früher unter dem Tttel: TTTZIscher Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und FeierNr 2 tage. Preis pro Quartal in der Expedition 1 M. 75 Pig. Al. S. auf allen K. Postanstalten 2 M. Für die Redaktion verantwortlich: Rudolf Westphal in Solingen. Vonnerstag, 3. Januar 1889. Druck u. Verlag von Alb. Pfeiffer, Solingen. Insertions10 Pfg. Sa Gebühren für eine Lspaltige Petitzeile l#—. Sammt= 41 liche Anzeigen der„Setinger Zeitung“ gehen ohne Mehrberechnung in die„Gräfrather Zeitung" über. Bestellungen 18 1. Vierteljahr 1889 werden baldigst erbeten. □ Die politisch stille Woche zwischen Weihnachten und Neujahr bot an sich wenig Stoff zu politischen Betrachtungen. Bei dem Mangel actueller politischer Thatsachen liegt es in der Natur der Sache, daß die Blicke sich auf die bevorstehende Landtagssession wenden. Ist sie doch die erste unter dem Regiment Kaiser Wilhelm II. und zugleich die erste einer sünfjährigen Legislaturperiode. Von dem Programm, mit dem sie eröffnet, und von ihrem Verlaufe wird bis zu einem gewissen Grade die Gestaltung der inneren Verhältnisse Preußens abhängig, mithin auch eine wesentliche Rückwirkung auf die Reichspolitik zu gewärtigen sein.— Was die gesetzgeberische Arbeit anlangt, so steht nach der negativen Seite fest, daß keinerlei Concession an den Clericalismus zu erwarten ist, weder an den katholischen, noch an den evangelischen. Leider aber scheint ebensowenig der gegen ein Ueberwuchern das Kirchenregiment begünstigender Tendenzen gerichtete organische Ausbau unserer Schulgesetzgebung, insbesondere die Durchführung des Gemeindepri.= cips für die Schulunterhaltung gefördert werden zu sollen. Einführung der Verwaltungsreform in die Provinz Posen, die in der letzten Session liegengebliebenen Polizeigesetze, Secundärbahn= und Betriebsmittelvermehrungsvorlagen bilden neben dem Etat, welcher ohne Frage einen günstigen Eindruck hervorrufen wird, das bereits sicher zu erwarfende gesetzgeberische Pensum. Es wäre indessen schon im Hinblick auf die 1890 bevorstehenden Reichstagswahlen dringend geboten, wenn die officiös angekündigte Absicht, nunmehr ernstlich mit der organischen Reform der directen Steuern vorzugehen, wenigstens zu einem Theile noch in der bevorstehenden Session verwirklicht würde. Es wäre sicher ein Fehler, wenn nicht in derselben Legislaturpc niode des Reichstags, in welcher die neuen, die Reichssteuerreform vorläufig abschließenden Reichssteuern bewilligt sind, die auf dem Gebiete der Landessteuern im Interesse der Gerechtigkeit daraus sich ergebenden Consequenzen gezogen würden. Dazu aber ist es nothwendig, daß die bevorstehende Landtagssession nicht ungenützt vorübergeht. Deutschland. Es ist bei dem Neujahrsempfang des Kaisers bekannt geworden, daß Se. Majestät zunächst weitere Reisen nicht zu unternehmen gedenkt, und daß auch über die erwarteten Gegenbesuche verschiedener Souveräne noch nach keiner Richtung hin irgend welche Bestimmung getroffen ist.— Die Gerüchte über eine Erhöhung der Krondotation gewinnen greifbare Gestalt. Es verlautet, daß der Vicepräsident des preußischen Staatsministerums, Staatsminister von Bötticher, dem Kaiser gestern darüber Vortrag halten sollte. Die Erhöhung soll sich auf drei bis vier Miuionen belaufen, also die Dotation von 12 auf 15 bis 16 Millionen gesetzt werden. Gestern, als am Todestage Friedrich Wilhelm IV., hat in der Friedenskirche bei Potsdam ein Gedenkgottesdienst für den, König und die Königin Elisabeth stattgefunden. Der frühere Minister des Innern von Puttkamer soll den Schwarzen Adlerorden erhalten haben. Die alten Namen der Aemter in unserem Königshause werden nach und nach einer zweckmäßigen Verdeutschung unterzogen. Während noch im Oktober vorigen Jahres Zahlungen en den Krontresor von der„Rendantur des Krontresors“, bescheinigt wurden, lautet jetzt die betreffende Quittung:„Verwaltung des Königlichen Hausschatzes“. Der Staatssekretär des Reichs=Postamts hat bezüglich anderweiter Festsetzung des Auslandstarifs für Briefsendungen folgende Verfügung erlassen: Vom 1. Januar 1889 gestaltet sich der Tarif für Briefsendungen im Verkeh: mit dem nicht zum Weltpostverein gehörigen Ländern (Vereins=Ausland) anberweit, wie folgt: 1. für frankirte Briefe 40 Pf. für je 15g; 2. für unfrankirte Briefe vom Vereins=Auslande 50 Pf. für je 15g; 3. für Drucksachen bis zur Gewichtsgrenze von 2kg. 10 Pf. für je 50g; 4. für Waarenproben bis zur Gewichtsgrenze von 250g: 10 Pf. für je 50g, mindestens jedoch 20 Pf. für jede Sendung; 5. für Einschreibesendungen ist außer dem Porto eine Einschreibegebühr von 20 Pf. für jede Sendung zu erheben. Von den obigen Zeitpunkt ab werden im Verkehr mit dem Vereins=Ausland auch Geschäftspapiere zugelassen; die Taxe für derartige Sendungen aus Deutschland nach dem Vereins=Auslande beträgt 10 Pf. für je 20g. mindestens jedoch 40 Pf. für jede Sendung. Das Meistgewicht der Geschäftspapiere im Verkehr mit dem Vereins=Auslande ist auf 2kg. festgesetzt worden. Im Uebrigen finden bezüglich der Behandlung der Geschäftspapiere die für die sonstigen Drucksachen im Verkehr mit dem Vereins=Auslande bestehenden Bestimmungen Anwendung. Postkarten sind auch bis aus Weiteres noch nicht zugelassen. Nach Obigem betragen die Taxen für Briefsendungen im Verkehr im Vereins=Auslande, abgesehen von der Einschreibegebühr, das Doppelte der bezüglichen Sätze für den Weltpostvereinsverkehr. Die ermäßigten Taxen für die auf dem Wege über Bremen mit deutschen Dampfern nach den Anlegeplätzen in Australien zu befördernden Schiffsbriefsendungen bleiben unverändert bestehen. Der„Hamb. Börsenh.“ zufolge, machte der Präsident der Hamburger Handelskammer der Kaufmannschaft die Mittheilung, daß die neuen hiesigen Hafenanlagen wegen der starken Zunahme des Verkehrs sofort erweitert werden müßten. Ausland. In dem Befinden des erkrankten österreichischen Erzherzogs Ludwig Viktor ist bereits eine so wesentliche Besserung eingetreten, daß jede Gefahr für das Leben desselben ausgeschlossen ist. Bei den Neujahrsempfängen im Elysee war der Präsident der französischen Republik. Carnot, von seinem bürgerlichen und militärischen Gefolge umgeben. Außer den Spitzen der Behörden erschienen die Mitglieder des gesammten diplomatischen Corps. Der päpstliche Nuntius gab im Namen sämmtlicher Botschafter deren Wünschen für das Glück Frankreichs Ausdruck. Carnot dankte und fügte hinzu, Frankreich schicke sich an, durch die Ausstellung ein Werk der Arbeit und des Friedens zu feiern; er wünsche, das Jahr 1889 möge ein glückliches für Alle sein. Vier Mitglieder der serbischen Skupschtina, darunter der Dissidentenführer Katics, sollen wegen Hochverraths verhaftet worden sein. Der Schah von Persien trifft Vorbereitungen für die in diesem Frühjahr beabsichtigte Reise nach Europa. Rheinisch=Westfälisches. Solingen, den 3. Januar. *.— Bei dem am Neujahrstage stattgehabten Vormittagsgottesdienst in der größeren evang. Kirche wurden folgende Einzelheiten über das kirchliche Leben in unserer evang. Gemeinde verlesen: Im verflossenen Jahre wurden getauft: 959 Kinder(davon 115 aus Mischehen), confirmirt 599 Personen, getraut 261 Paare. Aus der evangelischen Kirche sind ausgetreten 21 Personen. Beerdigt wurden 713 Verstorbene. — Mit dem 1. Januar 1889, dem Zeitpunkte der Vereinigung von Solingen und Dorp, sind die sämmtlichen Beamten der bisherigen beiden Gemeinden, insbesondere auch die Polizeibeamten, in den Dienst der vergrößerten Gesammtgemeinde Solingen getreten und fungiren ohne Weiteres als Beamte in dem ganzen Bezirke derselben. Damit wäre wieder ein Schritt zur Verschmelzung der beiden Gemeinwesen gethan. Freilich mag noch eine geraume Zeit vergehen, ehe der Name Dorp aus dem Munde des Volkes verschwunden ist, und selbst die Vortheile der Eingemeindung werden vielleicht erst in der Zukunft voll und ganz gewürdigt werden. 2— Die Beschaffenheit des Wassers unserer städtischen Wasserleitung ist, wie eine vom Herrn Reallehrer Schirlitz unlängst vorgenommene Analyse ergab, eine unverändert gute. — In der am Neujahrstage im Wigge'schen Locale abgehaltenen Schleiferversammlung wurde über den infolge der Miethspreis=Bewegung unter den Pächtern von Miethstellen vielfach eingetretenen Umzug vom Vorsitzenden, Herrn Wasserloos, berichtet und das Verhalten der betheiligten Schleifer, resp. Schleifereibesitzer, besprochen. In der Miethsangelegenheit wurden vorläufig keine endgültigen Beschlüsse gefaßt. Von eingehender Berichterstattung nehmen wir, einem an uns gerichteten Ersuchen entsprechend, Abstand. R. W.— In dem Schaufenster des Juweliergeschäfts von Herrn Robert Offermann, Kaiserstraße hierselbst, ist eine kleine Collektion seltener Medaillen zur Ansicht ausgestellt, welche durch ihr wunderschönes Gepräge und ihre künstlerische Ausführung jeden Kenner zur Besichtigung anlocken, und auf welche wir desDas wunderthätige Goldstück. Novelle von M—d.(Fortsetzung.)(6 Wenn ich sie so sitzen sah, mit den farbigen Bändern in ihrem Schooß, und bedachte, wie ihr schon dieser zufällige Ausputz ein so hübsches Ansehen verlieh, so erfaßte mich ein tiefes Mitleid bei dem Gedanken, daß sie allein von den Freuden der Jugend ausgeschlossen, einsam und ungeschmückt bleiben solle. Wunderbar, daß nur mir ein solcher Gedanke kam. Niemand im ganzen Hause schien sonst nur im entferntesten daran zu denken, daß auch Teecie den Wunsch haben könnte, mit den Andern fröhlich zu sein. Niemand fragte: Teecie, bist Du nicht auch mit eingeladen, sage, was wirst Du denn anziehen? Wie konnte sie zum Fest gehen wollen? Sie war ja lahm und besaß keine Krücken. Am Tage des Festes hatte ich zufällig einige Geschäfte in der nächsten Stadt zu besorgen. Es war schon spät als ich den Rückweg antrat; ehe dies aber geschah, sprach ich noch in der ersten Modehandlung der Stadt vor und fragte, ob ein gewisses Packet für mich bereit sei. Es war bereit; es erwies sich jedoch als kein Packet, sondern als ein großer flacher Karton. Man fragte mich, ob ich den Anzug der Dame zu sehen wünschte, und als ich dies bejahte, wurde der Karton geöffnet und eine luftige Wolke vor meinen Augen ausgebreitet. Ich habe mich in meinem Leben nicht viel um Moden und Damenputz bekümmert, vermag also keine genaue Beschreibung der mir vorgelegten Gegenstände zu liefern, sondern nur im Allgemeinen zu sagen, ich sah etwas sehr Weißes, sehr Durchsichtiges und durch dasselbe einen rosarothen Hauch schimmern.„Sehr geschmackvoll,“ versetzte ich, um doch etwas zu sagen, mit weiser Miene, setzte aber dann in Erinnerung an die Figur, für die es bestimmt war und die ich immer in dem kurzen, ausgebesserten Kleidchen gesehen hatte, etwas besorgt hinzu:„Sollte es aber für das kleine Mädchen nicht zu lang sein?“ „Nein, Herr,“ erwiderte die Modehändlerin mit Würde, „Sie sagten, die junge Dame sei achtzehn Jahre alt; wir haben das Kleid diesem Alter entsprechend eingerichtet.“ Der Abend war schon weit vorgerückt, als ich nach Retland Hall zurückkehrte. Zwei Equipagen voll heiterer Insassen fuhren soeben aus dem Thor, als ich in das. selbe einritt. Fünf Minuten später war ich sammt meinem Karton in der Kinderstube. Mein kleines Aschenbrödel saß, die glühenden Wangen auf die Hand gestützt und betrachtete die Band= und Spitzenstücke, Blumen und sonstigen Fragmente, welche nebst den Attributen ihrer Thätigkeit: Scheere, Fingerhut und Fäden in buntem Gewirr um sie herum lagen. Sie hatte noch einen heißen Tag gehabt; Jeder hatte noch etwas von ihr verlangt, nun aber war sie sich und ihrer Einsamkeit überlassen. Ein Strahl der Freude brach bei meinem Anblick aus ihren Augen.„Ich glaubte, Sie wären mit den Andern fort!“ rief sie mir entgegen. „Nein,“ sagte ich,„noch bin ich nicht fort, aber ich will mich sogleich auf den Weg machen. Ich komme, um Sie abzuholen.“ „Mich abzuholen!“ wiederholte sie vorwurfsvoll.„Sie wissen sehr gut, daß ich Sie nicht begleiten kann. Ich habe keinen Anzug, selbst wenn ich zu gehen vermöchte.“ „Ein Freund hat Ihnen einen Anzug gesandt,“ sagte ich,„und ich übernehme es, Ihnen Krücken zu verschaffen. Kinderfrau, wollen Sie so gut sein, diesen Karton zu nehmen, und Miß Teecie so schnell wie möglich fertig zu machen, der Wagen wartet vor der Thür. Teecie wurde zuerst glühend roth und machte eine Miene, daß ich glaubte, sie werde zu weinen anfangen, dann erbleichte sie und sah ängstlich aus. Die Kinderfrau, der ich bereits ein recht hübsches Weihnachtsgeschenk zugesteckt hatte, brach in Ausrufe des Entzückens über den schönen Anzug aus. „Kommen Sie, Teecie, machen Sie schnell,“ sagte ich, und bebend zwischen Furcht und Entzücken ließ sich Teecie zu ihrer„Toilette“ führen. Als ich nach einer Entdeckungsreise nach den Schildratt=Krücken mit denselben zurückkehrte war Teecie fertig. Teecie war fertig. Diese drei einfachen Worte drücken so viel aus, daß ich mich veranlaßt fühle, hier in meiner Erzählung inne zu halten und zu versuchen, einigermaßen den Inhalt wiederzugeben. Die Worte bedeuten nicht, daß Teecie, das Kind, das ich meine kleine Wohlthäterin, meine kleine Mutter zu nennen pflegte, ein neues Kleidchen angezogen hatte und gleich andern Kindern zu einer Kindergesellschaft herausstafsirt war, sondern sie bedeuten, daß ich, als ich nach der Kinderstube zurückkehrte, daselbst ein schönes junges Mädchen in graziöser, eleganter Balltoilette fand. Teecie Ray war verschwunden, und vor mir stand eine liebliche junge Dame. Wir waren alle drei gleich erstaunt über die so plötzlich stattgehabte Verwandlung. Teecie war viel zu einfach, um nicht zu zeigen, daß sie die mit ihr vorgegangene Veränderung lebhaft empfand und sich daber von einem ihr bis dahin fremden Entzücken und einer ihr gleichfalls fremd gewesenen Schüchternheit ergriffen fühlte. Die Kinderfrau war so lange gewohnt gewesen, das junge Mädchen als ein Kind zu behandeln, daß sie ganz verdutzt vor ihr stand, und was mich anbetraf, so war ich zuerst erschrocken über das, was ich angerichtet, dann entzückt, und endlich erfaßte mich eine thörichte Unsicherheit. Ich war fast eben so schüchtern wie Teecie selbst. Und als ich gar Teecie die Krücken überreichte, sah mich die Kinderfrau mit einem Blick an, der mir deutlich sagte, sie halte mich für einen verkleideten Prinzen oder Grafen Monte Christo. Mit einem eigenthümlichen Gefühl sah ich Teecie jetzt durch das Kinderzimmer nicht mehr hinken, sondern gleiten, um nicht schweben zu sagen, die kleinen Sammetkissen ihrer Krücken verborgen unter Wolken von Spitzen und Flor, die ihre weißen Schultern umgaben, während die silbernen Griffe die luftige Masse des frischen Kleides ein klein wenig zusammendrückten. Ich weiß nicht, wie es kam, aber ich mußte in diesem Augenblick mit jubelvollem Entzücken an ein Goldstück denken, das in einer kleinen Schachtel oben in meinem Zimmer in der einzigen alten Reisetasche steckte, die nach Retland mitzubringen mir rathsam erschienen war. Uasre Equipage erwartete uns; es war jetzt zu spät, die Ausführung des von mir entworfenen Planes zu unterlassen. Bald fuhren Teecie und ich auf dem schneebedeckten Weg Lady Thornton's Besitzung zu. Ich will es nicht unternehmen, eine detaillirte Beschreibung zu liefern von den weiteren Ereignissen dieses denkwürdigen Abends, von der Sensation, die unsre Ankunft unter den Gästen erregte, von der Verwunderung und der Wuth meiner zärtlichen Verwandten, von den widerstreitenden Empfindungen des Vergnügens und Mißvergnügens im Herzen der Wirthin, die, entzückt ihren kleinen Liebling bei sich zu sehen, mir doch sehr ernst und eindringlich in's Ohr flüsterte:„Und wohin soll das alles führen, mein Herr?“ balb an dieser Stelle aufmerksam machen zu müssen glauben. Zugleich bemerken wir, um vergeblichen Anfragen vorzubeugen, daß diese Medaillen Eigenthum eines hiesigen Sammlers und daher unverkäuflich sind. Ein wahres Prachtstück der Medaillirkunst ist besonders die große silberne Medaille, welche in Hamburg anläßlich der Schlußsteinlegung der Zollanschlußbauten daselbst geprägt wurde. Dieselbe ist größer als ein Fünfmarkstück und zeigt auf dem Avers die erhaben hervortretenden Brustbilder der im vorigen Jahre regierenden beiden Bürgermeister der Hansastadt, Dr. Jobannes Versmann und Dr. Carl Petersen, in ihrer Amtstracht. Die Köpfe sind bis ins kleinste Detail fein und sormvollendet ausgearbeitet, und besonders die Lintirung des Hauptbaares tritt in einer wirkungsvollen Weise vervor, welche bis jetzt geradezu unerreicht und einzig in idrer Art dasteht. Die Umschrift lautet:„Zum Gedächtniß der Vereinigung der freien und Hansestadt Hamburg mit dem Zollgebiet des deutschen Reiches“, die Inschrift:„im Jahre 1888, als Johannes Versmann Dr. und Carl Petersen Dr. Bürgermeister waren.“ Die Kehrseite gibt in scharfer Zeichnung ein Bild der imposanten Zollanschlußbauten und des mit Schiffen angesüllten Freihafens, von den Strahlen der Sonne beleuchtet. Ueber dem Ganzen ist das von Löwen flankirte Hamburger Stadtwappen mit flatternden Wimpeln angebracht. Auf dem zur linken Seite des Wappens stebt die Inschrift„Zollgebiet“, auf dem zur rechten Seite„Freihasen". Der seitliche Rücken der Medaille ist glatt. Eine nicht minder vortreffliche Schärfe der Zeichnung und Sauberkeit der Arbeit weist dieselbe in Bronce geprägte Medaille auf. Ein zweites Meisterstück der modernen Prägekunst ist die in Bronce ausgeführte Gedenkmünze, welche uns auf der Vorderseite die markige Gestalt des eisernen Kanzlers auf der Tribüne des Reichstages zeigt. Die Unterschrift, welche den dargestellten Moment erklart, lautet:„Wir Deutsche fürchten Gott, sonst nichts auf der Welt!" Die Rückseite bringt das Datum des Tages (6. Februar 1888) in Erinnerung, an welchem Fürst Bismarck diese ewig denkwürdigen Worte sprach. Das vierte Kleinod dieser auserlesenen Sammlung ist eine in Silber ausgeführte kleinere Medaille, auf deren einer Seite die Köpfe unserer beiden im vergangenen Jahre verstorbenen Heldenkaiser Wilhelm l. und Friedrich III., dargestellt sind, während die andere das edle Haupt unseres jetzigen erhabenen Herrschers Wilhelm II. aufweist. In vornehmer Idealisirung treten uns die theuern Züge der entschlafenen Lieblinge des deutschen Volkes entgegen, die in meisterhafter Vollendung von dem Künstler Heinz Hoffmeister dem Metall aufgeprägt sind. Dagegen trägt der von einem andern Meister der Medaillirkunst, C. Schultz, modellirte Kopf unseres jetzigen jugendlichen Kaisers einige Härten in der Zeichnung der Gesichtszüge an sich. Dieser kleine Mangel an idealer Auffassung wird jedoch durch die vielleicht beabsichtigte naturgetreuere Wiedergabe des Bildnisses aufgewogen, welches den ganzen Ernst, mit dem Kaiser Wilhelm II. seine erbabenen Herrscherpflichten aussaßt, wiederspiegelt. So ist auch diese Medaille, wie die übrigen ein Kunstwerk, bei dessen Betrachtung sich der Sinn jedes patriotisch fühlenden Beschauers in unsere ruhmreiche Vergangenheit versenkt, und jedes deutsche Herz wärmer für unser angestammtes Herrscherhaus schlägt, dem wir dieselbe verdanken. Wer dieses Gefühl des Dankes gegen unsere Kaiser in seinem Busen hegt, dem braucht die Besichtigung dieser Gedenkmünzen nicht noch besonders empfohlen zu werden. — Die Gesellschaft„Krone“ feierte am Dienstag im Haering'schen Lokale zu Feld das Neujahrsfest unter recht reger Betheiligung ihrer Mitglieder durch musikalische Unterhaltung 2c. Während des sich anschließenden Tänzchens fand eine Verloosung hübscher Gegenstände statt. Die Kerzen des Weihnachtsbaumes ließ man bis zu Ende brennen und beging so in festlicher Weise das frohe Ereigniß des Jahreswechsels. — In den obern Räumen eines Hauses an der Kölnerstraße wurde in der verflossenen Nacht ein fremder Mensch angetroffen, der, wahrschemlich in der Absicht zu stehlen, mittelst einer bis zum zweiten Stockwerk reichenden Leiter sich durch Aufbrechen eines Fensters Eingang verschafft hatte. Die Hausbewohner waren indessen durch einen Nachbar, welcher den Dieb bemerkt hatte, auf denselben aufmerksam gemacht worden. Man stellte eine Wache an dem Fenster auf und holte inzwischen die Polizei herbei. Diese bewirkte die Festnahme des Eindringlings, der sich unterdessen versteckt hatte und führte ihn in das Arrestlokal ab. Der Mann hatte noch zwei Spießgesellen, die sich auch schon im Hause befunden hatten, denen es aber leider geglückt ist, zu entkommen. Die an das Haus angesetzte Leiter war so groß und schwer, daß dieselve von einem Manne nicht fortzubewegen war. — Auf der Cölnerstraße wurde in der vergangenen Nacht ein Mann, der in eine zwischen 3 Personen ausgebrochene Schlägerei verwickelt war, durch Messerstiche in den Kopf und Arm verletzt. * Gräfrath, 3. Jan. Die Neujahrsnacht ist in unserer Gemeinde nicht ohne eine bedauerliche Ausschreitung vorübergegangen. Aus einer Wirthschaft Zu Oben=Holz wurde ein Seidenweber hinausbefördert, welcher dabei Drohungen ausstieß, die auf nichts Gutes schließen ließen. Als gegen 6 Uhr Morgens einer der Gäste sich aus dem Lokal entfernte, wurde er von dem an die Luft gesetzten Manne überfallen und durch drei Messerstiche erheblich verletzt. Dem Bedauernswerthen drang das Messer in die rechte Seite. Der Verletzte mußte sofort in das Solinger Krankenhaus überführt werden, wo er in Lebensgefahr schwebt. Der Thäter wurde gestern Morgen verhaftet und in das Kgl. Amtsgericht in Solingen eingeliefert. ∆ Gräfrath, 3. Jan. Am 6. ds. Mts., Abends 6 Uhr, wird im Saale des Herrn Engels hierselbst in einer Versammlung des Vereins für christliche Volksbildung ein Missionar über „Selbsterlebtes aus fremden Erdtheilen“ einen interessanten Vortrag halten. Diese Mittheilung dürfte geeignet sein, einen zahlreichen Besuch der Versammlung des genannten Vereins zu veranlassen. #r Wald, 3. Jan. Die Zahl der bei dem hiesigen Standesamte im Jahre 1888 angezeigten Geburten betrug 462, darunter 29 Todtgeburten; ferner wurden angezeigt 230 Sterbefälle und 92 Eheschließungen. Von den Geburten waren 239 männlichen und 223 weiblichen Geschlechts. Von den Verehelichten waren 61 Paare, beide Theile, evangelischer, 13 Paare Das sich ihr darbietende Schauspiel war Teecie vollständig neu, aber die Furcht vor den auf Mrs. Retland's Stirn drohenden Gewitterwolken ließ sie nicht zur Freude daran kommen. Wir wußten beide, daß sich noch heut Abend ein Unwetter über uns entladen würde und täuschten uns darin nicht. Niemand aus der Retland'schen Familie nahm die geringste Notiz von uns; sie verließen das Fest wieder wie sie gekommen, in ihren beiden Wagen und und ich fuhr ebenfalls mit Teecie in dem unsrigen zurück. Bei unsrer Ankunft fanden wir Vetter George und seine Frau bis an die Zähne gewappnet unsrer warten. Ich sah, es war ein Krieg auf Wasser und kein Pardon zu hoffen. Mrs. Retland bemächtigte sich Teecie's und führte sie mit sich hinweg, und ich blieb George überlassen. Ich brauche nicht zu wiederholen, was zwischen uns vorging. (Schluß folgt) beide katholischer Religion; die Zahl der Mischehen betrug mit: hin 18. Ohligs, 3. Jan. Am vergangenen Sonntag spazirte, laut dem„Gen.=Anz., das etwa 8jährige Söhnchen des Metzgers M. auf Stelzen im Zimmer umher. Plötzlich stürzte es hierbei und fiel so unglücklich, daß es einen Arm brach. et— Ueber die Absicht der Herren Hauptlehrer Heitland zu Merscheid und Weller zu Weyer, sich pensioniren zu lassen, ist hierselbst noch nichts bekannt geworden. — 3. Jan. Herr Gendarm Königs hat am 1. Januar hier seinen Dienst angetreten. Cronenberg, 3. Jan. Die Arbeiten in dem Thurm der reform. Kirche nehmen, der„N. Cronenb. Zig zufolge, ihren rüstigen Fortgang— Was die neuen Glocken vetrifft, so gehen die Urtheile, selbst der Musikkenner, auseinander. Während die Einen den Ton der kleinen Glocke für etwas zu hoch halten, glauben die Andern an dem Tone der großen und der mittleren Glocke etwas aussetzen zu müssen. Wenn man auch zugeben muß, daß eine vollkommene Reinheit des B-dur-Dreitlanges nicht vorhanden ist, so sind doch die Differenzen so unerheblich, daß man im Allgemeinen mit dem Geläute wohl zufrieden sein kann. Vohwinkel, 3. Jan. Die Seelenzahl unserer Bürgermeisterei beträgt zur Zeit 5513, gegen 5325 im Vorjahre. Remscheid, 3. Jan. Nachträglich theilt die„Remsch. Ztg. nit, daß gegen den Dr. med. Schirks, welcher sich, wie bereits berichtet, im Arresthause zu Elberfeld entleibt hatte, eine weitere Untersuchung wegen Vergehens gegen § 218 des Strafgesetzbuches schwebte. Ein Helfershelfer desselben ist nach Amerika entflohen und hat sich dort ebenfalls das Leben genommen. Die Untersuchung wird voraussichtlich fortgeführt werden, da man noch weitere Helfershelfer zu eimitteln vermuthet. Elberfeld, 3. Jan. Vorgestern wurde hierselbst ein am Ostersbaum wohnender 38 Jahre alter Mann wegen Verbrechens gegen§ 173 des Strafgesetzbuchs verhaftet. — 2. Jan. Die hiesige Strafkammer verhandelte gegen einen Agenten von Soligen, welcher von dem Bürgermeisteramt in Höhscheid ein Strafmandat in Höhe von 30 Mark erhalten hatte, weil er im October 1886 eine Police, bezw. einen Prolongationsschein über eine Feuerversicherung in Höhe von 2550 Mark ausgehändigt habe, ohne die Erlaubniß der Ortspolizeibehörde nachgesucht zu haben. Der Agent hatte gegen dieses Strafmandat Widerspruch erhoben und gelangte am 6. October v. J. die Sache vor dem Schöffengericht in Solingen zur Verhandlung. Dieses Gericht erklärte sich jedoch für incompetent, da ein Vergehen vorliege, welches mit 30—1500 M bestraft werden könne, also weit über den Satz des Schöffengerichtes hinaus. In der Strafkammersitzung behaupiete nun der Angeklagte, daß es bei ihm üblich sei, alle Policen bei der Behörde zu präsentiren, und daß er solches auch sicher im vorliegenden Falle gethan habe. Durch den Stadtsecretär Dreher wurde aber bekundet, daß im Feuerversicherungs=Journal in Höhscheid jede Eintragung über die fragliche Police fehle und deshälb eine Genehmigung auch nicht nachgesucht sei. Das Gericht verurtheilte den Angeklagten darauf zu 30 Mark Geldstrafe. Barmen, 3. Jan. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich vorgestern Abend in der Haspelerstraße. Der Korbmacher Okto Wiersbitzki wurde, wie die„Barm. meldet, daselbst von einem Pferdebahnwagen in so schrecklicher Weise überfahren, daß der Tod bald eintrat. Wiersbitzki, welcher die Stelle passirte, stürzte plötzlich vom Trottoir auf das Pferdebahngeleise, welches unmittelbar daran vorbeiführt, und gerieth unter einen in demselben Augenblick von Elberfeld kommenden Pferdeeisenbahnwagen. Dem Unglücklichen waren beide Rä er, eines über beide Oberschenkel und eines über die Weichtheile gegangen, wodurch letztere vollständig zerschnitten wurden. Es kann nur angenommen werden, daß der Sturz infolge eines Schwindeloder Salaganfalls eintrat, da in der Gesellschaft des Verunglückten sich Niemand befand, der hierüber Aufklärung hätte geben können. W. war 54 Jahre alt, verheirathet und Vater eines Kindes. — Am Sonntag, den 13. d. Mts. wird Herr Pfarrer Giesekke von Solingen im hiesigen Vereinshause einen Vortrag halten; darnach soll die Konstituirung des Ortsvereins Barmen des Evang. Bundes erfolgen. Von der Saar, 3. Jan. Die Bewohner des benachbarten lothringischen Ortes Kammern wurden in voriger Woche unerwartet in große Aufregung versetzt. Es erschien, begleitet von einem Gendarmen, der Kantonal= Polizeikommissar und begab sich in das Haus eines der reichsten Bauern daselbst. Die Hausrevision hatte einer Tochter des Besitzers, welche schon etwa 12 Jahr lang geisteskrank und beinahe 8 Jahre unsichtbar ist, gegolten. Die Kranke soll von den Beamten in einem Zustande aufgefunden worden sein, der jeder Beschreibung spottet. Der Verschlag, in dem das arme Wesen sich befunden hatte, soll von Schmutz gestarrt haben. Moselweiß, 3. Jan. Der Antrag auf Eingemeindung von Moselweiß in das Gebiet der Stadt Coblenz ist von dem Gemeinderathe vorläufig abgelehnt worden. Wenn die Coblenzer Stadterweiterung durch Niederlegung der Wälle vollzogen sein wird, soll die Frage nochmals zur Sprache kommen. Heißen, 3. Jan. In der Nähe unserer Station wurde am Montag eine Schafherde von zwei an einander vorüberfahrenden Zügen der rheinischen Eisenbahn überfahren. Angeblich sind 80 Thiere getödtet worden. Bielefeld, 3. Jan. Aus Unvorsichtigkeit erschoß ein hiesiger Maurermeister seinen neunjährigen Knaben. Der Vater hatte zu Weihnachten einen Revolver geschenkt bekommen und versuchte die Waffe in der Wohnstube, als die Familie um den Weihnachtsbaum versammelt war, ohne zu ahnen, daß dieselbe geladen war. Plötzlich krachte ein Schuß und traf den Sohn so unglücklich in den Unterleib, daß derselbe zusammenbrach. Den Verletzungen ist der Knabe, nach der„Rh.=Westf. Zig., jetzt erlegen. Vermischtes. Berlin. In der Frühe des Neujahrsmorgens ist hier ein Mordanfall von einem rohen Burschen gegen die 41 Jahre alte Frau des Buchhalters Franz Dölle verübt worden. Wie das„Kl. Journ. erzählt, war Frau Elise Dölle an der Ecke der Möckern= und Yorkstraße angelangt, als ihr ein ziemlich anständig gekleideter, etwa 25 Jahre alter Bursche den Weg vertrat und sie unter allerlei unsauberen Redensarten zwingen wollte, ihn in seine Wohnung zu begleiten. Frau Dölle wies den Unverschämten von sich. Plötzlich zog der Peiniger ein langes Messer und versetzte der Frau damit zwei wuchtige Stöße in den Rücken, von denen der eine die Lunge traf, der andere tief in's rechte Schulterblatt eindrang. Darauf ergriff der Mordgeselle die Flucht. Die Frau sonk stark blutend zusemmen und wurde nach ungefähr 5 Minuten von einem Briefträger bemerkt. Die Verwundete befindet sich jetzt in hoffnungslosem Zustande im Elisabeth=Krankenhause. Hamburg. Der Ehefrau des Raubmörders Dauth, welche am Samstag vom hiesigen Landgericht von ihrem Mann auf ihren Antraa geschieden wurde, ist ebenfalls gestattet worden, für sich und ihre Kinder eine Namensänderung vorzunehmen. Nürnberg. Auf dem Donau=Mainkanal bei Nürnberg sind 5 Knaben beim Schlittschuhlaufen eingebrochen und ei#runken. Poris. Aus dem Süden Frankreichs kommen am Jahre-schlusse Nachrichten über fürchterliche Stürme und Regengusse. Der Eisenbahn= und Telegraphenverkehr ist vielfach unterbrochen; in Toulon und Arles sind sogar mehrere Häuser eingestürzt. Das Dorf Tivoli bei Mende ist überschwemmt und von seinen Bewohnern verlassen worden. (Derletzte Christbaum des Kaisers Friedrich.) Als kostbare Reliquie wird, wie das„Berl. Tabl.“ mittheilt, von der Wittwe des verstorbenen Grafen Zirio der Weihnachtsbaum Kaiser Friedrichs aufbewahrt. Es ist dies die herrliche Edeltanne, die im vorigen Winter dem Kronprinzen aus dem Riesengebirge zur Benutzung beim Weihnachtsfeste nach San Remo gesandt worden war. Kaiser Friedrich war zugegen, als die Tanne von seiner Familie geschmückt wurde, und als der Baum am Weihnachtsabend 1887 im großen Parterresaal der Villa im Lichterglanze strahlte, konnte der so schwer geprüfte Fürst seine tiefe Bewegung nicht verbergen und weinte, an seine Gemahlin sich lehnend, wie ein Kind. Hinter dem lichtstrahlenden Baume sah er vielleicht schon die Schatten des Todes wallen. Die Gräfin Zirio bewahrt den Baum als theure Erinnerung in ihrem Hause auf. (Zur Beherzigung.) Von Professor von Bergmann ist vor einigen Tagen in der Berliner Klinik eine Operation ausceführt worden, welche eine recht beherzigenswerthe Vorgeschichte hat. Im Lazarus=Krankenhause war vor mehreren Wochen einer Frau der linke Arm bis zum Ellenbogen abgenommen worden. Es war diese Operation nothwendig gewesen, um der Krankheit, die sich als Knochenfraß herausgestellt, Einhalt zu thun. Da aber die Operationswunde nicht zuheilte, so wurde eine weitere Amputation für unerläßlich erachtet, deren Ausführung Professor von Bergmann übernahm. Dabei stellte sich heraus, daß das Mark aus den Knochen vollständig durch eine ungezählte Menge von Made aufgezehrt worden war. Bei näherer Untersuchung wurde mit Leichtigkeit constatirt, daß diese Maden Hundewürmer seien. Jetzt wußte sich die Kranke auch zu besinnen, daß sie ihren Schooßhund oftmals geküßt habe. Unzweifelhaft hat bei einer solchen Liebkosung ein Hundewurm seinen Weg in den Körper der Frau gefunden und hat dadurch über dieselbe ein so schweres Verhängniß gebracht. (Spät entschädigt!) Am Weihnachtsabend des Jahres 1867 so meldet der Berichterstatter, stach der Studiosus C. Reuter einen Studienkameraden im Zorn mit einem Dolch in's Gesicht, sodaß der Verletzte das rechte Auge einbüßte, Reuter entfloh nach Amerika, und man hörte nichts mehr von ihm. Der einäugige Dr. phil. M. hat sich inzwischen verheirathet und feierte am 24. v. Mis. im Kreise seiner Familie in Berlin das Weihnachtsfest Unter den Geschenten, welche den Weihnachtstisch zierten, fiel ein kleines Packet, das die Aufschrift„Erst während der Bescheerung zu öffnen“. trug, besonders in die Augen. Es war am Morgen mit der Post aus England angekommen und für Herrn Dr. bestimmt.— Mit Spannung entfernte man die Hülle des Geschenkes und war nicht wenig überrascht, als man dem unscheinbaren Packeichen 25000 M. in deutschen Reichscassenscheinen entnahm. Ein beigefügter Brief, abgesandt von der Gattin des im Jahre 1867 nach Amerika entflohenen Reuter, meldete den Anfang 1888 erfolgten Tod des Letzteren und dessen testamentarische Bestimmung, dem Studiengenossen am nächsten Weihnachtstage(also Weihnachten 1888) 25000 M. aus seiner Hinterlassenschaft als Sühnegeld auszuzahlen. Weihnachtsbescheerung.) Der englische Botschafter zu Berlin hat den Lehrlingen der Berliner Schornsteinfegermeister=Innung eine besondere Weihnachtsfreude durch gemeinsames Essen und Bescheerung bereitet. Der britische Militärattaché wohnte der originellen Festlichkeit bei und sprach in einer Anrede seine Ueberraschung über das frische und gesunde Aussehen und über die trotz der schwarzen Beschäftigung von den Lehrlingen auf ihre Bekleidung verwendete Sauberkeit und Sorgfalt aus. Die Ansprache gipfelte in einem dreifachen Hoch auf den Kaiser, welches Obermeister Faster mit einem Hoch auf die Königin von England erwiderte. (Was ist Schönheit?) In Europa bewundert man die weißen Zähne, in Japan aber müssen die schönen Zähne gelb und in Indien roth sein. Eine blühende Gesichtsfarbe ist gewiß beneidenswerth, aber die Frauen in Grönstreichen sich das Gesicht blau oder grün an, und die Russinnen würden sich für häßlich halten, wenn sie sich nicht kalkweiß schminkten. Welches ist die schönste Form der Nase? Man kann nur mit Achselzucken darauf antworten. In Persien ist es die gebogene Nase, in Hayti die eingedrückte Nase, und die Mamas pflegen dort ihren Neugeborenen die Nase zu zerquetschen. In Rußland bewundert man die Stülpnasen.— Wir Deutschen lieben die schlanken Gestalten, die Türken ziehen das Embonpoint vor. Wir schätzen das zarte Oval des Gesichts, in der Türkei liebt man die runden Gesichter. Bei uns gilt eine hohe gewölbte Stirn als ein Zeichen von Geist, in Griechenland ist die niedrige Stirn ein Hauptmerkmal der Schönheit. Im civilisirten Europa preist man die hlonden, braunen und schwarzen Haare, je nach ihrem besonderen Verdienst; auf den Marianneninseln bevorzugt man die weißen Haare. Die Perser hassen rothes Haar, und die Türken vergöttern es. Einen kleinen Mund aber schätzen sie alle. (Alt=Heidelberg) die Feine, ist bekanntlich von Engländern geradezu überschwemmt. Das ganze Jahr hindurch darf man sicher sein, fast in jedem dritten Menschen, dem man auf den Promenaden der Stadt begegnet, einen „Box=Blox“, wie man dort sagt, vor sich zu haben. Eine große Zahl britischer Familien haben sich, in der feuchtröhlichen Neckarstadt niedergelassen und auch eine eigene Kapelle da gebaut. Aber öffentliche englische Schulen gibt's in Heidelberg noch nicht; die jungen Insel=Söhne und=Töchter besuchen meist Privatschulen oder die städtischen Bildungsanstalten und folgen dort, so gut und so schlecht es eben geht, dem deutschen Unterricht. In einer der Klassen des Gymnasiums sollte so ein kleiner blonder Box=Blox bei der Lektüre der Sterbescene Geßler's in Schiller's„Wilhelm Tell“ die Verse in Prosa setzen: kasch tritt der Tod den Menschen an; es ist ihm keine Frist gegeben.“ Mit der seinen Stammesgenossen eigenen Anmuth erklärte das Englischmännchen:„Das heißt, daß der Mensch muß schnell sterben, uenn ihm nicht ist gegeben, uas er frißt.“ 8 (Explosion eines Pulvermagazins.) Ein allem Anscheine nach betrunken gewesener Arbeiter hat am 25. Dez. nach dem„I. W. E.“ im Pulvermagozin zu Mount=Pleason im Staate New=York eine entsetzliche Katastrophe herbeigeführt. Er entzündete in unvorsichtiger Weise eine Pfeife und führte dadurch eine Explosion der aufgestapelten Pulvervorräthe herbei, bei welcher eine bisher noch nicht festzustellende große Anzahl von Arbeitern, unter ihnen auch der Urheber des Unglücks, um's Leben kamen. Sehr viele Arbeiter wurden schwer verwundet. (In der ärztlichen Vorprüfung) legt ein Professor der Botanik dem Kandidaten, da wegen der herbstlichen Jahreszeit lebende Pflanzen nicht zu haben sind, ein großes Herbarium vor, schlägt eine beliebige Seite desselben auf und ersucht den Kandidaten, die Pflanze nach ihrem Namen, ihrer Klassenzugehörigkeit 2c. näher zu bezeichnen. Der Prüfling betrachtet die Pflanze, überlegt hin und her und gibt schließlich zu Antwort, daß er nur lebende Pflanzen erkennen könne.„So, so, replizirte der Examinator,„dann bitte, kommen Sie im Sommer wieder!“ —u. Schöffengericht. Solingen, 3. Jan. Vorsitzender: Herr Amtsrichter Dr. Gottschalk, Schöffen: Die Herren Robert Dohm zu Vormeiswinkel und Julius Everts von hier.— Ein 17 Jahre alter Scheerenhärterlehrling von hier stand wegen Bedrodung eines Hausgenossen mit Begehung eines Verbrechens((Todischlag) unter Anklage. Mit Rücksicht auf mildernde Umstände nahm das Gericht den dieses Vergebens überwiesenen Angeklagten nur in eine Geldstrase von 20 Mark, für welche im Nichtzahlungsfalle 4 Tage Gefängniß eintreten sollen.— Ein 20 Jahre alter Gabelfeiler von Kreuzweg soll sich am 3. September v. Ihrs. der vorsätzlichen körperlichen Mißhandlung seines Hausherrn mittelst gefährlichen Werkzeuges schuldig gemacht haben. Derselbe wendete ein, er habe an jenem Tage gelegentlich der Mietbszahlung seinem Miethsberrn wegen eines unstatthaften Verhältnisses zu seiner Haushälterin Vorstellungen gemacht, sei darauf thätlich angegriffen und verfolgt worden und habe erst daraufhin mit einer Latte um sich geschlagen, mithin in Nothwehr gehandelt. Die Beweisaufnahme fiel jedoch zu zingunsten des Angeklagten aus, indem der Gerichtshof gegen denselben auf 10 Tage Gefängniß erkannte.— Drei Personen von Sonnenschein(Wald) wurden wegen groben Unsugs zu je 15 Mark Geldstrafe, einer der Angeklagten wegen eines ihm außerdem zur Last gelegten und erwiesenen Vergebens des Hausfriedensbruchs noch zu weiteren 30 Mark Geldstrafe veruntbeit.(Schlus folgt.) ∆ Musikalisches. Solingen, 3. Jan. Der Gesangverein„Apollo“,(Dirigent Herr Reallehrer Rademacher,) beabsichtigt, am Sonntag, den 20. Januar im Bairischen Hof hierselbst unter Mitwirkung der unter Leitung des Herrn Rob. Weyler stehenden Capelle vom 57. Infanterie=Regiment ein Concert zu veranstalten. □ Turnerisches Solingen, 3. Jan. Eine schöne Neujahrsfeier beging am 1. Januar der Solinger Turnerbund in seinem neuen Vereinslokale bei Herrn H. Ehemann, unter Leitung des Turnwarts Herrn Birkendahl. Der Verein legte dabei eine Probe seiner tüchtigen Leistungen ab, indem die Mitglieder sich in Freiübungen, Schau= und Kürturnen, sowie im Ringen produzirten. Spater folgte ein zahlreich besuchter Ball. Die gelungene Feier befriedigte alle Theilnehmer an derselben, sodaß sie zu den schönsten gerechnet werden kann, welche der Turnverein veranstaltete. Litterarisches. Ein Blatt, das Jedem in der Familie viele Freude macht, unterhaltend und anregend wirkt, ist die in Berlin erscheinende „Thierbörse.“ Das Blatt ist zudem unglaublich billig; für nur 50 Pfg. und wenn man es in die Wohnung gebracht haben will, 15 Pfg. mehr, abonnirt man bei seiner nächsten Postanstalt. Für jeden Thierzüchter und Thierliebhaber ist die„Thierbörse" fast unentbehrlich Wir empfehlen das Blatt als ein höchst originelles und amüsantes unseren Lesern zum Abonnement für das nächste Quartal angelegentlichst. Reden und Trinksprüche bei der Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm II. nebst Gedächtnißreden auf die verewigten Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. von Dr. Nordheim. Unter diesem Titel verläßt im Verlag von Siwinna, Kattowitz, O.=S, soeben ein Schriftchen die Presse, welches vorläufig das erste in seiner Art ist, und welches von allen Denen, welche Gelegenheit oder Beruf zur mündlichen Behandlung des genannten Themas führt, als willkommener Wegweiser begrüßt werden dürfte. Dr. Nordheim, dessen Kaiser= und Sedanreden sich seit Jahren einer großen Verbreitung und Würdigung erfreuen, hat den umfassenden Stoff auch diesmal wieder lichtvoll, knapp und klar behandelt und neben dem nationalen Gesichtspunkt auch stets den allgemein menschlichen hervorgehoben. Nordheim's„Reden und Trinksprüche" zu den Geburtstagen der drei Kaiser geben, indem sie sich an eine bestimmte Feier anlehnen, zugleich in großen Zügen ein Bild unserer nationalen Entwickelung und enthalten die populäre und kraftvolle Darlegung der Prinzipien, nach welchen ein monarchischer Staat regiert wird. Der Preis des Buches ist eine Mark. Gräfrath. +t— Der Club„Germania“, feierte am Neujahrstage im Vereinslocale bei Herrn Aur. Marcus sein erstes Stiftungsfest. Die Feier ließ in keiner Hinsicht etwas zu wünschen übrig. Herr Marcus hatte es sich angelegen sein lassen, ein vorzügliches und reichhaltiges Abendessen berzustellen, wofür auch dem Mitgliede des Clubs, Herrn Georg Brümmer, welcher mit der höberen Kochkunst bis in das Kleinste vertraut ist, Dank geHerr I. W. Hillers, toastete auf das Wachsen und Gedeiben des Clubs, während Herr Brümmer den Kaisertoaff ausbrachte, worauf der Gesang der Nationalhymne solgte. Die Pausen wurden durch Lieder und InstrumentalVorträge ausgefüllt. Auch bumoristische Vorträge verfehlten ihre Wirkung nicht. Noch manche Rede, auch ein Trinkspruch auf Herrn Brümmer, würzte das Festmahl, und die Anwesenden verabschiedeten sich mit dem einstimmigen Urtheil:„Das war ein genußreicher Abend!“ Standesamt Merscheid. 16.—22. Der. 1888. Geburten. Adele, T. v. Scheerenschleifer Karl Krämer, Riefnacken. Karl, S. v. Fabrikarb. Aug. Haas, Loch. Emilie Selma, T. v. Schuhmacher Carl Ew. Faust, Merscheiderstr. Karl, Wilh., S. v. Schirmfabrikard. Fr. Wilb. Löhmer, Winkelstraße. Unebeliche Geburt. Emil, S. v. Bäcker Ernst Bruchhausen, Limminghofen. Jacob, S. v. Steinhauer Moritz Wal#„Merscheiderstr. Matbilde, T. v. Kaufmann Herm. Kur Wolling, Weyer. Paula, T. v. Federmesserschl. Wilh. Stinians,„Wilzdaus. Fr. Wilb., S. v. Messerreider August Winie, Wiger. Otto, S. v. Scheerenschleifer Carl Wilh. Achenbach, Broßhaus. Paul, S. v. Schirmfabrikarb. Friedr. Wilb. Wester, Poschheide. Paula, T. v. Fabrikarv. Peter Schmitz Kirchhofsstr. Sterbefälle. Adele, T. v. Küster Franz Otto Kaiser, 7 J. 10 M., Grünstr. Ehefr. Joh. Rob. Grimverg, Helene geb. Mütze, verw. Brückmann, 51 J. 4 M., Hildenerstr. Emmy, T. v. Ackerer Gottfr. Wolff, 6 J. 8 M., Kullen. Ebefr. Carl Wilb. Morsbach Friederike Amalie geb. Efsey, 63 J. 6 M. Heipertz. Handelsmann Karl Achenbach, Wwr. v. Julie Wilms, 52 J. 1 M., Merscheiderstraße. Männl. Todtgeburt. Wiwe. Wilh. Witscher, Hulda geb. 9 M.. Feldstr. Hugo, S. v. Schirmfabrikarbtt. Wilh. Stöcker, 10 J. 5 M., Schnitterstr. Karl Wilb. Eugen, S. v. Scheerenarb. Arn. Wild. Sachse, 1 J., Limminghosen. Weibliche Todtgeburt. Wwe. Wilh. Schmitz, Anna Margarethe geb. Grevels, 75 J. 4 M., Hauptstr. Hedwig, T. v. Messerschläger K. Schlemper, 37 J. 10 M., Scharrenberg. Maria Gertrud Lörgen, gewerblos, 16 J. 2 M., Kullen. Heirathen. Scheerenschleifer Friedr. Schweitzer, Neu=Löhdorf, und Wilhelmine Emilie Meusch, Siebels. Aufgebote. Former Wilb. Kirchboff, Brüderstr., und Elise Fischer, Weyer. Bügelschleifer Ernst Wester, Weyer, und Hulda Kaiser, Schnittert. Federmesserreider Rov. Bröcker und Ida Schieferstein, beide Engelsberg. Stadttbeater: Elverfeld: Barmen: Köln: Donnerstag: berühmte Frau. Tell.(Oper.) Benefiz für Carl Meyer: Der Bardier von Bagdad. Loreley.(Finale.) Freitag: Der Trompeter von Säkkingen. Cornelius Boß. Freitag, den 44. Januar, Nachmittags 4 Uhr: Weihnachtsbescheerung in der Kleinkinderschule Solingen, Cronenbergerstraße, wozu freundlichst eingeladen wird. Eintrittsgeld 25 Pfg. Widdert. Mittwoch, den 9. Januar, Nachmittags 3 Uhr: Versammlung des Frauenvereins im Repräsentantenzimmer Bekanntmachung. Nachdem mit dem heutigen Tage die Vereinigung der bisherigen Gemeinden Solingen und Dorp in Kraft getreten ist, haben die Standesamis=Bezirke Solingen und Dorp zu bestehen aufgehört, und ist der Standesamtsbezirk der erweiterten Gemeinde Solingen an ihre Stelle getreten. Der Amtssitz des Standesbeamten für diesen Bezirk befindet sich in Solingen, sein Büreau im Ratbhause daselbst. Alle Anmeldungen zu den StandesRegistern haben daher fortan an der genannten Amtsstelle zu erfolgen. Auszüge aus den bisherigen Standesregistern von Dorp werden bis auf Weiteres in dem Büreau des bisherigen Standesamtes Dorp, also in dem Rathhause daselbst ertheilt. Vorstebendes bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. Solingen, den 1. Januar 1889. Der c. Bürgermeister. Feigell. Regierungs=Assessor. Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß sämmtliche GemeindeBeamten der bisherigen Gemeinden Solingen und Dorp, insbesondere auch die Polizei=Beamten, mit dem 1. Januar 1889, dem Tage der Vereinigung der genannten Gemeinden, in den Dienst der vergrößerten Gemeinde Solingen getreten und ohne Weiteres für den gesammten Bezirk der letzteren zu fungiren berechtigt sind. Solingen, den 1. Januar 1889. Der c. Bürgermeister. Feigell, Regierungs=Assessor. Luantitative Analyse des Wasserleitungs=Wassers von Solingen. Die Analyse wurde begonnen am 22. December und beendet am 27. December 1888. Benutzt wurden 5 L. aus der Wasserleitung des Laboratoriums, berechnet auf 1 L. od. 1000 Ccm. Abdampfrückstand 0,0533. Organische Substanz 0,0010. Salpetersäure 0,0011. Salpetrige Säure Schwefelsäure Chlor Phosphorsäure Kieselsäure Ammoniak Magnesia Kalk Thonerde Natron Kali Eisen 0,0039. 0,0059. Spuren. 0,0029. 0,0324. 0,0003. 0,0002. 0,0011. freie Kohlensäure 0,0263. Härte a totale 12.: b permanente 3,54. Carnivore Infusorien sind nicht vorhanden. Das Wasser ist fortdauernd gut geblieben und hat sich seit der letzten Untersuchung ganz unwesentlich verändert. Solingen, 28. Dec. 1888. (L. S.) Der vereid. Chemiker gez. Schirlitz. Vorstehende Analyse wird hiermit bekannt gemacht. Solingen, den 31. Dec. 1888. Der Bürgermeister van Meenen. Sparkasse der Stadt Solingen. Abschluß pro Monat Dez. 1888. Muthmaßliches Wetter morgen: #. Andauernd beiter und kalt. Barom. und Tyerm. Heute Morgen 10 Uhr: 28“ Minimale Temperatur Nachts— 5. 42 Bestand an Einlagen am 1. Dez. 1888 Hierzu an Einlagen pro Dez. 1888 Sa. Ab Rückzahlungen pro Dez. 1888 M. 8148853. 217877. 8 366 731. Pfg. 87 96 83 352 534 79 Bleibt Einlagebestand am 31. Dez. 1888 8 014197. 04 Spar=Einlagen werden ohne Rücksicht auf den Wohnort des Einlegers in dem Büreau des Herrn Rendanten Bongs (Dorperstraße 43) angenommen. Einund Auszahlungen bei der Sparkasse finden täglich von 9—12 Uhr Vormittags und von 2½—5½ Uhr Nachmittags statt. Die Sparkasse bleibt Samstag Nachmittags, sowie den letzten Wochentag jeden Monats geschlossen. Solinger Stadt=Obligationen werden stets angekauft; Summen zum Ausleihen liegen jederzeit bereit. Solingen, den 31. Dez. 1888. Die Sparkassen=Verwaltung. Sparkasse der Stadtgemeinde Gräfrath. Abschluß pro Monat Dezbr. 1888. am Bestand an Einlagen 1. Dezor. 1888 Hierzu an Einlagen pro Dezbr. Summa der Einlagen am 31. Dec. 1888 Ab Rückzahlungen p. Dez. Bleibt Bestand am 31. Dec. 1888 M. Pfg. 631 682 22 36 225 69 667907 91 8352 86 659 555 05 Jede Summe, von 1 Mark an, wird ohne Rücksicht auf den Wohnort und den Stand des Einlegers angenommen. Die Einlagen werden mit 4 beziehungsweise mit 3½% verzinst. Alle Ein= und Auszahlungen erfolgen in der Wohnung des Rendanten Herrn Hugo Picard in Gräfrath, bei dem auch die Anträge auf Gewährung von Darlehen anzubringen sind. Die Kasse ist mit Ausschluß des Samstags, der Sonn= und Feiertage täglich Vormittags von 10—12 Uhr und Nachmittags von 3—5 Uhr geöffnet. Gräfrath, den 31. December 1888. Die Sparkassen=Verwaltung. RN 85) Auguste Giessmann Ludwig Rief □ VERLOBTE. " Neujahr 1889. V-5—-S-Emilie Bender J Hermann Michelson .. VERLOBTE. Seligenstadt, Solinger, Hessen ∆ Nevjahr 1889. Gererlerer Kuam Todes=Anzeige. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, Großmutter und Tante Emilie geb. Peters, an den Folgen von Schwachsinn im Alter von 50 Jahren und 8 Monaten zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: Joh. Hahn und Familie. Solingen, den 3. Januar 1889. Jür die vielen Beweise wohlthuender 69 Theilnahme bei dem unermeßlichen Verlust, der uns betroffen, sagen wir auf diesem Wege unsern innigsten Dank. Frau Amtsgerichtsrath Mathien und Tochter. Solingen, 3. Januar 1889. Allen Denen, welche unserer theuren Verstorbenen das letzte Geleite gegeben haben, statten wir hiermit unsern besten Dank ab. Carl Knecht nebst Kindern. Katternbergerstraße. Subhastation. Das den Eheleuten Peter Conzen, Gärtner, und Julie geb. Kluth, Hebamme, zu Auf der Höhe, Gde. Höhscheid, zugehörige, daselbst gelegene Immobilar, bestehend in 29Are 10 Meter Hofraum und Garten pp., nebst aufstebendem neuerrichteten anderthalbstöckigen Wohnhause und Stalle, wird am Dienstag, den 8. d. Mts., Nachmittags 3½ Uhr, vor dem Kal. Amtsgerichte Solingen zu Auf der Höhe, Gde. Höhscheid, bei der Wirthin Wwe. Ferd. Hindrichs subbastirt. Solingen, den 2. Januar 1889. Der Mandatar des Extrahenten: E. Triesch. Ein fleißiges Dienstmädchen sofort E gesucht. Naheres in der Exped. Köhlen. Kohlen. Lagerplatz: Bahnhof Gräfrath. Prima Hausbrand-, Schmiede- und Bäcker-Kohlen, Briquets etc. Ia. Kartoffeln liefert billigst Waggon=, Fuhren= und Centnerweise. Mulders, Grafrath. P. P. Einem bochverehrten Publikum von hier und Umgegend zur gefälligen Kenntniß, daß ich, Unterzeichneter, mich an hiesigem Ort als Hoch niedergelassen habe. Gleichzeitig empfehle ich mich zum Anrichten von Diners, Soupers, größeren u. kleineren Gesellschafts=Essen u. s. w. angelegentlichst. Indem ich eine geschmackvolle, tadellose Ausführung zusichere, bitte ich höflichst um geneigte Aufträge. Hochachtungsvoll Georg Brümmer, pract. Koch. Gräfrath=Flachsberg. NB. Kostenanschläge gratis; komme auf Bestellung in's Haus. D. O. Lebendfrischen Egmonder Schellfisch Kablian, süße Bratbückinge, frisch geräucherten Aal, Kieler Bückinge und Sprotten empfiehlt Frau Joh. de Vogt. Frischen Pariser Kopfsalat, Blumenkohl und Endivien=Salat empfiehlt Frau Joh. de Vogt, Solingen, Cölnerstraße 130. Lebendfrischen Schellsisch, frisch gewässerte Tittlinge, Bückinge empfieblt „ Heinr. Wiese, Solingen, Ufergartenstraße 23. I melkwerdende Ziegen zu verkaufen. Näheres in der Exped. Ein in der Nähe von Solingen gelegenes Ackersi'“ aut, auf welchem 2—3 kühe gehalten werden können, ist sof. oder auf Mai 1889 u. günst. Bedingungen zu verk. N. i. d. E. Ein geübter Eisenwaaren=Schleifer gesucht. J. M. Göggelmann, Kapellenstraße 1, München. Ein ordentlicher Bäckergeselle geE sucht von Gustav Steinijans, Solingen. Aelteres, tüchtiges Küchenmädchen wird per Anfang Februar gegen guten Lohn gesucht. Wo, sagt die Exped. Tivoll, Stadt=Theater, Solingen. Freitag, den 4. Januar 1889: I. Vorstellung im Abonnement. Zum ersten Male: Unsere Frauen. Lustspiel in 5 Akten von Moser und Schönthan. Anfang 8½ Uhr. Zu zahlreichem Besuche dieser ausgezeichneten Vorstellung ladet ergebenst ein F. Rüthling. „Ossian.“ Heute, Donnerstag, den 3. Januar cr., Abends punkt 9 Uhr: olingen. Der Vorstand. mu.. Lorder Männer=Gesang=Verein. Freitag Abend 8 Uhr: Probe. Der Vorstand. Fabrikanten von Neuheiten werden ersucht, ihre Adressen mitzutheilen. Zu adressiren X. D.13 an die Exped. d. Ztg. c#in schulfreier Knabe mit schöner a Handschrift auf meine Schreibstube gesucht. Salowsky, Gerichtsvollzieher, Solingen, Wupperstr. 49. Ein großes Arbeitslokat mit oder ohne Wohnung in Solingen per 1. Mai zu miethen, ferner ein kleines Haus oder ein kleiner Bauplatz zu kausen ges Off i. d. Exp abzug. 2 Zimmer von 2 Personen gesucht an der Grünewalder= oder Weegerstr. Auskunft bei Wilh. Groß, Bauunternehmer, Grunewald. Ein Ladenlokal nebst Zimmer zu G zu vermiethen bei W. Dorfmüller, Solingen. Zwei anständige Leute können Kost und Logis erhalten. Näberes Solingen, Kirchstraße Nr. 33. Ein möblirtes Zimmer mit Pension am 1. Januar zu vermietben. Näberes Solingen, Kirchstr. Nr. 33. *) anständige Leute für Mittag= und ∆ Abendessen gesucht. Näh. i. d. Exp. N TT*en) Kirchstrasse Kirchstrasse SOLEINGEN empfiehlt sein reichhaltiges Lager von Lenlwand, Asch-, Sett- und Lelb-Wasche und aller Arten Leinen- und Baumwoll-Waaren. Weiße Hand-Leinen(Basen=Bleiche), Herrenhuter-Leinen, Hausmacher-Leinen, Betttuch-Leinen in vorzüglichen Qualitäten und allen Breiten. Creas- und Hausmacher-Halbleinen in prima Qualitäten. Gebild für Tisch- und Handtücher, Damast-, Jacquard= und Drell-Tischgedecke, Tischtücher u. Servietten, Theegedecke mit u. ohne Franzen, Altdeutsche Schneidezeuge für Caffeedecken, Abgepasste gebleichte Damast- und Hausmacher- Handtücher, Hüchenhandtlücher, Gläsertüicher, Celertlicher, Casenticher, Messerlicher, Leustertücher, Laupentüicher, Staubtüicher et. Fröbeir-Bädetucher, Frottir-Handtucher. Weisse Baumweir Wearei des Eisass. Elsasser Madapolam, Renforce, Cretonne, Croise, Elsasser Hemdentuch, Dowlas, ungebleicht Haustuch, Elsasser Damaste und Jacquard zu Bett- und Kissen-Bezügen, Elsasser durchbrochene Stoffe, crème und weiß, Elsasser Brillante, Piqué, Satin, Brocat für Kleidchen, Schürzen und Regligées, Elsasser gerauhte Piqué und Croisé. Elsasser Brocatelles, Damaste und Köper in weiß, crème und bastfarben. „ O O Montag, den 7. Januar, Ende: 31. Januar. General=Versammlung der Messerschleifer des Kreises Solingen m Montag, den 7. Januar curr., Nachmittags 6½ Uhr, bei Herrn Anton Wigge. Solingen. Der Vorstand. Pos=Prein, Soliugen. Sonntag, den 6. Januar, 5 Uhr Nachmittags: HauptGeneral-Versammlung. Tages=Ordnung: 1. Empfang der Beiträge. 2. Vorstandswahl. 3. Wahl zweier Rechnungsrevisoren. 4. Aufnahme von ausw. Mitgliedern. 5. Wabl des Vereinslocales. 6. Beschlußfassung über die Feier des Kaisers Geburtstages. Die Vereinsmitglieder werden auf § 8 des Statuts aufmerksam gemacht. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Sterbe-Auflage Nr. 2, Cronenberg. Sonntag, den 6. Januar curr., Abends 6 Uhr: General=Versammlung im Vereinslokale. Tages=Ordnung: Rechnungs=Ablage. Vorstandswahl. Der Vorstand. Grostes Pristegeln Samstag, Sonntag und Montag, den 5., 6. und 7. Januar, um einen prachtvollen Pony. Weyer=Wald. Peter Diefenbach, Gasthof„zur Post., Einlindung zur General-Versammlung auf Donnerstag, den 10. Januar c., Abends 6 Uhr, im Vereinslokal. Tages Ordnung: 1. Rechnungsablage pro 1888. 2. Zeitschriften. 3. Damen=Abend. 4. Verwendung des vorhandenen Baarbestandes. 5. Neuwahl des Vorstandes. Solingen, den 2. Januar 1889. Der Vorstand. Rupelrather Landwehr= und Krieger=Verein. General-Versammlung Sonntag, den 6. Januar, Abends 7 Uhr. Der Vorstand versammelt sich ½ Stunde früher. Tages=Ordnung liegt vor. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Rechnungs=Formulare liefert in sanberem Druck Alb. Pfeisser's Buchdruckerei in Solingen. für Wöchnerinnen enpfehlt. Gummi=Unterlagen Prina! en emnfichlt p. P Pshause GaliRob. Dems. Solingen. Kölner Dombau=Loose Hauptgewinn 75 000 Mark Baar à Stück 3 Mark. Schiesische Gold= und Silber=Lotterie Hauptgewinn 50.000 Mark Werth, a Loos 1 Mark. Ziebung 17. u. 18. Jan. empfiehlt Ewald Meis u. Fritz Meis, Solingen, Cölnerstraße. Alen, Freunden und Bekannten ruse Te hiermit bei meinem Weggang von Solingen noch ein herzlich„Lebewohl“ zu! Paut Krause. Deutsche Eiekermitäts-werke zu Aachen Garbe, Lahmeyer& Co.,— machen das Publikum auf ihre als Specialität gebauten Dynamo-Maschinen aulmarksum: System„Lahmeyer“ die einfachste und anerkannt beste Dynamo-Construction. Jahresproduction ca. 1000 Maschinen. Man verlange von den Unternehmern electrischer Anlagen nur die Original-Lahmeyer-Maschine. West e ensce el Eine Stablwaarenfabrik im Kreise Solingen sucht zum Aetzen von Klingen einen jungen Mann, der Vorzügliches in seinem Fach leistet und die verschiedenen Aetz= u. Damascirmethoden gründlich kennt. Bei genügenden Leistungen würde die Stelle eine dauernde und gut bezahlte sein; es ist genügend Arbeit vorhanden: es könnte Stücklohn oder ein fester Wochenlohn vereinbart werden. Schriftliche Anerbietungen mit Angaben über die bisherige Thätigkeit, Abschriften von Zeugnissen und Gehaltsansprüichen an die Exp. d. Ztg. Nähmaschinenöl per Fläschchen 50 Pfg. empfiehlt Herm. Happ, Solingen. Ein properes Dienstmädchen gesucht. Solingen, Wupperstr. 33, 1. Etage. Verschiedene gut erhaltene Oesen für Comptoir und Werkstelle werden billigst abgegeben. Wo, sagt die Exp. Beste Ofen-Kohlen zu 65 Pfg., Nuß-Kohlen„ 75 Pfg. per Centner werden karrenweise in's geliefert, sowie gute Kartofeiln sind zu haben bei Herm. Kaymer, Solingen, Bröhlerstraße. Ein wahrer Schatz für alle durch jugendliche Verirrungen Erkrankte ist das berühmte Werk: Dr. Retau's Selbstbewahrung 80. Aufl. Mit 27 Abbild. Preis 3M. Lese es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet; Tausende verdanken demselben ihre Wiederherstellung. Zu beziehen durch das Verlags=Magazin in Leipzig. Neumarkt No. 34, sowie durch jede Buchhandlung. Visitenkarten liefert Alb. Pfeisser, Solingen. Landwehr=Verein zu Schlagbaum. Sonntag, den 6. Januar, Abends 6 Uhr: Appell. 7 Uhr: General-Versammlung. Geburtstagsfeier Sr. Majestät. Ausgabe der Kalender. Verschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Feine Tafelbutter à Mark 9.— Feine Süßrahmbutter à Mark 10.— pro Postcollo v. ca. 10 Pfd. vers. garantirt rein u. tägl. frisch freo. geg. Nachn. I., Rosenberg, Ahlen, Regsbzk. Münster. Zimmer zusammen oder getheilt k zu vermiethen. Näheres Solingen, Kölnerstraße 98. 9 sch. Zimmer zu Mangenberg ganz oder geth. z. verm. N. Sol., Hohegasse 5. (Es sind noch 3—4 Zimmer mit allen Bequemlichkeiten, Wasserleitung, Bleiche und Trockenspeicher, auf Wunsch auch mit Arbeitsraum, an stille Leute zu vermiethen. Näh in der Exp. Neußer Fruchtpreise, 2. Januar. 9 5 Weizen I. Qual. p. 100 Klon. 19— Weizen II.„„ 100 Kilo„17 50 Landroggen 1.; neuer 15 20 p. 100 Kilo 2.. 13 70 Wintergerste à 100 Kilo—— Buchweizen à 100 Kilo 16— Hafer neuer„„ 13 80 Hafer alter„„ 15 60 Kartosfeln.„ 7 50 Heu à 500 Kilo 50— Stroh à 500 Kilo 36— Rüböl p. 100 Kilo in Partien 63— dito faßweise 64 50 Preßauchen v. 1000 Kilo 140— Kleien r. 50 Kilo 5 30