Nr. 31.— 49. Jahrgang. Erstes Blatt. Früher unter dem Titck: Sscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Bierteljahr h der Eppedition 1 M4 75 3), auf allen Kaiserl. Postanstalten 2 4— Einrückungsgebühr.# B##3=BIster aiue eirspelige Prztrieile gder deren Rann 10 J9— Druck und Verlag, von Ald. Pfeifer Bergisches — in Sgtngen. Fur die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeisfer in Selingen.5“ Samstag, den 6. Februar 1897. * Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstraße 140(Fernsprech=Auschluß Nr. 90); ferner nehmen Bestellungen auf die„Solinger Zeitung“. sowie Anzeigen an: in Gräfrath Ernst Reiber; in Höhscheid Robert Göddert, Neuenhof: in Obligs Hermann Schönenberg, Düsseldorferstraße 42; in Wald Hans Strieder, Kaiserstraße 49. -OEmE LUL GELON! Kirchstrasse. 9 Goldstrasse. Sehfass des ulegjehinfg SRoehar-Srasverkaufes Bemmeretug, Gem Mrebraah Se PeOrMiehmmPOri in ihrer Art um augepblicklich jede Zum praktischen Gebreuch der Supvenwürze wird Maagi's patentirter Würzesparer Au Fraslischen Heoikug der Zuphenwurze wirs Aaggi's palealitker Wurzespärer Spppe un ,„ i.o ,. Li,Hoge, Fa Oprh, Aberr=sg ue o.;, m Zuppenwüne Zikigs nachgesigt. Derselbe ermäglicht deren tropsenweise Verwendung. De erichusthgge e eu. uu bevo Ze tzahger iu aien Deilaitz, Celonial und Spgerinsarnzeichisten und Diegzurten. Die Suppenwürze Magzi, in Originalstäischchen von 65 Pfg. an, ist einig in ihrer Art, um augenblicklich jede und jede schwache Fleischbrühe überraschend gut und kräftig zu machen,— wenige Tropfen genügen. Steckbrief. Gegen den unten beschriebenen Mex Kirberg, Kaufmann, zuletzt zu Solingen wohnend, geboren am 14. November 1879 zu Gräfrath, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Betruges verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften, in das nächste Gerichtsgefängniß abzuliefern und zu den hiesigen Akten J IV 1535 96 Mittheilung zu machen. Elberfeld, den 30. Januar 1897. Königliche Staatsanwaltschaft. „Beschreibung. Alter: 17 Jahre, Größe: 1.73 bis 1,75 m, Statur: schlank, Haare: blond, Stirn: frei, Bart: ohne, Augenbrauen: blond, Zähne: gesund, Kinn: rund, Gesicht: klein, rund, Gesichtsfarbe: blaß, Kleidung: schwarzer Anzug, grauer Kaisermantel, weicher schwarzer Filzhut, Halbschuhe. Besondere Kennzeichen: stottert. Bekanntmachung. In Gemäßheit des Baufluchtliniengesetzes vom 2. Juli 1875 wird durch Stadtverordneten=Beschluß vom 19. Jannar cr. unter Zustimmung der Pelizei=Verwaltung die Fluchtlinie des von Herrn F. W. Herkersdorf praiekirten Verbindungsweges wischen der Kölnerstraße und dem Südbahnhof hiermit festgesetzt. Vorstehendes wird mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Plan vom 4. d. M. ab 4 Wochen lang auf dem Stadtbeuamt zu Jedermanns Einsicht offen liegt. Einwendungen gegen diese Fluchtlinienfestsetzung können während der angezebenen Zeit beim hiesigen Bürgermeisteramte angebracht werden. Solingen, den 2. Februar 1897. Der Bürgermeister. I. V.: Der Beigeordnete: Kühne. Bekanntmachung. In Gemäßheit des Baufluchtliniensesetzes vom 2. Juli 1875 wird durch Gaestgrer eneten=Beschluß vom 19. Hasiuzg“ unter Zustimmung der Polizei=Verwaltung die Fluchtlinie des von der ev. Kirchengemeinde projekhrten Verbindungsweges zwischen der Weyerstraße und dem von Derm F. W. Herkersdorf projektirten geris zwischen Kölnerstraße und ## bahnhof hiermit festgesetzt. Vorstehendes wird mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gedracht, daß der Plan vom 4 ds. Mts. ab 4 Wochen lang auf dem Stadtkeuamt zu Jedermanns Einsicht offen liegt. „Sarendungen gegen diese Flucht, MRunisstsetzung können während der ergegebenen Zeit beim hiesigen Bürgermeisteramte angebracht werden. Solingen, den 2. Februar 1897. Der Bürgermeister. I. V.: Der Beigeordnete: Kühne. Gerichtlicher Verkaut. Am Montag, den 8. Februar 1897, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert verden: 1 Schreibtisch, 1 Bild erc. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Oststraße. Reich. Gerichtlicher Verkauf. Am Montag, den 8. Februar 1897, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem alten Markte zu Solingen vor dem Hause der Wirthin Wwe. Carl Schaaf öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 Parthie Stoffe, als: Cheviot, Kammgarn, Burkin ete. Solingen. Der Gerichtsvollzieher: Wupperstr. 29. Stange. Bos COUkUR LURU. Sonntag, den 7. Februar 1897: Neerreir Semfee Gerichtlicht Herkauft. Am Montag, den 8. Februar 1897, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert verden:# 1 Tisch,1 Consolschrank, 1 Wring maschine, 1 Nähmaschine 2c.; ferner 11¼ Uhr daselbst: 1 Consolschränkchen, 1 Wandspiegel, 1 Schrank, 1 Nähmaschine, 1 Sopha 2c.; sodann um 12 Uhr daselbst: 25 Muschelschachteln, 1 Ladentheke, 2 Rohrsitzstühle, 1 Tischchen, 3 Schaukastengestelle, 1 Sopha, 1 Wandspiegel, 1 Säulenofen 2c. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Wupperstraße 49. Salowsky. Genschiche Kerielt Am Montag, den 8. Februar 1897. Vormittags 11½ Uhr, sollen vor dem Hause der Wirthin Frau Carl Baurmann zu Solingen, Kölnerstraße Nr 141, öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 Buffetschrank, 1 Kanapee; Mantelofen, Stühle, Kinderwagen, Wringmaschles, Matratzen, Mangel, Schlitten 2c. 2c. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Klosterwall 18. Tilenberger. consum-A, 124 Kölnerstraße 124 Peereisdhl garantirt amerikanisches(kein russisches) p. L. 14 Pfg. mie Balien, im Saale unseres Bierwirthen Herrn Nic. Merten, Höfeben. Anfang 6 Uhr. Eintritt 50 Pfg. Getränke wie bemerkt nach Belieben.= Der Kleine Natd. Blit am Sonndag nit teröck, Denn dann mackt jeder sinn Meisterstöck, Wir sind auch nit wie et irschte so finn On drenken Beckmann's, Dat schmackt besser wie kölsche Winn. Gerichtlicher Verkaut. Am Montag, den 8. Februar 1897, Vormittags 11 Uhr, sollen vor dem Hause des Wirthes Emil Henckels zu Solingen, Dorverstraße. öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 3 Faß Bier, Branntwein und Liqueur. Solingen. Der Gerichtsvollzieher: Klosterwall 18. Dillenberger. Englisch. 1) 11 und Kiemmer Krittésl in Gold, Nickel, Drllien Stahl, Schildpatt 2c. empfiehlt Emil Optiker, Usergartenstraße. Formulare für Kosten=Anschläge vorräthig in der Expedition. Freiviliger Verkauf. Am Montag, den 8. Februar 1897, Mittags 12 Uhr sollen vor dem Hause der Wirthin Frau Carl Baurmann zu Solingen, Kölnerstraße Nr 141 öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: schlösser. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Klosterwas 18. Dillenberger. Fuhrknecht (mit guten Zeugnissen sofort gesucht. Verheiratzete begerzppr..e u. Solin Schmidt& Flöger, Solingen. 2 u. 3. Zimmer mit oder Arbeitsraum an nur kl. stille Familie zu verm. Näh. Koiserstraße 235. Eine hiesige englische Dame(geprüfte Lehrerin), welche Herren und Damen englischen Unterricht in der Berlitz Methode und auch sonst in Grammatik, Corresponden; rc. ertheilt, hat noch einige Stunden bei mäßigem Honorar zu vergeben. Breitestraße 14. volständige Hrrtsiatichlang, verschiedene Bänke. Tische u. Stüdle, 2 Hängelampen, 1 Uhr, Schildereien u. sonstige Hausgerätte billig zu verkaufen. Näheres in der Expedition. Herrschaftl. der Neuzeit entsprechend eingerichtet, mit schönem Garten in Mitte der Stadt, per 1. Mai zu vermiethen oder zu verkaufen. Off. u. K 100 an die Exped. 2 Parterre=Zimmer, für Compecke auf 1. April oder Mai in ##e##4 Off. A. S. erbeten. Zweite Verlbbsung Von Kunstwerken der Intern. Kunst-Ausstellung zu Berlin. Ziekuog am II. und I2. Februar 1891, Loose à 1 M., 11 Loose für 10 M., Porto und Liste 20 Pig empfehlen und versenden auch gegen Briefmarken Carl Heintze Berlin W., Unter den Linden 3 und die durch Plakate kenntlichen Handlungen. mit 1 1 1 1 1 2 3 4 5 6 10 20 25 30 40 50 500 500 3000 7500 Goriune 90% à 30 000 „ 1 5 0 0 0 „ 5000 „ 1000 „ 3 000 " 2 000 „ 1 000 „ 750 500 400 300 " 200 „ 100 " 50 40 30 " 20 * 10 garantirt. = 30000 M. = 15000„ — 5000„ — 4000„ = 3000„ = 4000„ = 3000„ 3000„ 2500„ 2400„ 3000„ 4000„ 2500„ 1500„ 1600„ 1500„ 10000" 5000„ 15000 Gegen kalte u. nasse Füße empfiehlt Jagdgamaschen in Leder und wasserd. Segeltuch, 1 Berger Gerberthrau, prina Ledersette in Rüchsen, „ Einlegesohten. Stroh die Lederhandlung von H. Schlioper, Sollugen. Ein properes Mädcen, welches zu Hause schlafen kann, per sofort gesucht. Näh. in der Exped. Nauder Fruchdprid d. Jchr. Weizen kleiner 17 20 dto. engl. 1. Qual. 16 70 dto. engl. 2.„ 15 70 Roggen 1. Qual. 12— à 100 Kllo) 2.„ 11 50 Hafer 1. Qual. 12 60 „„ 2.„ 11 60 Buchweizen 1. Qual.„„ 12— Raps à 100 Kllo 1. Qual. 25— „„ 100" 2." 24 50 Aveel(Rübsen) à 100 Kilo 1. Qual. 24— 1—2 60 toirzwecke, auf 1. April der Nähe der Post gesucht. mit Preisangabe an die Exp. Gesucht! Trheitgraum nebst 2 Wohnräumen Arorilstaum zusammenhängend, per 1. März oder 1. April zu miethen gesucht. Offerten mit Preisangabe unter S. M. an die Expedition d. Ztg. Miethbüchlein wieder vorräthig in der Exped. ds. Bl. Kinderwagen?. Felderskr. 11. Perfekte Küchen= und Zweitmädchen gegen hoben Lohn sofort und später gesucht. Vermittlungs-Bureau Emilie Kreds, Wupperstraße 139. 2. 23 50 5— 33— 18— 2— 6— Eine junge Wwe. sucht Stelle zur Aushülfe oder bei Wöchnerinnen. Näh. Baumstr. Nr. 38. ein tähligl., Iirrnctenea Utergarten 31. gesucht. Kartoffeln à 100 Kile Heu à 500 Kilo Roggenstroh 4 500 Kilo Butter per Kilo Eier per Schock(60 Stüch Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämmtlicher Fruchtgattungen unverändert. Rüböl pr. 100 Kilo in Partieen von 100 Ctr.(ohne Faß) 57 Rüböl pr. 100 Kilo faßweise (ohne Faß) 58 50 Gereinigtes Oel pr. 100 Kllo—— Mk. 3.— höher als Rüböl—— Preßkuchen pr. 1000 Kilo 104— Weizen=Vorschuß00 4 100 Kilo—— Kleien pr. 50 Kilo 5— Rüböl 50 Pfg. niedriger. 10 Reichstag. Berlin, 5. Februar. 2. Berathung des Reichs=Haushaltsetats. Etat des Reichekanzlers. Zu diesem Etat liegen 2 Anträge vor: 1. Ein Antrag Anker u. Gen.(Freis. Vp.), den Reichekanzler zu ersuchen, er möge Maßnahmen veranlassen und Vorkehrungen treffen, welche Verdächtigungen der obersten Reichsbehörden durch Organe der politischen Polizei, wie sie im Prozeß Leckert=Lützow zu Tage getreten sind, für die Zukunft ausschließen. 2. Ein Antrag Barth u. Gen.(Freis. Vg.), den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichétag baldthunlichst eine Denkschrift über die erkennbaren volkswirthschaftlichen Wirkungen der seit 1892 bezw. 1894 zwischen dem Deutschen Reich einerseits und Oesterreich=Ungarn, Italien, Belgien, der Schweiz, Serbien, Rumänien und Rußland anderseits bestehenden Handelsverträgen vorzulegen. Abg. v. Komierowski(Pole) beklagt es, daß die polnische Bevölkerung als ein zeitgemäßes VerfolgungsObjekt allseitig betrachtet zu werden scheine. Reichekanzler Fürst Hohenlohe weist diesen Vorwurf zurück. Eine polnisch sprechende Bevölkerung giebt es nur im Königreich Preußen. Daraus ergiebt sich, daß für uns die Angelegenheit eine rein preußische ist, weshalb deren Erörterung nicht in den Reichstag gehört. Die Vertreter der polnisch sprechenden Bevölkerung haben demnach ihre Beschwerden im Preußischen Landtag vorzubringen. Trotz dieser formalen Bedenken nehme ich nicht Anstand, dem Vorredner zu antworten. Die Provinzen, in welchen sich eine polnisch sprechende Bevölkerung befindet, sind ein unlöslicher Bestandtheil der preußischen Monarchie. Der preußische Staat hat seine Pflichten gegenüber den Polen nicht vernachlässigt. Der Kulturstand der in Betracht kommenden Landestheile hat sich während der mehr als 100jährigen preußischen Verwaltung bedeutend gehoben, und dem Schulunterricht wurde eine aufmerksame Sorgfalt gewidmet. Nicht nur die materielle Wohlfahrt, sondern auch das Bildungsbedürfniß der polnischen Bevölkerung ist in ausgiebiger Weise gefördert worden. Ich will nicht sagen, daß Preußen in letzter Hinsicht des Guten zu viel gethan hätte; aber die polnische aggressive Kraft wäre nicht so, wie sie wirklich ist, wenn nicht Preußen den polnischen Mittelstand gehoben hätte. Diese Wohlthaten legen aber auch den Polen gegenüber dem preußischen Staate die Pflicht auf, sich als preußische Staatsangehörige zu betrachten. Die Erscheinungen, welche in früherer und letzter Zeit zu Tage getreten sind, haben zu meinem Bedauern gezeigt, daß dieses Ziel nicht erreicht ist. Im Gegentheil läßt sich nicht verkennen, daß eine Art von nationaler Propaganda getrieben wird, welche im bewußten Gegensatz zum preußischen Staate steht. Dem mit allen verfügbaren Mitteln entgegen zu treten, ist eine Forderung der Staatsweisheit. Die Hoffnungen der Polen werden schließlich der Gewalt der Thatsachen gegenüber mit einer bittern Enttäuschung enden.(Beifall.) Abg. Munckel(Freis. Vp.) befürwortet den Antrag Anker. Es handele sich um Personen, welche mit Hülfe von 2 Einrichtungen, der politischen Polizei und der offiziösen Presse, es unternehmen, hohe Reichsbeamte anzugreifen. Leckert und Lützow hätten jedenfalls im Auftrage von Hintermännern gehandelt. Dergleichen kann ja ein Mal vorkommen. Aber es ist schlimm, daß diese Sache schon Jahre lang betrieben wurde, ohne daß sich die angegriffenen Personen dagegen schützen konnten und sich in die Oeffentlichkeit flüchten mußten.(Lachen rechts.) Dies ist unverständlich in Anbetracht der Stellung, welche v. Tausch zum Minister einnimmt. Die Angelegenheit, welche weite Kreise erregt hat, mußte hier zur Sprache gebracht werden. Meiner Ansicht nach ist die politische Polizei nicht entbehrlich zum Schutz gegen verbrecherische Unternehmungen, welche gegen den Staat und den einzelnen Bürger geplant werden. Sie bedarf zur Ausübung dieses Schutzes der Organe, und diese wieder bedürfen der Agenten. Ich will zugeben, daß sie bei der Auswahl dieser Agenten nicht immer glücklich ist.(Beifall.) Uebrigens hätte es dieses Antrages nicht bedurft. Der preußische Minister Präsident hat unmittelbar nach dem Ausgang des Prozesses Maßregeln getroffen, um derartige Vorkommnisse unmöglich zu machen.(Beifall.) Staatssekretär v. Marschall. Der Umstand, daß jüngst im Abgeordnetenhause Graf Limburg=Stirum bei Besprechung des Prozesses Leckert=Lützow so schwere Angriffe gegen mich unternommen, veranlaßt mich, einige wahre Thatsachen festzustellen. Man hat gesagt, der betr. Fall hätte disziplinarisch untersucht werden müssen. Graf Limburg=Stirum hielt es für unthunlich, daß Mittheilungen in die Presse gelangen ohne direkte Weisung des Chese. Dies ist gar nicht der Fall gewesen. Mittheilungen politischer Art werden nur auf meine Anweisung gegeben. Daß Leckert Eintritt in das Auswärtige Amt erhielt, ist nicht richtig. Ihm ist vielmehr der Zutritt verweigert worden. Man hat versucht, das Auswärtige Amt zu kompromittiren; ich bin es gewesen, der diese Intriguen durchkreuzt hat. Ich werde mich nie dazu hergeben, Informationen als Belohnung für gute Artikel zu geben.(Beifall.) Graf Limburg hat sodann mein Vorgehen im Prozeß einer herben Kritik unterzogen. Wenn man im öffentlichen Leben steht, so muß man gegen Wurfgeschosse aller Art gefeit sein; persönliche Angriffe lassen in mir nur ein schmerzliches Gefühl zurück, aber sie dürfen nicht so weit gehen, daß sie in Schurkereien ausarten. So dankenswerth das Unternehmen der Herren ist, die mich dem Schutze der ministeriellen Ressorts empfehlen, für meine Ehre und die Ehre meiner Beamten muß ich selbst eintreten, und ich glaube damit nicht gegen die preußischen Traditionen zu handeln. Man hat gesagt, es sei durch diesen Prozeß sehr viel Schmutz aufgewirbelt worden. Die Differenzen mit dem Minister des Innern waren nicht vorhanden. Verdachtsmomente gegen Tausch lagen vor; ob dieselben sich zu Beweisen verdichten würden, hing von den Zeugenaussagen ab, und ob Lützow bis zum Ende geneigt sein würde, sich mit Tausch zu identifiziren. Die Aeußerung des Grafen Limburg=Stirum gab einen Vorgeschmack davon, was entstanden wäre, wenn die Verhandlungen nicht öffentlich gewesen wären. Eine disziplinarische Untersuchung gegen Tausch wäre nur dann von wirklichem Zweck gewesen, wenn Beweise vorgelegen hätten. Daß eine Verletzung der staatlichen Autorität durch diesen Prozeß herbeigeführt sei, ist übertrieben. Ich erkenne an, daß, wo es sich um das Wohl des Staates handelt, eine Verhandlung hinter verschlossenen Thüren stattfindet, hier aber lag die Sache so, daß das Volk von diesen Dingen in öffentlicher Verhandlung erfahren mußte, wo es klarer sehen konnte, als durch die trübe Brille der geheimen Prozedur. Die sozialdemokratischen Führer hatten Kenntniß von den Vorgängen in der politischen Polizei und bereiteten große Enthüllungen vor; diesen ist der Prozeß zuvorgekommen. Wäre das nicht geschehen, so wäre die Sozial=Demokratie vorgegangen, und man hätte der Regierung Vertuschung vorwerfen können. Die Schuld an den ganzen Vorgängen trifft diejenigen, die mich und meiner Beamten Ehre angegriffen haben.(Rufe: Wer, wer?) Ja, meine Herren, ich glaube, ich habe den Kriminal=Kommissar so oft genannt(stürmische Heiterkeit), daß ich ihn nicht noch ein Mal zu nennen brauche. Ich werde gegebenenfalls wieder ebenso handeln(Beifall), ich werde den Weg wieder betreten, den Hoch und Niedrig einschlagen, den Weg zum Gericht, damit glaube ich die preußischen Traditionen zu wahren.(Lang anhaltender Beifall.) Abg. Graf Mirbach(kons.) bemerkt, daß Niemand von seiner Seite Herrn v. Marschall der Intrigue gegen seine Minister=Kollegen für fähig gehalten; unsere Partei weist es zurück, daß sie an der Agitation der Presse gegen Herrn v. Marschall betheiligt gewesen sei. Sie werde demselben nie, weder auf geradem noch auf krummem Wege, entgegentreten. Abg. Bebel(Soz.=Dem.): Eine wirkliche Besserung der Zustände könne nur durch Fortfall der politischen Polizei überhaupt ermöglicht werden. Redner giebt Aufschlüsse über Normann=Schumann, die er durch Vertrauensleute seiner Partei erfahren habe. Er habe auch seine Vertrauensleute(Heiterkeit), nur seien sie ehrlichere Leute. Normann=Schumann wäre es gewesen, der seiner Zeit den Grafen Caprivi als Verfasser des bewußten Artikels der„Köln. Ztg. denunzirt habe, weswegen Caprivi seinen Abschied nahm.(Bewegung.) Redner berührt die Auszeichnung Tausch's durch Vermittelung des Grafen Eulenburg, des Untergebenen des Herrn v. Marschall. Staatssekretär v. Marschall: Ich muß Protest einlegen gegen die Hineinziehung des Grafen Eulenburg in die Debatte. Der Botschafter hat einfach eine Obliegenheit seiner dienstlichen Verpflichtungen erfüllt, als er dem Kriminal=Kommissar in Stettin einen österreichischen Orden verschaffte. Was die Beziehungen Normann=Schumann's zu einem hochgestellten Offizier betrifft, so sage ich, obgleich ich glaube, alle Fäden der Intrigue in Händen zu haben, ich sehe nirgendwo einen hochgestellten Hintermann.(Bewegung und Beifall.) Dagegen ist nichts zu machen, daß Leute wie Tausch nach hochgestellten Hintermännern suchen. Aber das ist nichts weiter, als ein leichtsinniges Spiel mit der Ehre seiner Mitmenschen, und damit muß ein Ende gemacht werden, weil dadurch unser inneres Leben verbittert wird. Wenn dieser Prozeß einen Erfolg gehabt hat, so ist es der, daß man die Urheber der Intrizuen künftig in dem Quartier suchen wird, in dem Leckert und Normann=Schumann wohnen.(Beifall.) Abg. Graf Limburg=Stirum(kons.) stellt das Verhalten des Botschafters Eulenburg als ein ganz selbstverständliches hin. Seine Ausführungen im Abgeordnetenhause seien das Resultat eingehender Berathungen seiner Partei. Wunderbar sei es immer noch, daß in der Köln. Ztg. gleichzeitig vom Auswärtigen Amt inspirirte Artikel erschienen, die sich gegen andere Ressorts wendeten. Persönliche Animosität gegen v. Marschall liege ihm fern. Staatssekretär v. Marschall. Wenn der Prozeß sich nur gegen die Leckerts und Lützows gerichtet hätte, so hätte man mit Recht sagen können, die kleinen Diebe hängt man auf, die großen läßt man laufen.(Heiterkeit, Beifall.) Abg. Richter(Freis. Ip.) vemerk., die Angelegenheit sei von allgemeinem Interesse. Redner wünscht dem Staatssekretär Glück zu der Art, wie er die Grafen Limburg und Mirbach abgeführt habe.(Heiterkeit.) Niemals sei die konservative Partei so abgeführt worden, wie heute. Je gröber sie abgefertigt würde, desto höflicher antworte sie.(Schallende Heiterkeit.) Die Herren wunderten sich, daß einmal ein anderer, als ein Ostelbier, Minister geworden sei. In wahrhaft klassischer Weise sei vom Staatssekretät der Vorzug der Oeffentlichkeit klargestellt worden. Hoffentlich finde dieses Anwendung auf die Militär=Strafprozeß=Ordnung. Redner kritisirt schließlich das Wesen der politischen Polizei. Abg. Graf Bismarck will sich als Wilder jedes Urtheils enthalten, bis der auffällig lange ausbleibende rozeß gegen Tausch beendet sei. Redner stellt einige Aeußerungen Bebel's richtig. Es entbehre vollständig der Begründung, daß Beziehungen zwischen Tausch und der Familie Bismarck bestanden hätten. Fürst Bismarck habe Tausch nie gesehen, er hätte selbst seinen Namen nicht gekannt. Tausch scheine auf eigene Rechnung gearbeitet zu haben und habe vielleicht das Briefgeheimniß verletzt. Auf Antrag wird Vertagung beschlossen. Es folgen persönliche Bemerkungen der Abzg. Bebel, Limburg=Stirum, Liebknecht und Richter. Morgen: Rest der heutigen Tages=Ordnung. Deutsches Reich Der Kaiser hat außer dem allgemeinen Dankschreiben an die Stadtverordneten=Versammlung zu Berlin nachstehendes Dankschreiben gerichtet: „Zu herzlichem Danke haben Mich die Stadtverordneten durch die Glückwünsche verpflichtet, welche sie Mir beim Eintritt in ein neues Lebensjahr in der Adresse vom 27. v. Mts. mit beredten Worten zum Ausdruck gebracht haben. Die daran geknüpfte Versicherung ernstern Strebens nach einer würdigen Ausgestaltung des innern Lebens und der bürgerlichen Einrichtungen der Reichshauptstadt habe Ich mit besonderer Freude entgegengenommen, zumal Ich erst in diesen Tagen aus Ihren Verhandlungen ersehen konnte, daß die Stadtverordneten=Versammlung gewillt ist, den Gefühlen der Dankbarkeit und Pietät gegen des hochseligen Kaisers Wilhelm des Großen Majestät gelegentlich der bevorstehenden Nationalfeier in würdiger Weise zum Ausdruck zu bringen und sich in diesem Streben durch Stimmen der Unzufriedenheit und Verblendung nicht beirren zu lassen. Auf Befehl des Kaisers werden zum 100jährigen Geburtstage Kaiser Wilhelms I.„Die militärischen Schriften weiland Kaiser Wilhelms I.“ vom Königlich Preußischen Kriegsministerium herauszegeben werden. In diesem Werke werden die eigenhäudigen Denkschriften, Gutachten und Vorschläge des Verewigten für die Wehrkraft des Landes wortgetreu nach den Handschriften zur Veröffentlichung gelangen. Diese für die vaterländische Geschichte und für die Würdigung des verewigten Kaisers wichtigen Schriftstücke werden, soweit erforderlich, von Einleitungen und urkundlichen Mittheilungen begleitet sein. Wie aus Cannes(Südfrankreich) berichtet wird, ist das Befinden des schon lange leidenden Großherzogs von Mecklenburg=Schwerin in letzter Zeit keineswegs günstig. Der Erbgroßherzog von Baven, der mit der Führung des 8. Armeekorps beauftragt ist, ist gestern in Koblenz eingetroffen. In Friedrichsruh soll jungst ein Besucher des Fürsten Bismarck diesen nach seinem Befinden befragt haben. Der Fürst soll darauf geantwortet haben:„Ich fühle mich matt, aber nicht krank. Meine Krankheit ist Manzel an Lebenslust. Meine Eristenz hat keinen Zweck mehr. Dienstliche Pflichten liegen mir nicht mehr ob; was ich als Zuschauer sehe, daran habe ich keine Freude. Wenn ich noch länger lebe, wird dies immer weniger der Fall sein. Ich fühle mich einsam; meine Frau habe ich verloren und meine Söhne gehen ihren eigenen Geschäften nach. Auch die Land= und Forstwirthschaft hat mit dem zunehmenden Alter das Interesse für mich verloren. Feld und Wald besuche ich nur selten, mir fehlt die Lust dazu, seitdem ich nicht mehr reite, jage und nach Belieben durch die Büsche kriechen kann. Allmählich fängt auch die Politik an, mich zu langweilen. Wie gesagt, Mangel an Lebenslust, das ist meine Krankheit, wenn ich eine habe. Gestern Abend fand zu Ehren der in Berlin einge troffenen Finanzminister der Bundesstaaten beim Schatzsekretär v. Posadowsky ein Essen statt. Vormittags stattete letzterer den Ministern Besuche ab. In Minden feierte gestern der General der Infanterie z. D. Frhr. v. d. Goltz, à la suite des 15. Infanterie=Regiments, das Fest seines vollendeten 80. Lebensjahres. v. d. Goltz, der Sieger von Colombey, gehört der Armee seit 1834 an. Die Reichstags=Kommission zur Vorberathung des Unfallversicherungsgesetzes nahm nach Ablehnung der sozial=demokratischen Anträge einen Antrag Rösicke an, wodurch die Bauhandwerker, Schmiede, Schlesser und Klempner mit einbezogen werden, und stimmten einer Resolution zu, den Reichskanzler aufzufordern, noch vor Beginn der Plenarberathung die Novelle zum GesetzEntwurf betr. Unfallversicherung der Strafgefangenen vorzulegen. Die Blätter=Meldung, daß der deutsche MinisterResident in Bangkok, Kempermann, bei einer Ausfahrt von Fanatikern aus dem Wagen gezogen und mißhandelt sei, ist, der„Norddeutschen Allgemeinen Ztg. zufolge, nach amtlicher Meldung dahin einzuschränken, daß der Geschäftsträger in Siam, Hattmann, dessen Wagen ohne sein Verschulden einen Kuli verletzte, deshalb auf die nächste Polizei= Station geführt, einige Zeit dort festgehalten und beleidigend behandelt wurde, obwohl er wiederholt seinen Namen genannt und von Europäern als Geschäftsträger bezeichnet wurde. Der Minister des Aeußern und der Polizeiminister überbrachten alsbald persönlich die Entschuldigung der siamesischen Regierung, auch der König von Siam drückte sein Bedauern aus. Ausland. Frankreich. Paris, 5. Febr. Der„Figaro' meldet, der Vertrag mit Abessinien enthalte auch eine Klausel, der zufolge Frankreich die Feinde des Negus auch als seine eigenen Feinde ansehen werde.(?) Großbritannien. Capstadt, 5. Febr. In Johannisburg sollen ernste Unruhen ausgebrochen sein. Eine Bestätigung fehlt noch. Italien. Rom, 5. Febr. Prinz Heinrich von Orleans wird heute früh inkognito hier eintreffen, morgen vom Papst empfangen werden und alsdann über Brindisi nach Dschibuti abreisen. — 5. Febr. Der Leibarzt des Papstes, Dr. Sappioni, erklärte auf Anfrage eines Berichterstatters, die Gesundheit des Papstes sei ausgezeichnet. Die Gerüchte, der Papst habe gestern einen Ohnmachts=Anfall gehabt, beruhten auf Erfindung. Neapel, 5. Febr. Gestern sind einstliche Zusammenstöße zwischen der Polizei und Studenten vorgekommen, wobei es auf beiden Seiten Verwundungen gab. Neue Unruhen werden erwartet. Spanien. Madrid, 5. Febr. Nach einer Depesche aus Cuba schleuderte eine Bande Aufständischer eine Bombe gegen einen von Havanna nach Pinar del Rio fahrenden Eisenbahnzug. Ein Hauptmann, 5 Soldaten, 3 Lokomotivführer und Heizer wurden verwundet, 1 Bauer wurde getödtet. Eine andere Bande brachte einen Eisenbahnzug zur Entgleisung, wobei 2 Reisende und 1 Major um's Leben kamen. Serbien. Belgrad, 5. Febr. Erkönig Milan reiste heute Abend nach Wien. Türkei. Konstantinopel, 5. Febr. Die Bemühungen der Konsuln in Kanea zur Beruhigung der Lage dauern fort. Unter der Bevölkerung geht eine Bittschrift um, welche besagt, daß die Vereinigung mit Griechenland verkündet werden solle, wenn die Reformen nicht sofort und uneingeschränkt zur Anwendung gelangten. (Siehe unter N. Nachr.) Vereinigte Staaten. Washingten, 5. Febr. Die republikanischen Mitglieder des Finanzausschusses des Abgeordnetenhauses haben endgültig einige wichtigere Punkte für das Zollgesetz festgesetzt, das in der außerordentlichen Tagung des Kongresses vorgelezt werden soll. Die Richtung ist im Allgemeinen, die Gewichtszölle an Stelle der Werthzölle zu setzen. Die Aufschläge auf Industrie=Erzeug nisse gelten hauptsächlich werthvollen Waaren und solchen, die als Luxuswaaren angesehen werden. Die Zollsätze werden übrigens zum größten Theile unverändert bleiben. Der Bericht des Ausschusses wird mit wenigen Abänderungen die Wiedereinführung des agrarischen Programms Mc. Kiuley's befürworten. Die Aenderungen der Sätze für Eisen und Stahl sollen auf wenige, ganz besondere Sorten beschränkt werden. und Westfalen. Remscheid, 4. Febr. In der heutigen Stadt verordneten=Sitzung beantragte Herr Stadtverordneter Kipper, das Kollegium möge einen Kredit bewilligen und die städtische Verwaltung beauftragen, den auf den Straßen liegenden Schnee fortschaffen zu lassen. Es wurde beschlossen, den Kredit zu bewilligen und den Schnee auf den verkehrreichsten Straßen und Plätzen abfahren zu lassen, falls die Bewohner sich bereit erklären, Hülfsmannschaften zum Verladen zu stellen.— Die Festsetzung der Gehälter städtischer Beamten wurde geheim verhandelt. Laut Protokoll wurde Herr Beigeordneter Evers im Gehalt auf 4500 M. erhöht, außerdem wurden noch 500 M. Repräsentationskosten bewilligt. Das Gehalt des 1. Stadtsekretärs Herrn Marks wurde auf 4200 M. festgesetzt, das Gehalt des Herrn Stadtsekretärs Pfaffrath auf 2700 M. und des Herrn Jakoby auf 1700 M. Das Gehalt des Stadtförsters Panisch erfuhr eine Aufbesserung auf 1650 M. Kalk, 4. Febr. Ein feingekleideter Herr betrat hier Abends eine Restauration, ließ sich nobel bedienen und spielte dann Billard. Hierbei stieß er mit dem Queue ein Loch in das Billardtuch. Der Restaurateur verlangte Bezahlung, welche der Gast leistete, indem er einen Hundertmarkschein hinlegte und sich unter Abzug der Zeche und des Schadens 80 M. zurückgeben ließ. Hierauf verließ der Gast sofort das Lokal, mit dem Bemerken, daß er dasselbe nie wieder betreten werde, und bestieg die gerade nach Deutz fahrende Pferdebahn. Dem Restaurateur fiel das Benehmen des Gastes auf, er besah den Hundertmarkschein näher und fand, daß derselbe— falsch war. Düsseldorf, 4. Febr. Ein Fabrikarbeiter hat ein Rad mit auswechselbaren Speichen konstruirt. Die neue Erfindung, die besonders für Artilleriegeschütze ausgebeutet werden soll, ist angeblich für 15000 M. von einem hiesigen Patentanwalt erworben worden. — 5. Febr. Heute Mittag sprang ein in den dreißin, Jahren stehender Mann von der Schiffbrücke in Rhein. Reißend schnell wurde er von den Fluthen davongetragen; aber der eben noch Lebensmüde sich wieder eines Besseren besonnen zu haben, denn„ begann zu schwimmen und sich so über Wasser zu halten Bei der Gewalt des Hochwassers wäre ihm dies abenicht lange möglich gewesen, und er wäre um's Lehen gekommen, wenn nicht ein mit zwei Leuten der brücke besetzter Nachen ihn noch rechtzeitig erreicht und in den Kahn gezogen hätte. Wie sich auf der Polizei. wache herausstellte, hatte man es mit einem Porzellzn, maler aus Znaim in Mähren zu thun. Gladbach, 4. Febr. Ein 34 Jahre alter Knecht der jüngst die Aeußerung gethan haben soll, er werd, sich, wenn er den Dienst verlassen müsse, das Leben nehmen, hat den Tod durch Ueberfahren gesucht Den Verletzungen nach zu urtheilen, ist er von der Eisen, bahnlokomotive zur Seite geschleudert und so stark verletze worden, daß er infolgedessen gestorben ist. Langendreer, 4. Febr. Ein Tanzlehrer von hier, der von einer Tanzstunde zurückkehrte, blieb dieser Tage im tiefen Schnee in einem Hohlwege stecken. In der menschenleeren Gegend nahte sich Niemand, der ihm Hülfe gebracht hätte, er hörte nur das Echo seines Hülfe. rufes. In seiner Noth griff er nach seiner Geige und klagte in Trauertönen sein Leid. Des Morgens in aller Frühe vernahmen einige Bergleute die Klagetöne:„Verlassen bin i“. Sie eilten zur Hülfe herbei und befreiten den Halberfrorenen aus seiner üblen Lage. Oberhausen, 3. Febr. Der Kostgänger eines polnischen Arbeiters wurde von letzterem verfolgt und derart mit Messerstichen am Kopfe und Leibe zugerichtet, daß der Aermste starb. Der Thäter ist verhaftet. Wesel, 4. Febr. Die hiesigen Wirthe hatten in einer ausführlichen Eingabe sich bei dem Ministerium des Innern gegen die Einführung der Biersteuer beschwert, sind jedoch nunmehr mit dem Bemerken abgewiesen worden, daß die Beschwerde gänzlich unbegründet sei. Hagen, 4. Febr. Ein hiesiger kleiner Geschäftsmann wurde vor längerer Zeit von einem sächsischen Cigaretten=Reisenden besucht, der aber, ohne Bestellung zu erhalten, abzog. Trotzdem erschien nach kurzer Frist ein großes Bahnkollo, frankirt, von der Firma. Da der Empfänger nichts bestellt hatte, theilte er der Firma mit, die uneröffneten Sachen ständen zu ihrer Verfügung. Wieder nach einiger Zeit erschien der Inhaber der Firma und redete dem ablehnenden Mann zu, doch die Waare wenigstens anzusehen. Dieser weigerte sich und nun zoz der Cigarettenmann sein Messer, um den Ballen aufzuschneiden. Aber siehe da, er ritzte sich mit dem Messer in den Finger, und nun war der Ladeninhaber so liebenswürdig, das Kollo aufzuschneiden und zu öffnen. Der Fremde redete gut zu, es käme auf die Zahlung gar nicht an, der kleine Mann ließ sich beschwatzen. Von den Cigaretten waren kaum einige Dutzend verkauft, da kam die Mahnung, Postmandat, Klage und jetzt— Pfändung. Mit dem Durchschneiden der Schnur hatte der Empfänger angeblich seinen Willen, die Waare zu behalten, zu erkennen gegeben. Nun ist der Geschäftsmann seine Sachen los, aber die Cigaretten hat er auf dem Halse. Also Vorsicht.(Barm. Ztz.) Stadt= und Landkreis Solingen. Solingen, den 6. Februar. *— Der„Solinger Bürgerverein" beschäftigte sich gestern Abend in einer im Café Germania abzehaltenen Versammlung mit dem Steuerumlagemodus. Trotz des Interesses, welches diese wichtige Frage in unserm kommunalen Leben mit Recht beanspruchen kann, war der Besuch der Versammlung, wohl auch infolge des sehr ungünstigen Wetters, recht mäßig. Herr Ernst Weber leitet als stellvertretender Vorsitzender— Herr A. Böntgen ist verreist— die Versammlung, in welcher zwar in eine eigentliche Diskussion der Steuerfrage nicht eingetreten wurde, welche aber den Anwesenden recht interessante Aufschlüsse gab. Schließlich wurde die Berathung der Steuerangelegenheit auf eine wenn möglich baldigst abzuhaltende Versammlung vertagt. In letzterer werden u. A. die Herren Stadtverordneten Kron und Schwarz ihren und des Kollegiums Standpunkt vertreten. Im weiteren Verlauf des Abends wurden einige an den Vorstand des Bürgervereins gerichtete Fragen beantwortet, wie auch die Bahnhofsangelegenheit, Eis= und Schneeabfuhr, elektrische Bahn, Unterführung am Bahnübergang zum Grünewald, Vermehrung der Vorstandsmitglieder des Bürgervereins u. s. w. gestreift. Voraussichtlich werden diese Punkte in künftigen Versammlungen eingehend behandelt werden. Nach einem die Ziele des Vereins zusammenfassenden Schlußwort des Herrn Weder wurde die Versammlung, welche erst gegen 9½ Uhr begonnen hatte, um 11 Uhr geschlossen. — Für die Kreise Elberfeld, Mettmann und Solingen ist Herr Fleischermeister Ernst Hartkopf zu Elberfeld der Vertrauensmann der Fleischerei=Berufsgenossenschaft, Stellvertreter ist Herr Fleischermeister Wilh. Birkenbeil zu Elberfeld. — Die Bilanz der Rheinischen Sandwerke zu Leichlingen vom 31. Dezember v. J. weist an GrubenKonto Leichlingen und Ohligs M. 917000.—, an Gebäude=Konto Leichlingen und Ohligs M. 53160.—, an Eisenbahn=Anschluß=Konto M. 16 793.83 nach. Das Aktien=Kapital=Konto beziffert sich auf M. 1000000.—, das Dividenden=Konto auf M. 35000.—. — Der Schlagbaumer Turnverein feiert morgen im Brückmann'schen Lokale sein Winterfest, bestehend in Konzert, Schauturnen und humoristischen Vorträgen der Gesellschaft„Fidelio". — Im Panorams Kölnerstr. 91 wird die Bilderreihe Feldzug 1870/71 nur heute noch zu sehen sein; morgen, Sonntag, gelangt das Prachtschloß Herrenchiemsee zur Ausstellung. Dieses mit wahrhaft ausgesuchtem Luxus ausgestattete Bauwerk des unglücklichen Bayernkönigs Ludwig II. bietet soviel des Sehenswerthen, daß Niemand versäumen sollte, dasselbe in Augenschein zu nehmen. In den bayerischen Alpen, auf der Insel Herrenwörth gelegen, war gerade dieses Schloß ein Lieblingssi## jenes Fürsten, dessen Leben so tragisch endete; dem Beschauer bieten sich hier wirklich feenhafte Säle, Galerien, Gemächer in 50 Ansichten, auch das märchenhafte „Tischlein deck dich“ mit einem Porzellanbouquet darauf, welches die Kleinigkeit von nur 32000 Mark gekostel hat. Ein Besuch dieser Serie ist sehr lohnend. — Im Bungards'schen Lokale am Grünewald spielt morgen Nachmittag das Musikkorps der Düsseldorfer Ulanen. — Auf der Schützenstraße stieß gestern einem mit einem Pferde bespannten Schlitten von der Krahenhohe, auf dem der Eigenthümer und ein Arbeiter von hier saßen, das Mißgeschick zu, daß plötzlich das Pferd scheute und in eiligem Lauf nach Feld rannte. Der Schlitten wurde umgeworfen, nachdem der Besitzer und sein Degleiter noch rechtzeitig abgesprungen waren; die auss ladenen mit Branntwein gefüllten Fässer sammt einen Vorrath Hefe mußten auf der Straße aufgelesen werden Der Kostzänger eines hiesigen Schachtmeisters 2ch am 3. d. Mts. mit einem Nachbar in Streit Frleiy zg#e dem Gegner mit einer gefüllten Bierflasche und ver) gestigen Schlag auf den Kopf, daß schleunigst Esiche Hülse in Anspruch genommen werden mußte. Die Verletzung ist eine schwere, Der Thäter wird sich ichst vor Gericht zu veranlworten haben. dem Gestern wurde ein Mann, der früher als Erditen in Müngsten beschäftigt war, von der hiesigen ei; heim Betteln betroffen. Als der Beamte näher Po#und er ein Paar neue Schuhe bei dem Burschen; selbe verdächtig ist, solche in einem Laden an der .straße entwendet zu haben, wurde er in Gemein; mit einem anderen Bettler ins Kantongefängniß und heute rem Kgl. Amtsgericht vorgeführt. bo,, beute dem Ko eingens/.i, Sterbekasse der Roein.=Westfälischen mmunalbeamten hatte am Schlusse des vor. Kem 315 Mitglieder. 28 Sterbefälle sind vorgeJahres kommen. An Sterbegeld werden 500 Mk. ausgezahlt. Bei einem Sterbefall ist die Zahlung des Geldes auf des Statuts abgelehnt worden, während bei zm andern infolge Beschlusses der General=Versammzunz das Sterbegeld an die Hinterbliebenen nachträglich — Ein Elberfelder Blatt theilt mit, daß am 2. d. Solingen ein unbekannter, angetrunkener Mann in den gzeschachteten Keller eines Neubaues gestürzt sei, der pall Wasser stand, und man sich vergebens bemüht habe, bei Laternenschein und Fackelschein die Leiche zu bergen. Die Nachricht ist, wie uns von zuverlässiger Seite besähtwich, unzutrefend. *— Gezen die Zurückführung des umsichgreifens der Maul= und Klauenseuche auf ein durch künstliche Küngung erzeugtes Uebermaß an Kali im Futter als Ursache wendet sich in der„Illustr. landw. Zeitung“ Gebeimrath Prof. Dr. Maercker=Halle. Bezirksthierarzt Bossert hatte auf der letzten Generalversammlung des landwirtbschaftlichen Bezirksvereins Würzburg u. a. die Behauptung aufgestellt, daß„das Futter, namentlich das künstlich produzitte Futter, wegen seines großen Kaligehaltes vergiftet sei und in Folge dessen die Herzthätigkeit und Widerstandsfähigkeit der Thiere lähme. Maercker weist sowohl auf die Nothwendigkeit der Vermehrung der Kalizufuhr für die meisten Böden, als auch auf die Wichtigkeit und Gedeihlichkeit durch kräftige Düngung erzeuzter Kohlehydrat= und wasserreicher Futtermittel hin und bezeichnet obige Behauptung als durchaus haltlos. Auch im„Badischen landw. Wochenblatt“ war von Oekonomierath Schmidt=Tauberbischofsheim vor wenigen Wochen die auf dem Lande ab und zu verbreitete Meinung Stellung genommen, nach der die künstlichen Dünger an der Ausbreitung der Maul= und Klauenseuche schuld sein selten.„„ 44 * Gräfrath, 6. Febr. Morgen finder in unserer erangelischen Kirche ein Konzert statt, dessen Ertrag dazu bestimmt ist, unser einfaches und schmuckloses Gotteshaus durch neue Fenster zu verschönern. Im Interesse des guten Zwecks dürfte der Besuch des Konzerts gewiß sehr zahlreich sein und zwar umsomehr, als ein ganz bescheidenes Eintrittsgeld erhoben wird. * Wald, 5. Febr. In einer hiesigen Fabrik war kürzlich ein Arbeiter mit dem Schmieren einer Papierschneidemaschiene beschäftigt. Bei dieser Arbeit wurde der Rock des Arbeiters vom Räderwerk am linken Aermel erfaßt und mit in das Getriebe hinein gezogen. Hierbei hat der Bedauernswerthe am linken Unterarm derartige Verletzungen erlitten, daß er sofort ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte. Auch wird er infolge des Unfalles einige Zeit arbeitsunfähig sein. Leichlingen, 5. Febr. Vom hiesigen Bürgermeisteramt ist die durch einen Militäranwärter zu besetzende Stadtsekretärstelle ausgeschrieben. Das Gehalt beträgt M. 1050.—, die Stelle ist nicht pensionsberechtigt. — 5. Febr. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit wird das Ehepaar Karl Josef Völker am 21. d. Mts. bei Herrn Wirbelauer zu Trompette begehen. Mann und Frau erfreuen sich, dem„Boten“ zufolge, noch der besten Gesundheit und Lebensfrische. Opladen, 6. Febr. Ueber das Drama, welches sich(siehe Nr. 29 d. Ztg.) am Dienstag Abend auf dem Wege von hier nach Quettingen abspielte, berichten wir nach dem„Verk.“ noch Folgendes: Der Mörder, der 19jährige Josef Merten hatte dem Mädchen, mit welchem er schon 2 Jahre ein Verhältniß und dem er viele Geschenke an Kleidungsstücken, Stiefeln u. s. w. gemacht hatte, aufgelauert, weil es mit einem andern jungen Mann Bekanntschaft anzeknüpft hatte. Nach vorhergegangenem Wortwechsel gab M. hintereinander 3 Schüsse aus einem Revolver auf das Mädchen ab, wovon einer in den Mund drang und an der Backe herausfuhr, ein Stück aus der Lippe, aus dem Unterkiefer und mehrere Zähne mit fortriß. Außerdem tiug die Unglückliche noch 9 Verletzungen am Kopfe davon, die von Schlägen mit dem Revolver herrühren. Dem Thäter, einem bis dahin unbescholtenen Burschen, scheint es gelungen zu sein, sich dem strafenden Arm der Gerechtigkeit durch die Flucht zu entziehen. Das Mädchen wird, wenn auch zur Zeit noch Hoffnung vorhanden ist, daß es dem Leben erhalten bleibt, für immer entstellt sein. Gerichts=Verhandlungen. Elberfeld, 5. Febr.(Strafkammer.) Ueber einen Fabrikarbeiter von Ohligs wurde, dem„Tägl. Anz.“ zufolge, ein Jahr Gefängniß verhängt, weil er einem Wirth in Ohligs und einem Installateur in Hilden je ein Fahrrad gestohlen hatte. Bonn, 5. Febr. Am 15. Nov. v. J. wurde bei einem Zusammenstoß von 3 Mitgliedern der Burschenschaft„Alemannia mit etwa 25 Mitgliedern der katholischen Studentenverbindung„Alsatia“ der cand. inr. Jarres aus Remscheid, Mitglied der Alemannia, lebensgefährlich verletzt. Am 16. Nov. erfolgte die Verhaftung von 6 Mitgliedern der„Alsatia“. Als der Verletzte sich außer Lebensgefahr befand, wurden die Verhafteten wieder auf freien Fuß gesetzt. Auf der Anklagebank erschienen laut„Köln. Ztg.“ 8 Studirende der landwirthschaftlichen Akademie Poppels dorf, sämmtlich Mitglieder der suspendirten Alsatia. Die Anklage lautet auf vorsätzliche, gemeinschaftlich mit Stöcken begangene gefährliche Körperverletzung des cand. iur. Jarres und cand. theol. Lupken. Erster Staatsanwalt Viebig beantragte gegen die Anzeklagten Hannen und Holzupfel je 6 Monate, gegen Paulus, Hürter, Gies und Cadenbach je 4 Monate, gegen Rheinländer 3 Monate und gegen Deschange 1 Monat Gefängniß Schließlich wurden Paulus und Hürter zu 2, Hannen und Holzapfel zu 4 Monat Gefängniß verurtheilt, Rheinländer zu 50 M., Deschange zu 30 M. Geldstrafe. Cadenbach und Gies wurden freigesprochen. Düsseldorf, 5. Febr. Die zu Immigrath wohnenden Messerreider L. u. K. hatten am Abend des 18. Dez. v. J. den Messerreider Wilh. Kl. auf offener Straße angefallen und ihn durch Todtschläger und Messer derart verletzt, daß er 3 Wochen lang arbeitsunfähig war. Der zweite Angeklagte hatte Letzterem bloß einen Schlag gegeben, weshalb der Staatsanwalt gegen ihn nur 2 Monate Gefängniß, gegen L. hingegen 3 Jahre Gefängniß beantragte. Für den letzteren Angeklagten machte die Vertheidigung geltend, daß derselbe Epileptiker sei. Das Gericht konnte jedoch dieser Ausführung nicht beipflichten und verurtheilte den L. zu einer Gefängnißstrafe von 2 Jahren; K. wurde freigesprochen.(Düff. Oen.=Anz.) Nachrichten. Die Geistlichen in Preußen sind angewiesen worden, den zuständigen Behörden diejenigen Ehepaare ihrer Gemeinde namhaft zu machen, die im Jahre 1897 das Fest der goldenen Hochzeit feiern, damit wegen der Verleihung der Ehejubiläums=Medaillen das Erforderliche veranlaßt werden kann. Die Bedingung für die Gewährung der Auszeichnung ist, daß das betreffende Ehepaar einen Lebenswandel geführt hat, der als Vorbild gelten kann. Berlin, 4. Febr. Ein eigenartiger Prozeß wird demnächst das hiesige Gericht beschäftigen. Ein junger Kaufmann verlobte sich mit einer bildhübschen, aber blutarmen Putzmacherin. Zu ihrem Geburtstage schenkte er ihr ein Viertelloos der sächsischen Lotterie, welches vom Glück begünstigt war, denn sie gewann darauf die ganz respektable Summe von 35000 Mark. Kaum hatte sie den Gewinn eingeheimst, so wurde sie immer kühler gegen den Bräutigam, bis sie schließlich einen Vorwand fand, um die Parthie zurückgehen zu lassen. Der entlobte Bräutigam ist nun, da die für Geschenke geltende Verjährungsfrist von 6 Monaten noch nicht abgelaufen ist, wegen Herausgabe des Gewinnes klagbar geworden, seine Erbraut aber hat durch ihren Rechtsanwalt in der Klagebeantwortung den Einwand erheben lassen, daß Kläger höchstens den Betrag des Looses zurückverlangen könne. Auf den Ausgang des interessanten Rechtsstreites darf man mit Recht gespannt sein. Mülhausen i. E., 5. Febr. Seit heute früh steht die große Baumwoll=Spinnerei von Dollfus=Mantz in Flammen. Das Haus und die Nebenbauten der sind vollständig niedergebrannt. Der Schaden wird auf 800000 M. geschätzt; 200 Arbeiter sind brodlos geworden. Die Entstehungsursache ist bisher noch unbekannt. Ein Unglücksfall ist nicht vorgekommen. Konstanz, 5. Febr. Als gestern in Sigmaringen die Bahnpost eingeladen wurde, kam ein Postbeutel mit 40,000 Mk. abhanden. Gerüchtweise verlautet, der Thäter sei verhaftet. Antwerpen, 5. Febr. Der deutsche Dampfer Afrika, welcher von hier in See gegangen war, ist zurückgekehrt und beschädigt in Vlissingen eingetroffen. Die Afrika war bei starkem Nebel in der Nordsee mit dem norwegischen Dampfer Saga zusammengestoßen, welcher in Folge des Zusammenstoßes sank. Die Afrika rettete 8 Mann der Besatzung der Saga. Ueber das Schicksal der übrigen Mannschaft ist nichts bekannt. Pest, 5. Felr. In Deva im Retyczatgebirge wurden die in einer Sägemühle beschäftigten Arbeiter sammt der Hütte von einer Schneelawine in das Thal gerissen. Es gelang nur mit schwerer Mühe, die Verunglückten aus den Schneemassen heraus zu graben, wobei 2 Todte und 14 Verwundete aufgefunden wurden. Chambery, 5. Febr. Eine Abtheilung Alpenjäger wurde bei dem Uebergang über die Travorsotta durch eine Lawine in den Grund gerissen. Ein Alpenjäger wurde getödtet, mehrere verwundet. Bombay, 4. Febi. Die Gesammtzahl der Erkrankungen an der Pest ist 5098, die der Todesfälle 3841. Die allgemeine Sterblichkeit in der letzten Woche betrug 1645. (Reich an Ehren, Titeln und Orden) ist der Entdecker der X=Strahlen, Professor Dr. Röntgen. Röntgen ist: Professor der Physik, Ehrendoktor der medizinischen Fakultät Würzburg, korrespondirendes Mitglied der Kgl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin und München und der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Ehrenmitglied dee Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. und der Society of natural Science of Chester, korrespendirendes Mitglied der Physikalisch= medizinischen Sozietät zu Erlangen, der Academy of natural sciences of Philadelphia, der Société des sciences naturelles et mathematiques de Cherbourg, Inhaber der Rumford=Medaille und des halben Baumgartner'schen Preises, Ritter des Verdienstordens der Königlich Baverischen Krone und vom heiligen Michael 3. Klasse, sowie des Kgl. preuß. Kronenordens 2. Klasse, Kommandeur des italienischen Kronenordens und Ehrenbürger der Stadt Lennep. Hochwasser=Nachrichten. Köln, 6. Febr. Der Rhein erreichte gestern Abend die Höhe von 6,45 w. Ein Theil der Hafengasse ist überschwemmt. Das Grundwasser ist schen in vielen Kellern ausgetreten. Koblenz, 5. Febr. Die Moselwerfte sind überfluthet. In der Unterstadt ist das Wasser in die Keller eingedrungen. Die Denkmals=Arbeiten am Deutschen Eck sind eingestellt. Mannheim, 5. Febr. Der Pezelstand des Rheines beträgt 6,86, der des Neckar 7,30 Meter. Während vom Oberrhein noch steigendes Wasser gemeldet wird, Hochwasser des Neckars allmählich zurück. Brüssel, 5. Febr. Die Ueberschwemmung nimmt in ganz Belgien eine bedrohliche Ausdehnung an. Zahlreiche Industriestädte im östlichen Belzien stehen unter Wasser; die Fluthen richteten besonders im Badeorte Spaa große Verheerungen an. Zahllose Villen wurden beschädigt; das Wasser drang bis zum Kasino vor; auch die Villa des Königs ist bedroht. Die Bevölkerung flüchtet. Paris, 4. Febr. Aus den Gebieten der Marne und der Rhöne werden Ueberschwemmungen gemeldet. Die Eisenbahn=Verbindungen sind theilweise unterbrochen. und Telegramme. Essen, 6. Febr. Das Landgericht hat die Wiederaufnahme des Verfahrens im Meineidsprozeß gegen den Bergarbeiter Schroeder und Gen. beschlossen. Berlin, 6. Febr. Die gerettete Iltis=Mann= schaft soll am Montag dem Kaiser vorgestellt werden. — 6. Fedr. Das Landgericht verurtheilte Kneebs wezen Betruges mit dem Rennpferd Nelly zu 9 Monat Gefängniß, 1000 M. Gelostrafe und 2jährigem Ehrverlust. Auf die Untersuchungshaft werden 7 Monate gerechnet. Bromberg, 6. Febr. Verfügungen der Eisenbahndirektionen Bromberg und Danzig verpflichten die Beamten und Hilfsbediensteten zum grundsätzlichen Gebrauch der deutschen Sprache im Amtsverkehr, sowie im Verkehr mit dem Publikum und schließen Personen, welche der deutschen Sprache nicht mächtig sind, von der Anstellung aus. London, 6. Febr. Der parlamentarische Ausschuß zur Untersuchung des Einfalles Jamesons in Tranevaal trat gestern zu einer Sitzung zusammen. Jackson wurde zum Vorsitzenden gewählt. In der nächsten Sitzung, die am Dienstag stattfindet, wird über die Geschäftsordnung berathen werden. — 6. Febr. Das Unterhaus nahm mit 169 gegen 57 Stimmen den Kredit betr. die Dongolaerpedition an. Athen, 5. Febr. In Kanea soll voller Aufruhr herrschen. In der Stadt findet lebhaftes Gewehrfeuer statt. Die Konsuln sollen in Haleppa zurückgehalten sein. Es liegen im Hafen mehrere Kriegsschiffe fremder Mächte, sie haben aber bieher noch keine Soldaten gelandet. Der Gewehrangriff soll von den Mohammedanern ausgegangen sein. K Eingesandt. Höhscheid=Rupelrath, 4. Febr. Seit einiger Zeit bemüht sich ein schreiblustiger Gönner der„Höhscheider Zeitung", dieser allerhand mögliche und unmögliche Nachrichten über die Thätigkeit des Bürgervereins von Rupelrath aufzutischen. Diese von der„Höhscheider Zeitung" veröffentlichten Mittheilungen haben Anlaß gegeben zu mancherlei falschen Vorstellungen über die Art, wie im Bürgerverein die Geschäfte geführt werden, und über den Umfang, auf den sich die Arbeit des Vereins ausdehnt. So brachte die„Höhscheider Zeitung“ am 30. Januar unter Rupelrath eine Notiz, daß der hiesige Bürgerverein einen mächtigen Fürsprecher bei den Bemühungen, in Landwehr statt eines Haltepunktes eine Haltestelle errichtet zu sehen, in der Thatsache habe, daß in voriger Woche die Billetverkaufsstelle zu Landwehr seit der kurzen Zeit der Errichtung des Haltepunktes das 100,000. Billet verkauft habe. Bisher hat der Bürgerverein keinen Schritt gethan, bei der Bahnverwaltung die Umwandlung des Haltepunktes in eine Haltestelle anzuregen. Sollte der Einsender der angeführten Notiz bezwecken, den Bürgerverein darauf aufmerksam zu machen, daß er bei der Eisenbahndirektion nach dieser Seite hin vorstellig werden möge, so möge er sich gesagt sein lassen, daß ein derartiger Schritt völlig überflüssig wäre, da die Verwaltung zur Zeit aus eigener Initiative die Frage einer solchen Umwandlung einer Prüfung unterzieht. Auch die Berichte der„Höhscheider Zeitung" über die bevorstehende Anlage eines Güterbahnhofes zu Landwehr sind, soweit der Bürgerverein zu solchen Plänen in Beziehung gebracht wird, einfach aus der Luft gegriffen. Vor allem aber soll betont werden, daß diesen voreiligen und unrichtigen Veröffentlichungen, die fast stets mehr schaden als nützen, der Bürgerverein lis trbch. Seiden-Damaste Mk. 1.35 Meter— jonie schwarze, weiße und farbige Hennebera=Seide von 60 Pfg. bis Mk. 18.65 per Meter— glatt gestreift, karriert, gemustert, Damaste 2c.(ca. 240 versch. Qual. und 2000 versch Farben, Dessins 2c.) vorto= und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend.— Durchschnittl. Lager ca. 2 Millonen Meter Seiden-Fabriken 6. Hengeberg(u. u. k. nes.) Züfich. Theater. Elberseld: Sonntag Nachm.: Offizielle Frau. Abends: Tell. Barmen: Samstag: Julius Cäsar. Sonntag: Der Obersteiger. Dienstag: Julius Cäsar. Mittwoch: Der Oder steiger. Donnerstag: Der Bettelstudent. Samstag: Kaiser Sonnige: Die AfrikTüßfelderf: Samstag: Halali. Sonnlag: Die uftiranerin. Montag: Robert und Bertram. Köln: Sonntag: Carmen. Montag: Die Ribelungen 1. Theil. Dienstag: Die Nibelungen 2. Theil. Mittwoch: Das Heimchen am Herd. Donnerstag: La Traviata. Freitag: Fedora. Samstag: Carmen. Sonntag: Der Barbier von Sevilla, Das Wetterhäuschen. Montag: Medea. Dienstag: Die goldene Eva. Ruthmäßliches Wetter morgen: Veränderlich, vorherrschend regnerisch. Barometer und Thermometer heute Morgen 10 Uhr: 27• 5*+ 6 C. — *** 9— PPE PEETÖUN ERTANUT und VEETOUHTETTET. Das echte Liebig’s Fleisch-Extract, ein wahrer Schatz für alle Hausfrauen, spart ihnen Zeit, Mühe, Geld; es ist ein Allerweitshelfer in der Küche. Seit vielen Jahrzehnten hat es Weltruf erworben; es ist das ausgiebigste und daher das billigste. Liebig Company’s Fleisch-Pepton stärkt den Leidenden, der gewöhnliche Nahrung nicht vertragen kann. Es ist als unschätzbar für Blutarme, Magenkranke, Genesende von der medicinischen Wissenschaft anerkannt. Ev. Männer= u. Jünglings=Verein Sonntag Nachmittag punkt 5 Uhr. C. G. Soldatenbund. Lunkt 61 Uhr: Heueral=Versammlung Mitglieder=Aufnahme. Beiträge=Zahlung. Dienstag Abend 8¾ Uhr: Bibelbesprechung. Nittwoch Abend 8½ Uhr: Männerchor. Donnerstag Abend 8½ Uhr: Posaunenchor. Alle Männer und Jünglinge ladet fteundlichst ein Selingen. Der Vorstand. Evangelische Gemeinschaft. Ebenezer-Kirche, Emilienstraße. Senntag Vormittag 10 Uhr: Predigt " Nachmittag 4„„ Ninnoch Abend 8½ Uhr: Freie evang. Gemeinde. Baustrasse. sonntag Vorm. 10 Uhr: Bibelbesprechstunde. Nachm. 2 Uhr: Sonntagsschule. 4½ Uhr: Bibelstunde. 6 Uhr: Jünglingsverein. Per sofort tüchtiger Hausknecht gesucht. Ernst Oberhössel. Standesamt Solingen. 5. Februar. Geburten: Richard Friedr. Alfons, S. v. Hülfslademeister Friedr. Röttger, Johannisstr. Hugo, S. v. Federmesserreider Heinrich Siebel, Wieden. Frieda, T. v. Tagelöhner Friedr. Runtemund, Eterbesäle: Schleiser Franz Blein, 36 J., verh., Grünewalderstr. Josef Wilhelm Günther, 11 Mon., Theegarten. Aufgebete: Ackerer Peter Kratz und Anna Emilie Kamp, beide hier. Lehrling gesucht. Für meine Lithographische Anstalt suche ich sofort oder zu Ostern einen Lithographen-Lehrling. erforderlich sind Vorkenntnisse Im Zeichnen. Fr. Hartung Lithograph. Anstalt und Buchdruckerei. Evangelischer Bund Am Sonntag, den 14. Februar, Abends 7 Ahr: Vierhundertjahrfeier des Geburtstags Melauchthons im weißen Suult der Erholung(Centralhotel). Köhnen: Melanchthon als in weißen Sale der Erholung(CentralhereI). Die Pausen werden durch musikalische Vorträge ausgefüllt. Ein zuverläßiges Mädchen, welches die Hausarbeit versteht, auf sofort Lesucht. Gasstraße Nr. 15. Von einem hiesigen Fabrikgeschäft wird zum sofertigen Eintritt ein tächtiger zuverlässiger„ Commis gesucht, welcher mit allen Comptoirarbeiten vertraut ist und anZeuanig, Reisen besorgen kann. Off, mit Ju###iß abschriften und Gehaltsansprüchen unter A. Z. 5 an die Exped. d. Z. erbeten. Todes-Anzeige. Gestern Abend 8 Uhr entschlief plötzlich in Folge eines Herzschlages meine theure Gattin, unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Cacharina PISCKe, geb. Brommbach, im Alter von 47 Jahren 9 Monaten und im 23. Jahre einer aufriedenen Ehe. Um stille Theilnahme bitten Aug. Flocke nebst Kinder. III. Stockdum, Schlebusch, Dingshaus und Nord-Amerike, den 4. Februar 1897. Die Beerdigung findet am Montag, den 8. Februar, Nachmittage 2½ Uhr, vom Sterbehause, III. Stockdum, nach Gräfrath statt. Elisabeth- Verein. Unsere diesjährige Rechnungs=Ablage, verbunden mit Verloosung und dem üblichen Kuffeetrinken, wozu alle Mitglieder, Looseabnehmer und Gönner des eingeladen sind, findet am Montag, den 15. Fedruer, Nachmittags 3“, Udr (pünktlich), im Kaisersaale bei Herrn B. Reinarz statt. Der Vorstand. Geschenke zur Verloosung nimmt noch dankend entgegen der Präses Todes-Anzeige. Heute Morgen 10 Uhr verschied sanft und ruhig nach langem schweren, mit grosser Geduld ertragenen Leiden mein innigstgeliebter Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Fritz Geldmächer im Alter von 52 Jahren 7 Monaten. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Solingen, den 6. Februar 1897. Die Beerdigung findet am Dienstag Nachmittag 3 Uhr statt. NB. Sollte Jemand aus Versehen keine Einladung erhalten haben, so bitten wir, diese Anzeige als solche zu betrachten. Gesutz einige Geselen vum Platerlwesser= Geg. der„e 9r ,i Cieezer. Sanfstag, delre. Pebrdarurs, Abehas, Lreilunig. 67—69, SOLINGEN, Kaiserstraße 67—69. En gros- u. Detail-Verkauf sämmtlicher Gladbacher Fabrikerzeugnisse. e bemtie# der bersatzt vuag spertel mit dem Vertrieb der Erzeng. nisse der hecuenewichenen Gladbacher Textil-Industrie. Sämmtliche Fabrikate derselben kommen zu streng festen Preisen gegen Ammndng zum Verkauf. Hauptfabrikate der berühmten Gladbucher Textil-Industrie, welche sich burch aussergewöhnliche Eeunig keit und hochste Solidität auszeichnen, fnd: boummolene Sdes..... zu wolene und 5. Das Gladbacher Fabriklager führt ferner sämmtliche Arbeiter-BedarfsPORAUI, als Arbeiterhosen, Hemden, Blousen, Jacken, Unterröcke, Nachtjacken, alle Sorten und Größen Damen= und Kinder=Hemden, Schürzen u. s. w. Sladbacher Fabrik=Lager weist ganz besonders auf seine Specialität: Ha BorKaGT fe, Pisi. bager Bel u.. sat#er See täh Fabrik=Lager unterläßzt Preisnotigen, da das verehrlichte Bublikum sich an denselben kein Urtheil über die Bilig. Gladbacher Fabrik-Lager G. Horn, Solingen, Kaiserstrasse 67-69. 1. Alle dickfadigen Baumwollgewebe, als: Hemden=Flauelle, bedruckt und buntgewebt, Kleider-Flauelle und Barchende in eleganten carrirten Fancy=Dessins, Regligé-Cöper, Dimets und Fancy-Flauelle zu Unterkleidern, farbig gewebte Pelz- Barchende, gebleichte Viqués, Rips, Tricot, Croisös. 2. Baumwollene Betttücher in weiß, Fancy und Imitat., Schlaf-, Stepp- und Bügeldecken, Petttuch- Biber in Stuhlwaare, sowie mit wolliger Rauhe. Bettbarchende, Bettdrelle, Bettmöbel, Schürzen- und Kleiderstamosen, Futterstoffe u. s. w. 200,000 Kart, 6261 Metzer Dombau-Geldloose 1 8330 Pf, rosts ssuet so rie. Melhlan, beter 50,00, 20.000, 10,000 fnt in (Porto u. Liste 20 Pig ertra) dind zu beriehen durch F. A. Schrader, Hangt-Agentur, Hannover, Gr. Packhofstr. 29. Warnung. Am Freitag Morgen ist mir vor der Thür mein brauner jähriger, weibl. Jagsbund abhanden gekommen. Ich warne hierdurch die betreffende Person, den Hund festzuhalten, und vor Ankauf. Wiederbringer Belohnung.. Jos. Seiffert, Kaiser und Weverstraßen=Ecke. Ich empfehle mich zur Reparatur von Kleidungskücken in und außer dem Hause. Auch Anfertigung nach Maaß. Schneidermeister Fr. Schrage, Johannisstraße 14. Suche für Ende März gegen hohen Lohn ein starkes Diensimädgen. Frau Gustav Weitzkopf, Kaiserstraße 77. 3 mal täglich frische MIIeh. Jch. Evertz, Kullerstraße. „„ 4 4 e n. Sonntag, den 7. Februar, Nachmittags punkt 5 Uhr: Grosses Militär-Concert, M.citar-# r. 810igrim Münkkorps bes 5. Mlauen=Regiments aus Düsseldorf, unter Leitung des Stabstrompeteres Herrn Harsing.“ Entree 40 Pfg. Dutzendkarten haben Gültigkeit. Hierzu ladet freundlichst ein F. W. Bungarde. Bestes Tannen- Bauholz liefere ich diesen Monat noch billigst, sowie alle anderen Bauartikel. Um geneigten Zuspruch bittet Carl Wilhelms, Wald, Holz- u. Baumaterialien-Mandlung. Lazeiegwelichen gebezuach uehzenz umn Waschen und Lugen geiacht. ab. H. Koxholt, Kasinostr. 17. I Näheres in der Expedition. Ein properes Mädchen Eine Wohnung un Waichen und Aoten gelücht. 1.— Saau S=Opgrung von 5 Zimmern per 1. Mai 1897 zu vermiethen. Blumenstraße 55. Große Vorräthe Sosen Erosen k., Preißelbeeren in 6 und ca. 11=Pfd.=Dosen, und feinsten Edamer Käse, à Pfd. 82 Pfg, empfiehlt zur gefl. Abnahme Lemaire, Wupperstr. 24. Margarine. Altrenommirte Fabrik, durch allerneueste Fabrikationsvervollkommnung j. Concurrenz voraus, sucht für Solingen und Umgegend respectable energische Terrretung. Gefl. Offerten mit Referenzen zud 2. R. 492 an Haasenkein& Gogler A.=S., Krankfurt a M. Sonntag, den 7. Februar: * Ju e. m mun in Barmen, Hotel Schützenhaus. Tages=Ordnung: 1) Geschäftliche Mittheilungen. 2) Wettschreiben. 3) Vortrag:„Die Anforderungen an eine gute Kurzschrift." 4) Gesellschaftsfest. Zahlreiche Betheiligung ist dringend erwünscht. Abfahrt 24 Solingen=Süd. 23„ Nord. Der Vorstand. Fleißziges braves#### per 15. März gesucht. Frau Otto Schüpper, Rathhausstraße 27. Zimmer mit Pension, monatlich für 55 Mark, zu vermiethen. Näheres in der Exped. Fer Panorama Kölnerstr. 91. Nur heute noch: Feldzug 1870/71. Morgen: Die Prachtschlösser Könlig Luduigs II. von Bagern. I. Theil: Herrenchiemsee mit Die Vereins= und Vorverkaufskarten haben Sonntags nur bis Nachmittags 4 Uhr Gültigkeit. Entree 30 Pfs., Kinder 20 Pfg. 5 Reisen 1 Mi. Ein Junge zum Ausschicken und für leichte Beschäftigung in eine Scheerenfabrikationsofort gesucht. Namen in der Expedition angeben. Kunstgärtner-Tobrling es ece Ein Buchbinder=Gehülfe sandce Besczistgung dn— chülfe Inlius Fückmantel& Söhne, Gergstraße 6o. Nr. 31.— 49. Jahrgang. Zweites Blatt. Samstag, den 6. Februar 1897. O****** Früher unter dem Titel: täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Vierteljahr # der Erpedition 1 44 75 5, auf alen Kaiserl. Postanstalten 2 4— Einrückungsgebühr Bgischen B# #, eine einspaltige Petitzeile gder deren Raum 10 J— Druck und Verlag von Aldb. Pfeiffer Hergischen — in Solingen. Fur die Redaktion verantwortlich: Rudolf Pfeiffer in Solingen.5“ Die Expedition befindet sich in Solingen, Kaiserstraße 140(Fernsprech=Anschluß Nr. 90); ferner nehmen Bestellungen auf die„Solingex Zeitung,, sowie Anzeigen an: in Gräfratb Ernst Reiber; in Höhscheid Robert Göddert, Neuenhof; in Obligs Hermnam Schsinenberng, Düseldorterstraiße 43; in Bald Hans Strieder. auft Boppere Vonleervon Pvens Junge Erbsen, Spargel, Möhrchen, Schneidebohnen, Brechbohnen, Wachsbohnen, Princessbohnen, dicke Bohnen, Leipziger Allerlei, Champignons, Tomaten, Schwarzwurzel, Teltower Rübchen, Steinpilze etc. etc. Pfirsiche, Aprikosen, Kirschen, Erdbeeren, Anauas, Mirabellen, Stachelbeeren etc. Gurken, Zwiebeln, Pickles, Saucen und Suppen, Fisch- und Fleischconserven etc. Bisquits, Backwerke, Cacao der renommirtesten in- und ausländischen Fabriken. In- und ausländische Spirituosen. Sämmtliche Colonialwaaren in besten Qualitäten. Geschmackvolle Arrangements garnirter Schüsseln und Gelée-Sachen. Lieferung ganzer Abendessen mit kalter Küche. 3. S. Bopper, Sblingen, KalsersirasseSe(um Eutenplahry. ###Konat Fresnigern.F“ Kirchliches Wochenblatt für die evangelische Gemeinde Solingen. Um das Abonnement auf das„Kirchliche Wochenblatt“ möglichst zu erleichtern, sind in den sechs Pfarrbezirken der Gemeinde folgende Agenturen Pastes in den hnen überwiesenen Straßen in der Hand haben. Wir ihelen dieselben auf mehrfach an uns gerichtete Wünsche und Anfragen hin mit. Pfarrbezirk Drausfeld: genhergerst Agent: Pfr. Dransfeld, Krahenhöhe. 2. Pfarrbezirk Giesekke: Agenten: 1) Hauptlehrer Bartlick(Schulstr.): Schulbezirk der Schulstraße. 2) Adalbert Weck(Südwall): Südwall, Johannisstraße, Bungenhütte, Kirchstraße. Eiland, Goldstraße. 3) August Neuhaus(Katternber= gerstraße): Katternbergerstraße Jägerstraße. 4) Aldert Dinger(Solingerstraße): Solingerstraße, Grundstraße. 5) hugo Bruch(Oberstraße): Oberstraße. 6) Robert Dinger(Kottermühlenstraße): Kottermühlenstraße. 7 Friedrich Hoppe(Stübchen): Stübchen. 8) Hauptlehrr Pitsch(Hossenhaus): Hofsenhaus. 9 August Wieden(Oberkatternberg): Oberkatternberg. 10) Karl Wagner(Mittel=Katternberg): Mittel= u. Untenkatternberg. 11) Pfr. Giesekke(Birkerstraße): Birkerstraße, Eisenstraße, Kölnerstraße(zwischen Friedrich= und Goldstraße), Friedrichstraße, Mittelstraße, Hochstraße, Südstraße, Karlstraße, 2. Heidberg, Kotterheidberg, Kottermühle, Kotterhammer, Nacken, Schaafenmühle, Wüstenstraße, Kronenmühle. 3. Pfarrbezirk Tersteegen: Agenten: 1) Hauptlehrer Bornemann: Brühler Schulbezirk. 2) Rektor Herhaus: Schützenstraße, Kirberg und Kirbergerstraße, 2. Felderstraße. 3) Stadtmissionar Jost: 1. Felderstraße, Rathhausstraße, Bismarckstraße, Brühlerstraße, untere und mittlere Kaiserstraße, Dorperstraße, Klingenstraße, Ostwall I. und II., Bachstraße, Malteserstr., Gerichtsstr., Schwertstr., Friedensstr., Lindenstr. 4. Pfarrbezirk Tetzlaff: agenten:„ 1) Hauptlehrer Lambeck: Schulbezirk Waldheim. 2) 5. Augustin(Mangenberg): Weyersbergerstraße. Blumenstraße, Augustastraße, Kotterstraße, Mangenbergerstraße, Kronprinzenstraße, Burgstraße, Sternstraße, Frühlingsstraße, Kreuzstraße, Rosenstraße, Stahlstraße. 3) Küster keßmer(Kirchplatz): Kölnerstraße(von Goldstraße bis Kaiserstraße), Breitestraße, Bergstraße, Friedrichstraße(vom Knie bis Weyersbergerstraße), Kasernenstraße, Brunnenstraße. Westwall, Klosterwall, Grashof. Brüderstraße, Weststraße, Kaiserstraße(von der Hofstraße nordwärts), Nordstraße, Roonstraße, Berndtstraße, Moltkestraße, Nordbahnhof, Vorspel, alter Bahnhof, Thalstraße. 5. Pfarrbezirk Becker: Agenten: 1) Schirmmacher Mandler(Kölnerstraße 13): Kölnerstraße von der Friedrichstraße an südwärts, Bahnhofstraße, Brückenstraße. 2) Hauptlehrer Göntgen: Weeger Schulbezirk. 3) Hauptlehrer Backhaus: Lindenschulbezirk außer Mittel= und Untenpilghausen. Außerdem Königsmühle, zum Busch. 4) Hauptlehrer Voos: Hingenberger Schulbezirk. 5) Schleifer Walther Melchior: Untenhöhscheid.(G66 6) Lehrer Sesselmann(Grünewalderstraße 58): Obenpilghausen. 7) Otto Meyer(Mittelpilghausen 3): Mittel=, Untenpilghausen, Pilghauser Kotten, Michels Häuschen. 6. Pfarrbezirk Müller: Agenten: 1) Pfarrer Müller, Solingen. 2) Hauptlehrer Gosekuhl: Schulbezirk Stöcken. 3) Hauptlehrer Spannenberg: Schulbezirk Meigen. 4) Hauptlehrer Langenohl: Schulbezirk Clauberg. 5) August Hepp(Casinostraße 62): Casinostraße, Oststraße, Florastraße, Kronenstraße, Schwesterstraße, Cronenbergerstraße, Emilien6) Emil Rauh, Buchhandlung (Wupperstraße): Wupverstraße, Zollernstraße, Eckstraße, Nordwall. Kaiserstraße, Hofstraße. Casino-Gosolschaft Senntag, den 7. Februar zur Eröffnung der neuen Bühne: Lobtopie Begion der Auführungen punkt 8 Uhr Abends. Nach denselben TANZ, Zatritt frei. Zu diesem Abend laden wir unsere Mitglieder mit ihren Damen ergebenst ein. Der Vorstand der Casino-Gesellschaft. Grünewalder Frauen=u. Jungfrauen=Verein. Am Sonntag, den 7. Februar, Abends 6 Uhr, im oberen Saale des Herrn Bungards zu Grünewald: Concert und Aufführung der Märchenoper: „Der Froschkönig“ ausgeführt von den Zöglingen des Stöhter'schen Musik=Institutes, unter Leitung des Herrn Stöhter. Eintrittspreis für Erwachsene 50 Pfg., für Kinder 25 Pfg. Der Ertrag fließt unserer Kasse zu. Eintrittskarten sind zu haben bei Herrn Bungards und dem Unterzeichneten. Zu zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein Der Vorstand. Auf Anstehen der Erben und Rechtsnachfolger des zu Itterbruch, Gemeinde Wald, verstorbenen Handelsmannes Friedrich Wilhelm Rüttgers wird der unterzeichnete, zu Wald wohnende Königlich Preußische Notar Justizrath Gustav Maubach oder dessen Amtsnachfolger die unterzeichneten Immobilien, bei welchen im ersten Termine die Taxe nicht erreicht worden ist, in den daraus gebildeten Abtheilungen öffentlich zur Versteigerung ausstellen und auch unter der Taxe ev. zu den im ersten Termine abgegebenen Meist= und Letzgeboten definitiv zuschlagen. 1. Am Montag, den 15. März 1897, Nachmittags 4 Uhr, im Locale der Wirthin Wwe. Gustav Koch zu Eschbach, die folgenden Abtheilungen: 1. Abtheilung, bestehend in 392 Ar 73 □=Meter oder 2768 76/100 Ruthen Acker=, Wiesen= und Gartenland und Hofraum sowie 117 17/100 Ruthen oder 16 Ar 62□=Meter Holzung nebst den aufstehenden Gebäulichkeiten, bestehend in einem zweistöckigen massiven Wohnhaus, Itterbruch Nr. 7, und einer Scheune mit Stall, taxirt diese Abtheilung zu 9800 Mk. Berger’'s Germania Fabrik Robert Berger, Pössneck i. Th. Cacao Die Schriftleitung: Becker, Pfr. 95 89 80 955 850 95 bei: Alb. Burohard, Conditor. Aug. Kühn. Conditor. F. Lemaire, W. Laubach, Conditor. Osoar Wolfertz, Conditor. Teuerversicherungsbauk für Deutschland zu ur Verhelurg komnmende Uchersuz. 40 Praent “ in Banktheilnehner empfangen ihren Aeberschuß Antheil beim nächsten Opladen: Agent Heinr. Schmits. Angenehm für die Toileffe. Schnell wirkend.? Wäsche schonend. Ladengeschäft in Solinger Stahlwaaren, verbunden mit Küchen= und Haushaltungsgegenkänden, in einer süddeutschen Badestadt allerersten Ranges ist zu verkaufen. Da keine Schleiferei und Reparaturverkstätte am Platze, bietet sich einem Fachmanne Gelegenheit, eine gute und sichere Existenz zu erwerben. Erforderliches Kapital ca. Mk. 4000.— Offerten unter I. B. 28 an die Expedition d. Ztg. Auf 1. Mai suche ich ein Dienstmädchen gesetzten Alters, welches kochen kann und alle Hausarbeit versteht. Mehrjährige Zeugnisse erforderlich, Frau C. Haarhaus, Kaiserstraße 57. Ein ordentliche seisiges Dienst. mädchen auf sofort gesucht. Irau Dr. Lamsrecht in Aufderhöhe. Solingen, Florastr. 79. Forstresk. Ernst G. Weber, Architect und gerichtlich vereideter Taxator, empfiehlt sich zur Anfertigung der Pläne und Zeichnungen für Neuund Umbauten, Leitung derselben, sowie zur Prütung und Feststellung der Baurechnungen etc. etc., ferner zur Aufnahme von Inventarien, Abschätzung von Immobilien in Brandschäden und Anfertigung von Taren und Wirthschaftsgesuchen 2c. Feinste Referenzen. 2. Abtheilung, bestehend in 7 Ar 72 □=Meter oder 54 43/100 Ruthen Garten und 55 Ar 18□=Meter oder 389 3/100 Ruthen Holzung, gelegen zu und bei Itterbruch, taxirt zu 750 Mk. 3. Abtheilung, bestehend in 24 Ar 73□-Meter oder 174 35/100 Ruthen Hofraum, Wiesen= und Gartenland, gelegen zu Itterbruch, nebst den aufstebenden Gebäulichkeiten, bestehend in 2 zweistöckigen Wohnhäusern Nr. 4 und 6, nebst Scheune und Stallung, taxirt zu 1950 Mk. 4. Abtheilung, bestehend in 9 Ar 48□=Meter oder 66 89/100 Ruthen Hofraum und Garten nebst aufstehenden Gebäulichkeiten als Wohnhaus mit Scheune, Stall und Schmiede zu Itterbruch, taxirt zu 1460 Mk. 5. Abtheilung, bestehend in 26 Ar 51 □=Meter oder 186 99/100 Ruthen Hofraum, Garten und Wiese und 1 Ar 74 □-Meter oder 12 27/100 Ruthen Wasser, gelegen zu Itterbruch, nebst dem aufstehenden kotten mit Wasserrad, Triebwerk und allen zum Kotten gehörigen Einrichtungen, taxirt zu 4240 Mk. 6. Abtheilung, bestehend in 18 Ar 34 □=Meter oder 129 39/100 Ruthen Holzung und Acker zu Itterberg, taxirt zu 117 Mk. 7. Abtheilung, bestehend in 62 Ar 72□=Meter oder 442 38/100 Ruthen Acker und Wiese, Kohlenwieschen, taxirt zu 1003 Mk. 2. Am Dienstag, den 16. März 1897, Nachmittags 6 Uhr, im Locale des Wirthen Hugo Manert zu Kreuzweg, Gemeinde Wald, #l die folgenden Abtheilungen: 1. Abtheilung, bestehend in 21 Ar 14□=Meter oder 149 6/100 Ruthen Gebäudefläche, Hofraum, Garten und Wiesen, gelegen zu und bei Lehn, Gemeinde Wald, nebst aufstehenden zwei Wohnhäusern Nr. 12 und 13 und 14, sowie einer Schmiede, taxirt zu 3310 Mk. 2. Abtheilung, bestehend in 35 Ar 25 □=Meter oder 248 51/100 Ruthen Acker an der Lehnerstraße, Bauplatz, taxirt zu 850 Mk. Die Verkaufsbedingungen können bei dem Unterzeichneten eingesehen werden. Wald, den 27. Januar 1897. Der Königl. Notar Maubach, Justizrath. Zum beldigen Eintritt wird ein Küchenmädchen gesucht, welches perfect kochen kann und gute Zeugnisse besitzen muß. Wo, sagt die Expedition. Plalterskeider, der selbstständig arbeiten kann, sofort gesucht. Off. unter M. B. 26 an die Exp. Ein Junge zum Feilen gesucht. Näheres Schlagbaum Nr. 5. ## 1“ e M 1 1 1 14 anlassung vorgelegen haben, als der Finanzminister auf Unterstätzung hilfsbedürftiger KriegsInvaliden. Die Neuaufwerfung der im Grunde von allen Seiten ganze Nachricht berubt als berechtigt und drinzlich anerkannten Forderung einer tonen wolln, auf Erfindung.“ genügenden Beihilfe für bedürftige Kriegs=Invaliden hat—.45 zunächst nichts weiter zur Folge gehabt, als einen großen staatsrechtlichen Krakehl, wovon jedenfalls die Hungrigen Der Budgetausschuß des Reichstages estatteten Geschäftsberlcht ist hervor= bezw. mangels Ueberführung freigesprochen.— Hix, Sscr, Suocg, esthueg e,„uer Eihshung der anmedung eines steuerfichigen Geweibes(Birn, bsecten, dis mon in. iete, Soesen v—. Zaudpirthschaft schant) innerhalb der vorgesorienenen Zeit wur dun sektetär in der Budzetkommision eingenommen, Hutz,„D ganze Nachricht beruht demnach, wie wir nochmatb be eine bde, Sue eung, ee, e e be Die Gershzalbs nan de. Besatase ur Aunsdersche, Gaschehrstäche aer Pieshenen die unr daer beser u e, Sue eibeuihen u ungen bv., ge der falche unselingt erfernen, nach Alauf der Harbaus, Seotrnschnuagkeiter von Wdatd und desen Cheitaus u. verträge keineswegs abgeneigt ist. Endlich fand in Bochum der Delegirtentag der christlichen Bergarbeitervereine Deutschlands statt, dessen Berathungen und Beschlußfassungen sich in national=sozialem Fahrwasser bewegten. Die Besorenisse wegen einer Einschleppung der in nicht satz werden. Der Suogelaueschug## Feitauen hat auf Antrag des Zentiums, der auch von nationalliberaler Seite unterstützt wurde, bekanntlich beschlossen, die Position„zur Gewährung von Beihilfen an hilfsbedürftige Kriegstheilnehmer“ von 1800000 Mark auf 2760000 Mark zu erhöhen, weil die vor 2 Jahren beschlossene Unterstützung von 120 M. jährlich nur für etwa"; der konstatirt Bedürftigen ausreicht. Die nöthigen Mittel wären aus den Zinsen des Invalidenfonds jetzt jedenfalls vorhanden, ob dauernd, wird bei dem sinkenden Zinsfuß als fraglich bezeichnet. Die Regierung stellt sich aber, wie die„M. N. N.“ ausführen, auf den Standpunkt, daß ein solcher Beschluß des Reichstags im Budget staatsrechtlich unzulässig sei, daß verfassungsmäßig das Parlament seinerseits die Ausgaben im Etat nicht erhöhen könne. Anderweitig führt man an, wenngleich schon lange der in früherer Zeit mit Strenge festgehaltene Grundsatz verlassen sei, der Regierung nicht mehr Geld zu Ausgaben anzubieten, als sie selbst verlangt, so würde doch jede Leitung der Finanzen durch die dazu berufene Verwaltung aufhören, wenn gegen ihren Willen durch einfache Einstellung in den Etat Ausgaben erzwungen werden könnten. Im Reiche komme noch hinzu, die Einzelstaaten einen gesetzlichen Anspruch auf Ueberweisungen haben, welche nur durch Reichsausgaben verkürzt werden können, die entweder auf Gesetz beruhen, oder durch übereinstimmenden Beschluß des Bundesraths und des Reichstags in den Etat aufgenommen sind. Einseitigen Reichstagsbeschlüssen gegenüber bleibt aber doch jedenfalls der Ausweg, von den durch dieselben ertheilen Ermächtigungen keinen Gebrauch zu machen. Und andrerseits wird behauptet, es handele sich mit dem angefochtenen Beschluß der Budgetkommission, wie auch der Abg. Hammacher in der Kommission darlegte, in der Sache nicht um Erhöhung eines Ausgabepostens, sondern um die Korrektur eines Rechenfehlers. Die Regierung hatte für den Ausgabeposten mit 15,000 Empfangsbe= rechtigten gerechnet, während, wie sie selbst in der Kommission sagte, mehr als 23,000 Berechtigte vorhanden sind. Der Regierung und auch sonstigen parlamentarischen Kreisen ist nun die Form zuwider, wie das Zentrum die Aktion eingeleitet hat. Es möchte den Etat möglichst alljährlich frei nach seinem Belieben gestalten, selbst wo die Regierung Festlegung durch besonderes Gesetz wünscht. Deswegen sträubte sich auch im vorigen Jahre die Regierung zuerst energisch gegen die Art, wie das Zentrum die Reichsschuldentilgung in den Etat aufnahm. Lie verlautet, will das Zentrum jedoch im Reichstagsplenum an dem Beschluß der Kommission, betreffs der hilfsbedürftigen Invaliden, festhalten, und deshalb erwartet man weiter scharfe etatsrechtliche Debatten. Einstweilen bringen die Blätter Erörterungen„zum Konflikt",„zur staatsrechtlichen Frage“, und die armen Invaliden haben vor lauter Staatsrecht das Nachsehen. Vielleicht einigt man sich auf einen besonderen Nachtragsetat oder sonstwie, denn es wäre doch schließlich ein Skandal, wenn vor lauter theoretischen Bedenken gar nichts geschähe. In dieser Angelegenheit nimmt auch die Neue Reichskorrespondenz das Wort und zwar wie folgt:„Die radikalen und andere Blätter bemühen sich, wie schon bei so vielen anderen Gelegenheiten, so auch in Betreff der einseitigen Erhöhung der Ausgaben für die Kriegsinvaliden seitens des Reichstags für die ablehnende Haltung der Reichsregierung wiederum den preußischen Finanzminister verantwortlich zu machen. Dies ist um so verkehrter, als in der Budgetkommission des Reichstags der Reichsschatzsekretär bestimmte Stellung gegen jenen Beschluß genommen hat und das preußische Staatsministerium überhaupt gar keine Veranlassung hatte, seinerseits hierzu schon jetzt Stellung zu nehmen. Auch ist ja bekannt genug, daß der preußische Finanzminister weder eine Veranlassung noch einen Beruf darin findet, in solche Einzelheiten der Budgetberathung des Reichstages seinerseits einzugreifen, vielmehr sich sowohl dem früheren Staatssekretär des Reichsschatzamtes als dem jetzigen gegenüber jeder— übrigens auch gänzlich unnöthigen— Einwirkung enthalten hat. Die neuesten Angriffe gegen den preußischen Finanzminister bauen sich auf der Behauptung auf, Herr Dr. Miquel habe im Staatsministerium in einer scharfen Rede Stellung gegen den oben erwähnten Beschluß der Budgetkommission genommen. Es dürfte hierzu sicherlich umsoweniger VerPolitische Wochenübersicht. Der Kaiser hat während der Tauffeier des jüngsten Sohnes des Prinzen und der Prinzessin Heinrich in Kiel geweilt und den Täufling über das Taufbecken gehalten. Nach Kiel hat sich auch der neue russische Minister des Auswärtigen, Graf Murawjew, begeben, um vom Kaiser empfangen zu werden. Vorher hatte der Graf, der sich auf der Rückreise von Paris nach Petersburg befand, in Berlin, wo er einige Tage Aufenthalt nahm, mit den Leitern der deutschen Politik, dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe und dem Staatssekretär des Auswärtigen, Frhrn. v. Marschall, längere Konferenzen gehabt, als deren Ergebniß eine befriedigende Uebereinstimmung gegenüber den schwebenden Fragen, insbesondere der türkischen, angegeben wird. Da bezüglich derselben Fragen zweifellos auch Einverständniß einerseits zwischen Rußland und Frankreich, andererseits zwischen Deutschland, Oesterreich= Ungarn und Italien besteht, so darf man getrost in die Zukunft blicken, kriegerische Verwickelungen dürften auf längere Zeit hinaus nicht zu beforgen sein.„ 1.2 Ei u— 6 Allerdings bleibt die Türkei nach wie vor die Wetterecke Europas, aber wenn die Kontinentalmächte einig sind, wie dies offenbar der Fall ist, so wird auch dafür gesorgt sein, daß die Blitzableiter blank erhalten werden und gut funktioniren. Die Ausarbeitung eines Reformentwurfes für die Türkei ist den Botschaftern der Mächte in Konstantinopel übertragen worden. Dieselben haben sich dieser Aufgabe unterzogen; der Entwurf dürfte inzwischen den Kabineten zugegangen sein, und er soll noch im Laufe dieses Monats der Pforte überreicht werden. Allerdings wird man allzu große Hoffnungen auf die Reformen nicht setzen dürfen, denn einmal wird es mit der Ausführung hapern, zum Anderen aber sind die unruhigen Elemente durch Reformen, die ihren Wünschen immer nur zum Theil entsprechen können, schwerlich zu besänftigen. Man sieht das auf Kreta, wo trotz aller Reformen heute die Zustände kaum weniger anarchisch sind, als vorher. Der Reichstag hat nach kurzer Ruhepause die neue Grundbuchordnung in die Kommission gebracht, die Konvertirungsvorlage in 1. Lesung erledigt und dann den Antrag Auer über den Marimalarbeitstag diskutirt. Die Grundbuchordnung hat zu erheblichen Beanstandungen nicht Anlaß gegeben. Gegen die Konvertirungsvorlage erklärten sich nur die Sozialdemokraten, welche eine Konvertirung sofort auf 3pCt. verlangen. Zur 2.! wird der Antrag auf Wegfall der Bestimmung gestellt werden, wonach eine weitere Konvertirung der jetzt auf 3½ pCt. konvertirten Schuldverschreibungen auf 3 pCt. vor Ablauf von 8 Jahren nicht stattfinden darf. Der Antrag wird aber schwerlich angenommen werden, da er eine Ungleichheit schaffen würde, indem die bisher geschaffenen einzelstaatlichen Konvertirungsgesetze die Schonseit enthalten.6 6at bi, B. sskume acur Das Abgeordnetenhaus hat die Berathung über den Antrag Ring, betr. Grenzsperren zur Abwehr der Einschleppung von Viehseuchen noch immer nicht zum Abgebracht. Der Antrag ist von dem weitaus Die Besvitznisse, wegen einer Einschleppung der in Indien wüthenden Beulenpest nach Europa dauern fort. Alle Regierungen haben Maßnahmen getroffen, um der Gefahr zu begegnen, nur die englische zeigt sich anscheinend darin lässig, weil sie nicht die englischen Handelsinteressen beeinträchtigen will. Es ist möglich, daß Prof. Dr. Koch von Südafrika zum Studium der Beulenpest nach In England und in der Schweiz sind bemerkenswerthe Beschlüsse in der Frauenfrage gefaßt worden. Das englische Unterhaus nahm mit 328 gegen 15 Stimmen die 2. Lesung des von Begg eingebrachten Antrags betr. die Ausdehnung des parlamentarischen Wahlrechts auf die Frauen an, und der Kantonsrath zu Zürich beschloß mit 120 gegen 22 Stimmen die Frauen zur Ausübung der Advokatur zuzulassen. Auf den italienischen Universitäten gährt es, auf vielen derselben ist es zum offenen Aufstand gekommen. Die studirende Jugend Roms und anderer italienischer Städte scheint jetzt die Ministerstürzerei als Ziel Ehreizes erkeren zu haben. g.4ih4, Gemere Auf Cuba ist noch die alte Geschichte. General Weyler hat auch nichts mehr ausgerichtet, als sein Vorgänger: seine Zurückbernfung steht bevor. und Westfalen. schluß größten Theile der Abgeordneten unterschrieben, wobei sich allerdings nicht jeder Unterzeichnete auch jede Einzelheit des Antrages zu eigen gemacht hat. Jedenfalls wird die Regierung, wenn sie mit energischeren Maßregeln vorgeht, dem Auslande gegenüber in dem Umstand eine Deckung finden, daß die überwältigende Mehrheit der preußischen Volksvertretung noch weitgehende Maßnahmen ür nothwendiz erachtet hat.., gur ge. 185 Die freisinnige Vereinigung hat mir der freisinnigen Ortskundigen ausge Volkspartei wegen eines Zusammenschlusseg des ganzen Spur des Thäters. liberalen Bürgerthums bei den nächsten Reichstagswahlen-sttst“. verhandelt, ist aber von Herrn Eugen Richter abschlägig beschieden worden. Herr Richter denkt nicht daran, auch nur auf ein Titelchen seiner Führerschaft zu verzichten, was wohl oder übel der Fall sein müßte, wenn eine „große liberale Partei“ zu Stande käme. In der abgelaufenen Woche haben allerlei Delegirtenversammlungen stattgefunden. In Berlin tagte der Ausschuß der Berufsgenossenschaften behufs Stellungnahme zu der Novelle zu den Unfallversicherungsgesetzen. Wenn die Beschlüsse der Reichstagskommission dazu vorliegen, wird ein Berufsgenossenschaftstag zusammentreten, um darüber Beschluß zu fassen. Ferner ist in Berlin die Honnef, 4. Febr. Ein hiesiger Schlossermeister wurde Nachts durch einen Stich in den Hals, sowie in's Bein getödtet. Die geachtete Familie des Unglücklichen wird sehr bedauert. Der Thäter ist erkannt und wurde bald darauf verhaftet. Die Motive der scheußlichen That sind unbekannt. Düsseldorf, 4. Febr. Der Kaufmann A. hatte sich um die Würde des Prinzen Karneval für 1897 beworben und für den Fall, daß diese Würde ihm übertragen werde, 5000 M. Beitrag für den Rosenmontagszug schriftlich zugesichert. Tags darauf bat A. de= und wehmüthig, ihn seiner Zusage zu entbinden, da sonst Frau und Mutter ihn verstoßen wollten. Diese „Entbindung“ wurde dem Herrn ertheilt. Nun ist als Prinz Karneval Herr Brauereidirektor Stephan Vossen ausgernfen worden... 8 661, — 4. Febr. Die Arbeiten an der festen Hhrinbrücke nehmen trotz des Winters stetigen Fortgang. Der Strompfeiler ist so weit vollendet, daß die Weiterarbeiten daran auch durch etwa noch eintretenden Eisgang nicht mehr gestört werden können. Bochum, 4. Febr. Als gestern Abend der Barbier H der noch nebenbei ein Zigarrengeschäft betreibt, nach Hause kam, erhielt er mit einem stumpfen Gegenstande einen so heftigen Schlag gegen die Stirne, daß er besinnungslos zusammenbrach. Später hörte der Hausbesitzer in dem Zimmer des Barbiers Stöhnen und Röcheln und fand den H. auf dem Boden liegend. Hände und Füße waren dem Ueberfallenen mit Stricken gefesselt, der Mund mit einem großen bunten Taschentuche so fest verstopft, daß dasselbe nur mit Mühe entfernt werden konnte; aus der Nase floß Blut. Das Bewußtsein kehrte erst nach geraumer Zeit zurück. Beim Durchforschen des Zimmers fand sich ein Zettel folgenden, mit Bleistift geschriebenen Inhalts vor:„Da ich in barem Gelde 170 Mark gekriegt habe, Dir deine Zigarren stehen lassen. Lassen Sie aber nächstens nicht das Fenster offen. Mit freundlichem Gruße Dein Freund.“ Die That ist augenscheinlich von einem Ortskundigen ausgeführt, doch fehlt bis jetzt noch jede Last gelegt. Nur der Mann wurde der in Rede n., henden Uebertretung schuldig befunden und zu 20 MazGeldstrafe oder 4 Tagen Haft verurtheilt.— Ein 22 Jahre alter Schleifergeselle aus hiesizer Gegend hat sich wie durch die fernere Verhandlung festgestellt wurde, an 26. September v. J. zu später Abendstunde im Hauf, eines Färbers hierselbst, da er ein dem Letzteren uum Färben übergebenes Kleid zurückholen wollte, in betrun, kenem Zustande höchst ungebührlich benommen, so er mit Gewalt herauszebracht werden mußte, und hat sich infolge dessen wegen vorsätzlicher und fahrlässize Körperverletzung, Bedrohung und Hausfriedensbruchs u verantworten. Auf Grund der Beweisaufnahme wurd, derselbe der ihm zur Last gelegten Vergehen, mit Augnahme der fahrlässigen Körperverletzung, überführt erkärt und zu insgesammt 150 Mark Geldstrafe oder 6 Wochen Gefängniß verurtheilt, in Anbetracht dessen, daß derselbe bisher noch unbescholten war.— Gegen einen Scheerenschleifer von Höhscheid war Anklage erhoben wegen der Beschuldigung, sich dem Spiel Trunk und Müßiggang derart hingegeben zu haben, daß zum Unterhalt seiner Familie die Vermittelung der Armenverwaltung in Anspruch genommen werden mußte Nach der Beweisaufnahme erschien derselbe dieser Uebertretung überführt und wurde darum, mit Rücksicht darauf. daß er bieher noch nicht solcher Uebertretung wegen bestraft war, zu 5 Tagen Haft verurtheilt.— Unbefugter Betrieb der Schenkwirthschaft in dem Lokale neben dem Ausstellungsgebäude zu Müngsten war einem hier wohnenden Wirthe zur Last gelegt. Derselbe berief sich darauf, daß ihm bezw. dem Remscheider Gewerbeverein die Konzession ertheilt gewesen sei, die Wirtbschaft zu der betreffenden Zeit zu betreiben. Da diese Erlaubniß aber nur für die Dauer der Gewerbeausstellung galt, so erkannte das Gericht auf eine Geldstrafe von 10 Mi. — Ein jetzt zu Feldhausen(bei Landwehr) wohnender Fabrikarbeiter soll im August v. I. einem Wirthe eine Taschenuhr im Werthe von 5 Mk. gestohlen haben; derselbe wandte ein, er habe die Uhr mit Wissen der Ehefrau des Wirthes mitgenommen, um sie eine Zeit lang zu tragen, und es sei ihm dieselbe dann abhanden gekommen. Zur Vernehmung der Frau des betreffenden Wirthes wurde die Sache vertagt.— Dann kam 1 Schulversäumnißstrafsache zur Entscheidung(2 Mk. Geldstrafe oder 16 Stunden Haft), worauf noch über 2 Privatklagen verhandelt wurde. Sitzung des Schöffengerichts. „* Solingen, 5. Febr.(Schluß.) Ein 66 Jahre alter Händler von hier soll sich des Diebstahls dadurch schuldig gemacht haben, daß er einer 20 jährigen Tagelöhnerin ein Waschkübel gestohlen hatte. Letztere bekundet, dies Kübel von dem Angeklagten früher gekauft zu haben, während dieser behauptete, dasselbe dem Mädchen nur geliehen zu haben. Zu weiteren Ermittelungen, insbesondere bezüglich der Glaubwürdigkeit der gedachten Iondustriäcter ulsammengetriten. Aus dem von Generals= alter Arbeier von dier(Mesenburo) ale nicht blostet, (Ein Veteran unter den Schiffen) ist der dänische Segler„De tre sostere“, welcher kürzlich in Kiel mit einer Ladung Oelkuchen angekommen ist. Dieses Schiff wurde 1772 in Rudkjöbing erbaut, ist also schon 124 Jahre alt und trotzdem noch sehr gut erhalten, ganz dicht und vollständig seetüchtig. Hieraus geht hervor, daß die Konstruktion von Schiffen aus Holz ihre guten Seiten hat, denn ein aus Metall gebautes Schiff ist schon nach 30 Jahren als wahrer Greis zu bezeichnen und muß oft schon viel eher ausrangirt werden, weil keine Assekuranz=Gesellschaft es zum üblichen Preise mehr versichern will. (Verwerthung von Spinnenfäden.) Immer neue Rohstoffe nimmt die Industrie in ihren Dienst. Nicht nur Fasern der verschiedensten Pflanzen werden von der Textilindustrie verwandt; erst neulich theilte der „Prometheus“ mit, daß sich aus der Verarbeitung des Cellulosenitrats zu künstlicher Seide eine junge Industrie in Frankreich entwickelt habe. Noch in anderer Weise wollen französische Unternehmer der echten Seide Konkurrenz machen, und zwar durch nichts weniger, als durch die Fäden von Spinnen. Man beschäftigt sich in Frankreich ernsthaft mit einem Projekt, das dahin zielt, das Gespinnst einer auf Madagaskar einheimischen Spinnenart zu feinen Geweben zu verarbeiten und, um größere Mengen des Spinnenerzeugnisses zu erhalten, das Thier selbst zu züchten. Man erinnert daran, daß schon Réaumur der Akademie der Wissenschaften Vorlage eines Paares von Halbhandschuhen, die aus den Fäden der madagassischen Spinne hergestellt waren, einen eingehenden Bericht über das Thier und sein Projekt erstattete, auch daß die Kreolen der Tisgnaseigee ein Paar Handschuhe aus der gleichen Spinnen####e der ehemaligen Kaiserin Eugenie dargebracht haben. Em französischer Beobachter, M. Cambolle, hat neuerdinzs festgestellt, daß die in Rede stehende Spinne schon dei Beginn ihrer Arbeit in einer Stunde 100 m Faden (11 Die wiage der Borichung Roman von Axel Albrecht. (Fortsetzung.)#. Beim Anblick des Flammenmeers blieben die Mädchen einen Augenblick lang unschlüssig, geblendet und gelähmt stehen; doch es war nicht lange Zeit, zu überlegen, denn die unerträgliche Hitze machte es unmöglich, auch nur wenige Sekunden an diesem Orte zu verweilen, geschweige denn den Weg fortzusetzen. Freilich waren sie dieser plötzlich erkannten Gefahr gegenüber zum Tode erschrocken, aber dennoch verloren sie nicht den Kopf, sondern bezeugten vielmehr eine bewunderungswürdige Besonnenheit und Kaltblütigkeit— ja, ihr Muth und ihre Entschlessenheit steigerten sich sogar noch mit der Gefahr. Dies ist übrigens eine Erscheinung, die man oft beobachten kann. Gar manche Frauen, die genug beim Anblick einer Maus ein Frösteln überläuft, haben häufig einer wirklichen Gefahr gegenüber Proben erstaunlicher Geistesgegenwart und außerordentlicher Enervie ebgelegs g„..e 8ach Wim: Leren ähren an, Einen Augenbliak dachte Alma daran, ihren Weg mitten durch die Flammen zu nehmen, und machte auch einen oder zwei Schritte vorwärts, um den Versuch zu wagen. Die furchtbare Hitze trieb sie jedoch sofort wieder zurück und überzeugte sie daven, daß ein solches Beginnen unausführbar sei und zum sicheren Verderben führen mußte. Anna hatte aber bereits einen anderen Rettungeplan Ceunen..... I. risf R. uoll., Haffnur und „Die Rettungsleiter!“ rief sie voller Hoffnung und Erleichterung aus.„Die Rettungsleiter, Alma! Ich hatte noch gar nicht daran gedacht! Komm, komm schnell!“ „Wo ist sie?“„ Statt jeder Antwort eilte Anna vorauf und bog in den großen Saal des fünften Stockwerks ein. Kaum hatte sie ihn jedoch betreten, als sie auch schon wieder zurück fuhr, denn auch hier brannte bereits ein großer Theil de Fußbodens.. g44 in im ckurst. So kehrten sie denn wieder flüchtend in den obersten Stock zurück, den sie vor wenigen Minuten voller Hoffnung verlassen haten..., S.t, Mr. „Die Rettungsleiter in auf vieser Seire, Alma! Hier neben diesem Fenster!“ Alma riß das Fenster auf und lehnte sich weit hinaus, um die Leiter zu erreichen. Wie sie jedoch hinaus schaute, überrieselte es sie kalt, und alles Blut stockte in ihren Adern, denn jetzt war ihnen auch der letzte Rettungsweg die Leiter, auf welcher sie hinabsteigen wollten. Nein, hier war der Abstieg unmöglich und noch gefährlicher als auf der brennenden Treppe, denn hier würden sie mitten in das wogende Flammenmeer hineinsteigen. Ein lauter Schreckensschrei entrang sich ihren angsterfüllten Kehlen; doch ihre Stimmen verhallten ungehört in dem Rauschen des wogenden Feuers und in der dichten Rauchwolke, die sie von der unten stehenden Menge trennte. Verzweiflungsvoll eilten sie von einem Fenster zum anderen, doch überall bot sich ihnen dasselbe furchtbare Bild dar— überall Feuer und Rauch und keine Aussicht auf Errettung aus dieser entsetzlichen Situation! Vergebens strengten sie ihre Stimmen bis auf's Aeußerste an und riefen mit Aufbietung aller Kräfte um Hülfeihre Stimmen verhallten ungehört! „Wenn sie uns nur sehen oder hören würden,“ rief Alma aus,„so hätten wir vielleicht Hoffnung, gerettet zu werden.— Mein Gott, mein Gott, was sollen wir thun?!“ „Komm, laß uns auf's Dach klettern; vielleicht kann man uns da sehen!" „Kennst Du den Weg?" Ja, komm mit!“. si4 Sunse semact. Es war unterdessen bereits ziemlich dunkel geworden, so daß sie erst nach längerem vergeblichen Suchen den Zugang zum Boden fanden, von wo sie mittelst einer Leiter auf das Dach gelangten. Das Dach war fast horizontal und nur in der Mitte etwas höher, als an den Seiten, so daß sie sich ohne besondere Gefahr hinauswagen konnten. Der äußerste Rand des Daches war mit einer Art Brüstung versehen, welche sich einige Fuß hoch erhob und in welcher sich die Dachrinne befand. Vorsichtig und auf allen Vieren krochen sie von der Bodenluke bis an den äußersten Rand und schauten in die schwindelnde Tiefe hinab. Deutlich vermochten sie jetzt die unten versammelte ungeheure Volksmenge und die in voller Thätigkeit befindlichen Dampfspritzen zu erkennen. In ihrem eifrigen Bestreben, sich unter allen Umständen bemerklich zu machen, richtete sich Alma ungeachtet aller Gefahr hoch auf, trat mit einem Fuß auf die Brüstung und ließ ihr Taschentuch als Nothsignal im Winde flattern. In diesem Augenblick trieb ein Windstoß die Rauchwolken auseinander und ließ die Untenstehenden die gefahrvolle Lage des Mädchens erkennen. „Sie haben uns gesehen, sie haben uns gesehen,“ flüsterte Alma voll neuer Hoffnung, als sie zurück trat und die lauten Rufe der Menge an ihr Ohr schlugen. atzeschnten. Aus den Fenstermn unter hr piggr geitens„Seht, sehzt, da ist eine Frau auf dem Dache. Alutrothe Fammen hervor und umfaßten von allen Seiten 6. Kapitel. Die Macht der Liebe. Als Albert Ebel hinweggeeilt war, um sein Rettungswerk zu unternehmen, wurde die Aufmerksamkeit der erregten Menge auf einen Mann gelenkt, der sich gewaltsam und unter lebhaften Gestikulationen vordrängte. „Rettet sie, rettet sie! Dreitausend Mark biete ich Dem, der sie rettet!“ rief er in höchster Aufregung aus, während er, die Hände ringend, wie verzweifelt bald zu den Feuerwehrleuten, bald zu den unthätig dastehenden Zuschauern eilte. Wer ihn und Alma Plößberg nicht kannte, mochte wohl annehmen, daß er ihr Vater oder sonst ein naher Verwandter sei. Doch diejenigen, welche ihn kannten, konnten sich nur verwundert fragen, was den Mann wohl bewegen konnte, eine so große Summe für die Errettung des Mädchens auszusetzen, zu dem er doch in keinerlei Beziehung stand. Es war Max Aßmann, der Wirth zum„Goldenen Stern“, der die Aufmerksamkeit und die Neugier aller Anwesenden in so hohem Maße in Anspruch nahm und dessen auffälliges Benehmen sich Niemand erklären konnte; denn wenn Alma seine leibliche Tochter gewesen wäre, so hätte er sich nicht verzweifelter und trostloser benehmen Nur Richard Heller setzte Aßmann's aufäliges Benehmen nicht in Erstaunen, denn dieser allein wußte, welches hohe Interesse Aßmann an der Errettung des Mädchens hatte. Ein cynisches Lächeln flog über Heller's Gesicht, wie er Aßmann's Verzweiflung beobachtete, und der häßliche Gedanke schlich sich in sein Herz, daß er es nicht ungern sehen würde, wenn zugleich mit seiner Fabrik auch dieses Mädchen zu Grunde gehen würde. Albert Ebel hatte Aßmann's laute und aufgeregte Ausrufe nicht vernommen, aber wenn er sie auch gehört haben würde, so hätten sie ihn doch nicht zu größerem Eifer anspornen können. Für ihn bedurfte es nicht der Aussetzung einer Belohnung, um eine kühne That zu unternehmen, ihn trieb vielmehr nur seine glühende Liebe und der Wunsch, sein eigenes Leben auf's Spiel zu setzen, um seine Geliebte dem sicheren Flammentode zu entreißen. Ebel holte sich zunächst einen langen Strick aus dem Waarenhause und eilte mit diesem zu dem dicht neben dem brennenden Hause gelegenen Fabrikgebäude. Sein Plan bestand darin, auf das Dach dieses Gebäudes zu steigen und von da aus sein Rettungswerk zu unternehmen; wie er dies bewerkstelligen wollte, war ihm freilich selbst noch nicht ganz klar. Er hatte nur einen allgemeinen Plan gefaßt und hoffte, daß ihm im Augenblick auch noch ein glücklicher Gedanke kommen Als er jedoch die Thür des Gebäudes erreicht hatt. fand er diese zu seiner nicht geringen Bestürzung verschlossen. Aergerlich über diesen leidigen Veitgeriut wollte er sich gerade aufmachen, um den Schlüssel holen, als er zum Glücke die Rettungsleiter gewahrte, welche auch an diesem, wie an allen anderen Fabruze bäuden, vorhanden war und von der Erde bis zum Dache emporreichte. Kurz entschlossen legte er den Stric um seine Schultern und kletterte die Leiter hinauf. P helle Schein des gegenüberliegenden brennenden Hauses beleuchtete seine Gestalt und verrieth der untenstehenden Menge sein edelmüthiges Unternehmen, welche ihrer Anerkennung durch donnernde Beifallsrufe Ausdruck verliehz. Trotz der ziemlich weiten Entfernung von dem Feu war der Aufstieg nicht ganz ungefährlich, da er durch furchtbare Hitze, die bis hierhin ausstrahlte, äußerst schwert wurde. Albert ließ sich jedoch weder durch Hitze, noch durch die herumfliegenden Funken dichten Rauchwolken beirren, die ihm zeitweise Geste und Athem benahmen, sondern setzte schnell wie möglich fort und erreichte auch glücklichz in angekommen, machte er einen Aug sich zu erholen und sich darüber klar Dach. Oben angekommen, machte er einen Rast, um sich zu erholen und sich darüber werden, was er jetzt zu thun habe. Er befand sich in gleicher Höhe mit Alma, die nur noch wenige Mett von ihm getrennt war; trotzdem vermochte er ste, Folge des vorgelegten Rauches und Dampfes, P# nicht zu sehen, bis endlich ein Windstoß den Vorhang für einen Augenblick zerriß und ihm eu. Feiung nicht geringen Erstaunen die dunklen Umrisse Gestalten, anstatt der erwarteten einen, enthüllte. Doch er ließ sich keine Zeit, darüber nachzudenkel wer Alma's Begleiterin sein könnte, sondern überlehtt nur, wie er sie am schnellsten und sichersten könnte. Der Abstand zwischen den beiden Düchertge trug etwa fünfzehn Meter. Wie sollte er ing ggg zwischen beiden liegenden gähnenden tiefen Abgrun brücken? Wie sollte er es anstellen, um die Mädchen dem Flammentode zu entreißen? Es war schwer genug diese Fragen zu beantrge es, den einmal gefaßten aber noch schwerer war zur Ausführung zu bringen. (Fertsetzung folgt.) noch etwas für Romantik; die Postwagen, das melodische Postborn und nicht am wenigsten der„Schwager“ sind die Vertreter einer mehr und mehr entschwindenden Zeit. Aber auch ihre Tage sind leider gezäblt, nur in den unzugänglichsten Winkeln werden sie noch einen längeren Unterschlupf finden vor dem fürchterlichen Raubthier, Lokomotive genannt, und dort wird der Verehrer sie später aufsuchen und sich erzählen lassen müssen von der alten Postherrlichkeit auf der Landstraße. Die Post Solingen=Remscheid fühlt ihr letztes Stündlein bereits schlagen, nächsten Herbst wird der dreispännige Postwagen verschwunden sein, von den Postschlitten auf diesem Wege zirt, fortschreitend aber bis 150 m ziebt. Sehr Pr#kuicuggrimente zeigten, daß der Faden ein Gewicht “, 06 g ohne zu zerreißen tragen konnte, was der vonl 9.— Fähigkeit des Fadens der mit Maulbeerblätivegesütterten Seidenraupe gleichkommt. Nur der tern V““t ger Eingeborenen schreibt es der französische Träpheit zu daß die von der madagassischen Spinne Unterniymenden Fäden bis jetzt unbenutzt blieben. GeW: zie geplante Züchtung von Millionen Spinnen, ins zznnen bald die Spinngewänder aus den Feensichen zur Wahrheit werden. martzg“. zuhr ist ein Kompaß.) Dies klingt wohl verschwunden sein, von den Postschlitten auf diesem Weze (I““ qaublich, ist aber doch thatsächlich der Fall, müssen wir jetzt schon Abschied nehmen. Sie sinken daetwas(Rachstehendem klar hervorgeht: Man legt die hin, eine neue Zeit rollt darüber hin; sie kehren niewie 4ue porizontal hin, daß der kleine Zeiger nach der mals wieder... Doch so schön die weiße Schneedecke draußen Feld und Wald einhüllte, und so stimmungsvoll das Bild wirkte, so verstimmungsvoll bot Solingen im Schnee sich dar. rart vorzentregt., daß der kleine Zeizer nach der Uhr ee“:. Die Mitte zwischen dem kleinen Zeiger Sonne 3616“: 12 des Zifferblattes zeigt nun nach und der Boy. B. der Zeizer um 10 Uhr auf die Süden, gerichtet, so wird Süden in der Richtung der Sonns, sein. Diese Gebrauchsweise der Uhr als Bog„ ist aber sehr wenig bekannt; selbst Stanley, als man ihn bei seiner Rückkehr aus Afrika fragte, ob er diese so einfache Methode kenne, gestand zu, niemals (Die kluge Dogge.) Folgendes als wahr verhürgte Beispiel der Intelligenz eines Hundes wird aus senfurt berichtet: Ein Hundebesitzer war genöthigt, seine Dogge wegen einer Verletzung an der Ruthe in chierärzliche Behandlung zu geben. Nach einigen Tagen Lord“ seinem Herrn mit verbundener Schwanzspitze als Rekonvaleszent übergeben. Der Hund hatte die Gepflogenheit, die Hausmagd bei ihren Einkäufen zu besleiten, und so kehrte er denn eines Tages ohne Verhand von einem solchen Gange heim. Nun folgte das Unglaubliche. Der Hund fand sich neuerdings, und zwar ohne Begleitung, beim Thierarzte ein, suchte dort den Standort auf, den er als Patient eingenommen, den aher mittlerweile ein Schimmel mit Beschlag belegt hatte, und verblieb hartnäckig und ausdauernd an der elle, bis die Reihe der Untersuchung an ihn kam. Der Thierarzt legte ihm einen neuen Verband an, befestigte ein Briefchen an dem Halsband und sandte„Lord“ seinem Herrn zu. Nach 2 Tagen kam„Lord“ wieder unbegleitet zum Thierarzte. Dieser fand den Verband ständigung am Halsband. Da„Lord“ seither nicht mehr zur Ordination kam, so muß angenommen werden, daß der Heilungsprozeß einen günstigen Verlauf genommen hat und der kluge Hund keiner Hilfe mehr bedurfte. Berlin, 3. Febr. Ein Steckbrief ist von der Polizei hinter dem Grafen Ernst August von der einem früheren Lieutenant in der sächsischen Armee, erlassen worden. Der des Betruges beschuldigte Graf gehört einer alten hannoverschen Familie an. )* Buntes Allerlei! Im Walde rollt der Wagen Bei tiefer, stiller Nacht.... singt Lenau von der Post, die damals noch fürstlich Thurn= und Taxis'sches Privilegium war; ich aber singe vom heutigen kaiserlichen Postkutschwagen: Im Walde rollt der Wagen Wohl auf dem Radgestell; Doch sollte das versagen, Dann geht es mit Geschell, Mit Schlittenläuten durch den Schnee,— Im Walde lauschen Hirsch und Reh; Im Dörfchen schaut das Mägdelein Wohl hinter'm Postkutschschlitten d'rein Und seufzt: Du lust'ger Postillon Auf deinem Bock(es ist dein Thron), Du glittst vorüber wie ein Schemen Und solltest doch— den Brief mitnehmen. Der Schnee der letzten Januartage hat uns reichlich Gelegenheit geboten, den bekannten gelben Postkuts##. kasten auf Schlittenkufen pfeilschnell dahin gleiten zu sehen. Von allen Staatsbehörden sorgt allein die P#### Die Straßen zu beschreiben, ist schwierig: Vor allen Dingen waren sie schmierig, Respektive der Dreck=Schnee darauf, Sowie der Schlammbäche träger Lauf. Nicht besser war der Bürgersteig, Nur glätter noch; mancher fiel weich Oder auch hart auf das Trottoir. Wer auf sich nahm die Gefahr, Ohne Unfallversicherung Mit kühnem Schwung und sicherm Sprung Die Straßen=Eisberge zu erklimmen, Der darf mit Nansen zum Nordpol schwimmen. Der Pol birgt sicher nicht mehr Gefahr, Als uns're Straßen im Januar. Ganz plötzlich ist das Bild verwandelt, und anstatt halberstarrter Rinnsale gefällt sich der Februar darin, uns eine Ueberschwemmung vorzuführen. Wer sich zum Taucher ausbilden will, der sage ja nicht mehr, daß ihm Solingen keine Gelegenheit dazu geboten habe. Ich schlage der freiw. Feuerwehr vor, auf die Beschaffung kleiner Rettungsbote für Straßenüberschwemmungen bedacht zu sein; die durch Aufbebung des Ortsstatuts betr. Schneeabfuhr ersparten Gelder lassen sich hier segensreich verwenden. Die berühmte Schmalspurbahn Ronsdorf= Müngsten ist natürlich immer dabei, wenn irgendwo gestreikt wird, und da aus Anlaß der Schneeverwehungen selbst Vollbahnen stockten, so ging sie auch zur Ruhe. Merkwürdig ist das nun gewiß nicht, und ich würde des Ereignisses kaum gedacht haben, wenn nicht auswärtige Blätter unser Wasserwerk wegen Kohlenmangels den Dienst aufsagen gelassen hätten. Das Wasserwerk ist bekanntlich mit seinem Kohlenbedarf ein guter Kunde der Ronsdorf=Müngstener Bahn; aber es hat vor dieser Bahn eristirt und wird auch nicht sterben, wenn die Schmalspurige zu streiken beliebt. Ein Wassermangel im Winter— das wäre übrigens heiter, ganz besonders dann, wenn gleichzeitig die Straßen an Ueberschwemmung litten, wie zu Anfang der Woche. Solingen wächst zusehends an Einwohnerzahl, aber die Stadt wird— kleiner. Vorigen Winter konnte das Schützenburg=Theater sich doch noch über Wasser halten, aber jetzt ist das Unternehmen sangund klanglos von der Bühne abgetreten, und die Schaar der Künstler hat dem verständnißlosen Solingen den Rücken gekehrt. Wir vergessen anscheinend über Straßenbahnen, Badeanstalt und sonstigen eminent nützlichen Dingen die idealen Sachen. fentlich wird Solingen bald ein geeigneter Ersatz geboten und dann größeres Interesse bezeugt werden. In der Theaterwürdigung stände Solingen besser auf einer der oberen Sprossen der Kunststufenleiter und dafür desto tiefer auf der— Steuer stufenleiter, sodaß also die„Leitern“ einfach ausgewechselt wären. Leider ist das recht Mit unsern 195% stehen wir unter 14 Städten des Regierungsbezirks unn zwar nicht ganz oben, aber doch an dritter Stelle von oben; die höberstehenden sind 2 kleine Städtchen, aber alle Städte im Range Solingens überragen wir, worüber wir durchaus keine Freude zu empfinden brauchen.„Daß Du die Nase ins Gesicht behältst!“ sagte Bräsig, wenn ihm eine Sache in die Quere kam, die wenige gute aber desto mehr unangenehme Seiten hatte. Die Kreisbahn war endlich erwacht Und reckte die Glieder mit Macht; Es schien, als solle es Thaten geben, Doch bald schon stockte wieder ihr Leben Bei der Behandlung im Grashof dort— Und nun schläft ruhig sie weiter fort. Der Hypnotiseur, der das verschuldet, ist wieder die Eisenbahn, die große, große Eisenbahn, die ihrer kleinen Milchschwester das Leben so sauer macht. Und bloß auf Solingen scheint dieser Eisenbahnfluch zu ruhen, denn anderswo ist die Bahn auch ganz anders. Was da alles vorbehalten und ausgesetzt wurde, das geht auf keine Kuhhaut; hier ein nöthiger Uebergang der Milchschwester... nein! Dort eine Unterführung... nein! Nein und nichts als nein! In ein starres hartes Nein Als einen Glorienschein Hüllte die Staatsbahn sich ein; Und über diesem Bein Fiel's kleine Schwesterlein. Und nun kann ins Unendliche weiter verhandelt werden. Um jedes kleine Zugeständniß muß ein erbit terter Kampf geführt werden. Das schwarze Tintenblut wird wieder stromweis fließen, und mancher Bogen guten Konzept= und Mundirpapiers daran glauben müssen. Sei es! Ich bin unschuldig, und in dieser meiner vollständigen Schuldlosigkeit erwarte ich die weitere Entwickelung. Wäre ich ein Egoist, so könnte ich Freude haben, denn das glatte Jasagen liefert mir kein schmiedbares Metall, die Haken und Knubben, das sind die Punkte, wo ich Posto fassen kann. Der Leser will auch sein Vergnügen haben, und mit einem„Bunten Allerlei“, das etwa folgenden Tert hat:„Im Laufe der Woche gab es zwar mehrere interessante Vorkommnisse, aber alle sind so mustergültig verlaufen, daß ich nichts zu sagen habe“— damit ist der Leser nicht einverstanden. Die Kreiebahn hätte ich aber gerne aus meinem Stoffvorrath ausgeschieden, schon des darauf hoffenden Publikums wegen. Es hat nicht sollen sein. Gottlieb. eine gute Rettungsbose abziebt, wie das zum Leidwesen des Herrn Kapellmeisters der Inhaber derselben an seiner eigenen Persönlichkeit erfahren mußte; kommt aber ein Loch hinein, so ist sie als Rettungsboje nicht mehr verläßlich, was ebenfalls durch die That bewiesen wurde. Wie gesagt kamen wir am 17. Dez. in Kamerun an. Nachdem wir uns dort verankert hatten, begrüßten wir das dort liegende deutsche Kanonenboot„Hväne“, ferner den Hamburger Dampfer„Adolph Woermann", den hier stationirten Dampfer„Nachtigall“ und den gerade anwesenden spanischen Kreuzer„Pelicano". Daß in Kamerun die fürchterlich große Hitze eine Aenderung des Dienstes erfordert, ist selbstverständlich. Morgens um 6 Uhr 30 beginnt der Dienst, je nachdem entweder Geschütz=, Segel=, Takelage=Ererzitien oder Landungsmanöver, und dauert bis um 8.30. Das Landungsmanöver erfordert den ganzen Tag. Den Verkehr zwischen dem Land und dem Schiff besorgen Kruleute, 1 Hetmann(Bootführer) und 6 Beys, welche in Lideria angeworben sind und 1 Jahr auf dem Schiff verbleiben. Diese Leute sind sehr anstellig und genügsam. Kämerun sieht sich von der Flußseite sehr schön an. Es ist Alles schön grün; hohe Kokospalmen erbeben sich, und zwischen ihnen sieht man die Häuser der Weißen versteckt. Etwas erhöht weht dort auch die deutsche Gouvernementsflagge. Der Urwald und Plantagen sind schön, aber will man die Sache etwas näher in Augenschein nehmen, so sieht Aus West-Afrika. * Solingen, 5. Febr. Die Erlebnisse eines jungen Solingers, der zur Zeit bei der Kais. Marine seiner Dienstzeit genügt und sich auf Sr. M. Schiff„Habicht“ auf einer Afrikareise befindet, werden uns von ihm in einem am 1. Weihnachtsfeiertag in Kamerun geschriebenen Brief, der dieser Tage hier eintraf, in anschaulicher Weise geschildert. In dem Schreiben heißt es u. A.:„Wir sind in den Häfen von Dartmouth, Lissabon, Las Palmas auf den Kanarischen Inseln, Porto Grande auf den Capverdischen Inseln, dann in Monrovia, der Hauptstadt der NegerRepublik Liberia angelaufen, und dabei kamen wir allmählich unsern Kolonien näher. Im deutschen Schu#gebiet Togoland legten wir im Klein=Popo und Lome an. Ueberall wurden wir von den dort wohnenden Weißen, meist Deutschen, auf's herzlichste begrüßt. Am 17. Dez. kamen wir in Kamerun an. Die Einfahrt zur Ansiedelung dauerte ungefähr 3 Stunden den Kamerunfluß aufwärts. Wir hatten uns auf der Fahrt hierher in jedem Hafen längere oder kürzere Zeit aufgehalten, was einestheils auf politische, anderentheils auf technische Rücksichten zurückzuführen war, denn es mußten z. B. Kohlen, Wasser u. s. w. genommen werden. Fahrtstörungen oder Unglückfälle sind seither nicht vorgekommen. Am 22. Okt. v. J. feierten wir auf der Reise von England nach Lissabon den Geburtstag unserer Kaiserin durch Hissen der Kriegsflagge in allen drei Toppen. Außerdem erhielt die Mannschaft einige Vergünstigungen. Auf der Fahrt hatten wir, nebenbei gesagt, Gelegenheit zu bemerken, daß die große Trommel mitunter auf See man neben Licht= auch starke Schattenseiten. Der Urwald ist so dicht, daß man mit dem Beile oder dem Seitengewehr sich einen Weg durch das Gebüsch bahnen muß. Das ist aber noch lange nicht Alles, da raschelt's überall; fußlange Eidechsen laufen an uns vorbei und klettern an den Bäumen hinauf, kleine Schlangen zischen uns entgegen, und ein guter Stock leistet uns da seine besten Dienste. Den Kamerunfluß hinauf aufwärts liegt hinter der Ansiedelung der Weißen nach Osten zu die Stadt König Bell's, eine Viertelstunde weiter den Fluß binauf die Stadt Königs Aqua's. Wir können vom Schiff aus beide beobachten. Hinter dem GouvernementsGebäude, welches etwas höher als die Ansiedelung liegt, erbebt sich die Joßplatte, wo 1884 die Kämpfe der Marinetruppen mit den Eingeborenen stattgesunden haben. Hier liegt jetzt die Kaserne der Schutztruppe. Letztere besteht aus lauter Schwarzen und hat weiße Unteroffiziere. Die Uniform der Schutztruppe besteht aus Blouse, rothem Fei mit Reichsadler als Kokarde, gelder Hose, Gamaschen und Schuhen. Zur Bewaffnung dienen die Jägerbüchse M 71 und das Seitengewehe M 79. An die Kaserne und die darum liegenden Gebäulichkeiten grenzt das Dorf der Soldaten, welche ihre Frauen dort untergebracht haben, daran schließt sich das Manöverfeld und der Schießstand, welchen wir am 23. Dez. benutzten. Am 21. begann schon jeden Nachmittag der Dienst auszu fallen, und dafür wurden Weihnachts=Arbeiten gemacht. Die Backen wurden vor Allem ausgeschmückt, dann wurden Christbäume aus Besenstielen und Brettern herzestellt, am 24. wurde gründlich„rein Schiff“ gemacht, und dann begann das Ausschmücken. Ganze Ladungen von Palmwedeln, Blumen, Zweigen u. s. w. wurden an Bord geschleppt. Das Schiff wurde bis in die Teppen bekränzt. Jede Raa hatte ihren Theil an dem Schmuck, Abends um 5 Uhr begann die Feierlichkeit mit einem Gottesdienst, dann kam eine Verloosung, bei der jeder ein Geschenk erhielt, außerdem bekam die Mannschaft Pfefferkuchen, Bier, Wein und Zigarren. sehen von einigen Zwischenfällen, welche der Dienst mit sich bringt, verlief das Fest sehr fröhlich und zur vollsten Zufriedenheit der Theilnehmer. Nachts kam um 12 Uhr noch ein heftiger Regenguß zur Abkühlung; es regnete so stark, daß am Deck das Wasser 1 Meter hoch stand. Heute, am 1. Feiertag, wurden an Bord Theaterstücke aufgeführt, und jeder amüsirte sich nach Herzenslust. Nun ist die Feier vorbei, und mit Schrecken denken wir schon an den Dienst. Das Deck lechzt ordentlich nach der Behandlung mit Sand und Steinen. So verlief die Weihnachtsfeier in Kamerun.“ Kirchlicher Anzeiger. Sonntag, den 7. Februar 1897. Evangelische Gemeinde Solingen. Vorm. 10 Uhr: Pfr. Dransfeld. (Kollekte für das Rettungshaus Hof Rechterbach, Synode Wetzlar). Vorm. 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Nachm. 2½ Uhr: Katechetischer Gottesdienst: Pfr. Tetzlaff. Nachm. 3½ Uhr: Taufen: Pfr. Tetzlaff. Abends 6 Uhr: Pfr. Tersteegen. Bibelstunde in der Schule zu Hoffenhaus Nachm. 3 Uhr: Pfr. Giesekke. Die Beerdigungen sind bei den Herren Pfr. Becker und Provisor Güth anzumelden. Evang. Arbeiter=Verein. Sonntag Nachm. 2—4 Uhr: Sterbekasse. Amtsbezirk Krahenhöhe. Vormittags 10 Uhr: Pfr. Becker. (Kollekte wie oben.) Evangelische Gemeinde Widdert. Gottesdienst Vorm. 10 Uhr. 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Evangelische Gemeinde Gräfrath. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. Rachm. 2 Uhr: Sonntagsschule. Rittwoch, Abends 6 Uhr: Gottesdienst. Evangelische Gemeinde Ketzberg. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienst. 11¼ Uhr: Sonntagsschule. 4 Uhr: JünglingsVerein. 5 Uhr: Bibelstunde. Mittwoch, den 10. Februar, Nachm. 3 Uhr Frauen=Verein. Mittwoch Abend 8½ Uhr: Bibelstunde in Oben zum Holz bei Gustav Meyer. Evangelische Gemeinde Wald. Morg. 10 Uhr: Pastor Allmenröder. Nachm. 2 Uhr; Sonntagsschule. Nachm. 4 Uhr: Jugendverein. Nachm. 5 Uhr: Pastor Schöpwinkel. Nachm. 5 Uhr: Jünglingsverein. Mittwoch, den 10. Febr., Abends 8½ Uhr: Bibelstunde im Gemeindesaale. Amtsbezirk Merscheid. Borm. 10 Uhr: Gottesdienst. Erangelische Gemeinde Borm. 10 Uhr: Gottesdienst: Pastor Knipping. Nachm. 2 Uhr: Lit. Kindergottesdienst: Pastor Ackva. Nachm. 2 Uhr: Sonntagsschule. Nachm. 5 Uhr: Gottesdienst: Pastor Ackva. Nachm. 6 Uhr: Jünglingsverein. Antswoche: Pastor Knipping. Freiwilliger Verkauf. Auf Anstehen der Betheiligten sollen die zum Nachlaß der Wittwe Wilbelm Sterner zu 3. Stockdum, Gde. Gresrath gehorigen Mobilien am Montag, den 8. Februar 1897, Morgens 9 Uhr, zu 3. Stockdum im Sterbehause der Erblasserin durch den Unterzeichneten öffentlich gegen bare Zahlung versels, ge, He. u gaes: ventlsgh bi Aberschäale, 2 Comschrank, 2 Kei 2 gommoden, Gesen, Betten und Hausgeräthe aller Art, serner! Wannmühle, 1 Häckselmaschine Elwaige Gläusigerwollen bis dahin ihre Forderungen anmelden und Schuldner werden ersucht, Zahlung Hollagen, den 1. Febr. 1897. Gerichtstaxator Blockstepen, und Auktionator. Gabelsberger Stenographen=Verein Hamstag, den 6. Febr., Abends 8½ Uhr. im Lokale des Herrn Aug. Schumann. Café Germania,(verhältnißhalber nicht bei Herrn Fritz Geldmacher): Feier des Geburtstages Gabelsbergers, wozu wir unsere Mitglieder, die Theilzehner an Freunde unseres Vereins freundlichst eiannen. Der Vorkand. Emser Pastillen mit Plombe, dargestellt aus den echten Salzen der König Wilhelms-Felsenquellen, sind ein bewährtes Mittel gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, schwäche und Verdauungsstörung. Um keine Nachahmungen zu erhalten, beachte man, dass jede Schachtel mit einer Plombe verschlossenist und verlange ausdrücklich Emser Tastillen mit Plombe. Vorräthig'r Solingen bei Herm. Happ. Jungen für leichte Beschäftigung gesucht. Carl Knapp, Kreuzweg. Die frühere Deus'sche Besitzung zu bestehend aus Wohnhaus, Fabrikgebäude mit DampfStockerberg, maschine pp., ist auf sofort oder später preiswürdig zu schn dur e erichen Aitenr Buchch u. VAcestüchtugt. Leberthran in seinster, stets frischer Qualität, billigs bei Huge Naag, „fora=Progerte, Schützenstraße 13/15. det strebsamer Mann mit praktischer Empfehlen unsere selbstgekelterten Uhr=Rothweine, garantirt rein, von 90 Pfg an per Liter, in Gebinden von 17 Litern an, und erklären uns bereit, falls die Waare nicht zur größten Zufriedenheit ausfallen sollte, dieselbe auf unsere Kosten zurückzunehmen. Proben gratis und frauco. Gebr. Booth, Alrweifer 219. Ein mit der Fabrikation der Posein, Wamn sucht unte v.= hei. junger Mann sucht unter beschee denen Ansprüchen Stelle, am liebsten solche, wo ihm Gelegenheit geboten würde, kleinere Reisen zu machen. Offerten unter M. F. 28 an die Expedition. zu verkaufen. Wieden 29. Ein Ziehhund finder stirofamet Mann mit Prätlischem Wesen und energischer Gewandheit, der im Außendienst einer prima Lebensversicherungs=Gesellschaft mit gün stigen Redenbranchen acquisitorisch und organisatorisch thättg sein will. Nur Herren, die zielbewußt voranarbeiten und sich so ohne Kapital bestdotirte Lebensstellung erringen wollen, belieben ausführliches Bewerbungsgesuch einzureichen sub. W. A. 272 an Haasenstein& Vogler, A.=G., Köln, Rhein. Pract. Zahn-Arzt H. Kubnert, Kals erstr. 203, u. a. Kriegerdenkmal. Betäubungen zu schmerzlos. Operatioren Füllungen n. wissenschaftl. Grundsäts Brauchbarer Zahnersatz. Selbstistder Mann. Wer rechnen kann und Cognac trinkt, mache sich seinen Cognac selber. Für 75 Pfg. erhält man eine Originalflasche von Meklinghoss's Coguac: welche mit! Liter Weingeist u. 11 Liter Wasser für wenig Geld einen vorzüglichen Cognac giebt, welcher der chemischen Zusammensetzung nach dem echten Cognac gleich ist, in Solingen bei H. Haag, H. Happ, 6 Nüt, 8. E. Dahmann, G. Käser, J. 2. Kofi, 6. Lebensstellung. Energisch, acquisitorisch und organisatorisch veranlagter, kautionsfähiger Herr, der sich ohne Kapital durch intensive Arbeit und treueste Pflichterfüllung gut dotirte Position verschaffen will, kann die General=Agentul einer deutschen LebensversicherungsAktien=Gesellschaft mit günstigen Nebenbranchen übernehmen. Ausführliche er ee e unter U. Z.#n an Haasenstein& G.gir., A.-S., Köln, Sculbezirk Dorperhof. Behufs Besprechung über eine gemein same Geburtstagsteler Kaiser Wilhelms 1. werden die Schulinteressenten auf Sonntag, den 7. Febr., Abends 8 Uhr, in das Local der Geschwisker Müller zu Wieden freundlichst eingeladen. Mehrere Schulinteressenten. e Anständ. j. Mann findet in einem euten bürgert. Kost u. Logis Horse. Oststraße 27. Ihre Schuhe schon geschmiert? Wenn nicht, dann unterlassen Sie ja nicht, dieselben namentlich bei Schnee= und Regenwetter mit Kreds=Zeit gründlich einzufetten, da Ihre Schuße dadurch viel länger dalten, wenn solche nets nur gewichst, oder mit schlechten Fetten geschmiert weiden. Durch regelmäßiges Schmieren mit Kreds=Fett bleiben die Schuhe wasserdicht, wodurch man steis trockene Füße behält und Krankheiten verhütet. Schwarzes Krebs=Fett eignet sich auch sehr gut als Huftett, während geldes Kreds=Fett zum Schmieren von Zuhrneschirren und Chaisen=Verdecken gerne verwendet wird. Dosen à 10, 20 und 40 Pfg. sind zu haben bei Selingen: Peter Auler Nachf., Herm. Happ, Goldstr. 11, Jul. Iserlob Nachf., Ernst Pütz, H. Storsberg, Kaiserstraße, Louis Stöwer jr., B. Unterberg Nachf., Gräfrath: Wilh. Bruchhaus. Merscheid: Benj. Bruchhaus, Jul. Budde. Wald: W. Stüblmann, W. Bruchhaus. Special-Arzt Sengernfeg ahr B# Sahchoas 2152 H4t, u 74 hagaur Betge. üie bernung ve zn Sonntägen, sovie uch an geisgzlichen Feier von Folingen Von Langenfeld 9.10 Vorm., in Solingen J1.,25, Langenfeld 7,00 Abds., in Solingen 3/18 Abds. " Remscheid über Müngsten 7,30 Vorm, in Solingen 9.10; über Burg 4,30 Nachm., in Solingen 6.50. Sroneuderz Hurch Sostangen Sid=Zahnhofr 45.50) Burg 6,.45 Vm., durch Solingen( JJud=Ba,„ 745/50) in Solingen 8.00 Vm. 60 B " Burg 5,50 Nachm., in Solingen 6.50 Nachm. : O.=Böddert 6.55 früh, 3.10 Nm., G. Prstg, p. gg# — Von Ohligs nach Wald 8,05 C., 1,10, K, 5,00 abss. . Vorm., 10½ Vorm., 2 Nachm., 6½ Nachm., 8½ Abds. statt. Sue.. uun Maer uu 8 Vorm., 10½ Vorm., 2 Nachm., 6½ Nach tagen um 10 1/8 Borm., 5% Abends. Betenposten ich Höhsche!d 9 40 Vorm 7,10 Nachm. Von Von Solingen na, Hoylgels 3,40 C—, 66 Höhscheid„ Solingen 9.05„ Solingen nach Kohlfurtherbrücke 5,55 Nachm. Kohlfurtherbrücke„ Solingen 6,55„ " Berilia, Wayer Kronenstrasse Dr. Moyer) N. 2. 1 fr. heilt Syphilis u. Mannesschwäche, Welss. Juss u. Hautkrankh., n. langjähr. bewährt. Methode, bei frischen Fällen in 2—4 Tagen, veraltete u. verzweil. Fülle ebenf. in sehr kurzer Zeit. Nur vor 12—2. 6—7,(auch Sonntags.) Auswärt. mit geichen Erteler briolfl.# versechniener. Pemmmer an ruhige kinderlose 2 Hiulutt Familiein l. Stockdum 10 per 1. Mai zu vermiethen. Näheres Wald, Altenbof 75. 2 möbl. Zimmer Pension an zwei Herren monatlich für 110 Mark zu vermiethen. Näheres in der Exped. Kadfhaus Ein großer zurückgesetzter Erogensa Sehentent unter Pris. WgC).#) A. E. Müller.H6Fzes ert 020 Hausfr anen, grbrauchen Sir Grossartiger Erfolg, bei grösster Schonung der Stoffe. Alleinige Fabrik L. Lettermann, Elberfeld Kaiser-Malz. Chemisch analysirt. Sofort lösend. Koertaast bestes Lioderuogsmittel bei Hosteo uod Heiserkeit. = Aerztlich begutachtet. Alleiniger Fabrikant Gustav Paul, Barmen-Wupperfeld, Obeceiaden- und Zuckerwaarenfabrik. Prämiirt Solingen 1896 goldene Medaille. In sämmtlichen ColonialwaarenHandlungen zu haben. Ausstellungsloose 4 Mk. 1.00, Ziehung 11. u. 12. Febr., Haupttreffer 30,000 Mk. ewpfiehlt F. W. Zenk. Englische Schleifsteine angekommen. S. Lauterjung. Plüß=Stauser=Kitt. das Beste zum Kitten zerbrochener Gegenstände, à 30 u. 50 Pfg. empfiehlt bötscheid. V. Schmitez, 500 Mark beim Gebrauc voen Kothe’s Zahnwasser, Blacon 66 Pfg., jemals wieder Zahnschmerzen bekommt oder aus dem Munde riecht. Joh. George Kothe Nachtl., B-rlia. In Solingen bei Herm. Happ. S Ger, In. PTEaur Elberfeld, Wallstrasse 1820. Montag, den 8. ds., bis Sonnabend, den 13. ds. Verkauf von Resten. S und einzelne Roben von schwarzen und farbigen Kleiderstoffen in Reste allen Qualitäten und in enormer Auswahl. Kleinere Reste von 1—4 blingen, am Entenpfuhl.### Neter,doppeltb, sämmtliche Stoffeohne Rückeicht auf den früheren Preis durchschnittlich per Meter Mk. 1.—. Während des Inventur-Ausverkaufs Preise wienie Zuvor für Reste Reste Reste Reste Reste Reste Güostige Gelegenheit zum Elokauf voo Confrmaoden-Kleidera. von Kleiderstoffen jeder Art für Blousen und Besätze, Rest Roben in schwarzer Seide, Foulard, sowie in gemusterten Seidenstoffen, von Hemdentuch, Piqué. Damast, Satin à jour, sowie Cöper für Negligé-Zwecke in enormer Auswahl. von Cattunen. Batisten, Kleider- und Schürzen-Siamosen, Biber, Blaudruck, Flanell- Reste. Reste von Futterstoffen jeder Art ausserordentlich billig. von Leinen, Tisch- und Handtuchgebild, Gerstenkorn, eowie grosse Restbestände in Tischtüchern, Servietten und Handtüchern. von Gardinen, Teppichen, Läuferstoffen, Linoleum und Möbelstoffen. von Buxkin für Anzüge und Hosen. Reste von Mantelstoffen. Complettes Bett: 1 Eisenbettstelle 1 Matratze mit Keilkissen 1 Fedeibett 1 Federkissen 3.50 4.00 4,00 1.00 Grosse Restbestände einzelner Damen-Wäsche. Da es vielen meiner geehrten Kunden infolge der ungünstigen Witterung und der theilweisen Verkehrsstockung unmöglich wurde, den Januar-Verkauf zu besuchen, lasse ich für die Bädel des Vekaufs von Kösten für sämmtliche andere Artikel sowie Waaren vom Stück dis orwässigten Proise des„Januar-Vorkaufs“ Ausverkaufspreis: Iusammen 122½ Complettes Bett: 1 Eisenbettstelle 1 Matratze mit Keilkissen 1 Federoberbett 1 Federkissen M. 7,00 5,50 6.50 2,00 Ausverkaufspreis: Zusammen 221 M. Complettes Bett: 1 Eisenbettstelle 1 Seegrasmatratze 1 Federoberbett 1 Federkissen R. 11,00 8,00 8.50 2,50 Pat. System Ulta Standard, unerreicht in Stabilität, Leistungs- und Regulirfähigkeit, daher besonders für exponirte Windgegenden geeignet, und Verbess. System Hallada, bester Ausführung, zur kostenlosen Wasserförderung für Villen Parkanlagen, Fabriken, Ziegeleien, 5258 S P 1 Brennereien, Brauereien,[Güter, Gemeinden, kl. Städte u. s. w., ferner zur selbstthätigen Be- und EENEI# Eatwäserung von Wiesen, Feldern,3 Thongraben, Steinbrüchen u. s. v. R. kostenlose Kraft für den Betrieb kl. gewerbl. und landwirthschaftl. Förderhöhe und der gewünschten Leistung Kostenanschlag und„illustr. Cataloge grais. Garantie Leistung, Selbstregulirung und gegen Reparaturen. Ueber 3000 Anlagen nach allen Ländern ge Auf Wunsch örtliche Besichtigung und Besprechung. Erste und leistungsfähigste Windmotorenfabrik Deutschlands. dur Vor schlechten Nachahmungen wird gewarnt.— Ausverkaufspreis: Zusammen 30 Mk. Complettes Bett: CAUSUST P S(k-MSche: Coetlien)ss das anerkannt einzig bestwitende MiaKalias und Maaer Jaudl und dchet“. tödten, odne für Menschen, Haustdiere und ee fügel schüdlich zu sein. Backer: à 50 PEa und 1 Mir. Verkaufsstelle: H. Hap, in Solingen. Ew. Fhielenhans in Gräfratz. Butter. 9 Pfd. hochf. Molkereitatelbutter M. 10.— 9 Pfd. feinft. Süssrahmtafelbutter„ 9.50 9 Pfd. feine Gutsdutter„ 8.50 pers Postcolli, gar. frisch, fr. geg. Nachn. Jakob Lutz, Ulm a. 9. s ch Phrikus Dr. G. Schmidtsche Gehör-Oel beseitigt temporäre Taubheit, Ohrenfluss, Ohrensausen und Schwerhörgkeit, selbst in veralt. Fällen; zu beziehen à A 3.50 pr. Fl. m. Gebrauchsanw. durch die Apotheken und en gros bei Richard Jacobi, Elberfeld, Reichsadler-Apotheke. lage erschien für Herren Beschreibung einer ärztlich warm empfohlenen, gesetzlich geschützten Erfindung, durch welche selbst hartnäckige Naterleibsleiden duem beseitst werden können. Für 60 Pfg. Briefmark. unauffällige Zusendung frei durch A. Hillmanns, med. Verlag, Berlin NW. 23. Ladenlokal 1 solide Holzbettstelle 1 Sprungfedermatratze 1 Federoberbett 1 Federunterbett 2 Federkissen, à M. 2,00 M. 12,00 17,00 9,00 8,00 4.00 Ausverkaufspreis: Zusammen 50 M. Complettes Bett: empfiehlt seine anerkannt vorzüglichen Aepfel-und Obst-Gelée’s, in garantirt reiner und versüsster Waare. Marmeladen, Sirup und Kraut. 1 solide 2schl. Holzbettstelle 1"" Sprungfedermatratze 1 Tschläsiges Federoberbett 1„ Federunterbett 2 Federkissen à M. 3,25 M. 16.,50 „ 20,00 „ 15.50 " 13,50 " 6,50 Ausverkaufspreis: Zusammen 722 M. Complettes Bett: 1 2schl. Holzbettstelle mit Muschelauffetz, 1 Tschl. Sprungfedermatratze mit Keilkissen" 24,00 1 Tschl. Daunenoberbett„ 22,50 1 Federnnterbett... 16.59 2 Federkissen à M. 3.50„ Ausverkaufspreis: Zusammen 100 M. Frors Ehrn in rinzrin kuustlich. So Königl. Barmen Neuerwveg 40. Flügel& Hofliefrt. KU Köln 3/Rh. Neumarka u. 4. Pianinos.“ Rboin- und Mosdlwoige von 60 Pfg. an per Flasche, empfiehlt W. Ursprung, Ufergartenstraße 31. ohnung per Mai 1897 Ein Abzieher, der auf dem laufenden Stein abzuziehen verstebt, Fr. Kech, Höhscheid. proverss““ Mädchen für Küche und Hausarbeit sofort gesucht. Gute Zeugnisse erforderlich. Kaiserstraße 50. Suche per sofort noch ein tücht. nicht zu junges properes Dienstmädchen gegen hohen Lohn. Näheres in der Expedition. Die schbische Sparkasse in Wald uimmt Eialagen in jeder Hitz, auch pr. Post, entgegen und verzinst solche mit 4 bezw. 3%. Junger Mann, der längere Zet, u England gewesen, ertheilt gründlichen Unterricht im Englischen, Amgangssprache und Handelscorrespondenz, gegen mäßiges Honorar. Auch wird Schülern Nachhülfe neueren Sprachen angeboten. Gest. Oferten unter E. 6 22 an die Ewe. Buchhalter u. Correspone für ein hiesiges Exportgeschaft, verbunden mit Fabrikation, auf 1. April oder früher gesicht, Haupterfordernisse u. gründliche Kenntniß der englischen u. französischen Sprache in Schrift und Wort. Offerten vermittelt unter Zusicherung strengster Diskretion J. Blocksiepen, Rechtskonfulent, Blumenstr. 11. Ein tüchtiges prop. Mädchen, welches Haus= u. etwas Gartenarb. steht, zum 1. Mai gesucht. K. i. d. E. Auf sofort ein properes