Nr. 131. 17. Jahrgang. Dienstag, den 8. November 1892. Rebaction, Druck und Verlag für die Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. von Witheln Müller sr. un 6116.—(Stadtgomejnde Ohlias und Umaegend. Specton: Kteerr Insertionspreis: die Ggespaltene Petitzeile oder Stabtgemeinde Dhligs und Amgegenr. Abonnementspreis pro Quartal: 1 Mark 50 Pfg., deren Raum 10 Pfa.— Reelamen 20 Pfg. in der Expedition abgeholt: 1 Mark 25 Pfg. Die Rekrutierung, welche gegenwärtig im Deutschen Reiche für die Fußtruppen abgehalten wird, wird, wenn der Reichstag der neuen Militärvorlage seine Zustimmung giebt, in diesem Jahre zum letzten Male für eine dreijährige Dienstzeit abgehalten worden sein. Tausende von jungen Leuten aber, die in diesem Jahre noch als überzählig beiseite gelassen werden, würden sich vom nächsten Jahre ab mit dem Gedanken vertraut machen müssen, ihre Kraft dem Vaterlande zu widmen. Was die allgemeine Ausbildung aller Wehrfähigen mit der Waffe betrifft, welche bei uns durch die neue Heeresvorlage eingeführt werden soll, so ist darauf hinzuweisen, daß dieselbe in Frankreich bereits besteht. Die Handhabung der Rekrutierung ist in unserem östlichen Nachbarstaate so streng, daß auch die Söhne als einzige Ernährer unbemittelter, arbeitsunfähiger Eltern nicht frei vom Waffendienste ausgehen, sondern ebenfalls eingekleidet werden. Während ihrer Dienstzeit trägt der Staat für den Unterhalt der Eltern Sorge. Die volle Dienstzeit steht indessen in Frankreich wohl eben so sehr auf dem Papier, wie in Rußland manche große Zahl über militärische Rüstungen. Das politische Protektionssystem ist in der französischen Republik außerordentlich weit verbreitet, und man braucht nicht einmal einen Abgeordneten oder hohen Beamten zum Gönner zu haben, um mit einer halbjährigen Dienstzeit loszukommen, die Fürsprache eines einspruchreichen Wählers thut es auch schon. Was nun das Rekrutenmaterial betrifft, so haben wir immer noch das beste, obwohl sich die Verhältnisse gegen früher wesentlich verändert haben, besonders in den Städten. Aus den Rekrutierungslisten geht zweifellos hervor, daß im Durchschnitt die Körperlänge abgenommen hat, eine Thatsache, die ja noch zu ertragen wäre, denn die Körperlänge kommt weniger in Betracht bei der Schaffung eines tüchtigen Heeresmitgliedes, als Körperkraft und Gewandtheit. Aber auch die Körperkraft und mit ihr die Gewandtheit haben nachgelassen, und jener Zug der Bequemlichkeit, der so vielen jungen Leuten aus der Stadtbevölkerung heute charakteristisch und eigenthümlich ist, hat seine üblen Folgen während der Rekrutenzeit. Nicht nur in physischer, sondern auch in moralischer Beziehung ist ein Theil des Rekrutenmaterials herabgegangen, u. es zeigen sich unliebsame Erscheinungen, welche die Aufwerksamkeit der militärischen Vorgesetzten in vollem Maße erfordern, und sie anspornen müssen, den Rekruteu ganz erheblich mehr zu sein, als militärische Exerziermeister. Aber im Ganzen können wir doch sagen, trotzdem ja manche Aversion vor dem Rekrutenleben besteht, daß die Wehrpflichtigen mit Klarheit und Schärfe ihre Aufgabe erfassen und wissen, daß sie im ganzen Volke Gegenstand der Theilnahme und der Hochachtung sind. Das macht unendlich viel aus und zwar gerade für den Rekruten, der sich in völlig neue Verhältnisse hineinfinden muß. Zur Rechten und Linken von unseren Grenzen ist es sehr vielfach anders; in Rußland steht der Soldat auf einem ganz andern Standpunkt, wie bei uns, und auch die Franzosen treten den Armeeangehörigen, trotzdem sie in ihnen die Sieger der Zukunftsrevanche sehen, ganz anders gegenüber, als der deutsche Bürger den ersten besten Soldaten. In der Stellung des deutschen Soldaten im deutschen Vaterlande liegt ein gut Theil der Stärke unserer Armee. Soldatenstolz und Soldatenehre haben bei uns ihre Heimath, die mehr als einmal die Quelle großer Siege gewesen sind. Das sind allgemeine Gesichtspunkte, die bei der Rekrutierung von selbst in die Augen springen, die deshalb auch an dieser Stelle hervorgehoben werden mögen, da sie viele Befürchtungen und irrige Anschauungen von vornherein zu zerstreuen geeignet sind. Die Ausbildung des Soldaten ist eine ganz andere geworden; gefechtstüchtig soll der Soldat in erster Linie sein, und hierauf erst kommt die Paradetüchtigkeit. Die Einführung des Repetiergewebres Das verhängnißvolle Testament. Novelle von C. Borges. 1. Fortsetzung. „Sprich nicht so Oscar,“ versetzte das junge Mädchen schluchzend. „Ist denn die Freundschaft, die jahrelang zwischen uns bestanden hat, so gering, daß Dein Schmerz so spurlos an mir vorübergehen sollte?“ „Verzeihe, Magda,“ sagte Oscar fast zärtlich,„ich konnte leicht errathen, daß Du meinen Verlust schmerzlich mit empfinden würdest. Aber gerade Du, die so wenig nach Reichthum fragt, hältst mich gewiß für sehr gering und niedrig, daß ich die Enttäuschung so bitter empfinde.“ „Nein, Oscar, ich glaube nicht, daß der Verlust des Vermögens, oder vielmehr der scheinbare Verlust, Dich so tief erregt. Es ist nur die Ungerechtigkeit, die gegen alle Erwartung bittere Kränkung, die Dir unerträglich ist; ist es nicht so?“ fragte sie eifrig. „Ja, so ist es, Magda, doch sei nicht mehr traurig; es wird, hoffe ich, noch alles gut werden. Und selbst wenn es nicht werden sollte, so hoffe ich doch siegreich den Kampf mit dem Dasein aufzunehmen. Offen gestanden,“ fuhr er jetzt trauriger fort,„frage ich um meinetwillen gar nichts nach Glanz und Reichthum— aber Olga——“ Er hielt zögernd inne. „Ich weiß, was Du sagen willst, Oscar,“ fuhr das junge Mädchen leise fort,„und was Dich so schwer darnieder beugt, dennoch muß Dir die Gewißheit ein Trost sein, daß Olga Dich und nicht Deinen Reichthum liebt, wenn sie Dir jetzt treu bleibt.“ „Ha! daß ist ja eben das Unglück,“ seufzte Graf Oscar. „An Olga's Liebe und Treue zweifle ich keinen Augenblick; sie wird unter allen Umständen, wie schwierig sich auch die Verhältnisse gestalten mögen, nicht von mir lassen. Aber was wird ihr Vater, General Trudaine, der alte verbitterte Menschenfeind, zu diesen trauund des rauchlosen Pulvers hat manche Grundsätze für die militärische Ausbildung und Uebung, die früher felsenfest zu stehen schienen, in kurzer Zeit über den Haufen geworfen. Und es giebt dabei nichts zu klagen und zu jammern, die neue Ausrüstung erfordert Neues. Wer hat denn noch vor zwanzig Jahren an rauchloses Pulver und Repetiergewehr und ernsthafte Einführung einer solchen Neubewaffnung gedacht? Kaum jemand! Unser heutiges deutsches Repetiergewehr, so vorzüglich es ist, steht doch bereits der neusten italienischen Infanterieschußwaffe nach, die nach allgemeinem Urtheil aller Fach=Autoritäten das beste, heute existierende Infanteriegewehr ist. In Italien sagt man sogar, dieses Gewehr werde nie, auch bei Vervollkommnung der übrigen, in europäischen Heeren bestehenden Repetiergewehren nicht übertroffen werden können. Wer will so etwas aber mit Sicherheit behaupten? Zündnadel=, Chassepot= und Mauser=Gewehr haben alle ihre Zeit gehabt, und es kann somit auch die Stunde des heutigen rauchlosen Pulvers und des Repetiergewehres schlagen. Von dem vielen Neuen im Militärwesen ist die Ausbildung bereits empfindlich betroffen, sie wird es noch mehr werden, sobald die prinzivielle zweijährige Dienstzeit für die Infanterie zur Einführung kommt. Ob das schon mit dem 1. Oktober 1893 geschieht, kann heute Niemand sagen; wir wissen wohl, daß in Kurzem die neue Heeresvorlage an den Reichstag kommen wird, aber nicht, ob und in welcher Form sie wieder herauskommen wird. Und das dürfte feststehen: Ueber kurz oder lang wird die zweijährige Dienstzeit doch kommen, die Frage ist einmal von den militärischen Autoritäten aufgerollt, und sie wird auch so bald nicht wieder zum Stillstand kommen, und jedenfalls früher nicht, als bis nicht eine bestimmte Entscheidung getroffen ist. Das ist aber unleugbar, daß eine zweijährige Dienstzeit erhöhte Ansprüche an Kraft, Gewandtheit und gutem Willen der zum Dienst mit der Waffe Einberufenen stellt. Es wird gut sein, wenn sich junge Leute hiernach einrichten, fleißig Turnstunden besuchen und körperliche Uebungen vornehmen; den Segen davon werden sie in späterer Zeit in reichem Maße haben. Politische Nachrichten. Berlin, den 7. November. — Unser Kaiser, welcher am Freitag in Stuttgart der Beisetzung der Königin=Wittwe Olga von Württemberg beigewohnt hatte, hatte sich von dort nach der Besitzung des Hausministers von WedellPiesdorf begeben, um dessen Jagdeinladung zu entsprechen. Sonntag Nachmittag ist der Monarch wieder im Neuen Palais bei Potsdam eingetroffen. Am heutigen Montag reist der Kaiser nach Stettin zur Besichtigung der Panzerschiffe, welche auf der dortigen Werft des„Vulkan“ im Bau begriffen sind und von da nach Kiel, wo Se. Majestät am Dienstag Vormittag der Vereidigung von 1332 Marinerekruten beiwohnt. Für den Nachmittag ist eine Besichtigung der Korvette„Kaiserin Augusta“ und des Panzers„Wörth," sowie der Arbeiten am Nordostseekanal geplant. — In Stuttgart hat am Freitag Vormittag die Beisetzung der Königin Olga unter großer Betheiligung der Bevölkerung stattgefunden. Der Leichenzug setzte sich unter dem Geläute aller Kirchenglocken der Stadt in Bewegung. Militär bildete Spalier. Hinter dem Sarge ging die Hofgeistlichkeit. Sodann folgten der Kaiser, der König Wilhelm von Württemberg, die württembergischen Prinzen und die Fürstlichkeiten. — Der preußische Staatsanzeiger macht bekannt, daß die Eröffnung der Landtagssession Mittwoch Mittag 12 Uhr im Rittersaale des Berliner Schlosses durch den Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg erfolgen wird. Voran gehen Gottesdienste in der Dom=Interimskirche und in der katholischen Hedwigskirche. — Die Thronrede, mit welcher am kommenden Mittwoch Mittag der Ministerpräsident Graf Eulenburg die neue Session des preußischen Landtages eröffnen wird, wird etwas thatsächlich Neues in keiner Weise bringen. Der Haupttheil der Rede gilt den bekannten Steuerreformplänen des Finanzministers Dr. Miquel, dann wird der Situation der Staatsbahnverwaltung gedacht, der geplanten Aufbesserung der Lage der Volksschullehrer, sowie verschiedener kleiner Gesetzentwürfe, die dem Landtage im Verlaufe der Session zugehen werden. — Dem preußische Abgeordnetenhause wird ein Gesetzentwurf zugehen, wonach jährlich etwa 4 Millionen für die Förderung des Volksschulwesens in den Staatshaushalt eingestellt werden. — Dem Bundesrathe in Berlin ist eine Uebersicht der muthmaßlichen Einnahmen des Deutschen Reiches an Zöllen und Verbrauchssteuern für 1893/94 zugegangen. Die Einnahmen aus Zöllen und Steuern für das nächste Etatsjahr sind mit 602 859000 Mk. veranschlagt. — Das Protektorat über sämmtliche Feuerwehren Preußens hat der Kaiser übernommen, für 25jährige Dienstzeit ein Kreuz gestiftet und für sonstige Auszeichnungen der Wehr einen Ocden in Aussicht gestellt.— Ein Denkmal für den Erfinder der Litographie, Senefelder, ist am Sonntag in Gegenwart einer zahlreichen Festversammlung in Berlin feierlich enthüllt worden. — Die Leipziger Neuesten Nachrichten veröffentlichen eine fernere Unterredung Bismarck's mit Hans Blum über den Artikel der Deutschen Revue. Bismarck erklärte, es sei unwahr, daß er 1875 Frankreich habe bekriegen wollen. Er habe jeden Deutschland nicht aufgedrungenen Krieg für frivol gehalten und dem entspechend gehandelt. Moltke und der Generalstab hätten 1875 einen Krieg mit Frankreich gewollt, um Frankreich zuvorzukommen. Moltke und von Radowitz erklärten offen, wir würden Frankreich bekriegen. Er habe vom König das Verbot der Einmischung des Generalstabs in die auswärtige Politik verlangt, was er auch erreicht habe. Es sei unwahr, was von Radowitz' Sendung nach St. Petersburg, um die Neutralität Rußlands zu erlangen, gesagt worden. Er(Bismarck) habe immer das Vertrauen Alexander's II. besessen, wodurch Rußland am Dreikaiserbündniß festgehalten habe. Er habe den drei Kaisern bei ihrem Zusammentreffen jedes Mal erfolgreich vorgestellt, sie hätten gegen die Revolution viel mehr Gemeinsames zu vertheidigen, als sie getrennt durch Einzeleroberungen gewinnen könnten. Feinde des Friedens seien in Rußland nur die Juden und die Polen, welche im eigenen Interesse auf Rußlands Niederlage speculierten. Auch sei englisches und französisches Geld in Rußland für den Krieg thätig. Ausland. Belgien. Kommenden Dienstag wird König Leopold die neugewählten Kammern, welche die Verfassungsrevision berathen sollen, mit einer kurzen Thronrede eröffnen. Frankreich. Das französische Ministerium hat im Senat, der ersten Kammer, eine Niederlage bei Berathung des Gesetzentwurfes über die Neubildung einer Kolonialarmee erlitten. Es handelt sich um die Frage, ob die Kolonialarmee wie die übrige Armee dem Kriegsminister unterstellt werden solle. Die Deputiertenkammer hatte sich hiermit einverstanden erklärt; der Senat war aber anderer Ansicht und wies die Kolonialarmee dem Marineministerium zu. Hauptzweck bei der Errichtung der Kolonialarmee ist übrigens nicht der Schutz der fremden Besitzungen, sondern der Verstärkung der französischen Armee. Im nächsten Frühjahr soll ferner die Zerlegung des an der deutschen Grenze stehenden 6. Armeekorps in zwei selbstständige Korps erfolgen. Rußland. Einem Telegramm des Londoner Standard zufolge sol Rußlands Politik in der Frage des Rechtes der Durdfahrt rigen Aussichten sagen. Du kennst ihn ebenso gut wie ich, Magda, und weißt, daß er nur darnach strebt, mit fremdem Gelde sein Wappenschild zu vergolden.“ Die Thür öffnete sich und die Gräfin betrat das Gemach. „Oscar," bat sie leise, als sie sah, daß der junge Mann, nachdem er ihr einen bequemen Sessel zurecht gesetzt hatte, daß Zimmer verlassen wollte,„bleibe hier, ich muß mit Dir reden. Magda, ich muß aber darauf bestehen, daß Du Dir jetzt Ruhe gönnst; die vielen Anstrengungen haben Dir geschadet, Du siehst ganz elend aus. Gehe auf Dein Zimmer liebes Kind, ich komme später zu Dir.“ Als die Thür sich hinter Magda geschlossen hatte, fuhr die Grafin fort:„Wir müssen handeln Oscar, wie ich Dir schon vorhin sagte, und zwar haben unsere Bemühungen das gleiche Interresse.— Es ist Deine Pflicht, das Vermögen zurück zu erlangen, welches Dir rechtmäßig gehört; ich hingegen muß Deinen Vater von jedem Schatten des Unrechts befreien, der heute auf ihn geworfen ist. Jetzt frage ich Dich, Oscar, was denkst Du, ist das richtige Testameat verborgen, — vernichtet— oder gestohlen?" Der junge Graf preßte die Hand gegen die Stirn. „Ich weiß nicht, was ich denken soll,“ stöhnte er. „Ich auch nicht,“ flüsterte die Mutter.„Nach vielen Andeutungen Deines Vaters bezweifle ich nicht, daß ein anderer letzter Wille existirt, warum hat er es aber so geheimnißvoll verborgen und uns dadurch so viele Unruhe gemacht? Angenommen, es sei gestohlen, wer würde Nutzen daraus ziehen?“ Der junge Graf ging finster schweigend auf und ab. „Unwillkürlich drängt sich mir der Gedanke auf, daß es gestohlen ist,“ fuhr die Gräfin fort,„wer es aber gethan hat, ist Deine und meine Pflicht nachzuforschen. Welche Schritte willst Du thun, Oscar?“ fragte sie plötzlich. „Bis jetzt habe ich noch keinen Entschluß gefaßt, Mutter,“ versetzte er. „Ich halte es für unbedingt nothwendig, daß Du vorläufig hier bleibst, und noch nicht zu der Gesandschaft in Kairo zurückkehrst, zu der Du attachirt bist,“ fuhr die Gräfin fort.„Es wird uns doch leicht werden, zu entdecken, wann ein neuer Wille abgefaßt wurde, wer ihn bezeugt hat und wo er deponirt ist. Wenn wir darüber Gewißheit haben, so sind wir dem Ziele schon einen Schritt näher.“ „Ganz gewiß,“ pflichtete der Sohn bei,„daran hatte ich noch gar nicht gedacht; wer weiß, vielleicht gelingt es uns noch.“ „Beauftrage Herrn Lucas, Nachforschungen nach diesen Einzelheiten anzustellen.“ mahnte die Gräfin, sich erhebend,„bis dahin können wir ja gar nichts thun. Was hast Du heute vor?“ „Ich will nach dem General Trudaine gehen, Mutter,“ erwiderte Oscar. „Ah, ich dachte es,“ seufzte die Mutter,„verliere den Muth nicht, Oscar, hoffe auf das Beste.“ „Und bereite Dich auf das Schlimmste vor,“ ergänzte Oscar mit einem trüben Lächeln.— 2. Kapitel. „Ich hoffe Olga, Deine Hochzeit wird nicht allzulange hinausgeschoben. Wie ärgerlich, daß der alte Graf auch gerade jetzt zu so ungelegener Zeit sterben mußte; hätte er nicht ebenso gut einige Monate warten könen? Aber so geht es immer unser altes Pech verfolgt uns!“ Das junge Mädchen, die ärgerlich diese Worte gerufen hatte, sprang von ihrem Sitz auf, warf ungeduldig ihr Buch bei Seite und trommelte gegen die Fenstscheiben. „Sei nicht ungerecht, Irmgard,“ mahnte die Schwester, die mit roth verweinten Augen und bleichen Wangen soeben das Zimmer betreten hatte.„Wie kannst Du nur so herzlos sprechen? Glaubst Du denn, der gute Graf sei plötzlich gestorben, um unserem Glücke entgegen zu treten?“ „Das gerade nicht," versetzte die jängere Schwester gereizt, „aber ich sage Dir ja, es ist wieder unser altes Pech; es ist wirklich verbrießlich! Wie lange denkst Du, daß Deine Hochzeit aufgeschoben wird? Sechs Monate ist doch die kürzeste Zeit!“ Doch ehe ein Wort weiter gesprochen wurde, waren beide Mädchen schnell an das Fenster gekreten. Draußen über den kni durch die Dardanellen viel weitgehender sein, als bisher geglaubt wurde. Botschafter Nelidow solle angewiesen werden, von der Türkei das Recht der freien bedingungslosen Durchfahrt durch den Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen für alle Schiffe, Kauffahrer oder Kriegsschiffe zu verlangen, welche von einem Hafen nach einem anderen desselben Staates segeln! Wenn das gewährt würde, wäre es mit der Neutralität der Meerengen vorbei. — Die russische Regierung hat das Gesuch deutscher Fabrikdirektoren in Polen, den Werkmeistern die Frist bis zur Ausweisung zu verlängern, abgeschlagen. Wer am 1. Januar 1893 der russischen Sprache nicht mächtig ist, wird ausgewiesen. Rheinland und Westfalen. O Ohligs, 7. Nov. Die am Freitag stattgehabte Mondfinsterniß, konnte bei dem klaren Wetter gut beobachtet werden und wurde diesem interessanten Naturschauspiel viel Aufmerksamkeit zugewendet. + Ohligs, 7. Nov. Bekanntlich wurde bei Gelegenheit der Höher Kirmes am Sonntag den 19. Juni d.., ein junger Mann, Federmesserfabrikant von Aufderhöhe, von mehreren Personen ohne weiteren Grund nicht unerheblich mißhandelt, u. A. erhielt er auch einen Stoß mit einem Stock ins Auge, wodurch dasselbe die Sehkraft bis jetzt nicht wieder erlangt hat, auch voraussichtlich nicht wieder erlangen wird. Diese That ausgeführt zu haben, waren angeklagt der früher in Ohligs wohnende Bäckergeselle Max B. und der Conditor Adolf H. von Ohligs. Die Angeklagten hatten den Fabrikanten Abends gegen 10 Uhr um den Weg nach Solingen gefragt und von diesem auch die richtige Weisung erhalten, doch glaubten die Fragesteller belogen worden zu sein und schlugen im selben Augenblick auf den Fabrikanten ein. B. traf hierbei unglücklicher Weise das Auge des jungen Mannes derart, daß, wie gesagt das Sehvermögen auf dem Auge verloren ist. Die Kgl. Strafkammer zu Elberfeld verurtheilte den häufig, auch schon wegen schweren Sittlichkeitsverbrechen vorbestraften Bäckergesellen B. zu 3 Jahren und den bis jetzt nicht bestraften, gut beleumundeten Conditor zu 3 Monaten X öhligs 7. Nov. Am gestrigen Tage fanden hier viele Festlichkeiten statt. So feierten der„Kaufmännische=Verein", der „Werkmeister=Verein", der„Merscheider Lese=Verein Concordia“, der„Kathl. Männer=Verein“ zu Merscheid ihre Stiftungsfeste, doch war der Besuch in Folge des den ganzen Tag anhaltenden Regens überall beeinträchtigt. Alle benannten Festlichkeiten verliefen in der schönsten Harmonie ohne jeglichen Zwischenfall. J Ohligs, 7. Nov. Seit voriger Woche hat sich hier, unter dem Vorsitze des Herrn Rector Dr. Kaiser, ein BeamtenWirthschafts=Verband gegründet, dessen Aufgabe es sein soll, den Mitgliedern des Verbandes durch Vereinbarungen und Abschlüsse mit hiesigen und auswärtigen Geschäftsleuten Vortheile jeglicher Art zu verschaffen. Durch eine ergangene Anzeige wurden die Geschäftsleute aller Brauchen, welche Lieferanten des Verbandes werden wollten, aufgefordert, Offerten mit Angabe des Ermäßigungs=Prozentsatzes bei Baarkauf und Ziel einzureichen. Mehrere Geschäftsleute haben hierauf ihre Offerten eingeschickt, doch steht, wie es den Anschein hat, die Mehrzahl der hiesigen Geschäftsleute dem Verbande nicht sympathisch gegenüber, denn, wie aus dem Inseratentheile der heutigen Nummer hervorgeht, werden die interessirenden Geschäftsleute behufs Stellungnahme zum Beamten=Wirthschafts-Verband auf Dienstag Abend zu einer Versammlung eingeladen.„" Were kran: X Höhscheid, 5. Nov. Am Donnerstag Aveno orach in einem an der Neuenhoferstraße gelegenen Hinterhaus mit angebauter und mit Frucht gefüllter Scheune Feuer aus, welchem genannte Gebäulichkeiten zum Opfer fielen. Die schnell auf dem Platze erschienene Feuerwehr schützte die umliegenden Häuser mit Erfolg. In Anbetracht dessen spendete der betreffende Eigenthümer der Feuerwehrkasse den Betrag von 30., welches lobend anerkannt * Solingen, 5. Nov. Mittels Allerhöchster Kabinets=Ordre vom 16. Oktober ist Herr Dr. Franz Stratmann hier zum Sanitäts: Solingen, 5. Rov. Die kurze Theistrecke des Bahn baues Solingen=Remscheid zwischen der Schützenstraße und der Klingenstraße ist nun auch zum Bau vergeben und zwar erhielten den Zuschlag die Herren Klinge und Steinmetz. Der Beginn Baues soll sich indeß an der Halsstarrigkeit eines Interessenten * Wald, 4. Nov. Eine größere Gräfrather Jagdgesellschaft, an der auch hiesige Jäger betheiligt sind, veranstaltete vor einigen Tagen in ihren im Westerwald gelegenen Jagdrevieren eine Treibjagd. Dieselbe hatte ein sehr gutes Ergebniß: 105 Hasen und 18 Rehe wurden erlegt. Einer der jüngeren Nimrode von Wald machte, wie die„Wald. Ztg.“ schreibt, sogar eine Doublette(auf Bock und Rieke), ein Erfolg, den mancher alte Jäger nicht zu verzeichnen hat. Leichlingen, 3. Nov. Herr L. Weyermann ist zum ersten Beigeordneten der hiesigen Bürgermeisterei gewählt worden. —7 Leichlingen, 7. Nov. Am Freitag Abend gerieth auf hiesigem Bahnhof ein Rottenarbeiter unter einen Güterzug. Dem Unglücklichen wurde ein Bein abgefahren. * Burg a. d.., 3. Nov. Die Haupttouristenzeit hat mit dem Beginn dieses Monats geendet, die kommenden Monate werden nicht mehr die großen Zahlen des Besuches unseres Schlosses aufweisen, welche wir im Laufe des Sommers und des Herbstes hatten, wo an einigen Sonntagen nahezu 2000 Eintrittskarten ausgegeben wurden. Tausende haben auch in diesem Jahre das alte bergische Residenzschloß als Ziel ihres Ausfluges erwählt, und Jeder, der hierhin kam, konnte sich überzeugen, wie der geschäftsführende Ausschuß bemüht ist, dem bergischen Volke hier ein Nationaldenkmal zu schaffen, das alle Bewohner des Landes mit Bewunderung und Stolz erfüllt und recht dazu geeignet ist, die Liebe zur engeren Heimath zu fördern!— Von Künstlern und Gelehrten ist dem Ausschuß die vollste Anerkennung für sein Werk ausgesprochen.— S. M. der Kaiser hat kürzlich wieder sein hohes Interesse für das Werk kundgegeben und dabei den Wunsch geäußert, über den weiteren Fortgang des Werkes stets unterrichtet zu bleiben.— Der vollendete Ausbau des Schlosses, das ist das Ziel, welches sich der Ausschuß für die Bauperiode des nächsten Jahres gestellt hat. Wenn irgend möglich sollen bis Juni die unteren Säle schon dem Wirthschaftsbetrieb übergeben werden. Je mehr der Schloßbau seiner Vollendung entgegengeht, um so mehr werden all die Mängel fortfallen, über welche jetzt noch hin und wieder zu klagen, denn ein im Bau begriffenes Haus kann natürlich noch nicht die Annehmlichkeiten des fertigen und vollständig eigerichteten bieten.— Wir bitten die für Schloß Burg bestimmten und noch nicht abgelieferten Beträge doch jetzt direkt an den Präses Herrn Julius Schumacher in Wermelskirchen einzusenden. * Lüttringhausen, 3. Nov. Ein betrübender Unglücksfall hat die Familie des Tagelöhners B. zu Mühle in große Trauer versetzt. Das 10jährige Kind der Leute gerieth heute Nachmittag auf der Straße unter eine vorbeifahrende Dampfwalze. Der Kopf wurde vollständig zermalmt, so daß der Tod sofort eintrat. * Barmen, 4. Nov. Einen gräßlichen Selbstmord führte vorgestern ein in einem Kalksteinbruch bei Docnap beschäftigter Arbeiter aus, dessen verstümmelter Leichnam gestern Morgen auf der Chausse nach Düsselthal, wo der Mann wohnte, gefunden wurde. Derselbe hatte sich eine Dynamitpatrone unter den Kleidern auf die Brust festgebunden und dann dieselbe mittels einer Zündschnur zur Explosion gebracht. Die Ursache zu dem Selbstmord und der Name des Unglücklichen ist noch nicht bekannt geworden. * Elberfeld, 4. Nov. Die Strafkammer des Landgerichts zu Elberfeld erkannte gegen den Redacteur der antisemitischen Rheinischen Wacht, Gerhard ten Winkel, wegen Beleidigung des Ersten Staatsanwalts Baumgardt und des Landgerichtsraths Brixius am Landgericht zu Cleve wegen des Vorwurfs der Parteilichkeit im Falle Buschhoff auf drei Monate Gefängniß und die Befugniß, das Erkenntniß in der Kölnischen Zeitung veröffentlichen zu lassen. * Düsseldorf, 3. Nov. Oberbürgermeister Lindemann theilte gestern in der Sitzung der Stadtverordneten mit, daß voraussichtlich im nächsten Jahre eine Erhöhung der Communalsteuer werde eintreten müssen, da die Bedürfnisse der Stadt insbesondere große Anforderungen bezüglich der Um= und Neupflasterung der Straßen u. s. w. erforderlich machen würden. * Düsseldorf, 4. Nov. Der Rheinische ProvinzialLandtag ist auf den 4. Dezember einberufen. * Düsseldorf, 5. Nov. Der frühere Rechtsanwalt Heintges, welcher in Crefeld wohnte, aber auch in Düsseldorf, wo er häufig als Vertheidiger auftrat, sehr bekannt ist, hat nach dem Tode seiner Frau Theologie studiert und ist bereits zum Priester geweiht worden. Am Allerheiligentage las Herr Heintges zu Oedt im Kreise Kempen *Düssel dorf, 5. Nov. Der wegen Wechselfälschung flüchtige Erwig(Vater) hat sich heute, wie uns durch den Draht gemeldet wird, freiwillig dem Untersuchungsrichter gestellt. Der Sohn Erwig ist bekanntlich nach seiner Verhaftung in America vor einigen Tagen hier eingeliefert worden. * Köln, 5. Nov. Ein Jux, wodurch einem eine besondere Freude gemacht wurde.„Süch der ens, Baumeister, wat dä Kähl doch en Maikevver uus der Täsch trick!" flüsterte dieser Tage in einer Wirthschaft ein Gast des Stammtisches dem neben ihm sitzen. den Freunde in's Ohr, als ein Fremdling, welcher sich ebenfalls an dem Tisch uiedergelassen, einen„Elefant von Chconometer“, so groß wie eine mächtige Sardinenbüchse, aus der Tasche zog. Dann bat er sich die Riesentaschenuhr aus und ließ sie an dem Tische rundgehen. Sollen wir sie nicht ausloosen? raunte er dem Eigenthümer derselben, während sie allgemein bewundert wurde, zu. Sie erhalten sie zurück. Es handelt sich um einen Jux, wodurch einem eine besondere Freude gemacht werden soll. Wir bezahlen das Los mit einem Groschen für die Sammelbüchse, und wer die Uhr gewinnt, giebt eine Runde. Der Herr, der sich in der fidelen Gesellschaft außerordentlich wohl fühlte, erklärte sich gern bereit, dem einen die Freude mit bereiten zu helfen. Auch die anderen Stammtischgäste begrüßten den Vorschlag, die Uhr auszusvielen, mit Freude. Es wurden soviel Mann soviel Papierchen gefalten und in einen Hut gelegt. Dann zog jeder eins, entfaltete dasselbe wieder und— der Fremdling hatte seinen„Magnumbonum=Ticktack“ zu seinem Erstaunen wiedergewonnen. Er bezahlte 18 Krüge und freute sich wie ein Schneekönig, als ihm in einer Rede klar gemacht wurde, daß er der eine sei, dem man durch den Jux eine besondere Freude habe machen wollen. Als ihm aber die Frage, ob man wohl manchmal einem, der in die Gesellschaft gerathe, so eine besondere Freude bereite, bejaht wurde, meinte er: Mer Jonge, ehr Kölsche sid evver doch Oester! * Mayen, 31. Okt. Gestern war der Sonntag„freigegeben“— wie man bezeichnender Weise bei uns sagt; das heißt die Sonntagsruhe war aufgehohen, die Geschäfte waren geöffnet. Welch ein Unterschied zwischen diesem freien Sonntag und den geschlossenen! Schaarenweise war die Landbevölkerung herbeigeströmt um ihre Einkäufe zu machen und sich später zu erholen und zu erheitern. Der„todte“. Sonntag wird von der Landbevölkerung wie eine Art Strafe empfunden! * Viersen, 2. Nov. In der holländischen Grenzstadt Sittard wurde dieser Tage ein Wirth angenehm überrascht. Der Mann hatte vor ein paar Jahren ein Haus käuflich erworben und hatte jetzt ein altes Hintergebäude abgebrochen, um an dessen Stelle einen Tanzsaal zu erbauen. Bei den Erdausschachtungen fanden, wie die „Kref. Ztg. berichtet, die Arbeiter eine blecherne Büchse, in welcher sich 1100 M. in 20=Markstücken und 2 goldene 10=Guldenstücke befanden. Wie das Geld in den Versteck gekommen, ist Niemand bekannt. * Oberhausen, 2. Nov. Als charakteristisch theilt die „N. O. Ztg. mit, daß die diensthabenden Telegraphenbeamten der Kaiserlichen Post sich am Samstag Abend weigerten(?), ein Telegramm nach der Wurpenbergstraße zu bringen, weil— die Wege unsicher seien. Das Telegramm wurde erst Sonntag früh 8 Uhr bestellt.— Weiter schreibt die genannte Zeitung:„Ob die Kaiserliche Post nun für die Folge den Boten einige Revolver anschaffen oder die Boten durch berittene und bewaffnete Postillone ersetzen wird, ist uns noch nicht bekannt, wir nehmen jedoch als bestimmt an, daß Vorkehrungen getroffen werden, um Telegramme auch des Nachts sicher in die Hände der Adressaten gelangen zu lassen. * Styrum, 2. Nov. Wie gefährlich es ist, Katzen im Zimmer zu lassen, wo kleine Kinder liegen, beweist folgender Vorfall. Eine Frau hierselbst hörte in der Nacht ein ungewöhnliches Röcheln von ihrem halbjährigen Kinde und fand, als sie nachsah, daß sich die Katze dem Kinde auf den Hals gelegt hatte. Wahrscheinlich wäre der Erstickungstod des Kindes herbeigeführt worden, wenn die Frau nicht frühzeitig erwacht wäre. * Hagen, 1. Nov. Der vom königlichen Amtsgericht zu Klötze(Kreis Gardelegen) gesuchte 21jährige Raubmörder A. Suhr wurde gestern hier verhaftet und heute nach Klötze gebracht. Suhr hat mit einem Genossen den Schlossergesellen Kötzmann in der Nähe von Klötze ermordet und seiner Barschaft beraubt. * Hagen, 4. Nov. Eines eigenartigen Betruges hat sich der Metzger E. R. hierselbst schuldig gemacht. Er bedurfte gelegentlich der letzten Osterfeiertage eines Kalbes und suchte ein solches bei einer Landwirthin zu erwerben; die Frau aber weigerte den Verkauf, da das Kalb schon für einen Konkurrenten des R. bestimmt war. R. schickte nun seinen Lehrling zu der Frau, der sich als im Auftrage des Konkurrentenkunden ausgeben und das Kalb mitnehmen mußte, nachdem er den Preis gezahlt hatte. Für dies Manöver ist nun R. zu 1 Woche Gefäng niß verurtheilt worden. * Witten, 4. Nov. Die allgemeine Geschäftsflaue hatte auch die Gewehrfabrik des hiesigen Gußstahlwerks ergriffen und Entlassungen und verkürzte Arbeitszeit hervorgerufen. Jetzt hat genanntes Werk einen bedeutenden staatlichen Auftrag in Gewehrläufen erhalten, der für mehrere Monate Beschäftigung sichert. * Iserlohn, 3. Nov. In der Grüne feierte der Werkmeister Philipp Hederich sein 50jähriges Arbeiter=Jubiläum. Ein halbes Jahrhundert befindet sich der Inhaber im Dienste der Firma H. Schlieper u. Sohn, die ihm von jetzt ab ein festes Ruhegehalt bis zu seinem Lebensende ausgesetzt hat. An der Jubelfeier nahm auch der Kettenschmied C. D. Richter theil, der in genannter Fabrik sogar 52½ Jahre beschäftigt ist. * Dortmund, 2. Nov. Einen Witz aus der Strafkammer sternden Schnee hatte man Schellengeklirr und das Stampsen von Pfecden gehört, und wie sie erwarteten, näherte sich im raschen Trabe der elegante Schlitten des jungen Grafen Rodenberg. Sie waren beide liebliche, hübsche Mädchen, die jetzt erwartungsvoll und mit leuchtenden Augen auf die Straße hinabblickten. Leider hatten sie allzufrüh ihre Mutter verloren, und der Vater, der durch mancherlei eigene und fremde Verschuldungen nicht allein sein Vermögen, sondern auch seiner Schulden wegen seine Stellung im Heere verloren hatte, erzeigte seinen Kindern weder Liebe noch Vertrauen. Sie waren ihm eine Last, die er schon gern von sich abgeschüttelt hätte, wenn nicht der Gedanke, später durch glänzende Heirathen seine eigene Lage zu verbessern, ihn milder und versönlicher stimmte. Olga, die älteste, war ein bildschönes Mädchen mit regelmäßigen Zügen, treuen, blauen Augen und blonden Locken. Irmgard war dunkel und hatte das leicht erregbare, heftige Temparement ihres „Dachte ich es doch, es ist Graf Oscar!“ rief Irmgard überrascht.„Willst Du ihn hier sehen, Olga, oder im Speisezimmer?“ „Hier,“ entschied Olga erröthend. Kaum hatte die jüngere Schwester das Zimmer verlassen, als de Grft intiot. Arme Olga! Sie eilte ihm, wie jedes Mar, freudig erregt mit ausgebreiteten Armen entgegen, doch sein bleiches ungewöhnlich ernstes Antlitz erschreckte sie und machte ihr die Hände sinken. „Oscar, flüsterte sie ängstlich, als er sie leidenschaftlich an sein Herz drückte,„ich habe den ganzen Tag an Dich gedacht. Oh! wie entsetzlich siehst Du aus, Du hast gewiß sehr gelitten!“ Ja,“ erwiederte er langsam und traurig,„ich habe schwer, recht schwer gelitten, mehr sogar, wie Du ahnst. Der Verlust meines Vaters ist nicht mein einzigster, Schmerz, obgleich ich ihn tief empfinde. Aber das bittere Unrecht, daß mir geschehen ist, empört mich so sehr, daß ich kaum meine Ruhe bewahren kann.“ „Was ist geschehen, Oscar, Du erschreckst mich?“ fragte Olga erbleichend. Welches Unrecht kann Dich so tief ergriffen haben?“ Graf Oscar erfaßte ihre beiden Hände und sah ihr lange forschend in die treuen Augen. „Olga, begann er langsam,„ein höchst ungerechtes, unnatürliches Testament ist heute in meinem Schlosse eröffnet und verlesen worden, welches, sollte es in Kraft bleiben, mich fast zum Betler macht!“. 65765 „Zum Bettler?“ wiederholte Oiga unglausig. „Nein, mein süßes Lieb, ganz so schlimm ist es nun noch nicht, aber viel fehlt nicht daran, versetzte er mit bitterem Lächeln. „Laut dieses Testamentes bin ich nur der Erbe des Titels und des Schlosses mit seinen Besitzungen, während das c##z bedeutende Vermögen mir nicht zuerkannt wird; wenigstens nicht, bis ein anderes Testament aufgefunden wird.“ „Wie ist das möglich?“ stammelte Llga, verwirrt die Augen sentend.„ 519 Laur umsgl Graf Oscar zögerte einen Augenot##, vunin umschlang er liebevoll das zitttrude Mädchen, und sie fest an sich drückend erzählte er ihr ausführlich alle Einzelheiten des heute verlesenen Testamentes. „Mercedes Melani!“ hauchten Olga's bebende Lippen, als der Graf geendet hatte.„Hat sie sich nicht entführen lassen? ist sie nicht spurlos verschwunden?“ fragte sie verwirrt. „Sie ist ein ruheloses, irregeleitetes Wesen," berichtete der Graf,„und ich will nicht, daß selbst ihr Name über Deine reinen Lippen kommt. Es schmerzt mich tief, daß sie, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigte, sich so zügellos vom Strudel der Weltlust erfassen ließ. Wir haben als Kinder zusammen gelebt, Olga.“ „Ich weiß es.— Ist es wirklich wahr, Oscar, das Du früher mit ihr verlobt warst?“ stammelte Olga verwirrt. „Wer hat Dir das gesagt?“ fragte er mit sichtlichem Erstaunen. „Ich hörte nur davon reden. Oh, Oscar, sieh mich nicht so finster an; zürnst Du mir?“ Oscar’s Zöge erhellten sich. (Fortsetzung folgt.) Ein Gedicht Kaiser Wilhelms I. findet sich in einem kürzlich erschienenen Buche, das den Titel führt:„Kaiser Wilhelm I. und sein schriftstellerisches Eingreifen bei entscheidenden Fragen und Abschnitten seiner Zeit.“ Das Gedicht ist im Jahre 1840 entstanden, es enthält aber bereits in voller Klarheit die Ziele der künftigen deutschen Politik. In einigen Strophen sind Anklänge an das bekannte Lied„Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen. Rheine unverkennbar, immerhin aber bleibt das Gedicht bemer#####werth durch Inhalt und Form. Es lautet: Der Oberrhein. Sie haben ihn da oben So woll'n wir's wieder haben Den alten deutschen Rhein, Das Gott von vsähgast begracßen Deshalb soll stets gehohen„. Weil dort schon lanp.—#— Das Schwert des Deutschen sein. Der beutsche Adler ruht. Mit welcher Schalkheit raubte Du Volk aus den Vogesen Der Ludwig uns das Land. Und dem Ardennenwald, Weil Deutschland mit dem Haupte Wir wollen Dich erlösen Des Reichs in Fehde stand. Von fremder Truggewalt. Du Straßburg, Burg der Starken Dann mußt Du auch vernehmenz Von Frankreich und Burgund, Den deutschen Bundesruf So lang dort rasen Franken Und Dich der Knechtschaft schämen, Wird Deutschland nicht gesund. Die wälsche Art Dir schu. Dein Münster streckt den Finger Und solltest Du Dich sträuben Zum Himmelszelt empor Und fühlst die Knechtschaft nicht, Und drohet dem Bezwinger, So wollen wir Dich treiben Und dem, der ihn verlor. Zu Deiner Kindespflicht. Dem Reich und einst dem Kaiser, Damit einst Deine Kinder Wohl an des Rheines Strand Doch mögen Deutsche sein Sei Du des Weges Weiser. Und sich der Ueberwinder Ins stolze Frankenland. Von ihren Vätern freun. Der Rhein soll Deutschlands Erden So wollen wir ihn haben In seinem ganzen Lauf Den alten deutschen Rhein, Wohl wieder eigen werden, Dann erst wird Seg,hzggeorefe Rollt euer Banner auf! Das Schwert der De###chen#in. — erzählt die„Dortm. Ztg.“: An dem Anwaltstische bei der hiesigen Strafkammer saß neulich einer unserer Rechtsanwälte ohne Robe und ohne Barett. Als ein Angeklagter die Bank betrat, wandte sich der Vorsitzende an den Anwalt mit der Frage:„Vertheidigen Sie den Angeschuldigten?“ Vertheidiger:„Nein!“ Vorsitzender(im Hinblick darauf, daß der Anwalt ohne Amtstracht ist):„Ach so, Sie haben ja auch das Zeug nicht dafür!“— Große Heiterkeit ringsum, in die der so Apostrophirte in erster Linie herzlich mit einstimmte. * Dortmund, 3. Nov. Um seiner Tochter eine standesgemäße Ausstattung geben zu können, beantragte ein hiesiger Bürger ein Darlehen von einigen hundert Mark beim Wohlthätigkeits=Verein. Auf die Bemerkung, daß dieses nicht anginge und der Verein hierfür keine Mittel hätte, meinte der Betreffende:„Nun, man will sich dem Bräutigam gegenüber(der zwar nichts davon wissen darf) doch nicht merken lassen, daß man so ganz mittellos ist. Gerichts=Verhandlungen. s Solingen, 4. Nov. In der heutigen SchöffengerichtsSitzung fungirten unter dem Vorsitz des Herrn Amtsrichters Fritzsche die Herren Max Beien von Wald und Carl Küpper von Widdert als Schöffen.— Hugo., 35 Jahre alt, Anstreicher in Solingen, begegnete in der Nacht vom 22. zum 23. August dem Wirthe Gerhardt, auf den er einen Pick hatte. Flugs griff er denselben an und warf ihn zur Erde, so daß., um weiteren Mißhandlungen zu entgehen, Reißaus nahm. S. wurde wegen dieses rohen Ueberfalles mit 2 Wochen Gefängniß bestraft.— Joseph., Maurer zu Solingen(Bertramsmühle), dessen Ehefrau und sein 14jähriger ] Sohn Wilhelm sollen sich am 15. September d. J. durch Werfen mit Steinen auf Menschen strafbar gemacht haben. Durch die heutige Verhandlung erschien die Angelegenheit nicht genügend aufgeklärt. Es sollen darum noch zwei Zeugen geladen werden.— Uebertretung der Bestimmungen über die Sonntagsruhe war dem Handelsmann Friedrich Sch. in Solingen zur Last gelegt. Derselbe hatte gelegentlich des Mangenberger Turnfestes Conditorwaaren feil geboten. Strafe 5 Mark oder 1 Tag Haft.— Emil., 20 Jahre alt, ohne Gewerbe, zu Solingen und Walter., 21 Jahre alt, Schleifer zu Höhscheid, welche am 17. Juli d. J. sich lärmend und skandalierend über die Straßen trieben, erhielten wegen Unfugs, ersterer 4 Wochen, letzterer 10 Tage Haft.— Dann hatten sich der Gabelschmied Robert W. und dessen Ehefrau von Aufderhöhe wegen gemeinschaftlicher Mißhandlung ihres Anmiethers Ferdinand Hendrichs zu verantworten.— Es wurde erwiesen, daß die Ehefrau., eine schon wegen Gewaltthätigkeit vorbestrafte Frau, allerdings den H. bei dem Versuche, ihn weil er die Miethe nicht bezahlt, auszusetzen, mißhandelt hatte. 4 Monate Gefängniß wurden ihr dieserhalb zudiktirt. Der Angeklagte W. wurde freigesprochen.— Uebertretung der für die amtlichen Fleischbeschauer im Regierungsbezirk Düsseldorf erlassenen Dienstinstruktion, betreffend die Zahl und den Umfang der zu entnehmenden Fleischproben, war 6 Fleischbeschauern und 2 Fleischbeschauerinnen aus Solingen zur Last gelegt. Die Denunziation war, wie sich aus der Verhandlung ergab, von einem wegen gleicher Unachtsamkeit entlassenen und bereits bestraften früheren Beschauer ausgegangen. Mit Rücksicht hierauf lautete das Urtheil gegen die heutigen Angeklagten, welche sich seitdem größter Vorsicht befleißigen, auf nur je 20 Mark Geldstrafe.— Friedrich., Schmied in Solingen, wurde wegen unentschuldigter Schulversäumniß seines Kindes zu 3 Mark Geldstrafe verurtheilt. Zum Schluß kamen noch 3 Privatklagen. Gewinne von 10 000 M. auf Nr. 174227. 2 Gewinn von 5000 M. auf Nr. 42618 100866. 29 Gewinne von 3000 M. auf Nr. 9884 9942 11472 12529 42370 42479 43317 44457 45231 48444 70281 83302 96359 97484 100033 104231 116978 117520 132226 135276 137389 143890 170070 171157 174844 178854 181405 187084 188403. 29 Gewinne von 1500 M. auf Nr. 1954 2842 15735 23821 25365 29707 33689 39872 41479 45156 46613 51470 54711 55944 62272 72469 79187 85112 107412 109266 119485 131732 142421 144287 145500 160660 166590 174348 184292. 47 Gewinne von 500 M. auf Nr. 34 2464 6431 11760 12184 16646 16805 17440 19793 26832 27069 29469 38279 42298 50476 50561 53639 57671 58093 60088 60332 78536 82230 87840 95854 97027 98747 90402 103481 120144 124844 126313 126867 130725 132938 135702 140048 154705 164153 171895 173010 176759 178496 181173 183674 188756 189777. 1 Gewinn von von 5000 M. auf Nr. 187. Preußische Lotterie. (4. Klasse.) 3. November Vormittags=Ziehung. 10000 M. auf Nr. 80504. 4 Gewinne 32943 57492 82548 179353. 34 Gewinne von 3000 M. auf Nr. 669 4212 21662 30702 32813 36248 41954 37676 62396 66091 70768 74199 91000 100375 104535 114162 114308 119143 123653 127510 129028 133481 139486 140684 141441 145071 150147 159539 161514 164719 166780 167768 179652 186540. 21 Gewinne von 1500 M. auf Nr. 22967 34481 41040 46591 47247 53566 58352 58486 73422 77721 104872 109063 110625 115541 123254 130898 133599 159859 173477 177574 187755. 37 Gewinne von 500 M. auf Nr. 90 9442 23450 25103 31187 36214 36416 45240 47756 49677 49955 55563 56291 57434 59613 60498 85922 89440 93369 93531 109578 119826 122799 124166 133488 133878 134194 137860 146051 149540 153947 161545 166181 167355 169923 180300 180498. Nachmittags=Ziehung. 1 Gewinn von 40000 M. auf Nr. 58521. 2 Gewinne von 5000 M. auf Nr. 128924 147896. 28 Gewinne von 3000 M. auf Nr. 3700 8221 10607 11489 24714 41538 34512 51606 53971 58449 73291 91486 92161 96702 105465 107185 108162 108568 110195 126215 135938 138880 145489 146594 148468 156640 159028 162094. 36 Gewinne von 1500 M. auf Nr. 1204 3521 5952 7794 15179 16225 41700 45938 49057 57542 63352 83958 88116 92815 93161 93368 93513 100191 107562 108605 118943 122397 126131 127619 132157 137267 145685 155402 158764 165165 165657 171776 177395 181686 183353 186580. 44 Gewinne von 500 M. auf Nr. 623 4453 62229 6640 10014 14066 33578 35926 51153 56811 58908 63889 64789 66414 70537 77914 81109 84519 93698 95710 97281 102870 103162 103675 105110 106002 106197 107556 109148 126430 131956 132834 136129 148285 150060 153571 163086 165404 167512 174850 181176 185840 188579. 4. Nov. Vormittags=Ziehung. 1 Gewinn von 15000 M. auf Nr. 62016. 5 Gewinne von 10000 M. auf Nr. 33202 73800 91660 143927 182912. 4 Gewinne von 5000 M. auf Nr. 97871 140054 146111 184457. 27 Gewinne von 3000 M. auf Nr. 9102 10490 20262 21777 28587 38111 43663 60335 63451 64584 65188 65816 72874 77761 88210 98557 100580 102467 103805 104179 108551 142798 147702 153916 171925 184283 185304. 39 Gewinne von 1500 M. auf Nr. 2836 4944 8539 24263 26971 28617 32433 43104 44244 46002 47626 53133 59023 64993 72404 80765 82188 87665 89450 96714 98423 112139 116735 119237 120146 120432 122257 128353 130220 149515 163311 171269 171559 172100 172599 172997 174260 177028 180718. 39 Gewinne von 500 M. auf Nr. 895 3323 3553 6314 18139 19272 36721 41729 45993 63287 66047 74817 76345 87502 91700 98480 98919 102902 104132 104567 105092 106493 106615 109352 109859 118766 129022 135070 149650 153772 155732 159355 164183 169913 172997 180415 185258 186538 189705. Nachmittags=Ziehung. 1 Gewinn von 150000 M. auf Nr. 14317. 2 Gewinne von 15000 M. auf Nr. 108182 126699. 1 Vermischte Nachrichten. * Die Deutsche Bank in Berlin ist aufs Neue durch einen Angestellten arg geschädigt worden. In der Nacht zum Montag ist der Buchhalter Riettorf verhaftet worden, nachdem am Sonntag der Polizei die Anzeige zugegangen war, daß er von den seiner Obhut anvertrauten Depots den Gesammtbetrag von etwa 100000 Mk. unterschlagen hat.., der ein gutes Gehalt bezog, erhielt von seinen Verwandten den Auftrag zu Börsenspekulationen. Dabei verlor er mehr und immer mehr, bis er schließlich die Depots angriff. Er besitzt sehr wohlhabende Verwandte, die wohl den Schaden decken werden. * Hamburg, 5. Nov. Gestern fanden 9 sozialistische Versammlungen hierselbst statt, welche von etwa 30 000 Personen besucht waren. Uebereinstimmend wurde eine Resolution gefaßt, welche, da die bisherige Gestaltung des Hamburger Staatswesens sich als den Interessen der Gesammt=Bevölkerung schädlich erwiesen haben, eine demokratische Neugestaltung auf Grund des allgemeinen, gleichen, directen und geheimen Wahlrechts gefordert wird. Ferner wurden 7 Forderungen, betreffend Gestaltung der Regierungsform, und 11 auf Verhütung von Noth=und Wohnungselend bezüglich gestellt. * Stolp(Pommern), 3. Nov. Die hiesige Schloßkirche steht seit gestern Nachmittag 6 Uhr in Flammen. * Nordhausen, 26. Okt. Ein seltenes Beispiel gemeinster Habsucht und moralischer Verderbtheit beschäftigte die hiesige Strafkammer. Die den besseren Ständen angehörigen, in wohlhabenden Verhältnissen lebenden Rentnerinnen, geschiedene Frau Schäfer, geb. Grünhagen und Wittwe Concordia Schneider geb. Werther von hier, welche eine gemeinschaftliche Wohnung inne hatten, haben Nachts mehrfach hölzerne Grabkreuze von den Friedhöfen entwendet und durch ihr Dienstmädchen im Korbe nach Hause schaffen lassen, um diese Kreuze als Brennholz zu verwenden. Im August d. J. wurden sie durch zwei Polizisten, die sich auf die Lauer gelegt, ertappt. Beide Frauen haben lediglich aus Geiz und Habsucht diese Kirchhofsdiebstähle ausgeführt. Sie wurden zu je 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. * Mühlhausen i. Th., 1. Nov. Auf Veranlassung des hiesigen Landraths ist die vorläufige Ausgabe der Gewinnliste der Mülhauser Geld=Lotterie zurückgehalten worden, bis die Entscheidung über die Gültigkeit der Ziehung, welche höheren Orts nachgesucht wurde, eingetroffen ist. Es steht zu erwarten, daß bei künftigen Privat=Lotterien der Stadt einen in Lotterie=Ziehungen kundigen Beamten nach den betreffenden Städten zur Beaufsichtigung der Ziehung sendet, wo derartige Geschäfte nicht bekannt sind. * Zur Ziehung der Kirchenbaulotterie Mühlhausen i. Thür wird der Magdeb. Ztg. folgendes mitgetheilt: Am Freitag den 28. Oktober kam in aller Frühe der Breslauer Looshändler, der in seiner Collecte die Nummer hatte, auf die der erste Hauptgewinn(250 000 M. gefallen ist, in Begleitung eines andern Herrn zu einem Rentner in Frankenhausen, der das Gewinnlos besaß. Der nichtsahnende Rentner wurde aus dem Bett geholt und von seinem Glück in Kenntniß gesetzt. Er verkaufte das Loos an die beiden Geschäftsleute, die ihm 229 200 M. boten und für diesen Preis das Loos in ihren Besitz brachten. Wer wird nun, wenn die Gültigkeit der Ziehung mit Erfolg angefochten wird, den Verlust tragen? * Stuttgart; 5. Nov. Die hiesige Strafkammer verurtheilte den Reichstagsabgeordneten Oskar Freiherrn v. Münch wegen Beleidigung des Hofraths Colin, Direktors der Württembergischen Vereinsbank, zu zweimonatlicher Gefängnißstrafe und zu 300 Mark Geldbuße. 1* Auch ein Titel. Als Seitenstück zu der„Ameiseneiersammlerstochter“ kann folgende Todes=Anzeige in den Münchener N. Nachr. gelten:„Gestern verschied nach langem Leiden die ehrgeachtete Frau Katharina., königliche Hoftheaterfarbenreibergehülfensgattin. * Newyork, 2. Nov. Der Deutsche Ernst Voß, der im Jahre 1884 zwei Millionen aus der Sparkasse zu Verden entwendete, wurde in Hoboken todt aufgefunden. Civilstand der Stadtgemeinde vom 23. bis zum 29. Oct. 1892. Geburten. Maximilian, S. v. Messerschläger Johann Esser, Niederstr. Therese, T. v. Geschäftsführer Christian Eckel, Düsseldorferstr. Adele, T. v. Scheerenschläger Friedrich Lohmar, Dahl. Erich Wilhelm Heinrich, S. v. Schreiner Johann Friedrich Hermann Alpert, Südstr. Anna, T. v. Flaschenbierhändler Friedrich Ludwig Bernhard Lamm, Kronenstr. Rudolf, S. v. Handelsmann Gottfried Stahl, Hauptstr. Wilhelm, Elfriede, Zwillinge von Gabelschmied Ernst Schmidt, Loch. Emma, T. v. Fabrikschlosser August Winzen, Braband. Ernst, S. v. gewerblose Adele Marx, Eintrachtstr. Paula, T. v. Fabrikarbeiter Karl Peter Olbert, Potzhof. Jacob Heinrich Josef, S. v. Bürstenmacher Jacob Müller, Bauermannsheide. Heiraths=Verkündigungen. Messerschleifer August Kaimer zu Auenberg, Wwr. von Albertine Rasch und Tagelöhnerin Gertrud Annas, Wwe. von Johann Rös zu Mülheim a. Rh. Weichensteller Johann Müller zu Richrath und Gertrud Schumacher zu Marktstr. Scheerenschleifer Friedrich Schütz zu Feldstr. und Emma Henkels zu Scharrenberg. Dachdeckermeister Julius Martin Ruckstuhl zu Düsseldorferstr. und Anna Klaas zu Schulstr. Handelsmann Karl August Hösterey, Wwr. von Emma Cording zu Elberfeld und Emma Klein zu Scharrenberg. Maschinenbauer Christian Fleck zu Merscheiderstr. und Ida Klever zu Kamperstr. Schleifer Otto Röltgen zu Ohligs und Bertha Peters zu Hilden. Messerschleifer Ernst Schaaf zu Scheiderstr. und Johanna Busch zu Weststr. Heirathen. Fabrikschlosser Karl Hendrichs, Scheuren und Hulda Linder, Merscheiderstr. Schreiner Karl Schäfer, Barl und Ida Herder, Solingerstr. Bandwirker Emil Blankertz, Holthausen und Dienstmagd Clara Meurer, Weyer. Sterbefälle. Botenfuhrmann Wilhelm Jürgens, verh. mit Maria Bresser, 53 J. 10., Weyer. Margaretha Andree, 5 M. 3., Poststr. Scheerenfeiler August Simon, 26., Auenberg. Clara Scholl, 12 J. 6., Hofstr. Carl Lenz, 3 J. 3., Scheiderstr. Johanne Melcher, 1 J. 10., Scharrenberg. Paula Olbert, 3 Tage, Potzhof. Ernst Robert Hammerstein, verh. mit Lisette Wolfertz, 44 J. 7., Zweigstr. Eintragungen in das Muster=Register zu Solingen. Muster für plastische Erzeugnisse. Schutzfrist 3 Jahre. Schließmesser mit gespaltenen Backen und in diesen eingreifendem Schließkeil: Gebr. Christians in Solingen; Drathwalzwerk mit Anordnung eines Glühofens unmittelbar vor einer Reihe hintereinander liegender Walzen; Rudolf Kronenberg in Ohligs; Taschenmesser mit fünf oder sechs Instrumenten, bei welchen die in der Mitte des Rückens angebrachten Instrumente durch dieselbe Feder bethätigt werden, welche auf die an beiden Seiten oder nur einerseits angebrachten Instrumente einwirkt; Heinr. Westebbe in Merscheid; Rohrzange mit Kettenschluß: Aug. Berns in Cconenberg. Dienstag:„Tannhäuser. Mittwoch:„Cavalleria rusticana,“ vorher:„Barbier von Sevilla.“ Stadttheater Barmen. Dienstag:„Adrienne Lecouvreuer.“ Mittwoch: geschlossen. Fruchtpreise zu Neuß am 7. November 1892. Weizen neuer à 100 Kilo Landroggen, neu à 100 Kilo Gerste 100 Kilo Luzerneheu bei C. Theis in Ohligs per 500 Kilo M. 65. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 10 Ctr.„ 55 Rüböl per 100 Kilo faßweise......... Preßkuchen per 1000 Kilo 120„ 50% der Herbstappells pro 1892. Die diesjährigen Herbst=Appells werden im Kreise Solingen wie folgt abgehalten: A. Melde=Amt Solingen. b. Per Appell der Bürgermeisterei Ghligs auf dem Marktplatz zu Ghligs Dienstag, den 8. November 1892, Nachmittags 3 Uhr die Reserve, Dispositions=Urlauber, Superrevidenten, sowie diejenigen Landwehrleute, welche in der Zeit vom 1. April bis Ende September 1880 eingetreten sind. o. Per Appell der Bürgermeisterei Wald auf dem Schützenfeld zu Wald Mittwoch, den 9. November 1892, Morgens 9 Uhr dieselben Categorien. d. Per Appell der Bürgermeisterei Gräfrath auf dem Platz vor dem Bezirks=Commando zu Gräfrath Mittwoch, den 9. November 1892, Nachmittags 3 Uhr dieselben Categorien. e. Ber Appell der Bürgermeisterei Höhscheid auf dem Höhscheiderplatz zu Höhscheid Donnerstag, den 10. November 1892, Morgens 9 Uhr dieselben Categorien. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß nur diejenigen Landwehrleute, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1880 eingetreten sind, behufs Ueberführung zur Landwehr II. Aufgebots beim diesjährigen Herbst=Appell zu erscheinen brauchen. Sämmtliche zum Erscheinen verpflichtete Mannschaften werden hierdurch aufgefordert, sich pünktlichst zu den resp. Appells einzufinden und ihre Militärpapiere mit zur Stelle zu bringen. Verspätetes Erscheinen oder Fehlen ohne vorherige Erlaubniß wird nach den gesetzlichen Bestimmungen bestraft. Bispensationen von den Appells sind mindestens 4 Tage vorher durch das zuständige Meldeamt bezw. den Kontrolbezirk beim BezirksCommando nachzusuchen. Die Wahrheit der angegebenen Gründe, sowie etwa beizubringende ärztliche Atteste pp. sind vorher ortsobrigkeitlich beglaubigen zu lassen. Nur wer durch plötzliche Eckrankung oder unvorhergesehene ganz dringende Geschäfte pp. abgehalten ist, den Appells beizuwohnen, kann sich am Appellplatze mittelst Ueberreichung eines ortsobrigkeitlichen oder ärztlichen Zeugnisses durch einen Dritten(Reservist oder Angehörige pp.) entschuldigen lassen. Die Entscheidung auf diese nachträglichen Dispensations=Gesuche bleibt vorbehalten und werden die betreffenden später zum Nachappell nach dem Melde=Amt Solingen oder nach der Controllstelle Opladen beordert werden. Stöcke, Regenschirme, Pfeifen 2c. müssen vor Beginn der Appells ausnahmslos weggelegt werden. Die Controlpflichtigen haben grundsätzlich an demjenigen Appell theilzunehmen, welcher für ihren Wohnort angesetzt ist und werden Diejenigen, die sich trotzdem auf andern Appellplätzen einfinden, stets zurückgewiesen werden. Die Appells werden abgehalten im Bezirk des Melde=Amtes Solingen durch den Hauptmannn und Bezirksoffizier Hrn. v. Baeckman Im Interesse der Mannschaften des Beurlaubtenstandes wird noch ganz besonders auf Abschnitt III Nr. 12 und Abschnitt V Nr. 14 der im Militär= u. Ersatz=Reserve=Paß vorgedruckten Bestimmungen aufmerksam gemacht und dazu bemerkt, daß Vergeßlichkeit oder Unkenntniß als Entschuldigungsgründe für eine Appellversäumniß bestimmungsmäßig nicht gelten dürfen. Die bei Zivilbehörd n angestellten Mannschaften des Beurlaubtenstandes werden noch darauf hingewiesen, wie sie, die Letzteren, selbst dafür Sorge zu tragen haben, daß ihre Dispensations=Gesuche oder Entschuldigungsscheine spätestens am Appelltermine der Bezirks=Compagnie übergeben werden, indem sie, die Mannschaften des Beurlaubtenstandes, gesetzlich allein die Verantwortlichen bleiben und durch eine unbegründete, oder nicht rechtzeitig begründete Versäumniß des Appells sich jedenfalls die gesetzliche militärische Strafe von 3 Tagen Mittelarrest zuziehen. Wie bisher üblich gewesen, werden auch in diesem Jahre etwa 8 Tage vor Abhaltung der Control=Versammlungen durch an öffentlichen Orten ausgelegte besondere Bekanntmachungen der BezirksCompagnieen die Mannschaften nochmals an Tag und Stunde der Appells erinnert werden. Gräfrath, den 1. Oktober 1892. Königliches Bezirks=Commando. * Diakonissenfonds. Für den ev. Diakonissenfonds wurden mir von Fr. Dr. D. 9 Mark übergeben. Mit Herzlichem Dank verbinde ich die Bitte um weitere Gaben. Knipping, Pfr. Bekanntmachung. Die Heberolle über die Beiträge zur Rheinischen landwirth= schaftlichen Berufsgenossenschaft für die hiesige Bürgermeisterei pro 1891 liegt vom 8. Novbr. ab während zwei Wochen im Rathhause, Zimmer Nr. 5, zur Einsicht der Betheiligten offen, was mit dem Bemerken bekannt gemacht wird, daß binnen einer Frist von weiteren zwei Wochen die Betriebsunternehmer unbeschadet der Verpflichtung zur vorläufigen Zahlung, gegen die Beitragsberechnung beim Sections= vorstande in Solingen Einspruch erheben können. Ohligs, den 4. Nov. 1892. Der Bürgermeister: Trommershausen. Von Herrn Carl Everts zu Neuenhoferstraße wurden mirheute zum Besten der Feuerwehrkasse 30 M. übergeben, welches ich hiermit dankend bescheinige. Höhscheid, den 4. Nov. 1892. Fr. Becker, Cassirer der fr. Feuerwehr. 8988988 # Statt besonderer Meldung.## S Die VERLOBUNG ihrer# jüngsten Tochter Else mit dem Pfarrer design der deutschen Gemeinde in &a Liverpool, Herrn Carl# ) Wardenberg, beehrt sich anzuzeigen. 9 Halle(Saale), Nov. 1892. 8 Frau Wwe. Dr. Strasser. Steuer=Empfang. Ohligs. Mittwoch, den 9. November von—12 Uhr Vormittags —4 Uhr Nachmittags. Merschei d. Samstag, den 12. November von—12 Uhr Vormittags. zum Beamten= Wirthschafts=Verband werden interessirende Geschäftsleute zu einer Versammlung Sänger brauchen zur Vermeidung und zur Beseitigung von Insdispositionen Fay's ächte Sodener Mineral=Pastillen. auf Dienstag, den 8. Novbr. er. Abends punkt ½9 Uhr in das Lokal des Herrn Hermann Heipertz Viele Geschäftsleute. Gemischter Chor eingeladen. Derselbe gedenkt am Sonntag, den 13. November im Lokale des Herrn Ferd. Plümacher zu Broßhaus sein diesjähriges CAPTUNUS PEET durch Concert und Gesellschaftsball zu feiern, unter gefl. Mitwirkung der wohllöbl. Gesang=Vereinen Polyhymnia=Ghligs, Concordia=Hilden, Männer=Quartett ConcordiaMeisenburg. Die Musik wird von der Ohligser Feuerwehr=Kapelle ausgeführt. Karten im Vorverkauf à 50 Pfg. sind niedergelegt bei den Herren Ernst Kohl, Wilh. Grah, Julius Kronenberg sowie im Vereins= und Festlokale und bei den Vereinsmitgliedern. Kassapreis 75 Pfg. Anfang 5½ Uhr. Der Vorstand. Die verehrten passiven Mitglieder sind hierdurch frdlst. eingeladen. Garantirt Eingeschossene getber d. um 4 5 K gE 0 85 * Kleine Ursachen— 8 Große Wirkungen. Aus einfacher Indisposition kann völliger Stimmverlust, aus andauernder Heiserkeit können oft schwere Halsleiden entstehen und Husten deutet nicht selten auf schwere Brustleiden hin. Wer also eine auch nur leise Indisposition spürt, wer heiser spricht oder hustet, der denke sofort an Abhilfe und gebrauche FAY's ächte Sodener Mineral=Pastillen! —* Man achte beim Einkauf darauf, daß jede Schachtel die Bezeichnung##### **„Fay's ächte Sodener Mineral=Pastillen und den Namenszug„Ph.„ * Herm. Fay“ trägt. Außerdem muß jede ächte Schachtel mit einer blauen ovalen Verschlußmarke versehen sein. Fay's ächte Sodener Mineral=Pastillen sind in allen Apotheken,# Droguerien, Mineralwasserhandlungen 2c. zum Preise von 85 Pfg. per de Schachtel erhältlich. Für Rechts-Anwälte sind Fay's ächte Sodener Mineral=Pastillen direkt unentbehrlich, da sie hebend auf die Stimmbänder wirken u. a. d. Sprachorgan den wohlthuendsten Einfluß üben. + % Wohlthätigkeits-Verein kath. Frauen u. Jungfrauen. Mittwoch, den 9. November Nachmittags 5 Uhr Um zahlreiches Erscheinen bittet dringend Der Vorstand. Gemischter Chor (Ed. Witte.) Die Uebungen sind gemäß Vereins=Beschluß vorläufig auf Dienstag Abend verlegt. Also nächste Uebung den 8. Novbr., zu welcher um zahlreichen Besuch besonders der activen Mitglieder freundlichst gebeten wird. Vorstand. Ohligser Lehrerverein. Versammlung am Dienstag, den 8. de. Mts., Aberds 6 Uhr, Tagesordnung]: 1. Vortrag:„Das Alters= und Invaliditätsversicherungsgesetz in der Schule.“(Rehorn.) 2. Sterbekasse betreffend. 3. Vorstandswahl. Ohligs, 6. Nov. 1892. Der Vorsitzende. Prinz Wilhelm KriegerVerein. Zu dem am Sonntag, den 13. d. Mts, stattfindenden Stiftungsfeste des Krieger= und Landwehrvereins ist unser Verein kameradschaftlichst eingeladen worden, wovon unsern Mitgliedern mit der Bitte um zahlreiche Betheiligung hierdurch Kenntniß gegeben wird. Zur Legitimation ist das Vereinsabzeichen anzulegen. Ohligs, 6. Novbr. 1892. Der Vorstand. Die product. ital. kauft man gut u. billig direkt von M. Pecker, Geflug###hof Weidenau a. Sieg. Man verlange Preisliste. Rerolver Caliber 7 mm o mx., Canver 9 mm 9 Mk.— Teschin-Gewehre ohne lauten Knall Cal. 6 mm 8 Mk., Cal. 9 mm 15 Mk. Doppeljagdkarabiner 30 Mk., einläuf. Jagdkarabiner 20 Mk.— Westentaschenteschins 4 Mk.— Pürsch- u. Scheibenbüchsen von 30 Mk. an.— Centralfeuer-Doppelftinten prima Qual. von 35 Mk. an.— Patentluftgewehre ohne Geräusch 25 Mk.— Jagdtaschen prima Leder 6 Mk.— 100 Central-Hülsen 1,70 Mk. Zu jeder Waffe 25 Patronen gratis.— Packung umsonst.— Preislisten gratis und franko.— Umtausch kostenlos.— Katalog 64 Seiten stark gegen 50 Pf.-Marken. 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Ohligs wohnenden Rentners Friedr. Beien, gegen die Erben der zu Straßen, Gde. Höhscheid wohnend gewesenen verstorbenen gewerblosen Eheleute Friedrich Daniel Reinhard Wolfertz und Eleonore geb. Lütters, wird der unterzeichnete Kgl. Notar Franz Josef Rosenbaum in Solingen, die zum Nachlasse der genannten Erblasser gehörigen, in der Gemeinde und Bürgermeisterei Höhscheid, im Kreise Solingen gelegenen Immobilien,„„„ 1909 g am Montag, den 28. Novor. 1892, Nachmittags 6 Uhr bei der Wirthin Wittwe Johann Kloos zu Schmalzgrube, nochmals öffentlich zum Verkaufe ausstellen und wenn kein höheres Gebot erfolgt, für das bei der ersten Verkaufs=Ausstellung abgegebene Letztgebot von 400 Mark definitiv zuschlagen, nämlich: 3 Are 73 Meter Hofraum und Hausgarten zu Straßen, eingetragen in der Grundsteuermutterrolle des Gemeindebezirks Höhscheid unter Artikel Nr. 1049, in Flur 1, unter Nr. 1493/101.102 der Parzellen, nebst aufstehender Scheune mit Stallung, begrenzt von einem Wege, Alfred Wolfertz, Robert Killing und Robert Moll, taxirt zu 900 Mk. Die Verkaufs=Bedingungen und sonstigen Voracten sind au der Amtsstube des Unterzeichneten einzusehen. Solingen, den 4. November 1892. Rosenbaum, Notar. Spec.: Stahlstempel, Knopfstempel, Puckelstempel, Alphabete und Ziffern nur bester Qualität. Neuheit in Präge=Stanzen, Lieferung von Messerschaalen in Aluminium, Rothkupfer, Nickelblech, und Eisen. Schnittstanzen für diverse Branchen. 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Am Samstag, den 12. November 1892, Vocmittags 10 Uhr, sollen die aufstehenden 40 Stück Pappelbäume der Benrath=Focher Provinzialstraße von Nr. 6,9 bis Nr. 8,0 in einzelnen Loosen an Ort und Stelle bei Nr. 8,0 anfangend, öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Die Versteigerungs=Bedingungen werden bei Beginn der Versteigerung bekannt gemacht. Elberfeld, den 3. Nov. 1892. Der Landes=Bauinspektor Leis. für Ohligs und für die Umgebung werden tüchtige und solide Personen gesucht, welche einen grossen Bekanntenkreis besitzen. Provision event. festes Gehalt.) Gefl. Off. sub.:„Einkommsn“ an G. L. Daube& Co., Frankfort a. M. Schönes Weihnachtsgeschenk. Eine Drehorgel(Manopon) fast neu, mit 14 Stücken, billig zu verkaufen. Südstr. 95. Vertreter von einer deutschen Feuerversich rungs=Gesellschaft gesucht. Hübscher Nebenverdienst. Energischer und strebsam Reflectant(Beamter oder Kau mann, auch Buchhalter u. s. w wolle sich wenden unter A.* 4168 an W. 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Altes Zeitungspaptet zu haben bei Wilhelm Müller Auskunft über Annoncen können u nur dann ertheilen, wenn u von Auswärts Freimarke Antwort beigefügt wird. Uel Inserate, in denen Offerten gewünscht werden, si Nachfragen zwecklos, weil n über solche Auskunft nicht gel können. Schriftlichen Offert aber wolle man immer e Freimarke zur Weiterbeför rung beilegen, da sonst kei Beförderung stattfindet. Gestern Abend wurde mir dem Saale Krautstein der Hut Regenschirm mitgenommen. ersuche Denjenigen, welcher wo bekannt ist, die Sachen sobald: möglich retourzu bringen, widrig falls ich ihn gerichtlich belan werde. Eintrachtstraße