Nr. 72.— 50. Jahrgang. Erstes Blatt. Samstag, den 26. März 1898. Fricheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Biertelfahr in der Expedition 1 4 75 J, auf allen Kaiserl. Postanstalten 2+ Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 J. u I zeder dom Beter und Verlag von Alb. Pfeiffer in Solingen.— Für die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140. (Fernsprech= Anschluß Nr. 90). „Süngelband“, Btecktlbuig! Dirigent: Herr Carl Willms Einigens. herr Carl Willme. Feier des diesjährigen P ugs-T estes Seantag, ssn 27. März, Nachmittags 5½ Uhr, U im weissen Saale der Erbolung, durch grosces COHCERT unter güt. Mitwirkung des Gesangvereine„Sängerband“. Hilden u. der beliebten Gesellschaft„Fidelio“-Sehlagbaum. Die Musik wird ausgeführt von der Solinger Stadt-Kapelle. Nach dem Coneert: Gesellschafts-Ball. Karten im Vor verkauf 50 Pfg.— Kassapreis 75 Pfg. 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Auch in dieser Minorität giebt es Gruppen, welche, wie ihre Redner erklärt haben, die Nothwendigkeit der vorgeschlagenen Flottenvermehrung anerkennen, aber aus zum Theil außerhalb der Sache liegenden Gründen oder wegen Bedenken im Einzelnen dagegen stimmen, wie die Polen und Welfen. Die laufende Legislaturperiode kann nicht besser abgeschlossen werden, als mit der Annahme dieser Vorlage, durch welche dem deutschen Reiche auch zur See die Machtstellung gegeben wird,] die ihm seiner Bedeutung nach, wie entsprechend seinen überseeischen Interessen zukommt. De. keichstag hat ferner die Berathung der Militärstrafgerüchtsordnung zu Ende geführt und dieselbe nach den Beschlüssen der Kommission angenommen. Allerdings stoßen auch diese Seitens der Regierung auf allerlei Bedenken, die ärgsten Steine des Ai aßes sind indeß beseitigt und über noch bestehende Dift enzen ist eine Verständigung bis zur 3. Lesung wohl zu eiwarten. Auch mit dem Zustandebringen dieses Gesetzes wird sich der Reichstag der laufenden Wahlperiode ein Denkmal gesetzt haben. Ueberhaupt ist diese letzte Session der zu Ende gehenden Legislatuiperiode des Reichslags fruchtbarer als wie es sonst bei Sessionen der Fall zu sein pflegt, die unter dem Einflusse kommender Neuwahlen stehen. So kommen Gesetze zustande, die den Reichstag bereits in früheren Sessionen beschäftigt hatten, aber damals gescheitert waren, so das Postdampfer=Gesetz und das Gesetz betr. die Entschädigung unschuldig Verurtheilter. Das Erstere ist in 3. Lesung definitiv erledigt, anläßlich dessen hat der Kaiser sowohl der Hamburg=Amerikanischen PacketfahrtAktiengesellschaft zu Hamburg als dem Norddeutschen Lloyd in Biemen Telegramme zugehen lassen, welche sein lebhaftes Interesse für die Angelegenheit bekunden. Es steht jetzt schon fest, daß der preußische Land: tag auch diesmal nicht in der Lage ist, den Etat rechtzeitig bis zum 1. April fertig zu stellen. Schuld sind insbesondere die langgezogenen Debatten im Abgeordnetenhause, zunächst über den Kultus=Etat und jetzt über den Eisenbahn=Etat. Auch durch Zuhülfenahme von Abendsitzungen gelang es nicht, die Verhandlungen wesentlich zu fördern. Früher hat wiederholt das Herrenhaus das Kraftstück vollbracht, den ganzen Etat nach kurzer Vorberathung in der Kommission in einer einzigen Plenarsitzung zur Erledigung zu bringen, um ihn rechtzeitig zu Beginn des neuen Etatsjahres in Kraft treten zu lassen. Man kann es aber dem Herrenhause verdenken, wenn es sich nicht auf die Dauer eine solche Selbstbeschränkung seines Etatsrechts zumuthen lassen will. In Oesterreich hat sich das neue Ministerium des Grafen Thun dem Reichsrathe vorgestellt, und Graf Thun hat das Programm der neuen Regierung dargelegt. Dasselbe hat nur eine getheilte Aufnahme gefunden und in den Debatten, die jetzt im Adgeordnetenhause darüber geführt werden, wird Graf Thun sich wohl veranlaßt sehen, zu den verschiedenen Streitfragen bestimmtere Stellung, als dies in seiner Antrittsrede geschehen ist, zu nehmen. Die katholische Volkspartei verharrt vorläufig bei der Majorität, hat aber den Antrag auf Aufhebung der Sprachenverordnung eingebracht; von dem Schicksale desselben wird es abhängen, ob die katholische Volkepartei geschlossen bei der Majorität verharrt. Die italienische Kammer hat nach 2tägiger Dedatte den Fall„Criepi=Farvilla“ dahin erledigt, daß sie es, dem Vorschlage ihrer Kommission entsprechend, ablehnte, eine Anklage gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Criepi wegen Bestechlichkeit bei dem Senat einzuleiten, wie Crispi's Gegner dies verlangt hatten. Dieser Beschluß wurde mit 207 gegen 7 Stimmen bei 65 Stimmen=Enthaltungen gefaßt. Mit demselben ist übrigens den Gerichtsbehörden freie Hand gelassen, Criepi den Prozeß zu machen, und Crispi's Gegner werden sicherlich nicht ermüden, darauf hinzuwirken, daß dies geschehe. Unterdeß hat Crispi sein DeputirtenDas Wrack des Grosvenor. Roman aus dem Englischen von Clarck Russell. (Fortsetzung.)(60 Miß Robertson unterbrach das peinliche Schweigen. „Sie wollen sagen: daß alles, was Sie für mich gethan haben, aus Menschenfreundlichkeit geschah, daß Sie für jeden andern ganz dasselbe thun würden; nicht wahr, so ist es?“ „Nein, ganz gewiß nicht!“ rief ich lebhaft, wieder ganz meiner Herr.„Das können Sie auch im Ernst nicht glauben. Sie erwiderte nichts, blied noch einen Augenblick wie in Gedanken verloren stehen und schritt dann langsam nach der Schiffsseite, wo sie zuerst eine ganze Weile nach den Sternen blickte und dann die schweren, sich überstürzenden Wogen verfolgte, wie sie sich in der Dunkelheit verloren. Ich hatte über dem Gespräch unsere gefahrvolle Lage im Augenblick ganz vergessen, erst das Geräusch der Pumpen versetzte mich wieder in die schauerliche Wirklichkeit zurück. Ich wollte dem Forward zurufen und fragen, wie es stände, da hörte das Pumpen plötzlich auf, und er kam mit den Leuten auf mich zu, schon von weitem schreiend:„Die Pumpen saugen!" „Hurrah!“ rief ich,„geht herunter alle miteinander und stärkt Euch mich einem Grog.“ Die armen Kerle waren von dei gehabten Anstrengung se außer Athem, daß sie wie Walfische pusteten und schnaubten, als sie um mich herumstanden; auch Miß Robeitson war mit herangetreten. „Wenn's nicht schlimmer kommt, Forward,“ sagte ich,„so wird sich's wohl machen, was?“ „Ja, dann kann sich's schon machen, aber ein sauer Stück Arbeit bleibt es, das weiß Gott; ich habe in meinen Armen ein Gefühl, als wenn sich alle Muskeln zu Knoten geschlungen hätten.“ „Ich auch,“ stöhnte der Steward. „Soll ich nicht das Rad nehmen?“ fragte Cornish matt. Das fehlte gerade, mein Bursch,“ erwiderte ich,„nein, auf der Stelle runter mit Euch allen, einen Schluck genommen und dann aufs Ohr gelegt. Ich bin so munter wie eine Lerche und will bis zwölf Uhr hier bleiben.“ Der Steward trottete hierauf sogleich ab, die beiden andern blieben aber noch stehen. „Hochbootsmann," begann nun Miß Robertson, „bitte reden Sie Mr. Royle zu, daß er mir das Rad übergiebt; er hat sich während der letzten amt niedergelegt. Die Kammer hat den Rücktritt ohne Weiteres genehmigt. Die französischen Kammerwahlen sind auf den 8. Mai angesetzt. Dieselben dürften für die Regierung nicht ungünstig verlaufen. Auf dem neulichen Jahres=Bankett der Londoner Handelskammer tauschten der britische Handelsminister und der chinesische Gesandte freundschaftliche Versicherungen aus. Der Letztere meinte, wenn in der gegenwärtigen Zeit, wo zewisse Mächte sich Einflußsphären zu schaffen suchten, eine Macht das Recht habe eine solche Sphäre zu fordern, so sei es die, welche den größten Handel der Welt habe(also Großbritannien); ob es nöthig ist, die Bezehrlichkeit der Engländer noch besonders wach zu rufen, erscheint doch wohl zweifelhaft. Im Auswärtigen Amt zu Peking herrscht allerdings die Neigung, sich mit Hülfe Englands der Anforderungen anderer Mächte, insbesondere Rußlands, zu erwehren und womöglich bewaffneten Widerstand zu leisten. Praktische Folge wird dieser Neigung vorerst aber nicht gegeben werden, man hat sich vielmehr nach der alten Weisheitsregel, daß der Klügere nachgeben soll, dazu entschlossen, die russischen Forderungen zu erfüllen. In den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Spanien scheint sich nichts verbessert und nichts verschlechtert zu haben. Vorläufig müssen dieselben dazu herhalten, Börsenmanövern zu dienen. Deutschland Die in der„Walballa" bei Regensburg aufgestellte Büste des Kaisers Wilhelm I. trägt die Inschrift:„Der Siegreiche."“ Ueber die Wahl dieser Inschrift haben Sondirungen zwischen Berlin und München nicht stattgefunden. Die Büste ist sammt Inschrift schon mehrere Jahre vorher fertig gewesen, bevor die Bezeichnung„Der Große“ populär geworden war. Der Beiliner Berichterstatter des„Tempe“ behauptet, das Ziel der Mission des Kardinals Kopp nach Rom sei die Reise des deutschen Kaisers nach Jerusalem und das künftige Konklave. Kaiser Wilhelm II. sei als Souverän zu sehr„fin de siècle“, als daß er eine solche Reise nur zum Vergnügen machen sollte. Was das Konklave betreffe, so komme es dem Kardinal Kopp darauf an, die Wahl eines dem Dreibunde freundlicheren Papstes vorzubereiten, als Leo XIII. sei.— Der„Hamb. Korr.“ schreibt hierzu: In dieser Enthüllung tritt die Absicht, den Franzosen, wie der volksthümliche Ausdruck lautet, einen Floh ins Ohr zu setzen, so deutlich in den Vordergrund, daß es überflüssig sein dürfte, wiederholt festzustellen, daß Kardinal Kopp überhaupt keinen Regierungsauftrag mit nach Rom genommen hat.“ Der König von Sachsen begeht bekanntlich am 23. April d. J. seinen 70. Geburtstag und zugleich sein 25jähriges Regierungsjubiläum. Die Theilnahme an dieser Feier wird sich nicht auf das Königreich Sachsen beschränken, da die Liebe und Verehrung für den Herrscher dieses Landes, einen der wenigen überlebenden großen Führer großer Zeit, in Alldeutschland weit verbreitet ist. Wie die„Neuen Polit. Nachr.“ hören, wird an jenem Tage dem allverehrten Monarchen auch eine Abordnung des Bundesraths die Glückwünsche dieser Körperschaft darbringen. erzog Friedrich von Anhalt beging dieser Tage sein 25jähriges Jubiläum als General der Infanterie. Im Militärdienst steht der Herzog, der im nächsten Monat 67 Jahre alt wird, seit nabezu 51 Jahren. Er hat den Krieg gegen Dänemark vom Februar 1864 ab im Stabe des Prinzen Albrecht und den Krieg gegen Frankreich beim Generalkommando des 4. Armeekorps mitgemacht. Regierender Herzoz ist er seit dem 22. Mai 1871. Im preußischen Heere wird er als Chef des Anhaltischen Infanterie=Regiments Nr. 93 und = la euite des 1. Garde=Regiments geführt. Die 3. Lesung der Militärstrafprozeßordnung wird im Reichstage vorauesichtlich eist nach den Osterferien auf die Tagesordnung gesetzt werden, da die Berathung der Flottenvorlage und die 3. Lesung des Etats wahrscheinlich die Sitzungstage bis zu Ende der nächsten Woche in Anspruch nehmen werden. Die beiden noch ausstehenden größeren Vorlagen für den Landtag, der Gesetzentwurf betr. die Verbesserung der Gehälter der Geistlichen der beiden christlichen Konfessionen und die sogenannte Sekundärbahnvorlage, sind dem Abgeordnetenhause bereits zugegangen. Beide Vorlagen sind von erheblicher finanzieller Tragweite. Insbesondere sind auch für die Erweiterung des Staatsbahnnetzes in so ziemlich allen Provinzen des Staates, sowie für die Förderung des Kleinbahnbaues Aufwendungen von mehr als gewöhnlicher Höhe in Aussicht genommen. Das Eisenbahngesetz verlangt im Ganzen 83,025,000 M., und zwar zur Herstellung von Eisenbahnen und Beschaffung der erforderlichen Betriebsmittel 73,982,000 M.— Für die Aufbesserung der Gehälter der evangelischen Geistlichen werden von der Staatsregierung 7208903 M., der katholischen Geistlichen 3288400 M. verlangt. Der in Berlin versammelte Ausschuß der deutschen Nationalfeste beschloß, von den zur Wahl stehenden Festorten den Niederwald(Rüdesheim) als ständige Feststätte zu wählen. Der nächste Evangelisch=Soziale Kongreß wird, wie gemeldet, in der Pfingstwoche in Berlin tagen. Das Programm lautet folgendermaßen: Donnerstag, den 2. Juni: Ansprache des Vorsitzenden, dann Referat von Prof. D. Seeberg aus Erlangen über die Stellung Luthers zu den sozialen Fragen seiner Zeit, Referat von Prof. Dr. Stieda aus Leipzig über geschichtliche, gegenwärtige und zukünftige Arbeiter=Organisationen, Volksversammlung. Freitag, den 3. Juni: Referat von Pfarrer D. Rade aus Frankfurt a. M. über die religiös=ethische Gedankenwelt unserer Industriearbeiter. In Krefeld wird die 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands am 21. August eröffnet. Am 25. Mai und an den nächstfolgenden Tagen wird eine Sitzung des Apothekerraths stattfinden. Auf der Tagesordnung steht das Thema:„Welche Anforderungen sind an die Vorbildung der Apotheker zu stellen?“.„ Die Kanalfeindlichleit der Agrarier hat, wie die„K. Ztg.“ schreibt, im sächsischen Provinziallandtag zur bereits gemeldeten Ablehnung der Uebernahme eines Zinsgarantie=Antheils für den Mittellandkanal geführt. Die Provinziallandtage von Hannover und Westfalen haben bekanntlich die Uebernahme eines Theils der Kosten durch die betr. Provinzen beschlossen. Für die Provinz Sachsen war die jährliche Gesammtbelastung, die der Provinz erwachsen würde für Verzinsung und Tilgung, auf höchstens 78000 Mk. berechnet worden. Gleichwohl haben die Agrarier im Provinziallandtag die Ablehnung der Vorlage durchgesetzt. Der Oberpräsident v. Bötticher wies die agrarischen Einwendungen gegen den Kanal als haltlos zurück, aber seine Bemühungen waren vergeblich. Eine von Yaunde, der im Süden Kameruns gelegenen Station unter Leitung des Hauptmanns v. Carnap aufgebrochene Expedition, die zum Zweck hatte, den zwischen dem Njongfluß und der Grenze nach Französisch=Congo gelegenen, südöstlichen Theil des Schutzgebietes mit Yaunde in geschäftliche Verbindung zu bringen und die übrigens noch wenig bekannte Gegend näher zu erforschen, hatte einen guten Verlauf. Ausland. Oesterreich=Ungarn. Wien, 24. März. Im Abgeordnetenhause haben gestern die Abgg. Schneider und Gen.(Christl.=Soz.) einen Antrag eingebracht, die Regierung wolle eine internationale Konferenz behufs Herabsetzung der industriellen Arbeitszeit veranlassen und in den Staatsbetrieben die 8 stündige Arbeitszeit einführen. Ferner wurde eine Interpellation eingebracht wegen der Vorgänge in Wilkensbarre in Pennsylvanien, bei welchen 32 österreichische Grubenarbeiter getödtet und 50 verwundet wurden. — 24. März. Das„Fremdenblatt" erfährt, der Minister des Auswärtigen habe die Vertreter Oesterreich= Ungarns bei den Großmächten beauftragt, den Kabinetten mitzutheilen, die Regierung gedenke das auf Kreta befindliche Truppenkontingent bis zum April abzuberufen. Von den österreichisch=ungarischen Schiffen werden in den kretischen Gewässern nur die zum etwaigen Schutze des Konsulats und der öster.=ung. Staatsangehörigen nothwendigen verbleiben. Diese Maßregel bedeute jedoch keineswegs das Ausscheiden Oesterreich=Ungarns aus dem europäischen Konzert.— Da ein baldiges Einverständniß der Kabinette hinsichtlich der praktischen Durchführung des neuen kretensischen Status speziell in der Gouverneur= Fraze, in welcher keiner der ausgetauschten Vorschläge die Billigung aller Kabinette fand, ferner ein baldiger Abschluß der Aktion, welche die Abberufung des österreich=ungarischen Truppen=Kontingents in nahe Aussicht stellte, nicht abzusehen ist, erachtet es Oesterreich= Ungarn, welches an den einzelnen Fragen bezüglich der Pazifizirung nicht mehr interessirt ist, für angemessen, sich diesbezüglich auf eine diplomatische Mitwirkung s.: den europäischen Beschlußfassungen zu beschränken 25. März. Im Abzeordneten#### führte gestern Abg. Steinwender aus, die Sprach, Frage müsse sofort gesetzlich geregelt werden, entsprechdem Rechte der Deutschen. Andernfalls werde das Budzet noch der Ausgleich zu Stande St. führte weiter aus, Arbeit auf dem Gebiete d. volkswirthschaftlichen und sozialen Reformen wäre da# beste Mittel zur Minderung der nationalen Davon könne jedoch keine Rede sein, so lange man a, Deutschen nicht gerecht werde. an den Spanien. Madrid, 24. März. Heute fand zur Feier Jahrestages der Kommune eine sozial demokratisch Versammlung statt, in welcher die amerikanisch spanische Angelegenheit zur Sprache kam. Redner forderten die cubanischen Arbeiter auf, die Unabhängigkeit Cuba's als Grund des Aufstandes aufm. geben, denn durch die Unabhängigkeit würde nichts weiter als ein Wechsel in der Herrschaft herbeigeführt werden Die nordamerikanische Union würde die Unabhängigkeit wieder sofort vernichten. Nach ihrer gegenwärtigen Haltung würden die Vereinigten Staaten nur dem Bourgeoisse. Geiste folgen, welcher gierig nach Gold und Ausdehnunz nur sein Ausbeutungsfeld zu erweitern suchen würde. Schließlich forderten die Redner die amerikanischen Sozial; demokraten auf, mit der Bourgeoisie nicht gemeinsame Sache zu machen. Die spanischen Sozialisten seien um Kriege nicht geneigt, jedoch müsse ein Angriff, woher er auch komme, energisch zurückzewiesen werden. — 25. März. Im Ministerrathe theilte Sagasta eine Depesche des Generals Blanco mit, laut welcher der Kapitän der„Maine" um die Eclaubniß gebeten hat, das Wrack der„Maine“ mit Dynamit sprengen zu dürfen,(also die Mözlichkeit einer neuen Feststellung des Thatbestandes zu vernichten.) Die Erlaubniß ist verweigert worden. Ueber den Bericht über den Unfall der„Maine“ wird strengstes Stillschweigen beobachtet.— Falls die Vereinigten Staaten eine Entschädigung für den Verlust der„Maine" verlangen sollten, wird Spanien seine Gegenforderungen von mehreren hundert Millionen Dollars, für den Schaden präsentiren, welchen die Flibustierexpeditionen verursachten. Havanna, 24. März. Die Kolonne des Generals Castellano schlug die Aufständischen 2 Mal bei Camaguez und bemächtigte sich ihres befestigten Lazers. Die Verluste der Aufständischen sind bedeutend. Transvaal. Pretoria, 24. März. Die Buren fahren fort, Vorsichtsmaßregeln gegen Cecil Rhodes und England zu ergreifen und ihre Stellungen auf dem Wege von Rhodesia nach Transvaal zu befestigen. Yokobama, 23. März. Japan bestimmte 195 Millionen Den für Kriegsschiffbau in dem Jahrzehnt 1895 bis 1905, wovon es 47 Kriegsschiffe mit kurzen Lieferungsfristen schon in England, Deutschland, Frankreich und Amerika bestellte; ferner findet eine bedeutende Vermehrung der Flottenmannschaft sowie der Transportschiffe statt. Rheinland und Westfalen Honnef, 24. März. Die Königin von Schweden wird am Mittwoch, den 6. April hierselbst zum Aufenthalt während 10 Wochen eintreffen. Koblenz, 24. März. Der Kaiser hat für ein Telegramm, worin Oberbürgermeister Schüller von dem erhabenen Verlauf der Feierlichkeit am 22. d. M. am Denkmal der Rheinprovinz am Deutschen Eck Kenntniß gab, mit einer herzlichen Erwiderung gedankt. Wiesbaden, 24. März. Prinz Friedrich Leopold ist auf der Rückreise von Metz nach Berlin heute zum Besuche seiner Tante, der Prinzessin Luise, hier eingetroffen. Frankfurt a. M., 24. März. In der heutigen Sitzung des Realschulmänner=Vereins sprach Dr. Laquer über die Vorbildung des Arztes. Der moderne Ant bedürfe des Griechischen nicht einmal mehr für die Nomenklatur, die lateinischen Konsultationen am Krankenbett, die nach dem alten Witzwort den Patienten„schon bei Lebzeiten auf die todte Sprache vorbereiten“ sollten, seien verschwunden, desgleichen die Dissertationen in lateinischer Sprache. Englisch, Französisch, ja Italienisch sollte heutzutage der Mediziner können. Deshalb müßte das Monopol des Gymnasiums fallen und allen 3 Arten der Oklassigen Lehranstalten freie Bahn eröffnet werden. Stunde mit mir unterhalten und dabei das Rad oft nur mit einer Hand regiert, da denke ich, werde ich es doch mit beiden Händen auch in der Gewalt haben können.“ „Wenn Sie nicht heruntergehen wollen,“ entgegnete ich, so sollen Sie steuern, aber ich werde bei Ihnen dleiden.“ „Das würde keinen Zweck haben,“ sagte sie schmollend wie ein eigensinniges Kind, das durchaus seinen Willen durchsetzen will. Cornish lachte über das ganze Gesicht und ging weg, Forward aber blieb noch immer stehen, bis ich endlich sagte: „Nun, alter Freund, machen aber auch Sie, daß Sie Ihr Lager suchen, Sie haben es, weiß Gott, nöthig. Thun Sie es um unser aller willen, denn wenn Sie mir plötzlich einmal ausspannen sollten, dann hätte ich die halbe, nein, zwei drittel meiner Mannschaft verloren.“ „Schon gut, Sir, wie Sie meinen,“ erwiderte er gähnend, Sie und die Miß werden sich ja über das Steuern einigen. Damit ging er. „Sie sehen, wie gehorsam diese Leute sind,“ wandte ich mich nunmehr an das Mädchen; warum wollen Sie nicht auch hübsch folgsam sein und schlafen zehen?“ „Ich habe Sie unbewußt gekränkt, Mr. Royle und das thut mir sehr leid.“ „So lassen Sie uns Frieden schließen, rief ich lachend und hielt ihr meine Hand hin.“ Sie schlug ein, und ich küßte ihre Hand. Darnach entfernte sie sich schweigend, drehte aber noch einmal um und sagte mit tiefer Bewegung: „Wenn wir gezwungen sein sollten, das Schiff plötzlich zu verlassen, ach Sie werden mich ja verstehen, so würde es Zeit meines Lebens auf mir lasten, wenn der arme Papa zurückgelassen worden wäre. „Das soll bestimmt nicht geschehen, darüber beruhigen Sie sich; jeder Ihrer Wünsche in dieser Beziehung wird mit der größten Pietät ausgeführt werden.“ „Es würde mir ein gar zu trauriger Gedanke sein, wenn er mit dem Schiff unterginge, ohne daß ein Gebet für ihn gesprochen worden wäre, schluchzte sie. „Ueberlassen Sie das mir; Sie dürfen fest überzeugt sein, daß er mit jeder Ehrerbietung und aufrichtigem Bedauern, noch ehe das Schiff untergeht, bestattet werden wird, so, wie es auf einem Schiff Brauch ist.“ „Ja, ich weiß es,“ erwiderte sie, mir die Hand reichend und mit einer mir tief zu Herzen gehenden Weichheit in ihrer Stimme,„Sie werden sich mir auch hierbei als der treue, mir von Gott gesandte Freund erweisen und alles nach meinem Herzen thun; ach, wenn ich Sie doch vorhin nicht so erzürnt hätte!“ „Ich bitte Sie inständig, denken Sie doch das nicht; tragen Sie mir nicht Worte nach, die ich in einer augenblicklichen Aufwallung sagte. Seien Sie gut. Ich hoffe fest, daß, wenn ich Sie mit Gottes Hülfe glücklich in Ihre Heimath zurückbringe, Sie in späteren Zeiten immer an mich denken werden als an einen Mann, der selbstlos handelte und dem Ihr Leben mehr werth war als das seine. Sie sah mir einen Augenblick voll und fest ins Auge, dann sprach sie leise: „Wie könnte es jemals anders sein? Gott segne Sie;“ dann schritt sie langsam der Kajüte zu. 26. Kapitel. Das Begräbniß. Der Wind healte noch immer, die See ging noch hoch, aber die Nacht war sternenklar. Es wunderte mich, daß das stürmische Wetter so anhielt, denn der Barometer stieg beständig. Ich zerbrach mir den Kopf mit allen möglichen Plänen das Schiff zu bergen. Wenn das Wasser nicht schneller eindrang, wie disher, so konnte die Sache kaum unüberwindliche Schwierigkeiten machen. Der Haupthaken lag in dem Umstand, daß uns nur zwei Theile des Kielraums zugänglich waren, nämlich vorn der Vorderpink und ganz hinten das Lazareth. War zwischen diesen beiden Stellen irgend ein Balken oder eine Planke lose geworden, dann konnten wir der Ladung wegen nicht an den Leck gelangen, diese aber herauszuschaffen, blieb für uns ein Ding der Unmöglichk it. Vor der Hand konnte indessen der Leck, mochte er liegen wo er wollte, noch nicht gerade bedeutend sein. So lange das Wasser innerhalb einer Stunde nur einen Fuß stieg, lag keine Veranlassung für mich vor, meinen Wunsch für gänzlich unausführbar zu halten, denn meiner Rechnung nach mußten die Bermudas ziemlich nahe liegen. War dies aber der Fall, und wurde das Wetter, wie es den Anschein hatte, besser, dann konnte ich auch mit ziemlicher Sicherheit darauf rechnen, die Inseln zu erreichen, obgleich das Schiff ein Wrack, und seine Mannschaft ganz unzureichend war. Bald fühlte ich mich von Hoffnung gehoben, bald wieder von Befürchtungen niedergedrückt; so verging mir in Grübeleien die Zeit bis halbzwölf Uhr. Da rief ich den Steward, und dieser weckte Cornish und den Hochbootsmann, obgleich ich nur den letzteren hatte haben wollen. Cornish, welcher dachte, es wäre Mitternacht und seine Zeit, das Rad zu übernehmen, kam, um mich abzulösen. Ich übergab ihm auch gleich das Steuer, denn ich wünschte sehnlichst den Hochbootsmann zu sprechen, der sich direkt wieder an die Pumpe begeben hatte, um den Wasserstand zu messen. Ich kam gerade zu ihm, als er die Peilstange ins Rohr gleiten g#, Dieselbe ergab dreizehn Zoll, d. h. also neun Pumpenhöhe und somit keine wesentliche Zunahme gegen die früheren Messungen. Selbstredend mußte aber mit dem Pumpen werden, denn über einen Fuß durften wir das nicht steigen lassen, weil jeder Zoll mehr unsere Ardelt verlängert und erschwert hätte. „Wenn es dabei bliebe, meinte Forward,„dank wäre es schon gut, aber mit solchem sinkenden Rump hat es immer seinen Haken, das ändert sich munchmit im Handumdrehen und man kann dann nur machen, man rauskommt. Na, vor der Hand hält ja aber alte Kasten noch und deshalb: los, frisch an die Arbeit. Er rief den Steward und wir gingen ans Wat; die Schwenzel kaarrten und klirrten und nur seilel gönnten wir uns ein paar Minuten zum Verpusten, wir das Schiff wieder„lenz“, d. h. leer hatten. Obgleich uns dies zweifellos bewies, daß, wenn Leck blieb, wie er war, es uns möglich sein würde, Wasser in Schranken zu halten, so war doch die Aussig jede Stunde pumpen zu müssen, eine äußerst entmuthlgsentt. Wir alle bedurften des Schlafes, um und aufe zu erhalten, und schon schmerzten uns die Knoche Leibe vor Uebermürung. Unter den obwaltenden ständen konnten wir aber selbst im besten Full nur auf eine kurze Ruhe rechnen und auch diese, Pro ich, würde uns bald nicht mehr vergönnt sein, den empfand schließlich immer von neuem die Sorge Zustand des Schiffsbodens; lockerte sich dieser P# dann war alle Arbeit umsonst, alles vorbet. Ich jedoch meine Befürchtungen für mich und sing bttmic herunter, um die kurze Zeit auszunützen. Ich wats# in der Kajüte auf die Matratze, auf welcher ber 9'chauf vorher gelegen hatte; dieser selbst schnarchte sc## der Bank sitzend, mit dem Kopf auf dem TschNoch ehe eine Stunde verganzen war, Wüte“ iu von Corniso wieder geweckt. Schlaftrunken,„ Stande, die Augen zu öffnen, taumelten wir zu den“ wie und begannen wieder unsere Arbeit, niechau“ Gliederpuppen. fol: (Fortsetzung forgt.) Senbürzermeister Adickes bejahte die Frage, ob nicht auch ea, die Inristen das Griechische entbehrlich und besser durch Englisch und Naturwissenschaften zu ersetzen sei. an der Debatte verwies Direkter Dörr auf Amerik, ue ähnliche Fragen die Schulwelt beschäftigen. Prof. Gutermuth hielt die bumanistische Vorbildung für unvorseilhaft für die technischen Studien. Zum Schluß wur de zi, folgende Resolution angenommen: Der Verein hält aa für wünschenswerth, daß die Azitation für Aufhebung ## Gymnasial=Monopols zum Studium der Medizin und Jurisprudenz in weitere Kreise getragen wird. " Cleve, 24. März. In Untersuchungsarrest nach Wesel sind die 4 Mann der Komp. des Reziments Nr. 56, welche am 6. d. M. in der hiesigen InfanterieCaserne 2 Einjährige überfallen haben, heute traneportirt worden. Einer der Einjährigen ist wieder bergestellt, während der andere, Referendar Di. sich noch im Lozareth befindet. Bochum, 22. März. Für die Hinterbliebenen der auf Zeche Karolinenglück verunglückten Bergleute sind von dem Komitee, das sich in Berlin zu diesem Zweck gebildet hat, 13000 Mk. bisher aufgebracht worden. Gestern weilte der Geschäftsführer des Vaterländischen Frauenvereins, Dr. Bauer aus Berlin, hier im Auftrage des Komitees, um diese Summe, von der 3000 M. zur sefortigen Vertheilung bestimmt waren, zu überreichen, Menden, 24. März. Einen schweren Verlust hat ein Goldwaaren=Reisender auf der Fahrt von Arnepers hierher erlitten; es sind ihm nämlich 3 Musterkoffer im Werthe von 120000 M. abhanden gekommen. Die anzestellten Nachforschungen über den Verbleib der Koffer waren erfolglos. Gerichts=Verhandlungen. Berlin, 22. März. Wegen Belästigung seiner Nachbarn durch Schornsteinrauch ist durch Entscheidung des Kammergerichts ein Kesselbesitzer zu 100 M. Geldstrafe verurtheilt worden. Dieses Urtheil ist deshalb wichtig, weil es feststellt, daß die Einsetzung eines bevollmächtigten Vertreters allein den Kesselbesitzer nicht von seiner persönlichen Verantwortlichkeit entbindet. Er bleibt verantwortlich, wenn er z. B. bei der Auswahl seines Beauftragten die pflichtgemäße Aufmerksamkeit aus den Augen läßt, oder wenn er im Hinblick auf hervorgetretene Uebelstände und im Hinblick auf die zu ihrer Beseitigung getroffenen Anordnungen Veranlassung zur Kontrole und Nachprüfung gehabt hat und dieser seiner Pflicht nicht nachgekommen ist. Vermischte Nachrichten. London, 24. März. Der zwischen Harwich und Hamburg verkehrende Dampfer Seamew stieß in der letzten Nacht beim Corker Leuchtschiff mit einem unbekannten Schiff zusammen, welches sank. Es wurde ein Dampfer zur Feststellung des Namens des gesunkenen Schiffes abzesandt. New=York, 24. März. Die Staaten Ohio, Indiana, Illinois, Westvirginien und Pennsylvanien haben seit Samstag unter Ueberschwemmungen zu leiden, die durch Thauwetter und Regenfälle verursacht sind. Der Eisenbahn=Verkehr ist vielfach unterbrochen, weil die Bahndämme zum Theil fortgerissen sind. Viele Fabriken sind geschlossen. Tausende von Personen sind obdachlos. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Dollars geschätzt. Bombay, 23. März. Die Sterblichkeit der verflossenen Woche hat alles übertroffen, was bieher dagewesen ist. Von 2268 Todesfällen, die in den letzten 8 Tagen vorgekommen, sind allein 1800 auf Rechnung der Pest zu setzen. (Die Diamantschnur der Serpentintänzerin.) Brüssel, 21. März. Heute Nacht fand im Operntheater das übliche, den Karneval abschließende Ballfest statt; es wurde durch einen unliebsamen Zwischenfall gestört. Die Serpentintänzerin Fräulein Petit war in einem prächtigen Ballkleide erschienen; ihre Diamantenschnur im Werthe von 15000 Franks wurde viel bewundert. Nachdem sie an mehreren Tänzen theilgenommen, entdeckte sie, daß sie den Schmuck verloren, oder daß er ihr entwendet worden war. Der Ball wurde auf einen Augenblick unterbrochen, und mit lauter Stimme wurden 1000 Franks Demjenigen als Belohnung versprochen, der den Schmuck wiederfinde. Der Schmuck kam nicht wieder zum Vorschein, und in Thränen gehadet verließ die Tänzerin den Saal. aus den Su# sinelles Fahrrad) wirt in Kurm die Ndae af“: tommen. Ein Erfinder ist nämlich auf umg das mmen, das Rad se anzutreiben, wie es hunt ai, Peratfallende Wasser mit einem Mühlrade verikung D.“s VBureau für Patentschutz und Ver. Kautwis, Köln. Sdan&am; Co., Verlin, Breilon, ichtet, is der mesterirg“, Mannbeim, Stutzart, be" e der weseintuche Theil dieses neuen Rades thatArt Mühlrad, in dessen Flügel der Fahrende hineintritt. Del Vortheil dieses Rades besteht darin, beiden Füßen oder auch nur mit einem her um kann und zwar ganz nach Belieben mehr eer. Winliger aef in das Rad hinein, sodaß also der nicht gezwungen ist, die einförmige, ein für Vehalen berumn fiie en den „lkum vorzunehmen, sondern die Bewegung des Weise, wie es der Reiter mit dem Pferd thut, mehr seiner augenblicklichen Laune und Disentsprechen lassen kann. Derartige Räder Nernpläitzen verwendet werden. (Beim Phetographieren erschossen.) Aus Bozen wird berichtet: Bei einer photegraphischen Aufnahme in Lienz ereignete sich ein Unzlücksfall. 3 Lienzer vollten sich zur Erinnerung an den Faschingszug als Jäger= und Bärengruppe aufnehmen lassen. Der Bär sollte in einer drohenden Haltung auf die Schützen losgehen, die auf das Thier anlegen sollten. Während der Photograph die Aufnahme machte, ging das scharfgeladene Gewehr eines Schätzen los und ein als Bär verkleideter Schmied stürzte, in die Halsader getroffen, Die Gendarmerie verhaftete den unglücklichen Thäter. „... Sag', Arthur, würdest Du Dir wirklich das Leben genommen haben, wenn ich Dir damals einen Korb gegeben hätte?" „Ach, Unsinn!“—„Das wäre aber nicht schön gewesen! Ichhatte es schon allen meinen Freundinnen erzählt!“ )* Buntes Allerlei. Von Höhscheid an bis hin nach Grünewald Geht eine Bewegung mit Sturmgewalt, Ein wahres Fieder faßte die Massen, Sie strömen her aus Straßen und Gassen, Die Menge drängt und schuppst hin und her, Die Kotten und Fabriken steh'n leer, Großväterchen selbst eilt vor das Haus Und Tante guckt zum Fenster heraus.— Was ist denn los? Wie kannst du fragen: Gleich kommt der erste Straßenbahnwagen! Das dumpfe Rollen, horcht doch, es naht, Schon schwankt und zittert der Leitungsdraht, Deutlich ertönt schon das Glockenbimmeln,— Dort kommt er! O welches Menschenwimmeln, Heut' fahren alle, der Spaß ist groß Und säß man wie in der Streichbolzdos. Wer denkt jetzt noch an den tiefen Dreck, Er wird verlacht vom trock nen Versteck. Es steigt der Jubelruf mit Behagen: Hurrah, der erste Straßenbahnwagen! „Das Unbegreifliche, hier wird's Ereigniß," dachte ich, als ich die Mär vernahm. Ach, die Freude des ganzen Solinger Südens finde ich begreiflich, der Zustand seiner Hauptstraße erinnerte den Winter hindurch doch stark an die ferne Urzeit, also daß es wohl kaum beträchtliches Aufsehen errezt hätte, wenn irzendwo im Straßenschlamm der Kopf eines Ichthiosaurus aufgetaucht wäre. Und jetzt der plötzliche Uebergang zur Kultur mit ihren Verkehrsbequemlichkeiten! Die Grünewalder und Höhscheider müßten ja ganz verschlammt gewesen sein, wenn sie über diese Wendung nicht laute Freudenäußerungen ausgestoßen hätten. Wirklich, das ist ein Frühlingsanfang, ein Altkaisergeburtstag, wie er schöner nicht gewünscht werden kann. Mit Höhscheid hat nun die zweite Gemeinde im Industriebezirk den „Weihekuß" der Straßenbahn empfangen und ich will hoffen, daß diese„Ehe aus gegenseitiger Neigung zum Guten ausschlägt. Die Höhscheider haben mit ihren Herzensgefühlen nicht gespart, als die elektrische Braut erschien; an ihr ist es, sich zu einer guten aufmerksamen Hausfrau zu entwickeln und die warme Aufnahme zu verdienen. Unser Landtagsabgeordneter, Herr von Eynern, hatte am Montag eine kleine Diskussion mit Herrn Thielen, dem Gebieter aller Schienenstränge(Straßenbahnschienen natürlich auszenommen) im Preußischen. In humorvoller Weise wußte er dem Minister und seinem Kollegen Miquel das dem Fiskus so zuträgliche Ver fahren bei neu geplanten Eisenbahnen vorzuhalten. Im Besonderen kam die Geschichte des Grunderwerbs für die Solingen=Remscheider Strecke zur Sprache; diese galt nämlich während der Bauzeit als Nedenbahn, um dann, nachdem Solingen und Remscheid die Hunderttausende blank und baar gezahlt hatten, sich plötzlich zur Hauptbahn zu entwickeln— auf dem Papier, denn wir wissen es besser, wir wissen ganz genau, daß Betrieb an Bahnhöfen u. s. w. noch nicht viel Vollbahnliches aufweisen können. Der Abgeordnete meinte nun(öffentlich, sein Glaube wird wohl ein gan; anderer gewesen sein), die Eisenbahn werde mit der ihr eigenen Noblesse den Städten die gezahlten Summen erstatten. O weh! Das fällt mir nicht ein! rief der Rinister.— Da haben wir's, gedacht hatten wir's aber schon und sonderliche Enttäuschung brachte die Nachricht nicht. Wer heimst nun den Reingewinn dieser Wenn ein Geschäft begründet wird, so erhält Jeder, der zum Betriebskapital beisteuert, einen entsprechenden Gewinnantheil; das ist ein kaufmännischer Fundamentaisatz. Handelte die Eisenbahn ebenso, so wäre nichts einzuwenden, aber in unbegreiflicher Bescheidenheit denkt sie: Stecke Du nur Dein Geld hinein, Ich nehme den Gewinn allein. Daß solche Grundsätze ihrem, der Bahn, Wohlbefinden sehr förderlich sind, ist klar wie dicke Tinte. Auch Höhscheid weiß seinen Haltepunkt in Hoffnung nicht fertig zu bringen und in Landwehr keinen Güterverkehr zu erreichen, eben weil die Eisenbahn nicht anders baut, als auf anderer Leute Kosten. Wie sehr übrigens die beiden großen Verkehrsinsti tute des Staats, Post und Eisenbahn, in die Verwaltung der Städte eingreifen, über Plätze und Straßen verfügen, haben wir am Grünewalder Eisenbahnübergang, an den verschiedenen„Quisseleien" der Post wegen Ver legung der Telegraphendrähte gesehen und können wir augenblicklich wieder studiren bei Einführung der elektrischen Feuerwehr=Alarmirung. Die Verzögerung mit dem Beginn der Arbeiten liegt einzig bei den beiden Staatsinstituten, die ihren Segen dazu geben müssen und dies mit der üblichen feierlichen Staatseile thun. Wundern muß man sich aber doch, daß die Staatsbehörden an allen Ecken und Enden mitzusprechen haben und selbst einfache Maßregeln, wie die Einführung der elektrischen Alarmirung, so vieler Taufpathen bedarf. In der Gräfrather Stadtvätersitzung wurde am Dienstag auch das letzte Drittel der Donaustraße planmäßig festgesetzt. Nun sind alle drei Drittel, mithin das Ganze, unter Dach und Fach gebracht und wenn der Himmel gut Wetter schickt und die Walder keine Quertreibereien machen und sonst kein Hemmniß die schönen Pläne stört: dann kann's im Geschwind schritt losgehen. Einem kann's ordentlich schwindlich werden bei solcher unheimlichen Hasterei. Allerlei Kleinkram. In Schaberg wird erweitert die Haltestation und angenehmer landen kann der Tourist bald schon, daraus ist zu entnehmen, daß Schaberg doch hat Werth und mancher Sommerfrischler gar gerne dahin fährt. Das mochte sehr verdrießen den Remscheider Herrn H., als er gedruckt die Nachricht in unserer Zeitung sah, in seiner gall'gen Laune braucht er sein grod Geschütz; ich will ihm nicht antworten, wie er's verdiente: spitz, ich sag nur: Lieber Nachbar, trotz Zetermordio bleibt Thatsache Thatsache, das ist nun einmal so. Beruhige dich lieber und stecke ein das Schwert, damit hilfst du doch nimmer dem schönen Güldenwerth; du machst es uns nur schwerer nach Worten von der Sort, für eure Haltestelle zu reden auch ein Wort.— Verweilen similiren die Techniker gar schwer, wie in der Brück' zu legen die Fahrstuhlbahn wohl wär; sie machten schon Versuche, doch keiner wollte gehn, und weiter müssen grübeln sie über das Problem. Ja, wären Differenzen erheblich da an Zahl— Das eben bringt den Aerger, daß sie so minimal und doch nicht weichen wollen trotz mancher Proberei, daß lange brüten müssen sie ein so kleines Ei. Das kommt oft vor, oft Großes schafft spielend Geisteskraft, während an kleine Dinge vergedlich er sich macht.— Im Zirkus ward es stille, per schwunden ist die Schaarder Künstler, Künstlerinnen, die drin beschäftizt war. Vielleicht bedauert Mancher, daß leer nun steht das Haus, das täglich er betreten mit einem Blumenstrauß, den er zu Füßen legzte der schönen Reiterin, die ihm mit Feueraugen verwierte stark den Sinn. Die Zirkus=Liebeleien thun Männern niemals gut, die„Damen“ haden eben ein gar zu beißes Blut und treiben Herzenbrechen etwa wie Pferdesport: bald din ich der Erkorne bald aber bist du's dort. Wenn endlich aus dem Rausche wir beide sind erwacht und fühlen, daß die Schöne nur Scherze sich zemacht, dann wird es uns im Kopfe wohl ganz gefährlich dumm, ne rechte„Katerstimmung" nennt man dies Stadium.— Der neugewählte Rektor für's Walder Schulsystem, er findet in Solingen so schön es und bequem, daß seine Wähler mußten ohn ihn nach Wald abziehen und um die Stellbesetzung sich anderswo bemüh'n. Man sieht, die Stadt Solinzen hat noch Anziehungskraft, und was sie hat das hält sie mit solcher festen Macht, daß gar ein Rektorposten beim braven Nachbar Wald den dafür Auserkornen nicht lecken kann sobald.— Walo soll auf seine Bitte zwei Zige haben mehr, doch mit dem Abendzuge da gebts dem Nachbar quer; die Eisenbahnbehörde sagt:„Könnt Ihr nicht einsehn, daß Ihr gehört ins Bett des Abends um halb zehn? Wir wollen nicht erleichtern die lange Schwiemelei, und wie wir es bestimmten, geschieht's vom ersten Mai!“ Nicht Wald nur, auch der Norden von unserer guten Stadt betheiligt sich am„Nutzen“ von diesem schönen Rath. Doch diese Bahn=„Resormen" bald lassen sie uns kalt, wenn erst die Kreisbahn kreiselt Solingen—Ohligs—Wald, dann fahren wir vergnüglich mit Elektrizität am Tage oder Abends und nach Gefallen spät. Die Aussicht soll uns trästen in dieser großen Noth, am Kreisbahnhimmel dämmert ja schon das Morgenroth.— Die Stadt kasse in Gräfrath vollsaftig und gesund, kann doch nicht rubig schlafen zur nachtumfangnen Stund, sie fürchtet Diebsgesindel, nicht minder Feuerbrand, da gingen die Stadtväter mitleidig ihr zur Hand und schenkten gern der Armen, ohn zu erwarten Dank, einen ganz feuerfesten und diedessichern Geldschrank. Ich kann mir lebhaft denken, wie nun erst recht erblüht die Kasse, wenn sie nächstens ins feste Haus einzieht; in Ruhe kann dann mästen sie sich von Staatszuschlag, von Grund=, Gebäudesteuern, die kommen Tag für Tag. Mit diesem schönen Bilde beschließ' ich das Quartal. Adien, Ihr lieben Leser, kommt wieder nächstes Mal. Gottlieb. Bücherschau. Jeder von uns weiß, daß man bei Sonnenschein in einem schwarzen Rocke mehr schwitzt, wie in einem weißen, oder wit anderen Worten, daß die schwarze Farbe lebhafter die Sonne anzieht, wie die weiße. Auf diese Thatsache hin sind wissenschaftliche Versuche unternommen worden, empfindliche Obstkulturen, speziell Pfirsichbäume, dadurch gegen Erfrieren zu schützen, daß man ihnen durch Bekalken ihrer Rinde statt ihrer dunklen eine weiße Farbe gab. Das Erfrieren solcher Bäume geschieht ja nicht dann, wenn während des Winters die Saftbewegung im Baume ruht, sondern dann, wenn die warme Frühlingssonne den Baumsaft in Bewegung setzt und an diesem Safte Nachtfröste ihr zerstörendes Werk üben. Der Zweck des Kalkens ist also der, die Bäume durch die weiße Farbe gegen die Sonnenwärme unempfindlicher zu machen, damit die Saftbewegung nicht zu früh beginne. Wie ein deutscher Landsmann Herr Richter in Whitesish=Bay in der neuesten Nummer des praktischen Rathgebers im Obst= und Gartenbau berichtet, haben diese Versuche ein völlig befriedigendes Resultat ergeben. 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Der„Liberal“ ist zu Allem bereit und will keinen Schritt zurückweichen, in der festen Ueberzeugung, daß es vor einem äußeren Feinde keinen Parteiunterschied geben wird. Der„Progreso“ ruft: „Spanien wach auf!“ und fügt hinzu, kein Republikaner werde feblen, wenn es gelte, das Vaterland vor der Zerstückelung zu bewahren. Die„Epoca“ sagt, die ganze Nation schaare sich einmüthig um die Regierung. Der „Heraldo“ fordert die Regierung auf, den Amerikanern nicht Zeit zu lassen, bis sie ihre Rüstungen vollendet hätten. Die„Correspondencia“ schreibt, vor der Gewalt werde Spanien niemals weichen. — 25. März. Der Bericht der spanischen Untersuchungskommission kam zu dem Schluß, die Explosion des„Maine“ sei einer inneren Ursache zuzuschreiben.— Der amerikanische Gesandte Woodford hatte eine längere Unterredung mit dem spanischen Minister des Aeußeren Gulton. Washington, 25. März. Im Senat hielt Thurston eine Rede über das Elend auf Cuba. Er schloß mit der leidenschaftlichen Aufforderung, die Flotte nach Havanna zu schicken und den Spaniern zu erklären:„Verlaßt die Insel!" Wenn dann Krieg käme, würden die Spanier ihn verschuldet haben durch ihren Widerstand gegen die Befreiung der Cubaner. Thurston sank weinend(!!) in seinen Sitz zurück unter enormem Applaus des Senats und der gedrängt vollen Gallerien. Allzemein wächst die Ueberzeugung, daß der Krieg schwer zu vermeiden ist. Es heißt, weder das Volk noch das Parlament wolle jetzt seine Schritte zurücklenken. Die Rüstungen werden fieberhaft fortgesetzt. — 25. März. Die Kommission zur Untersuchung des Maine=Unfalles erklärt, daß die Explosion von außen erfolgt sei, stellt aber nicht fest, wen die Verantwortlichkeit treffe, und spricht sich über den Charakter der Explosion aus. Durch Zeugen sei jedoch dargelegt, daß die Explosion durch eine unterseeische Mine verursacht worden sei. Nach einer weiteren Meldung soll der Belicht die Katastrophe 2 aufeinander folgenden Explosionen zuschreiben, von denen die erste durch eine unterseeische, bewegliche Mine erfolgt wäre, worauf die zweite in einer kleinen Pulverkammer stattgefunden habe.— Dem Vernehmen nach kaufte das Marinedepartement 8 Dampfpachten und 4 Schleppdampfer, die als Hilfsschiffe der Flotte dienen sollen. 16 Schiffe, die zum Leichterdienst gehören, sind dem Marinedepartement überwiesen worden. Wie ferner verlautet, haben die Mitslieder des westlichen Theils der Seestreitkräfte Befehl erhalten, sich bereit zu halten zum Uebertritt nach dem östlichen Theil, wo sie an Bord der Hülfeschiffe dienen sollen. Deutsches Reie Es verlautet noch nichts Bestimmtes, ob der Kaiser heute zur Beglückwünschung des Fürsten Bismarck persönlich nach Friedrichsruh kommen wird. Das völlige Schweigen der unterrichteten Kreise deutet man vielfach auf eine beabsichtigte Ueberraschung des Altreichskanzlers. Nach den kaiserlichen Bestimmungen erscheint es übrigens wahrscheinlich, daß der Monarch, wenn überhaupt, erst heute Nachmittag dem Fürsten einen Besuch abstattet. In Bremerhaven traf gestern Nachmittag der Kaiser zu einer Fahrt mit dem Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd„Kaiser Wilhelm der Große“ dem gegenwärtig größten und schnellsten Passagierschiff der Welt, ein. Eine nach Tausenden zählende Volksmenge hielt die Seiten des Hafens dicht besetzt und begrüßte den Kaiser mit lebhaften Hochrufen. Die im Hafen liegenden Schiffe sowie die Gebäude prangten im Flaggenschmuck. Der Kaiser, der Marine=Uniform trug, wurde von dem Präsidenten Plate und dem Direktor Wiegand des Norddeutschen Lloyd empfangen. In der Begleitung des Kaisers befanden sich u. A. General v. Hahnke, Geheimrath Dr. v. Lucanus, Kontre=Admiral v. SendenBibran, Staatssekretär v. Podbielski u. s. w. Auf dem Deck des Schiffes waren anwesend der kommandirende Admiral v. Knorr, Vize=Aomiral Karcher, die Kapitäne zur See Graf Baudissin und Schmidt, sowie Bürgermeister Pauli=Bremen und der Aufsichtsratb des Norddeutschen Lloyd. Der Dampfer Kaiser Wilhelm der Große lag vor der Schleuse zum Ausschleusen bereit, ein bei einem Schiffe von der Größe dieses Riesendampfers äußerst interessantes Schauspiel. Gleich nachdem der Kaiser auf der Kommandobrücke erschien, wurden die Taue losgeworfen, Kommandorufe erschallten und langsam und majestätisch fuhr das Schiff in die Kammerschleuse ein. Die ganze Durchfahrt nahm etwa dreiviertelStunden in Anspruch. Auf der Weser angekommen, drehte das Schiff und setzte sich unter brausendem Hurrah der auf dem Deich zusammengeströmten Menschenmenge in schnellere Bewegung; kurz darauf war es den Blicken entschwunden. Die Rückkehr wird heute Nachmittag erwartet. Das Wetter ist trocken, jedoch stürmisch, von Helgoland wird hoher Seegang gemeldet. In Homburg v. d. H. wird das Kaiserpaar ohne Familie am 29. ds. eintreffen; der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich werden in Begleitung Diyanders am 1. April dorthin reisen. In Kiel gedachte am Donnerstag bei dem Diner zur Feier der Erhebung von 1848 der Herzog Ernst Günther von Schleswig=Holstein, Bruder unserer Kaiserin, der Verstorbenen, begrüßte die erschienenen Mitkämpfer und dankte dafür, daß man seinem verewigten Vater ein Denkmal errichten wolle. Er stand nicht bei Seite, als es galt, Deutschland 1870 zu schützen, trotzdem er Vieles verloren und Vieles erlitten. Durch Jahrhunderte hingen die Schleswig=Holsteiner treu an dem König=Herzog, aber durch diese Jahrhunderte wurden die Schleswig=Holsteiner keine Dänen, sondern blieben Deutsche. Der Herzog schloß mit einem Hoch auf den Kaiser.— In Schleewig fand Gottesdienst im Dome statt, sowie Festzug zu den Denkmälern und die Weihe eines Erinnerungssteines. Beim Fürsten Bismarck in Friedrichsruh sind am Mittwoch Graf Heibeit und Graf Wilhelm mit ihren Gemahlinnen und Kindern zum Besuch eingetroffen. Ferner befindet sich als Gast dort Frau von BatockiKönigsberg. Im Uebrigen ist es noch sehr still im Sachsenwald. Von Jubiläums= oder Geburtstagsvorbereitungen ist nichts zu merken. Des Fürsten Befinden bessert sich zusehends; seine Stimmung ist vortrefflich. Er muß sich jedoch seines Beinleidens wegen noch geraume Zeit größte Schonung auferlegen.(S. N. Nachr.) Die Berliner Blätter besprechen die Abstimmung des Reichstages über die Marinevorlage und erklären, daß damit die Entscheidung über die gesammte Flottenvorlage gefallen, und daß die Annahme aller übrigen Paragraphen mit derselben Mebrheit gesichert sei. Seitens aller Parteien wird dem Zentrum und speziell dem Referenten Dr. Lieber das Hauptverdienst für das Zustandekommen der Vorlage ausgesprochen und ihm die Anerkennung darüber ausgedrückt, daß es seinen angestrengten und geschickten Bemühungen gelungen sei, die Annahme ohne vorherige Auflösung und Erschütterungen zu ermöglichen, wodurch unsere Stellung dem Auslande gegenüber wesentlich gestärkt worden sei. Die„N. A. Z.“ schreibt:„Die„Köln. Volksztg.“ hält ihr Märchen von der für die höchsten Stellen bestimmten geheimen Darlegung aufrecht, wonach die Katholiken von allen höheren Aemtern mit selbstständiger Verantwortlichkeit fernzuhalten seien. Wir können aufs bestimmteste versichern, daß zu einer solchen Darlegung weder amtlich noch privatim irgend ein Auftrag eitheilt worden ist.“ Der Landtag von Braunschweig bewilligte weitere 282000 M. für den Bau von Familienwohnungen für Arbeiter auf den Domänen. Die Gesammtbewilligung beträgt jetzt 780000 M. Das Abgeordnetenhaus hat bei der Berathung des Eisenbahnetats die von der Kommission beantragte Erhöhung des Dispositionsfonds auf 50 Millionen Mk. genehmigt, nachdem Finanzminister v. Miquel sein Einverständniß hiermit erklärt hatte. Abg. Dr. Sattler wünschte eine möglichst rasche Verwendung des Fonds. Die Berliner Stadtverordneten nahmen mit großer Mehrheit den Antrag Singer auf Anstrengung einer Klage gegen Beanstandung des Beschlusses, betreffend die Kranzniederlegung am Grabe der März= gefallenen, an. Das Reichseisenbahnamt hat den meistbetheiligten Bundesregierungen Vorschläge für eine Revision und weitere Ausbildung der Grundsätze über die Dienstdauer und die Ruhezeiten der Eisenbahnbetriebsbeamten zugehen lassen. Diese Vorschläge sollen demnächst unter Leitung des Amts kommissarisch berathen werden. Ausland. Oesterreich=Ungarn. Wien, 25. März. Die in den kretischen Gewässern noch stationirten österreichischen Schiffe sind mit dem Schutze der deutschen Reichs=Angehörigen betraut worden. Belgien. Brüssel, 24. März. Nach langen Erörterungen hat die Abzeordnetenkammer einen Gesetz=Entwurf betr. die Gleichberechtigung der beiden belgischen Landessprachen angenommen. Im Parlamente fand sich eine Zweidrittelmehrheit zu Gunsten der Gerechtigkeit für die vlämische Sache, was als ein sehr erfteuliches Zeichen für das Erstarken der national=vlämischen Bewegung zu betrachten ist. Frankreich. Paris, 25. März. Der„Figaro veröffentlicht eine Unterredung mit Honotaur, in welcher dieser erklärt, die Beziehungen Frankreichs zu allen Mächten seien die besten. Gegenüber der Behauptung einzelner auswärtiger Blätter, daß die Beziehungen Frankreichs zu England weniger fteundliche seien, genüge der Hinweis, daß die Königin von England und der Prinz von Wales in Frankreich weilten und daß Lord Salisburv demnächst nach Nizza komme. Es seien allerdings Schwierigkeiten vorhanden. Doch seien dieselben schon zur Hälfte gelöst. Mit der Nigerfrage befinde man sich bereits auf dem Wege eines Einverständnisses. Die China=Angelegenheit würde wobl Jahre lang dauern. Frankreich dürfe seinen ostasiatischen Besitz nicht zu vermehren suchen, sondern seine Kolonien lediglich gegen Ueberraschungen schützen. Frankreich müsse vor allem eine Verstümmelung und einen Zusammenbruch Chinas verhindern, wodurch auch schweie Erschütterungen in Europa heivorgerufen werden können. Frankreich werde ebenso alles thun, um einen Konflikt mit Spanien und den Vereinigten Staaten hintanzuhalten. Wir wünschen mit Frankreich überall mit aller Kraft den Frieden zu erhalten. Großzbritannien. London, 25. März. Eine amtliche Mittheilung erklärt die sensationellen Gerüchte über den Gesundheitszustand Lord Salisbury's und dessen angeblichen demnächstigen Rücktritt für durchaus unbegründet. Der Ministerpräsident befinde sich darnach bedeutend besser, sei wieder gekräftigt und werde nach der Riviera abreisen. Italien. Palermo, 25. März. Crispi hat, wie bereits gemeldet, sein Mandat niedergelegt; er will von seinen Wählern von Palermo, deren Urtheil er anruft, rebabilitirt werden und hat seine Wahlrede auf den 15. April angesagt. Seine Wiederwahl ist zweifellos. Türkei. Konstantinopel, 24. März. Die Räumung Thessaliens scheint bevorzustehen. 9 türkische Schiffe, die etwa 10000 Mann transportiren können, liegen klar zur Ausfahrt; man vermuthet in ihnen die für Thessalien bestimmten Transportschiffe. — 25. März. Die Botschaften Italiens, Frankreichs und Englands überreichten der Pforte gleichlautende Noten, in welchen die Bezahlung der Entschädigungen für die Plünderung bei den bezüglichen Unterthanen während der armenischen Wirren im Jahre 1896 aus der Kriegsentschädigung verlangt wird. Santiago, 25. März. Argentinien und Chile werden binnen 2 Monaten einander eine neue Grenzlinie vorschlagen. Im Falle es zu keiner Einigung kommen sollte, wird Chile die argentinische Republick auffordern, einem Vertrage über die Festsetzung der Grenze zuzustimmen oder sich damit einverstanden zu erklären, daß die Grenzangelegenheit einem Schiedsspruch Englands unterbreitet wird. Wenn Argentinien sich weigere, dies zu thun, solle der Krieg erklärt werden. Man nimmt aber allgemein an, daß Argentinien diese Bedingungen annehmen werde. China. Peking, 25. März. China nahm gestern sämmtliche russischen Forderungen an. Die Zugeständnisse sind folgende: 1) Die Verpachtung von Port Arthur auf 25 Jahre als befestigte Station und Stützpunkt. 2) Verpachtung von Talienwan als offener Hafen und zugleich als Endstation für die große Mandschurei=Eisenbahn auf eine ähnlich lange Zeit und mit dem Recht auf Befestigung. 3) Das Recht für den Bau einer Eisenbahn von Petung nach Talienwan und Port Arthur unter denselben Bedingungen wie bei der Mandschureibahn zu ertheilen. China wahrt seine Stellung durch Beibehaltung des nominellen Hoheitsrechtes, aber Das Wrack des Grosvenor. Roman aus dem Englischen von Clarck Russell. (Fortsetzung aus dem 1. Blatt.)(61 Die Dämmerung fand mich wieder am Rade. Ich kurchforschte den trostlosen, öden Horizont in dem blassen kicht, aber kein Schiff war zu entdecken. Die See, obbeyl nicht annäherend mehr so hochgehend wie vorher, var doch immer noch sehr bewegt, und die kurzen, schnell sich folgenden Wogen schlugen noch oft über Deck. Seit mehreren Tagen hatte ich meine Kleider nicht gehr ausziehen können, und das Gefühl körperlichen Undehigens erschwerte in nicht geringem Maße die einlonige anstrengende Arbeit. Meine Uebermüdung war stetz, daß ich Schmerzen empfand wie ein rheumatisch Kranker; es bohrte und nagte mir förmlich in allen Gliedern. Fist ohne Unterbrechung dem scharfen, schrecklichen Winde und dem Spritzen des Seewassers ausgesetzt, dir die Haut meines Gesichts hart und trocken geworeen, dazegen hatte ich auf dem übrigen Leibe ein unanKenchmes Gefühl von Feuchtigkeit, obgleich meine Unterteider nicht naß waren. Nie in meinem ganzen Leben eelte ich mich so unbehaglich, so zeischlagen und so muths befunden, als da ich jetzt im Dämmerlicht hinausEchis auf das weite, unruhige Wasser=Gefilde und kein Swiff sah, welches die Hoffnung neu belebt hätte. vorward kam, mich am Rade abzulösen, und ich ging ider pumpen. Nach Beendigung dieses Geschäfts schleppte lage mit größter Selbstüberwindung nach dem VorderIch hatte eine heilize Pflicht zu erfüllen, welche ich Besattung au shieben durfte; es handelte sich um die aine§;“s von Mr. Robertson. Zu dieser brauchte ich g Tangematte. In dem von den Leuten verlassenen dießer. deren zur Genüge. Ich nahm eine noch unbenutzte, holte mir dann in der Werkstatt des #rvermanns, welcher gleichzeitig Segelmacher gewesen tm“ eine Sezelnadel, Finzerhut und Zwirn und bet aues nach der Koje des Todten. bre. au rief ich Cornish zu meiner Hilfe. Wir lesten nach Dänsematte auf dem Fußboden aus und die 9gi#.9 eine Wolldecke darauf; dann nahmen wir Wi.:“ und rollten sie in diese beiden Hüllen ein. einem 2,8," 99) das Gesicht des alten Herrn seit baß eg dag. andert! Mir schien es fast unglaublich, Tagen so##“ sein konne, welches mir noch vor wenigen alles,#eundlich zugelächelt und gedankt hatte für wup ich gethan. „Für alles, was ich gethan!“ Ach! wie ein furchtbarer Hohn kamen mir jetzt diese Worte vor, wenn ich der Ohnmacht des Menschen über Leben und Tod gedachte. Als die Einwickelung beendet war, zogen wir die Ränder der Hängematte fest, und während ich dieselben stramm hielt, nähte Cornish sie zusammen. Hierauf holte er einige Scheuersteine zur Beschwerung der Leiche; diese befestigten wir in den Falten am Fußende der Hängematte. Das Gesicht ließen wir vorläufig noch frei. In diesem Zustand wurde nunmehr der Todte wieder auf sein Bett gelegt und zugedeckt. Alsdann schickte ich Cornish nach dem kleinen Gerüst, welches sich auf Deck befand und immer über Bord gehangen wurde, wenn irgend welche Ausbesserungen an der äußeren Schiffswand vorgenommen werden mußten. Es sollte uns jetzt als Bahre dienen. Ein Gitter würde dem Zweck besser entsprochen haben, wir konnten aber kein solches erlangen, da sie alle im Zwischendeck lagen und die Zugänge zu diesem, d. h. die Luken, der Sturzseen wegen fest verschlossen und mit Teerdecken überdeckt waren. Wir bekleideten die improvisirte Bahre mit der großen Flagge und stellten sie neben das Bett. Dann sagteich Cornish, er und der Steward sollten sich ihre Sonntagsanzüge anziehen und sich zur Bestattung bereit halten. Ich selbst ging auch, bessere Kleidung anzulegen und trat dann an Miß Robertsons Thür. Mir schlug das Herz zum Zerspringen, denn die Aufgabe, dem armen Kinde zu sagen, daß alles für das Begräbniß bereit sei, widerstrebte mir noch mehr, als es das Einnähen der Leiche gethan hatte. Ich fürchtete auch, in meiner Aufregung nicht die rechten Worte zu finden. Nach einigem Zögern klopfte ich an, schlich mich aber leise wieder weg, als ich keine Antwort erhielt, denn ich glaubte, sie schliefe, und um keinen Preis wollte ich ihre Ruhe stören. Kaum hatte ich mich aber einige Schritte entfernt, als die Thür geöffnet wurde, Miß Robertson heraustrat und fragte: „Haben Sie geklopft, Mr. Royle?“ Ich bejahte die Frage, fand aber nicht sogleich den Muth zu sagen, weshalb; mir war der Hals wie zugeschnürt. Sie sah mich forschend an, und als ich darauf unwillkürlich nach der Thür ihres Vaters blickte, errieth sie, was ich gewollt hatte und bedeckte ihr Gesicht mit beiden Händen. Nun sie mich nicht mehr ansah, fand ich wieder Worte und sagte leise: „Ich habe sein Gesicht freigelassen, damit Sie es noch einmal sehen können.“ Dann ergriff ich ihre Hand und führte sie zur Thür, trat aber selbst nicht mit ein. Ich dachte, es würde eine längere Zeit dauern, bie sie wieder herauskäme, sie kehrte aber bald zurück. Das brave Mädchen hatte wohl selbst in ihrem tiefen Schmerz nicht vergessen, daß mir viel daran liegen mußte, das Begräbniß bald hinter uns zu haben, weil das Schiff nicht lange unserer Dienste entbehren konnte. „Ich überlasse ihn jetzt Ihnen,“ sagte sie. Dieser Entschluß freute mich, denn ich verstand ihre Worte so, daß sie nicht beabsichtigte, dem Begräbniß beizuwohnen; als ich sie wieder nach ihrer Kajüte geleiten wollte, fragte sie mich erstaunt, ob denn die Bestattung erst später sein solle. Ich sagte ihr, wie ich sie verstanden habe, worauf sie erwiderte: „Ach nein, das habe ich nicht so gemeint; glauben Sie mir, ich fühle mich staik genug, den schweren Gang mitzumachin, ich bin nicht so schwach, als Sie vielleicht denken.“ „Gut, ganz wie Sie wünschen, entgegnete ich.„Ich wecde Sie benachrichtigen, sobald alles bereit ist.“ Darauf trat sie wieder in ihre Kajüte, während ich Cornish und den Steward holte, um mit diesen beiden die letzten Vorbereitungen zu treffen. Zunächst wurde das Kopfende der Hängematte zuge: näht, dann die Leiche auf die Bahre gelegt und mit der Flagge überdeckt. Nachdem dies geschehen, überlegten wir, welchen Theil des Schiffes wir am besten wählen könnten, um die Leiche über Bord gehen zu lassen. Für gewöhnlich ist es auf See Brauch, ein Begräbniß in der Nähe der Fallreepstreppe stattfinden zu lassen; dies war aber in unserer Lage nicht möglich, da das Schiff zu heftig schlingerte, und das Hauptdeck überschwemmt war. Wir beschlossen deshalb, den Todten nach dem Hinterdeck zu schaffen. Es geschah dies so feierlich als möglich. Die Bahre wurde mit dem Fußende auf Geländer hinter dem Backbord= Seitenboot gestellt. Das Kopfende hielten Chornish und der Steward. Forward stand mit abgenommenem Hute am Rade. Nunmehr ging ich Miß Robertson zu melden, daß Alles bereit sei, nachdem ich mir vorher noch unter den Büchern des Kapitäns dasjenige über die Begräbnisse auf See geholt hatte. Ich bat Miß Roberison noch einmal, zu überlegen, ob es nicht weniger angreifend und aufregend für sie sein würde, wenn sie der Bestattung fern bliebe, um die — Zeit während derselben allein im stillen Gebet zuzubringen, versicherte sie, daß auch ohne ihre Anwesenheit dem Todten jede Ehre erwiesen werden und alles so zugehen würde, wie ihr Herz es nur wünschen könnte. Sie entgegnete aber:„Nein, das Grab soll meinen Vater aufnehmen, die Fluten sollen sich nicht über ihm schließen, ohne daß mein Gebet sich mit meinem letzten Liedesblick vereinigt.“ Damit legte sie ihren Arm in den meinen und gefaßt, mit thränenlosen Augen, aber mit unbeschreiblichem Schmerz in dem schönen, bleichen Gesicht, bat sie mich, sie auf Deck zu führen. Ich that dies mit wehem Herzen. Als wir oben angekommen waren, und sie die mit der Flagge überdeckte Leiche, die entblößten Häupter und die feierliche Haltung unserer drei Gefäbrten sah, da war es einen Moment, als ob der Anblick sie überwältigen wollte; sie stützte sich schwer auf meinen Arm, bedeckte ihre Augen mit der Hand und blieb stehen. Gleich darnach faßte sie sich aber wieder und wankte vorwärts. Ich erkannte, daß das Hinabgleiten der Leiche in die Fluthen zu viel für ihre Nerven sein würde und daß sie dies nicht sehen dürfe. Deshalb breitete ich schnell eine andere Flagze vor das nächstliegende Oberlicht und bat sie, auf diese, mit dem Rücken gegen uns, niederzuknieen. Sie that dies, folgsam wie ein Kind, ohne irgend welche Widerrede. Ich flüsterte Cornish zu, Acht auf mich zu haben, da ich ihm ein Zeichen geben würde, wann die Leiche hinabgleiten solle. Dann trat ich neben die Bahre und begann mit der Leichenfeier. Es war eine Szene, die sich tief in meine Erinnerung eingegraben hat. Noch heute sehe ich alles deutlich vor mir: das verstümmelte Wrack, mit seinen, wie flehend gen Himmel gestreckten Maststümpfen, das einzige, vom heulenden Winde rund aufgeblähte Segel, das lose, umherfliegende, zerrissene, gekappte Tauwerk, die über Deck schlagenden, schäumenden Wogzenkämme, das taumelnde, dabei oft hoch aufbäumende und dann wieder wie in einen Abgrund jäh niederfahrende Schiff. Vor meinem geistigen Auge steht die neivige Gestalt des Hochbootsmanns breitbeinig am Rade, beide Arme straff in den Spaken, er ist barhäuptig, des Haar flattert im Winde, seinen, von ehrlicher Trauer umflorten Blick hält er auf das knieende Mädchen gerichtet und leise murmelte er die Worte mit, die ich in tiefer Bewegung lese, die Leiche liegt auf dem Schiffsbord, zu beiden Seiten neben ihr haben sich Cornistz und der Steward aufgestellt, deren abgemattete Gesichter tragen den Stempel der Erregung, welche die Trauerfeier mit ihrer grausigen Umzebung in ihnen hervorgerufen hat.(Forts. folgt.) die Verpacktunz ist im üb igen gleichbedeutend mit Abtretung. — 23. März. Die Einwehner der Prooirz HanzChing widersetzten sich mit Gewalt dem Bau einer Eisenbabn. Handwerks=Gesetzgebung. Berlin, im März. Die Zeit, da die im Gesetze festgelegte Organisation des Handweiks in die Wege geleitet werden soll, ist nicht mehr fern. Dem Bundesrathe liegen gegenwärtig die Normalstatuten für freie und für Zwangsinnungen vor, und sobald diese fertig gestellt sein werden, wird es sich ermöglichen lassen, einmal die bestehenden freien Innungen den neuen Vorschriften anzupassen, freie Innungen in Zwangs=Innungen umzuwandeln und neue Zwangs=Innungen zu schaffen. Der größere Theil der Gewerbe= Ordnungs=Nevelle, welche die HandwerksOrganisation behandelt, wird am 1. April in Kraft gesetzt werden; hauptsächlich der Theil, welcher die Handwerkekammern betrifft, bleibt vorläufig noch außer Geltung. Es ist das auch durchaus begreiflich, weil erst die Unterlagen in den den neuen Verhältnissen entsprechenden unteren Handweiks=Organen geschaffen werden müssen, ehe aus den Wahlen der letzteren die Krönung des Gebäudes, die Handwerkskammern, hervorgehen werden. In den Kreisen des korporirten Handwerks erwartet man von dieser Organisation Wunderdinge, man glaubt, daß nunmehr alle Beschwernisse, über welche die Handwerker sich bisher beklagten, beseitigt und neue Quellen zu besserem Erwerbe erschlossen werden würden. Solche Illusionen werden alle diejenigen, welche in der Zwangsorganisation des Handwerkes ein Ideal nicht erblicken, nicht theilen können. Es ist möglich, daß die Organisationsarbeiten den Korpsgeist unter den Handwerkern, über dessen Mangel vielfach geklagt wurde, heben und stärken werden; daß aber mit der Organisation allein viel mehr gebessert würde, ist doch sehr zweifelhaft. Wenn die einzelnen Mitglieder der künftigen Innungen und Handweikerkammern sich die Sache sehr angelegen sein lassen werden, wird man vielleicht noch von der Organisation eine Besserung des Lehrlingswesens erwarten dürfen, wenigstens in einigen Beziehungen. Weiter aber sicher nichts. Damit aber ist dem Handweik doch noch lange nicht geholfen. Es wird also gut sein, wenn auch das korporirte Handwerk nicht blos auf den Ausbau der neuen Organisation als die Rettung aus der gegenwärtigen Lage hofft, sondern wenn es sich mehr als je der Mittel bedient, welche auch andere Erwerbsgruppen zum Vorwärtskommen benutzen. Dazu ist zunächst das Genossenschaftswesen zu rechnen. Durch die preußische ZentralGenossenschaftskasse ist der Personalkredit auch für die Handweiker besser geworden, sie können ihn leichter erlangen, wenn sie in Genossenschaften sind. Aber auch wenn sie diesen Kredit nicht gebrauchen sollten, wäre der Zusammenschluß in Genossenschaften, sei es Kredit=, sei es Rohstoff=, sei es Verkaufs=Genossenschaften, zu empfehlen. Des Weiteren wird immer mehr der Fortbildungs= und Fachunterricht zu beachten sein. Der Staat und die Gemeinden geben sich redliche Mühe, beide Unterrichtsarten in die Höhe zu bringen, die Handwerker werden nun selbst dafür sorgen müssen, daß von dem jüngeren Nachwuchs der Unterricht in der zweckmäßigsten Weise ausgenutzt wird. Schließlich wird auch immer mehr Gewicht auf die Anpassung an moderne Verhältnisse im ganzen Geschäftsgebahren gelegt werden müssen. Alle diese Momente wirken besser und förderlicher auf das Handwerk als die schönste Organisation. Deehalb werden die Handwerkerkreise gut thun, mehr von ihnen als von der Organisation zu erwarten. c. Die Lage der deutschen Arbeit. Die neuere deutsche Handelsvertragspolitik fand bekanntlich besonders in agrarischen Kreisen leidenschaftliche Gegner. Die Reichsregierung hat bisher dieser Gegnerschaft wenig Neigung entgegengebracht, weil sowohl die Wissenschaft wie die praktische Erfahrung auf den Werth einer derartigen Politik mit Nachdruck hinwies. Auch den Anhängern der Handelsverträge liegt es fern, behaupten zu wollen, es habe bei dem Abschluß der letzteren nicht Einzelnes besser gemacht werden können; die Zukunft wird offenbare Fehler zu vermeiden haben. Unter dem günstigen Einfluß der Handelsverträge hat aber Deutschland eine hervorragende Stellung auf dem Weltmarkt gewonnen; niemals stand sein industrielles Ansehen so hoch wie heute, nie hatte man im Ausland zu deutscher Arbeit, deutschem Handel, deutscher Volkswirthschaft mehr Vertrauen als in der Gezenwart. Unter dem Schutz der Verträge, welche willkürliche Beunruhigungen unseres Handels und plötzliche Veränderungen der Zolltarife fern halten, hat die deutsche Industrie in den letzten Jahren jene hohe technische Entwickelung erreicht, die mit der englischen und französischen Fabrikation auf den Auslandsmärkten erfolgreich wetteifert. Diese, mit der Handelsvertragspolitik in innigem Zusammenhange stehende Entwickelung der deutschen Technik wirkte befruchtend auf den Unternehmungsgeist der Kaufleute und hob selbst den schlichten Arbeiter zu höheren Leistungen empor. Alles das hat zusammengewirkt, um in Deutschland, trotz der vielfachen ungünstigen Umstände, die in den letzten Jahren die Lage des Weltmarktes beeinflussen, bis heute eine geschäftliche Blüthezeit zu erhalten, die in diesem Umfange die deutsche Volkswirthschaft noch nicht erlebte. Den besten Gradmesser für die Lage unseres industriellen Erwerbslebens giebt nicht mehr wie früher das Textilgewerbe, sondern unter den heute gänzlich veränderten Umständen die Produktion von Roheisen, überhaupt die Eisenindustrie. Es ist daher besonders lehrreich, daß die deutsche Roheisenerzeugung nach der von Dr. Rentzsch soeben veröffentlichten Statistik der Produktion von Roheisen im Deutschen Reiche im Jahre 1884 nur 3600612 Tonnen à 1000 Kilo betrug, dagegen 1894 schon 5788798 Tonnen und 1897 bis auf 6889067 Tonnen gestiegen ist. Auch gegenwärtig heirschen in der Eisenindustrie noch gute Verhältnisse. Doch glauben genaue Beobachter unseres deutschen Arbeitsmarktes, daß der Höhepunkt der günstigen geschäftlichen Konjunktur jetzt thatsächlich überschritten ist. Neben anderen Gründen hat dazu auch die Beunruhigung mit gewirkt, die der Industrie durch die Angriffe auf die Handelsverttäge bereitet wird. Dringt man doch selbst darauf, diese Verträge vor der Zeit aufzuheben oder doch nach einer gewissen Richtung hin unwirksam zu machen. Natürlich würde das von seiten der anderen Vertragsstaaten sofort zu Gegenmaßrezeln führen, die auf unsere Ausfuhr herabdrückend wirken würden. In industriellen Kreisen rechnet man heute mit dieser Gefahr bereits, und die Folge ist eine, wenn auch bisher nur leise Erlahmung des Unternehmungsgeistes. Jedenfalls ist die Entwickelung unserer Industrie in der letzten Zeit eine langsamere geworden. Die Beschäftigung ist in den meisten Industriezweigen allerdings noch immer eine gute, aber die Verhältnisse liegen doch nicht mehr allgemein so günstig, wie im vorigen Jahre. In einzelnen Zweigen der Eisenindustrie, so in der Erzeugung von Bandeisen, fehlt es augenblicklich an Beschäftigung, die Röhrenwalzweike haben tiotz umfangreicher Auftläg: eine Ermäßigung der Peise eintreten lassen. Dagegen ist die Beschäftigung der Stahlwerke, sowohl in Rheinland: Westfalen, wie in Schlesien, eine gute. Durch die großen Aufträge der Eisenbahnverwaltungen haben auch die Schienenwalzwerke lebhaft zu thun. Die Földerung in den Kohlengruben steht bei der günstigen Lage der Industrie sehr wenig unter dem Einfluß des durch den milden Winter verursachten geringeren Bedarfs von Hausbrandkohlen; nur in einzelnen Gruben mußten Feierschichten eingelegt werden. Ruhr= und Saarbezirk hofft man, daß die Absatzverhältnisse auch im ganzen laufenden Jahre günstig bleiben. Wie fast in der gesammten Eisenindustrie, so ist auch im Bergbau das Einkommen der Arbeiter ein höheres geworden. Aber während dasselbe in der Industrie vorwiegend durch Lohnerhöhungen und erst nebenbei durch Ueberstunden erzielt ist, spielen die letzteren bei den Lohnsteigerungen im Bergbau augenscheinlich eine wesentliche Rolle. Im Maschinenbau sind alle bedeutenden Werke noch auf längere Zeit hinaus beschäftigt. Viele sind auch noch jetzt auf Erweiterungen ihrer Betriebe bedacht, andere trauen der Dauer des gegenwärtigen Geschäftsganges nicht und sind vorsichtig zurückhaltend. Im Allgemeinen ist jedoch die Lage günstig. Nicht ohne Einfluß auf die deutsche Maschinenindustrie war der große, bekanntlich verloren gegangene Streik der englischen Maschinenbauer, der die Maschinenbauanstalten jenseits des Kanals zum größten Theil stilllegte und dazu beitrug, daß viele Aufträge deutschen Unternehmungen ertheilt wurden, die sonst nach England gegangen wären. In den wichtigsten Zweigen der Weberei ist die stille Zeit jetzt überwunden. In den Greizer und Geraer Bezirken sind gegenwärtig sämmtliche mechanische Stühle wieder in Arbeit und auf Wochen hinaus unter Auftrag. Viele Fabriken können die Waare nicht schnell genug liefern; doch befürchtet man vielfach, daß der augenblickliche Geschäftsgang nicht von langer Dauer sein wird. In der deutschen Wirkwaarenindustrie ist der Geschäftsgang ein verschiedenartiger. Einzelne Zweige, so besonders die Herstellung gewisser Strumpfwaaren, können trotz lebhafter Thätigkeit und zahlreicher Ueberstunden kaum rechtzeitig liefern, in anderen liegt das Geschäft still. Doch im ganzen ist die Lage keine ungünstige. Sowohl die Waarenpreise wie die Arbeitslöhne sind in den gut beschäftigten Zweigen der Wirkerei gestiegen und man hofft, daß diese günstigere Zeit von einiger Dauer sein wird. Auch die Spitzenindustrie hat sich in den letzten Wochen etwas gebessert, aber im allgemeinen ist ihre Lage keine gute und es wird sowohl über geringe Waarenpreise wie über gedrückte Arbeiterlöhne geklagt. Im Posamentengewerbe sind die Unternehmer mit Aufträgen überhäuft, da die Mode den Perlstickereien zünstig ist. Sehr lebhafte Beschäftigung herrscht auch auf dem Gebiet der Elektrotechnik, deren Eroberungszug immer mehr zur Vergrößerung der ohnehin schon umfangreichen Anlagen drängt. In den meisten Zweigen der chemischen Industrie hat man gleichfalls noch immer Ursache, mit der Geschäftslage zufrieden zu sein.— Das Baugewerbe ist in diesem Winter noch nicht zur Ruhe gekommen und bereitet sich auf eine günstige Saison vor; in der Glasindustrie und im Möbelbau läßt dagegen die Beschäftigung noch immer zu wünschen übrig. Die Arbeitslosigkeit ist in diesem Winter erheblich geringer als in den letzten Jahren. Es ist das jedoch mehr auf die Gunst der Witterung als auf die Lage der Industrie zurückzuführen. Rheinland und Westfalen. Remscheid, 25. März. Der bisherige interimistische Bankvorstand der hiesigen Reichebanknebenstelle à Brassard ist zum Bankvorstand ernannt worden. — 25. März. Der Hausknecht D. aus Solingen ist, wie die„Remsch. Ztg.“ schreibt, des Kassendiebstahls bei dem Fischhändler R. überführt worden. Vohwinkel, 25. März. Herr Regierungsassessor Hoche hierselbst ist dem Königlichen Polizeipräsidium zu Berlin zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen worden. Barmen, 25. März. Unter den Bewohnern in Wichlinghausen herrscht große Aufregung. Wie bereits kürzlich gemeldet wurde, sind 3 Söhne der Wittwe Weigand an Typhus gestorben. Inzwischen ist der Barbier Pfeiffer, Vater von 5 kleinen Kindern, gestorben. Derselbe hatte einen der Verstorbenen gepflegt. Außerdem sind noch 5 Personen erkrankt, darunter die Mutter der verstorbenen Brüder und eine Schwester, sowie einige Freunde, welche die Kranken gepflegt haben. Da die Krankheit in ihren Erscheinungen einige Aehnlichkeiten mit der Lungen=Entzündung hat, so sollen die Aerzte von vornherein etwas im Zweifel über ihren wirklichen Charakter gewesen sein. Die meisten Kranken sind im Krankenhaus untergebracht, wo ebenfalls ein Pfleger infizirt worden ist und schwer krank darniederliegt. In der Bevölkerung sieht man mit Entsetzen, wie die Krankheit um sich greift.(Gen.=Anz.) Lennep, 25. März. Unsere höhere Mädchenschule wird dem„L. Kreisblatt“ zufolge den Nachmittagsunterricht von Ostern ab einschränken. Voraussichtlich wird es möglich sein, den Nachmittagsunterricht der unteren 3 Jahrgänge ganz zu beseitigen und die Lehrstunden auf die Zeit von 8½ bis 1 Uhr zu legen, ja den untersten Jahrgang, der nur 28 Schulstunden hat, 2mal in der Woche sogar schon um 12¼ Uhr zu entlassen. Für die oberen 3 Jahrgänge schließt der Vormittagsunterricht mit Rücksicht auf die Konfirmanden 4mal in der Woche um 12¼ Uhr; am Dienstag und Freitag kann bis 1 Uhr unterrichtet und der Nachmittagsunterricht daher auf Montag und Donnerstag beschränkt werden. Aachen, 24. März. Für das Mariannen=Institut, eine Entbindungs=Anstalt für dürftige Ehefrauen des Stadtkreises Aachen, sind hier in 4 Tagen 75000 M. als Schenkung gezeichnet worden. Bieleseld, 25. März. Amtlich wird gemeldet: Ein mit 2 Lokomotiven bespannter Eilzug fuhr vergangene Nacht auf Bahnhof Oelde in einer Kreuzungsweiche auf einen ausfahrenden Güterzug. Vom Zugpersonal sind ein Bremser des Güterzuges durch Stoß gegen die Brust und der führende Lokomotivführer des Eilzuges durch Quetschung leicht verletzt. Die beiden Lokomotiven des Eilzuges und 7 Wagen des Güterzuges wurden erheblich beschädigt. Der Betrieb war erheblich gestört. Stadt= und Landkreis Solingen. Solingen, 26. März. *— Herr Regierungsbaumeister Engelbrecht, der den Bau des jetzt vollendeten neuen Amtsgerichtsgebäudes geleitet hat, ist als Kreisbauinspektor nach Genthin, Reg.=Bez. Magdeburg, versetzt worden. Er wird nach etwa 2jährigem Aufenthalt heute unsere Stadt verlassen; ein großer Freundeskreis sieht ihn ungern von hier scheiden. — Heer Gerichtsassessor Dr. jur. Feist von hier ist zur Rechtsanwaltschaft bei den Gerichten in Elberfeld und Barmen zugelassen. Herr Vizefeldwebel Krischer vom Landwehrbezirk Solingen ist zum Sekondelieutenant der Reserve des Füsilier=Regts. 39 befördert worden. — In der Beilage zu der gestrigen Nummer d. Ztg. war im Bericht über die Einholung des neuen Remscheider Pfarrers, Herrn v. Bruch, nach dem„Remsch. Gen.= Anz.“ eines von Herrn Pastor Müller=Solingen ausgebrachten Trinkspruches Erwähnung geschehen. Weil dieser von dem genannten Blatte nur auszugsweise mitgetheilt worden war, geben wir im Nachstehenden den Inhalt etwas ausführlicher wieder. Die angezogene Stelle richtete sich gegen die Ausartung des berechtigten Remscheider Lokalpatriotismus in lokalen Chauvinismus. Hieran war der Wunsch geknüpft, daß der Lokalpatriotismus der Solinger auch nach der Seite sich auswachsen möge, daß Diejenigen, die nach gut abgeschlossenem Geschäft sich zur Ruhe setzten, es den Remscheidern auch darin gleich thun möchten, zu gemeinnütziger Arbeit im Lande zu bleiben, statt am Rhein oder sonstwo ihre„guten“ Tage zu beschließen. — Im Ossiansaale des Bayerischen Hofes hielt gestern Abend Herr Premierlieutenant a. D. Th. Westmark einen Vortrag über Innerafrika. Der Reisende, der in persönliche Berührung mit Stanley kam, kann über seine Erlebnisse im„dunklen" Erdtheil sehr Interessantes berichten. Er hat den Oberlauf des Kongo im Dienst des Kongostaates befahren, hat dort Stationen geleitet und bei dieser Gelegenheit reiche Kenntnisse gesammelt, die er in anschaulichem fesselnden Vortrag wiederzugeben versteht. Westmark, ein blonder Skandinavier von hoher stattlicher Figur, beherrscht die deutsche Sprache recht gut, nur muß man sich zuerst ein wenig an sein Organ und seine eigenartige Aussprache gewöhnen. In seinem Vortrag gab u. A. Westmark einige Szenen zum Besten, in denen Stanley eine recht bedenkliche Relle spielt; W. bestätigte mithin die Erfahrungen anderer Aftikareisender, die dem hochbedeutenden Forscher ebenfalls Brutalität und Habsucht vorgeworfen haben. Redner verbreitete sich dann über den Charaktei, Glauben, das Familienleben usw. der Negeivölker, bei denen der Kanibalismus noch eine bedeutende Rolle spielt. Gerade über die Menschenfresserei berichtete W. interessante Einzelheiten, auch wenn er hervorhob, daß der Kanibalismus überall, wohin die Europäer dringen, im Schwinden begriffen ist. Mit dem Wunsche, daß Christenthum und Civilisation weiterhin dem„dunklen" Erdtheil Licht zuführen mögen, schloß Redner seinen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag. — Für das III. Konzert des städt. Gesangvereins, welches morgen unter Leitung des Herrn P. Hoffmann in der Schützenburg stattfindet, sind außer dem bereits erwähnten Frl. Dorothea Schmidt als Solisten die Herren Otto Hintzelmann(Tenor) und Gustav Freytag(Baß) gewonnen worden. Herr Hintzelmann, ein bewährter, verständnißsicherer Oratoriensänger, besitzt ein ungemein sympathisches, klangvolles Organ und hatte in letzter Zeit wieder ganz bedeutende Erfolge zu verzeichnen. Ueber Herrn Gust. Freytag entnehmen wir der Nürnberger Zeitung:„Herr Freytag hat bei uns förmlich Sensation gemacht. Er besitzt ein prachtvolles Material, das vorzüglich ausgebildet ist. Der Stimmumfang ist groß: Baß und Baritonlage, der Registerausgleich normal und der Wohlklang der Stimme von seltener Schönheit.“ — Der M. G. V.„Einigkeit" der Firma Weyersberg, Kirschbaum& Co. feiert heute Abend im weißen Saale der Erholung ein Gesellschaftsfest. Der morgige Sonntag bringt auch wiederum einige Festlichkeiten. So giebt in der Erholung der„Sängerbund=Stöckerberg sein Stiftungsfest, das durch Mitwirkung verschiedener befreundeter Vereine verschönt wird. In der Tonhalle findet auf vielseitiges Verlangen eine Wiederholung der Theater=Vorstellung„Der Trompeter von Säkkingen" statt. Der Verein der Reider eingesteckter Messer feiert sein Stiftungefest in der Schützenhalle. Im Lokale des Herrn F. W. Bungards=Grünewald gibt die Kapelle des 16. Inf.=Regts.(Frhr. von Sparr) ein Konzert; der M. G. V.„Eintracht"=Flachsberg feiert sein Winterfest im Lokale der Frau Wwe. Marcus zu Gräfrath, — Die 14. Verbands=Ausstellung des Verbandes rheinischer Geflügelzuchtvereine, veranstaltet vom Geflügelzüchter=Verein Fauna in Solingen, findet bekanntlich in den Tagen vom 9. bis 11. April d. J. in der Schützenburg hierselbst statt. Die Zahl der bis gestern eingegangenen Anmeldungen ist groß. Zahlreiches Nutzund Ziergeflügel wird die Ausstellung enthalten. Besonders reichhaltig wird die Abtheilung für Wassergeflügel beschickt. Dieselbe wird viele fremdländische Enten, Riesengänse und auch einige schwarze Schwäne aufweisen. Von vielen Vereinen und Privaten sind werthvolle Ehrenpreise zur Verfügung gestellt worden. Die Stadt Solingen bewilligte bekanntlich 150 Maik für den gedachten Zweck. Auch bekundet eine stattliche Zahl unserer Mitbürger Interesse für das Unternehmen durch Stiftung von Ehrenpreisen. — Ein 18jähriger Bursche, der zu Neujahr einem andern Jungen ein Auge ausgeschlagen hatte, wurde gestern wegen der schweren Körperverletzung festgenommen. Die Mutter des Verletzten hatte das Vorkommniß s. Z. als Unglücksfall bezeichnet; erst nachdem sich die betr. beiden Familien überworfen haben, ist der Polizei Mittheilung von dem Sachverhalt gemacht worden. — Ein Mann von Ohligs, der gestern mit seinem Kinde von dort nach Solingen fuhr, um einen Arzt aufzusuchen, wurde auf dem Südbahnhof, weil er keine Fahrkarte vorzeigen konnte, angehalten und der Polizei übergeben, nach der erfolgten polizeilichen Vernehmung aber wieder entlassen. — Heute vor 8 Tagen lachte die Sonne vom Himmel herunter, des Frühlings Ankunft in freundlicher Weise verklärend. Nun haben wir den Frühling kalendermäßig; aber wie sieht das Wetter aus! Die letzten Tage brachten Schneetreiben, das uns lebhaft an den vergangenen Monat erinnerte; gestern hat sich Thauwetter eingestellt und der damit verbundene„Matsch." Der Frühling ist eben noch jung und man darf seine Streiche nicht zu ernsthaft nehmen. Er wird sich zweifellos noch bessern. Uebrigens kann man ihn nur theilweise für das schlechte Wetter verantwortlich machen, es konnte ja nicht ausbleiben, hatte doch Falb einen kritischen Tag erster Ordnung angesetzt. — Als Waarenzeichen wurden eingetragen für Balke& Schaaf, Solingen, das Zeichen„Schaaf“, — für Theodor Fischer daselbst das Zeichen„Fliegender Storch“. — Infolge eines in der Nacht auf Freitag vorgekommenen Eisenbahn=Unfalles bei der Station Oelde hatten die gestern früh von Berlin fälligen Züge Verspätungen von 2 Stunden. Beide Geleise waren an der Unfallstelle gesperrt, weshalb der Verkehr durch Umsteigen bewirkt werden mußte. Aus diesem Grunde erreichte die Berliner Post nicht den Anschluß in Hamm, sondern kam erst Mittags zur Ausgabe.(Vergl. Bielefeld.) — Dieser Tage haben Sitzungen der Kuratorien der Provinzial=Feuer=Sozietät und der Landesbank, verschiedener Kommissionen des Provinzial=Aussch, und des letzteren selbst getagt. Aus den Berd.; lungen ist hervorzuheben, daß auf Antrag riums der Provinzial=Feuer=Sozietät aus den. fügung stehenden Ueberschüssen 124 Gemezin Beihilfen zur Anlage von Wasserleitungen Gesammthöhe von 37050 Mk. gewährt wurden — Zu dem bekannten Erlaß des Staatssekreiz, im Reichspostamt wegen Verminderung der durch di, massenhafte Einlieferung von Packeten“ den Abendstunden entstehenden Mißstände liegen bereits zahlreiche Aeußerungen und Vorschläze von und Gewerbekammern vor. Einige Kammern befürwarte eine Zuschlagsgebühr für alle in der letzten Stunde vaDienstschluß aufgezebenen Packete, andere legen in ergLinie eine Vermehrung des Annahme=Personals und di, Errichtung besonderer Postämter ausschließlich für di, Packetannahme nahe. Die Krefelder Kammer hat beachtenswerthen Vorschlag dahin gemacht, daß groß, Versandtgeschäften die eigene Abfertigung der abzuliefernder Packete überlassen werden möchte. Darnach soll Fertigstellung dieser Packete, wie sie gegenwärtig Postschalter geschieht, im Geschäftslokal vorgenommen werden, so daß seitens der Post nur noch die Durchzählung der Packete erforderlich sein würde. — Die rheinisch=westfälischen Thierschutzvereine halten am Sonntag, 24. April, in Herdecka. d. R. den 42. Verbandstag ab. U. A. kommen nachstehende Punkte zur Verhandlung: Besprechung über mißbräuchliche Benutzung der Pferde an Sonntagen Besprechung der Frage: Wie ist auf den Haltestellen an den Bahnhöfen für das Tränken der Pferde gesoggte Ueber die geeignetesten Methoden der Fütterung insektenfressender Vögel im Winter. Herstellung und Verbreitung eines Flugblattes, die Behandlung der Kettenbunde betreffend. ur Wald, 25. März. In der gestrigen geheimen Stadtverordneten=Sitzung wurden die Gehälter der Lehrer unserer höheren Schule anderweitig gerezelt. Die akademisch gebildeten Lehrer beziehen das Gehalt nach dem Normal=Etat vom Jahre 1892 und der Novelle vom Jahre 1897 mit dem Unterschiede, daß die in der Novelle vorgesehene Gehaltserhöhung von 600 Mk. auf 300 Mk. herabgesetzt worden ist. Das Anfangszehalt beträgt 2400 Mk., steigend 3 Jahre um 300 Mk. bie zum Höchstbetrage von 4800 Mk. Die seminaristisch gebildeten Lehrer werden im Gehalt den Rektoren der hiesigen Volksschulen gleichgestellt. Dieselben beziehen ein Anfangsgehalt von 1700 Mk., steigend alle 3 Jahreum 160 bis zum Höchstbetrage von 3140 Mk. Außerdem erhalten sämmtliche Lehrer eine jährliche Miethsentschädigung von 480) Mk. Die im preußischen Schuldienste verbrachten Dienstjahre werden auf das Gehalt angerechnet. Die anderweitige Normirung des Gehaltes für den Rektor Herrn Sonnenhol bleibt bis zur Erledigung der Realschulfrage vorbehalten.— Außerdem wurde das (außer freier Dienstwohnung) Herrn Polizei=Kommissar Lucas zukommende Gehalt auf 1900 Mk. und das Gehalt des Herrn Wegeaufsehers Bartels auf 1400 Mk. erhöht. der Knüppelrussenzeit. Solingen, 26. März. Anknüpfend an die in der Montags=Nummer gebrachte Mittheilung über den unglücklichen Verlauf des Knüppelrussenfeldzugs anno 1813 lassen wir nachstehend einize Verse eines in Schlebuscher Mundart abgefaßten Gedichts von Montanus, des Sohnes und treuen Freundes unseres Bergischen Landes— Vincenz von Zuccalmaglie — folgen. Diese Schlußverse lauten: Met Klöppeln jäht(jagt) mer Katz und Honz, Doch nümmernich Zaldaten. Schlohg noch su dapper mänche Jong, Et kunnt doch all nit bahten. Der nit do fillt, driht sich un lehf, Off(oder) wurd gebongen wien Dehf. Vill, die mer do gefangen krech, Die wurden hatt geschlossen, Sie kohmen für dat Kregsgerech Un wurden duht geschossen. Der Märten(ein Elberfelder), Luckhuhß, Deverahn Un mihre Andre moßten dran. Kutt ühr no Düsseldorp an't Graff, Wo uhse Jongen liggen, Dann treckt den Hoht andächtig aff, Doht innen Ihr bezüggen:(Thut ihnen Ehr' bezeugen) En ihrer Wihß dat malch(jeder) su vill As wi der Hofer un der Schill. Der Freiheht woren sie bedaht, Die brave bergsche Jongen: Hätt malch et su wi si gemaht, Wör et geweß gelongen. Dat si et hatten räht em Kopp, Dat wurden klohr et Johr dorop. Dat Mihtst(Meiste) wat ehner schenken kann, Dat eß sihn ehgen Läffen, Un uhse Klöppelsjongen hann Dat für uß all gegäffen. Für uhser Freiheht hellig Gohd, Für uß jo floß dat jonge Bloht. Gerichts=Verhandlungen. Hamburg, 24. März. In dem Prozeß försters Lange gegen den Fürsten Bismarck hu Fürst Bismarck, den„Alt. Nachr.“ zufolge, seinem beistand, Rechtsanwalt Dücker, erklärt, daß er den ihm zugeschobenen Eid leisten wolle. Sobald dies gescheyen, ist Oberförster Lange mit seiner Klage kostenpflichtiz ab gewiesen. Vermischte Nachrichten. Berlin, 25. März. Oberbürgermeister Zelle bit ch entschlossen, infolge vorgerückten Alters, und weil len Anforderungen, die ein so großes Gemeinweser ine Kräfte stellt, nicht mehr genügen kann, vom 1. kt. d. J. ab in den Ruhestand zu treten. — 25. März. In Sachen des Oberfaktors rünenthal berichtet das„Berl. Tagebl.“, daß ch nach Ansicht der Bankbeamten viel weniger um em sinterziehung von Banknoten handle, sondern vielmegt m ein fortgesetztes, raffinirtes Münzverbrechen. ). h a t d i e v e r u n t r e u t e n B a n k n o t e n m i t e i n e m stempel versehen, welcher denselben erst in der ink nach der Einlieferung aus der Reichedrucke drückt wird. In einem hiesigen Geschäfte machte Sjährend des Monats 2 mal große Einkäufe; s zahlte G. mit einem neuen Tausendmarkschein. Brandenburg a. H., 24. März. Ein mit Fear beiten beschäftigter Zuchthäusler wurde schuß aus dem Gewehr des Aufsehers, tähen schoß, so getroffen, daß er sofort 10 in zweiter Zuchthäusler wurde verletzt. Lübeck; 25. März. Vor Travemünde stran as Segelschiff Karl August; der Kapitän und ann Norderney, 23. März. Eine T.„Baunschaft ist Norderney, 23. März. Eine Schü(gaft 4 Fischern, ist untergegangen. Die 20.; Fau rr ertrunken; der Kapttäu hinterläbt //1 Tagen 7 unmündigen Kindern im Alter von an Tagen 12 Jah gattich, 25. März. In der Grube Havard, die * ihrer technischen und ihrer sozialen Einrichtungen „älig ist, wurden heute heim Entzünden einer Ertenmine durch Erplosion des Pulvers etwa 20 eiter schwer verletzt, mehrere schweben in Todesgefahr. , Stimmgabel zum europäischen Konzert) - im Besitze Deutschlands, und zwar der deutschen Gaine. Der Kreuzer„Kaiserin Augusta“ führt dies kwürdige Instrument europäischer Politik an Bord, inefreunde der Stadt Blaubeuren sandten dem Komuhanten der„Kaiserin Augusta“, Kapitän Köller, als Ur vor Kreta lag, eine mächtige Stimmgabel(etwa Fuaß lang) mit einem launigen Gedicht, worin gebeten 2.5 die Stimmgabel dazu zu verwenden, das„Europäige Konzert“ vor Kreta in Einklang zu halten. Die Stimmgabel ziert jetzt die Offiziersmesse des Kreuzers ## is über der Speisetafel aufgehängt worden.— Gobei ist es kein Wunder, bemerken die„B. N. N.“ g##, nachdem Deutschland sich von Kreta zurückhat, das europäische Konzert nicht„stimmt.“ uchrizens erinnert die„Stimmgabel“ einizermaßen an vn dem Fürsten Bismarck von Leipziger Verehrern übersindten großen eisernen Nagel,„den Nagel, den der Fürst stets auf den Kopf getroffen.“ EEin tragisches Schicksal.) Aus Wien wurde zieser Tage berichtet, daß 12 Jahre verflossen sind, Zidem der damals 15 jährige Schüler A. Cana im grankenhause an allmählichem Muskelschwund hoffnungslos darniederliegt und nur durch eine außerordentsich sorgfältige und zielbewußte Behandlung und Pflege „halten wird. Cana, dessen Intelligenz und geistige gräfte nicht stark gelitten haben, ist seit etwa 6 Jahren phpsisch ein Lebendigtodter, der, beständig an's Beti gesiselt, das ihm zur zweiten Heimath gewordene Krankenzimmer während der letzten 6 Jahre nicht mehr verlassen kannte, seinen höchst traurigen Zustand jedoch in beispiellos bewunderungswürdiger Weise erträgt. Die fürchterliche, oft mit großen Schmerzen verbundene Krankheit hat auch eine bedeutende Abnahme der Sehhaft zur Folge gehabt. Gutheizige Patienten und Wärterinnen pflegen dem Aermsten aus Büchern und Zeitungen vorzulesen. (Neue Uniformen) sind für Stabshoboisten, Stabshornisten und Stabstrompeter eingeführt worden. Sie unterscheiden sich von den bisherigen durch neue Schulterstücke, durch eine Leibbinde und dadurch, daß die Waffe am Unterschnallkoppel getragen wird. Auch wird den bezeichneten Chargen gestattet, Ertraanzüge im Dienste zu tragen. (Eine kostbare seidene Kiiegsflagge) für den Punzeikreuzer„Hansa“ werden die Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen schenken. (Müde bin ich, geh' zur Ruh'.) Am 30. d. M. werden 100 Jahre verstrichen sein, seit die Dichterin des allbekannten Abendliedes:„Müde bin ich, geh' zur Ruh'", Luise Hensel, in dem märkischen Dorfe Linum, in der Nähe des Schlachtfeldes von Fehrbellin, als Techter des dortigen Pastors geboren wurde. Sie war eine Schwester des späteren Professors und Hofmalers Wirsess,Hraß, der durch seine Heirath mit Fanny Eienetlefthn=Gartholdy Schwager des berühmten Komponisten, wurde. Im Alter von 20 Jahren zum Kathomemus ueertretend, blieb sie unvermählt, obwohl ein Prinz Salm=Reifferscheid und Clemens Brentano um sie warben. Im hohen Alter starb sie am 18. Dezbr. 4878 im sogenannten gräflich Westfalenschen Hof zu Pabelvorn. Einzelne ihrer Dichtungen sind zu recht eigentlichen Volksliedern geworden. Nachkommen ihrer ältesten, an einen Hauptmann Rochs verheiratheten Schwester Karolina, sowie Enkelkinder des oben ermöhnten. Prosessors Hensel leben in Charlotenburg und (Die Zahl der Unglücksfälle), die durch nicht genügend geschützte Transmissionen geschehen, ist eine beträchtliche. Man hat schon manche Einrichtung getroffen, den mitgenommenen Körper bei Unglücksfällen von dem Laufriemen zu befreien, jedoch etwas Gutes auf diesem Gebiete hat die Industrie bisher nicht gekannt. Wie nun das Patent= und technische Bureau von Richard Lüders in Görlitz*) mittheilt, dürfte sich eine Vorrichtung zum plötzlichen selbstthätigen Durchschneiden von Laufriemen bei Unglücksfällen, die letzthin bekannt wurde, Zihn brechen. Diese Vorrichtung schneidet während des Gelliebes des Laufriemens diesen durch, wenn er irgend einen Körper mitgenommen hat. Sie besteht aus zwei von der Riemscheibenachse getragenen, mit einander verbundenen Hebeln, die an dem einen Ende ein zum Durchschneiden des Riemens bestimmetes Messer, am anderen aber ein Stoßpolster tragen, gegen das der vom Riemen mitgerissene Körper stößt, wodurch das Messer gegen den Riemen gedrückt wird. (Amerikanisches Leder). Der Konsul der Vereinigten Staaten in Mainz meldet nach Washington, daß große Posten amerikanisches chromgelb gegeibtes Leder in den Markt gelangen und willige Abnahme finden, da die deutschen Gerber nicht im Stande seien, ein gleich weiches und biegsames Leder zu liefern. Um dieses Wettbewerbes sich zu erwehren, haben mehrere deutsche Fabriken amerikanische Gerbersachverständige und Lederzurichter in ihren Dienst genommen, damit dieselben den deutschen Arbeitern die Kunst des Chromzelb=Gerbens und Lederzurichtens lehren. (Denkspruch). Wenn du im Groll und Zwist Mit einem deiner Nächsten bist, So denke, daß vielleicht schon morgen, Enthoben aller Erdensorgen, Vorbei das Leben ist; Und mit dem Leben auch— der *** F. Groß. (Freuden der Geselligkeit.) Der Hausherr (heimlich zu seiner Frau):„Wenn unsere Lucie sich nicht bald ans Klavier setzt, fürchte ich, daß die Torte nicht für Alle reichen wird.“ *) Auskünfte ohne Recherchen werden den Abonnenten der Zeitung durch das Bureau kostenfrei ertheilt. Sie:„Schauen Sie nur die wunderbaren Zähne die Mrs. Highsea hat!“— Er:„Sehr liebenswürdiges Kompliment, gnädige Frau!“— Sie:„Ob, Verzeihung! Sie sind wohl ihr Mann?“— Er:„O nein; nur ihr Zahnarzt.(Jugend.) Neueste Nachrichten und Telegramme. Friedrichsruh, 25. März. Als Ueberbringer des Glückwunsches des Kaisers an den Fürsten Bi marck anläßlich dessen 60jährigen Militätjubiläums traf der General=Adjutant General der Infanterie v. Schweinitz hier ein. Der Tag ist durchaus still und ohne Festlichkeiten verlaufen. Der Fürst befindet sich wohl. Aus Bremerhaven sandte der Kaiser ein Telegramm an den Fürsten. Der Fürst empfing als Geschenk zu seinem Militärjubiläum von den Offizieren des 2. Garde=Regiments z. F. eine 45 Zentimeter hohe massiv silberne Statuette eines Grenadiers aus dem Jahre 1813, der Gründungszeit des Regiments, dem der Fürst à la suite seit 1888 angehört. Der Fürst nahm das Ehrengeschenk nebst einem Glückwunschschreiben des Kommandeurs Grafen Kirschbach persönlich aus der Hand des überbringenden Feldwebels entgegen und gab diesem sogleich ein Dankschreiben an den Kommandeur mit. Madrid, 26. März. Nach einer amtlichen Depesche aus Cuba, hat in der Sierre Chaparre ein Zusammenstoß stattgefunden. General Lugus nahm das Lager der Aufständischen, von denen 48 getödtet, 150 verwundet wurden. Auf Seiten der Spanier wurde ein Kapitän und 3 Soldaten getödtet, sowie mehrere Offiziere und 50 Soldaten verwundet. Athen, 25. März. Vor dem Untersuchungsrichter erklärte der Attentäter Karditzi, die Dynamitbombe, die er bei sich führte, sei für Delyannis bestimmt gewesen. Wenn der Anschlag gegen den König gelungen wäre, hätte er sich nach Delyannis' Hause begeben wollen, um dort die Bombe zu schleudern. Kein Anwalt hat die Vertheidigung Karditzi's übernehmen wollen, weshalb ihm ein Offizialvertheidiger bestellt wurde. Der Angeklagte erklärte jedoch diese Vertheidigung für unnöthig. New=York, 25. März. Ein Zug der Süd=Pacific= Bahn wurde von 2 Verbrechern angehalten, welche 300000 Dollars erbeuteten. Frau.„Mittwoch: Mamselle Niteuche. Donnerstag: Siegfried. Freitag: Die offizielle Frau. Samstag: Wilhelm Tell. Sonntag: Die Jüdin. Barmen: Samstag: Hofgunst. Sonntag Nachm.: Hofgunst. Abends: Zauberflöte. Tüfseldorf: Samstag: Appius Claudius. Sonntag Nachm.: Hofgunst. Abends: Margarethe. Köln Sonntag: Martha. Montag: Emilia Galotti. Dienstag: Cornelius Voß. Mittwoch: Die Trojaner von Berlioz, 1. Theil:(Die Einnadme von Troja). Donnerstag: Die Trojaner, II. Theil:(Die Trojaner in Karthago). Freitag: Tannhäuser. Samstag: Bartel Turaser. Sonntag: Die Räuber. Bücherschau. Hältst Du den Sonntag? von Wilhelm Jost. Von einer Seite, die die Heilighaltung des Sonntags fördern möchte, war ein Preis auf die beste dahin zielende Schrift ausgesetzt worden. Daraufbin waren 60 Arbeiten eingegangen; die vorgenannte ist diejenige, welcher der erste Preis zuerkannt wurde Das Büchlein verdient in den weitesten Kreisen Eingang zu finden, was durch den niedrigen Preis von 20 Pfg. auch ermöglicht ist und ist bei Herrn Stadtmissionar Jost hierselbst zu haben. Briefkasten. An R. U. in Solingen. In der Frage ob„Küchenmeister oder Kirchmeister“ pflichten wir der Annahme, daß letztere Bezeichnung gemeint ist, bei. Grade dem Pfarrer mochte es naheliegen, bei Ausstellung der Urkunde zur Feststellung der Persönlichkeit sich jener Bezeichnung zu bedienen. Nach der Verfassung der reformirten Gemeinden des Herzogthums Berg war auch im vorigen Jahrhundert schon der„Kirchmeister“ ein Mitglied des Gemeinde=Konsistoriums. Theater. Elberfeld: Samstag: Der Postillon von Lonjumeau(als Gast Heinrich Bötel). Sonntag Nachm.: Die Kinder des Kapitän Grant. Abds.: Don Juan. Montag: Die weiße Dame(Bötel als Gast). Dienstag: Die offizielle Kaufmännische Kenntnisse.“ Ohne Zweifel wird es schon manchen aufgefallen sein, um wieviel leichter ein tüchtiger Kaufmann sich in jede Lage findet und aus jeder Situation Nutzen zieht, als die Mitglieder aller anderen Berufsklassen. Ueberall findet er Gelegenheit, seine Kenntnisse zu verwerthen, und jedes kaufmännisch betriebene Geschäft wirft bei geschickter und redlicher Leitung ungleich höhere Prozente ab als sonst.— Die Erwerbung kaufmännischer Fachkenntnisse ist daher deshalb schon von größter Wichtigkeit, und können wir nicht genug auf das in unserer Stadt schon im Jahre 1896 begründete„Unterrichts=Institut“ unter Leitung des theoretisch und praktisch erfahrenen Lehrers W. Steinhausen aus Magdeburg hinweisen, welches Unternehmen, wie man erfährt, durch regen Besuch hiesiger sowohl, als auch auswärtiger Damen und Herren außerordentlich florirt.(Näheres im Inserat.) . Seidenstoffe, Sammte, Plüsche u. Pelocto liesern direkt an Man verlange Musteont Angabe des Gewünschten von der Fabrik und Hundlung von Elten& Keussen, Crefeld. Kochkunst= Ausstellung München.(Hervorragende Auszeichnung.) Die Firma Maggi erhielt die goldene Medaille nebst Ebrendiplom zuerkannt. Deren vorzüglich inscenierte Kost=Loge wurde zu wiederholtenmalen von hohen und höchsten Herrschaften mit ihrem Besuche beehrt. Eine Unwälzung wird Opfermanns Brennnesselwasser in der Pflege des Kopfes und des Haarbodens hervorbringen. Bis heute entzog man den Haaren durch alkobolreiche Haarwässer den natürlichen Fettgehalt und die Nahrung. Durch Opfermanns Brennnesselwasser(gesetzlich geschützt) wird dem Haarboden neue Nadrung zugeführt und der Haarboden gekräftigt. Es besteht nur aus kräftigenden guten Kräutern und Destillaten, ohne jeden Zusatz von Alkohol. Man achte daher genau auf Marke und Schutzmarke, Anker mit Pfeil. Kirchlicher Anzeiger. Evangelische Gemeinde Solingen. Sonntag, den 27. März. Vorm. 10 Uhr: Konfirmation: Pastor Giesekke. Nachm. 2½ Uhr: Konfirmandenprüfung: Pastor Tersteegen. Nachm. 4½ Uhr: Taufen: Pastor Tersteegen. Nachm. 3 Uhr: Bibelstunde in der Schule zu Waldheim: Pastor Tetzlaff. Nachm. 6 Uhr: Pastor Becker. Donnerstag, den 31. März, Nachm. 6 Uhr: Passionsgottesdienst: Pastor Müller. Beerdigungen sind anzumelden bei Pastor Giesekke und auf dem Gemeindeamt, Südwall 9. Es wird darauf hingewiesen, daß bei Taufen in der Kirche außer dem stanAsamtlichen Buche ausgefüllte Taufsermulare vorzulegen sind, welch letztere bei den Pfarrern, dem Küster und auf dem Gemeinde=Amt Südwall 9, zu erhalten sind. Amtsbezirk Krahenhöhe. 10 Uhr: Prüfung der Konfirmanden: Superintendent Dransfeld. Evang. Arbeiter=Verein. Nachm. 6 Uhr: Versammlung. Evangelische Gemeinde Widdert. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. Evangelische Gemeinde Gräfrath. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. Nachm. 2 Uhr: Sonntagsschule in der hiesigen Kirche. Mittwoch Abend 6 Uhr: Gottesdienst. Nittwoch Abend 8 Uhr: JungfrauenVerein. Donnerstag Nachm. 3 Uhr: FrauenVerein. Evangelische Gemeinde Ketzberg. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. Joim. 11¼ Uhr: Sonntagsschule. Nachm. 3 Uhr: Prüfung der Mitim„.. Konfirmanden. Amwoch avend 5 Uhr: Passions= gottesdienst in der Kapelle. Evangelische Gemeinde Wald. Norgens 10 Uhr: Konfirmation: Pastor Schöpwinkel. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Nachm. 5 Uhr: Pastor Allmenröder. Nittwoch, den 30. März, Abends 5 Uhr: Passionsgottesdienst: Pastor Schopwinkel. Ebangelische Gemeinde Merscheid. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. Lonnerstag, den 31. März, Abends 3½ Uhr: Passionsgottesdienst in der evangelischen Schule Klasse I. Lonnerstag, den 31. März, Nachm. 2 Uhr: Frauen=Verein. Erangelische Gemeinde Ohligs. Vorm. ½310 Uhr: Prüfung der Konfirmanden: Pastor Ackva. Lollekte für den Bau einer evangel. Kirche in Stoppenberg b. Essen.) achm. 2 Uhr: Lit. Kindergottesdienst: Hilfsprediger Böhmer. Zichm. 2 Uhr: Sonntagsschule. achm. 6 Uhr: Gottesdienst: Pastor Knipping. übends 7 Uhr: Jünglingsverein. Amtswoche: Pastor Knipping. m—."* leßiges Mauchen halbe Tage gesucht. Von w., s. d. E. Für die Armenier sind mir zehn Mark zugegangen. Herzl. Dank. Müller, Pfr. Er. Mäoner- und Jöoglings-Verelo. Sonntag Nachmittag. A. H. 6½ Uhr: Beginn der Vereinsstunden. Dienstag Abend 8½ Uhr: Bibelbesprechung. Mittwoch Abend 8½ Uhr: Männerchor. Donnerstag Abend 8½ Uhr: Posaunenchor. Freitag Abend 8½ Uhr: Stenographie. Jugend-Abtheilung, Vereinshaus=Malteserstraße. Sonntag Nachmittag F. R. Nachmittags 4 Uhr: Bibelbesprechung. „ 5„ Beginn der Unterhaltungsstunde. Nachmittags 7 Uhr: Andacht. General=Versammlung und Ueberführung nächsten Sonntag. Alle Männer und Jünglinge ladet herzlich ein Solingen. Der Vorstand. Immanuels- Verein, Schrodtberg. Sonntag 4 Uhr: Freie Unterhaltung. 6½ Uhr: Vereinsstunde: Die Bezirkskassirer müssen die Beiträge abliefern. Männer und Jünglinge ladet herzl ein Der Vorstand. Evangelische Gemeinschaft, Ebenezer-Kirche, Emilienstraße. Sonntag Vormittag 10 Uhr: Predigt. „ Vormittag 5„„ Mittwoch Abend 8½2 Uhr: Bibe lstunde Da in nächster Zeit der der elektrischen Kleinbahn der Stadt Solingen im Bezirke der hiesigen Stadtgemeinde aufgenommen werden wird, so mache ich darauf aufmerksam, daß nach der Polizei=Verordnung des Herrn Regierungs=Präsidenten in Düsseldorf vom 26. Mai 1897 verboten ist 1) Das Spurhalten auf und unmittelbar neben den Schienen. 2) Das Befahren des Bahnkörpers in der Längsrichtung für Fuhrwerke aller Art. 3) Das Abladen, Lagern und Aufstellen von Gütern, Holz, Kohlen, Steinen und sonstigen den Verkehr hindernden Gezenständen. 4) Fuhrwerke, Thiere oder sonstige Gegenstände aufsichtslos stehen zu lassen. Die Polizeibeamten sind angewiesen, jede Uebertretung der Vorschriften zur Anzeige zu bringen. Höhscheid, den 16. März 1898. Die Polizei=Verwaltung: Gläßner. Modes. Ein junges Mädchen aus achtbarer Familie in die Lehre gesucht. Martba Knecht, Kölnerstr. 75. Properes Mädchen auf halbe Tage sofort gesucht. Meldungen in der Expedition. Brdngenscher Bund. Mittwoch, 30. März, Abends 8 Uhr, im Saale des Hotel Eggers: General1) Jahresbericht und verschiedene wichtige Mittheilungen. 2) Kassenbericht. 3) Wahlen von Abgeordneten für die Provinzial= u. Hauptversammlung. Die Mitglieder werden gebeten, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Merscheid. Zu dem am Sonntag, den 3. April stattfindenden Concert, in welchem der evangelische Kirchenchor aus Solingen, Frau Dr. Orthmann, der Merscheider Schulverein und einige Dilettanten aus Solingen mitwirken, sind Karten à 50 Pfg. niedergelegt im Bayrischen Hof, Deutschen Haus, im Vereinshaus und auf dem evang. Gemeindeamt in Solingen. Der Ertrag ist für den Bau einer evang. Kirche in Merscheid bestimmt. Aufruf! An die Ritter des Eisernen Kreuzes! Kameraden! Der höchste Ritter des Eisernen Kreuzes, der greise Kriegsheld auf Sachsens Thron, Seine Majestät König Albert von Sachsen, der einzige noch lebende Ritter des Großkreuzes des Eisernen Kreuzes, feiert am 23. April d. J. Sein 25jähriges Regierungsjubiläum. Der Gedanke, dem hohen Jubilar an diesem Seinem Ehrentage in einer würdig ausgestatteten Adresse auch die Glückwünsche und die Verehrung aller Ritter des Eisernen Kreuzes auszusprechen, hat begeisterten Widerhall gefunden und bitten wir daher alle Ritter des Eisernen Kreuzes, uns ihre genaue Adresse unter Beifügung eines, wenn auch noch so geringen Beitrages zu der Adresse umgehend einsenden zu wollen.— Nicht auf die Höhe des Beitrages kommt es an, sondern darauf, daß kein Ritter des Eisernen Kreuzes unter den an der Adresse Betheiligten fehlt. Die Beiträge— auch Briefmarken— sind unter der Bezeichnung: „König Albert=Adresse“ zu senden: An den Kaiser=Wilhelm=Dank, Verein der Soldatenfreunde, Berlin W., Leipzigerstraße 4. Vereine bitten wir, die Beiträge ihrer Mitglieder zu sammeln und mit dem Verzeichniß der Theilnehmer einzusenden. Sämmtliche Geber werden in das Verzeichniß der Stifter der Adresse aufgenommen. Der nach Deckung der Kosten etwa verbleibende Ueberschuß soll für die deutschen Krieger=Waisen verwendet werden. Rechnungslegung und Berichterstattung erfolgt durch den Reichsanzeiger und die Zeitungen der deutschen Kriegervereinigungen. Se. Majestät der Kaiser geruhte Allerhöchstseine Zustimmung zu unserem Vorhaben uns kundzugeben. Berlin, den 6. März 1898. Für den Ausschuß: Freiherr von Dincklage, Generallieutenant z. D. Königl. Standesamt Solingen. 25. März. Geburten: Richard Albert, S. v. Schlosser Johann Heinrich Bals, Südwall. Anna, T. v. Maurer Joh. Wagner, Clauberg. Jenny, T. v. Federmesserreider Heinrich Robert Probach, Wieden. Max, S. v. Fabrikarbeiter Carl Brehm, Grünbaumstraße. Sterbefälle: Former Johann Anton Herberhold, 44 J. verh., Vorspel. Fritz Birkendahl, 5 T., Dorperhof. Aufgebote: Stationsarbeiter Carl Emil Webers, Höhscheid, u. Cäcilia Roth hierselbst. Schleifer Carl Neuhaus u. Anna Amalie Tappert, b. h. Federmesserreider Eduard Bergfeld, hierselbst, u. Anna Maag, Wald. Geselle zum Scheerenschleifen sofort gesucht. Katternbergerstraße 100. Gerichtlicher Verkauf. Am Montag, den 28. März 1898. Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: Sopha mit rothem Plüschüberzug, 1 Mahagony=Consolschran# und 1„ Pfüschsessek. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Wupperstraße 49. Salowsky. Gerichtlicher Verkauf. Am Montag, den 28. März 1898, Nachmittags 3 Uhr, sollen zu zum Busch in dem Hause der Frau Peter Jacobs öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 Glaskasten mit 12 Goldfischen, 1 Betroleumkasten mit Maaßen und Trichter, 1 Oelkasten mit Maaßen und Trichter, 1 Oten, 1 Ladentbeke, 1 Regal, 1 Waaren= schrank, 2 Tische, 1 Regulateur, 1 Kistenbank. Sotingen, Rleich. Oststraße 11. Gerichtsvollzieher. Oeffentliche Sitzung der StadtverordnetenVersammlung am 29. d M. Nachm. 5 Uhr, im itzungssaale der Stadtverordneten=Versammlung. Tages=Ordnung: 1) Geschäftliche Mittheilungen. 2) Wahl eines weiteren Mitgliedes zum Brandrath. 3) Verkauf einer Wegeparzelle zwischen Krahenhöhe und Burg an Herrn Hugo Beckmann. 4) Festsetzung der Fluchtlinie der Friedrichsstraße. 5) Regulirung des Doiper Marktplatzes. 6) Regulirung des Klosterwalles. ) Vergebung von Bauarbeiten. 8) Antrag des Kynologischen Vereins zu Solingen um Bewilligung eines Ehrenpreises. 9) Genehmigung eines Abkommens mit dem Aufseher des AmtsgerichtsGefängnisses. Hierauf folgt: Nichtöffentliche Sitzung. Solingen, den 26. März 1898. Der Oberbürgermeister: Dicke. Freiwilliger Waaren-Verkauf. Am Montag, den 28. März, und Dienstag, den 29. März 1898, jedesmal Morgens 10 Uhr anfangend, werde ich im Hause Schützenstraße Nr. 28 dahier, wegen Aufgabe des Ladengeschäfts die noch vorräthigen Waaren als: Hemden Tücher, Handschuhe, Corsetts, Hosenträger, Kragen, Shlipse, Manchetten, Unterjecken, Unterbosen, Sayette 2c. gegen baare Zahlung verkaufen. Rauch, Auctionator, Solingen, Wupperstraße 52. ordentliches Dienstmädchen zum baldigen Eintritt gesucht. Frau Carl Ew. Ernen, Gräfratd. Wegen Verheirathung des jetzigen ein ordentliches Dienstmädchen von 16—18 Jahren zum 15. April gesucht. Näheres in der Expedition. (sin treues preperes Mädchen wird O gesucht. Goldstraße 1. (in Ledrmädchen und Jemand zur Aushülfe im Kostümnähen gesucht. Näheres Grünewalderstr. 102d. Selbstständiges Kurchen, welches kochen kann, oder Haushälterin Von wem, s. d. Erped. Stundenfrau K#h.g. Bekanntmachung. In dem Termine der ErsatzKommission für den Stadtkreis Solingen am 12. März cr. sind die nachgenannten Reservisten und Land wehrleute auf Grund der Bestimmungen über das Zurückstellungsverfahren als unabkömmlich bezeichnet worden, was ich hiermit in Gemäßheit des§ 1237 der deutschen Wehr=Ordnung vom 22. November 1888 zur öffentlichen Kenntniß bringe: 1) Paul Röttgen 1 Jahr hinter Landwehr II, 2) Carl Eugen Schmidt 1 Jahr hinter Landwehr II, 3) Carl Zaun 1 Jahr hinter Landwehr II, 4) Carl Broch 1 Jahr hinter Landwehr II, 5) August Höhmann 1 Jahr hinter Landwehr II, 6) Emil Kaiser 1 Jahr hinter Landwehr II. Hierbei weise ich noch besonders darauf hin, daß die Entscheidung nach§ 123° d. d. W.=O. nur Gültigkeit bis zum nächsten Zurückstellungstermine behalten und die gewährte Zurückstellung nach§ 123“ erlischt, wenn die Mannschaften aus einem Aushebungsbezirk in den anderen verziehen. Solingen, den 23. März 1898. Der Civilvorsitzende der ErsatzKommission des Aushebungsbezirkes Solingen Stadt: Dicke. Lehrmädchen werden angenommen Ernst Niepmann& Co., Mechanische Seidenweberei, Gräfraih. Zum 1. Mai wird ein ordentliches zuverlässiges Küchenmädchen gesucht, welches gut kochen kann, und etwas Hausarbeit zu übernehmen hat. Näheres in der Expedition. Ein fleißiges properes Dienstmädchen per 1. Mai gesucht. Frau Adalbert Dieckmann, Albrechtstraße. anständ. Leute finden Kost u. Logis. Näh. Ufergarten 32. Sohn ordentl. Eltern als Austreicher= Lehrking sofort oder später gesucht. Näheres in der Expedition. Mehrere Arbeiter soh: Bozen lohn. Näh. in der Exbed. Verhältnißhalber per 1. April in anständigem Hause 3 Zimmer erster Etage und 1 Speicherzimmer zu verm. Adressen beliebe man in der Exped. abzugeben. Junger Mann sucht freundl. möblirtes Zimmer zum 1. Arril. fferten unter I.. H. an die Exp. Is 3 e 60900 BONRS 99 Ich habe mich in Elberfeld als Rechtsanwalt niedergelassen. Mein Bureau befindet sich Erholungstr. Nr. 1. Dr. iur. Feist, Rechtsanwalt. Zahnvon Anna Brand. 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Sparr, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Beez. Programm. 1. Theil. 1)„Russischer Marsch“ 2) Ouverture zur Oper„Die schöne Galathe“ 3)„Espana“, Walzer 4) Fantasie a. d. Op.„Traviata“ 5) Solo für Flöte 2. Theil. 6) Ouverture z. O.„Raymond“ 7)„Rosen aus dem Süden", Walzer 8) Solo für Violine 9) Fantasie a d. O.„Faust und Margarethe“ 10)„Berliner Weltausstellungs=Potpourri“ 3. Theil. 11)„Jahrmarktstummel“, Marsch 12) Solo für Trompete 13)„Wiener Volksmusik“ 14) Potpourri a. d. Op.„Der Vogelhändler“ 15)„Faschingskinder“, Programm an der Kasse. Entree 40 Pfg. Dutzendkarten Mk. 3. Hierzu ladet freundlichst ein F. W. Bungards. von Ganne. " Suppé. " Waldteufel. " Verdi. " Popper. von Thomas. " Strauß. " Vieuxtemps. „ Gounod. " Thiele. von Luite. " Hoch. „ Komzack. " Zeller. " Zickoff. SK 98 25 28 4 24 4 0 Ssiigesss ss de ur ne ür N WE p#hen à n5 g5 oà 3a g5 55 55 540 TOpeteh in den neuesten Mustern. Grösste Auswahl! Billigste Preise! 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