Nr. 63. — 46. Jahrgang. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Feiertage.— Preis für das Vierteljahr in der Expedition 1 0 75 H, auf allen K. Postanstalten 2 M.— Einrückungsgebühr für eine einspaltige Petitzeile oder deren Raum 10 Z— Druck und Verlag von Alb. Pfeiffer in Solingen. Für die Redaktion verantwortlich: Rudols Pfeiffer in Solingen. Donnerstag, den 15. März 1894. 4## M### ferner nehmen Bessellungen auf die„Solinger Zeiung sooie Anzeig rgisches Volls=Blatt. in Gräfrath Ernst Reiver; in Höhscheid Rovert Göedert, Neuenhof; in Obligs Hermann Schönenberg, Düsseldorferstr. 42; in Wald Hans Strieder, Kaiserstr. 49. Deutscher Reichstag. Berlin, 14. März 1894. Der Reichstag nahm nach längerer Berathung, an welcher sich die Abg. Richter, Paasche, Kardorff, sowie Staatssekretär v. Posadowsky betheiligten, den Antrag der Budget=Kommission an, die Einnahmen aus der Zuckersteuer um 5 Millionen höher in Anschlag zu bringen, als im Etat geschehen ist. Der Antrag der Budget=Kommission betr. die einmalige Bewilligung von 4 Mill. Mark zur Errichtung eines Reiter=Standbildes Kaiser Wilhelm's I. in Berlin und die erste Rate von 1,100,000 Mk., wurde nach längerer Erörterung angenommen. Graf zu Limburg=Stirum(kons.) erklärte in seinem Bericht über die Entschließungen der Kommission, daß man der Pietät gegen den hochseligen Kaiser nicht durch ungemessene Bewilligung von Mitteln, sondern durch eine einfache, dem Sinne des hohen Entschlafenen entsprechende Ausgestaltung gerecht werden zu können geglaubt und deshalb nur 4 anstatt 7 Mill. bewilligt habe. Frhr v. Stumm (Reichsp.) hält auch bei der jetzigen ungünstigen Finanzlage die Grenze von 4 Mill. für das Denkmal des großen Kaisers Wilhelm I. gering; seine Partei sehe den heutigen Entschluß nicht als bindend für alle Zeiten an. Gegenüber den Ausführungen des Abg. Singer(Sozdem.), der sich grundsätzlich ablehnend verhält gegen Denkmalsforderungen jedwelcher Art, erklärte Abg. Lieber(Ctr.), er hätte lieber keine Erörterung der Frage gewünscht, aber jetzt müsse auch das Centrum das Wort ergreifen. Singer's Ausfuhrungen bewiesen, eine wie tiefe Kluft das übrige Haus von der äußersten Linken trenne.(Zustimmung.) In weiten Kreisen werde das klärend wirken. Lieber bedauerte, daß das Andenken des Kaisers den Anlaß geboten habe zu einem solchen sozial= demokratischen Verstoß, gegen welchen man mit allem Nachdruck Verwahrung einlegen müsse. Das Centrum bewillige einstimmig die 4 Millionen und glaube damit seine Verpflichtungen in ausreichendem Maße eingelöst zu haben. Staatssekretär v. Bötticher erklärte zu dem Antrag der BudgetKommission betr. das Kaiser=Wilhelm=Denkmal, er könne keine bestimmte Erklärung abgeben, daß die Regierung dem Kommissions=Antrage zustimmen würde; er halte dies aber nicht für ausgeschlossen. Nach längerer Debatte wurde der Antrag der Budget=Kommission angenommen. Dagegen stimmten nur die Freisinnigen, die Süddeutsche Volkspartei und die Sozial=Demokraten. Im weitern Verlauf der Debatte wurde die Forderung für den Aviso Ersatz„Falke“ mit 157 gegen 127 Stimmen abgelehnt. Der Rest der zweiten Etatsberathung wurde nach unerheblicher Debatte erledigt. Es folgte dritte Berathung der Vorlage über den Identitäts=Nachweis. Zu der Vorlage betr. Aufhebung des Identitäts=Nachweises ist ein Antrag Bennigsen(nat.=lib.)(als Compromiß= Antrag der National=Liberalen, Conservativen und des Centrums) eingegangen, die Verwendung der Einfuhrscheine als Zollquittungen für die Einfuhr auch anderer Waaren nicht generell für zulässig zu erklären, sondern eventuell durch Vorschriften des=Bundesrathes festzusetzen. Nach einer längeren Auseinandersetzung zwischen den Vertretern der Regierung und verschiedenen Abgeordneten begründete in der Specialdebatte Abg. Bennigsen seinen Antrag. Abg. Rickert schloß sich ihm an. Graf Posadowsky erklärte, der Bundesrath werde gegen den Mißbrauch der Transitlager die nöthigen Maßregeln treffen. Der Antrag Bennigsen wurde mit großer Mehrheit angenommen, ebenso der Rest der Vorlage. In der Gesammtabstimmung wurde alsdann das ganze Gesetz angenommen, ebenso die Resolution Puttkamer nach kurzen Erörterungen. Morgen dritte Etatsberathung. Preußischer Landtag. Berlin, 14. März. (Abgeordnetenhaus.) Der Bericht der Budget=Commission über die Verwendung des Dispositionsfonds des Extra=Ordinariums und über den Eisenbahn=Etat 1892,93 wurde ohne Berathung durch Kenntnißnahme erledigt. In zweiter Berathung wurden die Gesetz=Entwürfe betr. die Errichtung eines Amtsgerichts in Ronsdorf, sowie das Ruhegehalt der Lehrer an nichtstaatlichen Mittelschulen angenommen, ferner eine Resolution betr. die einheitliche Regelung der Pensions= und Relicten=Verhältnisse an nichtstaatlichen höhern LehrAnstalten. Die Berggesetz=Novelle wurde in zweiter Lesung entsprechend dem Commissions=Antrage unverändert angenommen. Es folgen Petitionen. Die Petition der Gerichtsdiener von Köln wegen etatsmäßiger Anstellung wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt, die Petition des Oberlehrers Freuzel in Mörs um Vollanrechnung der Dienstjahre bei der Gehaltsfestsetzung wird der Regierung zur Erwägung überwiesen. Es folgen noch eine Reihe Petitionen. Morgen: Sekundärbahngesetz und weitere Petitionen.8= Deutschland. Der Kaiser unterhielt sich beim Frühstück bei dem Freiherrn v. Stumm im Hotel Kaiserhof mit seiner Umgebung auf das lebhafteste. Einen Theil der Unterhaltung bildeten die Socialde= mokraten, über deren Stellung im öffentlichen Leben der Kaiser sich erzählen ließ; auch die Bürgerpartei wurde berührt und über die Urheber der gegenwärtigen Strömung gegen die Regierung gesprochen. Mit dem Minister v. Boetticher unterhielt sich der Monarch längere Zeit über die Arten der Paraden und ließ sich von diesem aus dessen Erinnerungen über die Paraden unter König Friedrich Wilhelm IV. und über die früheren sogenannten Kirchenparaden Unter den Linden erzählen. deutsche Kaiserin ließ in ihrem Parke in Abbazia die Schranken, die dem Publikum den Eintritt zu einem Theil der omenade verwehren sollten, entfernen und bat, sie wie alle andern Kurgäste zu betrachten. Das Publikum ergeht sich im Park, bewundert die kaiserlichen Kinder, die am Meeresufer spielen, wer am besten Kieselsteine ins Meer schleudern kann. Die Kinder haben die Zuneigung des Publikums im Sturm erobert. Der„Polit. Korresp.“ wird aus Rom gemeldet, der Papst habe gegenüber einer hervorragenden Persönlichkeit seine lebhafte Befriedigung ausgesp ochen über die Annäherung zwischen Deutsch= land und Rußland, welche eine weitere Befestigung des europäischen Friedens bedeute. Geheimrath Krupp soll im Privatgespräch erklärt haben, es sei möglich, daß ein Anderer als Prof ssor Schweninger ihm damals die angebliche Aeußerung des Fürsten Bismarck:„Eine Ablehnung des russischen Handelsvertrages werde uns den Krieg mit Rußland bringen,“ mitgetheilt habe. Den Morgenblättern zufolge ist der vielbesprochene Verdunpreis nunmehr einem süddeutschen Gelehrten, der ein Werk über die Zeit von 1648—1740 geschrieben, zuerkannt worden. Der „Voss. Ztg.“ zufolge ist dies Prof. Dr. Erdmannsdörffer in Heidelberg und das erwähnte Werk sein Buch über die deutsche Geschichte vom westfälischen Frieden bis zum Regierungsantritte Friedrichs des Großen. Zu der durch die Blätter gehenden Mittheilung, daß bei der bevorstehenden Ungestaltung der preußischen StaatsbahnVerwaltung 8—900 Oberbeamte überzählig werden sollen, macht die„Tägl. Rosch.“ darauf aufmerksam, daß diese Angabe wohl auf einem Irrthum beruhen dücfte, da bei der genannten Verwaltung im Ganzen überhaupt nur 930 etatsmäßige und etwa 650 diätarische Oberbeam'e(ohne die in den Ministerien) beschäftigt sind. Die von der wirthschaftlichen Vereinigung des Reichstags vorgeschlagene Novelle zum Margarine=Gesetz von 1887 verlangt, daß in Hotels, Gastwirthschaften, Konditoreien und Bäckereien, welche zur Zubereitung der Speisen und Backwaaren Margarine verwenden, an in die Augen fallenden Stellen die deutliche, nicht verw'schbare Aufschrift:„Die Speisen(Backwaaren) sind mit Margarine zubereitet“ angebracht werde. Zur Herstellung von Margarine und überhaupt zur Nachahmung von Milcherzeugnissen soll Milch oder ein Produkt der Milch nicht verwendet werden rürfen. Margarine soll nicht durch Färben das äußere Ansehen von Naturbutter erhalten dürfen. Die Margarinefabriken sollen einer sanitären Ueberwachung unterliegen. Der Verkauf und die Aufbewahrung von Margarine soll nicht in solchen Geschäftsräumen stattfinden dürfen, wo gleichzeitig Naturbutter verkauft wird. Die Novelle soll am 1. Oktober 1894 in Kraft treten. Die bairische Abgeordnetenkammer nahm in erster Lesung den Gesetzentwurf betreffend Strafbestimmungen für Zuwiderhandlungen gegen Bestimmungen über den Brieftaubenverkehr an. Gegenüber dem Wunsche nach einer einschränkenden Fassung des Entwurfs, damit der inländische Brieftaubenverkehr nicht getroffen werde, erwiderte der Minister Feilitzsch, der Zweck sei nur, den ausländischen Brieftaubenverkehr zu beaufsichtigen. Eine allgemeine Fassung mußte gewählt werden, um die Umgehung des Gesetzes zu vermeiden. Im westlichen Baiern wurde unlängst versucht, 5000 ausländische Brieftauben auffliegen zu lassen, was zunächst den Gesetzentwurf veranlaßte. Die Angelegenheiten der Landesvermessung sollen künftig von dem Generalstabe versehen werden. Zu diesem Behuf ist im Etat für 1894/95 die Stelle eines vierten Oberquartiermeisters neu vorgesehen. Dieselbe soll, wie es heißt, dem General v. Mikusch= Buchberg übertragen werden, der dann zugleich Chef der Landesaufnahme werden würde. Der Landes=Ausschuß von Elsaß=Lothringen genehmigte den Bau einer festen Rheindrücke zwischen Straßburg und Kehl, welche einen Kostenaufwand von 1 760000 Mark fordert, unter der Bedingung, daß die Interessenten einen Beitrag von 500000 M. leisten und Baden die Hälfte des Restes trägt. Bei den Kaisermanövern sollen diesmal, der„Danz. Zig.“ zufolge, von den beiden operirenden Korps Kriegsmärsche im großen Stil durchgeführt werden, um die Truppen auch in dieser auf ihre Leistungsfähigkeit zu prüfen. Auch wird man hierbei zum ersten Mal in großem Maßstabe die Probe auf die neue Gepäckserleichterung machen. Im Uebrigen wird bei diesen groß angelegten Kriegsmärschen die Rücksicht auf die G.fechtsbereitschaft der Truppen in den Vordergrund treten. Gegen den Verleger des Kladderadatsch, Hofmann, der Reserveoffizier der Marine ist, wurde nach der Staatsbürgerzeitung ein ehrengerichtliches Verfahren eingeleitet. Der sozialdemokratischen„Tagwacht“ zufolge ist eine Anzahl junger Kaufleute in Stuttgart damit beschäftigt, hier einen sozialistischen kaufmännischen Verein zu gründen. Solch ein Vorgang kann nur dazu anspornen, für die Bestrebungen derzenigen großen kaufmännischen Verbände, wie z. B. des Hamburger Kaufm. Vereins von 1858 einzutreten, die es sich zur Aufgabe gestellt haben, durch ein großartig organisirtes Stellenvermittelungssystem, durch kapitalkräftige Versicherungs=, Pensions= und Unterstützungskassen 2c für die vielfachen wirthschaftlichen und sozialen Mißstände der Handlungsgehülfen die denkdar wirksamste Abhülfe zu bringen. In Berlin beginnen die sozial demokratischen Arbeiterorganisationen sich über die Maifeier schlüssig zu machen. Die Buchdrucker, Buchbinder und die im graphischen Gewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter hielten, wie die„Frkf. Z.“ berichtet, am Sonntag eine Versammlung zu diesem Zwoeck ab. Sie beschlossen mit großer Mehrheit, den ersten Mai nicht durch Arbeitsruhe zu feiern, sondern nur für Arbeitslose und solche, die sich ohne persönlichen Nachtheil frei machen können, am Vormittag des ersten Mai eine Versammlung abzuhalten, um Stimmung für den Achtstundentag u. s. w. zu machen. Im übrigen wird die Betheiligung an den Adendfestlichkeiten der Wahlvereine zur Pflicht gemacht. Gin Roman von A. v. Gersdorff.(52 (Fortsetzung.) Lichte Röthe— eine sehr seltene Erscheinung auf ihrer blassen Stirn— flog darüber hin. Bei Gott, nur als verlobte Braut wollte und durfte sie dies Zimmer verlassen— sonst wäre es die schmachvollste Niederlage ihres Lebens.„Darf ich Ihnen nicht zunächst einen kleinen Imbiß anbieten?“ fragte er, rasch die Pause, diese lange Pause beendend, und erhob sich erleichtert. „Ja,“ stimmte sie eifrig zu,„ein Glas Wein und ein Brödchen wäre so übel nicht.“ Er ging rasch hinaus, während sie nervös die Handschuhe von ihren bebenden Händen streifte, als gedenke si;, ewig hier zu bleiben. Nach einigen Minuten trat er wieder ein und blieb doch einen Augenblick etwas erstaunt an der Thür stehen. Der schöne Besuch lehnte an seinem Schreibtisch und blickte ungeniert in den off nen Brief Cornilsons, der dort lag— als sei es ihr Recht, seine Briefe zu lesen. Zum Glück schien sie das Blatt noch nicht gewendet zu haben. Mit der kalten Sicherheit, die ihm in entscheidenden Momenten eigen, legte er die Hand auf den Brief und nahm ihn an sich.„Das ist nichts für Sie!“ sagte er freundlich und steckte das Papier gelassen in die Brusttasche. Sie blitzte ihn erstaunt an, aber der Blitz ging an seinen gesenkten Lidern verloren. Mit zusammengepreßten Lippen setzte sie sich wieder.„Wollen Sie mir nicht ungefähr erzählen, was der Professor von unserm gemeinsamen Schützling schreibt? Mich interessiert die kleine Person!“ sagte sie gütig. Er zögerte einen Moment. Dann nahm er den Brief heraus und las ihn vor bis auf die Zeilen der vierten Seite, in denen der alte Freund ihm empfahl, die stolze Braut zu heirathen. Er schloß mit den Worten Cornilsons:„Sie würde Dich nicht nehmen. Das kannst Du Dir wohl selber sagen.“ Ueber Daschys Gsicht waren seltsame Lichter und Schatten gehuscht. Sie lauschte gespannt, und ihr Auge hing wie gebannt an Kurts unbeweglichen Zügen. Er wußte dies. Ihre Selbstdeherrschung kam immer mehr in's Schwanken. Sie hatte wieder jenen Ausdruck im Auge, den er aus ihrer entschwundenen Brautzeit so gut kannte, den sie zum erstenmale neulich wieder gezeigt, als sie ihm lachend gerathen, sich doch sein freundliches Herdlicht oben bei Liesen zu holen.„Redensarten!“ sagte sie achselzuckend. „Sie glauben?“„Natürlich. Unbeglaubigte Ideen des guten, unerfahrenen Greises, der in den ersten Ausbrüchen verletzter Eitelkeit einen unbeugsamen Mädchenstolz sieht!“ „Sie können recht haben,“ war die Antwort, in welcher eine seltsame Betonung lag. Ihre Augen begegneten sich.„Und wenn ich recht hätte—“ „Dann könnte das arme Kind vielleicht noch gerettet werden,“ gab er mit halbem Lächeln zu. „Welch tragische Pose,“ gad sie ebenfalls lächelnd zurück.„Von der Bleichsucht und ähnlichen Jugendkrankheiten wird man gewöhnlich errettet.“ „Wissen Sie, Baronin, daß wir letzthin über den Ernst meiner Verantwortlichkeit und Verpflichtung gegen mein unglückliches Experiment derselben ernsten, oder wenn Sie wollen, tragischen Auffassung waren?“ „Ich weiß. Aber— ich bitte Sie— die hysterische Kleine fängt an, sich in einer etwas unbescheidenen Weise uns aufzudrängen!“ Wie unruhig ihre Hände spielten! Wie ihre Augen hin und her blitzten— nicht im Stande, sich ruhig auf einen Punkt zu richten. Sie wußte, daß sie Dinge sprach, gegen die ihre Klugheit und ihre Gutmüthigkeit sich sträubten, aber wenn sie aufgeregt war, konnte sie ihre Zunge nicht meistern, und wenn es ihr Leben gegolten hätte. „Uns aufgedrängt?“ fragte er erstaunt.„Mir scheint, daß sie vielmehr das Gegentheil that durch ihre Flucht zu Cornilsons!“ „Als wenn sie nicht gewußt hätte, welchen Effikt dieses geheimnißvolle Verschwinden machen würde!“ Lehren Sie mich die Frauen kennen!“ sagte sie spöttisch, zum zehntenmale ihre Handschuhe an= und ausziehend. In diesem Moment erschien Mamsell, hochachtungsvoll und demüthig lächelnd, im„guten“ Kleide, mit neuer, gestärkter Haube, und brachte höchst eigenhändig der gnädigen Frau Baronin den Imbiß. Zwischen den beiden sonst in allem so unendlich Verschiedenen herrschte vielleicht gerade deshalb eine gewisse Sympathie. So gern wie sich die eine anbeten und verehren ließ, so bereitwillig sank der servile Geist der andern vor der stolzen, glänzenden Weltdame auf die Knie. Ja, das war eine echte„Herrschaft“, wie Mamsell sie auf Erden als berechtigt anerkannte. Wenn man sich da demüthigte und gehorchte und ein freundliches Wort für eine hohe Gnade erkannte, dann war das in der Ordnung. Daschy nickte ihr zu.„Wie geht's, liebe Mamsell? Immer frisch und rüstig" fragte sie freundlich. „Frau Baronin sind zu gnädig. Frau Baronin sehen prächtig aus— die Landluft bekommt Frau Baronin.“ Das Wort Baronin konnte sie gar nicht oft genug hauchen, und sie erstarb dabei jedesmal in lächelnder Ergebenheit. Daschy fand dies nun ihrerseits nur in der Ordnung. „Einen wahren Schatz haben Sie da, lieber Kurt,“ meinte sie, als sich Mamsell achtungsvoll zurückgezogen hatte, froh, endlich von dem Thema, das sie so schlecht zu behandeln verstand, abgekommen zu sein. „Schon möglich,“ gab erzurück,„indessen, ich könnte ihn missen, man hat eben manchmal einen Schatz, den man nicht zu würdigen weiß.“ Im nächsten Moment fühlte er schon, daß er da etwas sehr Bedenkliches gesagt hatte. Er schwieg und biß sich auf die Lippen. Auch sie schwieg. Ihr Herz hob sich leichter, freier. Ihre Züge glätteten sich. Mit dem gewöhnlichen, schönen Blick richteten sich ihre Augen auf sein gesenktes Gesicht.„Wissen Sie auch, weswegen ich heute zu Ihnen komme?“ „Nein,“ sagte er naiv. „Erstens, weil Sie seit vielen Tagen nicht bei mir vorsprachen, und wir uns in Erregtheit und Gereiztheit getrennt hatten— wobei ich im Unrecht war—“ „Bitte, Baronin! Das war ja von keiner Bedeutung, sagte er verlegen. „O!“ Sie preßte die Lippen zusammen. „Ich habe gar nicht mehr daran gedacht.“ „Sie beugte sich vor. Wußte er denn nicht, was er sprach? Nun denn— zum Schluß! „Zweitens aber wollte ich Ihnen doch gern Lebewohl sagen. Ich gehe in den nächsten Tagen nach Italien.“ Verloren! Kein Schreck, keine Ueberraschung in seinem Gesicht. In dem Blick seiner sonderbaren Augen, in dem feinen Lächeln lag etwas, das sie recht wohl erkannte: ruhige Dankbarkeit.— Verloren! Sie erhob sich langsam. Vor der Thatsache, vor dem Unabwendbaren stand sie wieder als die vornehme Frau, gelassen, voll Selbstbeherrschung. Auch er hatte sich erhoben. Beide schwiegen. Der Blick der Frau haftete am Boden. Ueber seine Lippen glitt etwas, was er vielleicht nicht hätte sagen sollen— nicht hätte sagen dürfen:„Verzeihen Sie mir und leben Sie wohl!“ Sie reichte ihm die Hand.„Werden Sie glücklich.“ sagte sie tonlos und ging stolz und ruhig hinaus aus diesem Zimmer, das sie geglaubt hatte, nur als Braut verlassen zu dürfen. Es war anders gekommen. Sie hatte ihr Schicksal begriffen. Ju der Flurhalle machte sich Mamsell am Silberschrank zu thun. Sie verneigte sich, was Frau Baronin übersahen. Und in ihrer braven Seele stand nun felsenfest ein Entschluß: „Wenn Frau Baronin nicht zu mir kommt, gehe ich zu Frau Baronin!"(Fortsetzung folgt). Oesterreich=Ungarn. Der Rücktritt des ersten BürgerStellvertreters Dr. Richter von der Bewerbung um die Bürgermeisterstelle in Wien hängt damit zusammen, daß Richter seinerzeit konfessionslos wurde, um mit seiner Gattin, die Jüdin war, eine Noth=Civilehe eingehen zu können. Richter kehrte kürzlich zur katholischen Religion zurück, seine Ehe ist aber kirchlich nicht eingesegnet. Für den Fall seiner Wahl drohte ihm deshalb persönlich eine beleidigende Opposition; überdies galt seine Bestätigung nicht für ganz zweifellos. Die Fortscheittspartei des Wiener Gemeinderathes beschloß, den zweiten Bürgermeister=Stellvertreter Dr. Gruebl für die Bürgermeisterwahl in Aussicht zu Wders.„ 8 Bei der gestrigen Wiener Burgermeister=Wahl wutde ViceBürgermeister Gruebl mit 88 Stimmen gegen Lueger mit 43 Die Wiener Sozialisten, welche mit der geplanten WahlReform unzufrieden sind, beschlossen, die Kundgebungen zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts fortzusetzen.— Der deutsche Kaiser wird nach einer Nachricht des Wolff'schen Dep.=Büreaus in Wien am Donnerstag auf der Durchreise nach Abbozia durchkommen. Das offiziöse Wiener„Fremdenblatt" begrüßte die deutsche Kaiserin auf österreichischem Boden und weist dabei hin auf die innige sympathische Verehrung der Bevölkerung Oesterreich= Ungarns für den deutschen Kaiser und die deutsche Kaiserfamilie und auf die herzlichen Beziehungen der Herrscherfamilien beider Reiche. An die Mittheilung, daß vermuthlich der Kaiser Franz Josef dem deutschen Kaiser und seiner Familie in Abbazia seinen Besuch abstatten werde, knüpft das Blatt die Bemerkung, es bedürfe zwar keines neuen Beweises für die Herzlichkeit und Aufrichtigkeit des Freundschaftsbundes der beiden mitteleuropäischen Großmächte, aber trotzdem begrüße man immer wieder mit erneuter Freude jedes Symptom des in segensreicher Kraft bewährten Bruderbundes. Frankreich. Der Verein der in der Proverce lebenden ElsaßLothringer richtete ein Darkschreiben an den Deputirten Montfort wegen dessen Antrags, auch den gewöhnlichen Soldaten ein Wiederengagement zu ermöglichen. In dem Schreiben wird behauptet, daß sich alljährlich 2000 Elsaß=Lothringer für die Fremden=Legion anwerben ließen, um die man sich nach ihrer Entlassung, wenn sie mittellos geworden, nicht weiter bekümmere.— Die Zahl 2000 dürfte wohl viel zu hoch gegriffen sein; desto zutreffender ist aber die hinsichtlich der Entlassenen gemachte Behauptung. Italien. In der Deputirtenkammer erklärte, wie„W. T. B.“ erfährt, der Finanzminister Sonnino in Beantwortung einer bezüglichen Anfrage, die genaue Ziffer der Kosten der Repressionsmaßregeln in Massa Carrara könne er nicht angeben; er sei aber der Meinung, daß sie insgesammt den Betrag von 2 Mill. Lire erreichen würden. Der Senat in Rom genehmigte den Regierungsentwurf für das neue Militär=Strafgesetzbuch mit 83 gegen 16 Stimmen. Großbritannien und Irland. Während auffollenderweise in der englischen Thionrede nicht ein Sterbenswörtchen über die für England so wichtige Homerule=Frage gesagt wurde, hat der neue Premierminister Lord Rosebery gelegentlich der Adreßdebatte eigentlich wider Erwarten in unverhüllter Form gegen seine adeligen Standesgenossen im Oberhause(entspricht etwa dem preußischen Herrenhaus) Stellung genommen und sich für die Möglichkeit einer Durchführung der Homerule nicht allein für Irland, sondern auch für Schottland und Wales ausgesprochen. Man darf gespannt sein, wie sich die genannten Provinzen zu der verheißenen Selbstverwaltung stellen werden. Bulgarien. Die bulgarischen Macedonier haben an Stambulow eine Petition mit 5000 Unterschriften gerichtet, worin sie bitten, die bulgarische Regierung möge dahin wirken, daß die für Macedonien im Artikel 23 des Berliner Vertrages festgesetzten Bestimmungen durchgeführt werden, weil die Lage der macedonischen Bulgaren unerträglich geworden sei. Rußzland. Wie es heißt, werden die Privilegien und Begünstigungen, welche die deutschen Kolonisten in Südrußland bisher genießen, nach einem von der Regierung gefaßten Beschlusse, successive aufgehoben werden. Zunächst sollen die deutschen Kommunalschulen unter die Kontrolle des Unterrichtsministeriums gestellt und diesen Anstalten die bisherige Autonomie entzogen werden. Das Recht der Kolonisten zum Ankauf von Gütern wird eine bedeutende Einschränkung erfahren. Die von den deutschen Gemeinden bisher autonom verwalteten Pupillarkassen werden unter staatliche Kontrolle gestellt werden.— Unwillkürlich fragt man sich, ob es unserer Regierung denn nicht möglich sein sollte, aus nationalen Gründen dieser stets wachsenden Unterdrückung des Deutschthums entgegenzutreten. Hälten sich nicht bei den handelspolitischen Verhandlungen vielleicht auch Zugeständnisse der russischen Regierung zu Gunsten unserer in ihren Privilegien mehr und mehr verkümmerten Landsleute erwirken lassen? — Auf der transkaukasischen Bahn sind, der„Frankfurter Ztg.“ zufolge, große Mißbräuche mit Passagierbillets festgestellt worden. Es hat dort ein förmlich organisirtes Bureau bestanden. Die Untersuchung, welche vom Justizministerium energisch geführt wird, nimmt einen großen Umfang an.— Wenn es in Rußland zur öffentlichen Feststellung von Unterschleisen kommt, dann müssen diese allerdings schon ganz besonders umfangreicher Natur sein. Vereinigte Staaten. Die Wilsonsche Tarifbill setzt so viele Werthzölle an Stelle der Waarenzölle, daß das Schotzamt der Vereinigten Staaten von Amerika Erkundigungen über die Preise im Auslande einziehen muß. Mr. L. M. Montgomery ist zum Sonderagenten in Europa ernannt worden und wird das Einschätzeramt über die Preise auf dem Laufenden erhalten. Brasilien. Wie aus Rio de Janeiro gemeldet wird, hat sich Admiral Saldanha de Gara, nach Admiral de Mello's Verwundung Hauptführer der aufständischen Flotte, erboten, unter folgenden Bedingungen zu capituliren: Rückgabe der Forts und Schiffe der Aufständischen in der Bai, sowie Auslieferung der Gefangenen. Der Admical und seine Offiziere ziehen sich unter den Schutz der portugiesischen Regierung zurück; den aufständischen Matrosen und Soldaten wird das Leben gewährleistet. Rheinland und Westfalen. In Haan wurde dieser Tage, wie die„Düss. Zig. ein alter Mann von einem vor einem Wirthshause stehende Pferde zur Erde geworfen und durch einen Hufschlag auf de Schädel sofort getödtet. 14. März. Gestern Nachmittag erhängte sic Se####### zufolge, in einem Kellerraum einer Fabrik e vostios beschäftigter 45 Jahre alter Fabrikarbeiter. Derselbe wi verheirathet und Vater mehrerer bereits erwachsener Kinder. A Grund der That ist eine durch langwierige Krankheit heivorg rufene Schwermuth anzusehen. Die Leiche wurde vom Tha orte sogleich nach dem Unterbarmer Leichenhause überführt.— eshreße Lein= Capfrau 5 pir, daß ein Kostzänger aus d e ee i apzseun vesiohlen hatte und darnach ausgezog und Verbuftrt war. Derselbe ist vor einigen Tagen auf Hatfeld Gebiet im Walde erhängt aufgefunden worden. 14. März. Eine neue Privatpost soll der,B. Z zufolge im Hause große Flurstraße 25 eröffnet werden. Das Pr jekt geht von derselben Gesellschaft aus, welche in Köln, Leipzig und anderen größeren Städten Privatposten eingerichtet hat. Vorläufig sollen 20 Postboten, welche schon bei den anderen Anstalten ausgebildet sind, angestellt werden. B.. umens. — 14. März. Von der Stadtverordneten=Versummtung wurde, wie die„Barm. Zig. meldet, ein Antrag des Herrn Lekebusch angenommen, wonach die Verwaltung der Gewerbeschule beauftragt wird, eine Vorlage einzubringen, dahingehend, daß vom 1. April 1895 ab die Schulgeldsätze für die höheren Knabenschulen entsprechend der von den Eltern der Schüler zu entrich. tenden Einkommensteuer abgestuft werden sollen.— Die geplante Maaßnahme basirt entschieden auf einer sehr gesunden Anschauungsweise und verdiente vielleicht auch anderwärts in nähere Erwägung gezogen zu werden. Mettmann, 13. März. Der Herr Oberpräsident hat die von dem Kreistage des hiesigen Kreises gethätigte Wahl des Herrn Bürgermeisters Koennecke hierselbst und des Herrn Fabrikanten Tesche zu Cronenberg zu Kreisdeputirten auf eine weitere sechsjährige Amtsperiode bestätigt.(Gen.=Anz.) Köln, 12. März. Gegen Biersteuer und Gaspreiserhöhung fand heute Abend eine vom hiesigen Katholischen Volksverein einberufene, gut besuchte Versammlung statt, in welcher beschlossen wurde, einen Protest gegen diese den mittleren und unteren Klassen abermals neue Opfer zumuthenden Steuerprojekte bei der königl. Regierung einzulegen und die Bürgerschaft aufzufordern, sich diesem Protest anzuschließen. — 12. März. Zur Erleichterung und Förderung des geschäftlichen Verkehrs für alle mit dem Ledergewerbe Rheinlands und Westfalens in Beziehung stehenden Geschäftszweige findet von jetzt ab alle zwei Monate, und zwar jedesmal am zweiten Mittwoch der Monate Januar, März, Mai, Juli, September und November in Köln eine Lederbörse statt. — 13. März. Von einem thalwäts fahrenden, im Anhange eines Schleppdampfers befindlichen Segelschiffe fiel gestern ein Kind über Bord und kam nicht mehr zum Vorschein. Es war das einzige Kind dieser bedauernswerthen Schiffsleute. — 14. März. Am vorigen Samstag wurde im Gürzenich die 13. Jahresversammlung der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde unter dem Vorsitze des Herrn Archivais Dr. Hansen abgehalten. Sie wurde eingeleitet durch einen Vortrag des Professors Gothein aus Bonn über die geschichtliche Entwicklung des theinischen Bergbaues.— Aus dem erstatteten Jahresbericht ist u. A. Folgendes hervorzuheben: Der erste Band der jülich=bergischen Landtagsakten b. findet sich unter der Presse. Die Bearbeitung der rheinischen Urbare, die ältesten rheinischen Urkunden, die Akten der jülich=clevischen Politik Kurbrandenburgs, sowie die ältesten theinischen Jesuiten=Akten sind bedeutend fortgeschritten. Die Denkmälerstatistik der Rheinprovinz wird eifrig gefördert. Von dem großen Kartenwerke zur Geschichte der Rheinlande ist eine Reihe von Blättern fertig bezw. der Vollendung nahe. Bonn, 13. Mä z. Kaiserin Friedrich wird bereits am Freitag, wie der„B G.=A.“meldet, mit ihrer Mutter, der Königin Vkioria von England, auf Schloß Friedrichshof eintriffen. — 14 März. Der Erste Staatsanwalt am hiesigen Landgericht Dr. Hupertz ist vom 1. April ab in gleicher Amtseigenschaf: nach Köln versetzt. Diez, 13. März. Seit einigen Tagen ist der Kassirer Velde der hiesigen Vorschußkasse spurlos verschwunden. Genaue Kassenr#visionen haben jetzt ein Deficit von ca. 50000 M. ergeben. Wie schlau Velde zu Weike ging, erhellt laut der„Cobl. Ztg. daraus, daß er beispielsweise Rollen in der Kasse liegen hatte, die laut Aufschrift 1000 M. in 20·Markstücken enthalten sollten, in in Wirklichkeit aber nur 50 Mark in 1=Markstücken enthielten. Der wirkliche Fehlbetrag läßt sich noch nicht ermitteln. Velde ist muthmaßlich in's Ausland entkommen. Viersen, 13. März. Ein häßlicher Bubenstreich wurde hier verübt, indem Jemand ein in M. Gladbach dienendes Mädchen, dessen Familie hier wohnt, benachrichtigte, es möge sofort nach Hause kommen, da großes Unglück geschehen sei; der Vater habe sich der Hals durchgeschnitten, der eine Bruder habe sich in Verzweiflung über diese That erhängt, der andere erttänkt. Der Dienstherr des vor Särcken dem Wahnsinn nahen Mädchens ließ, laut der„B. Zig., durch die Gladbacher Polizei hier telephonische Aufklärung erbitten, welche natürlich die Grundlosigkeit der Angoben ergab. Hoffentlich gelingt es, den Verüber dieses Unfugs zu ermitteln. Krefeld 12. März. Zu den schlimmsten Auswüchsen des unehrlichen Geschäftsbetriebes, schreibt man der„K. Z“, gehören die hier leider ollzu häufig vorkommenden Versuche, sich billige Muster durch Verleitung von Angestellten zum Vertrauensbruch zu verschaffen. Auch gröbliche Verletzungen des Fabrikgeheimnisses sind hier in züngster Zeit vorgekommen. Der„Verein für bürgerliche Interessen“ hat deshalb in einer Eingabe an den Reichstag nochmals die Aufmerksamkeit auf den Mangel einer Strafvorschrift gegen den Verrath des Fabrik= oder Beiriebsgeheimnisses gelenkt. Milspe, 10. März. Das Denunziantenthum hatte, wie die„Hag. Ztg. meldet, hierorts eine eclatante aber wohlverdiente Niederlage erlitten. Ein hiesiger Lehrer wurde vor Jahresfrist eines Vergehens gegen§ 174 des Strafgesetzbuchs wegen denuncirt. Nach langwierigen Verhandlungen mit der königl. Regierung zu Arnsberg und eingehender Untersuchung seitens der Staatsanwaltschaft in Hagen wurde dem Beschuldigten vorgestern die amtliche Mittheilung gemacht, daß„das gegen ihn eingeleitete strafrechtliche Verfahren eingestellt sei“. Die zur Ermittelung und Bestrafung des Denuncianten erforderlichen Schritte sind eingeleitet und haben hoffentlich nachdrücklichen Erfolg. Dortmund, 13. März. Der theilweise Ausstand der Straßenbahn=Angestellten wurde gestern beendet, nachdem den Ausständigen eine Zulage von 10 Mk. für den Monat bewilligt war. Bochum, 13. März. Ein Bergmann aus Recklinghausen beschuldigte seiner Zeit zwei seiner Kameraden, daß sie Leimruthen gelegt hätten, wofür die beiden dann auch bestraft wurden. Jetzt drehten sie aber den Spieß um und bezichtigten ihren Angeber des ungesetzlichen Gebrauchs von Tynamit. Die Anschuldigung stellte sich als richtig heraus, und die hiesige Strafkammer verurtheilte den Mann zu zwei Jahren Gesängniß.— Ein hiesiger Schieferdeckergeselle wurde gestern verhaftet, weil er vor einiger Zeit in München seinen dortigen Meister ermordet haben soll. Erwitte, 13. März. Infolge eines Schienenbruchs ist gestern der Mittagspersonenzug der Warstein=Lippstadter Eisenbahn entgleist. Der Zugführer wurde auf die Chaussee geschleudert und erlitt einen Beinbruch. Die Possagiere kamen mit dem Schrecken davon. Stadt und Kreis Solingen. Solingen, 15 März. *— Die diesjährigen Frühjahrs=Appells der Bürgermeisterei Solingen finden om 20., 21., 23. und 24. April statt, der Bürgermeisterei Ohligs am 24. und 25. April, der Bürgermeisterei Höhscheid am 26. April, der Bürgermeisterei Wald am 27. April und der Bürgermeisterei Gräfrath am 28. April. Die Appells für Solingen werden wieder auf dem Felde vor der Schützenburg abgehalten. Alle Mannschaften, bei denen das Fußmaß noch nicht genommen ist, haben mit rein gewaschenen Füßen zu erscheinen; die ausführliche amtliche Bekanntmachung der Appells wird in der nächsten Nr. d. Bl. aufgenommen. — Nach der langen Regenperiode der beiden letzten Monate hat sich das Wetter in den letzten Tagen wenigstens so weit gebessert, daß die Eisenbahnarbeiten der Limie Solingen Remscheid wieder reger in Angriff genommen werden konnten. Der Abbruch des Tunnels an der Schützen= und Bismarckstraße ist bewirkt und mit der Verblendung der Stützmauer neben dem Lauterjung'schen Eigenthum ist begonnen. In etwa 3 Wochen wird, wie wir hören, das Widerlager der Bismarckstraßen=Ueber, führung fertig gestellt sein, so daß alsdann die Montage der Eisenkonstruktion bewirkt werden kann. Voraussichtlich wird die Bismarckstraße Ende Mai dem Verkehr wieder übergeben werden können. Auch die Brühlerstraßen=Ueberführung, die die stattliche Spannweite von 50 Meter, gleich derjenigen der Mittelöffnung des Windfelner Thalüberganges aufweist, wird bis dahin in allen ihren Theilen fertig gestellt sein. Zu dem gleichen Zeitpunkt dürften auch die Erdarbeiten, Anschüttung des Bahnhofsplanums, Verlegung der Weyerstraße 2c. ihrer Vollendung entgegen gehen. *— Herr Amtsgerichtssekretär Glauch zu Solingen ist an das Königl. Landgericht in Elberfeld versetzt worden; Nachfolger ist Herr Amtsgerichtssekretär Schulz, z. Z. bei dem Königl. Amtsgericht Lennep. Herr Aktuar Roeskes ist von der Auskülfeleistung bei dem Grundbuchamt hierselbst vom 1. April ab entbunden worden; an Stelle desselben ist Herr Aktuar Kaltwasser aus Viersen an das hiesige Amtsgericht versitzt. Das Musikleben Solingens unterscheidet sich von dem vieler anderen Städte darin, daß sich die ehrwürdige Schwerter= und Klingenstadt weniger zur Tummelstätte concertierender Virtuosen eignet als andere Städte, vielmehr bewegt sich hier das musikalische Treiben in dem Rahmen seit Jahren feststehender musikalischer Veranstaltungen. Vor allem sind die von der Concertgesellschaft„Orpheus“ stattfindenden größeren Concerte hervorzuheben. Diesmal vermittelt sie uns das erhabene Werk: Die Jahreszeiten von J. Haydn. Die Jahreszeiten, das ausgezeichnete Oratorium unseres Vaters Haydn, ist bei jeder Gelegenheit der Aufführung der Gegenstand begeisterter Ovationen. Das Opus, dem Frühling, Sommer, Herbst und Winter zu Grunde liegen, gehört zu den dankbarsten Aufgaben einer Concertgesellschaft. Es fesselt durch kunstvollen Aufbau und Mannigfaltigkeit der Scenen und wird in der Wirkung durch eine reiche, jedoch nie überladene Instrumentation gehoben. Eine Reihe der Chöre, sowie die von Begeisterung getragenen Soloparthien hält das Interesse der Zuhörer, auch bis zum letzten Augenblick, in reger Spannung.— Die Soloparthien liegen in bewährten Händen und so steht uns ein Kunstgenuß seltenster Art bevor. *.— Die konstituirende Versammlung der Solinger LeseGesellschaft, zu welcher bereits etwa 100 Mitglieder ihren Beitritt erklärt haben, sindet morgen Abend im Hotel Eggers statt. Auf der Tagesordnung stehen u. A. Festsetzung der Statuten, Wahl des Vorstandes. — Ein hiesiger Schreiner, über dessen Vermögen das Konkursverfahren verhängt ist, suchte sich am 10. d. Mts. den ihm obliegenden Zahlungs=Verpflichtungen durch eine Reise in das Ausland zu entziehen. Mehrere seiner Gläubiger erfuhren davon, reisten dem Flüchtigen nach und veranlaßten unter dem Beistand des Polizeisergeanten Herrn Kostedde von hier in Antwerpen seine Verhaftung. Gestern lief die Nachricht von der Festnahme des Ausreißers per Draht hier ein. Seine Einlieferung hierher wird noch im Laufe des heutigen Tages erfolgen. Am meisten Verlust erleiden ein hiesiger Holzhändler und ein Bauunternehmer. Dieselben haben nämlich dem Schreiner Material in beträchtlichem Werthe geliefert und Arbeiten für seine Rechnung ausgeführt. H.— Das Fest der goldenen Hochzeit der Eheleute August und Henriette Ohliger zu Schrodtberg ist aufs schönste verlaufen. Wie verauszusehen war, füllte sich bald der Schneidersche Saal zu Kohlfurterbrücke bis auf den letzten Platz, so daß es vielen Spätlingen gar schwer wurde, ein Plätzchen zu erobern. Der dicht besetzte Saal lieferte uns den Beweis, welche Achtung das Jubelpaar nicht nur im Schulbezirk Stöcken, sondern auch weit darüber hinaus genießt. Zu Anfang der Feier sang die Versammlung:„O daß ich tausend Zungen hätte". Darauf ergriff Herr Pastor Schürmann das Wort zu einer Ansprache, vollzog darauf die Einsegnung und überreichte dem Jubelpaar eine kostbare Bibel, gestiftet vom Bergischen Missions= und Bibelverein. Daran schloß sich der Gesang des Liedes:„Lobe den Herrn“. Im Namen des Kaisers überreichte Herr Pastor Schürmann eine Denkmünze und schloß daran ein Hoch auf das Kaiserpaar. Herr Hauptlehrer Gosekuhl brachte dem Jubelpaar mit schönen Worten ein dreifaches Hoch. Im Namen der Familie dankte Herr Killerstraß und schloß daran ein Hoch auf das bergische Land. Die Gesangvorträge des Gesangvereins Eintracht=Stöcken und einiger Solisten waren nur dazu angethan, die Feier zu verschönern, auch die eigens zu diesem Feste gedruckten Festlieder wurden mit Begeisterung von der ganzen Versammlung gesungen, doch wozu viele Worte machen, kurz: Das Fest war ein rechtes Familienfest. Man hat in litzter Zeit soviel von Volks=Unterhaltungsabenden geschrieben. Ich glaube nicht fehl zu gehen, wenn ich behaupte, daß wir in dem gefeierten Fest einen wirklichen Volksunterhaltungs= abend hinter uns haben. Es zeigte sich auch hier so recht, wie solche Familienabende geeignet sind, die Herzen zu verketten und zu verbinden und wir glauben im Sinne aller Festtheilnehmer zu sprechen, wenn wir wünschen, daß uns im Schulbezirk Stöcken jedes Vierteljahr ein solcher Abend bescheert werde; es lassen sich ja solche Abende auch dann anstellen, wenns nicht gerade gilt eine goldene Hochzeit zu feiern. Wir sind überzeugt, der Segen wird nicht ausbleiben. Und nun noch einmal zu unserm Jubelpaar. Möge es ihm noch manches Jahr vergönnt sein, unter seinen Kindern und Enkeln zu verweilen, damit sie dereinst auch die diamantne Hochzeit feiern können. — Auf der Verbands=Geflügel=Ausstellung zu Mülheim an der Ruhr ist Herrn H. Koxholt von hier der erste Preis für ausgestepfte Vögel 2c. zuerkannt worden. — Bei Herrn Nic. Merten am Höfchen gelangt von heute ab ein sog. Mensch=Fisch zur Ausstellung. Das naturwissenschaftliche Kuriosum ist, wie uns der Besitzer desselben mittheilt, seiner Zeit in den Ostafrikanischen Gewässern gefangen worden, hat eine Länge von 3 Meter und ein Gewicht von 600 Pfund. Solchen Dimensionen gegenüber mußten wir billigerweise darauf verzichten, uns von dem Ungethüm einen Besuch auf unserm Redaktionsbüreau abstatten zu lassen, so gerne wir auch unsern Lesern über die Menschenähnlichkeit des Meerbewohners Näheres mitgetheilt hätten.— Ein téte à téte mit dem lieben Thierchen würde allerdings bei unseren beschränkten Raumlichkeiten eine treffliche Parodie auf das hübsche Citat„Raum ist in der kleinsten Hütte 2c.“ abgegeben haben. — Aus unserm Leserkreise geht uns eine Klage über das in hiesiger Stadt vielfach inangelhafte Schließen der Kellerfalltbüren zu, wodurch das Gehen auf den Trottoirs an den fraglichen Häusern geradezu mit Gefahr verbunden sei.— Wie leicht kann im Dunkeln ein Passant über die halboffenen Thüren zu Fall kommen und ernstlich Schaden nehmen, für den alsdann der Hauseigenthümer gerichtlich belangt werden kann.— Ein ähnlicher Fab, wo ein Aschenkasten zur unerlaubten Zeit auf der Straße stand, hat vor Kurzem erst eine Klage zur Folge gehabt. — Zu Schaberg wurde gestern ein Eisenbahnarbeiter, der erst am Tage zuvor hier in Arbeit getreten war, vom Schlage getroffen und starb sofort. Er wurde auf Anordnung der Behörde mittelst Wagen in's hiesige Leichenhaus geschofft. — Für diejenigen rüstigen Wandeter, die an den Ostertagen Auf flüge in's schöne Wupperthal unternehmen wollen, wird die uns zugehende Mittheilung von Interesse sein, daß vom Ostersonntag, den 25. d. Mts. ab, die Wochen= und Sonntagszüge auf der Wermelskirchen=Burger Eisenbahn genau in demselben Umfang wie im letzten Sommer verkehren werden. § Höhscheid, 15. März. Im Lokale des Herrn Fr. Radenberg zu Neuenhof wird am Samstag Abend Herr Dr. Kronenberg einen für Jedermann zugänglichen Vortrag über Blutungen und Blutstillung halten. Ohligs, 14. März. Am Donnerstag werden die hiesigen KriegerVereine nochmals über ihre Vereinigung berathen. Es liegt jetzt, wie der O. Anz.“ berichtet, dazu folgender Vorschlag vor: Den Vereinen soll ihre Selbstständigkeit mit Namen und Vermögen gewahrt bleiben; dagegen vereinigen sich dieselben: 1) Zur Bildung einer gemeinschaftlichen Sterbe= und Unterstützungskasse. 2) Zur gemeinschaftlichen Feier aller patriotischen Feste, Stiftungsfeste 2c. Die gemeinschaftliche Sterbekasse würde weit leistungsfähiger als die einzelnen Klassen und könnte den Mitgliedern vielleicht ein Sterbegeld von 150—200 Mk. gewähren, ohne von der Beisteuer von 50 Pfg. pro Sterbefall abzuweichen. Es würde also den von einem Unglück betroffenen Familien das Doppelte des jetzigen Betrages zufließen, und damit mancher armen Wittwe und vielen armen Kindern, die mit dem Gatten und Vater auch ihren Ernährer verlieren, eine große Wohlthat geschaffen. Nicht weniger wirksam ließe sich dann aber auch die Unterstützung von bedürftig gewordenen Familien in die Wege leiten. In's Auge zu fassen wäre weiter noch eine Unterstützung aller zu einer Uebung eingezogenen Reserpisten, die durch eine solche Bethätigung des kameradschaftlichen Gemeinsinnes jedenfalls rascher und zahlreicher an die Kriegervereine herangezogen würden, als bisher. Diese letztere Frage ist für das gedeihliche Aufblühen der Vereine so wichtig, daß eine ernstliche Prüfung am Platze ist.(Sollte der Vorschlag, der den Ohligser Krieger=Vereinen gemacht wird, nicht auch in Solingen ausführbar sein? Remscheid besitzt schon lange seinen Kriegerbund. Die Red.) *— 15. März. Die Zimmerarbeiten zum Neubau des Amtsgerichtsgebäudes sollen in 2 Loosen vergeben werden. Termin hierzu ist vom Kgl. Regierungsbaumeister Herrn Engel auf den 28 d. Mts., Vormittags 11½ Uhr festgesetzt. Gerichts=Verhandlungen. Opladen, 14. März. Aus der gestrigen Sitzung des Schöffengerichts berichtet der Verk.“: Am ersten Weihnachtstage hatten junge Leute aus Vockert bei Solingen einen Ausflug nach Herscheid bei Witzhelden gemacht. Bei dieser Tour scheint dem Glase tapfer zugesprochen worden zu sein; die Burschen bekamen Muth und suchten Händel. Ein vor seiner Eltern Scheune stehender Ackergehülfe Karl K. sollte daran glauben. Scheerenschleifer Ernst D. und Messerschleifer Richard B. zu und schlugen mit Stöcken auf ihn los. K. wehrte sich natürlich kräftig, er erhielt auch Hülfe und die angreifenden Burschen bekamen die schönsten Keile. Die Angelegenheit trug ihnen auch noch eine Anklage wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung ein. Das Gericht billigte den Angeklagten indeß mildernde Umstände zu und beide auf 15 Mark Geldbuße, für welche Strafe im Nichtzahlungsfaue 5 Tage Gefängniß eintreten.— Am Abend desselben Tages mißhandelte der jetzt zu Solingen wohnende Schlosser Hugo St. zu Nüsenhöfen den Plüschweber Karl A. und zwar mittelst eines urtheil pie vorhen §“ Elberfeld, 15. März. Am Abend des 21. Okt. v. Is. besuchte ein Maurer in Solingen einen Bekannten, einen Schwertarbeiter in der Schwertstraße, wo mit andern Leuten zusammen fleißig gezecht wurde. Der Maurer wurde in der Nacht von dem Schwertarbeiter und einem Messerausmacher auf den Heimweg gebracht. In der Grünewalderstraße stieß das betrunkene Dreiblatt auf einen ebenfalls stark schwankenden Unbekannten, mit dem sie alsbald in Wortwechsel geriethen. Ehe der Mauter sich's versah, erhielt er einen tiefen Stich in den linken Oberarm, daß das Blut unten durch den Aermel hinausfloß. Auf seinen Ruf: Ich bin gestochen! nahm der Thäter Reißaus. Der Maurer holte ihn jedoch ein; als er ihn aber festhalten wollte, erhielt er noch einen Stich in die rechte Brust, der zwar zum Glück an den Rippen abprallte, aber doch ein weiteres Vorgehen gegen den Messerbeld verhinderte. Als des Maurers Begleiter hinzukamen, war der Thäter verschwunden. Auf die Beschreibung des Schwertarbeiters hin wurde als Thäter ein bisher unbestrafter Arbeiter aus dem städtischen Schlachthause in Untersuchung gezogen, wobei sich ergab, daß eine Anzahl von Umständen dafür sprachen, daß er wirklich der Thäter sei. Er hatte in jener Nacht betrunken den Thatort passirt, und sein Aeußeres paßte genau auf die Beschreibung, die der Schwertarbeiter von dem Messerhelden geliefert hatte. Der Arbeiter, der heute deshalb vor der Strafkammer stand, bestritt jede Kenntniß von dem Vorfalle. Die Vernehmung der 14 Zeugen förderte manche Widersprüche zutage. Das Gericht hielt den Angeklagten aber für überführt und verurtheilte ihn zu 15 Monaten Gefängniß unter sofortiger Verhaftung. Seine Frau bereitete im Gerichtssaale eine rührende Abschiedsscene von dem Verurtheilten.— Eine Dienstmagd von Solingen wurde am 12. Januar vom Schöffengericht von der Anklage der Beleidigung einer Fabrikarbeitersfrau(durch ein namenloses Schreiben) freigesprochen. Der Amtsanwalt brachte die Sache vor die Berufungskammer. Auf den Inhalt des Briefes zurückzukommen, verlohnt sich nicht, da es sich um Weibergeklatsche handelt. Es lag dringender Verdacht gegen die Frau vor, daß sie den Brief mit Poststempel vom Garsterihichen e“ geschrieben habe, denn der Inhalt mit ganz * flischen Redewendungen kam auch in namenlosen, sehr ähnlichen der Frau einliefen. Daß etwa die Dienstmagd die früher mit der Auklagerig, befreundet gewesen war, auch diese Briefe geschrieben habe, schien vollig ausgeschlossen. Die Frau beschwor, trotz eindringlicher Verwarnung vor einem Meineide, sie habe alle diese Briefe nich: geschrieben! Die Aussage wurde genau zu Protokoll gezu einem Ermittelungsverfahren wegen Meineides geben. Der Sachverständige Förster von hier hielt die der anderen Briefe für Neueste Nachrichten und Telegramme. Paris, 15. März. Nachrichten aus Rio zufolge haben sich die Aufständischen auf Gnade und Ungnade ergeben. Petersburg, 15. März. Der Berathung des deutschrussischen Handelsvertrags im Reichsrathe wohnte auch der Großfürst=Thronfolger bei.— Die Südostbahnen erhielten die Erlaubniß, 30 Lokomotiven im Auslande, aber ausschließlich in Deutschland zu bestellen. 190. Preußische Lotterie.(3. Klasse. Ohne Gewähr). 5000 Die“ auf Ne. 1318ga 0000 Mi. auf Nr. 81844. 6os urchige c Dr JoCht..— Nr 209851. 15000 Mi auf 60208 150. au Nr. 196214, 5000 Mi. auf Nr. br 798. 1500 Mk auf Nr. 42368 54582 57907. 500 Mk. auf Nr. 6964 9253 62916 199159 199529 213187. Samen:„ Theater. Donnerstag: Götz von Beilichingen.— Freitag: Charleys Köln: Donnerstag: Das goldene Kreuz Cavalleria rusticana.— Freitag: Falstoff.— Samstag: Ein Glas Wasser.— Conntag: Maria Stuart. Erunge l. Vereinshaus. Freitag Abend 8½ Uhr: Gebetstunde. Herzliche Hitte. Eine arme, sehr brave und christlich gesinnte Familie meines Amtsbezirks, in Höhscheid wohnhaft— der Vater ist blind und mit schmerzhaften epileptischen Krämpfen behaftet— sucht sich durch die erwachsenen Töckter mittels Maschinenstrickens und Näbens zu ernähren. Das Arbeitsangebot ist aber in letzter Zeit sehr gering. Ich bitte wohltbätige Leute dringend um Arbeit für die Btrffenden. Giesekke, Pr. Bekanntmachung. Die jenigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes, welche in der Zeit vom: 1) 1. Oktober 1881 bis Ende März 1882 2) 1.„ 1886„„„ 1887 eingetreten und 3) die Ersatz=Reservisten, welche der Jahresklasse 1881 ang-hören, sowie 4) diejenigen Kavalleristen, welche in der Zeit vom 1. Oktober 1883 bis Ende März 1884 als 4jährig Freiwillige eingetreten und bei der diesjährigen Frühjahrs=Kontroll=Versammlung zur Lan wehr 1. u. 2 Aufgebots resp. zum Landsturm überzuführen sind, haben den Militär= resp Ersatz=Reserve=Paß bei ihrer zuständigen Kontrollstelle(Hauptmeldeamt Solingen bezw. Controllbezikk Opladen) in der Zeit vom 25. bis 28 März er abzugeben. Solingen, den 14. März 1894. Königl. Bezilks=Kommando. Edgar Bremer Martha Bremer geb. Baecker 8 = VERMANLTE eshee gere den 15. MNür 1894. ceeerdecerdereeeretereeeee Allen Denen, die unserer theuren Ent schlafenen das letzte Ebrengeleite gegeben haben, besonders dem Ketzberger evangel. Kirchenchor, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Solingen, Kaiserstraße 269. C. Rob. Clauberg und Fomilie. Für die vielen Beweise der Theilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste Allen unseren innigsten Solingen, den 15. März 1894. Familie Kobl. Todes-F Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern Abend 10 Uhr meinen inr igstgeliebten Gatten, unsern guten Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Friedrich Wilhelm Merten im Alter von 30 Jahren, nach langem, schwerem gottergebenem Leiden, vorher mehrmals gestärkt durch den Empfang der hl. Sterbesakramente der röm.-kath. Kirche, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Solingen und St. Denis(Paris), den 14. März 1894. Die Beerdigung fiodet am Freitag Nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause, Kirchstrasse 63, aus statt. Die feierlichen Exequien werden am Samstag Morgen 8 Uhr gehalten Todes- Anzeige. Heute Nacht ½1 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber, treuer Sohn und Bruder Loufs Gran im Alter von beinahe 19 Jahren. Um stille Theilnahme bitten Die tiefbetrübten Eltern und Geschwister. Solingen, Paris und Valencia, den 15. März 1894. Heute frisch eingetroffen! Springlebenden Egmonder u. Norderniher Schellfisch per Psd. 25 Psa, sowie frischen Kablian, Hecht, Bresen, Backfisch, echte süße Bratbückinge, deutsche Bratbückinge 3 Stück 10 Pfg, Roheß=Bückinge, frisch geräucheiten Aal. Rollmöpse, Sardinen, Bismarckhäringe, Häringe in Gelee, Aal in Gelee, marinirte Häringe und frisch gewässerte Tittlinge empfiehlt zur gefl. Abnahme bestens Frau Joh. de Vogt, Kirchstraße 56. Heute frisch eingetroffen: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 18. März, Nachmittags 4½ Uhr, vom Sterbehause, Kirchplatz, aus statt. Freunde und Bekannte, denen versehentlich keine besondere Einladung zugegangen, sind gebeten dies als solche zu betrachten. Gerichtlicher Verkauf. Am Freitag, den 16. März 1894, Vormittags 11½ Uhr, sollen vor dem Hause der Wirthschaft Mertens zu Mangenberg, öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 1 Tisch, 2 Schildereien, 1 Kistenbark, 1 Wanduhr, 1 Nöhmaschine. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Wupperstr. 29. Stange. Gerichtlicher Verkauf. Am Freitag, den 16 März 1894, Vormittags 11 Uhr, sollen vor dem Hause der Wirtt in Wwe. Karl Schaaf zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: 2 eische, 1 sodann Nachmittags 2 Uhr auf dem Markte zu Obligs: 1 1 Parthie Mützen und 2) div. Tische, Stühle, Bänke, 1 Küchenschrank, 1 Kleiderschrank, 2 Mantelösen, 2c. Solingen, Der Gerichtsvollzieher: Florastraße 72. Reich. Besten diesjährigen theinischen Kleesaamen, sowie prima Saathafer empfiehlt Wilh. Schmidt, Schlagbaum. Prerhiniger Verkauf. Auf Anstehen des Ackerers Perer Sönigen zu Gellenberg, Gemeinde Höhscheid, sollen am Montag, den 19. März 1894, Nachmittags 2 Uhr, in der Wohnung des Auftraggebers zu Geilenberg dessen sämmtliche Ackergeräthe und verschiedene Hausmobilten durch den Unterzeichneten öffentlich gegen baare Zahlung versteigert werden. Solingen, 15. März 1894. J. Blochstepen, Auktionator. TirischF rnauf. 16. Morgens 8 Uhr anfangend, wird im hiesigen städt. Schlachthause das Fleisch von einer minderwerthigen Kuh verkauft werden, Pfd. zu 30 u. 35 Pfg. Armbrüster. Schlachtbaus=Aufseher. Belohnung Mk. 150. Wir sichern Demjenigen obige Belohnung zu, der uns den Nachahmer unserer als Muster= und Gebrauchsmuster=Schutz eingetragenen Bein=Korkzieher so angiebt, daß wird denselben gerichtlich verfolgen können. Solingen, den 15. März 1894. Steinfeld& Reimer. Gesucht für ein großes kaufmännisches Comptoir am Platze ein angehender Commis mit flotter, sauberer Handschrift. Stenographie erwünscht. Offerten mit Gehaltsansprüchen sub E. G. 50 an die Exp. Gesucht freundl. Wohnung von 6—8 Räumen zu Juli oder August von Assessor Dr. Lucas. Offerten mit Preisangabe unter A. L. an die Expedition. Negen Almzug nach Kirchstr. 55a u. Eingang des Artikels noch einige sehr schöne Hängelampen zu Einkaufspreisen zu verkaufen bei Eduard Elven, O. Ströhmer Nachfolger. Schneidemaschine, praktisch eingerichtet, 500 Pfd. schwer, zu kaufen gesucht. Off. unter E. 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