Früher unter dem Titel: Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Preis für das Vierteljahr in der Expedition 1 M. 75 Pfg., auf allen K. Postanstalten 2 M. Für die Redaktion verantwortlich: I. V.: Rudolf Pfeiffer in Solingen. Bergisches Deutschland. Gestern früh 8½ Uhr fand im Sterbezimmer weiland Kaiser Friedrichs(II. im Neuen Palais eine Gedächtnißfeier statt, an welcher nur die kaiserliche Familie theilnahm. Die nzast, selt Kandidat Keßner. Un 9 Uhr erschienen pie Majestaten mit den drei ältesten Prinzen im Mausoleum bei, der Friedenskirche und legten daselbst Kränze niever; die Majestäten einen mächtigen Kranz aus weißen Nelken und Sedum mit Palmenwedeln und einer Schleife mit den Initialen der allerhöchsten Herrschaften; die Prinzen widmeten einen Kranz aus weißen Seerosen mit einer Schleife und der Aufschrift„Von den Enkeln". Erbprinz und Erbprinzessin von Meiningen spendeten ebenfalls lostbare Kränze, auch von den Officierkorps der Potsdamer Teszuentex und vielen Privatpersonen trofen Blumena. Tgrger, fndet auf der Pfaueninsel bei Potsdam ein Galtensent statt, zu welchem der Kaiser an etwa 120 Mitsteder, beider Häuser des Landtages Einladungen hat er. gehen kussen. Für dieselben wird auf dem Bahnhofe in Berlin ein Sonderzug nach Wannsee und dort ein Dampfer nach der Pfaueninsel bereit stehen. Wie die„Kreuz=Ztg.“ vernimmt, ließ der Kaiser das von der Jury der Internationalen Kunstausstellung zurückgewiesene Porträt des Grafen Moltke der Frau Parlazhy für einen bedeutenden Preis ankaufen. Das Herrenhaus genehmigte gestern das Sperrgeldergesetz in der vom Abgeordnetenhause beschlossenen Fassung, nachdem Fürstbischof Kopp auf Anregung des Frhrn. v. Professor Hinschius weir hläige zurücgzogen und Lbfefsorcmnschlas, Werchem der Kultusminister gegenübertretz, I. scharfer Weise seinen ablehnenden Standpunkt verder gestrigen Sitzung nahm das preußische Abgeordnetenhaus die Vorlage über die Gewerbegerichte in der Rheinprovinz endgültig an. Sodann wird die Berathung über die vom Herrenhause in abgeänderter Fassung zurückgelangte Vorlage betreffend Wildschadenersatz fortgesetzt. durch Fitz Wildschadenersatz fest, in sofern dieser nicht .. ulo des verpflichteten Bezirks verursacht wird. Er wiro mit Majorität angenommen.§ 8 wird mit der Aenderung des Antrags Distelen angenommen, wonach die enscheidungen der Kreis= und Bezirksausschüsse nicht endgültig, sondern nur vorläufig vollstreckbar sind.§ 14, von der Schonzeit handelnd, wird in Fassung des Compromiß= antrags angenommen, weitergehende Anträge abgelehnt. Dem Popolo Romano zufolge beginnen die Handelsvertrags=Verhandlungen zwischen der Schweiz, Italien, Deutschland, Oesterreich und Belgien am 27. Juli in Bern. — Der„Reichs=Anzeiger“ bringt eine Rundschau über den Weltgetreidehandel im Mai und hebt hervor, daß die ErnteAussichten sich im Allgemeinen gebessert haben, besonders gebe der Getreidestand der Vereinigten Staaten und Ostmdiens ausgedehnten Hoffnungen Raum. Ueber die Berathungen der unter Vorsitz des Unterstaatssekretärs Dr. v. Rottenburg eröffneten HandwerkerDienstag, den 16. Juni 1891. Sctmnicke busighen der Leianger Keiage ier 43. Jehrz. Schachmatt. koman von Ewald August König. (15 .. mi(Forsetzung). :„Er son mit Ihnen in Geschäftsverbindung gestanden und noch kurz vor seinem Tode Ihnen ein namhaftes Kapital übergeben haben,“ sagte Hugo. „Das stimmt,“ nickte der Commerzienrath;„was weiter?“ „####leher dieses Kapital habe ich keine Abrechnung von Ihnen „Ah, das ist es?“ spottete der alte Herr.„Ueber nichts kann man doch nicht abrechnen! Hat Dir der Schneider nicht gesagt, daß Dein Vater gerne ein reicher Mann werden wollte und deshalb an der Börse spekulirte?“ hugo blickte überrascht auf.„Nein, davon weiß ich nichts“ Awiederte er.5 2ch nichls, —„Na, dann sag' ich es Dir; ich vermittelte die Geschäfte, g die Summen, die Dein Vater mir zahlte, dienten nur zur Deckung seiner Verluste.“ „Venn ich das glauben soll—“ „Dann muß ich es Dir beweisen, nicht wahr?" wügan ain es hätte schon damals mir bewiesen werden würde es gethan haben, wenn ich hätte ahnen man mich bei Dir verleumden würde,“ sagte der verschmendung.n„Es wäre ja auch nur PapierDin g.:#s gewesen. Null von Null abgezogen, bleibt Null. daier war in seinen Spekulationen sehr unglücklich, er meinem Rathe nicht folgen, weil er Alles besser wußte. kag s, daß nach seinem Tode nicht viel mehr vorhanden der Schneider das besser weiß, dann laß es Dir Die Hesichutu haben keinen Werth.“ erwiderte a.: der Beweisführung ist auf Ihrer Seite,“ ctir Hugo, den der kühle, geringschätzende Ton verletzte. Bausien au diesen Standpunkt stellst Du Dich?“ fragte der scharf.„Du siehst in mir einen Schurken, und ich soll Dir beweisen, daß ich es nicht bin?“ habe ich nicht behauptet.“ ein chargst“ liegt nur zu deutlich in Deinen Worten. Wenn gezählt, nicht.. und zu diesen habe ich Dich immer sich selbst(g..arts kommt, so sucht er die Schuld nicht an sagt, daß Gune an Andern! Ich habe Dir damals schon gekommen würdest. Comsdiant bald auf die Vagabundenbahn und Dein v.“:„Du hättest Handwerker oder Beamter werden nung über: Vermögen sicher anlegen sollen! Die Abrech= vorgesegt Spekulationsgeschäfte Deines Vaters soll Dir bis der'#.perden, Du wirst Dich einige Tage gedulden müssen, iszug aus den Geschäftsbüchern gemacht werden kann. sichtlich drei Tage dauern. In Bayern hat sich ein neuer Fall der Ungiltigkeitserklärung einer in Norddeutschland geschlossenen Ehe ereignet, welcher geradezu empörend ist. Ein zur Zeit in Nürnberg wohnhafter, in einem bayerischen Orte gebürtiger im Jahre 1888 eine Ehe in Westfalen geschlgssen. Jetzt hat er nun beim Nürnberger Landgerichte eine Rluge auf Ungiltigkeitserklärung dieser Ehe eingereicht, ds er, bei der seinerzeitigen Eheschließung nicht der im Art. o ve.„bayerischen Gesetzes über Heimath, Verehelichung und Aufenthalt vorgeschriebenen Bestimmung nachgekommen sei, wonach von der Distriks=Verwaltungsbehörde, in welcher kann seine Heimath hat, ein Zeugniß beizubringen sei, märtigee“; boearäiches.,#deshliebung kein im gegen. wartigen Gesetze vegrunderes Cheyinderniß vorliege.“ Das Landgericht hat der Klagebitte des Mannes entsprechend die Ehe als ungiltig erklärt. Es hat also der Ehemann das von ihm selbst verschuldete formelle Versehen dazu benutzt, um sich seiner in Norddeutschland ihm angetrauten Frau zu entledigen, und dieses bequeme Auskunftsmittel hat die gerichtliche Sanktion erhalten. Rechtlich ist die Sache unanfechtbar. Die Trauung hätte eben in Westfalen ohne den bayerischen Konsens nicht geschlossen werden dürfen. Aber ein Skandal ist die Affaire darum nicht weniger. Die Berliner Politischen Nachrichten schreiben: Innerhalb der Städte mit städtischer Polizeiverwaltung besteht der lebhafte Wunsch, die schwer sauber zu erhaltende Uniform der städtischen Polizeibeamten zu ändern, namentlich den rothen Kragen abzuschaffen, und sie für die Folge ähnlich zweckmäßig anzuordnen, wie die königliche Schutzmannschaft zur Zeit uniformirt ist. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß bei Berathung des Etats des Ministeriums des Innern im Herrenhause die Frage zur Sprache gelangen wird.„„ .##rs Verlangen, ertheilte Quittungen zur Auftlärung on Tuißverständnissen einzusenden, ist nach einer Mittheilung des„Manufakturist“ niemand nachzukommen verpflichtet, da von jedem Kaufmann verlangt werden kann, daß er seine Bücher ordnungsmäßig führe und empfangene Zahlungen buche. Veranlassung zu diesem richterlichen Entscheid gab ein Fall, in welchem ein Kaufmann am Schlusse des Jahres eine bereits ein halbes Jahr vorher bezahlte Forderung nochmals einforderte, worauf der Kunde von dem Besitz der Quittung zwar Mittheilung machte, sich aber weigerte, die Quittung einzusenden. Der Kaufmann erhob Klage, mußte aber im Termin die Quittung als von ihm herrührend anerkennen und zog deshalb die Klage zurück, beantragte jedoch, dem Beklagten die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen, die durch die verweigerte Vorlegung der Quittung entstanden seien. Das Gericht legte aus dem oben ausgeführen Grunde die Kosten dem Kläger auf, da die durch ordnungswidrige Führung der Bücher entstandenen folgen derjenige zu tragen habe, welcher sie verschuldet habe. Aber hüte Dich, die Vermuthungen Bauerbands öffentlich auszusprechen! Ich würde mich genöthigt sehen, Dich wegen Verleumdung zur Rechenschaft zu ziehen, denn als Geschäftsmann muß ich meinen guten Ruf wahren.“ Auf Hugo waren diese, mit ernster Entschiedenheit gesprochenen Worte nicht ohne Eindruck geblieben, er strich langsam das blonde Haar von der Stirne zurück und ließ den Blick mit einem Ausdruck von Verlegenheit durch das elegante Cabinet schweifen.„Ich verlange nur das, was ich zu fordern berechtigt bin,“ sagte er mit einem tiefem Athemzuge.„Daß die Mittheilungen Bauerbands mich mißtrauisch gemacht haben, muß Jerermunn nututtich sinren Jedermann natürlich finden—“ „Genug der Worte," unterbrach der Bankier ihn mit einer abwehrenden Geberde,„für mich ist dieses Mißtrauen beleidigend, denn ich bin mir bewußt, meine Pflichten als Vormund gewissenhaft erfüllt zu haben, und wie gesagt, in den nächsten Tagen werde ich Dir dies beweisen.“ Damit war Hugo entlassen, ein kurzer Handwink befahl ihm, sich zu entfernen. Der Commerzienrath trat wieder in das Cabinet seines Geschäftsführers.„Ihn zahm zu machen, war leichter, als ich es mir gedacht hatte,“ spottete er;„mag er nun in meinem Hause bleiben, bis mein Sohn aus eigenem Antriebe ihm die Thüre zeigt. Fertigen Sie den Auszug aus den Büchern an, lieber Wendstern, es hat Zeit damit, ich möchte nicht gern einen Andern damit beauftragen.“ „Ich werde es besorgen,“ nickte Walter ironisch lächelnd, „er soll den Beweis haben, daß sein Mißtrauen jeder Begründung entbehrt.“ „Wie stehen wir mit Bertram Bauerband?“ Der Geschäftsführer holte ein Buch aus seinem Schreibtisch und blihterte eine Weile darin.„Er hat noch fünf= bis sechstausend Thaler von uns zu fordern,“ sagte er. „Hm, das ist unangenehm, denn baares Geld kann ich gerade jetzt nicht gut entbehren. Indessen es muß sein, mit diesem Schneider darf unser Geschäft nicht länger in Verbindung bleiben, schicken Sie ihm den Rechnungs=Auszug mit der Erklärung, daß er sein Guthaben einkassiren möge, da Gründe uns nöthigten, die Verbindung mit ihm abzubrechen.“ Damit verließ der Commerzienrath das Cabinet und gleich darauf auch das Haus, um sich zur Börse zu verfügen. Fünftes Kapitel. In der Villa. Bertram Bauerband gehörte zu den wenigen Glücklichen, die nach vielen Jahren rastloser Thätigkeit in beschaulicher Ruhe die Früchte ihres Fleißes genießen können. Er war nicht nur in der Stadt, sondern auch in der ganzen Provinz, ja weit über die Grenzen derselben hinaus der erste„Marchand tailleur“ gewesen; wer nach der neuesten Pariser Mode elegant gekleidet sein wollte, Umtausch der Postwerthzeichen älterer Art läuft mit Ende dieses Monats ab. Die Postanstalten sind vom 1. Juli ab nicht mehr zum Umtausch der außer Verkehr gesetzten Marken befugt. In der Zeit vom 1. April bis Ende Mai 1891 sind die in§ 1 des Gesetzes vom 12. April 1888 aufgeführten Gesetze(Grundbuchanlegung im rheinischen Rechtsgebiet betreffend) in Kraft getreten für die Katastergemeinde Gräfrath mit Ausnahme der Grundstücke Flur IV. Nr. 241, 253, 895/257 u. s. w., 1077/402; Flur V. Nr. 1044/272, 307, 1099/162, 1099a/162, 925/543, 927/543, 1141/718; Flur VIII. Nr. 903/26. Die Bestimmung, daß die Lokomotivführer ihren Dienst stehend verrichten müssen, ist, durch Verfügung des Ministers aufgehoben worden. Die Führersitze sind jetzt in verschiedenen Eisenbahn=Direktionsbezirken einstweilen probeweise eingeführt. Man hat einen Sitz gewählt, wie er auf Velocipeden üblich ist, der also gut federt und das rasche Abspringen ermöglicht. Zugleich mit dieser neuen Einrichtung soll auch für einen besseren Wetterschutz gesorgt und auch auf den Heizer Rücksicht genommen werden. Ausland. Die Bewegung gegen den Prinzen von Wales nimmt zu. In kirchlich gesinnten Kreisen wird offen die Thronentsagung des Prinzen gefordert; das Gerücht sagt, daß er zu Gunsten seines ältesten Sohnes zurücktreten werde. Der entlassene Oberstlieutenant Cumming soll eine Flugschrift vorbereiten, in der er Enthüllungen über das Privatleben des Prinzen machen will. Die„Times“ läßt sich aus Constantinopel melden: Der Cabinetsrath berieth über ernste Nachrichten aus Yemen, wo Araber die türkischen Staatstruppen angriffen und 100 Mann tödteten. Es wurde beschlossen 10000 Mann syrischer Truppen hinzusenden. Es wird Ausdehnung des Aufstands befürchtet. Der Standard bespricht in einem Leitartikel Frankreichs vergebliche Versuche, sich die enge Freundschaft Rußlands zu erwerben. Frankreich liege zu den Füßen eines Volkes, welches seine Freundschaftsbezeigungen einfach unerwidert lasse. Es sei so weit wie zuvor von seinem Ziele entfernt; der Kaiser von Rußland sei in Wahrheit höflicher gegen das kleine Montenegro, als gegen die mächtige französische Republik. Die angebliche Weigerung des Zaren, ein förmliches Bündniß mit Frankreich einzugehen, solle doch dem letzteren zum Beweise dienen, daß russische und französische Interessen nimmer dieselben sein könnten. Die Annahme, die beiden Völker wären natürliche Bundesgenossen, sei ein Widersinn. Was liege Rußland daran, ob Elsaß Lothringen Frankreich oder Deutschland gehöre! Sein Endziel sei Konstantinopel. Was wäre Frankreichs Stellung, falls dies Ziel erreicht würde? Anstatt wie jetzt, im Mittelmeer zwei friedliche Nachbarn wie England und Italien sich gegenüber zu sehen, käme ein dritter hinzu, der weder friedliebend noch kampfesunlustig sei. Der Zar würde sich dort festsetzen, nicht um französische, sonmußte seine Anzüge von Bertram Bauerband beziehen, der nur französische und englische Stoffe führte, zu deren Einkauf er persönlich in jedem Jahr nach Paris und London reiste. Er ließ sich doppelt so viel zahlen, wie andere Schneider, aber seine Kunden waren ja reiche Leute, und sie zahlten hobe Preise gerne, es galt ja als eine Auszeichnung, von diesem berühmten Schneider gekleidet zu werden. In diesen Jahren rastlosen Fleißes war Bauerband ein sparsamer Mann. Was er erübrigen konnte, legte er in sicheren Werthpapieren an sein feuerfester er in sicheren Werthpapieren un, sein feuerfester Schrank füllte sich mehr und mehr, einige Anlebensloose trugen ihm namhafte Gewinne ein, von denen Niemand etwas erfuhr, und schließlich besaß er so viel, daß er mit seiner Frau und seinem einzigen Kinde das angenehme Leben führen konnte, nach dem er sich von Jugend auf gesehnt hatte. Der Verkauf seines Hauses und seiner berühmten Firma brachte ihm auch noch eine bedeutende Summe ein. Herr Bertram Bauerband baute sich nun in der Vorstadt, in der die vornehmen Leute wohnten, eine Villa, die er mit allem erdenklichen Luxus ziemlich geschmacklos ausstattete. Er hatte es ja, und die Leute, die sein Haus betraten, sollten sehen, daß er ein reicher Mann war; nicht er allein, auch seine Frau wollte das, sie waren Beide hochmüthig geworden. Ein sorgsam gepflegter, parkartiger Garten umgab die Villa, das war das Verdienst des Gärtners, der niemals duldete, daß sein Herr ihm in's Handwerk pfuschte. Im Inneren waren die bohen, schönen Räume überladen; was dem Herrn oder der gnädigen Frau gefiel, wurde gekauft, je billiger der Preis, desto besser, auf künstlerischen Werth sahen die Beiden nicht. Auch eine Equipage und zwei Pferde hielt der ehemalige Schneider, er konnte es ja haben, und es machte ihm Spaß, in eigener Equipage durch dieselben Straßen zu fahren, durch die er vor Jahren mit dem Ranzen auf dem Rücken und dem Knotenstock in der Faust müde und staubbedeckt eingewandert war. Nur Eins machte ihm oft geheimen Kummer: der Mangel an wissenschaftlicher Bildung; er konnte nicht immer mitreden, und wenn er es dennoch that, wurde er in der Regel ausgelacht. Um diesem Mangel abzuhelfen, schaffte er sich ein„Conservations=Lexikum“, an, das ihn nie im Stich ließ, wenn er über eine ihm unbekannte Sache Auskunft haben wollte, mit dieem Wisft.Vs9—p unr Frembwrrlern, die er im Verrehr mit der sem Wissensschatz und Fremdwörtern die er im Verkehr mit der vornehmen Welt gesammelt hatte, bot er mit edler Dreistigkeit Allem die Stirne. Seine Frau war eine kleine, ziemlich beleibte und in ihrer äußeren Erscheinung böchst unbedeutende Person, seine Tochter Bertha ein hochaufgeschossenes, lebhaftes Mädchen mit rothblondem Haar und jenen Augen, von denen Heine singt: daß sie aussähen, wie Vergißmeinnicht in Milch gekocht. Man pflegte in der„Villja“ Bauernband spät zu frubstücken, und nach einem solchen späten Frühstück wurde der Besuch Hu go Wildenbruchs angemeldet. (Forts. folgt.) S— dern um russische Politik zu treiben. Wie werde es dann mit Frankreichs Einfluß in Syrien und seinen Ansprüchen auf den Schutz der Christen des Orients aussehen? Der einzige europäische Hof, welcher das Regielungsjubiläum in Rumänien unbeachtet gelassen hat, war der von St. Petersburg. Rheinland und Westfalen. Solingen, den 16. Juni 1891. *— Da der Bundesrath die Abänderung des Gesetzes bestimmt hat, wonach die im Jahre 1821 Geborenen, welche 70 Jahre alt sind, in den Besitz der Altersrente kommen sollen, mehren sich die Anträge sehr. In Solingen haben 3 im Jahre 1821 geborene Personen den Antrag auf Gewährung der Altersrente gestellt, die Anträge sind s. Z. beim Vorstande der Versicherungs=Anstalt in Düsseldorf zurückgelegt worden, weil die Annahme des Abänderungsgesetzes nicht zu bezweiseln war. Nachdem diese inzwischen erfolgt, werden auch die betreffenden Anträge ohne Zuthun der Rente von Amtswegen erledigt werden. — Der„Rh.=W. Ztg. entnehmen wir folgende Zusammen— Der„Solinger Lehrer=Verein“ hatte am verflossenen Samstag 2 Vorstandsmitglieder des Rheinischen ProvinzialVerbandes und zwar die Herren Lehmann(Crefeld) und Meyer (Duisburg) in seiner Mitte. Nach der Eröffnung der Konferenz durch den 1. Herrn Vorsitzenden nahm Herr Lehmann in seiner Eigenschaft als Leiter des Rheinischen Vereins das Wort zum herzlichsten Willkommengruß an den neuen Sproß am großen Vereinsbaume, der z. Z. für Deutschland ca. 54000, für Preußen 40000 und für Rheinland 2800 Mitglieder zähle. Der Schule zu dienen und des Standes Ehre zu fördern, sei der Zweck des Vereinswesens.— Herr Meyer sprach darauf über das Thema:„Was uns eint.“ Daß die zeit= und sachgemäßen Ausführungen nur zu begründet waren, bewies der reiche Beifall, welchen die Versammelten dem Redner zollten. Ueber Verbandsangelegenheiten referirte Herr Lehmann. Besonders wies er darauf hin, daß der„Deutsche Lehrerverein“ neben seinem Hauptzweck es sich zur Aufgabe gemacht, durch verschiedene Einrichtungen(Lebens= und Feuerversicherungen, Rechtsschutz, Bäder= und Reisevergünstigungen) seinen Mitgliedern wirthschaftliche Vortheile verschiedener Art zuzuwenden. Das Ergebniß des neuesten Unternehmens— Reiseerleichterungen für die Mitglieder des„Deutschen Lehrervereins“ ist zusammengestellt in einem Verzeichniß, welches weit über 100 Orte um faßt und angiebt, welche ermäßigten Preise in Bädern und Sommerfrischen für Wohnung, Lebensunterhalt und zum Theil auch für Sehenswürdigkeiten den Mitgliedern zu theil werden. In seinem Schlußwort sprach der Herr Vorsitzende den genannten Herren den Dank für ihr Erscheinen und für die mannigfachen Anregungen, die sie gegeben, aus; gab seiner Freude über den Verlauf der Verhandlungen Ausdruck und wünschte dem Verein, der die Losung:„Gottesfurcht, Königstreue, Vaterlandsliebe“ auf seine Fahne geschrieben, weiteres fröhliches Gedeihen.(Eingesandt.) *— Der„Fachverein der Federmesserreider und verwandten Berufsgenossen“ hielt gestern Abend unter dem Vorsitz des Herrn Fr. Brückmann=Merscheid im Bungards'schen Saale am Grünewald eine zahlreich besuchte General=Versammlung ab; selbst aus dem weiten Umkreise der Stadt, aus den Ortschaften des Unterkreises, Schlebusch, Richrath 2c. waren Reider anwesend. Nachdem der Ausschuß, der s. Z. zur Herbeiführung günstigerer Preise mit den Fabrikanten in Verhandlung getreten ist, berichtet hatte, daß noch kein befriedigendes Ergebniß vorliege, entspann sich eine längere lebhafte Besprechung dar über, was nun zu thun sei. Schließlich wurde der Vorschlag angenommen, daß der Ausschuß die Verhandlungen mit den Fabrikanten fortsetzen und dieselben um baldige Aufstellung und Einreichung eines Preisverzeichnisses ersuchen möge. Das wäre, so wurde betont, der beste Weg, die schwebende Angelegenheit zu erledigen und die Lage der Federmesser=Reider zu verbessern. Die Löhne derselben seien bei Weitem geringer als die der Arbeiter in den sonstigen Zweigen der Stahl= und Eisenwaaren=Industrie (Messerschleifer, Scheerenschleifer). Wenn man heutzutage darauf ausgehe, die Kinderarbeit in den Fabriken einzuschränken, so sei dies bei den Reidern um so nothwendiger, als in vielen Fällen von dürftigen Eltern schulpflichtige Kinder unter 10 Jahren zu allerhand Dienstleistungen im Gewerbebetrieb herangezogen würden, was auf den Gesundheitszustand der Kinderwelt gewiß einen üblen Einfluß ausübe. Eine Beseitigung oder Verminderung dieses Uebelstandes würde durch die Aufbesserung der Löhne erreicht. Die nächste Reider=Versammlung soll in Höhscheid(Neuenhof) stattfin den. A— Bei Gelegenheit des 30. Stiftungsfestes des Crefelder Garde=Vereins fand am verflossenen Sonntage in Crefeld der zweite Delegirtentag des Gauverbandes rheinisch=westfälischer Garde=Vereine statt. Der Vorsitzende des Verbandes Herr I. L. Witzler, Solingen, eröffnete die Versammlung mit einem Hoch auf den Kaiser und berichtete sodann über das verflossene erste Geschäftsjohr. Entsprechend dem Antrage des Coblenzer Garde=Vereins wurde beschlossen, das erste Verbandsfest im nächsten Jahre in großartiger Weise in Coblenz zu feiern. Für einen event. Beitritt des Verbandes zum Deutschen KriegerBund war wenig Stimmung vorhanden und wurde denn auch vorläufig davon Abstand genommen, dagegen fand eine Anregung zur Gründung eines allgemeinen deutschen Garde=Bundes allseitig begeisterte Zustimmung, und beauftragte Versammlung den Vorstand, im Anschluß an die vom Aachener Garde=Verein in dieser Hinsicht bereits unternommenen Schritte der Verwirklichung dieses Planes, der sicherlich bei den Garde=Vereinen Deutschlands lebhaften Anklang finden wird, näher zu treten. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden sämmtlich per Zuruf wiedergewählt und ferner beschlossen, an Se. Majestät den Kaiser die Bitte zu richten, das Protektorat über den Gauverband zu übernehmen. *— Herrn H. R. Kirschbaum hierselbst ist ein Patent auf eine„Schleif= und Polirmaschine“ ertheilt worden. Herr Peter Schwafferts, Cronenberg, hat ein Patent auf eine„Zerlegbare Schaafscheere" nachgesucht. — Am vorigen Samstag hatte in einem hiesigen Hause ein 3jähriger Knabe das Mißgeschick, daß derselbe rücklings über ein mit heißem Wasser angefülltes Kübel stolperte. Wegen der hierbei erlittenen Brandwunden am Unterleib befindet sich der arme Kleine in ärztlicher Behandlung. — In eine Wirthschaft der untern Kaiserstraße kehrten gestern Abend 4 junge Leute ein; sie thaten sich gütlich an Enlt und Butterbroden, zeigten, was sie im Billardspiel vermochten, und waren guter Dinge. Als indessen die Zeit heranrückte, die Zeche zu bezahlen, schlichen 3 von den Burschen geheimnißvoll einer nach dem andern zum Hinterpförtchen hinaus. Als auch der letzte Gast Miene machte, in dieser Weise Abschied zu nehmen, trat der mißtrauisch gewordene Wirth dazwischen mit dem Ersuchen, vorab doch freundlich die Zeche zu bezahlen. Die billige Aufforderung war indessen vergeblich. Der ungebetene Gast hatte es verschmäht, sich mit Geld zu versehen. Daß man sich seiner Person dafür versicherte und der Ortspolizeibehörde den Mann überlieferte, war um so nothwendiger als gestern dasselbe Gaunerstücklein in einer anderen hiesigen Wirthschaft leider einen ungestörten Verlauf für alle Theilnehmer genommen hat. *— Der„Mangenberger Lese=Verein" hat seinen Ausflug nach Hochdahl=Neanderthal auf nächsten Sonntag festgesetzt. In Erkrath soll das Mittagessen eingenommen werden, dann gehts weiter zu Fuß nach Eller=Düsseldorf. Von hier aus erfolgt die Heimfahrt per Bahn. Da für einen großen Theil des Weges die Eisenbahn benutzt wird, steht auch die Betheiligung der Damen der Mitglieder in Aussicht.— Wenn nun endlich einmal das düstere Gewölk vom Himmel wiche und die Sonne ihre wärmenden Strahlen nachhaltig auf die Erde herniedersendete! — Am Samstag und am Sonntag hat Herr Fritz Schröder in Cronenberg und Wald Proben seines großen Talents als Recitator gegeben. In erstgenannter Stadtgemeinde las er Bruchstücke aus„Die Quitzows“ und aus Reuters Dichtungen, in letztgenannter bloß das Wildenbruch'sche Drama. Zu Zugaben mußte er sich natürlich, da seine Darbietungen mit jubelndem Beifall aufgenommen wurden, an beiden Orten verstehen, und auch diese erregten einen so stürmischen Applaus, daß Herr Schröder, als die allseitige Bitte, er möge bald wiederkehren, an ihn herantrat, ein bezügliches Versprechen zu geben nicht umhin konnte. — Eine principiell wichtige Entscheidung ist Seitens des Oberverwaltungsgerichtes in Berlin erfolgt. Sie betrifft die Frage, ob die Hundesteuer als eine Gemeindeleistung solcher Natur aufzufassen sei, daß Officiere, Geistliche und Lehrer davon befreit wären. Nachdem der katholische Pfarrer zu Hofheim am Taunus gegen die Veranlagung zur Hundesteuer Rekurs erhoben, entschied der Bezirksausschuß zu Wiesbaden, daß die Hundesteuer nicht als direkte Gemeindesteuer erklärt werden könne, und darum die im übrigen von Kommunalabgaben befreiten Beamten zu dieser Leistung heranzuziehen seien. In Folge dieses Beschlusses veranlagte der Magistrat in Kassel sämmtliche Garnisonsofficiere, die im Besitze von Hunden waren, zur Hundesteuer. Der beim Bezirksausschuß in Kassel hiergegen erhobene Rekurs führte zu einem dem Wiesbadener vollkommen entgegengesetzten Beschlusse. Die daraufhin eingelegte Berufung an die höchste Instanz ergab den Erfolg, daß das Oberverwaltungsgericht in Berlin die Berufung verwarf und sonach das Erkenntniß des Bezirksausschusses zu Kassel bestätigte, durch welches Erkenntniß die Wiesbadener Entscheidung selbstverständlich ihre Korrektur findet. — Obst wird es in diesem Jahr voraussichtlich nicht viel geben. So herrlich die Blüthe war, so gering ist der Fruchtansatz; Kälte, Regen und Wind haben die schönen Hoffnungen zu nichte gemacht. Bäume, welche mit Blüthen übersäet waren, zeigen stellenweise nur winzigen Fruchtansatz. * Grafrath, 16. Juni. Der„Gräfrather Landwehr= und Kriegerverein" feierte am verflossenen Sonntag sein Stiftungsfest. Nachdem sich am Vorabend das Fest in üblicher Weise durch Kanonendonner angekündigt hatte, zog die Musikkapelle durch die Stadt, worauf im„Kaisersaal“, dem Lokale des Herrn A. Marcus, ein Kommers abgehalten wurde. Gestern früh erscholl der militärische Weckruf. Voemittags gegen 11 Uhr fand ein ziemlich zahlreich besuchtes Frühconcert statt. An dem Festzuge, der sich Nachmittags durch die Stadt bewegte, betheiligte sich der Vohwinkeler Landwehr= und Kriegerverein. Den wichtigsten Theil des Kriegerfestes bildete das nun folgende sehr zahlreich besuchte Concert, in welchem die Gesangvereine„LiedertafelGräfrath" und„Eintracht=Flachsberg“ mitwirkten. Die MusikVorträge hatte die Pionierkapelle aus Deutz übernommen, welche sich durch die schöne Auswahl und die sorgfältige Ausführung ihrer Stücke aufs Beste einführte. Von den Gesangvereinen trat zuerst die Gräfrather Liedertafel auf. Mit seinen verschiedenen Vorträgen„Die stille Wasserrose“ von Abt,„Geweihte Liebe“ von Beines,„Wißt Ihr, wie mein Kindchen“ von Keller erzielte der Verein so reichen Beifall, daß er sich zu der Zugabe „Dorflied von Keller“ genöthigt sah. Nicht minder schön sang der Männergesangverein„Eintracht=Flachsberg“, was allerdings bei einem mit so vielen Preisen gekrönten Verein nicht anders zu erwarten war. Die Chöre der„Eintracht":„Der Trompeter an der Katzbach“ von Möhring sowohl als auch„Im Walde“ von Kücken wurden so beifällig aufgenommen, daß der Verein das Lied„Zieh hinaus“ von Dregert noch folgen lassen mußte. Als erster Redner sprach Herr Bürgermeister Kürten in seinem Toast über das kameradschaftliche Verhalten des Landwehrund Kriegervereins. Die allgemeine Theilnahme am Stiftungsfeste könnte als ein erfteuliches Zeichen dafür betrachtet werden, daß man immer mehr zusammen halte an Kaiser und Reich Sollte, so bemerkte Redner u. A., dermaleinst ein Krieg ausbrechen, was Gott verhüten möge, so würden wir an der Spitze unseres thatkräftigen und jugendlichen Herrschers, mit Hülfe eines solchen patriotisch gesinnten Heeres, wohl jeden Feind besiegen. Zu Schlusse forderte Redner die Anwesenden auf, mit ihm einzustimmen in ein dreifaches Hoch auf Se. Majestät unsern allverehrten Kaiser. Ein Mitglied des Vohwinkler Landwehr= und Kriegervereins trug ein humoristisches Lied von 1870 und, angefeuert durch den darauf folgenden Beifall, auch ein solches von 1866 vor. Das Hoch des Herrn Klein vom Schlagbaumer Krieger= und Landwehrverein galt der schlagfertigen und siegreichen Armee. Herr Falkenberg=Vohwinkel brachte dem Festverein und den anwesenden Damen ein Hoch. Infolge der Reden dauerte das Concert bis etwa 10 Uhr. Den Schluß des patriotischen Festes bildete wie üblich ein Ball. Wald, 15. Juni. Das Vermächtniß des Fräulein Wilhelmine Christians zu Solingen für den hier zu errichtenden Krankenhausbau ist, dem Vernehmen der„Wald. Ztg. nach, vor einigen Tagen von Seiten des Herrn Notar Pütz in Solingen an Herrn Bürgermeister Heinrich ausgezahlt und sofort in der hiesigen Sparkasse zinsbar angelegt worden. Wie wir weiter hören, beträgt das für den Krankenhausbau angesammelte Kapital jetzt rund 67000 M., und steht zu hoffen, daß dasselbe bis zum nächsten Jahre die Höhe von 70000 M. erreicht haben wird. Der Werth des bereits für ca. 10000 M. angekauften KrankenhausGrundstückes ist in dieser Summe nicht mitenthalten. Opladen, 15. Juni. In der Nacht zum Sonntag wurde dem„Boten“ zufolge, in den Gasthof„Zur alten Post“ eingebrochen. Die Diebe waren, so berichtet der „Bote“, durch ein Fenster des Wirthszimmers vom Hofe aus eingestiegen. Mehrere Kleidungsstücke, Stiefel, ein Schirm, 12 Kistchen bester Cigarren, eine Cigarrenspitze, Bürste sowie Nahrungsmittel führten die Diebe aus, ein kleines Handbeil ließen sie zurück. Gestern sollen dieselben im benachbarten Hühnerberg sich an den Eßwaaren und Cigarren gütlich gethan haben. Man stellte darauf den Einbrechern nach, jedoch ohne Erfolg. Köln, 13. Juni. Bei der großen Nachfrage nach Kohlen hat, wie die„K. Volkszeitung“ meldet, das Bergamt Saarbrücken angeordnet, daß Vertragskohlen einstweilen von Händlern außerhalb des Zollgebietes nicht ausgeführt werden dürfen. Köln, 15. Juni. Die„Köln. Volkztg.“ erfährt zu den Blättermeldungen über den Eisenbahnunfall bei Sonnborn, daß derselbe allerdings(was längst bekannt war und jetzt wieder aufgewärmt wurde) durch den Bruch eines Gußstahlscheibenrades verursacht wurde, welches der Bochuner Gußstahlverein geliefert hatte. Der Bochumer Verein sii aber an dem Unfalle schuldlos, weil das betreffende Rad bestimmter Vorschrift entgegen unter einem Bremswagen angebracht worden sei. Bonn, 12. Juni. Gestern tagte hier im Hotel Kley die 2. Conferenz des Rheinischen Provinzial=Ausschusses für Innere Mission mit den ihm verbundenen SynodalVertretern. Am Vorabend hatte in der Schloßkirche die Einführung des neuen Vereinsgeistlichen, Pfarrers Kruse in Langenberg, früher in Witzhelden, durch den Her.n Generalsuperintendenten D. Baur stattgefunden. Für die diesjährige Wanderversammlung wurde Solingen bestimmt. Crefeld, 12. Juni. Die„Cref. Ztg. meldet: Der früher hier wohnhaft gewesene Commis Anton Gr. wurde gestern, nachdem er einige Tage schon heimlich bei seiner Familie zugebracht hatte, festgenommen, weil er im Sommer 1884 vom Infanterie=Regiment Nr. 56 in Wesel dersertirt ist. Gr. hat nach der Zeit 5 Jahre in der fra.zösischen Fremdenlegion in Algier gedient und könnten seine Schilderungen über das dort Erlebte Allen, welche Lust verspüren, sich bei fremdländischen Truppentheilen anwerben zu lassen, dieses Verlangen gründlich verleiden und auf den Gedanken bringen, daß es doch besser ist, im eigenen Lande sich redlich durchzuschlagen und des Königs Rock in Ehren zu tragen. Viersen, 12. Juni. In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag drangen Diebe in die Wohnung des Wirthes Jansen zu Lobberich ein, durchstöberten Secretäre und Schränke, ohne etwas, außer einigen Flaschen Wein mitgenommen zu haben. Als der Wirth, ein alter Malin, welcher mit seiner Nichte allein das Haus bewohnt, durch das Geräusch aufgewacht, seine Nichte aufweckte und in Gemeinschaft mit dieser im Hause nachsah, stießen sie auf einen Dieb, welcher mit der Lampe in der Hand auf der Treppe stehend, ihnen ein Revolver entgegenhielt und Geld forderte. Als die Bedrohten sich ins Zimmer zurückzogen, sandte der Dieb ihnen einen Schuß nach, ohne jedoch zu treffen. Auch wurde von draußen auf die Hausbewohner geschossen, als sie sich ins Fenster legten und um Hülfe riefen. Vermischte Nachrichten. Mannheim, 12. Juni. Auf dem hiesigen Viehmarkte fand dieser Tage, wie die„Landwirthsch. Nachrichten“ mittheilen, eine Impfung von 28 Rindern mit Kochscher Lymphe statt. Oberregierungsrath Dr. Lydtin zu Karlsruhe führte in einem Vortrage aus, daß von den von ihm bis jetzt geimpften 32 Thieren diejenigen reagirt hätten, welche sich nachher bei der Schlachtung als tuberculös(perlsüchtig) erwiesen häten. Dagegen seien diejenigen Thiere, welche nicht reagirten, auch nicht perlsüchtig befunden worden. Karlsbad, 14. Juni. Graf Hartenau wird am 28. zum Kurgebrauch hier eintreffen. Wie verlautet wird auch der Fürst Ferdinand von Bulgarien, der mit dem früheren Herrscher des bulgarischen Reiches auf gutem Fuße steht, hier die Kur gebrauchen. Brandenburg, 12. Juni. Durch einen Hufschlag wurde der Verwalter des dem Landesdirektor v. Levetzow gehörigen Rittergutes Gassow getödtet, als er sich bückte, um einem erkrankten Pferde die Halfter zu lösen. Lissa. Einen eigenthümlichen Tod in Art der spenischen Garotte fand in dem benachbarten Konkolewo eine Landfrau. Wie es auf dem Lande üblich, hatte sie sich einen Ballen Grünfutter beim Tragen vom Felde um den Hals befestigt. Unterwegs wollte sie ausruhen, indem sie den Ballen auf einen Zaun legte. Dieser fiel aber nach hinten und schnürte der Frau den Hals so fest zusammen, daß sie verstarb. Leitomischl. Der Rechtshörer Johann Brachtl, der im Garten seiner Eltern nach Spatzen schoß, erschoß aus Unvorsichtigkeit seine 18jährige bildhübsche Schwester, die eben für ihren von einer Krankheit genesenden Vater im Garten ein Ruhelager bereitete. Aus Verzweiflung über die unselige That, die er begangen, richtete er den zweiten Lauf des Gewehrs gegen die eigene Schläfe. Der Unglückliche blieb sofort todt. Antwerpen, 15. Juni. Gestern forderte ein türkischer Heizer an Bord des Dampfers Rembrandt zwei Matrosen heraus, erstach einen und verwundete den andern schwer. Er wurde mit einer Eisenstange niedergeschmette.t, sprang aber auf, lief nach der Cojüte und machte einen Selbstmordversuch. London, 15. Juni. Unter Betheiligung vieler Parlamentsmitglieder hat sich hier ein Verein gebildet zur Verhinderung der Eiwanderung mittelloser Ausländer. Kairo, 15. Juni. Die Zahl der Choleratodten nimmt stetig zu. (Ein wenig anmuthendes Bil d) nordamerikaKorruption enthüllt die Thatsache, daß der frühere Stadtschatzmeister von Philadelphia, John Bardsley, auf die zahlreichen wider ihn erhobenen Anklagen, welche ihn der Unterschlagung der öffentlichen Gelder ziehen, seine Schuld eingestanden hat. Die unterschlagenen Gelder übersteigen die Summe von 1700000 Dollars. Würde in jedem einzelnen Falle das gesetzlich zulässige Strafmaß über den Defraudanten verhängt werden, so müßte das Urtheil auf volle 85 Jahre lauten. (Vor frühzeitigem Tabakrauchen), so schreibt die„Elb. Ztg.“, kann nicht oft und eindringlich genug gewarnt werden. So hatten wir kürzlich wiederum Gelegenheit zu beobachten, wie einige Knaben im Alter vo.: zehn bis fünfzehn Jahren sich durch Tabakrauchen in sehr zweifelhafter Weise auf der Straße vergnügten, ihre Strafe aber dann sehr bald durch heftiges Unwohlsein fanden. Die Unsitte des frühzeitigen Tabakrauchens dringt immer mehr in ganz jugendliche Kreise, welche die Zukunft des Volkes bilden. Jeden Menschenfreund muß es mit tiefer Wehmuth erfüllen, wenn er den bleichen, kleinen Gestalten begegnet, welche besonders an Sonn= und Feiertagen, die Pfeife oder die Cigarre im Munde, herumschlendern, aus denen einst Familienväter, tüchtige Arbeiter, mannhafte sheidiger des Vaterlands hervorgehen sollen. Nicht die hat die Röthe und Frische der Gesundheit von ihren Rangen getrieben und das traurige Zeichen frühzeitigen auf ihre Stirn gedrückt, nein,— die Folgen des gäbzeitigen Tabakrauchens sind es, welche auf den zarten wenschlichen Organismus der Jugend so furchtbar ein#irsen, das Wachsthum hemmen und nicht selten Entkräfung und Entnervung herbeiführen. Erst der vollständig utwickelte Organismus vermag das Tabakrauchen ohne Nachtheil zu ertragen. In dieser Erkenntniß ist in der Schweiz das Tabakrauchen bis zum 18. Lebensjahre verboten. * Die Wilddieberei) wird in Zukunft beharrlich verfolgt werden. Der deutsche Jagdschutzverein bewilligt einem Jeden, der einen Wilddieb, einen Käufer bezw. Wieverkäufer gestohlenen oder während der Schonzeit erlegten Rildes zur Anzeige bringt, sodaß dieselben gerichtlich bestraft werden können, eine Belohnung bis zu der Höhe von 100 Mark. Die bei der Ausübung ihres Dienstes verwundeten Forst= und Jagdschutzbeamten erhalten außerordentliche Unterstützungen, bei eintretendem Todesfall werden die Wittwen bezw. die hinterlassenen Waisen untergützt. Es sei bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam gemacht, daß es strafbar ist, junge Hasen, die etwa bei der geldarbeit gefunden werden, zu behalten, wenn der Finder auch die jungen Thiere auffüttern will, wird das Behalten als Jagdfrevel geahndet. Der Finder von jagdbarem Wild läßt entweder die Thiere in der Freiheit oder meldet den Fund sofort dem Eigenthümer beziehungsweise dem Pächter der Jagd an. Das gilt auch beim Fangen von anderm jagdbaren Wild. (Das Eisenbahnunglück in der Schweiz.) Die Zahl der Verunglückten wird noch sehr verschieden angegeben. Eine Nachricht schätzt sie, hoffentlich übertrieben, auf 120 Todte und 150 Verwundete. Eine amtliche Mittheilung von gestern früh spricht von 70 Verunglückten, von denen die Hälfte todt sei; doch bezieht dieselbe sich offenbar nur auf die bis dahin einzeln festgestellen Todten und Verwundeten. Weitern amtlichen Mittheilungen zufolge wurden 43 verletzte Personen in das Spital nach Basel gebracht. Andere werden in ihren Wohnungen verpflegt. Die Eisenkonstruktion der eingestürzten Brücke hatte 1870 Eiffel in Paris geliefert, 1881 wurde sie von Holzmann & Cie. in Frankfurt pneumatisch neufundirt. Ihre Querträger wurden im vorigen Jahr verstärkt und für Lasten wie die gestrige hinreichend befunden.— Von Fremden scheint der Zug wenig oder gar nicht benutzt worden zu sein; es befanden sich fast nur einheimische Besucher in demselben. Gestern Mittag betrug die Zahl der aus dem Wasser und unter den Trümmern hervorgezogenen Todten 46. Die Zahl derer, die noch nicht geborgen sind, schätzt man einem Herold=Telegramme zufolge auf 65. Die Identität der Todten ist schwer festzustellen; als Nichtschweizer werden genannt: Maria vom Kempen aus Süchteln und Herr Schall aus Berlin. Die Todten sind in einer Scheune i Reihen aufgebahrt. (Schiffskatastrophe). Ein großes Wolga=Schiff mit 500 nach Sibirien Verschickten sank nahe bei Nischninowgorod. Viele ertranken. (Ein Dämpfer.) Ju einer Gesellschaft weiß ein junger Mann nicht genug von seiner Menschenkenntniß zu berichten.„Ich sehe beispielsweise auf den ersten Blick, was Andere von mir denken.“— Allgemeines Staunen— bis eine Dame das Schweigen bricht mit den Worten: „Das muß für Sie aber sehr unangenehm sein!“ (Ein Ausspruch des Zaren.) Wenige Tage, ehe der Kaiser Herrn Carnot die Insignien des St. AndreasOrdens sandte, sagte er:„Ein Napoleon, der ohne Priester in einem Wirthshause stirbt und dessen Willen von seinen Kindern nicht geachtet wird, und ein Orleans, der in allen Kulissen Europas Flirt treibt, das gibt dem alten Frankreich einen sonderbaren Anstrich. Ganz entschieden, wenn Herr Carnot nicht Kruzifixe zerbricht, so paßt mir der Mann. (Ein Yankee=Stückchen.) Die„Newyorker Handelszeitung" berichtet: Einem waghalsigen Amerikaner, Whalley aus California, ist es gelungen, 3 Tons chinesisches Opium aus Hawaii einzuschmuggeln und unter der Hand an Händler in Honolulu abzusetzen. Whalley hat für dieses Quantum im vorigen Herbst in Hongkong 60000 Doll. bezahlt und nahezu 400000 Doll. dafür eingenommen. Die Opium=Einfuhr ist im Reich der Königin Liliuokalani gesetzlich verboten, weil deren Unterthanen der Opiumpfeife huldigen und die Insulaner=Rasse sich dadurch schon körperlich wie geistig beträchtlich verschlechtert hat. Neueste Nachrichten und Telegramme. Hd. Paris, 15. Juni. Die ehemalige Kaiserin Eugenie, welche sich hier im Hotel Continental unter dem Namen einer Gräfin Pierrepont aufhält, erhielt, seit einigen Tagen Einlaßgesuche einer hübschen Dame, welche angeblich in Paris in einem großen Etablissement angestellt ist. Jedes Mal wies das Personal dieselbe aus. Die Dame behauptet, die uneheliche Tochter der Kaiserin zu sein und Beweise liefern zu können. Bei der Geburt seien ihr verschiedene Zeichen, besonders das kaiserliche Wappen auf dem Körper angebracht worden. —n. Schössengericht. Solingen, 16. Juni. Vorsitzender: Herr Amtsrichter Dr. Gottschalk; Schöffen: Herr Emil Holverscheid und Herr Ernst Kirschner, beide von hier. Ohne Mitwirkung der Schöffen wurde zunächst eine Haftsache wegen Bettelns erledigt.— Sodann erhielt ein bereits vielfach vorbestrafter domizilloser Seidenweber(er.), welcher am 1. Juni d. J. in Wald bettelte, eine Haftstrafe von 2 Wochen.— Ein im Jahr 1888 bei einem Ackerer zu Dorperhof bediensteter Knecht(k.) sollte sich wegen der Beschuldigung verantworten, damals zum Nachtheil seines Dienstherrn verschiedene Geldbeträge bis zu etwa 20 Mark unterschlagen zu haben. Der Angeklagte gestand zu, mit dem vereinnahmten Gelde zur Kirmeß gefahren zu sein, fügte aber zu, die Ehefrau des Dienstherrn sei damit einverstanden gewesen und habe ihm nachkommen wollen. Diese Ausrede hatte die Vertagung der Sache zur Sitzung vom 23. Juli d. J. 9 Uhr, um alsdann die Ehefrau des betreffenden Ackerers als Zeugin zu vernehmen.— Zwei hier wohnende Fuhrknechte(k.) waren gleichfalls wegen Eigenthumsvergehens unter Anklage gestellt. Es war denselben zur Last gelegt, im Februar d. J. einen von einem Schleifer von Balkhausen bei dem Wirthe Höhmann hier hingestellten Korb mit Messerklingen in der Absicht rechtswidriger Zueignung weggenommen zu haben. Dieselben wandten ein, der orb habe auf einem Holzplatze an den und sie hätten denselben ohne jegliche gesetzwidrige Absicht mitgenommen. Aus der Beweisaufnahme schopfte aber das Gericht die Ueberzeugung von der Schuld der Angeklagten und verurtheilte dieselben zu je 3 Wochen Gefängniß.— Wegen Beschäftigung eines noch schulpflichtigen Sohnes mit gewerblichen Arbeiten verfiel ein Messerreider(ev.) von Unten=Holz in eine Geldstrafe von nur 3 Mark, weil angenommen werden konnte, daß der Mann sich in Nothlage befunden habe.— Verübung groben Unfugs durch Betheiligung an einer am 20. April d. J. in der Schutzenstraße stattgefundenen Schlägerei war einem 25 Jahre alten Messerschläger(ev.) von hier zur Last gelegt. Die Verhandlung ließ glaubhaft erscheinen, daß der betreffende Polizeibeamte, welcher die Anzeige erstattet, in der Dunkelheit, da mehrere Arbeiter auf dem Heimwege Lärm verübten, irrthümlicher Weise angenommen habe, der Angeklagte sei mit einen anderen Arbeiter in Streit und Schlägerei verwickelt gewesen. Demnach lautete das Urtheil auf Freisprechung. (Schluß folgt.) Musikalisches. *Solingen, 15. Juni. An dem am Senntag, den 28. d. M., in Gleuel bei Köln stattfindenden Gesangwettstreit wird sich auch der Gesangverein„Frohsinn"=Schlagbaum betheiligen. Derselbe steht unter Leitung des Herrn Peter Wülfing und wird als kleinster Verein in einer Stärke von 17 Sängern, unter 15 Vereinen in der zweiten Klasse zuerst auftreten. Zum Vortrage gewählt sind die beiden Chöre„An den Wald“ von Möhring und„Lebe wohl mein Lieb“ von Dregert. Daß der Wettstreit ein heißer werden wird, erhellt daraus, daß in der ersten Klasse zwölf preisgekrönte Vereine singen werden. Turnerisches. Ohligs, 15. Juni. Am gestrigen Sonntag feierte der „Ohligser Turn=Verein“ sein Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe am Vorabend. Herr Dr. Fischel hielt eine Ansprache, worauf Herr Hauptlehrer Rehorn den Weiheakt vollzog. Die Hauptfeier am Sonntag wurde, wie der„Anz.“ berichtet durch einen Umzug eingeleitet, worauf im Krautstein'schen Gasthof das Geräthe= und Preisturnen von Statten ging. Aus dem Preisturnen gingen als Sieger hervor: E. Butz=Haan als erster, C. Schnabel=Haan als zweiter, W. Weck=Ohligs(Turnerbund) als dritter, F. Krahwinkel=Haan als vierter, R. Dültgen=Merscheid als fünfter und Bausberg=Mülbeim als sechster; eine lobende Anerkennung wurde F. Bruchhaus=Merscheid im Stemmen zu Theil. der Bismarckstraße gestanKönigliches Standesamt Solingen. 15. Juni 1891. Geburten: Sophie, T. v. Zimmermann Johann Herder, Birkerstr. Paul Otto, S. v. Schleifer Robert Wüstenhagen, Cleuberg: Alwine Paula, T. v. Installateur Peter Heinr. Stratmann, Brühlerstr. Paul Heinrich, S. v. Installateur Christian Heinr. Henrich gen. Fehr, Baustr. Margarethe, T. v. Wegearbeiter Christian Faber, Spielbruch. Helene Barbara, T. v. Friseur Ernst Hugo Beumer, Kaiserstr. Adele, T. v. Messerschläger August Backhaus, 3. Hästen. Antonie, T. v. Vergolder Paul Merten, Nordwall. 1 Todtgeburt. Sterbefälle: Hedwig Herbertz, 8 Mon., Stöcken. Johanne Rosette Schmitz, geb. Klemm, 60 J., verw., Nordstr. Scheerenschleifer Julius Vierkotten, 47 J., verh., Birkerstr. Anna Roty, 6 M., Schwertstr. Clara Hedwig Goebeler, 2 J., Kirschbaum. Rudolf Wilh. Heßmer, 2 J., Siepchen. Helene Alwine Hartkopf, geb. Engels, 59 J., verw., Kullerstr. Heirathen und Aufgebote: vacat. Gust.-Adolf-Frauenverein Solingen. Heute keine Versammlung. Nächste Versammlung Donnerstag, 18. d., 4½ Uhr Nachmittags. Giesekke. Stadtgemeinde Höhscheid. Von dem Wahlkommissar Herrn Landrath Möllenhoff in Solingen ist der Termin zur Ersatzwahl der Wahlmänner auf Dienstag, den 23. ds. Mts. festgesetzt worden. Nach§ 18 des Gesetzes vom 30. Mai 1849 sind Ersatzwahlen nur für diejenigen Wahlmänner zu bewirken, welche inzwischen durch Tod, Wegziehen aus dem Urwahlbezirk oder auf sonstige Weise ausgeschieden sind. In hiesiger Gemeinde sind hiernach Ersatzwahlen vorzunehmen. 1. für den von hier verzogenen Walther Küllenberg. Derselbe war im 1. Wahlbezirk von der 2. Abtheilung gewählt worden; 2. für den von hier verzogenen Ernst Pohlig. Derselbe war im 3. Wahlbezirk von der 1. Abtheilung gewählt worden; 3. für den von hier verzogenen Friedrich Fehlenberg. Derselbe war im 5. Wahlbezirk von der 1. Abtheilung gewählt worden. Die Ersatzwahlen sind von denselben Wahlbezirken und Avtheilungen vorzunehmen, welche die Ausgeschiedenen gewählt hatten. Der erste Wayivezirk besteht aus den Straßen und Hofstädten Bauermannskulle, Bergerstraße, Breitestraße, Feldstraße, Hingenberg, Höhscheiderhof, Höhscheiderplatz, Johänntgesbruch, Melcherskotten, Michelshäuschen, Mittelhöhscheid, Neuenhoferstraße, Neuen kamp, Obenhöhscheid, Parkstraße, Platzhof, Pilghauserkotten, Schaafenkotten, Schallbruchsmühle, Siepen und Weinsberg. Wahlvorsteher ist der Unterzeich nete, zum Stellvertreter ist der Stahlwaarenfabrikant Carl Everts, Neuenhoferstraße, ernannt. Als Wahllokal ist der Saal des Wirthes W. Troost, Neuenhoferstraße, bestimmt. Der dritte Wahlbezirk besteht aus den Straßen und Hofstädten Ernenkotten, Grundstraße, Hochstraße, Katternbergerstraße, Kotten, Kotterheidberg, Kotterstraße, Mittelpilghausen, Josefstraße, Schulstraße, Solingerstraße und Stübchen. Wahlvorsteher ist der Messerfabrikant Jonathan Witte, SoUingerstraße: Stellvertreter desselben ist der Scheerenfabrikant Emil Küll, Ratternbergerstraße. Als Wahllokal ist das 2. Klassenzimmer der Stübchener Schule bestimmt. Der fünfte Wahlbezirk besteht aus den Hofstädten Aue, Brachen, Brücke, Dahl, Telle, Eickenberg, Greuel, Haasenmühle, Hensberg, Höhmannsberg. Holzhof, Horn, Jammerthal, lerhof, Kohlsberg, Neuenhaus, Neuenhauserkotten, Nöhrenhaus, Nöhrenkotten, Oelmühle, Schirpenberg, Schirpenbruch, Schlagbaum, Schützenstraße, Steinendorf, Untenhöhscheid und Wippe. Wahlvorsteher ist der Ackerer Robert Schneider, Höhmannsberg; Stellvertreter desselben ist der Gabelfabrikant Carl Reinbard Hoppe, Neuenhaus. Als Wahllokal ist das 1. Klassenzimmer der evangelischen Kohlsberger Schule bestimmt.„ahiminne Die Ersatzwahl der Wahlmanner sindet an dem obenbezeichneten Tage, Vormittags 10 Uhr, statt. Die Urwähler den 1. Wahlbezirks 2. Abtheilung, des 3. Wahlbezirks 1. Abtheilung und des 5. Wahlbezirks 1. Abtheilung werden zur Theilnahme an der Wahl hierdurch eingeladen.. Höhscheid, den 13 Juni 1891. Der Bürgermeister: Gläßner. Stadtgemeinde Wald. Die Stadtgemeinde Wald hat zum 1. November ds. Is. die nachbezeichneten Wohnungen zu vermiethen: 1) Das gegenwärtig von Herrn Hauptlehrer Dickmann bewohnte LehrerWohnhaus zu Lindersberg, enthaltend 7 Wohnräume, sowie 1 Speicherzimmer, Speicher und Keller, nebst Gartenland, Miethspreis 360 Maik; 2) 2 Wohnungen mit je 3 Räumen, und 1 Kellerraum im Wasserthurme bei Schlagbaum, Miethspreis für jede Wohnung 120 Mark; 3) 1 Wohnung im Maschinenwärter= hause zu U.=Itter(1. Elage), bestehend aus 4 Räumen und 1 Mansarde, sowie 2 Kellerräumen, Miethspreis 250 Diejenigen, welche beabsichtigen, die resp. Wohnungen anzumiethen, wollen sich bis zum 1. Juli cr. schriftlich oder mündlich bei mir melden. Wald, den 6. Juni 1891. Der Bürgermeister: Gras=Natur=Butter v. fr. Sahne 8 K Zirmnet##. Zeichnung) zugel. Heute, den 16. Juni, Abends 8 Uhr: Verkündigung des Erangeliums im Lokale des Herrn Gg. Hoffmann, solingen, Kronenstraße. Watzmuth. Zu erfragen in der Exped. Köhring eus guge die Expedition d. Bl. W streichergehülfe wird auf Rich. Uellendahl, So. Todes=Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigstgeliebte Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau W We. Schann Benmiat, geb. Roseita Klemm, nach kurzem aber schwerem Leiden im Alter von 60 Jahren und 10 Monaten heute Morgen um 6 Uhr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Verwandten, Freunden und Bekannten diese Trauernachricht mit der Bitte um stille Theilnahme. Die trauernden Hinterbliebenen. Solingen und Schleswig, den 15. Juni 1891. K Wohlge uum Die Mitglieder werden Vermit freundlichst gebeten, sich an der Beerdigung der Frau Schmitz, am Mittwoch Nachmittag 4½ Uhr zahlreich zu betheiligen. Zusammenkunft 4 Uhr im Soingen.„. Gefalschte Zinsscheilr. Jahre 1887, auf 20 Mk. und 10 Mk. lautend, zur Einlösung bei der hiesigen Gemeindekasse vorgezeigt worden. Es waren dazu aus der Druckerei entwendete Formulare benutzt worden, die bis auf die laufende Nummer des Scheines o den Namen des Gemeinde=Einnehmers den echten Scheinen entsprachen. Da die Anleihe zum Gesammtbetrage hiesigen Sparkasse gemacht worden ist, welche die Anleihescheine echten Zinsscheine nicht in Alle im geschäflicken „„„ Mittme und In der gerichtlichen Theitungssache der Wille und Erben des zu Oben=Pilghausen, Gemeinde Höhscheid, wohnend gewesenen verstorbenen Messerfabrikanten Herrn Josua Witte wiro der unterzeichnete Notar am Donnerstag, den 18. Juni 1891, Morgens 9 Uhr, und nöthigenfalls am folgenden Tage, zu Oben-Pilghausen, im Sterbehause des genannten Erblassers, die sämmtlichen zur Masse gehörigen, gut erhaltenen Hausmobilien aller Art, darunter Tische in Kirschbaum und Mahagoni, Rohr= und andere Stühle, Schränke, Consolen, Sophas, Mantelösen, 1 mabagoni Sekretär, Oelgemälde, 1 Klavier mit Bank, Commoden, Uhren, mahagoni und andere Bettstellen mit vollständigem Bettwerk, Porzellan= und Glassachen 2c., öffentlich gegen baare Zahlung an den Meistbietenden verkaufen. Solingen, den 10. Juni 1891. Der Kgl. Notar: Rosenbaum. erfälscht zu betrachten, worauf ich bi mit aufmerksam mache. Meiderich, den 11. Juni Der Bürgermeister: Pötz. Namen der Bäcker bezw. Brodverkäufer, welche die höchsten niedrigsten Preise in der Bürgermeisterei gefordert. Sämmtliche außer Nebenstehenden. Desgl. Wwe. Friedr. Heß. Ernst Lütters. Hugo Becker, Wwe. Ed. Hartkopf, Wwe. Julius Hill, Rob. Höhmann, Fr. Jacob, Wilh. Krämer, Robert Wieden, Ernst Faust. R. Halbach. Julius Blasberg, Carl Rebbach. Wilhelm Teitscheid und Rob. Gefschen. Robert Jacobs. Carl Schnittert. Carl Röltgen. Carl Bergfeld, Ernst Bröcker, Aug. Engels, C. Kassenberg, Rodert Knecht. R. Richartz. Die übrigen außer Alb. Richars. 2 Geschaftshauser, beste Lage, mit großem Hofraum pr. 1. Mai 1892 oder früher zu vermiethen. Näheres in der Expedition d. Bl. Junge Leute erhalten Kost und Logis billigst.... Solingen, Kaiserstraße 13. 2 schöne möblirte Zimmer zu vermiethen. Solingen, Kaiserstr. 223a. Laden nebst 2 Zimmern für 95 Thaler zu vermiethen. Näh. in der Exp. Ein möbl. Zimmer mit oder ohne Pension zu vermiethen. Näh. 3 Zimmer zu vermiethen. Solingen, Hochstraße 20. 2—3 Zimmer von stiller Familie per November zu miethen gesucht. Näheres in der Exp. Lehrmädchen weren gesucht. Solingen, Hochstraße 15. Sür 1. August suche ich ein durchaus *) erfahrenes Küchenmädchen und für 1. November ein gewandtes Zweitmädchen. 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Der Vorstand. Jagenberger Wienen-Corps. Samstag, den 20. Juni cr., Abends 8 Uhr, im Vereinslokal zu Jagenberg: Vergantung der diesjährigen Festlichkeiten. Bedingungen sind bei Herrn Peter Schäfer, Wirth zu Krahenhöhe, einzusehen. Der Vorstand. Bei dem Gasometerbau in Gräfralh finden noch mehrere Arbeiter Beschäftigung. Meldungen auf der Baustelle. Ein Geselle oder Tagelöhner zum Platterl=Reiden gesucht. Pet. Joch, Solingen, Kronprinzenstr.69. Wechsel-Course von Cuno Haarhaus in Solingen. Briefe. Geld. Amsterdam k. S. 169.05 168.55 London..„„ 20,41 20.37 Antwerpen."„ 80,60 80.30 Brüssel„„ 80,60 80,30 Paris.... 80.75 80.45 Schweiz„ 80,30 Trassirungen und Domizilirungen sind provisionstrei, wenn solche bei Verfall mit diskontfähigen Wechseln gedeckt werden. Neußer Fruchtpreis 15. Juni. Weizen I. neuer, p. 100 Kilo M. 23 70 Weizen II. Qual. v. 100 Kilo 22 70 Landroggen 1.„ neuer 20— 19— *