Erscheini Dienstags, Donnerstags und Saustags. Jeder Samstags=Nr. wird gratis ein Aust. Sonntagsblatt beigelegt. Abonnementspreis vierteljährlich durch die Post u. Boten bezogen oder abgeholt 1 Mark 50 Pfg. für die Bürgermeisterei Merscheid und Umgegend. Verantwortlicher Redacteur: Carl Kaiser in Ohligs.— Druck und Verlag von Kaiser& Müller in Ohligs, Merscheiderstraße 15. Inserate werden zu 10 J die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum berechnet und für die Tags darauf erscheinende Nummer bis Montags, resp. Mittwochs und Freitags Morgens 10 Uhr erbeten. Für Reclamen sind doppelte Insertionspreise zu zahlen. Agenturen für Inserate und Abonnements: Ohligs, Wilh. Valtes und C. W. Hill, Düsseldorferstr.— Merscheid, Alb. Heck.— Hülsen, Robert Weck.— Scheuer: Jul. Rothenberg. JS 91. Donnerstag, den 5. August 1880. 5 Jahrgang. Neubestellungen für die Monate August und September auf den „Ohligser Anzeiger“ werden zum Preise von 1 Mark von unseren Boten, den Expeditionen und den Kaiserl. Postanstalten noch fortwährend entgegen genommen. Die Expedition. Politische Nachrichten. Deutschland. Berlin, 4. August. Wie officiös mitgetheilt wird, dürfte demnächst die auf der Generalsynode beschlossene Trauordnung und das Gesetz, betreffend die Verletzung kirchlicher Pflichten(das sogenannte kirchliche Disciplinargesetz) genehmigt und publicirt werden Publicirt ist bereits das Gesetz, betreffend Emeritenwesen, welches der Zustimmung des Landtages bedurfte. Es bleiben daher noch zurück die Kirchengesetze wegen der Pfarrerwahl und wegen Aenderung des§ 14 der Kirchengemeinde= und Synodalordnung(die Abendmahlsverweigerung betreffend), die aber kaum die Zustimmung des Oberkirchenraths finden dürften. Berlin, 3. Aug. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt in ihrer Tagesrundschau im Auslande:„Die Taktik der Diplomatie der Großmächte, zwischen den Secundärfragen des großen Orientproblems zu unterscheiden, wie sich dies in der gesonderten Behandlung der montenegrinischen und der griechischen Grenzregulirung darstellt, übt ihre Wirkung. Von verschiedenen Seiten wird übereinstimmend versichert, daß die Türkei Anstalten treffe, mit Montenegro auf gütlichem Wege ins Reine zu kommen. Ueber den Modus gehen die Meinungen stark auseinander und mittlerweile dauert der localisirte kleine Krieg zwischen Montenegro und den Scharen der albanesischen Liga fort. Was an den angeblich sich vorbereitenden Arrangements wahres ist, entzieht sich einstweilen noch der unmittelbaren Beobachtung, doch liegt die Vermuthung nahe, daß man sich in Konstantinopel der Lage bewußt ist, welche sich für die Pforte mit dem Augenblick ergibt, wo die bereits signalisirte Note der Mächte in Sachen Montenegros überreicht sein wird.“ — Der Staatsanz. publicirt heute das Gesetz über die Verwendung der Reichsüberschüsse; dasselbe hat, wie auch das neue Kirchengesetz, die kgl. Sanction auf der Insel Mainau erhalten. Das Gesetz war vom Herrenhause erst in der Nachsession angenommen worden, daher die späte Publication. Ob auf Grund dieses Gesetzes schon in der nächsten Landtagssession mit Steuererlassen vorgegangen werden wird, ist noch sehr zu bezweifeln. — Am 13. September soll wieder eine große Katholikenversammlung stattfinden, diesmal in— Constanz. — Aus Gastein wird unterm 3. Aug. telegraphisch gemeldet: Se. Majestät der Kaiser badete auch heute, konnte aber des anhaltenden Regenwetters wegen weder eine Promenade noch eine Ausfahrt unternehmen. Die Spitzen aller umliegenden Berge sind mit frisch gefallenem Schnee bedeckt. Frankreich. Paris, 2. August. Der Seepräfect in Cherbourg, Admiral Ribourt, hat, wie es heißt, um seine Entlassung nachgesucht.— Gestern landeten 160 Amnestirte in Brest. Die Landung erfolgte in voller Ruhe. Das Comité von Paris und von der Bretagne hatte den Heimkehrenden ein Frühstück veranstaltet. Die Amnestirten riefen bei der Landung:„Es lebe die Republik!“— Der Kriegsminister hat eine Untersuchung gegen neun Officiere des 16. Jägerregiments angeordnet, welche ohne Waffen der Messe zu Ehren des„Königs" beiwohnten.— Diesen Morgen fand die Vertheilung der Preise in der Schule der Jesuiten in der Rue Vaugirard statt. Cornudet hielt eine heftige Rede gegen die Urheber und Ausführer der Märzdecrete, die unter Beifallsrufen und dem Satze schloß:„Vaugirard stirbt nicht!“ Cornudet kündigte hierauf an, daß das Collegium infolge der Märzdecrete eine Umgestaltung erleiden und in die Hände einer anonymen Gesellschaft übergehen werde, welche durch mehrere Familienväter gegründet worden sei; die Eröffnung des neuen Lehrjahres findet am 6. October statt. Die Schüler, welche Preise erhielten, knieten vor den Bischöfen nieder.— Die Grubenarbeiter in Gransac im Aveyron=Departement haben die Arbeit eingestellt. Paris, 3. Aug. Gestern Abend 8 Uhr waren 1052 Generalrathswahlen bekannt; gewählt waren 704 Republikaner und 281 Conservative; 67 Stichwahlen sind nothwendig. Die Republikaner gewannen 184 Sitze. Paris, 4. August Das definitive Resultat der Generalrathswahlen(Korsika ausgenommen) ist folgendes: Gewählt wurden 902 Republikaner und 372 Conservative; 125 Stichwahlen sind erforderlich. Die Republikaner gewannen 270 Sitze. England. London, 4. August. Das Oberhaus lehnte mit 282 gegen 51 Stimmen die irrische Pächter=Entschädigungsbill ab. Meldungen aus Afghanistan zufolge sammeln sich die Afghanenstämme zwischen Chaman und Kandahar. Ajub Khan rückte bis Markarez vor und rüstete zu einem Angriff auf Chaman. General Roberts erhielt Befehl, mit 10,000 Mann von Kubal auf Kandahar zu mar schiren. — Ueber Gladstones Befinden ist gestern Abend 11 Uhr ein Bulletin ausgegeben worden, wonach der Zustand Gladstones, im Laufe des Tages ein ruhigerer gewesen ist, das Fieber hatte sich nicht vermehrt, das Allgemeinbefinden war befriedigend. Ein heute Vormittag eingelaufenes Privat= Telegramm eines Londoner Korrespondenten besagt ferner: Gladstones Befinden ist unverändert. Das Fieber nahm nicht zu. Das Allgemeinbefinden blieb unverändert. Rußzland. — Der„K. Ztg." telegraphirt man aus Petersburg: Die Verhandlungen mit China haben am Dienstag begonnen. Der Marquis Tseng wohnt im Botschaftshotel auf der Sergijewskaja. Die russischen Blätter mahnen zur Friedfertigkeit; der„Golos“ meint, man solle nicht den Einflüsterungen des Mephisto Europa Gehör schenken, dem nicht erwünschter kommen könnte als dieser Konflikt. Afghanistan. — Der„Times“ gehen über die Niederlage des General Burrow folgende weitere Detailmeldungen aus Kandahar vom 2. d. zu: Die Streitmacht Ajub Khans bestand aus 12,000 Mann und 20 Kanonen, der Zusammenstoß Ajub Khans mit General Burrow erfolgte am Morgen des 27. Juli 50 Meilen jenseits Kandahar; General Burrow wurde nach einem vierstündigen heißen Kampfe zum Rückzuge nach Kandahar genöthigt. Von den englischen Truppen sind 20 Officiere, 400 Mann Europäer und 800 Mann Eingeborene getödtet oder vermißt. Die meisten Verluste erfolgten auf dem Rückzuge, 3 Geschütze wurden von den englischen Truppen auf dem Schlachtfelde im Stich gelassen. — Eine Meldung der„Times“ aus Bombay besagt: Harte Herzen. Dorf=Novelle von Walter Vogel. (Fortsetzung.) „Der Baron von Markenbach!“ meldete der goldbordirte Diener des alten Herrn. „Er soll sich zum Teufel scheeren, ich habe kein Geld für ihn.“ Aber schon war der Edelmann in das Zimmer seines Schwiegervaters getreten, das Auge starr, die Wange gebleicht und hager. Rasch war die Schönheit des stattlichen Officiers geschwunden, sein Haar war spärlich geworden, und seine Gestalt schien verfallen und gebeugt, noch ehe das Alter mit eiserner, unerbittlicher Hand das Seine dazu gethan. „Ich muß mit Ihnen sprechen, dringend, augenblicklich,“ sagte er mit befehlender Stimme. „Hoho, gibt es wieder Häuser zu verkaufen, um Spiel= und noch schlimmere Schulden meines hochadligen Schwiegersohnes zu decken?“ schrie der ehemalige Bauer. Der Baron erbleichte.„Vergessen Sie nicht, daß wir nicht allein sind, mein Herr,“ sagte er mit zornerstickter Stimme,„ich brauche keine Zeugen.“ „Mein Freund,“ und der ehemalige Haselbauer betonte das Wort scharf,„mein Freund, der Herr Major von Haldern ist so gut Edelmann wie Du, und ich habe kein Geheimniß vor ihm.“ „Der Herr Major sollte sich schämen,“ brauste Arthur auf,„seinen Namen und seine Stellung so zu entwürdigen, um mit einem Bauern Brüderschaft zu trinken und dem Unerfahrenen sein Geld abzunehmen an Orten, die kein Mann von Ehrenhaftigkeit betritt.“ Der alte Soldat war dicht an den Wüthenden herangetreten.„Hüten Sie sich, mein Herr,“ zischte er in französischer Sprache, von der er wußte, daß der reiche Bauer keine Silbe verstand;„ich kenne die Gerüchte, die über den plötzlichen Tod Ihres Vaters im Schwunge sind, welche Ursachen es waren, die Sie, den stolzen Aristokraten, in die Arme dieser Bauernfamilie trieben. Und mehr noch weiß ich von Ihren jetzigen Verhältnissen, als Sie für gut finden möchten, darum hüten Sie sich, wenn ich Ihnen jetzt das Feld räume.“ Mit höhnischer Verbeugung empfahl er sich, nachdem er zuvor seinem Freunde einige Worte zugeflüstert hatte. Mürrisch wandte sich der Bauer an seinen Schwiegersohn.„Sprich, was willst Du? Ich sage Dir, Geld bekommst Du nicht einen Heller.“ „Vater, ich muß tausend Thaler bis morgen haben,“ bat Arthur mit dringender Stimme.„Anna's Extravaganzen ruiniren mich. Das neue Reitpferd, das sie in ihrem Uebermuth erworben, das mit den fürstlichen Pferden concurriren kann, ist auch noch unbezahlt.“ „Ei, ei,“— meinte der Haselbauer,„wer war es, der dem Kinde die hochfahrenden Gedanken in den Kopf setzte? Wer war es, auf dessen Willen sie reiten, tanzen, französisch parliren und all' die Kunststücke lernen mußte? Und nun, da sie Gebrauch davon macht, jetzt möchte man am liebsten die Bauerndirne wieder daraus machen, die sie war, blos um Geld zu sparen, um desto mehr selber zu verthun. Nichts da, er bekommt keinen Heller, seh' er zu, wie er fertig wird.“ „Elender Bauer!" „Wer wagt es, meinen Vater zu beleidigen?" tönte eine weibliche Stimme vom Eingange her.„Ah, mein Herr Gemahl,“ fuhr die eintretende Dame vorschreitend fort,„der seinen Namen der Tochter dieses elenden Bauern Herkastel Run, man Hert, verweigen von Zhnen die Zinsen des Kaufgeldes?" War das wirklich Anna Werndel, das ehemalige Bauernmädchen, das noch vor wenigen Jahren die Hühner im väterlichen Hofe gefüttert hatte? Konnte es jene Dame sein im hochreichenden Reitkleide von dunkelgrünem Sammet, das koquett aufgekrämpte Hütchen mit einem wallenden grauen Schleier geziert, das elegante Reitstöckchen in der mit den feinsten Glacehandschuhen bekleideten Hand? „Vraiment, Baron, ich finde es sehr unverschämt, sich an meinen Vater zu wenden, um meine Einkäufe zu bezahlen. Der Preis des Pferdes, mon cher, beträgt gerade eben so viel als Sie für das Collier verausgabten, das Sie anonym der schonen Jüdin Rebetka Aaron zusandten, und mit Protest retour erhielten.“ Der Baron biß sich auf die Lippen.„Welche Eule krächzt Ihnen denn diese Verleumdungen zu? fragte er kurz. „Meine Eule krächzte noch mehr,“ rief die Baronin. „Sie raunte mir zu, daß ein gewisser Herr sich von einem gewissen Aaron wenige Stunden vorher das Geld auf einen Wechsel verschaffte, das hinreichend war, den Werth des Colliers— denn der Juwelier hat ihm längst den Credit gekündigt— zu decken.“ „Wohl, Madame, wenn Sie es denn wissen, ja, es verhält sich so. Warum soll ich nicht meine menus plaisirs haben, so gut wie meine Frau Gemahlin, deren Namen rasch zum Stadtgespräch geworden ist?“ Die Baronin ward für einen Augenblick bleich unter der aufgelegten zarten, künstlerischen Röthe der Wangen, und ein Zug des tiefsten Seelenschmerzes zuckte über ihr Antlitz. „Und wenn dem so ist,“ sagte sie nach einer Weile mit bitterem Tone:„wer anders trägt die Schuld daran als Ihr? Wer war es, der das Gift der Verführung in das Herz des einfachen Landmädchens goß, wer war mein 2 1— 1 General Phayre habe den Eingang des Khojas=Passes stark besetzen lassen, um sich gegen feindliche Angriffe zu schützen. Locale und vermischte Nachrichten. —“ Die zur Erleichterung des Besuches der Düsseldorfer Gewerbe= und Kunstausstellung von der BergischMärkischen Eisenbahn für den Monat Juli eingeführten Fahrpreisermäßigungen werden unter Beibehaltung der seitherigen Extra=Personenzüge bis auf Weiteres noch ferner bewilligt. * Gräfrath. Die Vicefeldwebel Schlösser u Plock, sowie der Vicewachtmeister Hilger sind zu Seconde=Lieutenants der Reserve befördert worden. * Elberfeld, 2. August. Der Abg. Hasselmann ist, wie der„B. Ztg.“ aus Hamburg mitgetheilt wird, Freitag Nacht plötzlich nach Amerika abgereist. * Düsseldorf, 2. Aug. Der Besuch der Ausstellung in der abgelaufenen Berichtswoche gestaltet sich wie folgt: Freitag 5677, Samstag 7892, Sonntag 18,053, Montag 5961, Dienstag 4988, Mittwoch 6184, Donnerstag 4459. * Düsseldorf, 2. Aug. Das Kind eines hiesigen Beamten wurde vor einigen Tagen von einer Mücke gestochen. Die Eltern desselben beachteten erst wenig die Geschwulst. Als sie jedoch einen Arzt zu Rathe zogen, constatirte dieser Blutvergiftung. Die Hülfe war indeß zu spät, das Kind ist an den Folgen des Mückenstiches gestorden. * Schalkenmehren, 29. Juli. Bei einem heute Nachmittag gegen 4 Uhr niedergegangenen Gewitter traf laut der„Tr. Ztg.“ der Blitz die Schaafheerde des Dorfes und tödtete 102 Schafe und betäubte den Schäfer derart, daß er noch sein Gehör verloren hat. Die Heerde weidete gerade auf dem Mäuseberg, nahe dem Weinfelder Maar. * Herne, 1. August.(Schon wieder ein Verbrechen gegen die Sittlichkeit, verbunden mit Mord.) Es ist geradezu erschrecklich, in welch Entsetzen erregender Weise sich in Westfalen die Sittlichkeitsverbrechen und Lustmorde häufen Wieder ist ein junges, blühendes Mädchen einem jener Scheusale zum Opfer gefallen, die unsere Gegend unsicher machen. Die 19jährige Magd Minna Pott begab sich Morgens von Herne in die Herner Mark, um dort zwei Arbeitern das Frühstück zu bringen und dann selbst den bereits gemähten Roggen zu binden. Das Feld, auf welchem die Arbeiter mit Mähen beschäftigt waren, lag nicht weit von der Arbeitsstelle des Mädchens entfernt. Zwischen 10 und 11 Uhr, als die Arbeiter frühstücken wollten, fanden sie das Mädchen nicht auf dem Felde vor, doch stand das Frühstück dort bereit. Da sie annahmen, daß das Mädchen sich wieder nach Hause zurückbegeben habe, gingen sie nach eingenommenem Frühstück wieder an ihre Arbeit, ohne sich weiter um dasselbe zu kümmern. Als man indessen Mittags erfuhr, daß das Mädchen vom Felde nicht wieder zurückgekehrt sei, schickte man, Verdacht schöpfend, sofort zur nächsten Polizeibehörde, von welcher nun sogleich die umfangreichsten Nachforschungen angestellt wurden. Gegen 3 Uhr fand man die Leiche nicht weit von der Arbeitsstelle und am Saum eines Waldes theilweise entblößt vor. Es war offenbar, daß ein Sittlichkeitsverbrechen an ihr verübt worden war. Wenige Schritte von der Leiche fand man Spuren, als wenn ein Körper dahin geschleift worden sei. Von dem Mörder ist bis jetzt nichts ermittelt. Es ist dies nun schon das fünfte Attentat dieser Art innerhalb weniger Wochen. Bei den anderen Fällen kamen die unglücklichen Opfer wenigstens noch mit dem Leben davon. Die Ermordete war ein wohlgestaltetes und starkes Mädchen im Alter von 19 Jahren und aus Eikel gebürtig. Gestern Abend traf bereits der Untersuchungsrichter ein; die Untersuchung soll heute erfolgen. Man hoffte in der Person des kürzlich hier wegen eines unsittlichen Attentats verhafteten K. des Verbrechers habhaft geworden zu sein, welcher unsere Gegend unsicher machte. Es scheint aber, als ob wir es mit mehreren solcher Scheusale zu thun haben * Minden, 2. August. Wie die„W. Prov.=Ztg.“ vernimmt ist der Dislokationsplan für die neu zu bildenden Truppentheile festgestellt. In diesseitigem Bezirke wird die Vertheilung folgendermaßen stattfinden. Ein Bataillon und der Stab eines neu zu bildenden Infanterie=Regiments erhält Paderborn als Garnisonort, während je ein Bataillon in Lippstadt und Höxter installirt wird, zwei Batterien Artillerie werden dem Feld=Artillerie=Regiment Nr. 7 in Wesel zugetheilt werden. * Frankfurt, 2. Aug.(Nachträgliches vom Turnfest) Die Stadt zeigt seit einigen Tagen wieder ihre Alltagsphysiognomie; die letzten Turner mit 8 Fahnen sind abgezogen; eine einzige Fahne ist hier zurückgelassen worden, für deren Beförderung das Comite sorgen wird. Der Festplatz wurde seit den Tagen des Unglücks nur spärlich besucht, er ward in der letzten Nacht geschlossen. Am Samstag wurde in der Festhalle Kehraus gehalten und die vorhandenen Victualien an den Mann gebracht. Eine gebratene Gans kostete M. 2,50, eine Cotelette mit Brod 20 Pfg., eine Portion Roastbeef, woran drei Menschen sich satt essen konnten, 30 Pfg. 2c. Von heute an wird das Küchengeräthe verkauft. Wer die Sache wußte, hat davon profitirt und sich für einige Tage versehen. Sicher würde das Fest ohne Defizit abgeschlossen haben, wenn das Unglück nicht eingetreten wäre. So viel man von dem Con sum an Wein in der Festhalle vernimmt, beträgt derselbe 47,900 Flaschen Weiß= und Rothwein, 400 Flaschen Champagner und 3000 Flaschen J. J. Jung'sches Exportbier. (Eine merkwürdige Differenz der Zahlen zu dem Leipziger Turnfest, falls die Zahlen authentisch sind. Dort wurden consumirt 14,258 Flaschen Weißwein, 1154 Flaschen Rothe wein, 5213 Flaschen Schaumwein.) Der Consum in den Bierhallen und in der Apfelweinhalle war, wenn auch nicht überall gleichmäßig, so doch ein außerordentlicher: in den Hallen wurden je im Durchschnitt 200 Hectoliter Bier getrunken, was bei den 7 Hallen 420,000 Schoppen gleichkommt. Apfelwein wurden 316 Hectol.(110,000 Schoppen) verzapft. Auf dem Festplatze wurden ca. 300 Gegenstände gefunden und abgeliefert, darunter eine Geldbörse mit 250 M, letztere wurde abgeholt, während die meisten anderen Sachen noch unerhoben sind. Bis zum 15. August müssen die Festbauten niedergelegt und alles geebnet sein, da alsdann die Aecker wieder bestellt werden.— Gestern erfolgte die Beerdigung der durch das Unglück auf dem Festplatz Getödteten. Zuerst wurde der Feuerwehrmann Hoch von seinen Kameraden, von den Mitgliedern des Turnausschusses, des Centralfestcomites der Turner und einer immensen Menschenmenge zur ewigen Ruhe geleitet. Außerdem folgten dem Sarge der Stadtcommandant, der Polizeipräsident und der Oberbürgermeister, sowie viele fremde Feuerwehrer. In Seiten des mit Krärzen reich geschmückten Sarges gingen 12 Feuerwehrleute mit brennenden Fackeln. Fräulein Söhnlein wurde vom Portale des Friedhofs aus beerdigt und war die Bahre und Sarg mit Blumenspenden und Kränzen bedeckt. Hierauf folgte Frau Pfeiffer, der gleiche Liebe das Grab gebettet und geschmückt. Die Kinder waren schon gestern zur letzten Ruhe gebettet. Bei dem Begräbnisse jeder einzelnen Leiche betheiligten sich Deputgtionen des Festausschusses, des Turnausschusses u. s. w. * Berlin. Um 15,000 Rubel ist ein hiesiges Bankhaus Unter den Linden am Sonnabend geprellt worden. In dasselbe kam am Vormittag jenes Tages der 28jährige Kaufmann., kaufte 15,000 Rubel in Hundertrubelscheinen und ersuchte, die Banknoten am Nachmittag in seiner Wohnung in der Rosenthalerstraße abzuliefern, wo er die äquivalente deutsche Reichsmünze seinerseits zahlen würde. Ein zuverlässiger junger Mann überbrachte das russische Geld dem Besteller, dieser ließ es sich vorzählen, nahm es dann an sich und ging nach dem Nebenzimmer, um das von ihm zu zahlende Geld zu holen. De junge Mann wartete längere Zeit auf die Wiederkunft jedoch vergeblich, er betrat das Nebenzimmer und fand, daß dasselbe leer sei und einen eigenen Ausgang nach dem Corridor habe, durch den der Gauner natürlich schon lange verschwunden war. Die Ermittelung resp. Ergreifung desselben ist bis jetzt noch nicht gelungen. * Berlin. Ein interessanter Wettkampf wurde am Sonnabend im Skating=Ring der Unionsbrauerei ausgefochten, um die Frage zu entscheiden, ob ein berufsmäßiger Schnellläufer einen Skater einzuholen im Stande sei. Es hatten sich zu diesem Behufe drei Skater und drei Schnellläufer, unter letzteren der bisher noch nie besiegte Grenadier Fritz Käpernick, sowie der gleichfalls noch unüberwundene Engländer Mac Donald der Direction des Rings zur Verfügung gestellt. Die Bedingungen waren so gestellt, daß zinächst die drei Skater eine Bahn von 1600 Meter—10 Mal um den Rink— dann die drei Wettläufer eine solche von 5000 Meter— 30 Mal um den Rink— zurückzulegen hatten und daß endlich die Sieger in beiden Rnnen sich auf einer 1600 Meter langen Bayn ablaufen sollten. Vermochte der Sieger des zweiten Rennens die 5000 Meter in 10 Minuten 45 Secunden zurückzulegen so war ihm ein Preis von 1000 M. zugesichert. Das erste Rennen war vom Glück nicht sehr begünstigt. Zwei der Concurrenten kamen zu Falle, so daß der Uebrigbleibende, ein Herr Wegener, bereits nach dem achten Umlauf als Sieger proclamirt werden konnte. Beim zweiten Rennen errang Käpernick, der nach 13½ Minuten das Ziel erreichte, den Sieg Zu einem hochinteressanten Schauspiel gestaltete sich der nunmehr folgende Ablauf. Käpernick war von Beginn an bestrebt gewesen, seinem Gegner, Herrn Wegener, stets hart an den Fersen zu bleiben, in der Absicht, im letzten Augenblicke denselben durch einen Anlauf zu überlisten. Wegener war jedoch schlauer als Käpernick, und ehe letzterer die lange Bahn vor Ziel, den Ort, wo er gewöhnlich seine Kraft einzusetzen pflegte, erreichte, nahm Wegener selbst einen Anlauf und bewirkte so, daß der überraschte Gegner ihn nicht mehr einzuholen vermochte und er, Wegener, nach 4 Minuten als Sieger unter dem Jubel der Menge durch's Ziel ging. Er hatte in je einer Minute ca. 690 Meter zurückgelegt, würde also eine Meile in ca. 17 Minuten durchlaufen haben. *(Blutiger Streit auf der Eisenbahn) Die„N. Meister in allen jenen Künsten und Lastern? Und jetzt, da das Werk den Meister überragt, da möchte er am liebsten wieder zertrümmern, was er geschaffen. O Thor, der Marmor, der hier statt des warmen, glühenden Herzens in meiner Brust sitzt, ist unverletzlich.“ „Haben Sie diese hochtrabenden Redensarten aus einem neuen Roman auswendig gelernt, Madame?“ fragte der Baron spöttisch. Bringen Sie dieselben in den Cirkeln an, in denen Sie sich bewegen; ich habe hier anderes zu thun, als mit Ihnen zu streiten. Zum letzten Male, Herr Werndel, wollen Sie mir die tausend Thaler geben oder nicht?“ Der Alte schlug auf den Tisch, daß es dröhnte und Flaschen und Gläser klirrten. „Zum Teufel nein, ich habe nichts, um Ihre Schulden zu bezahlen; brauche selber zu viel, habe erst vor wenigen Tagen zwei Wechsel unterzeichnet, die mir mein alter Freund, Major Haldern, verschaffte, und wenn ich nicht in der nächsten Woche verteufeltes Glück im Spiel habe, weiß ich noch nicht, wovon ich die Summe bezahlen soll.“ Der Baron wandte sich an seine Gattin.„Madame, ich gestehe Ihnen, meine Lage ist drückend, der Aufwand unseres Hauses ist unerschwinglich und meine Ehre ist dahin, vernichtet, so bald ich diese tausend Thaler nicht erhalte. Anna, Sie besitzen Brillanten—“ „Verkauft, cher Baron, alles verkauft. Der Schmuck, den ich trage, ist unecht, seit ich bemerkt, daß meine Schmuck=Cassette vor einiger Zeit räuberischen Händen ausgesetzt war.“ Der Edelmann ward roth wie ein bei einem Vergehen ertappter Schuljunge. „So verweigert man mir also das Geld?“ fragte er heftig. Die Baronin wandte sich ab.„Werden Sie heute die neue Oper besuchen, Baron?“ #s „Weib, nicht diesen Hohn; armselige Creatur, die ich aus dem Staube gezogen, reize mich nicht!“ Er war auf Anna zugesprungen, sein Antlitz war. verzerrt und seine Augen funkelten. Verächtlich blickte ihn die Baronin an.„Eben solche Scene führest Du auf, als Du unberufen Dich in mein téte à téte mit dem Rittmeister Falkenberg drängtest. Aber Deine erhobene Hand sank, Deine Zunge hatte keine Beleidigung, denn das Gewissen macht Dich feige; ein Vatermörder hat keine Courage. Die Faust des Edelmannes ballte sich, Schaum trat auf seine Lippen. Dann wandte er sich plötzlich um und stürzte mit einer Verwünschung aus dem Zimmer. Während der ehelichen Scene hatte der alte Werndel wieder seinen Platz am Tische eingenommen und Glas um Glas geleert; es schien, als sei er dergleichen Auftritte gewöhnt. Der spöttische Ausdruck im Antlitz der Dame wich einem milden, da sie die Blicke auf ihren Vater richtete Leise trat sie an ihn heran, und sich zu seinen Füßen niederlassend, lehnte sie ihr Haupt an seine Knie. „O, mein Vater,“ sagte sie mit leiser, wehmuthsvoller Stimme,„wie anders war's doch draußen im Dorf, mit Frieden im Herzen und Gold in dem Kasten!“ Der Haselbauer sah Anna mit den gläsernen Augen des beginnenden Rausches an. „Was redest Du da?“ sagte er,„besser draußen im lumpigen Dorf, unter Enten und Hühnern, als hier? Was wissen die dummen Bauern vom Leben? Freue Dich, Anna, bist große Dame geworden, gehst in Sammt und Seide und fährst in vergoldeter Kutsche, statt das Weib eines Hungerleiders, eines Diebssohnes zu sein und mit ihm zu betteln von Haus zu Haus.“ Er lachte roh und stand auf, um sich ins Nebenzimmer zu begeben, wo der Diener seiner wartete, ihn anzukleiden. Auch Anna erhob sich, ihr thränenloses Auge richtete sich in stummer Anklage zum Himmel. „Allein, inmitten des Strudels, allein inmitten des Glanzes, o Walter, Walter, wie büße ich, was ich Dir angethan!“ „Gnädige Frau, Herr Isidor Veitel von der Firma Aaron u. Co. läßt Sie um einen Augenblick Unterredung in dringender Angelegenheit ersuchen.“ Die Baronin fuhr sich über die Stirn, als wolle sie ihre in weiter Ferne schweifenden Gedanken sammeln; im Nu war sie wieder die gebietende Dame. Sie warf einen scharfen Blick auf den eben eingetretenen Diener, der mit keiner Miene verrieth, daß er noch rechtzeitig gekommen, um hinter der Thür dem letzten Auftritt des Familiendramas seiner Herrschaft beiwohnen zu können. „Führe den Herrn in den blauen Salon, Jean," befahl sie,„ich werde sogleich erscheinen.“ „Isidor, es kann kein anderer sein, als der Itzig unseres Dorfes, der mir zuweilen in seiner Gesellschaft begegnete, wenn ich auf stolzem Roß in glänzender Cavalcade durch die Straßen sprengte, oder in meinem Wagen zurückgelehnt, über die Promenaden fuhr? was kann er wollen; Botschaft von ihm? Still, thörichtes Herz, auf ewig ist geine Hoffnung verloren.“ Sie rauschte aus dem Gemach über die teppichbelegten Stiegen— jeder Zoll die vornehme Dame. Und dennoch, o Fluch der Herkunft, dennoch zog Jean spöttisch die Achseln, nachdem er die Flügelthüren des blauen Salons geöffnet hatte, wohin er der Herrin Gebot gemäß den Juden geführt. (Fortsetzung folgt.) #t. Ztg“ schreibt: Die Wagenschmierer der Berlinttiner Bahn haben in den Zügen ein gemeinschaftliches upé, worin sich u. A. auch ein gemeinschaftlicher Kochparat befindet. Auf dem zwischen Frankfurt und Stettin 4 vergangener Nacht cursirenden Güterzug geriethen, als der Zug in der Station Wriezen hielt, die Wagenschmierer kiemer und Dahms darüber in Streit, daß Letzterer bees für immer erledigt war und der Graf einen Verlust mischt und diesen Teig in etwas erwärmtem Wasser vor von 10 Mark erlitt. Graf Skarbek war indeß nicht nur dem Schlafengehen auf die unreinen Stellen aufträgt und sparsam, er war auch eigensinnig. Er ließ also ein neues eintrocknen läßt, was man am besten zwei bis drei Tage Huhn von Pappe anfertigen und fügte demselben bei der wiederholt. nächsten Vorstellung ein Brödchen und eine Wurst bei.* Ein sehr bekannter Arzt wurde zu einer adeligen Sabatzki aß das Brödchen, aß die Wurst, und vernichtete Dame gerufen.„Nun, wie geht es ihnen meine liebe dann das Huhn aus Pappe ebenso grausam wie das erste= Frau?“ redete er sie in seiner gewohnten Gemüthlichkeit auptete, Riemer habe von dem Spiritus des Dahms eine mal. Bei der nächsten Vorstellung kam wieder ein Huhn, an.„Ich bin Baronin“, erwiderte die Gnädige gereizt Auantität entnommen. Hierdurch gerieth der jederzeit leicht diesmal ohne Brod und Wurst, aber ein solides Huhn, und spitzig.„O, es thut mir sehr leid,“ versetzte der Arzt, reizbare Riemer in solche Wuth, daß er ein im Coupé dem Sabatzki mit dem Messer nicht beizukommen im Stande„aber von diesem Uebel kann ich Sie nicht befreien.“ Daunter anderen Handwerkszeugen befindliches Beil ergriff war. Nachdem er sich tüchtig abgeplagt und der Graf in mit nahm er Stock und Hut und empfahl sich. und damit dem Dahms den Kopf spaltete. Hierauf ent= seiner Loge weidlich gelacht hatte, gab er für diesmal die* An einem Kriegshafen fragte ein etwas überlästiger floh R. und erhängte sich in der bei Wriezen befindlichen Partie verloren. Das Huhn war aus Holz mit fast em=Herr seinen Mitreisenden:„Warum tragen denn die MaSchonung. Dahms, welcher inzwischen seinen Verletzungen pörender Naturtreue nachgeahmt und von Künstlerhand be= rinesoldaten ein Seitengewehr, wenn sie an Bord gehen?" erlegen sein soll, hinterläßt Frau und mehrere Kinder. malt. Schon triumphirte Skarbek, aber bei der Reprise—„Um in See stechen zu können,“ lautete die Antwort. Riemer, welcher bereits vor kurzer Zeit Selbstmordversuche zog Sabatzki mit der ernsthafesten Miene von der Welt eine durch Ertränken hier in der Oder gemacht hatte, scheint große Säge aus dem Gebüsche hervor und begann das schon seit Jahren an Geistesstörung gelitten zu haben. *(Zur Warnung für Hausfrauen.) Ein Unglücksfall, der kürzlich die Frau eines in der Wienerstraße zu Berlin wohnhaften Tischlermeisters betroffen hat, ist wohl geeignet, unsere Hausfrauen zur größten Vorsicht zu ermahnen. Die junge Frau hatte Rindfleisch in einem eisernen Topf mit Wasser aufs Feuer gestellt und sich dann auf einige Zeit entfernt. Bei der Rückkehr fand sie, daß, wohl in Folge zu starken Feuers das Wasser in dem Topf verdampft und das Fleisch angebrannt war. Um wenigstens einen Theil desselben zu retten, goß sie unbedachter Weise, den Topf auf dem Feuer stehen lassend, Wasser hinein. In demselben Augenblicke jedoch spritzte ihr das siedende, mit Dampf vermischte Wasser ins Gesicht, so daß sie vor Schmerz laut schreiend zurücktaumelte. Der auf ihr Geschrei herzueilende Ehemann fand seine Frau mit erheblichen Brandwunden im Gesicht und an den Händen. Nach Aussage des zu Rathe gezogenen Arztes ist es als ein Wunder zu betrachten, das die Augen nicht in Mitleidenschaft gezogen sind. * In Würzburg ist dieser Tage vor dem Militärschwurgericht wieder einmal einer der in Bayern so häufigen Proccsse gegen etliche militärische Vorgesetzte wegen empörender Soldatenschinderei verhandelt worden. Die Angeklagten wurden zu verschiedenen Strafen von mehrwöchigem Arrest bis zu anderthalbjährigem Zuchthaus und Ausstoßung aus der Armee verurtheilt. Wir heben aus dem Plaidoyer des Staatsanwalts die folgende auf den Hauptangeklagten Sergeant Winter bezügliche Stelle hervor, zu deren Verständniß vorher zu bemerken ist, daß W. einen Soldaten u. a. damit quälte, daß er ihm aufgab, einen großen Krug mit Wasser zu füllen, das er in einem kleinen Schnapsgläschen(bei Kälte und schlechtem Wetter) aus einem ziemlich entfernten Brunnen herbeitragen mußte. Bezüglich dieses„Scherzes" bemerkte der Staatsanwalt: Winter war es insbesondere darum zu thun, in seinen Untergebenen jede bessere Regung, jedes Gefühl von Manneswürde zu ertödten, und seine Handlungsweise ist der Ausfluß der Willkür, der Rohheit und des Uebermuthes. Das Arsenal ihrer Zwangsmittel war unerschöpflich. Der Fall mit dem Schnapsgläschen erinnert an das Faß der Danaiden. Kein Grad von Eyrgefühl muß Dem mehr innewohnen, der das Erniedrigende einer solchen Situation nicht fühlt; aber gerade diese moralische Knechtung ist weit schwerer, als alle Mißhandlungen durch Schlagen zusammengenommen. Ich bedaure innig, daß die Soldaten ein so trauriges Andenken an die Militärzeit bei ihrem Wiedereintritt in das bürgerliche Leben mit hinübernehmen, daß man versucht hat, ihnen so verwirrte Begriffe von Recht und Unrecht beizubringen, und ich erachte es als eine gefährliche Bestimmung, die dem Korporalschaftsführer das Recht giebt, seinen direct Untergebenen dies und jenes anzubefehlen, ohne daß die Controlle möglich ist.— Schließ= lich führen wir noch ohne Kommentar die Auslassung eines der Angeklagten in dem vorerwähnten Processe an:„Ich bitte um milde Beurtheilung meiner Vergehen; sie sind entschuldbar, denn ich habe es nicht anders vor mir gesehen Die mich abrichteten, waren lauter preußisch=bayerische Unterofficiere, welche jeden Einzelnen geschlagen haben, und von diesen hab' ich es gelernt.“ *(Das Theaterhuhn.) Von dem Lemberger Theaterdirector Graf Skarbek, der wegen seines Geizes verrufen war, und dem Tenor v. Sabatzki erzählen Wiener Blätter folgende nette Anekdote. Die komische Oper„Johann von Paris“ wurde einstudirt, fand großen Beifall und kam daher gleich im Laufe des ersten Winters mehr als ein Dutzendmal zur Aufführung. Sabatzki hatte während einer Pause ein Huhn auf der Bühne zu verzehren: es war dies vom Librettisten vorgeschrieben und in keiner Weise zu umgehen. Sabatzki war jedesmal bei gutem Appetit und aß das Huhn in der That vollständig auf. Bis zur vierten Vorstellung sah ihm Graf Skarbek aus seiner Loge mit stiller, immer wachsender Entrüstung zu. Während der vierten Vorstellung brach er in echt polnische Verwünschungen aus und schwor, daß er die Verschwendung von täglich 80 Pf.— so billig waren damals die Hühner in Galizien— nicht länger dulden werden. Bei der fünften Vorstellung wurde auf speziellen Befehl des Grafen ein „Theaterhuhn" aus(Pappe) aufgetragen, und damit Sabitzki das Essen besser markiren könne, war demselben ein kleines Weisbrod zu 4 Pf. beigefügt. Sabatzki roch den Holzhuhn damit zu zerlegen. Zuerst fingen die Kollegen laut zu lachen an, dann das Publikum und endlich Graf Skarbek.— Fortan wurde wieder ein wahrhaftes Brathuhn zubereitet, und der Graf ergötzte sich ebenso wie das Publikum an dem trefflichen Appetit des jungen Sängers. * Während eines starken Gewitters, welches über Paris am 31. Juli Nachmittags sich ergoß, öffnete sich plötzlich das Trottoir vor dem Hause Nr. 81 des Boulevard Saint=Michel und ein Abgrund von 10 Metern Tiefe gähnte den erschrockenen Bewohnern des Hauses entgegen. Ein Polizeicommissar wurde herbeigeholt, und dieser ließ in aller Eile den nächsten Katakomben=Ingenieur sammt einem städtischen Architekten rufen. Die Prüfung, welche diese Herren vornahmen, ergab, daß nicht nur das Haus Nr. 81, sondern auch die Nrn. 79 und 83 mit Einsturz bedroht sind, weshalb die Miether aufgefordert wurden, unverzüglich auszuziehen. Die Panik beschränkte sich aber nicht auf die drei gefährdeten Häuser, die ganze Nachbarschaft sah sich schon in Katakomben versunken, und die verzweifeltste Stimmung herrschte bis in die Nacht hinein im Luxembourg=Viertel. Lotterie. Bei der am 2. August fortgesetzten Ziehung der 4 Klasse 162. preuß. Klassen=Lotterie fielen: 3 Gewinne von 6000 Mark auf Nr. 19139 34320 43844 45 Gewinne von 3000 M. auf Nr. 982 3284 9954 10991 11767 12199 14817 17754 20499 24131 26359 26862 36441 37807 41228 42659 43170 45008 48811 50495 53539 53922 55844 57813 59210 60571 63474 64556 67509 73588 73596 74860 75052 76509 76821 80555 80586 80789 81503 82704 84319 86239 89816 93084 93099. 47 Gewinne von 1500 M. auf Nr. 1853 3611 3762 6079 13052 18224 22119 22987 24305 268.6 32919 33099 34604 35948 37201 39352 39392 40036 42143 43647 44014 44419 44927 46632 47285 49095 52014 53285 53494 53519 53727 54601 59081 61307 63639 65804 67909 68966 70323 72385 75767 78746 80333 82358 82754 84139 85329 93225. Bei der am 3. August fortgesetzten Ziehung der 4. auf Nr. 54520. 2 Gewinne von 6000 Mark auf Nr. 30904 89287. 44 Gewinne von 3000 M. auf Nr. 1475 5012 6828 7515 10953 11255 12924 14629 26618 30084 35210 35447 37612 37984 40454 42560 45583 46260 48625 50188 50410 50603 51708 53364 56494 57609 60487 60912 61725 62869 62974 64059 74632 75174 77769 79040 7977482272 83295 83715 87459 92942 93209 94767. 45 Gewinne von 1500 M. auf Nr. 298 2675 4679 8324 8332 10230 11348 13758 13891 20626 20782 23525 24197 25835 28810 35993 36992 37111 38746 41535 43051 46384 48904 51303 54001 56673 56968 53434 62137 64785 65233 65390 65706 65813 66501 72610 75380 76487 76596 78739 79447 79635 80189 84561 93530. 65 Gewinne von 600 M. auf Nr. 424 984 3296 4460 6263 7108 10204 11626 12060 12320 13139 13313 1476820913 22174 22188 23956 24672 24842 29126 29754 31486 32766 33315 33466 34093 35578 35898 36071 36380 38090 40406 40487 40195 40632 42216 43176 43646 44060 45411 47822 49570 49897 54955 56576 57308 57484 58083 58969 62118 64440 68118 72114 7917081600 82010 84015 84085 84535 86301 8746088820 89545 91567 92638. * Paris, 30. Juli. Der hiesige Assisenhof hat heute Klasse 163. preußischer Klassen=Lotterie sielen: 1. Gewinn den zwanzigjährigen Burschen Menesclou, der ein vierjäh- von 30000 M. auf Nr. 2246. 1 Gewinn von 15000 M. riges Mädchen erdrosselt und dann die Leiche in 29 Stücke auf N. 54520, 2 Gewinne zerschnitten hatte, um sie zusammen zu kochen, zum Tode verurtheilt. *(Feuersbrünste in Rußland) Petersburg, 1. Aug Aus dem Innern werden große Feuersbrünste gemeldet; so brennt gegenwärtig die Stadt Njäsan zum dritten Male in einem Monat, dreißig Häuser stehen noch in Flammen. Verschiedene Dörfer sind ganz niedergebrannt; in Brest=Litowsk zerstörte das Feuer 105 Häuser, zwei davon waren aus Stein. *(Eine Spur der„Atalanta". Der New=Yorker „Herald“ vom 30. Juli bringt aus St. Johns(Neufundland) die Nachricht, daß die Barke„The Girl of Devon“ von Plymouth unter dem 46,12 Breiten= und 22,30 Längengrad eine große weiße gemalte Figur aufgefischt hat, welche der Capitän für diejenige des englischen Schulschiffes„Atalanta“ hält. Besagte Figur, welche Anzeichen einer Collision trägt, stellt eine Göttin(Kniestück) mit von einem Stirnreif geschmückten Haupte vor. Das durch geschmackvollen Faltenwurf sich auszeichnende Gewand wird über dem Knie durch eine Schnalle festgehalten. *(Verschollene Schiffe.) Aus New=York schreibt man: Vom 30. Juni 1879 bis 1. Juli 1880 sind 32 Segel= und Dampfschiffe, mit Getreide beladen und nach Europa bestimmt, verschollen. Davon segelten 17 ab New=York, 5 ab Baltimore, 6 ab Philadelphia, 1 ab Boston, 2 ab New=Orleans und 1 ab Portland, und es gingen dabei 1,400,000 Bushels Getreide verloren, während 250 Menschen dabei um's Leben kamen * Ueber Dr. Tanners Fastenprobe meldet ein Newyorker Telegramm vom 2..:„Dr. Tanner genoß eines guten Schlafes in der Nacht vom Sonnabend und hatte gestern Morgen ein frischeres Aussehen. Während des gestrigen Tages hatte er indeß häufige Anfälle von Uebelkeit und Erbrechen. Nachmittags versuchte er sich anzukleiden, aber ein Anfall von Uebelkeit verhinderte ihn daran. Er trank gestern nichts außer ein wenig kohlensaures Wasser; um 9 Uhr Abends legte er sich nieder und schlief anscheinend. Die letzte Prüfung der Stärke Dr. Tanners per Dynamometer ergab 82 Kilogramm. Seine Temperatur war gestern 98.4 und sein Puls 78. Seine Aerzte halten ihn für schwächer und glauben, daß sein Magen sich in höchst gereiztem Zustande befinde. Heute zum ersten Male räumte Dr. Tanner ein, daß er sich schwach fühle, aber er ist noch immer seines Erfolges sicher. Seine Augen sind glanzlos, seine Zunge ist gefurcht und sein Gesicht abgemagert. Er leidet noch immer an Uebelkeit und trinkt Mineral= und heißes Wasser. Heute Morgen machte Dr. Tanner eine Spazierfahrt im Park. Um 2 Uhr Nachmittags war sein Pulsschlag 74, seine Temperatur 99 und Athemholen 15 Das Dynamometer konnte er bis 82 Kilogramm hinaufbrängen.“„„ Ens lund fngichte Glnb in * König Georg von England spazirte einst in einem Ueberrock geknöpft, am Strande. Er traf auf einen holländischen Schiffs=Hauptmann, und fragte, wer er sei und wie er heiße. Der Hauptmann nannte seinen und den Namen seines Schiffes„Und wer sind sie denn?“ setzte er binzu.—„Ich bin der König.“—„Well“, rief der Eintragungen in das Gesellschafts- etc. gister zu 31. Juli. Die mit dem Sitze zu Ohligs bestehende Handelsgesellschaft sub Firma„Kaiser& Müller,“ deren Theilhaber die Buchdruckereibesitzer Carl Kaiser und Wilhelm Müller, beide zu Ohligs wohnend, sind. Die Gesellschaft hat mit dem 1. Januar 1880 begonnen, und steht Jedem der Gesellschafter das Recht zu, die Gesellschaft zu vertreten und die Firma zu zeichnen. Fruchtpreise zu kleines Weisbrod zu 4 Pf. beigefügt. Sabatzki roch den er yeuzu.—. F0% g. guc.“ 18 Aa Braten, oder vielmehr er roch ihn nicht, und rächte sich Holländer,„da habt Ihr auch ein gutes Agantje(Aemtche dafür, indem er Messer und Gabel ergriff und das Thea=* Ein sehr einfaches Mittel gegen sogen.„Mitesse terhuhn in wahrhaft mörderischer Weise tranchirte, so daß besteht darin, daß man etwas Hefe mit klarem Zucke Rübsl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. Rüböl per 190 Kilo faßweise......... G reinigtes Oel per 100 Kilo 3 Mark höher als Rüböl Preßkuchen per 1000 Kilo Weizen=Vorsauß(1) pr. 111) Kilo Kleien pr 50 Kilo...... 58— 60— 132— 38— 5 40 Brodpreis zu Ohligs. 10 Pfund Brod 1 Mark 1 Pfennige 7„"„„ 71„ Anzeigen. Teekauft Ann„„ wohnenden RechtsconsuEigenschaft als VerRöttgen daselbst, wird Im Auftrage des zu Solingen lenten Herrn Dr. Meißner in seiner walter des Concurses von Carl der Unterzeichnete am Donnerstag, d. 5 d.., Morgens 9 Uhr und nöthigenfalls am folgenden Tage in der Wohnung des p. Rottgen nachstehende zur Eoncursmasse gehörigen Waaren 2c. 2c. öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkaufen als: Eine große Parthie fertige und unfertige Waaren worunter 1, 2 und 3 klingige Federmesser, geschmiedete und Guß=Scheeren, Korkzieher, Feilen, Neusilber, Perlmutt, Elfenbein, Schildpatt, Messing=, Stahl= und Eisenblech u. s. w. Ferner: Eine große Parthie fertiger und halbfertiger Theile zur Complettirung der Federmesser als: Klingen, Erlen, Perlmutt=, Elfenbein=Schildpatt und HornSchaalen, Silber= und Kupferdraht, Büffel und Weißhorn, eine große Anzahl Karten, Bindfaden, Packpapier 2c, 2c. Solingen, den 26. Juli 1880. Der Gerichtsvollzieher: Schenke. General-Versammtung des Actien=Schutz=Vereins zu Ghligs Donnerstag den 26. Aug., Nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Herrn August Staudacher. Tages=Ordnung: 1. Geschäftsbericht und Vorlegung der Bilanz. 2. Ertheilung der Decharge. 3. Wahl von 2 Rechnungs=Revisoren. 4. Wahl von 2 Aufsichtsräthen. Ohligs, den 30. Juli 1880. Der Norsitzende des Aufsichtsrathes. Reusrather ChatzenT Dasselbe wird am., 9. und 10. August in dem neuerbauten großen Zelte des Schützenkönigs Herrn F. W. Wirbelauer zu Trompete bei Reusrath und Leichlingen gefeiert werden. PROGRANINI. Sonntag Mitttag 11½ Uhr: Antreten der Mitglieder bei Herrn R. Hindrichs, Reusrath, Empfang der eingeladenen Vereine. 12½ Uhr: Zug zum Festlokale. 4 Uhr: Preis= und Ehrenpreis=Schießen. Montag den 9. Aug., Vormittags 10 Uhr: Antreten im FestLokale. Verloosung, Königsschießen und später Preis=Schießen. Dienstag Morgen 10 Uhr: Versammlung der Mitglieder zum Abholen des neuen Schützenkönigs. An allen drei Festtagen Mittags 2 Uhr: grosses est-Lssen. Während des Essens und des Preisschießens: CONCERT, spater grosse Fest-Bälle. Hierzu ladet ein Der Vorstand. Bezugnehmend auf Obiges bemerke ich, daß für gute Bewirthung bestens gesorgt wird und bitte ich um zahlreichen Besuch. „„* P. Wirbelauer, Schützenkönig. Der Ohligser Turn-Verein gedenkt sein diesjähriges Turn-Fest am Sonntag den 22. August zu feiern. Das Fest-Comité. IIur Feier des am Sonntag den 22.Ang in Ohlige stattändenden Turnfestes beehrt sich die unterzeichnete Firma Flaggen, Fahnen, Wappenschilder, Festabzeichen, Lampions, Feutentverkskörper etc. angelegentlichst zu empfehlen. Auch suchen wir für den Verkauf dieser Artikel einen tüchtigen Agenten. Bonner Flaggen- und Fahnen-Fabrik, Bonn a. Rhein. nes Gesucht werden für ein grosses, gediegenes literarisches Unternehmen Reisende. Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich. Auch Beamte, Lehrer, Reisende anderer Branchen etc., welche sich namhaften Nebenverdienst verschaffen wollen, belieben sich zu molden 2e Institut, Gotta. Eisenbahn=Fahrplan vom 15. Mai 1880 ab. Von Ohligs nach Deutz und zurück: Abf. 7,18, 9,1, 9,38, 10,34 1,35, 3,19,.5, 8,19, 8,45, 10,48 Abf..28,— 9,47, 10,43, 1,44, 3,28, 5,14, 8,28,— 10,56 Abf. 7,36, 9,16, 9,55, 10,51, 1,52, 3,36, 5,22, 8,37,— 11,3 Abf. 7,43,— 10,2.—— 8,43, 5,29, 8,44,—— Abf. 7,54, 9,33, 10,12, 11,6 2,6 3,54, 5,40, 8,55, 9,11, 11,18 8. 9,40, 10,19, 11,12, 2,12, 4,1, 5,46, 9,2, 9,18 11,24 II, 12, 2, 3,.50,.2 7,55, 9,40 11, 2,8, 3,58, 6,34, 8,3, 9,18 11,9 Ohligs Leichtingen Opladen Schlebusch Mülheim aR. Deutz Deus... Abf. 6,.35, 8, 11. Mülheim.R. Abf..42, 8,8, 11,8, 12,7, Schlebusch Opladen Leichlingen Ohligs Abs. 6,52,.19,— 12,18,.20, 4,10, 6,46,— 9,59 f 6,59 8,26, 11,24, 12.25, 2,28, 4,18, 6,54,— 10,6, 11,25 anf. 7,7 8,36— 12,33, 2,36, 4,27 7,3,— 10,15 Ank. 7,15.45 11,37, 12,43, 2,47, 4,37, 7,13 8,28, 10,25 11.40 Von Ohligs nach Büsseldorf und zurück: Ohligs Abf. 5,46(,16.46 12,44.48 4,38 7,15 10,28 Düsseldorf Ank. 7,17 7,57 9,.51 3 3,47.23.36 11,19 Düsseldorf Abf..25.3.3 12.33.12 4,15.55.58.5. Ohligs.. Ank. 6,26 8,59 10,33 1,31.18 5,3 8,18.44 10,46 Von Ohligs nach Elberfeld und zurück: Abf. 5,46, 7,16 8,.46, 11,38 12,44,.48 4,38, 7,15, 8,29, 10,28, 11,41 Ank. 6,31, 7,50 9,19, 12,8, 1,15, 3,22, 5,13, 7,50, 8,54, 11,5, 12.05 RU E1o..i0 Ohligs Elberselo Elbers eld Ohligs Abf. 6/46, 7,27,.25,.0, 10,9.9,.40,.31, 749 815 1018 Ank. 7,17, 7,51, 8,59 9,37, 10,33, 1,34, 3,18, 5,3, 8,18 8,44, 10.46 „ Von Ohligs nach Solingen und zurück, Ohligr Abf. 6,31 7,54 9,3 10,39 12,52 1,44 3,26 5,14 7,18 8,49 10,59 11,45 Solingen Ank. 6,46.9.18 10,54 1,7 1,59.41 5,29 7,33 9,4 11.14 12,0 Seliagse Tri. 836 856 819 109 12.24 116 227.17 6/46 7,59 100.,/2 Von Bohmins=15 711 834 1024 1239 1,31 2,42 4,32 7,1 8/14 10,15 11.37 van Sta####t nach Stele 6,42 9,50 1,7 3,15 5,12.53 von Sierle nach Bohwinkel 6,25 7,55 11,35 1,59 6,14.25 Starke. Ia. Hoffmann'sche, à Pfd. 33 Pf. Ia. Schramm'sche, à Pfd. 35 Pf. bei 5 Pfd. billiger, empfiehlt Jos. Klein. Verziehungshalber ist eine bisher von meiner Schwester Helene benutzte, dem Herrn Gustav Klever gehörende Wohnung für eine kleine stille Familie zu miethen und kann sofort bezogen werden. Näheres bei dem Unterzeichneten. Heiligenstock, 2. Aug. 1880. Friedr. Klaas. Ein Tadergeselle gesucht von J. Braß. Auf 1. November findet ein braves, fleißiges Dienstmadchen in Solingen gute Stelle. Die Exp.d. sagt bei wem. Ein schulfreier Knabe und zwei Mädchen zum Messerputzen gesucht von Gebr. Korten& Scherf. Am Soontag=lbend ist auf dem Wege vom Bahnhof nach der Scharrenbergermühle ein neuer Regenschirm verloren. Der redliche Finder wird gebeten, denselben gegen Belohnung in der Exped. d. Bl. abzugeben. Wirthen oder sonstigen soliden Personen ist der Verkauf eines überall leicht verkäuflichen guten Artikels bei hoher Provision zu übertragen. Franco=Offerten sind innerhalb 8 Tagen sub. G. H. 600 postlagernd Carlsruhe(Baden) zu richten. Noch einige Loose der Taschenmesserschleifer=Verein. versammlung am Sonntag den 8. August, Nachmittags 5 Uhr, beim Wirthen Hrn. herm. Shaaf am Neuenhof. In Strike verblieben: A. Coppel, Solingen; Wwe. Robert Paffrath, Solingen; Carl Wilhelm Franzen, Grünewald; Gbr. Peters, Merscheid. Der Vorstand. g" 0 2 4 9 0 6 nach Massunter Garantie. 0 Lager in allen Sorten & Leinen, Gebild, Gardinen etc. Die BaumaterialenHandlung von K. Wulter, Ohligs offerirt unter billigster Preisberechnung: Wassertalt ab Beckum. # ch Solingen, 68. Kalserstr. 68. Specialität: * Ohligser Turnvereil Samstag den 7. Aug. er., Abends 9 Uhr: Grurralbrrsammtung. Die Mitglieder werden auf§ 6 des Statuts aufmerksam gemacht. Der Vorstand. Merscheider Lese=Verein Concordia. Irnrralbersammtung am Montag d. 9. Aug. er., Abends 8½ Uhr. Tagesordnung: Stiftungs-Jei betr. Der Vorstand. )#„Otligser Schützen-Verein. Unser Verein ist zu den SchützenFesten in Wald u. Reusrath eingeladen. In der letzten Generalversammlung wurde einstimmig beschlossen, daß das Schützen=Fest in Wald am Sonntag den 8 Aug., und das in Reusrath am Montag den 9. Aug. besucht werden soll. Abmarsch nach Wald Sonntag Nachmittag 2 Uhr, nach Ren rath Montag 2½ Uhr.— Zug 3,18— vom Vereinslokale aus. Zu zahlreicher Betheiligung ladet ein Der Vorstand. Prinz Wilhelm KriegerVerein. Diejenigen Mitglieder, wlche noch gesonnen sind, an der Fahrt zur Ausstellung am Sonntag den 15. August cr. Theil zu nehmen, wollen sich im Vereinslokale unterzeichnen. Die Listesliegt bis Sonntag den 8. August cr. offen. Der Versammlung der Stahlgabel=Arbeiter am Sonntag den 8. Aug., Nachmittags punkt 6 Uhr. Tagesordnung: 1. Zweck der monatl Beiträge. 2. Besprechung wegen der Commission. 3. Vereinslokal=Angelegenheiten. 4. Empfang der monatl. Beiträge. Die säumigen Mitglieder müssen erscheinen. Der Vorstand. Versammlung der Gabel-Schleifer Sonntag den 8. Aug., Nachmittags 5½ Uhr, im Lokale bei Wtw. Aug. Weck, Fürker-Irlen. Tagesordnung: Empfang der Beiträge und Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. HauptGeneral=Versammlung der Messerschleifer des Kreises Solingen am Samstag den 7. August, Nachmittags 6 Uhr, bei Julius Hartkopf in Solingen. Diejenigen, welche 2= und=mals schleifen, werden ersucht zu erscheinen. Der Vorstand der Messerschleifer. Solinger Lotterie. Erholung. Die Liste zum Einzeichnen zu Ziehung am 15. October 1880. Loose à M. 3. sind zu haben bei Kaiser& Müller. Die Liste zum Einzeichnen zur Ausstellungsfahrt liegt im Vereinslokale auf und wird am Montag den 16. ds. geschlossen. .40d