Nr. 8. 50. Jahrgang. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Vierteljahr in der Expedition 1 44 75 J, auf allen Kaiserl. Postanstalten 2 Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 J. Dienstag, den 11. Januar 1898. Zeller under dem Dtem Verzisches Druck und Verlag von Ald. Pfeisfer in Solingen.— Für die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.— Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstr. 140. Fernsprech: Anschluß Nr. 90). Bestellungen auf diese Zeitung für das erste Vierteljahr 1898 werden baldigst erbeten. Der Kaiser hörte gestern Vormittag die Vorträge des Chefs des Zivilkabinets Dr. v. Lucanus des kommandirenden Admirals v. Knorr, des Chefs des Reichsmarineamts Tirpitz und des Chefs des Marinekabinets v. Senden=Bidran; Abends speiste der Kaiser bei dem General der Artillerie, Fürsten Anton Radziwill. Der Kaiser fuhr am Sonntag bei dem russischen Botschafter vor und verweilte bei demselben eine halbe Stunde. Der Kaiser sandte dem Professor v. Esmarch zu seinem 75. Geburtstage einen telegraphischen Glückwunsch, der nach der„Kieler Ztg. lautete:„Mögen Sie der Wissenschaft, insbesondere der Chirurgie, die Ihnen so viel verdankt, zum Segen der Menschheit noch lange erhalten bleiben!“ Professor v. E. ist bekanntlich mit einer Tante der Kaiserin verheirathet. Der Kaiser hat auf das Glückwunsch=Schreiben des Berliner Magistrats an diesen die nachfolgende Antwort gelangen lassen:„Der Magistrat Meiner Haupt= und Residenzstadt Berlin hat Mich mit freundlichen Glückwünschen in das neue Jahr begleitet und zugleich treuen Segenswünschen für die Meerfohrt Meines Bruders, des Prinzen Heinrich von Preußen, königliche Hoheit, Ausdruck gegeben. Ich bin hierdurch auf's angenehmste berührt worden und spreche dem Magistrat Meinen Dank dafür aus. Wenn in der Adresse darauf hingewiesen wird, daß es Mir in dem begonnenen Jahre vergönnt sein wird, auf einen zehnjährigen Zeitraum Meiner Regierung zurückzublicken, so erfüllt auch Mich die Autsicht mit Freude und Dank gegen Gott. Im Vertrauen auf Seine Gnade werde Ich auch ferner bestrebt sein, der stetig fortschreitenden Entwickelung auf allen Gebieten des Volkslebens friedliche Bahnen zu weisen und das von dem hehren Begründer des deutschen Reiches überkommene Erbe Meinem Volke fest und unverrückt zu erhalten. Ich rechne auf die patriotische Unterstützungaller königstreuen Elemente des Vaterlandes.“ Die Uebersiedelung des Kaiserlichen Hofes von Potsdam nach Berlin ist nunmehr für den 15. d. M. in Aussicht genommen. Mit Rücksicht auf das Befinden der Kaiserin war die Uebersiedelung bis jetzt verzögert worden. Die„Westminster Gazette“ schreibt: Es ist möglich, daß die Königin Viktoria von England die Rückreise von der Riviera nach England durch Deutschland nimmt. In dem Falle wird die Königin dem deutschen Kaiser einen Besuch in Potsdam abstatten und der Hochzeit ihres ältesten Urenkelkindee, der Prinzessin Feodora von Sachsen= Meiningen und des Prinzen Heinrich XXX. von Reuß beiwohnen. Wenn die Königin sich entschließt, Potsdam zu besuchen, wird sie in Babelsberg wohnen. Auf ein aus Wilhelmshaven von Frau v. Knorr im Namen der Damen der Marineoffiziere an die Frau Prinzessin Heinrich gerichtetes Glückwunschtelegramm zum neuen Jahre ist folgende telegraphische Antwort ertheilt worden:„Admiralin v. Knorr! Ihnen und den Damen herzlichsten Dank. Freue mich, daß ich auch dieselbe Trennung durchmachen darf, wie so viele Andere. Irene, Prinzeß Heinrich. Fürst Bismarck antwortete einem alten italienischen Freunde, der nach seinem Befinden sich erkundigt hatte, telegraphisch Folgendes:„Ich danke; ich leide an Gelenkschmerzen, sonst geht's gut. Zuzleich mit der Eröffnung des preußischen Landtages mmmi der Reichstag beute seine durch die Weibnachtsferien unterbrochenen Arbeiten wieder auf. Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die 1. Berathung der Entwürfe eines Gesetzes, betr. Aenderungen des Gerichteverfassungsgesetzes und der Strufprozeßordnung, sowie eines Gesetzes, betr. Aenderung der Zivilprozeßordnung und eines zugedörigen Einführungsgesetzes. Die deutsche Gesanotschaft in Brüssel erklärt die Meldung des ministeriellen„Echo de Paris“, wonach Dreysus dem dortigen deutschen Militärattachee Grafen Schmettau Geheimdokumente auslieferte, als erfunden. Behauptung in der vom Pariser„Siecle' veröffentlichten Anklageschrift, daß Dreyfus„häufig nach dem Elsaß reiste und die deutschen Behörden über seine Anwesenheit die Augen zudrückten, während andere französische Offiziere nur mit größten Schwierigkeiten die Aufenthalts=Erlaubniß erhielten", ist, wie die„Straßburger Post“ feststellt, eine durchaus grundlose Erfindung. 30 000 Unterschriften hat die Petition gefunden, welche die Postunterbeamten dem Reichstag überreichen wollen und in der sie um eine Besserung ihrer Lage bitten. Die Postunterbeamten wünschen: Gewährung eines Anfangsgehalts von 1000 und eines Höchstgehalts von 1800 M. für etatsmäßige Postschaffner und Briefträger sowie Erhöhung des Höchstgehalts der Landbriefträger auf 1200 M. Im Zusammenhange mit der Berathung der Nothstandsvorlage, welche an den Landtag gelangen soll, dürfte insbesondere auch das Thema einer eingehenden Verhandlung unterzogen werden, ob nicht in Zukunft die Provinzialverwaltungen in der Verfügung über die Mittel zur Bekämpfung rasch eintretender Nothstände, Brandschäden oder ähnlicher unvorherzusehender Zwischenfälle viel selbständiger gestellt werden müßten, als dies jetzt der Fall ist. Auf deutschen Schiffswerften befinden sich zur Zeit 18 fremde Kriegsschiffe im Bau, und zwar auf der Germania=Werft bei Kiel, in der Vulkan=Werft bei Stettin und auf der Schichauer Werft in Elbing bei Danzig. Von diesen 18 Fahrzeugen entfallen 10 auf Japan, 7 auf China und 1 auf Brasilien. Das Kriegsschiff„Geier“ ist am 8. Januar in Port au Prince(Hayti) angekommen. Laut der„Nordd. Allz. Ztz.“ ist der Pachtvertrag zwischen dem Reiche und China bezüglich Kiaotschaus nach den inzwischen eingetroffenen Nachrichten auf einen Zeitraum von 99 Jahren abgeschlossen. Aus Kiel wird berichtet: Zur Herstellung einer Verbindung zwischen Kiaotschau, Schanghai, Tientsin und anderen Hafenstädten und zur Beschaffung von Proviant und Ausrüstungen hat das Kommando des Kreuzergeschwaders einen bisher in der chinesischen Küstenschifffahrt beschäftigten deutschen Dampfer gechartert. Ausland. Oesterreich=Ungarn. Wien, 10. Jan. Die hier anwesenden deutschen Offiziere machten gestern Nachmittag den Erzberzögen ihre Aufwartung. Heute Abend sind die Offiziere zur Hoftafel und zum Hofball geladen. Morgen nehmen sie an der Frühstückstafel beim deutschen Botschafter theil. Prag, 10. Jan. Der Landtag wurde heute eröffnet. Der Oberlandesmarschall eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache, welche in ein 3 Mal begeistert aufgenommenes Hoch und Slava=Rufen auf den Kaiser ausklang. Der Obmann der Curie der Großgrundbesitzer beantragte die Einsetzung eines aus den Curien und dem ganzen Hause zu bildenden 24zliederigen Aueschusses, welcher Anträge stellen soll, wie im Einverständniß mit den Vertretern beider Volkostämme die Sprachenverhältnisse des Landes geregelt werden können. Abg. Schlesinger beantragt Aufhebung der Sprachen= Verordnungen. Es wurden Interpellationen eingebracht über die im August v. J. in Brür vorgekommenen Ueberfälle auf Tschechen und wegen der stürmischen Vorgänge in Praz. Frankreich. Paris, 10. Jan. Die Sitzung des Kriegsrathes zur Verhandlung des Falles Esterhazy hat heute früh 9 Uhr begonnen. Major Esterhazy begab sich in Begleitung eines Ordonanz=Offiziers bald nach 8 Uhr vom Gefängniß nach dem Sitzungssaale des Kriegsgerichtes. Der Zutritt zu dem Saale war nur denjenigen Personen gestattet, welche besondere Erlaubniß haben.— Das Kriegsgericht beschloß die Oeffentlichkeit des Verfahrens, bis etwa die nationale Vertheidigung gefährdet erscheine. In dem Anklagebeschluß heißt es, daß Esterbazy unter der Anschuldigung mit einer fremden Macht im Einverständniß gestanden zu haben, vor das Kriegsgericht gestellt wird. Unter den Anwesenden bemeikte man mehrere Deputirte, die Frau des frühern Hauptmannes Dreyfus, welche von den Rechtsanwälten Demange und Lalois und von Mathien Dreyfus begleitet war. Letztere beantragten, dem ganzen Verfahren beiwohnen zu können, doch wurde der Antrag abgelehnt. Darauf begann die Verhandlung gegen Esterhazy. Großzbritannten. London, 10. Jan. Es dürfte nicht mehr lange währen, daß eine englische handelspolitische Mission behufs Studiums der Absatzverhältnisse an den südamerikanischen Plätzen sich auf den Weg macht. Ebenso wird auch an der Verwirklichung des Projektes wegen Errichtung eines Handels nachrichtenBureaus eifrig gearbeitet. Als Regierungekommissar nach Südamerika wird Mr. Worthington aus Manchester genannt, den als Vertrauensmann der Britischen Handelekammervereinigung Sir Vincent Barrington begleiten wird. Die Herren dürften gegen Ende des laufenden Monats ihre Reise antreten. — 10. Jan. Eine wesentliche Erhöhung des Etats der britischen Streitkräfte in Westafrika steht bevor. Die aus 500 Mann destehende Polizeitruppe soll um mehrere Hundert vermehrt und die britischen Streitkräfte beider Kolonieen auf 4000 und 5000 Mann verstärkt werden. Italien. Rom, 10. Jan. Aus Anlaß des VerfassungsJubiläums werden der deutsche und russische Kaiser, sowie die Könige von Sachsen, Württemberg, Belzien und Rumänien in Turin erwartet. — 10. Jan. Zwischen England, Japan und Rußland soll in Bezug auf Korea ein Uebereinkommen getroffen sein. — 10. Jan. Wie der„Popolo Romano“ meldet, wird das Panzerschiff Marco Polo in den nächsten Tagen nach China abgehen. Palermo, 10. Jan. Das Kronprinzenpaar mit den Ministern Bein und Gefolge ist heute dier eingetroffen, um an der 50jährigen Juf:seier der sizilianischen Revolution theilzunehmen. Spanien. Havanna, 10. Jan. Der Sekretär des Marquis Santa Lucia, des sogenannten Präsidenten der kubanischen Republik, Namens Quiros, hat sich unterworfen, indem er erklärt, daß nach der Einsetzung der Autonomie zu einer Fortsetzung des Aufstandes kein Grund mehr vorhanden sei; ebenso haben sich der sogenannte Kommandant Antonio Munnez, 2 Offiziere und eine Anzahl Aufständischer, alle bewaffnet, unterworfen. Man glaubt, daß weitere Unterwerfungen von Ausständischen folgen werden. China. Peking, 10. Jan. Vor kurzem hat sich ein hoher russischer Beamter von Peking nach Schantung begeben, um mit dem dortigen Vizekönig zu verhandeln, welcher angewiesen sei, auf die formulirten Forderungen einzugehen. Rheinland und Köln, 10. Jan. Prinz Adolph von Schaum= burg=Lippe kam nebst Gemablin gestern Nachmittag von Bonn nach Köln, um hier der Nachmittags=Vorstellung im Stadttheater beizuwohnen. Dieselben fuhren mit dem Schnellzuge um 6.2 nach Bonn zurück. Wiesbaden, 10. Jan. Regierungs= Präsident v. Tepper=Laski ist nach Berlin versetzt worden. Essen, 9. Jan. In der Krupp'schen Fabrik wurde ein älterer Ranzirer überfahren und sofort getödtet. — In Altenessen wurde auf der Bahnstrecke die Leiche eines Arbeiters gefunden. Der Kopf war völlig vom Rumpfe getrennt; augenscheinlich liegt Selbstmord vor. Cleve, 10. Jan. Pastor Lic. Mettgenberg in Cleve ist als Konsistorialrath ins Konsistorium berufen. Lünen, 7. Jan. Der Berzmann Becker wurde von 3 Kerlen überfallen, mißhandelt, in den Wegegraben geworfen und der Uhr und des Portemonnaies gewaltsam beraubt. Die Straßenräuber brachten dabei dem Ueberfallenen so schwere Wunden bei, daß der Verletzte nach wenigen Stunden starb. Herne, 9. Jan. Die schon gemeldete Vergiftung durch Gase ist im katholischen Krankenhause bei einer Operation erfolgt. Ein Mann, der sich durch einen Schuß eine gefährliche Verletzung in den Unterleid beigedracht hatte, sollte operirt werden. Die Operation nahm 4 bis 5 Stunden in Anspruch. Während dessen ist, wahrscheinlich durch die starke Lichteinwirkung, eine Zersetzung des Chloroforms vor sich gegangen, die eine Chlorvergiftung der beiden operirenden Aerzte und mehrerer Krankenschwestern zur Folge hatte. Eine der Schwestern ist, wie bereits berichtet, gestorden. Die andern sind weniger erkrankt und befinden sich wieder wohl; der leitende Arzt, Dr. May, liegt schwer erkcankt darnieder, während der assistirende Arzt, Dr. Feldmann, nur an einem vorübergehenden leichten Unwohlsein gelitten hat. Der Verletzte ist am Tage nach der Operation gestorden. Dortmund, 8. Jan. Eine furchtbare Verletzung hatte im vorigen Jahre ein Bergmann dem Bergmann Schümer beigebracht, indem er ihm mit einem Ziegelstein einen Theil des Schädels einschlug. Herr Dr. Bolte hat den zerschmetterten Schädelknochen Stück für Stück aus der Gehirnmasse herausziehen müssen, sodaß das Gehirn zum Theil völlig bloßgelegt wurde. Die That ist schon vor einigen Monaten verübt, der Verletzte konnte aber heute noch nicht zum Termine vor der Strafkammer erscheinen. Wie Herr Dr. B. mittheilte, schwebt der Verletzte noch in Lebensgefahr; es war die Gesichtsrose hinzugetreten, welche den Heilungsprozeß verlangsamt und den Sch. an den Rand des Grades gebracht hat. Der genannte Arzt hofft, laut„D. Ztg.“, daß in etwa 8 Wochen die Heilung so weit fortgeschritten sein wird, daß die offene Schädelstelle mit einem Metallstück geschlossen werden kann. Diese Platte muß dann mit der Stirnhaut überdeckt und das Ganze so zum Heilen gebracht werden. Der ganze Heilungsprozeß wird immerhin noch: Jahr dauern. Roman von Arthur Zapp.(32 (Fortsetzung.) „Nein— Nein!“ schrie Otto auf, unfähig, länger Stand zu halten. Er riß seinen Hut an sich und stürmte davon aus seines Bruders Nähe. 19. „Warum besucht uns Herr Köster gar nicht mehr?“ ftagte Konstanze Göring ihren Vater. Der Kammergerichtsrath zuckte mit den Achseln.„Ich weiß nicht, Kind.“ Nach einer kurzen Pause fügte er jedoch hinzu: „Freilich, denken kann ich mir's ja. Es geschieht sicherlich aus Zartgefühl, er befürchtet, daß uns sein Besuch nicht mehr angenehm ist.“ Das junge Mädchen heftete seine Augen in grenzenlosem Staunen auf ihren Vater. „Ich begreife Dich nicht, Papa. Warum sollte Herr Köster zu einer so unbegründeten Befürchtung kommen?“ Der alte Herr blieb die Antwort eine ganze Weile schuldig. „So ganz unbegründet wäre eine solche Besorgniß nicht,“ gab er endlich zur Antwort, und als er den Blick seiner Tochter, von Neuem fragend, in starrer Verwunderung auf sich gerichtet sah, fügte er, während ein leiser Schatten über sein Gesicht huschte, hinzu:„Es ist eine unangenehme, peinliche Geschichte, die dem jungen Mann passirt ist.“ Konstanze Göring ließ die Stickerei, mit der sie sich beschäftigt hatte, in ihren Schooß sinken. Das lebhafte Roth, das ihr plötzlich in's Gesicht stieg, bewies ihr liefes Interesse. „Eine peinliche Geschichte, Papa?“ Der Kammergerichtsrath zögerte wieder mit der Antwort; das Thema schien ihm nichts weniger als angenehm. Endlich begann er:„Ich habe Dir seinerzeit nichts davon erzählt, denn wozu Dich mit so häßlichen Dingen dehelligen. Uebrigens, wenn Du die Zeitungsberichte über stattgehabte Gerichtsverhandlungen lesen würdest, so—“ „Die lese ich nie,“ warf das junge Mädchen mit einer Bewegung des Schauderns ein.„Da kommen oft so entsetzliche, schreckliche Dinge vor. Aber wie kommst Du darauf, Papa, und was hat das mit Herrn Köster zu thun?“ Sie erwartete in sichtlich ängstlicher Spannung die Antwort. „Herr Köster,“ berichtete der Kammergerichtsrath, „mußte in einer häßlichen Diebstahlsgeschichte als Zeuge aussagen. Auf der Anklagebank saß sein Bruder.“ Ueber des junzen Mädchens freundliche Züge lief ein heftiges Erschrecken.„Herrn Kösters Bruder, Papa? Sein wirklicher Bruder?“ Der Kammergerichtsrath nickte. „Aber das ist ja furchtbar!“ rief Konstanze Göring. Ihr Gesicht war ganz blaß geworden.„Und er sitzt— sitzt nun im—?“ „Nein, er wurde freigesprochen.“ „Frei—?“ Das junge Mädchen athmete auf. Ueber ihr Gesicht glitt ein freudiges Aufleuchten. „Er wurde freigesprochen,“ fuhr der Kammergerichtsrath fort,„weil die Sache nicht genug aufgeklätt werden konnte. Der Verdacht aber lastet noch heute auf ihm. Und das wirft natürlich auch auf das Leben seiner Angehörigen einen tiefen Schatten.“ „Armer, armer Herr Köster!" Es klang wie ein Seufzer, der aus der Tiefe ihrer Brust heraufkam. Aus ihren Mienen war im Nu wieder alle Freude geschwunden.„Und Du glaubst, Papa, daß er deshalb nicht mehr kommt?“ Herr Göring bejahte. „Du kannst Dir denken, wie dem feinfühligen, ehrliebenden jungen Mann zu Muthe sein mag. Es hat ja seinerzeit als ein interessanter Fall in allen Blättern gestanden. Und nicht genug damit, es hat ihm ja die ganze Zukunft verpfuscht, denn der junge Mann, dem seine Begabunz und sein ernstes Streben eine glänzende Karrière in Aussicht stellten, hat für immer— jedenfalls aus Ehrgefühl, aus übertriebenemn Ehrgefühl, meine ich— auf den Staatsdienst verzichtet. Denn schließlich, was kann er dafür, selbst wenn sein Bruder schuldig ist!“ „Nicht wahr, Papa?“ pflichtete das junge Mädchen mit einem auffallenden Eifer bei.„Es ist doch ungerecht, daß er nun darunter zu leiden hat. Der Kammergerichtsrath erwiderte nichts. Er sah nur aufmerksamer als vorher zu seiner Tochter hinüber. Konstanze fühlte es, sie senkte erröthend ihr Gesicht. „Möchtest Du, daß er wieder einmal einen unserer Gesellschaftsabende besucht?“ fragte er mit stillen Lächeln. Konstanze nickte, ohne aufzublicken. „Nun, dann werde ich ihm einfach schreiben.“ Seinen aufmerksam beobachtenden Augen entging es nicht, daß Konstanze zusammenzuckte und daß ihre Stimme leise zitterte, als sie jetzt sagte:„Glaubst Du, Papa, daß er dann kommen wird?“ „Gewiß,“ gab er zurück.„Wenn er sieht, daß ihm das Unglück, das seine Familie betroffen, in unseren Augen nichts geschadet hat, daß er uns heute nicht minder angenehm ist, als früher. Konstanze Göring hatte ihre Hände gefaltet, ihre Augen strahlten, als sie jetzt den Blick zu ihrem Vater erhob. Das, was in diesem Moment ihre hochathmende Brust erfüllte, drückte sich in dem Ausruf aus:„Du dist doch herzensgut, Papa!“ Der Gelobte lächelte. „Das Kompliment kann ich Dir zurückgeben“, sagte er neckend,„Du bist es ja, die mich darauf gebracht hat, und Dein gutes Herz scheint bei der Aussicht, Herrn Köster bald wieder als Gast bei uns zu sehen, eine mindestens ebenso freudige Genugthuung zu empfinden, als das meine.“ Konstanze Göring bückte sich mit einer hastigen Bewegung zu ihrer Stickerei hinab, über und über erglühend. * * Es war ein aus Freude und Wehmuth gemischtes Gefühl, das Otto Köster empfand, als er Konstanzens Brief erhielt. Sie schrieb im Auftrage ihres Vaters. Nach den liebenswärdigen Vorwürfen, die sie ihm über sein langes Ausbleiben machte, gab sie der Hoffnung Ausdruck, ihn am nächsten Jourfir bei sich begrüßen zu können. Ein heftiger Kampf entspann sich in des jungen Mannes Brust. Den ganzen Tag sann er über die Frage nach, durfte er das gastliche Haus des Kammergerichtsraths je wieder betreten, durfte er sich Gesellschaft ehrenwerther Menschen mischen und an ihren geselligen Freuden theilnehmen, durfte er seine befleckte Hand in die des reinen jungen Mädchens legen? Nein, Nein! Ein instinktives Gefühl hat ihn während der letzten Monate abgehalten, den Kreis seiner Bekannten aufzusuchen. Sollte er diesem Gefühl Trotz bieten, weil ihm Konstanze Göring in ihrer Ahnungslosigkeit ein paar freundliche Zeilen geschrieben? Würde sie ihm nicht voll Entsetzen und Abscheu den Rücken kehren, wüßte sie, wie es in Wahrheit um ihn stand? Nein, nein, er durfte nicht gehen. Doch trotz dieses Entschlusses begann er am zweiten Tage die Frage noch einmal von allen Seiten zu überdenken. Sollte er sein ganzes Leben als menschenscheuer Einsiedler vegetiren? War es nicht inkonsequent, weiter zu leven und in seinem Berufe mit ehrenhaften Leuten Verkehr zu pflegen, sich aber gesellschaftlich zu isoliren und von aller Berührung sich ängstlich zurückzuziehen? Am dritten Tage entschloß er sich zu gehen. Kammergerichtsrath Göring, sowie die älteren Herren begrüßten ihn mit ostentativer Freundlichkeit, und wenn sie es auch mit keiner Silbe aussprachen, er las es doch in ihren Mienen und fühlte es an ihrem herzhaften Händedruck, daß sie ihm sagen wollten:„Du irrst Dich, wenn Du geglaubt hast, wir achten Dich jetzt weniger als früher. Für uns dis Du der Alte: Nur seine speziellen Freunde, die Herren von Markwald und Mattenfeld, legten eine auffallende Veränderung ihres Benehmens ihm gegenüber an den Tag. Sie begrüßten ihn kalt, mit förmlicher Verbeuzung, als wäre ihre Bekanntschaft mit ihm immer nur eine ganz oberflächliche gewesen und als wollten sie von vorneherein jeder intimen Annäherung vorbeugen. Otto hatte Mühe, sich die zornige Empörung, die in ihm glühte, nicht anmerken zu lassen. Er hätte vorstürzen und den blasirten Gecken mit dem Einglas in das hochmüthige Gesicht schlagen mögen. War Markwald nicht schuld an allem, was geschehen? War er nicht der Versucher gewesen, der ihn mit listizen Reden auf die abschüssige Bahn gelockt? Das, was der Vater einst beim ersten Abschied aus dem Vaterhaus zu ihm gesprochen, kam ihm ins Gedächtniß:„Schuldenmachen kommt gleich nach dem Stehlen!" Ein wahres, ein nur zu wahres Wort war es gewesen, das er leider leichtsinnig in den Wind geschlagen hatte! Ja, Herr von Markwald, der ihn zu der ersten Wechselanleihe verführt hatte, war der intellektuelle Urheber seines Verbrechens. Konstanze Göring war die einzige, die den nach langer Pause wieder erschienenen Gast genau ebenso empfing wie früher. Das feinfühlende junge Mädchen wollte ihn auch nicht einmal durch eine merkliche Freundlichkeit an das Unangenehme, das hinter ihm lag, erinnern. Sie plauderte mit ihm so unbefangen, als wäre nichts geschehen und als wäre in ihrem gesellschaftlichen Verkehr nicht die geringste Stockung gewesen. Freilich hin und wieder stahl sich, ohne daß sie sich dessen recht bewußt gewesen wäre, ein warmer Blick zu ihm hinüber, der ihre Genugthuung, ihn wieder zu haben und ihrer Sympathie für ihn deutlichen Ausdruck gab. Ihrem taktvollen und zugleich warmblütigen Wesen war es zu danken, daß Otto die peinliche Vergangenheit, die ihn anfangs in ihren Banden gehalten, endlich überwand und ein paar schöne, reine Stunden verlebte, wie seit langer Zeit nicht. (Fortsetzung folgt.) Stadt= und Landkreis Solingen. Solingen, 11. Januar. * Gestern Abend fand im Münster'schen Lokale unter dem Vorsitz des Herrn Oberbürgermeisters Dicke eine Besprechung über die Kaisersgeburtstagsfeier statt, an welcher u. A. Herr Major v. Pöppinghausen und die Vertreter zahlreicher Vereine theilnahmen. Nach ein gehender Berathung kam man dahin überein, in diesem Jahre von einer großen gemeinsamen Feier abzusehen, da seitens der Vereine der Wunsch geäußert wurde, sich mit den Familien an der Festlichkeit zu betheiligen, was sich bekanntlich hier aus Manzel an einem geeigneten Saal gemeinsam nicht durchführen läßt. Maßzebend war bei diesem Beschluß auch der Umstand, daß im Juni das 10jährige Regierungejubiläum unseres Kaisers Anlaß zu einer großen patriotischen Feier geben wird. Trotzdem soll am Kaisersgeburtstag Festgottesdienst stattfinden. Schließlich nahm man einstimmig einen Beschluß dahin an, den Kaisersgeburtstag künftig nur alle 3 Jahre gemeinsam zu feiern, es aber im übrigen den Vereinen zu überlassen, Einzelfeiern abzuhalten. — Der König hat die Wiederwahl des Herrn Kommerzienraths Coppel und die Wahl des Heren Hauptmanns a. D. Wolters als unbesoldete Beigeord: nete der Stadt Solinzen bestätigt; die Einführung der genannten Heiren wird voraussichtlich in der nächsten Stadtrathssitzung erfolgen. Die Bestätizung traf gestern hier ein. — Herr cand. min. Jost von hier ist als Pfarrer nach Schönberg bei Görlitz(in Schlesien) berufen worden. Derselbe wird sein neues Amt voraussichtlich im Frühjahr antreten. — In der gestern Abend abgehaltenen Sitzung des Vorstandes der allgemeinen Ortskrankenkasse wurde Herr Louis Sabin als erster und Herr David Weck als zweiter Vorsitzende wiedergewählt. Beschlossen wurde ferner am Sonntag, den 6. Februar d. J. im Böntgen'schen Lokale zu Schützenstraße eine Mitglieder=Versammlung abzuhalten, in welcher Herr Dr. Landmann aus Elberfeld, den in der General=Versammlung vom November v. J. gewünschten Vortrag über das Apotbekenwesen halten wird. — Der hiesige gemeinnützige Bauverein hält morgen im Hotel Eggers eine General=Versammlung ab. U. A. liegen Anträge wegen Erbauung von Arbeiterwohnhäusern vor. — In der gestrigen Versammlung des hiesigen Karallerie=Vereins wurden in den Vorstand gewählt die Herren Herm. Windhövel 1., Otto Höhmann 2. Vorsitzender. Albert Pickert 1., Emil Schwippert 2. Schriftführer, Alfred Blömer I., Carl Linder 2. Kassirer, Fahnenträger: Herm. Bruch, Beisitzer: Eduard Linge, Gust. Käfer, E. Pauls, Wild. Seiffert, Willv Mummert und Felix Keudel. Kaisersgeburtstag soll im Vereinslokale mit den Damen gefeiert werden. Zum Schluß der Versammlung erfolgte die Ueberreichung der Erinnerungsmedaillen an die Veteranen. — Der Artillerie=Verein hielt gestern Abend im Geldmacher'schen Lokal am Südwall eine Versammlung ab, die vom 2. Vorsitzenden Herrn Meis mit einem Hoch auf den Kaiser eröffnet wurde. In den Vorstand wurden gewählt die Herren Ernst Reinsbagen(Vorsitzender) Aug. Meis(Stellv.), Ernst Knecht(Kassirer), Rudolf Reichle (Stellv.), Walter Lüttges(I. Schriftführer), Fritz Busch (Stellv.), Karl Sudberg und Karl Weder(Beisitzer). Kaisers Geburtstag wird am Sonntag, den 30. dss. Mis. durch gemüthliches Zusammensein gefeiert werden. Eine Anzahl von Weichenstellern wendet sich an das Abgeordnetenhaus mit der Bitte um Gehaltsverbesserung. In der Eingabe wird gebeten um Erhöhung der Besoldungssätze von 1000 bis 1500 M. auf 1200 bis 1800 M. für Weichensteller 1. Klasse, um Erhöhung der jetzt 800 bis 1200 M. betragenden Gehaltssätze der Weichensteller 2. Klasse auf 10000 bis 1500 M., um Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses, sowie der Funktionszulage. Die Eingabe ist begründet mit dem äußerst schwierigen und verantwortungsvollen Weichensteller dienst, der eine besonders gute und kräftige Ernährung des Körpers erfordert. — In das Gebrauchsmuster=Berzeichniß sind eingetragen: Messer bezw. Gabel mit Heft aus Eisenoder Stahlguß und besonders eingesetzter Klinge, für Rud. Theis, Solingen,— Flachangelheft=Tafelmesser und Gabel=Klingen mit Balancekropf, mit Hohlkehlzwinge, Namensschild und Stoßkappe, aus einem Stück hergestellt, für G. H. Broch, Solingen,— Aufgenietete Stahlschneiden tragende Scheere mit aus einem Stück mit den Backen bestehenden Nieten und Scheere, deren die Theile verbindender Bolzen mit dem einen Theile aus einem Stück besteht, für Franz Krupp, Solingen,— Waschkessel mit an dem oderen Theil des Rumpfes angebrachten Rahmen, für August Huber, Solingen, Südstr. 25,— In einer mit Scharnierdeckel und Bügelverschluß versehenen Kapsel angebrachter Druckknopf für Haustelegraphenleitungen u. dgl., für J. Buscher, Solingen,— Selbstöffner=Schirm= gestell mit radial zwischen Schirmschieber und Schirmstreben oder Schirmstangen eingeschalteten Federungen, für Kortenbach& Rauh, Wever,— Drehgestell für Straßenbahnwagen mit Längswangen aus zwei durch Flacheisen verbundenen Achskaftenführungen und mit Oeffnungen für die Wagenfedern in der vorderen Achskastenführung dicht hinter der Vorderradachse, für Bergische Stahl=Industrie, G. m. b. H., Remscheid,— Schutz= vorrichtung zwischen gekuppelten Straßenbahnwagen, bestehend in einem zwischen den Perrons einzuhängenden Rahmen, dessen beide Seiten aus in einander verschiebbaren Rodren gebildet sind, für die Union Elektrizitäts=Gesellschaft, Berlin. — Ein 19jähriger Anstreichergehülfe von Potshaus, der an einem Neubau in der Kaiserstraße mit Tapezieren beschäftigt war, stürzte, weil die von ihm benutzte Leiter ausrutschte, vor einigen Tagen aus einer Höbe von 3.40 Meter zur Erde und trug einen Bruch der linken Schulter davon. Der Verunglückte wurde in seine Wohnung gebracht. — Ein 29jähriger Maurer erlitt zu Papiermühle, als er mit dem Abbruch einer Mauer beschäftigt war, eine Quetschung des linken Fußes dadurch, daß ihm ein Stein auf den Fuß fiel. Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht. — Unter dem Motto:„Wer lacht da?“ bespricht der„Remsch. Gen.=Anz.“ den in Nr. 6 unseres Blattes mitgetheilten Beschluß des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen Interessen der Färberei= und DruckereiIndustrie von Rheinland und Westfalen, nöthigenfalls Stellung zu nehmen gegen die bekannte Eingabe der an der Wupper wohnenden Schleifer. Das genannte Blatt schreibt sodann:„Also deeinfizirend wirken die Abwässer der Wupperthaler Fabriken! Wir möchten im Namen aller bergischen und märkischen Karneval= vereine für diese Stoffbereicherung dem pp. Vorstande wärmstens danken, denn ernstgenommen wird fragl. Behauptung doch sicherlich von Niemandem werden.“ — Wir können uns den Ausführungen des Nachbarblattes nur anschließen. — Gestern mußte ein Schleifer von hier, der in einem Hause zu Kannenbrühl in der Nacht auf Montag Möbel und sonstige Sachen beschädigt, festgenommen werden. Der Mann wurde heute dem Amtsgericht vorgeführt und darnach wieder entlassen. — Gestern Abend gegen 10 Uhr wurden von 2 jungen Leuten am Spritenhaus auf dem Kirchplatz aus Uebermuth einige Fensterscheiben eingeschlagen. Die Polizei stellt Nachforschungen nach den Thätern an, welche beobachtet worden sind. — In Peine wird am 20. dss. eine Reichsbanknebenstelle eröffnet. — Im Monat Januar muß bei dem Steueramt die Liste aller im Jahre 1897 zur Geltung gekommenen Miethverträge, welche schriftlich— auch durch Korrespondenz— abgeschlossen wurden und die über 300 Mk. betragen, zur Stempelung eingereicht werden. Wohlgemerkt, die Liste wird gestempelt, nicht die Verträge. Die Unterlassung zieht die zehnfache Stempelstrafe nach sich. Formulare sind auf dem Stempelamt zu haben. Die Bureaur der Haus= und Grundbesitzer=Vereine geben gerne kostenfrei jede gewünschte Aufklärung. Also aufgepaßt, sonst kommt der Miquel, Gold und Silber nimmt er dann statt Nickel. u Höhscheid, 11. Jan. Im verflossenen Jahr wurden von den in hiesiger Gemeinde angestellten 3 Fleischbeschauern 672 Schweine untersucht. Trichinöse Thiere wurden nicht vorgefunden. □ Gräfrath, 10. Jan. Der Gräfrather Landwehr= und Krieger=Verein hat in seiner am Sonntag, den 9. Januar stattgefundenen Generalversammlung beschlossen, den diesjährigen Königsgeburtstag am Sonntag, den 30. Januar durch Konzert, Theatervorstellung und Festball im Lokale zur Post bei Herrn C. E. Ernen zu feiern. Ohligs, 10. Jan. Die Sammler des evang. Merscheider Kirchbau=Vereins werden im Laufe dieser Woche wiederum an die Thüren der Gemeindeglieder klopfen, um Beiträge zu dem Kirchenfonds zu sammeln. Mitglied des Vereins ist, nach dem,O. Anz., jedes Gemeindemitglied, welches einen wöchentlichen, bezw. einen vierteljährl. oder halbjährl. Beitrag leistet; Auswärtige können als Ehrenmitglieder aufgenommen werden. Auszug aus dem Verhandlungs=Protokoll der öffentlichen Sitzung der Handelskammer zu Solingen am 7. Januar 1898. Anwesend die Herren Schnitzler, Kommerzienrath Beckmann, Böker, Böntgen, Bremshey, Hendrichs, Lüttges, Römer, Scherf, Ulenberg, Wuppermann. Entschuldigt fehlen die Herren Berg, Hüsmert, Leverkus. Tages=Ordnung: 1) Wahl des Vorsitzenden und des Stellvertreters für das laufende Jahr. 2) Geschäfts=Ordnung. 3) Vorschlag von Persönlichkeiten, welche sich zu Concurs=Verwaltern eignen. 4) Geschäftliche Mittheilungen. 5) Sonstige Berathungsgegenstände. Der vorigjährige Vorsitzende begrüßt zunächst die nach dem neuen Statut in zwei Abtheilungen gewählten Mitglieder, hervorhebend, daß außer drei sämmtlich lange Zeit, Herr August Kotthaus zu Burscheid sogar 32 Jahre, dem Kollegium ununterbrochen angehört haben, alle früheren Mitglieder wiedergewählt worden seien Es wurden gewählt in der 1. Abtheilung des 1. Bezirks(Solingen) die Herren Kommerzienrath Beckmann, Berg, Böker, Hüsmert, Lüttges, in der 2. Abtheilung die Herren Böntgen, Bremshey, Hendrichs, Scherf, Schnitzler. In der 1. Abtheilung des 2. Bezirks(Opladen) die Herren Carl Leverkus und Theodor Wuppermann, in der 2. Abtheilung die Herren Albert Römer sen. und Alfred Ulenberg Die hierauf durch Stimmzettel erfolgende Wahl des Vorsitzenden und dessen Stellvertreters fiel auf die Herren Albert Schnitzle:, bezw. Kommerzienrath Beckmann, welche sich zur Annahme bereit erklärten. Es wurde inzwischen ein Protest gegen die am 28. Dezember v. Is. in Opladen in der 1. Abtheilung des 2. Bezirks gethätigte Wahl eingereicht, nach welchem der Wahlvorstand den Vertreter einer Fabrik zur Wahl zugelassen habe, ohne daß derselbe die gesetzlich erforderliche Qualisikation besitze. Das Kollegium beschließt, die nöthigen Erhebungen hierüber anzustellen, und alsdann zu entscheiden. Zu Punkt 2 der Tagesordnung empfiehlt der Vorsitzende die Geschäftsordnung einer Revision zu unterziehen; nachdem das Kollegium die Hauptpunkte festgestellt hat, übernimmt es der Vorsitzende, einen Entwurf in der nächsten Sitzung vorzulegen. Punkt 3 der Tagesordnung. Hinsichtlich der, Seitens des Königl. Amtsgerichts zu Solingen im Auftrage des Herrn Justizministers gewünschten Bezeichnung von kaufmännisch gebi'deten Persönlichkeiten, welche sich zu Concurs=Verwaltern eignen, beschließt das Kollegium, zunächst Informationen einzuziehen, und in der nächsten Sitzung hierüber zu verhandeln. Punkt 4 der Tagesordnung. Der Herr Minister für Handel und Gewerbe a) sendet Mittbeilung über die, durch die Handelskammern auf das Interesse der Zoll- und Steuer=Verwaltung eidlich zu verpflichtenden öffentlich angestellten Wiegemeister und ähnlicher Personen; b) derselbe macht auf die Nachbildungen von Noten der Belgischen Nationalbank in Brüssel aufmerksam, die in Marseille, Triest und Budapest in den Verkehr gebracht sind; c) und weist ferner auf eine neue Verfügung des Finanz=Direktors in Tunis über die Beibringung von Ursprungszeugnissen hin. Die Handelskammer zu Hannover übermittelt das Verzeichniß der zugesagten Beiträge zu den Erhebungen über die Lage des Kleinhandels. Das Kollegium beschließt wiederholt, sich an den Arbeiten zu betheiligen, sobald die Kammer über eine entsprechende Kraft verfugen wird. Die Handelskammer zu Müdlhausen i. Thür. knüpft an die Denkschrift des Vereins Deutscher Fahrrad=Fabrikanten zu Dresden an, anfragend, wie sich die Kammer zu der Angelegenheit stellt. Es wurde derselben inzwischen schon das über die letzte Sitzung vom 7. Dezember v. J. aufgenommene Protokoll eingesandt, nach welchem das Kollegium es für geboten hält, dahin zu wirken, daß die Fahrräder anders klassifizirt werden oder daß eine besondere Position im Zolltarif geschaffen wird. Das Präsidium des deutschen Handelstages benachrichtigt im Anschluß an frühere Mittheilungen, daß es die Zeitschrift„Handel und Gewerbe“ übernommen habe. Das Kollegium beschließt, demselben die Drucksachen zuzusenden, zunächst aber nur auf 4 Exemplare zu abonniren. Das deutsche Comité zur Förderung wirthschaftlicher Beziebungen zwischen dem Hafen von Antwerpen und seinem deutschen Hinterlande macht davon Mittheilung, daß die Antwerpener Handelskammer eine besondere Kommission eingesetzt habe, welche Mittel und Wege finden soll, zu ihrer Kenntniß kommende Mängel und Mißbräuche im dortigen Hafenverkehr thunlichst abzustellen. Das Comité empfiehlt alle Mittheilungen durch die Kammer gehen zu lassen, dieselbe ist auch zu deren Uebermittelung gern bereit. Die Deut cde Handelskammer zu Brüssel übersendet eine Anzahl Exemplare einer Broschüre, welche ein Bild ihrer bisherigen Thätigkeit gibt. Der Direktor des Feuerwerks=Laboratorium zu Siegburg ersucht um Aufgabe der diesseitigen Fabrikanten von näher angegebenen Metalle, neben der Höbe der Jahresproduktion 2c. Das Kollegium beschließt, in entsprechender Weise zu antworten. Fr. Soennecken, Bonn=Poppelsdorf übersendet Abdruck seines, im Bürgerverein gehaltenen Vortrages über:„Wohlfahrtseinrichtungen für Arbeiter“ Das Institut für Gemeinwobl G. m. b. H.(Dr. Andreas Voigt) zu Frankfurt a. M. ersucht um Zusendung der letzten Jadresberichte. E. S. Mittler& Sohn, Berlin, übersenden die kleine Schrift:„Die Seeinteressen des deutschen Reiches" auf Veranlassung des Marine=Amts zusammengestellt, deren Ankauf Jedem zu empfehlen ist. Stück Mk. 1.—, bei größeren Parthien tritt eine bedeutende Preis= Ermäßigung ein. Bothmer Dragoman an der kais. türk. Botschaft zu Berlin, der eine Zeitung der„Orient“ mit der Devise„kauft bei Deutschen" herausgibt, ersucht um Unterstützung. Von zuverlässiger Seite wird vor einer Firma in Jassy gewarnt. Das Auskunftsbüreau W. Schimmelpfeng zu Berlin wiederholt seinen Antrag auf Nutzbarmachung behördlicher Feststellungen im Interesse des Kreditverkehrs. Es sind eingegangen und auf dem Büreau zur Kenntniß der Interessenten liegend: 1) Die Mittheilungen und Sitzungs=Protokolle der Aeltesten der Kaufmannschaft in Berlin, der Handelskammern zu Aachen, Barmen, Bochum, Bonn, Cottbus, Elberfeld, Frankfurt a. M., M.=Gladbach, Gotha, Hanau, Köln, Ludwigshafen, Mülheim a. Rh., Mülheim a. d. Ruhr, Trier, der Handels= und Gewerbekammern zu Wien, zur Unterfranken(Würzburg) und des Verbandes der Handelsund Gewerbe=Vereine für das Herzogthum Oldenburg. 2) Patentschriften der Klassen 31, 67 und 69. 3) Annalen des deutschen Reiches. 4) Nachweis pro November über den auswäctigen Handel. 5) Auswärtiger Handel des deutschen Zollgebiets nach Herkunfts= und BestimmungsLändern in den Jahren 1880 96(Rußland, Schweiz, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich.) 6) Mittheilungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes. 7) Bürgel's Industrie=Handelsblatt. 8) Deutsche Industrie= Zeitung. 9)„Volldampf“, Zeitschrift für Handel und Industrie. 10) Der Weltmarkt, Zeitschrift fur Innen= und Außenhandel. 11) Centralblatt der Walzwerke. 12) Timar's Mittheilungen über Patente. 13) Die Elektrizität, Fach= und Handelsblatt. 14) Der Manufakturist. 15) Deutsche Export=Zeitung. 16) Amtliche Nachrichten des Reichs=Versichcrungsamts. 17) Eisenbahn=Tarife. 18) Die Post reisender Kaufleute Deutschlands. 19) Mittbeilungen des Zentral=Verbandes deutscher Kaufleute. 20) Verbandszeitung für die Bereine Creditreform. 21) GesetzSammlung für die preußischen Staaten. 22) Deutsches Handels=Archiv. 23) Zeitschrift für Handel und Gewerbe. 24)„Concordia“, Zeitschrift des Vereins zur Förderung des Wohles der Arbeiter 25) Deutsche Rechts=Zeitung", Zeitschrift des Innungs=Verbandes der Besorger fremder Rechts=Angelegenheiten. 26) Reichsbank und Giro= Verkehr, Broschüre von Max Schindler. Vor Schluß der Sitzung ersucht der Vorsitzende die Anwesenden noch recht zahlreich die am 13. d. Mts. in Berlin stattfindende Versammlung zu besuchen und für die Zwecke der Flottenvorlage einzutreten. Generalversammlung des Spar= und Bau=Vereins. )( Solingen, 10. Jan. Am Sonntag Abend gegen 6 Uhr fand im Röntgen'schen Lokale eine außerordentliche Generalversammlung des„Spar= und Bau=Vereins, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht zu Solingen“ statt, zwecks Zusammenschlusses mit der aus dem Evang. Arbeiterverein heraus erwachsenen Spar= und Baugruppe. Da jedenfalls aus Versehen die Veröffentlichung der Versammlung in einer Zeitung einen Tag zu spät erfolgt war, so konnten die zahlreich Versammelten nur Vorbeschlüsse fassen, deren endgültige Festlegung in einer demnächst zu berufenden GeneralVersammlung geschehen soll. Zunächst wurden einige Statutenänderungen meist einstimmig genehmigt. Die Höchstzahl der Antheilscheine wurde, um etwaiger Majorisirung der Genossen durch allz kapitalkräftige Gesellschafter vorzubeugen, auf 3 à 300 M. festgesetzt. Die Zahl der Aufsichtsräthe wurde, um möglichst vielen Genossen Einblick in den Gang der Geschäfte zu geben, auf 21 bei 100 Mitgliedern erhöht. Die vierteljährliche Kassenrevision wurde 3 von und aus dem Aufsichtsrath heraus erwählten Genossen übertragen. Als Publikationsorgane wurden die„Solinger Zeitung" und das„Kreis=Intelligenzblatt" bestimmt. Dem Vorstande wurde es übertragen, nach Berathung mit Fachmännern demnächst noch solche Bestimmungen zur Annahme vorzulegen, durch welche die Genossenschaft ausdrücklich den Charakter einer gemeinnützigen Gesellschaft erhält und deshalb von gewissen Stempelsteuerabgaben und Umsatzsteuer frei bleibt. Eine längere Aussprache ergab sich bei dem Punkt Spargelder. Zum Schluß wurde ein Antrag angenommen, nach welchem als Spargelder erst die Gelder gelten können, die nach Volleinzahlung eines Geschäftsantheils einlaufen. Diese Spargelder sollen, um die Verwaltung, die unentgeltlich geschieht, möglichst wenig mit Rechnereien zu beladen, erst so bald und so oft sie sich auf 15 Mark belaufen, nur für volle Monate verzinst werden. Die Verzinsung der Geschäftsantheile, die durch eine alljährlich bei etwaigem Gewinn zu bestimmende Dividende vor sich geht, hat mit genanntem Beschluß über die Verzinsung der Spargelder nichts zu thun. Der zweite Punkt der Tagesordnung war: Wahl des Aufsichtsrathes und Vorstandes. Die beiden sich zusammenschließenden Gruppen präsentirten ihre vorher ausgewählten Genossen. Darnach soll der Aufsichtsrath fernerhin aus folgenden 21 Herren bestehen: Ev. vom Hofe, Stadtbaumeister Drewitz, G. Herold, Geiersbach, Rud. Pfeiffer, P. W. Dellweg, Hauptlehrer Bornemann, H. Carstens, R. Casper, Molly, Pastor Becker, M. Lansnicken, Heep, Weinerich, Weber, Schneider, Gewerbeinspektor Schmidt, Bankier Max Brab, Josef Schnit, Hauptlehrer Spannenberg, Tinnekämper. In den Vorstand wurden gewählt: Pastor Müller und W. Müller als Vorsitzender und Stellvertreter Franz Rauch und W. Busse als Geschäftsführer und Stellvertreter, Aug. Hepp und Ed. Richter als Beisitzer. Darauf gab die Versammlung noch ihre Zustimmung zu dem Ankauf des Grundstückes an der Kullerstraße, worüber der Kaufakt in dieser Woche gethätigt werden soll. Außerdem beauftragte sie den Vorstand, zwecks Anleihe einer Bausumme bei der Alters= und Invaliditäts= versicherungskasse die vorbereitenden Schritte zu thun. Es liegt nämlich in der Absicht der Genossenschaft, die erfreulicherweise fast täglich noch durch den Zutritt neuer Mitglieder auch aus dem Kreise wohlfahrtsfreudiger Fabrikanten und Kaufleute wächst, wenn eben möglich schon zum 1. Nov. eine Reihe von Wohnungen auf dem Grundstück an der Kullerstraße zum Gebrauch fertig zu stellen. Mit dem Ausdruck des Dankes für die rege Theilnahme der erschienenen Genossen schloß Herr W. Müller gegen 9 Uhr die Versammlung. ∆ Stadtverordneten=Sitzung zu Ohligs am 10. Januar 1898. Anwesend waren unter dem Vorsitze des Herrn Bürgermeisters Trommershausen die Beigeordneten und Stadtverordneten Herren Nippes, Hammesfahr, Killing, die Stadtverocdneten Herren Diesenbach, Droz, Großberndt, Hammerstein, Kaiser, Korten, Kreitz, Linder, Lohmar, Peters, Rauh, Schäfer, Schümer, B. Stamm, H. Stamm, Vits, Wester, Witte Emil, Witte Walter. Es fehlten die Stadtverordneten Herren Fischel und Kortenbach. Protokollführer Herr Stadtsekretär Herkenrath. Vor Beginn der Sitzung gedenkt der Vorsitzende in anerkennenden Worten des verstorbenen Herrn Beigeordneten Melcher, zu dessen Ehren sich die Anwesenden von ihren Sitzen erheben. Es wird sodana in die Tages Ordnung eingetreten. 1) Einführung der neu= bezw. wiedergewählten Stadtverordneten. Die im November v. Is. neu= bezw. wiederzewählten Stadtverordneten Korten, Schümer, Vits, Großberndt, Hammesfahr, Hammerstein, Witte und Linder wurden durch den Vorsitzenden eingeführt und mittelst Handschlags an Eidesstatt verpflichtet. Hierbei wird festgestellt, daß jedem der neugewählten Stadtveiordneten ein Exemplar der Geschäfteordnung zugestellt worden ist. 2) Die Wahl der Fach=Kommissionen hatte folgendes Ergebniß: Finanzkommission für 1898/99: Killing, Kortenbach, Kaiser, Droz, Schümer. Baukommission für 1898/99: H. Stamm, Fischel, Wester, Korten, Peterz. Wegebaukommission für 1898/99: B. Stamm, Lohmar. Kreitz, Diefenbach, Hammesfahr. Einquartirungs. kommission für 1898/99: Kortenbach, Kreitz, W. Witte. E. Linder, Rauh, Vits. Feuerlöschgeräthekommission für 1898 99: Schäfer, Diefenbach, Lohmar, Vits. Bachschaukommission für 1898, 1899, 1900; Lochbach, als Wiesenbesitzer Carl Jäger, als Wasserwerks. besitzer Wilh. Kortenhaus. Sparkassen=Verwaltung: Wird vertagt. Gemeinde=Einkommensteuer=Einschätzungskommission für 1898/1901: H. Stamm. E. Wester, Hammerstein, Peters, E. Bremshey, H. Berg, Ew. Stamm, Aug. Wester. Beleuchtungskommission für 1898/99: Rauh, Großberndt, Killing, W. Witte, Kreitz. Sanitätskommission für 1898/99: Bezirk Wever: Kortenbach, H. Stamm, Großbeindt. Bezirk Merscheid; Lohmar, Kaiser, Hammerstein. Bezirk Löhdorf: Raub, B. Stamm, E. Linder. Bezirk Ohligs I: Bits, Kreitz, Bracken. Bezirk Ohligs II: Killing, E. Witte, Betler, sowie Techniker Franz. Kuratorium der höheren Lehranstalten für 1898/1901: Nippes, Ew. Stamm, Worring, Betzler. Kuratorium der WilhelmAugusta=Stiftung für 1898/1901: R. Küpper, Wester. Kortenbach, Hammerstein, E. Bremshey, E. Herder. Gazund Wasserwerkskommission für 1898 99: Droz. Fischel, Killing, Hammesfahr, Nippes, Schümer, Wester, E. Witte, Kortenbach. Schlachthauskommission für 1898/99: Kaiser, Schümer, Droz, Kortenbach, Nippes, B. Stamm, die bisherigen Mitglieder der Armen=Verwaltung werden pro 1898 1901 zum größten Theil wiedergewählt, 5 Mitglieder treten neu ein; Kommission zur Vertheilung des Ehrensoldes pro 1898/99: Diefenbach, Hammesfahr, Kaiser, Kreitz, Wester, Witte. 3) Beleuchtung der Junkerstraße. Von den Interessenten ist der Antrag gestellt worden, zwischen der Post= und Grünewalderstraße 2 Gaslaternen aufzustellen. Kollegium beschließt, diesem Antrage stattzugeben. 4) Verpachtung des Schulgrundstücks zu Weyer. Gegen die Verpachtung des Ackerlandes hinter der evangelischen Schule Weyer an Heinrich Schmidt gegen eine Pachtsumme von 12 M. jährlich hat Versammlung nichts einzuwenden. 5) Festsetzung von Fluchtlinien zwischen Potzhofer= und Fichtenstraße. Gegen die beantragte Festsetzung der Fluchtlinie haben verschiedene Anschließende Einspruch erhoben; nach Berathung lehnt Versammlung die Festsetzung ab. 6) Antrag des Ohligs'er Bauvereins auf Festsetzung von Fluchtlinien bei Hülsen. Der Antrag wird genehmigt. 7) Antrag des Ohligs'er Bauvereins auf Anlage der Wasserleitung nach Hülsen. Die Angelegenheit hat das Kollegium bereits am 12. Novbr. v. Is. beschäftigt und war s. Zt. in die 2. Lesung verwiesen worden. Auch heute wird ein bestimmter Beschluß nicht gefaßt, vielmehr die Angelegenheit an die Gas= und Wasserwerks=Kommission verwiesen; diese soll namentlich bestimmte Bedingungen vorschlagen, unter denen Anträge auf Erweiterung der Wasserleitung in Zukunft genehmigt werden sollen. 8) Abänderung der Lehrerbesoldungs=Ordnung. Die kürzlich beschlossene Gehaltsordnung für die Volksschul=Lehrpersonen hat nicht in allen Punkten die Billigung der Königl. Regierung gefunden. Nach Mittheilung der diesbezüglichen Verfügung beschließt Versammlung wie folgt: 1) Wir lehnen es ab, das Grundgebalt der Rektoren höher als 1750 M. festzusetzen, sind vielmehr der Ansicht, daß die amtlichen Verhältnisse bei diesem Satze vollständig hinreichend berücksichtigt sind. 2) Die Alters= Zulagen für die Handarbeitslehrerinnen sollen 80 M. betragen. 3) In§ 6, Abs. 2, sollen die Worte„mit Zustimmung“ durch die Worte„nach Anhörung“ ersetzt werden. 4) Der Gehalts=Ordnung soll ein§ 9 zugesetzt werden, welcher lautet:„Die Lehrerinnen scheiden mit der Verheirathung aus dem Schuldienste aus. Stadtverordneten=Versammlung erklärt, daß nach ihrer Ansicht das Grundgehalt von 1350 M. angemessen und nicht zu hoch sei. Gerichts=Verhandlungen. Sitzung des Schöffengerichts. .* Solingen, 11. Jan. Vorsitzender Herr Amtsrichter Arimond, Schöffen Herren Hugo Beien von Wald und Friedrich Weck von Gräfrath, Amtsanwalt Herr Stadtsekretär Hermes, Gerichtsschreiber Herr Aktuar Lamberti.— Zwischen einem Scheerenschleifer von Oben=Pilghausen und einem Miether, einem Messerreider, haben Zwistigkeiten geherrscht, die den Vermiether veranlaßten, den Messerreider bei der Polizei wegen Unfugs anzuzeigen. Das hat nun erst recht böses Blut gesetzt und eines Tages, als der Vermiether zu später Stunde heimkehrte, hat er sich zu der Drohung verstiegen, er wolle dem Anderen den Hals abschneiden. Dieserhalb war gegen ihn Strafantrag gestellt und auf heute Hauptverhandlung angesetzt. Der Angeklagte will seine Drohung, deren er sich nicht einmal mehr erinnert, jedenfalls nicht ernst gemeint haben. Das Gericht nahm dies jedoch als erwiesen an, billigte dem Beschuldigten mildernde Umstände zu und verurtheilte denselben zu 10 Mk. Geldstrafe oder 3 Tagen Gesängniß.— Gegen einen 45 Jahre alten Messerschleifer hierselbst war Anklage erhoben, sich der Pflicht zum Unterhalt seiner 74 Jahre alten Mutter entzogen zu haben. Derselbe gab an, er habe seiner Mutter, so viel er bei seinen eigenen Familien= verhältnissen(seine Frau sei auch krank) vermocht, Unterstützung geleistet. Die als Zeugin geladene Mutter machte von ihrem Rechte der Zeugnißweigerung Gebrauch. Die übrige Beweisaufnahme flößte dem Gericht die nöthige Ueberzeugung ein, daß der Angeklagte wirklich mehr wie geschehen, habe leisten können und müssen, weshalb gegen denselben mit Rücksicht auf bisherige Straflosigkeit auf 30 Mk. Geldstrafe oder 10 Tage Haft erkannt wurde.(Schluß folgt.) Elberfeld, 10. Jan. Der„Tägl. Anz.“ schreibt: Gestern standen 3, Aerzte aus Ohligs(bezw. Solingen) unter der Anklage der Herausforderung zum Zweikampfe vor der Strafkammer. Gegen einen vierten, in gleicher Weise angeklagten Arzt von Ohligs, der nicht erschienen war, wurde Vorführungsbefehl auf morgen zu einem neuen Termin erlassen. 2 der Angeklagten bekamen wegen der Behandlung eines Kranken miteinander Händel, die erst durch einen geharnischten Briefwechsel, dann durch gegenseitige Forderungen auf Säbel und Pistolen ihren Ausdruck fanden. Zum Duell kam es nicht, weil sich die Gegner nicht über die Methode einigten, und mittlerweile wurde die Sache bekannt und von Dritten zur Kenntniß der Königlichen Staatsanwaltschaft gebracht. Der angeblich Beleidigte, der seinen Gegner 2 Mal gefordert hat, erbielt 12 Tage, sein Gegner eine Woche, dessen Kartellträger 1 Tag Festungshaft. Der andre Kartellträger wird also morgen vorgefuhrt werden. h schonste Gesichtliert, sobald sich Unreinheiten der Haut, wie Pusteln, Mitesser, Schrunden, Sommersprossen u. s. w. einstellen. Diese zu bekämpfen, bedarf es einer vernünftigen Gesundheitspflege der Haut und nicht der Anwendung scharfer, e t üarte weeter 6ir zerstörender Mittel. Ein Versuch mit der Patent=Myrrhotin=Seife, welche zur HautilIXV und Schönheitspflege unerläßlich und unübertroffen ist, wird am besten ihren Werth als tägliche Toilette=Gesundheits=Seife beweisen. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich. * Neueste Nachrichten und Telegramme. Berlin, 11. Jan.(Telegramm.) Die Thron= rede, mit der heute Mittag der Landtag eröffnet wurde, kündigt auch für das laufende Rechnungsjahr einen erheblichen Ueberschuß an. Der Gesetzentwurf, betreffend den Staatshaushalt, werde, wie die Thronrede weiter besagt, auf dem Boden der Verfassung stehend, eine gesetzliche Festlegung der Grundsätze für die Veranschlagung, Führung und Kontrolle des Staatshaushalts vorschlagen. Beabsichtigt sei sodann die Aufhebung der Kautionspflicht der Beamten, die Neuregelung und Verbesserung des Diensteinkommens der Geistlichen beider Konfessionen, die Regelung der Stellung der Privatdozenten an Universitäten, die Erhöhung des Grundkapitals der Zentcal=Genossenschaftskasse, die Erhöhung des Ansiedelungsfonds für Posen und Westpreußen und die Ausdehnung des gesetzlichen Anerbenrechts auf Westfalen und einize rheinische Kreise. Schließlich kündigt die Thronrede die Bereitstellung weiterer Mittel zur Beseitigung der Hochwasserverheerungen und ihrer Folgen an und meldet, daß Erörterungen eingeleitet sind über die Regulirung und planmäßige Unterhaltung der betreffenden Flußläufe. Gleiwitz, 10. Jan. Heute Abend fuhr ein Personenzug auf einen auf Einfahrt wartenden Güterzug. Von dem Personenzug, der mit 2 Maschinen bespannt war, wurde die erste Maschine zertrümmert. Von dem Güterzug wurden die Lokomotiven und 5 Wagen beschädigt. Ein Bremser des Güterzuges sowie der Zugführer und ein Hülfssremser des Personenzuges wurden schwer verletzt. Zwei Beamte sollen leicht verletzt sein. Von den Passagieren wurde Niemand verletzt. Barcelona, 10. Jan. Weyler erklärte einem Jour* Biion! Das Leben im Grient. 1 nalisten, er glaube an die Möglichkeit eines Konfliktes zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten. Ruster=Register. Muster bezw. Modell für plastische Erzeugnisse, Schupzfrist 3 Jahre. Solingen, 6. Jan. Firma: Hermann Schulder in Solingen, Umschlag mit 1 Muster für Zigarrenabschneider in Form eines Bierseidels mit Deckel, versiegelt, — Hermann Everts, Scheerenschleifer in Solingen, Umschlag mit 1 Muster für Taschenscheere mit KeilschnittZigarrenabschneider, offen,— Firma: Ed. Wüsthof in Solingen, Umschlag mit 2 Mustern, u) für Messer mit geprägten Schaalen aus Aluminium mit Nachbildung des Münsters in Freiburg i. Baden, sowie Damenbrußtfiguren, einer Schwarzwälderin und einer Markgräflerin, für Taschenmesser oder sonstige Stahlwaaren, in jeglichem Metall oder sonstiger Substanz hergestellt, und d) für Messer mit Ansichten von Stuttgart, offen,— Firma: August Osthoff in Solingen, Umschlag mit 1 Muster für Zigarrenscheere mit Drabtaugen und jeder Beschaalung, vernickelt, vergoldet und ziseliert, in jeder Größe, offen,— Firma: Albert Lange in Wald, Packet mit 3 Rodellen für Tafelmesser= und Gabeldände in allen Größen, Facons und jedem Metall, versiegelt,— Fabrikant Ferdinand Stamm in Aufderdöhe, Packet mit 1 Muster für Gabeln mit auf dem Schiff angebrachter Fase oder Schore, in allen Größen und Sorten, offen,— Fabrikant Emil von den Steinen in Solingen, Umschlag mit 6 Mustern für Messerschaalen aus Celluloid=Zusammensetzung in allen Farben, Größen, Facons und Fraisungen, versiegelt,— Firma: Carl Küpper in Höhscheid. Umschlag mit 1 Modell für Zigarrenscheere, versiegelt, Modell für plastische Erzeugnisse,— Firma: A. Feist&4mp; Cie. in Solingen, Umschlag mit 1 Muster für Scheere mit eingeprägtem Denkmal und Verzierungen auf Vorder= und Rückseite, offen. Mein Confirmandenunterricht fällt am Mittwoch Nachmittag von 2—3 Uhr wegen vieler Beerdigungen aus. — Müller. Frauen= und Jungfrauen=Verein der Stadtmission. Mittwoch Nachmittag 4 Uhr: Vereinsstunde. Südstädtischer evang. Frauen= und Jungfrauen=Verein. Mittwoch Nachm. 3—6 Uhr: Versammlung. Der Vorkand. Grüuewalder Frauen= und Jungfrauen- Verein. Morgen, Mittwoch, Nachm. ½3 Uhr: Versammlung. Der Vorstand. Evangelische Gemeinschaft. Ebenezer=Kirche. Emilienstraße. ch Abend 8 ½ Uhr: Bibelstunde. Ebangelischer Kirchenchor. General=Versammlung am 25. Januar, Abends ½9 Uhr im Hotel Central. Tagesordnung laut§ 4 der Satzungen. Der Vornand. Gräfrather Jungfrauen=Verein Mittwoch Abend 8 Uhr. Elisäbeih-Verein. Die geehrten Wohlthäter und Gönner des Elisabeth=Vereins werden hierdurch freundl. gebeten, die dem Verein zugedachten Geschenke zu der bevorstehenden Verloosung zum Besten der Armen, gütigst bald zu übersenden. Alle Gaben und Gegenstände zur Verloosung nehmen dankend entgegen Der Präses: Pfarrer Pies, sowie die Damen des Vorstandes. NB. Wenn wir bitten dürfen, dann bitten wir freundl. um Anfertigung von Handarbeiten. L. 9 Der der Inhaber der im Monat Dezember 1897 im Stadtkreise Solingen ausgefertigten Jagdscheine. 1) Kaufmann Ernst Ludwig Groß, Kaiserstraße 223. 2) Schleifer Wilhelm Bleicher, Frühlingsstraße 3. 3) Kaufmann R. H. Kratz, Kölnerstr. 37. 4)„ Walter Klaas, Schützenstraße 39. 5) Wirth Carl Soffel, Glüder 2. 6) Dachdecker Johann Kolping, Sonnenstraße 11. Solingen, den 10. Januar 1898. Die Polizei=Verwaltung. Komgl. Standesamt Solingen. 10. Januar. Geburten: Selma Paula, T. v. Schleifer Julius Reidt, Nordstr. Paul Ferdinand, S. v. Maurer Joh. Spesser, Helenenstr. Friedr. Aug., S. v: Schleifer Aug. Spengel, Krahenhöhe. Aug., S. v. Schleifer Friedr. Bauermann, Frühlingsstr. Wilhelm Robert, S. v. Ausmacher Rob. Lüttgens, Wupperstr. Fritz, S. v. Ausmacher Fritz Deichmann, Carl= straße. Auguste Antonie, T. v. Scheerennagler Aug. Schmitz, Blumenstr. Bertha, Olga, T. v. Schleifer Wilh. Kemmerich, 3. Feld. Clemens, S. v. Erdarbeiter Anton Röper, Blumenstr. Eugen Cuno, S. v. Fabrikarb. Gust. Schleutermann, Burgstr. Eine uneheliche Geburt. Sterbefälle: Schleifer Ernst Küll, 43 J., verh., Grundstr. Johanne Breubaus, geb. Müller, 49 J., verh., Bungenhütte. Wirth Carl Gust. Fluß, 67 J., verh., Burgstr. Fabrikant Carl Kaiser, 55 J., verh. Kaiserstr. Fuhrunternehmer Carl Friedr. Mecklenbeck, 60 J., verh., Moltkestr. Wilhelmine Blankenboller, geb. Eppenstein, 83 J, verw., Schrodtberg. Anna Garze, geb. Bölter, 21 J., verh., Wupperstr. Packmeister Heinrich Schenk, 36 J., verh., Katternbergerstr. Autgebete: Fabrikarb. Carl Brehm und Anna Dammschröder, b. h. Todes- Anzeige. Nach Gottes unerforschlichem Rathschluss starb heute Nachmittag 1½ Uhr nach kurzem schwerem mit grosser Geduld getragenem Leiden meine innigstgeliebte unvergessliche Gattin, unsere gute Tochter, Schwiegertochter, Schwägerin und Cousine Frau Fauf Garze, Anna, geb. Bölter, im blühenden Alter von beinahe 22 Jahren und 2. Jahre einer überaus glücklichen Ehe. Alle, welche die theure Entschlafene gekannt, werden unsern unermesslichen Schmerz zu würdigen wissen, und bitten um stille Theilnahme. Der tieftrauernde Gatte nebst Eltern und Verwandten. Solingen, den 9. Januar 1898. Die Beerdigung flndet am Mittwoch, den 12. Januar, Nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Wupperstrasse, HohenzollernGarten, aus statt. NB. Sollte Jemand aus Versehen keine Einladung erhalten haben, so bitten freundl. diese dafür zu betrachten. Gutes Kalbsleisch 60 PIE. Bollen 65 Eäglich frisch. Hammelsteisch empfehlen Ca! Odtiger, Frau Wwe. Mex Obliger, Kölnerstraße. Als Commis event. Volontär wird in einem Solinger Stahlwaaren= Export=Geschäft für einen jungen Mann der Eisenwaaren=Branche Stellung gesucht. Offerten unter A. B. an die Expedition d. Zig. 2 Dienstmädchen, sir i. Haue. halt gesucht. Näh. Burgstraße 15. Eine Haushälterin gesucht. Wo, sagt die Expedition. Füchtiges fleißiges Mädchen sucht G Kunden im Waschen und Putzen. Näheres Kaiserstraße 86. Dlion: Leben im Orient. Todes- Anzeige. Gestern Morgen um 8 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Gatte, unser guter Vater, Schwager und Onkel der Königl. Packmeister Heinrich Echenk im blühenden Alter von 36 Jahren, nach 9jähriger glücklicher und zufriedener Ehe. Um stille Theilnahme bitten Die tieftrauernde Gattin nebst Kindern u. Famille. Solingen und Waldeck, den 11. Januar 1898. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 2½ Uhr, vom Trauerhause, Katternbergerstrasse 24, aus statt. Todes-Anzeige. Sonntag Morgen 7½ Uhr starb in Folge Altersschwäche, im festen Vertrauen auf ihren Erlöser, unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Gross- und Urgrossmutter und Tante Wittwe Abraham Blankenboller, geb. Wilhelmine Eppenstein, im Alter von beinahe 84 Jahren. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schrodtberg, Solingen, Remscheid, den 11. Jan. 1898. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 12. d. Mts., vom Sterbehause, Schrodtberg 16, aus statt. Geriatliche Verkaufe. Am Mittwoch, den 12. Januar 1898, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1) 1 Stück braun Krepp (Sopha- Aeberzug- Stoff) ca. 30 M., 1 Spiegel wit Aufsatz 2) 2 Tische. 3) 1 nene Anrichte, zwei neue Waschconsolen Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Oststraße. Reich. Königl. Standesamt Höhscheid. 1. bis 8. Januar 1898. Geburten: Elise Sophie, T. v. Stuhlmacher Adolf Korff, Weegerstraße. Max Franz, S. v. Scheerenhärter Ernst Hösterey, Lindenhof. Hermann Paul, S. v. Taschenmesserausmacher Emil Ostertag, Neuenhaus. Hildegard, T. v. Lehrer Otto Müschenhaus, Hoffnung. Erna, T. v. Holzschuhmacher Fredrich Wilh. Stüllenberg, Johänntgesbruch Pauline, T. v. Fabrikarbeiter Gustav Delenschke, Lindenstraße. Sterbefälle: Commis Carl Wilhelm Kirschbaum, 64 J. 5 Mon., verh., Weegerstraße. Hermann Schmidi, 80 J. 6 Mon., verh., Plapzhof. Tafelmesserschleifer Nathangel Meiß, 47 J. 7 Mon., verh., Platzhof. Eugen Ernst Esser, 11 Mon. 19 T., Hingenberg. Paul Soffel, 2 J. 5 Mon., Johanntgesbruch. Messerschmied Josef Hamacher, 45 J. 11 Mor., verh., Koiterbeidberg. Heirathen: Schweizer Johannes Ekkelboom und Dienstmagd Auguste Schremmer, beide hier. Schmelzer Adolf Müller, Wald, und Fabrikarbeiterin Auguste Paashaus, dier. Messerhärter Albert König und Dienstmagd Louise Fischer, beide hier. Scheerenhärter Karl Hermes, Solingen, und Anna Ashauer, hier. Aufgebote: Wirth Gerhard Napoleon Modex, Elsen, und Ida Seiffert, hier. Donnerktag Nachmittag 1 Uhr Versammlung im Cafe Germania(A. Schumann, Kaiserstraße) zwecks Theilnahme am Begräbniß des verstorbenen Herrn Carl Kaiser. Der Vorstend. Brieftauben-Verein „Hohenzollern.“ Antritt zur Geerdigung der Frau unseres Mitgliedes Pan! Garze punkt 1½ Uhr beim Mitgliede Karl Becker. Der Vornand. Todes- Anzeige. Soeben erhielten wir die Trauerkunde von dem Ableben unseres langjährigen Mitgliedes und VereinsWirthes Herrn Gust. Fluss. Sein Andenken wird bei uns stets in Ehren bleiben. Der Lotterie-Verein„Priede und Freude.“ Solingen, den 11. Januar 1898. Dlion: Das Leben im Grient. Gerichtlicher Verkauf. Am Mittwoch, den 12. Januar 1898. Vormittags 11 Uhr, soller auf dem Markte zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 complete Nähmaschine, 5 Denksprüche, 1 Kistenbank, 1 Wandspiegel, 1 Tischchen pp. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Wupperstraße. Salowsky Zahnbürsten und Kämme in grötter Auswadl bei Arnold Kürten. Todes-Anzeige. Gestern Morgen gegen 11 Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden unser treuer und allverehrter Vereinswirth, Herr Carl Gustav LluisS. Ehre seinem Andenken! Allgemeiner Turn-Verein, Solingen. Solingen, den 10. Januar 1898. Die Beerdigung findet am Mittwoch Nachmittag 3½ Uhr statt. und werden die Mitglieder gebeten, sich zur Theilnahme an derselben punkt 2½ Uhr bei Wwe. Küll einzufinden. OOTUU loiel Soheuts Kusverkauf Am Mittwoch Nachmittag 3 Uhr beginnt in der Concurssache Fürst im Geschäfts-Lokale zu Solingen: Kaiserstrasse No. 169 der Weiterverkauf der zum Concursvermögen gehörigen Kurz-, Weiß-, Woll-und Seidenwaaren. Nebenbei werden verkauft: Spielwaaren, Lederwaaren, Tornister, Hüte Stickereien, Aufgezeichnete Stickereien, Kleidchen, waaren, Knaben= und chenmützen 2c. 2c Der Vorrath der erwähnten Sachen ist nach nunmehr beendigter Inventur aus dem bedeutenden Reservelager vervollständigt worden, so daß sämmtliche Artikel wieder in großer Auswahl vorräthig sind. Besonders wird auf einen großen Posten Unterzeuge. Sport- und Turnhemden, sowie Handschuhe aufmerksam gemacht. Local ist geöffnet von 9 Uhr Vormittags bis 12 Uhr Mittags und von 3 Uhr Nachmittags bis 8 Uhr Abends. Solingen, den 11. Januar 1898. Der Concurs=Verwalter: Günther, Rechtsanwalt. 0) So Samds Muscay, süßen, griechischen Morgenwein, per Liter 90 Pfg. empfiehl: Ernst Oberhossel, Haupt=Geschäft: Kaiserstr. 100.— Fernsprecher Nr. 63.— Eiliale: Kaisc.sr. 70. Metzer Geld-Lotterie (Ziehung 12.—15. Februar), Loose zurs. 4 Mt 3,30. Friedberger Geldlotterie, Ziehung 14.—16. März, — Loose à 2 Mark,— empfiehlt Ewald Meis. Suche per sofort oder später zu miethen 1 oder 2 Arbeitsraume, circa 5X10 Meter groß, hell mit Kraft für mehrere Jahre. Offerten unter B. 156 an die Exp. erbeten. 3 oder 5 schöne Zimmer mit allen Bequemlichkeiten in dess. Hause sof. oder Mai zu vermiethen. Näh. in der Exp. Eine gutgebende Wirthschaft in Solingen oder Umnegend jetzt oder auf Mai 1898 zu mielden oder zu kaufen gesucht. Ofserten wolle man unter P. R. L. en die Expedition abgeben. Schöne Wohnung abgeschlossene 1. Etage, 4—5 Räume mit 2 Mansarden und allen Bequemlichkeiten per 1. Mai an eine kleine rudige Familie zu vermiethen. Näheres Rathhausstraße 9. 2 prachtvolle Wohnungen, (Mansarde und Hinterhaus) per sofort der 1. Mai an ruhige Leute zu vermiethen. Gdm. Stock,. Schlagbaum. Eine schöne Wohnung von 5 Zimmern u. 2 Mansarden am Schlagbaum p. 1. Mai z.verm. Näh. i. d. E. Gabelsberger Stenographen=Verein. Mittwoch, den 19. Januar 1898, Abends 9 Uhr: Ordentliche Gegeral-Versammlugg. Tages=Ordnung: 1) Jahresbericht. 2) Rechnungsablage und Wahl von drei Rechnungsrevisoren. 3) Neuwahl des Vorstandes. 4) Wahl des Vereinslokals für 1898. 5) Feier des 25jährigen Bestehens des Vereins. 6) Verschiedenes. Der Vorstand. Botrngen, wäche uach gesonnen sind, einem neugegründeten Sont-Club beizutreten, werden auf Mittwoch, den 12., Abends ½ 9 Uhr bei Wirth Hatthels, Wupperstraße freundlichst eingeladen. Medrere Ccat=Liebhaber. Stolkarsen zum Selbstfäcben von Kleidern. Benzin Terpentinöl Salmiakgeist Chlor= od Bleichwasser Fleckseifen Gallseife Borex Seifenpulver Pauama= od. Seifenrinde Waschextrakt Chlorkalk Waschblau Kernseifen sowie alle sonstigen Artikel zur Wäsche kauft man preiswert in der Kaiser=Drogerie 9en Fani Bochwaz Kaiserstrasse 172. Für Gesellschaften und Festlichkeiten! Empfehle hochseinen Aufschnitt und Käse. Kalte Schüsseln, wie: Hummer-Mayonuaise, Ital. Salat. Häriogsalat, Aufschnltt-Schüsseln, Käse-Schüsseln, Fisch-Schüsseln werden geschmackvoll arrangirt, in jeder Preislage geliefert. J. C. Döpper, Kaiserstraße 88(am Entenpfuhl). Eine ruhige Familie sucht per sofort oder 1. Mai zwei schöne Zimmer. Näheres in der Expedition. Dinener mit voller Pension sucht Klnmrr junger Kaufmann. Offerten S. 108 an die Exped. d. 3. Eine ruhige Familie sucht per Mai eine Wodnung von 2 großen oder 3 kleinen Zimmern. Näheres in der Exp. 2 Zimmer mit Garten zu vermiethen. Wo, sagt die Expedition. ch gesucht, der auch die Fabrikation von Tafelmessern und sonstigen Artikeln versteht. We, sagt die Exped. Geräumige, schöne Wohnung, etwa 6 Zimmer und 2 Mansarden nebst Zubehör, eventl ganzes Haus, am liebsten in einem Neubau per 1. Mai er. gesucht. Angebote mit Preis an die Expedition unter K. 10 erbeten. * anst. junge Leute erhalten Kon u. &am Logis. Die Exp. sagt, wo. Wohnung vur 1. Pa kleiner Familie gesucht. Näh. i. d. Exp. 5 schöne Limmel oder geibeit auf Wal zu vermiethen. Näh. in der Expedition. Großes einf. mödl Zimmer an 2 Herren abzugeben. Kronenstr. 9, 1. Et. Biion! Das Leben im Grieat. Graskrärung. Um in den vielfach noch immer gemachten Verwechselungen zwischen mir und einem vor ca. 4 Jahren hier ansässig gewesenen, zuletzt wohl am Grünewald gewohnten Wilhelm Steinhausen endlich mal genügende binreichende Aufklärung zu schaffen, erlaube ich mir, auf Wunsch verehrter Gönner, dem wohllöblichen Publikum von Solingen und Umgegend die ergebene Mittheilung zu machen:„daß ich eist seit zwei Jahren in Golingen anfässig bin, habe vordem weder in Soliugen noch in Höbscheid gewohnt und bin gebürtig Verby a. d. Eide dei Magdedurg".(Meine Frau: Anna geb. Vogt.) Hieran knüpfe ich das höfliche Ersuchen, mir nach wie vor volles Vertrauen zu schenken, bitte gleichzeitig um geneigten Zuspruch und zeichne Hochachtungsvoll W Steinhausen, Handelslehrer, Kaufmann und Solingen, Kaiserstraße 320, 2 Treppen. Aventar-Kusverkauf ReSte Bilanz und Steuer. a) Im Aufstellen von Bilanzen, b)„ Einrichten der Geschäftsbücher. auf Wunsch nach vereinfachter Methode, zwecks leichterer Aufstellung des steuerbaren Einkommens, c) In Peviston der Geschäftsbücher halte ich mich angelegentlichst empfohlen W. Steinhausen, u9 Gücerresiior, Kaisersraße 320, 2 Treopen. Metau- und Kautschun=Birmpet, sowie alle Gravirarbeiten für Comptoirzwecke empfiehlt J. Th. Jarres, Holingen, Friedrichstr. 59. Im Prachtvan Kafsersual (Heinrich Pohl) Heute Dienstag, den 11. Januar: LetztesKultreten. Henry Wenzel, Martini, Pasrette u. Gronwaldt, Rocoska-Roggen, Max Henri. The three Wiltons, Salma u. Manza. Einlaß 7 Uhr. Anfang 8½ Uhr. war Freise der Platze wie genstutig. 82 4 Lehrmädchen suchen Gerhardt& Co. Wasserdichte Wagen- und pferbedemen empfehlen Beissel& Werbeck, Kaiserstraße 50. Zum Beischreiben von Geschäftsbüchern empfiehlt sich A. Bedder, Kronprinzenstr. 10. Schone Kehkronen Spseht 3 Pic. Ras), S4lagsenn. Suche zu kaufen einen noch gut erh. Schwanenhals weschine mit Scheerenschnitt zum Erlschneiden oder Pressen. Näheres s. die Expedition. 1 Tende zugeflogen. Spicker, Casinostraße 52. Anständ. Mann findet Schlafstelle. W. Kreuels, Nordwall 5. Sofort ein Mädchen von 17—18 Jahren gesucht. Kölnerstraße 44. Gandgresen gut erhalten, bis ca. 500 Kg. schwer, zu kaufen gesucht. Offerten mit Gewichtsund Preisangabe erbeten sub M. 846 an die Exp. dss. Bl. Suche noch einige Arbeiter zum Schlüsselbohren für dauernde Beschäftigung. Näheres in der Erp. in allen unseren Artikeln zu auffallend billigen Preisen. Crefelder Seidenhaus Richter& Co. Solingen, Kirchstr. 55 b. Trewiligr Trurkarhe, Solingen. Samstag, den 15. Jannar 1898, Abends punkt 8 Uhr, in der St. Seb. Schützenhalle: Gesellschaftsfest, unter gefl. Mitwirkung der„Solinger Liedertatel!“ Der Vorstand. Deutscher Grubenhütten- und Industriebeamten-Verein. Sitz: Stadt Bochum. Am Samstag, den 15. Janner er., Abends 8 Uhr findet in Solingen im Restaurant Ald. Gierlich, Hochstraße eine Versammlung statt, in der die Zwecke und Ziele des Verbandes erläutert und Neuanmeldungen eutgegengenommen werden. Beamte von Hütten und Fabriken in Solingen und Umgegend werden zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. Der Verbandsvorstand. I. A.: Alfred Küpper, 1. Schriftführer. Verein Creditreform, Solingen, Geschäftsführer: August Stock, Burean: Mupperstraße 43. Fernsprecher 129, ladet ergebenst zum Beitritt ein. Mündliche Auskünfte gratis, schriftliche auf alle Plätze des In= und Auslandes. Provisionsfreies Incasse. Adressen- und Agentenbesorgung. Reichhaltiges Material aus der Stahl- und Eisenwaarenund verwandter Brauche. Solinger Kaufm. Unterrichts-Institut. Neuer Cursus A.: Gründlicher Anterricht in einf. Buchführung, Efm. Rechnen, nebst Anleitung zur Schön=Schrift beginnt am Dienstag, den 1I. Januar, Abends 8½ Uhr. Honorar nur 25 Mark. Neuer Cursus B.: Gründlicher Anterricht in einf., dopp. ital. Buchführung, äfm. Rechnen, Wechsellehre, nebst Anleitung zur Schön=Cchrift beginnt an Mittwoch, den 12. Januar, Abends 8½ Uhr. Honorar nur 35 Mark. Besondere Vortheile: Allein im Interesse der Lernenden unterrichte ich bei Kursus A. und W. ulemals mehr als 6 Schhler. Auf Wunsch Unterricht in: einf., dopp. und amerik. Bucksükrung bintereinander nebst Anleitung zur Schön=Schrift für zusammen nur 23 Mark. Privat=Unterricht für Damen und Herren zwischen Morgens 8 u. 10 Uhr Abends W. Steinhausen, Handelslehrer, Kaufmann und Bücherrevisor, Kaiserstr. 320, 2 Treppen. Den Herren Fabrikauten und Kaufleuten die ergebene Mittheilung. daß ich mich als Buchbinder und Portefeuiller 2c. etablirt habe. Speziell werde ich mich mit der Herstellung feiner Etuis, Besteckkasten, Mustertaschen, Musterrollen etc. befassen. Meine langjährige Thätigkeit bei den ersten Firmen der Branche setzt mich in den Stand, allen Anforderungen gerecht zu werden. Unter Zusicherung feinster und gediegenster Arbeit empfehle ich mich Hochachtungsvoll! Engen Demmer, Buchbinder und Portefeniller, der Florastraße 76.— Ein Pacher gesucht. Bevorzugt wird, wer die Scheerensabrikation versteht. Offerten K. 100 an die Expedition. Tüchtiger Schmied für eine Reparatur= Werkstelle in Merscheid gesucht. Näheres Haotraße Nr. 42, Hler. 182. Ammon phosphor. phosphorsaures Ammonium, „, SUIf. schwefelsaures Amygdal. amar. bittere Mandeln, „ dule. süte sowie alle sonstigen medizinischen Chemikalien und Drogen empfiehlt in nur besten Qualitäten zu billigsten Arnold Kürten, Kaiserstrasse 132. Endlich ein wirklicher Extrakt, endlich wirklich weiße Wäsche ohne Bleiche, ruft die beobachtende Hausfrau, und das ist nur zu erreichen mit Grümer& Neu Pauama=Holz=Wasch=Extrakt.— Paname=HolzWesch=Extrakt aus der Dampf=Seifenfabrik von Grümer& Neu, Barmen, ist à 15 Pfg. ½ Pfd. netto überall erhältlich. Klac Pran um TTlellon al ganze oder halde Tage gesucht Brunnenstraße 15. Sücht. Erdarbeiter al ster Carl Pteider. Eronenbergerstr. 39. äähiger Prescher Gladernz 30 Ordent. Schuhmachergeselle sofort gesucht. Alb. Jung, Gräfrath. Hehrmädchen zum CoSofort ein S stümnähen gesucht. Näh. in der Exp. Ein Kuabe oder ein ält. Mädchen in die Vernickelei gesucht. Hugo Winkels, Kronenstraße 9. Mädchen für leichte Beschäftigung sucht Carl Ascheuer, Südstraße. orama international. Koiserstraße 115, Ecke Südwall. Filiale aus der Passage Berlin. Diese Woche: Erste Reise an der schönen Mosel von Luxemburg bis Coblenz. Allgemeine Ortskrankenkasse, Hoyscheid. General-Versammlung. Dienstag, den 18. dsk Mis, Abends 7 Uhr. im Lokale des Wirthes W. Troost, hiers. Tages=Ordnung: 1) Abänderung des Statuts. 2) Ergänzungswahl des Vorstandes. Die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden hierzu eingeladen. Höhscheid, den 11. Januar 1898. Der Vornand. Rasersienschalfe für die ev. Lehrer des oberen Kreises Solingen. General=Versammlung am 12. Jonuar 1898, Nachm. 5 Uhr. im Konferenz=Lokal. Tages=Ordnung: 1. Aenderung des Statuts, 2. Vorstandswahl. Nachträgliche Entschuldigungen können nicht berücksichtigt werden. Der Vorstand. Kotochen von Wasser bei der Bereitung von Cognac aus Melinghaff's Cognac=Esserz ist unzweckmäßig. Man nehme 1 Liter Weingeist, 1¼ Liter kaltes Wasser und füge für 75 Pfg Mellingboss's Cognac= Essenz hinzu. Der so erhaltene Cognac ist dem echten der Zusammensetzung nach gleich. In Coliugen zu haben in den Apotheken u. Drogerten. In Grätraih in der Seedeke'schen Apetdeke und bei Wild. Bruckdaus. Ganz in der Nähe der elektrischen Bahn(Schlagbaum) ist ein großes Grundstück an eben gelegenem Wege, ganz oder getheilt billig zu verkaufen. Dasselbe eignet sich wegen seiner schönen Lage vorzüglich für eine Anlage. unter E 50 bes. die Exp. zur Italien. Reisender in den Hokinger Artikels bewandert und bei der besten EngrosKundschaft der und Eisenwaarenbrauche gut eingeführt, sucht für größeres Fabrik=Geschäft oder Exportationshaus in Scheeren, Rasirmessern, Messernelt. gegen Gehalt oder event. provisionsweise, zu reisen. Ernsthaftes und bedeutendes Geschäft. Referenzen ersten Ranges. Oferten unter Ne. 64 M. an Haasenstein& Vogler, Mailand. Ordentl. Dienstmadchen per sofort gesucht. Kaiserstraße 112. In kleinem kinderlosem Haushalt wird ein„W#dchen welches alle evangel. Techbhl a, Hausarbeit versteht, und zu Hause schlafen kann, gesucht. Kalserstrasse properes Mddchen, Hause schlafen kann, gesucht. Krau Emil Bing, Bleichstr. 11. Mädchen sucht Kunden im Weschen und Putzen. Näheres in der Expes. Ev. Mädchen, Sedels=Slägein Hausfrau. Dasselbe war 2½ Jahre einem Pfarrhause und hat gute Zeugnisse. Offerten A. W. 7 bes. d. Ert ein hboseng e che auf Mai zu mieten gesucht. ichtpreis unverändert.