entschieden gegen die Sozialdemokratie gewendet, wurde der Nachtragsetat an die Budgetkommission verwiesen. Die Novelle zur Konkursordnung wurde in 2. Lesung en bloc angenommen. End lich wurde die 2. Lesung des von Abg. Salisch u. Gen. beantragten Gesetzentwurfs, betr. das Beeidigungsverfahren und die Bestrafung wissentlich falscher unbeeideter Aus sagen, begonnen, aber nicht zu Ende geführt. Morgen: Weltpostvertrag, deutsch= engtisches Handelsprovisorium, Resolution und Petition zum Etat, Antrag Salisch. Landtag. Abgeordnetenhaus. Berlin, 27. April. Zu dem Antrag Herold(Zentr) betr. Uebernahme der Kosten thierärztlicher Untersuchungen auf den Staat beantragt die Agrarkommission, die Regierung zu ersuchen, das Gesetz betr. die Ausführung der Reichsgesetze über Abwehr und Unterdrückung der Viehseuchen nach Möglichkeit dabin in Anwendung zu bringen, daß im öffentlichen Interesse erwachsene Kosten von der Staatskasse getragen werden. Dieser Antrag wird nach kurzer Debatte angenommen. Es folgt die Berathung des Antrages Ring=MendelSteinfels betr. die Maßregeln gegen die Vieh=Verseuchung und Einführung der obligatorischen Fleischbeschau. Abg. Mendel=Steinfels(kons) begründet den Antrag. Ministerpräsident Fürst Hohenlohe theilte mit, daß dem Bundesrathe der Entwurf eines Reichsgesetzes betr. die Einführung der obligatorischen Fleischschau im ganzen Reiche vorgelegt werden soll. Selbstverständlich werden Fieschpgaten Fleisch= und Fle.Awaaren mindestens gleichwerthige bogienische Versicherungsregeln zur Anwendung gelangen mussen, wie gegenüber den inländischen Erzeugnissen. Bei der Vorberathung des Reichsgesetzes werde auch der Punkt der zwangsweisen Errichtung von Schlachtviehversicherungen mit zu erwägen sein, ebenso die Frage einer zweckmäßigen Verwerthung der Konfiskate. Minister Dr. Bosse erkannte gleichfalls die Nothwendigkeit einer geordneten allgemeinen Fleischschau an. Minister Frhr. v. Hammerstein theilte mit, daß die Regierung bereit sei, nöthigenfalls die Vorschriften über die Einfuhr zu revidiren und auf ihre gleichmäßige Durchführung in allen Bundesstaaten hinzuwirken. Er glaubt, daß, wenn alle geplanten Maßregeln durchgeführt sind, Deutschland auch im Stande sein wird, seinen Fleischbedarf selbst zu produziren. Nach längerer Debatte, in welcher sich sämmtliche Redner im allgemeinen zustimmend zu den Anträgen äußerten, wurde die Weiterberathung auf Freitag vertagt, außerdem Privat= dozentenvorlage. Leutsches Reich Der Kaiser ist gestern Vormittag 8 Uhr aus Schlesien in Berlin angekommen. Der Kaiser hat zur Hebung der Leistungs= und Erwerbsfähigkeit der Bevölkerung in den Schlesischen Weberbezirken ein weiteres Gnadengeschenk von 45000 M. aus dem Allerhöchsten Diepofitionefonds bei der Generalstaatskasse bewilligt. Der Kaiser ließ am Todestage des Generalfeldmar= schalls Grafen Moltke, am 24. dss., durch einen Flügeladjutanten auf den Sarg in Creisau einen kostbaren Kranz aus weißen Rosen niederlegen. Die Erlöser=Kirche in Potsdam wird am Mittwoch, den 4. Mai, in Gegenwart des Kaisers eingeweiht werden. Die Weihe wird Generalsuperintendent Dryander vollziehen. Der Bundesrath nahm in der Sitzung vom Dienstag das Gesetz, betreffend die Entschädigung der im Wiederaufnahmeverfahren freige sprochenen Personen, in der Fassung der Reichstagsbeschlüsse an. Der Reichstags=Schluß wird für Ende nächster Woche erwartet. Von den Regierungs=Entwürfen soll nur die Post=Vorlage unerledigt bleiben. Der„Reiche=Anz“ veröffentlicht das Gesetz betr. die Beseitigung der durch das Hochwasser von 1897 herbeigeführten Schädigungen. Ausland Oesterreich=Ungarn. Wien, 26. April. Das Abgeordnetenhaus nahm in namentlicher Abstimmung mit 175 gegen 167 Stimmen den Antrag auf Zuweisung des Anklageantrages gegen Badeni an einen 36gliedrigen Ausschuß unter stürmischem Beifall links und Tücherschwenken und Beifall auf den Gallerien an. — 26. April. Im Abgeordneten hause interpellirten die Abzeordneten Funke und Genossen wegen der am 24. d. M. gegen die Deutschen in Prag ver übten Erzesse. Die Verlesung der Interpellation fand unter stürmischen Zurufen der Linken und lebhaftem Widerspruch der Czechen statt. Die Interpellanten ver langen Sicherung der Deutschen in Prag vor den An griffen des czechischen Pöbels, Entfernung des Statthalters von Böhmen, sowie des Bürgermeisters von Prag aus ihren Aemtern und Entschädigung der geschädigten Deutschen. Dänemark. Kopenhagen, 24. April. Aus Anlaß des 80. Geburtstages des Königs und um das Andenken der im Kriege vor 50 Jahren Gefallenen zu ehren, versammelten sich gestern, am Jadrestage der für die dänischen Waffen unglücklichen Schlacht bei Schleswig, gegen dreihundert Offiziere der hiesigen Garnison und viele frühere dänische sowie auch schwedische und norwegische Ofsiziere, die an den Feldzügen 1848—1850 Theil genommen hatten. Bulgarien. Sofia, 27. April. Der Kassationshof verwarf nach fünfstündiger Berathung die Nichtigkeitsbeschwerde Boitschews und Novelitschs, womit das Todesurtheil des Appellgerichts bestänigt wird. Rußzland. Petersburg, 26. April. Der Kaiser und die Kaiserin sind heute mit den kaiserlichen Kindern nach Zarekoje Selo übergesiedelt, die Kaiserin=Mutter hat sich heute nach Gatschina begeben. China. Peking, 26. April. China hat Japan die Zusicherung gegeben, daß die Formosa gegenüber gelegene Provinz Fokien niemals an eine fremde Macht abgetreten werden soll.— Der Kaiser berief den Vizekönig von Hunan Tschanatschitung, aus Hupe, nach Peking. Dem Vernehmen nach soll er zum Geheimen Rath und Mitglied des Tsungliyamen ernannt werden. Burg, 25. April. Vor einigen Tagen kam der Maurer K. der mit dem Kälken eines Zimmers deschäftigt, dadurch zu Fall, daß die von ihm benutzte auf einem Tisch aufgestellte Leiter in's Rutschen kam und den Tisch zum Aufkippen brachte. Der Mann zog sich bei dem Sturze so schwere Kopfverletzungen zu, daß er denselben bereits erlag. Remscheid, 27. April. Zu Ehren der von hier nach Köln bezw. Elberfeld versetzten Herren Regierungsbaumeister Ilkenhans und Rohlfs fand gestern Abend im Saale des Herrn Ewald Pleiß unter zahlreicher Betheiligung eine Abschiedsfeier statt.(R. Ztg.) Wermelskirchen, 26. April. Der Knecht des Ackerers Kampmann in Buchholzen soll laut der„Werm. Ztg. heute früh durch einen anderen Arbeiter erstochen worden sein. Mehrere Polizeibeamte sind nach dem Thatorte abgegangen. Vohwinkel, 26. April. Im Osterholze wurde die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden. Von wem das Kind ausgesetzt worden, ist noch nicht festgestellt. Elberseld, 27. April. In einem Steinbruch bei Dornap verunglückte am Montaz Nachmittag ein 30 Jahre alter Italiener. Er war etwa 5 Meter über der Sohle mit Arbeiten beschäftigt, als sich über ihm ein schwerer Stein löste. Durch einen Sprung wollte er sich retten wurde aber laut„T. A.“ so unglücklich von dem Felsblock getroffen, daß der Tod infolge Schädelbruchs eintrat. Neuß, 26. April. Die gestrige Feier des 25jährigen Jubiläums des Herrn Dr. Tücking als Direktor des hiesigen Kgl. Gymnasiums nahm einen schönen Verlauf. Morgens zelebrirte der im Auftrage des Herrn Kardinal= Erzbischofs aus Köln herüber gekommene Weihbischof Herr Dr. Fischer ein Pontifikalamt, bei welchem Kaplan Tücking= Opladen, ein Sohn des Jubilarsassistirte. Nach dem Gottesdienste fand in der Aula des Gymnasiums ein Festaktus statt. An das Festspiel schloß sich die Beglückwünschung des Jubilars in dessen Wohnung an. Das Lehrerkollegium überreichte ein die Photogramme der in den letzten 25 Jahren am hiesigen Gymnasium thätig gewesenen und noch wirkenden Lehrer enthaltendes Album, die alten Schüler ein Eremplar der Keller'schen„Disputa“. An dem Festessen nahmen über hundert Personen theil darunter auch frühere auswärtige Schüler. 27. April. Am Montag kamen 2 Nachbarn, die Lundwirthe Piepenstock und Schlaße auf Krägeloh in der Gemeinde Zurstraße miteinander in Streit, weil die Kühe des ersteren auf das Grundstück des letztern geriethen. Dabei feuerte Piepenstock auf den Schlaße mehrere Revol verschüsse ab, so daß dieser zusammenbrach und in das hiesige Krankenhaus verbracht werden mußte, wo er bereits gestern seinen Wunden erlag. Stadt= und Landkreis Solingen. Solingen, 28. April 1898. *— Zur Anbahnung einer Besserung unsrer notorisch unzureichenden Verkehreverhältnisse ist ein wichtiger Schritt geschehen. Nach eingehender Berathung, welcher zwei Besprechungen voraufgingen, sind gestern von unsern Stadtverordneten die Vorlagen, Pläne und Projektstücke zu dem neuen Personenbahnhofe gutgeheißen und beschlossen worden, dieselben der Kgl. Eisenbahn=Direktion zu unterbreiten. — Die Abtheilungen V und VI des Königl. Amtsgerichts, das Grundbuchamt, befinden sich von morgen, Freitag, ab im Erdgeschoß des G.schäft„bändes an der Wupperstraße. — Herrn Premier=Lieutenant Tücking von der Infanterie 2. Aufgebote des Landwehr=Bezirks Solingen ist der Abschied bewilligt worden. *— Unter zahlreicher Betheiligung wurde heute Vormittag 11°3 Uhr in der neuerbauten, mit Fahnen hübsch ausgeschmückten Turnhalle der Akt der Einweibung der„höheren Mädchenschule“ gefeiert. Unter den Anwesenden, zu denen viele Damen zählten, bemeikten wir die Herren Major v. Poeppinzhausen, Oberbürgermeister Dicke, mehrere evangelische und katholische Geistliche, Rektor Dahlmann, Komm.=Rath Coppel, Stadtverordnete und Lehrer des Realprogymnasiums. Die Schülerinnen der Anstalt hatten auf dem Podium Platz genommen. Ein geleitet wurde die Feier durch einen von Herra Lehrer Börlin geleiteten Gesang der Schülerinnen, den Psalm 130 von Fr. Silcher. Nachdem sodann in dem Gebet des 101 Psalmes Herr Direktor Friedrich Gott die Ehre gegeben hatte, sprach eine Schülerin der Klasse 18, Frl. Herkersdorf in hübschem Vortrage einen von Frau Direktor Friedrich verfaßten, in gebundener Sprache gehaltenen Prolog. Nach dem sich anschließenden Gesang der Schülerinnen„Mein Vaterland“ von Fr. Abt ergriff Herr Oberbürgermeister Dicke das Wort und führte etwa Folgendes aus: Die Stadt habe eine Ehrenpflicht erfüllt, indem sie der höheren Mädchenschule ein würdiges Heim geschaffen habe. Seit langen Jahren habe man es beklagt, daß nur unwürdige Räume zur Verfügung gestanden hätten und mit freudigem Herzen könne er heute konstatiren, daß jetzt ein allen Anforderungen genügendes Gebäude geschaffen worden sei. Freilich sei nicht alles neuerbaut. Neuerbaut sei nur dieser schöne weite Raum, der dienen soll für weihevolle Akte und der Turnkunst. Hinweisen möge er noch auf den schönen Spielplatz, der kaum besser geschaffen werden könne. Die Stadt habe kein Opfer gescheut, aber auch seitens der Freunde der Schule seien Beiträge zugesteuert worden, um auch eine würdige Ausschmückung dieses Raumes zu erzielen. Es sei gewiß, daß auch in Zukunft diese Unterstützung seitens der Freunde der Anstalt nicht fehlen werde. Sei soweit ein würdiges Aeußeres geschaffen, so habe es die Schule auch verdient. Darin stimmemit ihm die ganze Bürgerschaft überein. Indem sich nun der Redner an den Herrn Direktor wendet, dem in erster Linie der Ausschwung der Anstalt zu verdanken sei, ihm, der es verstanden habe, die Liebe und Achtung seiner Schülerinnen und deren Eltern zu erringen, drückt er die Hoffnung und den Wunsch aus, es möge dem Herrn Direktor noch lange, lange Jahre vergönnt sein, der Anstalt vorzustehen zum Segen der Schule und der Stadt. Aber nicht weniger sei das Aufblühen der Anstilt auch dem Gesammt= lehrerkollegium zu verdanken, das im Geiste der Leitung durch verständnißvolle Unterstützung das schöne Ziel habe erreichen helfen. Auch dieses möge noch lange seines Amtes walten. Und nun, führt Redner fort, indem er sich an die Schülerinnen wendet, ihr wisset, daß euch die innigsten Segenswünsche eurer Eltern hier herbegleiten. Wir alle wünschen euch die glücklichste Zukunft. Diese könnten sie aber nur haben, wenn sie von allen Unbilden verschont blieben. Den wirksamsten Schutz dagegen trügen sie in sich selbst und hier werde der Grund dazu gelegt. Mit der Aufforderung, getreu zu bleiben den Lebren, die ihnen hier gegeben werden, schließt der Herr Oberbürgermeister mit dem Wunsche:„Glücklich gestalte sich die Zukunft der Schule zum Segen der Töchter Solingens“ seine Rede. Herr Direktor Friedrich dankt hierauf in längerer Rede den Behörden der Stadt für ihr Entgegenkommen, dem Baumeister, der den Bau geleitet und den Eltern und Freunden der Anstalt. Sodann giebt Redner einen Rückblick auf die geschichtliche Entwickelung der Anstalt und deren heutige Stellung, die von den meisten Eltern verkannt werde. Auf der einen Seite seien Vorurtheile da, weil man glaube, hier verderbe man die Mädchen für den hauswirthschaftlichen Beruf, auf der andern Seite erachte man die Bildung, die hier gegeben werde, wieder als ungenügend. So sei man auf die brennende Frage gekommen, die Frage der weiteren Erschließung der Berufe für die Frau. Mit einer längeren Ausführung, in der er warm für das weibliche, insbesondere unverheirathete weibliche Geschlecht eintritt, schließt Redner dann mit einer Darstellung des idealen Beruses der Frau. Beiden Festrednern wurde lebhafter Beifall zu Theil. Den Schluß der Feier bildete der Vortrag des Festchors von I. Petz. — Ueber Bauprojekte der Elektrizitäts=Gesellschaft Union schreidt ein Elberfelder Blatt:„Die ElektrizitätsGesellschaft„Union“ beschäftigt sich mit dem Projekt, eine Erweiterung des elektrischen Straßenbahn=Netzes von Krahenhöhe aus in der Richtung auf Schaberg vorzunehmen und von Schaberg aus eine Verbindung mit Müngsten durch eine Drahtseilbahn herzustellen, gleichfalls beabsichtigt die„Union“ noch in diesem Jahre eine Verlängerung des StraßenbahnNetzes von Krahenhöhe aus nach Burg a. d. W. vorzunehmen.“— Diese Nachrichten entsprechen, wie wir erfahren, der Wirklichkeit nicht. Gegenwärtig und in nächster Zeit ist nicht an derartige Erweiterungen zu denken. Von Krabenhöhe bis nach Burg könnte nach dem Urtheil Sachverständiger überdies nur eine Zahnradbahn in Betracht kommen. — Aus dem unlängst erschienenen Werk:„Meister der Waffenschmiedekunst vom 14. bis in's 18. Jahrhundert“ von W. Boeheim greifen wir nachstehend einige Angaben heraus, welche die Klingenschmiede dehandeln. Es befinden sich darunter Namen, die unsere Stadt angehen: Zunächst Heinrich Col, der wohl auch in Spanien gearbeitet hat, dann Clemens Horn, einer der tüchtigsten Solinger Klingenschmiede, weiterhin Peter Munich, Munch, Münick Klingenschmied, der in Solingen zwischen 1595 und 1660 thätig und 1649 auch Bürgermeister war. Der Verfasser des oben genannten Buches stützt sich hier auf den„gründlichen Forscher über die Gewerbethätigkeit Solingene: Aldert Weyersberg und auf Rud. Cronau. Die Marken Munichs waren ein Ritterhelm, geharnischter Arm mit Schwert bewehrt, ein Bischofskopf, Sonne, Mond und * Sterne. K.inzen des Meisters brfinden sich in den größeren Museen, in Kopenhagen, in Parie, in Stockholm, Wien u. s. w. Munich hat ein sehr bedeutendes Absatzgebiet zu eigen gehabt. Weiter macht Boeheims Werk Mittheilungen über„Peter Munsten, Münsten, Müngsten, den Alten, Klingenschmied in Solingen und London.“ Im Jahre 1594 arbeitet ein Andreas Mungsten in Müngsten bei Solingen. 1597/98 war ein Peter Müngsten Bürgermeister von Solingen, wohl der erwähnte Meister. Klingen von Peter M. befinden sich in Wien, Berlin, Stockholm 2c. Mit dem Sohne des Meisters „Peter dem Jungen“" erlischt der Name in den Reiben der Solinger Klingenschmiede. Der Name eines Bruders des Meisters(Andreas) findet sich dagegen in den Listen der Toledaner Klingenschmiede(Spanien.)*) Der fünfte in der Reibe der Solinger Klingenschmiede, die Boeheim behandelt, ist Wilhelm Weyersberg der Aeltere, auch Wiersberg und Wirsberg. Der Verfasser theilt mit, daß sich der Name Wirsperger schon am Beginn des 16. Jahrhunderts in den Protokollen der Stadt Nürnberg findet, und es darum immerhin möglich sei, daß die Solinger dieses Namens aus Nürnberg stammen. Der Buchabschnitt macht sodann eingehende Mittheilungen über einzelne, durch ihre Berufsthätigkeit hervorragende Glieder der Familie und die Marken, welche dieselbe anwenden, die Beißzange, das Jagdhorn 2c. Klingen von Wilhelm dem Aelteren befinden sich in Dresden, in Paris, Steckholm, Madrid. Von Peter W. findet sich eine Klinge in einem Prachtdegen im Musée Royal in Brüssel, in Stockholm u. s. w. Weiterhin folgt Johannes Wundes auch Wunde, Klingenschmied in Solingen. Johannes W. hatte sein Handweik um 1560 begonnen und mit außerordentlichem Erfolg bis ca. 1620 betrieben. Noch heute zeigt man in Solingen: Johannisstraße 13 den Thürbalken seines Hauses, das nach dem Wappen des Besitzers das „Königekepfhaus“ genannt wurde. Man erblickt darauf einen eingemeißelten Königekopf Links davon liest man den Reim„der Königs kop mein Wapen is, das mir ganz viel mis gund ist". Rechts davon: Fide sed cui vide. Unterhalb: J. W. 1607. Außer dem genannten Meister führt Boeheims Buch noch andere Waffenschmiede der Familie W. auf, ferner die Marken und Orte, wo sich Klingen der W. befinden, zu Wien, Turin, Paris 2c.— Das ganze Werk von Boeheim enthält 20 Tafeln in Lichtdruck, sowie 159 Tertillustrationen und ist zweifelsohne ein sehr werthvolles Nachschlagebuch für alle Diejenigen, die an der Waffenschmiedekunst früherer Zeit lebendiges Interesse nehmen. — Herr Alb. Weyersberg schreibt in der „Monateschrift des Berzischen Geschichtsvereins: Zur G schichte der Volkstracht in Solingen u. A.:„Gepolsterte Tuchringe, um auf dem Kopfe Klingen und Scheeren aus den Kotten nach der Stadt zu bringen, werden von den Schleifersfrauen und=Töchtern heute noch vielfach benutzt. Sie weisen am Rande gewöhnlich hübsche Perlenstickerei, auch Monogramme und Jahreszahlen, auf und erhöhten dadurch noch den schmucken Eindruck, den die Trägerinnen machen, wenn sie flotten Schrittes mit einer Bürde oder einem Korbe auf dem Kopfe zur Stadt kommen. Die hellen Kopftücher sind durch dunklere verdrängt worden.— Weibliche Schleifer im Solinger Industriebezirk: Die letzthin erfolgte Aufhebung der Polizei=Verordnungen aus den Jahren 1856 und 1858, welche die Kleidung der in Schleifereien thätigen Arbeiterinnen betrafen, hat vielfach den Glauben wachgerufen, daß sich weibliche Personen mit Schleifen heutzutage gar nicht mehr befaßten. Dieses kommt aber, wie mir von verschiedenen Seiten mitgetheilt wird, immer noch vor. Sowohl am Clauberger Bach wie in der Gegend von Vockert und Platzhof sind weibliche Schleifer in Schleifhosen vor einiger Zeit von Vorübergehenden gesehen worden.“ *— Gestern Abend gegen 8 Uhr ertönten Feuersignale, es brannte in der Hugo Linder'schen Fabrik am Grünewald. Eine Viertelstunde später war kaum mehr etwas von dem Feuer zu sehen. Die Arbeiter der Fabrik, sewie die Henckels'sche Feuerwehr waren bereits Stunde in Thätigkeit und aus 2 Schläuchen, die ihr Wasser von der nahen Gasfabrik und der Fabrik der Firma Henckels bezogen, ergoß sich eine Unmenge Wassers über das Hammerweik, das in Brand gerathen war. Gleich nach 8 Uhr war auch die 1. Kompagnie der 1. Abtheilung der freiwilligen Feuerwehr gekommen, welche nun im Verein mit der Henckels'schen Wehr unter Benutzung noch zweier Hydranten bald des Feuers Herr wurde. Die 2. Abtheilung, zu deren Revier der Brandplatz gehörte, traf aus unverschuldetem Grunde erst später ein und konnte sofort wieder ihre Schläuche zurückziehen. Gegen ½9 Uhr war jede weitere Gefahr beseitigt. Ueber die Entstehungsursache ist bis jetzt nichts b.kannt. Der Brand hatte eine zahllose neugierige Menschenmenge— die holde Weiblichkeit war recht staik darunter vertreten— angelockt, die gegen ¾9 Uhr aber wieder zum größten Theile in die Stadt zurückkehrte. Hierbei zeigte sich wieder der Uebelstand am Bahnübergang Kölnerstraße im grellsten Lichte. Hüben und drüben stand vor geschlossenen Schranken eine dichte Schaar, des Moments harrend, bis es ihnen vergönnt war, auf einander— loezuplatzen. Wie nun, wenn ein größerer Brand geherischt hätte und die Barrière längere Zeit infolge Ranzirens geschlossen gewesen wäre? Es zeigte sich eben wieder einmal deutlich, daß die herrschenden Zustände unhaltbar sind. — Im Landkreis Solingen wird in der Woche vom 2. bis 7. Mai eine Revision der AltersversicherungsQuittungskarten durch Beamte der Versicherungsanstalt Rheinprovinz stattfinden.(Vergl. die Bekanntmachung im 2. Bl.) — Der Veiband deutscher BrieftaubenLiebhaber=Vereine hat für das Abschießen und Fangen von Wanderfalken, Hühnerhabichten und Sperbeiweibchen pro 1898 wiederum eine Prämie von 2000 M. ausgesetzt. Diese 2000 M. gelangen Anfangs Dezember 1898 nach dem Verhältniß der eingelieferten Fänge zur Vertheilung. Zur Erhebung eines Anspruches an dieser Prämie müssen die„beiden Fänge“ eines Raubvogels, nicht der ganze Raudvogel, bis spätestens Ende November 1898 dem Verbands=Geschäfteführer W. Dördelmann zu Hannever=Linden franko eingesankt werden. Bei den Sperberweibchen sind die Läufe bis kurz über dem ersten Gelenk abzuschneiden, so daß ein kleiner Federkranz stehen bleibt. Es wird gebeten, die Fänge zu sammeln und der Porto.Ersparniß halber zusammen einzusenden. Vor der Absendung wolle man die Fänge gut dörren. Sendungen, die irgend welche Spur von Verwesung verrathen, müssen ohne Weiteres dem Feuer überwiesen werden und kommen deshalb nicht in Anrechnung. Nur die Fänge obengenannter Raubvögel können Berücksichtigung finden. Wald, 27. Apil. Das diesjährige Schützenund Volksfest findet am 9., 10., 11. und 12. Juli statt. *— 28. April. Zur Feier der Ueberreichung der vom Kaiser den hiesigen Veteranen verliehenen Erinne*) Am Ende des 16 Jahrh. wird die Familie Müngsten als Besitzerin des Gutes Wirsberg, unterhalb Manzenberg, damals Mandenberg genannt, aufgeführt. rungs=Medaillen zum Andenken an Kaiser Wilhelm I. am Sonntag Nachmittag 6 Uhr im Herkenrath'schen Lokale ladet der Herr Bürgermeister die Mitglieder des Veteranen=Vereins und der sämmtlichen hier bestehenden Krieger=Vereine ein. Die Theilnahme der Frauen an dem in demselben Lokale stattfindenden Kommers ist erwünscht. 1— 27. April. Auch in diesem Jahre wird Herr Rektor Heinemann von der evangelischen Schule Wald I wiederum einen Heilkursus für stotternde Schulkinder abhalten. Es können Schulkinder vom 4. Schuljahrgange ab theilnehmen und sich zu diesem Zwecke bei ihrem Rektor bezw. Hauptlehrer melden. Der Kursus beginnt am Donnerstag, den 5. Mai cr. Opladen, 27. April. Morgen werden es 25 Jahre, daß Herr Bernhard Höveler hierselbst seines Amtes als Lehrer an der hiesigen katholischen Volksschule waltet. Während seiner gesegneten Wirksamkeit hat er es verstanden, sich die Liebe, Anhänglichkeit und Verehrung weiter Kreise zu erwerben. * Stadtverordneten=Sitzung zu Solingen am 27. April 1898. Unter dem Vorsitz des Herrn Oberbürgermeisters Dicke waren anwesend die Stadtverordneten Herren Kommerzien= rath Beckmann, Berrenberg, Böker, Dr. Büren, Kommerzienrath Coppel, Dahmann, Felir, Grah, Hacring, Hartkopf, Hasselbach, Heberlein, Hermes, Hoppe, Kirschbaum, Kron, Lauterjung, Linder, Lüttges, Meuwsen, Müller, Raßpe, Röttgen, Schumacher, Schwarz, San.= Rath Dr. Stratmann und Theegarten; feiner waren zugegen die Herren Gas= und Wasserwerks=Direktor Klose, Beigeordneter Kühne, Regierungs=Baumeister Küchler, Wermelskirchen, sowie Herr Stadtsekretär Friedrichs als Protokollführer. Es fehlten die Herren Stadtverordneten Hugo Beckmann, Langenberg und Tilmes. Tages=Ordnung: 1) Regulirung der Staatseisenbahn=Anlagen in Solingen. Herr Vorsitzender: Meine Herren! Die Bahnhöfe der Staatseisenbahn und die damit verbundenen Anlagen, sowie der damit verknüpfte Personen= und Güterverkehr haben zu zahlreichen Unzuträglichkeiten und Klagen geführt. Die Unzuträglichkeiten hat die ganze Bürgerschaft empfunden, und es herrscht darüber nur eine Stimme, daß die Bahnhöfe an sich unwürdig und für eine Stadt wie Solingen unzureichend sind. Diese Verhältnisse sind auf die Dauer unhaltbar, und es wird infolge dessen an die Staatseisenbahn in absehbarer Zeit die zwingende Nothwendigkeit herantreten, eine durchgreifende Aenderung vorzunehmen. Da die Staatseisenbahn das für angemessen hält, wir aber als die davon Betroffenen zur rechten Zeit zu prüfen haben, welche Umänderungen nothwendig sind, um eben zweckentsprechende Verhältnisse zu erzielen, lag uns die Pflicht ob, hierüber in eine Prüfung einzutreten, und haben wir uns entschlossen, eine solche vorzunehmen, um zu sehen, was überhaupt geschehen könne. Diese Prüfung ist nun zum Abschluß gekommen und bitte ich Herrn Regierungs=Baumeister, uns in einem Vortrag hierüber des Näheren zu erläutern. In einem etwa einstündigen Vortrage schildert Herr Regierungs=Baumeister Küchler nun in kurzen Zügen an der Hand der vorliegenden Pläne und Karten, sowie des in der Nummer vom 20. d. Mts. veröffentlichten Erläuterungsberichts über die Anlage des neuen Bahnhofes usw., welche Zweckmäßigkeitsgründe für diese Anlage sprechen und welche Vortheile für den Verkehr sowie für die Allgemeinheit hieraus erwachsen. Auf die Unzuträglichkeiten hinweisend, die hauptsächlich dadurch entstanden seien, daß man den Güter= und Personenverkehr zusammengepfercht habe, betont Redner, daß das erste Augenmerk darauf zu richten sei, den Güterverkehr vom Personenverkehr zu trennen, wie dies auch in ganz Deutschland ja in der ganzen zivilisirten Welt geschehe. Zunächst sei daran gedacht worden, daß man den Personenbahnhof etwa in der Richtung der Linie Remscheid, ungefähr an der Brühlerstraße errichten wolle; durch die damit verknüpften großen Schwierigkeiten sei man schließlich von dieser Jdee abgegangen und habe den von der Natur dazu geschaffenen Platz, die Gabelung der Schützenstraße, für den neuen Bahnhof ausersehen. Die leitenden Gründe hierzu seien auch in dem Bahnübergang am Grünewald zu suchen; damit dieser für den Verkehr nicht mehr störend wirke, sei es unumgänglich nöthig, das Niveau der Staatsbahn daselbst zu senken und das Planum der Straße zu erhöhen, wodurch allerdings die zunächstgelegenen Häuser am Bahnübergang zu beiden Seiten der Straße in Mitleidenschaft gezogen wücden, indem Thürschwellen derselben etwas tiefer zu liegen kämen als das Planum der Straße. Der neue Bahnhof sei 8 Meter tiefer projektirt, als das Planum der Kaiserstraße an der Eisenbahnbrücke; der Vorwurf, daß man von der Kaiserstraße aus auf das Dach des Bahnhofes sehe, sei hinfällig, in der Augenhöhe habe man die erste Etage des neuen Gebäudes. Das Gebäude komme nicht wesentlich tiefer zu liegen als das Konstruktions= planum des Südbahnhofes; die Passagiere brauchten nur 1,83 Meter tiefer hinabzusteigen als jetzt. Bei allen neuangelegten Bahnhöfen finde man jetzt überhaupt, daß dieselben etwas tiefer oder höher als die Schienen erbaut seien. Das Gefälle der Rampe werde 1:20 sein; für das bergische Land verhältnißmäßig wenig. Der Vorplatz vor dem Bahnhof werde größer sein, als der vor dem Bahnhof in Elberfeld. Was den Güterverkehr anbelangt, so sei der jetzige Bahnhof grade noch hinreichend, um den Anforderungen zu dienen. Es sei nun Seitens der Eisenbahn=Direktion geplant, nördlich vom Südbahnhof die Geleise zu erweitern; dies sei ein ganz guter Plan, und werde die Eisenbahn=Direktion keinenfalls gut thun, die dort zur Erwerbung freistehenden Grundstücke aus der Hand zu geben. Durch die Tieferlegung des Niveaus am Grünewald werde der Güterbahnhof in SolingenSüd 4,40 tiefer zu liegen kommen; da wo die Abladungen stattfinden, würde die Tieferlegung 2,80 Meter betragen und in der Brühlerstraße betrage dieselbe nur noch 1 Meter. Was das neue Stationsgebäude anbelangt, so brauche man, um zu den Wartesälen zu gelangen, keinen 2,07 Meter breiten Gang, wie bei dem jetzigen Gebäude zu durchschreiten, man trete direkt in die Säle hinein und habe beim Hinaustreten einen geräumigen Bahnsteig. Die 3. Klasse nehme in dem jetzigen Gebäude einen Raum von 100 Qu.=Meter ein, in dem neuen Gebäude wäre ein Raum von 391 Qu.=Meter vorgesehen; die 2. Klasse, hier 70 Qu.=Meter groß, werde dort einen Raum 289 Qu.=Meter einnehmen. Die Räume würden also fast die vierfache Größe der jetzigen haben. Ein Separatzimmer, das hier 22 Qu.=Mtr. groß sei, werde eine Fläche von 102 Qu.=Mtr. haben. Die Perrons= bezw. Bahnsteigverhältnisse würden auch dementsprechend sein; während am alten Bahnhof der Bahnsteig nach Ohligs 127,80 Qu.=Mtr. groß sei, werde derselbe jetzt eine Fläche von 650 Qu.=Mtr. einnehmen. Der Bahnsteig nach Vohwinkel sei, auch wenn ein zweites Geleise angelegt werde, in einer Größe von 3200 Qu.=Mtr. projektirt. Dann würden die Bahnsteige auch viel geschützter als die jetzigen zu liegen kommen. Das Stationsgebäude sei in derselben Ausführung projektirt wie in Halle a. d. Saale; auch sei die Lage daselbst eine ähnliche. Nach den Ausführungen des Herrn Regierungs=Baumeisters Küchler stellt Herr Vorsitzender die Angelegenheit zur Diekussion und betont, daß man in den Vorberathungen nach eingehender Prüfung mit Majorität zu dem Resultat gekommen, daß das vorliegende Projekt ausführbar sei. Die Bedenken nämlich, daß die Eisenbahn=Veiwaltung (vent. zu dem Verlangen berechtigt sei, gegebenen Falls den Nordbahnhof fallen zu lassen, seien nicht stichhaltig. Der Nordbahnhof müsse als Güter= und Peisonenbahnhof bestehen bleiben; auf den Nordbahnhof könne man nicht verzichten. Durch die Anlage des neuen Bahnhofes würden die Zufuhrwege verbessert; Herr Küllenberg beabsichtige, einen neuen Weg anzulegen, und auch das Wegeprojekt Heikersdorf werde sich verwirklichen; eine Verbesserung der Straßenbahnlinien sei auch in Auesicht. Der Herr Vorsitzende fährt dann weiter fort: Wir sind nicht in der glücklichen Lage, einen Bahnhof in der Ebene anlegen zu können; wir haben deshalb gesucht ein Pojckt zu erreichen, das möglichst allen Anforderungen genügt. Ich bitte Sie nun zu beschließen, dieses Projekt der Eisenbahndirektion vorzulegen, damit dieselbe prüft und untersucht, ob und welche Aenderung der Verhältnisse möglich und durchführbar ist. Bei dem steigenden Verkehr ist eine Aenderung unabwendbar und es ist dringend nöhig, daß jetzt schon einleitende Schritte in der Angelegenheit geschehen. Später können wir eminenten Schwierigkeiten begegnen, die jetzt noch nicht vorhanden sind. Herr Lüttges: Wenn etwas verbessert werden soll, so bin ich der Ansicht, daß wir keinen gelegeneren Platz haben, um den Bahnhof zu erweitern, als gerade am Südbahnhof. Aus dem vorliegenden Projekt ist eben soviel gemacht worden, als sich daraus machen ließ. Ich möchte Bedenken dagegen geltend machen, daß man den Bahnhof an eine Stelle lezt, wo keine Wege erichlossen werden können. Der frühere Bahnhof am Wiyersberz lag in einem Loch; jetzt haben wir den Bahnhof schön hoch liegend und nun soll ein neuer Bahnhof wieder in ein Loch gebaut werden. Der Güterverkehr kann gewiß ganz gut am Südbahnhof bleiben, ebenso gut aber auch der Peisonenverkihr dert weiter bestehen, besonders da auch das Wegep ojckt He kerooorf sich realisirt. Daß wir unerlaubte Gebäude haben, unterschreibt wohl Jeder, aber wir hohen dieselben nun einmol; die Zustände mit der Unterführung haben wir beim neuen Bahnhof auch. Bei der gegebenen Sachlage muß ich mich entschieden gegen das Pojckt aussprechen. Herr Vorsitzender: Es heißt auch noch nicht, das Projekt soll ausgeführt werden; die Eisenbahn Direktion kann ja auch sagen, wenn ihr das Projekt haben wollt, so macht es selbst. Wir wollen, daß der Güterbahnhof bleibt, wo er ist, dann aber untersucht sehen, ob der Personenbahnhof anders gelegt werden kann. Jedenfalls wird es uns freuen, wenn die Eisenbahn=Direktion zum Ankauf der in Frage kommenden Grundstücke übergeht. Herr Felix: Ich möchte darauf aufmerlsam machen, daß es jedenfalls billiger ist, wenn wir den Südbahnhof auf den Wehrwolf zu elwas erweitern, wozu der Ankauf einiger Häuser daselbst erforderlich ist; wie hoch sich die Kosten des neuen Projektes stellen, darüber wird geschwiegen; ich glaube, sonst würde auch die ganze Angelegenheit per se in den Papierkorb fallen. Durch die Erhöhung des Planums der Grünewalderstraße wird diese ganz verunstaltet, und wie die Häuser darunter zu leiden haben, das kann man an der Brühlerstraße sehen. Die Straßenveränderung ist schon deshalb zu verwerfen, wenn man in Betracht zieht, daß an der Grünewalderstraße auch die neue Kirche erbaut wird. Dann soll der neue Bahnhof nur einen Zufuhrweg haben; dies kann ich nicht verantworten; ich bin deshalb gegen das Prosekt und möchte, wenn wir dasselbe der Eisenbahn einsenden, dabei vermerkt sehen, daß nur eine knappe Majorität für dasselbe eingetreten sei. (Heiterkeit.) Stimme aus dem Kollegium:„Sie greifen vor.“ Herr Hermes: Als wir vor 5 Monaten den Kredit gaben, um den Nothschrei vom Südbahnhof abzuschaffen, da konnten wir nicht ahnen, daß schon jetzt, nach 4 oder 5 Monaten, uns ein neues Projekt vorgelegt werden würde, das mit großer Einseitigkeit geprüft worden ist.(Rufe: Oho!) Wenn das Niveau der Bahn tiefer gelegt wird, müssen wir 3 Geleise legen, 2 für die Personen= und 1 für die Güterzüge; die Geleise kommen 7 Meter tief zu liegen, folglich muß die Straße um 2 Meter erhöht werden; es müssen dann die Häuser von Felir, Küllenberg, Garze und Unshelm angekauft werden. Und zu Allem kommt noch, daß der neue Bahnhof 8 Meter tiefer als die Kaiserstraße liegen wird. Nette Aussichten! Ich möchte fragen, ob es nicht thunlich ist, daß wir von der Eisenbahndirektion die alten Pläne von der Rheinischen Eisenbahn und die später von Herrn Gustav Wiyersberg angefeltigten erhalten können, damit Herr Regierungsbaumeister Küchler an der Hand dieser Pläne nochmals eine Prüfung vornimmt? Herr Vorsitzender: Ich möchte entschieden dagegen protestiren, daß das Projekt einseitig ausgearbeitet ist (Beifall). Unser Antrag geht nur dahin, an die Eisenbahn=Direktion das Ersuchen zu stellen, eine Prüfung des Projektes vorzunehmen. Später, wenn das Projekt schließlich 10—15 Millionen Mark kostet, haben wir wenig Aussicht auf Verwirklichung besselben. Von Kosten unsererseits kann noch keine Rede sein. Herr Kron: Ich hatte nur gedacht, nach so eingehender Berathung wie in den beiden vorhergehenden Sitzungen sei die Angelegenheit erledigt; nachdem nun so viel Gegentheiliges darüber gesprochen worden, möchte ich dieselbe einmal von anderer Seite beleuchten: Heir Lüttges bat darauf hingewiesen, daß eine Besserung bei dem neuen Projekt gegen die alten Verhältnisse nicht zu konstatiren sei und diese auch nicht so traurig seien, daß eine Aenderung nöthig sei. Ich weiß nicht, wie es kommen kann, daß man die schon seit Jahren vorgebrachten Klagen über das lange Warten am Uebergang am Grünewald vergessen kann, daß das Fuhrwerk sich dort anstaut und überhaupt der ganze Verkehr dort manchmal gehemmt ist. Wir im anderen Stadttheil werden von diesen Zuständen ja wenig berührt, verspüren sie aber doch. Jedenfalls muß eine Prüfung des meiner Ansicht nach Besserung schaffenden Projektes vorgenommen und diese der Eisenbahn=Direktion überlassen werden. Es wird gesagt, die Lage des neuen Bahnhofs schließe die Anlage von Wegen und Bauplätzen aus, wozu, frage ich mich, haben wir auch Bauplätze nöthig? die sind doch hier gleichgültig. Eine Besserung für die Allzemeinheit liegt hier fraglos vor, eine Besserung für die Bewohner des Grünewald allerdings nicht, die haben nächstens 5 Minuten weiter zu gehen, wenn sie mit der Eisenbahn fahren wollen. Aber bei solchen Fragen, wo es sich um handelt, das für ein Menschenalter bestimmt ist, darf man solche kleinliche Sachen nicht gelten lassen, da muß man sich fragen, wie handelt man im Interesse der Allgemeinheit?(Sehr richtiz). Wir haben auch noch ein anderes Projekt, bei dem die Interessen Aller detheiligt sind, und das ein paar Millionen kosten wird; wer will aber dabei sein und sagen:„Wir haben keine neue Wasserleitung nöthig"? Daß die Häuser der Besitzer am Grünewald augenblicklich etwas in Mitleidenschaft gezogen würden, ist klar, aber diese Häuser sind doch nicht für die Ewigkeit gebaut; es werden d. später neuere, schöne errichtet. Allerdings thut diese Angelegenheit im Interesse der Besitzer sehr Der Herr Vorsitzende hat die von Herrn Hermeg wähnte Einseitigkeit scharf zurückzewiesen und dies vollem Recht; es ist in dem Projekte das Interesse beiden Bahnhöfe gewahrt. Ein Projekt müssen wir habe können wir der Eisenbahn=Direktion nicht vorlegen, Wenn der Herr Eisenbahn=Dircktions=Präsident das Projekt ist für uns(die Stadt) nicht durchführhar nun dann müssen wir ein anderes aufstellen. Wenn Herr Felir, der die Angelegenheit schon mit klarem überschaut, sagt, man müsse dem Bericht beifügen, nur eine knappe Majorität zugestimmt, dann möchte dem Protokoll die Worte beigefügt sehen: die Opponenten wohnen am Grünewald(Heiterkeit). Lassen wir abderartige Erörterungen fallen, dieselben können die R. hältnisse nur verschärfen; es handelt sich ja auch nur darum. daß Seitens der Eisenbahn=Direktion eine genaue des Projektes stattfindet; ein solcher Beschluß soll gefaßt werden. Fassen wir denselben einstimmig, denn ich meine, die 3 Herren vergeben sich nichts, wenn sie denselben unterschreiben.(Sehr richtig.) Herr Schumacher: Herr Hermes sagt soeben, er wundere sich, daß schon ein Plan für den neuen Bahnhof fir und fertig vorliege. Wir haben den Herrn Regierungsbaumeister doch beauftragt, den Plan zu mochen; denken Sie nicht, daß die Eisenbahn=Direktion denselben in Bausch und Bozen annehmen wird. Es ist ja etwas ganz Natürliches, daß man in seinen persönlichen Intcressen sich zu einem einseitigen Urtheil verleiten läßt; es handelt sich hier aber um eine allgemeine Besserung der Verkehreverhältnisse. Wenn Herr Lüttges sagt, er könne keine Besserung in dem Projekt finden, so muß dem entgezengesetzt werden. daß sich Jeder sagt, es kann nicht so bleiben, wie es jetzt ist. Bei der Vorlage ist allen Theilen nach Mözlichkeit Rechnung getragen. Wenn Herr Lüttges noch sagt, was wir abgeben, bekommen wir nicht wieder, so möchte ich dem erwidern, daß es sich nicht darum handelt. was dieser oder Jener abgeben muß, sondern es handelt sich um's Ganze. Dann soll der Güterbahnhof auch bestehen bleiben, die Grundeigenthümer verlieren keinenfalls und der andere Stadttheil bekommt auch etwas. Es soll ja nichts gemacht werden, was in anderen Städten nicht ist; die Lage des neuen Bahnhofes ist günstig und derselbe liegt geschützt. Herr Hermes wendet sich gegen die Ausführungen des Herrn Kron und bemerkt, daß er hinsichtlich der Interessen=Wahrung ganz dessen berühmtem Beispiel gefolgt sei. Wenn Herr Schumacher sage, daß er persönliche Interessen verfolge, so trete er dem entschieden entgegen. Herr Schwarz: Das Projekt ist in den Vorberathungen mit allen gegen 2 Stimmen als zweckmäßig angesehen worden; ich glaube, ich befinde mich im Einverständniß mit dem ganzen Kollegium, wenn ich sage, es trifft in der Angelegenheit den Herrn Oberbürgermeister kein Vorwurf; derselbe hat sich vielmehr große Verdienste erworben, daß er uns diese Unterlagen geschaffen hat(Sehr richtig.) und ferner auch dadurch, daß er sich so rasch in die Verhältnisse hineingelebt hat. Herr Vorsitzender: Ich habe die Ausführungen des Herrn Hermes auch nicht so aufgefaßt, als wenn derselbe der Verwaltung einen Vorwurf machen wollte. Herr Hermes: Sehr richtig. Herr Kommerzienrath Coppel: Ich hatte keine lange Debatte eiwartet, sondern geglaubt, daß die in der Angelegenheit gefaßte Reselution allseitig günstig aufgenommen würde. Dann habe ich mich auch zum Wort gemeldet, um es nicht dem Kollegen Herrn Lüttges, dessen Ausführungen zu Mißrerständniß Anlaß geben, selbst zu überlassen, hierüber Aufklärung zu geben. Herr Lüttges hat meiner Ansicht nach nicht von sich selbst gesprochen, sondern von der Stadt Solingen, als Vertreter derselben. Bezüglich des vorliegenden Projektes möchte ich daran erinnern, daß eine Steigung von 1:20 bei dem Zufuhrwege nicht zu groß ist, in Elberfeld beträgt die Steigung sogar 1:12 und doch fährt man da ohne große Beschwerden hinauf. Der einzige Zufuhrweg ist allerdings über die Rampe, aber wir können nicht Alles haben. Im Großen und Ganzen können wir aber der Stadt dankbar sein, daß sie jetzt sorzt, daß in den mißlichen Verhältnissen eine Aenderung getroffen werden soll und unsere Pflicht ist es, hier zu unterstützen. Ein Plan mußte gemacht werden, mit leeren Händen können wir bei der Eisenbahn=Direktion nicht ankommen. Herr Lüttzes: Ich danke Herrn Coppel, daß er mich gegen die Unterschiebungen in Schutz genommen hat; ich hätte nicht gedacht, daß Herr Kollege Kron so gegen den Grünewald aufgetreten wäre; er hat ziemlich mitleidig davon gesprochen. Ich verliere und gewinne nicht bei dem neuen Projekt, wohl bin ich aber der jenige, der von der Ueberführung fast am meisten zu leiden hat. Es ist ja richtig, daß die neue Vorlage einer Prüfung unterzogen werden muß, aber meiner Ansicht nach bringt dieselbe, wie schon angedeutet, keine Besserung sondern nur eine Verschlechterung der jetzigen Verhältnisse. Herr Kommerzienrath Beckmann vertritt den Standpunkt der Verwaltung. Es sei immer von den Herren Vorrednern gesagt worden, die jetzigen Gebäude am Südbahnhof seien einer Stadt wie Solingen unwürdig(Herr Lüttges: das habe ich nicht gesagt); die Gebäude sind es aber nicht allein, die hier in Betracht kommen. Die Aufgabe des Herrn Regierungsbaumeister Küchler wir, einen geeigneten Platz zu suchen, wo das neue Stationegebäude hinkomme, diese Aufgabe ist unter Berücksichtizung aller nur in Frage kommenden Interessen gelöst worden. Es wird nun gesagt, das neue Gebäude liegt tiefer als die Kaiserstraße, ganz dasselbe Verhältniß herrscht bei dem jetzizen Stationsgebäude. Das neue Projekt mag ja noch veroesserungsfähig sein, aber so starke Vorurtheile gehen dasselbe zu hegen, wie meine Herren Vorredner, kann ich nicht gerechtfertigt finden. Jedenfalls wird bei dem Projekt eine Besserung für die Stadt herauskommen. Vor allem möchte ich noch davor warnen, von Kosten zu sprechen; wir sitzen doch nicht als Kommissionäre der Eiset bahn hier. Die Kosten verlangen wir von der Eisenbahn, dne bedarf keiner Frage. Herr Sanitätsrath Dr. Stratman“ ist ebenfalis für das Projekt; 3 Punkte ließen dessen Auf führung gerechtfertigt erscheinen: 1) Die Unterführnnz der Eisenbahn am Grünewald, wodurch der Veikeh: uit Höhscheid freizegeben und uns dieses näher gevtacht werde; 2) das Projekt trenne den Personen= vom Gutrt“ bahnhof; 3) komme der Bahnhof nicht in ein Loch,“ dern dahin, wo sich die beiden Schienenwege berühren, wir hätten also den Vortheil, daß wir zu ebener Et““ einsteigen könnten. Nach einigen Bemerkungen der Oett““ Raßpe, Felir und Lüttges, wobei Ersterer den Wun“ ausspricht, die verfaßte Resolution möge einstimm unterschrieben werden, erklärt sich auch schließlich Luttges hierzu bereit und wird dann in namentliche Abstimmung die Vorlaze bezw. die Resolution mit gegen 1 Stimme(Herrn Hermes) angenommen.“ Resolution lautet wie folgt: „Die Bahnhofs=Anlagen in Solingen sind für die jetzigen Verkehrebedürfnisse nicht mehr ausreichen“: die sich daraus erzebenden Mißstände werden““ steigenden Verkehr in absehbarer Zeit geradesu untu“, bar werden. Deshalb muß die Prüfung vorgenommen * wonrden ob und welche Besserungen geschafft werden können. Gird diese Prüfung und event. Besserung hinaus. „schoben, so werden sich zweifellos infolge der stark unehmenden Bebauung in Zukunft jeder Besserung außerordentliche Schwierizkeiten entgegenstellen, die mont, jede Abhülfe unmöglich machen. Die Stadtverordneten=Versammlung beschließt deshalb, die Eisensahn=Direktion zu ersuchen, eine eingehende Prüfung der Eisenbahn=Anlagen in Solingen dahin zu veran assen, ob und welche Besserungen geschaffen werden einnen und diese Besserung event. auszuführen. Der Eisenbahn=Direktion werden die zufolge des Beschlusses der Stadtverordneten=Versammlung angefertigten Pläne zur gefälligen Einsichtnahme und Prüfung überreicht.“ 2 Projekt der Eisenbahn=Verwaltung wegen Erweiterung des Südbahnhofs durch Inkauf von Grundstücken der evang. Kirchen„„meinde bezw. der Wwe. Herkersdorf. Der Herr Vorsitzende giebt den Inhalt des Projektes in turzen Zügen wieder, welches den Ankauf der noch unshauten Grundstücke zum Zwecke der Anlage von Güterbladestellen vorsieht, unter Wegfall des jetzigen 15 Meter sreiten Zufuhrweges Birkerstraße= Südbahnhof. Als Ersatz für letzteren werden zwei neue Zufuhrwege eintreten, d#r schon länger im Projekt bestehende, vom Südbahnhofe nach der Kölnerstraße am Herkersdorf'schen Hause einmündende und dann ein in der Richtung der Flurstraße zelegener neuer Verbindungsweg Birkerstr.=Südbahnhof. de Herr Vorsitzende bittet einen vorläufigen Beschluß in der Anzelegenheit dahin zu fassen, daß die Stadtverordneten=Versammlung gerne bereit sei, den Wünschen der Eisenbahnverwaltung entgegenzukommen, jedoch nur in der festen Voraussetzung, daß die beabsichtigte Erweiterung eine sichtliche Verbesserung unserer Bahnhofsanlagen mit sich bringt und die nothwendi#e Verlegung der Zufuhrwege keinen Nachtheil gegenüber den jetzigen Verhältnissen bedeutet. Kollegium beschließt demgemäß. 3) Antrag des Königlichen Gewerbegerichts auf Erhöhung der Miethe für die Geschäftsräume. Das Gewerbegericht will 800 Mk. hierfür füssig gestellt wissen. Die Finanzkommission schlägt jedoch die Summe von 600 M.(300 M. für Miethe und 300 M. für Licht, Heizung und Reinigung) als zenügend vor, welchem Vorschlage ohne Diskussion einstimmig entsprochen wird. Weiter wird noch auf Fürsprache des Herrn Oberbürgermeisters der Saal im Amtsgerichtsgebäude für die Sitzungen des Königl. Gewerbegerichts zu benutzen beschlossen, wie auch die hierfür erforderliche jährliche Abgabe von 38 M. pro anno genehmigt. 4) Baugesuch Krämer, Kölnerstraße. Auf Vorschlag der Baukommission werden Nachsuchendem 3 Quadratmeter unbebautes Terrain an der Kölnerstraße und am Südwall für die Pauschalsumme von 500 M. abgegeben. Hierauf folgt nichtöffentliche Sitzung, die jedoch infolge des Brandes in der Linder'schen Fabrik vorzeitig abgebrochen wurde. Gerichts=Verhandlungen. a##lbexfeld, 27. April.(Strafkammer.) Ueber eine Lunstmags aus Solingen wurden drei Wochen Gefängniß verhängt, weil sie ihrer Herrschaft, einem Färberlbst, Kleidungsstücke gestohlen und sich auch eines Betruges zu deren Nachtheil schuldig gemacht hatte. „„„„(Tägl. Anz.) mund, 22. uprti. Vor der Strafkammer stand ein Schwindler, der in den letzten Jahren den allgemeinen Knappschaftsverein ausbeutete. Der wiederholt wegen Betzugs gerbestrafte Schlosser Heinrich Lippemiver nahm nach Gielte oher assung aus dem Gefängniß auf Zechen Arbeit, gewöhnlich nur einige Tage aus und stellte sich dann krank. In einem Falle behauptete er sogar, völlig gelähnt zu sein; es seien ihm größere Kohlenmassen auf der# trat gefallen. Im Krankenhause durchschaute der vald den Schwindel. Als Lippemeper nicht die erwartete gute Verpflegung erhielt, wurde er plötzlich geauf einer andern Zeche Arbeit und wiederholte schädigte er in fünf Fällen den KnappGiericht ersenztüir die Kurkosten auftommen mußie. Mait Geldstraise..2 Jahre Zuchthaus und 300 Bernhurg, 25. April.(Ein Staatsanwalt auf der vergebi ge dant). Ein Fal, den man zweisellos bis. her bilgrelich in den gerichtlichen Annalen suchen durfte, gelangt am Mittwoch vor der Strafkammer des hiesigen Herzoglichen Landgerichts zur Verhandlung. Ein Mann, zu dessen Amtspflichten es gehört, Verbrechen und Vergehen zu verfolgen, der hiesige Herzogliche Staatsanwalt, Pannier, ist genöthigt, am Mittwoch vor der hiesigen Strafkammer, vor der er so häufig in der Amtsrobe als öffentlicher Ankläger fungirt hat, als Angeklagter zu erscheinen, und zwar, weil ihm zur Last gelegt wird, sein neunjähriges Tochterchen fortgesetzt in schwerster Weise mißhandelt zu haben. Das neunjährige Töchterchen der Staatsanwalt Pannierschen Eheleute soll ein fleißiges und artiges Madchen gewesen sein. Es besuchte die hiesige höhere Töchterschule. Wegen seines munteren, netten Wesens soll das kleine, hüdsche Mädchen bei seinen Lehrern und Lehrerinnen sehr beliebt gewesen sein. Allein schon lange war es den Lehrern und Lehrerinnen aufgefallen, daß die kleine Staatsanwalts=Tochter einen geängsteten Eindruck machte. Als eines Tages das Kind in die Schule kum, bemerkte die Klassenlehrerin,daß am Auge des Kindes eine blutrünftige Stelle war, ferner war ein Ohr stark mit Blut unterlaufen, ja eine nähere Untersuchung ergab, daß der rechte Fuß des Kindes derartig zerschlagen war, vag das Kind nicht mehr gehen konnte, sondern mit der elenrischen Bahn nach Hause befördert werden mußte. Die Lehrerin fragte das arme Kind, wer es derartig geschlagen habe. Nachdem sie dem Kinde gut zugeredet hatte, erzählte es unter Weinen, daß es von seinem Vater, dem Staatsanwalt Pannier, fortgesetzt in schwerster Weise mißhandelt werde, und daß es außerdem fortgesetzt Hunger leiden müsse. Die Lehrerin ließ sich darauf das Frudstück von der Kleinen zeigen. Daraus ergab sich, daß das Frübstück des Kindes aus einem Stück trockenen Kommißbrodes bestand. Die Mitschülerinnen des Kindes sollen der Lebrerin erzählt haben: die Kleine habe oftmals geklagt, daß sie Hunger leide, die Mädchen haben deshalb mit der kleinen Staatsanwaltstochter vielfach ihr Frühstück getheilt. Die Schulbebörde erstattete von dem Vorfall dem unmittelbaren Vorgesetzten des Staatsanwalts Pannier, dem Ersten Staatsanwalt in Dessau, Anzeige. Letzterer verfügte eine amtliche Untersuchung. Diese hatte zur Folge, daß das Kind den Eltern fortgenommen und dem Superintendent Fischer, den man zum Vormund des Kindes ernannte, in Pflege gegeben wurde. Gegen Staatsanwalt Pannier wurde das strafrechtliche Verfahren eingeleitet. Bis zur Erledigung desselben wurde Pannier vorläufig vom Amte suspendirt. Das strafrechtliche Verfahren hat dazu geführt, daß der Erste Staatsanwalt zu Dessau gegen den hiesigen herzoglichen Staatsanwalt Pannier die Anklage wegen ####ä#iher und fahrlässiger Körperverletzung ### ven vun.(H. C.) 193. Preuß. Lotterie 4. Klasse.(Ohne Gewähr.) April Vorm. 10000 Mk. auf Nr. 57805 161950. 5000 Mk auf Nr. 41906 180683 183658. 3000 Mk. auf Nr. 28767 37177 37787 67326 98400 100718 118865 152302 157299 138106 163243 163279 171340 171992 178209 179490 180757 194059 199860 202110 205279 207714. 1500 Mk. auf Nr. 5363 18484 21600 27725 42223 43372 45482 47303 50770 189783 197599 213029 215180 216793 224362 224878. 1500 Mk. auf Nr. 3296 7452 7616 23992 37878 38280 50320 53945 60765 65854 70270 79295 82063 86038 92346 99462 101213 101571 103724 105079 113682 133175 133496 144507 150933 161632 168588 174999 181780 187050 194056 206197 207950 217275. 500 Mk. auf Nr. 11000 30611 41134 44661 46373 49191 52316 59388 63153 70296 73268 74789 78832 88611 94902 113615 117531 119153 123128 127164 145765 147831 170044 171254 184128 190348 202801 210230. 220315 20905 64525 97636 111467 152740 192911 44534 64765 107082 127323 190307 3524 63108 104892 138487 179545 207211 224464. 72203 122044 159826 180469 211286 90214 92192 92266 126356 129721 131455 164168 169397 189180 194156 161492 184741 212193 54154 102986 137030 178661 19836 216623 223367 223596 3000 Mk. auf Nr. 4280 32284 45999 61419 63082 73311 77385 79264 79993 109174 109493 110083 116277 116567 122742 124215 127743 130890 142711 147900 149235 153377 160681 168332 18174 145171 160310 ———— 147570 160338 52953 106559 122294 143579 154204 184292 Neueste Nachrichten und Telegramme. Berlin, 28. April. Auf der Soiree beim Finanz= minister Miquel bezeichnete der Minister v. d. Recke auf eine Anfrage die Gerüchte über seinen Rücktritt und die Uebernahme des Oberpräsidiums der Provinz Posen als durchaus unbegründet. Bayonne, 27. April. Nach hier eingegangenen Meldungen aus Madrid ist ein aus 4 Panzerschiffen und 3 Torpedojägern bestehendes spanisches Geschwader gestern in See gegangen; es geht das Gerücht, das Geschwader solle die Haupthafenplätze der amerikanischen Nordstaaten angreifen. Ein anderes schwader sei in Cadir in der Bildung begriffen. Barcelona, 27. April. Die Vereinigung hiesiger Reeder hat an die Rezierung einen Einspruch gegen die Wegnahme spanischer Schiffe durch die Amerikaner mit dem Ersuchen gerichtet, den französischen Vertreter in Washington zum Einschreiten zu veranlassen. Bari(Italien), 27. April. Heute Vormittag begingen Volkshaufen wegen der Brodpreise ernste Ausschreitungen und richteten namentlich in dem Polizeibureau und in dem Bureau der städtischen Grundsteuerabtheilung Verwüstungen an. Die Banken werden von Truppen bewacht, die auch die Hauptpunkte der Stadt besetzt halten. 50 Personen wurden verhaftet. Der Abend verlief rubig. Die Truppen wurden verstärkt. London, 27. April. Der„Times wird aus Honz kong vom 27. April gemeldet: Die amerikanische Flotte ging heute um 2 Uhr nach Manila in See. Der britische Kreuzer„Immortel“ folgte nach. Triesch, Urmetzer& Co. in Solingen. Fernsprech-Anschluse Nr. 41. erlassen nehmen London k. 8. 20.54° 20.50 Paris k.S. 81.20 80.90 Amstd.Rttd.k.S. 169.55 169.05 Belgien k S. 80 95 80.65 Schw. Pl. k.S. 80.85 80. 55 Italien k.S. 75.60/75.10 Maria Schmidt geb. Everts ###- Vermählte. „ u„ 8 Soungen, M.-Giadbach,§; 28. April 1898. Deetedeeebeehtec Ged redebeteretete! Königl. Standesamt Solingen. 27. April. Geburten. 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Mai, Abends 8 Uhr, im Hôtel Schivelbusch. sTages=Ordnung: Wahl des Vorstandes. Reichstagswahl=Angelegenheit. Das prov. Comité. Alle Partei=Freunde, welche dem Verein beizutreten gedenken, sind eingeladen. Empfehle in Pr. Qualität Bernstein-Fussbodenlack in 1 und Büchsen zu den denkbar billigsten Preisen Ernst Voos, Brühlerstraße-Nr. 9. Pflaumen! tresertereatte Zur 25jährigen Jubelfeier des Herrn Rektor Eichholz (Freitag, den 29. April er.) werden zu dem 4½ Uhr im Kaisersaal stattfindenden allgemeinen Kaffeetrinken die Lehrerinnen, früheren Schülerinnen 2c., und um 7 Uhr zum gemüthlichen Zusammensein ebendaselbst, die Lehrer, Freunde 2c. des Jubilars herzl. eingeladen. Der Schulvorstand und das Festkomitee. Ufergarten 34 Guter Pferdedünger Rotbe und Magnum m(Setzkartoffeln) zu haben. Joh. Svertz, Kullerstraße. Für M El Ardeitsraum zu vermiethen. Näheres in der Expedition. ### Leute erhalten Kost und ##4. Johannisstr. 31. E Pefverzimmer an eine einzelne zu verm. Näh. i. d. Exp. 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Der Vorstand. Tanz-Unterricht. Zu dem bereits begonnenen TeuzCursus werden noch fortwährend Aumeldungen entgegen genommen. Unterrichtskunden sind Sonntags von 5 Uhr ab, und Mittwochs von 81, bis 10½ Uhr im Lokale des Herm Fr. Brückmann, Schlagbaum. Gebe auf Wunsch auch PrivatUnterricht in und außer dem Hause. Hochachtungsvoll Alb.Deichmann. Heute eingetroffen! Springlebenden großen Nordeneyer Angelschellfisch und fetten Nordeneyer * Kabliau. im Schnitt, per Pfd. 30 und 35 Pfg. empfiehlt Johann de Vogt, Kölnerstraße 101. Wohne jett Gartenstraße 9. Mathilde Pieper, Hüglerin. 2 Gesellen zum Nickelpoliren sofort gesacht. Näheres in der Expedition.— Schmied findet dauernde Stellung bei C. R. Heyserhoff, Cölnerstr. 113. Sücht. Gehülstn zum Cohümnähen sofort gesucht. Näheres Dorperstraße 21, 1. Stage. Junger Mann, gelernter Reider zum Abziehen, sowie einige Putzwädchen gesucht. Gerichtsstraße 17. 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Zweites Blatt. Kür die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen. Früher unter dem Titel Bergisches Volks-Blatt. Donnerstag, den 28. April 1898. " Druck und Verlag von Alb. Pfeiffer in Solingen. Bestellungen auf diese Zeitung für die Monate Mai und Juni werden baldigst erbeten. Rheinland und Westfalen. Marienheide, 26. April. Im oberen Gebiete der Wupper, eine Stunde von der Quelle derselben, wird in einem Seitenthale eine große Thalsperre angelegt. Als Sammelbecken dient das Thal des ersten Nebenflusses der Wupper, das Lingeserthal. Dieses ist, nach der„Elbf. Ztg., besonders dazu geeignet, weil das Niederschlagsgebiet deeselben ein verhältnißmäßig großes ist, etwa 50 Quadratkilometer, und weil die Höhen alle gut bewaldet sind und so einen langanhaltenden, gleichmäßigen Wasserstand verbürgen. Auch ist der Umstand noch günstig, daß unterhalb der Mauer im Lingeserthale keine Gefälle mehr liegen und so alles Wasser längere Zeit aufgespart werden kann, da die Wupper selbst bei Hochwasser anhaltend genügend Wasser für die unterhalb gelegenen Werke liefert. Das Becken wird 3¾ Millionen Kubikmeter Wasser fassen. Die Sperrmauer erreicht eine Höhe von 19 Meter. Die Mauer liegt zur Hälfte im Kreise Altena(Provinz Westfalen), zur Hälfte im Kreise Wipperfürth(Rheinland). Das Becken selbst liegt nur zum kleinsten Theile in den beiden genannten Kreisen, weitaus die größte Fläche liefert der Kreis Gummersbach. Barmen, 27. April. Die Frau eines Anstreichers in der Hohensteinerstraße wollte gestern, da sie sich nicht wohl fühlte, einen Medizinalbittern trinken und beauftragte ihre Tochter, ihr ein Gläschen einzuschänken. Das Kind ergriff aus Versehen die Salmiakflasche, die Frau nahm von dem Getränk und ist infolge dessen schwer erkrankt. Köln, 26. April. Nach achtstündiger Verhandlung zwischen den streikenden Schuhmachergesellen und Meistern kam heute eine Einigung in der Lohnforderung zu Stande. Die Gesellen erklären, am Donnerstag die Arbeit wieder aufzunehmen, wenn morgen die Streikenden die gefaßten Beschlüsse annehmen. Mülheim a. d. Ruhr, 25. April. Auf dem Bahnhofe Eppinghofen wurde gestern Morgen in einem Wagenabtheil 4. Klasse ein Mann todt aufgefunden. Der Mann war einem Herzschlage erlegen. Duisburg, 26. April. Ein bei dem Postamte Wanhei merort bis zum gestrigen Tage in Diensten stehender Postbeamter, welcher am verflossenen Sonntag einen Kollegen auf dem Postamte Uerdingen besuchte, entwendete bei dieser Gelegenheit einen Werthbrief in Höhe von 2430 Mk. Der Beamte wurde von der hiesigen Kriminalpolizei verhaftet und war geständig. Das Geld wurde bis auf 1000 Mk., welche aus Zinsscheinen 2c. bestanden und die der Dieb verbrannt haben will, bei ihm vorgefunden. Unna, 23. April. Gestern feuerte der 18 Jahre alte Bergmann K. mehrere Revolverschüsse auf seine Mutter ab, worauf die Frau schwer am Arm verletzt und der in der Nähe befindliche Bergmann H. durch einen Schuß in die Schulter verletzt wurde. Die Frau mußte dem Krankenhause überwiesen werden, während der Sohn verhaftet und dem Amtsgericht vorgeführt wurde. Der Streit ist darauf zurückzuführen, daß der Sohn in die Fremde wollte und die Mutter hierzu die Genehmigung versagte. Vermischte Nachrichten. Darmstadt, 26. April. Die Folgen des spanisch= amerikanischen Krieges machen sich bereits im Hessenlande geltend. In Seligenstadt sind infolge der Preiserböhung des amerikanischen Getreides die Brodpreise bereits merklich beeinflußt worden. Die dortigen Böcker haben das 6 Pfundbrot um sechs Pfennig aufgeschlagen. Berlin, 26. April. Der Kommerzienrath Karl Spindler, Inhaber der Firma W. Spindler, hat zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen seiner Fabrikanlage in Spindleréfeld 50000 Mk. dem Invalidenfonds seiner Fabrik für unterstützungsbedürftige Arbeiter und 10000 Mk. der Krankenkasse seiner Fabrik gestiftet. Ferner ist jedem Arbeiter für jedes Dienstjahr 1 M. bis zum Höchstbetrage von 25 Mk. bewilligt worden. Die Fabrik beschäftigt zur Zeit über 2000 Arbeiter. 26. April. Wie die„Baugew.=Ztg.“ mittheilt, beschäft tigt sich gegenwärtig das preußische Staatsministerium mit der Frage der Wiedereinführung des Befähigungsnach weises für das Baugewerbe. Es sollen demnächst Untersuchungen angestellt werden über die Baugewerbe, die man prüfungepflichtig zu machen gedenkt, über den Umfang der Prüfungspflicht und darüber, ob für alle Bauarbeiten die Prüfungspflicht gefordert werden soll. Leipzig, 25. April. Heute wurde die hiesige Handelsschule, die erste im Deutschen Reiche, in feierlicher Weise eingeweiht. Altenburg, 27. April. Der General der Infanterie v. Scheffler, Brigadeführer im Kriege 1870 71, ist heute im 79. Lebensjahre gestorben. Stettin, 24. April. Der hier verstorbene Brauereibesitzer Wilhelm Meyer hat der Stadt Stettin 300000 Mk. vermacht. Die Summe soll zum Bau eines städtischen Museums dienen. Wien, 25. April. Der berühmte Gynäkologe Professor Schauta machte die Entdeckung, daß der bei Frauen zu gewissen Zeiten auftretende Verfolgungswahn oder Stumpssinn heilbar seien. Seine langjährigen Studien überzeugten ihn, daß diese Arten von Verfolgungswahn ungleich mehr mit der Gynäkolozie als mit der Psychiatrie zusammenbängen. Die Wahnsinns= anfälle werden, laut dem„Berliner Tabl.“, durch operative Eingriffe geheilt. Schauta führte bereits zahlreiche solche Operationen aus, und sämmtliche Patientinnen wurden geheilt. In mehreren Fällen waren Irrsinnssymptome vorhanden. Binnen Kurzem wird der Gelehrte seine wichtige Entdeckung veröffentlichen. Teplitz, 26. April. Die 99jährige Johanna Wahrhusen, der nur noch wenige Tage zum hundertsten Geburtstage fehlten, bezing Selbstmord in der Art, daß sie den Kopf in einen Wassertümpel hinter dem Bahnhofe der Aussig=Teplitzer Eisenbahn steckte und auf diese Weise ertrank. Die Greifin, die durch die Unterstützungen ihrer Verwandten ein sorgenloses Leben führen konnte, hatte wiederholt geäußert, sie ertrage ein so langes Leben nicht, sie wolle nicht hundert Jahre alt werden und wenn sie nicht vor Erreichung des hundertsten Lebensjahres sterbe, so werde sie sich selbst das Leben nehmen. (Die Fürstin Elise Poniatowski) starb vor einigen Tagen hochbetagt in Lucca. Sie war die Schwiegertochter des 1813 in der Elster kertrunkenen polnischen Generals dieses Namens. Damit ist das letzte Mitglied dieser fürstlichen Familie aus dem Leben geschieden und das Geschlecht erloschen. (Deutsche Lehrerinnen in England.) Eine Leserin der„Tägl. Rundschau“ schreibt diesem Blatte aus London:„Es ist jetzt in Deutschland vielfach gebräuchlich, daß junge Mädchen, die kein Lehrerinneneramen gemacht haben, denen also das Lehren in der Heimath versagt ist, in das Ausland, meistens nach England, gehen und da ihre Muttersprache lehren. Sind sie dabei ein wenig musikalisch, so werden sie leicht ein Unterkommen finden. Aber, frag' mich nur nicht wie!— der Engländer ist rücksichtslos auf seinen Vertheil bedacht. Er weiß, daß die deutschen Mädchen herüber kommen, um Englisch zu lernen, daß sie meistens gutmüthig sind und nicht richtig aufzutreten wissen. Aus allen diesen Eigenschaften versteht er es, Nutzen zu ziehen. Das Gehalt ist gering. Viele bekommen gar keins; als Er satz für ihre Thätigkeit und Arbeitsleistung wird Hülfe im Englischlernen in Aussicht gestellt, die ibnen aber selten zu Theil wird. Sonst müssen sie natürlich immer deutsch sprechen. Wohnung und Beköstigung lassen zu wünschen übrig. Alles dies ließe sich ja noch ertragen, wenn im Hause ein gütiger, freundlicher Ton herrschte, der diese Schattenseiten verschönerte. Die Deutsche ist idealisirter angelegt als die Engländerin, sie will etwas für Herz und Gemüth haben. Doch da verlangt sie zu viel, das kennt man im englischen Pensionat nicht. Man benimmt sich tadellos, lacht oder spricht nie laut, und wehe Derjenigen, die einmal ihre Gabel oder Löffel nicht ganz„korrekt“ gebraucht. Es ist natürlich nicht überall gleich schlecht, ich kenne Schulen, in denen sich die jungen Mädchen ebenso wie die Erzieherinnen glücklich fühlen. Ich will auch Niemand abschrecken, mein Zweck ist nur der, allen, die in eine Schule zu geben wünschen, zuzurufen:„Seid vorsichtig in der Wahl einer Schule; erkundigt Euch genau nach ihr und macht genau aus, welche Pflichten Ihr zu erfüllen habt. Bescheidenbeit ist hier nicht am Platze. Hier gilt Goethes:„Nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen.“ Habt Muth und Selbst vertrauen und zeigt Old=England, daß die Deutsche Festigkeit und Seelenstärke besitzt und es aufnehmen kann mit den Ladies.“ (Gegen die Scheuklappen.) Ein Thierfreund schreibt dem„Frankf. Gen.=Anz.“:„Dieser Tage habe ich eine der größten Seltenheiten Frankfurts entdeckt, nämlich ein Droschkenpferd ohne Scheuklappen, und damit ist wenigstens der Anfang zur Beseitigung einer unnützen Thierquälerei gemacht. Die Scheuklappen scheinen ihren Namen davon zu haben, daß durch sie die Pferde leichter scheu werden. Sie zwingen die armen Thiere, beständig zu schielen, sind wahre Wind= und Staubfänger, und verursachen häufig Augenentzündungen und Erblindungen. Gar oft sind diese Lederlappen so beschaffen, daß sie bei jedem Schritt die Pferde auf die Augen schlagen und dadurch die Qual der Thiere noch vermehren. Pferde ohne Scheuklappen sind leistungsfähiger, laufen ruhiger und sicherer und bleiben längere Zeit arbeitsfähig. Kein Pferd der Trambahn, kein Pferd der Feuerwehr, kein Soldatenpferd trägt deshalb Scheuklappen. Hoffen wir, daß die bessere Einsicht auch in diesem Punkte sich mehr und mehr Bahn bricht und die Scheuklappen allmählich ganz verschwinden. Vielleicht kommt der Thierschutz=Verein noch dazu, künftig nur solche Kutscher auszuzeichnen, die ohne Scheuklappen und Auf satzügel fehren.“ Ein Allerweltsberather für Alt und Meyers Kleines Konversations=Lexikon oder der„Kleine Meyer,“ wie das zweckdienliche Werk kurzweg von seinen vielen Freunden bezeichnet wird, liegt in der fünften Auflage vollständig vor. Bei der Herausgabe dieses weitbekannten Nachschlagebuches ist für die Verlagshandlung die Absicht maßgebend gewesen, nach dem bewährten Muster der großen Ausgabe von Meyers Konversations=Lexikon ein Werk zu schaffen, welches, dem vorhandenen Bedürfniß weitester Kreise entsprechend, das gesamte menschliche Wissen in knapper, aber doch erschöpfender Form zur Darstellung bringen soll. Getreu diesem Grundsatz bietet die Verlagshandlung in der fünften Auflage von Mevers Kleinem Konversations=Lexikon ein Hausbuch bester Art, das. vollständig umgearbeitet, reichlich vermehrt berichtigt und ergänst, allen Anforderungen entspricht, wie wir sie heute an das wirklich unentbebrliche Hilfsmittel zu stellen gewöhnt sind. Jedem zugänglich, allen verständlich, bringt das Werk den in ihm aufgespeicherten Schatz unsrer heutigen Kenntniß auf verbältnismäßig geringen Raum in bisder noch unerreichter Vollständigkeit. Es liefert auf den ersten Geiff und ersten Blick den begebiten Nachweis, kurz, bestimmt und richtig, wie man es im Leben braucht. Der Schwerpunkt in der neuen Bearbeitung von Mevers Kleinem Konversations=Lexikon ist auf größere Prätision in den Erkärungen und auf die planmäßige Durchführung der Nachweise verlegt. Sonst sind dem Werke die vortheildaften Eigentdümlichkeiten, um derentwillen dasselbe in allen Kreisen Eingang und die döchste Wertbschätzung gefunden bat, erhalten geblieben. Mit einem Apparat von ca. 78,000 Artikeln bebandelt Mevers Kleines Konversations= Lexikon das moderne Wissen erschöpfend, sofern für irgend einen Gezeastand nicht ein engeres fachwissenschaftliches Interesse in Frage kommt.— Außerordentlich unterstützt und vortheildaft ergänzt werden die thatsächlichen Vorzüge dieses Nachschlagebuches durch die reiche Ausschmückung an Extrabeigaben. Ueber 100 Karten, Bildertafeln und Beilagen in Holzschnitt, Kupferstich und Farbendruck vermitteln die Anschaulichkeit, erleichtern und erhohen das Verständniß für besonders wichtige Textstellen in wirksamster Weise. — Ein weiteres Lob erscheint fast überflüssig. Längst hat sich der„Kleine Meper“ einen sichern Platz in der Zuneigung unsers Volkes erworben. Sein Ruf und Ruhm stehen fest bezründet. Der billige Preis des Werkes(jeder in Halbfranz gebundene Band kostet nur 8 Mk.) und seine Beschränkung auf drei Bände ermöglichen auch dem Unbemittelten die Anschaffung. Eine der interessantesten Erscheinungen auf dem Gediete der Mineralwasserquellen ist der Gerolsteiner Sprudel, Marke rother Stern. Derselbe entstammt jenem idollischen Städtchen der vulkanischen Eifel, dessen Namen er führte Die romantische Lage und die interessanten Sagen über di. zwischen den früheren Grafengeschlechtern geführten Kämpfe — denen das noch in Ruinen den Beragipfel krönende Schloß zu eigen gebörte— begeisterten später Offenbach zu seiner Opern=Travestie„La Grande Duchesse de Gerolstein“. Und eben dieses Gerolstein ist es, welches heute das köstliche Mineralwasser liefert, dessen Entstehung den letzten Nachwirkungen des alten Kraters der Pappenkaule zu verdanken ist. Als Schutzmarke führt der„Gerolsteiner Sprudel“ einen schwarzen heraldischen Löwen im goldenen Felde, dem Wappen des Grafengeschlechtes GerolsteinManderscheid Blankenheim entnommen, und umkränzt von einem rothen Stern. Es empfiedlt sich daher, besonders auf das Elikett und die Schutzmarke zu achten, wenn man sicher sein will, den echten Gerolfteiner Sprudel zu erhalten, dessen Empfehlung durch dervorragende fachliche Autoritäten, welche denselben gewissenhaft untersucht haben, wie Gev. Hofrath Dr. R. Fresenius in Wiesbaden und Hofapotdeker Dr. F. Hörmann, Schloß Monbijou in Berlin und andere dem„Gerolsteiner Sprudel“ Einführung und Erfolg verschafft baden. Neben einem angenehmen reinen Geschmack wirkt der„Gerolfteiner Sprudel“ auch ungemein wohlthuend bei Magen= und Nierenleiden, wie in zablreichen ärztlichen Zeugnissen und freiwilligen Anerkennungsschreiben dervorgehoben ist. Nie mand sollte versäumen, einen Versuch mit diesem unuvertroffenen Mineralwasser zu machen, um sich selbst von dessen vielseitigen Vorzügen zu überzeugen. Wie wir hören, beabsichtigt der Gerolsteiner Sprudel wegen des großen Reichthums an Kohlensäure eine Anlage zur Verflüssigung von Kohlensäure zu errichten, die bereits in den nächsten Monaten in Betrieb gesetzt werden soll. Fesuche und Angebote jeder Art werden unter D#iscretion an die für den speciellen Zweck bestgeeignete Zeitung befördert un einlaufende(ertbrief e#glich #### dem Auftraggeber zugesandt von der im In- und Auslande seit vielen Jahren bekannten Central-Annoncen-Expedition von G. L. Daube& Ce. Vertreten in allen grösseren Städten. Köln, Unterfettenhennen Tel. 495. Der Spinnerlehrling. Von William Westall. (Fortsetzung.) (16 Bartlett war über Robin's Wunsch, im Laden zu helfen, im hohem Maße erfreut, denn er schloß daraus, daß Robin sich körperlich und geistig bedeutend wohler fühlen mußte. Seitdem bemühte sich Robin, sich in dem Laden nach Möglichkeit nützlich zu machen. Er half Salomon bei Aufstellung der Kataloge, staubte die Bücher ab, besorzte Botengänge in der Stadt und ging mit Salomon in andere Buchhandlungen, um einzelne Bücher zu kaufen, welche Bartlett zu haben wünschte, oder welche von Kunden bestellt waren. Diese Beschäftigung, die gleichzeitig mit vielem Aufenthalt in der frischen Luft verbunden war, schien ihm sehr gut zu bekommen, denn er erlangte nicht nur seine gewohnte Geistesfrische wieder, sondern entwickelte sich auch körperlich in erfreulichster Weise. Bartlett gewann ihn immer lieber und versicherte seinen Klubfreunden wiederholt, daß dieser Knabe seine ganze Freude sei und seinen Lebensabend verschönere. Trotzdem nahm er davon Abstand, ihn nach seiner Verzangenheit zu fragen, zumal Robin selbst sie niemals erwähnte. Und so kam es denn, daß Bartlett nach Ablauf mehrerer Monate noch nicht mehr von seinem Schützling wußte, als in jenen traurigen Tagen der Gerichtsverhandlung. In dem ganzen Wesen Robins lag jedoch etwas Eigenthümliches, er war im Gegensatz zu anderen Kindern ungewöhnlich ruhig und schweigsam, so daß Bartlett annahm, diese merkwürdige Verschlossenheit sei noch eine Folge der überstandenen Krankheit und werde sich erst nach und nach verlieren. Er glaubte daher auch, daß Robin eines Tages ihm ungefragt seinen Namen nennen und seine bisherigen Schicksale erzählen würde. Da er sich aber nach Ablauf einiger Zeit in dieser Annahme setauscht sah, und Robin sein Benehmen nicht änderte, 9 beschloß Bartlett einen Versuch zu machen, durch welchen er die Zunge des Knaben zu lösen hoffte. Eines schönen Sonntagmorgens, als die KirchenRocken läuteten und die Sonne warm und glänzend schien, unternahm Bartlett mit Robin einen Spaziersang und führte ihn an das Grab seiner Mutter. „Weißt Du, wer hier begraben liegt?“ fragte er ihn. „Mary Relson. So steht wenigstens auf dem Leichenstein.“ „Mary Nelson nennt sie der Leichenstein, aber die Frau, welche hier begraben liegt, ist Deine Mutter.“ „Meine Mutter!“ rief Robin vor Schmerz und Aufregung zitternd aus,„aber meine Mutter hieß nicht Mary Nelson. „Wie hieß sie? Ich bin sehr neugierig, ihren wahren Namen zu erfahren.“ Robin blickte verwirrt auf den Stein. „Sophie—— ja sie hieß Sophie!“ „Wie weiter?“ Auf dem Gesichte des Knaben drückten sich die Zeichen größter Bestürzung und Verzweiflung aus, er zog die Augenbrauen zusammen, legte die Stirn in Falten und schien sich vergeblich zu bemühen, sich auf den Namen zu besinnen. Endlich kniete er an dem Grabe seiner Mutter nieder und brach in Thränen aus. „Du kannst Dich nicht mehr darauf besinnen,“ sagte Bartlett ernst und freundlich,„es schadet nichts, vielleicht fällt Dir der Name später wieder ein.— Weißt Du noch, wie der Ort heißt, in welchem Ihr in Hampshire wohntet?“ Robin schüttelte traurig und schweigend den Kopf; der Buchhändler ergriff seine Hand und führte ihn wieder nach Hause. Bartlett war sehr niedergeschlagen und zum ersten Male begannen ihn Zweifel über die Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe des Knaben zu quälen. Befolgte er ein Gebot seiner Mutter, indem er fortgesetzt seinen Namen und Herkunft verschleierte? Aber zu welchem Zweck? Und sollten sie trotz alledem von Sophie getäuscht und hintergangen worden sein? Der Buchhändler schauderte bei diesem Gedanken zusammen. Diese Zweifel peinigten ihn fortwährend und raubten ihm jede Ruhe; und so entschloß er sich endlich, dieselben Dr. Gockleton mitzutheilen und seinen Rath zu erbitten. Zu jener Zeit steckte die Psychologie noch in den Kinderschuhen, und die wissenschaftliche Erforschung der Geisteskrankheiten hatte eben erst begonnen. Aber Gockleton, ein guter Beobachter mit außerordentlichem Scharfblick, war, wenigstens für damalige Verhältnisse, ein so guter Psychologe, daß Bartlett sich keinen besseren hätte wünschen können. „Nein, nein,“ sagte er,„der Knabe ist kein Lügner oder Komödiant, der eine einstudirte Rolle spielt; es ist undenkbar, daß ein Kind in dem Alter dieselbe so konsequent durchführen könnte.— Wir haben es meiner Ansicht nach nur mit den Folgen der Gehirnentzündung zu thun. Der Knabe ist zweifellos jetzt geistig gesund, aber er hat das Gedächtniß verloren.“ „Ich kann Ihnen darin nicht Recht geben, denn es giebt viele Dinge, die er nicht verzessen hat, i. B. Lesen und Schreiben. Auch erinnert er sich seiner Mutter und der Gerichtsverhandlung. „Ich habe mich vielleicht zu allgemein ausgedrückt, als ich sagte, daß er das Gedächtniß gänzlich verloren habe; aber es hat jedenfalls stark gelitten. Ich glaube jedoch auch, daß sich das Gedächtniß wieder einstellen wird. Was das Lesen anbetrifft, so glaube ich, daß der Anblick von gedruckten Worten seinem Gedächtniß zu Hülfe gekommen ist und seine Erinnerung neu belebt hat; ebenso kann er auch das Schreiben gewissermaßen von neuem gelernt haben, dadurch, daß er Sie und Salomon beobachtete.“ „Sie mögen Recht haben; denn als er nach seiner Krankheit zuerst wieder anfing zu schreiben, verursachte es ihm große Schwierigkeit, die Buchstaben und Worte zu formen. Ich erklärte mir diesen Umstand damals aus seiner Schwäche.“ „Ja, aber Gedankenschwäche; denn als sich die Erinnerung wieder einfand, waren die Finger sogleich im Stande zu schreiben und die Augen zu lesen. Dinge, die man einmal gelernt hat und ohne besondere Ueberlegung mechanisch ausführen kann, pflegt man nicht zu verzessen.— Ich möchte Ihnen einen Beweis für die Richtigkeit meiner Theorie geben. Wissen Sie vielleicht, ob der Knabe früher Gedichte auswendig gelernt hat?“ „Allerdings; mehrere. „Kann er sie noch jetzt hersagen?“ „Ich weiß es nicht; aber wir können mal einen Versuch machen, wenn Sie es wünschen.“ „Gewiß; das würde ein sehr interessantes Erperiment sein. Hierauf rief Bartlett den Knaben in sein Komptoir, wo er sich mit dem Arzt befand, und forderte ihn auf, ein Gedicht zu wiederholen, welches er ihm früher einmal aufgesagt hatte. Robert konnte sich nicht mehr darauf besinnen. Bartlett deklamirte die ersten Zeilen, doch Robin vermochte nicht fortzusetzen. Erst nachdem ihm das ganze Gedicht vorzesprochen worden war, rief er erfreut aus:„Ja, jetzt entsinne ich mich" und sprach es fehlerfrei nach. Der Versuch wurde noch mit einigen anderen Gedichten wiederholt und ergab dasselbe überraschende Resultat.„Es ist genau so, wie ich vermuthete“, sagte Gockleton, als Robin hinausgegangen war. „Ich las neulich die Beschreibung eines ähnlichen Falles in einem deutschen medizinischen Buche. Sein Gedächt niß wird schrittweise zurückkehren, ebenso wie seine Körperkräfte zurückgekehrt sind; und da das Gehirn am meisten gelitten hat, so ist es ganz natürlich, daß auch seine Besserung am langsamsten fortschreitet.“ „Das verstehe ich wohl; aber ist es nicht undenkbar, daß ein Mensch seinen Namen vergessen kann „Durchaus nicht. Ich selbst kenne einen Herrn, der noch dazu sehr geistreich ist— welcher seinen Namen sehr häufig vergißt. Neulich ging er zur Post, um nach Briefen für sich zu fragen, und als ihn der Beamte nach seinem Namen fragte, war er nicht im Stande, ihn zu nennen, und mußte seinem Gedächtniß erst dadurch zu Hülfe kommen, daß er sein Taschenbuch herauszog und darin seinen Namen nachlas. Wenn also ein völlig gesunder, erwachsener Mann seinen Namen für einige Sekunden vergessen kann, so kann es doch nicht als unmöglich erachtet werden, daß ein Kind, welches an akuter Gehirnentzündung gelitten hat, seinen Namen für einige Wochen oder auch Monate vergessen sollte.“ „Allerdings; Ihre Erklärung leuchtet mir ein. Können Sie mir angeben, wie lange dieser Zustand ungefähr dauern wird?“ „Nein; das hängt von Umständen und Zufällen ab. Es kann schon morgen sein, es kann aber auch noch Jahre— viele Jahre dauern. Wenn Sie im Stande wären, seinem Gedächtniß nachzuhelfen, wie Sie es soeben mit den Gedichten thaten, so wird ihm wahrscheinlich sein Name sogleich wieder einfallen.“ „Sie meinen, er würde seinen Namen wissen, wenn ich ihn ihm sagen würde!“ bemerkte der Buchhändler lächelnd. „Gewiß; aber ebenso wird er sich des Namens erinnern, wenn er ihn irgendwo zufällig nennen hört oder ihn in einem Buche oder einer Zeitung lesen sollte. Sie können also nichts anderes thun, als geduldig warten und die Lösung des Räthsels dem Zufall überlassen.“ Als der Arzt fortgegangen war, setzte sich Bartlett in einen großen, bequemen Schreibstuhl und rauchte gedankenvoll seine lange Pfeife. „Robin ist ein guter Junge,“ dachte er,„und ich habe ihn bereits sehr lieb gewonnen; auch sind mir seine Dienste im Laden von Werth. Ich würde sehr betrübt sein, ihn zu verlieren; aber wenn er seinen Vater findet oder wenn der Vater ihn findet, so werde ich ihn verlieren, denn ich habe kein Recht auf ihn.— Aber ich will Robin nicht mehr mit Fragen quälen; und wenn ihm sein Name nicht wieder einfällt, so wird er eben „Nelson" heißen. Er könnte keinen besseren Namen führen, als denjenigen von Englands größtem Helden. (Fortsetzung folgt.) — Bekanntmachung. Diejenigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes— Reserve. Landwehr I. und II. Aufgebots, sowie Ersatz=Reserve] Die Aufnahme der in der Zeit vom 1. November 1891 bis 31. Oktober welche ihren Wohnort oder ibre 1892 geborenen und zum 1. Mai er. schulpflichtig werdenden Kinder findet am Wohnung wechseln, werden erneut 3. Mai 1898, Vormittags ½ 9 bis 10 Uhr statt. darauf hingewiesen, daß jeder Wohnungs=] Die Eltern werden ersucht, die schulpflichtigen Kinder den Herren Rektoren wechsel, auch innerbalb der betreffenden bezw. Hauptlehrern der Schulen, in deren Bezirk sie wohnbaft sind, bezw. in Bürgermeisterei, binnen 14 Tagen beim welchen sie bis zum 4. Mai verziehen, zur Aufnahme zuzuführen. Die Schulzuständigen Bezirks=Feldwebel zu) bezirke sind wie folgt begrenzt: meiden ist.„„„ 1. evangelische Knabenschule Solingen System I: Bach=, Baumstraße 1—9, Bismarck=, Brühler=, Brunnenstr., Bungenhütte, Eiland 1 und II, Johannisstr., Sütwall, Dorper=, 1. Felder=, Flora=, Franz=, Friedens., Garten=, Gerichts=, Goldstraße, Grashof, Kaiserstr. von 1—201, Itlerstraße von 1—9, Kirchstraße, Klingenstraße von Dorverstraße bis zur Einmündung in die 1. Felderstraße, Klosterwall=, Linden=, Malteserstraße, Nordwall, Oftstraße, Ostwall 1 und II, Paul=, Rathhaus=, Schützenstraße die Häuser von 1—23 bezw. 2—20, Schwertstraße, Siepchen. Westwall, Wiedenhof, Wupper= und Zollernstraße. Anmeldungen nimmt Herr Rektor Dahlmann entgegen... 4. S. Grs.„„ 6. System II: Augustastraße, Berndt=, Blumen=, Brüder=, Burg=, Canino=, 40 Cronenbergerstraße von 1—73 bezw. 68, Emilien=, Früdlingsstr., Kaiserstraße von 302 bis Schluß, Kölnerstraße von 108 bis Schluß, Kreuz=, Kronen=, Kronprinzen=, Kullerstraße Nr. 1—33, Moltke=, Nordstr, Ratbhausgasse, Roonan seinem Hause zu Spielbruch, wegen! Rosen=, Sonnen=, Stern=, Thalstraße, Vorspel, Weststraße. Anmeldungen Aufgabe der Ackeiwirthschaft: Inimmt Herr Rektor Minieur entgegen. Stragende u. michgebende Kühe, pon 1.r, und 2.112, Heidberg I und 2, Hochstraßze, Hohegasse, Im Hof, 2 Pflüge, 1 Schaufelpflug, 2 Kasernen, Kölnerstr. von 1—107, Kotter, Mangenberger:, Mittel=, SchulEggen, 1 Wannmühle, 1 Rüben; Stabl., Ufergarten-, Wever=, Weversberger=, Wiesen=, Wilhelmstraße. Anmelschneidmaschine, 1 Hundewagen dungen nimmt Herr Rektor Minieur entgegen. und sonstige Ackergeräthe, ferner] 2. evangelische Mädchenschule Solingen. verschiedene Hausmobilien 1 System I: Augusta= Baumstr. von Nr. 1—9, Berndt=, Brüder=, Burggegen Bürgschaft(3 monatlicher Kredit) Cronenberger=, Emilien=, Frühlings=, Hof=, Kaiserstraße von 202 bis Schluß, durch mich verkaufen. Rauch, Auktionator. Ein Unterlassen der Ummeldung wiro, bestraft. Solingen, den 25. April 1898. Königliches Beziks=Kommando. Freiw. Mobilar= u. Viehverkauf. Herr Carl Altenberg. Gutsbesitzer zu Spieldruch= Krahenhöhe, läßt am Freiteg, den 29. Auril 1898, Nachmittags 2 Uhr. Bekanntmachung. Fritz Radenberg, versicherung bisher vielfach nicht in gehöriger Zahl entrichtet worden. Es wird deshalb darauf bingewiesen, daß alle berufsmäßigen Lohnarbeiter Lager: Casinostraße 16 verscherungstphlchtg hod, und iu etgznd arbeiten, Bündis in Arkeit kehen, Wohnung: Bahnstraße 124. empfiehlt zu billigen Tagespreisen: a. Perl=Mais, garant. reines Gerstenmehl, prima Hafer, Maismehl und la. Buchweizenmehl in bekannter Güte. eit zu legen.„ /5 Limbeer Diese Vorlage der Quittungskarten kann durch Ordnungsstrufe bis Johannisbeersaft, 300 Mi. von der unteren Verwaltungsbehörde erzwungen werden. garantirt rein, ¾/ LLiterfl. 175.. Dässelborf, von 2. Hee g### J, sterst. 125, 1, Sterst. 100 — Vu Aigt, und Auedurihereueheustel Wbeinrosiw Hirsch-Apotheke. J. Engelbert. Kreise Solingen sind die Beitragsmarken zur Invaliditäts- und AltersFür die richtige Verwendung der Besitragsmarken ist stets allin der Arbeitgeber— bei Strafe bis zu 300 Mark— verantwortlich. Die Verwendung der Marken muß bei der Lohnzahlung, auch bei Abschlagszahlungen Legt der Versicherte dem Arbeitgeber eine Quittungskarte nicht vor, so hat der Arbeitgeber eine solche auf Kosten des Versicherten zu beschaffen. Da durch Nichtbeachtung der gesetzlichen Vorschriften die Renten=Ansprüche der Versicherten gefährdet sind, so ist die genaue Befolgung dieser Vorschriften im Interesse der Versicherten dringend erforderlich. Dieselbe wird in der Woche vom 2. bis 7. Mai ds. Is. durch diesseitige Beamte kontrollirt werden. Die Arbeitgeber sind gemäß§ 126 verpflichtet, den revidirenden Beamten die Quittungskarten der Versicherten vorzulegen, beziebentlich bei eigener Adwesenheit die Karten zur Einsichtnahme für den Beamten veren. zu Kreuz=, Kronen=, Kronprinzen=, Kuuer=(ausschließlich Nr. 33 bis Schluß), Moltke=, Nord=, Roon=, Sonnen=, Sternstraße, Vorspel und Weststraße. Anmeldungen nimmt Herr Rektor Eichholz entgegen.„ ostem II: Bach=, Birker=, Bismarck=, Brücken=, Bruhlerstraße, Bungenbütte, Bau=, Dorperstraße, Eiland 1 und II, Elisen=, 1. Felderstr., Flur=, Franz=, Friedens=, Gerichts=, Grünewalderstraße von 1— 17 und 2—12 mit den Hinterhäusern, Im Hof, Johannis=, Kaiserstraße Nr. 1—154, Kirch=, Kölnerstraße Nr. 1—70, Linden=, Malteserstraße, Ostwall I und II, Rathhaus=, Schützenstraße von 1—23 und 2—20, Schul=, Schwertstraße, Südwall, UferIa. Leinöj. lgattenstraße und Wiedenhof. Anmeldungen nimmt Herr Rektor Bartlick doppel: gckocht, 10 Liter Ak. 4.00,]“. Spstem III: Berg=, Blumen, Breite, Brunnen=, Kasinostraße mit AusVlelweiss, nahme der Nr. 58—66, Flora=, Friedrich=, Garten=, Gold=, Grashof=, Heidchem. rein, 10 Pfd.-Topf Mk. 2.20, berg I und II, Hochstraße, Hobegasse, Kaiserstraße von 155—201, Kasernenstr., 4o., 25 Pfd.-Topf Nk. 5.40, Klingenstraße von Dorperstraße bis zur Einmündung der 1. Felderstraße, Solingen, den 18. April 1898. Scharben für Anstreicher. Klingenstraße, vock Dorperstraße bis zur Einmügdung der 1. Felderstraße Klosterwall, Kölnerstraße 76 bis Schluß, Kotter=, Mangenberger=, Mittelstraße, Nordwall, Oststraße, Rathbausgasse, Rosenstraße, Siepchen, Stahl=, Thalstraße, Westwall, Weversberger=, Wiesen=, Wilbelm=, Wupper= und Zollernstraße. Anmeldungen nimmt Herr Rektor Schmitz entgegen. 3. evangelische Schule Brühl. Bechershäuschen, Canalstraße, Irlen, Irlerstraße von Nr. 12 bis Schluß, Königsmühle, Mühlenstraße, Schlicken und Unnersberg. Anmeldungen nimmt Terpentin-Oel. fst. Amerik., 10 Pfd. Mk. 3.50, Siccativ. fst. No. 1. 10 Pfd. Mk. 6.50, do. la., satzfrei, 10 Pfd. Mk. 5.00, Kreide und Gips, 100 Pfd. Mk. 3.00. sowie sämmtliche trockene und Herr Hauptlehrer Bornemann entgegen. Erd- und Chrom-Farben zu billigster Notirung. Broncen, flüssig und trocken, in allen Nüancen, Ofenlack(Feuerlack), Möbel-Firnisse von 60 Pfg. an, Korb- und Hutlack in verschiedenen Farben, tst. 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Anmeldungen nimmt Herr Hauptlehrer Köhnen entgegen. 7. evangelische Schule Hästen. 1. 2. und 3. Balkhausen, Dornsiepen, Glüder, 1. 2. und 3. Hästen, Hohenscheid, Kempen, Meisenburg, Pfaffenberg, Scharfhausen und Schellberg. Anmeldungen nimmt Herr Hauptlehrer Stock entgegen. 8. evangelische Schule Kirschbaumshöhe. Bökerhof, 2. Felderstraße, Grünbaumstraße, Kirberg, Krahenhöhe bis zur Müngstener Chaussee, Lindenbaum, Maushöhe, Ritterstraße, Schützenstraße von 1. Felder= und Rathhausstraße bis Krahenhöhe und Spielbruch. Anmeldungen nimmt Herr Rektor Herhaus entgegen. 9. evangelische Schule Meigen. Altenbau die Häuser von der rechten Seite, Eick, Eulswaag, 1. 2. 3. und 4. Feld, Felsenkeller, Grunenburg, Kannenbrühl, Meigen, Meigenerbrühl, Meigenerstraße, Papiermühle, Papiermühlerbach, Städtgesmühle, Theegarten und Windfeln. Anmeldungen nimmt Herr Hauptlehrer Spannenberg entgegen. 10. evangelische Schule Stöcken.“ 1 Erbenhäuschen Fleußmühle, Hasselstraße, Helenenstraße, Imclauberg, Kohlfurth, Schrodtberg, Stöcken, Stöckerberg, Vereinsstraße, Cronenbergerstraße von 109 bis Schluß, Kullerstraße von 32 bis 36. Anmeldungen nimmt Herr Hauptlehrer Gosekuhl entgegen. 11. evangelische Schule Weeg. Acker=, Bahnhofstr., Brückenstr., Feld=, Grundstr., Jägerstr., Karl=, Katternbergerstr., Kirschbaum, Südstr., Gas=, Grenz=, Grünewalder=, Grün=, Henckels=, von Jedermann leicht anwendbar, ∆ Pilghauser=, Teichstr., Unten= und Obenweeg, Ziegelstr. und Zweigstr. Anale Juzsodenanstrich bestens bewährt, sofort trocknend u. geruchlos, der Inbanbstals= und allersversicherungsanstalt Rheiprodinz. Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht mit dem Bemerken, daß den Arbeitgebern die oben bezeichnete Vorlage der Quittungskarten bei Vermeidung einer Ordnungsstrafe von Mark 15 aufgegeben wird. Solingen, den 26. April 1898. Der Landrath. I. B.: de Weerth. Freiwillige Versteigerung. Am Freitag und Samstaa, den 29. und 30. April 1898, jedesmal Morgens 11 Uhr anfangend, werde ich im Auftrage des Herrn Walter Bröcker in dessen Geschäftslokol, Kaiserstraße No. 272 hierselbst, freiwillig meistbietend gegen Baarzahlung versteigern: ca. 16 Betten, 8 verschiedene Sophas, einige mit Plüschbezug, 8 versch. Kleiderschränke, verschiedene Vertikovs, Leinenschranke, Kommoden. Tische, ca 150 Stühle, Waaren= schränke, Regale und Theke, 1 Patent=Bettfedern=Reinigungsmaschine, 3 Nähmaschinen, 4 Billards, sowie sonstiges Mobilar aller Art. H. Hartmann, Anktionater. Solingen, Blumenstr. 39. 1e VVem.-etiongseinrchhunge *) sowie die bei seichen„Anlos. kommenden Reparaturen werden sachgenläss und bilüget ausgejuhrt veRobert Kröger. Electrikerg Kaiser str. 238 Pliesst-, Stein-, sowie alle sonstigen im Schleif- und Polir-Betriebe gebräuchlichen chsen, Schleif-Ständer, Pölver, Schleifsteinhauer etc. fertigt und hält stets auf Lager die Solinger Schleifund Polir- Artikel- Fabrik F. W. Beckmann, Birkerstrasse 42. Kreide, Gyps, Oker, Schwärze, Kalkblau! 2 AlleSorten fertige Oelfarben Ia. gek. Leinöl. Terpentin. Siccatif, Copallacke, Bernsteinlacke, Spirituslacke, Broncen, Broncentinktur, Parkettbodenwichse, Tuben-Farben aus der Fabrik von H. Neisch u. Cie., Dresden. = Schnelltrocken-Gel für Fußböden mit jeder Farbe zu mischen, in 5 Stunden glashart, empfiehlt Herm. Happ. Goldstraße 11. Pinsel.— Weißquasten!— Kugelpinsel! gelbbrann, mahagoni, eichen, außbaum und grausarbig. S Fraaz Chistoph, Berlin. Allein ächt: * In Solingen bei E. Oberhößel. Köln, Unter Fettenhennen. Dr. J. Schanfz& Co. meldungen nimmt Herr Hauptlehrer Göntgen entgegen. 12. katholische Knabenschule Solingen. 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Ostwall, Oststr., Paulstr., Pilghauserstr., Rathhausgasse, Roon=, Rosenstr., Schrodtberg, Schul=, Schwertstr., Siepchen, Sonnen=, Stahl=, Stein=, Sternstr., Stöcken, Stöckerberg, Sturmsloch, Südstr., Südwall, Südbahnhof, Thal-, Ufergarten=, Vereinsstr., Vorspel, Weststr., Westwall, Wever=, Weversbergerstr, Wiesen=, Wilhelm=, Wupper=, Zollernstr, Papiermühle, Papiermühlerbach und Städtgesmühle. Anmeldungen nimmt Herr Rektor Mehler entgegen. 13. katholische Mädchenschule Solingen. Die Straßen wie bei der katholischen Knabenschule. Anmeldungen nimmt Herr Rektor Kempen entgegen. 14. katholische Schule zu Brühl. Ackerstr., Bechershäuschen, Brühlerstr. von 12 bis Schluß, Bünkenberg, Zum Busch, Canalstr., Eichholz, Gas. 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