Nr. 47. 50. Jahrgang. —) Früher under dem Ite. a. sceint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Bierteljahr in der Expedition 1 4S 75 J, auf allen Kaiserl. Postanstalten 2 Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 J. Bergisches Volks=Blatt. Freitag, den 25. Februar 1898 r* Druck und Verlag von Alb. Pfeiffer in Solingen.— Für die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140. (Fernsprech= Anschluß Nr. 90). KaGhangs-AusverNauf! Um vor dem schon in allernächster Zeit stattfindenden Umzug in unser neues Geschäftshaus mit den Waarenbeständen zu räumen, haben wir die Preise verschiedener Artikel bedeutend herabgesetzt. Außerdem bewilligen auch 1Ö 1 Scomto. CUDU AIISUTGZ No tiff man hier Schachspielere Gotichn Lochat. Am Samstag, den 26. Febr. 1898, Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Hause Solingen, Burgstraße Nr. 34 öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 Sopha, 1 Waaren= schrank, 1 Ladentheke, 1 Sekretärschrank, 1 Regulateur, 1 Brodmaschine, 1 Teigtheilmaschine, 1 Nähmaschine, 1 Ladenregal, 1 Lieferwagen, 1 Hund 2c. 2c. Selingen, Der Gerichtsvollzieher: Bupperstr. 29. Stange. Gerichtlicher Verkauf. Am Samstag, den 26. Febr. 1898, Vorwittags 11½ Uhr, sollen vor dem Hause des Wirthes Siesen in Brübl (gegen einen Dritten) öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert verden: 2 Bilder, 1 Vertikow, 1 Weschlommode 2c. 2c. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Swpertr. 29. Stange. thut gut, wenn sie dafür sorgt, Schube ihres Haushaltes nicht nur bei Regen= und Schneewetter, sondern auch bei trockener Witterung mindestens 1malwöchentmit Krebs=Feit geschmiert verten. Die Schuhe bleiben dadurch geschmeidig, trocknen nicht so leicht aus und halten viel länger. 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Bei Nr. 544 des GesellschaftsRegisters— Die Firma S. E. Bick mit dem Sitze zu Solingen und als deren Gesellschafter 1. Gustav Ernst Bick, 2. Paul Hoppe beide Kaufleute zu Solingen. Die Gesellschaft hat am 1. Januar 1898 begonnen. Solingen, den 23. Februar 1898. Königliches Amtsgericht 3. In unser Firmen=Register ist Folgendes eingetragen worden: Bei Nr. 896— Die Firma F. So. Odliger mit dem Sitze zu Solingen und als deren Inhaber Fabrikant Franz Eduard Obliger daselbst. Solingen, den 23. Februar 1898. Königliches Amtsgericht 3. Bestes kalbfleisch Brust= und Hafshücke.. 50 Pig. Bug= und Nierenstücke 55„ Bollen im Schnitt... 66„ Kaldskoteletts..... 20„ empfiehlt Carl Ebel, Kaisenstraße 163. Starke Schuhmacher=Geselle gesucht Ros. Feidach, Ostwall 1. Ein hübsch möblirtes Zimmer mit Pension in besserem Hause per sofort zu vermiethen. 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Insbesondere seien feste Organisationen nöthig zur Regelung der Arbeits= und Lohn=Bedingungen und zur Vermeidung von Ausschreitungen hierbei. Der freie Arbeits=Vertrag zwischen dem Arbeitgeber und dem einzelnen Arbeiter sei in der Praxis ja doch nur eine Fiktion. Die einschlägigen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches sind in den Entwurf hineingearbeitet worden. Der gleichzeitig eingebrachte Antrag des Zentrums setze diese Bestimmungen als bekannt voraus und unterscheide sich nicht wesentlich von seinem( itwurfe. Abg. Spahn(Zentr.) befürwortet den gleichfalls zur Debatte stehenden Antrag Lieber und Gen. über die eingetragenen Berufs=Vereine, welcher in 7 Paragraphen das gleiche Material behandelt. Redner weist auf die Ab weichungen des Entwurfs vom Ant Schneider, sowie auf die Angliederung des Gesetzes an das Bürgerliche Gesetzbuch hin. Abg. v. Stumm(Reichsp.): Nach dem Entwurfe des Abg. Schneider könne jeder politische Verein unter die Rubrik der Berufs Vereine eingereiht werden. Vollends werde in demselben das Koalitions=Verbot aufgeroben. Der Entwurf steht bezüg'ich der Rechtsfähigkeit der religiösen, politischen und soztal=politischen Vereine im Widerspruch mit dem Bürgerlichen Gesetzbuche. Wohin solle es führen, wenn man Stück für Stück von dem Bürgerlichen Gesetzbuche abbröckele? Gegen eine gemeinsame Organisation von Arbeitgebern und Arbeitern sei er nie gewesen. Er habe eine solche silbst eingeführt und seine ArbeiterAusschüsse wiederholt einverufen. Zur Ausführung der kaiserlichen Erlasse geböre Erfahrung, diese zeige, daß ein Schuß williger Arbeiter gegen ihre Kollegen nöthiger sei als der Schutz der Arbeiter gegen den Arbeitgeber. Die Gewerk Vereine seien nichts als Hülfsvereine der SozialDemokraten. Abg. Rösicke(fraktionslos). Man hat das Bürgerliche Gesetzbuch nur darum in der vorliegenden Fassung angenommen, weil man eine Aufbebung des Koalitions= Berbotes erwarten durfte, sonst würden die Berufs=Vereine sich schlechter stehen als bisher; daber sei die Annahme der Anträge nur zu wünschen. Bezüglich der Vertretung der Arbeiter durch Vertrauenspersonen derselben seien die kaiserlichen Erlasse noch in keiner Weise zur That geworden. Man suche in der Regierung offenbar von den Erlassen möglichst abzukommen nach dem Austritt des Herrn von Berlepsch, trotzdem die Erlasse doch nur der eigensten Initiative des Kaisers entsprungen seien. Ausschreitungen bei Ausständen seien bei unorganisirten Arbeitern viel wahrscheinlicher als bei organisirten. Morgen: Gesetz, betr. die im Wiederaufnahme=Verfahren freigesprochenen Personen; Berathung der Gesetz=Entwürfe, betr. Entschädigung unschuldig Verurtheilter. Landtag. Abgeordnetenhaue. Berlin, 24. Febr. Berathung des Etats der Berg= und Hüttenverwaltung. Minister Brefeld erklärt vor Beginn der Diskussion:; Bezüglich des letzten großen Unglücks auf Zeche „Karolinenglück; bei Bochum möchte ich noch vor Beginn der Erörterungen einige Worte sprechen. Das furchtbare Ereigniß hat überall die tiefste Erschütterung bervorgerufen. Diese ist um so größer, als man sich mit Recht fragen konnte, wie ein so furchtbares Unglück eintrat und was andererseits für Vorkehrungen getroffen wurden, um eine Wiederholung zu verhüten. Diese Fragen sind berechtigt. Aber es sind noch nicht alle Einzelheiten genügend bekannt. Das Unglück ist das größte, welches die preußische Bergverwaltung bisher betroffen hat. Es sind 115 Todte und 4 Verwundete. Ich habe sofort, nachdem ich die Nachricht von der Katastrophe erhielt, einen Kommissar an den Ort derselben entsandt, welcher nunmehr zurückgekehrt ist. Die Ursoche des Unglücks ist eine Folge von Durchsetzung der giftigen Gase mit Kohlenstaub. Vergrößert wurde das Unheil noch durch den giftigen Nachschwaden. Es sind aus diesen Umständen 2 Punkte bervorzuheben, wo die bessernde Hand anzulegen ist: Revision der Schächte vor Beginn der Arbeit, sowie auch Prüfung der Wetterführung, und 2. Feuchtung des Kohlenstaubes, damit die Explosionsgefahr nicht noch erhöht werde. Es werden aber auch noch weitergebende Das Wrack des Grosvenor. Roman aus dem Englischen von Clarck Russell. (Fortsetzung.)(33 „Ich habe die Absicht, mit Ausführung der Sache nicht zu warten, bis wir in den Golf von Meriko kommen,“ fuhr ich fort;„ich will sechzig, achtzig, auch hundert Meilen, wie es sich gerade thun läßt, unserer täglichen Fahrt zusetzen, so daß ich den Golf ganz in die Nähe der Bermudas bringe, verstehen Sie mich?“ „Natürlich,“ lachte er,„ja wahrhaftig, das ist ein guter Gedanke; was nutzt es zu warten, Sie haben ganz recht, je eher die Sache abgemacht ist, desto besser für uns, das meine ich auch.“ „Wir werden durchschnittlich alle vierundzwanzig Stunden eine Fahrt von dreihundert Meilen machen und so oft ich kann, will ich einen Ertragrad auf der Karte verzeichnen. Wer soll's merken „Das merkt Niemand, nicht zwei Mann sind an Bord, die auch nur buchstabiren können.“ Das dachte ich mir; selbstverständlich werde ich mich dabei nach dem jeweiligen Winde richten. Eine Brise, wie die gegenwärtige, kann uns gut dreihundert Meilen geben und selbst wenn eine Windstille eintreten soll, kann ich den„Grosvenor“ doch wenigstens sechszig Meilen Westsüdwest treiben lassen. Natürlich muß ich doppelte Rechnung führen, eine für die Mannschaft, eine für mich selbst; Sie, als erster Maat, werden immer die Richtigeit benälizen. sz2 s. „Na, freilich, alles wird bestaligt, sagle er, schlau grinsend:„Sie werden entdeckt haben, daß das Schiff ein ganz ausgezeichneter Segler ist, und ich werde den Leuten begreiflich machen, daß es nie einen besseren Schiffsführer gegeben hat, als Sie. Sie und ich müssen es uns in unseren Wachen angelegen sein lassen, so viel Leinwand zu setzen, als das Schiff nur tragen kann, es ist um des Scheines willen und wenn ich an Ihrer Stelle wäre, würde ich die Loggleine frisch trimmen.“ „Hören Sie, das ist wieder ein kapitaler Gedanke von Ihnen, sefort soll das geschehen; ich werde ihr doppeltes Maß geben. Ha, zwölf Knoten sollen jetzt dem „Grosvenor“ selbst bei mäßigem Winde ein reines Spiel sein.“„ un2 i4 ui Wir mußten beide lachen. Darauf ging ich wieder einmal nach dem Kompaß und blieb dort ein Weilchen. Als ich zurückkehrte, sagte ich: In neun Tagen rechne ich ungefähr unter zweiundsechzig Grad Länge, dreiunddreißig Grad Breite zu sein, Maßregeln durchzuführen sein, wobei wir auf eine Verschärfung der Kontrolle nach den verschiedensten Richtungen hin Werth zu legen haben. Es wird auch prüfen sein, ob wir nicht Revisions=Instanzen unter Theilnahme von Arbeiterdelegirten, wie sie in anderen Ländern besteben, einzurichten haben. Ich gedenke, Kommissare in diese Länder zu entsenden, welche sich über die dortigen Einrichtungen zu informiren hätten. Ich kann versichern, daß die Staatsregierung sich das Wohl und den Schutz der Arbeiter sehr am Herzen liegen läßt. Redner zählt sodann die Katastrophen der letzten Jahre im preußischen Bergwerksgebiet auf und sagt, diese ließen den Schluß zu, daß die Maßnahmen gegen die Unglücksfälle eine gute Wirkung erbracht haben. Die Staatsregierung wird es sich dringend angelegen sein lassen, die Gefahren auf ihr möglichstes Maaß zu verringern.(Lebhafter Beifall.) Die Unfallziffern sind ja in Preußen höher als anderswo, was namentlich mit dem ungeheuer schnellen Wachstbum des Kohlen=Bergbaues in Preußen zusammenhängt, denn in Preußen bat derselbe im gleichen Zeitraum gegen Belgien mit 15 pCt. eine Zunahme von 67 pCt. zu verzeichnen. Die Unfallziffern der einzelnen Jahre lassen sich nicht vergleichen. Auf Tausend im Bergbau beschäftigte Arbeiter kommen im Jahre 1891 2,375 Verunglückte. Im Jahre 1892 weniger, nur 1,953, 1893 wieder mehr: 2,245, 1894 wieder weniger: 1,983 und 1895 wieder 2,289. Die Ergebnisse zeigen in der Ausdehnung eines 5jährigen Durchschnitts eine Abnahme: die Milleziffer beträgt für 1886 90 2,263 und für 1890 95 2,163. Auch die absolute Zahl der Unglücksfälle ist seit der greßen Förderungssteigerung gesunken; sie beträgt im Jahre 1891 316 und 1895 nur 206. Hieraus darf man also doch wohl den Schluß ziehen, daß die Maßnahmen gegen die Unglücksfälle eine gute Wirkung erbracht haben. Was die Römer von der Schifffahrt sagten, daß sie trotz ihrer Gefahren betrieben werden müsse: navigare necesse, vivere non est necesse, das gilt auch für den Bergbau. Die Staatsregierung wird es sich aber dringend angelegen sein lassen, die Gefahren auf ihr möglichstes Mindestmaaß zu verringern; dazu, meine Herren, bin ich Ihrer Hülfeleistung gewiß. (Lebhafter Beifall.) Abg. Schulß=Bochum(nat.=lib.) wendet sich dagegen, daß die Sozialisten das Unglück auf der„Karolinenglück“. Zeche zu Aufbetzungen der Arbeiter benutzen, und betont die Notbwendigkeit, für stete Zuführung von frischer Luft in den Gruben zu sorgen. Abg. Vopelius(frei=kons.) erhebt Einspruch gegen die Sprache der Sozialisten und bittet um Besserstellung der Grubenbeamten. Abg. Gotbein(frs. Vg.). Das Unglück beweise, wie nötdig es sei, daß die bestehenden Vorschriften streng ausgeführt würden. Dazu seien aber unbedingt mehr Revierbeamte erforderlich, ebenso sei die Einstellung mehrerer technisch erfabrener unterer Revisions=Beamten nötbig, die nur auf die Mängel aufmerksam machen sollten. Redner stimmt der Schaffung von Arbeiter=Delegationen zu. Abg. Fuchs(Zentr.) befürwortet ebenfalls Einführung von Arbeiter=Delegationen. Er hofft, daß der Staat die Hinterbliebenen liberal unterstützen werde. Abg. Stötze!(Zentr.) spricht sich gleichfalls für die Arbeiter=Delegationen aus und bedauert, daß durch das Anwachsen der Produktion so viele ungelernte Arbeiter den Gruben zugefübrt werden. Er regt Schaffung des Befähigungs=Nachweises an. Abg. v Eynern(nat.=lib) betont, die Kosten seien Nebensache, wo es sich um die Verbütung von Unfällen handele. Er erklärt sich mit dem Befähigungs=Nachweis einverstanden. Abg. Dasbach(Zentr.) empfieblt eine Untersuchung über die Ursache des Gruben=Unglückes. In der Grube war jedenfalls nicht alles in Ordnung. Die Arbeiter äußerten zu Anfang des Jahres in einer Versammlung selbst den Wunsch, Hülfs=Kontrolleure einzunellen und wollten die Gehälter dafür selbst aufbringen. Minister Brefeld entgegnet, er sei den vielen Anregungen aus dem Hause dankbar. Was die Fürsorge für die Hinterbliebenen betreffe, so habe er einen Bericht darüber eingefordert, ob außer der Knappschaftskasse noch andere Hülfe notbwendig sei. Auch die Gruben=Verwaltung habe Hulfe in Aussicht gestellt. Redner erkennt die Gefahr der Einstellung unerfahrener, namentlich polnischer Arbeiter an, die die deutschen Anordnungen nicht immer versteben. Abg. Gothein(frs. Vg.) weist daraufhin, daß im Ruhrrevier keine allgemeine Vorschrift über Anfeuchtung des Koblenstaubes bestehe. Redner hat Bedenken gegen den Befähigungs=Nachweis, den man nicht auf alle Grubenarbeiter ausdebnen dürfe. Für die selbstständigen Hauer sei derselbe allerdings praktisch. Die Einnahmen werden schließlich bewilligt. Bei den Ausgaben kommt in einer längeren Debatte die Stellung der Markscheider, die Verpflichtung der Hütten zur Knappschafts=Versicherung, die Stellung der BergAffessoren und die der Oberbergamts=Kanzleibeamten zur Sprache. Es folgt die Berathung des Etats der Handelsund Gewerbe= Verwaltung. Abg. Felisch(kons.) wünscht die Vermehrung und weitere Ausgestaltung der Baugewerkschulen. Pommern habe z. B. noch immer keine Schulen. Redner beantragt Abänderung der Bestimmungen über die Examen an solchen Schulen, ferner die Aufbesserung der Gebälter und und die Reliktenversorgung der betreffenden Lehrer. Die Einnahmen werden darauf genehmigt. Morgen: Weiterberathung. Befähigungs=Nachweis im Baugewerde. Nach der„Nordd. Allg. Ztg.“ ist die Mittheilung des„Figaro', daß der Kaiser gemeinsam mit 3 anderen Theilhabern in Deutsch=Ostafrika eine Kaffeeplantage zum Betriebe für eigene Rechnung erworben habe, irrthümlich. In Beilin fand am Mittwoch ein Festmahl des Brandenburgischen Provinzial=Landtages statt. Der Kaiser ließ sich durch den Prinzen Friedrich Heinrich vertreten. Präsident Achenbach drückte sein schmerzliches Bedauern über die Verhinderung des Kaisers aus, begrüßte den Prinzen und rief aus Namens der versammelten Brandenburger in Bezug auf den Kaiser:„Wir lassen ihn nicht, er läßt uns nicht!“ Prinz Friedrich Heinrich begrüßte die Anwesenden im Namen des Kaisers. Er wies darauf hin, wie warm das Herz des Kaisers für die Mark und die Märker schlage und immer schlagen wird. Er schloß: Dessen dürfen wir versichert sein, daß die Märker stets in fester Tieue mit Gott für König und Vaterland stehen werden. Getragen von diesen Gefühlen, erhebe ich das Glas: Die Mark hurrah, hurrah, hurrah!— Die Heiserkeit, welche den Kaiser von der Theilnahme am Mahle des brandenburgischen Provinziallandtages abhielt, scheint nicht sehr schlimm gewesen zu sein, denn trotz der unerfreulichen naßkalten Witterung machte der Kaiser gestern in der Frühe den gewohnten Spaziergang durch den Thiergarten. Darauf hörte der Kaiser die Vorträge des Kriegsministers und des Chefs des Militärkabinets. Der Kronprinz hat in den letzten Tagen in Plön das Fähnrich=Examen bestanden. Der„B. L. A.“ schreibt:„Mit dem Besuche, den das Großherzoglich bessische Fürstenpaar, wie gemeldet, kürzlich am Hofe in Karlsruhe abgestattet hat, ist der Daimstädter Zwischenfall aus dem Sommer des vorigen Jahres, die bekannte Ablehnung eines Besuches des Großherzvgs von Baden durch den Zaren, auch zwischen dem hessischen und dem badischen Hofe als endgiltig erledigt anzusehen. Die Vermittelung hierbei scheint der zu beiden Höfen in gleich engen und freundschaftlichen Beziehungen stehende Statthalter von Elsaß=Lothringen Fürst zu Hohenlohe=Langenburg übernommen zu haben, wofür die Thatsache spricht, daß sich in der Begleitung des Großherzoglichen Paares auf der Reise nach Karlsruhe die Erbprinzessin von HohenloheLangenburg befunden hat. Auch der deutsche Kaiser, dessen Gast der Großherzog von Hessen kürzlich hier gewesen ist, dürfte erfolgreich nach beiden Seiten hin vermittelt haben.“ Zum Besuch des Fürsten Bismarck sind, wie aus Friedtichsruh gemeldet wird, Graf Herbert Bismarck und Graf Henckel v. Donnersmarck dort eingetroffen. Das Befinden des Fürsten darf als im Ganzen zufriedenstellend bezeichnet werden, doch macht das Gehen noch immer Beschwerde. Die Nachricht, daß der Minister des Innern Frhr. v. d. Recke zurücktreten wird, ist falsch. Die nationalliberale Partei beabsichtigt, die Antwort, die der Staatssekretär v. Bülow auf die Eingabe des evangelischen Bundes ertheilt hat, im Reichstage oder im Landtage zur Sprache zu bringen. Bei der steigenden Bedeutung des Fortbildungs= Schulunterrichts hat der Kultusminister angeordnet, daß künftig in die Berufungsurkunden der Volksschullehrer oder in denjenigen Fällen, in welchen der Berufungsberechtigte dies ablehnt, in den Bestätigungs= vermerk der zuständigen Aufsichtebehörde eine Bestimmung aufzunehmen ist, nach welcher den Lehrern die Verpflichtung auferlegt wird, auf Verlangen gegen angemessene, im Streitfalle von der Königlichen Regierung festzusetzende Entschädigung bis wöchentlich vier Unterrichtestunden an den im Schulbezirk vorhandenen oder noch zu errichtenden Fortbildungsschulen zu übernehmen. Auslaub. Oesterreich=Ungarn. Wien, 24. Febr. Der Kaiser bestellte 5 Millionen Bronzemedaillen anläßlich des Regierungsjubiläums. An sämmtliche aktiven Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten, sowie auch an sämmtliche Mannschaften des Beurlaubtenstandes sollen solche vertheilt werden. Am Jubiläumstage wird der Kaiser ein Offizierdiner geben und gleichzeitig bekannt machen, daß sämmtliche Offiziere, die 50 Jahre, und Unteroffiziere, die 25 bei einem Durchschnitt von einhundertachtzig Meilen täglich kann uns das gelingen. „Wie weit rechnen Sie von hier, wo wir jetzt sind, bis zum Golf?“ „Ungefähr 3000 Meilen.“ „So, also nicht mehr?“ „Nein; ich sagte den Leuten, wir würden diese Strecke bei anhaltend gutem Winde in drei Wochen zurücklegen, jetzt aber werde ich, nach dem was wir zur Förderung unserer Fahrt beschlossen haben, Stevens gegenüber eine andere Meinung äußern. Meine morgen Mittag stattfindenden Messungen sollen einen Sprung ergeben, der ihn in Erstaunen setzen wird. Ich will die Schufte geradeswegs der Gerechtigkeit in die Arme führen. Wenn sie in den Booten sind, werde ich ihnen die Richtung nach Bermuda angeben; hat unsere List Erfolg, und ist der Wind uns günstig, so soll dann einer von uns beiden noch vor ihnen auf der Insel sein, um dem Gouverneur anzuzeigen, welche Vögel er fangen kann.“ „Auch das wird sich machen lassen,“ stimmte der Hochbootsmann bei,„es gehört aber eine dunkie Nacht dazu, um wegzukommen, ohne daß es gemerkt wird.“ „Das ist gewiß; aber geben Sie mir Ihre alter Freund, Ihre Klugheit ist es, die uns, so Gott will, retten wird. Noch diesen Morgen fühlte ich mich schon als todter Mann, dank Ihnen aber darf ich jetzt wieder mit Hoffnung und Zuver sicht in die Zukunft schauen. Ich drückte ihm herzlich die Hand und ging in bester Stimmung herunter. Am nächsten Morgen war meine erste Arbeit, die Loggleine frisch zu markiren; ich hatte dieselbe während meiner Wache in meine Kajüte geschmuggelt. Die Entfernung zwischen den Knoten kürzte ich beträchtlich, so daß, während der Sand im Glase lief, eine größere Anzahl ablaufen mußte, als sich abgehaspelt hätten, wenn die Leine richtig gewesen wäre. Um acht Glasen, als der Hochbeotsmann wieder auf Deck ging, bat ich ihn, das Logg mitzunehmen. Ich folgte ihm bald, sah mich am ganzen Horizont um, als wenn ich aufs eifrigste das Wetter studirte, und rief, gerade als Stevens das Deck verlassen wollte, dem Hochbootsmann zu:„„ Bitte halten Sie das Logz im Gang; weisen Sie es mindestens jede Stunde.“ Darauf wandte ich mich an Stevens und sagte:„Ich weide mich heute ohne astronomische Beobachtung behelfen müssen, bei dem düstern Himmel läßt sich nichts machen. „Soll ich es etwa gleich auswerfen?“ rief der Hochbootsmann zurück. „Haben Sie es während Ihrer Wache gethan?“ erkundigte ich mich bei Stevens. „Gett bewahre," erwiderte dieser,„ich habe keine Brasse berühren lassen oder überhaupt irgend welchen Befehl gegeben. „Gut, dann wollen wir gleich loggen,“ entschied ich; „ich möchte doch wissen, welche Fahrt wir haben.“ Ich reichte Stevens das Glas, und während ich das Loggschiff arrengirte, blickte ich über die Seite und äußerte: „Alle Wetter, es rennt, das läßt sich nicht leugnen.“ „Ich denke, wir werden wohl zehn Knoten machen, bemeikte der Mann am Rade. „Was, zehn? Gut dreizehn werden es sein,“ erwiderte ich. „Sagen Sie fünfzehn und Sie werden nicht weit davon sein,“ warf der Hochbootsmann ein. Der Zimmermann sah mürrisch auf das Wasser, wagte aber keine Meinung zu äußern; er brummte nur: „Segeln kann der alte Kasten, das muß man ihm lassen.“ Ich warf jetzt das Logg über Bord und rief: „Umdrehen!" Die Loggrolle schnurrte in den Händen des Hochbootsmann, und als Stevens nach Ablaufen des Glases „Stepp!“ schrie, faßte ich die Leine und ließ mich von ihr an das Geländer klemmen, als ob sie mich über Bord zerren wollte. „Wie viele Knoten, Mr. Stevens? Bitte rasch, die Leine schneidet mir beinah ins Fleisch!“ Er setzte das Sandglas nieder, ergriff die Leine da, wo sich der Knoten befand, und fing an zu zählen. „Fünfzehn!" brüllte er. „Potz alle Wetter!“ rief der Mann am Rade,„das hätte ich doch nicht gedacht!“ Ich sah Stevens triumphirend an, als wollte ich fragen: Hast du das erwartet? „Hab ich's nicht genau vorhergesagt?“ prahlte der Hochbootsmann;„ich kenne doch das Schiff; meiner Treu, es sind gut fünfzehn Knoten,“ fügte er hinzu, die Leine noch einmal mit Kennerblick prüfend,„das doch beinah mit Dampf fahren. Die wahre Fahrgeschwindigkeit des„Grosvenor betrug ungefähr neun Knoten, sicher nicht mehr; meine Arbeit an der Leine lohnte sich also ausgezeichnet. „Notiren Sie fünfzehn, Hochbootsmann, und messen Sie, wie gesagt, alle Stunden weiter; ich gehe jetzt zum Frühstück.“ Jahre gedient haben, vom Jubiläumstaze ab ibrem Ableben aus der kaiserlichen Privatschetny Gnadengehalt erhalten.n ein Italien. Kom, 24. Febr. Er=Ministerpräsident Gi erklärte in einer Unterredung, die Finanz Italiens sei trüge risch und die inneren Zun:“ seien höchst unsicher wegen Theuerung, Acheieg und Steuerdruck. 449euiong — 24. Febr. Hier findet im Beisein der des Aeußern und des Handels eine Versammlung z. vorragender Industrieller und Kaufleute statt, um die Mittel zu berathen, durch welche die Auging, Italiens, und zwar vornehmlich die nach China—, Japan gehoben werden kann. Spanien. Madrid, 24. Febr. Das amerikanische Flibu stierschiff„Dauntleß“ ist von einem spanischen Kriezz. schiff weggenommen worden.733 Griechenland. Athen, 24. Febr. England und Frankreic haben amtlich ihre Zustimmung zu dem Finanz, kontrole=Entwurf mitgetheilt. Die Kammer ist zuf den 3. März einberufen worden.— Die thessalischer Abgeordneten sind zusammengetreten, um die großen Schäden Thessaliens festzustellen und über die P. wendung der Vergütungssumme von 8 Millionen u berathen. Prozeß Zola. Paris, 24 Febr. Die gestrige Verbandlung gestaltete sich, wie die„Frkf. Ztg.“ sich melden läßt, gegen Schlus immer dramatischer. Clemenceaus Rede wurde zu Anfang in lautlosem Schweigen angehört. Der Saal war so ge, drängt voll, daß es unmoglich war, die Thüren aufz, machen. Clemenceau fand gegen Schluß einen großartizer rednerischen Effekt. Man setzt uns die Autorität des er. gangenen Urtheils entgegen, sagte er, wollen Sie das er. gangene Urtheil sehen? Da ist es! Bei diesen Wozter zeigte er auf das über dem Gerichtstisch hängende Bil des gekieuzigten Christus und fägte hinzu: Das ist der furchtbarste Justizirrthum der Weltgeschichte Tiefe Bewegung durchlief den Saal. Zum Schluß aber gewannen pöbelhafte Schreier im Publikum die Oberband. namentlich als Clemenceau sagte: Wir lieben die Armee weil wir sie von Esterhazy befreien wollen, wurde er niedergebrüllt und seine letzten Worte wurden erstickt zurc das Geschrei: Verräther! Verkaufter! Cornelius Herz Der Staatsanwalt, offenbar aufgestachelt durch die Angriffe der kriegsministeriellen Presse, die ihn zu mild gefunden hatte, setzte mit voller Schärfe ein. Auf die Schlußworte Labori's sich beziehend, sagte er: Selbst Die jenigen, welche die Armee beleidigt haben, sind genötbigt, sich hier hinter die Armee zu verstecken. Er nehme Akt von diesem Geständniß der Angeklagten. Rasender Beifal brach darauf los, der minutenlang den Saal durchtobte. Als Labori das Schlußwort sprechen wollte, versuchte man, ihn niederzuschreien. Man rief:„Schweigen Sie, wir haben genug!" Der Präsident mußte eingreifen, um L. Stillschweigen zu verschaffen. L. war stockheiser. Er mußte mit der äußersten Kraftanstrengung seine Worte gleichsam herausheulen, aber noch in diesem letzten Augenblick blieb er groß und unerschrocken. Mit Zorn und Würde fertigte er den Staatsanwalt ab, dann rief er, auf Zolzeigend: Wagen Sie es, meine Herren Geschworenen, wenn Sie den Muth dazu haben, diesen Mann zu verurtheilen, weil er gegen den Haß gekämpft hat, für Rect und Wahrheit eingetreten ist! Beifall und wüstes Gebeu antworten. Einen Beifallssturm ruft die Verkündigung der verhängten Gefängnißstrafe hervor. Dann tritt kurzes Schweigen ein. Zola wird von den Freunden umringt, einige schütteln ihm die Hände, andere, wie Labori und der Komponist Bruneau, schließen ihn in die Arme. B. kann dabei seine Thränen nicht zurückhalten. Unten in den Gängen aber lärmt die Menge. Elegant gekleidete Herren schreien am lautesten:„Tod den Juden!" Jeder Offizier, der den Saal verläßt, wird mit Jubelrufen begrüßt und hunderte von Händen strecken sich den Generälen eutgegen. Die Menge will den General Pellieux im Triumpbe tragen. Daran verbindert, begleitet sie ihn mit begeisterten Hoch rufen bis über die Straße. — 24. Febr. In der Kammer interpellirt Hubbard über das Eingreifen der Generale Pellieuz und Boisdeffre in die Verhandlung des Prozesses Zola und wünscht zu wissen, ob jene mit Genehmigung des Kriegsministers oder auf dessen Besehl eingegriffen hätten. H. bespricht, häufig unterbrochen, die Gefahr eines Revisionskrieges und schließt mit der Aufforderung an die Regierung den Tumulten und dem Lärmen in den Straßen ein Ende zu machen. Viviani erklärt, die Sozialisten könnten über die Drepfus=Angelegenheit verschiedener Meinung sein, seien aber darin einig, daß die Zivilgewalt über der Militärgewalt stehen müsse. Er spricht von einem Bündniz zwischen den Führern der Armee und der Kirche und außerte die Befürchtung, daß die Freiheit bedrobt werde. V. beantragt, die Kammer solle gegen die Haltung der Unten angekommen, traf ich Stevens schon in voller Arbeit. Ich setzte mich zu ihm und benutzte die Gelegenheit, ihm mitzutheilen, daß, wenn der Wind anhielte und das Schiff bei seiner gegenwärtigen Fahrgeschwindizkeit bliebe, wir hoffen dürften, in vierzehn Tagen im Galf von Meriko zu sein.“. 22 6ate e auf „Wie kommt denn das auf einmal: flagle er,* beiden Backen kauend;„gestern waren es doch noch drei Bahg: e „Gewiß und es hatten auch vier sein konnen, an wortete ich,„aber einige Tage solcher Fahit, eben haben, machen einen gewaltigen Unterschied in Berechnungen aus.“ „Wie weit haben wir noch bis zum Golf?“ „Ungefähr ein paar tausend Meilen.“ „So; ein paar tausend Meilen; gut, wie rechnen Si denn da?“ „Nehmen wir die Fahrgeschwindigkeit des Schiffe auf dreizehn Knoten an———“.„ 8.# mit „Dreizehn? es waren doch fünfzehn, siel er mich argwöhnisch ansehend, in's Wort. „Ja, aber ich kann nicht erwarten, daß es immet fünfzehn bleiben werden. Der halbwegs sicheren Bert nung halber sagen wir also dreizehn. In vierundzwan Stunden würden wir dann dreihundertundzwölf Mi zurückgelegt haben.“ Er nickte. 6 „Ist uns also das Glück gunstig, d. c. begaltet vierzehn Tage lang eine Durchschnittsgeschwindigkel dreizehn Knoten, so würde das“—(ich 90# gxren gi stift und ein altes Kouvert hervor),„lassen Sie einmal rechnen:. 10.— 312 multiplizirt mit 15—: 5x2 macht 581=5r1macht 6—— = 4680; also 4680 Meilen würde das ergeven, 2680 Meilen mehr, als wir gehen wollen.“ Er war verwirrt durch meine geläufig, schnell vtsicz, einander gesprochenen Zahlen, wollte es sich aber“, meiken lassen und sagte nur:„Ah ja, jetzt verstche „Warten Sie,“ rief ich, in meinem Eifer ihn““, zu überzeugen,„es wird Ihnen gleich noch klarer werten. Mit diesen Worten sprang ich davon, holte die Katt breitete sie auf dem Tisch aus.. Juem zenannt „Die zweitausend Meilen, die ich Ihnen## habe,“ fuhr ich fort,„würden uns gerabe Mississippi bringen. (Fortsetzung folzt.) , im Zola=Prozeß Einspruch erheben(Beifall auf einken, Rufe im Zentrum.) Ministerpräsident E eine nimmi das Wort zur Erwiderung. Das Schwur. in voller Freibeit nach dem eigenen Ermessen gericht b#' gag ganze Land wird sich vor dem Wahrsproch geulihell gr ist gegen die ausgefallen, die sich rühmten, beu,#ige zum Troßz zu handeln.(Beifall im Zentrum.) dem Ses'e Zoisdeffre hatte Recht, indem er sagte: Wenn Geners; 5 sind, haben wir das Vertrauen unserer Soldaten wir D„ und dann bleibt uns nichts übrig, als zu gehen. ; Zezierung braucht neue Waffen und verlangt sie von g#mmer. Im Auslande gibt es keine Parteien der eine patriotische Angelegenheit in Frage grnt, da folgt alles derselben Fahne.(Anhaltender Abg. Cavaignac, der fruhere Kriegsminister: hat bewiesen, daß mehrere Parteien darauf 3el#“ Zi, Republik in ihren Grundfesten zu erschüttern. sich aber muß eine starke Armee haben, die unter # Zivilgewalt steht. Dieser Gegensatz zwischen Republik 125 Arme ist unhaltbar.(Beifall links) Nach weiterer Oehatte wird mit 379 gegen 89 Stimmen folgende Tages erdnung angenommen.„Die Kammer erklärt, sich auf die Prüfung einzelner Thatsachen nicht einlassen zu können, entichlossen, die republikanischen Grundsätze zu schützen, und fordert die Regierung auf, allen Kundgebungen entsutreten, die sich mit der Disziplin und den Pflichten #er franzssischen Armee nicht vereinen lassen können, und Schäitigt und betont die Nothwendigkeit einer dauernden untererdnung der Militärgewalt unter die Zivilgewalt.“ 24. Febr. Die revisionsfeindliche Presse begluckwünscht sich zu dem Verdikt, welches die Nation auch bestimmt erwartete, und hofft, daß nun die Ruhe in der affentlichen Meinung wieder einkehren werde.— Die radialen Blätter beugen sich achtungsvoll vor dem Urtbheil, pretestiren jedoch gegen den Druck, der im Laufe der Verhandlungen auf den Gerichtshof ausgeübt worden ist. Andere revisionsfreundliche Blätter beglückwünschen Zola zu seiner Verurtheilung, welche ihn erhöhe, und protestiren gegen das Verdikt, welches darthue, daß wir in eine neue Aera religiöser Proskription eintreten, welche die Republik den Priestern und Generälen ausliefere. Sie erklären, die Verurtheilung werde den Triumph der gerechten Sache nicht hindern kännen.— Im Laufe des gestrigen Abends wurden einige 40 Verhaftungen ausgeführt, von denen aber nur eine einzige aufrechterhalten wurde.— Die„Lihre Parole" verlangt die Streichung Zolas aus der Liste der Ehrenlegion und Maßregelung Picquarts.— Dem Gaulois" zufolge findet heute bei Labori eine Besprechung wegen der einzulegenden Ungültigkeitserklärung Urtheils statt. Zola selbst würde es vorzieben, seine Gefängnißstrafe anzutreten, um ein neues Buch zu schreiben. Dem„Siéele“ schreibt ein Korrespondent: Der Major Esterhazv hat das Bordereau geschrieben; er hat es mir selbst erklärt, mit dem Zusatze, er habe es auf Befebl geschrieben und seine Vorgesetzten würden ihn decken. Ich erkläre des bestimmtesten, daß Heir Possien, Redakteur des Jour', der als solcher keiner Feindseligkeit gegen den Majer E. bezichtigt werden kann, diese Aeußerung wiederbolt vor mir gethan hat. Ich kenne seine Wahrhaftigkeit. Er wird sie nicht in Abrede stellen.— Wie bestimmt verlautet, wird Kriegsminister Billot den Major Esterhazy ermächtigen, Mathien Drepfus gerichtlich zu verfolgen. Brüssel 24. Febr. Der hier erscheinende„Soir“ entsandte jüngst einen Mitarbeiter nach Berlin und Rem, um Näheres über den wahren Urheber des Bordereaus im Dreyfusprozeß zu erfahren. In Berlin blieb die Sendung ergebnißlos, in Rom dagegen erfuhr der Mitarbeiter, daß die Regierungen Deutschlands, Italiens und Rußlands den Urheber kennen und daß die Bekanntgabe des Namens amtlich beverstehe(?) Der„Soir“ deutet an, daß das Bordereau von Esterhazy herrührt, den Frankreich als Spion verwandte, der aber gleichzeitig für das Ausland Spionage betrieb. Rheinland und Westfalen Remscheid, 24. Febr. Laut Gen.=Anz. steht nicht die Deutsche Bank, sondern die Bergisch=Märkische Bank mit der Remscheider Bank wegen Uebernahme der letzteren in Unterhandlung. Barmen, 24. Febr. Durch die Erplosion einer Dynamitpatrone wurde dieser Tage ein Arbeiter einer Ringofen=Ziegelei schwer verletzt. Der Mann schlug bei der Arbeit mit einer Hacke auf die Patrone, die, ehne daß er sie sehen konnte, im Schutt lag, und führte dadurch die Erplosion herbei. Ein Auge ist ihm vellständig ausgerissen worden, das andere schwer beschädigt. Auch sonst hat er noch so schwere Verletzungen erlitten, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Essen, 23. Febr. Die königl. Eisenbahn=Direktion Essen bestätigt, daß auf der Strecke Rauxel=Herne ein Packet von 6 Dynamitpatronen mit Zündschnur und Zünder auf einer Stoßschwelle des Hauptgleises gefunden wurde. Für die Ermittelung des Thäters ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Ein Güterzug fuhr auf einen leerstehenden Kieszug. 8 Wagen wurden zertrümmert und einer Lokomotive, die auch sonst schwer beschädigt wurde, der Deckel eingestoßen. Dortmund, 22. Febr. Ein Konsortium, an dessen Spitze 5 Kölner Bankiers stehen sollen, hat, wenn der 2 ortmunder Bahnhof verlegt wird, für das dann ftei werdende Terrain dem Fiskus 10 000 000 M. geboten. Wenn sich das bestätigt, dann würde der Fiskus billig zu einer neuen Anlage kommen. Stadt= und Landkreis Solingen, 25. Februar. *— Herr Polizei=Inspektor Kircher in Höchst a. M. wird am 1. April d. J. seine hiesige Stellung antreten. □— Mit der Schienenlegung für die Kreisbahn auf der Strecke von Central nach Gräfrath ist gestern begonnen worden. — Am Rosenmontag zog bekanntlich ein als Straßenbahn wagen hergerichtetes Lastfuhrwerk durch die Stadt, welches die noch immer ausstehende Eröffnung der Höhscheider Linie verspottete. Nunmehr aber scheint die sich endlos lang hinziehende Frage doch in Schwung zu kommen. Es soll nämlich Anfang nächster Woche mit dem Lezen einer Weiche und den Vorbereitungen zu der Schienenüberquerung am Eisenbahnübergang begonnen werden. Demnach ist also Aussicht vorhanden, daß die Linie bald in Betrieb kommt. — Wie verlautet, sind hierselbst einige nicht belangreiche Aufträge der preußischen Regierung auf Anfertigung von Seitengewehren und Ersatztheilen kazu eingegangen. 8— Herr Unkart, der langjährige Vorsitzende des Vereins für Handlungskommis von 1858 zu Hamburg, von dessen Ableben wir in der gestrigen Nummer dss. Blattes Kenntniß gaben, hat sich in der kaufmännischen Welt große Verdienste und einen Namen erworben. Es ergiebt sich dies auch daraus, daß der Verstorbene dem Vorstande des„Deutschen Vortragsverbandes" des„Deutschen Verbandes kaufmännischer Vereine“, des „Stellenvermittelungsbundes kaufmännischer Vereine“ und des„Deutschen Verbandes für das kaufmännische Unterrichtswesen“ angehörte. Die verganzene Nacht brachte starken Schneefall; die Falb'sche Voraussage, daß die letzten Tage des Februar reichlich Schnee bringen würden, ist somit in Erfüllung gegangen. Trotz der gefallenen Schneemassen konnte die elektrische Straßenbahn, nachdem erst einmal der Salzstreuwagen über die Strecken gefahren war, ihren Betrieb aufrecht erhalten. Da wir wenn auch nur mäßige Wärme haben, so ist ein baldiges Thauen des Schnees zu erwarten. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß die Rinnen freizuhalten sind, damit die schmelzenden Schneemassen leichter abfließen. Im Allgemeinen kann man nämlich beobachten, daß auf die Reinigung der Rinnen nicht genug Werth gelegt wird, was eine Verzögerung der Schneeschmelze herbeiführt. Im Telegrapben= und Fernsprechverkehr liegen nach allen Richtungen Störungen vor. Aus Höhscheid wird uns gemeldet, daß auf der Strecke Brücke=Aufderhöhe der Telegraphendraht infolge der Schneelast gerissen ist. — Die allabendlich im Zirkus Schumann stattfindenden Vorstellungen erweisen sich wohl werth des Besuches. Wenn dieser die letzten Male zu wünschen ließ, so ist dies bei dem eingetretenen Schneewetter nur natürlich. Auf dem Gebiete der Pferdedressur, der Turnerei, der Aktobatik und nicht minder der Kunstreiterei wird von einer gediegenen Künstleischaft nur Vollendetes geboten und folgen einer jeden Programmnummer rauschende Beifallsbezeugungen. Eine angenehme Abwechselung in den Programms bieten, abgesehen von den üblichen ClownIntermezzis, die äußerst gelungenen Ballet=Arrangements, dargestellt in der stattlichen Stärke von etwa 30 Damen, welche hohe Graziösität in ihren Tänzen zeigen. Neben den mannigfaltigen Genüssen für's Auge sorgt die Zirkuskapelle für Ergötzen des Ohres, so daß die Stunden aufs Angenehmste dahingeben. - Heute Morgen stieß auf der unteren Kaiserstraße ein Wagen der elektrischen Straßenbahn mit einer Bierfuhre der Brauerei Carl Beckmann zusammen, wobei eins der an das Fuhrweik gespannten Pferde erhebliche Verletzungen am Knie erlitt. Weiteres Unheil wurde dadurch verhütet, daß der Wagenführer den Metorwagen noch rechtzeitig zum Stehen brachte. — Die Frage, ob die Fahrgäste der Straßenbahnen die Fahrscheine während der Fahrt auf zubewahren und auf Verlangen vorzuzeigen haben, oder aber, sofern sie dazu nicht im Stande sind, einen neuen Fahrschein lösen oder den Wagen verlassen müssen, hat kürzlich das Reichsgericht in bejahendem Sinne ent schieden. — Der Beginn der nächsten Sitzungsperiode des Schwurgerichts bei dem Königlichen Landgerichte zu Elderfeld wird auf Montag, den 14. März 1898 bestimmt und zum Vorsitzenden des Schwurgerichts der Landgerichtsdirektor Schulte=Uffelage in Elberfeld ernannt. * Gräfrath, 24. Febr. Ein frecher Ueberfall wurde gestern Abend auf der Landstraße zwischen dem Walder Wasserthurm und der Ortschaft Central verübt. Ein seines Weges ruhig dabergehender Messerreider von hier, der in Solingen Waaren abgeliefert und Geld eingezogen hatte, wurde plötzlich von 2 Strolchen, die sich in dem Straßengraben versteckt gehalten, angegriffen. Während der eine derselben dem Ueberfallenen die Keble zudrückte und ihn zur Erde warf, schlug der Andere denselben mit seinem Stocke auf Kopf, Schulter und Arme. Dann ergriffen dieselben, da sich Menschen näherten, die Flucht und liefen in der Rich tung auf die Donaustraße zu und zwar über die Hammerstein'schen Grundstücke. Ein Portemonnaie mit 32 Maik Inhalt war dem Ueberfallenen, als er fast besinnungslos auf der Erde lag, gewaltsam aus der Hosentasche gerissen worden. Leider sind die Thäter schnell entkommen. Einer derselben ist mittlerer, gesetzter Statur mit vollem Gesicht und starkem Schnurrbart; beide trugen Mützen. Hoffentlich sind die Bemübungen der Polizei zur Ermittelung der Straßenräuber von Erfolg. — 25. Febr. Am nächsten Sonntag hält Herr Kandidat Koch aus Elberfeld im Verein für Christ liche Volksbildung einen Vortrag. * Wald, 24. Febr. Zum Zwecke der Gestellung vor der Ersatzbehörde haben sich in diesem Jahre aus der hiesigen Gemeinde 453 junge Leute zur Rekrutirungs. stammtolle angemeldet und zwar 2 des Jahrgangs 1895, 111 des Jahrgangs 1896, 118 des Jahrgangs 1897 und 222 des Jahrgangs 1898. Die Zahl der aufgenommenen Reklamationen beträgt 67.— Herr Baumaterialienhändler Carl Wilhelms beabsichtigt hierselbst auf der Ecke der Kaiser= und Steinstraße ein großes mehrstöckiges, der Neuzeit entsprechendes Restaurant zu errichten. Die erforderliche Konzession ist bereits ertheilt. □ Oßligs, 24. Febr. Heute Morgen trafen mit der Bahn starke Abtheilungen des Füsilier=Regiments Nr. 39 aus Düsseldorf hier ein. Die Truppen rückten alsbald nach der Richrather Heide ab, wo die Garnison Düsseldorf, Infanterie, Kavallerie und Artillerie, ein Wintermanover veranstaltete. Die Uebungen dauerten tiotz des schlechten Wetters bis zum Beginn der Dunkelheit. Gerichts=Verhandlungen. Sitzung des Schöffengerichts. „' Solingen, 25. Febr. Vorsitzender Herr Amtsrichter Arimond, Schöffen Herren Friedrich Wilhelm Kurze und Hugo Schmitz von hier, Amtsanwalt Herr Stadtsekretär Hermes, Gerichtsschreiber Herr Aktuar Lamberti. — Zwei Gärtnergebülfen im Alter von 20 bezw. 16 Jahren, die früher hier in Arbeit gestanden, hatten sich wegen verschiedener Veruntreuungen von Topfpflanzen usw. zum Nach theil eines hiesigen Gärtners zu verantworten. Ein Schmied und dessen Ehefrau sowie noch eine andere Frau sollen sich dadurch strafbar gemacht haben, daß sie solche Pflanzen, obwohl sie Kenntniß vom unrechten Erwerb hatten, an sich gebracht bzw. die Gärtnergehülfen zum Diebstabl bestimmten. Auf Grund der Beweisaufnahme und Geständnisses der beiden ersten Angeklagten wurden diese der Unterschlagung schuldig erklärt und mit Rücksicht auf die Umstände und ihre Jugend der eine zu 30 Mk. Geldstrafe oder 10 Tagen Gefängniß, der andere nur zu einem Verweise und die mitangeklagten Eheleute wegen Heblerei zu je 1 Tag Gefängniß verurtheilt; die letzte Angeklagte wurde freigesprochen.— Am 6. Septbr. v. J. wurde zu Stockdum ein an einem Neubau beschäftigter Handlanger nicht unerheblich mißhandelt. Dieserhalb ist ein 25 Jahre alter, oftmals vorbestrafter Fabrikarbeiter von hier unter Anklage gestellt. Derselbe wurde schuldig befunden und zu 2 Wochen Gefängniß verurtheilt. (Schluß folgt.) Frankfurt a. M., 22. Febr. Ein im Herbst 1896 vom Schwurgericht wegen Raubanfalls auf ein Mädchen zu 7 Jahren Zuchthaus verurtheilter Händler Namens Ringsdorf wurde vorläufig freigelassen, da Zweifel an seiner Schuld entstanden sind. Der Fall wird aufs neue das Schwurgericht beschäftigen. Nachrichten. Brüssel, 22. Febr. In der Ortschaft Rebair ermordete ein Unteroffizier Vater und Mutter und raubte 340 Francs, um vergnögt den Karneval zu verleden. Der Mörder ist verhaftet. London, 24. Febr. Das englische Schiff Asia aus Manila ging bei den Nautucket=Sandbärken gänzlich verloren. Alle Personen an Bord sind vermuthlich umgekommen. avanna, 24. Febr. Ungefähr 64 Leichen befinden sich noch auf dem untergegangenen Maine. Die Taucher konnten bis jetzt noch nicht an die Kammern gelangen, welche die Explosivstoffe enthielten. Am Wrack des Panzers„Maine“, spielen sich jetzt Tag um Taz unheimliche Szenen ab. Beständig sind amerikanische und spanische Wachtschiffe zur Stelle, um die Todten fortzuschaffen. Immer, wenn wieder ein Theil des Schiffes auseinanderbricht, geben die unterseeischen Todtenkammern die dort Begrabenen frei, und plötzlich bedeckt sich die blaue Fluth mit einer Menge von hin= und hertreibenden Leichen. Große Geier, die regungslos auf den Masten der umliegenden Sriffe bocken, stürzen dann herbei, und in hellen Hausen kreisen Hunderte von Krühen über die Stätte des Todes. Mit Mühe nur können die spanischen Seeleute das Raubgesindel fernhalten und die Todten bergen, die sofort in einen Sarz gelegt und von Beeten, die beständig der Last barren, nach dem Hafen gebracht werden. Dort stehen Wagen bereit, welche die Särge alsbald nach dem Friedhofe führen, auf welchem ein anglikanischer Geistlicher den ganzen Tag über anwesend ist. Neueste Nachrichten und Telegramme. Paris, 24. Febr. Labori reichte beute die Nichtigkeitsbeschwerde beim Kassationebose ein. Der Kriegsminister wird morgen das Urtbeil über Oberst Picquart bekannt geben; man erwartet, daß P. pensionitt werden wird. London, 24. Fedr. Unterhaus. Chamberlain vertheidigt eine Nachtragsforderung von 161000 Pfo. Sterl. für die Polizeitruppe in Westafrika und betont, eine versöhnliche Haltung gegenüber Frankreich sei erwünscht, aber auch der Schutz der englischen In teressen nöthig. Labeuchères' gegen die Bewilligung gerichteter Antrag wurde mit 234 gegen 27 Stimmen verworfen. Athen, 24. Febr. Eine Pariser Finanz gruppe hat der Rezierung einen Vorschuß von einer Million Pfd. Sterl. zur Regelung der schwebenden inneren griechischen Schuld gewährt. Eingesandt. Solingen, 25. Fedr. Es ist schon oft darüber Klage geführt worden, daß Diejenigen, die einem Ver storbenen die letzte Ehre erzeigen wollen und sich pünkt lich zur festgesetzten Zeit vor dem Steibehause einfinden, ungebührlich zu warten haben. Bei einer gestern statt gehabten Beerdigung war das wieder der Fall, und der verlängerte Aufenthalt im Freien war bei der üblen Witterung noch beträchtlich unangenehmer. Es wird deshalb der auch schon früher laut gewordene Wunsch erneuert, daß bei solchen Einladungen auch darauf Rücksicht genommen wird, daß die Feierlichkeit im Hause eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt und darnach die Zeit der Abfahrt des Leichenwagens festgesetzt wird. Pfarrer, Verwandte und engere Freunde der leidtragenden Familie hätten dementsprechend sich früher einzufinden. Solingen, 24. Febr. Ein großartiger Genuß ist es, sich im Wartesaal 3. Klasse des Südbahnhofs auf halten zu müssen. Ueberzeugen Sie sich bitte selbst. Ich bin Handelsfrau und muß fast jeden Tag Aufenthalt im Wartesaal nehmen. Der Rauch, welcher aber dort herrscht, spottet jeder Beschreibung. Frau K. Hüser& Co., Commandit-Gesellschaft. Commandite der Berg. Märk. Bank. Erstklassige Anlage-Werthe stets vorräthig. Prompte Ausführung von Börsen- Aufträgen. Kirchlicher Anzeiger Conntag, den 27. Februar. Evangelische Gemeinde Solingen. Vorm. 10 Uhr: Postor Tersteegen. Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Nachm. 2½ Uhr: Taufen: Pastor Müller. 3 Uhr: Bibelstunde in der Schule zu Hingenberg: Pastor Becker. 6 Uhr: Pastor Müller. Donnerktag, den 3. März, Nachm. 6 Uhr: Passionsgottesdienst: Pastor Giesekke. Peertigungen sind anzumelden bei Pauv. Tersteegen und auf dem Gemeindeamt, Südwall 9. Amtsbezirk Krahenhöhe. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst: Superintendent Dransfeld. Erang. Arbeiter=Verein. 6 Uhr: Versammlung. Vereinshaus. Sonntag Nachmittag ½:2 Uhr: schule. 4 Uhr Nachm.: Bibelstunde. 6¾ Uhr: Jungfrauen=Verein: Gesangstunde. Bekanntmachung. festgesetzte Gemeindesteuerliste der Stadtgemeinde Ohligs pro 1898 99 ist in Gemäßheit des§ 75 Absatz .§“ Einkommensteuergesetzes vom „ Juni 1891 vom 26. d. Mts. an 9. L##e lang im Ratbhause, Zimmer zur Einsicht offen. ezen die Veranlagung steht den slasrich einnen einer Ausder Augt von 4 Wochen nach Ablauf auslegungsfrist die Berufung an Hauer Jasite nden der Einkommenligen Kand iu. ei So#####iss, den 24. Februar 1898. furgermeister: Trommerehausen. 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Wir alle verlieren in dem Hingeschiedenen, welcher sich durch seine rastlose Wirksamkeit um das Wohl des Kaufmannsstandes nicht allein in unserm Verein, sondern in der ganzen Welt einen ruhmreichen Namen erworben hat, einen treuen Freund und Berather und werden ihm, so lange der Verein besteht, ein ehrendes Andenken bewahren. Solingen, 24. Februar 1898. Der Verein für HandlungsCommis von 1858 zu Hamburg, .söhr eeuet W. Hour, Vorsteher, Mittelstr. 12. Todes-Anzeige. Heute Morgen gegen 6 Uhr entschlief sanft und ruhig nach kurzem, aber schwerem Leiden unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Wwe. Wilhelm Busch, Amalie geb. Rehborn. im Alter von 70 Jahren. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen, Solingen, Elberfeld, Essen, den 24. Februar 1898. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 2¾ Uhr vom Sterbehause, Kaiserstrasse 52a, aus statt. " vur entschlief sanft nach Todes-Anzeige Gestern Morgen 3½ Uh langem, mit Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Gattin, unsere gute, treue Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Emil Thers, Clara, geb. Hermes, im Alter von 41 Jahren. Um stille Theilnahme bitten Emil Theis und Tochter nebst Familie. Solingen, den 24. Februar 1898. Die Beerdigung findet Sonntag, den 27. cr., Nachmittags 1¾ Uhr, vom Sterbehause Gerichtsstrasse 15, aus statt. Todes-Anzeige. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, heute Morgen 9 Uhr unsere liebe, unvergessliche Mutter, Schwieger-, Gross- und Urgrossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Wittwe Joh. Aus Overdick, Johanna geb. Dinger, im Alter von 72 Jahren 4½ Monaten nach langem schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schlagbaum, Stockdum, Gräfrath, Barmen, den 24. Februar 1898. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3½3 Uhr statt. Am Mittwoch Nachmittag entschlief nach langem, schwerem Leiden sanft und gottergeben unser liebes Mitglied Frau Ew. von Hahn, geb. Rubens. Das Gedächtniss an der Entschlafenen liebevolles und gütiges Wesen wird unter uns im Segen wirken. Der Frauenverein der Kleinkinderschule, Emilienstrasse. Ein tüchtiges Vienstmaochen auf Mai gesucht. Frau Paul Kron, Rathhausstr. 9. Für einen besseren Herrn ein möblirtes Zimmer per 1. März od. später, mit oder ohne Frühstück, zu vermiethen. N. i. d. Exp. Madchen, welches Hausarbeit mit übernimmt, Renaurations= Küche auf Mai sucht. Näheres in der Exped. für 9 K Königl. Standesamt Soltugen 24. Febr. Geburten: Daniel Rovert Carl, S. v. Lackirer Carl Schubert, Eisenstr. Auguste Anna, T. v. Federmesserreider Wilhelm Teitscheid, Ratbhausstr. Heinr. Wilhelm, S. v. Schleifer Heinr. Lefeore, Schwertstr. Sterdesälle: Clara von Hahn, geb. Rubens, 54 J., verw., Wupperstr. Clara Theis, geb. 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Haardt, wird der unterzeichnete zu Solingen wohnende Königl. Preuß. Notar H. W. Rudolf Pütz am Montag, den 28. Februar 1893, Nachmittags 6 Uhr, zu Solingen, Katternbergerstraße, im Lokale des Wirthes Carl Friedrich Plöhn, die zum Nachlaß der benannten Eheleute Voos gehörigen zu Katternbergerstraße und zu Kotterheidberg in der Gemeinde Höhscheid, Landkreis Solingen, gelegenen, hiernach verzeichneten Immobilien in den beiden nachbezeichneten Abtheilungen zur Versteigerung ausstellen und nunmehr zu jedem Preise event. zu den bei der Versteigerung vom 17. d. M. erzielten Meist= und Letztgeboten sofort definitiv zuschlagen. 1. Abtheilung: 1 Ar 20 Meter Hofr., auf dem Kamp, Flur 2, Nr. 1379/349 u. 17 Ar 10 Meter Hofr. pp., daselbst, Flur 2, Nr. 1380 349, sammt aufstehendem Wohnhause. Nr. 101, mit Stallung und Arbeitsraum und Wohnhaus Nr. 103, an der Katternbergerstraße, begrenzt von Abraham Herbertz, Gustav Schäfer und Peter Daniel Vogel und taxirt zu 19000 Mark, Letztgebot 14 100 Mark, 2. Abtheilung: 13 Ar 05 Meter Hofraum und Hausgarten, Siepen, Flur Nr.? 39, sammt aufstehendem Wohnhaus, Nr. 10 und 11 mit Scheune, 19 Ar 58 Meter Holzung, daselbst, Flur 2. Nr. 1121 322, begrenzt von Ehefrau Rob. Hülbach, Peter Vogel und Adolf Hofbauer, taxirt zu 3000 Mark, Letztgebot 2000 Mark. Bedingungen sind beim Unterzeichneten einzusehen. Solingen, den 26. Januar 1898. Pütz. Jusizrath. Gertatit. Immohiine Gerstergerung mit Juschlag auch unter der Taxe. Auf Anstehen des Kaufmannes und Banquiers Herrn Wilhelm Hüser hierselbst, als gerichtlich bestellter Pfleger des für erblos erklärten Nachlasses des in Solinzen und zuletzt in Barmen wohnhaft gewesenen und zu Barmen am 23. Oktober 1897 verlebten Banquiers Herrn Cuno Haarhaus, wird der unterzeichnete, zu Solingen, im Oberlandesgerichtsbezirk Köln wohnende königl. preußische Notar Justizrath Heinrich Wilhelm Rudolph Pütz, am Mittwoch, den 9. März 1898. Nachmittags 6 Uhr. beim Gastwirthe Herrn Louis Schivelbusch zu Solingen im Hotel„Deutsches Haus“ die zu dem erwähnten Nachlasse gebörigen, zu Solingen an der Kaiserstraße gelegenen Immobilien, besehend in:„ 4 Ar 40 Meter Hofraum und Hausgarten, Kaiserstraße Nr. 57, Flur 3. Nr. 2449 655 und 5 Meter Hofraum, Kaiserstraße, Flur 3, Nr. 2579 655 sammt aufstehendem Wohnhause Nr. 57, begrenzt von Grünheck, Müller, Wester und Geisenheimer, Schätzungspreis 69000 Mark, Letztgebot 41200 Mark, nochmals öffentlich zur Versteigerung aussetzen und nunmehr zu jedem Preise, eventl. zu dem bei der Versteigerung vom 10. d. M. erzielten Meist= und Letztgebote ad 41200 Mark, sofort definitiv zuschlagen. Die Versteigerungsbedingungen sind beim Unterzeichneten einzusehen. Solingen, den 18. Februar 1898. Der Königl. Notar: Furz. Ladcniokur gecdenn Per Herbst oder später an der mittl. Kaiserstraße ein Ladenlokal mit Wohnung gesucht.„„„ 913 E Offerten unter K. G. bef. die Exped. Immootenr=Gersteigerung. Auf Anstehen der Erben der zu Dorperhof verstorbenen geschäftslosen Frau Wittwe Dautel Weck und auf Grund eines Beschlusses des Kgl. Amtsgerichts in Recklinghausen vom 11. Oktober 1897 wird der unterzeichnete Notar am Montag, den 28. Februar 1893, Nachmittags 6 Uhr, zu Dorperhof im Lokale des Wirthes Herrn Carl Kirschbaum das zum Nachlasse der zenannten Wittwe Weck gehörige, zu Dorperhof gelegene Ackergütchen, bestehend in Wohnhaus Nr. 23 mit Stallung und im Ganzen 2 Hektare 55 Are 46 Meter Grundfläche verschiedener Kulturart zusammen taxirt zu 3000 Mark, öffentlich zum Verkauf ausstellen und dem Meistbieter bei Erreichung der Taxe definitiv zuschlagen. Die Verkaufsbedingungen sind auf der Amtsstube des Unterzeichneten einzusehen. Solingen, den 31. Januar 1898. Dr Eg. Aoiar: Rosenbaum. # Panorama international. Kaiserstraße 115, Ecke Südwall. Filiale aus der Passage Berlin. Diese Woche: durch Hamburg, Altona nebst einem Ausflug nach der Insel Helgoland. Mobilar-Auktion. Auf Anstehen der Erben der zu Dorperhof verstorbenen geschäftslosen Irau Wittwe Daniel Weck wird der unterzeichnete Notar am Montag, den 28. Februar 1898, Nachmittags 2 Uhr zu Dorperhof im Sterbehause der Erblasserin die zu deren Nachlaß gehörigen Mobilargegenstände, als: Stühle, Tische, 1 Hausuhr, 1 Fournaise, 1 Eckschrank, Spiegel, 1 vollständiges Bett, 1 Kleiderschrank u. s. w. öffentlich gegen baare Zahlung verkaufen. Solingen, den 31. Januar 1898. Der Hgl. Aotar: Rosenbaum. für leichte Beschäftigung und Ausschicken gesucht Schützenstraße 134. 115 Ein herrschaftliches Wohnhaus mit Nebengebäude, alles der Neuzeit entsprechend gebaut, sowie mit oder ohne Bauterrain, ist zu verkaufen. Offerten unter Z. 4 an die Exp. erb. Patentscheere thatsächlich nachweisbar autes Patent billig zu verkaufen. Umsatz pro Jahr 809—1000 Died. 1 850 mit 30 ½g. In Deutschland gut eingeführt. aiscbes Pateutb in Solingen, Augustastrasse 21. Casino-Gesellschaft. Freitag, den 4. März cr., Abends 8 Uhr: General=Versammlung. Ballotage. Der Vorstand der Casine=Gesellschaft. Geflügelzüchter=Verein „Fauna: Sonntag, den 27. Febr., Abends 8 Uhr:## L12### General=Versammlung. 1) Ballotage. 2) Empfang der Beiträge. 3) Ausstellung betr. 4) Verschiedenes. Dor Vorstang. Tonnalle im Saale der Wwe. Gust. Steinijens. Sonntag, den 27. Febr. 1896: Große Theatervorstellung. Der Trompeter von Säkingen. Romantisches Schauspiel mit Gesang in 3 Akten und 5 Bildern, nebst einen Vorspiel: „Wie Jung Werner Trompeter ward“, von E. Hildebrandt und J. Keller, Musik von Brenner. 1. Bild: Das Fest des heiligen Fridolin. 2.„ Margarethe, des Schloßhern Töchterlein. 3.„ Im wunderschönen Monat Mat. 4.„ Der Hauensteiner Rummel. 5.„ Jung Werners Abschied. Kassaöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Preise der Plätze: Sperrsitz 75 Pfz, 1. Platz 50 Pfg. Karten sind im Vorverkauf bei Hern E. Häring, Kölnerstr., und bei mir uu haben. Achtungsvoll Wwe. Gustav Steinisans. Wohlgemuth. Montag, den 28. 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