Akritihrr früher unter dem Titel: Bergisches Volks=Blatt. nr 102 Erscheint: Montags, Mittwochs, Freitags und Samszr. 1oS= tags.— Preis pro Quartal in der Expedition wlatt. 1 Mk. 25 Pfg., auf allen K. Postanstalten 1 Mk. 50 Pfg. Samstag, 2. Juli 1887. Insertions=Gebühren für eine lspaltige Peritzeile 10 Bfg. 30 Jg Für die Redaction verantw.: Karl L. Pfeiser in Solingen. Druck und Verlag von Ald. Pfeisser in Solingen. S 19“5 Bestellungen auf das 3. Vierteljahr werden baldigst erbeten. „*, Wochenschau. Ueber die diesjährigen Sommerreisen des Kaisers taucht fast alltäglich eine neue Version auf, die bald darauf wieder dementirt wird. Die neueste Version lautei:„Nach nunmehr, wie es heißt, fest getroffenen Bestimmungen wird Se. Majestät am nächsten Mittwoch nach Ems reisen, sich dort aber nur ca. vierzehn Tage aufhalten, da eine Cur in Gastein, woselbst der Kaiser mit dem Kaiser von Oesterreich unbedingt zusammentreffen will, fest beschlossen ist. Auf der Reise nach Gastein wird der Kaiser in Constanz Aufenthalt nehmen und die Weiterreise von dort wahrscheinlich auf der Arlberg=Bahn antreten.“ Auch diesen Angaben wird mit dem Bemerken entgegengetreten, daß feste Dispositionen noch nicht getroffen seien. Es ist ja auch selbstverständlich, daß Alles vom Befinden des Kaisers und von Umständen abhängt, durch welche dasselbe beeinflußt werden kann. Richug ist jedenfalls, daß Se. Majestät den Wunsch hat, auch in diesem Jahre Gastein zu besuchen und mit dem Kaiser von Oesterreich zusammenzutreffen. Deshalb sind auch in Gastein die für den Kaiser belegten Zimmer noch nicht abbestellt. Allein die Aerzte haben ernste Bedenken, den Kaiser nach Gastein gehen zu lassen. Sie hatten diese Bedenken bereits vor der Kieler Feier; heute, nachdem sich der Kaiser in Kiel eine Erkältung zugezogen, von der er sich nur sehr, sehr langsam erholt hat, bestehen diese Bedenken in erhöhtem Maße. Auch sind die Aerzte der Meinung, daß eine nur vierzehntägige Kur in Ems nicht die gewünschte Wirtung haben werde. Aus Vorstehendem erklären sich die widersprechenden Nachrichten über die Reisedispositionen. Das Befinden Sr. Majestät ist jetzt befriedigend, so daß die alltäglichen Spazierfahrten wieder ausgenommen werden konnten Auch verbringt der Kaiser bei günstigem Wetter täglich einige Zeit auf der Veranda des Palais. Der täglich von England eingehende Bericht über das Befinden des deutschen Kronprinzen lautet andauernd günstig. An den Jubiläumsfestlichkeiten in London hat der Kronprinz nur zu Anfang Theil genommen; später bedurfte er mit Rücksicht auf die Operation der Ruhe und Schonung. Dagegen wohnten die Kronprinzessin und Prinz und Prinzessin Wilhelm den festlichen Veranstaltungen bei, die mit einem großen Gartenfest im Buckinghampalast, wozu 6000 Einladungen ergangen waren, glänzend abschlossen.— Der Landaufenthalt in Friedrichsruh ist dem Fürsten Bismarck gut bekommen. Es heißt, der Fürst Bismarck habe die Absicht, noch etwa drei Wochen in Friedrichsruh zu bleiben.— Die Bildung eines Verbands der deutschen Berufsgenossenschaften, die in Frankfurt a. M. glatt von Statten ging, ist mit Genugthuung zu begrüßen. Unser Berufsgenossenschaftswesen, welchem eine hohe Aufgabe in der Entwickelung unserer inneren Verhältnisse zugefallen ist, gewinnt damit einen festeren Halt. Staatssekretär v. Bötticher sprach in Frankfurt a. M. der Deutschen Industrie den Dank für deren opferbereite Förderung der sozialpolitischen Maßregeln aus und stellte die Regelung der Altersversicherung in nahe Aussicht. Das wird denn auch die wichtigste Frage sein, welche den Reichstag in seiner nächsten Session beschäftigen und derselbe hoffentlich im Verein mit den verbündeten Regierungen glücklich lösen wird. Die bayerischen Landtagswahlen haben weder für die Ultramontanen noch für die Liberalen eine Mehrheit ergeben. Den Ausschlag geben die beiden kleinen Gruppen der Katholisch= und Protestantisch=Conservativen, die erstere unter der Führung des Herrn Bucher. Von den socialbemokratischen Candidaten ist Keiner gewählt worden, doch war von Vollmar nahe daran, ein Mandat zu erlangen. Als Gast des Kaisers von Oesterreich weilte mehrere Tage König Milan von Serbien in Wien. Er wurde daselbst mit großer Auszeichnung empfangen und behandelt, so daß man zu der Annahme berechtigt ist, König Milan werde in Wien eine feste Stütze finden, wenn die jetzt in Serdien herrschende Partei den Versuch machen sollte, ihn zu Gunsten einer Dynastie Karageorgewitsch zu verdrängen. Die Ueberzeugung, daß dies der Fall sein wird, dürfte die Herren Ristics und Genossen veranlassen, von einem solchen Versuch überhaupt abzusehen. König Milan hat in Wien norigens mit den dort beglaubigten Botschaftern der Mächte Unterredungen gehabt, deren Ergebniß ihn wohl darin bestarkt haben mag, die mit mancherlei Dornen ausgestattete serdische Krone zu behaupten.— Das Kronprinzenpaar hat eine Reise nach Galizien unternommen und ist in der galizischen Hauptstadt Krakau mit großem Enthusiasmus empfangen worden. In Rußland scheinen sich an diese Reise allerlei Befürchtungen geknüpft zu haben, denn einmal soll russisch=polnischen Edelleuten, die sich nach Krakau begeben wollten, die Reise dorthin untersagt worden sein, und zum Andern wird berichtet, daß eine Anzahl russischer Geheimpolizisten in Krakau anwesend war. Das nunmehr seit etwa einem Monat in Frankreich am Ruder befindliche Cabinet Rouvier wird fortgesetzt von den Radicalen auf das wüthendste bekämpft, von der stechten dagegen in discreter Weise unterstützt. Der frühere Kriegsminister General Boulanger ist zum commanetenden General des 13. Armeecorps in Clermont=Ferrand ernannt worden, was der radicalen Presse zu besonders Garfen Angriffen Anlaß gegeben hat. Rochefort denunenie diese Ernennung den Freunden Boulanger's als eine Art Deportation. Andere wollen wissen, die Regierung habe Boulanger nur entfernen wollen, um Manifestationen zu Gunsten desselben am 14. Juli, dem Nationalfestrage zu verhindern. Boulanger hat übrigens des Commando inzwischen angetreten. Kürzlich brachte die„Köln. Zig.“ über seine Persönlichkeit Enthüllungen, wonach derselbe einen Staatsstreich vorbereitet habe. Das wird natürlich seine intransigenten Freunde nicht abhalten, nach wie vor für ihn zu demonstriren. In England ist der Festjubel verklungen, von dem ein gut' Theil unserem Kronprinzen und seiner Familie galt. In der Politik des Landes ist zu Jubel wenig Anlaß, denn in Indien steigt die Wolke der Unruhen in Afghanistan und des erneuerten Vordringens der Russen auf. und das türkisch=ägyptische Uebereinkommen ist in's Wasser gefallen. John Bull wird sich freilich darüber leicht trösten, denn nun bleibt eben im Lande der Pharaonen Alles beim Alten. England hat sich bereit erklärt, das Land zu räumen, man hat das Anerbieten nicht angenommen, folglich bleiben die englischen Truppen in ihren Garnisonen. Im andern Falle wären sie natürlich auch dageblieben, denn England dachte gar nicht daran, Aegypten aufzugeben. Die englisch=türkische Convention bezüglich Aegyptens harrt noch immer der Ratification durch den Sultan. Frankreich bietet alle Künste der Diplomatie auf, um den Abschluß zu verhindern. Mit den Mitteln wird es dabei nicht genau genommen; der Zweck muß sie heiligen. Die französische officiöse Presse muß vor Allem die deutsche Regierung selbstsüchtiger Absichten verdächtigen, indem sie verkündet, Deutschland habe sich von England für die Unterstützung der Convention gewisse Vortheile versprechen lassen. Osten Algeriens hat es einen Zusammenstoß zwischen französischen Spahis und etwa 100 Marokkanern gegeben, die eine französische Patrouille angegriffen haben. Es ist nach früheren Erfahrungen nicht ausgeschlossen, daß Frankreich diesen Vorfall als Vorwand benutzt, Ansprüche auf„Grenzregulirungen“ zu rechtfertigen. Die bulgarische Sobranje wird sich vöraussichtlich auf die Erledigung innerer Verwaltungsangelegenheiten beschränken, da die Vornahme einer Fürstenwahl unter den noch obwaltenden Verhältnissen doch zu keinem abschließenden Ergebniß führen würde. Eine Einigung der Cabinette darüber ist noch nicht erfolgt. Deutschland. des Kaisers nach Ems ist auf nächsten Montag in Aussicht genommen. Gestern empfing Se. Majestät die Besuche seiner greisen Schwester, der Frau Großherzogin=Mutter von Mecklenburg=Schwerin und des Prinzregenten Albrecht von Braunschweig.— Aus Gastein vom 29. v. Mts. wird der„N. Freien Presse“ berichtet: Heute ist hier die offizielle Anzeige des Berliner Hofmarschall=Amtes eingetroffen, daß die Dispositionen für die Badereise des Kaisers Wilhelm dahin geändert worden sind, daß die Ankunft des Monarchen daselbst auf den 28. Juli verlegt wurde.“ Aus Kassel wird vom Mittwoch gemeldet:„Vertrauensmänner der Socialdemokratie aus allen Theilen Deutschlands auf Rundreisen treiben wie früher und darf auch nicht in Verbindung treten mit seinen politischen Gefinnungsgenossen und Freunden in Paris, er müßte denn sein Amt niederlegen, was er durchaus nicht beabsichtigt. Mögen Rochefort und Derouléde noch so sehr Boulanger feiern; sie werden ihn nicht nach Paris als Kriegsminister zurückführen können, zumal die Armee dies nicht will und die große Majorität in der französischen Kammer sich längst überzeugt hat, daß auf dem militärischen Gebiete der jetzige Kriegsminister Ferron unendlich weit mehr leistet als Boulanger. Hat man jetzt schon erfahren, daß Frankreich viel besser ohne ihn verwaltet und regiert werden kann, als mit ihm, so wird man ihn, je länger das Ministerium Rouvier im Amte bleibt— und dazu ist alle Aussicht vorhanden— nach und nach mehr vergessen und seine Abwesenheit von Paris nicht als ein Unglück, sondern als eine Wohlthat empfinden. — General Boulanger hat auf sein Ersuchen Erlaubmß erhalten, erst am 10. Juli seinen Posten als Befehlshaber des Armeecorps in Clermont=Ferrand anzutreten. Rheinisch=Westfälisches. = Solingen, 1. Juli. Nach einer der Handelskammer zugegangenen Muttheilung des Ministeriums für Handel und Gewerbe zu Berlin ist die Herausgabe einer Nachweisung der gesetzlich geschützten Waarenzeichen nunmehr gesichert. Der Inhaber der Firma„P. Stankiewicz Buchdruckerei," Rovert Fickert in Berlin, hat sich bereit erklärt, die Herstellung des Werkes zu übernehmen. Für die Beschaffung des Materials würde es eine wesentliche Erleichterung sein, wenn die Inbaber der Waarenzeichen sich bereit finden ließen, die Original=Cliches der bereits veröffentlichten Zeichen dem Herausgeber auf dessen Kosten und Gefahr für kurze Zeit zur Verfügung zu stellen. Der Letztere gedenkt zu diesem Zweck demnächst an die betbeiligten Zeicheninbaber sich zu wenden. Es dürfte daber im Interesse der betheiligten Kreise liegen, daß dem Wunsche des Uebernehmers rasch und bereitwillig Folge gegeben wird, worauf die hiesige Handelskammer im Auftrage des Herrn Ressortministers hierdurch ganz besonders hinzuweisen Veranlassung nimmt. — Zufolge Mittheilung des Consulats der Vereinigten Staaten von Nord=Amerika zu Elberfeld, ist dasselbe wegen der am nächsten Montag, den 4. Juli cr., stattfindenden Feier des Die Abreise Dienstag und heute hier zu Bewaren am Montag, rathungen versammelt. An eine Freilassung des vom Reichsgericht zu 1 Jahr Festung verurtheilten französischen Bürgers Köchlin ist absolut nicht zu denken. So theilt die„Kreuzztg.“ mit, indem sie bestätigt, daß die französische Regierung Schritte gethan habe, die Freilassung herbeizuführen. Lieblingsaufenthalt des Fürsten Bismarck und zugleich der seiner Gesundheit zuträglichste Aufenthaltsort ist Friedrichsruh. Auch diesmal, so schreibt man dem„Hamb. Corr.“ hat die kräftige Luft des Sachsenwaldes eine merkliche Besserung des Gesundheitszustandes des Fürsten herbeigeführt. Der Reichskanzler lebt sehr zurückgezogen, unternimmt aber täglich Ausflüge in den Sachsenwald und auf seine umliegenden Güter, theils zu Wagen, theils zu 815 Oeseiben, desen Auslügen besucht der Reichs. n— Stunden aus. dehnen si Stunden aus. Bei diesen Au.###such kanzler auch seine Arbeiter in deren Wohnungen, in den gewerblichen Anlagen oder bei der Arbeit. Selten versäumt er ihnen dabei einen klingenden Zuschuß zu ihrem Arbeitslohn zu geben, und er wird daher auch immer mit für das Wohl seiner Arbeiter besorgt ist, geht daraus herdie Zuschüsse, welche die Arbeiter zur Krankenversicherungskasse zu zahlen verpflichtet sind, an dieselben in Form von Sparkassen=Büchern zurückzahlt und so auch den Sparrsinn bei ihnen weckt. Ausland. Frankreich. General Boulanger ist durch seine Ernennung zum Commandanten des weit ab von Paris garnisonirenden 13. Armeecorps einstweilen unschädlich gemach worden. Er kann keine Staatsstreiche planen, da er selbst im Kriegsfale keine selbstständigg Arugegabtheilungeg(drei Armeecorps) zu befehligen hat, hier vielmeyr dem Kriegsunister wie dem Oberbefehlshaber der Gesammt=Armee untergeordnet bleibt. Seinen politischen Agitationen sind ebenfalls die erforderlichen Grenzen gesteckt; er kann nicht if der Tribüne der Deputirtenkammer zum„Volke“ sprechen und für sich Reclame machen, auch keine Agitation Jahrestages der Amerikanischen Unabhängigkeit an diesem Tage geschlossen, was auf Veranlassung der hiesigen Handelskammer hierdurch offentlich bekannt gegeben wird. * Solingen, 2. Juli. Die Erdarbeiten auf dem zunächst in Angriff genommenen Theil der diesseitigen EisenbahnNeubaustrecke(Vohwinkel=Gräfrath) sind nahezu beendet, und der größte Theil der dort beschäftigten Arbeiter findet bereits anderweit Verwendung. Der Bahnhofsbau zu Gräfrath auf dem nicht ohne große Schwierigkeiten erweiterten und geebneten Bergrücken zwischen Gräfrath und Bergerbrühl ist inzwischen auch in Angriff genommen worden und muß der Anordnung der Königl. Eisenbahn=Direction zu Elberfeld gemäß bis zum 15. October d. J. fertig gestellt sein. Das Gleiche gilt für den Walder Bahnhof. Als Zeitpunkt für die Eröffnung der Strecke Vohwinkel=Wald ist nunmehr endgültig der 15. October hinsichtlich des Güterverkehrs und der 15. November hinsichtlich des Personenverkehrs bestimmt — Auswärtige Blätter melden:„Eine Kommission des 12. Armeecorps ist nach Solingen abgegangen behufs Uebernahme der neuen kurzen Seitengewehre für das Repetirgewehr. Die sächsische Armee erhält 61000 Stück, mit deren Anfertigung die Waffenfabrik von Weyersberg, Kirschbaum& Cie. in Solingen beauftragt ist.“ Einer Bekanntmachung der Kgl. Eisenbahn=Direction zu Elberfeld vom 29. v. M. zufolge, ist am 1. d. Mis. unter der Bezeichnung„directer Güterverkehr zwischen Rheinland=Westfalen einerseits und Stationen der Dux=Bodenbacher, sowie der Prag=Duxer Eisenbahn andererseits“ ein neuer Tarif in Kraft getreten; in diesem Tarif sind u. A. enthalten: Frachtsätze für Eisen und Eisenwaaren. + Solingen. Mit der interimistischen Verwaltung der durch die Versetzung des Herrn Overwachtmeisters Pieper nach M.=Gladbach erledigten Kreiswachtmeisterstelle ist der berittene Gensdarm Herr Eller aus Mülheim aRh. beauftragt worcen.„ K.(Bos. muiche din Prishri, * Solingen, 2 Juli. Gestern wurde ein 15säbriger Bursche von dier der Erziebungs= und Besserungsanstalt St. Martin bei Boppard überliefert. Derselbe war seitens dieser Anstalt, in der er bereits früher untergebracht gewesen war, einem in Remscheid wohnenden Gewerbetreibenden in die Lehre gegeben worden, entlief aber aus derselben. Dieser Umstand hatte zur Folge, daß die vorldufige Entlassung des Knaben zurückgezogen wurde. * Gräfrath. Herrn Sek.=Lieutenant Wendlandt von der Infanterie des 2. Bataillons 8. Westf. Landwehr=Reg. Nr. 57 ist der Abschied bewilligt worden. Dorp, 2. Juli. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten ist an Stelle des verstorbenen Herrn Gustav Felix Herr Wilhelm Walscheid zum 3. Beigeordneten gewählt worden. Der„Rheydter Zeitung“ entnehmen wir Folgendes: An die Stelle des am 1. Oktober in den Ruhestand treten den Hauptlehrers Herrn Hechtenberg ist sicherem Vernehmen nach seitens der königl. Regierung auf Vorschlag des Schulvorstandes der Lehrer Herr Wilhelm Adam Lüngen zu Meigen bei Solingen zum Hauptlehrer in Rheydt ernannt worden.— Derselbe ist geboren in Schlesen im Jahre 1854, absolvirte den Seminarkursus in Mörs, ist seit 1879 Lehrer in Meigen, erward im Jahre 1884 die Befähigung zum Lehrer an Mittelschulen bei der Königl. Prüfungs Commission in Coblenz und im folgenden Jahre ebendaselbst die Berechtigung zur Anstellung als Rector an Mittelschulen oder höheren Töchterschulen, sowie als Vorsteher öffentlicher Präparanden=Anstalten. Obligs, 1. Juli. Ein 11jähriger Knabe, welcher demnächst einer Besserungsanstalt überwiesen werden sollte und vorübergehend. Unterkommen im hiesigen Arrestlokale gefunden hatte, machte gestern Mittag einen Selbstmordversuch, indem er sich mit der Eßgabel mehrere Wunden an der Pulsader sowie am Halse beibrachte. Ein schnell hinzugerufener Arzt nähte die Wunden wieder zu.(O. Anz.) Opladen. Dem„Boten“ zufolge steht es nunmehr fest, daß Herr Bischof Kopp am 9. d. M. in Wiesdorf eintreffen und der bereits mitgetheilte Reiseplan in Kraft bleiben wird. Der hohe Gast soll hier am Montag, den 11. d. M., durch eine Prozession feierlichst eingeholt und zur Kirche begleitet werden. Für den Abend ist ein Fackelzug, sowie Beleuchtung der Stadt in Aussicht genommen. Remscheid. Am nächsten Montag begehen, der„Remsch. Ztg. zufolge, die Eheleute Herr Johann Eberhard Riecke, geb. den 18 März 1812, und Frau Christiana geb. Hasenclever, geb. den 9. August 1812, die goldene Hochzeit. Das seltene Fest feiern drei Kinder, zwei Schwiegerkinder, acht Enkel und drei Urenkel mit den Jubilaren. Nachdem Herr Riecke in Paris 30 Jahre seinen Geschäften vorgestanden, kehrte er vor bald 20 Jahren nach Remscheid zurück, nunmehr frischen Geistes seiner Vaterstadt als Beigeordneter dienend. Elberfeld, 30. Juni. Ein weitgereister Radfahrer erregte, den„N. N.“ zufolge, heute Mittag vor dem Rathhause die Aufmersamkeit der Passanten. Es war ein Herr Ferd. Ehlich aus Hermannstadt, Siebenbürgen, der hier von der Polizeibehörde sein Eintreffen sich bescheinigen ließ. Herr Ehlich ist Mitglied des Deutschen Radfahrer=Bundes und macht seine jetzige Tour zur Erlangung des deutschen Tourenpreises. Der Reisende hat am 15. Mai in seiner Vaterstadt Hermannstadt das Zweirad bestiegen, ist durch Ungarn, Oesterreich, über Wien, Brünn, Prag, Karlsbad, nach Sachsen gefahren, hat dort die größeren Städte berührt, sich von Eisenach wieder nach Süden gewandt und ist von Frankfurt aus rheinabwärts bis Köln gefahren. Von dort traf er hier ein und gedenkt heute noch bis Soest zu gelangen. Der Rückweg nimmt Herr Ehlich über Bremen, Hamburg, Berlin. Barmen, 1. Juli. In den Knopf der Christuskirche ist, der„Westf. Ztg. zufolge, auch ein Exemplar der beschlagnahmten Broschüre des Herrn Pfarrers Thümmel von Remscheid ausgenommen — Infolge unrichtigen Abspringens von der Pferdebahn stürzte gestern Vormittag auf dem Neuenweg eine junge Dame zur Erde, blieb mit ihren Kleidern am Pferdebahnwagen hängen und wurde eine Strecke mitgeschleift. Nach dem„Stadtanz. kam die Dame glücklicherweise mit einer unbedeutenden Verletzung im Gesicht davon, jedoch fehlte nicht viel, so wäre ihre Hand unter die Räder gerathen. — Die Pumpstation des Barmer Wasserwerks bei Volmarstein ist in großen Nöthen, da sich die zur Seite der Ruhr liegenden Brunnen nicht mehr füllen wollen. Man ist deshalb dazu übergegangen, bei dem niedrigen Wasserstande einen Damm durch die ganze Ruhr zu bauen, um das Wasser zu stauen. * Benrath. Herrn Notar, Justizrath Paniel hierselbst ist anläßlich seines Dienstjubiläums der Rothe Adler=Orden 4. Kl. verliehen worden. Düsseldorf, 1. Juli. Gestern Abend ½7 Uhr kam, dem„Düss. Anz.“ zufolge, eine interessante Wette zum Austrag. Es handelte sich um ein Rennen zwischen einem Velozipedisten und einem Reiter. Beide Betheiligten, die Herren Lieut. Ritter und Einj=Gefr. Boniwert vom 2. westf. Hus=Rgt., starteten vom Restaurant Hertel aus und waren berechtigt, den ihnen am geeignetesten erscheinenden Weg nach Benrath und von da aus zurück zum Restaurant Thürnagel zu benutzen. Der Reiter siegte mit einem Vorsprunge von 7 Minuten, er brauchte im Ganzen eine Zeit von 58 Minuten für Hin= und Herritt, während der Velozipedist in 1 Stunde und 5 Minuten den Weg zurücklegte. Die allgemeine Ansicht vor dem Rennen sprach sich für den Sieg des Velozipedisten aus, um so mehr überraschte das günstige Resultat des Reiters. Köln. Unter den Actionären der Rheinisch=westfälischen Genossenschaftsbank in Köln ist, der„Elb. Zig. zufolge, eine Agitation im Gange, welche die Liquidation des Unternehmens anstrebt. Coblenz, 30. Juni. Heute Morgen wurde der am hiesigen Gymnasium beschäftigte Lehrer Dr. Karl Schüth nahe der Eisenbahnbrücke bei Güls todt aufgefunden. Die Leiche hing jenseits des Bahndamms an einem eisernen Stachelzaun, der zum Schutze des Bahnkörpers angelegt ist. Herr Dr. Schüth hatte gestern Nachmittag mit einem Collegen einen Ausflug nach der Mosel gemacht und benutzte zur Rückfahrt die Eisenbahn. Bei Güls soll nun der Genannte, der kurzsichtig ist, zur Befriedigung eines Bedürfnisses das Coupe verlassen haben und bei dieser Gelegenheit wahrscheinlich die Böschung herabgestürzt sein. Thatsächlich fiel er mit dem Wadenbein in einen der eisernen Stacheln und verblutete sich, da ihm kein Beistand ward. Man will in der Nähe Hülferufe gehört haben, wußte aber nicht, woher sie kamen. Hagen, 1. Juli. Heute ereignete sich in einer Klasse der höheren Mädchenschule ein erschütternder Vorfall. Ein 10jähriges Mädchen fühlte sich kurz vor dem Beginn des Unterrichts unwohl, sank dann plötzlich bewußtlos zurück und verstarb alsbald in den Armen der Lehrerin. Ein Herzschlag hatte dem jungen Leben so jäh ein Ende gemacht. Vermischtes. Die„Pädag. Zig. führt folgende die Lehrerinnen betreffende Stelle aus der letzten literarischen Arbeit des großen Frauenarztes Karl Schröder an:„Die Erfahrung der Frauenärzte lehrt, daß anhaltende, eifrige, geistige Thätigkeit grade in der ersten Zeit der Entwicklung von den nachtheiligsten Folgen ist. Die Lehrerinnen=Prüfung schon knickt die körperliche Entwicklung vieler Mädchen; bleichsuchtig, schlecht genährt, mit vielfachen nervösen und hysterischen Beschwerden gehen sie zu ihrem Beruf über.“ Memel, 28. Juni. Mitten in der Ausüdung seines Beruses ist am Sonntag der Prediger an der St. Johanniskirche, Herr Ebel, aus dem Leben geschieden. Er hatte die Confirmationshandlung zu vollziehen. Die kirchliche Handlung war auf's seierlichste in's Werk gesetzt, die Kirche ganz mit Andächtigen gefüllt. Während der Liturgie wurden die Worte des Geistlichen immer schwächer bis zur Unverständlichkeit, und zuletzt brach er zusammen. Superintendent Habrucker, der herbeigerufen wurde, führte tief ergriffen von dem erschütternden Vorfalle die feierliche Handlung zu Ende. London. Aus den verschiedenen Theilen Englands treffen Berichte über die traurigen Folgen des schon so lange anhaltenden Regenmangels ein. Die Obstbäume aller Art in Ost=Kent haben furchtbar gelitten und die Raupen viel Schaden angerichtet. Die kleinern Flüsse und Berabäche sind ausgetrocknet, und die ganze Landschaft macht einen heideähnlichen Eindruck. In Wales mußten verschiedene Eisen= und Zinnblech=Werke wegen des Wassermangels geschlossen werden. Die Bewohner der Bickertow'schen Hügelkette in Cheshire müssen das Wasser me lenweit auf Wagen herholen. In Swansea wird das Wasser aus alten und aufgegrabenen Schächten der Umgegend heraufgepumpt und dann in Wagen in der Stadt verkauft. In Guayaquil, Ecuador, fand am Mittwoch Morgen ein Erdbeben statt, welches als das heftiaste seit 1858 bezeichnet wird. Der Erdstoß dauerte angeblich 2 Minuten 20 Sekunden und verursachte graße Bestürzung unter der Einwohnerschaft. Es wird jedoch gefürchtet, daß viel Schaden im Innern angerichtet worden ist Nakel. Als dieser Tage der Erzbischof Dr. Dinder aus Posen hier anwesend war. herrschte bei der Feierlichkeit in der Kirche ein solches Gedränge, daß ein vierzehnjähriges Mädchen erdrückt und ein kleineres Kind schwer verletzt wurde. (Ein Selbstmord auf hoher See.) Baltimore, 15. Juni. Die„N.=Staatszig. meldet: Ein Passagier des heute hier eingetroffenen Bremer Dampfers„Hermann“, Martin Keile aus Bremen, 24 Jahre alt, ist unterwegs über Bord gesprungen und ertrunken. Keile, der Lustigsten einer unter den Passagieren, hatte sich mit anderen Reisegefährten lebhaft unterhalten. Plötzlich sprang er, ohne ein Wort zu sagen, über Bord. —n. Stadtrathssitzung zu Solingen vom 30. Juni 1887.(Schluß.) 1) Feststellung der Vermögensaufstellung der Armenstiftung pr. 31. März 1887. Herr Berg hat die Aufstellung vorgelegt und ist dieselbe von der Verwaltung der Armenstiftung geprüft und richtig besunden worden. Das Vermögen betrug am 31. März 1886 M. 32105, 85, heute M. 33580, 99, die Zunahme also M 1575, 14. Gegen die Feststellung findet Versammlung nichts einzuwenden. 2) Angelegenheit des Wasserwerks. Zunächst handelt es sich um den Tarif, welcher bisher proviserisch sein sollte. Da demnächst das Wassergeld für das erste Quartal 1887/8 zu erbeben ist, so empfiehlt Herr Vorsitzender Beschlußfassung. Die Commission ist der Ansicht, daß der jetzige Tarif einstweilen beibehalten bleibe. Herr Vorsitzender gibt bei dieser Gelegenheit das in allen Bezierungen befriedigende Resultat der am 26. April cr. stattgehabten Revision der Maschinen und Einrichtung des Wasserwerks bekannt, sowie daß sich im vorigen Jahre ein Ueberschuß von M. 17261, 16 ergeben habe, eine Amortisation und Abschreibung aber noch nicht erfolgt sei.— Herr Kron ist der Ansicht, daß Collegium den jetzigen Tarif, der den Consumenten wohl nicht allzuschwer belaste, einstweilen bestehen lassen solle, um so mehr, als sich nach dem Berichte des Herrn Bürgermeisters ein Ueberschuß ergiebt. Angesichts dieses Ueberschusses aber, der wohl auch für die Folge zu erwarten sein weide, erwähne er eines Uebelstandes, der darin berube, die auswärtigen Consumenten mit dem alten Satze von 36 Mark und außerdem mit einem Zuschlage von 10% zu belasten; der geringste Consument, nur 2 Minuten von der Stadt ab wohnend, müsse 9 Mark bezahlen, wo wir bier 5 M. 75 Pf. bezahlen, und beantrage er, den Tarif für die Außengemeinden in Eiwägung zu ziehen.— Herr Vorsitzender macht darauf aufmerksam, daß eigentlich kein Ueberschuß, sondern ein Defizit vorhanden sei, da bisher weder eine Amortisatien noch eine Abschreibung bewirkt worden, obwohl das Wert sa on mehrere Jahre in Thätigkeit sei. Wir haben auf das Capital von 750000 Mark bis heute 744000 Maik erhoben, die auch ganz verausgabt sind. Die Wasserwerks=Commission hat folgende Aufstellung genehmigt: Grunderwerbskosten 184000 Mark, Baukosten 200000 Mark, Rohrleitung 240000 Mark, Maschinen 65000 Mark, Wassermesser 52000 Mark, Geräthe 3000 Mark. Es ist für die drei letzten Posten, die dem stärksten Verschleiß unterworfen sind, eine Abschreibung von 10%, für die Grunderwerbs= und Baukosten eine selche von 2% und für die Rohrleitung 3% vorgeschlagen, macht in Sa. 26880 Mark; hiervon die obigen M. 17261 (von welcher Summe eigentlich noch 7500 Mark für Amortisation in Abgang zu kommen hätten) abgezogen, so haben wir ein Defizit von 9619 Mark; einem solchen Resultate gegenüber sei es wohl nicht richtig, heute schon eine Ermäßigung des Tarifs eintreten zu lassen; dann müsse er auch betonen, daß lediglich wir die Kosten und Lasten und das Risiko des Werkes gehabt haben.— Herr Heberlein erwähnt der Härte, die z. B. darin liege, daß vom Eigenthümer des früher Klesper'schen Doppelhauses, Herbertz in der Katternbergerstraße, doppelt so viel verlangt weide wie von dem früheren Besitzer, indem derselbe zweimal den Satz von 36 oder gar 45 Mark bezahlen müsse.— Herr Pape ist strikte für Absetzung des Minimalsatzes; Jeder möge das und nur das bezahlen, was er verbrauche, das sei nicht mehr als recht und billig.— Herr Kron hielt es da wir nach dem Gehörten jedes Jahr ein Defizit von 9600 Mark zu erwarten haben, nunmehr auch erforderlich, den Tarif zu erböhen.— Herr Höller ist dem Antrag des Herrn Pape grundsätzlich nicht abbold, doch möchte er, daß solcher angesichts des jetzigen Defizits zurückgezogen werde. Herr Heberlein meint, man konne die Abschreibungen etwas geringer stellen; dann wünsche er, daß die Wasserwerks=Commission bevollmächtigt werde, in Fällen, wo sich bei Ausführung des Tarifs Härten ergeben, Abhülfe zu treffen.(Im Collegium wird darauf hingewiesen, daß die Commission hierzu bereits ermächtigt sei.) Herr Holverscheid tritt dem Antrag Pape bei; die Abschreibung auf den Grunderwerb halte er mit 1% genügend.— Herr Vorsitzender bemerkt, daß in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Aptil cr. von stark 1100 Anschlüssen über 400 unter dem Minimalsatz verbraucht hätten; 9 Messer standen still, zeigten also den Verbrauch nicht an.— Herr Dr. Stratmann warnt sehr, den Antrag Pape anzunehmen; im Interesse öffentlicher Gesundheitspflege möge man nicht die Hausfrauen zum Sparen von Wasser verleiten, indem man den einzelnen Kubikmeter bezahlen lasse.— Herr Coppel spricht sich im selben Sinne aus, erwähnt, daß 2% Abschreidung für den Grunderwerb nicht zu hoch seien, um denselben, da der Ankauf den Verhältnissen nach viel zu hoch habe bewirkt werden müssen, auf seinen reellen Werth herabzubringen und daß für die Geräthschaften eine Abschreibung von gar 20% nichts Ungewöhnliches sei. Da sich aber die Abschreibungen infolge ihrer selbst mit jedem Jahr ermäßigen bei den zunehmenden Anschlüssen, deren im letzten Quartal allein 57 neue zu verzeichnen seien, überhaupt auch immermehr die Hoffnung auf Rentabilität steige, so sei er verläufig für Beibehaltung des jetzigen Tarifs; ebenso theile er den Wunsch, daß da, wo sich Härten zeigen, solche durch die Commission abgestellt werden.— Herr Krebs ist im Prinzip auch für den Antrag Pape; vorläufig aber würde die Annahme desselben nur ein Exxeriment sein; erzielen wir in einigen Jahren ein anderes Resultat wie bisher, so sei Erste, der den Antrag unterstütze. Es sprechen noch Herren F. W. Höller, Kron, Coppel, Pape und Heberlein, welche, Schluß der Debatte beantragt. Hiemnach gelangt der des Herrn Pape zur namentlichen Abstimmung; für stimmen nur 4 Stadtverordnete: Pape, Holverscheid, Schul. und Voos, die übrigen dagegen. Die Abstimmung über. Commissionsantrag, einstweilen den Tarif wie er heute besieg, beizubehalten, ergiebt dessen Annahme durch große MaiHiernach acceptirt Versammlung ohne weiteren Widerspruch der vorgeschlagenen Abschreibemodus sowie den Vorschlag des#. sitzenden, für dieses Jahr von der Amortisation abzuseben und unter Darlegung der Verhältnisse bierzu die Genehmigung des Oberpräsidenten nachzusuchen.— Ein weiterer das Wassermerangebender Gegenstand, betreffend die Anlegung eines Druckrohrs, wird nach unerbeblicher Discussion vorläufig vertagt — Die Frage des Herrn Kron, ob es mit der Wasserquamuze auch gut stehe, beantwortet Herr Vorsitzender, daß er dies zu seiner Freude bejahen könne.— Desgleichen zu diesem Punkie liegt ein Antrag des mit der Ausführung des Weges durch das Morsbachtbal nach Müngsten betrauten Herrn Baurath Vormann zu Elberfeld vor, die Abweickung der Baulinie von ursprünglichen Projecte betreffend. Nach der beigefügten nung soll nämlich der Weg da, wo die Schleuse angebracht ist über den Morsbach zum Hammerteich geführt und diesen ent lang neten der Böschung nach Müngsten geleitet werden. Die Commission ist der Ansicht, daß eine Beschädigung des Rohres durch diese Aenderung eintreten könne, und ist zum Entscklus gekemmen, nicht zu befürworten, die Aenderung zu genebmigen Auf Vorschlag des Herrn Krebs beschließt Collegium vor Weiterem, eine Ortsbesichtigung am nächsten Montag, Nachmittags 5 Uhr, vorzunehmen. Zu demselben Gegenstande der Tages=Ordnung, wenn auch nicht in derselben stehend, bringt Herr Vorsitzender einen ihm unterbreiteten Wunsch der Marktbesucher zur Kenntniß und Entschließung, betreffend Anlegung einer Einrichtung zur Entnahme von Wasser an wärmeren Tagen. Ein dessalls angefertigter Plan und Kostenanschlag hat die Anlage eines Springbrunnens auf dem Neumarite zum Gegenstande, dessen Kosten excl. der von den Anwohnern zu beschaffenden Säule auf Mk. 378 berechnet sind, Collegium hat gegen diese' Anlage nichts einzuwenden. Herr Coppel bringt bei dieser Gelegenheit die Nothwendigkeit und das Wünschenswerthe einer Straßenberieselung während der Sommermonate zur Sprache, die man sich doch wohl allgemein bei Anlage der Wasserleitung als selbstverständlich gedacht habe. Bisher habe man von dieser Einrichtung absehen müssen. weil man nicht sicher gewesen sei, ob der Wasservorratb reiche. Nachdem wir in dieser Beziehung volle Sicherheit erlangt hätten. halte er die Berieselung im Interesse der Reinlichkeit und Gesundheit für geboten. Er schlägt vor, nach dieser Richtung,— es handelt sich zunächst um ein einspänniges Fuhrwerk,— einmal vorzugehen.— Herr Holverscheid möchte gern zustimmen; so lange aber das Wasserwerk sich nicht rentire, habe es doch sein Bedenken.— Herr Kron weist darauf hin, keine Stadt, die Wassersfallsigen Offerte ein solcher Einspänner mit eisernem Faß, 1,60 Cubikmeter haltend, mit Patent=Sprengapparat sich auf 1200 Mk. stelle.— Herr Dr. Stratmann unterstützt den Antrag des Herrn Coppel warm; die Einathmung des gegenwärtigen außergewöhnlichen Staubes sei der Gesundbeit nachtheilig, und stellt anheim, bis zur Beschaffung des Gefährs etwa mittelst der Hydranten die schlimmsten Stellen am Weversberg, an der Kaiserstraße und der Kronenbergerstraße besprengen zu lassen. Der Antrag des Herrn Coppel wird schließlich einstimmig angenommen und dem Herrn Vorsitzenden das Weitere überlassen. Endlich liegt zu demselben Gegenstande noch ein Antrag des Herrn Ernst Küllenberg vor, welcher am Stöckerberg ein neues Haus baut; Herr Küllenberg ersucht, das Rohr, welches jetzt nur bis an das Joh. Peter Engels'sche Etablissement in der Kronenbergerstraße liegt, entweder bis zum Stöckerberg oder aber dasjenige durchzuführen, welches in der Kullerstraße bis zum Hause der Wittwe Hendrichs reicht. Die Kosten der Zuleitung von der Kronenbergerstraße aus würden M. 1123 betragen, während die zur Herstellung der Cirkulation erforderliche Verbindung bis weiter mit dem Rohr in der Kullerstraße im Ganzen M. 2427 erfordert. Mehrere andere anschießende Eigentbümer, Pöttger, nirdorf und Konejung haben ebenfalls um Anschluß ersucht. Collegium beschließt nach Darlegung der Sachlage die Verbindung herzustellen unter der Bedingung. Jeder der Antragsteuer zahlt sofort 5% der Anlagekosten und jeder der demnächstigen Anschließenden ebenfalls 5%; so lange der Wasserkonsum die Anlagekosten nicht deckt, sind letztere von den Angeschlossenen mit 5% zu verzinsen. 3) Unterstützung des Vereins deutscher Lehrer in England. Dieser die Wahrung der Interessen deutscher Lehrer und Studirenden in England vertretende Verein bittet zur Förd.rung seines Zweckes, denselben mit einem Beitrage unterstützen zu wollen. Dem Collegium sind die Bestrebungen des Vereins durchaus sympathisch, dasselbe sieht sich indessen bei der Finanzlage der Stadt nicht veranlaßt, dies durch baare Zuwendungen zu bekräftigen. 4) Theilnahme an der Fernsprecheinrichtung im bergischen Industriebezirke. Der Anschluß an die Einrichtung für das hiesige Rathhaus, zu welchem sich der Herr Vorsitzende vorbehaltlich der Genehmigung des Stadtverordneten=Collegiums bereit erklärt hat, wird einen Kostenaufwand von 200 Mk. im Gefolge haben. Nach kurzer Besprechung der Angelegenheut, namentlich betreffs Benutzungsrechtes der Einrichtung und deren Ausdehnung auf das Wasserwerk wird die weitere Verhandlung event. Beschlußfassung bis nach näherer Information vertägl. 5) Außer der Tages=Ordnung stehend, wird noch über eine Anregung der Hauptverwaltung der Staatsschulden verhanden und beschlossen, betreffend Eintragung der bei der hiesigen Spatkasse deponirten Staateschuldenverschreibungen der preußischen consolidirten 4 und 3½%igen Anleihen in das auf Grund s“ setzes vom 20. Juli 1883 geführte preußische Staats=Schuldbuch behufs Sicherung gegen etwaiges Abhandenkommen oder Außel“ krafterklärung. Die Sparkassenverwaltung hat sich, insbesondert weil die von ihr aufbewahrten Schuldverschreibungen in feuer und diebessicherm Schranke aufbewahrt sind, von derselden auch die allgemeine Verlosungstabelle gehalten und vorsichtig e: achtet wird, es sich außerdem empfiehlt, derartige Werthpapiett stets zur event. sofortigen Verwerthung bereit zu halten, unmit Rücksicht auf die event. Kosten dahin ausgesprochen, von der Eintragung in das Staatsschuldbuch vorläufig Abstand“ nehmen. Collegium hat hiergegen nichts zu bemerken. ≈ Sitzung der Stadtverordneten zu am 1. Juli 1887. 366— Anwesend sind unter dem Versitze des Herrn Bürgermelst.s Baecker die Beigeordneten und Stadtverordneten Herren Lunr! und Raßpe, die Stadtverordneten Herren Baurs, BregClauberg, von Hahn, Hartkopf, Hartmann, Hillmann, Hollmes Hoppe, Kirschner, Küllenberg, A. Lauterjung, S. Lautersung Linder, Ohliger, Tesche und Weyersberg. Es fehlten die Heite Hüser, Köller, Oberdörster und Röttgen. Tages=Ordnung:..„ 1) Geschäftliche Mittheilungen. Dieselben gelangen be Erledigung der Tages=Ordnung in geheimer Sitzung zur e“ handlung. 2) Abänderung des Ortsstatuts betr. Anlegung, Veran“ rung und Bebauung von Straßen und Plätzen. Der? 5*“ Ortsstatuts ist laut einer Verfügung Königl. Regierung abgeändert worden, daß für Gebäude aller Art, welch Straßen, die von der Gemeinde gebaut, errichtet werden die Eigentbümer verpflichtet sind, die Hälfte der Unterhaltungskosten der Straßen in Frontlänge des Gebäudes zu erstatten; falls indessen eine Straße mehr als 26 Meter breit ist, ist der Eigenhümer nur verpflichtet, für 13 Meter zu bezahlen. Der§ ist „ig dabin abgeändert, daß jetzt für sämmtliche Gebäude, welche n Straßen gebaut werden, die Hälfte der Unterhaltungskosten zu tragen ist, während bisher nur für Wohnhäuser bezahlt zu werden brauchte.— Versammlung ist mit der getroffenen Abänderung einverstanden. 3) Feststellung der Rechnung der Armenstiftung pro 1886/87. Bestand am Schluß des Rechnungsjahres 1885/86 Mk. 4043.20, vierzu Einlagen in die Sparkasse Mk. 1341,65, ferner Zinsen, Ertrag einer Sammelbüchse 2c. 2c. ergibt in Summa Mk. 5743,65. Die Finanzkommission bat die Rechnung geprüft und nichts zu erinnern gefunden. Den von der Commission gestellten Anträgen, dem Rendanten Decharge ertheilen und das Capital, welches in der Sparkasse mit 4% verzinst würde, dort zu belassen, ertheilt Collegium einhellig seine Zustimmung. 4) Etat der Armenstiftung pro 1887/88. Derselbe wird in Einnahme mit Mk. 7325,50 festgestellt. 5) Neubau eines Spritzenhauses. Versammlung heißt nach kurzer Beratbung den Bau eines Spritzenhauses an der girschhaumsböber Schule in der von der Baukommission vorgeschlagenen Weise nach dem Plane des Bautechnikers Franz aus Spligs gut. Das Gebäude soll eine Länge von 15,30 Meter haben und so eingerichtet werden, daß sämmtliche Gerätbe in demselben untergebracht werden können. Die Kosten belaufen sich auf Mt. 2400. 6) Oelen der Fußböden der Schulzimmer. Die Kgl. Rezierung hat eine Verfügung erlassen, nach welcher die Fußböden der Schulen jährlich 2 mal mit heißem Leinöl gestrichen werden, sowie auch für Ventilation gehörig Sorge getragen werden müsse. Die Baukommission schlägt vor, die Ventilation beweikstelligen zu lassen, dagegen von dem Oelen, welches etwa Mk. 511,65 kosten würde, Abstand zu nehmen. Der Herr Vorsitzende führt aus, daß die Lehrer sich auch gegen das Oelen aussprächen, weil infolge des Schließens der Poren in dem Holz der Staub keinen Eingang fände und zu sehr aufgewirbelt würde. Dem Vorschlage des Herrn Vorsitzenden, die Regierung um Zuschuß resp. um Bewilligung der ganzen Kosten zu bitten, widerspricht Herr Hollweg mit dem Bemerken, daß man sich dadurch so halb mit der Sache einverstanden erklären würde.— Versammlung tritt hiernach den Vorschlägen der Baukommission bei. 7) Beseitigung des Schwammes in der Krabenhöher Schule. An genannter Schule war seit einiger Zeit der Schwamm und zwar in hobem Maaße eingedrungen; der Herr Vorsitzende hat denselben beseitigen und eine Ventilation unter dem Fußboden her anlegen lassen. Die Baukommission beantragt die nachträgliche Genehmigung der Arbeiten. Collegium entspricht dem Gesuch. Ausbesserung des Weges von Steinenbaus nach Bünkenberg. Vorsitzender: Die Interessenten zeigen wenig Entgegenkommen für die Ausbesserung des Weges, und mit Rücksicht hierauf schlägt die Baukommission vor, den Weg erst auszubauen, wann ½ der Kosten ausbezahlt seien.— Herr Hollweg bemerkt, seines Wissens sei nach einem früheren Beschlusse doch der Ausbau des Weges genehmigt worden, unter der Bedingung, daß die Eigenthümer den Grund und Boden unentgeldlich bierfür bergäben. Der Herr Vorsitzende erwidert darauf, dies sei nicht der Fall; es sei beschlossen worden, mit dem Ausbau des Weges erst vorzugehen, wann die Interessenten den größten Theil der Kosten aufgebracht und den Grund und Boden zur Verfugung gestellt bätten; aber noch nicht einmal das letztere sei der Fall. Herr Lütters meint, daß man, wenn die Sache so läge, die Angelegenheit überbaupt am besten ruhen ließe. Die Herren Lauterjung und Raßpe befürworten, den Weg soweit zu verbessern, daß derselbe passirbar sei, man könne ja dierfür die bereits gezeichneten Beträge verwenden. Nachdem die Angelegenheit noch einer kurzen Erorterung unterworfen, wird beschlossen, die Sache nochmals an die Baukommission zu verweisen. 9) Neuwahl eines Beigeordneten. An Stelle des kürzlich verstorbenen Herrn Felix ist eine Neuwahl vorzunehmen. Die Wahl geschiebt, nachdem der Herr Vorsitzende die Versammlung mit den bezügl. Bestimmungen bekannt gemacht, mittelst Stimmzettel. Es erhielten hierbei die Herren Wilh. Walscheid 10, Otlo Küllenberg 4, Gustav Hollweg 3, Ernst Kirschner und Hugo Köller je 1 Stimme. Gewählt ist also Herr Wilb. Walscheid. 10) Persönliche Gesuche werden gebeim verhandelt. Musikalisches. Solingen, 2. Juli. Die jüngst verstärkte städtische Capelle beabsichtigt am künftigen Freitag ein Concert im Bayr. Hof zu veranstalten. Dasselbe dürfte um so mehr Anziebungskraft ausüben, als unser kunstliebendes Publikum sicherlich auf die Fortschritte gespannt ist, welche die Capelle unter der tüchtigen Leitung des bewährten Liedertafel=Dirigenten Herrn Lemacher in jüngster Zeit zweifelsohne gemacht bat. Literarisches. Im Verlag von Puttkammer& Mübldrecht in Berlin ist soeben eine Brochüre unter folgendem Titel erschienen:„Dae Problem der Credit=Versicherung von W. Schimmelpfeng. Die Creditversicherung bildet zur Zeit ein in Geschäftskreisen viel erortertes Thema. Der Verfasser mußte als Inbaber des größten deutschen Auskunstsbüreaus und als Autorität auf dem Gebiete der Creditkundigung, wie nicht leicht ein Anderer sich derufen füdlen, in dieser Frage das Wort zu ergreisen. Die Bedeutung und die Schwierigkeit der Credit=Versicherung werden von ihm genau abgewogen und ebenso die Rückwirkungen in's Licht gestellt, welche unvermeidlich die Versicherung auf die fernere Gebadrung des Credits zur Folge baben mußte. Die Schrift darf als eine der lehrreichsten bezeichnet werden, welche den Angeborigen der Handels= und Finanzwelt seit Jahren geboten wurde. Am Technikum zu Burtehnde ist dem zeichnerischen Unter richte eine Metbode zu Grunde gelegt, die es erlaubt, daß der Fleißige und Begabte rascher sein Ziel als der Durchschnittsschüler erreicht und der Eintritt jeden Tag erfolgen kann. Die Durchführung dieser Anordnung war indessen nur durch die Einfübrung des Einzelunterrichts und Neubearbeitung aller Lehrfächer ermöglicht. Eintragung in das Zeichenregister zu Solingen. Solingen, 20. Juni Als Marke ist eingetragen zu der Firma: Gedr. Schmachtenberg in Solingen, für Stabl und Eisenwaaren das Zeichen: Anker mit gekreuzten Schwertern. Das Zeichen wird auf der Waare und auf der Verpackung angjebracht. *. Rätdsel. Mit H starb ich den Martertod, Mit R mach ich der Köchin Notb, Mit K bin ich der Liede Quelle, Mit F bring ich Dich von der Stelle, Mit M verkünd' ich eine Pflicht, Mit N bin ich dies Rätbsel nicht. Muthmaßliches Wetter morgen: Neigung zu Gewittern. Barom und Tberm. Heute Morgen 10 Uhr: 27“ 7“+ 14°. Civilstand der Stadt Solingen vom 24. bis 30. Juni 1886. Geburten. Emil, S. v. Schleifer Carl Mut, Carlstr. Friedrich Wilh., S. v. Schmelzer Johannes Hundt, Kotterstr. Carl Reinbard und Emma Anna, Zwillinge v. Fabrikarbtr. Carl Reinbard Heßmer, Ostwall l. Friedr. Wilh., S. v. Schleifer Carl Ascheuer, Dorperstr. Oskar Willi, S. v. Steindrucker Johann Hermann Bätzel, Ostwall I. Otto, S. v. Schreiner Aug. Machenbach, Ostwall I. Paula, T. v. Schwertschleifer August Carl Rabenschlag, Brühlerstr. Martha Elise, T. v. Tagelöhner Friedr. Wilh. Kemper, Kirschbaum. Max Otto, S. v. Schneider Carl Berghoff, Brunnenstraße. Elisabeth, T. v. Schuhmacher Johann Adam Oberwein, Mangenbergerstr. Martba, T. v. Schleifer Friedrich Spitzer, Katternbergerstraße. Anna Sophie, T. v. Handelsmann Johann Wilbelm Klein, Wupperstr. 2 uneheliche Geburten, 1 Todtgeburt. Sterbefälle. Fabrikant Ludwig Friedrich Dißmann, 29 J. 4 M., verh., Goldstr. Hedwig Lenz, 5 M., Ostwall I. Schleifer Carl Julius Erntgens, 21 J. 3 M., ledig, Kaiserstr. Clara Rüttgers, 3 M., Lindenstr. Willi Koch, 1 J 4 M., Casinostr. Heirathen. Tecorationsmaler Wilbelm Friedlieb Josef Lambert August Emil Becher mit Maria Juliane Fringe, beide hierselbst. Commis Julius Lachmann mit Johanne Auguste Braun, beide hierselbst. Aufgebote. Amtsgerichts=Assistent Albert Franz Gustav Fichtner, hiers., und Therese Elisabeth Rudat, Köln. Bäcker Carl Josef Bosbach, hiers., und Matbilde Mandewirth, Höhscheid. Bardier August Stricker und Julie Clara Weyersberg, beide hiers. Wirth Carl Wolfertz und Helena Carolina Klein, beide hierselbst. Civilstand Gräfrath vom 16.—30. Juni 1887. Geborene. Maria, T. v. Heinr. Hoppmann, Fuhrmann, 1. Stockdum. Anna, T. v. Ernst Schubert, Specereihändler, Gräfrath. Aloysius, S. v. Philipp Förger, Anstreicher, Gräfrath. Lskar, S. v. Friedr. Hartkopf, Messerreider, Buscherfeld. Gestorbene. Maximilian, S. v. Karl Aug. Steffens, Schaalenpresser, 2. Stockdum, 7 J. 6 M. Hugo Ohliger, Schleifer, Ehemann von Ida Emilie Birkheuer, O.=Flachsberg, 23 J. 9 M. Anna Kaspers, Ehefr. von Heinr. Hoppmann, Fuhrmann, 1. Stockdum, 21 J. Eugenie, T. v. Ernst Dränker, Fabrikarbeiter, 2. Stockdum, 1 J. 6 M. Karl, S. v. Karl A. Bröer, Packer, Gräfratd. Friedr. Karl, S. v. David Schaaf, Tachdecker, Oben=Flachsberg, 6 M. Zwei weibliche Todtgeburten. Heirathen. Heinr. Theod. Schmidt, Grobschmied, Gräfrath, mit Bertha Emma Frisch, Gräfrath. Ernst Lange, Stahlwaarenhändler, Unten=Flachsberg, un Hevwig Kirberg, Central. Aufgebote. Ferd. Friedr. Stoll, Graverr, Gräfrath, mit Martha Pauline Ernestine Sauter, Elberfeld. Karl Klostermann, Seidenweber, MühlenElisabeth Maria Eickenberg, -iablenousch. Emil Wagner, FederFisgrreider, 3. Stockdum, mit Emma 3. Stockdum. Steckbrief. . Gegen den unten beschriebenen Eisennarbeiter Heinrich Kinker, geboren zu Wellendor e, und zuletzt zu Solingen Untersug weicher flüchtig ist, ist die suchungshaft wegen Hausfriedenslchs und Mißhandlung verhängt. 's wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Arresthaus zu Elberfeld abzuliefern.(Akteneichen M 117/87.) Elberfeld, den 27. Juni 1887. Königl. Staatsanwaltschaft. Beschreibung. Alter: 27 Jahre. Größe: 1,67m. Statur: mittel. Haare: blond. Stirn: boch. Bart: kleiner blonder Schnurrbart. Augenbrauen: blond. Augen: blau. Nase und Mund: gewöhnlich. Zähne: gut. Kinn: rund. Gesicht: oval. Gesicht: oval. Gesichtsfarbe: gesund. Sprache: beutsch. BesondereKennzeichen: ungleichmäßige Schultern(eine niedrige.) Stadtgemeinde Dorp. Behufs Wahl eines Mitgliedes der Stadtverordneten=Versammlung hierselbst an Stelle des verstordenen Herrn Gustav Felix, welcher der 1. Abtheilung gewählt worden, habe ich Termin auf Montag, den 4. Juli cr., Nachmittags von 5—6 Uhr im Rathhaussaale hierselbst anberaumt. Die in der Bürgerliste verzeichneten Wähler der 1. Abtheilung werden zu dieser Wahl hierdurch mit dem Bemerken eingeladen, daß letztere für die auer der laufenden Wahlperiode des Herrn Felix, Ende 1892, erfolgt. Die 1. Abtheilung schließt mit einem Klassen= resp. Einkommen=, Grund=, Gebäude= und Gewerbesteuerbetrage von 90 Mark. Dorp, den 14. Juni 1887. Der Bürgermeister: Baecker. Stadtgemeinde Höhscheid. Mit dem Reinigen der Schornsteine wird am 4. d. Mis. in hiesiger Gemeinde begonnen. Höhscheid, den 1. Juli 1887. Der Bürgermeister: Gläßner. Sparkasse der Stadtgemeinde Höhscheid. Abschluß pro Monat Juni Bestand an Einlagen am 31. Mai Mk. 164 842. 73 Einlagen pro Monat Juni„ 11 437. 90 Summa Mk. 176 280. 63 Rückzahlungen pro„ Juni 3743. 73. Bestand an Einlagen am 30. Juni Mk. 172536. 90 Jede Summe, von 1 Mark an, wird angenommen. Die Einlagen der Handwerker ohne Gesellen, der Handwerksgesellen und Lehrlinge, Tagelöhner, Fabrikarbeiter, Dienstboten und sonstigen auf gleicher Erwerbsstufe stehenden Personen werden, soweit sie den Betrag von 600 Mark nicht übersteigen, mit 4% verzinst. Für die übrigen Einlagen werden an Zinsen 3½% gezahlt. Das Büreau der Sparkasse befindet sich Höhscheiderplatz Nr. 12, woselbst Einlagen täglich, mit Ausnahme der Samstage, der Sonn= und Feiertage, sowie des letzten Tages eines jeden Monats entgegengenommen werden; auch können zu dieser Zeit Anträge auf Darlehen 2c. daselbst gemacht werden. Höhscheid, den 1. Juli 1887. Die Sparkassen=Verwaltung. Stadtgemeinde Merscheid. Die öffentlichen, unentgeltlichen Impfungen finden in hiesiger Bürgermeisterei wie folgt statt: 1. Für den Bezirk der Schule zu Dunkelnberg am Montag, den 4. Juli cr., Nachmittags 5 Uhr, im Lokale der Wwe. Mertens zu Cölnerstraße. 2. Für den Bezirk der Schule zu Heiligenstock am Dienstag, den 5. Juli cr., Nachmittags 5 Uhr im Lokale des Wirthes Ferdinand Plümacher zu Hildenerstraße. 3. Für den Bezirk der Schule zu Weyer am Montag, den 4 Juli er, Nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Wirtdes Carl Eblis zu Weyer. 4. Fur den Bezirk der Schule zu Merscheid am Dienstag, den 5. Juli cr., Nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Wirtbes Hugo Stader in Merscheid. 5. Für den Bezirk der Schule zu Lobdorf am Mittwoch, den 6. Juli, Nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Wirthes Ernst Butzmühlen zu Junkernhäuschen. 6. Für den Bezirk der Schule zu Wahnenkamp am Donnerstag, den 7. Juli cr., Nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Wirthes Albert Engels zu Steinstraße. Die Eltern, Pflegeeltern und Vormünder werden aufgefordert, die Impflinge zu den oben bezeichneten Terminen pünktlich zu gestellen. Obligs, den 28. Juni 1887. Der Bürgermeister von Merscheid: Kelders. Die Blumen=Fabrik von Emil Solingen, Ostwall I. Nr. 4 zeigt ergebenst an, daß von heute ab auch frische Kränze und Bouquets in geschmackvollster Ausführung zu den billigsten Preisen binnen kürzester Zeit angefertigt werden. Täglich frische Erdbeeren pr. Pfd. 70 Pfg. empfiehlt Frau Joy. de Vogt. Solingen, Kölnerstr. 130, Todes-Anzeige. Nach Gottes unerforschlichem Rathschluss verschied plötzlich nach langem, schwerem Leiden unser geliebter Bruder, Schwager, Onkel und Bräutigam der Gastwirih Carl Wollertz i.n Alter von 58 Jahren und 9 Monat n. Um stille Theilnahme bitte: Die trauernde Familie. Solingen, Dolhain und Verviers, den 2. Juli 1887. Die Beerdigung fl###et am Montag, den 4. d. M., Nachmittags * 4 Uhr, vom Trauerhause Ki chstrasse 33 aus, statt. Zwangs=Verkauft. Am Montag, den 4. Juli 1887, Mittags 12 Uhr, sollen durch den Unterzeichneten an der Wohnung des Wirthes Ern zu Hingenberg Wandspiegel, Schildereien, Wanduhr, Lehnsitzbank, Lebnkistenbank, Tische, Schränke, Anrichte, ein Schwein, zwei Seiten Speck, zwei Schinken, ein Schulterstück sodann Nachmittags 2 Uhr auf dem Markte zu Solingen:..„„ 1) mehrere Säcke Reis, Cassee, ½ Tonne Häringe, Seife, Soda, Candiszucker, Schwämme, 1 Kiste Käse 2c. 2) Commode, Wanduhr, Wandspiegel, Tische, Stühle 2c. öffentlich meistbietend gegen sofortige Baarzahlung versteigert werden. Solingen, Salowsky, Südwall 32. Gerichtsvollzieher. Am Montag, den 4. Juli 1887, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Markte zu Solingen öffentlich meistbietend gegen baare Zahlung versteigert werden: a. 1 Regulateur, 1 Tisch 2c. d. Tische, Stühle, Schränke, 1 Sopha, 1 Mantelosen, 1 Kleiderschrank, 1 Commode, 1 großer Spiegel mit Consölchen, 2c. Der Gerichtsvollzieher: Pothen. Einige Arbeiter und ein Heizer finden sofort dauernde und lohnende Beschäftigung. Wo, sagt die Exp. 32.—.—.. Restauration Wwe. Wilh. Weckmann, Solingen. Bringe meine Gartenwirthschaft nebs renovirter Kegelbahn in empfehlende Erinnerung. Das Betreten der zum Haus Grünewald bei Gräfrath gehörigen Waldungen sowie das BeerenPflücken in denselben, ohne Erlaubniß, ist verboten. J. Schmitz, Verwalter. Solingen. Ein mit größerem Hofraum möglichst in Mitte der Stadt, wenn auch nicht an der Straße gelegen, wird zu kaufen gesucht. Schriftl. Anerbietungen unter A 278 befordert die Exped. Gebr. kournaise" uiegeec An der Stadt ist ein Haus, Dau entb. 6Zimmer, nebst Scheune, Nau Stall, Brunnen und ca. 3 Morgen Land, Wiese und Holzung für Thlr. 1250 zu kaufen durch Gottschalk, Solingen Kaiserstraße 225. Ein selbstständiger ord. Nickelpolirer gesucht. Wo, sagt die Exped. Ein draves Dienstmädchen, welches Küche und Hausarbeit gründlich verstebt, zum baldigen Eintritt gesucht. Wo, sagt die Exped. Ein Mädchen vom Lande gesucht. Wo, s. d. E. Ordentl. Leute sinden Kost u. Logis. W. Blum, Solingen, Wupperstr. 25. St. Seb. Schützen-Verein. Diejenigen Mitglieder, welche gesonnen sind, sich an dem Walder SchutzenFest zu betbeiligen, werden gebeten, sich morgen Nachmittag 2 Uhr im Vereinslokal einzufinden. Solingen. Der Vorstand. Widderter Kranken= und Strlbe=Aunage. Sonntag, den 3. Juli, Nachm. 6 Uhr General=Versammlung. Zweck: Vorstandswahl, Wahl der Rechnungsrevisoren und Vereinsangelegenbeiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorsland. Meiswinkler Lese=Verein. General=Versammlung Montag, den 4. Juli, Abende 8 Uhr Tages=Ordnung: Empfang der Beiträge und BücherRevision sowie Anschaffung eines neuen BücherSchrankes Um pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Collection Spemann. Hand= und Hausbidl otbek deutscher und ausländischer Literatur. Preis pro Band eleg. geb. 1 M. Vorrätbig in Alb. Pfeisser's Buchbandlung, Solingen. Jeden Mittag um 12 Uhr: warmen Schinken empfiehlt H. P. Weder, Solingen. Schön möblirte Zimmer mit oder ohne Pension zu vermiethen. Näb. in der Exped. Eine Wohnung 1. Octbr. zu miethen gesucht Näberes in der Exped. Eine schöne Wohnung, inmitten der Stadt, Eckhaus, bestebend aus 10 bellen, freundl. Räumen, für Geschäft oder Wodnung geeignet, ist für jetzt oder später ganz oder in 2 Theilen zu vermiethen. Näh. in der Exped. Ein ordent. Vienstmadch Solingen, Kaiserstr. 121/123 II. Erage. F Aochen gesucht. Alle Druckarbeiten liefert sauber und billigst Die Buchdruckerei von RLE. PFEIFFER Solingen. 6 Leise Aufrage. Warum wird das Fest der Einbolung des Herrn Pfarrer Giesekke nicht im Vereinsdause gefeiert? Ist es ein Gemeindefest oder nur für die böberen Stände! Medrere Bürger. Solinger Städtische Capelle. Am Freitag, den 8. Juli er. im Vereinslokale bei Herrn H. EhemanI. Concert unter Leitung ihres Capellmeisters Herrn Cl. Lemacher, Prozamm folgt. Der Vorstand. U PEED. Meigener Lese-Gesellschaft. Sonntag, den 3. Juli: Feier des Sommer-Festes. im Lokale des Herrn Haering zu Feld. Nachmittags 5 Uhr: Grosses Concert, ausgeführt von der Kapelle des 7. Pionier=Bataillons aus Deut, unter ver, sönlicher Leitung des Musikmeisters Herrn Hubert. Sonnenschirme Corsetts, Handschuhe, Rüschen etc zu den biuguenpreize.,(Sure an der Sose 36. ojchostg,. gciste. dach den Guemn. Eisehbann-Fahlrpian vom 1. Juni 1881 ab. Der vorgerückten Saison wegen verkaufe von heute ab: Damenhüte, hübsch garnirt, von M. 2. 2,50. 3. 3,50, 4 b. 5 Damenhüte, eleg. garnirt, von M. 5,50. 6. 6,50. 7 bis 7,50 Mädchenhüte, hübsch garnirt, von 50 u. 75 Pfg. M. 1. 1,50 b. 2 Mädchenhüte, fein garnirt, von M. 2,50. 3. 3,50 bis 4 Knabenhüte, neue Form, 45 und 75 Pfg. M. 1. 1,50 bis 2 Kinderhüte, in Atlas von M. 1.— an, ferner sämmtliche Putzartikel zu bedeutend ermaßigAdolf Moses, Solingen, Kirchstr. 55a. Karten werden zugesandt. 1887. 1887 Nach Eiberselo. Nad Jand.— Kat In Kall. 820 11.45 2.42 4,32 5,35 6,37 9.34 10,11 1.00 Tadh Lossedart. Von In Ohligs. Düsseldorf. 5.28 7,31* 823 12.35 2.46 4,14 1 1122 6,33 p. Haan 8,07 p. Haan. 9,45 p. Haan u. Vw. 2,00 p. Haan u. Vw. 3.48 p. Haan 5,29 p. Haan u. Vw. 8,35 p. Haan u. Vw. 12.08 p. Haan. *) 8,19 in Cöln. Schnell= oder Courierzug.—[) Hält nicht in Haan(Station).—+ Hält nach Bedarf. § Hält nicht in Schlebusch.—= Brief= und Fahr=Post.—- Nur Brief=Post. per Vobw. 12.10 p. Haan u. Vw. 2,11 11,32 139 3,07 p. Haan u. Vw. 4,19 602 p. Haan u. Vw. 7 per Vobwinkel S,04" p. Haan u. Vw. 10,40 11.184 Von In Elberfeld n. Shl. u. 5ol. Von In Chligs. Solingen 8 # 3 * 8 S. 8.049.09 * 8 2,12: 3.47 4,54: 6,007,34 9.38• S7 8 858 .S S 85— 8 S /8 5 8 S 5 56 55 55 r See S -S Schnell= oder Courierzug. *) 7,45* von Cöln. —() Hält nicht in Haan(Station).—§ Hält nicht in Schlebusch. Brief= und Fahrpost.—- Nur Briefpost. Die Abfahrzeiten von Elberfeld(Döppersberg) gelten für Steinbeck 4 Minuten später. Sonntags=Extrazug: von Kalk Abds. 8,13, von Deutz 8,30, von Opladen 9, von Leichlingen 9,09, in Ohligs 9,19. Von Vohwinkel nach Düsseldorf: 5,53. 7,41. 9,04. 10,36. 1,17. 3,07. 4,46. 6. 7,53. 8,21. 11,25. Von Düsseldorf nach Vohwinkel: 5,09. 8,04. 9. 12,10. 2,11. 4,19. Von Vohwinkel nach Steele: 6,41. 9,44. 1,02. 3,15. 5,09. 9.25. Von Steele nach Vohwinkel: 6,25. 7,57. 11,35. 2,02. 6,18. 8,39. 8,04. 10,40. Grosses Schützenu. VOIks-Fest, in Wald, verbunden mit Preis- u.Punkt-Schiessen. Das Fest wird in außergewöhnlich großartiger Weise am Samstag den Z., Sonntag den 3., Montag den 4. und Dienstag den 5. Jul in der festlich decorirten Schützenhalle gefeiert. Täglich findet Morgens und Nachmittags CONCERT und Abends großer FEST-BALL statt. Montag Nachmittag: Concert bei Bier und Wein. Die Musik=Vorträge werden von der Kapelle des Füsilier=Regiments Nr. 39 aus Düsseldorf, unter persönlicher Leitung d. Kapellmeisters Hrn. Kohn ausgeführ. Uniformirte Schützen eingelad. Vereine haben zu allen Festlichkeiten freien Zutritt. Zu diesem volksthümlichen Feste ladet ergebenst ein Der Vorstand des Walder Schützen-Vereine, Für vorsiebende Festlichkeiten habe ich die * P#estauration übernommen und werde mit guten Weinen, sowie warmen und kalten Speisen und sonstigen Erfrischungen bestens aufwarten. Paul Odendabl. Geschaftrugn grei s Mit dem heutigen Tage eröffnete ich Kaiserstrasse 155 ein Pieisch-, Wurst- und Fertwäaren-Geschaft, welches ich unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung dem Wohlwollen des Publikums zu nachstehenden Preisen bestens empfeble.: Bei Abnahme von je 2 Pfd.(unter 2 Pfd. das Pfd. 5 Pfg. höber.) Prima Speck, ger. Bratwurst, Schmalz, Lüngen Pfd. 60 Pig. Zungenwurst und Fleischwurst 70 Pfg., Leber= und Blutwurst(beste) 65 Pfg. Preikopf 65 Pfg., Schwartemagen(rotben) 55 Pfg., Blutwurst 30 Pig., Leverwurst(thüringer) 50 Pfg., Leberwurst 3. Torte 35 Pfg. Wilh. Wirtz, Solingen, Kaiserstrasse 155. II. Jeb. Schühen=Perik. Sonntag, den 3. Juli, Abends 7 Uhr: Versa m mlung im Bruderbause und Ballotage, wozu einladet Solingen. Der Vorstand. ohlgemuth Montag, den 4. Juli curr., Abends 9 Uhr: Genrai-Versanatng und Empfang der Beiträge. Um rege Betheiligung bittet Solingen. Der Vorstand. Alte städtische ss##e# Schmiede Verein der Messerschlägerei= Arbeiter. Versammlung Nach und von Remscheid. via Elberfeld. Von Solingen5,12—. 8,06 12,14 2,23 3,56 6,48 In Elberfeld 6,18— 9,01 Von„ 7,08/8.—10,05 1,13 3,21 4,51 7,.53 InRemscheid 8, 11 9,30 11,05 3,08 4,58 6,52/9,39 B.Remscheid 4,30 7,31 In Elberfeld 5,25 8,32 Von„ 5.30,— 9.05 11,47/1,15 4,05 6,23 956 12.39 2,14 5,017 5,22 5,58 8.01 8.52 Hält nicht in Haan(Station).* Schnell= oder Courierzug.= Von Ohligs aus Schnell= oder Courierzug. Nach Langenfeld 5° Vorm., Ankunft in Langenfeld 720. „ Langenfeld 2“ Nachm., Ankunft in Langenfeld 43. „ Vodwinkel 7* Vorm., Ankunft in Vohwinkel 8“. „ Vobwinkel 5° Nachm., Ankunft in Vobwinkel 7½. „ Remscheid über Burg 9°° Vorm., in Remscheid 121; über Müngsten 7Nachm., in Remscheid 84N. „ Cronenberg 10 Vorm., Ankunft in Cronenberg 11%. „ Burg von Solingen Bahnhof 9“, v. Sol. Stadt 9# Abds., aus Krabenhöb 10“, in Burg 10“. " O.=Widdert 7° früh, 31 Nachm. Von Wald nach Ohligs „ Obligs„ Wald 81%, 922, 20, 4“, 72, 920 Von Obligs nach Hilden 8“, 21, 84. Von Hilden nach Ohligs Postenlauf. Von Langenfeld 8°° Vorm., Ankunft in Solingen 1055. „ Langenfeld 73 Nachm., Ankunft in Solingen 93 N. „ Vohwinkel 1°° Nachm., Ankunft in Solingen 31. „ Vohwinkel 839 Abds., in Solingen 1010. „ Remscheid üb. Müngsten 7 Vm., i. Solingen 84° Vm. „ Remscheid über Burg 33° Nchm., in Solingen 5%. „ Cronenberg 4° N., in Solingen 5“. „ Burg 64° Vm., in Sol. 7 39/43, in Sol. Bahnh. 7“ „ Burg 4° Nachm., in Solingen 530. „ O.=Widdert 61 früh, 2° Nachm. 650, 725, 11%, 2%, 625, 730 720, 11%, 605. Ein Mädten 95. Ein in Küche und Hausarbeit durchaus erfabrenes Mädchen per November gesucht. Gute Zeugnisse Bedingung. Näd. in der Exped. Naturbutter: vers. in schöner frischer Waare 9 Pfd. fre gegen Nachnahme zu 7,00 Mt. J. Franzen, Mehren i. d. Eisel. Ein Mädchen gesucht, welches zu Hause schlafen kann. Solingen, Blumenstraße 54. Erische Erobertrn empfiehlt Holingen. H. E. Knecht. Ein ordentliches Dienstmädchen pro 1. Aug. gesucht. Näh. in der Exped. Sonntag, den 3. Juli cr., Nachmittags punkt 5 Uhr, im Vereinslocale. Tages=Ordnung: 1) Empfang der Beiträge. 2) Rechnungsablage. 3) Verschiedenes. Der Vorstand. NB. Vorstands= und Rechnungs=Revisoren=Sitzung von 4 bis 5 Uhr. In Streik verblieben: F. W. Rauh u. Ferd. König, Heide, Gebr. Christians, Ernst Garze, Alb. Dörschel u. Reinh. Höhmann, Solingen. Morgen erscheint se die 6. Auflage von 0 roceß Thümmel, verhandelt vor der Strafkammer zu Elberfeld. Preis geheftet 50 Pfg. (Für auswärts bittet man 10 Pfg. für Francatur beizufügen.) — In allen Buchhandlungen sowie bei mir zu haben.— Sam. Lucas, Elberfeld. Für ostpreußische Mädchen (Lohn 30 Thaler jährlich), Knechte (Lohn 40 Thaler jährl.)— verrichten alle Landarbeit— gl#ien und Oktober Stelle gesucht durch FrauBorowski, Oberrollberg 9, Königsberg i. Ostpr. Habe mich mit deutigem Tage am heigen Plave als Dachdecker etablirt und halte mich mit der Zusicherung solidester und billigster Arbeit den Bewohnern von Auf der Höhe und Umgegend bestens empfohlen. Achtungsvoll Ernst Schmitz. NB. Meine Wohnung befindet sich im Ossenbach'schen Hause. 1 Geselle zum Scheerennageln ges. W. Blum, Solingen, Wupperstr. 25. Tor Kustrig. Als Vorstandsmitglieder zur bevorstehenden Wahl werden vorgeschlagen die Herren: Fritz Loodt, Ferd. Herbertz, Ernst Moll, Emil Stesberg und Ernst Tückmantel. Solingen. Mehrere Mitglieder. Schlicker KrankenSterbe=Ausage (eingeschriebene Hülfskasse.) Sonntag, den 3. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr: Empfang der Veiträge. Der Vorstand. Hingenberger Montag, den 4 Juli curr.: Bücher=Revision,§ 21 des Statutz. Der Vorstand. Ein junger Mann sucht Stelle ab Viehwärter. Rähers in der Erren. Fruchtpreise. Neußz 1. Butg. 19 20 Weizen I. Qu p. 100 Nur. 16 60 Weizen II.„„ 100 Kilo 13 70 Landroggen(1.„ neuer 13 20 p. 100 Kilo 2.„ 1 Gerste à 100 Kilo Buchweizen à 100 Kilo 1 1 20 Hafer„„ 6— Kartoffeln„„ 36— Heu à 500 Kilo 95— Strob à 500 Kilo. P.uzin 54— Rüböl p. 100 Kilo in Partyren g; g0 dito faßweise„ g. 104— Preßkuchen p. 1000 Kio Kleien p. 56 Kilo S Aingre e früher unter dem Titel: Bergisches s1r 1(12, Erscheint: Montags, Mittwochs, Freitags und Sams. Eam e4...) Juli 199“ Ul. 108: tags.— Preis pro Quartal in der Expedition Samstug, 2. Juli 1887. 2. Blatt. 1 Mk. 25 Pfg., auf allen K. Postanstalten 1 Mk. 50 Pfg. S ds 4007= Insertions=Gebühren für eine Ispaltige Petitzeile 10 Pfg. 5/0 T##. Für die Redaction verantw.: Karl L. Pfeister in So. J.0. Juhrg. lungen. Druck und Verlag von Ald. Pfeisser in Solingen.Ss: Die stumme Waise. Kriminal=Roman von Ernst von Waldow.(81 (Fortsetzung.) Die beiden Frauen, welche dem von Mary trefflich bereiteten Kaffee wacker zusprachen, ergingen sich in Fragen und in Aeußerungen des Bedauerns über Dannfy's Unfall, und zwischendurch erzählte Minna dem Kollegen von den! Tochter habe! Produktions=Abenden im„Seelöwen“ und wie Wirth und!„Vergieb' Gäste den beliebten Künstler inzwischen vermißt hätten und sich auf den Augenblick freuten, wo der Geiger vom Brettl herab sein Instrument erklingen lassen werde. Dannsy seufzte; im Gefühl seiner Schwäche vermochte er die frohe Zuversicht der schwarzen Minna— daß dieser Zeitpunkt nahe sei— nicht zu theilen. Mary, die ihren Vater unausgesetzt betrachtete, gab den Frauen ein Zeichen, sich zurückzuziehen, denn der Kranke bedurfte augenscheinlich der Ruhe. Die schwarze Minna empfahl sich, und Frau Neubauer half Mary, den Vater auf das Sopha betten. Sorglich ordnete sie die Polster und stellte die Hyacinthe auf einen kleinen Tisch in der Nähe. Ehe Dannfy seine Augen zu einem erquickenden Schlummer schloß, drückte er noch einen Kuß auf die Stirn seines Kindes und sprach mit vor Rührung bebender Stimme: „Ich danke Dir, meine kleine gute Tochter für alle Beweise Deiner treuen Kindesliebe, die sich ja schon damals auf dieselbe Weise geäußert, als wir noch in der Baldergasse bei der alten Oebstlerin wohnten und Du kleiner lieber Schatz dem spät heimkehrenden Vater das Lager möglichst weich herrichtetest und ihm heimlich den abgesparten Apfel auf das Kopfpolster legtest. Das habe ich nicht vergessen, kleine Mary!“ Die„kleine“ Mary, welche sich allemal bücken mußte, wenn sie durch die niedere Stubenthür passirte, lächelte unter Thränen, und als sie der Kranke dann mit dem Segenswu loschenen Augen auf das Haupt der knieenden Tochter hinab, dessen seidene Lockenfülle seine abgezehrten Hände segnend berührten, und dann lächelte er doch wieder, als sein seines Ohr vernahm, daß Mary leise weinte, und scherzend sprach er:„Du schlimmes Kind, wie hast Du Deinen alten Vater getäuscht; denn jetzt erst bin ich zum alten Mann geworden, da ich eine große, eine heirathsfähige K**„ vergiev, Papa!“ „Ja, ja, ich war ein Thor, mein Liebling, und trage die Schuld; sah ich Dich doch immer noch mit dem Auge meines Geistes als kleines, blondlockiges Mädchen, das seine Puppe herzt und im Arme hält, indessen mein großes Töchterchen ganz andere Küsse austheilte!“ „O. Papa!“ Erglühend verbarg Mary ihr Antlitz an des Vaters Brust. Dann aber fielen dem Blinden wieder die Worte der Tröstung ein, die Frau Neubauer vorhin zu seiner Tochter gesprochen, und er erkundigte sich nach dem Sinne derselben und welcher Schuld man den Doktor Wardenthal anklage. Nun flossen die Lippen der jugendlichen Braut über im Lobe ihres Verlobten und dann in Klagen über sein unverdientes Loos. Sie war so eifrig in ihrer Erzählung, daß sie nicht bemerkte, mit welch' athemloser Spannung ihr Vater zuhörte, und erst als sie auf sein Befragen den Namen der vergifteten Engländerin genannt hatte, deren irrsinnige Tochter Joseph in Begleitung seines Professors so oft besucht, schrak sie empor— ihr Vater war, einen schwachen Schrei ausstoßend, ohnmächtig in die Polster zurückgesunken. Tödtlich erschreckt, rief Mary nach Frau Neubauer, und den vereinten Anstrengungen gelang es endlich, den Blinden in's Leben zurückzurufen. Das junge Mädchen machte sich die heftigsten Vorwürfe, den schwachen Kranken durch alle diese Mittheilungen so erregt zu haben, und beschwor den Vater, nur jetzt ganz wunsche entließ:„Gott wird Deine Kindesliebe lohnen und ruhig zu bleiben und alle Gedanken zu verbannen, die ihn Dich glücklich werden lassen,“— da fühlte sie sich von froher wieder aufregen könnten. Den wahren Grund der heftigen Zuversicht gehoben und war dem tröstlichen Zuspruche der Gemüths=Erschütterung ahnte Mary freilich nicht. .„, Jugrrac guten Frau Neubauer zugänglicher, als in den letztvergangenen Tagen. Die brave Frau, welche die Vertraute des jungen Liebespaares gewesen, wußte natürlich auch jetzt von dem Unglück, das Doktor Wardenthal betroffen hatte. Sie würde schon durch die öffentlichen Blätter davon Kunde erhalten haben, wenn Mary nicht im ersten Schreck ihr eine Mittheilung des Geschehenen gemacht. Dem Vater gegenüber mußte das junge Mädchen ja ohnedies Schweigen bewahren, denn selbst wenn der Kranke nur erfahren, daß sein muthiger Retter jetzt unter einem falschen Verdacht im Kerker schmachte, würde ihn dies im hohen Grade erregt haben, wenn er auch ahnungslos darüber war, in welchem Verhältniß der junge Mediziner zu Mary stand. 40. Kapitel. Das geheimnißvolle Kästchen. Der Tag, welcher für Mary und ihren Vater so ruhig und friedlich begonnen, sollte Beiden noch eine neue, große Aufregung bringen. Dannfy, den beweglichen Bitten seiner Tochter nachgebend, zwang sich zur Ruhe, obgleich Hunderte von Fragen auf seinen Lippen brannten und sein Herz getheilt war zwischen Freude und Schmerz. Auch fühlte er sich so schwach, daß er kaum vermocht hätte, die Lippen zu einer weiteren Frage zu öffnen. So versuchte er denn mindestens, sich ganz ruhig zu verhalten, wenn er auch nicht zu schlafen vermochte. Mary ließ sich durch diese Ruhe täuschen und meinte, daß der Kranke eingeschlummert sei. Leise begab sie sich ein besand, war nur von Joseph Wardenthal die Rede. Erhob komnen sei, 9bex v. hohjg Zesepgp segzr gerstund beantoder Fran Zeubauer ihre Stmme mehr als gewöhnlich“ Wiez fel'Nary endlich auf, und beängsigt fragte sie, eet vur Lannfg noch zu sehr erregt, um in einen Schlaf ob itgend eine neue schlimme Nachricht eingelangt set. inten zu können— genug, er war vollkommen wach und) Der Professor seufzte.„Jawohl, mein Kind, es istei so unwilltürlich gezwungen, dem Gespräch der Beiden zu: Der Professor, sentzte. Guhen daß der# lauschen. Anfänglich begriff er absolut gar nicht, um was es sich hier handle, und an welchen„armen Gefangenen“ seine Tochter Tag und Nacht denke, sich um dessen Schicksal sorgend,— als aber dann gar von einer glücklicheren Zeit Rede war, wo die Tugend und treue Liebe den Sieg erwahres Verhängniß für meinen armen Buven, oaß der böse Zufall allemal sein Spiel hat, auch jetzt wieder.“ „Was ist geschehen, theurer Lehrer, sprechen Sie, ich flehe Sie an!“ bat Mary. „Hm, das ist nicht so schnell erzählt, Kleine,— nur Ged! Du erinnerst Dich doch noch, daß Joseph nach jenem ad treue Liebe den Sieg er= duld! Du erinnerst Dich doch noch, daß Joseph nach jei der ahnungslose Dannfy bis zu Dir begeben wollte ringen und Mary von ihrem werden würde— da erbebte der ahnung]„Ja— Sie erzählten es mir.“ 9 mokl Auf dem Wege zu sich „Nun wohl.“ Auf dem Wege zu Dir erfolgte seine Verhaftung. Er hatte Dich aufsuchen wollen, einmal um Dich auf eine möglicherweise eintretende Katastrophe vorzubereiten; zweitens um Dir ein Kästchen zu übergeben, welches eine alte Frau kurz vor ihrem Sterben an demselben Morser, bevender Stmme„., im Spital ihm mit den Worten anvertraut hatte:„Für gestand sie Alles ein,“(leine Mary— gut verwahren?“ Diese alte Frau, deren medertnieend, b. Leben durch einen Schlagfluß gendet, soll Dir ins Innerste in jähem Schreck, und schneu gab er das Glockenzeichen, um die Tochter zu sich zu berufen, als wolle er keine Minute verstreichen lassen, sein Kind vor einer drohenden Gefahr zu erretten. Mary erschien sogleich; sie fürchtete, daß ihr Vater sich übel befände; als er nun aber mit leiser, bebender Stimme eine direkte Frage an sie richtete, da und, neben dem Lager des Blinden niederknieeno, bat sie die z3g zurch einen den Later um seinen Segen zu dem geschlossenen Herzensbunde. wie Joseph mir berichtete, bei Deinen Besuchen im Spital Dannfy war von dem Faktum, daß sein Kind— seine stezg gaße Aufmerksamkeit bewiesen haben.“ leine Tochter, wie er Mary in überquellender Zärtlichkeit t.= Prop, ich grinnere mich,“ unterbrach ihn Mary lebzu nennen pflegte, sich bereits verliebt und verlobt habe, so,„ Gewip, si, jedezmal, wenn ich den Hof passirte, wo vverrascht und erschüttert, daß er im ersten Augenblicke zu haft,= häißschen Gartenanlagen befinden. Einmal suchte ftagen vergaß, welch ein unglücklicher Zufall, welche Anklage sie mich sogar am Mantel zurückzuhalten, Joseph sagte mir den jungen Mann, dem auch er so viel Dank schuldete, Hamals, daß sie schwachsinnig sei.“ in's Gefängniß gebracht. Jugend=Erinnerungen, die der früh gealterte Mann längst.. 555 U sraben gewähnt, Jugendgesühle erwachten in seinem reiz ohne Zeugen, und jsetzt glaubt man es nicht und behauptet, eeichen, liebebedürftigen Herzen, und Ellens, seines holden baß mein armer Bub ein Märlein ersunden habe.“ Weibes reizende Erscheinung lächelte ihm entgegen. Er hätte) Aber zu welchem Zwecke denn?“ 3„Das wirst Du gleich verstehen. Das Kästchen, eine Rheinisch=Weßtfälisches. Merscheid.(Aus dem Verwaltungsbericht pro 1886.) Die Zahl der Geburten betrug 542, der Sterbefälle 240(mithin Zuwachs 302), der Trauungen 126, der Ebescheidungen—. Seelenzahl im November v. J.: 13083. Die Geschäftslage hat sich gegen das Vorjahr nicht wesentlich geändert. Der geschäftliche Verkehr ist noch immer kein besonders guter. Trotzdem zeitweise Klagen über Mangel an Beschäftigung in fast allen Branchen laut wurden, so haben doch glücklicher Weise bis jetzt weder Arbeiterentlassungen noch Arbeitseinstellungen stattgefunden. Köln. Eine auf der Sandkaul wohnende Dame stieß am Samstag bei der Toilette die Lampe vom Tische. In dem Bestreben dieselbe aufzufangen, schnitt ihr das scharfe Glas der Lampenglocke am linken Handgelenk die Pulsader und die Sehnen durch. An diesen Verletzungen liegt die Dame schwer erkrankt darnieder. Bonn, 29. Juni. Die Gründung eines rheinischen Provinzialvereins des evangelischen Bundes ist hier unter großer Betheiligung aller Parteigruppen heute vollzogen worden. 400 Theilnehmer waren anwesend. Pfarrer Thönes=Lennep wurde zum Vorsitzenden gewählt. — 1. Juli. Das 60jährige Stiftungsfest des Korps ,Borussia“ wird heute Mittag durch ein Festessen im„Goldenen Stern“. eingeleitet, an welchem der gestern Nachmittag aus London hier eingetroffene Prinz Wilhelm Theil nehmen wird. Darnach wird der Prinz eine Rundfahrt durch die Stadt machen. Düsseldorf, 26. Juni. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten=Versammlung wurde zur Kenntniß der Anwesenden gebracht, daß unser Rathhausneubau 306 308 M. gekostet hat.-Demgegenüber theilte einer der Stadtverordneten mit, daß sich die Bausunne für den Rohbau des alten Rathhauses s. Z. auf 400 oberländische Gulden, 1 Ohm Bier und 1 Malter Korn belief. — Einen schlechten Scherz erlaubte sich ein Arbeiter, der einem andern durch Einsteigen in die Wohnung desselben eines von den zwei im Bett liegenden schlafenden Kindern wegnahm. Durch's Fenster, woher er gekommen, verschwand er auch wieder. Als die Eltern der Kinder nach Hause kamen und den Verlust entdeckten, eilten sie sofort zur Polizei und machten die Anzeige. In dieser Zeit wurde das Kind wieder zurückgebracht. Moers, 28. Juni. Gestern zeigte ein Mann aus Hochstraß beim Standesamte die Geburt seines sechsundzwanzigsten Kindes an. 6 Kinder sind aus der ersten Ehe, während ihm seine jetzige Frau bisher 20 Kinder schenkte. Die größere Hälfte der Kinder ist nach der„M. Z.“ allerdings im Säuglingsalter gestorben. Crefeld. Dieser Tage kam aus„Paris ein Brief hier an, dessen Adresse wie folgt lautete: Messieurs N. et N. à Crefeld, den Rechnung Zahlbar hier. Wie man sieht, hatte der Empfänger aus dem Kopf der Factura sich die Adresse zurecht gelegt und wahrscheinlich das Wort„Rechnung" als Stadttheil und„Zahlbar hier“ als nähere Straßenbezeichnung hier angesehzen. Vermischtes. (Die Strafsache gegen den Apotheker Speichert aus Bomst,) welcher im Jahre 1876 von dem Schwurgericht zu Meseritz des Mordes an seiner Ehefrau schuldig befunden wurde, ist in jüngster Zeit aus Anlaß eines von dem Verurtheilten gestellten Antrags auf Wiederaufnahme des Verfahrens vielfach besprochen worden. Die Angelegenheit ist nunmehr dadurch endgültig erledigt, daß der Strafsenat des Oberlandesgerichts zu Posen das Gesuch als unbegründet verworfen hat. Die„N. A. Z.“ bemerkt zu der vorstehenden Mittheilung:„Dieses Ergebniß läßt erkennen, wie voreilig es ist, wenn Tagesblätter in Kriminalfällen ohne Weiteres Irrthümer der Justizpflege behaupten und dadurch nur zu leicht das Vertrauen zu der letzteren in ununterrichteten Kreisen erschüttern. Die Redaktionen sollen sich gegenwärtig halten, daß die ersten Nachrichten über Anträge auf Wiederaufnahme des Verfahrens in rechtskräftig entschiedenen Strafsachen in der Regel von Seiten ausgehen, die ein Interesse daran haben, den Glauben zu verbreiten, daß die Strafe einen Unschuldigen getroffen habe.“ (Kriegserklärung gegen die Manillahüte.) Die Wiener Modistinnen haben den Manilla= und Yokohergute fien rigenrrugeigg chten,„wie sie à 30—35 die Arme ausbreiten mögen, die geliebte, verlorene Gattin zu umfangen. O Seligkeit des ersten Liebestraumes, schon das Andenken an ein Glück, welches er einst besessen, verklarte sein Dasein, wie die letzten Strahlen des untergehenden Tagesgestirns die in Dämmerung getauchte Landschaft noch einmal in Gold und Purpur hüllen. Und nun war es Mary, sein und Ellen's Kind, in deren Herzen der erste Liebesfrühling sproßte und blühte! Eine Thräne der Rührung rollte aus des Blinden ersehr kunstreich konstruirte, schön ziselirte Antiquität, wurde von gerichtswegen geöffnet, da der Schlüssel fehlte und sich absolut kein solcher dazu anfertigen ließ— und was fand man darin? Unter vergilbten Familien=Papieren der Falkland — Trau= und Taufscheinen— in einer Ecke versteckt, einen Brillantring von großem Werthe.“ (Fortsetzung folgt.) hamahüten jenen binsenartigen Geflecht das Stück mit geringem Ausputz versehen, von Damen und Kindern sehr häufig jetzt getragen werden, den Krieg erklärt, weil sie sich durch diese billige Tracht in ihrem Gewerbe beeinträchtigt sehen. Der Kriegsplan ist folgender: Es wird unter den Colleginnen eine Sammlung veranstaltet, und aus dem Ergebniß werden Manillahüte angekauft, die dann an alle Straßenkehrer, Lumpensammler 2c. verschenkt werden sollen, mit der Bedingung, daß sich die Beschenkten diese Hüte zu tragen verpflichten. Dadurch soll es noblen Leuten unmöglich gemacht werden, solche Hüte ferner zu ragen 9 m (Allerhand Behauptungen.) Der ehemange Reichstagsabgeordnete Heine veröffentlicht in der in Nürnberg erscheinenden„Arbeiterztg.“ folgendes Inserat: Neueste Hutmoden! Ich empfehle zagon Liebknecht, wie Herr Liebknecht solche schon seit Minschengedenken(?) trägt, weich, schwarz; Facon Bebel, weich in allen Farden; Facon Viereck und Grillenberger, steif, schwarz und braun. Sämmtliche Hüte sind inwendig mit den Photographien der betreffen den Herren, deren Namen die Mode trägt, versehen. August Heine, Hutfabrikant, Halberstadt. (Zeichnungen auf Obst.) Die Londoner Gärtner haben jetzt angefangen, besonders schöne Früchte mit ihrer Firma markirt auf den Markt zu bringen. Das Zeichnen besorgt die Sonne. Wenn man nämlich Buchstaben oder Zeichnungen in schwarzes Papier ausschneidet und dieses auf einem Pfirsich, einen Apfel oder eine Birne klebt, so tritt der Ausschnitt bei der Reife der Frucht in dunklerer Färbung hervor, als die Umgebung. Die Sache ist nicht neu, wohl aber die Anwendung, die davon gemacht wird. (Zu den wildreichsten Gebieten der Erde) ist der britische Colonialbesitz in Ostindien zu rechnen. Nach amtlichen Mittheilungen wurden innerhalb der neun Jahre von 1875 bis 1883 35 Elefanten, 14763 Tiger, 31684 Leoparden, 11427 Bären, 47848 Wölfe, 11 730 Hyänen und 60954 andere nicht näher bezeichnete Raubthiere sowie 2063717 Schlangen erlegt. Der durch wilde Thiere verursachte Schaden ist überaus beträchtlich, indem dieselben während der neunjährigen Berichtsperiode nachweislich allein 189379(die Schlangen allein 161399) Menschen und 456215 Stück Hornvieh(darunter die Leoparden allein 149777 und die Tiger 131977) umgebracht haben. (Mißliebiger Prophet.) Im Hause des Zaren ist eine Kinderfrau bedienstet, deren Mutter in ihrem kleinen Geburtsorte den Ruf einer ausgezeichneten Wahrsagerin hat. Letzthin kam die Frau ihre Tochter besuchen, und die Großfürstin Xenia erzählte ihrer Mutter von dem angelangten Gaste. Die Zarin ließ die Frau zu sich kommen und hieß dieselbe, ihr die Zukunft vorhersagen. Nach langer Vorbereitung meinte die Prophetin:„Ihr werdet Eure ganze Familie, Mann und Kinder überleben.“— Als der Zar bald darauf in das Zimmer der Kaiserin trat, fand er dieselbe in Thränen gebadet. Die Kaiserin erzählte das Vorgefallene, und der Zar ließ die Alte aus dem Hause weisen, ihre Tochter, die seit elf Jahren im Schlosse bedienstet, mußte gleichfalls zur selben Stunde fort, und ihr Anrecht auf eine Pension hat sie verwirkt. (Regen auf der Bühne.) Im Pester königlichen Opernhause fand dieser Tage vor geladenen Gästen eine General=Probe des Regens auf der Bühne statt. Als das Feuerzeichen, ein schriller Pfiff, ertönte und zuerst auf den vordern Theil der Bühne ein dichter Platzregen sich ergoß, flüchteten die Zuschauer immer mehr nach rückwärts. Nach einigen Minuten war die mittlere Bühnen: parthie in ebenso ausgiebiger Weise getränkt, bis zuletzt die ganze Bühne gleichzeitig von einem Wolkenbruche übergossen wurde. Gleichzeitig hantirten die Feuerwehrmänner von den Arbeitsgalerieen mit den Schläuchen, welche mit den durch den Accumulator getriebenen Wasserstrahlen nach allen Richtungen bis zum Dache und in der ganzen Bühnenbreite jede Parthie der Bühnenräume zu bestreichen vermögen. Der Bühnenregen, eine Erfindung Stehle's, technischen Inspectors der Dresdener Bühne, ist dort seit dem Jahre 1876 eingeführt. Es ist nicht nothwendig, die ganze Bühne gleichzeitig unter Wasser zu setzen, da je fünf Vertheilungsröhren von einander unabhängig zu wirken vermögen. S. C. Bergab. Ein Lebensbild. „Der Tagner N. N. von G., zur Zeit im Amtsgerichtsgefängniß dahier zur Verbüßung längerer Haftstrafen inhaftirt, beschuldigt, seine Kinder zum Bettel ausgeschickt oder dieselben doch nicht hiervon abgehalten zu haben, erhielt eine Haftstrafe von einer Woche und die Kosten, auch wurde dessen Ueberweisung an die Landespolizeibehörde nach Ftgigerbützung ausgesprochen.“ Es hat mich ordent. nach Strafverbühung ausoefpezter, zm. agsalsätichen las lich geschuttelt, als ich das gestern imn Tolalolalichen las. Ich kenne die Strafe. Sie ist nach den geltenden Bestimmungen die Anweisung auf ein zweijähriges Freiquartier im Arbeitshaus, sobald es der Verwaltungsbehörde beliebt, diese Anweisung auszustellen. Auch der Mann ist mir bekannt. Schon vor drei Jahren hatte er von der innern Einrichtung jenes gern gemiedenen Hauses Einsicht genommen. Sie scheint ihm nicht gefallen zu haben, denn noch vor acht Tagen schrieb er mir aus dem Gefängniß einen wehmüthigen Brief mit der Bitte, ich möge doch sorgen, daß er nicht wieder dorthin komme; es sei dort zehnmal ärger als in jedem Zuchthaus.— Freilich hätte er selbst sorgen müssen. Er hat's leider nicht gethan. Der Weg bergauf hat ihm nicht behagt. Deshalb ist er bergab gegangen und zwar ziemlich rasch, zählt er doch heute noch nicht volle vierzig Jahre. Die Eltern des Armen haben auch gar zu wenig gethan, um ihn von der abschüssigen Bahn zurückzuhalten. Als Knabe und Jüngling lungerte er bei der Heerde, statt daß er in den Dienst eines tüchtigen Bauern getreten wäre. Ungeschick und Einfalt waren bald die hervorstechendsten Züge seines Wesens. Als er früh den Hausstand gründete, wäre ihm ein Vormund dienstlicher als eine Frau gewesen. Doch er selbst sah das nicht ein und ließ sich natürlich auch nicht leiten weder im Hause noch außerhalb desselben, wenigstens von braven Leuten nicht. Trotz seines redlichen Willens zu arbeiten, mangelte es ihm wegen seiner Ungeschicklichkeit oft am Verdienst. Nur an Sorgen fehlte es im jungen Haushalte nicht. Sie wuchsen mit der wachsenden Kinderschaar. Der arme Vater besaß nicht so viel Kraft, um den Sorgen mit Ausdauer entgegen zu wirken. Er ward mißmuthig und ergab sich dem Branntwein, er wollte ersäufen, was ihn beengte und quälte. Die paar verdienten Pfennige wanderten in die Schenke, der Unfriede in die ärmliche Dachstube. Die anfangs noch ordentliche Frau verlor bald allen Halt. Sie gab ihm an Streitsucht bald nichts mehr nach. Ja sie ging dem Mann zum Haus des Bösen noch einen Schritt voran, sie wurde fremdem Eigenthum gefährlich. Auch die Kinder gingen ihren eigenen Weg, nämlich Tag für Tag an fremde Thüren. Die Kinder des Branntweintrinkers wurden Bettelkinder. Die Eltern büßten's im Gefängniß und erneuerten die Bekanntschaft mit demselben, die Kleinen schulpflichtig geworden waren. Sie genügten dieser Pflicht herzlich schlecht. Jetzt hatten sie kein Buch dann keine Schuhe, aber immer keine Lust zum Lernen und zu einem geregelten Leben. Es regnete förmlich Strafen auf Vater und Mutter; der Unfriede machte im Hause dauernd Wohnung. Das betrunkene Familienhaupt schlug die letzte Kaffeetasse in Scherben und zerscheiterte in thieri, scher Wuth die einzige noch vorhandene Bettlade. Die Polizei schritt ein; wegen Unfugs wurden neue Bußen auf, erlegt. Der Branntwein drängte den Bedauernswerthen Schritt um Schritt weiter, immer rascher, immer bergab: jetzt steht er wieder vor der Thür des von ihm so sehr gefürchteten Arbeitshauses. Er wird eintreten, um dasselbe nach zwei Jahren innerlich gebrochen und hoffnungsarm zu verlassen. Auch seine besten Freunde wünschen, daß sich jene Hausthür bald hinter ihm schließe. Ein längerer Aufenthalt in der Freiheit— und aus dem mit sich selbst zerfallenen, arbeitsscheuen und trunksüchtigen Mann wäre im Handumdrehen ein Verbrecher geworden. Oft hat er fürchterliche Drohungen wider die Seinigen ausgestoßen. Weib und Kinder schliefen keine Nacht ihres Lebens sicher auf ihrem harten Lager. Leider ist die Geschichte des Mannes noch nicht zu Ende. Das Leben des Vaters wirft seine dunkeln Schatten in die Zukunft seiner Kinder. Zuchtlos. ohne Gewöhnung an ehrliche Arbeit sind sie herangewachsen: der Versuch, die aus der Schule Entlassenen unter ihnen in ordentlichen Häusern unterzubringen, ist noch immer mißglückt. Sie thaten nirgends gut, weil ihnen Arbeit und Ordnung zuwider waren. Der in sie gepflanzte böse Keim wuchert weiter; wenn sie vom Zuchthaus träumen, ist's kein thörichter Traum. Aber ehe sie dorthin kommen, werden sie noch Ruthen für ihre Heimathsgemeinde. Sie schädigen durch ihr Betragen den Ruf derselben nach außen, sie gefährden die Sicherheit innerhalb ihrer Mauern. Alles nur, weil der Weg der Eltern fast vom ersten Tage ihres Ehestandes an bergab gegangen ist, weil die Kinder von frühe* g end wer höses Beispiel gesehen haben Die ster Jugenr an nur doses Beispiel gesehen haben. Die Erziehungsfrage ist fast die brennendste von allen. Bei ihrer Lösung handelt es sich um Dinge, die über das Verständniß der Erzieher gewöhnlichen Schlages gehen. Allein Allen sollte der Grundsatz einleuchten:„Kinder darf nur der erziehen, welcher selbst erzogen ist.“ K Solingen. Einem hiesigen Waffenfahrikant ist vor wenigen Tagen von einem biederen Musketier in Diedenhofen nachstehender Brief zugegangen, der als originelles Schriftstück auch wohl weiteren Kreisen Unterhaltung gewähren dürfte.„Da ich hiermit meine Kühnheit voraussetze, Entschuldigung, mich ihnen nähern dürfen. Sie werden es mir nicht übel nehmen, wenn ich Ihnen hiermit bitte, da Sie dazu besser gelangen können, als ich hier in Diedenhofen. Ich ersuche Ihnen, mir doch ein Seitengewehr kommen zu lassen, aber auch den Preis desselben beisetzen zu wollen, da ich das Geld sofort auf der Post geben werde; ich bitte Ihnen aber ein viereckigen Kasten von Pappe zu senden, sonst würde es bei dem Feldwebel Betrachtung hervorrufen, da ich für die Kosten aufkommen werde; setzen Sie ihre Adresse bei, da ich noch mehr Kundschaft für Sie habe. Es grüßt hochachtungsvoll: Wester& Se. SOLINGEN. Von heute ab Kalserstr. 204 (Höfchen). We s. S. st ees 9 Echtes Sersorder Wier, Echten Solingen, Kirchplatz 22 bringt ihr Ladengeschäft und ihre Stroh-Hüte. modernste Facons, größte Auswahl bei billigsten Preisen, empfiehlt C. Drexler, Solingen, Kölnerstr. 116. in empfehlende Erinnerung. 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