Nr. 124. 1. Blatt. Samstag, den 19. Oktober 1889. 14. Jahrgang. „ 6 Redaction, Druck und Verlag von Wilhelm Müller fr. in Ohligs. Insertionspreis: die Sgespaltene Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg.— Reclamen 20 Pfg. für die Bürgermeisterei Merscheid und Umgegend. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Expedition: Merscheiderstraße 38. Abonnementspreis pro Quartal: 1 Mark 50 Pfa. in der Expedition abgeholt: 1 Mark 25 Pfg. ELBERFELD, Wallstrasse und Schlössersgasse. Aeltestes Mode- u. Manufaktur-Waaren-Geschäft Elberfelds, begonnen 1816. Damen-Mäntel. und Haveloks, Winter=Paletots und Dolmans, Promenaden=Mäutel und Visites in den neuesten Formen. Confectionsstoffe und Besatz= Artikel jeder Art. Anfertigung nach Maas. Tuch u. Buxkin. Neuheiten eleganter Anzugstoffe englischer, französischer und deutscher Fabrikation. Gediegenste Auswahl in feinen Hosen= und Westen=Stoffen. Anfertigung von Herren=Garderobe nach Maaß unter Garantie für tadelloses Sitzen. Kleiderstoffe. 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Der Czar ist auf der Rückreise nach Petersburg, die er von Danzig aus zusammen mit seiner Gemahlin angetreten hat; sein ganzes starkes Gefolge von höheren und niederen Polizeibeamten, das für eine Woche hindurch den deutschen Behörden saure Tage bereitet hat mit seinen zahlreichen und weitgehenden Anforderungen für die Sicherheit des Kaisers, ist mit ihm gegangen, aber etwas recht Erfreuliches ist doch geblieben, und das ist die Hoffnung und Aussicht auf ruhige Entwicklung der noch ungelösten europäischen Streitfragen. Kaiser Alexander hat die Nothwendigkeit seines Berliner Gegenbesuches wohl ganz gewiß eingesehen; eine andere Frage ist, ob er sehr gern gekommen ist. Behagt hat ihm der Aufenthalt in Deutschland, wie aus mancherlei kleinen Zügen hervorgeht, jedenfalls, und er würde auch einen weit sympathischeren Empfang gefunden haben, als es der Fall wirklich war, wenn seine Sicherheitspolizei daran gedacht hätte, daß in Deutschland keine russischen Zustände herrschen. Auf die politische Bedeutung von Fürstenbesuchen darf man nie allzuviel geben, besonders nicht, wenn der eine Theil der russische Selbstherrscher ist. Das deutsche Kaiserpaar wird jetzt seine Reise nach Italien, Griechenland, und Konstantinopel antreten, also der am kommenden Dienstag stattfindenden Reichstagseröffnung nicht mehr beiwohnen. Auch Fürst Bismarck, der wieder in Friedrichsruhe angekommen ist, ist nicht zugegen, sodaß also Staatssekretär von Bötticher die Thronrede verlesen wird. Im Bundesrath ist der Staatshaushalt festgestellt worden. Es werden im Ganzen gegen 275 Millionen Mark für Militär= und Marinezwecke, Eisenbahn= und andere Bauten gefotdert und auch, was bei der heutigen Zusammensetzung des Reichstages nicht zweifelhaft sein kann, bewilligt werden. Das neue Sozialistengesetz soll erst dann an den Reichstag kommen, wenn seine Annahme durch vertrauliche Vorbesprechungen gesichert sein wird. Auf Samoa werden nun die Dinge spruchreif! Die Samoaner hüben die Wahl eines neues Königs vorgenommen, und da der frühere König Malietoa keine Neigung zeigte, die Würde wieder zu übernehmen, so ist der Häuptling Mataafa gewählt, mit dessen Anhängern die deutschen Seeleute das heiße Gefecht im Dezember v. J. hatten. Es ist aber schon auf der Samoakonferenz von den interessierten ##rei Staaten beschlossen worden, eine etwaige Wahl Mataafa's nicht anzuerkennen und wird vun also dieser wohl von dem schönen Posten zurück wieder treten müssen. Von den Ereignissen im Auslande war das bedeutsamste die Programmrede des italienischen Ministerpräsidenten Crispi, die im des deutschen Kaisers wird die großartige Truppenrevue die erste Stelle einnehmen. Die Garnison Konstantinopels wird bereits vervollständigt und auf 30000 Mann gebracht werden, welche an der Parade theilnehmen sollen. — Wie die Pol. Korr. versichert, hat der Czar dem Kaiser Wilhelm gegenüber seine Bewunderung für das staatsmännische Genie des Fürsten Bismarck ausgesprochen. Die Veröffentlichung des Trinkspruches Alexanders III. sei aus dem Grunde erst 24 Stunden später erfolgt, weil man den Wortlaut vom Czaren am nächsten Tage selbst aufzeichnen ließ, damit der Toast genau in der von ihm gewünschten Form publiziert werde. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland haben mit ihrem Extrazuge von Neufahrwasser gemeinsam die Reise nach Petersburg angetreten. Irgend welcher längerer Aufenthalt wird unterwegs nicht genommen, Empfang findet nirgends statt. Kaiser Alexander von Rußland hat dem Berliner Magistrat für die dortigen Armen 10000 M. überwiesen. — In Kiel fand am Dienstag Abend zu Ehren der deutschen Marine beim Admiral Baird auf dem„Northumberland“ ein Diner statt, bei welchem Toaste auf den Kaiser, sowie auf die Königin von England ausgebracht wurden. Am Mittwoch ist das britische Geschwader wieder in See gegangen. — Der Reichshaushalt wurde Donnerstag im Bundesrath definitiv fertiggestellt und wird also dem Reichstage bei dessen Zusammentritt sofort zugehen. Die Gesammtsumme übersteigt zum ersten Male eine Milliarde Mark. — Die Erfindungsgabe Pariser Blätter ist bekannt, aber das Schönste haben sie doch zum Besuche des Czaren geleistet. Und die Perle von allem sind folgende Zeilen der„Justice":„Noch am Morgen der Ankunft des Czaren begab sich Herr von Bismarck zum Kaiser und bat um die Erlaubniß, nach Friedrichsruhe zurückkehren zu dürfen. Es war nicht schwer den Wunsch zu begründen. Aber Kaiser Wilhelm verweigert seinem alten Diener die nachgesuchte Erlaubniß. Bismarck muß dabei sein, er muß sich vom Czaren eine Audienz erbitten, er muß selbst an den Bahnhof. Die Stunde der Ankunft schlägt und noch ist Herr von Bismarck in kleiner Uniform; doch das thut nichts, man bringt ihm das Großkreuz des Andreasordens. An dem Bahnhof, Kanzler! Wenige Stunden später fand April k. Is. auch in den drei westlichen Direktionsbezirken Köln rechtsrheinisch, Köln linksrheinisch und Elberfeld zur Einführung kommen. Auf den übrigen preußischen Staatsbahnen bestehen diese Tarife schog seit dem 1. April d. J. O Ohligs, 18. Okt. Am Mittwoch Nachmittag fand im Staudacher'schen Saale hierselbst die diesjährige Herbstversammlung des Solinger Missionsvereins, bei nur leider schwacher Betheiligung, stait. Nach einer von Herrn Pastor Post=Solingen gehaltenen Ansprache, berichtete der Missionsinspector Herr Spieker über die Erfolge ec. der Mission. Herr S. theilte u. A. mit, daß sich in den Heidenländern seit Beginn der ev. Mission(Anfang des Jahrhunderts) 3 Millionen Personen zum Christenthum bekennen und aus Mangel an Mitteln müßten sehr viele Bitten um Sendung von Missionaren in die Länder, wo noch nie das Evangelium gepredigt sei, abgeschlagen werden. * Höhscheid, 16. Okt. In einer Dampfschlägerei zu Lindenhof ereignete sich heute ein schrecklicher Unglücksfall. Dort löste sich bei der Arbeit plötzlich ein großer Fallhammer und fiel einem Arbeiter mit solcher Gewalt auf das Bein, daß dasselbe total zerschmettert wurde. Der Aermste wurde nach Solingen ins Krankenhaus gebracht. * Solingen, 16. Okt. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde an Stelle des vormaligen Bürgermeisters von Dorp Herr Stadtverordneter Tesche zu Unnersberg zum Kreistagsabgeordneten für die erweiterte Gemeinde Solingen gewählt. Der Erlaß eines Ortsstatuts, in Betreff der Erlaubniß zum Betrieb einer Gastwirthschaft oder beschränkten Schenkwirthschaft wird gleichwie die Feststellung des Regulativs, betr. die Erhebung von Abgaben von öffentlichen Lustbarkeiten, einer nochmaligen Berathung unterworfen werden. Dagegen soll die zu Gunsten der Ortschaft Clauberg, bezw. einer hinreichenden Verbindung derselben mit der Wupperstraße und der Cronenbergerstraße vorgeschlagene Aenderung der von der Bahnverwaltung hergestellten Wegeunterführung am Eisenbahndamm bei Clauberg hauptsächlich auf Gemeindekosten ausgeführt werden. * Solingen, 17. Okt. Das Oberverwaltungsgericht Berlin erklärte die Klage des Predigers Giesekke gegen die Auflösung einer Versammlung des Evangischen Bundes in der protestantischen Kirche zu Solingen am 27. Juli 1888 durch den Bürgermeister Meenen die Audienz thatsächlich statt. Noch einmal gehorchte Bismarck der für begründet und hob die gegentheiligen Bescheide der RegierungsStimme seines jungen Gebieters; nachdenklich, entmuthigt, kopf= Präsidenten in Düsseldorf bezw. des Oberpräsidenten der Rheinproschüttelnd begiebt er sich zur Botschaft. Warum ihm noch diese vinz auf. Die Kosten des Verfahrens sind dem Bürgermeister aufnutzlose Anstrengung auferlegen. erlegt. Die Gründe der Entscheidung sollen später mitgetheilt werden. * Solingen, 17. Okt. Bei Vorspel hat sich gestern Nachmittag ein bedauerlicher Unglücksfall zugetragen. Mehrere Knaben spielten auf einem Straßendamm, wobei einer derselben, ein Junge Er kennt seinen Alexander, ganzen Lande lebhafte Zustimmung gefunden, dem Redner einen warmen er ist eine Mauer. Wozu da noch streiten? Was sollte er von Dank des Königs Humbert eingetragen hat. Herr Crispi stellte im diesem Herrscher von Marmor verlangen? Als er dann aber dem Großen und Ganzen die bekannten Prinzipien seines Ministeriums Czaren gegenübersitzt, erwärmt sich der alte Kämpe. Ohne Hoffnung ip#...n 10 Jahren di. Bärchung bi. gauf's Neue fest. strat er in das Botschaftsgebäude ein, aber die eigenen Worte be= im Alter von 12 Jahren, die Böschung hinabkollerte und in eine Im ungarischen Parlament hat die Budgetdebatte begonnen. rauschen ihn. Er redet immer weiter. Der Czar hört zu. Wer ziemlich tiefe Schlammpfütze gerieth. Obwohl die anderen Jungen Die früher sehr mißlichen Finanzen Ungarns haben sich recht gebessert weiß? Sein erster Sieg wäre das nicht, viele Andere hat er ja sihren verunglückten Kameraden alsbald wieder aufs Trockene zogen, und das neue Budget weist nur ein Defizit von etwa einer halben damit verführt. Und immer weiter entfaltet er die wunderbaren hatte derselbe doch schon das Bewußtsein verloren, und ist, ohne Million Gulden auf. Der Finanzminister versprach die strengste Mittel seines Geistes, er geizt nicht mit Schmeicheleien, läßt Dro= dasselbe wiedererlangt zu haben, gestern Abend bereits verschieden. Sparsamkeit für die Zukunft und eine gerechte Steuerpolitik und hungen durchblicken, kurz, er, der vorzügliche Spieler spielt an der Immigrath, 17. Okt. Der Bau des hiesigen kathol. fand damit bei den Abgeordneten den lebhaftesten Beifal. Schwelle des Todes seine vornehmste Partie.... Aber der Czar Rektoratsgebäudes, eine wahre Zierde unseres Ortes, ist, wie dem Recht schlimme Nachrichten kommen aus Lissabon über den Zu= verzieht keine Miene, kaum daß er durch eine Handbewegung oder Verk.“ geschrieben wird, so weit vollendet, daß es seiner Bestim#*# Ou durch eine höfliche Redensart zu verstehen giebt, daß er ein näheres mung übergeben werden kann. Am Sonntag, den 27. d. Mts., soll Eingehen auf die eine oder andere Frage vermeiden möchte. Er dasselbe durch Herrn Dechanten Höveler aus Monheim feierlich einbleibt ungerührt, unbeweglich, schrecklich!" gesegnet werden. stand des Königs Ludwig von Portugal. Der schon lange kränkelnde Monarch scheint hoffnungslos leidend zu sein, die Aerzte machen sich auf ein baldiges Hinscheiden gefaßt. Der portugiesische Kronprinz Karl ist mit einer Prinzessin von Orleans vermählt, und damit würde nach langer Zeit zum ersten Male wieder eine Prinzessin dieses Hauses auf einen Königsthron gelangen. Vollständige politische Windstille ist in Frankreich seit den Stichwahlen eingekehrt. Von Boulanger wird überhaupt nicht mehr gesprochen; er hat kein Geld mehr, ist für den Augenblick politisch todt, wozu sich also noch um ihn kümmern? Der Besuch der Weltausstellung, die in den ersten Tagen des November geschlossen wird, war in letzter Zeit ganz außerordentlich stark und bereitet also den Parisern wieder das beste Geschäft. Damit sind sie zufrieden. Ruhig wie in Frankreich ist es auch in England. Politische Nachrichten. Deutschland. Berlin, 18. Oktober 1889. — Kaiser Wilhelm hatte am Dienstag eine Pürschjagd im Jagdrevier Hubertusstock abgehalten und am Abend der Vorstellung im deutschen Theater beigewohnt. Nach Mitternacht traf der Monarch bei der Kaiserin in Potsdam ein. Am Mittwoch Vormittag erledigte der Kaiser zunächst dringende Regierungsangelegenheiten, empfing den neuen mecklenburgischen Gesandten von Oertzen und konferirte mit dem Grafen Bismarck. Nachmittags wurden noch die Admirale Frhr. v. d. Goltz, Heusner und Kapitän von SendenBibran empfangen. Darnach unternahmen die Majestäten eine gemeinsame Spazierfahrt. — Im Neuem Palais bei Potsdam hat am Mittwoch Abend im Kreise der Kaiserlichen Familie eine Vorfeier des Geburtstages der Kaiferin stattgefunden, weil dieselbe an dem eigentlichen Festtage, 22. d.., nicht mehr in Potsdam anwesend sein wird. Am Donnerstag Morgen ritt der Kaiser von 8 bis 10 Uhr spazieren, und arbeitere dann mit dem Kriegeminister, dem Generallieutenant von Hahnke und dem Staatssekretär von Bötticher. Mittags kamen die Majestäten nach Berlin und statteten der Kaiserin Friedrich einen Besuch ab; nach kurzem Verweilen im Schlosse erfolgte die Rückkehr nach Potsdam, von wo um 11 Uhr Abends die große Orientreise mittels Extrazuges angetreten wurde. Sonnabend Vormittag werden die Kaiserlichen Majestäten in Mailand eintreffen und dort vom Közige Humbert empfangen werden. Die Herrschaften begeben sich sofort nach Monza, wo für Sonntag eine Spazierfahrt auf dem Comosee in Aussicht genommen ist. Am Montag soll Frühstück im Mailänder Schlosse, Abends Hofkonzert in Monza stattfinden, worauf ober Genua die Weitereise nach Athen angetreten wird. — Kaiser Wilhelm hat an den Berliner Magistrat folgendes Handschreiben gerichtet:„Es ist Mir angenehm gewesen, wahrzunehmen, wie während der Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers von Rußland die Ordnung in den Straßen vermöge des Entgegenkommens der Bevölkerung bei Ausführung der polizeilichen Anordnungen überall eine musterhafte gewesen ist, so daß ungeachtet des großen Verkehrs und der nothwendigen polizeilichen Einschränkung desselben kein Unfall zu beklagen ist. Ich spreche dem Magistrat Meiner Haupt= und Residensstadt hierüber Meine besondere Befriedigung aus. Berlin, 14. Oktober 1889. gez. Wilhelm..“ Die Kaiserreise nach Konstantinopel: Aus der türkischen Hauptstadt wird mitgetheilt: Der Sultan wird dem Kaiser auf das Schiff, mit welchem Letzterer eintrifft, entgegengehen und alsdann denselben in den Jildiz=Kiosk geleiten wo Absteigequartier genommen wird. Unter den beabsichtigten Veranstaltungen zu Ehren Ausland. Burscheid, 17. Okt. Am Sonntag verunglückte hier Sec M##### ein Mann, dem das Abfeuern von Böllerschüssen übertragen worden England. Londoner Blätter berichten, daß Boulanger auf war. Ein Schuß versagte, der Mann wollte etwas Pulver ans der Insel Jersey mit seiner Begleiterin nur einige bescheidene Hotel= Zündloch nachschütten, wozu er in Eile das kleine Blechmaß nahm, zimmer inne hat. Die auf der Insel anwesenden Franzosen beküm= welches das zu einem Schuß erforderliche Quantum enthielt. Ein mern sich nicht um ihn, ebensowenig die englischen Behörden. Der noch glimmender Funke setzte jenes Pulver in Brand und dem General klagt, daß den größten Aerger ihm seine früheren Freunde Manne wurde die linke Hand derart verstümmelt, daß dieselbe ambereiten, die jetzt nicht blos von ihm abfallen, sondern ihn auch noch putirt werden mußte. mit den ärgsten Schmähungen überhäufen. An eine politische Zu: Efe e“ kunft scheint Boulangers selbst nicht mehr zu glauben, denn auf die Frage eines Berichterstatters hierüber zuckte er nachdenklich mit den Achseln. Ministerpräsident Crispi hielt im Demokratischen Elberfeld, 16. Okt. Heute Morgen ist den Angeklagten im Socialistenprozeß der Beschluß der Strafkammer des hiesigen Landgerichts, sowie des Oberlandesgerichts zu Köln vom 12. Sept. d. J. zugegangen, mit der Terminfestsetzung zum 18. Nov., Vormittags 10 Uhr. Angeklagt sind 91 Personen. Da nicht anzunehmen 551 Verein zu Palermo eine Rede, in welche er ausführte, daß von ist, daß der Gerichtshof durch einen Beschluß des Reichstages, während Seiten des Auslandes nichts zu befürchten stände. Er sagte wörtlich: Wir wollen Frankreich nicht berühren; Italien will keinen Krieg, darf ihn aber anderseits ebensowenig fürchten, wie provozieren. Angegriffen werden wir uns wohl zu vertheidigen wissen.— König Humbert sandte dem Minister ein Telegramm, in welchem es heißt: „Ich wünsche Ihnen einen Gruß in Ihr liebes Palermo zu senden. Ich bin sehr erfreut über den herzlichen und warmen Empfang, der Ihnen von der wackeren Stadt bereitet wurde. Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer Rede, die wie alle Ihre Handlungen von unserem hohen und einzigen Ideal, dem Wohle des Vaterlandes, eingegeben ist. In dem Wunsche, Sie bald unter für meine Familie angenehmen Umständen hier in Monze zu sehen, erneuere ich die Versicherung meiner beständigen Freundschaft.“ Rußland. Das Russifizierungswerk in den Ostseeprovinzen schreitet unausgesetzt weiter. Der Kurator des Dorpater Lehrbezirks hat amtlich bekannt gemacht, der Czar habe befohlen, daß das Gebet für den Czaren in allen russischen Lehranstalten in russischer Sprache zu sprechen ist. Damit sind auch die Lehrer der deutschen Schulen ausnahmslos zur russischen Sprache gezwungen. — Der Minister von Giers soll ernstlich an seinen Rücktritt denken. Er fühlt sich dadurch gekränkt, daß er den Czaren nicht nach Berlin hat begleiten dürfen. Giers hatte bekanntlich zur Zeit seines Zankes mit Katkow schon einmal seine Entlassung gegeben, das Gesuch war aber von dem Czaren mit den Worten abgelehnt, Giers habe so lange im Amte zu bleiben, als der Kaiser es für gut finde.— Das russische Kriegsschiff„Nasreddin“ ist mit der Mannschaft untergegangen. Rheinland u. Westfalen. □Ohligs, 18. Okt. In einer Volksversammlung wird Herr Reichstagsabgeordneter Georg Schumacher künftigen Sonntag, Abends 6½ Uhr in der St. Seb. Schützenhalle zu Solingen über die bisherige Thätigkeit des Reichstages, sowie über die bevorstehenden Wahlen sprechen. Herr Reichstagsabgeordneter Harm aus Elberfeld wird ebenfalls anwesend sein und über die internationale Arbeiterschutzgesetzgebung einen Vortrag halten. Ferner soll in dieser Versammlung ein Kandidat für die bevorstehende Reichstagswahl aufgestellt werden. * Ohligs, 18. Okt. Die neuen Personentarife auf Grund der allgemeinen preußischen Staatsbahn=Einheitssätze pro Kilometer 1. Kl. 8 Pf., 2. Kl. 6 Pf., 3. Kl. 4 Pf., 4. Kl. 2 Pf. für Personenerzüge, 1. Kl. 9 Pf., 2. Kl. 6 3/8 Pf., 3. Kl. 4⅜8 Pf. für Schnellzüge, 1. Kl. 12 Pf., 2. Kl. 9 Pf., 3. Kl. 6 Pf. für Rückfahrten und für Gepäck ½ Pf. per 10 Kilo werden mit dem 1. der Sitzungsdauer desselben die 4 Reichstagsabgeordneten von der Strafverfolgung auszuschließen, den Tag der Verhandlung hinausverlegen werde, dürften dieselben von der Stellung eines diesbezüglichen Antrages absehen, so daß gegen sämmtliche Angeklagte zugleich verhandelt werden wird. * Düsseldorf, 16. Okt. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde Mittheilung gemacht über die der Stadt zugefallene Erbschaft des verstorbenen Landgerichtspräsidenten a. D. Aders. Derselbe hat ca. 2 Millionen Mark an die Stadt vermacht und außerdem noch 552000 Mark zu Legaten bestimmt. Was die Wohlthätigkeitsstiftungen angeht, welche der Verstorbene bedacht hat, so erhält die Evang. Gemeinde 20,000., das Evang. Krankenhaus 10,000., die Herberge zur Heimath, der Ursula SuppenVerein, das Asyl der Wöchnerinnen, die Rettungsstation Schiffbrüchiger in Bremen zur Anschaffung eines Rettungsbootes mit dem Namen „Düsseldorf", die Augusta=Stiftung, der Vaterländische Frauen=Verein in Elberfeld, die Hohenzollern=Stiftung in Bonn, eine evangel. Wohlthätigkeits=Anstalt in England je 5000., der Künstler=Unterstützungs=Verein 10,000., die König Wilhelm=Stiftung in Berlin für unversorgte Beamtentöchter 20,000., zur sofortigen Vertheilung an Arme sind 5000., für den Zoologischen Garten 5000 ., zum Ankauf von 2 Bildern bei Schulte für die Kunsthalle 5000 ., für den Zoologischen Garten 5000 M. bewilligt und eine Summe von 10000 M, resp. die Zinsen hiervon mit 400 M. sollen an den Schriftsetzer Theodor Voß alljährlich an dem Sterbetag des Erblassers gezahlt werden. Nach dem Ableben des Voß sollen die Zinsen als Reisestipendium für einen begabten Schüler der Kunstgewerbeschule verwandt werden. Endlich erhält der Gustav Adolf=Verein in Leipzig 30000 M.— Das Vermögen ist zum größten Theil, nahezu 2 Millionen, in sichern Papieren, zum andern Theil in Hypotheken, in Baar und in einem Depot bei der Reichsbank vorhanden. Die reiche Schenkung findet in der Bürgerschaft die freudigste und dankbarste Anerkennung. * Köln, 16. Okt. Die Unsitte der Kinder, auf der Treppenlehne sich heruntergleiten zu lassen, ohne die Treppenstufen zu berühren, hat schon wieder ein Unglück verursacht. Das zwölfjährige Töchterchen einer am Eigelstein wohnenden Familie unternahm vom zweiten Stockwerke aus das gefährliche Spiel und stürzte über das Treppengeländer bis in's Unterhaus Das Kind hat beide Beine zerbrochen, außerdem noch schwere Verletzungen an einem Fuße und an den Zähnen sich zugezogen. Dasselbe wurde in's Bürger=Hospital gebracht, wo ihm, wie verlautet, das eine Bein amputirt worden ist. * Saarbrücken, 16. Okt. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, sollen die benachbarten Städte des Reichslandes, Saargemünd und Forbach, zusammen ein Regiment Infanterie erhalten. * Cochem, 15. Okt. Das erste Opfer der Märzkämpfe des Jahres 1848 in Berlin war, laut der Trierischen Ztg., ein von hier gebürtiger Soldat, wie aus einer an der jetzigen deutschen Reichsbank in der Jägerstraße in die Wand eingelassenen Gedenktafel hervorgeht, deren Inhalt lautet:„Grenadier Theißen vom Kaiser FranzGrenadier=Regiment aus dem Kreise Cochem, Reg.=Bezirk Koblenz, fiel durch Meuchelmord als erstes Opfer der Revolte in Berlin, den 18. März 1848 in Erfüllung seiner Pflicht als treuer Soldat. Sein Andenken ehrt König Friedrich Wilhelm IV.“— Theißen stand als Posten vor der Bank: die wüthende Volksmenge versuchte ihn zu entwaffnen, doch vertheiligte er sein Gewehr auf's äußerste. Als man es ihm schließlich doch entrungen hatte, erfaßte er es wieder am Lauf, der Schuß ging los und die Kugel durchbohrte die Brust des tapferen Soldaten. * Wesel, 14. Okt. Dem hier garnisonirenden InfanterieRegiment Herzog Ferdinand von Braunschweig Nr. 57 soll außer den bereits hier anwesenden drei japanesischen Hauptleuten auch ein japanesischer Oberst zur Information zugetheilt werden. * Wesel, 16. Okt. Die Entstehung der Feuersbrunst, welcher bekanntlich drei Menschenleben zum Opfer gefallen sind, erklärt man sich, laut der Cref. Ztg. dadurch, daß eine Gasleitung nicht gehörig verschlossen war, und daß das ausströmende Gas mit einer fast stets im Ladenlocal ganz klein brennenden Flamme in Berührung kam. Das Feuer vernichtete den Inhalt der beiden ersten Stockwerke. Haus, Inventar und Mobilar sind versichert. * Bochum, 15. Okt. Der berüchtigte Einbrecher Mette, welcher sich seit einiger Zeit im hiesigen Amtsgerichtsgefängniß in Untersuchung befindet, ist aus demselben entwichen, nachdem er zuvor auf den Gefangenwärter geschossen und diesen schwer verwundet hatte. * Hattingen, 16. Okt. Kommenden Sonntag, den 20. d. Mts., wird hier das Kaiser Wilhelm=Denkmal feierlichst enthüllt werden, eines der ersten im ganzen deutschen Reiche. Sämmtliche Kriegervereine des Kreises haben zu dieser Feier Deputationen entsandt. Eingeleitet wird die Feier mit Gottesdienst. Darnach Antreten der Kriegervereine und Zug durch die Stadt, Gesangvorträge der vereinigten Gesangvereine vor dem Denkmal, hierauf Enthüllung und Uebernahme. Mittags findet Concert der Capelle des InfanterieRegiments Vogel von Falkenstein(Nr. 56) statt, darauf Festmahl; Abends Beleuchtung des Denkmals. * Annen, 14. Okt. Es darf nunmehr als gesichert angesehen werden, daß auf der Gerechtsamkeit der ehemaligen Zeche Bergmann ein neues Kohlenbergwerk mit Tiefbaubetrieb in der Nähe des„Wartenberges“ angelegt wird. Eine Summe von 700 000 M. soll bereits gezeichnet sein und die noch fehlende Summe von 300 000 M. soll in sicherer Aussicht stehen.— Den vereinigten Zechen„Hamburg" und„Ringeltaube“ hierselbst und„FranziskaTiefbau" zu Witten wird sich in nächster Zeit auch Zeche„Walfisch“. bei Stockum zugesellen. Die diesbezüglichen Unterhandlungen werden voraussichtlich schon in nächster Zeit die Entscheidung über den Anschluß herbeiführen. * Hörde, 15. Okt. Ein Pröbchen wenig zutreffender Steuereinschätzung trat jüngst hier zu Tage. Die hiesige Hütte zahlte bis zum Schluß des abgelaufenen Rechnungsjahres 5000 Mark Gemeindesteuern. Mit Beginn des neuen Steuerjahres erbot sich das Werk, mit Rücksicht auf die bessere Geschäftslage, nunmehr auf die Dauer von fünf Jahren 8000 Mark zu zahlen. Man empfahl allerdings das Anerbieten mit warmen Worten, doch ein Stadtverordneter protestirte. Da legte sich das Landrathsamt in's Mittel. Es erfolgte die Einschätzung des Werkes auf Grund der gezahlten Dividende, und siehe, aus den angebotenen 8000 M. wurden gegen 50000 Mark, die die Hütte zu zahlen hat. Den Einwohnern kommt diese Entlastung sehr zu statten. Die Steuern betrugen 400 bis 500 Prozent. * Bielefeld, 17. Okt. Die beiden Begründer der hiesigen Firma Velhagen& Klasing feierten beide, Herr Velhagen am 4. Okt., Herr Klasing am 11. Okt. ihren achtzigsten Geburtstag. ist die„Zeitung von Peking". Dieselbe erzählt neuerdings, daß während ihres ungefähren tausendjährigen Bestehens gegen 1900 Redakteure geköpft worden sind.— Nette Ziffer! Vermischte Nachrichten. * Neunzig Jahre alt zu werden ist schon eine Seltenheit; daß aber Jemand mit neunzig Jahren hinter dem Webstuhl sitzt und durch Weben sein Brod erwirbt, ist ein Fall, dem das Berliner Webergewerk in seiner vierhundertjährigen Geschichte keinen zweiten an die Seite zu setzen weiß. Der Webermeister I. G. Matthes, Lange=St. 64, am 15. Oktober 1799 geboren, webt noch heute wie seit zwanzig Jahren, nachdem er beinahe fünfzig Jahre zahlreiche Lehrlinge ausgebildet hatte, auf seinem Webstuhl Tücher für die Herren Gebr. Bruck im Werderhause in Berlin, und liefert noch heute das anerkannt heste Stück Waare, wie die Herren Gebr. Bruck oft ihren anderen Arbeitern gegenüber lobend erwähnen. Das Berliner Webegewerk beabsichtigt, seinen Berufsgenossen zu seinem Geburtstage durch eine an ihn abgesandte Deputation, bestehend aus dem Obermeister und einigen Vorstandsmitgliedern, zu ehren, wie es dasselbe schon einmal an seinem sechszigjährigen Meisterjubiläum vor einigen Jahren gethan hat. Hoffentlich schickt man dem neunzigjährigen Weber auch noch etwas anders als eine Deputation. * Ein wahrer Ordensregen ist über das Kaiser AlexanderRegiment in Berlin aus Anlaß der Anwesenheit des Czaren niedergegangen. An Offiziere, Aerzte und Beamte sind 27 russische Orden, an Unteroffiziere und Mannschaften 55 Annen=Medaillen, 7 silberne, 8 goldene Verdienst=Medaillen verliehen worden. Außerdem hat Kaiser Alexander dem Regiment noch verschiedene Ehrengeschenke zu Theil werden lassen. * Hamburg, 17. Okt. Im Hafen ist ein Streik ausgebrochen. Man befürchtet Störungen des Handelsverkehrs. * Stuttgart, 15. Okt. In Weinsberg hat nach einer Meldung der Fkf. Ztg. vergangene Nacht eine Feuersbrunst ein ganzes Stadtviertel in Asche gelegt. Es soll Niemand umgekommen sein, doch konnte eine Anzahl Personen nur mit knapper Noth aus den Flammen gerettet werden. * Mailand, 15. Okt. Aus Treviso und Beluno kommen trostlose Nachrichen. Die Distrikte Oderzo, Motta und Musile sind überschwemmt. Enormer Schaden ist angecichtet. Man zählt 10 Todte. * Auf den schwedischen Hofjagden scheint es nicht mit allzu großer Vorsicht herzugehen. Kürzlich nämlich erhielt der schwedische Kronprinz einen Schrotschuß in die Brust, der jedoch glücklicher Weise die starken nordischen Jagdkleider nicht ganz zu durchdringen vermochte. Einem bei der Treibjagd beschäftigen Jungen erging es schlimmer, indem ihm mehrere Schrotkörner in die Unterschenkel drangen; als Schmerzensgeld erhielt der glückliche Junge von dem aristokratischen Nimrod— eine Mark. * Daß der Buchdruck schon ein halbes Jahrtausend vor Guten berg in China geübt ist, ist bekannt. Allein auch Zeitungen gab es in China schon im 10. und 11. Jahrhundert christlicher rechnung. Die Aelteste, in dieser Periode fallende Zeitung der Welt Gerichts=Verhandlungen. gerichts fungirten unter dem Vorsitz des Herrn Amtsrichter Dr. Gottschalk 10 Mark erhalten, weil datte enen volielichen Hiergegen fand er sich bemüßigt, Einspruch zu erheben. Sein Hund, sagte „er eihe Zastelung an den Veschalbigten habe machen volen, der freivon der Ehefran des Beschulsdh ans Haus habe kommen lassen und sogar Hiernach sah sich das Gericht voten nicht habe gebändigt werden kömnen. Girrnach fah sich eur Gelicht nicht veranlaßt, die auf 10 Mark ev. 3 Tage Hakt gngssetzte Strafe zu ermäßigen.— Die Ehefrau Wilhelm S. zu Adamswegen der Anklage zu verantworten, den Lehrer Oberstelehe durch Worte beleidigt zu haben. Sie bestritt heute, einem Schulknaben gegenLssragu scgegar Sh hatte zur Schule rufen sollen, den Lehrer beleii c 8. teußerungen gethan zu haben, ja denselben überhaupt bei der fraglichen Gelegenheit gesehen zu haben. Der Ehemann der Angeklagten bekundete als Schutzeuge uneidlich die Richtigkeit der Angaben seiner Ehefrau, der beRessende Schulknabe dagegen bestätigte die Anklage. Das Gericht nahm die S. eine Geldstrafe von sall am 23 8. arl H. 17 Jahr alt, Schleiferlehrling zu Tiefendick(Merscheid) von ar Mar der Ausust Müller eine filberne Taschenuhr im Werthe G## in der Acsicht rechtswidriger Zueignung weggenommen haven. Er wandte ein, er hätte die Uhr, die Jener auf der Arbeitsstelle schon in einem früheren Falle, mitgenommen, um igenthümer wieder zuzustellen. Nach dem Resultat der heutigen erichien diese Angabe indessen hinfällig. 5 Tage Gefängniß Peger#g Jahr gltsten lehren, künftig fremdes Eigenthum liegen zu lassen. aum 15. Juli zu we.. höhscheid Lindenhof sol ei###### on WGeeg in der Dinger'schen Wirthschaft sich des Hausfriedenscee schuldig gemacht und hei derselben Gelegenheit den Dinger mißhandelt Beiv. Vergehen wurden durch die Aussagen der Zeugen erwiesen und der Angettagte darum zu 8 Tagen Gefängniß verurtheilt.— Johann avum P. Handelsmann in Düsseldort war infolge Anzeige eines Polizeidieners haben der angeschuldigt, die Straßenpolizeiordnung dadurch übertreten zu haven, vuß er mit seiner Zieyrarre die Straße resp. den Verkehr gesperrt habe. Seiner Angabe, daß er nur seinem Hausirgewerbe nachgegangen sei, nicht widersprochen. Eine Hemmung des öffentlichen Verkehr“ wurd. habe. Seiner Angabe, sonach nicht anaeronnen und ueumung des uuüuger tu e # u n g e n o m m e n u n d w u r d e d e r A n g e k l a g t e f r e i g e s p r o c h e n.— D i e Ehefrau Johann K. domizillos(zuletzt in Wegerberg in Höhscheid sich aufRobert F. Med au gd 1 Monat Gefängniß verurtheilt.— Reiver zu Wald, verftet wegen Haltens von Kostgängern ohne polizeiliche Erlaubniß in eine Geldstrafe von 1 Mark.— Carl F. 25 Jahre sesihg(Zähschesh 23 Jahr alt, Schleifer danung der Frau Peiniger ohne.“ an Juli gemeinschaftlich in der Wohnung er. Frau Peiniger ohne Befugniß verweilt und trotz Aufforderung sich Nugefigatern dag i olge deren gegen die heutie P Handlung mie „eige Verhaubtung mehr als zweiselhaft, und wurden derselben darum sämmtliche Kosten, auch der Vertheidigung der Angeklagten, zur Last gelegt und — Max L. 45 Jahre alt, Schuster zu Höhscheid und Jakob G. 41 Jahre alt, Schreinergeselle, derzeit im Arresthause zu Elberfeld detinirt, hatten sich wegen Sachbeschädigung zum Nachtheil ihres früheren Mieihherrn, waurers Nathanael Robert Sp. zu Weegerberg zu verantworten. Die That soll in der Nacht vom 20.—21. Nov. 1888 geschehen sein. Die Beweisaufnahme fiel auch zu Lasten der Beschuldigten aus und wurden dieselben zu je 6 Wochen Gefängniß verurtheilt.— Zu Landwehr wurde am eine Katzenmusik gemacht. Daß die Betheiligung an einer solchen als grober unfug unter Umständen streng bestraft wird, ist ziemlich allgemein darum suchen auch die Theilnehmer sich auf alle mögliche Weise gegen Beschuldigung zu wehren. Heute standen die Ehefrau Ernst., der Reider Carl R. und die Helene P. von Landwehr wegen obiger Beschuldigung vor Gericht. Dieselben bestritten, daß überhaupt eine Katzenmusik stattgekunden hahe. Das Gericht gewann auch nicht die Ueberzeugung von der Schutv der Angeklagten und sprach dieselben frei.— Die Ehefrau Emil E. in Solingen war der Vorladung zur heutigen Sitzung, um sich wegen DiebGahls zu verantworten, nicht gefolgt und soll dieselbe darum zur Sitzung vom 22. v. Nachmitlags 5 Uhr vorgeführt werden. Zur Sicherung dieser Maßregel wurde Haftbefehl erlassen.— In der folgenden Sache war ebenbonn 24. 9. 36 ühr vergordne — Zwei weitere Verhandlungen wurden mit Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt: die erste gegen den Anstreicher Hugo S. v. Solingen und zwei Genossen wegen Hausfriedensbruchs, Beleidigung und Te endlung; dieselb, endete damit, daß S. des Hausfriedensbruchs in einem .. und der wirklichen Beleidigung einer Wirthin und einer Kellnerin schuldig befunden und zu 8 Tagen Gefängniß verurtheilt wurde. Die zweite geheime Verhandlung betraf die Ehefrau Werner H. von Ohligs(Hassels) welche sich durch gewerbsmäßige Unzucht mit dem Strafgesetz in Conflikt geDiese Uebertretung soll dieselbe mit 1 Woche Haft büßen. Dann folgten noch 7 Privattlagen. sei, tets. perichtig, auch die ächten Apotheker Richard Brandt'sSchwetrachahmung, uu empfangen.„Die Bestandtheile sind: Bitterklee, Gentian.“ Hauptdepot: Cöln Einhorn=Apotheke. C. Bachem'scher Leberthrau, welcher durch chemische Analyse und Gutachten des vereidigten Gerichts= und Sanitäts=Chemiker Dr. Phil. Kaysser in Dortmund dem leidenden Publikum sehr empfohlen wird, wird mit den besten Erfolgen gegen Rheumatische Leiden, Gicht, Skropheln, skrophulöse Augenlider=Entzündungen, Ohrenfluß, Drüsenanschwellungen, außerdem gegen die Engl. Krankheit der Kinder gegen Husten u. Heiserkeit angewendet. Ferner als vortreffliches Mittel gegen die Erstickung der Lungenschwindsucht Keime sowie bei ausgebildeter Schwindsucht. C. Bachem'scher Leberthran in ein vorzügliches Stärkungsmittel 2c. bei Kindern, da dieselben diesen Leherthran gern nehmen und zusehends kräftiger werden. Das welke Fleisch wird derber, die angelaufenen Drüsen vertheilen sich. Geschwüre, selbst Fisteln nehmen eine bessere Beschaffenheit an. Bei äußerlicher Verwendung heilt derselbe eine Reihe von Ausschlägen, namentlich des Kopfes. C. Bachemscher Leberthran ist nur allein ächt zu haben in der Medizinal=Drogerie„zur Flora“, Ohligs, Düsseldorferstraße 57, als auch derselbe nur ächt ist, wenn sich der eigenhändig geschriebene Namenszug am Kopfe jeder Flasche befindet. Preis per Flasche 75 Pfg. Stadtgemeinde Höhscheid. Wegen Ablaufs der Wahlperiode scheiden nachbenannte Stadtverordneten mit Ende dieses Jahres aus ihrem Amte: 1. Die Herren Benninghoven, Römer und Kronenberg, gewählt von der 1. Abtheilung des 1. bezw. 3. und 4. Wahlbezirks. Der Herr Müller, gewählt von der 2. Abtheilung des 3. Wahlbezirks. 3. Die Herren Kaimer, Moll und Rüttgers, gewählt von der 3. Abtheilung des 2. bezw. 3. und 4 Wahlbezirks. ## Der Herr Stadtverordnete Schäfer ist gestorben. Er war von der### Aotheilung des 1. Wahlbezirks gewählt worden. .„Die Ergänzungswahlen finden in den durch meine Bekanntmachung vom 9. Novemver 1883 festgesetzten Wahlbezirken statt. Die Wahl der Stadtverordneten geschieht auf die Amtsdauer von 1890 bis 1895. Die Termine zur Vornahme der Ergänzungswahlen werden hierdurch wie folgt anberaumt. Am Dienst; den 2 gu. Im 1. Wahlbezirkt. Am Dienstag den 5. November ds. J. und zwar für die 2. Abtheilung ver 49#e bis, 11¼ Uhr Vormittags und für die 1. Abtheilung von 11½ Wilhelm Tragstr vier, A Pahlokal ist der kleine Saal des Wirthes Hausbesiter sein. Neuenhoferstraße, bestmmt. Die zu Wählenden müssen Oienstur den Im 2. Wahlbezirk. Am Dienstag ven 5. November d. J. und zwar für die 3. Abtheilung von 3 bis 4 Uhr Nachmittags. Als Wahllokal ist der Saal des Wirthes Julius Eortis zu Obenwiddert bestimmt. Am Mitmatz den 6. 9. Jm 3. Wahlbesitrk. von 10 bis a.. J. und zwar für die 3. Abtheilung Uhr Vormittags elung von 11½, bis 117. Nlc Mahlate und für die 1. Abtheilung von 11¾ bis 12¼, Uhr Mittags. Wühnbiat ist der Saal des Wirthes Tesche zu Stübchen bestimmt. 6 den 6. 8 Jm 4. Wahlbezirk. von 3 bis 4 uhr Nachm n0vender d. J. und zwar für die 3. Abtheilung von 2 bie 2 uhr Ruchmittags und für die 1. Abtheilung von 4¼ bis 4¾ Wahllokal ist der Saal des Wirths Julius Hindrichs Hanshesiner dein 3 Adthellung zu Wählende mutß Unterzeichnete, als Stellvertreter ist der Die Wahlen finden in denselben Wahlbezirken und in denselben Abtheilungen statt, denen die Ausscheidenden seither angehört haben. sahre, welcher seit einem Jahre duddg Preußze nach volendetem 24. z. Einwohner des Stadtbezirks ist und zur Stadtgemeinde gehört; u. keine Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln empfangen; 3. die iyn betreffenden Gemeindeabgaben bezahlt hat und 4. entweder ein Wohnhaus im Stadtbezirke besitzt, oder von seinen im Stadtbezirke liegenden Grundstücken eine Grundsteuer von 6 M. ent###er einkommensteuerpflichtig ist, oder an Klassensteuer mindestens 12 M. jährlich zahlt. selche mehr als 66 M bezahlen. Weizen neuer à 100 Kilo Landroggen, à 100 Kilo Gerste 100 Kilo 1. Qu. 2.„ 3 J. Winter= Sommer Rüböl per 100 Kilo faßweise Preßkuchen per 1000 Kilo Weizen=Vorschuß à 100 Kilo leien à 50 Kilo 72 126 50 4 40 Schwarze Seidenstoffe v. 95 bis 18. 65 p. Met.— glatt, gestreift u. gemustert(ca. 180 versch. Qual.— vers. roben= und stückweise porto= u. zollfrei das Fabrik=Depot G. Henneberg (K. u. K. Hoflief..) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. jenigen, diejenige werche mehr als 00 M. bezähren. In Gemäßheit des§ 22 der Städteordnung lade ich die Wahlberechtigten zu. Theilnahne an der Wahl hierdurch em. Podberchtg Höhscheid, den 18. Oktober 1889. Der Bürgermeister: Stadtgemeinde Mit Bezug auf meine Bekanntmachung vom heutigen Tage, mache ich darauf aufmerksam, daß die hiesige Stadtgemeinde zufolge meiner Bekanntmachung vom 9. November 1883 zum Zwecke der Wahl der Stadtverordneten in folgende Wahlbezirke eingetheilt worden ist: 1. Bezirk: kulle, Bergerstraße, Brachen, Breitestraße, Erf, Erferstraße, Feldstraße, Grenzstraße, Hingenberg, Höhmannsberg, Höhscheiderhof, Höhscheiderplatz, JohänntIrlerhof, Kirschheide, Kohlsberg, Lindenhof, Lindenstraße, MittelMonentamn Sretscraße, Neuenhaus Neuenhauserkotten, Neuenhoferstraße, Svenhöhscheid, Parkstraße, Platzhof, Schaafenkotten, Schallbruchsmühle, Schirpenberg, Siepen, Untenhöhscheid, Weegerberg, Weegerstraße, Weinsberg und Wüsthoffskotten. 2. Bezirk: Böckersberg, Caspersfeld, Eintracht, Evertsaue, Friedrichsaue, Friedrichshöhe, Friedrichsthal, GrünenHintenmeiswinkel, Höschen, Kulle, Lache, Melcherskotten, Mittelfürkelt, Obenfurtelt, Ovenrüden, Obenwiddert, Rölscheid, Strupsmühle, Untenfürkelt, Untenrüden, Untenwiddert, Vockert, Vormeiswinkel, Wipperbanden und Wüstenhof. 3. Bezirk: Bellenhäuschen, Bernskotten, Ernenkotten, Geilenberg, Grundstraße, Hochstraße, Hoffnung, Hossenhaus, Jakobshäuschen, Katternbergerstraße, Kotten, Kotterhammer, Kottermühlenstraße, Kotterstraße, Michelshäuschen, Mittelkatternberg, Mittelpilghausen, Nacken, Nöhrenhaus, Nöhrenkotten, Nesterkotten, Obenkatternberg, Schaafenmühle, Schaafenmühlerkotten, Hensberg, Höhe, Höherheide, Holzhof, Holzkamp, Horn, Hütte, Jammerthal, Josefsthal, Kesselsweiher, Kronenmühle, Krüdersheide, Küllenberg, Landwehr, Linde, Löhdorf, Nußbaum, Oelmühle, Rupelrath, Schlagbaum, Schirpenbruch Steinendorf, Straßen, Tränke, Wippe und Wüstenstraße. Höhscheid, den 18. Oktober 1889. bringt Das Versandt=Geschäft Mey S; Edlich in Leipzig=Plagwitz jetzt seinen Herbst Catalog zur Ausgabe. Derselbe enthält eine sehr reiche Auswayl aller zum Herbst= und Winterbedarf der Familie wie des Einzelnen gehörigen Artikel, welche preiswürdig und in bekannter bester Ausführung geliefert werden. Dieser Herbst=Catalog wird unberechnet und portofrei zugesandt. Es liegt im Interesse eines Jeden, sich diesen Catalog kommen zu lassen. Ein Nährmittel ersten Ranges muß außer seinen qualitativen und practischen Eigenschaften auch medicinisch gutgeheißen, chemisch als werthvoll befunden und bacteriologisch untersucht sein auf absolute Reinheit von krankheiterzeugende Bacterien und Schimmelpilzen. Dieses ist Frank's Avenacia in höchster Vollkommenheit. Seine Anwendung,(es lassen sich aus demselben in wenigen Minuten die schmackhaftesten Gerichte herstellen) ist von überraschendem Erfolge überall da, wo die Blutbildung beschleunigt und verbessert werden soll, überhaupt bei geschwächten, schlecht genährten oder abgemagerten Personen, sei es daß diese Zustände die Folge fieberhafter oder chronischer Leiden, oder aus Absceßbildung, Eiterung oder Durchfall 2c. entsprungen. 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Nachmittags 3 Uhr: Gottesdienst. Herr Pastor Hilker. Die Amtswoche hat Herr Pfarrvikar Meyer. Sriskrankenkasse für Schleifer, Ausmacher und Polirer in Merscheid. Die Einzahlung der pro 23. Sept. bis 19.Okt. er. fälligen Beiträge hat an den Empfangstagen der nächsten Woche— Dienstag, Mittwoch und Donnerstag— zu erfolgen, widrigenfalls das Zwangsverfahren eingeleitet werden muß. Der Rendant: Vogt. Arbeitsfrau Büstenstraße. Der Bürgermeister: Gläßner. Todes-Anzeige. Es hat dem Herrn über Leben und Tod gefallen, unsere inniggeliebte Tochter und Schwester Emma Schneider nach langem mit Geduld ertragenem Leiden, im blühenden Alter von 19 Jahren 10 Monaten zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Verwandten und Bekannten widmet diese Traueranzeige mit der Bitte um stille Theilnahme Familie Schneider. Heide, den 16. Okt. 1889. „Die Beerdigung finder am Sonntag Nachmittag 4 Uhr statt. 3 3/3 — — 1 Kinker- u. Regenmänter uun in zernnenserin en den keuesten Fiiteens „* eingetroffen. sowie Velest=Hleverzieher u. Hnzug. znn nm zn nin den mödernsten Farben. 20 Posian Sollon. Auf Ersuchen des Herrn Emil Broch, Wirth zu Unt.=Katternberg werde ich in dessen Wohnung am Montag, den 28. Okt. e. Mittags 12 Uhr anfangend, folgende entbehrliche Mobilien als: Tische, Stühle, Bänke, Schränke Commoden, Spiegel, Schildereien, 1 Fournaise, Küchengeräthe aller Art, sodann eine Ackerwelle, 1 Feldegge und sonst. Ackergeräthe, 1 Decimalwaage(8 Ctr. wiegend), 1 Ladentheke, 1 Spülstein 2c. meistbietend gegen baare Zahlung verkaufen. Hülsen b. Ohligs. Rob. Weck, Auctionator. Hotz=Auction. Auf Anstehen des Herrn Heinr. Schulte=Bockholt zu Schirpenberg werde ich am Montag, den 28. Oktober., Morgens 9¼ Uhr an Ort und Stelle im Neuhauserbusch(oberhalb des Weck's Kottens) 29 Nummern hochstämmige Eichen, 11 bis 24 Zoll dick, meistens für Stellmacher geeignet, sodann einige Nmrn. Buchen für Holzschuhmacher u. 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Referent: Herr Reichstagsabgeordneter Harm. 3) Aufstellung eines Candidaten für die bevorstehende Reichstagswahl. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. an lich billig! Den Empfang der neuen Conserven als Erbsen, Nörchen, Spargel, dicke Bohnen, Salatbohnen, Wachsbohnen, Schneidbohnen, Schnittspargel, Champignon, Capern und Trüffel empfiehlt Frau C. Neuss. Durch besonders günstige GelegenheitsKäufe biete meiner geehrten Kundschaft heute # ganz bedeutend unter Preis2 P Ein guter Rat Se 17 ist Goldes wert! Die Wahrheit dieser Worte lernt man besonders in Krankheitsfällen kennen und darum erhielt Richters VerlagsAnstalt die herzlichsten Dankschreiben für Zusendung des kleinen illustrierten Buches„Der Krankenfreund“. Wie die beigedruckten Berichte glücklich Geheilter beweisen, haben durch Befolgung der darin enthaltenen Ratschläge selbst noch solche Kranke Heilung gefunden, welche bereits alle Hoffnung aufgegeben hatten. 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Diejenigen Schleifer, welche ½engl. abgeschorte schleifen, werden dringend gebeten zu er scheinen. Kranken u. Sterbeauslage bei Kratz zu Ohligs(e..) General-Versammlung, Sonntag, den 20. Okt., Nachm. 6 Uhr im Vereinslokale. Tagesordnung. Vorstands=Ergänzungs=Wahl. Der Vorstand. Für Contor einer hies. Metallw.=Fabr. wird e. kaufm. u. mögl. auch fabrik. geb. Kraft ges.;— einige Kenntn. d. engl. Spr. erwünscht. Offert. m. Zeugn. bes. die Exped. ds. Bl. unter X 10. Eine Stahlwaaren=Fabrik sucht einen Jungen für die Packstube. Näheres sagt die Expedition. Eine Taschenmesser=Fabrik sucht einen Arbeiter, der das Maschinen der Klingen versteht. Reider erhalten den Vorzug. Von wem sagt die Exp. d. 316. Genbirr Pulllkt gesucht. Wo sagt die Exped. Ein tüchtiger Geselle z. Federmesserreiden gegen guten Lohn gesucht. Näheres in der Exped. Ein Lehrling mit ged. Schulbild, von e. hies. Fabrikgeschäft per 1. Nov. ges. Wo sagt die Exp. d. Ztg. Eine freundliche Wohnung von 4 Zimmern nebst Garten und separaten großen Keller auf nächsten Mai an ruhige Leute zu vermiethen. Bei wem sagt die Exp. Nr. 124. 2. Blatt. Samstag, den 19. Oktober 1889. 14. Jahrgang. Redaction, Druck und Vertag von Wilhelm Müller jr. in Ohligs. für die Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Expedition: Merscheiderstraße 38. Insertionspreis: die Sgespaltene Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg.— Reclamen 20 Pfg. Bürgermeisterei Merscheid und Umgegend. abomemnentepreis pre Ouatal: 1 Mart 50 Dir. # S iu der Expedition abgeholt: 1 Mark 25 Pig. Alleinige Niederlage der weltberühmten Fabrikate der Firma O. Herz& Co., Frankfurt a. M. Alleinige Niederlage der größten Filz=, Filz.Schuh= u. LederSchuh=Waaren=Fabriken von A. Marthaus, Oschatz, Rob. Garditz, Waldheim, Sachsenburg und Ziegenhain. Mit vielen ersten und Ehrenpreisen prämürt für anerkannt beste Qualität, Dauerhaftigkeit und schöne Paßform, verbunden mit elegantester, geschmackvoller Ausstattung. 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Maf Karten fr.(ver Rod. Aüper) 4. Zwei Aeuglein braun, v. F. Gumbert.(Herr O. Laufkötter.) P 5. Wurst wider Wurst, Schwank in 5 Akten v. Becks. Personen: Spund, Faßbindermeister. Clemens, dessen Geselle. Moses und Aron, Handelsjuden.(Festverein.) III. Theil. 1. Arie a. Atilla, v. Verdi.(Orchester.) " 2.„Scheiden“ v. C. Isenmann.(Cäcilia.) 3. Ständchen v. C. Häser für Tenor.(Herr O. Laufkötter.) P 4. Sirenenzauber, Walzer v. Waldteufel.(Orchester.) „ 5. Im Arrest, Schwank in 1 Akt.(Cäcilia.) Hierauf: Sfeft-Wall. Derselbe gedent am Sonntag, den 20. ds., sein Karten zum Concert und Ball zu 50 Pfg. à Person (an der Casse 60 Pfg.) sind zu haben bei Hrn. Ed. Witte, Pet. Erkelenz, Franz Benner und den Mitgliedern. Recr Achsimmerelonte l Der „Deutsche Tischlerverband“ Zahlstelle eiert am 20. Oktober sein im Vereinslokal bei Herrn Gust. Gräff zu feiern. Samstag: Ankündigung des Festes durch Kononenvonner. Abends 9 Uhr: Zapfenstreich. Sonntag früh: Reveille. Nachmitttags punkt ½ 3 Uhr: Antreten zum Abholen der eingeladenen Vereine. 5 Uhr: GROSSES CONCERT. Später: Gesellschafts-Ball. Karten zu 30 Pfg. sind bei den Mitgliedern, sowie im Vereinslokale zu haben, an der Kassa zu 40 Pfg. Die Musik wird ausgeführt von der wohll. Pionier-Capelle aus Deutz, Capellmeister Hubert. de Während des Concerts wird Bier verabreicht. Hierzu ladet freundlichst ein Katternberg. Der Vorstand. Die Bewohner zu Katternberg bis zum Stübchen werden gebeten, die Häuser mit Fahnen 2c. schmücken zu wollen. Elberfeld 1889.— Platt an der Schillerbrücke. Königlich Niedirländischer Ctreus-Eschr-Calfe. Sonnabend, Sonntag u. Rontag jeden Abend I. m Lokale der Frau A. Staudacher durch loncert, Theater, humorist. Vorträge, lebende Bilder und Gesellschafts-Ball. Karten im Vorverkauf à 30 Pfg. sind noch zu haben im FestLokale und im Vereinslokale bei Wirth Robert Linder am Markt und bei den Mitgliedern. Kassapreis 50 Pfg. Damen frei. Anfang 5 Uhr. Die Musik wird ausgeführt von dem in seinen Leistungen fühmlichst bekannten Ohligser Musik=Verein. Unsere geehrten Meister sind herzlich willkommen. Das Fest-Comité. Große Gald vorsteaulig. Sonnabend u. Sonntg von 4 Uhr ab große Nachmittag==Vorstellung. Reiten und Vorführen derbestdressirten Schulund Feiheitsferde. Auftreten der neu engagirten Speilitäten Mr. Geretty, genannt der fliegende Mann. Mß Blanche, Drahtseilkünstlerin, sowie der unübertrelich komisch=musikalischen Truppe Azia. Auftreten der orzüglichen Schulreiterin Frl. Helene Wagner.— Fespiele unter Kaiser Titus in der Volks=Arena on Rom. Equestrische Pantomime mit Ballet on 24 Damen. Alles Nähere d. Placate. Kein Tusten mehr. Wer sich zeiti vor Husten, Heiserkeit, Halsund Brustleiden, jaogar Athemnoth schützen will, nimmt die anerkanwerühmten und ärztlich empfohlenen F. W. Güch’s Zwiebelbonbons. Jeder Beutel ist n Schutzmarke„Rettungsstern" versehen und zu aben in Beuteln à 20 bei: Conditor Terd. Butühlen, Wahnenkamp, Ohligs. Anerkannt beste u. billigste Einrichtung sum ordnen u. aufbewahren der Brisfa. Diese, sowie alle anderen Soennecken'schen Fabrikate vorrätig bei: Audun Bühmer Schrabwasrenhandung.## Gothaer Cervelatwurst, westf. Plock-Wurst, Ia. Emmenthaler Schweizerkäse, Ia. Edamer Käse, Ia. Holländer Käse, feinste Süssrahmbutter, sowie geröstete Caffee’s in allen Preislagen empfiehlt Jul. Budde, Ohligs. Geschäfts=Verlegung u. Empfehlung. Mit heutigem Tage verlegte mein ColonialTaaren- Geschäft F in Lokal der früheren Apotyeke am Bürgermeister=Amt. Indem ich bestrebt sein werde, meinen g. Abnehmern nur gute Waare zu reellen Preisen zu liefern, halte mich bei Bedarf bestens empfohlen. Friedr. Rohn. Haltbare Biscuits aus der Fabrik von Gebr. Stollwerck in Köln. Wohlschmeckend zu Wein, Kaffee, Thee, Chocolade, Cacao und Limonade. Die beliebtesten Sorten sind in den meisten feineren Kolonialwaaren- u. Delikatessen-Geschäften, sowie Cenditoreien zu haben. Schutzmarke. 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Oktober, an welchem unser schwergeprüfter Kaiser Friedrich das Licht der Welt erblickte, ein Tag weihevoller Erinnerung für das deutsche Volk zu allen Zeiten bleiben. Die Tage der tiefen Trauer sind vorüber, das volle, frische Leben fordert seine Rechte, und mit ihnen versinken auch mehr und mehr die unsäglich trüben Bilder aus Kaiser Friedrichs Leidenszeit. Schwerer war wohl kaum ein Fürst heimgesucht, wie er, der die glänzendste Krone auf dem Haupte trug und doch sich Tag für Tag sagen mußte: „Ob Du wohl noch die nächste Sonne siehst!" Kaiser Friedrichs Duldermuth steht hoch da, doch nicht minder hoch sein tiefes Pflichtbewußtsein, seine heiße Vaterlandsliebe, sein edler Sinn. Er hatte die Sympathieen einer ganzen Nation, von ganz Europa vor sich, und wenn er wohl kaum Alles hätte erfüllen wollen und können, was von ihm erwartet worden, gewiß ist, Kaiser Friedrich wäre ein würdiger Nachfolger seines Vaters geworden. Glücklich noch er, der in allem seinem Leid auch die Freude fand, welche treue Volkszuneigung gewährt, und sie hat ihn vor Allem erquickt, seine Schmerzen und Qualen muthig überstehen lassen. Ein glänzendes Lichtbild im Ehrentempel deutscher Nation wird Kaiser Friedrich für alle Zeiten bleiben, der geniale Heerführer, der besonnene maßvolle Staatsmann, der gute Mensch. Naturen, wie Kaiser Friedrich sind selten; die unbeschreibliche Leutseligkeit und Freundlichkeit seines Wesens ließ ihn die Herzen im Sturme gewinnen. Nicht bei Königgräs, Wörth, Sedan oder Paris leiftete der damalige deutsche aprinz seine höchste That, sondern der größte, nicht hoch genug anzuschreibende Erfolg war, daß er die Süddeutschen für das geeinte Vaterland gewann. Im Nord wie im Süd ist sein Hinscheiden betrauert, wie unser heutiger Kaiser, widmet auch der Geringste dem Entschlafenen ein treues herzliches Andenken. Kaiser Friedrich wird nie todt sein, er wird fortleben im Gedächtniß des deutschen Volkes für alle Zeiten, wie Kaiser Wilhelm I. Rheinland u. Westfalen. * Höhscheid, 17. Okt. Unser neues Polizei=Gefängniß ist jetzt so weit fertiggestellt, daß es wahrscheinlich zu Ende dieses oder zu Anfang nächsten Monats in Benutzung genommen werden kann. Bekanntlich ist das Gefängniß mit dem Spritzenhause verbunden, in ersterem befindet sich auch die Wohnung für den Gefangenenwärter, für welchen Posten der Polizeisergeant Herr Hermes angestellt worden ist. * Höhscheid, 18. Okt. Der Wipperauer Turn=Verein hat für nächsten Sonntag ein Abschiedsfest zu Ehren derjenigen Mitglieder in Aussicht genommen, welche im nächsten Monat der militärischen Dienstpflicht wegen ausscheiden. Das Fest soll im Lokale des Herrn Rob. Evertz stattfinden. * Solingen, 16. Okt. Zu den beiden in der Grüne„walder Gasfabrik bisher in Betrieb befindlichen Gasbehältern, von denen der eine 600, der andere 1000 Chm. Gas faßt, soll noch ein dritter neu angelegt werden, welcher 4000 Cbm. Nutzinhalt haben wird. Mit der Anlage desselben soll im Frühjahr nächsten Jahres begonnen werden. * Wald, 17. Okt. Die Nacht zum Montag ist nicht ohne Schlägerei vorübergegangen. Der Arbeiter M. v. Nümmen hat, dem Gen. Anz. zufolge, zu Schneppert einem andern Arbeiter K. v. Ehren aufgelauert und ihn mit Messerstichen arg mißhandelt, so daß er das Bett augenblicklich noch nicht verlassen kann. Der Angreifer ist bekannt und wird seiner wohlverdienten Strafe nicht entgehen. * Haan, 15. Okt. Gestern bewegte sich hierselbst ein imposanter Leichenzug durch den Ort, wie ihn Haan schöner noch nicht gesehen. Der durch Rheinland und Westfalen sehr bekannte, allseits beliebte Luftschiff=Carrousselbesitzer W. Jülicher von hier wurde zur letzten Ruhe bestattet. Der Zufall hat es gewollt, daß er gerade in der Wohnung der Mutter, welche er Abends besucht hatte, an einem Herzschlag verschied; 14 Tage vorher, bei Gelegenheit unserer Kirmes, wurde demselben plötzlich die älteste Tochter durch den Tod entrissen. Ein großer Zug von Leidtragenden folgte dem Sarge, vorauf der Schützen=Verein, dann der Thalia=Verein u.., ferner waren im Zuge 6 zweispännige Carossen mehrerer großen Budenbesitzer von der Elberfelder Messe, welche alle einen prachtvollen Kranz auf sein Grab legten. * Hilden, 18. Okt. Wie die„K. Ztg. mittheilt, wird hierselbst eine größere Fabrik zur Herstellung schmiedeeiserner Röhren nach dem alten Verfahren neu erbaut. * Remscheid, 16. Okt. Vorgestern abend waren in dem Alexanderwerk zwei Arbeiter damit beschäftigt, einen Wagen mit zwei großen, etwa 4000 Kilogramm schweren Formkasten in den Trockenraum zu schaffen. Hier kam der oberste Kasten plötzlich ins Rutschen und drückte, wie das„Berg. Tagbl.“ berichtet, den 29 Jahre alten Former Josef Cl. mit dem Oberkörper derart gegen die Wand, daß der Aermste alsbald seinen Geist aufgab. Der zweite Arbeiter befand sich zufällig in gebückter Stellung, so daß er mit einigen leichten Quetschungen davon kam und es ihm gelang, unter dem Formkasten hervorzukriechen. Der Verunglückte Cl. war erst seit drei Wochen hier ansässig, seine Frau und ein einziges Kind wohnen in Düsseldorf. * Barmen, 16. Okt. Nach längern Verhandlungen hat die Stadtverordneten=Versammlung in ihrer gestrigen Sitzung die nunmehr fast zwei Jahre schwebende Schlachthausfrage entschieden. Der Hauptstreitpunkt war die Platzwahl. Die Einen waren für die Bockmühle, die Andern für einen Platz auf Carnap als SchlachthausGrundstück. Mit 21 gegen 8 Stimmen erklärte man sich für letztern. Derselbe ist 525 Ar groß und kostet 313000., während die Kosten der ganzen Anlage auf 1 707 000 M. veranschlagt sind. Die Ausführung des undern Planes hätte voraussichlich die Summe von 2 057 926 M. beansprucht. W Elberfeld, 17. Okt. Mit dem heutigen Tage ist unsere Herbstmesse vorüber; hoffentlich aber auch das schlechte Wetter, welches mindestens zwei Drittel der Zeit vorherrschend war, und wohl den meisten das Geschäft zu Wasser werden ließ. Die beste Einnahme mögen noch die Carroussels, deren 14 auf dem Meßplatze waren, gemacht haben. Die übrigen Künstler etc. ziehen unbefriedigt von dannen. Außer dem ungünstigen Wetter war es hauptsächlich der Königl. Niederl. Circus Oskar Carré, welcher den Budenbesitzern am empfindlichsten bemerkbar wurde. Herr Carré kann mit seinen erzielten Erfolgen bis jetzt zufrieden sein; die meisten Vorstellungen erzielten nicht nur gut besetzte, öfter noch ausverkaufte Häuser. Die dort entwickelte Pracht und Eleganz an Kunstleistungen, Kostümen und Requisiten läßt alles bis jetzt hier am Platze gesehene weit zurück. * Elberfeld, 17. Okt. Dem Kinderhospital hierselbst sind von dem in Düsseldorf verstorbenen Herrn Gerichtsdirektor a. D. Oskar Aders M. 5000 vermacht worden. * Düsseldorf, 15. Okt. Der neueste„Staatsanzeiger“ enthält die offizielle Bestätigung der Nachricht, daß der Regierungspräsident Frhr. v. Berlepsch zu Düsseldorf zum Oberpräsidenten der Rheinprovinz ernannt sei.— Einem anderen Blatte zufolge soll die Ernennung des Regierungspräsidenten Frhr. v. d. Recke in Königsberg zum Regierungspräsidenten in Düsseldorf unmittelbar bevorstehen. * Düsseldorf, 15. Okt. Die Abschiedsfeier für den Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Freihrn. v. Berlepsch, wird am 29. d. ., Nachmittags 2½ Uhr, im Kaisersaale der Städtischen Tonhalle stattfinden. Der Oberpräsident hat das ihm von dem Komité angebotene Fest am genannten Tage angenommen. * Düsseldorf, 15. Okt. Eine brutale That wurde gestern Nacht in Flingern verübt. Zwei Personen kamen aus Flingern zurück und aus der Stadt kamen fünf bis sechs Personen. Diese rempelten jene an und als der Maurerpolier eine Bemerkung machte, fielen die fünf über die zwei her und stachen mit Messern auf sie ein. Der Maurerpolier erhielt einen Messerstich in den Unterleib, der nach der„D..“ lebensgefährlich ist, der Eisendreher erhielt einen Stich in die Seite. Der Maurerpolier wurde in's Marienhospital gebracht. Die Thäter, ein Vater mit zwei Söhnen, wurden verhuftet. * Koln=Deutz, 17. Okt. Der hiesigen Polizei wurden drei junge Burschen im Alter von 12 bis 14 Jahren Übergeben, welche eine ganze Reihe von Diebstählen verübt haben. Die jungen Diebe hatten im Felde an einem wohlversteckten Orte ihre„Räuberhöhle" aufgeschlagen. In dem Verstecke fand sich eine Menge gestohlener Sache vor, darunter Brod, Kartoffeln, Fleisch, Gemüse und Cigarrrn. * Köln, 15. Okt. Eine aus vier unverwüstlichen Männlein und ebenso vielen nicht minder rüstigen Weiblein bestehende lebenslustige Gesellschaft aus einem unserer Vororte verfiel in der letzten Sitzung dem„groben Unfug“"=Paragraphen. Das Delict war durch eine, wohl einzig in ihrer Art dastehende Namenstagsfeier verübt worden. Getreu der Parole„Nach Hause geh'n wir nicht, nach Hause geh'n wir lange nicht!“ blieb die Gesellschaft acht volle Tage — wohlgemerkt ohne Unterbrechung!— essend und trinkend, scherzend und lachend, singend und declamirend, in schönster Eintracht und ungetrübter Heiterkeit beisammen. Ort der Handlung: Nippes; Scene:„Gute Stube“; Requisiten: Verschiedene Fässer Bier, Tisch, Stühle, Gesundheit und Frohsinn und was sonst noch dazu gehört. Der Schlußact spielte vor dem hiesigen Schöffengericht. Jedem Mitgliede wurde für seine Leistungen eine an die Gerichtskasse zu zahlende Prämie von 5 Mark zuerkannt. * Köln, 17. Okt. En riesiger Rauchschlot neben dem Dom. Unter dieser Spitzmarke theilt die„K. Vztg.“ mit, daß jetzt kaum 100 Schritte vom Dom entfent eine riesige Dampfesse, welche 150 Fuß hoch werden solle, emporwachst. Der Bau wird vom Eisenbahnfiskus für das Elektricitätswerk, das demnächst den neuen Centralbahnhof mit Licht versorgen soll, hergestellt. Der Schornstein würde die ganze Rheinansicht Kölns stören, er könnte ebenso gut an anderer Stelle gebaut werden. * Köln, 17. Okt. Das Hotel„Mainzer Hof“ hierselbst, welches am 30. d. M. öffentlich freiwillig verkauft werden sollte, wurde heute durch Vermittlung des Herrn Th. Schäfer zum Preise von 500000 M. an den früheren Besitzer des„Union=Hotel“ Hrn. Perers verkauft und wird derselbe das Hotel am 1. Januar n. I. neu eröffnen. * Kalk, 17. Okt. Gestern am Abend explodirte unter einem weithin hörbaren Knall im hiesigen Faconeisen=Walzwerk einen Puddelofen. Die Trümmer desselben verletzten drei an dem Ofen beschäftigte Arbeiter und flogen durch das Dach des Etablissements. Dieses wurde stark beschädigt. Glücklicherweise ist keiner der Verunglückten lebensgefährlich verletzt worden. Der Ofen war vom Eisen geleert und sollte durch Einführung von Wasser abgekühlt werden. * Mainz, 14. Okt. Vor kurzem sollte ein Soldat vom Infanterie=Regiment Nr. 88 dahier wegen ungebührlichen Benehmens gegen die Mombacherthor=Wache verhaftet werden. Er entfloh in eine nahe gelegene Wirthschaft, wohin ihm eine Patrouille unter Führung eines Gefreiten folgte. In der Wirthschaft waren ein Unteroffizier und mehrere Soldaten anwesend, welche unbegreiflicherweise für den Soldaten Partei ergriffen, sodaß derselbe nach seiner Caserne entweichen konnte, wo er bald darauf festgenommen wurde. Gegen den Unteroffizier, welcher von dem Gefreiten noch besonders darauf aufmerksam gemacht worden war, daß letzterer als Führer einer Patrouille anwesend sei, sowie die dem Unteroffizier beistehenden Soldaten erging Anklage wegen Meuterei. Das Kriegsgericht hat jetzt den Unteroffizier zu 6 Jahren Zuchthaus, die Soldaten ebenfalls zu mehrjährigen Gefängnißstrafen verurtheilt. Die betreffende Wirthschaft wurde den Garnisons=Angehörigen verboten, weil sich der Wirth bei dem Auftritt in ungeschickter Weise benommen hatte.— Der Apotheker L. von Pfeddersheim, welcher in das hiesige Untersuchungs gefängniß unter der Anschuldigung eingeliefert worden war, ein Mädchen mit Chloroform betäubt und dann mißbraucht zu haben, ist auf freien Fuß gesetzt worden. Wie es um die Untersuchung steht, ist bis jetzt nicht bekannt. „* Frankfurt a.., 16. Okt. Der verheirathete Hafenaufseher Maurer, welcher ein Mädchen vergeblich mit Anträgen verfolgt hatte, überfiel dasselbe gestern Abend und verletzte es schwer durch einen Schuß in den Kopf, darauf erschoß er sich selbst. * Cochem, 17. Okt. Die Lese hat in Winningen am Freitag begonnen, mehrere andere Orte beginnen Mitte der nächsten Woche und gegen den 20. d. M. wird dieselbe, wie der Trierischen Zeitung geschrieben wird, an der ganzen Untermosel eine allgemeine sein. Allem Anscheine nach wird das Geschäft in Trauben ein sehr lebhaftes werden und, nach den bisherigen Käufen und Versteigerungen zu urtheilen, die Preise hohe sein. Die geringsten Trauben werden voraussichtlich nicht unter 12 M. der Centner kosten, für solche aus kleinen Mittellagen werden 15 M. geboten, für bessere 20 M. und darüber. Die Qualität wird der von 1886 gleichgeschätzt. Die von der Peronospora betroffenen Weinberge, deren an der Untermosel jedoch nicht viele sind, natürlich ausgenommen. Nach älteren Weinen, namentlich 1888ern, ist noch immer Nachfrage; letztere werden je nach Güte mit 270—420 Mrk. das Fuder ohne Faß bezahlt. Vermischte Nachrichten. * Eine eigenartige Sammlung von Briefmarken, die nicht nur den Liebhaber dieses Sports allein interessiren dürfte, ist gegenwärtig in Leipzig ausgestellt. An 85000 Briefmarken aller Länder sind auf 200 Quadratfuß so geschickt gruppirt, daß sie lebensgroß folgende Personen darstellen: Kaiser Wilhelm., Kaiser Friedrich, König Albert, Fürst Bismarck, Papst Leo XIII. und die Germania auf der Wacht am Rhein. Der Verfertiger dieser Bilder, ein nunmehr 90jähriger Greis, Herr Förster in Berlin, hat acht Jahre dazu gebraucht, um dieselben herzustellen; die dazu verwendeten Marken sind sämmtlich echt und der Liebenswürdigkeit unserer Consuln verdankt Herr Förster einen großen Theil der werthvollen außereurpäischen Marken. Enorme Schwierigkeiten waren zu besiegen, um bei dem nicht immer passenden Material die Züge der Herrscher getreu wiederzugeben, namentlich die hellen Partieen der Stirn 2c. verursachten große Mühe. Herr Förster hat dieselben aber überwunden, in sprechender Porträtähnlichkeit treten die Gestalten der bekannten Herrscher uns entgegen und das Auge weilt erstaunt auf dem Ergebniß eines jahrelangen Bienenfleißes. Das Haupttableau stellt die Kaiser Wilhelm und Friedrich und den FürNeues Erzählung von Josephine Gräfin Schwerin. (5. Fortsetzung) Alonzo zupfte ungeduldig an seinem Bart.„Was sprichst Du von ihrer Armuth Mutter,“ sagte er, während sein Blick unsicher umherirrte,„Cornelie ist schön, reizend, anmuthig. „O ja, recht hübsch und sehr stolz scheint sie; sie sprach, als ob sie es gar nicht begriffe, welche Ehre es ist, Don Alonzo Perez zu heirathen; sogar der Vater sprach von Opfern und dergleichen! Wie oft doch Armuth und Stolz sich zusammenfinden! Sie wird geblendet sein, das gute Kind, wenn sie Dein Haus betritt.“ „Du belächelst, was mich hoch beglückt, entgegnete Alonzo gepreßt,„die Ueberzeugung, daß Cornelie mich selbst, unabhängig von meinem Reichthum liebt.“ „Ob sie die Repräsentation Deines Hauses verstehen wird, wie Du sie von ihr verlangen kannst?“ fuhr Donna Mercedes fort, ohne seine Worte zu beachten.„Nun, vielleicht hat sie Talent und findet sich leicht in das Ungewohnte. Die bunten Fähnchen, die sie mitbringt, wird sie freilich bei uns nicht tragen können. Nun, es fällt Dir ja nicht schwer, ihre Toilette standesgemäß einzurichten, und vielleicht findet sich mit dieser auch der Chic, dessen sie bedarf.“ „Mutter, Du marterst mich!“ brach es aus Alonzos Brust. Donna Mercedes sah ihn mit einem so erstaunten Blick an, als hätte sie keine Ahnung, daß jedes ihrer Worte ihn wie ein Messersich raf. „Weshalb?“ fragte sie lächelnd.„Weil ich das ausspreche, was Du ja selbst weißt und siehst? Sei nicht thöricht, Alonzo, Du selbst hast wohl früher gedacht, dereinst eine Fürstin des Landes oder des Goldes heimzuführen, nicht die Tochter eines armen deutschen Offiziers. Ach, ich bin angegriffen und will mich auf mein Zimmer zurückziehen. Sie berührte den Glockenzug und winkte der eintretenden Dienerin, ihr die Decken und Tücher nachzutragen.„Adio, Alonzo, adio!“ Sie winkte ihm lächelid zu und bot ihm die Hand zum Kuß. Am nächsten Vormittag kan Alonzo mit einem kostbaren Blumenstrauß zu Cornelie; er war zärlicher, inniger denn je, aus seinen Worten und Blicken sprach so viel Liebe, daß Corneliens gesunkener Muth sich hob und sie die Schnerzen der letzten Stunden vergaß. Er liebte sie ja, was brauchte ie weiter, um glücklich zu sein! „Vergeben Sie meiner Lutter, theuerste Cornelie, bat er, „sie ist angegriffen von der Reie und hat so viel mit den ihr fremden und unzusagenden deutschen Vrhältnissen zu kämpfen, da war sie nicht so liebenswürdig zu Ihm und Herrn von Livonius, als sie es gesollt und ich es gewünsch hätte. Nicht wahr, Ihre Liebe wird stark genug sein, darüber hinngzusehen, Sie werden glauben und vertrauen?“ Sie sah in seine mit anstvoller Innigkeit auf sie gerichteten Augen.„Wenn Sie mich lieen, Alonzo, dann ist alles, alles gut, o lassen Sie mich nie an dier Liebe zweifeln, sagte sie, in Tönen, in denen all' die zagende Lieb alle die heißen Schmerzen der letzten Stunden bebten. „Sie ist eine Flamme, i der mein ganzes Herz lodert, das zu Asche werden müßte, wennie je erlöschen sollte, antwortete er glühend. Der starke Muth, den Enelie gewonnen, der sie selbst dem Grollen des Vaters und den ingen Seufzern der Mutter mit gehobenem Haupte und klarem uge begegnen ließ, erlag freilich am Abend von neuem. Der Befh bei Donna Mercedes verlief nicht anders als am Tage vorher, ur daß sie sich ohne die Begleitung ihres Vaters noch einsamer w haltloser fühlte. Auf Alonzo lag derselbe ann wie gestern; still und beklommen stand er nehen der Mutter, eschien, als ob ihn völlig die gewohnte sichere, strahlende Liebenswürzkeit verlassen habe; er war nicht mehr derselbe, nur hier und leuchtete in seinem Blick die Liebe wie in stummer Bitte auf. Ischmerzlicher Cornelie den Jammer in der Brust fühlte, je tieferie sich von dieser Frau in jeder 5 0 Sekunde gedemüthigt fand, um so stolzer richtete sie sich auf,— es sollte jener nicht gelingen, diesen Nacken zu beugen. Als Donna Mercedes immer von neuem und mit immer hochtönenderen Worten Glanz und Pracht ihres eigenen Lebens geschildert hatte, gegen die, wie sie versicherte, alles das, was in dieser kleinen armen Stadt, die man hier in Deutschland für groß und reich halte, das beste sei, was man hier theuer, großartig, elegant nenne, wahrhaft erbärmlich scheine, hatte sie fest die spöttischen Blicke, die unter den gesenkten Lidern hervorschossen, ausgehalten. Dann erwiderte sie mit einem kalten, hochmüthigen Klange in ihrer Stimme:„Ich bedaure, gnädige Frau, daß Ihre Schilderungen des Reichthums und der Ueppigkeit Ihrer heimischen Verhältnisse mir nicht so imponiren, wie Sie es wohl erwarten. Deutsche Erziehung und Sitte haben mich gelehrt, einen sehr geringen Werth auf den Luxus zu legen, den man jenseits des Meeres, wie es scheint, sehr hoch taxirt. Mir ist Geistes= und Herzensbildung, die schöne Harmonie des Denkens und Fühlens, die, wenn sie rechter Art ist, auch dem einfachen und schmucklosen Hause den schönsten Reiz verleiht, der höchste und rühmenswertheste Besitz. Wenn es mir gelingt, in meinem Hause stets von diesem Zeugniß abzulegen und in meinem Kreise Verständniß und Liebe für diese besten Güter des Lebens zu erwecken, dann glaube ich mit Recht stolz sein zu können auf die Mitgift, die ich meinem Gatten bringe. Doch es ist spät und ich muß mich wohl empfehlen,“ fuhr sie sich erhebend, fort, ohne Donna Mercedes Zeit zu einer Erwiderung zu lassen,„Leben Sie wohl, gnädige Frau! Glückliche Reise und der Wunsch, daß es Ihnen in dem glänzenden Paris besser gefallen möge als in Deutschland.“ Noch eine tiefe Verbeugung, und sie verließ, von Alonzo geleitet, das Zimmer. Er selbst legte ihr schweigend die warmen Hüllen um. Der Zug, der ihn und seine Mutter nach Paris führen sollte, ging noch vor Tagesanbruch ab; sie hatte gehofft, er werde sie noch nach Hause begleiten, doch als er jetzt, ihre Hände an seine Brust ziehend, sagte:„Nun also muß es geschieden sein, Cornelie, auf Wiedersehen denn, Geliebte!“ schwieg sie. Er schlang den Arm um sie, einen sien Bismarck dar, es ist 150 Quadratfuß groß und trägt in blauen Zwanzigpfennigmarken des deutschen Reiches die Ueberschrift „Hoch Deutschlands Größen“. 55000 Briefmarken sind zu diesem Bilde in 5 Jahren veru#ndet worden. Zu Fürst Bismarch Stirn nahm der Künstler Marken von Oesterreich, während die postalischen Zeichen Englands dazu dienten, jene Stelle zu bezeichnen, an denen auf des Fürsten stattlichem Haupte ehemals volles Haar sproßte. Bei dem Bildniß Leos XIII. hat Herr Förster seiner guten Laune durch allerhand Anspielungen die Zügel schießen lassen, was auch bisweilen bei den vorgenannten Portraits vorgekommen ist. Der Siegelring Leos XIII. trägt das Bildniß König Humberts, das Gesicht ist aus muhamedanischen Türken und der Mund aus Italienern hergestellt. Prachtvoll ist die Darstellung des großen päpstlichen Wappens. Zur Germania waren ebenfalls 15000 Marken nöthig. Der grüne Kopfkranz besteht aus Russen und Schweizern. Ein türkischer rother Purpurmantel umwallt die gebietende Gestalt, die auf dem Haupte die Kaiserkrone aus Franzosen trägt. * Professoren=Zerstreutheit. In Wien ist vor einigen Tagen Pater Johann Auer, der Provinzial der österreichischen PiaristenOrdens=Provinz in hohem Alter gestorben. Sein Hinscheiden hat nun eine Unzahl Erinnerungen an seine langjährige Thätigkeit als Professor des akademischen Gymnasiums wachgerufen. Und da sind es neben den Gefühlen der Pietät und des Dankes, die wohl alle seine Schüler für den verdienstvollen Lehrer empfinden, auch Reminiszenzen heiterer Art, die vielgenannten Aueriana, die in den verschiedensten Kreisen wieder aufgefrischt werden. Da machen folgende Blüthen echter Professoren=Zerstreutheit die Runde:„Die Schweizer sind ein gebirgiges Volk, aber in Schottland fängt das Klima erst im Oktober an.“—„Darius erlitt eine schwere Niederlage, weil ich Ihnen schon gestern gesagt habe, daß der ganze Feldzug ein Unsinn war.“—„Der dritte punische Krieg wäre viel eher aus gewesen, wenn er nur etwas eher begonnen hätte.“—„Von zahllosen Wunden bedeckt, stürzte Cäsar an der Statue des Pompejus todt zu Boden mit der einen Hand zog er das Gewand über den Kopf, während er mit der anderen um Hilfe rief.“— Karl IV. starb 1378; es war aber nicht Karl IV., sondern Karl V. und nicht 1378, sondern 1558.“—„So entstand ein völliger Krieg auf Seite 94.“—„Franz II ließ es Napoleon fühlen, daß er ein altes Regentenhaus war.“—„Und leider“. so setzte der zerstreute Gelehrte wohl schmerzlich seinen denkwürdigen Aussprüchen hinzu,„und leider gibt es selbst in Europa Menschen, die nicht immer bei vollem Verstande sind." *(Ein Wettlauf.) Daß man in Bayern doch recht schnell: vom Flecke kommt, wenn man— zu Fuß geht, beweist ein Vorfall, der aus Neuburg gemeldet wird. Unter den Passagieren, welche vor einigen Tagen die Donauthalbahn von Ingolstadt her benutzten entspann sich ein Streit über die Gangart des Zuges, der zu einer Wette führte. Einer der Mitfahrenden verpflichtete sich, in Rohrenfeld auszusteigen und zu Fuß früher als der Zug in Neuburg anzukommen. Er gelangte mit einem Vorsprung von 150 Schritten ans Ziel und hatte schon einige Liter Bier auf Rechnung seiner gewonnenen Wette getrunken, als der Blitzzug in den Bahnhof von Neuburg einlief! Schulplatz zu Pattscheid, Bürgermeisterei Neukirchen: Mittwoch, den 6. No= durch dritte Personen bei Ergreifung des Rekurses, sowie bei der Neutirchen und Leichlingen. tist ausnahmsweite nur Zuläsig durch den Vater uic sathaft. MorSangerzise, irgemeisteret Alchuach: Friag, den 8. Rovenber ar., Es bird besonders darauf hingewiesen den d Au germeisterien te, weiche in der Zeit vom i. Abrit ds oling gueudengendbchr. daß wir diejenigen Landwehr= jenigen treten sind, behufs ihrer Veherführung zur Landwehr 2. Aufgebots beim diesBekanntmachung der Herbst=Appells pro 1339. Die diesjährigen Herbst=Appels werden im Kreise Solingen wie folgt abgehalten: A. Controlbezirk Solingen. a. Die Appells der Bürgermeistereien Solingen und Gräfrath auf dem Schützenfeld zu Solingen: Freitag, den 8. November cr., Morgens 9 Uhr: die Reserven der Jahresklassen 1889, 1888, 1887, 1886, sowie die DispositionsUrlauber und Superrevidenten, 10½ Uhr: die Reserven der Jahresklassen 1885 und 1884.— Sonnabend, den 9. November cr., Morgens 9 Uhr: die Reserven der Jahresklassen 1883 und 1882, sowie diejenigen Landwehrleute, welche in der Zeit vom 1. April bis ultimo September 1877 eingetreten sind. d. der Appell der Bürgermeisterei Höhscheid auf dem Höhscheiderplatz zu Höhscheid: Dienstag, den 12. November cr., Morgens 9 Uhr: die Reserve, Dispositions=Urlauber, Superrevidenten und diejenigen Landwehrleute, welche in der Zeit vom 1. April bis ultimo September 1877 eingetreten sind. c. der Appell der Bürgermeisterei Wald auf dem Schützenfeld zu Wald: Mittwoch den 13. November cr., Morgens 9 Uhr: Dieselben Categorien aus der Bürgermeisterei Wald. d. der Appell der Bürgermeisterei Merscheid auf dem Marktplatz zu Ohligs: Mittwoch, den 13. November cr., Morgens 11½ Uhr: Dieselben Categorien aus der Bürgermeisterei Merscheid. 8. Controlbezirk Opladen. a. der Appell der Bürgermeistereien Burscheid und Witzhelden auf dem Vorplatz des Stationsgebäudes zu Burscheid: Mittwoch, den 6. November., Morgens 9 Uhr: die Reserve, Dispositions=Urlauber und Superrevidenten, sowie diejenigen Landwehrleute, welche in der Zeit vom 1. April bis ultimo September 1877 eingetreten sind. d. der Appell der Bürgermeistereien Neukirchen und Leichlingen auf dem jährigen Herbst=Appell chen jahrigen Herost=appen zu erscheinen brauchen. aufgsfarhent. sch di färpapiere mit du e zur Stelle zu bringen. Verspätetes Erscheinen oder Fehlen ohne vorherige Erlauoniß wird nach den gesetzlichen Bestimmungen bestraft. Dispensationen von den Appells sind mindestens 4 Tage vorher durch dac anständige Meldeamt bezw. den Controlbezirk beim Bezirks=Commando Die Wahrheit der angegebenen Gründe, sowie etwa beizubringende ärztvorher ortsobrigkeitlich beglaubigen zu lassen. Nur wer durch plötzliche Erkrankung oder unvorhergesehene ganz dringende Geschäfte pp. abgehalten ist, den Appells beizuwohnen, kann sich am Appellplatze mittelst Ueberreichung eines ortsobrigkeitlichen oder ärztlichen Zeugnisses durch einen dritten(Reservist oder Angehörige pp.) entschuldigen lassen. Die Entscheidung auf diese nachträglichen Dispensations=Gesuche bleibt vorbehalten und werden die Betreffenden später zum Nachappell bei der Controlstelle Solingen oder Opladen beordert werden. Stöcke, Regenschirme, Pfeifen 2c. müssen vor Beginn des Appells ausnahmslos weggelegt werden. Die Controlpflichtigen haben grundsätzlich an demjenigen Appell theilzunehmen, welcher für ihren Wohnort angesetzt ist, und werden diejenigen, die sich trotzdem auf anderen Appellplätzen einfinden, stets zurückgewiesen werden. Die Appells werden abgehalten, im Control=Bezirk Solingen durch den Hauptmann und Controloffizier Herrn Hengstenberg, im Controlbezirk Opladen durch den Premier=Lieutenant und Control=Offizier Herrn Ulenberg. Im Interesse der Mannschaften des Beurlaubtenstandes wird noch ganz besonders auf Abschnitt 3 Nr. 12 und Abschnitt 5 Nr. 14 der im Militär= und Ersatz=Reserve=Paß vorgedruckten Bestimmungen aufmerksam gemacht und dazu bemerkt, daß Vergeßlichkeit oder Unkenntniß als Entschuldigungsgründe für eine Appellversäumniß bestimmungsmäßig nicht gelten dürfen. Die bei Civilbehörden angestellten Mannschaften des Beurlaubtenstandes werden noch darauf hingewiesen, wie sie, die Letzteren, selbst dafür Sorge zu tragen haben, daß ihre Dispensations=Gesuche oder Entschuldigungsscheine spätestens am Appelltermine der Bezirks=Compagnie übergeben werden, indem sie, die Mannschaften des Beurlaubtenstandes, gesetzlich allein die Verantwortlichen bleiben und durch eine unbegründete oder nicht rechtzeitig begründete Versäumniß des Appells sich jedenfalls die gesetzliche militärische Strafe von drei Tagen Mittelarrest zuziehen. Wie bisher üblich gewesen, werden auch in diesem Jahre etwa 8 Tage vor Abhaltung der Control=Versammlungen durch an öffentlichen Orten ausgelegte besondere Bekanntmachungen der Bezirks=Compagnien die Mannschaften nochmals an Tag und Stunde des Appells erinnert werden. Gräfrath, den 1. Oktober 1889. Königliches Bezirks=Commando. surichangeben...ean ucht genanur, Vorstehendes wird hiermit zur Kenntniß und genauesten Beachtung deufenigen Mannschaften gebracht, welche Invaliden=Ansprüche pp. geltend machen wolle Gräfrath, den 1. Oktober 1889. Königliches Bezirks=Commando. Bekanntmachung. 1. Gemäß§ 59 der Instruktion vom 26. Juni 1877 betreffend das Verfahren bei Anmeldung und Prüfung der Versorgungsansprüche invalider Mannschaften vom Feldwebel abwärts, welcher wie folgt lautet: „Wer nach seiner Entlassung einen Versorgungsanspruch geltend macht, darf dies nur thun, indem er sich an den Bezirksfeldwebel oder an das Bezirks=Commando wendet." „Der Antrag ist, wenn er mündlich erfolgt, an den dazu besonders anzuberaumenden und in jedem Bezirk ein für alle Mal festzustellenden, von Zeit zu Zeit in Erinnerung zu bringenden Tagen und Stunden vorzubringen.“ „Der Antragsteller hat die Beweisstücke(Militärpaß 22c.) durch welche er seinen Antrag begründet oder unterstützt, mit zur Stelle zu bringen“ wird hiermit zur Kenntniß der betreffenden Mannschaften gebracht, daß in dem diesseitigen Bezirke die Anbringung mündlicher Anträge auf Gewährung von Invaliden=Benefizien nur in den ersten acht Tagen der Monate Mai und Dezember jeden Jahres in den Stunden von 9 bis 12 Uhr Vormittags erfolgen kann. 2. Gemäß§ 72 qu. Instruktion sind Behörden, welche in Angelegenheiten Bescheide ertheilen: „a. das Bezirks=Commando. b. das General=Commando. c. das Kriegsministerium.“ „Jedes Rekursgesuch ist unter Beifügung der sämmtlichen in den Händen des Invaliden pp. befindlichen Militärpapiere an das Bezirks=Commando einzusenden." Von dieser Behörde wird das qu. Gesuch unter Beifügung der gemäß § 71 sämmtliche erforderlichen Vorgänge enthaltenden Akten des betreffenden Mannes auf dem Instanzenwege weitergegeben. Die Remission geschieht gleichfalls auf dem Instanzenwege.“ „Gesuche, welche diesen Bedingungen entgegen, direkt an eine höhere Behörde eingereicht werden, sind dem Bittsteller ohne Prüfung der Sache portopflichtig zurückzusenden.“ 3. Gemäß§ 32 qu. Instruktion ist eine Vertretung der Mannschaften Bekanntmachung. Diejenigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes, welche in der Zeit vom: 1) 1. April bis ultimo September 1877, 2) 1. April„„ September 1882 eingetreten, sowie 3) diejenigen Cavalleristen, welche in der Zeit vom 1. April bis ultimo September 1879 als vierjährig Freiwillige eingetreten und bei der diesjährigen Herbst=Controlversammlung zur Landwehr 1. bez## 2. Aufgebots überzuführen sind, haben den Militärpaß bei ihrem zuständigen Bezirksfeldwebel behufs Eintragung des Uebertritts=Vermerks in der Zei vom 25. bis 28. Oktober cr. abzugeben. Gräfrath, den 1. Oktober 1889. Königliches Bezirks=Commanda. Sitzung der Stadtverordneten zu Höhscheidam 16. Oktbr. 1889. Es sind anwesend unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Gläßner die Beigeordneten und Stadtverordneten Küpper und Neeff, die Beig. Berns und Dickes, die Stadtverordneten Beien, Benninghoven, Berns, Böntgen, Broch, Ern, Kaimer, Kirschbaum, Kronenberg, Lauterjung, Lütters, Meis, Moll, Müller, Römer, Rüttgers Schaaf, Schildmann, Schneider und Weyersberg. Es fehlte Herr Stadtverordneter Dohm. Vor Eintritt in die Tagesordnung theilte Herr Vorsitzender mit, daß die Kgl. Regierung für Beschaffung von Lehrmitteln in der Schule zu Stübchen 300 M. bewilligt habe.— Wählte dann, in die Tagesordnung eintretend, an Stelle des verstorbenen Herrn Albert Schäfer Herrn Edmund Kronenberg zu Gosse als Kreistagsabgeordneten mit 16 gegen 6 Stimmen, welche auf Herrn C. Küpper fielen.— Als Beisitzer resp. Stellvertreter für die n. Monat stattfindenden Stadtverordnetenwahlen wurden für den 1. Bezirk die Herren A. Lütters und A. Neeff resp. Jul. Ern und E. Kirschbaum, für den 2. Bezirk die Herren C. Meis und C. Küpper resp. R. Schaaf und E. Lauterjung, für den 3. Bezirk die Herren E. Berns und G. Weyersberg resp. N. Broch und A. Weyersberg, für den 4. Bezirk die Herren D. Schildmann und F. Böntgen resp. E. Dickes und H. Schneider gewählt.— Aus dem Collegium scheiden diesmal aus die Herren Benninghoven, Kaimer, Kronenberg, Moll, Müller, Römer, Rüttgers; an Stelle des verstorbenen Herrn Alb. Schäfer hat eine Neuwahl stattzufinden.— Als Schiedsmann wurde Herr H. Pauls=Jammerthal für fernere 3 Jahre wiedergewählt.— Die Weckvorrichtung für die Telegraphenämter wird wiederholt abgelehnt.— Ebenfalls wird der Beitritt zum Verein für KnabenHandarbeit abgelehnt.— Collegium beschließt die Grundstraße weitere 70 m auszubauen, wenn der Gemeinde keine Kosten für Grunderwerb entstehen.— Dann wird eine unwesentliche Aenderung des Sparkassenstatuts, welche die Vereidigung und Verpflichtung der Taxatoren betrifft, genehmigt.— Collegium stellt die Rechnung der Gemeindekasse pro 1888/89 in Einnahme zu 163270,10., RestEinnahme 2059,54., in Ausgabe zu 139 218,96 M. Rest=Ausgabe 1257,35 M. und zu einem Bestande von 24051, 14 M. fest. — Collegium beschließt ferner, der Wittwen= und Waisenkasse für Beamte beizutreten, jedoch unter der Bedingung, daß die Beiträge nach dem Umlage=Verfahren erhoben werden und ferner, daß die Hinterbliebenen der Stadt= und Landgemeinden gleich gestellt sein möchten.— Mit dem Bau eines Hauses zu Miethszwecken erklärt möchten.— Mit dem Bau eines Hauses zu Miethszwecken erklärt Invaliden= sich Collegium einverstanden und beauftragt die Baukommission mit weiteren Vorschlägen.— Die Löschung einer Hypothek von 304 M. wird genehmigt.— Alsdann wird das Gesuch des Hauptlehrers E. zu Rupelrath, welcher wegen Mehrunterricht wöchentlich 4 Stunden länger heizen muß und hierfür 15 Mark Vergütung beansprucht, abgelehnt, weil für Heizung und Reinigung pro Klasse jährlich 75 M. bezahlt würden.— Hiernach wird auch das Gesuch des Hauptlehrers V. zu Kohlsberg betr. Erhöhung der Miethsentschädigung abgelehnt, jedoch eine einmalige Zulage von 50 M. bewilligt.— Ebenfalls abgelehnt wird das Gesuch des Lehrers M. um eine persönliche Zulage, dagegen Lehrer L. zu Hossenhaus für Mehrunterricht 39 M. bewilligt.— Zum Schluß kamen noch mehrere Steuererlaßgesuche zur Verhandlung. Augenblick ruhte ihr Kopf an seiner Brust, sie fühlte seine heißen Lippen auf den ihren.„Du mein Leben lebe wohl!“ Sie befreite sich aus seiner Umarmung.„Lebe wohl, Alonzo.“ Da lag er zu ihren Füßen und preßte ihre Hände, ihr Kleid an seine Lippen. „Lebe wohl,“ klang es hin und her und dann war er hinausgestürzt und der Diener geleitete sie hinab, und hob sie in den Wagen. Sie hatte ein dumpfes Gefühl in Kopf und Herzen, als sei dies ein Abschied für ewig gewesen, doch als sie an Donna Mercedes dachte, athmete sie befreit auf. Gottlob, vor ihr hatte sie sich nicht gebeugt, sie war als Siegerin gegangen. Oberst von Livonius war tief verstimmt, was er zu verhüten gestrebt, war nun doch geschehen. Cornelie war heimlich verlobt. Die Ankunft von Perez' Mutter, Corneliens Besuche bei ihr hatten unzweifelhaft jedermann über diese Verlobung aufgeklärt, und nun war Perez dennoch abgereist, ohne daß dieselbe bekannt gemacht worden. Der Oberst machte sich Vorwürfe, daß er nicht auf die sofortige Veröffentlichung gedrungen hatte, und mußte sich dann doch wieder anderseits sagen, daß man solches Drängen vielleicht mißdeutet haben würde, als sei es ihm um die unerwartet glänzende Partie für seine Tochter zu thun. Seine Abneigung gegen diese Heirath war seit der Begegnung mit Perez' Mutter gewachsen, ja das Vertrauen zu Alonzo selbst war durch dessen unfreies, unsicheres Benehmen erschüttert. Und so sehr Cornelie strebte, eine unbefangene Heiterkeit, ein glückliches Erwarten in ihr Wesen zu legen, es wollte ihr nicht gelingen, vor dem scharf beobachtenden Auge des Vaters ihre Niedergeschlagenheit, das Gemisch von Fürchten und Hoffen, das sie erfüllte, zu verbergen. Alonzo schrieb ihr anfangs oft, seine Briefe waren durchfluthet von einem Feuer der Leidenschaft, wie sie es in einzelnen Momenten in seinem dunkeln Auge hatte aufleuchten sehen, doch klangen dazwischen Worte, die sie beängstigten und das sichere Vertrauen zu seiner Liebe, das einmal gewichen war, nicht wiederkehren ließen. Dann wurden die Briefe seltener und kühler, hatte er zuerst von seiner baldigen Rückkehr gesprochen, so erwähnte er deren jetzt gar nicht mehr, sondern schrieb nur von den Genüssen, die Paris biete; dann endlich berührte er flüchtig, daß seine Mutter in einigen Wochen zur Kur nach Marienbad abzureisen gedenke und daß er doch genöthigt sein werde, sie dorthin zu begleiten, um ihr die Mühsal der Reise zu erleichtern. In Cornelie rangen Liebe und Stolz; sie waren zwei gleich starke Mächte und darum der Kampf doppelt hart. Der Oberst wußte, daß seine Tochter litt, er sah den Kampf, sah, welche Anstrengung es sie kostete, der Welt gegenüber das zu scheinen, was sie früher war, und auch in ihm führten Liebe und Stolz ein bitteres Gefecht. Nur daß, während Cornelie die Liebe gebot, auszuharren, und der Stolz den Bruch verlangte, des Obersten Stolz ihm sagte: meine Tochter darf keine verlassene Braut sein, der einmal geschlossene Bund muß bindend bleiben, und seine Liebe sprach: opfere Dein Kind nicht einem Manne, der ihrer nicht werth ist. Dann endlich meldete Perez„in höchster Eile“, wie er sich ausdrückte, seine Abreise von Paris nach Marienbad und verhieß bald weitere Nachricht. Doch diese blieb aus. Als vierzehn Tage vergangen waren, ohne daß eine Zeile von ihm einlief, da brach der Oberst das Schweigen, das er bisher Cornelie gegenüber festgehalten hatte, und erklärte ihr, daß seine und ihre Ehre es jetzt fordere, ein Verlöbniß, das faktisch nicht mehr bestehe, nun auch ausgesprochen zu lösen. „Alle Befürchtungen, die ich bei Perez' unglücklicher Werbung hegte, haben sich in übelster Weise erfüllt“, schloß der Oberst seine Auseinandersetzung, während er in dem Zimmer auf und ab ging; „ich wollte, wir hätten diesen Menschen niemals gesehen. Du siehst ein, daß ich Recht habe, mein Kind, und daß von unserer Seite dies unselige Verlöbniß gelöst werden muß!" „Ja wohl, Papa, ich sehe alles ein und bitte Dich zu handeln.“ Ihre Stimme klang so müde, und als der Oberst sie jetzt ansah, bemerkte er, wie schmal und bleich ihr Gesicht gaworden war. „Mein liebes Kind, Du wirst stark sein, ein rechtes Soldatenkind, nicht wahr?“ sagte er herzlich.„Du wirst einsehen, daß es ein Glück ist, daß Du diesem Manne nicht in die Fremde gefolgt: bist, Du wirst Dich aufraffen und vergessen? Nichts Widerwärtigeres als ein Mädchen, das an einer unglücklichen Liebe krankt; das wird meine Tochter nicht, nicht wahr, Cornelie?“ „Nein, Papa, sei ruhig, ich werde den Menschen nicht Veranlassung geben, mich zu bemitleiden, ich hasse das Mitleid, Du sollst mit mir zufrieden sein.“ Ihre Augen sahen stolz und klar zu ihm empor, und er küßte sie beruhigt auf die Stirn.„Das ist mein starkes Mädchen“, sagte er zärtlich. Noch an demselben Tage schrieb der Oberst an Perez und sandte gleichzeitig die Briefe, die Cornelie von ihm empfangen, zurück. Umgehend lief die Antwort ein.„Ein verächtlicher Brief!“ murmelte der Oberst grollend vor sich hin und verbrannte ihn, noch bevor er zu Cornelie ging, um ihr ihre Briefe einzuhändigen, die Perez natürlich ebenfalls zurückgesandt hatte. „Vorbei!“ flüsterte Cornelie, als sie die beschriebenen Blätter, eines nach dem andern, durchriß. Zwei Briefe fehlten; sie wußte genau, wann und wie oft sie ihm geschrieben hatte. Es ist ja gleichgiltig, dachte sie, er hat sie vergessen oder vorher schon vernichtet, und noch ein Mal sagte sie leise„vorbei!“ als die Flamme die Blättchen verzehrte und diese zu einem Häufchen Asche zusammengesunken waren. Ihr dünkte es, als ob unter dieser Asche nun auch ihre Jugend begraben sei. (Fortsetzung folgt.) * Eine Million verloren. Einem Reisenden Namens Fortunato Merelli kam auf dem Eisenbahnzuge der Strecke Rom=Neapel ein Koffer mit 60 000 Lire italienischer Rente, was einem Capital von 1 200 000 Lire entspricht, abhanden. Für Herbeischaffung desselben wurde eine Belohnung von 100 000 Lire ausgesetzt. *(Aus der Kaserne). Unteroffizier:„Leute! Bei der heutigen Vorführung immer hübsch daran gedacht, daß Ihr die allerbeste Parade=Garnitur auf dem Leibe habt und nicht so rücksichtslos darin schwitzt!" 2 8% Altenmarkt u. Krchstr. Eobe 46-48. Solingen. für Manufacturwaaren. empfiehlt Winter-Saison erschienene Gecher, Kirch- und Johannisstr.-Ecke 49—51. für Teppiche. Gardinen u. Möbelstoffe. DUUertroTDGen 1n Gattien=Ecreidersiessen, Gattieliruckte in alten Modernen Garben, B(„„ O in bewährten, guten Qualitäten. Fortwährend Eiingang von NEUHEITEN in allen Artikein. PreisVerzeichniss für zusammenlegbare schmiedeeiserne Betten. Nr. 200 lack. Bettstelle mit I. Leineumatratze, 1 Keilkissen 14 M. 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